Aufbruch ins Abenteuer
30 de abr.–1 de mai. 2025, Alemanha ⋅ ⛅ 21 °C
Endlich geht's los! Mein Motorrad-Abenteuer Richtung Georgien startet - der Motor brummt, das Herz schlägt schneller. Ob ich's wirklich bis dahin (und zurück) schaffe? Keine Ahnung. Aber das Ziel ist klar: ein Kindheitstraum soll wahr werden - mit einem Pferd durch die Wildnis reiten, fernab vom Ponyhof!
350 km ohne Autobahn der perfekte Start! Heute ging's einfach nur raus aus dem Bekannten, rein in die Natur. Thüringen überrascht mit schöner Strecke, viel Grün und... erstaunlich wenig Menschen. Übernachtung in Erfurt, dort noch schnell die Füße vertreten und endlich was Gescheites essen. Der Weg ist das Ziel - und der Anfang fühlt sich gut an!Leia mais
Feuer, Panne, Stadt Písek
1–2 de mai. 2025, República Checa ⋅ ☀️ 19 °C
Die Walpurgisnacht gestern in Erfurt war ein echtes Spektakel – ein riesiges Feuer, entfacht von einem Feuerwerkskörper mitten in der Menge. So eine Kombi hab ich auch noch nie erlebt!
Am nächsten Morgen dann gemütliches Frühstück in besonderem Ambiente: Der Gastgeber, selbst Motorradfan, hat seine Sammlung direkt im Frühstückssaal ausgestellt – echtes Schrauberherzblut! Kaum aufgebrochen, schon die erste Reparatur: Eine Gurt-Schnalle ist dem Abenteuergeist (oder eher meinem Ungedulds-Zug) zum Opfer gefallen. Zum Glück hatte ich eine Ersatzschnalle dabei – weiter geht’s!
Nach einem kleinen Eintrag samt Vereinslogo im Gästebuch ging’s auf Entdeckungstour: unzählige interessante Orte auf dem Weg, dann der Grenzübertritt in die Tschechische Republik. Kurzer Halt in Pilsen – hatte eigentlich mit einer Übernachtung geliebäugelt, aber die Stadt wirkte kalt, düster, irgendwie trostlos – erinnerte mich ein bisschen an Duisburg. Also Plan B: weiter auf gut Glück. Und siehe da – Písek! Eine charmante Kleinstadt mit einem Namen, der russischsprachigen Reisenden ein Schmunzeln ins Gesicht zaubert. Ein kleiner Tipp: Schaut mal bei Google Maps rein und achtet auf die Bezeichnungen – es lohnt sich!Leia mais
Vollgas, Wien , Bratislava
2–3 de mai. 2025, Eslováquia ⋅ ☀️ 17 °C
Was für ein Tag! Auf dem Weg nach Písek habe ich zufällig eine Rennstrecke entdeckt – und klar, da konnte ich nicht widerstehen. Mit meinen 28 PS 🏍️ habe ich jede Kurve ausgekostet und bin tatsächlich als Erster durchs Ziel geschossen. Der Beweis? Im Video festgehalten! 🥇
Die Nacht verbrachte ich in einem kleinen, aber besonderen Hotel direkt am ⚽ Fußballplatz. Mein Zimmer ging auf eine Terrasse hinaus – und direkt weiter zu den VIP-Plätzen. Die Spieler trainierten quasi vor der Tür. Zum Glück begann der Spielbetrieb nicht allzu früh, sodass ich in Ruhe Energie für die Weiterfahrt tanken konnte. 50 Euronen für eine Übernachtung mit Frühstück, fand ich mehr als angemessen.
Písek selbst war ruhig und charmant. Für russischsprachige Reisende bietet die Stadt noch ein ganz besonderes Highlight – ein Blick auf die Beschriftungen bei Google Maps reicht, um lauthals loszulachen 😆😁😄
Weiter ging’s Richtung Bratislava, mit einem spontanen Schlenker über Wien. Die Stadt ist zweifellos beeindruckend – prachtvolle Bauten, lebendiges Zentrum –, aber völlig überlaufen. Touristenmassen überall, Straßen voll, keine Chance auf entspanntes Ankommen. Und dann die Hotelpreise: Ab 300 Euro pro Nacht 🙀 für ein Zwei-Sterne-Zimmer! Ich hab mir beim Vorbeifahren einen ersten Eindruck verschafft und beschlossen: Wien ist nichts für den schnellen Abstecher. Das muss ich mir in Ruhe anschauen – mit dem Zug, und mit mindestens zwei, drei Tagen Zeit.
Also weiter nach Bratislava – und hier kam sofort Stimmung auf! 💃Die Stadt empfing mich mit einem Rockkonzert mitten im Zentrum, voller Bars und Restaurants, überall freundliche Gesichter, gute Laune in der Luft. Die Sprache klang auf den ersten Eindruck fast verständlich – als würde ich alles verstehen. Doch beim genauen Hinhören wurde klar: zwar ähnlich wie Russisch, aber Sinn ergibt’s trotzdem kaum. Egal! Jetzt heißt’s: marsch – mal sehen, was die Nacht noch so bringt...Leia mais

giggynox GaR
Да лааааднооо ты на рэннке даже побывал. Я думаю если бы с тобой ехал то там бы и остался и ждал тебя пока ты обратно б не поехал. 🤣

Viajante136km/h !!! Ich wußte gar nicht, dass meine Bergziege so abgehen kann 😄😄😄
Wetterflucht. Offroad-Glück. Budapest
3–4 de mai. 2025, Hungria ⋅ ☁️ 27 °C
Heute Morgen beim Frühstück lag etwas in der Luft – im wahrsten Sinne des Wortes. Die Stimmung kippte, der Himmel wirkte drückend. 🌩️Ein kurzer Blick auf Windfinder – und schon war klar: Ein Gewitter ist im Anmarsch. Keine Zeit zu verlieren. Spontan entschied ich, nicht abzuwarten, sondern dem Wetter davonzufahren – Richtung Ungarn, zum TET-Track der Sektion 4. Endlich 🌳Offroad, endlich weg vom Asphalt!
🌞Und es hat sich gelohnt: Kein einziger Regentropfen, dafür Natur pur. Früh gestartet, begegneten mir überall Tiere – Hasen, Rehe, der Morgen gehörte mir allein. Dann ein Highlight: Ich traf einen ungarischen Motorradfahrer, der wie ich auf dem TET unterwegs war – komplett durchnässt. Er warnte mich vor einer besonders tiefen Flussdurchfahrt: Die Donau habe heute einen Stand erreicht, den er schon lange nicht gesehen hatte. Natürlich wollte ich es mit eigenen Augen sehen – doch spätestens an der Wassergrenze war klar: Hier endet der Weg. Also Umleitung 🚧.
Doch das nächste Hindernis ließ nicht lange auf sich warten: Ein umgestürzter Baum versperrte mir den Pfad. Und natürlich fiel mir genau in dem Moment die 🪚 Sägekette ein, die ich seit Wochen „mitnehmen wollte“… Improvisation war gefragt. Ich setzte kurz zurück, nahm eine Abkürzung querfeldein – durch dichtes Buschwerk und halbmatschiges Gelände. Ging besser als gedacht.
Zur Belohnung: endlose Schotterpassagen, die förmlich dazu einladen, das Gas stehen zu lassen. Vorderrad leicht, Gewicht nach hinten – das Gefühl, wenn das Bike über Schotter und Sand tanzt, ist unbeschreiblich. Es war die perfekte Vorbereitung auf das, was auf meiner Reise noch so kommt....
Am Nachmittag erreichte ich Budapest. Und was soll ich sagen – die Stadt hat mich sofort gepackt. Diese Architektur, die Donaubrücken, das Spiel aus Licht und Wasser: einfach faszinierend. Ich drehte ein paar Runden durch die Innenstadt, atmete die Atmosphäre ein – und wusste: Hier bleibe ich. Ein Hotel zu finden war allerdings wie die Suche nach einer Stecknadel im Heuhaufen – die Stadt ist komplett voll. Nach langem Suchen dann doch noch ein Zimmer ergattert. Jetzt: schnell duschen, was Ordentliches essen – und los geht's. Budapest wirkt lebendig, pulsierend, offen. Ich bin gespannt, was der Abend bringt. Der Bericht folgt morgen.Leia mais
Land unter in Budapest. 1 Ps "Speedy"
4–5 de mai. 2025, Romênia ⋅ 🌧 19 °C
Der gestrige Abend in Budapest war magisch 🤩 Beim Spaziergang entlang der Donau war die Stadt in goldenes Licht getaucht – funkelnde Restaurantlichter, fröhliche Menschen, entspannte Stimmung. Budapest hat diesen besonderen Charme, der dich einfach mitnimmt. Beim Schlendern durch die Straßen stieß ich zufällig auf ein georgisches Restaurant. Kaum stand ich davor, sprach mich ein georgischer Kellner auf Russisch an: „Wie wär’s mit georgischem Essen?“ Keine Frage – sofort ja! Wir kamen ins Gespräch. Sein Name war Niko, und als ich ihm von meiner Motorradreise nach Georgien erzählte, leuchteten seine Augen. Schnell stellte sich heraus: Niko war selbst leidenschaftlicher 🏍️ Motorradfahrer – bis ein schwerer Unfall, für den er nichts konnte, das vorerst beendete. Doch im Laufe des Abends merkte ich: seine Leidenschaft brennt weiter. Ich bin mir sicher, eines Tages wird er wieder aufsteigen – und davonbrausen. Das Essen war übrigens genauso herzhaft und ehrlich wie unser Gespräch. Eine Flasche 🍷 Kindzmarauli musste herhalten 😄
Heute Morgen: Wetterumschwung. Regen. Viel Regen. Der Plan den Balatonsee zu besuchen fiel damit ins Wasser – buchstäblich. Also wieder mal: Blick aufs Regenradar, Kurs neu setzen. Und los – Richtung Rumänien, der Sonne entgegen. Kaum eine Stunde später wurde ich belohnt: strahlend blauer Himmel, endlose ungarische Weiten. Gerade Straßen, kleine Dörfer, Felder bis zum Horizont – ein fast meditatives Fahren.
Bei einer Cappuccino-Pause begegnete mir dann das legendäre Ein-PS-Fahrzeug – ein Pferd. Wir verstanden uns auf Anhieb. Ich nannte ihn "Speedy" – passte einfach 😁😆
Wenig später endete plötzlich die Straße vor mir: eine kleine Flussfähre. Ganz ohne Motor, nur durch die Strömung und ein ausgeklügeltes Seilsystem betrieben. Zwei ältere Herren bedienten die Fähre, freundlich, redselig – und überraschend unterhaltsam. Sie versuchten, mir in einem Mix aus Ungarisch, Russisch und Humor alte Schulanekdoten näherzubringen. Sprachlich holprig, aber herzlich 😆🤣😁
Am Nachmittag überquerte ich die Grenze nach Rumänien und erreichte die Stadt Oradea – vorher nie gehört, aber sofort neugierig geworden. Nach einer kurzen Pause geht’s jetzt im Nachtmodus weiter – neue Straßen, neue Eindrücke, und wie immer: offen für das, was kommt...Leia mais
Matsch, UFO Wald, Schlammrutsche
5–6 de mai. 2025, Romênia ⋅ ☁️ 18 °C
Oradea in Rumänien – noch nie gehört, einfach gestern hingefahren. Und dann diese Überraschung: Die Stadt wirkt fast schon edel. Top gepflegte Häuser, blitzsaubere Straßen, nichts liegt rum, was nicht soll. Für eine so kleine Stadt erstaunlich viele Cafés, Geschäfte und Restaurants – das hätte ich nie erwartet. Abends bin ich dem Fluss entlang geschlendert, bei Lichterglanz und Stille. Es war wie eine kleine Erinnerung an die Abendrunden mit meinem Hund Fil – ein Moment, den ich gebraucht hatte.
Der nächste Morgen startete früh. Erst Frühstück, dann die Montagsroutine im Remote-Office erledigt, bis 11 Uhr gearbeitet, viele Telefonate geführt - Montag eben... alles eingepackt – los geht’s. Und dann kam er doch noch: der Regen. Und was für einer! Nass bis auf die Haut – aber irgendwie schön. Das Video zeigt’s besser als Worte.
Mein Ziel heute: der legendäre Hoia-Baciu-Wald, angeblich einer der gruseligsten Orte der Welt. UFO-Sichtungen, mystische Energien, unheimliche Geschichten – ich war gespannt. Angekommen, wirkte der Wald eher ruhig und neblig als unheimlich. Kein UFO weit und breit, dafür ein echtes Abenteuer mit dem Matsch. Nach dem starken Regen hatte sich der Wald in eine Rutschbahn verwandelt. Der Aufstieg war schon eine Herausforderung – aber der Abstieg? Pures Chaos. Bremsen? Kaum Wirkung. Ich rutschte mehr, als ich fuhr. Von Kopf bis Fuß im Schlamm, komplett eingesaut.
Auf dem Rückweg grübelte ich, wie ich in diesem Zustand wohl an der Hotelrezeption in meinem gebrochenen Englisch erklären würde, was passiert war. Und da – die Rettung: eine Waschstraße! Leider nur mit rumänischen Jetons zu bedienen, und ich hatte kein Bargeld in der Landeswährung. In dem Moment kam ein rumänischer Bauer mit seinem Trecker, sah mich – und ohne ein Wort zu verlieren, kaufte er mir sieben Waschmarken. Einfach so. Keine Gegenleistung, nur ein freundliches Lächeln. Ich war sprachlos. DANKE!
Also: mich und mein Bike gründlich vom Matsch befreit, Kette geölt, alles wieder in Schuss – und ab ins Hotel. Dort drehte ich noch eine kleine Runde durch die Stadt, aber der Regen hörte nicht auf. Heute bleibe ich einfach im Zimmer, arbeite ein wenig, plane meine Route für morgen – und lasse den Regen draußen, während drinnen langsam wieder Ruhe einkehrt... Bis morgen ;-)Leia mais
Salz, Schlamm und Serpentinenlust
6–7 de mai. 2025, Romênia ⋅ ☁️ 13 °C
Heute stand ein echtes Highlight auf dem Programm: die Salina Turda. Diese ehemalige Salzmine in Rumänien ist nicht nur riesig, sondern auch spektakulär inszeniert – ein echtes unterirdisches Wunderwerk. In bis zu 120 Meter Tiefe führen Stollen und Hallen, die teils wie aus einem Sci-Fi-Film wirken. Heute beherbergt die Mine ein unterirdisches Freizeitareal mit Riesenrad, Minigolf und sogar einem Salzsee mit Ruderbooten – surreal und faszinierend zugleich. Ich war noch nie an einem Ort wie diesem – beeindruckend und wohltuend zugleich, denn die salzhaltige Luft soll auch noch gut für die Lunge sein.
Danach machte ich mich auf den Weg zur legendären Transfăgărășan-Straße – eine der spektakulärsten Hochgebirgsstraßen der Welt. Sie schlängelt sich über 90 Kilometer durch die Karpaten, mit Haarnadelkurven, steilen Hängen und atemberaubenden Ausblicken. Leider ist sie derzeit noch gesperrt – der obere Abschnitt öffnet erst Mitte Juni. Trotzdem wollte ich schon mal ein wenig „schnuppern“, wie es dort aussieht. Vielleicht nehme ich in den nächsten Tagen den südlichen Teil in Angriff, je nachdem, wie sich das Wetter entwickelt.
Unterwegs gab’s dann noch ein kleines Offroad-Highlight: eine Flussdurchfahrt! Hat so viel Spaß gemacht, dass ich gleich ein paar Extrarunden durchs Wasser gedreht habe – Kind im Erwachsenenmodus, voll ausgelebt.
Am Abend dann Ankunft in Brașov. Motorrad abgestellt, schnell geduscht und ab in die Stadt. Jetzt wird zu Fuß erkundet, was heute noch an Energie übrig ist – Ziel: 15.000 Schritte auf der Google Fit App knacken. Mal sehen, ob ich das Tagesziel erreiche – aber der erste Eindruck von Brașov? Vielversprechend!Leia mais

ViajanteJap, vor 5 Jahren waren wir auch da. Transfagafas, Transalpinta und die Salina Turda haben wir auch besucht. 👍🏻 war richtig geil! -> ROMANIA 2020. Mit dem Motorrad nach Rumänien. https://youtu.be/wzO-ABcT5Us
Regen, Kurven und raue Schönheit
7–8 de mai. 2025, Romênia ⋅ ☁️ 13 °C
Heute war so ein Tag, an dem der Regen einfach nicht nachließ. Von morgens bis abends grauer Himmel, nasse Kleidung – und trotzdem war’s großartig. Mein Ziel: die Bicaz-Schlucht, ein echtes Naturmonument im Osten Rumäniens. Selbst bei Regen wirkt sie gewaltig – steile, moosige Felswände ragen links und rechts auf, während sich die Straße schmal dazwischen hindurchwindet. Der Bicaz-Fluss rauscht unter mir durch, und jeder Meter wirkt wie aus einem Abenteuerfilm.
Die Anfahrt über die 12C war trotz Nässe ein reines Kurvenparadies. Eng, verwinkelt, fordernd – aber wunderschön. Ich fuhr durch dichte Wälder, vorbei an glitzernden Stauseen, und immer wieder zeigten sich kleine Dörfer, scheinbar aus der Zeit gefallen.
Die Tierwelt ließ sich vom Wetter nicht beeindrucken: Überall Störche in ihren wackeligen Nestern auf Strommasten. In der Ferne sogar zwei Wölfe – kurz gesehen, dann waren sie wieder verschwunden zwischen den Bäumen.
Heute Abend übernachte ich im Nordosten des Landes, unweit der Grenze zu Moldau. Was morgen kommt? Hängt vom Wetter ab – aber wenn der Regen nachlässt, geht’s vielleicht schon ein Land weiter.Leia mais
Zwei Räder, kein Trockner. Moldau
8–9 de mai. 2025, Moldávia ⋅ ☁️ 16 °C
Der gestrige Abend stand ganz im Zeichen des Biker-Überlebens: Wäschetag! Alles per Hand mit Duschgel und Shampoo gewaschen – Bikerstyle eben. Die Wäscheleine zog sich quer durchs ganze Hotelzimmer, fast wie eine Slackline fürs Motorradshirt. Bei dem Anblick hätte jeder Hotelgast gedacht, hier wohnt ein reisender Wäschereikünstler auf Tournee.
Heute früh dann ausgiebig gefrühstückt, remote ein paar Arbeitsthemen erledigt – und ab aufs Bike! Mein Ziel: Moldau. Ein Land, das ich bisher noch nie betreten habe, eigentlich gar nicht geplant war, aber spontan entschlossen wurde. Ein paar Freunde hatten mir geraten, es nicht auszulassen – und da ich eh in der Nähe war, dachte ich mir: Warum nicht?
Der Grenzübertritt lief überraschend glatt – in nicht mal 15 Minuten war ich durch. Kein Visum nötig, kein Papierkramwahnsinn – deutscher Pass, Führerschein, Fahrzeugschein und Versicherungsnachweis reichen. Freundliches Grenzpersonal, alles easy. Doch kurz vor dem Losfahren fiel mir ein Detail auf: Ich hatte einen Stempel für Autofahrer im Pass – dabei bin ich mit dem Motorrad eingereist. Also zurück, die Beamten darauf angesprochen. Die waren sichtlich erstaunt – und meinten, das sei wirklich gut, dass ich’s bemerkt habe. Sonst hätte man mir beim Ausreisen unterstellen können, mein „Auto“ verkauft und durch ein Motorrad ersetzt zu haben. Willkommen im Grenzlogik-Paradox!
Dann ging’s weiter Richtung Chișinău. Die Landschaft: noch unspektakulär, viel Baustelle, aber man spürt – hier passiert was. Moldau richtet sich sichtbar auf den Westen. Dazwischen viele alte Sowjetkisten, teilweise echte Rauchmaschinen – hinter manchen herzufahren, fühlt sich an wie ein Ritt durch eine kohlebetriebene Dampflokwolke.
Auf der Landstraße kam mir heute mehrmals ein echtes Frankenstein-Fahrzeug entgegen – halb Traktor, halb Anhänger, irgendwo dazwischen ein Schraubertraum auf drei Rädern. Wie ich später erfahren habe, ist dieses Gefährt in Moldau und Rumänien ein echter Alleskönner: ein einzylindriger Lebensbegleiter, der nicht nur fährt, sondern auch im Garten, auf dem Feld und in der Werkstatt seinen Dienst tut. Holz spalten? Kein Problem. Rasenmähen? Geht. Licht anschließen? Warum nicht. Und wenn’s sein muss, bringt er dich sogar stilecht zum Dorfladen. Ich musste laut lachen – das Ding sieht aus, als hätte jemand einen Baumarkt ausgeschlachtet und zum Leben erweckt. Moldauischer Erfindergeist at its best!
In Chișinău angekommen, war der erste Eindruck klar: Sowjetflair, Betonarchitektur, volle Straßen – aber gleichzeitig lebendig, laut, offen. Ich hab mir ein schönes Hotel mitten im Zentrum gegönnt. Ein paar Tage will ich bleiben – einerseits, um noch ein paar dringende Arbeitsthemen zu erledigen, andererseits, weil ich mich hier irgendwie wohlfühle. Und: Ich habe von fantastischem Essen und einem besonderen moldauischen Wein gehört. Den will ich mir definitiv nicht entgehen lassen!Leia mais
Ruinen, Luxus und ein Haarschnitt
9–10 de mai. 2025, Moldávia ⋅ ⛅ 9 °C
Heute blieb das Motorrad stehen – stattdessen war ich zu Fuß unterwegs, ganz klassisch auf Entdeckungstour durch Chișinău, die Hauptstadt Moldaus. Und das nicht zu knapp: Laut Komoot habe ich rund 25 Kilometer durch die Stadt zurückgelegt. Ein ganzer Tagesmarsch, der sich gelohnt hat – denn Chișinău zeigt sich von vielen Seiten.
Die Stadt hinterlässt bei mir gemischte Gefühle. Einerseits wirkt vieles marode – alte Bauten, verfallene Häuser, teils unbewohnbare Ruinen. Man sieht der Stadt an, dass hier harte Jahrzehnte hinter ihr liegen. Doch dann ist da die andere Seite: die Menschen. Sie bringen Leben, Gefühl, Energie in diese graue Kulisse. Es herrscht eine spürbare Herzlichkeit, eine Wärme, die man nicht in Beton gießt, sondern nur erleben kann.
Was sofort auffällt: Die Kluft zwischen Arm und Reich ist gewaltig. Alle paar Minuten rollt ein Luxusauto vorbei, jenseits der 100.000-Euro-Marke – kurz darauf sieht man alte Frauen am Straßenrand, die selbstgemachten Wein, Petersilie oder eingelegte Gurken verkaufen, um sich ein paar moldauische Lei dazuzuverdienen. Der Durchschnittslohn? Angeblich 600–700 Euro im Monat. Die Preise in den Restaurants oder Supermärkten hingegen erinnern eher an westeuropäische Verhältnisse. Ein Spagat, der im Alltag kaum zu übersehen ist.
Ich habe mir heute außerdem einen kleinen persönlichen Meilenstein gegönnt – den ersten Friseurbesuch im Ausland! Premiere geglückt, die Haare sitzen, also dürfen ab sofort auch wieder Fotos von mir gemacht werden – ganz ohne Helmfrisur. 😆
Was mich ehrlich begeistert hat: das Essen, der Wein und die Restaurants selbst. Man spürt, wie viel Mühe und Liebe die Menschen hier in Ambiente und Küche stecken. Ob im Innenhof mit Lichterketten oder in Backstein-Gewölben – überall herrscht eine Atmosphäre, wie man sie selten erlebt. Und geschmacklich? Einfach großartig!
Ob es morgen weitergeht? Mal sehen. Nach 25 Kilometern Stadtwanderung werde ich ausschlafen und dann spontan entscheiden. Aber egal, wie’s weitergeht – Moldau hat heute Spuren hinterlassen...Leia mais
Schlammvulkane von Berca, Bukarest
10–11 de mai. 2025, Romênia ⋅ 🌙 12 °C
Heute war ich wieder früh wach – erstaunlich frisch trotz der gestrigen XXL-Wanderung durch Chișinău. Eigentlich wollte ich um sechs Uhr morgens los, aber das Frühstück wurde erst ab sieben serviert. Die Wartezeit habe ich sinnvoll genutzt – mit einer kleinen Attacke auf die Gruppenmitglieder per WhatsApp. Pünktlich um sechs Uhr meiner Zeit (fünf Uhr in Deutschland) ging der „Guten Morgen“-Gruß raus – ein kleiner Test, wer den gestrigen Abend alkoholisch überlebt hat.
Als dann endlich die Küche aufdrehte, wurde ich mit einem sensationellen Frühstück belohnt. Die Moldauer verstehen wirklich was vom Essen – liebevoll, reichhaltig, hausgemacht. Ganz anders als das, was man oft sonst so vorgesetzt bekommt.
Dann hieß es: Abschied nehmen von Moldau – ab zurück nach Rumänien. Ich war gespannt, ob die Geschichte mit dem falschen Fahrzeugstempel beim Grenzübertritt Ärger macht. Aber ich war früh dran, kaum Verkehr, und das Grenzpersonal fand die Korrektur im System. Alles lief glatt, sogar mit einem freundlichen „Drum bun!“ (Gute Reise!) verabschiedet worden. Und schon war ich wieder in Rumänien.
Mein Ziel heute: die Schlammvulkane von Berca. Die Anfahrt hatte es in sich – mein Navi hatte offenbar Lust auf Abenteuer und schickte mich über kaum sichtbare Pfade mit halsbrecherischen Steigungen. Einmal musste ich dreimal ansetzen, um den Berg nicht rückwärts wieder runterzukullern. Dann kam auch noch eine Flussdurchfahrt – tiefer als gedacht, mit kräftiger Strömung. Wäre ich nicht allein gewesen, hätte ich’s vielleicht gewagt, aber allein im Wasser das Motorrad zu bergen? Lieber nicht. Also Umweg – 40 Kilometer zusätzlich, aber sicher ist sicher.
Am Ziel angekommen: Wow! Die Landschaft sah aus wie von einem anderen Planeten. Aus dutzenden kleinen Hügeln blubberte zähflüssiger, grauer Schlamm an die Oberfläche. Manche Stellen spuckten dicke Blasen, andere schickten kleine Ströme den Hang hinunter, die sich zu seltsamen Schlammwellen formten. Es roch leicht nach Gas, der Boden war trocken-rissig wie Wüstenerde – und man spürte: Hier lebt der Untergrund. Der Ort ist ein echtes Naturwunder, und obwohl gar nicht so bekannt, gehört er definitiv zu den besonderen Highlights in Rumänien. Der Ausblick über die umliegende Landschaft war ebenfalls traumhaft – ein Mix aus kargen Hügeln, sonnenverbrannter Erde und weitem Himmel.
Nach einer ausgiebigen Pause ging’s weiter – mein nächstes Ziel: Bukarest. Die rumänische Hauptstadt empfing mich mit überraschend breiten Boulevards – sechsspurige Straßen in beide Richtungen, viel Verkehr, imposante Gebäude. Hier scheint jedes internationale Unternehmen ein Büro zu haben. Schnell ins Hotel, duschen – und dann los zur Abendwanderung durch die Metropole.
Ich bin gespannt, wie sich Bukarest bei Nacht anfühlt – und ob die Stadt morgen wieder so früh mit mir wach ist wie heute.Leia mais
Gar nicht so schwarzes Meer, Bulgarien
11–12 de mai. 2025, Bulgária ⋅ 🌙 11 °C
Die nächtliche Wanderung durch Bukarest gestern war ein echtes Highlight. Die Stadt war brechend voll, überall Straßenkünstler, gute Stimmung und fantastisches Essen. Ich weiß zwar bis jetzt nicht genau, was gefeiert wurde – aber gefeiert wurde auf jeden Fall. Die Innenstadt war komplett autofrei, und überall standen selbstgebastelte Lichter: kleine Papierlaternen mit Teelichtern darin, auf Bürgersteigen, Mauern, Brunnenrändern – ein magischer Anblick. Die ganze Stadt schien in Bewegung und gleichzeitig vollkommen entspannt.
Heute Morgen gut gefrühstückt, beschloss ich, Bukarest noch eine zweite Chance bei Tageslicht zu geben. Schließlich hatte ich gestern nur einen Bruchteil gesehen. Doch kaum losgelaufen, merkte ich: irgendwas ist anders. Diesmal war nicht nur der Verkehr ausgesperrt – auch Fußgänger kamen nicht weiter. Wenige Minuten später wurde klar warum: Ein riesiger Laufwettbewerb zog durch die Innenstadt – tausende Teilnehmer, alles gesperrt. Ich wartete rund 20 Minuten, bis die Läufermassen an mir vorbeigezogen waren. Für den Spaßfaktor bin ich ein paar Meter mitgelaufen, bis man mich freundlich aussortierte – keine Startnummer, kein Rennen. Regeln müssen sein!
Zurück am Hotel dann alles aufs Bike geschnallt, letzte Runde durch Bukarest gedreht – und los ging’s Richtung Bulgarien. Wieder ein neues Land für mich, und auch diesmal ganz spontan. Ziel: Warna am Schwarzen Meer.
Die Strecke war lang und überraschend eintönig. Kaum über die Grenze, fiel auf: keine Restaurants, kaum Dörfer, und wenn doch, dann winzig – 10 bis 15 Häuser, meist menschenleer. Stattdessen: Felder, endlose Landstraßen, kaum Verkehr. Bulgarien begrüßte mich mit Weite, aber ohne viel Leben. Nicht ganz das, was ich erwartet hatte – aber ich bin gespannt, was die nächsten Tage bringen.
Dann endlich: Warna! Und da war es wieder, dieses unübersehbare Grinsen unter dem Helm. Palmen, Sonne, eine lange Strandpromenade, gepflegte Parks, Blick aufs Schwarze Meer – das übrigens gar nicht so schwarz ist (kleiner Reisewitz am Rande). Das Meer rauscht, Möwen kreischen, und plötzlich fühlt sich alles ganz leicht an.
Jetzt heißt es: runter vom Bike, rein in die Dusche – und wie immer ab in den Stadtmodus. Neue Stadt, neue Eindrücke, neue Wege unter den Füßen...Leia mais
Lostplace. Jetpower. Burgas
12–13 de mai. 2025, Bulgária ⋅ ☁️ 13 °C
Warna hat mich gestern ehrlich überrascht. Die Stadt war auf jeden Fall einen Besuch wert: endlos lange Strände mit feinem Sand, gemütliche Strandcafés und ein riesiger, blumig arrangierter Park voller Skulpturen, Denkmäler und Sportmöglichkeiten. Man spürte zwar noch die Vorsaison – es wird hier und da renoviert, und bei 9 Grad war das Meer eher fürs Auge als zum Baden gedacht , aber genau das gab der Stadt diesen entspannten, leicht verschlafenen Charme. Ich bin mir ziemlich sicher: Hierher will ich nochmal zurück – am besten, wenn die Sonne heißer ist und das Wasser ruft.
Heute ging’s weiter, der Küste entlang Richtung türkische Grenze. Die Straßen in diesem Teil Bulgariens sind oft unspektakulär – viel Weite, wenig Kurven. Aber dann fand ich sie: die E87. Wer hier fährt, sollte sich diesen Abschnitt nicht entgehen lassen – herrlich geschwungene Kurven, ein echtes Biker-Bonbon inmitten der weiten Landschaft. Unterwegs machte ich ein paar kleine Ehrenrunden durch hübsche, fast vergessene Städtchen – kurz durchrollen, Luft holen, weiterfahren.
Ein echter Gänsehautmoment: der Besuch eines Lost Places, offenbar ein ehemaliger Freizeitpark. Verlassen, verwüstet, überwachsen – ein Ort, an dem die Zeit einfach stehen geblieben ist. Ich rollte allein mit dem Motorrad zwischen den verfallenen Bauten und gespenstischen Figuren hindurch. Alles, was man hätte zu Geld machen können, wurde längst abtransportiert. Zurück blieben nur Bruchstücke: halbe Karussells, Figurenreste und kaputte Buden. Kein Mensch, kein Tier – nur ein Rudel herrenloser Hunde. Und das leise Gefühl, dass hier früher mal Kinder lachten, wo heute der Wind durch leere Gänge pfeift.
Wenig später – fast vorbeigefahren – entdeckte ich ein kleines Museum für bulgarische Luftfahrt. Montags geschlossen? Ja. Aber nach einem kurzen Gespräch mit dem älteren Wächter an der Tür ließ er mich trotzdem rein – kostenlos. Vielleicht hatte er Mitleid mit einem staubigen Alleinreisenden auf zwei Rädern – oder einfach nur ein Herz für Neugierige. Drinnen: alte Jets, Hubschrauber, geöffnete Triebwerke, kleine Sportflieger. Technik zum Anfassen. Ein tolles Extra auf dieser Etappe.
Jetzt bin ich in Burgas angekommen – Hotelzimmer mit Meeresblick, vierter Stock, 65 € inklusive Frühstück. Perfekt. Noch ein bisschen remote arbeiten – dann duschen, rein in die Stadt und schauen, was das abendliche Burgas so auf Lager hat...Leia mais
Europa ade, Asien ich komme! Türkei
13–14 de mai. 2025, Turquia ⋅ 🌙 11 °C
Burgas hat sich gestern Abend als eher ruhige Stadt entpuppt – obwohl es Bulgariens viertgrößte Stadt ist. Man merkt schnell: Hier dreht sich vieles um Industrie, Rohöl und den größten Hafen des Landes. Urlaubsflair kommt nur in kleinen Dosen auf. Es gibt genau zwei Straßen, auf denen sich das abendliche Leben abspielt. Trotzdem: ein schöner Spaziergang, leckeres Essen und ein nettes Gespräch mit dem Kellner, der mir erzählte, dass die Saison bald startet – und viele Hoteliers auf bessere Zeiten hoffen. Die letzten Jahre waren hart: weniger Gäste, weniger Geld, mehr Unsicherheit.
Heute früh alles gepackt, gut gestärkt – und auf Richtung türkische Grenze! Ich hatte viele Schauergeschichten über diesen Übergang gehört und daher genug Zeit eingeplant. Und was passiert? Nach nicht mal 20 Minuten war ich durch! Willkommen in der Türkei!
Und ja – man merkt es sofort: Neues Land, neue Energie. Die Straßen? Eher löchrig. Die Hunde? Riesig und frei unterwegs. Der Geruch? Köfte, Döner, gegrilltes Fleisch – direkt nach dem Grenzübergang. Mein Bikerherz klopfte – aus Vorfreude und leichtem Respekt.
Verkehrstechnisch herrscht hier ein ganz eigener Rhythmus. Als ich brav bei Rot hielt, rauschten links und rechts Kleinbusse und LKWs mit 70 Sachen einfach durch die Kreuzung – bei knallroter Ampel! Offenbar gilt: Wenn nichts kommt, fährt man. Also heißt es ab jetzt doppelt aufpassen – auch bei Grün.
Istanbul war für mich nur eine Durchfahrt – die Stadt habe ich bereits bei einem früheren Familienurlaub per Kreuzfahrt und Hop-on-Hop-off-Bus ausführlich erkundet. Heute wollte ich nur eine kleine Ehrenrunde drehen – was sich als echtes Survivaltraining auf zwei Rädern entpuppte. Verkehrsregeln? Optional. Spuren? Theoretisch. Manche fahren sogar rückwärts, gegen den Verkehr, und das alles ohne Blinker. Nach 20 Minuten Eingewöhnung war ich aber drin – und habe sogar ein paar inoffizielle „Rennen“ gewonnen. Istanbul im Rückspiegel – Haken dran.
Am Abend kam ich in İzmit an – einer Stadt am östlichen Ende des Marmarameeres. Bekannt ist sie für ihre Nähe zu Istanbul, für Industrie, aber auch für schöne Aussichten auf die Bucht. Viel Zeit zum Erkunden bleibt heute nicht, aber ein Hotel habe ich schon gefunden: 50 Euro, Frühstück inklusive, und zentral gelegen.
Jetzt ziehe ich noch los in die Stadt – mit einem konkreten Ziel: Maiskolben! Gegrillt, gekocht, mit Butter oder Salz – ganz egal. Kindheit pur. Ich hoffe, ich finde einen Stand. Heute gab’s viele Kilometer, viel Kulturwechsel – aber manchmal reicht auch einfach ein Maiskolben, um glücklich zu sein.
Danke an dieser Stelle an Vitali – die Karte mit den Sehenswürdigkeiten, die du mir geschickt hast, ist Gold wert. Morgen geht’s los mit dem nächsten echten Türkei-Abenteuer!Leia mais
Kurven, Küste, salzige Kerne
14–15 de mai. 2025, Turquia ⋅ 🌙 11 °C
Izmit hat mich gestern noch überrascht – als feierfreudige Stadt mit XXL-Fressmeile, Freizeitpark und endloser Promenade am Marmarameer. Die Stimmung war ausgelassen, überall Menschen, die den Abend genossen. Die Bars waren voll, Straßenverkäufer boten alles Mögliche an und doch: kaum internationale Touristen. Es scheint, als würden hier vor allem Einheimische Urlaub machen – weit weg vom Trubel Istanbuls.
Nach einem eher gewöhnungsbedürftigen Frühstück – das kulinarisch nicht ganz mit dem Abend mithalten konnte – machte ich mich auf Richtung Norden, zur Schwarzmeerküste. Doch diesmal wollte ich nicht die schnelle Landstraße nehmen. Ich sehnte mich nach Bergen, nach Kurven, nach Offroad. Also plante ich meine Route über einen vielversprechenden Bergpass.
Und was soll ich sagen: Es war ein Volltreffer. Die Straße war kurvenreich, steil, mit spektakulären Ausblicken, die mir mehrfach ein lautes „Wow!“ unter dem Helm entlockten. Teilweise so steil, dass ich mich instinktiv nach vorne lehnte, nur um sicherzugehen, dass ich keinen unfreiwilligen Wheelie hinlege...
Dann endete der Asphalt – und der Schotter begann. Wilde Natur, Wasserläufe quer über den Weg, anspruchsvolle Passagen, durch die der letzte Regen neue Herausforderungen geformt hatte. Und mittendrin: ein riesiges Dammprojekt im Bau. Hier wird aus einem wilden Fluss bald ein gigantischer Wasserspeicher entstehen, vermutlich für Energiegewinnung – beeindruckend und zugleich ein Eingriff in unberührte Landschaft.
Ziemlich ausgepowert erreichte ich schließlich die Schwarzmeerküste – und wurde belohnt: Gözleme, frisch vom Blech, dazu kalter Ayran, Meerblick. Einfach perfekt. Das Schwarze Meer war tiefblau, ruhig – und der Moment genau richtig.
Doch die Suche nach einer Unterkunft wurde zur echten Aufgabe. Booking.com? Fehlanzeige. Ich klapperte einige Orte ab, und erst spät abends fand ich ein von außen schlichtes, aber praktisches Hotel mit gutem Parkplatz. Ideal für meine müden Knochen und mein treues Bike.
Die Orte hier sind klein, fast dörflich. Und wieder: kaum Touristen. Beim Abendspaziergang spürte ich viele neugierige Blicke. Um nicht völlig aus der Reihe zu tanzen, besorgte ich mir den lokalen Lieblingssnack: geröstete, gesalzene Sonnenblumenkerne. Hier werden sie überall und immer geknackt – also machte ich einfach mit.
Heute geht’s früh ins Bett. Ein bisschen Arbeit wartet noch, und mein Körper meldet sich auch deutlich: Der Tag war lang, die Fahrt fordernd. Wenige Bilder, viele Emotionen – so fühlt sich Abenteuer an...Leia mais
Türkei. Küstenstraße D010 🤩🤩🤩
15–16 de mai. 2025, Turquia ⋅ ☀️ 13 °C
Die Nacht war... sagen wir Mal architektonisch herausfordernd. Das Hotel von gestern war eine echte Katastrophe. Nichts funktionierte, die Sauberkeit ließ zu wünschen übrig, und das Gebäude selbst schien mehr Richtung Pisa als Richtung „gerade“ zu tendieren. Beim Treppensteigen hatte ich das Gefühl, der Boden bewegt sich mit – kein Wunder, in einem erdbebengefährdeten Land wie der Türkei. Woran das lag? Man kann nur spekulieren. Vielleicht ein schiefer Baugrund, vielleicht schlechte Statik – egal.
Aber: das Personal war der Wahnsinn. So freundlich, hilfsbereit und engagiert – als würden sie mit Herzlichkeit gegen den Verfall ankämpfen. Und ganz ehrlich? Es hat funktioniert. Der Service war so gut, dass man das restliche Elend fast vergessen konnte.
Heute früh ging’s dann raus aus dem Bett, wenn auch nicht ganz ausgeschlafen. Gedanken an einsturzgefährdete Häuser machen eben keinen guten Schlaf. Nach einem kurzen Frühstück habe ich mich dann erst mal in die Remote-Arbeit gestürzt – alles erledigt, Bike gesattelt, und los! Ziel: die berühmte Schwarzmeerküstenstraße D010.
Und was soll ich sagen? Es war die beste Straße, die ich bisher auf dieser Reise gefahren bin – vielleicht sogar in meinem Leben überhaupt 🤩🤩🤩 Hunderte Kilometer lang zieht sich die Straße in engen Serpentinen entlang der Steilküste, immer mit Blick auf das tiefblaue Schwarze Meer. Die Sonne schien, die Luft war klar, die Straßen fast leer – ein echtes Paradies für Kurvenjunkies. Ich konnte mich so richtig austoben 🏍️
Die Gegend ist einsam – keine Städte, nur winzige Dörfer. Tankstellen? Selten. Zwischen zwei von ihnen liegen locker 70 bis 90 Kilometer. Zum Glück kein Problem für mich mit meiner 500-Kilometer-Reichweite. Schwieriger wurde es mit der Unterkunft. Je weiter ich fuhr, desto mehr fragte ich mich: Wo zur Hölle soll ich heute schlafen? Kein Zeltplatz in Sicht, keine Hotels, kaum Infrastruktur. Notfalls hätte ich irgendwo geklingelt und auf einen Platz im Garten gehofft – aber die Sprachbarriere wäre ein echtes Hindernis gewesen.
Und dann, fast wie ein Zeichen: Beim Vorbeifahren blitzte das Wort „Hotel“ an einer kleinen Einfahrt auf. Sofort umgedreht, gefragt – und ja, es gab freie Zimmer! Nach sieben Stunden Fahrt war das wie Weihnachten auf zwei Rädern. Und der Ausblick? Traumhaft. Direkt aufs Meer. Dusche, Bett, Ruhe – Jackpot.
Heute war ein großartiger Tag. Eine atemberaubende Straße, eine Landschaft wie gemalt und das Gefühl, wirklich angekommen zu sein. Jetzt noch ein gutes Abendessen – und dann: ab ins Bett. Verdient.Leia mais
5000 km. Katzenklau. Whirlpool-Luxus
16–17 de mai. 2025, Turquia ⋅ ☁️ 15 °C
Gut ausgeschlafen in meinem gestern zufällig entdeckten Hotel – eigentlich eine Jugendherberge mit Hotelkomfort – startete der Tag entspannt mit einem Frühstück direkt am Strand. Der Service? Wieder einmal top. Freundliche Kellner, heißer Kaffee, Meerblick – besser kann ein Morgen kaum beginnen. Und dann kam noch tierische Gesellschaft: Eine Katze sprang frech und völlig schamlos auf meinen Tisch und bediente sich direkt an meinem Frühstück, ehe ich überhaupt reagieren konnte. Na ja, wer den Ausblick teilt, muss auch mal teilen, oder?
Remote-Arbeit stand noch an – aber mit einem Laptop auf dem Balkon, Meeresrauschen im Ohr und Sonne auf der Haut, läuft die Arbeit fast von selbst. Alles erledigt – weiter geht’s!
Mein Plan war heute simpel: einfach der Schwarzmeerküstenstraße folgen – und genießen. Die Strecke entlang der Küste ist eine der schönsten, die ich je gefahren bin, und auch heute enttäuschte sie nicht. Die Natur ist wild, grün, gewaltig – und die Straßen machen süchtig. Immer mehr Städte tauchen auf, die Dörfer mit fünf Häusern werden langsam zu urbanen Zentren.
Und dann war es soweit: 5.000 Kilometer von zu Hause entfernt. Ein Meilenstein auf dem Tacho. Ich habe angehalten, ein Erinnerungsfoto gemacht – und kurz realisiert, wie weit mich dieses Abenteuer schon getragen hat.
Was mir dabei auffällt: In der Türkei grüßt man sich als Biker offenbar nicht. Kein Nicken, kein Winken, nichts. Weltweit ist das eigentlich ungeschriebenes Gesetz – die große Familie auf zwei Rädern. Umso irritierender, dass hier völlige Funkstille herrscht. Schade.
Unterwegs wurde ich heute auch in eine Polizeikontrolle gezogen – gezielt nur Biker. Ich war nicht allein, mit mir wurden noch vier weitere Motorradfahrer herausgewunken. Papiere geprüft, Kennzeichen abgeglichen, dann wurde lange auf einem iPad herumgetippt, bis schließlich das OK zur Weiterfahrt kam.
Als der Tag sich dem Ende neigte, ging die Suche nach einem Übernachtungsplatz los. Ich hatte Glück: In einer der größeren Städte fand ich ein Hotel für 40 € inklusive Frühstück und Parkplatz – über booking gebucht, hingefahren. Und dann die Überraschung: ein richtiges Luxushotel!
Die Mitarbeiter meinten, Gäste, die aus so weiter Entfernung mit dem Motorrad anreisen, hätten sich ein kostenloses Upgrade verdient – und plötzlich stand ich in einer riesigen Suite, mit eigener Terrasse, doppeltem Whirlpool und Blick aufs Schwarze Meer. Was für ein Abschluss! Großes Lob und Danke an das Team – das war außergewöhnlich!
Die Stadt heißt Trabzon – deutlich größer als sie auf der Karte wirkt, voll mit Menschen, Autos, Cafés, Bars. Alles in Bewegung. Heute aber bleibt die Stadtbesichtigung aus. Der Whirlpool ruft. Die Neugier auf Trabzon hebe ich mir für morgen auf – heute heißt es einfach: genießen.Leia mais
Gastfreundschaft, Grenzkontrolle. Batumi
17 de maio de 2025, Geórgia ⋅ 🌙 19 °C
Den gestrigen Abend in Trabzon habe ich ganz entspannt im Hotel verbracht. Klassische türkische Gerichte zum Abendessen, danach ein ausgedehntes Bad im Whirlpool – einfach mal runterkommen. Heute Morgen ging es erholt ans Frühstücksbuffet, und auch hier: türkischer Service vom Feinsten. Als ich mein Motorrad vor dem Hotel packte, kamen mehrere Mitarbeiter auf mich zu – neugierig, interessiert, herzlich. Sie fragten viel über meine Reise, schickten mich mit Glückwünschen, kostenlosem Wasser und einem kleinen Lunchpaket auf den Weg. Diese Art von Gastfreundschaft berührt wirklich – sie macht Reisen besonders.
Die rund 200 Kilometer bis zur georgischen Grenze vergingen wie im Flug. An der türkischen Ausreise ging alles überraschend reibungslos. Dokumente gecheckt, Nummernschild gescannt – und dann der Sicherheitscheck: Ob ich irgendwo zu schnell war. Ich war erstaunt, denn vor mir musste ein spanischer Motorradfahrer eine saftige Strafe zahlen – über zwölf Geschwindigkeitsverstöße! Die Grenzbeamtin erklärte mir, dass es in der Türkei keine klassischen Blitzer gibt, sondern ein landesweites Kamerasystem mit Kennzeichenerkennung. Bei der Ausreise wird genau angezeigt, wo man zu schnell unterwegs war. Da ich eher entspannt fahre, hatte ich Glück – keine Strafe, freie Fahrt.
Dann die georgische Seite – und das war eine andere Nummer. Ich wurde intensiv befragt: Warum Georgien? Warum mit dem Motorrad? Ob ich etwas Illegales dabeihabe? Dann die Dokumentenkontrolle und – wie erwartet – die Info, dass meine Versicherung hier nicht gültig ist. Online hätte mich das 20 Lari gekostet, direkt an der Grenze waren es 60 Lari – etwa 20 Euro. Nun gut, Lehrgeld. Insgesamt dauerte die ganze Prozedur etwa anderthalb Stunden – aber dann: Einreise geschafft. Ich bin in Georgien!
Mein erster Weg führte mich zu Mischko, einem Bekannten, den ich letztes Jahr auf einer Kreuzfahrt kennengelernt hatte. Er arbeitete damals an Bord, wir haben Nummern ausgetauscht und blieben in Kontakt. Als er von meiner Reise hörte, hat er mich sofort eingeladen. Etwa 50 Kilometer hinter Batumi, in einem kleinen dörflichen Ort, lebt Mischko mit seiner Familie. Dort betreiben sie Landwirtschaft und Honigproduktion. Es war bewegend, diesen flüchtigen Kontakt nun persönlich zu vertiefen. Ich wurde herzlich empfangen, lernte seinen Vater kennen und durfte die georgische Gastfreundschaft in voller Blüte erleben – mit Khinkali, Schaschlik und allem, was die Küche hergibt. Ein Fest für den Magen – und fürs Herz. Aus einem flüchtigen Bekannten wurde heute ein echter Freund.
Zurück in Batumi habe ich mir ein Hotel für zwei Nächte gebucht – ich will mir eine kleine Auszeit vom Motorrad gönnen, die Stadt erkunden und einfach mal durchatmen. Der nächtliche Spaziergang durch Batumi war etwas ganz Besonderes. Die Stadt wirkt wie ein georgisches Dubai – leuchtende Hochhäuser, riesige LED-Reklamen, lebendige Straßen, endlose Bars, Restaurants, sogar Karussells und andere Vergnügungsmeilen. Batumi ist völlig anders als der Rest Georgiens – modern, laut, verspielt, charmant. Die Zeitverschiebung habe ich kaum bemerkt, doch als ich auf die Uhr sah, war es längst nach Mitternacht.
Ich bin angekommen – in Georgien, in meinem Zielland. Jetzt ist Zeit für Genuss, Begegnungen und vielleicht auch ein wenig Ruhe. Morgen wird nicht gefahren.Leia mais
Frühstück verpennt, Freunde gefunden
18 de maio de 2025, Geórgia ⋅ 🌧 15 °C
Heute startete der Tag etwas ungeplant – das Frühstück im Hotel war schon vorbei, als ich endlich aus dem Bett kam. Aber in Batumi verhungert man sicher nicht. Vor dem verspäteten Frühstück machte ich mich auf zu einer kleinen Morgenwanderung entlang der Promenade. Trotz Nieselregen war die Stimmung gut – Batumi zeigt sich selbst bei grauem Wetter von seiner besten Seite: moderne Bauten, endlose Strandpromenade, viele kleine Cafés, Skulpturen und immer wieder Ecken, die zum Staunen einladen. Eine Stadt, die lebt und leuchtet – selbst ohne Sonne.
Dann kam das erste Highlight des Tages: Ich traf mich mit Eduard und Irina, einem Bekanntenpaar aus alten Zeiten. Wir hatten uns über 13 Jahre nicht gesehen – früher lebten wir in derselben Straße in Dortmund, dann zogen die beiden nach Russland und der Kontakt verlief sich. Zufällig waren sie gerade auch in Batumi und hatten meine Reise-Updates gesehen. Also verabredeten wir uns im Restaurant „Ukrainotchka“ zum Frühstück. Es war ein herzliches Wiedersehen – wir verbrachten mehrere Stunden zusammen, tauschten Erinnerungen aus und genossen ein ausgezeichnetes ukrainisches Frühstück. Schön, wenn das Leben solche Überraschungen bereithält!
Nach der Verabschiedung setzte ich meine Erkundungstour durch Batumi fort – bis das Telefon klingelte: Zviad, ein georgischer Bekannter aus Deutschland, meldete sich. Zufällig war auch er gerade in Batumi. Er sagte nur: „Ich hole dich in 30 Minuten ab, keine Widerrede.“ Also schnell zurück ins Hotel, umziehen – und los ging’s. Zusammen mit seinem Kollegen Ramin machten wir eine spontane Tour durch die Umgebung.
Wir besuchten einen idyllischen Wasserfall, eine alte Brücke wie aus dem Bilderbuch und einen besonderen Ort, an dem zwei Flüsse mit unterschiedlich gefärbtem Wasser aufeinandertreffen. Unterwegs machten wir immer wieder Pausen, sprachen mit Einheimischen, tranken Kaffee und ich bekam jede Menge spannende Infos über Land und Leute. Es war wie eine geführte Privattour – nur besser.
Und dann kam, was kommen musste: Das Essen. Die beiden führten mich in ein echtes, typisch georgisches Restaurant – kein Touri-Kram, sondern volle Authentizität. Und wie so oft in diesem Land: Ich wollte eigentlich leicht essen... aber mein Plan wurde gnadenlos zerstört: Khinkali, Schaschlik, Chachapuri, Dolma – alles stand plötzlich auf dem Tisch. Und ich habe alles probiert. Kalorien? Heute keine Freunde mehr. Sport, gesunde Ernährung? Wird später nachgeholt. Vielleicht. Eventuell.
Am späten Abend brachten mich die beiden zurück zum Hotel – aber nicht, ohne mir gleich den nächsten Programmpunkt aufzubrummen: „In drei Stunden holen wir dich wieder ab – heute zeigen wir dir Batumis Nachtleben!“ Ich bin ehrlich: Die beiden sind große Casino-Fans. Ich dagegen? Noch nie einen Fuß hineingesetzt. Ich hoffe einfach, dass sie mich nicht gleich an den Roulette-Tisch zerren – denn wenn ich Pech habe, setze ich am Ende aus Versehen meinen Motorradschlüssel aufs Spiel. Drückt mir die Daumen… oder setzt auf Rot!Leia mais
Letzter Tag in Batumi
19 de maio de 2025, Geórgia ⋅ 🌙 14 °C
Heute war mein letzter Tag in Batumi – morgen geht’s weiter auf meiner Reise. Der Tag verlief ruhig und entspannt, ganz im Zeichen des Abschieds. Ich bin noch einmal zu Fuß durch die Stadt gezogen, habe versteckte Ecken entdeckt, bekannte Wege erneut beschritten und das Flair dieser außergewöhnlichen Stadt bewusst aufgesogen.
Später wurde ich von meinen Freunden abgeholt – wir hatten noch eine wichtige Mission: neue Reifen fürs Motorrad. Was auf den ersten Blick wie eine simple Aufgabe klang, entpuppte sich schnell als echte Herausforderung. Die passende Reifengröße war in ganz Batumi nicht aufzutreiben. Zum Glück habe ich noch etwas Profil übrig, aber allzu lange darf die Suche nicht dauern. Ich hoffe, dass sich auf den nächsten Etappen etwas finden lässt – sonst wird’s spannend.
Am Abend haben wir noch einmal zusammen in einem typisch georgischen Restaurant gesessen, geredet, gelacht, Pläne geschmiedet. Wir haben die letzten Tage Revue passieren lassen und uns über alles ausgetauscht, was Batumi für uns bedeutet hat. Es war ein schöner, ruhiger Ausklang – und ein Moment, der mir gezeigt hat, wie wertvoll solche Begegnungen auf Reisen sind.
Ein großes Dankeschön an Zviad und Ramin – ihr habt diese Station meiner Reise zu etwas Besonderem gemacht. Ich hoffe, wir sehen uns bald in Deutschland wieder!
Das Wetter scheint sich zu bessern – der Regen zieht sich langsam zurück, die Sonne kämpft sich durch. Perfekte Voraussetzungen für morgen. Die Taschen sind fast gepackt, das Motorrad wartet. Der nächste Abschnitt beginnt.Leia mais
Berge. Autokorso auf Angriff. Tiflis
20 de maio de 2025, Geórgia ⋅ ☁️ 17 °C
Gut ausgeschlafen und mit einem ordentlichen Frühstück gestärkt, machte ich mich heute auf den Weg nach Tiflis – der Hauptstadt Georgiens. Das Wetter? Ein Traum. Strahlender Sonnenschein, klare Luft – perfekter Start für eine neue Etappe.
Unterwegs versuchte ich erneut mein Glück in mehreren Reifengeschäften – immer noch auf der Suche nach passenden Motorradreifen in meiner Größe. Leider wieder ohne Erfolg. Auch Tipps, wo ich fündig werden könnte, blieben aus. Also hieß es: weiterfahren und hoffen, dass das Profil noch durchhält.
Die Straße war... abwechslungsreich. Mal hervorragend ausgebaut, mal gefühlt aus der Sowjetzeit. Als ich irgendwann einen Schnellweg entdeckte, passte ich kurzerhand die Navigation an – und wurde belohnt: Die neue Strecke führte durch eine spektakuläre Landschaft. Berge, Flüsse, abgelegene Dörfer, einfache Häuser – nichts mehr vom modernen Glanz Batumis. Stattdessen echtes, ländliches Georgien.
Für Offroad-Fans ist diese Region ein wahres Paradies. Kein Wunder, dass hier zahlreiche geführte Touren angeboten werden. Wer Zeit und Lust mitbringt, findet hier Abenteuer satt: Militärpisten, einsame Bergstraßen, unberührte Natur – perfekt für Enduro und Entdeckergeist.
Ein wenig Action bekam ich gratis dazu, als plötzlich ein riesiger hupender Autokorso mit Polizeischutz an mir vorbeizog. Vermutlich eine Hochzeit – die Autos waren geschmückt, überall wurde gesungen, gejubelt und gefeiert. Einige Fenster waren eher Stehplätze, und durch jedes zweite Schiebedach reckten sich feiernde Gäste. Dazwischen lieferten sich die Autos kleine Rennen. Gänzlich begeistert vom Tempo – zum Leidwesen der restlichen Verkehrsteilnehmer. Rücksicht? Fehlanzeige. Einige wurden regelrecht von der Straße gedrängt. Über 50 Autos plus Polizei – bei erlaubten 50 km/h waren sie locker mit 90 unterwegs. Andere Länder, andere Sitten. Ich fuhr lieber weit rechts und ließ sie ziehen.
In Tiflis angekommen, holte ich mir dann meine alten Freunde zurück: Regenwolken. Es nieselte. Die Stadt selbst ist kleiner, als ich es mir vorgestellt hatte – aber umso charmanter. Ich checkte in einem rustikalen georgischen Hotel ein, ließ mich vom Regen nicht bremsen und machte noch eine kleine Runde.
Die Altstadt? Wunderschön. Enge Gassen, alte Häuser, Musik auf den Straßen, Essensdüfte an jeder Ecke – trotz Nieselregen voller Leben. Viele Touristen, viele Einheimische, alle gut gelaunt. In einem „Chinkali-Pub“ – ja, so hieß das Restaurant – gönnte ich mir ein verdientes Abendessen. Lecker, herzhaft, typisch georgisch. Nur eine Überraschung: Der Service wurde separat berechnet – für mich neu, aber offenbar üblich hier.
Nach dem Essen ging’s zu Fuß weiter – ein paar Kilometer durch das abendliche Tiflis, das selbst im Regen Charme versprüht. Zurück im Hotel warteten noch ein paar Aufgaben – Arbeit und die dringendere Mission: endlich passende Reifen finden.
Wenn das Wetter morgen mitspielt, will ich mir Tiflis noch genauer anschauen – und ein paar Ehrenrunden auf dem Motorrad durch die Stadt drehen. Die Hauptstadt hat definitiv Potenzial für mehr.Leia mais
Öl. Offroad. Neue Bekanntschaften
21–22 de mai. 2025, Geórgia ⋅ 🌙 6 °C
Tiflis begrüßte mich heute mit strahlendem Sonnenschein – keine Spur mehr vom gestrigen Regen. Nach einer erholsamen Nacht in meinem kleinen, familiengeführten Hotel genoss ich ein ausgezeichnetes hausgemachtes Frühstück. Der Service war top, das Personal herzlich, und als ich um eine zweite Portion bat, wurde sofort nachgelegt. Und das alles für 30 € inklusive Frühstück und Parkplatz – in Tiflis ein echter Glücksgriff!
Mein Tagesplan: Noch einmal die Reifensuche angehen und dann in Richtung Wardsia aufbrechen. Motorrad gepackt, Kette geschmiert, Ölstand gecheckt – und da der Schreck: Öl unter Minimum. Eigentlich stünde ein Wechsel erst in etwa 5.000 km an, aber die georgischen Bergpässe scheinen ihren Tribut zu fordern. Also schnell in die Stadt – Werkstatt suchen!
Drei Adressen später, alles Fehlanzeige. Erst bei der vierten Werkstatt hatte ich Glück: passendes Öl war vorrätig, und ich durfte direkt im Verkaufsraum warten. Der Besitzer, ein Aserbaidschaner, war sofort neugierig auf meine Reise. Wir unterhielten uns ausführlich – über Motorräder, über Georgien, über den Unterschied zwischen Touristen und Reisenden.
Als mein Bike schließlich in die Werkstatt gerollt wurde, kam das nächste Problem: Kein passender Ölfilter auf Lager. Honda-Motorräder? Hier offenbar selten. Zum Glück hatte ich beim Packen in Deutschland mitgedacht – Ölfilter, Dichtungen, Schrauben, alles unter der Verkleidung verstaut. Als ich die Teile aus dem Motorrad zauberte, staunten die Mechaniker nicht schlecht. Der Ölwechsel war schnell erledigt – und ich konnte endlich weiter.
Inzwischen hatten Freunde mir noch ein paar Adressen für Reifen geschickt – wieder erfolglos. Die Erkenntnis des Tages: Reifen in meiner Größe sind in Georgien offenbar Mangelware. Also bleibt nur eins: weiterfahren und hoffen, dass der Gummi noch hält.
Da es bereits später Nachmittag war, war Wardsia heute kein realistisches Ziel mehr. Aber zumindest in die Richtung wollte ich aufbrechen. Unterwegs entdeckte ich ein echtes Highlight: die Kass Land Diamond Bridge, eine spektakuläre Hängebrücke über einem tiefen Canyon – allein der Anblick war die Anfahrt wert.
Bei einem Fotostopp lernte ich einen jungen Mann kennen, der ebenfalls dort hielt. Er studiert Marketing in Tiflis, kommt ursprünglich aus Abchasien und ist selbst begeisterter Motorradfahrer. Aus einem kurzen Gespräch wurde eine Stunde voller spannender Geschichten – Nummern getauscht, vielleicht sieht man sich ja wieder.
Auf dem weiteren Weg legte ich eine kleine Offroad-Passage ein – doch die freilaufenden Hunde machten die Strecke zur Nervenprobe. Die reagieren auf Motorräder aggressiv – nicht anhalten, einfach weiterfahren. Leichter gesagt als getan, wenn der Asphalt aufhört.
An der Hängebrücke angekommen bot sich ein spektakulärer Ausblick über Schluchten, Berge und Wälder – aber mit der Höhe kam auch die Kälte. Ich zog alles an, was ich dabeihatte.
Als die Sonne unterging, suchte ich eine Unterkunft – keine einfache Aufgabe auf 1.700 Metern Höhe in einem abgelegenen Dorf. Schließlich fand ich ein verlassen wirkendes Hostel. Kein warmes Wasser, keine Heizung, aber ein traumhafter Blick auf einen Bergsee. Und LTE-Empfang. Wie das in Georgien funktioniert, während Deutschland Funklöcher kartiert, bleibt ein Mysterium.
Zum Abendessen gab’s einfache, aber leckere Teigtaschen mit Fleisch und Käse. Zurück im Hostel traf ich auf zwei weitere Gäste: Einer war auf dem Weg zu seinem neuen Job, hatte aber früher in Essen gearbeitet. Der andere war ein junger Pakistani mit fließendem Deutsch – er hatte in Berlin und München studiert, lebt jetzt in Georgien, wartet aber auf seine Einreisegenehmigung nach Deutschland, wo er sich selbstständig machen will. Zwei fremde Menschen, zwei spannende Lebensgeschichten.
Und wieder zeigt sich: Nicht nur die Landschaft macht eine Reise besonders – es sind die Menschen, denen man begegnet. Heute kein Abendspaziergang – draußen ist es stockdunkel, eiskalt und die nächste Straße weit weg. Ich übernachte irgendwo in den Bergen, mitten im Nirgendwo – aber mit vollem Herzen.
Bis morgen.Leia mais

У меня мишлен резина так же закончилась в Португалии, так и не нашёл ничего подходящего. Пришлось на лысой ехать домой))) [Ферганец]

ViajanteДа это конечно квест ещё тот точка столько людей помогает ищут, Алексей Слон вообще второй день мне так помогает, огромное ему спасибо. В Грузии и Армении так ничего и не нашли, появился вариант в Турции. Завтра всё решится
Staub, Schnee und steinerne Wunder
22–23 de mai. 2025, Geórgia ⋅ 🌙 16 °C
Der Morgen begann heute... funktional. Meine Unterkunft – das rustikale Hostel von letzter Nacht – war eben nur zum Übernachten da. Kein warmes Wasser, also kalt geduscht. Kein Frühstück, also unterwegs etwas suchen. Sachen gepackt und los – ein neuer Tag, ein neues Ziel: Wardsia.
Wardsia ist eine beeindruckende Höhlenstadt im Süden Georgiens, direkt in eine Felswand gebaut. Über 3.000 Höhlen sollen hier in den Stein gehauen worden sein, viele davon miteinander verbunden durch Gänge, Stufen und geheime Tunnel. Entstanden im 12. Jahrhundert, war es einst ein religiöses Zentrum und eine Festung – heute ist es ein stilles Denkmal der Geschichte, das inmitten spektakulärer Natur liegt.
Der Weg dorthin war eine Traumroute für jeden Motorradfahrer: Berglandschaften wie gemalt, tiefblaue Bergseen, alte Ruinen, Flüsse, Wasserfälle, kleine Dörfer – und natürlich die obligatorischen Offroad-Passagen. In einem winzigen Dorf legte ich eine Frühstückspause in einem Straßencafé ein. Kaum hatte ich den Teller vor mir, kamen auch schon die freilaufenden Hunde – mit Blicken, denen man einfach nicht widerstehen kann. Die Hälfte meines Frühstücks ging an die Vierbeiner, in der Hoffnung, nicht wieder beim Motorradstart von ihnen attackiert zu werden. Doch wie erwartet: Kaum sprang der Motor an, war der halbe Ort in Bewegung. Hunde von allen Seiten – aber ich war vorbereitet, alles angezogen, alles startklar. Vollgas und Staubwolken hinterlassen – Erfahrung zahlt sich aus.
In Wardsia angekommen war ich einfach nur sprachlos. Wie konnten Menschen vor Jahrhunderten so etwas erschaffen? In steilste Hänge gebaut, in luftiger Höhe, mit Tunneln und Kammern, die teils heute noch zugänglich sind. Unglaublich. Der Ort wirkt wie aus einer anderen Zeit – und genau deshalb ist er so faszinierend.
Da es noch früh war, beschloss ich, bereits Richtung Türkei aufzubrechen. Meine Reifensituation scheint sich endlich zu klären: Ein türkischer Freund aus Deutschland hat über seine Kontakte eine Werkstatt in Trabzon ausfindig gemacht – dort sollen meine Reifen bis spätestens Montag eintreffen, direkt aus Istanbul bestellt. Ich muss also nur rechtzeitig dort sein – und darauf hoffen, dass die Spedition mitspielt.
Der Weg dorthin war... spektakulär. Ich habe – ohne es zu wissen – eine alte Militärstraße genommen, die momentan nach Erdrutschen wieder instand gesetzt wird. Kein Asphalt, nur Schotter, Staub, Schlaglöcher, Bagger, Traktoren, LKWs – 30 Kilometer Abenteuer pur. Nichts abgesperrt, einfach durchwursteln zwischen schwerem Gerät. Selbst SUVs und Offroader hatten hier Mühe. Ich? Staub in jeder Falte der Kleidung, in den Taschen, im Helm – und auch unter den Kontaktlinsen. Aber: absolut genial!
Zwischendurch ging es so hoch hinaus, dass ich plötzlich im Schnee stand – Ende Mai! Ein paar Fotos mussten sein, auch wenn ich in Windeseile wieder alles anziehen musste, was ich im Gepäck hatte.
Auf der Strecke tummelten sich unglaublich viele freilaufende Tiere – Kühe, Ziegen, Schafe, Pferde, sogar ein paar Hühner. Keine Hirten weit und breit. Und doch: Alle Tiere schienen zu wissen, wo sie hingehören. Diese stille Ordnung inmitten der Wildnis ist faszinierend.
An einem Wasserfall legte ich eine Pause in einer kleinen Cafeteria ein. Und wie so oft in Georgien: Ich war kaum da, da saßen schon zwei Männer bei mir am Tisch, stellten Fragen, wollten alles wissen. Am Ende bezahlte ich wieder nichts – Gast ist Gast, und Gäste zahlen nicht. Meine Versuche, doch etwas beizutragen, wurden lachend abgelehnt. Diese Herzlichkeit berührt mich jedes Mal aufs Neue.
Am Abend kam ich wieder in Batumi an – und habe im selben Hotel wie zuvor eingecheckt, sogar im gleichen Zimmer. Heute ist kein Platz mehr für Nachtleben – ich bin komplett durch. Zu viel gesehen, zu viel erlebt. Bis morgen!Leia mais

Viajante
Классные дорожки👍 Твоё Путешествие (и не только) мне ещё раз доказывает. Что не только на Африках и Гусях можно путешествовать, не нужное это совсем. 300тка может это также делать, конечно есть свои минусы но есть и свои Плюсы. Вспоминаю как одна Бабуля с Германии на 125ке на Памир поехала, с поддержкой конечно. Но она сама справилась. Так что со временем прихожу к этому, что не нужны эти Тяжеловесы в таких Путешествиях.
😃😃😃 Ziel erreicht 😃😃😃
23 de maio de 2025, Geórgia ⋅ ⛅ 19 °C
Heute war der Tag. Der Tag, auf den ich so lange hingefiebert habe. Der Tag, für den ich Tausende Kilometer durch Wind, Regen, Staub und Sonne gefahren bin. Heute ist mein Kindheitstraum Wirklichkeit geworden!
Schon als Kind hatte ich diesen Wunsch: Nicht auf einem Ponyhof im Kreis geführt werden, sondern auf einem echten Pferd, draußen, in der Wildnis, in den Bergen – allein, frei, lebendig. Heute wurde genau dieser Traum wahr!
Früh aufgestanden, gut gefrühstückt – ich wusste, heute brauche ich Kraft. Noch 50 Kilometer mit dem Motorrad bis zum Treffpunkt. Und dann war es soweit: Mein Reitlehrer Turu wartete bereits auf mich, zusammen mit einem Freund. Nach einer kurzen Einweisung wurde das Pferd gesattelt – Draga, ein echtes Arbeitstier, kein Showpferd, sondern robust, erfahren und mit Charakter.
Bevor es losging, hieß es: erst einmal kennenlernen. Vertrauen aufbauen. Das Tier spüren, es respektieren. Und es war fast magisch – schon nach wenigen Minuten hatte ich das Gefühl, Draga und ich verstehen uns. Ich durfte allein reiten, ganz ohne Hilfe. Das erste Mal in meinem Leben – und es fühlte sich so natürlich an, als hätte ich es schon immer gemacht.
Wir ritten los – erst auf kleinen Bergstraßen, zwischen Autos hindurch, später querfeldein, bergauf, in die Wälder. Das Gelände wurde wilder, die Wege schmaler, das Tempo schneller. Ich habe gelernt, wie man in den Steigbügeln steht, das Gewicht verlagert, die Zügel führt – es erinnerte mich an das Offroad-Fahren auf dem Motorrad. Nur dass es hier keine Maschine war, sondern ein fühlendes Wesen, das mit mir kommunizierte.
Als wir bergauf galoppierten, spürte ich diese Freiheit, dieses Herzklopfen, das nur echte Träume erzeugen. Der Wind, der Duft der Bäume, das rhythmische Donnern der Hufe – es war unbeschreiblich! Worte reichen nicht!
Wir machten Pausen, ich lernte, dass Pferde beim Reiten nicht trinken dürfen, wenn sie aufgeheizt sind – aus gesundheitlichen Gründen. Ich lernte nicht nur das Reiten, sondern auch die Verantwortung dafür.
Unterwegs trafen wir ein sympathisches Pärchen aus Spanien, das auf Teneriffa lebt. Beide sprachen Russisch, Englisch – und sogar Deutsch. Sie hatten vor Jahren in Berlin gearbeitet. Wir teilten Früchte, Getränke, Geschichten – ein schöner Zufall, der diese Reise so besonders macht.
Später besuchten wir ein kleines Dorf mit einem Outdoor-Museum – alte Werkzeuge, bäuerliches Leben wie früher. Und dann wieder rein in den Wald, zwischen die Bäume, immer weiter in die georgische Wildnis. 20 Kilometer waren es am Ende, zu Pferd. Und ich hätte ewig weiterreiten können.
Unten angekommen, luden mich Turu und sein Freund zum Essen ein – natürlich Chinkali. Wir sprachen viel über ihre Pläne, Quads, Schneemobile, Offroadtouren. Sie zeigten mir ihre Fahrzeuge, ihre Ideen – gelebter Unternehmergeist mitten in der Natur. Die Zeit verflog.
Als ich mich verabschiedete, spürte ich: Da ist etwas passiert. Nicht nur der Traum wurde erfüllt – ich bin gewachsen. Ich bin angekommen. Ich habe mir selbst erneut gezeigt, dass man Träume nicht nur träumen, sondern leben kann.
Zurück in Batumi bezog ich wieder mein vertrautes Hotelzimmer. Und als wäre das Glück heute auf meiner Seite, kam auch noch die Nachricht: Meine neuen Reifen sind angekommen, sie warten bereits in Trabzon. Morgen früh geht’s los – zurück in die Türkei, Richtung Heimat. Die Hälfte der Reise ist nun geschafft.
Heute lasse ich den Abend ruhig ausklingen. Vielleicht treffe ich noch einmal meine Freunde aus Batumi. Aber selbst wenn nicht – dieser Tag hat mir alles gegeben, was ich gesucht habe!
Ein Traum ist wahr geworden. Und ich kann nur sagen: Gebt eure Träume nicht auf. Geht los. Reitet los. Es lohnt sich!
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Die gefährlichste Straße der Welt
24–25 de mai. 2025, Turquia ⋅ 🌙 16 °C
Noch vor sechs Uhr am Morgen bin ich aufgestanden – mein letzter Tag in Georgien beginnt. Ich wollte so früh wie möglich an der Grenze sein, um dem morgendlichen Ansturm zuvorzukommen. Und tatsächlich: Um 7:30 Uhr stand ich fast allein am Übergang. Keine Menschenseele vor mir, keine langen Wartezeiten. Fünf Minuten später war ich wieder in der Türkei – das ging schneller als ein Kaffee zum Mitnehmen.
Noch an der Grenze lernte ich Peter kennen, einen russischsprachigen Biker, der sein Motorrad nach Fulda bringt. Wir hielten kurz hinter dem Übergang, sprachen über unsere Routen, tauschten Nummern und wünschten einander eine gute Fahrt. Er muss schnell zurück – ich lasse es ruhiger angehen, ich hab ja noch was vor.
Mein nächstes Ziel: Trabzon. 200 km lagen vor mir – und am Ende: neue Reifen! Dort angekommen lernte ich Emre kennen, den Mann, der mir in Rekordzeit Reifen aus Istanbul besorgt hatte. Ohne große Wartezeit ging’s los: Alte Reifen runter, neue drauf, Motorrad gecheckt. Dabei stellte sich heraus – die hinteren Bremsbeläge waren am Limit. Emre war schon sichtlich verwundert, als ich grinsend neue Beläge aus dem Motorrad holte. Ersatzteile aus Deutschland – immer gut verstaut! Er staunte nicht schlecht, ich war erleichtert.
Während mein Bike versorgt wurde, lernte ich Merter kennen. Genau wie ich 40, ebenfalls Honda-Fahrer, verheiratet und leidenschaftlicher Biker. Er half mir mehrfach, dem Mechaniker auf Türkisch meine Wünsche zu erklären – mein Englisch hätte in diesem Moment jedenfalls keine Preise gewonnen. Als er mir dann sagte, dass er Englischlehrer sei, war klar: Ich hatte keine Chance. Wir tauschten Kontakte, und er bot sich direkt als Notfall-Kontakt für die Türkei an. Wieder einmal wurde mir bewusst: Alleinreisen bedeutet nicht Einsamkeit – im Gegenteil. Man wird angesprochen, kommt ins Gespräch, sammelt Geschichten und Bekanntschaften, die man sonst nie machen würde.
Eigentlich wollte ich in Trabzon übernachten. Merter empfahl mir sogar ein Hotel. Doch die Stadt war überfüllt – also überdachte ich meine Planung und beschloss: Ich fahre noch weiter. Denn: Ich wollte die D915, auch bekannt als Derebaşı-Kurven, bezwingen – eine der gefährlichsten Straßen der Welt.
Die D915 ist berüchtigt – nicht ohne Grund. Sie schlängelt sich auf rund 100 Kilometern durch die Pontischen Berge in der Provinz Trabzon. Besonders berühmt ist der Abschnitt bei Derebaşı: 13 Haarnadelkurven auf nur 5 Kilometern, ohne Leitplanken, ohne Sicherung, bei gerade einmal zwei Meter Breite – und rechts geht’s oft senkrecht in die Tiefe. Die Straße ist nicht asphaltiert, oft verschüttet, matschig oder nass. Und trotzdem – oder genau deshalb – ein Traum für abenteuerlustige Motorradfahrer. Die Straße Derebaşı-Kurve wurde vor drei Jahren von der Website www.dangerousroads.org, die gefährliche und schwierige Straßen der Welt fördert, zur „gefährlichsten Straße der Welt“ gewählt.
Anfangs dachte ich noch: „So schlimm kann’s ja nicht sein.“ Doch als der Asphalt endete, ging’s richtig los. Enge Kehren, rutschiger Schotter, steile Anstiege, Erdrutsche, Wasserläufe, Schneereste – pure Herausforderung. Jede Kurve forderte volle Konzentration, jedes Hindernis neue Entscheidungen. Die Straße hat mir alle meine Skills abverlangt. Aber was für eine Kulisse! Frische Bergluft, absolute Ruhe, unberührte Natur – und ein Ausblick von 2.370 m Höhe, der alles vergessen lässt. Oben angekommen war ich erschöpft, aber voller Adrenalin. Der Abstieg war weniger dramatisch – asphaltiert, aber weiterhin kurvig. Einfach Fahrspaß pur.
Doch dann wurde es ernst: Ich musste eine Unterkunft finden. Die Dörfer waren winzig, Hotels gab es keine. 100 km fuhr ich weiter, bis es dunkel wurde. An einer Tankstelle fragte ich nach und bekam den Tipp, bei der nächsten Kreuzung nach links abzubiegen. Dort gäbe es angeblich ein Hotel – das einzige weit und breit. Und tatsächlich: Nach langer Suche fand ich es. Kein Eintrag bei Google, kein Hinweis auf booking.com – aber da war es. Die Osttürkei ist weitläufig, dünn besiedelt – ohne gute Planung oder lokale Hilfe steht man schnell ohne Dach über dem Kopf da. 20€ pro Nacht :-)
Heute war ein langer, intensiver Tag. Die Reifen sind endlich montiert, die Bremsen frisch, das Motorrad wieder fit. Ich bin erschöpft – aber glücklich. Die D915 war ein echtes Highlight. Ein Abenteuer, das ich nie vergessen werde.
Und jetzt? Heute kein Spaziergang. Kein Zentrum. Kein Restaurant. Die Stadt ist klein, die Lichter gedimmt. Ich falle ins Bett – mit staubigen Stiefeln und einem breiten Grinsen im Gesicht. Bis morgen...Leia mais



























































































































































































































































































































































Viajante
Погнааали!!!
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На сколько едешь туда? Сколько времени запланировал? [Петрович]
ViajanteКак пойдёт, чёткого графика нет, Work & Travel