Indonesia
East Nusa Tenggara

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Top 10 Travel Destinations East Nusa Tenggara
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Travelers at this place
    • Day 129

      Living on a boat

      August 7, 2022 in Indonesia ⋅ ☀️ 27 °C

      We joined a liveaboard for four days. For the first time in our lives we were living on a boat. Eating, taking showers, sleeping and waking up on a boat feels so nice. It feels as if you're completely free, like you can go wherever the wind and the currents carry you. And of course we were diving from our beautiful wooden boat. We did three dives a day and saw so many dive sites around the Komodo national park.

      It was one of the most amazing things I ever did in my life. Completely detached from a normal life on land and so close to nature. We dropped down to the bottom of the sea and found so much life. The reefs here are among the prettiest in the world (same as in the Philippines, both island nations are part of the coral triangle) and the fish are huge. I've never seen so many big, huge, massive fish!

      And then we saw manta rays! Mantas are extremely elegant creatures, the way they move underwater is so beautiful. And they are soooooo big. And very peaceful. Two of them came very close, their movements looked like they were flying. 😍 We also saw sharks. Whitetip and blacktip reef sharks, two of them we found sleeping on the ground while the others were swimming around. I used to be afraid of sharks but after seeing them up close, I'm not afraid anymore.

      Diving here in Komodo involves a lot of current. During some of the dives, it felt like flying or being on a rollercoaster. The current is so strong that it just takes you with it. Kicking and fighting against the current only keeps you in place but you can't go back to where you've been before. Just enjoy the ride and watch the fishies and coals passing by. 😅

      On one of the days, we also visited the Komodo national park and found some Komodo dragons. They can only be found in the area of the Komodo national park and the islands surrounding it and are an endangered species. They look a bit like monitor lizards but can grow a lot bigger.
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    • Day 18

      Ruteng

      September 7 in Indonesia ⋅ ☀️ 15 °C

      Encore une journée de fou, réveil à 5h pour un mini trek de 2h dans les rizières organisé par notre guesthouse, super lever du soleil sur les rizières vraiment cool 👍
      On enchaîne sur un petit dej omelette / riz / fruits 😁

      On part ensuite en scooter vers des cacades conseiller par notre hôte à environ 1h de route, on passe par des chemins que je n’aurai jamais pensé qu’un scooter peux passer 😂

      Arrivé aux abords de la cascade (enfin on pensait être aux abords) un jeune viens nous voir et nous dit le nom de la cascade on le suit, on fait environ 4km dans des chemins bien accidenté 😅( devinez qui était en tongues 😅) arrivé à la cascade, juste magnifique 🤩 on se baigne, elle est froide mais ça fait du bien quand même !
      On remonte c’était moins compliqué à remonter quand même et le jeune nous invite à prendre d’un café avec sa famille c’était super cool (ils ne parlent pas anglais donc compliqué de se faire comprendre mais c’est marrant😂)😅
      On repart en scooter vers Ruteng, on dit bonjour à tout les gens sur la route presque (ils ne voient jamais de touristes donc c’est plutôt marrant)

      Arriver à ruteng on se balade un peu dans les rues, des jeunes nous disent bonjour et nous suivent, on comprend pas trop et on s’arrête, et là, elles commencent à nous demander de faire des autographes sur leurs cahiers pour leurs professeurs 😂 et veulent des photos😂 (je suis devenu une star) elles étaient en même temps trop gêné et en même temps trop contente, c’était bien marrant, on a pris un café par la suite et rentrer voir un coucher de soleil sur les rizières mais le spot était moins fou que ce matin 😅

      Maintenant MANGER 🍽️😍
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      Traveler  Wow les rizières 😍 ! Et... très beau chapeau !

      Kevin Chevreau  Merci merci 😂

      Kevin Chevreau  J’avais oublié les vidéos 😂

      5 more comments
       
    • Day 18

      Flores / fin

      September 7 in Indonesia ⋅ ⛅ 29 °C

      Florès, une île où je reviendrai sûrement ! Authentique et grand, il faut prévoir un bon 10jours, manque d’un peu de temps pour aller jusqu’aux mont au bout de l’île. Mais bon déjà 750km de scooter en 5jours(j’ai mal aux fesses 😂)

      Quelques photos pour résumé cette île 😁

      Demain direction Bali !
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      Traveler  Ce village typique est vraiment magnifique. Bon vol pour bali. Bisous. 😘

      Traveler  Très beau paysage .Bon vol pour bali

       
    • Day 27

      Schnorchelparadies Flores

      August 31, 2019 in Indonesia ⋅ ⛅ 28 °C

      So viel zu dem "Wir melden uns alle 2-4 Tage"...

      Aber nach mehreren besorgten Nachrichten raffen wir uns mal wieder auf und berichten von unseren letzten paar Tagen. ^^

      Erwartet jetzt allerdings nicht zu ausführliche Reiseberichte, denn von den letzten 2 vergangenen Wochen lag Hanne 5 Tage mit einer Mandelentzündung im Bett, weswegen unser Alltag eher eintönig und zur Gammel-Routine wurde.

      Eigentlich wollten wir ein abenteuerliches Programm für unseren letzten Tage in unserem Baumhäuschen aufstellen, da Isi nach einem Jahr Work&Travel in Australien uns für 3 Tage in Bali besuchen kam, doch daraus wurde dann leider nichts.
      (Kommentar Hanne: Es tut mir soooo Leid, Isi! Es hätte so lustig werden können am Wasserfall. Müssen wir zwei wohl nochmal nach Bali düsen, um das nachzuholen ;) Oder doch Ungarn? :P)
      Wir verbrachten zwar noch den ersten gemeinsamen Abend in gemütlicher Runde, doch die folgende Nacht machte uns dann einen Strich durch die Rechnung.
      Im 30 Minuten Takt piepte das Fieberthermometer, welches jedes Mal 40°C Fieber anzeigte, Hanne malte sich schon Horrorszenarien wie Malaria inklusive Organversagen aus und lag mit Schüttelfrost trotz 3 Decken und 5 Klamottenschichten im Bett.
      Am Ende stellte sich alles als vergleichbar harmlose Mandelentzündung heraus und so kam es, dass Netflix gucken, im Bett liegen und das Moskitonetz anstarren, Musikplaylisten hoch und runter hören und die Matratzen platt liegen zum Alltag der nächsten 4 Tage wurde.
      Ein wenig frustriert saßen wir also in unserem Hüttchen fest und wussten nicht so recht, wie es weiter gehen sollte. Allerdings konnten wir es uns nicht leisten, unauskuriert auf unseren Rollern wieder in Richtung Flughafen zu düsen, weswegen wir vorerst einen Zwischenstopp in Lovina einlegten, um von dort dann mit dem Bus zurück nach Kuta fahren zu können.

      Als wir dort dann Dienstagmittag endlich ankamen, war es purer Luxus, für 2,80€ eine Nacht im Hotel mit Pool verbringen zu können und endlich mal den Wänden der letzten 10 Tage zu entkommen. Somit lagen wir keine 30 Minuten nach Ankunft auf den Poolliegen und genossen den uns so wohlbekannten Chlorgeruch des Pools. ^^
      Hanne wohlgemerkt lag mit Decken dick eingemummelt am Pool und fiel dann doch aufgrund mangelnder Koordination ins Poolwasser, obwohl sie nur kurz ihre Füße eintauchen wollte... ;D
      Nach einer kurzen und für mich wenig erholsamen Nacht ging es dann um 9 Uhr am Mittwochmorgen 4,5 Stunden im Bus zurück nach Kuta. Sehr eingequetscht und mit so ziemlich gar keiner Beinfreiheit saßen wir in diesem Klapperding und ließen all die unzähligen Serpentinen über uns ergehen.
      Als wir dann aber endlich wieder Boden unter den Füßen spürten, ging es auch schon direkt zum Strand, denn wir wollten ein weiteres und vermutlich auch letztes Mal Surfboards ausleihen, um ein wenig in den Wellen Herumblödeln zu können. :D
      Blöd war nur, dass die Wellen am Nachmittag bei weitem größer und kräftiger waren, als wir es von den beiden ersten Malen gewöhnt waren. Somit dauerte auch nicht lang, bis wir zwei von Wellen überspült wurden und die ein oder andere Nasenspülung unfreiwillig über uns ergehen lassen mussten.
      Während Hanne schon nach 10 Minuten keine Lust mehr hatte, was ich ihr allerdings nicht verübeln kann, da sie von zwei Wellen hintereinander überspült wurde, hatte mich der Ergeiz gepackt, denn ich wollte endlich wieder auf dem Board stehen und nicht wie eine Seerobbe an den Strand gespült werden. :D
      Schlussendlich hat es auch geklappt und voller Freude über die letzte perfekte Welle, machten wir uns auf den Rückweg zum Hostel.
      Dort angekommen, konnten wir es uns auch nicht verkneifen mit unseren vollgesandeten Schwimmshirts in deren Pool zu hüpfen, wobei Hanne dabei erst einmal drei daneben sitzende Asiaten nass spritzte, die das eher weniger toll fanden. Passiert schon mal... ^^
      Dafür waren wir nun vorerst entsandet und ich konnte meine erste heiße Dusche nach fast 4 Wochen genießen, da es sonst nie heißes Wasser gab oder Hanne bereits alles verbraucht hatte. Aber so ist das halt, man muss Opfer bringen. :D
      Abends machten wir uns erneut auf zum Black Burgers Restaurant und genehmigten uns nach all diesen Strapazen insgesamt 4 Burger, was jedoch ein fataler Fehler war, denn wir rollten somit die Straßen zurück zum "Kapitän Gans Hostel". ^^
      Die Nacht war ebenfalls nicht besonders lang, geschweige denn bequem, denn wir schliefen gefühlt auf dem Lattenrost unseres Bettes, da die Matratzen die Dicke eines Pappkartons hatten. Aber zum Glück war es nur für eine Nacht und wir machten uns hochmotiviert auf zum Flughafen, zu dem Zeitpunkt allerdings noch ohne jegliche Flugtickets, da das online buchen nach 7 kläglichen Versuchen am vorherigen Abend gescheitert war.
      Doch wer hätte es gedacht, keine Stunde später saßen wir bereits im Duty Free Bereich, gönnten uns unsere wohlverdiente Pizza zum Frühstück und warteten darauf, dass die Zeit vergeht.
      Als es dann endlich soweit war, wurden wir 20 Minuten vor eigentlicher Abflugszeit noch einmal quer über den Flughafen geschickt, weil sich auf einmal urplötzlich das Gate geändert hatte. Hinzukommt, dass das Boarding um 13 Uhr begann, obwohl wir seit 12:55 Uhr in der Luft hätten sein sollen, aber so ist das hier halt, typisch Inselleben und Billig-Airlines. ;D
      Dennoch landeten wir sicher, wenn auch etwas holprig, nach anderthalb Stunden Flug und trotz unserer Malariabedenken freuten wir uns nun auf die nächsten 2 Wochen auf Flores.
      Die Rucksäcke wurden erneut festgezurrt und ab ging es in Richtung Unterkunft, die natürlich ebenfalls einen Pool hatte, da wir nach unserer einen Nacht schon kaum noch ohne Pool könnten. Luxusprobleme, wissen wir. :P

      Nachdem wir also unsere frische Prise Chlor geschnüffelt hatten, ging es zum nicht weit entfernten Nacht-Fischmarkt. Überwältigt von all den Gerüchen, wobei sich hierbei die Geschmäcker jedoch unterscheiden (Jule: widerlich, Hanne: fischig, aber nicht negativ fischig ;D), bahnten wir uns einen Weg durch das Chaos. Während links von uns ein Einheimischer auf eine noch lebende Languste einschlug, wurde rechts von uns der Fisch gegrillt und geradeaus wurden noch lebendige Krabben mit Plastikschnüren unschädlich gemacht. Wie gesagt, die Geschmäcker trennen sich, was solche Fischmarkt-Spektakel betrifft... ^^
      Am Hafen fanden wir dann auch den einzigen Supermarkt des kleinen Fischerdorfes und deckten uns mit Wasser, Haferflocken, Milch und kulinarischem Obst fürs Frühstück ein.
      Somit war der erste Tag in Labuan Bajo auch schon wieder rum und trotz lauter Musik und regen Unterhaltungen vor unserem Zimmer fielen wir in unsere quietschenden Hochbetten. ^^
      Am Freitagmorgen gab es dann auch endlich mal mehr als nur 2 labbrige Toastscheiben oder einen Teller mit drei Stücken Mango und Papaya zum Frühstück. Während wir in unserem Haferflocken-Obst-Pamps herumrührten, schmiedeten wir mit unseren deutschen Zimmergenossen Pläne für den Tag. Nach langem Hin und Her entschieden wir uns dann für eine Schnorcheltour auf einer kleinen abgelegenen Insel, Angel Island.
      Mit witeren 5 Leuten machten wir uns auf den Weg zum Hafen und nahmen auf einem kleinem Boot Platz, welches sogar nach mehr als nur einer Nussschale aussah und wenigstens das Gefühl von minimaler Standfestigkeit vermittelte. ^^
      Nach knapp 20 Minuten Fahrt waren wir mitten im Paradies angekommen und man hätte vermuten können, man wäre in der Karibik gestrandet. Völlig aus dem Häuschen, sprang Hanne vom Boot und keine Minute später schwamm sie auch schon mit Maske, Schnorchel und Flossen an der Wasseroberfläche und genoss da erste Mal Schnorcheln in Indonesien.
      Die Fische, die wir gestern noch auf dem Markt gesehen hatten, konnten wir nun aus nächster Nähe betrachten, genauso wie einen kleinen Schwarzspitzenriffhai, Schildkröten, Doktor-, Kugel-, Igel-, Papageien-, Clowns- und Kofferfische. (Das war noch lange nicht alles, aber wir wollen ja kein Lexion abschreiben :D)
      Nach über anderthalb Stunden Schnorcheln kehrten wir dann wieder an unseren kleinen Strand zurück, ließen uns in der Sonne trocknen, probierten unsere neu gekauften Snacks aus und hielten ein kleines Mittagsschläfchen, ehe uns das Boot gegen 16 Uhr wieder abholte und zurück zum Hafen fuhr.
      Allerdings gab es bei der Rücktour leichte Komplikation, da auf einmal der Benzinkanister leer war und wir schon damit rechneten, dass wir die letzten 3km zum Hafen wohl schwimmen müssen. Als dann auch noch einer der zwei Kapitäne plötzlich auf ein vorbeifahrendes fremdes Boot sprang, wurde uns ein wenig mulmig zumute. Doch nach kleinen Startschwierigkeiten schaffte es der Co-Kapitän, der gefühlt 15 Jahre als war, uns heil in den Hafen zurückzubringen und wir schafften es unversehrt wieder in unser Hostel.
      Völlig fertig von so viel Action und dem Unterwasserspektakel, schafften wir es gerade noch so, das Salzwasser abzuduschen, etwas zu essen und in unsere Schlafsäcke zu kriechen, ehe uns die Augen zu fielen.
      Nach diesen zwei Tagen war die Zeit in Labuan Bajo auch schon wieder abgelaufen und wir machten uns spontan an die Planung, wie wir mit zwei weiteren Mädchen, die wir im Hostel kennengelernt hatten, nun Flores unsicher machen konnten.
      Das letzte Haferflockenmüsli wurde am Samstagmorgen verspeist, die Rucksäcke erneut voller Lebensfreude aufgesetzt und wir warteten auf den Bus, der uns nun 4 Stunden lang ins Inselinnere fahren sollte...

      Doch so viel erstmal zu unserem Ankommen auf Flores. Wie es uns bei unserem weiteren Trip ergeht bzw. bereits ergangen ist, lest ihr in einem anderen Blogeintrag. Jetzt heißt es erstmal an der Matratze horchen, wie mein Papa sagen würde. ;D (Es ist schließlich schon 1 Uhr morgens)

      Also bleibt gespannt, JuJo meldet sich! (Und nein, ihr müsst höchstwahrscheinlich nicht wieder 2 Wochen warten, außer die nächste Krankheit steht schon in den Startlöchern... ^^)
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      Traveler  Schön, dass es euch gut geht. 😅 Ich habe schon sehnsüchtig auf eure nächsten Abenteuer gegeiert. 🤪🤪

      9/2/19Reply
       
    • Day 31

      Wir am "Ende" der Welt!

      September 4, 2019 in Indonesia ⋅ ☁️ 21 °C

      Was gibt es zu erzählen? Eine Menge! Denn in den letzten 5 Tagen haben wir uns fast komplett über die Insel durchgeschlagen. Und keine Sorge, der Titel wird noch aufgelöst und ist dann auch gleich viel viel harmloser!

      Als wir im Hostel zwei andere deutsche Mädchen kennengelernt haben, die ebenfalls zum 3-Farben-Kratersee "Kelimutu" fahren wollten, stand es für uns fest: Wir werden irgendwie gemeinsam versuchen mit Bus, Taxi, Boot, notfalls auch mit Ziege oder noch schlimmer Roller (das geht an unsere Muddis ;) ) zum anderen Ende der Insel zu kommen. Samstagmorgen startete das Abenteuer mit einem Deluxe-Bus, der diesmal komplette Beinfreiheit gewährte, mit bequemen und sogar sauberen Ledersitzen ausgestattet war und sogar einen Flaschenhalter anbot. Gradios! So viel Komfort werden wir hier wahrscheinlich nie wieder zu Gesicht bekommen. Nach 5h "All-in-clusive"-Bus und dem ersten einheimischen Streetfood, wo man einfach mit dem Finger auf irgendwelche Töpfe zeigt und hofft, dass man am Ende doch nur Gemüse und keinen getrockneten Fisch erwischt hat, kamen wir in Ruteng an. Dort bezogen wir unseren 40-Mann-Schlafsaal, der aber einen abgetrennten girls-dorm enthielt, und schlugen uns zu den Spiderweb-Reisterassen durch. Dazu muss man sagen, dass die Einheimischen super hilfsbereit und herzlich sind. So saßen wir keine 10min später in einem "Bemo" (= quasi ein Großraumtaxi, das langsam durch den Ort fährt und immer irgendwelche Leute dazustiegen, während der Fahrer den Zielort durch seine offenen Fenster brüllt. Der Zielort wird von dem bestimmt, der zuerst einsteigt und das Bemo für sich beansprucht. Oft fährt auch die Ernte oder ein paar Vierbeiner wie Ziegen mit) und unterhielten uns mit einem Schulmädchen, zumindest versuchten wir eine Kommunikation aufzubauen. Lustigerweise fragte sie uns, ob wir zusammen ein Selfie machen könnten, nahm dann aber mein Handy und knipste ein paar. Ein paar Kilometer später holte sie dann aber doch ihr eigenes Handy aus der Hosentasche. Dabei waren wir die ganze Zeit überzeugt, sie besäße keins und hatte deshalb nach meinem Handy gegriffen. Als dann plötzlich eine Frau in Leoparden-Pelz aufsprang mit einem Messer auf uns gerichtet, stockte uns kurz der Atem. Doch dann sahen wir, beruhigender Weise, dass sie in der anderen Hand eine Plastiktüte mit Fisch hielt und wohl dieser ihr Opfer sein würde und nicht wir. :P
      Nein, ganz ehrlich, die Menschen hier sind super freundlich! Jedes Mal bekommt man ein Lächeln zurück, alle fragen nach deinem Namen und sind dabei nicht aufdringlich oder wollen einen dazu bringen, irgendwas zu kaufen. Die Kinder lernen ab der 7. Klasse Englisch und winken einem auf der Straße zu mit einem "Hello Miss", obwohl wir auch schon mit "Hello Mister" angesprochen wurden, weil das wohl das Erste ist, was sie im Englischunterricht lernen. Wenn man dahingegen in der Berliner U-Bahn jemanden anlächelt, geht der meistens davon aus, dass man noch ein wenig Restalkohol vom Vorabend intus hat oder schielt. Bei uns lebt doch letztendlich jeder für sich und krallt sich egoistisch den letzten Platz im Zug, wohingegen hier alle Dorfbewohner mithelfen, die neue Straße zu bauen. Dabei wird fröhlich gepfiffen und oder Musik gespielt. Ich will nicht sagen, dass ich unser westliches Leben gerne dagegen eintauschen würde, vor allem die sanitären Einrichtungen würden mich wohl davon abhalten, aber vermissen werde ich diesen anderen, entspannteren Lebensstil auf jeden Fall! Dann wartet man halt mal 1,5h auf ein Taxi, na und? Die Deutsche Bahn ist auch nicht viel besser.
      Doch zurück zu unserem Trip. Mit dem Bemo fuhren wir also zu den Reisterassen, welche wie Spinnennetze angeordnet sind und sich in die hügelige Vulkanlandschaft von Flores erstrecken. Auf dem Wanderweg zum Aussichtspunkt wurden wir von einem einheimischen Jungen, als auch unserem Bemo-Fahrer begleitet. Ein paar Schneufzer und Fotos später saßen wir wieder im Bemo und fuhren zurück nach Ruteng. Dabei muss man erwähnen, dass die Bemos immer mit offenen Türen fahren - logisch, sonst kann ja keiner dazu steigen. Unser Fahrer war wohl ein großer Bob Marley Fan, zumindest dem Print auf der Tür und seiner Musikauswahl zuschlussfolgern. So klapperten wir über die Straßen Flores, an den vereinzelt links und rechts ein Rind grast oder Hühner über die Straße flitzen. Keine Sorge, alle tierischen Inselbewohner werden immer angehupt und gehen dann beiseite. Mit gefühlt 1kg Reis in unseren Mägen fielen wir um nicht mal 19 Uhr in unsere Betten. Natürlich wurde vorher das Doppelstockbett mit unserem Moskito-Netz sicher abgeriegelt und der 40-Mann-Schlafsaal mit Autan und anderen Substanzen, die unser Rucksack hergab, verpestet. Dazu muss man sagen, dass, obwohl das Malaria-Risiko hier sehr hoch sein soll, uns bislang nicht viele Moskitos begegnet sind. Vielleicht sollte man doch den Einheimischen glauben, die behaupten, dass nur alle 15 Jahre jemand an Malaria erkrankt. ;) Aber dennoch: Safety first. Wir werden weiter unser Netz aufhängen, auch wenn man dafür kreative Ideen haben muss. Denn, wer glaubt, dass es hier kaum Moskitos gibt, der bringt halt auch keine Nägel oder Ähnliches über dem Bett an. Aber dafür gibt es ja Panzer-Tape, Reiszwecken, Wäscheleinen, Leitern und und und. Es ist aber auch schon vorgekommen, dass wir damit drohen mussten, ein Loch in die Hotel-Decke zu bohren, damit uns die Besitzer ernst nehmen und auf ein Zimmer mit Moskito-Netz umbuchen. Dafür waren außerdem harte Verhandlungen nötig, da das Zimmer mit Moskito-Netz einer Honeymoon-Suite (für Oma Ilka und Heide: Flitterwochen) ähnelte und damit natürlich deutlich teuer im Preis war. Aber mit genügend Argumenten wie zum Beispiel, dass auf ihrer Website alle Zimmer mit einem Netz präsentiert wurden und wir nur deshalb das Hotel buchten, konnten wir sie schließlich überzeugen, uns das Zimmer für einen vertretbaren Aufpreis zu geben. Außerdem hatten wir so für 2 Abende mal eine heiße Dusche und diesmal blieb sogar heißes Wasser für Jule übrig. :P

      Aber zurück zu unserem 40-Mann-Schlafsaal. Nachdem ich am nächsten Morgen mit Freuden feststellte, dass Jule unten nicht aus dem Doppelstockbett gefallen war, als ich mich in der Nacht oben umdrehte - echt, ich habe selten so ein instabiles Teil gesehen - gab es erstmal frittierte Banane und Killer-Mango zum Frühstück. Denn keine 24h zuvor wollte diese Mango doch tatsächlich auf mir landen, als wir unter einem Mango-Baum im Schatten verweilten. Dafür hat sie aber auch Platz 1 auf der Mango-Geschmacksskala abgesahnt, weshalb es sich zukünftig vielleicht doch lohnen könnte, seinen Kopf zur Mango-Landebahn zu deklarieren.
      Gegen 10 Uhr hielt unser neuer Fahrer am Hostel, mit dem wir nach Bajawa weiter ins Landesinnere fahren wollten. Anstatt unsere Rucksäcke in den Kofferraum zu packen, wurden diese mit einer Plastikschnurr wie man sie zum Zuschnüren von gelbe Sack-Säcken findet, auf dem Dach festgezurrt und nach unserer Ankunft feierlich ausgebrannt mit einem Feuerzeug. Um dem ganzen ein bisschen Stabilität zu verleihen, knotete der Fahrer zusätzlich eine Satellitenschüssel mit aufs Dach, die unsere Rucksäcke vom Herunterfallen bewahren sollte. Und zum Glück machte keines unserer Gepäckstücke in den engen Serpentinen einen Abgang. Obwohl ich das wohl eh nicht mitbekommen hätte, da mein Kopf wie Jule liebevoll ausdrückte "wie der von einem labbrigen Fisch" von links nach rechts rollte, bis er schließlich für einige Stunden sicher auf Jules Schultern schlummerte. Selbst der Fahrer soll das Spektakel im Rückspiegel mit Lachflashs beobachtet haben. Aber denkt mal nicht, dass mich die Serpentinen, die zahlreichen Schutthaufen, die umfahren werden mussten, noch das Gelächter wach gemacht hätten. ;)

      Nach weiteren 3 Stunden landen wir, wie auch unser Gepäck, sicher in Bajawa. Zu Fuß laufen wir zu einem Aussichtspunkt der einen fantastischen Ausblick auf den Sonnenuntergang garantiert und treffen auf dem Weg zahlreiche Kinder, die uns winken, Wetten abschließen, ob sich einer traut, uns zu fragen, wie wir heißen oder wo wir herkommen und mit uns Fotos machen wollen. Netter Weise gabeln uns Einheimische mit ihrem Pick-Up auf und wir werden auf der Ladefläche Richtung Gebirge eskortiert. Am Aussichtspunkt angekommen, nimmt das Foto schießen kein Ende. Selbst für Leute, die für uns selbst wie Touristen aussehen, scheinen wir eine Art Attraktion zu sein. Jule: "Woah, ich habe mich noch nie so berühmt gefühlt ^^"
      So passiert es unter Anderem auch, dass uns ein Indonesisches Ehepaar fragt, ob wir Fotos mit ihren 2 süßen Töchtern schießen könnten. Also stellen sie die in pink eingekleideten Ladys vor uns und knipsen los.

      Über Whatsapp haben wir Kontakt zu einem Local Driver aufgenommen, der und für die nächsten Tage durch Flores fahren wird und lernen ihn abends kennen. Dafür holt uns Elvis - japs, dass passiert, wenn Dein Vater großer Elvis Presley Fan ist - vom Hotel ab und fährt uns in ein Restaurant, wo er jeden Tag mit seiner Band auftritt. Gemäß der indonesischen Gastfreundschaft wird sogar ein deutscher Song für uns gesungen. Wieder total fertig vom Tag, obwohl wir ja eigentlich nur im Auto saßen, fallen wir wieder erschöpft in unsere Betten und schlummern unter dem hart erkämpften Moskitonetz.

      Nach Pancakes und Tee-Frühstück fahren wir zu dem traditionellen Dorf Luba, in dem die Einheimischen komplett auf Dinge wie Stahl verzichten und ihre Häuschen nur mit Bambus bauen. Elvis erklärt uns, dass in der Mitte auf dem "Dorfplatz" Tiere geopfert werden. Für eine Hochzeit beispielsweise muss der Mann für 25 Mio. Rp (umgerechnet 1600 Euro) einen Bullen kaufen, was für indonesische Verhältnisse ein Vermögen bedeutet, und ihn dort, am besten zusammen mit ein paar Schweinen, schlachten. Dafür werden bestimmte "Schirmchen" genutzt, wobei jede Familie im Dorf ihren eigenen besitzt. Der Bulle wird festgebunden, gestreckt und ihm wird schließlich die Kehle durchgeschnitten. Es verwundert also nicht, dass an jedem Haus zahlreiche Hörner und Schweine-Kiefer bammseln und die Baumstämme der Schächtbäume mit Blut verschmiert sind. Auf den Terassen der Häuser sitzen die einheimischen Frauen und weben Teppiche. Und wie ich schon vorher erwähnte, sind die Menschen hier sehr zugänglich und freundlich. Kaum hatte ich mich also zu einer solchen Terasse begeben, erhielt ich auch schon eine wortlose, herzliche Einladung zum Blätter-Snack, indem mir die Einheimische ein Bündel Blätter auf ihrer Hand entgegen streckte. Schon vorher war uns aufgefallen, dass die Frauen oft blutrote Lippen und Zähne haben, aber wir dachten, das wäre eine Art Stammesbemalung oder einfach nur schlechter Lippenstift. :D Weit gefehlt! Denn keine 20s später, sah mein Mund genauso aus. Die Blätter in der einen Hand haltend, kramte die ältere Dame (sie war 94) in ihrer Handtasche aus Bananenblättern und brachte eine kleine Dose zum Vorschein, mit der sie zermahlende Koralle auf die Blätter schüttelte. Zuletzt schmückte eine Nuss die kulinarische Mutprobe. Denn was bitte hätte ich sagen sollen? "Behalt mal schön Deine Blätter!", nein, das wäre nicht gegangen. Also Augen zu und durch bzw. Schnute auf und kauen, aber nicht runter schlucken! Unser Guide versicherte mir jedoch, dass ich maximal Kopfschmerzen bekommen würde, weil ich nicht an die Blätter gewöhnt bin und nicht zu doll kauen sollte. :D Schnell überkam mich der bittere Geschmack, gepaart mit dem leicht knirschenden Korallenstaub. Die Einheimische ermutigte mich mit Handzeichen, länger zu kauen, aber Jule gefiel das gar nicht "Spuck das aus! Ich kann es nicht gebrauchen, dass Du davon high wirst!". Und wie immer hörte ich auf mein Julchen und ließ die rote Paste in einem Taschentuch verschwinden. Der alten Lady schien das nicht zu gefallen, aber immerhin waren ihre Zähne auch schon fast alle ausgefallen, wohingegen an meinen nun eine bittere Schicht klebte. Die Einheimischen benutzen diese Blätter als Zahnputz-Ersatz, ich würde dann aber doch gerne bei der herkömmlichen Zahnbürste bleiben. Zumal sich die Zähne dadurch irgendwann schwarz verfärben. Mit leicht entsetzten Blicken in unserem Rücken verließen wir den Dorfplatz und liefen auf eine Schule zu. Da gerade Pause war, schmulten wir in einen Klassenraum, was nicht unbemerkt blieb und schwupps, schon waren wir umringt von uniformierten Kids und wurden vor die Tafel gezerrt. Aber anstatt jetzt Lehrer zu spielen, wurden wir quasi zum privaten Fotograf ernannt und jedes Kind wollte ein Foto mit sich und seinen Klassenkameraden schießen. Von Grimassen über breites Grinsen bis hin zum High-Five. Den eigentlichen Lehrern zuwinkend, die draußen Pause machten, besuchten wir den Kindergarten ein paar Meter weiter. Auf einem vertrockneten Feld zwischen Kindergarten und Schule wurde akribisch Fußball gespielt und daneben gewippt, wobei der eine natürlich den Anderen "verhungern lassen" wollte. Nach ein paar Tränen und Ausnutzen des Hebelgesetzes konnte der Kleine wieder beschwichtigt werden. Nach dem Dorf und einer ordentlichen Mundspülung, um die rote Paste loszuwerden, fuhren wir weiter zu heißen Quellen. Bestimmt 2 Stunden saßen wir in einem Becken, in dem sich 2 Flüsse treffen. Einer direkt aus der heißen Quelle mit 50°C und der andere mit nur 15°C. Je nachdem, ob noch jemand in der Nähe stand, wurde die Strömung umgelenkt und dann konnte auch mal eine ganz heiße oder eben ganz kalte Wassermasse angerollt kommen. Aber auch mit dem Oberkörper im warmend liegend, konnte man seinen Zeh immer noch ins Kalte stecken. Ihr seht schon, man kann sich damit eine Weile beschäftigen, welchen Arm man nun wo hin hält. Nach unserem Bad und einer riesen Schüssel Reis mit Gemüse, wobei wir uns nicht sicher sind, ob nicht doch mit dem Schwefelwasser gekocht wurde, zeigte uns Elvis einen Cashew-Baum. Jule und ich werden uns nun wohl nie wieder beschweren, dass Cashew-Kerne teuer wären. Denn jetzt Frucht bringt nur 1 Cashew-Kern und diesen dort raus zu pulen, ist echt aufwendig. Mit ein paar Cashews in der Hand ging es Richtung Fruchtmarkt. Dort kauften wir bei Elvis Tante ein, weshalb die Mango besonders preiswert war. Jule und ich beschlossen, uns von der Gruppe abzunabeln und den Markt auf eigene Hand zu erkunden. Das Resultat 20min später war, dass Elvis uns auslachte, weil das vermeintlich tropische Obst, das ich gekauft hatte, sich als Schweinefutter und Gemüse rausstellte. Zum Glück konnten wir das Tierfutter gegen eine Limette eintauschen und die Einheimischen hatten ihren Spaß. Neben dem Fruchtmarkt entdeckten wir einen Second Hand Markt und woah, wir hätten einfach mit leeren Rucksäcken anreisen sollen! Jule ergatterte ein Kleid und eine Hose für 50.000 Rp (3,20€), ich ebenfalls, aber zu meiner Scham 80 Cent teurer. :P
      Da der Markt leider schon am schließen war, beschlossen wir am nächsten Morgen wieder zu kommen - Elvis war begeistert. :D
      Der Tag endete mit Snake Fruit (sieht von außen aus wie Gürteltierhaut und von innen wie Knoblauchzehen) und Sonnenuntergang in den Bergen an einer bestimmt 20m hohen Maria Statur - Flores ist zu 80% katholisch, der Rest muslimisch oder hinduistisch. Auf dem Heimweg wurden wir noch von Einheimischen zum Tee eingeladen und erhielten so einen Eindruck, wie man hier in Flores wohnt und lebt.

      Der nächste Morgen startete mit der angekündigten Shopping Tour über den einheimischen Markt. Elvis hatte wohl nicht damit gerechnet, dass wir tatsächlich warten würden, bis der ganze Markt öffnet. Denn als er um 9 Uhr am Markt hielt, setzte er wohl insgeheim darauf, dass wir nach 20min wieder ins Auto steigen würden. Anscheinend war er nicht im Bilde, dass 4 Mädels auch auf 20 Quadratmetern genügend Klamotten und Ruhe finden, um eine 3 stündige Shopping-Tour zu starten. Mit der Zeit öffneten mehr und mehr Läden und der arme Elvis legte sich ins Auto, um ein Nickerchen zu halten. Die einzelnen Läden muss man sich wie Garagen vorstellen, in denen die Kleidung an Bambus-Stangen aufgehangen wird. Spiegel gibt es nicht. Die Einheimischen stellen ihr Handy mit Innenkamera auf, wir konnten immerhin einander fotografieren. Achja, Umkleiden gibt es auch nicht. Entweder man zieht die Klamotten über die eigene Kleidung oder findet eine leere Garage, an dessen Tür der eine dann Schmiere steht. Ihr könnt es Euch vorstellen: wir hatten eine Menge Spaß! Allein das Verhandeln oder Aussagen wie "Was?! 30.000Rp für das Shirt, der spinnt wohl?! Ich gebe ihm maximal 10.000Rp (0,64€)!" zeigen, dass wir mittlerweile so richtig angekommen sind in Indonesien. Mit 5 Shirts, 3, Blusen und 2 Kleidern sprangen wir wieder ins Auto. Wobei man sagen muss, dass lediglich 2 Kleidungsstücke auf meine Rechnung gehen und der Rest nun von Jule für die nächsten 5 Wochen im Backpack getragen und ertragen werden muss. Vorhin wurden schon fleißig Anfragen nach Hause verschickt, ob Jules Dad nicht mit weniger Gepäck anreisen kann, damit Jule ihm ihre Sache überhelfen kann und wenn das nicht, dann immerhin 2 weitere Vakuum-Tüten aus Deutschland mitbringen könne. Ich glaube nicht, dass das was wird, aber ich möchte ja Jules Illusionen nicht zerstören. ;) (Kommentar Jule: Sehr lieb von dir, aber zur Not zieh ich halt 5 Kleidungsschichten übereinander :D )
      Nach einem weiteren Bad in heißen Quellen, diesmal als natürlicher Wirlpool bei kuscheligen 37°C, stoppten wir am Blue Stone Beach und futterten Papaya. Die Steine kommen aus den umliegenden Bergen und bilden einen hübschen Kontrast zum schwarzen Vulkansand. Da Elvis nun um unsere Freude am Shoppen wusste, hielt er zuletzt noch an einem großen Store, in dem man nicht nur Klamotten und Handys kaufen, sondern auch Auto-Scooter oder Lasertec spielen konnte. :D Also quasi ein Mediamarkt, H&M und Jahrmarkt in einem. Spät abends erreichten wir Moni, von wo aus wir am nächsten Morgen den Vulkan Kelimutu besteigen wollten.

      Als der Wecker um 4 Uhr klingelte, hatten wir schon fast vergessen, dass wir in einem Bambushüttchen mit Waschbecken-Attrape liegen und am Vorabend beim Betreten des Hauses fast über eine Ziege gestolpert wären. Zum Waschbecken: Das Wasser läuft einfach aus dem Hahn in ein Rohr, dass dann auf Deine Füße tropft, um 1m weiter in einem Gulli zu verschwinden. Mit Taschenlampen und 5 Schichten an Klamotten machten wir uns auf den Weg zu den 3 unterschiedlich farbigen Kratern im Kelimutu Nationalpark. Der Sonnenaufgang blieb leider unspektakulär, weil wieder einmal Wolken unsere Aussicht verhingen. Da wir aber genügend Bananen, Cracker und unseren windabweisenden Regenponchos im Gepäck hatten, war es uns, im Gegensatz zu vielen anderen Touristen, möglich, 3 Stunden am Gipfel zu warten, bis die Wolken verschwanden und sich uns ein grandioses Spektakel offenbarte. Die Einheimischen rings um den Nationalpark glauben daran, dass die Seelen der Verstorbenen in jeweils einen der Seen gehen: Die der bösen Menschen in den schwarzen See, die der lieben, aber im Kindesalter verstorbenen gehen in den türkisen und die der lieben, aber alt verstorbenen in den hellblauen.
      Leider wurden unsere Spekulatiuskekse gecrashed, als ein deutscher Tourist ein paar Stufen herunter fiel und ausgerechnet auf unserem Vorrat bremste. Dafür zauberte Jule eine weitere Snake-Fruit hervor, an der sie, im Gegensatz zu mir, kulinarischen Gefallen gefunden hatte. Erst entfernt man die schlangenhautartige Hülle und isst dann die wie Knoblauchzehen aussehenden Früchte.
      Der Geschmack geht in Richtung Birne, aber auch nur, wenn man Glück hatte. ^^ Auf dem Rückweg wurden wir von Affen begleitet, weshalb wir schnell alle für sie potenziell interessanten Sachen im Rucksack verstauten.
      Am Parkplatz angekommen, trafen wir wieder auf Elvis, der nicht mitkommen konnte, weil er seine warmen Sachen vergessen hatte und stattdessen mit einer Decke im Auto wartete.

      Nach einem kurzen Frühstück in unserer Unterkunft fuhren wir alleine (ohne unsere deutschen Reisegenossinen) nach Ende, um dort am nächsten Tag einen Flug zurück nach Labuan Bajo zu bekommen, wohingegen Lea und Sally lieber 15h Bus fahren wollten. Diesmal hatten wir sogar schon vorher online Flugtickets erwerben können. Mit gerade mal einem Gate und einer Landebahn am Strand, kam uns der Flugahfen sehr putzig vor. Jule meinte sogar behaupten zu können, dass selbst die Toiletten in Tegel insgesamt größer seien als der gesamte Flughafen hier. Sicherheit wird hier nicht so hoch geschrieben. Weder unsere 4l Wasser, noch unser Obst, nicht einmal das Taschenmesser, das Jule im Handgepäck vergessen hatte, musste uns verlassen. Und entgegen unseren Ängsten sah das Flugzeug doch sehr intakt aus. Kein Tesafilm weit und breit. Während ich mir sämtliches Infomaterial zum Verhalten bei einem Absturz durchlies, steckte sich Jule ihre Kopfhörer ins Ohr und schnorchelte (Kommentar Jule: Denksches Vokabular für schlafen :D ) eine Runde. Dabei war meine Reaktion gar nicht so weit hergeholt, denn 9 von den 10 am meisten abstürzenden Airlines weltweit sind indonesisch. Und nun saßen wir in genau solch einer Maschine, hier auch Turboprop genannt. Der Name sagt eigentlich schon alles. Anstelle einer "richtigen" Turbine, wie wir sie kennen, hat der Turboprop quasi 2 Propeller an der Tragfläche und ähnelt damit eher einem Helikopter, als einer Boeing. Während des Fluges konnten wir einen qualmenden Vulkan erkennen.
      Mit einem dumpferen Aufschlag, als wir ihn sonst gewohnt waren, erreichten wir wieder Boden unter unseren Füßen. Elvis ist einmal das Flugzeug abgebrannt beim Landen, als die Schräglage des Turboprops dazu geführt hat, dass die eine Tragfläche auf dem Boden schliff. Sehr beruhigend, wenn Dir das jemand sagt..."ach und übrigens, das war mein allererster Flug auf Flores".

      Zurück in den uns bekannten Straßen, fuhren wir zur Imigrasi (Immigrationsbehörde), um unser Visum zu verlängern, was einfacher klingt, als es tatsächlich ist. Denn wie sich herausstellte, sind indonesische Behörden noch bescheuerter als unsere deutschen. Denkt mal nicht, dass so ein Office einen Drucker besitzt, wenn es darum geht, seine Passkopien abzugeben. Nein. Dafür muss man erstmal zum nächsten Copy-Shop düsen. Dort war aber, wie hätte es auch sonst sein sollen, der Kopierer kaputt, weshalb wir uns nach anderen Shops umsehen mussten. Und als wäre das nicht schon genug, braucht man dann auch noch einen einheimischen Bürgen. Zum Glück verhalf uns Elvis zu einem Kontakt, sodass wir uns direkt an der Imigrasi mit einem seiner Freunde treffen konnten und er uns half, die Formulare auszufüllen.
      Aber natürlich kostet sowas auch Geld, sein Visum zu verlängern. Aber warum nicht einfach direkt bei der Imigrasi bezahlen? Neeeein! Wir wurden zu einer Bank geschickt, wo wir mit 30 Einheimischen und nur auf indonesisch aufgerufender Wartenummer, erneut verweilen mussten. Netter Weise gab uns ein Einheimischer seine Wartenummer, weil selbst er wohl keinen Bock mehr hatte, länger in diesem einer Tiefkühltruhe gleichenden Raum zu sitzen. Wir auch nicht, aber was sollten wir machen. Illegaler Aufenthalt war ja auch keine Option. Irgendwann klappte es doch und wir wurden aufgerufen bzw. zeigten uns die Einheimischen, dass wir wohl an der Reihe wären.

      Nach der ganzen Prozedure gönnten wir uns erstmal einen Starbucks Ice Tea - japs, ihr hört richtig, Labuan Bajo hat einen Starbucks. :D
      Mit dem kühlen Getränk in der Hand klapperten wir die Straßen ab nach einer Tauchbasis, die uns über das Wochenende mit aufs Boot nimmt zu einem sogenannten "Liveaboard". Et voilà le resultat: morgen früh werden wir zum Hafen laufen und dann bis Sonntag auf einem Boot schlafen und endlich tauchen gehen!

      Ob wir von Haien oder Morenen angeknabbert werden, lest ihr dann im nächsten Eintrag. :P

      Bis dahin heißt es: JuJo meldet sich.
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      Traveler  Boah Tauchen! Freut euch drauf 😍😏

      9/6/19Reply
       
    • Day 35

      Winkend an Haien und Mantas vorbei (1)

      September 8, 2019 in Indonesia ⋅ ⛅ 25 °C

      Auweia! 2 Wochen vorbei und keiner weiß, ob wir mit der Strömung Richtung Philippinen getrieben sind oder von einem Hai angeknabbert wurden. Aber keine Sorge! Bis auf ein paar geniale Tauch- und Schnorchelgänge mit 20 Mantas ist uns Solches nicht zugestoßen. ;)

      Am 06.09. sind wir also morgens auf das "Liveaboard" gegangen. Pünktlich um 7:30 Uhr saßen wir, typisch deutsch, im Tauchshop, um auf erste Anweisungen und die Kennenlern-Runde mit den anderen Teilnehmern zu warten. Doch leider ließen 2 Franzosen auf sich warten - allein am Zeitpunkt des Eintreffens wurden vorläufig Nationalitäten zugeordnet und später in der Kennenlern-Runde aufgedeckt, welche aus Name, Herkunftsland und bester Tauchgang bestand. Ihr seht schon, das Tauchen sollte ganz im Mittelpunkt der nächsten 3 Tage stehen. Man, wie hatte ich darauf gewartet! Schon 2 Tage lag der Komodo-Nationalpark direkt vor unserer Haustür und bis auf einen Schnorchelgang hatte ich noch nicht ansatzweise genügend Salzwasser inhaliert!
      Voller Freude gingen wir an Board der "Königin der Wellen" und erhielten eine kurze Einweisung ins Bootsleben. Zu unserer Überraschung gab es neben einer heißen Dusche nicht nur Nutella, sondern sogar eine Popcorn-Maschine an Bord. Kurz wurde der Tourplan für die nächsten Tage besprochen - wo getaucht und wo geankert werden soll über Nacht - und dann wurden auch schon die Kabinen bezogen. Als wären Popcorn und Nutella an Board nicht schon genug, hatten Jule und dann auch noch eine 6-Mann-Kabine komplett für uns alleine - theoretisch für jede Nacht ein anderes Bett ;)

      Mit Ausblick auf kleine einsame Inselchen, die an uns vorbeizogen, ließen wir uns den Wind um die Nase wehen. Am ersten Tag wurden 2 Divespots im zentralen Teil des Nationalparks angefahren, wo ein Flying Gurnard (fliegender Knurrhahn :D ), ein Krokodil-Fisch, Drachenköpfe und eine weißgepunktete Moräne unseren Weg unter Wasser schmückte. Bei einem Blick nach oben zur Riffkante fiel mir der kleine Navy-Seal auf, der in seinem Schwimmshirt und schwarzer Leggins an der Wasserfläche schnorchelte. Mit 20m Höhenunterschied wunken Jule und ich uns zu und ich knippste ein paar Fotos, wie sie von ihrem Schnorchelguide mit Schwimmring begleitet wurde - da Jule die einzige Nicht-Taucherin an Board war, wurde ihr von unserem schwedischen Guide Matthias der Name "Mrs. Snorkeling" (kurze Übersetzung für unsere Omis: "Frau Schnorchlerin") verpasst. Und Mrs. Snorkeling durfte natürlich nie ohne Begleitung ins Wasser, um nicht aus Versehen mit der Strömung davon getrieben zu werden. Obwohl das eigentlich eher das größere Problem für ihre Schnorchel-Guides darstellte, die intelligenter Weise ohne Flossen, dafür aber mit ihrem Schwimmring ins Wasser sprangen. :D
      Nicht selten war Jule diejenige, die auf ihren Guide wartete, der gerade auf seinem Schwimmring sitzend gegen die Wellen kämpfte und schon wieder 50m zurück geworfen wurde.
      Nachdem er diesen Jule dann auch noch das ein oder andere Mal gegen die Ommel gehauen hatte, als er sich nach ihr umgesehen hatte, hatte Jule die Nase endgültig voll und erklärte sich selbst zum neuen Schnorchelguide. Denn bis auf einen Seestern hatte der Schwimmring-Typ ihr eh nichts gezeigt. :D
      Während Jule also an der Wasseroberfläche auf ihren Guide aufpasste, tauchte ich in einer Fischsuppe. Ja, ich meine es genaus so, wie ich es sage. Denn dass man das Riff bzw. die Korallen nicht mehr sieht, weil rings um einen hunderte Süßlippen (bestimmte Fischart) kreisen, war mir noch nie zuvor passiert. Völlig begeistert von der Unterwasserwelt und gespannt auf die nächsten Tauchgänge ging es mit dem Dingi (kleineres Tauchboot) zum Hauptboot zurück. Der 3. Tauchgang musste leider gestrichen werden, weil wir Probleme mit den Motoren hatten. Wenn ich eins gelernt habe, dann, dass es keinen sonderlich beruhigenden Effekt auf Deine Eltern hat, wenn Du beim Videochat erwähnst, dass die Bootsmotoren ausgefallen sind und wir uns deshalb nicht vorwärst bewegen. :D Aber nach einer kleinen Führung über die Decks, die beweisen konnte, dass wir uns nicht auf einer Nussschale, sondern einem sehr ansehnlichen Taucherboot MIT POPCORN-MASCHINE befanden, verflogen die Vorstellungen, dass wir mitten im Nirgendwo auf einem manövrierunfähigen Boot befanden. Glücklicherweise. Als Entschädigung für den ausgefallenden 3. Tauchgang gab es lecker Popcorn und Musik unter Sternen.
      Mit Eindrücken von weißen Traumstränden und bunten Meeresbewohnern im Nationalpark kletterten wir die 2 Decks herunter in unsere Koje und wankten im Takt der Wellen in den Schlaf, als mitten in der Nacht ein dumpfer Knall zu hören war. "Man ey, bestimmt einer aus der Nachbar-Koje gefallen oder eine Flasche an Deck umgefalllen", dachte ich mir. Wer hätte gedacht, dass mir meine liebste Chica am nächsten Morgen mitteilen würde, dass sie es war, die diese Nacht aus ihrem Bett gefallen ist und nicht wusste, wo sie war. Tja, wenn man auf einem feuchten Teppich zwischen 2 riesiegen Backpacker-Rucksäcken in einer dunklen Kammer landet, kann es schon mal passieren, dass man die Orientierung verliert. Mir tut es nur Leid, dass ich die harte Landung eher im Unterbewusstsein wahrgenommen habe und nicht einmal richtig wach wurde. Obwohl, vielleicht besser so, denn dann hätte mein Lachflash wohl das ganze Boot geweckt. :D
      Immerhin muss ich auch noch jetzt jedes Mal lachen, wenn ich nur daran denke, davon schreibe oder Jule irgendwas erwähnt wie "Tja, immerhin bist Du auch noch nie aus Deinem Bett gefallen!".

      Als bei mir (etwa 40cm über Jules Nase) um 6 Uhr der Wecker klingelte, sprang ich so energisch auf, wie Papa es sich wohl jeden Montag bis Freitag von mir wünschen würde. Denn: der Early Bird Tauchgang sollte bald starten!!! Jule ließ ich schlafen und verließ so ohne das Wissen um Jules nächtlichen Teppich-Besuch die Kabine. Erst beim Frühstück wurde mir davon berichtet, was das Gelächter aber keineswegs minimierte. :D
      Mit ein paar Cornflakes und Toast im Bauch ging es los zur "Shot Gun". Uh ja, der Name verrät es schon! ^^ Dieser Divespot befindet sich zwischen 2 Inseln, zwischen denen die Wassermassen von Norden versuchen, Richtung Süden zu gelangen. Gemäß den Gesetzen der Physik heißt das bei geringerem Durchmesser eine schnellere Flussgeschwindigkeit --> also Current! ^^ (=Strömung für Oma Ilka und Heide)
      Am Vorabend wurden schon Videos gezeigt von der letzten Liveaboard-Tour, bei der einer der Taucher seinen Regler aus dem Mund nahm und die Wangen nur so flatterten, weil das ganze Wasser ihn umspülte. Man kann sich das ungefähr so vorstellen, als würde eine Omi in deine Wange kneifen und, Zitat Jule, "Dutschidutschidu" machen. An meinem geschockten Blick unschwer zu erkennen, versicherte mir unser Guide erstmal, dass die Strömung bei uns mit Sicherheit nicht so stark sein würde, weil das eine Ausnahme gewesen sei. Aber nicht nur das beunruhigte mich. Auch die Tatsache, dass ich vorher noch nie mit Riffhaken (Leine mit einem Haken dran, mit dem man sich in einen Felsen hakt) getaucht war, ließ mich eine Menge Respekt vor diesem Tauchplatz haben und ich war mir nicht sicher, ob ich überhaupt mitkommen wollte. Hmm, und die Mantas? Die kommen nämlich genau wegen der Strömung in die Nähe der Shot Gun, weil sie dort sowohl gewaschen, als auch geputzt werden. Mit dem Vertrauen in die Guides, dass die Strömung nicht ansatzweise so stark sein würde, wie auf dem Video, stieg ich ins Dingi und wir wurden zum Drop-off gefahren. Auf dem Weg dahin sah man schon die Strömung der Shot Gun an die Oberfläche treten. Wo vorher Wellen waren, war nun spiegelglatte See, sie in sich aber trotzdem quirrlig war (ein bisschen paradox, ich weiß nicht, wie man es sonst erklären könnte. Vielleicht stellt ihr Euch so eine Austrittsfläche von einem Massagestrahl vor) Und schon wurde der Neo nass, ohne dass ich ins Wasser gesprungen war - nein nein! Durch die Sicherheit, die mir meine Tauchbuddys Manuela und Sabine aus Österreich gaben, sprang ich letztendlich mit ins Wasser und sollte es nicht bereuen! Zuerst zeigte sich uns ein farbenfrohes Riff, in dem man super ein paar Nemos beobachten und ärgern konnte. Ärgern bedeutet in diesem Fall, dass man sich vor ihre Anemone chillt und einfach zuschaut, wie sie reagieren. Meistens kommt der Papa Clownie wild paddelnd auf einen zugeschwommen, um sein "Nest" zu verteidigen, sollten sie gerade Junge haben. Da passiert es auch mal, dass er Dir an Deine Maske schwimmt und versucht, Dich zu "boxen". Spätestens dann sollte man aber Umkehr machen. Nicht, weil er gefährlich werden könnte, sondern einfach, um ihm weiteren Stress zu ersparen. Nach und nach verschwanden die bunten Korallen und Korallen-Trümmerhaufen zehrten unseren Weg. Ich erinnerte mich wie Matthias sagte "Und wenn wir da ankommen, wo nur noch Bruchstücke der Korallen liegen, dann wisst ihr, dass die Shot Gun nicht mehr weit ist".
      Die Korallen, die dort wachsen, brechen aufgrund der starken Strömung sofort ab, wenn sie eine bestimmte Höhe erreicht haben - deshalb der Korallen-Friedhof. Und dann sah ich sie vor mir: die Shot Gun. Eigentlich sehr friedlich aussehend. Vor der Shot Gun taucht man in eine sandige Kuhle, in der ein Weißspitzen-Riffhai auf einen Besuch vorbei kam, und dann muss man schnell sein. Denn sobald man dann aus der Kuhle heraustaucht, baut sich vor einem ein steiles Riff auf, an dem man schneller vorbei sausen kann, als einem lieb ist. Die Strömung fließt nämlich über die Kuhle hinweg. Das heißt, sobald man aus der Kuhle auftaucht, packt einen die Strömung und man hat nur wenige Sekunden, seinen Haken zu greifen und einen geeigneten Platz im Riff zu finden, um nicht davon gerissen zu werden. Und wie sollte es auch anders sein: Hanne fand keinen geeigneten Platz, zum Glück aber der Guide, der mich gerade noch so kopfüber paddelnd abfing und in einen Felsen einhakte. Da waren wir also: direkt in der Shot Gun und vor uns drehte der Weißspitzen-Riffhai seine Runden. Ihr könnt Euch nicht vorstellen, was für ein Gefühl das ist! Ich hätte nicht gedacht, dass ich es mag, aber es war einfach nur unglaublich! Ein bisschen Luft ins Jacket und schwupps, geht man hoch wie ein Ballon. Hände zur Seite und Du surfst in der Strömung. Nach etwa 10min des Spaßes in der Shot Gun, ließen wir uns weiter mit der Strömung treiben und fuhren an ein paar Mantas vorbei, die etwa 50m hinter der Shot Gun ihren Beauty-Salon genossen. Einer der Mantas war nur 2m von mir entfernt und musterte mich mit seinem großen Auge, während er majestätisch auf einer Stelle schwamm und von ein paar Fischen geputzt wurde. Leider hatte in der Shot Gun der Ocotpus von Manuela abgeblasen (was aufgrund der krassen Strömung und der Aufregung, sich richtig einzuhaken, anfangs nicht aufgefallen war), weshalb wir den Tauchgang schneller beenden mussten als geplant. Aber weil wir ja eh noch einen Tauchgang vom Vorabend offen hatten, beschlossen wir am nächsten Tag wieder zu kommen! ^^ Übrigens habe ich mich auch erst beim 2. Mal Shot Gun so richtig getraut, die Strömung zu genießen und nicht möglichst nah am Felsen zu kleben, um nicht, sollte der Haken sich lösen, an die Wasseroberfläche katapultiert zu werden. Es gab nämlich 2 worst case Scenarien für diesen Tauchgang.
      1. Du schaffst es nicht, Dich schnell genug einzuhaken und die Strömung reißt Dich von der Gruppe weg. Dann einfach kontrolliert auftauchen, wie auch sonst, wenn man seine Gruppe verloren hat bzw. bringt Dich die Strömung eh nach oben.
      2. Du schaffst es zwar, Dich einzuhaken, Dein Haken löst sich aber bei einem luftgefüllten Jacket und Du gehst schneller als Dir lieb ist an die Oberfläche.
      Idealfall: Du hakst Dich ein, gibst etwas Luft in Dein Jacket, weshalb Du wie ein Ballon (aber eben ein befestigter Ballon!) 2m aufsteigst und Du spielst mit der Strömung. Nach dem Spielen deflatest (= du lässt die Luft ab) Du Dein Jacket, kommst näher ans Riff, die Strömung lässt nach (je näher man am Riff ist, desto weniger Strömung hat man), Du hakst Dich aus und schwimmst entspannt weiter bzw. die Strömung trägt Dich weiter.
      Das heißt, man hat es hier erfreulicher Weise nicht mit einer "down current" zu tun. Was passieren kann, wenn Du von so einer gepackt wirst, hatte Matthias erst 3 Tage zuvor am eigenen Leib spüren müssen, als ein Mädchen aus seiner Tauchgruppe sich zu weit vom Riff entfernt hatte - entgegen des eigentlichen Briefings vorher. Als plötzlich ein Schwarm Fische Richtung Grund abflitze wie Schmitz-Katze, war alles zu spät und auch die Amerikanerin steckte schon in der down current drin und versuchte mit Schwimmbewegungen in Armen und Beinen dagegen anzukämpfen. Natürlich ist Matthias hinterher und konnte sie zum Glück noch von 50m hochhholen, musste dafür aber den Rest seiner Tauchgruppe zurücklassen. An der Wasseroberfläche angekommen, waren beide froh, noch am Leben zu sein, aber von den anderen 2 Mit-Tauchern war keine Spur. Zum Glück tauchten diese einige Minuten später auf, weil sie eben einen kontrollierten Aufstieg durchgeführt hatten. Am Ende lagen sich alle in den Armen und es gab reinen Sauerstoff zu schnüffeln, damit die Taucherflöhe weggehen (=Dekompressionskrankheit, bei der sich die Haut anfühlt, als würden einen tausende Nadeln stechen, weil der im Blut und den Geweben gelöste Stickstoff ausperlt)
      Aber zurück zu unserem Tauchausflug und weg von den Horror-Stories - denn solange man nicht den Nervenkitzel sucht und sich an die Anweisungen des Guides hält, ist man quasi sicher.
      Zurück auf der "Königin der Wellen" gab es dann das 2. Frühstück. Dazu muss man sagen, dass wir eines ganz sicher nicht sind auf dem Boot: verhungert. Ich glaube, insgesamt gab es 7 Mahlzeiten am Tag. :D Eigentlich bestand das Liveaboard nur aus Tauchen, Essen, Schlafen. Trotzdem blieben manchmal nicht mehr als 10min, um es sich in den Sitzsäcken bequem zu machen und sich zu sonnen, dann stand schon das nächste Briefing an. Es ist also kein Wunder, dass wir am zweiten Abend die Ersten waren, die in ihren Kojen lagen - Jule, weil sie und ihr Guide beim Schnorcheln vergessen und erst nach 1,5h eingesammelt wurden und ich, weil ich fast 4 Stunden des Tages unter Wasser verbracht hatte und der Nachttauchgang als 4. Tauchgang des Tages mich endgültig ausgenockt hatte. Alle mitlesenden Taucher wissen, wovon ich rede. ;)
      Aber so behielt jeder seine Andenken abends im Schlafsack: ich zappte durch die Haivideos, die ich gedreht hatte und Jule jammerte über ihren Sonnenbrand am Fuß, der exakt das Muster von Flossen und Legginsrand wiedergab. :D By the way: auch noch jetzt nach 2 Wochen kann man Mrs. Snorkeling daran identifizieren.
      Der Tag war definitiv von den besten Tauchgängen meines Lebens geprägt! Und auch wenn Jule mich genervt anschaute "Ey nee, schon wieder ein doofer Hai?!", wenn ich ihr meine Kamera entgegenstreckte, hielt mich das keineswegs davon ab, ihr weitere Bilder und Videos zu zeigen. Schließlich hatte ich mich wie in einer 'National Geographics Reportage' gefühlt, als sich beim Tauchen auf einmal ein Schatten über uns legte und schon war man inmitten eines riesigen Fischschwarmes, der von Thunfischen und Jackfisch gejagt wurde. Zum Glück waren wir "hooked in" (eingehakt mit dem Riffhaken), sodass es wohl aufgefallen wäre, wenn man mit verschluckt worden wäre. :P
      Ich kann das Gefühl nicht beschreiben, wenn man als kleiner Mensch in einem Riff hängt und einfach beobachtet, was alles ringsherum um einen passiert. Der um uns kreisende Hai war dann schon fast unattraktiv. Wenn hunderte, ach, tausende Fische direkt vor Deiner Nase langflitzen und man die Dynamik des Schwarmes sowohl akustisch, als auch optisch mitverfolgen kann. Wow. Kaum ist es wieder hell, weil der Fischschwarm nicht mehr über Dir seine Runden zieht, kommt ein Napoleon, der fast so groß ist wie Du, vorbei und knabbert an ein paar Korallen. Unter Dir jagen sich 2 Papageien-Fische und hinter Dir schläft eine Schildkröte im Riff, die sich so gut versteckt hat, dass sie Dir nur auffällt, weil Du quasi direkt über sie schwimmst. Mit einem detaillierteren Blick in die Korallen fallen Dir farbenreiche Schnecken auf oder genial getarnte Raubfische, die Ton in Ton mit ihrem Untergrund sind. Vielleicht versteht ihr jetzt, warum man sich daran einfach nicht satt sehen kann und mit Freuden morgens aus der Koje springt, um auch ja nichts zu verpassen. Irgendwie scheinen die Fische hier in Komodo in einer Nährlösung zu schwimmen. Zumindest wäre das eine Erklärung, warum alles so riesig ist! Echt, die einfachsten Fische, die man sonst schon von anderen Tauchgänge kennt, sind hier 5Mal so groß. Wenn dann ein 200kg Brummer direkt neben Dir steht, wunderst Du Dich nicht mal mehr darüber. Du sagst ihm Guten Tag, schaust kurz, ob er da entspannt auf der Stelle chillt oder Hunger hat und Dir vielleicht in die Flosse zwickt und mit dem nächsten Flossenschlag findest Du etwas neues Faszinierendes. Leider ist irgendwann die Luft alle und Du musst diese aufregende Welt wieder verlassen. Ist man dann aufgetaucht, glaubt man seinem Tauchcomputer gar nicht, dass man gerade 62min unter Wasser war.

      Am 3. Tag sind wir neben den Tauch- und Schnorchelgängen auf der Insel Rinca gewandert, welche Heimat der Komodo Warane ist - der größten Echsen der Welt. Nur im Komodo Nationalpark kann man auf sie treffen - entweder auf der Insel Komodo oder eben auf Rinca. Mit genügend Sonnencreme eingeschmiert, dass man schon auf dem Dingi kleben blieb, und Kamera in der Hand fuhren wir vom Hauptboot zum Steg in den Mangroven. Hierzu noch eine kleine Anekdote: Da Jule beim Schnorcheln an der Shot Gun mehr Mantas als alle Taucher zusammen gesehen hatte, die vor ihr Loopings gedreht haben und sie teilweise zu viert umschwammen - ja, kein Witz! - beschloss ich, auch noch einen Schnorchelgang unternehmen zu wollen. Ich kam zwar gerade erst vom Tauchen zurück, aber nass war man dann ja schon mal. Also fragte ich Matthias, ob ich schnorcheln gehen könnte, was er bejahte, mir aber mitteilte, dass ich keinen Guide mitbekommen würde und deshalb einfach winken soll, wenn mich das Dingi wieder abholen soll. Okay, alleine Schnorcheln ist eh viel besser und der Guide erledigt seinen Job ja eh nicht, dachte ich mir. Also, Sachen zusammen gesucht, Kamera geschnappt und schon war ich startklar. Gerade ins Dingi einsteigend warf Matthias mir vom Oberdeck noch einen Satz hinterher "Achja, aber nicht zu nah an den Strand gehen, da könnten Dragons sein, aber unter Wasser sind die eigentlich nicht so schnell." Wie?! Dragons?! Ääh, okay, erst in dem Moment realisierten Jule und ich, dass wir wohl direkt vor Komodo geankert hatten. Ganz ehrlich, hier sieht jede Insel gleich aus, zumindest aus der Ferne. Okay, vom Sand fernbleiben bekomme ich hin, gibt ja nicht umsonst Mangroven rings herum um die Insel. "Achso, und pass auf in den Mangroven, da gibt es Krokodile." Spätestens jetzt könnt ihr Euch vorstellen, dass der Schnorchelgang sich damit für mich erledigt hatte. So gerne ich nochmal Mantas gesehen hätte, aber einem Krokodil oder Waran musste ich echt nicht im Nahkampf entgegen treten. Als Nervenkitzel-Ersatz bin ich dann vom 14m Mast gesprungen, was rückblickend nicht weniger risikoreich war. :D
      Aber zurück zu Rinca: Mit einem Guide am Anfang und einem am Ende unserer 10-Mann-Truppe, die uns mit ihren Stöckern im Falle der Fälle vor einem Waran-Angriff schützen wollten, latschten wir über die savannenartige Insel. Zum Glück waren wir auf den späten Nachmittag gekommen, denn bei Mittagshitze soll eine Wanderung dort unerträglich sein. Es dauerte auch nicht lange und wir fanden den ersten Waran, der sich die Sonne auf seinen Bauch scheinen ließ. Die Guide zeigten uns sogar die Nester der Warane - natürlich nur aus der Ferne. Obwohl die Warane selbst nicht giftig sind, ist ein Biss meistens tödlich, weil ihre Münder als Aaßfresser von Bakterien überseht sind, weshalb man dann eine Sepsis bekommt und an dieser stirbt. Denn machen wir uns mal nichts vor: bis zum nächsten guten Krankenhaus muss man schon einen Flug nach Singapur oder Australien bekommen. Trotzdem sind von den 33 Menschen, die jemals angeknabbert wurden "nur" 6 verstorben. Mit ein paar geknippsten Fotos auf der SD-Karte ging es ein paar Hügel hoch zu einem Aussichtspunkt über die Bucht. Auf dem Weg begleiteten uns ein paar Büffel und Hirsche - die Warane sind bei Weitem nicht die einzigen Bewohner. Wenn es im Gebüsch raschelte, kam meistens ein Huhn zum Vorschein, als der heiß ersehnte Waran. Trotzdem hatten wir ja unsere Waran-Fotos bekommen, denn zufälliger Weise war unserer Guide Matthias nicht nur Taucher, sondern auch Fotograf. ^^ Manchmal darf man auch Glück haben.
      Zurück auf dem großen Boot gab es erstmal Abendbrot und dann fuhren wir zu einer weiteren Insel, die ebenfalls von Mangroven umgeben ist und jeden Abend ein einzigartiges Naturspektakel bietet. Pünktlich mit Sonnenuntergang verlassen die "Flying Foxes" (große Fledermäuse) die Mangroven und scharen sich zu Hunderten am Himmel. Mit Popcorn in der einen Hand und der Kamera in der anderen sahen wir begeistert zu, wie sich der Himmel vor lauter Fledermäusen verdunkelte. Leider war das auch der krönende Abschluss unseres Liveaboards, denn keine 2h später lag die "Königin der Wellen" auch schon wieder im Hafen von Labuan Bajo. Ich denke, ich spreche für uns beide, wenn ich sage, dass die Tage auf dem Boot mit Abstand die besten des gesamten Urlaubs waren!
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    • Day 39

      Mit Kenterkahn auf stürmischem Ozean (1)

      September 12, 2019 in Indonesia ⋅ ☁️ 27 °C

      Nach einer Nacht in unserem diesmal komplett belegten 6-Mann-Dorm ging es am nächsten Tag wieder zu unseren Freunden in der Imigrasi (Ironie!!!). Wie bescheuert die Bürokratie hier ist, hatten wir ja schon erwähnt, aber dass die Imigrasi uns auch für 10 dämliche Fingerabdrücke und 1 Fotos Ewigkeiten warten lässt - obwohl wir die einzigen Leute waren - hätten wir auch nicht gedacht. Als motivierenden Abschluss sagte uns der Beamte dann noch, dass sie aktuell Probleme mit "der Connection nach Jakarta" hätten und es schon nochmal an die 3 Tage dauern könnte, bis wir das Visum abholen könnten. So buchten wir aus lauter Frust einfach die nächste Bootstour - diesmal ohne tauchen, was wir bitter bereuen sollten. Denn kein Tauchboot bedeutet auch, kein europäisch geführtes Boot. Was wiederum heißt: mit Tretboot in Seenot. Aber vorne angefangen: Wir buchten also eine 2Tages/1Nacht-Trekkingtour in den Nationalpark, weil es noch eine Insel gab, die wir uns unbedingt ansehen wollten: Padar. Die Insel ist berühmt für ihren grandiosen Ausblick über 3 unterschiedlich farbige Buchten und ihre lustige Form. Mit unserem Leichtgepäck von 25kg plus liefen wir am nächsten Tag zum Hafen und wurden von dem Männchen, bei dem wir die Tour gebucht hatten, empfangen. Anstatt uns immerhin ein Handgepäck anzunehmen, fuhr es breit grinsend neben uns auf seinem Roller her mit einem Paar Flossen in der Hand, die er für Jule mitgebracht hatte. Wir liefen im Schweiße unseres Angesichts nebenher und waren heil froh, als wir endlich die Hafenmole erreichten, wo unser Boot liegen sollte. Richtig: liegen SOLLTE. Tat es nämlich nicht. Mit immerhin ein bisschen schlechten Gewissen wies uns der Typ darauf hin, dass das Boot wohl am anderen Ende des Hafens läge. Jule hätte ihn am liebsten umgebracht. Also wieder zurück. Vorbei an großen Frachtschiffen und hupenden Autos im Rücken. Wir wussten ja, dass uns keine Popcorn-Maschine erwarten würde, aber als wir vor "unserem Boot" stoppten, waren wir schon ein wenig geschockt. Um das Deck schön sauber zu halten, war alles geflutet worden, sodass jeder Schritt einem Ruf "Benutz mich endlich!" an unsere Frakturschiene glich, dem wir aber natürlich nicht Folge leisten wollten. Es verwunderte uns auch nicht, dass das angepriesene Schlafdeck, ein 80cm hoch gespanntes Stoffsegel war und es 8 Matratzen für 35 Leute an Board gab. Unser Luxus-Liveaboard vermissend ergaben wir uns unserem Schicksal. Wie vorhin erwähnt, ist es nicht empfehlswert, Rinca bei Mittagshitze zu besteigen, wann lag also unser Boot vor Rinca? Richtig! 12:06 Uhr. Da Jule und ich ja 2 Tage vorher da gewesen waren und auf einen Sonnenbrand gut verzichten konnten, blieben wir an Board und versuchten, uns es auf unseren 4 Quadratmetern gemütlich zu machen. Nach etwa 2h kamen die anderen Touristen von der Rinca-Tour zurück und wir fuhren zum Pink Beach.
      Unser größtes Highlight war, trauriger Weise, ein asiatisches Pärchen, das freiwillig mit Schwimmweste schnorcheln ging, vorwärts mit Flossen ins Wasser watete und dabei fast auf die Nase fiel. Als ich dann auch noch eine Granny anflehen musste, sie solle nicht übers Riff trampeln, sondern hinter mir herschwimmen und aufhören die Korallen abzubrechen, war die Laune endgültig auf ihrem Tiefpunkt. Mit großen, unverständigen Augen stand sie vor mir, die beschlagende Maske auf der Nase und mit den Beinen in einer Weichkoralle stehend. Ja klar, würde mir auch weh tun! Aber hey, warte mal, deshalb geht man da nicht rein! Weil man weiß, dass es nesselt. Letztlich eskortierte ich sie zum Strand und regte mich zusammen mit Jule über die Inkompetenz von Touristen auf, die denken, nur weil man Geld für einen Trip bezahlt, kann man machen, was man will. Grr. Da werde ich echt wild! So eine Koralle wächst tausende Jahre und dann latscht irgendein Trottel mit seinem Badeschuh rauf?!
      Naja, immerhin etwas Positives: wir hatten eine Schildkröte ganz für uns alleine und konnten zuschauen, wie sie sich sattfraß.
      Zurück auf dem Boot ging das Grauen eines eigentlich Sterilium-abhängigen Studenten weiter: überall musste sich barfuß fortbewegt werden. Egal, ob Du übers Deck geschlittert, aufs Ekel-Klo gegangen bist oder auf der Matratze lag, ALLES. Nur weil wir uns unsere Füße bei jeder Gelegenheit abgewaschen haben, heißt das ja lange nicht, dass das die Anderen auch gemacht haben. Umkehrschluss: die Keime waren überall. Wenn man dann auf allen Vieren wieder übers Schlafdeck kroch, wollte man eigentlich gar nicht wissen, was jetzt alles so an einem klebte.
      Abends besuchten wir Komodo und jagten ein paar Warane. :P Spaß, die lagen wieder faul in ihren Sandgruben und beobachteten die Touristen, die eifrig Fotos schossen. Obwohl eher die Ranger diejenigen waren, die eifrig Fotos schossen, weil sie eine Methode entwickelt hatten, wie die Warane möglichst monströs im Vergleich zu den Touristen aussahen: einfach dahinter setzen und auf den Waran zoomen. Tatsächlich war unser Waran aber wirklich sehr groß mit seinen 3m und der blutigen Sabba, die noch an seinem Maul hing. Am Ende des Wanderweges wartete ein hübsches Restaurant auf Stelzen auf uns, vor dem eine Waran-Statur stand. "Jule mach mal ein Foto vor mir, wie ich auf der Statur sitze. Oh oh, die Statur bewegt sich ja!"
      Tja, manchmal sind Wirklichkeit und Abbild nicht leicht voneinander unterscheidbar. Zum Glück hatte ich mich ja noch nicht gesetzt. ;)
      Die Ranger nahmen ihre "Beschützfunktion" anscheinend auch nicht mehr so ernst, als Jule und ich auf dem Weg zum Boot zurück etwa 100m vor uns und 100m hinter uns einen Ranger hatten. Als letztes Goodbye lag direkt am Bootssteg einer der Warane und posierte für uns im Sonnenuntergang. Zurück auf dem Boot wurde sich wieder ums Abendbrot geprügelt und auf dem beschmatterten Teppich im Schneidersitz gegessen - Achja, noch gar nicht erwähnt, richtige Sitzmöglichkeiten gab es nicht, aber das sollte nun auch nicht mehr schocken. Was aber definitiv Schock-Potential hatte, war unsere Nacht. Gegen 3 Uhr gingen die Bootsmotoren an und wir fuhren mitten aufs Meer, obwohl wir, zumindest unseres Informationsstandes nach, in der Bucht ankern sollten. Die Wellen waren teilweise so stark, dass Jule und ich einfach nur noch hofften, nicht zu kentern. Genialer Weise war an genau dem Tag auch unsere indonesische Datenflat ausgelaufen, ohne dass wir damit gerechnet hatten, und wir hätten nicht mal unseren Muddis Bescheid sagen können, dass wir auf offener See treiben. Um immerhin ein paar Stunden auf dem Meer ausharren zu können, schnappten wir uns unsere Flossen und hakten die Tilli in unsere Bauchtasche ein. Jule konnte mich gerade noch so davon abhalten, die Flossen im Schlafsack anzuziehen. "Meinst Du, ich kann mich UND meinen Backpack über Wasser halten?", "Jule, wenn wir kentern, ist unser sinkende Backpack das kleinere Problem! Dieses Boot ist schneller auf'm Grund, als wir runter gesprungen sind!" Zum Glück schliefen wir direkt am Ende des Decks, wo wir tatsächlich schnell vom Boot hätten jumpen können. Mit mulmigen Gefühl versuchten wir irgendwie zu schlafen. Kaum 2h später streckte eines der Crew-Mitglieder seinen Kopf durch die Luke zum Schlafdeck und verkündete lauthals, dass wir nun zum Sunrise Trekking aufbrechen würden. Wie Sunrise? Wo sind wir überhaupt? Anscheinend hatte uns unser Männchen ziemlich schlecht über den Ablauf der Tour aufgeklärt. So oder so zogen wir uns unsere Wanderhosen an und machten uns auf dem Weg zum Dingi. Oh ja! Das Dingi! Das Dingi war eher ein Sinki als alles Andere! Es konnte exakt 4 Leute transportieren, dann soff es ab. Aber auch mit 4 Mann Besatzung guckte es gerade mal 5cm über der Wasseroberfläche hervor. Es verwundert also nicht, dass man nie trocken ankam. Auf jeden Fall schnappten wir uns mit als Erste eine Überfährt mit dem Sinki und standen dann auf einer Insel, die sich als unser heiß erwartetes Padar herausstellte. Völlig außer Atem von den Stufen zum Viewpoint, sahen wir die Sonne aufgehen. Zwischenzeitig dachte ich echt, Jule klappt mir ab. Wir hatten beide wenig getrunken und wie schon erwähnt, musste man auf diesem Boot um jedes Gramm Essen kämpfen. Ein bisschen enttäuscht, dass wir unsere hässlichen Wanderoutfits übergeworfen hatten, schossen wir trotzdem ein paar Fotos - schließlich ist man ja nur 1 Mal da. Unsere ursprüngliche Vorstellung, dort im Kleidchen zu stehen, war damit in Luft aufgegangen.
      Etwas übermüdet von der Horror-Nacht und dem frühen Aufstehen, legten wir zurück auf dem Boot erstmal ein Nickerchen ein. Gegen Mittag kamen wir am Manta Point an - einem berühmten Tauch- und Schnorchelspot. "Ochnee, nicht schon wieder Mantas", haut Jule raus, obwohl sie felsenfest behauptet, dass sich diese Aussage auf unsere Crew bezog, die den Mantas auf dem Sinki hinterherfahren sind und die Touristen genau dort abgesetzt haben, wo die Mantas gerade waren. Auf so einen Touri-Hunt hatten wir beide keine Lust und sind einfach vom Boot aus Schnorcheln gegangen. Die Crew hat das nicht so recht verstanden und ganz wild in der Luft gewedelt "Du schwimmst in die falsche Richtung! Die Mantas sind da!", woraufhin ich nur erwiderte "It's okay, I'm going to find my own Manta". Und tatsächlich: keine 5min später war ich von Zweien umgeben. Da das Riff am Manta Point auch nicht so unansehnlich war, verlängerten wir unseren Schnorchelgang und wunderten uns, warum das Boot immer kleiner wurde. Tja, die hatten wohl nicht geankert und trieben davon. Zum Glück war mit uns noch eine kanadische Familie im Wasser und spätestens an denen wäre aufgefallen, dass jemand fehlt. Irgendwann kam auch das Sinki angefahren und sammelte alle ein. Einen Vorteil hatte seine Tieflage im Wasser: man musste kaum Kraft aufwenden, um aufzuspringen und konnte einmal weniger "Save the whales" spielen. Als Jule aufgesprungen war, sagte der Sinki-Fahrer zu mir: "Sorry, we are full" und ich erwiderte scherzhaft "Okay, Goodbye then". Ich schaute nicht schlecht, als er dann einfach davon fuhr und Jule mir nur noch, genauso schockiert wie ich, zugewunken hat. Da war ich also: alleine auf offenem Meer. Flinke Flossen! Ich wollte zum Riff zurück. Durch's Tauchen wusste ich genau, was alles unter einem schwimmen konnte und darauf war ich nicht scharf. Nach einiger Zeit kam das Sinki zurück, die ich mir mit paranoiden Umschauen in alle Richtungen vertrieben hatte und gabelte mich auf.

      Der letzte Stopp der Tour war eine einsame Insel. Jule hatte die Nase voll vom Schnorcheln, ich nicht. Während sie sich am Strand bräunte, versuchte ich, ein paar Schildkröten ausfindig zu machen. Leider ohne Erfolg, aber das Riff war trotzdem wunderschön. Und mal ehrlich: alleine schnorcheln hat auch was. Man kann sich solange an einer Koralle aufhalten, wie man will und ein und denselben Fisch solange beobachten, wie man will. Ein Highlight waren natürlich wieder die Asiaten, die es sich diesmal nicht nehmen ließen, mit Badekappen und Kleidchen schnorcheln zu gehen. :D
      Fast froh, die Insel zu verlassen, weil dies bedeutete, dass die Tour ihr Ende nahm, sprangen wir aufs Boot auf. Und schwups: 3h später kamen wir wieder im wohl vertrauten Heimathafen an. Diesmal waren wir auch gar nicht traurig, dass der Trip schon vorbei war. ;)
      Nach der längsten Dusche des gesamten Urlaubs und dem Versuch, eine Laundry aufzusuchen, fielen wir kaputt in unsere Betten. By the way: Da mal wieder Stromausfall in Labuan Bajo war, konnten wir unsere kontaminierte Wäsche nicht einmal zur Laundry geben. :(

      Am nächsten Morgen ging es dann mal wieder zur Imirgrasi, denn die versprochenen 3 Tage waren nun ja um. Mit aller Ruhe kramte der Imigrasi-Typ in seinen Unterlagen. Ich führte schon einen Freudentanz auf, weil ein Aufschub von weiteren 3 Tagen für mich 2 Tage Tauchen bedeutete. Plötzlich zückte der Beamte 2 rote Akten und übergab uns die Reisepässe, neeeeeeeeeein!!! Jule strahlte, weil wir endlich unsere Reise fortsetzen konnten, ich wollte am liebsten weinen. Aber eigentlich hatten wir ja alles abgegrast, was nur ging: Wir hatten das Landesinnere kennengelernt, waren am Kelimutu, hatten ein Liveaboard und eine Todes-Trekkingtour gemacht. Eigentlich war es Zeit zu gehen, wenn man hier nicht so genial tauchen könnte. ;)

      Der nächste Tag wurde genutzt, um Pläne für die Weiterreise zu schmieden. Von Sulawesi, Borneo über Philippinen war alles dabei. Letztendlich entschieden wir uns aber aufgrund des Flugpreises und der Nähe zu Bali, von wo aus wir definitiv in 2 Wochen Richtung Sumatra starten mussten, um unsere Eltern abzuholen, für Lombok. Da war es also: unser letzter Abend in Labuan Bajo. Ich muss zugeben, dass wir uns schon ein bisschen heimisch gefühlt haben in unserem Hostel. Wir kamen ja gefühlt alle 3 Tage wieder, wenn einer unserer Ausflüge vorbei war. Insgesamt haben wir bestimmt 5 oder 6 Mal eingecheckt. Und wie wir am Anfang völlig planlos gestartet waren, so konnten wir nun den Neuankömlingen die Insider verraten und zu Kontakten verhelfen. Abends feierten wir unsere Zeit auf Flores in einer Bar, in der Livemusik gespielt wurde und schauten uns ein letztes Mal die Hafenlichter bei Nacht an.

      Denn dann ging es auch schon per Turboprop nach Lombok. Und was wir da alles erlebt haben, darf Jule Euch berichten, denn ich sitze seit 4 Tagen an diesem Eintrag und bin heilfroh, dass Jule jetzt mal wieder ran muss. :P
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      Traveler  🤣 oh ha!

      9/19/19Reply
       
    • Day 37

      Bootstrip Tag 1: Komododrachen &Delphine

      October 11, 2019 ⋅ ☀️ 27 °C

      Mein erster Tag auf meiner viertägigen Bootstour von Flores nach Lombok war Wahnsinn, fast schon zu viel, um es zu verarbeiten. Erster Stopp war die Insel Rinca, wo wir Komodo-Drachen in freier Wildbahn kämpfen sahen. Weiter ging es zu Pink Beach, einem paradiesischen Strand mit rosafarbenem Sand, der sich aus winzigen roten Korallenpartikeln ergibt. Nach ner Runde Schnorcheln ging's nach Komodo, wo wir wieder die bis zu drei Meter großen Drachen bestaunen konnten. Den Tag krönten springende Delphine im Sonnenuntergang, bevor wir 21 Passagiere uns geschafft vom Tag auf unsere Matten an Deck schlafen legten.Read more

      Traveler  mein Engel 👼 ich vermiss dich! ♥️

      10/15/19Reply

      Traveler  Uh...der schaut aber gefährlich aus...

      10/15/19Reply

      Traveler  Wie putzig...

      10/15/19Reply
      6 more comments
       
    • Day 21

      Boottrip von Lombok nach Flores

      November 16, 2019 in Indonesia ⋅ 🌙 26 °C

      Wir haben 4 unvergessliche Tage auf einem Boot hinter uns. Am Mittwoch morgen wurden wir abgeholt und sind nach einem schweißtreibenden Trip im Bus quer durch Lombok bei unserem Zuhause für 4 Tage, der „Wahyu Pertama“ angekommen. Mit 26 anderen Menschen plus Crew sind wir gegen Mittag losgetuckert Richtung Kenawa Island, wo wir unseren ersten Stopp eingelegt haben und vom Boot zur Insel geschwommen sind und den Sonnenuntergang angeguckt haben. Ein Regenbogen über der Nachbarinsel war auch zu sehen! Wir haben dann abends vor einer anderen Insel „geparkt“ und sind nachts weiter gefahren Richtung Moyo Island, wo wir morgens zu einem Wasserfall gewandert sind und dort baden konnten.

      Am frühen Nachmittag ging’s dann los, 15 Stunden (!) durchfahren zu den Komodo Islands. Die Fahrt war lang aber wunderschön, wir konnten ganz oben auf dem Boot liegen und haben Wale und Delfine gesehen! Und abends beim Sterne gucken auch noch eine Sternschnuppe :).

      Gestern hatten wir dann ordentlich Programm, wir haben uns im Komodo National Park (dessen Eingang ein bisschen aussieht wie der von Jurassic Park 😅) Komodo Drachen angeschaut! Coole Tiere ☺️. Danach sind wir weitergefahren und haben einige Stunden an zwei traumhaften pinken Stränden verbracht, wo wir baden und Schnorcheln konnten. Dort hab ich einen kleinen Hai gesehen! Abends sind wir dann vor Padar Island angelegt, wo wir heute morgen um 4.30 Uhr geweckt wurden um uns von einem Berg auf Padar Island den Sonnenaufgang anzuschauen. Eine atemberaubende Szenerie!

      Nach weiterem Komodo-Hunting auf Rinca Island und Schnorcheln und vom-Boot-ins-Wasser-springen an einem weiteren Traumstrand vor Kelor Island sind wir am Nachmittag in Labuan Bajo auf Flores angekommen und dann - nach ein bisschen hin und her weil das Hostel was wir gebucht hatten leider vor 2 Monaten dicht gemacht hat - in einem schönen Hostel untergekommen, wo wir uns 500 Schichten Schweiß und Sonnencreme runterwaschen konnten 😅.

      Es war ein unglaublich toller Trip, auch wenn wir froh sind, wieder alleine in einen ordentlichen Bett zu schlafen statt dicht an dicht auf dünnen 70cm breiten „Matratzen“ auf den Schiffsdeck 😅. Wir haben viele nette Leute kennengelernt, gutes Essen gegessen und unglaublich viel gesehen und erlebt.

      Heute Abend waren wir dann mit der ganzen Mannschaft nochmal in der Pizzeria in Labuan Bajo essen. Das Leben ist schön! 😊
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      Traveler  Du bist ein Glückspilz!!!!🥰

      11/16/19Reply

      Traveler  Ihr seid Glückspilze!!!!🙂

      11/16/19Reply
       
    • Day 22

      Goa Rangko

      November 17, 2019 in Indonesia ⋅ ☀️ 30 °C

      Gehen ein Finne, ein Niederländer, zwei Engländer, eine Kolumbianerin, ein Franzose und zwei Deutsche in eine Höhle... klingt zu kompliziert für einen guten Witz, ist aber n schöner Tag draus geworden 😅.

      Wir sind den Tag heute ganz entspannt angegangen und waren mal wieder etwas schicker frühstücken, weil wir jetzt schon sehr lange nur Toast oder Bananenpancakes zum Frühstück hatten. Dann haben wir uns einen Roller gemietet und sind los zur Goa Rangko, eine Salzwasserhöhle vor der nördlichen Küste von Flores. Auf dem Weg dorthin konnte man sich die schöne Landschaft von Flores angucken, denn hier ist es sehr viel grüner als auf Lombok. Leider hat dann Google Maps uns mal wieder verlassen und wir sind auf einem Schotterweg vor einer eingebrochenen Brücke gestrandet. Schade 😅.

      Zum Glück haben wir eine Gruppe von 6 anderen Backpackern (oben genannt) getroffen, die auch zur Höhle wollten und vor dem gleichen Dilemma standen. Wir fanden einen Local, der auf sowas wohl schon vorbereitet war und bereit stand um uns für einen guten Preis den richtigen Weg zu zeigen und mit seinem Boot zur Höhle zu bringen, die man anders nicht erreichen kann. Die Fahrt an der Küste entlang war sehr schön! Wir sind dann in einem winzigen Fischerdorf in das kleine Boot gestiegen und mussten wie schon oft ein bisschen durchs Wasser waten, um einsteigen zu können. Das Wasser vor der Küste war sehr ruhig und sehr flach, was die Folge hatte dass es nicht nur warm, sondern richtig heiß war, was sich echt komisch anfühlte.

      Die Goa Rangko selbst war sehr cool anzuschauen, durch einen kleinen Eingang schien die Sonne rein und beleuchtete das Wasser, in dem wir auch schwimmen konnten. Wir haben auch wieder ein paar Fledermäuse gesehen und es war alles voller Stalagmiten und Stalaktiten!

      Wir wurden dann mit unserer kleinen Gruppe auch wieder zurück gefahren und mitten auf dem Wasser fing es in Strömen an zu regnen! Ein Glück dass fast alle indonesischen Boote überdacht sind 😅. Wir konnten uns dann trotzdem relativ schnell wieder auf den Roller schwingen und - ohne unsere Gruppe, die wir nett, aber ein bisschen merkwürdig fanden - nach Hause düsen, ohne weitere Sackgassen 😬.

      Labuan Bajo hat und wirklich gefallen, ein schöner kleiner Hafenort mit vielen bunten Häusern und einer Hauptstraße, die als Einbahnstraße einmal ums Zentrum rumführt ☺️.
      Morgen fliegen wir dann nach Surabaya und schauen, was Java uns noch so zu bieten hat ☺️.
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    You might also know this place by the following names:

    Provinsi Nusa Tenggara Timur, East Nusa Tenggara, Øst-Nusa Tenggara, Aust-Nusa Tenggara

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