Pinguinbataillon, im Laufschritt Marsch
6 Februari 2019, Australia ⋅ ☁️ 24 °C
„Dort hinten am Wasser sind vier, nein fünf Pinguine...“ macht die Mutter neben mir Ihre beiden Kinder aufmerksam und deutet mit dem Finger in Richtung der seichten Wellen. „Schau Schatz, da kommt die erste Gruppe von Pinguinen aus dem Wasser...“, stupst mich Susi von der Seite an. Ich kneife meine Augen zusammen, um im schwachen Abendlicht die Konturen der kleinen watschelnden Geschöpfe auszumachen, aber ich tue mich schwer. Ohne Kontaktlinsen bin ich einfach nachtblind und die Dinger wollten vorhin einfach nicht reingehen 😕 Aber egal, wenige Minuten später hat es die Pinguingruppe dann auch soweit in unsere Richtung zur Sanddüne geschafft, dass selbst ich sie klar und deutlich im schwindenden Licht erkennen kann. In Reih und Glied marschieren oder besser watscheln die kleinen Pinguine über den Sand, um zu Ihren Nestern zu gelangen. Und wir sitzen geduldig und still im Sand und beobachten aus wenigen Metern Entfernung dieses Naturschauspiel... 😀
Wir befinden uns auf Philipp Island, einer kleinen Insel ca. 150 km südlich von Melbourne, um die einzigartige „Penguin Parade“ zu erleben. Jeden Abend pünktlich nach Sonnenuntergang kehren hier die Pinguine (kleine Zwergpinguine, nur ca 30 cm groß) nach ihrem alltäglichen Fischfang aus dem Meer zu ihren Nestern zurück, um ihren Fang mit ihren Küken zu teilen und sich von den Strapazen des Tages zu erholen. Mehr als 30000 dieser Pinguine nisten auf Philipp Island, an unserem Strandabschnitt sollen es alleine ca. 3000 sein. An diesem Abend werden 391 Pinguine gezählt, die an unserem Strandabschnitt ans Land zurückkehren. Es wäre gelogen zu erzählen, dass die „Pinguin Parade“ ein Geheimtipp ist und wir dieses Naturschauspiel einsam und alleine beobachten würden. Die „Penguin Parade“ ist eine große Attraktion, die bereits seit dem Jahr 1920 existiert. Mittlerweile ist sie perfekt für Besucher aufbereitet, es gibt ein großes Besucherzentrum mit reichlich Information, Souvenirläden, Restaurants, eine große Bühne wie in einem Theater, auf der sicherlich mehr als 1000 Zuschauer Platz finden können und Holzstege, die in den Sanddünen entlang der Pinguin Nester führen und zur Beobachtung einladen. Trotz dieser großen Vermarktung und des hohen Besucherandrang verliert dieses Naturschauspiel dennoch nicht seinen Reiz. Vielleicht liegt es auch daran, dass Susi und ich praktisch in der ersten Reihe im Sand kauern anstatt auf der Tribüne Platz zu nehmen, vielleicht liegt es auch daran, dass striktes Photographierverbot herrscht (welches auch größtenteils respektiert wird) und die Parade nicht durch Blitzlichtgewitter und Selfieposen gestört wird. Außerdem fliegen die Einnahmen komplett in den Naturschutz, wir tun also mit unserem Besuch indirekt auch etwas Gutes 😊
Wir betrachten ca. zwei Stunden lang gespannt das Treiben der süßen kleinen gefiederten Freunde (sowohl am Strand als auch in den Sanddünen), beobachten das Gruppenverhalten und erfreuen uns am charakteristischen Watscheln. Vor der Rückfahrt werfen wir noch einen gründlichen Blick unter unseren Campervan, um sicher zu sein, dass sich keiner unserer kleinen Freunde verirrt hat (wurde tatsächlich empfohlen!!!) und machen uns zufrieden und mit weiteren tollen Eindrücken auf den kurzen Rückweg zu unserem heutigen Campingplatz.
P.S.: Wer sich jetzt fragt, wie ich trotz Fotoverbot diese tollen Aufnahmen geschossen habe... ich muss gestehen, diese diesmal auf der Internetseite der „Penguin Parade“ geklaut zu haben (was aber auch explizit erlaubt ist 😉).Baca selengkapnya
Kicken im quietschenden Sand
7 Februari 2019, Australia ⋅ ⛅ 24 °C
Übersteiger, links angetäuscht, durch die Beine getunnelt, mit der Hacke weitergeleitet, dann ein paar Schritte Anlauf genommen und das Runde im Eckigen versenkt... 😄 Bei jedem festen Schritt quietscht der Sand wie nasser Schnee, eine besondere Eigenschaft des weißen feinsandigen „Squeaky Beach“, einem schönen Strand im Wilsons Promontory National Park, in dem wir diese Nacht verbringen. Da wir diesen Morgen am Squeaky Beach nahezu alleine sind, nutzen wir die Gelegenheit für ein bisschen sportliche Aktivität und führen ein fröhliches Tänzchen mit der runden Kugel aus. Aber der Strand wäre prinzipiell auch ohnehin breit genug, dass bequem mehrere Fußballmannschaften gleichzeitig ihr Training absolvieren könnten.
Der Nationalpark hat neben tollen Stränden auch sonst eine ganze Menge zu bieten: kleinere Berge, die zum Erklimmen einladen, Küsten verziert mit riesigen Granitfelsen, eine abwechslungsreiche Vogelwelt, viele Wanderwege durch unberührte Natur und eine ganze Menge „Wild Life“. Da wir diesmal bereits zur Mittagszeit auf der Campinganlage angereist sind, haben wir praktisch noch freie Platzwahl. Die große Auswahl überfordert uns etwas (wo haben wir den besten Blick, wo steht die Sonne am besten, wo ist der kürzeste Weg zu den Toiletten, wo haben wir die meiste Ruhe, und und und). Schließlich werden wir uns aber einig und beziehen ein Lager mit tollem Blick auf das Flussufer und die dahinter liegende Bergkette.
Vögel sind ja inzwischen eigentlich schon unsere ständigen Begleiter geworden und werden von uns trotz des ununterbrochenen Gezwitschers kaum noch aktiv wahrgenommen. In diesem Park sind die Vögel aber besonders zutraulich und so wundert es nicht, dass auch mal ein kleiner Papagei bei uns am Essenstisch Platz nimmt und uns mit einem kurzen Zwitschern freundlich begrüßt. Außerdem wird eine einzelne Möwe unseren ganzen Aufenthalt über treu vor unserem Campervan Wache halten (was vielleicht auch daran liegt, dass sie nur noch einen einzigen Fuß hat und zwangsläufig in einer meditativen Yogapose Stellung halten muss...). Susi belohnt sie für Ihre Dienste und vielleicht auch aus Mitleid mit einigen Brocken unseres leckeren Toastbrotes 🙂 Das Highlight der „Wild Life“ Aktivitäten ist allerdings die Sichtung eines Wombats zu abendlicher Stunde, der rastlos durch die Camping Anlage streunt und nach Leckereien sucht. Man muss sich ein Wombat etwa wie ein übergroßes dickes Meerschweinchen vorstellen, äußerst putzig, ein bisschen wie ein Koala. Allerdings haben uns die Ranger wiederholt gewarnt, jegliches Essen und Müll außerhalb des Fahrzeuges aufzubewahren, das beliebte Angriffsziel der Wombats. Und tatsächlich lassen sich die süßen Dinger auf Ihrer Nahrungssuche durch nichts aus der Ruhe bringen und so werden wir Zeuge, wie die Taschen einiger unachtsamer Camper geschickt von dem Eindringling durchwühlt werden. Nur mit Mühe schafft es ein Gast, den ungewollten Besucher von schlimmeren Taten abzuhalten und weiter ins Zelt der unwissenden Camper vorzudringen 😉
Zufrieden können wir heute ein weiteres „Must See“ von unserer Australien Liste streichen und beruhigt den Sonnenuntergang am malerischen „Nelson Beach“ genießen.Baca selengkapnya
Anywhere is paradise... it's up to you
11 Februari 2019, Australia ⋅ ☀️ 25 °C
„Don‘t go back to Germany...“ Mit diesen Worten verabschiedet sich unser heutiger Nachbar am Campingplatz in Tuross Head von uns und winkt uns freundlich nach. Die Australier sind die Weltmeister im Small Talk und ergreifen gerne die Initiative für ein kleines Gespräch. Nachdem uns am vorigen Tag schon unsere Nachbarin mit wertvollen Reisetipps für unseren restlichen Weg versorgt hat, erhalte ich heute einige Lebensweisheiten und Ratschläge für mein zukünftiges Lebensdomizil 😊 Unser Nachbar scheint selbst schon viel herumgekommen zu sein und hat bereits zwei Jahre in Europa, größtenteils London, gelebt. In Australien sei aber alles ein bisschen wärmer, die Landschaft atemberaubender, das Leben sei chilliger, die Menschen alle freundlicher... da kann ich ihm nicht wirklich widersprechen 🙂 Nur über seinen Appell, mir ein Visum zu besorgen und in Australien Fuß zu fassen, muss ich noch etwas nachdenken 😉 Zumindest bestätigt er mich darin, dass wir unbedingt Neuseeland besuchen sollen. Ein tolles Land mit noch freundlicheren Menschen, er selbst habe fast 14 Jahre dort gelebt.
Ich mag das Reisen, die Überraschungen, die man immer wieder erlebt, die unerwarteten Highlights, die jeder Tag mit sich bringt. Wir haben uns angewöhnt, unsere Reiseroute äußerst kurzfristig zu planen (ein Gegensatz zu den sonstigen Urlauben, die natürlich immer perfekt durchorganisiert sind, um jeden Tag maximal auszunutzen 😉). Wir wissen, wann wir unseren Campervan in Sydney abgeben müssen, dass wir also täglich im Durchschnitt etwa 200 km zurücklegen müssen und legen danach unseren nächsten Stop fest. Meist sieht das in der Praxis so aus, dass wir abends kurz vorm Schlafen gehen oder am Morgen beim Frühstücken die Google Maps Karte abscrollen, einen Radius von ca. 200 km ziehen und dann nach Bauchgefühl ein potentielles ansprechendes Ziel auswählen. Der Luxus, in der Nebensaison zu reisen, erlaubt es uns, all unsere Campingplätze kurz vorher zu buchen und so wurden wir von unserer Reisepraxis bisher noch kein einziges Mal enttäuscht 🙂
Tuross Head ist wieder Mal ein gutes Beispiel unserer Reisepraxis und ein echter Glückstreffer. Unser Campingplatz ist direkt am Strand gelegen, wir blicken aus unseren Stühlen auf weißen Sand und türkisblaues Meer. In unsere Bucht fließt zudem ein Fluß ins Meer, so dass sich eine tolle Mischung aus Meeresbrandung und ruhigem Flussgewässer ergibt. Zudem ist dieser Abschnitt mal wieder von vielen Pelikanen bevölkert und ich kann mich einfach nicht daran satt sehen, wenn diese in majestätischem Flug knapp über das Wasser gleiten. Diese Bucht hat etwas unheimlich friedvolles und schafft es auch mich nach langem mal wieder zu einer morgendlichen Yoga Session zu überreden 😄
Damit verlassen wir heute die große südaustralische Seen-, Fluss- und Küstenlandschaft, in der wir die vergangenen drei Tage verbracht haben und machen uns auf die letzte Etappe unseres Road Trips entlang der Ostküste Richtung Sydney.Baca selengkapnya
Prustende Löcher und rockige Pools
14 Februari 2019, Australia ⋅ ☀️ 22 °C
Es ist 8 Uhr morgens, als wir unseren Campervan am Kliff der Hafenstadt Kiama einparken. Wir sind die einzigen auf dem Parkplatz. Genauso hatten wir das geplant: früh morgens aufstehen, um die Ersten am sogenannten Rock Pool zu sein, ein natürliches Schwimmbecken am felsigen Ufer knapp oberhalb des Meeresspiegels. Am Vortag waren wir bereits schon einmal hier, allerdings waren da bereits einige schwimmwillge und fotografierwütige Besucher und somit etwas mehr Trubel, so dass wir uns vorgenommen hatten, an diesen schönen Ort noch einmal zur ruhigeren Stunde zurückzukehren. Eigentlich wollten wir ja bereits vor einer halben Stunde hier sein, aber die Waschmaschine am Campingplatz hat an diesem morgen gestreikt und unseren perfekten Zeitplan etwas verzögert (die üblichen alltäglichen kleinen Herausforderungen von Reisenden 😉). Dennoch scheinen wir noch rechtzeitig hier zu sein, der Pool ist noch leer, die Wasseroberfläche makellos ruhig und die tiefstehende, noch aufgehende Sonne glitzert wie unzählige Diamanten im tiefblauen spiegelglatten Wasser. Eine tolle stille Atmosphäre, die wir sofort ausnutzen müssen, und so springen wir ins frische Wasser und genießen es, ein paar Bahnen durch das kühle Nass zu gleiten (@Mama: Du würdest diesen Pool für Deinen Frühsport lieben 🙂). Wenig später füllt sich der Pool mit weiteren Urlaubern und Einheimischen, die anscheinend die gleiche Idee, wie wir hatten (...aber halt nicht ganz so früh wie wir aus den Federn gekommen sind 😂).
Auf dem Rückweg machen wir noch einen kurzen Stop am berühmten „Blowhole“, welches nur wenige hundert Meter vom Rock Pool entfernt ist. Das Blowwhole ist eine auf Meereshöhe liegende höhlenartige Felsöffnung, die sich durch die Wellen schlagartig mit Wasser füllen kann. Der dabei entstehende Druck entweicht dann spektakulär durch einen vertikalen Kamin in Form einer hohen Wasserfontäne (bis zu 50 m !!!), begleitet von einem lauten dumpfklingenden Ton. Angeblich ist dieses Blowhole eines der weltweit größten seiner Art (ich bin bei solchen Auszeichnungen inzwischen etwas vorsichtig geworden, da Tourismus-Broschüren sehr gerne mit solchen Einzigartigkeiten prahlen, um Besucher anzulocken. Erst vorgestern waren wir an einem Strand mit dem angeblich weißesten Sand der Welt 😄). Der Wellengang an diesem morgen ist allerdings relativ schwach, so dass es beim Blowhole gerade nicht zu mehr als einem etwas enttäuschenden Prusten reicht. Am Vortag hatte ich bereits das „Little Blowhole“ besucht (im Touri-Katalog nicht erwähnt und damit ein kleiner Geheimtipp), welches mir deutlich besser gefallen hat, insbesondere weil der Wasserdampf im Sonnenlicht des späten Nachmittags einen tollen Regenbogen in die Luft gemalt hat.
Wir haben zwei tolle entspannte Tage in Kiama verbracht und hatten eher durch Zufall den eigentlich besten Stellplatz unseres gesamten Road-Trips mit freiem Blick auf den tollen Strand und das rauschende Meer. Wie wir im Nachhinein erfahren haben, war das malerische Kiama bereits Schauplatz vieler Hollywood-Filme und ist daher natürlich auch ein beliebtes Ausflugsziel für Sydney-Lebende, ist es doch nur knapp 150 km von der Großstadt entfernt. Trotz alle dem hat sich mal wieder der Luxus gezeigt, während der Woche unterwegs zu sein, denn wir dürfen Kiama als absolut entspanntes und ruhiges Städtchen erleben. So nutzen wir unsere Zeit, um entlang der wunderschönen Küste zu flanieren, uns mit einem leckeren Cappuccino zu verwöhnen, am Strand den Wellen zu lauschen, Sonne zu tanken, den vielen Kliff- Anglern bei ihrem Hobby zuzuschauen (die manchmal beängstigend nahe bei den tosenden Wellen stehen), den Alltag der Möwen im Sand und in der Luft zu beobachten und einfach mal die Seele Baumeln zu lassen und die vergangenen Wochen Revue passieren zu lassen.
Kiama ist ein absolut würdiger Abschluss unseres fast vierwöchigen Road Trips (danke hier nochmal an unsere nette Camping Nachbarin für diesen tollen Tip). Heute werden wir Sydney erreichen und schweren Herzens unser liebgewonnenes Gefährt zurückgeben müssen (vorher spendieren wir ihm aber noch eine gründliche Dusche 😀). Die Traurigkeit über diesen Abschied verfliegt allerdings schnell, wenn wir an all die weiteren Highlights denken, die in der größten Stadt Australiens sicherlich schon auf uns warten inklusive eines richtigen Betts, eines eigenen Bads und ein paar Quadratmeter Wohnfläche extra. Sydney, wir sind bereit für Dich!!!Baca selengkapnya
Sie haben Ihr Ziel erreicht!!!
16 Februari 2019, Australia ⋅ ⛅ 20 °C
Sydney heißt uns herzlich Willkommen! Nach langer Campingtour haben wir unser Endziel Sydney erreicht.Eine Stadt, von der wir nicht wissen, was uns erwarten wird. Melbourne haben wir schon tief in unser Herz geschlossen, aber Sydney?
Unsere Unterkunft haben wir diesmal über Airbnb gebucht und ich bin einfach echt froh, mal wieder in einem normalen Bett schlafen zu können und auch auf dem stillen Örtchen für mich alleine zu sein. Mehr Privatsphäre! Das muss auch mal sein!
Unser erster Punkt in Sydney ist Wendy Whiteley and the Secret Garden. Eine interessante Frau, die ihre ganze Kraft in einen Garten gesteckt hat um ihre Trauer von ihrem verstorbenen Mann und Tochter zu verarbeiten.Ein toller Garten, der für die Ewigkeit entstanden ist, sogar mit Blick auf die Harbour Bridge. Ein Garten in dem man einfach mal ein Picknick machen kann oder einen kleinen Spaziergang. Sogar für eine Feier kann man ihn buchen. Wir flanieren ein bisschen herrum und sind beeindruckt von der Ruhe und Idylle die dieser Garten hergibt! Eine tolle Frau und ein wunderschöner Garten!
Weiter ziehen wir über den Luna Freizeitpark , der etwas spooky wirkt, da kaum Leute zu sehen sind, aber auch einen gewissen Charme hat, etwas "Retro" wirkt. Natürlich dürfen da ein paar Fotos nicht fehlen!:-)
Kurz vor dem Ausgang ist die "monströse" Harbour Bridge schon zu erkennen. Viele nennen sie auch liebevoll Kleiderbügel, da sie wohl für viele so erscheint. Mit viel Fantasie stimmt das schon!
Aber dieser Flecken von Sydney ist wirklich traumhaft. Das Wasser, die Brücke und der Blick zur Oper und Skyline lädt einfach dazu ein, hier ein paar Minuten mal inne zu halten. Wahnsinn, Sydney, so weit weg von zu Hause...! Geht mir durch den Kopf!
Und doch hört man deutsche Stimmen!!
Zeit um weiter zu ziehen!Wir fahren mit einer Fähre hinüber zur Oper! Gerade mal 2-3 Minuten dauert diese Überfahrt und schwups stehen wir da, vor diesem Wahrzeichen von Sydney! Schon toll und wirklich ein Augenfang! Sie erscheint allerdings nicht mehr ganz so hell und glänzend wie man es auf vielen Bildern sieht. Wir wollen auf jeden Fall zur Abendstimmung nochmal hin!
Zu guter letzt, darf natürlich eine Sache nicht vergessen werden!In einer großen Stadt gibt es sicherlich auch wieder Street Pianos! Und somit flitzen wir zum Queen Victoria Building, ein großes Einkaufcenter, welches im obersten Stockwerk einen schwarzen Flügel stehen hat. Nichts wie hin...Wahnsinn auf einem Klavier am anderen Ende der Welt spielen zu dürfen!Ein tolles Gefühl für mich, ich hoffe natürlich Jens langweilt sich nicht zu sehr!Aber er hat ja zum Glück seine Kamera dabei :-)
Nach wieder sehr vielen Eindrücken, lassen wir das ganze erstmal mit einer leckeren Tasse Cappuccino auf uns wirken. Was uns wohl die nächsten Tage noch alles zeigen werden?Baca selengkapnya

Pelancongeinfach umwerfend! Ich bin begeistert und gönne Euch von Herzen diese tollen Erlebnisse.
Rainbow Colours over Sydney
17 Februari 2019, Australia ⋅ 🌬 30 °C
Um uns herum viel nackte Haut, Männer mit freien Oberkörpern, Frauen und Männer in skurrilen Kostümen (nein, ich hatte keine Flügelchen an 😂), Regenbogenflaggen und bunte Buden soweit das Auge reicht, händchenhaltende Paare, putzige geschmückte Hunde, chilligen Beats, Technomusik und reichlich gute Stimmung. Wir lassen uns durch den Viktoria Park im Stadviertel Chippendale (wie passend 😊) treiben, wo heute mit einer Open-Air Veranstaltung das „Mardi Gras Festival“ eingeläutet wird, eines der weltweit größten Homosexuellen-Festivals, welches jährlich zwei Wochen lang mit Paraden, Veranstaltungen und Konzerten die Metropole Sydney ziert und Magnet für tausende von Homosexuellen, aber natürlich auch für tolerante Heteros ist. Schließlich geht es um Offenheit und die Nachricht ist klar: „No discrimination“, egal in welcher Form. Und das spürt man sofort um sich herum, jeder kann an diesem Tag sein wie er möchte, muss sich nicht verstecken oder mit komischen Blicken rechnen. Hier kommen jung und alt zusammen, vom Teenager, der gerade ein Gefühlskarussel seiner Sexualität erlebt, bis zum Rentner, der sich im reifen Alter nochmal neu entdeckt. Eine absolut interessante Mischung aus Menschen aller Schichten, Alterklassen und Nationen und ein friedliches, fröhliches Miteinander, das zeigt wie schön Toleranz sein kann.
Wir verbringen hier einen entspannten eindrucksvollen Nachmittag bevor wir uns am Abend zu einem weiteren (etwas konservativeren) Farbenspiel begeben. Unser Ziel ist die berühmte Sydney Opera, deren skurrile Dächer jeden Abend von einer künstlerischen Laserprojektion geschmückt werden. Das wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen und so erreichen wir pünktlich um 21 Uhr die monumentalen Stufen des Gebäudes, von denen man den besten Ausblick auf dieses Spektakel hat. Auch ohne Lasershow ist die Abendstimmung in der Hafenbucht bereits ein Highlight: entlang des Hafens schaffen Straßenmusiker mit ihren Stücken eine verträumte Atmosphäre, in die eine Richtung stets die erhabene inzwischen dezent beleuchtete Harbor Bridge und der bunt beleuchtete Luna Park im Blick, in die andere Richtung die hell erstrahlte Skyline Sydneys. Nach einem anstrengenden Tag voller Eindrücke gönnen wir unseren Füßen endlich eine wohlverdiente Pause, lehnen uns auf den Stufen zurück und genießen schließlich die bunte Show an der wohl berühmtesten Oper der Welt.Baca selengkapnya
It's all about the ocean
18 Februari 2019, Australia ⋅ 🌬 32 °C
„You stand on the beach and taste the salty smell of the wind that comes from the ocean, and inside you feel the warmth of never ending freedom, and on your lips the bitter, tear-soaked kiss of you lover. You‘ve never been to the ocean? Don’t you know what happens when you get to heaven? In heaven, all they talk about is the ocean. How gorgeously beautiful it is. They talk about all the sunsets they have seen. They talk about how the sun turned blood-red before it set. And they talk about how they felt when the sun is loosing its power. And how the cool water splashed forward and the only fire left was the fire in their souls.“
(Zitat, Knockin‘ on Heaven‘s Door, 1997)
In den letzten Wochen haben wir so viele unzählige schöne und trotzdem einsame Strände in Australien gesehen, die Kraft des Ozeans gespürt und die Sonne dabei beobachtet, wie sie im schier endlosen Wasser versunken ist. Man könnte meinen, irgendwann hat man sich daran satt gesehen, aber Ozean und Sonne üben eine nicht verschwindende Faszination aus. Es sind diese einzigartigen Momente, an denen man einfach nur wortlos aufs Meer starrt, geblendet vom Glitzern der Sonnenstrahlen, das tosende Rauschen der brechenden Wellen hört, den heftigen Wind auf seiner Haut und in seinen Haaren spürt und wie hypnotisiert für einen kleinen Moment alles um sich herum vergessen kann 😊Baca selengkapnya
Oh Blue Mountains, where are you?
21 Februari 2019, Australia ⋅ 🌫 13 °C
Der Wecker klingelt um 5:30 Uhr morgens, so früh wie seit Wochen nicht mehr. Ich fluche etwas beim Aufstehen, warum tun wir uns das an? Ich weiß, dass es Susi nicht anders geht und sie gekonnt versucht das Klingeln des Weckers zu überhören. Keine Chance, wir müssen raus. Schließlich haben wir für heute einen geführten Ausflug in die Blue Mountains gebucht, eine Art „Grand Canyon“ etwa 90 km nördlich von Sydney. Wir hören, dass es draußen ordentlich regnet, das steigert natürlich nicht sonderlich die Motivation, das warme Bett zu verlassen. Was für ein Mist, die Wettervorhersage hat gestern doch noch vorhergesagt, dass es heute mit hoher Wahrscheinlichkeit trocken sein soll. Nur 15% Regenwahrscheinlichkeit, wobei ich eigentlich nie richtig verstanden habe, was das tatsächlich heißt. Ich gehe aber mal davon aus, dass es somit nicht den ganzen Tag regnen soll. Wir raffen uns also auf und nehmen die nächste Bahn zu unserem Treffpunkt im Zentrum Sydneys. Zumindest bekommen wir auf diese Weise mal den alltäglichen Berufsverkehr mit und die schwachen Erinnerungen ans Berufsleben kehren für einen kurzen Moment zurück. Als wir die Harbor Bridge überqueren, können wir am Horizont sehen, wie sich einige Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke drücken. Der Regen hat inzwischen auch aufgehört. Das macht doch Hoffnung für den Tag.
Am Treffpunkt angekommen gönnen wir uns natürlich erstmal eine kleine Koffeinspritze und sind schließlich bereit für die Blue Mountains. Ein paar Minuten später treffen wir auch schon unseren Guide Peter, einen sympathischer australischen Lehrer um die 50, der auch gerade eine kleine Auszeit macht und die freie Zeit nutzt, um Besuchern die Schönheit der Blue Mountains zu zeigen. Zu unserer Runde gesellt sich dann auch noch Emma, eine Chinesin in etwa unserem Alter, die aus San Francisco kommt, bei AirBnB arbeitet und gerade Sydney bereist. Unsere kleine Gruppe ist damit schon komplett und wir starten unsere Fahrt Richtung Norden auf eine Höhe von bis zu 1000 m. Doch die Wetteraussichten sind inzwischen nicht wirklich vielversprechend. Es wird wohl den ganzen Vormittag regnen, wenn nicht sogar den ganzen Tag. Ich stelle mich also auf eine feuchtfröhliche Wanderung ein, bin aber noch motiviert, denn wir sind ja mit Regenjacke und wasserdichten Schuhen gut gerüstet. Peter ist auch noch guter Dinge, das Wetter hier könne schnell umschlagen, bei Wolken haben die Blue Mountains einen ganz besonderen Charme und die Natur zeigt Facetten, die man an sonnigen Tagen so nicht sehen kann. Am ersten Ausblickspunkt angekommen holt uns allerdings die Realität ein, und Peter kann uns leider nur mit Worten schildern wie wir jetzt eigentlich über die Blue Mountians in die Weite des Tals blicken würden. Wir sind inzwischen von einer dichten Nebelwolke umgeben, die die Sichtweite auf schätzungsweise knapp 50 m einschränkt. Peter ist noch optimistisch, dass sich der Nebel im Laufe des Tages noch lösen wird oder er uns zu Aussichtspunkten bringen kann, die eine freie Sicht gewähren werden. Was er zu diesem Zeitpunkt sicherlich selbst noch nicht weiß: wir werden die Blue Mountains an diesem Tag leider überhaupt nicht zu Gesicht bekommen 😩
Wir verbringen die nächsten Stunden damit von einem Aussichtspunkt zum nächsten zu fahren, immer wieder auszusteigen, mal ein paar Schritte zu gehen, zu versuchen, eine Sicht auf die Blue Mountains zu erhaschen. Es ist wie verhext: die Wettervorhersage wird von Stunde zu Stunde schlechter und kurze Momente der Hoffnung mit Regenpause und etwas Licht am weißem Himmel werden kurze Zeit später durch einen weiteren Regenschauer oder eine dichte Nebelbank wieder zerstört. Am frühen Nachmittag muss schließlich auch Peter eingestehen, dass nichts mehr zu machen ist und gibt auf. Ein solches Wetter habe er seit Monaten nicht mehr erlebt. Volltreffer!!!
So verwunderlich es klingt, wir erleben trotz allem einen abwechslungsreichen, interessanten und erlebnisreichen Ausflug. Peter erzählt uns viel über die australische Natur und die Blue Mountains, wir schnüffeln an verschiedenen Eukalyptusbäumen und Teebaum-Pflanzen, wandern durch mystische nebelige Wälder, machen Pause an eindrucksvollen Gesteinsformationen, diskutieren über die hohe Baristakunst in Australien, besichtigen bunte Street Arts, Susi darf auf einem antiken alten Flügel spielen und wir schauen uns eine lokale Kunstgalerie mit tollen Bildern an (unter anderem natürlich auch von den Blue Mountains, so dass wir sie indirekt ja doch irgendwie sehen können 😉). Peter macht wirklich einen tollen Job, uns trotz des miserablen Wetters bei Laune zu halten und zu motivieren (man merkt, dass ihn die Gegend persönlich wirklich begeistert und seine Leidenschaft ist).
Alles in allem hat sich das frühe Aufstehen also dennoch gelohnt und vielleicht soll uns ja auch diese Naturschönheit Australien am heutigen Tag bewusst verborgen bleiben, damit wir einen guten Grund haben, irgendwann nochmal nach Sydney zurückzukehren 😊Baca selengkapnya

Jens und Susanne ihr seid super mit eurer immer positiven Einstellung! Allem immer das Beste abzugewinnen! Das kann nicht jeder!👍😃
Let's go surfing
23 Februari 2019, Australia ⋅ 🌬 18 °C
Ich stehe am Bondi Beach, Australiens berühmtesten Strand. Es ist Samstag Nachmittag und normalerweise tummeln sich hier um diese Zeit
tausende von Sonnenanbetern und Wassersportlern, um ihr Können und ihre Körper zur Schau zur stellen oder einfach nur um Spaß zu haben. Doch jetzt gerade lassen sich nur ein paar einsame Gestalten am Strand sichten, hauptsächlich eine kleine Gruppe von unerschrockenen Surfern. Kein Wunder, dass es menschenleer ist, es schüttet wie aus Kübeln und der Wind peitscht. Und was mache ich? Ich stehe da in meinem engen Wetsuit und warte auf meine allererste Surfstunde, eines meiner Must Do‘s für Australien. Da wir morgen Australien verlassen, ist heute die allerletzte Gelegenheit hierfür. „Warum tue ich mir das an?“ geht es mir für einen kurzen Moment durch den Kopf. Vor ein paar Minuten musste ich noch ein Formular unterzeichnen, welches die Surfschule von jeglichen Schadenseratzforderungen im Falle eines Unfalls freispricht, unter anderem Knochenbrüche, Quallenstiche, Haiattacken und Ertrinken. Das hat jetzt nicht gerade wirklich ermutigt. Aber dann denke ich wieder positiv: Nass werde ich ja sowieso und zumindest habe ich den ganzen Strand heute fast für mich alleine 🙂 Neben mir stehen noch vier weitere Surf-Opfer: ein Engländer und drei junge Chinesen. Komplettiert wird unsere Gruppe durch unseren heutigen Coach, eine Surffigur wie aus dem Leerbuch, ein Sunnyboy mit langen blonden Locken und guter Laune. „Let‘s go surfing“, ruft er und bevor wir wirklich nachdenken können, stürmen wir auch schon durch den Regenschauer Richtung Strand. Nach einem spartanischen zweiminütigen Aufwärmprogramm folgt die Sicherheitsunterweisung: unser Coach erzählt uns etwas von den gefährlichen Strömungen im Meer und wie wir uns verhalten sollten, um nicht zu ertrinken. In den Gesichtern der drei Chinesen sehe ich nur Fragezeichen, weil sie unseren Coach weder sprachlich noch akustisch (der Wind stürmt recht laut) richtig verstehen können. Auch der Coach merkt, dass weitere Erklärungsversuche hier vergeudete Zeit wären und ändert die Strategie: „Okay guys, let‘s just stay together, it‘s all fine“. Ach ja, dann folgt nebenbei noch seine letzte Warnung: Momentan seien einige „Blue Bottles“ im Wasser (eine Quallenart, deren Stiche ziemlich schmerzhafte Schwellungen hinterlassen), daher sollten wir besser möglichst zügig durch das seichte Wasser laufen, wo diese hauptsächlich anzutreffen seien. „Das wird ja immer besser“ denke ich.
Schließlich ziehen wir unsere Surfbretter mit schnellen Schritten Richtung Wasser und ich glaube meinen Augen kaum. Im Sand sind bereits hunderte von Blue Bottles angeschwemmt und ich muss mich merklich konzentrieren nicht in eine von ihnen zu treten. Wie soll das nur im Wasser werden? Ich versuche meine Gedanken frei zu machen und stürme ins Wasser und kämpfe mich Schritt für Schritt immer weiter vorwärts durch die Brandung, in der Hoffnung durch irgend einen glücklichen Zufall von den schmerzhaften Stichen verschont zu bleiben. Und dann kommt der entscheidende Moment: ich richte mein Surfbrett in Richtung der nächsten Welle aus, lege mich flach aufs Brett, nehme mit ein paar rudernden Armbewegungen Impuls auf, werde von der Welle erfasst und wie im Schwebezustand in Richtung des Ufers getragen. „Wow, das macht tatsächlich Spaß“. Alle Sorgen, das schlechte Wetter, die gefährlichen Strömungen und auch die fiesen Quallen sind plötzlich vergessen. Wieder und wieder stürze ich mich in die Wellen, mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Ich falle, überschlage mich, schlucke Salzwasser. Aber das Gefühl von den Wellen getragen zu werden kompensiert alles. Ich habe Blut geleckt...
Das Glück scheint dennoch nicht mit allen Teilnehmern zu sein. Einer nach dem anderen humpelt mit Schmerzen aus dem Wasser, die Blue Bottles haben zugeschlagen. Nachdem es schließlich alle bis auf mich erwischt hat, beschließt der Coach die Surfstunde vorzeitig abzubrechen. Er scheint selbst wenig Interesse an den unangenehmen Quallenstichen zu haben. So bekomme ich heute leider doch nicht mehr die Chance, einmal aufrecht auf dem Brett über die Wellen zu gleiten. Aber halb so wild: ich durfte heute die berühmtesten Wellen Australiens spüren, hatte meinen ersten Kontakt mit dem Surfbrett und gehe ohne Schwellungen nach Hause (ein Souvenir, auf das ich durchaus verzichten kann). Alles in allem haben es gerade die ungewöhnlichen Umstände zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht. Und wer weiß, vielleicht wartet ja bereits das Meer in Neuseeland auf mich und gibt mir die Gelegenheit, mein Surftraining noch zu beenden 😉Baca selengkapnya

PelancongGut, dass wir erst im Nachhinein von Deinen ganzen Eskapaden erfahren. Erinnert mich aber ein bisschen an meine Jugend und vor allem an Deinen Großvater. Aber Hut ab 🤗! Muss aber nicht immer so herausfordernd sein!

Oh wei, falls es sich bei den blue bottles um die Portugiesische Galeere handeln sollte, hast du ganz schön Glück gehabt und die anderen mussten höllische Schmerzen ertragen.

Lt. Google Recherche scheint das zu stimmen:https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheite…
Im Land der Hobbits, Schafe und Kiwis
25 Februari 2019, Selandia Baru ⋅ ☀️ 9 °C
Am Abend starten wir unseren Landeanflug auf Queenstown in Neuseeland und durchdringen dabei mit dem Flieger eine dichte dunkle Wolkendecke. Der Anblick, der uns darunter erwartet, ist absolut atemberaubend. Eine weite Landschaft mit Hügeln und hohe Bergen, die von den restlichen Sonnenstrahlen in ein goldglänzendes Meer verwandelt wird. Besser hätte uns Neuseeland kaum empfangen können... 😀
Nur drei Stunden Flug haben wir von Sydney hinter uns, aber gegenüber Australien erwartet uns hier eine ganz neue Welt. Das spüren wir insbesondere, als wir über den Stairway das Flugzeug verlassen. Frische, kühle Luft weht uns entgegen wie wir sie in den letzten zwei Monaten nicht mehr erlebt haben. Im Vergleich zu der feuchten Wärme der vergangenen Wochen absolut belebend. Ein kurzer Blick auf Google Maps lässt uns einen kurzen Moment ehrfürchtig innehalten. Wir sind 18200 km von der Heimat entfernt. Wahnsinn, wir haben tatsächlich das andere Ende der Welt erreicht 😊
Die Anreise zu unserer ersten Unterkunft in Queenstown gestaltet sich an diesem Abend etwas abenteuerlich. Da Susi und ich zu geizig sind, für 40 Dollar ein komfortables Taxi mit ca. 10-minütiger Fahrzeit zu nehmen, entscheiden wir uns für den lokalen Bus (der nur 2 Dollar pro Person kostet). Ein kurzer Blick auf den Routenplaner von Google deutet auch an, dass die Anreise per Bus zwar etwas länger dauert, aber durchaus möglich sein sollte. Bei meiner etwas oberflächlichen Recherche übersehe ich allerdings, dass wir zum einen umsteigen müssen und zum anderen, dass die Bushaltestelle ca. 1,5 km von unserer heutigen Unterkunft entfernt ist. Kurzum, wir finden uns erst ca. zwei Stunden später in unserer doch etwas entlegenen Unterkunft ein, nachdem wir letztendlich unser schweres Gepäck bei Eiseskälte entlang einer stockdunklen Landstraße ziehen mussten. Aber ist ja immer noch alles gut gegangen... 😊
Wir nutzen die ersten Tage, um in aller Ruhe Queenstown und Umgebung zu erkunden. Mit Mietwagen ausgestattet sind wir auch ausreichend mobil, um ungewollte nächtliche Wanderungen wie am ersten Abend vermeiden zu können. Inzwischen haben wir auch unsere Unterkunft gewechselt und wohnen über AirBnB im Haus eines sehr netten Pärchens aus Malaysia, die ausgesprochen gastfreundlich sind und uns mit allen nützlichen Informationen zu Aktivitäten in und um Queenstown versorgen. Queenstown gilt zu Recht als weltweite Hauptstadt für Adrenalinjunkies. In der recht überschaubaren, aber sehr schönen Stadt tummeln sich Backpacker und Touristen aus aller Welt, in den Straßen überschlagen sich die Angebote für Bungee Jumping, Paragliding, Downhill Mountainbike, Speedboat fahren und sonstige Zeitvertreibe, die den Adrenalinspiegel in die Höhe schnellen lassen. Ausreichend volles Portemonnaie allerdings vorausgesetzt, denn billig ist der Spaß meist nicht, was übrigens auch für Unterkünfte, Lebensmittel und Kneipenbesuche gilt. Wir merken schnell, dass wir hier besonders gut mit unserem Budget haushalten werden müssen.
Das Wetter ist uns gut gestimmt und wir wachen an unserem ersten Tag bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein auf. Der Blick aus dem Fenster belohnt uns mit einem herrlichen Bergpanorama, welches sich rund um einen riesigen blauschimmernden See erstreckt. Unsere Reise in Neuseeland könnte durchaus schlechter starten. Die Sonnenstrahlen nutzen wir direkt, um einen Ausflug auf den Stadtberg von Queenstown zu machen. Um ein paar Dollar zu sparen (aber auch, um unsere müden Muskeln mal wieder in Gang zu bringen), erklimmen wir zu Fuß den ca. 1000 m hohen Berg anstatt die bequeme Gondel zu nehmen. Wir müssen ganz schön schnaufen und spüren, dass unsere Kondition doch etwas unter dem vielen Reisen der letzten Wochen gelitten hat. Wir kämpfen uns dennoch zum Gipfel durch und werden mit einem tollen Blick über Queenstown und den angrenzenden See belohnt. Am Gipfel erwartet uns außerdem eine Art Sommerrodelbahn mit Panoramaaussicht, der wir nicht widerstehen können (und schließlich haben wir ja auch die Gondelfahrt eingespart) und so liefern sich Susi und ich weniger später ein rasantes kurzweiliges Wettrennen (der Sieger wird nicht verraten 😉).
Wieder am Fuße des Berges im Stadtkern von Queenstown angekommen, flanieren wir durch die Gassen und die schöne Hafenbucht. Bei den vielen leckeren Angeboten der chilligen und hippen Restaurants, Cafés und Imbissbuden fällt es schwer zu widerstehen. Neben dem inzwischen obligatorischen Cappuccino gönnen wir uns eine Kugel Cookie Dough (praktisch roher Cookieteig... süß und mächtig, aber sehr sehr lecker 😋) und am Abend den berühmten Fergburger (eine Institution in Queenstown, an der praktisch rund um die Uhr eine gut 20 Meter lange Schlange geduldig darauf wartet, einen der wirklich leckeren Burger in Empfang zu nehmen). Mit dem kostbaren Fergburger in unseren Händen begeben wir uns schließlich in die trendige Floating Bar, einem kleinen Kutter im Hafenbecken vom Queenstown, der zu einer Kneipe umfunktioniert wurde und gestattet, sein eigenes Essen mitzubringen. Bei einem kühlen Bierchen und tollem Ausblick könnte der Burger kaum besser schmecken... 🙂
Um die Landschaft von Neuseeland näher zu erkunden, machen wir am folgenden Tag einen kleinen Ausflug mit dem Mietauto zum etwa 50 km entfernten Dörfchen Glenforchy. Die Strecke dorthin könnte kaum malerischer sein: eine schmale hügelige gewundene Straße entlang des Ufers mit unschlagbaren Blicken auf den See und die anliegende Berglandschaft sowie weite Felder mit großen Schafsherden. Die Landschaft um Neuseeland ist wunderschön. Als Europäer meint man mmer wieder, ähnliche Ausblicke schon einmal irgendwie in der Heimat gesehen zu haben: mal fühlt man sich wie am Gardasee oder Tegernsee, dann im nächsten Moment wie in der Toskana, dann wieder wie in der Schweiz oder aber doch wie in Skandinavien. Aber letztlich ist es gerade die Mischung aus all dem, die den Reiz von Neuseeland ausmacht und wir haben gerade erst einen Bruchteil dieses tollen Landes gesehen. Umso mehr sind wir gespannt, was wir in den kommenden Wochen so alles entdecken werden 😀Baca selengkapnya
Sounds of Milford
1 Maret 2019, Selandia Baru ⋅ ☀️ 12 °C
Wir stehen um 5:30 Uhr morgens auf, um rechtzeitig unseren heutigen Ausflug zu starten. Um 8:30 Uhr haben wir einen Cruise für eine der berühmtesten Szenerie Neuseelands gebucht: Milford Sounds, die atemberaubende Fjordlandschaft mit den höchsten Steilklippen (bis zu 1600 m) und tiefsten Gewässern (bis zu 400 m) der südlichen Hemisphäre. Wer schon einmal den ersten Teil von Herr der Ringe gesehen hat, wird nur allzugut die charakteristische Landschaft wiedererkennen. Das frühe Aufstehen fällt schwer, es ist noch stockdunkel draußen und für uns ungewohnt bitterkalt (nur wenige Grad). Dafür ist es sternenklar und somit ein echtes Geschenk, denn die Gegend von Milford Sounds ist bekannt für schwere und häufige Regenfälle und somit ist ein klarer Himmel wie ein kleiner 6er im Lotto 🙂 Zudem ist die Landschaft im Morgengrauen besonders stimmungsvoll. Die Straßen sind noch menschenleer und im Tal zerfließen noch die allmorgendlichen Nebelschwaden. Die knapp zweistündige Fahrt von Te Anau durch den Fjordland National Park ist für sich genommen bereits ein tolles Erlebnis und schlängelt sich durch die Täler der weiten Fjordlandschaft, eingerahmt von steilen Bergen und entlang kristallklarer Flüsse. In Milford Sounds angekommen erwartet uns bereits der berühmte Ausblick auf den „Mitre Peak“, der sich majestätisch aus dem tiefblauen glatten Wasser erhebt. Die nächsten zwei Stunden erwartet uns eine wunderschöne Bootstour, die uns entlang der Fjorde bis zur Tasmanischen See führt. Susi und ich verbringen fast die gesamte Fahrt auf Deck, um die einzigartige Szenerie in uns aufzusaugen, eingemümmelt in unsere dicksten Klamotten (endlich kommt auch mal die Daunenjacke zum Einsatz, die wir die letzten zwei Monate wie Ballast mit uns rumgeschleppt haben). Entlang unserer Fahrt erwarten uns riesige Kreuzfahrtschiffe (die trotz ihrer Größe wie Spielzeugboote vor den hohen Klippen wirken), wuchtige Wasserfälle und verspielte Seelöwen. Susi widmet diesem Erlebnis später noch ein kleines Klavierstück, um die Atmosphäre zumindest annähernd einzufangen (siehe Video).
Am frühen Mittag treten wir wieder unsere Rückfahrt an. Da der Tag jedoch noch jung ist und das Wetter einfach zu schön, um es nicht gebührend auszunutzen, beschließen wir den Tag noch mit einer knapp dreistündigen Wanderung im Nationalpark zu krönen. Der Weg führt uns entlang einer Etappe des sogenannten Routeburn Treks, eines bekannten mehrtägigen Treks durch die Fjorde. Unser Ziel für heute ist jedoch lediglich der „Key Summit“ ein kleiner etwa 1000 m hoher Gipfel, der einen Aufstieg von knapp 600 m von uns abverlangt. Doch die Mühen werden belohnt und am Gipfel erwartet uns ein wunderbarer weiter Blick über den Nationalpark. Erneut fühlen wir uns auch wieder ein kleines bisschen nach Europa zurückversetzt und haben für einen Moment das Gefühl, einen Hike durch unsere wohlbekannten Alpen zu machen. Irgendwie auch schön, soweit von zu Hause irgendwie auch ein Stück Heimat zu erleben... 😊Baca selengkapnya
Go Solo at Roys Peak
3 Maret 2019, Selandia Baru ⋅ ☀️ 18 °C
Ein letzter Blick in den Rückspiegel, ein letztes Winken und dann trennen sich unsere Wege erstmal für die nächsten zwei Wochen. Susi hat sich dafür entschieden einen zweiwöchigen Sprachkurs in Christchurch zu belegen, während ich in der Zwischenzeit weiter durch Neuseeland kurven werde. Nachdem wir die letzten beiden Monate praktisch 24 Stunden am Tag zusammen verbracht haben, wird das eine ungewohnte Form des Reisens für uns, der wir mit Spannung entgegengehen. In zwei Wochen werden wir uns in Kaikoura wieder treffen, um uns dort gemeinsam auf die Suche nach Pottwalen zu begeben. Eine aufregende Zeit liegt vor uns...
Somit tritt Susi heute mit einem Mietwagen eine lange Fahrt nach Christchurch an, während ich selbst nur eine mickrige Stunde Fahrt von Queenstown auf mich nehmen muss, um den Nachbarort Wanaka zu erreichen. Wanaka ist ähnlich wie Queenstown wunderschön an einem großen See gelegen, umgeben von tollem Bergpanorama, allerdings insgesamt etwas ruhiger und gelassener als Queenstown. Ich habe mir vorgenommen, heute den Roys Peak zu besteigen, eine beliebte Tagestour. Angeblich sehr anstrengend, aber der Ausblick soll für alle Strapazen entlohnen. Da ich erst gegen 11:30 Uhr am Startpunkt der Route ankomme und für die 16 km lange Tour 6 Stunden veranschlagt werden, darf ich keine Zeit verlieren. Und so mache ich mich im Marschschritt auf zur Besteigung. Der Himmel ist wolkenlos und die Sonne knallt erbarmungslos. Man wurde gewarnt, dass die Strecke auch keinerlei Schattenplätze bietet, was den Aufstieg nicht wirklich leichter macht. Aber ich habe reichlich Wasserreserven im Gepäck, mich mit Müsliriegeln ausgestattet und fühle mich in guter Form (anders noch als beim Tiki Trail in Queenstown, der uns ordentlich zu schaffen gemacht hat). In Rekordzeit erklimme ich den gut ausgebauten, aber doch sehr steilen Weg und erreiche ohne Pause bereits nach weniger als 2 Stunden den Gipfel (von den zahlreichen Fotopausen einmal abgesehen, denn der Ausblick wird mit jedem Höhenmeter spektakulärer). Ich bin fast ein wenig stolz auf meine Fitness, die ich in den vergangenen Wochen schon fast verloren geglaubt habe 🙂 Da ich reichlich Zeit beim Aufstieg eingespart habe, lasse ich mir am Gipfel dafür umso mehr Zeit, um das Panorama zu genießen und reichlich Fotos zu schießen. Das Zusammenspiel aus steilen Bergen und tiefblauen Seen ist wirklich einmalig und habe ich in dieser Form noch nirgendwo sonst auf der Welt erlebt.
Beeindruckt und zufrieden trete ich wieder den Abstieg an und erreiche eine gute weitere Stunde später wieder meinen Startpunkt: erschöpft, brennende Füße, einen glühenden Kopf, Wasservorräte und Müsliriegel vollständig aufgebraucht. Jetzt habe ich mir erstmal einen schönen Cappuccino verdient, den ich an der Strandpromenade von Wanaka zu mir nehme. Hier chille ich an einem schattigen Plätzchen und beobachte das Treiben der vielen Touristen im Wasser. Immer wieder höre ich deutsche Stimmen. Vielmehr noch als Australien scheint Neuseeland eines der Top Reiseziele von deutschen Reisewilligen aller Altersklassen mit viel Fernweh zu sein. In diesem Maße hätte ich das so hier nicht erwartet und bei aller Schönheit Neuseelands schmälert dies ein wenig die wilde Romantik des Reisens. Ich gebe zu, dass ich es eher mag, auf der Reise unter Einheimischen zu wandeln als mich unter eine Gruppe von Touristen zu mischen. Aber wie das überall in der Welt so ist, sind die schönsten Fleckchen einfach auch touristisch gut erschlossen und ich weiß, dass ich diese Schönheit auch bereit sein muss zu teilen.
Um dem Touri-Trubel allerdings etwas zu entkommen, habe ich für heute Abend zumindest ein AirBnB in einem etwas entlegeneren Nachbarort gebucht. Hier werde ich eine Nacht in einem kleinen Gartenhüttchen einer einheimischen Familie verbringen (wirklich klein, es passt praktisch nur mein kleines Einzelbett hinein). Das Anwesen ist sehr alternativ und offen gestaltet und eine belebende Abwechslung von den sonstigen aufgestylten Unterkünften. Ein idealer Fleck, um einen intensiven Tag ausklingen zu lassen und zur Ruhe zu kommen. Ich graule noch ein bisschen die süße verspielte Katze der Familie und begebe mich anschließend mit einem Lächeln im Gesicht in die Horizontale 😊Baca selengkapnya

PelancongWieder mal traumhaft schöne Bilder. Susi habe ich es zwar schon gesagt aber ich wünsche natürlich auch dir Jens weiterhin eine spannende und sichere Reise. Bin sicher dass es euch beide bereichern wird auch mal eine Weile allein unterwegs zu sein bevor ihr euch wieder trefft. Wünsche euch viel Spaß und weiterhin so tolle Eindrücke! Danke dass ihr uns daran teilhaben lasst ich bin immer ganz begeistert von den Bildern und euren Geschichten!
Von Türkisblau bis Tiefschwarz
5 Maret 2019, Selandia Baru ⋅ 🌙 10 °C
Es ist nicht immer leicht, Eindrücke in Worte zu fassen oder in Bildern festzuhalten und die Gefühle zu transportieren, die bestimmte Erlebnisse erzeugen. So geht es mir gerade in diesem Moment als ich an einem Ausblickspunkt auf dem Weg zum Mount Cook entlang des Lake Pukaki einen Stopp einlege, mich auf ein Bänkchen setze und das reinste leuchtendste Türksblau in mich aufsage, welches ich bisher irgendwo in der freien Natur erlebt habe. „Die pure Definition von Türkisblau“ denke ich als ich aufs Wasser starre. Die Szenerie um den See herum setzt dem Ganzen nur noch das Sahnehäubchen auf, denn im Hintergrund leuchten die schneeweißen Berge des Mount Cook National Park. Eine gute halbe Stunde führt mich die Straße entlang des Sees mit nichtendenden Ausblicken auf dieses unglaubliche unwirkliche Türkisblau. Ich lasse mir heute Zeit. Immer wieder fahre ich mit dem Auto kurz ran, um diese Bilder genießen zu können und in mein Gedächtnis zu brennen. Ein Maler hätte wohl kaum schönere intensivere Farben gewählt.
Gegen Mittag erreiche ich dann schließlich Mount Cook Village, ein kleines Dörfchen aus Lodges und Herbergen, um begeisterten Wanderern einen guten Ausgangspunkt für Hiking Touren zu bieten. Da alle Unterkünfte bereits ausgebucht bzw. unbezahlbar waren, werde ich hier nur einen kleinen Hike machen. Der nette Ranger am Infocenter empfiehlt mir eine dreistündige Wanderung durch das Hooker Valley ohne allzuviel Steigung. Da der gestrige Aufstieg zum Roys Peak mir noch in den Muskeln sitzt, bin ich da auch nicht allzu traurig drüber. Mit Wasser und Kamera gerüstet ziehe ich also los. Der Weg führt entlang des Gletscherflusses durch das tiefe weite Tal, ständig mit Blick auf den thronenden weißen Mount Cook, der mit über 3700 m der höchste Berg Neuseelands ist. Die Wanderung ist tatsächlich sehr schön, auch wenn unglaublich viele Touristen auf dem Weg unterwegs sind (wahrscheinlich weil der Weg nicht allzu anstrengend ist 😉). Zudem weht heute ein ordentliches Windchen, das mich teilweise fast von den Socken reißt. Insbesondere auf den Hängebrücken entlang des Weges sorgt der Windstoß für eine besonders wackelige Angelegenheit und lässt den Adrenalinspiegel ein wenig in die Höhe schnellen (zum Glück machen die Hängebrücken einen sehr stabilen Eindruck). Der Hike endet schließlich am gräulich weißen Gletschersee, der im Hintergrund vom Mount Cook überragt wird. Eine schöne Gelegenheit, hier eine Rast einzulegen (wenn der Wind doch nicht so blasen würde). Bevor ich Mount Cook Village schließlich wieder verlasse, mache ich vor der Rückfahrt noch einen kurzen Abstecher ins Nachbartal zum Tasmanian Glacier. Ein leicht zu erklimmender Aussichtspunkt bietet eine schöne Sicht auf das Tal und den Gletscher bzw. auf das was von ihm noch übrig ist. Leider zieht sich durch die Klimaerwärmung der Gletscher jährlich um 800 m zurück, so dass der Aussichtspunkt, an dem vor 20 Jahren noch hohe dichte Eismassen thronten, inzwischen nur noch von einem Gletschersee umgeben ist, in dem zahlreiche Eisschollen treiben. Lediglich in der Ferne lässt sich noch die scharfe Kante des Gletschers erspähen.
Um 19 Uhr komme ich nach einem langen Tag schließlich in der Unterkunft an, eine schöne Lodge auf dem Land mit mehreren Zimmern und großzügigen Gemeinschaftsräumen wie Küche, Wohnzimmer und Billiardraum. Der Abend zeigt auf kennzeichnende Weise wie unterschiedlich Begegnungen mit anderen Reisenden sein können. In der Unterkunft übernachten noch ein Pärchen aus der Schweiz in etwa meinem Alter, ein jüngeres Pärchen aus Hongkong und eine alleinreisende Frau um die 30. Das Pärchen aus der Schweiz begrüßt mich freundlich, wir kommen ins Gespräch und ich werde spontan zum Essen eingeladen, das sie gerade zubereiten. Wir verbringen einen netten Abend und tauschen uns über Reiseabenteuer und Tipps aus. Das Pärchen aus Hongkong sagt kurz „Hi“, stellt noch die obligatorische Frage „Where are you from?“, dann startet er seine Drohne im Garten, macht noch ein paar Fotos von der Unterkunft und die beiden verschwinden wortlos in ihrem Zimmer. Mit der Alleinreisenden verhält es sich ähnlich. Auf mein freundliches „Hi, how are you?“ wird nur ein kurzes „Hi“ erwidert, dann ward sie nimmermehr gesehen 🙂 Es zeigt mir einmal mehr, dass nicht jeder Reisende auch Kontakt sucht, aber das durchaus auch nette Bekanntschaften erfolgen können, wenn man die nötige Offenheit mitbringt. Ich bin gespannt, was mich da die nächsten Wochen noch so erwarten wird...
Es ist inzwischen 22 Uhr, ich bin seit 7 Uhr morgens unterwegs und doch soll der Tag noch nicht enden. Für heute Nacht habe ich noch eine Star Gazing Tour am Lake Tekapo gebucht. Das Gebiet ist als sogenanntes Dark Sky Reserve ausgewiesen, ein Zertifikat für besonders wenig künstliche Lichteinflüsse und daher ideal zum Sternengucken geeignet. Diese Gelegenheit will ich nicht verpassen. Ich mache mich also nochmal auf den Weg zum Lake Tekapo, der leider 50 km von meiner Unterkunft entfernt ist. Es ist stockdunkel draußen und das Gebiet macht seiner Auszeichnung wirklich alle Ehre. Außer den Scheinwerfern meines Autos ist nichts zu sehen und auf der gesamten Fahrt kommen mir insgesamt nur eine Hand voll Autos entgegen. Es fühlt sich an, wie in absoluter Leere zu treiben, irgendwie beeindruckend aber auch ein wenig angsteinflößend. Ich muss auch sofort an die unzähligen kleinen hasengroßen Nagetiere denken, deren Kadaver in Vielzahl die Straßen Neuseelands schmücken. Nachts sind sie besonders aktiv und tatsächlich dauert es keine Minute, bis ich die ersten leuchtenden Augen über die Straße huschen sehe. Ich drücke fest die Daumen, dass die kleinen Vierbeiner heute Nacht flink und achtsam genug sind, meiner rollenden Walze zu entkommen. So fies es klingt, mache ich mir in diesem Moment ehrlicherweise weniger Sorgen um das Leben der Nager als um mein Auto, denn ich habe keine Versicherung abgeschlossen, die mir eine Tierkollision erstatten würde... Ich soll in dieser Nacht Glück haben. Auch wenn ich noch einige Nager entlang des Weges wuseln sehe, bleibt mein Auto und damit auch das Leben der Kleinen verschont 😀 Der nächtliche Ausflug ist schließlich alle Anstrengungen wert. So viele Sterne habe ich noch nie am Himmel gesehen. Die Milchstraße erstreckt sich als helles Band deutlich bis zum Horizont, wir können unzählige Sternzeichen betrachten, sehen sogar mit bloßem Auge ferne Galaxiewolken, betrachten mit Hilfe eines großen Teleskops verschiedene Sternennebel und rote Riesen und können zum Ende der Tour auch noch den Aufgang des Jupiters am Horizont erleben. Das Erlebnis wird lediglich von einer Gruppe Asiaten gestört, die vehement versuchen, die Schönheit des Nachthimmels mit ihrer Handykamera festzuhalten (bitte, bitte, bitte niemals versuchen!!!). Insgesamt ist die Tour der krönende Abschluss eines wahnsinnig intensiven Tages und ein absolutes MustDo für jedermann, der einmal die Gelegenheit für etwas Ähnliches bekommen sollte.Baca selengkapnya
New Zealand is different!
5 Maret 2019, Selandia Baru ⋅ ☀️ 27 °C
Nach den gestrigen Strapazen habe ich mir vorgenommen, es heute erstmal ruhig angehen zu lassen. Ich schlafe also erstmal aus und genieße die großzügige Unterkunft für mich alleine, denn alle anderen Gäste haben sich bereits auf den Weg gemacht. Ich mache mir also erstmal ein schönes Frühstück in der riesigen Küche, chille auf den bequemen Ledersofas und streune etwas über das schöne gepflegte Grundstück. Doch lange halte ich es draußen nicht aus. Die Sonne knallt heute ungewöhnlich stark für Neuseeland und so blöd es klingt, zieht es mich erstmal wieder in den Schatten, wo ich entspannt Hörbuch höre, im Internet nach neuen Zielen in Neuseeland surfe und die Abholung meines Campervans in Christchurch organisiere. Ich habe gestern soviel tolles gesehen, dass mir heute fast die Motivation fehlt etwas zu unternehmen. „Was soll mich heute schon erwarten, was ich nicht schon gestern gesehen hätte?“ denke ich.
Dennoch raffe ich mich auf gegen frühen Nachmittag nochmal die 45 Minuten zum Lake Tekapo zu fahren. Gestern in der schwarzen Nacht hab ich ihn ja nicht bestaunen dürfen. Und alleine der Gedanke daran, in den kühlen klaren See zu springen, treibt mich an aufs Gaspedal zu treten. Ich parke mein Auto an der der berühmten „Church of the Goods Shepheard“, eine kleine schnuckelige Kapelle direkt am türkisblauen Lake Tekapo. Das Highlight der Kapelle ist ein großes Fenster im Innenraum direkt hinter der Kanzel mit unschlagbarem Blick auf den leuchtenden See. Wenn das mal kein Magnet für einen vollen Gottesdienst ist... 😀 Wie es nun mal wieder so mit schönen Sehenswürdigkeiten ist, ist die Kapelle aber auch Ziel unzähliger Ausflugsbusse und so wimmeln Herrscharen von Touristen über das Gelände um einen Schnappschuss mit dem berühmten Bauwerk zu schießen. Der ganze Trubel nervt mich inzwischen etwas und so schön Neuseeland auch ist, merke ich hier gerade besonders stark die Konzentration des Tourismus. Auf den Bildern wirkt Neuseeland häufig wild, unerschlossen, einsam und verlassen. Ein Reiseziel so abgelegen, dass man es noch für sich alleine haben kann. Die Wirklichkeit sieht leider anders aus. Neuseeland verfügt über ein ausgezeichnetes, aber sehr überschaubares Straßennetz. Alle Orte sind exzellent erreichbar und machen es selbst unerfahrenen Reisenden extrem leicht. Es ist richtig, dass man entlang der Straßen endlose Felder und Landschaften sieht, allerdings handelt es sich in den meisten Fällen hier um privates eingezäuntes Farmland, d.h. es gibt nicht allzuviele Möglichkeiten abseits der Hauptverkehrsroute zu reisen. Vielmehr als in Australien, wo man teilweise als menschenleeren Stränden wandeln konnte, ist jeder schöne Aussichtspunkt in Neuseeland von Besuchern belagert. Während ich in Australien noch das Gefühl der vollen Entspanntheit hatte und die wenigen Reisenden, denen man begegnet ist, immer einen freundlichen Gruß und ein Lächeln auf den Lippen hatten, nehme ich hier eine unterschwellige Unruhe und Anonymität war. Dabei sollte die Hochsaison bereits vorbei sein. Zudem höre ich seit Tagen überall deutsche Stimmen. Das Land scheint nur so von deutschen Reisenden überflutet zu sein, obwohl kein Ziel auf der Welt weiter entfernt sein könnte. „Bin ich wirklich soweit gereist um wieder unter Meinesgleichen zu wandeln?“ Etwas frustriert über diesen Tumult ziehe ich weiter ans Ufer des Lake Tekapo, weiche dabei den unzähligen Hobby-Fotografen aus und suche mir eine ruhige Stelle am Wasser. Damit ich nicht missverstanden werde: ich gönnen jedem ein schönes Urlaubsfoto, ich bin ja da nicht anders und irgendwie süchtig danach, meine Erlebnisse auch in Bildern festzuhalten. Ich merke nur, dass es viele nicht mehr schaffen, den Ort als solches überhaupt zu genießen, weil sie zu sehr mit Posen beschäftigt sind. Das wohlbekannte Vorurteil asiatischer Fotogruppen bestätigt sich hier einfach ungemein. Mit Fotoapparaten, Handys und Selfie-Stangen bewaffnet stürmen sie meist für 10 Minuten in Gruppen aus ihren Ausflugsbussen, belagern die Umgebung, wuseln hektisch hin und her, geben wilde Zeichen und Anweisungen, hüpfen in ausgefallene Posen und sind dann plötzlich wieder genauso schnell wieder verschwunden. Vermehrt sehe ich auch Touris, die die Welt scheinbar gar nicht mehr mit eigenen Augen wahrnehmen und die mit vorgehaltenem Handy durch Ihre Umwelt wanken. Ich frage mich manchmal ernsthaft, was die Welt mit all dieser Datenmenge an Bildmaterial anfangen soll und ob wir irgendwann einmal Gefahr laufen sollten ein digitales Datenmüll Problem zu haben...
Um wieder einen freien Kopf zu bekommen, springe ich erstmal in den eiskalten Lake Tekapo. „Springen“ ist etwas übertrieben ausgedrückt, denn ich muss barfuß über die groben glitschigen Steine wanken, nachdem ich wenige Minuten zuvor meine Flip Flops auf dem Weg verloren habe (ich kann mir immer noch nicht erklären, wie ich das geschafft habe 😄). Zudem ist das Wasser wirklich eiskalt, also so richtig eiskalt. Kein Wunder, denn der See wird ja direkt von Gletscherwasser gespeist. Meine Füße brennen vor Kälte und nur mit äußerster Überwindung weg ich es, für wenige Sekunden in dem kühlen Nass unterzutauchen. Mir bleibt fast die Luft vor Kälte weg, so dass ich in Windeseile wieder ans Ufer krabbele und die warmen Sonnenstrahlen Leben in meinen Körper zurückbringen. Die Kälte hat dennoch ungemein gut getan und ich bin wieder motiviert für den Rest des Tages. Ich stehe noch eine Weile am See und schnipse ein paar flache Steine über das Wasser. Eine Gruppe älterer Chinesinen scheint mich beobachtet zu haben und versucht sich nun ebenfalls am Steineschnippsen. Ich muss innerlich laut lachen als eine von ihnen einen klumpigen großen Steinbrocken nimmt und wenige Meter vor sich ins Wasser wirft... da fehlt wohl noch etwas Übung und Grundlagenunterricht in Aerodynamik 😂
Ich habe mir vorgenommen, am späten Nachmittag noch den Mount John zu erklimmen, der unmittelbar ans Ufer des Lake Tekapo angrenzt. Mit etwas Glück kann ich vielleicht sogar einen spektakulären Sonnenuntergang genießen. Einen kurzen Moment zögere ich wieder, ob sich der Aufwand lohnt, denn der Gipfel ist prinzipiell auch einfach per Auto erreichbar und ich befürchte, dass ich mal wieder nicht der Einzige sein werde, der diese grandiose Idee hat. Ich raffe mich dennoch auf und starte den recht steilen, aber dafür kurzen Hike. Nach weniger als 45 Minuten bin ich am Gipfel, wo mich bereits die charakteristischen weißen Kuppeln des Mt John Observatory erwarten, eine Astronomie Station der University of Canterbury. Was mich aber außerdem noch erwartet, kann ich kaum glauben: absolute Ruhe, denn neben mir tummeln sich nur noch eine Hand voll anderer Wanderer im weiten Gelände. Und der Ausblick ist einfach unbeschreiblich und absolut unerwartet: Auf der rechten Seite der Blick über den großen Lake Tekapo und die hügelige Landschaft. Auf der anderen Seite jedoch eine unglaubliche Weite und ganz am Horizont die hohen dunklen Silhouetten der Neuseeländer Alpen, in denen ich erst gestern noch gewandert bin. Die ganze Landschaft strahlt in einem braungoldenen Licht, übersähet von hohen goldgelben Gräsern, an denen ich mich nicht satt sehen kann, getränkt durch das wunderbar warme Licht der Spätnachmittagssonne. Ich bin überwältigt von dieser Landschaft, die mir in diesem Moment so vielseitig und vollkommen erscheint. Ich schieße ein paar Fotos, nutze die Ruhe und Zeit auch für ein paar Selfies (😉). Dann setze ich mich auf einen Stein und genieße nur noch den sagenhaften Ausblick...Baca selengkapnya
Allein irgendwo im Nirgendwo
8 Maret 2019, Selandia Baru ⋅ 🌧 8 °C
Nachdem ich heute Mittag mein neues Zuhause für die nächsten 9 Tage in Empfang genommen habe (ein kleiner gut ausgestatteter Campervan), erreiche ich gegen 18 Uhr „Andrews Shelter“, einen kleinen Campingplatz kurz vor dem Arthur‘s Pass, welcher die Ostküste mit der Westküste verbindet. Bei der Fahrt habe ich mich heute extra beeilt und keine Pause eingelegt, um möglichst früh den Campingplatz zu erreichen. Da laut Wikicamps der Platz recht begrenzt ist und die Campingstelle durchaus beliebt, hatte ich Bedenken nachher kein Plätzchen mehr für mich zu finden. Meine Bedenken stellen sich als absolut unbegründet heraus, nur ein einzelnes weiteres einsames Auto steht auf dem abgelegenen Örtchen, ansonsten komplett verlassen. Ich suche mir ein ruhiges Plätzchen und stelle den Motor ab. „Hier bin ich jetzt, und nun?“ denke ich.
Es hat gerade angefangen zu regnen, so dass es mich nicht wirklich aus dem Camper zieht. In meinem Außenspiegel erkenne ich, dass mein Heck bereits von einer Gruppe Bienen umkreist wird und an der Scheibe sammeln sich nach wenigen Minuten eine Horde von Sand Flies. Hier kriegen mich jetzt keine zehn Pferde nach draußen. Mit einigen Verrenkungen winde ich mich aus der Fahrerkabine nach hinten in den „Wohnbereich“, um nicht den eigentlich erforderlich Gang um den Camper herum tätigen zu müssen und Sandflies und Bienen unnötige Angriffsfläche zu bieten. Dann öffne ich erstmal die Fenster, um etwas frische Luft hereinzulassen (zumindest die mit Fliegengittern). Super, das erste Fenster ist schonmal beschädigt und lässt sich von Innen nicht mehr öffnen. Zumindest das zweite kann ich dann einen Spalt kippen und kühle Luft strömt herein. Auf der Herdplatte entdecke ich kurze Zeit später eine kleine Pfütze. Aus dem Fensterrahmen sehe ich, wie sich langsam aber stetig Tropfen bilden. „Das kann jetzt nicht wahr sein“ denke ich. Mein in die Jahre gekommene Camper ist also auch noch inkontinent!!! Für einen Moment spiele ich mit dem Gedanken, den Motor einfach wieder anzuschmeißen und bis in die nächste Stadt weiterzufahren. Ich will auf mein Handy schauen, um die Entfernung zum nächsten Ort zu prüfen. Fehlanzeige! Natürlich habe ich an diesem abgelegenen Platz auch kein Netz. Jetzt bin ich wirklich abgeschieden und allein. Ich kann noch nicht mal Susi eine Nachricht schreiben, um ihr meinen Aufenthaltsort mitzuteilen, mein Leid zu klagen und etwas Trost einzusammeln. Vor morgen Vormittag werde ich wohl keinen Empfang haben und ihr ein Lebenszeichen geben können. Ich hoffe, dass sie sich nicht zu viele Sorgen machen wird...
Ich entscheide mich letztendlich zu bleiben. Ich wollte ja schließlich etwas Abenteuer und in den Genuss von Freedom Camping kommen, an abgelegenen Orten rasten, losgelöst vom touristischen Trubel, aus der digitalen Abhängigkeit entkommen und einfach mal Zeit fürs Nichtstun zu haben. Alle Voraussetzungen sind jetzt und hier erfüllt. Außerdem ist der Kühlschrank gut mit Leckereien gefüllt, ich habe genug Wasservorräte und es wartet später sogar eine Dose gut gekühltes Bier auf mich. Ich mache mir erstmal schöne Musik an und richte mich in meinem neuen zu Hause so gut es geht ein, verschlinge einen Schokoriegel und öffne mir eine Tüte Gummibärchen, um den Glückshormonspiegel wieder in die Höhe treiben zu lassen. Dann werfe ich mich auf meine Sitzecke und überlegen, was ich als nächstes Tun muss. Aber da ist Nichts. Ich bin einfach hier, nur ich, ohne Kontakt zur Außenwelt, ohne Internet, ohne Verpflichtungen, ohne Aufgaben. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich zuletzt in einer solchen Situation war. Ich schließe die Augen und lasse die Ruhe auf mich wirken...
Add-on: Als ich mir etwas später mit meinem Gaskocher einen warmen Tee machen will, muss ich leider feststellen, dass anscheinend von der Vermietung vergessen wurde, den Gaskanister zu befüllen. Nach einem kurzen Zischen herrscht leider vollständige Stille. Wird also auch nix mit einem schönen warmen Teechen. Muss halt doch das Bierchen herhalten... 😉 (es kostet mich heute tatsächlich einiges an positivem Denken, um nicht in eine kleine Depression zu verfallen)Baca selengkapnya
Alles wird gut in Hokitika
8 Maret 2019, Selandia Baru ⋅ ⛅ 18 °C
Es regent die ganze Nacht in Strömen und die Luft kühlt stark ab. Draußen ist es so dunkel, dass ich keine 2 Meter aus meinem kleinen Campervan-Fenster blicken kann. Eine etwas beklemmende Atmosphäre. Für einen Moment muss ich an die Erdrutsche denken, die letzte Woche in dieser Region aufgrund des starken Regenfalls stattgefunden haben und einige Straßen versperrt haben. „Hoffentlich komme ich hier morgen wieder gut weg...“ denke ich. Erstmal bin ich froh jetzt nicht in irgend einem Zelt zu liegen und in meine beiden Decken eingewickelt zu sein. Und ich schlafe gar nicht mal allzu schlecht, denn der prasselnde Regen wirkt irgendwie auch angenehm hypnotisierend.
Ich wache früh auf und wage ein paar Schritte vor meinen Camper. Der Regen hat zum Glück endlich aufgehört. Die Luft ist feucht, frisch und belebend. Die Landschaft wolkenverhangen. An diesem Morgen hätte ich noch nicht im Kühnsten erahnen können, dass ich am Abend den spektakulärsten Sonnenuntergang meiner Reise sehen werde. Aber jetzt hält mich erstmal nicht viel in dieser Einöde und ich begebe mich direkt auf den Weg nach Arthur Pass, einem kleinen Ort auf 900m, der Ausgangspunkt für viele Wanderungen in den Bergen darstellt. „Zurück in die Zivilisation“ denke ich und hoffe darauf dort auch wieder mit Empfang zu haben. Und tatsächlich leuchten etwa 30 Minuten später die Balken wieder in schönem grün auf und ich kann Susi endlich ein Lebenszeichen geben. Ich nehme ein kleines Frühstück zu mir und entwickele so langsam wieder Lust auf die Weiterreise. Wäre da nicht noch dieser defekte Gaskocher, der mich gestern um ein schönes warmes Getränk gebracht hat. Aber dazu später mehr...
Ich nutze die frische Luft und mache zwei kleinere Tracks zu einem hohen Wasserfall. Schön anzusehen, insbesondere weil er durch die Regenfälle der letzten Tage gut gespeist wurde. Einen Teil des Weges laufe ich spontan mit einem Engländer in meinem Alter, der ebenfalls allein unterwegs ist und seine Frau in der grauen Heimat gelassen hat. Alleine zu reisen scheint also durchaus keine Ausnahme zu sein, auch für Paare...
Gegen Mittag überquere ich dann den Pass und die Straßen führen mich durch Landschaften, wie wir sie aus unseren geliebten Alpen in Österreich kennen. Die gelben langen Gräser haben ich inzwischen wieder in grüne Wiesen verwandelt, auf den hier und da Kuhherden friedlich grasen. An den Seiten des Tals wachsen hohe steile, nur schwach begrünte Berge in den Himmel. Diese Landschaft durchfahre ich noch etwa 50 km, dann plötzlich verlasse ich die Berglandschaft und hinter der nächsten Kurve erblicke ich auf einmal wie aus dem Nichts die Wellen der Tasmanische See. Ich habe die Westküste erreicht. Es verwundert mich immer wieder, wie schnell sich hier die Landschaften innerhalb kurzer Strecken verändern können. Wenn man ein paar Stunden in Neuseeland mit dem Auto unterwegs ist kann man durchaus ohne Probleme Gletscher, steinige Berge, sanfte Hügellandschaften, flache Täler, endlose Kiesstrände und schroffe Steilküsten sehen. Ähnlich verhält es sich mit der Vegetation: noch eben denke ich in einem schönen deutsche Laubwald unterwegs zu sein, dann wenig später laufe ich durch regenwaldähnliche Gewächse, suche Schatten unter Palmen oder erblicke dichte Teebaum-Wälder wie in Australien. Langweilig wird es hier wirklich nicht...
Gegen frühen Nachmittag erreiche ich Hokitika, eine schöne schnuckelige Küstenstadt mit reichlich Kunsthandwerk, insbesondere auch bekannt für seine Kunstwerke aus dem schönen grünen Jadestein, der in dieser Region zu finden ist. Bevor ich mich hier aber auf Entdeckungsreise machen kann, will ich erstmal das lästige Gaskocher-Problem lösen. Ein Anruf bei der Mietgesellschaft hilft mir nicht wirklich weiter. Sie übernehmen gerne die Kosten für die Nachfüllung oder Austausch der Flasche, aber ich solle mich mal bei den Locals durchfragen, wo mir geholfen werden kann. Eine Rückfahrt zur Mietgesellschaft ist auch absolut keine Option für mich, da mich das mindestens einen Tag kosten würde. Ich versuche also erstmal mein Glück bei einem Angestellten meines heutigen Campingplatzes, der mich zumindest an eine Tankstelle verweisen kann, bei der ich Gas nachfüllen lassen kann. Ich mache mich also zuversichtlich auf den Weg zu Tankstelle. Hier scheitert man aber beim Nachfüllen. „Die Flasche ist randvoll“ heißt es. Fragezeichen schwirren in meinem Kopf. Was nun? Ich beschließe nochmal zum Camping Platz zurückzufahren und mit dem Angestellten zu sprechen. Vielleicht hab ich einfach irgend einen dummen Bedienfehler gemacht, der einem zweiten auffällt. Fehlanzeige. Daran liegt es nicht. Auch der Angestellte bekommt den Kocher nicht zum Laufen. Endlich macht sich meine Experimentierfreudigkeit als Physiker bezahlt und ich beginne eine systematische Fehlersuche. Ich lasse mir am Camping Platz eine andere Gasflasche zur Probe geben und siehe da: Der Gaskocher funktioniert. Es liegt also definitiv an der Gasflasche. Der Angestellte vermutet, dass an der Tankstelle ein Fehler gemacht wurde und die Flasche doch leer sei. Ich also wieder zurück zur Tankstelle, um dem Personal dort die Situation zu schildern. Zum Glück sind diese sehr freundlich und hilfsbereit und wir versuchen erneut die Befüllung, diesmal in meinem Beisein. Hilft aber nichts, die Flasche ist tatsächlich voll. Nach etwas hin-und herschreiben erkennen wir, dass das Ventil der Gasflasche defekt ist und sich nicht mehr öffnen lässt. Okay, also Gasflasche austauschen, aber wo? Ich frage an der Tankstelle nach. Der freundliche Inder teilt mir jedoch mit, dass sie leider keine Gasflaschen in dieser Größe verkaufen und er auch sicher ist, dass ich sonst in Hokitita keine kaufen kann. Verdammt!!! Beim Verlassen der Tankstelle starte ich noch einen letzten Versuch und spreche noch einen weiteren Angestellten an. Irgendwie hatte ich ein merkwürdiges Gefühl bei der ersten Auskunft und meine mich zu erinnern, dass Inder lieber eine falsche Antwort geben anstatt einzugestehen, die Antwort nicht zu kennen. Meine Hartnäckigkeit macht sich bezahlt. Siehe da, der zweite Angestellte nennt mir einen Baumarkt eine Straße weiter, die Gasflaschen verkaufen. Glücklich und in meiner Hartnäckigkeit bestätigt ziehe ich also zum Baumarkt weiter. Ja, hier verkaufen sie Gasflaschen und ich bekomme eine Auswahl demonstriert. Aber alle zu groß... Andere haben sie leider nicht. „Ich glaub ich spinne...“ Dann erblicke ich in einem Regal in der hinteren Ladenecke doch noch kleinere Gasflaschen. „Was ist denn mit denen?“ frage ich. „Ja, die könne ich natürlich auch kaufen.“ Innerliches Kopfschütteln. Aber ich bin zu Geschäft, um mich aufzuregen und zu glücklich, endlich fündig geworden zu sein. Gasflasche gekauft, zurück zur Tankstelle, auffüllen lassen, wieder eingebaut und... die Flamme lodert 😀 Endlich bin ich wirklich voll ausgerüstet und muss mich die nächsten Tage nicht nur von kaltem Wasser und Brot ernähren.
Ich lächele wie ein Honigkuchenpferd und kann mich endlich auf die Reise an sich konzentrieren. Ich nutze den verbleibenden Tag, um das schöne Hokitika per Fuß zu erkunden, entlang alter historischer Gebäude zu schlendern und entlang des schönen grauen Strandes entlangzuspazieren. Das Wasser ist rauh, die Luft vom Wasserdunst getränkt, grauer Sand, graues Wasser und grauer Himmel gehen nahezu nahtlos ohne klare Grenze ineinander über. Eine tolle Atmosphäre. Am Strand sind Unmengen an Treibholz angeschwemmt, die von Besuchern und Künstlern verwendet wurden, um Skulpturen und kleine Kunstwerke zu errichten. Ich fühle mich wie in einem wilden Freiluftmuseum und kann den Fotoapparat kaum aus der Hand legen. Ich hatte keine Ahnung, was mich in Hokitika erwartet und habe es einfach mal auf mich zukommen lassen. Ich werde absolut positiv überrascht.
Als am Abend die Sonne beginnt, sich langsam zu senken und das Wetter ideal für einen beeindruckenden Sonnenuntergang aussieht, beschließe ich, nochmal in meinen Campervan zu springen und die ca. 15 Minuten vom Campingplatz zum Strand zu fahren. Der Aufwand erweist sich als mehr als lohnenswert. Was ich an diesem Abend zu sehen bekomme, ist einer der schönsten Sonnenuntergänge, die ich auf dieser Reise oder vielleicht insgesamt überhaupt gesehen habe. Entlang eines groben Steinwalls haben bereits viele Zuschauer ein Plätzchen gefunden und nehmen das farbige Spektakel sprachlos wahr. Am dunklen Strand glitzern tausende flache Steine wie Diamanten im Sonnenlicht, das Meer wirkt wie flüssiges Gold und spiegeln die flach am Horizont stehende Sonne, ein dichter Wolkenteppich drückt den Himmel dramatisch in Richtung Boden, das wilde Meer rauscht ohrenbetäubend, der aufsteigende Wasserdampf schafft eine mystische Atmosphäre, Seemöwen tapsen durch den feuchten Sand auf der Suche nach einem Leckerbissen oder kreisen in den letzten Sonnenstrahlen. Für einen Moment werde ich zutiefst von dieser unglaublichen Atmosphäre erfasst und meine Augen werden. Schade, dass ich diesen Moment jetzt nicht mit Susi teilen kann 😔 Nach dem gestrigen trüben und eher niederschlagenden Tag, ist dieser Anblick ein absolutes Geschenk des Himmels, dass ich am liebsten für immer festhalten würde...Baca selengkapnya
Mountain Oysters meet Dicks on Sticks
9 Maret 2019, Selandia Baru ⋅ ☀️ 14 °C
Der kleine Küstenort Hokitika ist heute außer Rand und Band. Am frühen Vormittag wird das 30. Wildfood Festival feierlich eröffnet. Auf einem großen Festivalgelände kommen aus dem ganzen Land Abenteurer mit besonderen kulinarischen Vorlieben oder aber auch einfach Feierlustige zusammen, die sich bei Live Musik, Bier und guter Stimmung einen fröhlichen Tag machen wollen. Über das Festivalgelände erstrecken sich unzählige Imbissbuden mit exotischen Leckereien: von Hühnerfüßen über Mountain Oysters (Ziegenhoden), Dicks on Sticks (Genitalien am Spieß), Schnecken, Babyoktopus, Hühnerherzen, und und und findet hier jeder mutige kulinarisch Neugierige für sich den richtigen Leckerbissen (für den gemäßigten Besucher gibt es aber auch „normale“ Leckereien 😉). Zudem gleicht das Festival teilweise einer Kostümparade. Die meisten haben sich bunt, schrill und wild verkleidet, teilweise mit äußerst aufwändigen Kostümen. Das Ganze wirkt etwas wie eine gesunde Mischung aus Street Food Festival und Kölner Karneval. Dieses Spektakel lasse ich mir natürlich nicht entgehen, wenn sich heute schon einmal zufällig die Gelegenheit bietet. Die exotischen Speisen haben zwar auf mich eher geringen Anziehungsfaktor (sehe ich eher als Mutprobe à la Dschungelcamp denn als echten Leckerbissen), aber ich möchte das ganz Drumherum erleben und auf mich wirken lassen. So verbringe ich einen vergnüglichen Tag auf dem Festival und lasse als stiller passiver Beobachter die Eindrücke auf mich wirken. Insbesondere die Kostüme sind wirklich der Hammer. Bei einer etwa 1,5 Stunden langen Kostümshow kann sich schließlich jeder vor dem Publikum und einer Jury präsentieren und hat die Aussicht als Sieger 1000 Dollar mit nach Hause zu nehmen. Es wird getanzt, geposed, geschauspielert und viel gelacht. Absolut sehenswert. Allein hierfür haben sich die knapp 30 Euro für den Festivaleintritt voll gelohnt: ein kleiner Betrag für eine außergewöhnliche Erinnerung 🙂Baca selengkapnya
Auf zu neuen Ufern
9 Maret 2019, Selandia Baru ⋅ ⛅ 13 °C
Jetzt bin ich auch mal dran ;-) !
Hello , my name is..., I am from China, I am from Taiwan and I am from Japan. Ich bin doch in Neuseeland oder? Denke ich mir innerlich...doch gefühlt sind nur Asiaten um mich herum , also nicht nur gefühlt sondern es ist so!
Aber erstens einen Gang zurück!
Ich hatte mich dazu entschieden einen Sprachkurs für zwei Wochen in Christchurch zu machen. Ich möchte einfach noch besser kommunizieren und ich möchte noch mehr Kontakt zu anderen Leuten haben und auch herausfinden wie es sich anfühlt alleine unterwegs zu sein. Was macht das mit einem selbst.
Also hatte ich für Sonntag einen Wagen von Queenstown nach Christchurch gemietet,den ich dann am Flughafen dort abgeben sollte. Eine lange Fahrt, ungefähr 5-6 Stunden, aber eine tolle Landschaft die mich begleitet. Es ist natürlich ungewohnt alleine zu fahren und es ist nach einer gewissen Zeit natürlich auch anstrengend.Trotz alle dem, hat sich die Fahrt gelohnt. Einsame Straßen mit Blick auf Berge , grüne Wiesen und Schafe. Vorbei am Lake Tekapo, der mit seinem fantastischen türkisblau es garnicht zu lässt, dass man nicht anhält! Nur leider hab ich nicht ganz so viel Zeit wie Jens, denn ich muss das Auto schließlich zu einem bestimmten Zeitpunkt wieder abgeben. Dennoch lasse ich mir eine kleine Pause dort nicht entgehen!
Nun bin ich angekommen. Momentan bin ich noch in einer Unterkunft, die in der Nähe vom Englisch College liegt und ich bequem zum Unterricht gehen kann.Mein Zimmer ist ein Wintergarten, der zu einem gewöhnlichen Zimmer umfunktioniert wurde. Natürlich ist es in den nächsten Tagen so heiß, das ich einfach nur Abends wieder in diese Unterkunft will, da es tagsüber leider absolut nicht wegen der Hitze auszuhalten ist. Der Wintergarten gehört zu einem Haus, welches einer malaysischen Frau gehört. In diesem Haus wohnen momentan noch zwei andere Studenten. Eine aus Japan und eine aus Malaysa. Wir sind sozusagen eine vierer Frauen WG.Der Wintergarten ist nur mein Schlafquatier und im Haus hab ich Zugang zum Bad und zur Küche.
Was soll ich sagen, es ist ganz gut und die anderen Frauen sind wirklich super nett, dennoch habe ich mir für die zweite Woche eine andere Unterkunft gesucht, in der ich mich vielleicht noch ein Quäntchen wohler fühle!
Erst vor ein paar Tagen haben wir im English College über Feng Shui geredet und das man sich den Platz im Raum aussuchen sollte an dem sich wohl fühlt.
Es ist okay mit der Unterkunft aber wirklich wohl fühlen tu ich mich nicht. Also das Feng Shui passt nicht so ...;-)
Bei mir heißt es momentan wieder ein bisschen mehr Alltag! Jeden Tag früh aufstehen und jeden Tag um die gleiche Zeit Unterricht.Ich muss sagen so ein bisschen Regelmässigkeit fühlt sich nicht so schlecht an. Dennoch habe ich genügend Zeit um auch das zu machen was ich möchte.
Die erste Woche vergeht ziemlich schnell. Geprägt ist sie unterem von vielen neuen Leuten, die ich kennen gelernt habe und den ersten Eindrücken von Christchurch unter anderem Botanischer Garten, ein kleiner Street Art Walk, von der Schule organisiertes Fussballspiel ( zwei Frauen unter anderem ich und ansonsten Männer gefühlt 15 Asiaten, ein Brasilianer und ein Kolumbianer) und eine Wanderung entlang des Taylors Mistake.Baca selengkapnya
Bis ans Ende der Welt
10 Maret 2019, Selandia Baru ⋅ ☁️ 16 °C
Nachdem ich Hokitika verlassen habe, setze ich meinen Weg weiter in Richtung Norden fort. Einen genauen Plan habe ich noch nicht. Ich weiß nicht genau was mich erwarten wird und irgendwie fühlt sich das gut an. Denn dadurch kann ich mein kleines Abenteuer ohne jegliche Erwartungen genießen. Ich fahre entlang der Westküste, immer weiter und weiter, der Weg wechselt regelmäßig zwischen langen schnurgeraden und schlangenlinienähnlicher Straßen, die Landschaft zeigt sich mal in flachen weiten Wiesen, dann wieder in dichten subtropischen Wälder, gen Osten in Richtung Inland ragen hohe grüne Berge empor, gen Westen stets die rauche Tasmanische See im Blick. Kurzum, die Strecke ist alles andere als eintönig. Ich folge der Straße schließlich so weit bis ich nach etwa 250 km am Ende angelangt bin, zunächst geht es noch ein paar letzte Kilometer auf Schotterpiste weiter, dann ist endgültig Schluss. Ich scheine das Ende der Welt endgültig erreicht zu haben 😊 Am Kohaihai River hört die Straße endgültig auf und mündet in einem schönen wilden malerischen Campingplatz direkt zwischen Flussmündung und weitem Strand. Hier werde ich mein Lager aufschlagen, von meinem Bettchen aus mit Blick auf die unermüdlichen Wellen des Ozeans. Ein tolles Plätzchen Erde, welches ich nur mit einer Handvoll anderer Camper teilen muss. Ich mache mir heute Abend ein schönes Omlett, öffne mir das obligatorische Bierchen des Tages und genieße mein Abendmahl bei untergehender Sonne und Meeresrauschen. Einfach unbezahlbar und für mich von keinem Luxushotel dieser Welt zu toppen.
Kohaihai ist letztlich nur das Sahnehäubchen einer großartigen Fahrt entlang der Westküste. Der wilde Westen hat mich voll gepackt, die Natur wirkt hier an vielen Stellen noch verlassen und unberührt, die dunklen Strände (teils Kies, teils Sand) erstrecken sich weiter als das Auge reicht, der ununterbrochene starke Wellengang wirbelt Wasserdampf auf und erzeugt entlang der gesamten Küste einen sanften Nebel, der eine mystische Atmosphäre erzeugt und ein angenehmes Gefühl von Leere und Einsamkeit schafft. Immer wieder mache ich einen kurzen Halt an einem Ausblickspunkt oder vertrete mir die Beine an eine, der schönen Strände.
Die Westküste ist insgesamt nur schwach besiedelt, die wenigen Städte und Dörfer wirken teilweise wie aus dem letzten Jahrhundert. In der Regel gibt es in jedem Dorf entlang der Hauptstraße stets eine Tankstelle, einen General Store (Gemischtwarenladen) und eine Kneipe. Halt alles, was man so zum Leben braucht 😉 An ausgewählten Tagen findet ein Markt statt. An einem solchen lege ich spontan einen kleinen Stop ein, gönne mir einen Cappuccino und beobachte das Treiben der Locals. Jeder scheint hier jeden zu kennen. Auf einer kleinen Bühne wird der Markt musikalisch von einem rüstigen Cowboy mit Countrymusik untermalt. Eine schöne entspannte Stimmung, bei der ich Kraft für die Weiterfahrt sammeln kann.
Gefühlt scheinen in dieser Region auch deutlich weniger Reisende und Touristen unterwegs zu sein als noch auf meiner Route von Queenstown. Ich passiere letztlich nur eine große offenkundige Touristenattraktion, die auch als solche mit sich anschließenden Busparkplätzen, Kiosken und Cafés entsprechend ausgebaut ist. Hierbei handelt es sich um die sogenannten Pancake Rocks des Ortes Punakaiki, skurrile Gesteinskulpturen, die durch Wind und tosende Wellen über Jahrmillionen geformt wurden. Besonders charakteristisch hierbei sind ist die schichtartige Steinformation, die aufeinanderliegenden Pfannkuchen gleicht und somit den entsprechenden Namen geprägt hat. Ich erreiche zum Glück das Gelände am frühen Morgen und kann dieses Naturwunder noch in aller Ruhe genießen, bevor die Ausflugsbusse in Scharen anrollen und bin sichtlich dankbar, mit dem eigenen Camper vollkommene Freiheit und Unabhängigkeit erleben zu können.Baca selengkapnya
Road Runner auf Hochtouren
11 Maret 2019, Selandia Baru ⋅ ⛅ 14 °C
Zentimeter für Zentimeter setze ich meinen Campervan (der übrigens in großer Beschriftung den Namen Road Runner trägt) vorwärts, schaue immer wieder aus dem Fenster nach oben, halte an, steige aus, begutachte die Lage. Ich bin dabei, meinen Campervan sorgsam unter einem Stahlbarren hindurchzuschieben, der als Höhenbegrenzung für Fahrzeuge auf den Weg zum „Oparara Basin“ fungiert und ungeeignete Fahrzeuge für die Strecke ausmustern soll. Nicht ganz einfach für mich, Fahrer und Beobachter gleichzeitig zu sein. Schließlich kann ich die Situation gut überblicken; „Hat noch eine daumenbreite Luft, passt perfekt!“ murmel ich zufrieden vor mich hin und setze unter der Barriere ohne Kontakteinwirkung hindurch. Vor mir liegt eine enge, holprige Schotterpiste, häufig nicht mehr als einspurig, maximal eineinhalb spurig, Steigungen bis zu 15%, kurvig, die Fahrbahnränder überwiegend stark zugewachsen oder leicht abschüssig, keinerlei Wendemöglichkeiten entlang des Weges. Ein gelbes Warnschild signalisiert unverständlich „Not suitable for campervans!!!“. „Gut, nun ist so ein Warnschild ja kein Verbotsschild“ denke ich. Außerdem bin ich ja nur ein „kleiner“ Campervan und habe die Messlatte doch sichtbar unterschritten. Vielleicht hätte ich an diesem Punkt tatsächlich umgedreht, wenn ich nicht am Tag vorher mit dem netten Kollegen des Infocenters gesprochen hätte. Er war zuversichtlich, dass ich es mit meinem Campervan schaffe. Ist ja nicht viel breiter als ein normales Auto, ich müsse halt schön vorsichtig fahren und keine ruckartigen Ausweichmanöver starten. Seine Worte noch in meinem Ohr beginne ich also mit gemischten Gefühlen die abenteuerlich Weiterfahrt. Ich bin extra früh aufgestanden und habe das Frühstück ausfallen lassen, um der erste mutige Fahrer an diesem Morgen zu sein und mir Zeit lassen zu können. Die Strecke schüttelt mich ordentlich durch, das Geschirr im Rückraum klimpert ordentlich, die Fahrerkabine gerät in den engen Kurven ordentlich in Seitenlage, so dass ich mich instinktiv in die Mitte lehne um Gegengewicht zu schaffen, und der Motor läuft auf Hochtouren, sobald ich mich im ersten Gang einen steilen Anstieg emporkämpfe. „Geht eigentlich, hätte schlimmer sein können!“ beruhige ich mich selbst. Allerdings ist mir im gleichen Moment auch bewusst, dass ich momentan die Strecke für mich alleine habe, keinem Gegenverkehr begegne, dem ich ausweichen muss. Das wird auf der Rückfahrt leider anders sein. An einigen Stellen graut mir die Vorstellung, hier einem anderen Fahrzeug auf der Rückfahrt zu begegnen und ich spiele bereits in meinem Kopf das Disaster durch, sollte ich an einem steilen kurvigen Anstieg zurücksetzen müssen um einem Hindernis auszuweichen. Aber soweit ist es ja noch nicht und nach etwa 30 Minuten Fahrzeit erreiche ich erstmal sicher den großzügigen Parkplatz des Oparara Basins, der trotz seiner Abgelegenheit offensichtlich für eine große Zahl von Besuchern ausgelegt ist. Jetzt gerade, gegen 8:20 Uhr morgens, steht neben mir nur ein weiteres Fahrzeug auf dem verlassenen Gelände. Sehr schön, somit kann ich also in aller Ruhe diese Natursehenswürdigkeit entdecken. Das Oparara Basin ist letztlich ein kleines Flussbecken innerhalb eines dichtbewachsenen Regenwalds. Zur Touristenattraktion ist es allerdings durch seine monströsen Gesteinsbögen geworden, die der Fluss in unermüdlicher Arbeit geformt hat. Der größte unter Ihnen, der sogenannte Oparara Arch, überspannt den Fluss in einer Breite von knapp 50 Metern mit einer Höhe von knapp 40 Meter. Beeindruckende Maße.
Ich verbringe meinen Vormittag mit ein paar kleineren Wanderungen, die mich zu den verschiedenen Highlights bringen werden. Neben den berühmten Archs führt mich der Weg entlang eines Mirror Tarn, einem seichten kleinen See, in dem ich sich der umliegende Regenwald in unglaublicher Weise spiegelt und den Augen ein mehr als surreales Bild liefert. Für mich das wirkliche Highlight des Oparara Basins. Am Schluss meiner Entdeckungstour wage ich noch einen kurzen Ausflug in eine dunkle Höhle. Mit Stirnlampe bewaffnet begebe ich mich die steilen Stufen ins lichtlose Gewölbe hinab. Laut Infotafel erwarten einen tierische Höhlenbewohner wie zum Beispiel eine seltene Spinnenart. Ich selbst entdecke nur Leere und bin um die ausbleibende Begegnung mit den Mehrbeinern auch nicht wirklich traurig. Trotzdem war der kleine Ausflug in das dunkle verlassene Höhlensystem ein spannendes Abenteuer, weil ich nicht wirklich wusste, was mich erwarten würde.
Die Wanderwege sind sehr schön, extrem grün umwachsen, die Temperatur belebend frisch und feucht und die Stimmung im Morgengrauen wunderbar ruhig. Trotzdem fühle ich eine innere Unruhe und hetze die Strecke schnellen Schrittes entlang. In meinem Hinterkopf kreist ständig noch die bevorstehende Rückfahrt. Ich habe mir ausgerechnet, dass die meisten Besucher sich etwa gegen 11 Uhr auf den schottrigen Weg zum Oparara Basin begeben werden. Das heißt für mich bis 10:30 Uhr die Rückfahrt antreten, um die Rush Hour und damit zu viele Begegnungen auf der Rückfahrt zu vermeiden. „Zügig, zügig“ schallt es in mir innerlich und ich gönne mir daher selbst an den Sehenswürdigkeiten nicht allzu lange Verschnaufspausen. Mein Plan geht aber wenigstens auf, ich verlasse rechtzeitig das Gelände und begegne auf der gesamten Rückfahrt an glücklicherweise gutmütigen Stellen nur einer Handvoll von Fahrzeugen, so dass ich wenig später erleichtert und ohne Zwischenfälle wieder auf der großzügigen gutbefestigten Hauptstraße einbiegen kann. Rückblickend bin mir nicht sicher, ob ich den Weg für das Oparara Basin ein zweites Mal auf mich nehmen würde, aber insgesamt gesehen war die Tour ein spannendes Abenteuer, welches ich bestimmt in Erinnerung behalten werde...
Meinem Road Runner bin ich jedenfalls dankbar, dass er der Zerreißprobe Stand gehalten hat. Immer wieder bemerke ich beim Aussteigen, dass der Gute ganz schön schnauft und der Motor ordentlich heiß gelaufen ist. Als meine Augen zufällig auf den Kilometerstand schweifen, wird mir noch viel mehr klar, dass der alte Greis eine rollende Zeitbombe ist und am Ende seines Lebenszyklus angekommen ist: 250000 km sind für einen Benziner ein gutes Alter. Ich bin mir sicher, er hat bisher ein spannendes Leben hinter sich... 😄Baca selengkapnya
Untertage schuften mit Panoramablick
11 Maret 2019, Selandia Baru ⋅ ☁️ 14 °C
Der Tag ist noch jung. Nachdem ich die abenteuerliche Fahrt zum Operara Basin erfolgreich überstanden habe, setze ich gegen Mittag bereits wieder meine Rückreise Richtung Westport an, wo ich eine weitere Nacht verbringen möchte. Der restliche Tag soll eher entspannt verlaufen, die Seele braucht auch mal etwas Ruhe, um die vielen Eindrücke zu verarbeiten, und der Adrenalinspiegel muss etwas Zeit finden, sich wieder in den Normalbereich zu senken. Für die heutige Nacht gönne ich mir daher auch mal wieder einen Stellplatz in einem luxuriösen Camperpark, anscheinend einer der Top 10 Camperparks Neuseelands. Die knapp 50 $ Gebühr finde ich zwar inakzeptabel hoch, aber ich brauche einfach mal wieder halbwegs zivilisierte Infrastruktur: eine gute heiße Dusche, normale Toiletten, Frischwasser und Strom, um die Batterien meines Campers aufzuladen 🙂 Zudem verliert Pasta mit Tomatensauce auch so langsam seinen Reiz und so gönne ich mir zur Feier des Tages zwei schöne neuseeländische Rindersteaks, die ich mir am Abend gemütlich in meiner kleinen Küche zubereiten und dann bei einem kühlen Bierchen genießen werde. Ein besonderer Genuss, den man erst richtig zu schätzen weiß, wenn man eine Zeit lang auch mal auf den im Alltag schon fast selbstverständlichen Luxus verzichtet 😀
Noch ist es aber nicht Abend. Auf dem Rückweg mache ich zunächst noch einen kurzen Zwischenstopp an einer Lagune kurz hinter Karamera, um auf Vogelbeobachtung zu gehen. Es herrscht gerade Ebbe und so ist die Lagune trocken gelegt und lädt zu einem Spaziergang in der weiten Sandlandschaft ein. Mein kühner Entdeckungstrieb wird jedoch bestraft. Unerfahren wie ich bin, werde ich jedoch von den Gezeiten überrascht und die schnell zurückkehrende Flut schneidet mir den Rückweg ab und beschert mir nasse Füsse. Auf sicherer Anhöhe angelangt lasse ich mich auf einem Stein nieder, um meine Füße trocknen zu lassen, und beobachte, wie die Flut zügig die Lagune füllt und Vögel nahrungssuchend durch das seichte Wasser stolzieren. Ich nehme mir Zeit und genieße die Ruhe. Lediglich einige Sandfliegen, die mich hungrig umgarnen, mindern ein wenig die schönen Eindrücke. (Zur Erklärung: Sandfliegen haben etwa die Größe unserer heimischen Fluchtfliegen und schwirren absolut lautlos durch die Lüfte. Allerdings haben sie ein sägeartiges Werkzeug, mit dem sie die Haut aufreißen können und sich dann am Blut ihres Opfers laben. Dabei injizieren sie ein blutverdünnendes Mittel, welches nach ihrer Attacke ein nerviges Jucken verursacht. Leider bemerkt man die Sandfliegen erst, wenn sie bereits eine kleine Wunde in die Haut gerissen haben 😩).
Wieder auf der Rückfahrt nach Westport entdecke ich zufällig ein Straßenschild mit der Aufschrift „Denniston Coal Mining Historic Area“. Ich meine mich wage zu erinnern, dass es sich hier um ein verlassenes Dorf der Kohle-Minen-Industire handelt. Das könnte interessant sein und so biege ich spontan in eine Nebenstraße ein, die mich schließlich einige Kilometer lang über sehr steile Serpentinen auf eine ca. 600 m hohe Anhöhe bringen wird (Road Runner wird hier ein weiteres Mal ordentlich gefordert, diesmal aber auf einer gewöhnlichen Straße 🙂). Auf der Anhöhe angelangt erwartet mich ein exzellent ausgebautes Freilichtmuseum: ein Rundweg führt mich entlang der Ruinen des einstigen Dorfes, alte Maschinen und schwere Stahlwerkzeuge befinden sich noch immer auf dem verlassenen Gelände, die Überreste des Schienensystem mit den schweren Transportwagons schaffen eine besonders eindrucksvolle Szenerie. Zahlreiche Stationen mit alten Fotos, Geschichten von ehemaligen Kumpels und technische Erklärungen lassen einen für einen kurzen Moment zurück in die Vergangenheit versetzen. Vom frühen 19. Jahrhundert bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhundert wurde ihr mit schweren Maschinen Knochenarbeit verrichtet. Einzigartig und von den damaligen Einwohnern als „Achtes Weltwunder“ bezeichnet, war das Schienensystem, welches die tonnenschwere Kohle über eine extrem steile Route vom 600 m hohen Gipfel bis zum Hafen beförderte. Leicht vorstellbar, dass hier auch einige Kumpels ihr Leben lassen mussten, wenn Maschinen oder Material versagten und ein tonnenschweren Wagon ins Tal raste. Denniston war ein kleines Dorf, welches eine komplette Infrastruktur fürs alltägliche Leben bietete: Wohnkasernen, eine Schule, ein Arzt, Werkstätten, eine Kapelle, Gemischtwarenladen und natürlich als Lebensmittelpunkt die Kneipe, die nach einem harten Arbeitstag den Kumpels einen warmen Zufluchtsort bot. Jeder kannte hier jeden, eine besonders feste Gemeinschaft. Bei all dem harten Arbeitstag wurden die Kumpels allerdings auch mit einem besonders schönen Panoramablick belohnt, wenn sie abends die Minen verließen und in die Ferne blickten. Von Denniston aus hat man einen tollen Ausblick über die Westküste und die Tasmanische See. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass hier am Abend einige kühle Bierchen beim Sonnenuntergang genossen wurden (ähnlich wie bei mir 😊).Baca selengkapnya
Wir brauchen viel mehr Farbe ...!
11 Maret 2019, Selandia Baru ⋅ ⛅ 18 °C
Hier eine kleine Street Art Gallery die ich letzte Woche entdeckt habe. Christchurch hat nach dem Erdbeben 2011 vieles wieder neu aufbauen müssen und unter anderem wurden auch viele neue Dinge von Künsterln erschaffen, wie das Monument der weißen Stühle im vorherigen Blog, wo jeder Stuhl ein Unikat ist um zu zeigen das jeder Mensch der durch das Erdbeben gestorben ist individuell und einzigartig war.
Des weiteren wurde auch dieser kleine Street Art Walk von einheimischen Künstlern erschaffen.Auch über Christchurch hinweg sind immer wieder viele große Graffitis zu sehen....
Ich finde einfach den Gedanken schön, dass man versucht nach etwas schrecklichem, wie dem Erdbeben wieder etwas neues zu schaffen, Veränderungen zu schaffen. Durch die vielen Graffitis wirkt auch alles etwas bunter und lebendiger. Vor allem wenn es mal regnet sind die Bilder einfach ein toller "Eyecatcher"!
Ich finde daran sollten sich manche Städte mal ein Beispiel nehmen!
Hier nur ein kleiner Ausschnitt , da ich nicht so viele Bilder hochladen kann.
Manche Bilder sind Panoramas da die Bilder so groß waren...Baca selengkapnya

Zugegeben. so beeindruckend können Graffitis auch sein und man erinnert sich an Banksy. Leider werden hierzulande die Städte meist mit hirnlosen Schmierereien verschandelt und haben so diese Kunstform abgewertet. Danke für die Impressionen!

Das stimmt.Leider gibt es immer wieder irgendwelche Idioten , leider auch hier , die dann diese Bilder kaputt machen indem sie irgendein Gekritzel drüber sprühen. Warum auch immer...der eigentliche Künstler darf dann wieder von vorne anfangen
Let's go surfing with Fur Seals
12 Maret 2019, Selandia Baru ⋅ ☀️ 19 °C
Es schüttet in Strömen. Ich würde mal sagen, ideale Vorraussetzungen, um meine Surfambitionen fortzusetzen, die ich in Australien begonnen habe. Die schlechten Witterungsbedingungen bin ich ja bereits gewohnt... Und um ehrlich zu sei, könnte ich den regnerischen Tag ja gar nicht besser nutzen. Im Meer werde ich ganz andere Sorgen haben als mich um ein paar Regentropfen zu scheren und die Strände werden schön leer sein, so dass niemand Gefahr laufen wird meinen wackeligen unkontrollierten Surfschwüngen zum Opfer zu fallen 😊 Ich habe also für heute Morgen einen dreistündigen Surfkurs in der Gruppe gebucht. Wie hat mal ein Kollege an der Uni zu mir gesagt: „Du musst immer zu den Besten gehen“. Er bezog seine Aussage damals auf die Auswahl der Professoren, aber ich nehme mir den Rat heute auch bei meinem Surftraining zu Herzen. Und so habe ich heute die Ehre, eine Surfstunde bei einer Surfikone Neuseelands zu erhalten: Mark Perana surft seit 44 Jahren, war selbst schon Landesmeister, hat die Nationalmannschaft Neuseelands trainiert und sitzt heute in der Jury zahlreicher internationaler Wettbewerbe. Ich denke, einen besseren hätte ich kaum auswählen können.
Um 10 Uhr komme ich also am ausgeschriebenen Treffpunkt am Strand von Tauranga Bay an. Noch immer regnet es heftig und ich parke auf einem verlassenen Parkplatz. Einige Minuten später fährt auch ein kleiner Van mit der Aufschrift „West Coast Surfing“ vor. Dass muss Mark sein. Ich steige frohen Mutes aus und begrüße Mark freundlich, er Anfang 60, gut gebräunt und in Topform, so dass man ihm das Alter kaum ansieht. Er scheint allerdings zunächst sichtlich überrascht: „Good morning, what can I do for you?“. Ich erkläre ihm, dass ich für heute eine Surfstunde gebucht hätte und nach kurzem Hin- und Her muss er sich eingestehen, meine Buchung übersehen zu haben. Aber kein Problem, er verbringt sowieso den Großteil seines Tages am Meer und steht natürlich auch spontan für den Unterricht zur Verfügung. Da niemand weiteres für heute gebucht hat, komme ich auch in den Genuss eines ganz persönlichen Coachings. Könnte kaum besser laufen... 😊 Ich spüre schnell, dass Mark Trainer aus Leidenschaft ist und Surfen seine Berufung darstellt. Er nimmt sich viel Zeit mir alle Tricks ganz genau zu erklären, gibt mir sorgfältige Sicherheitsunterweisungen und beantwortet geduldig meine Fragen. Dann geht es auch schon los in die Wellen, ich bekomme die Lage der Strömungen gut gezeigt und erfahre, in welchem Bereich ich gefahrlos surfen kann. Ein absoluter Unterschied zum lausigen Surfunterricht der Sunny Boys am Bondi Beach in Australien.
Schließlich wird es ernst. Immer und immer wieder lege ich mich aufs Brett, beobachte die heranrauschende Welle, fange an mit den Armen zu paddeln, nehme Fahrt auf, versuche mich aufzurichten und... kippe vom Bord und schlucke salziges Meerwaser. Dabei mache ich wohl die lustigsten Verrenkungen und meine Beine und Hüfte wackeln wie eine watschelnde Ente. Mark hat sichtbar Spaß, meine unbeholfenen Bewegungen zu beobachten und muss immer wieder laut lachen. Aber er hat gleichzeitig auch immer den richtigen Blick für meine Fehler und gibt mir wertvolle Tipps, die ich so gut es geht versuche direkt umzusetzen. Dabei ist er unglaublich motivierend, lobt mich für jede Sekunde, die ich mich auf dem Surfbrett halte und gibt mir nie das Gefühl, dass ich wahrscheinlich ein hoffnungsloser Fall bin... Und tatsächlich schaffe ich es das ein oder andere Mal tatsächlich aufrecht auf dem Brett zu stehen und einige Meter über die Wellen zu surfen. Ich klopfe mir stolz auf die Brust 😉 Mark und ich haben eine Menge Spaß zusammen und die Zeit vergeht wie im Fluge. Nach drei Stunden lässt mich Mark dann alleine und gibt mir noch etwas Zeit, selbst in den einsamen Wellen zu üben. Komisches Gefühl so alleine am Strand und in den tosenden Wellen. Dennoch bin ich motiviert und verdränge meine Bedenken. „Einmal noch raus, einmal noch aufs Brett legen, einmal schaffe ich es noch aufzustehen“ denke ich. Doch meine Kräfte schwinden allmählich, bereits jetzt spüre ich den Muskelkater in Schultern und Rücken (am nächsten Tag macht er sich dann so richtig bemerkbar 😩).
Ich bringe meinen Wetsuit und Surfbrett zurück zum Surfer Van und Mark und ich plaudern noch eine Weile. Er erzählt mir, wie er im Alter von 16 Jahren mit dem surfen begonnen hat, in einer Phase seines Lebens, in denen er in einer Gang zu Hause war und die Zeit größtenteils damit verbrachte, um die Häuser zu ziehen, sich zu schlagen und Alkohol zu trinken. Surfen hat ihm in dieser Phase einen Sinn gegeben und Struktur in sein Leben gebracht. Eine echte Erfolgsstory also. Und die Frauen hätten vielmehr Augen für die gutaussehenden Surfer gekappt als für die schlagende, saufende Bande... 😉 Heute verbringt er jeden Tag mit dem was er liebt... die Wellen an der Westküste schlagen 365 Tage im Jahr. Für ihn somit der ideale Ort zu leben auch wenn er an der Ostküste deutlich mehr Geschäft machen könnte. Aber „Business“ ist halt nicht das einzige was im Leben zählt und er wirkt sichtlich ausgeglichen und zufrieden.
Beiläufig erwähnt Mark dann am Schluss noch, dass hier an der Küste auch einige Haie unterwegs seien. Allerdings habe er in den 21 Jahren, die er nun hier lebt, nur ein einziges Mal eine Naherfahrung mit einem Hai machen müssen. Denn glücklicherweise befindet sich am Kliff am Ende des langen Strandes eine Seelöwen-Kolonie. Die Haie wüßten das und ziehen daher in der Regel zielstrebig am Strand vorbei, vorbei an mageren Surfern und hin zu deutlich schmackhafteren und fetteren Leckerbissen. Ich verabschiede mich von Mark und nutze die Gelegenheit meinen „Lebensrettern“ einen kleinen Besuch abzustatten. Wie es der Zufall so will, ist die Seelöwen Kolonie am Tarangau Bay eine der besten Möglichkeiten in Neuseeland, um ohne großen Aufwand Seelöwen zu beobachten. Das lasse ich mir doch nicht entgehen, schließlich hatten wir selbst in Australien nicht die Gelegenheit bekommen, Seelöwen zu sehen. Hinauf auf die Anhöhe des Kliffs erreiche ich ein paar Minuten später eine Aussichtsplattform von der man direkt ans steinige Ufer blicken kann, an der die Seelöwen ihren Alltag verbringen. Einige von ihnen liegen faul und vollkommen relaxed auf den Steinen, andere genießen die Abkühlung in den rauhen Wellen und zeigen sich sichtlich verspielt. Ein paar Seelöwenbabys watscheln unbeholfen über die Felsen, um schließlich bei ihrer Mama ihre Nahrungsaufnahme zu beginnen. Wie immer, ist es ein besonderes Erlebnis, dieses Treiben in der freien Natur und nicht in einem heimischen Zoo zu erleben. Und zum Glück scheinen am heutigen Tage die Seelöwen auch von Haiattacken verschont zu bleiben... 🙂Baca selengkapnya
Take a closer look....!!
14 Maret 2019, Selandia Baru ⋅ ☁️ 17 °C
So langsam kann ich die chinesischen Gesichter von den japanischen und von den taiwanischen unterscheiden. Ich glaube ich war noch nie mit so vielen Asiaten zusammen wie jetzt. Erst gestern wurde von allen, die diese Woche ihre letzte Sprachkurs Woche haben, ein Bild gemacht. Ich möchte nicht wissen wie das aussieht, ich in mitten von Asiaten, wirklich nur Asiaten und davon 20 Stück.Und immer schöne lächeln ;-)
Auch in meiner zweiten Unterkunft habe ich es mit Asiaten zu tun. Ein junges chinesisches Paar. Super nett und gastfreundlich.Das Haus in dem sie wohnen ist schön hell und mein Zimmer hat große Fenster. Mein Blick aus dem Fenster ist in ihren Garten. Eine Amerikanerin ist auch hier, denn das chinesische Paar Wynston und Joice vermietet auch noch ein zweites Zimmer. Also quasi wieder eine WG! Leider bekomme ich nicht sehr viel von der Amerikanerin mit, halte nur anfangs ein kurzes Gespräch mit ihr somit weiß ich nur das sie ein Auslandssemester hier in Christchurch macht.Ansonsten verschwindet sie immer recht schnell in ihrem Zimmer.
In dieser Woche merke ich, dass es wichtig ist mal etwas genauer hin zu gucken und selbst wenn man länger an einem Ort bleibt, gibt es viele Dinge zu entdecken auch wenn es nur kleine sin
Die Woche startet mit vielen kleinen Schmetterlingen, die morgens nach dem Aufstehen mit Blick aus meinem Fenster zu entdecken sind. Einfach schön so aufzuwachen...Viele kleine schwarze gemusterte Schmetterlinge die sich um eine Blume, die direkt an meinem Fenster liegt, herumtummeln. Ich muss meine Augen kurz schließen und wieder öffnen um auch wirklich zu schauen das ich nicht mehr träume. Aber dem ist nicht so.So kann der Tag starten denke ich mir...
An diesem Tag (nach meinem täglichen Sprachkurs) entdecke ich einen noch existierenden Waldabschnitt von Christchurch ,der mir empfohlen worden ist. Eine kleine Oase der Ruhe mitten in der Stadt mit vielem Vogelgezwitscher wartet auf mich. Diese Bäume sind hunderte von Jahre alt und als ich diesen kleinen Abschnitt spazieren gehe,fühle ich mich komplett in einer anderen Welt. Die Wurzeln der Bäume winden sich in die verschiedensten Richtungen.Kleine Vögel ziehen an mir vorbei und ich fühle mich ein wenig wie im Regenwald. Dieser sogenannte podocarp Wald besteht vor allem aus Kahikatea Bäumen, die sonst an allen anderen Stellen der Stadt nicht mehr existieren. Eine schöne Stelle und etwas besonderes von Christchurch.
Ich habe mir unter anderem auch vorgenommen abends zu einer kleinen Meditation und Lehrstunde zu gehen.Das Ganze wird von einem buddhistischem Institut angeboten. Ich fahre also wieder gefühlt eine halbe Ewigkeit mit dem Bus zu meinem Ziel und bin gespannt was mich erwartet. Insgesamt muss ich mich natürlich sehr konzentrieren, weil alles auf englisch ist.
Der Abend hat immer ein bestimmtes Thema und heute geht es darum wie unser Geist funktioniert bzw. was uns glücklich macht, wie wir den inneren Frieden halten können und wie wir versuchen können möglichst wenig negative Gedanken zu zulassen. Am Anfang und am Ende wird noch eine Meditation gemacht und alles in allem hat es mir schon etwas mitgegeben, was ich auch versuchen will ein wenig um zusetzen.
Diese Woche hatte ich mir auch fest vorgenommen, mich nochmal auf die Suche nach einem Klavier zu machen. Ich wusste, dass an der Uni neben der Bücherei, ein Raum ist, indem ein Klavier drin steht. Ich versuche erneut mein Glück, da beim ersten Mal der Raum zu war und siehe da nun war er auf und ich konnte meinen Fingern freien Lauf lassen. Viele Leute saßen außen herum und haben gegessen, es war mir erst ein wenig unangenehm, da das Klavier total verstimmt war.Ich konnte quasi keine Oktave spielen die normal harmonisch klang. Kurz hatte ich überlegt das ganze abzubrechen, doch dann dachte ich mir: "ach es kennt mich ja eh keiner und ich möchte das jetzt machen, die werden sich schon beschweren"Somit habe ich mein Repatoire gespielt und am Ende hatte sich sogar die Dame hinter der Theke bedankt, sodass ich doch mit ein wenig stolz hinaus gegangen bin...
Ich wusste das auch in Lyttleton, eine kleine Hafenstadt in der Nähe von Christchurch, ein Street Piano ist.Somit war das noch ein weiteres Ziel dieser Woche.
Knapp eine Stunde Busfahrt sowohl hin als auch zurück, dennoch wollte ich dies unbedingt nach dem Kurs machen.
Es hatte sich gelohnt, denn das Street Piano,welches direkt vor einem Supermarkt steht war in bester Verfassung, dennoch gab es keinen Stuhl und ich musste im Stehen spielen. Das hat mich aber natürlich nicht daran gehindert, dennoch war es dann doch nach ner gewissen Zeit etwas anstrengend, sodass ich dann noch eine kleine Tour durch Lyttelton gemacht habe, die geprägt war von schönen Blicken aufs Wasser und der Insel Quail.Baca selengkapnya
My memories of Christchurch
15 Maret 2019, Selandia Baru ⋅ 🌧 16 °C
Leider hätte ich mir meinen letzten Tag in Christchurch etwas anders gewünscht und wer von den Anschlägen gehört hat weiß warum. Wirklich ein schwarzer Tag für Christchurch... Dennoch bin ich sehr froh, dass Jens und ich nicht davon betroffen waren und es uns gut geht!
Ich möchte meinen Fokus auf die Tage davor richten und blicke somit gerne auf die letzten zwei Wochen in Christchurch zurück. An meinem vorletzten Tag mache ich nochmal einen kleinen Spaziergang durch die Innenstadt, verabschiede mich von allen Asiaten, die ich kennen lernen durfte und bin gespannt ob ich mit manchen noch den Kontakt halten werde.
Wenn ich es zusammenfassen müsste, wie Christchurch ist, würde ich sagen, dass es auf jeden Fall eine sehr grüne Stadt ist, die immer wieder Plätze zum Abschalten bietet. In der Innenstadt selbst gibt es doch immer wieder neue Dinge zu entdecken. Multikulti ist es auch, die Leute sind sehr hilfsbereit und freundlich. Das Bussystem ist trotz meist langer Fahrt ( auch wenn man mal eben nur gefühlt um die Ecke muss ) sehr gut und günstig, ich hab kein Auto vermisst.
Ob der Englischkurs mir was gebracht hat kann ich nicht wirklich sicher sagen, die Zeit war ja jetzt auch recht kurz. Nichts ist umsonst und allein schon die Erfahrung war es wert. Ausserdem habe ich einen kleinen Einblick ins alleine reisen beziehungsweise alleine auf reisen zu sein bekommen.
Hier ein kleines Video von den besten Eindrücken der Stadt mit einem eingespielten Klavierstück von mir!Baca selengkapnya

















































































































































































































































