Am Römerbrunnen
6 de fevereiro de 2018, Alemanha ⋅ ⛅ 0 °C
Kaum fünf Minuten Fußweg sind es vom Dom zu einem breiten Wasserfall mitten in der Stadt.
Sorry, ich musste diesen Satz so schreiben, er hörte sich einfach so schön reißerisch an.
Na ja, vielleicht habe ich ein ganz klein wenig übertrieben und der Wasserfall ist doch eher ein Wasserschleier. Aber ein breiter, darauf bestehe ich. Und so richtig uralt, wie der Name Römerbrunnen vermuten lässt, ist dieser auch nicht. Und trotzdem lohnt es sich, hier ein paar Minuten zu verweilen und sich umzuschauen.
Franz Brantzky erbaute den Brunnen bereits 1915, doch schwere Kriegszerstörungen machten 1955 eine Restaurierung nötig und so wurde er nach dessen Entwurf mit den noch vorhandenen Materialien verändert wieder hergestellt.
Auffällig ist natürlich die lange Brunnenwand mit der halbkreisförmigen Mauer in der Mitte. Die Brunnenwand wird von Reliefplatten aus Sandstein geschmückt. Diese zeigen verschiedene Darstellungen. So wird uns eine Kampfszene gezeigt, weitere Szenen sind Rechtsprechung, Rassenmischung, Kunst und Wissenschaft. All dies wird bildlich dargestellt, ebenfalls eine Taufe, eine Opfergabe sowie eine Kultfeier. Ursprünglich waren es einmal 9 Platten.
Weiterhin sind Persönlichkeiten der römischen Kaisergeschlechter dargestellt, wie Pius, Maximus, Constantin der Große oder Helena und Theodosius. Sie sollen die römische Herrschaft am Rhein symbolisieren. Im unteren Bereich der langen Mauer fällt der eben schon erwähnte Wasserschleier in ein Becken.
Auf einer hohen Doppelsäule thront unübersehbar die Wölfin, der Legende nach säugte sie ja die späteren Stadtgründer Roms, Romulus und Remus.
Ich finde den Platz hier vor dem Stadtmuseum gar nicht so übel. Wer sich etwas Zeit nimmt, kann viele kleine Details entdecken. Wer Zeit und Muße hat, kann natürlich auch durchs Stadtmuseum schlendern, immer einen Besuch wert. In absehbarer Zeit werden wir sicher auch darüber berichten, Ehrensache.
RonaldLeia mais
I'm singing in the rain...
31 de janeiro de 2018, Alemanha ⋅ ⛅ 9 °C
Naja, mit singen hat das an diesem Tag im März nicht viel zu tun. Viel eher hab ich geschimpft wie ein Rohrspatz und der Song "gone with the wind" kommt mir in den Sinn...
Es ist Samstag morgen, ich sitze beim Frühstück im Hotel und... es regnet. Da ich aber nunmal nur 3 Tage in Köln habe, beschließe ich, trotzdem loszugehen. Dann halt mit Schirm...so mein Gedanke.
Mein Weg führt mich zum Rheinauhafen, weil ich dort unbedingt noch ein paar Fotos machen will. Nun zurück zu dem Gedanken "dann halt mit Schirm"...denn dummerweise regnet es nicht nur, es ist auch sehr windig, um nicht zu sagen stürmisch. Da steh ich nun, in einer Hand den Schirm, in der anderen das Handy. Den Fotoapparat habe ich heute wohlweislich gar nicht erst dabei. Ich versuche, das Handy stillzuhalten, um mein gewünschtes Motiv, eines der Kranhäuser, möglichst unverwackelt fotografiert zu bekommen. Gar nicht so einfach, der Wind macht nämlich mit dem Schirm in meiner anderen Hand gerade, was er will. Also Handy in die Tasche und versuchen, den Schirm zu retten. Ich flüchte mich unter die Severinsbrücke, aber irgendwann muss ich da ja wieder raus. Und was passiert? Beim ersten Schritt ins Ungeschützte klappt mein Schirm nach außen um und ist hinüber. Unter dem jetzt noch vorhandenen Rest und den verständlicherweise belustigen Blicken der mir entgegenkommenden Passanten gehe ich zurück und komme an einem Schiffsanleger vorbei, dessen Ausflugsschiff gleich zu einer einstündigen Panoramafahrt ausläuft. Wie schön. Die mach ich mit und in der Zeit könnte ich glatt wieder trocknen.
Die Fahrt entschädigt mich dann aber doch trotz des Wetters noch und ich komme sogar zu einigen schönen Fotos. Ja, Köln verzeihe ich sogar Regen und Sturm ?...
Als die Schifffahrt vorbei ist, hat es sogar (kurzfristig) aufgehört zu regnen, so dass ich es trockenen Fußes ins Hotel schaffe. Dort angekommen muss ich lachen. Was für ein Tag. Ich beschließe, am Nachmittag in die Stadt zu gehen. Neuen Schirm kaufen. Man weiß ja nie...und wie sollte es auch anders sein, als ich dann tatsächlich unterwegs in die Stadt bin, regnet und stürmt es wieder. Aber was soll's! Bin ja gleich in meinem Lieblingssouvenirladen angekommen und jetzt kaufe ich mir erst recht einen Schirm mit dem Schriftzug "Kölnerin". Denn Köln ist ja schließlich bei jedem Wetter schön. Davon können mich auch Regen und "ein bisschen Wind" nicht abhalten. Einen Spaziergang durch Köln bei Sonnenschein kennen wir alle. Aber versucht es mal im Regen. Hat was!!
Bis baldLeia mais
Hermann Joseph Stübben
30 de janeiro de 2018, Alemanha ⋅ ⛅ 7 °C
Hermann Joseph Stübben, (1845-1936), war ein Großer seiner Zeit. Für rund 125 Städte in ganz Europa hat er während seiner Schaffenszeit Erweiterungen entworfen und Bebauungspläne vorgelegt. Eine lange und wichtige Phase seines Lebens hatte er in Köln, und darüber möchte ich jetzt berichten.
Nach dem Gewinn eines Planungswettbewerbes 1880 zur Stadterweiterung für Köln führte ihn sein Weg also 1881 hierher nach Köln, wo er dann fast 20 Jahre tätig sein sollte und Köln aktiv mit- und umgestaltete. Wenn ich mir anschaue, wo er überall seine Finger im Spiel hatte, frage ich mich ernsthaft, warum mir der Name vorher kaum etwas sagte. Hier mal ein paar kurz Auszüge seiner Arbeiten hier in Köln. Ausbau der total brachliegenden Kanalisation, Neuanlage vieler Straßen, Erhaltung der Stadttore, Modernisierung der Hafenanlagen, Erbauung des Hohenstaufenbades, um nur ein paar Eckdaten zu nennen. Auch Bücher publizierte er, sein berühmtestes Werk war sicherlich das Buch "Der Städtebau". Es erschien in vielen Sprachen und war lange Zeit wegweisend in seiner "Branche".
Dies alles spiegelte sich natürlich auch in seiner Karriere wider. So wurde er 1889 zum Stadtbaurat ernannt, er wurde zum Beigeordneten befördert, kurz darauf bekam er den Titel eines Baurates, ab 1892 führte er den Titel eines Geheimen Baurates.
Ab 1881 also leitete Stübben den Ausbau des neuen Stadtgebietes, so wurde ein Entwurf zur baulichen Gestaltung des Festungsgeländes der Stadt Köln von Karl Henrici und Joseph Stübben erstellt. Kernstück dieser "Aktion" war der Abriss der Festungsmauer und an diesem Ort dann die Errichtung des Ringboulevards. Im Jahre 1886 bereits wurde die Kölner Ringstraße fertiggestellt und in Betrieb genommen. Ja, damals ging es scheinbar noch zügiger voran in unserer Stadt.
Natürlich gab es einige Städte, an denen Stübben sich ein wenig orientierte. So schaute er sich die großen Plätze mit ihren sternförmigen Kreuzungspunkten in Wien, Paris und Antwerpen ab. Aber nicht alles lief immer rund, damals wurden öffentliche Bedürfnisanstalten an den größeren Plätzen errichtet. Meist stand dann ein Holzhäuschen mitten auf einem Platz, wie am Hohenzollernring. Dies wurde lange heftig kritisiert. Auch damals war der Spagat zwischen Tradition und Neuerung nicht einfach.
Trotzdem setzte an den Ringen ein wahrer Bauboom ein. Am Kaiser-Wilhelm-Ring entstanden hübsche Grünanlagen mit langen Baumalleen und natürlich dauerte es nicht lange, bis hier großartige Wohnpalais für die Reichen entstanden und die Neustadt entlang dieses neuen Ringes entstand. Leider stiegen hier die Grundstückspreise rasant und die nicht so finanzkräftigen Familien und kleineren Firmen zog es also gezwungenermaßen vor die Stadt, was den Vororten wie Ehrenfeld, Nippes oder Bayenthal unerwartet großen Zuwachs bescherte. Ausgelöst, wenn auch so nicht geplant, durch die Pläne Stübbens.
Aber die Stadt wurde auch deutlich grüner, und auch daran hatte Joseph Stübben seinen Anteil. So wurde 1890 der Volksgarten eröffnet. Geplant war alles ganz anders. Schon 1881 hatte Stübben diesen Volksgarten in seinen Plänen, allerdings sollte er zwischen Lindenstraße und Zülpicher Straße entstehen. Dieses scheiterte an Grundstückskäufen und wurde zu den Akten gelegt, bis der Stadtverordnete Wilhelm Kalenberg sich der Sache annahm. Aber darüber erzähle ich ein andermal, das ginge heute zu weit. Auch die Geschichte des Rathenauplatzes beginnt hier, ist aber auch eine eigene Geschichte. Aber ihr seht, was Stübben alles "losgetreten" hat.
Auch als Stübben mit 53 Jahren aus den Diensten der Stadt ausschied, blieb er Köln noch einige Zeit treu. Er arbeitete als Architekt, wurde Stadtverordneter, und saß im Vorstand der Helios AG in Ehrenfeld. Erst 1904 endete seine Zeit in Köln und er zog nach Berlin.
Egal ob, Neustadt, Ringe oder Volksgarten, er hat unsere Stadt ein Stück weit verändert und geprägt, und wir profitieren heute noch davon. Er ist vielleicht gar nicht so bekannt in Köln, aber unsere Stadt sähe anders aus ohne ihn.
Am Hahnentor ist ihm zu Ehren eine Plakette angebracht. Und ich freue mich sehr, dass ich heute hier bei Kölschgänger an ihn erinnern darf. Denn seine Leistungen sind auch nach so langer Zeit immer noch zu sehen in unserer sich laufend verändernden Stadt.
Euer RonaldLeia mais
Willi-Ostermann-Brunnen
30 de janeiro de 2018, Alemanha ⋅ ⛅ 7 °C
Ist Willi Ostermann der größte Kölner Liedermacher? Ich weiß es nicht. Fakt ist, dass wenn man nach Kölner Liedermachern fragt, jeder sofort „Willi Ostermann“ ruft und dann erst nachdenkt.
Warum kennt eigentlich kaum einer Emil Palm? Willi Ostermann konnte keine Noten schreiben. Eine Melodie, ja, die hatte er auf der Zunge, aber aufgeschrieben hat sie Emil Palm für ihn. Natürlich ist unser Willi Ostermann jemand, der auch gern im Vordergrund steht. Diese Beziehung hatte durchaus auch dunkle Seiten. Aber gut, ein Engel bin ich auch nicht. Das möchte ich auch gar nicht diskutieren.
Die schönen, neuen Bands spielen ihre wirklich guten, rockigen Lieder. Wir tanzen und feiern mit einem Glas Kölsch in der Hand. Sie mischen den Karneval musikalisch auf, wie früher die Bläck Fööss, wenn denen auch, was ihre kölschen Texte betrifft, viele nicht das Wasser reichen können. Gäbe es sie ohne Willi Ostermann? - Ich muss Tommy Engel bei nächster Gelegenheit die Frage stellen, ob es die Fööss, für mich die Mutter aller Bands, in dieser Form gegeben hätte, wenn es Will Ostermann nicht gegeben hätte. Die Antwort wird kein einfaches „Nein“ oder „Ja“. Das weiß ich.
Ostermanns Lieder begleiten uns seit unserer Jugend. Sie gab es vor uns und wird sie nach uns geben. Die Frau vom Schmitz, die durchgebrannt ist, Sybille Schmitz, die eine Villa in Poppelsdorf hat, Cäcilie mit der Hühnerfarm in Sülz, Wienanz, die statt eines Hasen, die Katze kochen (müssen), gegenüber die Palms haben einen verstopftes Ofenrohr, Christina, die mit über 33 Jahren endlich einen Mann haben musst, und dass, wo die Kölner Mädchen so gut küssen. Aber gut, die Agnes hat ja ihren Franz, mit den sie zum alten Kohberg geht. Tja, der Kohberg. Auf dem Heimweg knutscht der Peter stillvergnügt Appolonia, der er vielleicht kurz vorher ein paar gebrannte Mandeln gegen den großen Hunger gegeben hat.
Diese anschauliche, einfache Welt, hart und doch schön. In solchen Momenten rutscht die Party ins Herz. Kommt Leute, ab und an habe ich bei diesen Liedern Tränen in den Augen. Und das passiert mir höchstens mal, wenn der FC in letzter Sekunde das 2 -1 gegen Gladbach schießt. Und das eine weiß ich ganz genau: ihr auch. Ihr habt dann auch Tränen in den Augen.
Aber eine Frage habe ich: haben wir für diesen großen Kölner kein schöneres Denkmal als diesen wuchtigen Muschelkalkblock? Ich glaube diesen Kunststil der dreißiger Jahre schimpft man schon „Brutalismus“. Wird das Willi Ostermann gerecht, der die Menschen seiner Zeit so feinsinnig beobachtet und mit seinen Liedern zu uns ins 21 Jahrhundert gerettet hat?
Gibt es vielleicht einen Künstler, der, nach einem ordnungsgemäßen Antragsverfahren, diesen Klotz, mit einem Töpfchen Farbe, etwas würdiger und fröhlicher gestaltet?
Michael
-
Es der Willi Ostermann der größte kölsche Leedermächer? Ich weiß et nit. Ävver et es esu, dat, wann mer noh kölsche Leedermächer frög, jeder tirek „Willi Ostermann“ röf un dann eesch nohdenk.
Woröm kennt eigentlich kaum einer der Emil Palm? Der Willi Ostermann kunnt kein Note schrieve. En Melodie, jo, die hät hä op der Zung gehat, ävver opgeschrevve hät se der Emil Palm för en. Natörlich es unse Willi Ostermann einer, dä och gään em Rampeleech steiht. Die Beziehung hät wall och düstere Sigge. Ävver god, ene Engel ben ich och nit. Dat mag ich och gar nit diskuteere.
Die schöne, neue Bands spille ehr wirklich gode, rockige Leeder. Mer danze un fiere met nem Glas Kölsch en der Hand. Se mische der Karneval musikalisch op, wie fröher de Bläck Fööss, wann denne och vill, wat er kölsche Texte aangeiht, nit et Wasser recke künne. Göv et se ohne der Willi Ostermann? – Ich muss der Tommy Engel bei nächster Gelägenheit ens die Frog stelle, ov et de Fööss, för mich die Mooder vun alle Bands, en dä Form gegovve hätt, wann et der Willi Ostermann nit gegovve hätt. Die Antwood weed kei einfach „Nä“ ov „Jo“. Dat weiß ich.
Ostermann-Leeder kenne mer zick unse Jugend. Et gov se vür uns un et weed se noh uns gevve. Däm Schmitz singe Frau, die durchgebrannt es, et Schmitze Billa, dat en Villa en Poppelsdorf hät, et Zilla met dä Höhnerfarm en Sölz, de Wienanz, die en Katz statt enem Has koche (müsse), gägeüvver die Palms han en Pief verstopp, et Stina, dat us dem Gaan, endlich ene Mann han muss, un dat, wo de kölsche Mädcher esu god bütze. Ävver god, et Nies hät jo singe Franz, met däm et nohm aale Kohberg geiht. Jo, der Kohberg. Om Heimwäg knutsch der Pitter stell vergnög met singem Appolonia, däm hä villleich koot vürher e paar gebrannte Mandele gäge der Schless gegovve hät.
De genögliche, einfache Welt, hadd un doch schön. En su en Augeblecke rötsch de Fier en et Hätz. Kutt Lück, av un zo han ich bei dä Leedcher Trone en de Auge. Un dat passeet mer söns hüchstens ens, wann der FC en letzter Sekund et 2 : 1 gäge Gladbach schüüß. Un dat eine weiß ich ganz genau: ehr och. Ehr hat och Trone en de Auge.
Ävver ein Frog han ich: Han mir för dä große Kölsche kei schöner Denkmol wie dä platschige Muschelkalkblock? Ich gläuve, dä Kunsstil us de dressiger Johr schängk mer „Brutalismus“. Weed dat dem Willi Ostermann gerääch, dä de Minsche us singer Zigg en Grielächeraat studeet hät un se met singe Leeder bei uns en et 21 Johrhundert gerett hät?
Gitt et villleich ene Künsler, dä - noh enem ööntliche Aandragsverfahre - dä Klotz, met nem Pöttche Färv, jet würdiger und löstiger gestalte künnt?
MechelLeia mais
Die Südbrücke
24 de janeiro de 2018, Alemanha ⋅ ⛅ 13 °C
Unser Brückenpanorama in Kölle ist einfach etwas besonderes. Klar, die Hohenzollernbrücke ist das Non plus Ultra. Aber ich persönlich bin, ehrlich gesagt, so ein klein wenig in die Südbrücke verliebt. Ein Hingucker ist sie, immer noch, für mich jedenfalls. Unzählige Male habe ich auf ihr gestanden und die Zeit vergessen. Hier ist es halt ruhiger als auf der Hohenzollernbrücke, wo der totale Trubel herrscht. Auf der Südbrücke habe ich meine Stadt für mich. Das Panorama des Rheinauhafens und in der Ferne Groß St. Martin und Dom, auf der anderen Seite die Poller Wiesen, die Ruhe ausstrahlen mit ihrem Grün. Und natürlich der Rhein. Ab und zu kommt ein Schiff vorbei, im Sommer kann man häufiger den Ruderern aus dem nahen Rodenkirchen zusehen und den kleinen schnittigen Motorbooten. Dann und wann rattert ein Güterzug über die Brücke und holt mich wieder aus meinen Träumen. All das hat was und ich genieße es. Ich habe da mein kleines Ritual. Gemütlich durch den Friedenspark schlendern, dann mal an der Tatortbude nach den leckeren Currywürstchen sehen und den Rhein und meine Südbrücke betrachten.
Vorfreude kommt auf, dann wird es Zeit, die Treppen zur Brücke zu erklimmen, ich gehe ein paar Meter in Richtung Brückenmitte der 536 m langen Brücke, es wird ruhiger, windiger, ich genieße das Panorama und habe meine Stadt ein paar Minuten ganz für mich. Schön. Heimat. Geborgenheit.
So, aufwachen Ronald. Natürlich gibt es über die Südbrücke aber auch ein paar offizielle Daten. Sie wurde zwischen 1906 und 1910 als dreiteilige Fachbogenbrücke gebaut. Seit dem 5. April 1910 steht sie auf zwei Gleisen dem Güterverkehr zur Verfügung und damit rollten von da an keine Güterzüge mehr über die Hohenzollernbrücke. Auf beiden Seiten gibt es Gehwege, die eine kleine Besonderheit darstellen. Diese gehören nicht zur Bahn AG, die die Gehwege damals nicht bauen wollte. Dafür sorgte dann die Stadt Köln, die damit auch bis heute für die Unterhaltung und Pflege zuständig ist. Kurioses Köln mal wieder.
Übrigens gab es damals keine Eröffnungsfeier. Tragischerweise hat der Bau des mittleren Fachwerkbogens acht Arbeiter das Leben gekostet. Daraufhin wurde auf Feierlichkeiten zur Eröffnung verzichtet. Im 2. Weltkrieg zerstört, wurde sie dann in den Jahren 1945 bis 1950 wieder aufgebaut, allerdings wurde auf den aufwendigen Wiederaufbau des Turms und der Portalbauten verzichtet, so stehen halt nur noch die nicht im Krieg zerstörten Bauten, und leider auch nicht im besten Zustand, denn einige Auf-und Abgänge sind gesperrt. Trotzdem steht die Südbrücke unter Denkmalschutz. Die Aufgänge zur Brücke sind leider für Menschen mit eingeschränkter Mobilität nur schwer bis gar nicht nutzbar. Aber das Problem haben wir ja in Köln häufiger.
Ja, es gibt viel zu tun, durch die Schmierereien an der Brücke und der schlechten Beleuchtung der Treppen und einigen weiteren unschönen Sachen macht sie manchmal keinen so einladenden Eindruck. Und doch ist sie für mich ein ganz wichtiges Stück Heimat. Nicht auf schön getrimmt für die Touris, sondern authentisch und echt.
Vielleicht ist es mir auch einfach nicht möglich, einen objektiven Beitrag zu schreiben. Dafür habe ich diese Brücke viel zu sehr in mein Herz geschlossen, aber ich schreibe ja auch nicht für irgendwelche Stadtplaner, sondern für Kölsche mit Herz, und die werden verstehen, was ich meine. Da bin ich mir ganz sicher.
Jeder Mensch hat in dieser Stadt so seine Lieblingsorte, die Südbrücke ist so einer für mich.
MichaelLeia mais
Eine (hoffentlich) unendliche Geschichte
20 de janeiro de 2018, Alemanha ⋅ ⛅ 3 °C
Hier stehe ich...und die ältesten meiner Steine, aus denen ich entstanden bin, sind jetzt 771 Jahre alt. Mein Meister wusste bereits im Geiste, wie ich vollendet aussehen sollte. Er war Steinmetz, Architekt, Statiker...ein Meister in sich, ein Genie seiner Zeit. Und schaut mich an. Ich bin, was er wollte, dass ich werde...ein Stück Himmel auf Erden.
Aber es gab eine Zeit, in der ganz und gar nicht sicher war, dass ich es schaffen würde. 300 Jahre lang, um genau zu sein, sah es im Gegenteil so aus, als sollte ich nur Ruine bleiben. Und dass nicht ich, sondern der Kran auf meinem halbfertigen Turm Wahrzeichen meiner Stadt wird.
Ich habe viel gesehen in all der Zeit. Generation um Generation arbeitete daran, mich wachsen zu lassen, und das war mit den Mitteln, die damals zur Verfügung standen wahrlich nicht einfach. Irgendwann ging dann das Geld aus. Was sollte nun aus mir werden...
Ich sah Menschen kommen und gehen, Jahr um Jahr, ohne, dass sich noch jemand um mich scherte. Im Gegenteil, meine Adresse "Domkloster 4", wie sie heute lautet, war nicht unbedingt die beste in der Gegend. Um mich herum spannten Frauen höchstens noch Wäscheleinen, Kinder spielten in den schmutzigen Gassen um mich herum. Ich geriet vollkommen in Vergessenheit.
Doch irgendwann, und meine Hoffnung, dass ich eine Chance bekomme, doch noch zu der Kathedrale zu werden, die ich ursprünglich werden sollte, wuchs wieder, schenkte mir ein Kölner Kunsthändler Aufmerksamkeit. Gemeinsam mit einem guten Freund gelang es ihm sogar, Grundrisspläne meiner Westfassade (wie man heute sagt) zu finden.
Es grenzte an ein Wunder, denn eine der Hälften befand sich in Darmstadt, die andere in Paris. Eben dieser Mann war es auch, der nun auch dafür sorgte, dass die benötigten Gelder zusammenkamen. Sogar eine Lotterie wurde für mich ins Leben gerufen und nun dauerte es nicht mehr lange, bis man ein Gerüst anbrachte und ich Meter um Meter in die Höhe wuchs. Sogar der leidige, quietschende, alte Kran verschwand endlich von meinem Turm.
Im Oktober 1880 erstrahlte ich dann in voller Schönheit. Und noch heute sorgen so viele Menschen dafür, dass ich noch immer voller Stolz hier stehe...die beiden Planhälften, zusammengefügt und unter Glas hat man in einer meiner Chorkapellen zum Gedenken an meinen Meister Gerhard aufgehangen. Zum Schutz unter einem grünen Vorhang. Grün...die Farbe der Hoffnung - Zufall?
Heute kommen die Menschen zu Tausenden zu mir, sei es zum Gebet oder auch nur, um das Wunder meiner Existenz selbst zu erleben.
Diejenigen, die genau hinhören, können der Geschichte lauschen, die ich zu erzählen habe. Aber ihr lieben Menschen, die ihr zu mir kommt, ihr könnt meine Geschichte nicht nur hören...ihr könnt sie spüren. Ihr könnt meine 771 Jahre spüren. Und wenn ihr wieder geht, wird euch ein Gefühl von Glaube, Liebe und Hoffnung begleiten. Die Pfeiler, die mich haben werden lassen.
Euer DomLeia mais
Das Gesetz der Elektrizität
20 de janeiro de 2018, Alemanha ⋅ ⛅ 3 °C
Es gibt viele Dinge, die auf den ersten Blick nichts mit Köln zu tun haben, oftmals, weil es sich nicht um Kölner handelt. So ist es auch in dieser Geschichte. Und doch ist es spannend zu erfahren, was in unserer Stadt so alles passiert ist.
Heute geht es um Georg Simon Ohm, er hat das Gesetz der Elektrizität "entdeckt". Ohm, 1789 in Erlangen geboren, studierte Mathematik, Physik und Philosophie in seiner Heimatstadt Erlangen. Anfangs arbeitete Ohm als Lehrer und unterrichtete die Fächer Mathematik und Philosopie in verschiedenen Städten, darunter auch in Köln. Genauer gesagt verbrachte er neun Jahre in Köln, die wichtigsten seines Lebens.
Zu seiner Kölner Zeit war die Stadt gerade mal wieder im Wandel. Der Wechsel von der französichen zur preussischen Ära war in vollem Gange, das Hochschulwesen wurde reformiert und die besten Lehrer der Stadt wurden an das kölnische Gymnasium in der Marzellenstraße in unmittelbarer Domnähe berufen. So wurde beispielsweise der in Heidelberg lebende Sulpiz Boisseree gebeten, die Leitung zu übernehmen. Dieser Boisseree sollte ja später noch wichtig für Köln und den Dom werden, aber darüber wird euch Ramona demnächst berichten.
Über den neuen Lehrer Ohm schrieb die Kölnische Zeitung sogar einen Bericht, so stand zu lesen "so wird ein wackerer Lehrer, der Dr. Ohm aus Erlangen ...in kurzer Zeit in Köln erwartet".
Ohm war offenbar von den Möglichkeiten am Gymnasium sehr angetan, denn schon sehr bald begann er die vorhandenen naturwissenschaftlichen Apparaturen teilweise auf eigene Kosten zu reparieren. Auch wissenschaftliche Literatur schaffte er an, um einen guten Unterricht gewährleisten zu können. In dieser Zeit veröffentlichte er einige wissenschaftliche Beiträge zum Thema "Elektrizität" und "Stromfluß".
Nebenbei betrieb er Studien auf dem Gebiet der Physik, hatte auch einige Erfolge vorzuweisen, schaffte es aber nicht so richtig, bekannt zu werden und so blieb ihm die Anerkennung versagt. Im Jahre 1826 formulierte er das "Ohmsche Gesetz", mit dem er in die Geschichte der Physik einging. Leider wie es so oft ist, erst viel später, genauer gesagt 1833, als er eine Professur für Physik in Nürnberg erhielt, bekam er endlich die lang ersehnte Anerkennung. Später, 1841 wurde ihm die Copley-Medaille verliehen, eine hohe Auszeichnung, etwa vergleichbar mit dem Nobelpreis. Er starb mit 65 Jahren in München, wo er als Professor für Mathematik und Physik lehrte.
Die größte Ehre aber wurde ihm erst nach seinem Tode gewährt. Im Jahre 1893 wurde das "Ohm" international als Einheit des elektrischen Widerstandes eingeführt und ist bis heute gültig.
Als der Kongreß der Elektrotechniker in Paris die Meßeinheit des elektrischen Widerstandes "Ohm" nannte, war man in Köln sehr stolz darauf. So benannte die Stadt 1890 die Straße vor den errichteten Gebäuden des Wasser- und Elektrizitätswerkes nach ihm.
1939, zu seinem 150. Geburtstag, ehrte ihn die Stadt Köln mit einer bronzenen Gedenkplatte, die der Kölner Bildhauer Toni Stockheim anfertigte. Darauf steht: Georg Simon Ohm entdeckte in diesem Hause als Lehrer am alten kölnischen Gymnasium im Jahre 1826 das Grundgesetz der elektrischen Ströme. Die Hansestadt Köln weihte dem großen Physiker zum 16. März 1939, seinem 150. Geburtstage diese Tafel.
Angeblich sollte die Tafel wegen ihres Metallwertes von den Nazis eingeschmolzen werden, wurde aber vorher von Bürgern abmontiert und somit gerettet.
Die Tafel könnt ihr euch auch heute noch in der Marzellenstraße 32, mitten in der City anschauen.
In der Südstadt ist Georg Simon Ohm mit einer Ohmstraße verewigt.
In Köln trägt das Simon-Ohm-Berufskolleg bis heute stolz seinen Namen. So ist und bleibt er unvergessen.
Übrigens zieren 124 Figuren den Ratsturm der Stadt Köln, an der Nordseite, im 2. Stock steht die Figur des Georg Simon Ohm.
Ich hoffe die Geschichte hat euch gefallen. Es gibt in dieser Stadt so unglaublich viel zu entdecken.
Viel Spaß dabei wünscht euch
RonaldLeia mais
Der dritte Turm des Kölner Domes
14 de janeiro de 2018, Alemanha ⋅ ⛅ 4 °C
Was ist das prägnanteste, was man vor Augen hat, wenn man an den Kölner Dom denkt? Mit aller Wahrscheinlichkeit ist dies die Westfassade mit ihren beiden Türmen. Sie sind es, neben dem gotischen Baustil natürlich, die das Erscheinungsbild dieser Kathedrale prägen und die unseren Dom dritthöchste Kirche der Welt haben werden lassen. Wenn man auf der Domplatte steht und den Blick nach oben richtet, verschlägt einem genau dieser erhabene Anblick die Sprache. Jedenfalls mir geht es immer wieder so. Und würde es nicht in einer Genickstarre enden, so würde man den Blick wohl so schnell nicht wieder abwenden können.
Schenken wir nun aber einem weiteren bedeutungsvollen dritten Turm unsere Aufmerksamkeit. Bei weitem nicht so auffällig und gewaltig wie die beiden "Großen", sondern eher von zierlicher Gestalt, lohnt es sich dennoch, ihn einmal näher zu betrachten...den Vierungsturm.
Zuerst zu seinem Namen. Vierungsturm heißt er deshalb, weil er sich genau über der Vierung des Domes befindet. Wenn ihr euch erinnert, vor bereits etwas längerer Zeit hatten wir diesen Begriff der "Vierung" schon einmal. Dieser bezeichnet in Kirchen mit einem kreuzförmigen Grundriss die Trennung des Chores vom Langhaus. Hier "treffen" Lang- und Querhaus aufeinander. Und darüber befindet sich eben erwähnter Turm.
So, wie wir ihn heute sehen, sah er jedoch noch nicht immer aus. Als im 16. Jahrhundert die Arbeiten am Dom eingestellt wurden, war auch der Bereich der Vierung noch nicht fertiggestellt. So gab es "nur" einen vergoldeten Dachreiter für die Glocken. 1744 wurde dieser zwar im barocken Stil erneuert, aber da er aus Holz bestand und schnell verwitterte, mußte er 65 Jahre später bereits wieder abgebrochen werden.
Sulpiz Boisserèe, der die Vision zur Domvollendung hatte, sah im Geiste einen Turm aus Stein vor sich. Unter Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner entstand dann aber aus dessen Entwurf heraus ein Turm aus Eisen. Für diese Lösung entschied er sich wohl auch deshalb, weil so die bereits im 13. Jahrhundert entstandenen östlichen Vierungspfeiler so weniger belastet würden.
Nachdem die Kölnische Maschinenbau AG in Bayenthal die Ausschreibung gewonnen hatte, wurde diese mit dem Bau des Turmes beauftragt, welcher lediglich ein knappes Jahr (Oktober 1859 bis September 1860) dauerte. Der Hauptteil des Turmes besteht aus acht Stützen, die trotz, dass sie aus starken, genieteten Walzblechen besteht, eher filigran wirken. Auch die 31 m hohe Turmspitze besteht aus diesem Material.
Die prächtige, neugotische Verzierung, vorwiegend aus Zinkguß, die aus Wimpergen (Giebel), Türmchen und Maßwerkarkaden bestand, fiel, wie so vieles andere auch, dem zweiten Weltkrieg zum Opfer. Lediglich die Eisenkonstruktion blieb erhalten.
Erst zwischen 1961 und 1973 wurde der Turm mit einer Bleiverkleidung wieder aufgebaut. Seitdem wachen acht monumentale Engel, geschaffen von Bildhauer Erlefried Hoppe über uns, deren Flügel sich berühren und so kleine Giebel bilden. Sie zieren die Pfeiler des Freigeschosses. Jeder einzelne von ihnen ist 4,10 m hoch und wiegt 2,25 Tonnen.
Die Spitze des Vierungsturmes krönen eine kupferne Kreuzblume sowie der goldene Stern von Bethlehem. Und ebenso wie im "großen Bruder", dem Südturm, befindet sich auch im Vierungsturm ein Geläut, nämlich das des Chores, welches aus drei kleineren Glocken besteht.
Es gibt noch vieles zu entdecken an und in unserer Kathedrale. Einzig unendlich aber ist die Faszination, die sie ausstrahlt.Leia mais
Römertor
11 de janeiro de 2018, Alemanha ⋅ ⛅ 7 °C
„Ok, ist alt. Aber mehr hatten die nicht drauf? Beindruckend?!“ Schon als kleiner Junge stand ich vor diesem „Ding“ und habe ich mich gefragt, weshalb jemand einen angenagten, einfachen Torbogen auf die Domplatte stellt. Von Römern soll der sein, steht dran. Mir hat er nur den Platz für das Rollbrett weggenommen - ja, doch! Skateboard.
Was daran jetzt lehrreich oder beeindruckend sein soll, habe ich nie verstanden. Gut nebendran hängt ein Schild. Da ist aufgemalt, wie das Tor ausgesehen haben soll. Aber verstehen?
Im Römisch-Germanischen Museum steht der große, mittlere Torbogen. Selbst mit diesem und wenn ich versuche, mir den Kleinen von draußen dazu zu denken, hat sich mir die Sache nicht erschlossen. Ganz ehrlich? Ich kann im Präsens schreiben: Erschließt sich mir die Sache bis heute nicht.
Im Jahr 50 nach Christus ist der Bogen Teil des nördlichen Tores unserer Colonia Claudia Ara Agrippinensium – CCAA. Etwas sperrig. Fanden die Römer auch. Deswegen habe sie auch direkt CCAA in die Außenseite des mittleren Bogens gehauen. Aber das Ding soll einen tüchtigen Germanen abgehalten haben, Köln zu erobern?
Vor Weihnachten bin ich in Xanten zum Weihnachtsmarkt verabredet. Im Umland kann man locker an Buden stehen und sich mit Niederrheinern amüsieren, wenn Köln einem zu voll geworden ist… Vormittags ist aber der Glühwein noch etwas rar. Was macht ein Kölschgänger da? Er geht in die archäologische Zone.
Auf einmal wird mir klar, was da im Köln eigentlich auf der Domplatte steht. So ist das also gewesen! Da kommt man als Germane nicht so schnell rüber. Ich habe auch auf einmal eine Ahnung, was er fühlt, wenn er vor diesem Tor steht.
Beeindruckend!
Beeindruckend ist auch, was ich an diesem Tag über Köln lerne und endlich verstehe. Ich bekomme ein Gefühl für das römische Köln, die Größe der Stadt. Wie fühlt sich ein Römer in Germanien? Was hält der Germane vom Römer? Die Spannung zwischen beiden Kulturen wird klar und was die Römer für beeindruckende Baumeister zu dieser Zeit sind.
Das fehlt uns in Köln ein wenig. In Xanten wird Kölner Geschichte richtig spannend erzählt.
Michael
-
„Ok, es antik. Ävver mih hatte die nit drop? Dat soll Endrock maache?!“ Ald als kleine Fetz stundt ich vör däm „Deil“ un han mich gefrog, woröm einer ene aangeknäuelte, ordinäre Pöözchesboge op de Domplaat stellt. Vun Römer soll dä sin, steiht dran. Mir hät hä nor der Platz für et Rollbredd fottgenomme.
Wat einer dat jetz lihre soll ov woröm dat Endrock maache soll, han ich nie verstande. God nevvendran hängk e Schild. Do es opgemolt, wie die Pooz usgesinn han soll. Ävver verstonn?
Em Römisch-Germanische Museum steiht dä große, meddlere Boge vun dä Pooz. Selvs met däm un wann ich versöke, mer dä kleinere vun drusse dobei ze denke, hät sich mer die Saach nie erschlosse. Ganz ihrlich? Ich kann dat em Präsens schrieve: Erschlüüß sich mir die Saach bes hügg nit.
Em Johr 50 noh Christus es dä Boge Deil vun der nördliche Pooz vun unser Colonia Claudia Ara Agripinensium – CCAA. Jet sperrig. Funge de Römer och. Dröm han se och tirek CCAA op de Ussesigg vum meddlere Boge gehaue. Ävver dat Deil soll ene düchtige Germane avgehalde han, Kölle zo erobere?
Vür Weihnachte ben ich en Xante för der Weihnachtsmaat verabredt. Em Ömland kann mer locker an Büdcher stonn un sich met Nidderrheiner ameseere, wann Kölle einem ze voll gewoode es... Vürmeddags es ävver der Glöhwing noch jet rar. Wat mäht ene Kölschgänger do? Hä geiht en de archäologische Zon.
Op eimol weed mer klor, wat do en Kölle op der Domplaat steiht. Esu es dat gewäs! Do kütt mer als Germane nit esu flöck erüvver. Ich han och op eimol en Ahnung, wat hä geföhlt hät, wie hä vör dä Pooz stundt.
Leck mich en der Täsch! Dat mäht Endrock!
Endrock mäht mer och, wat ich an däm Dag üvver Kölle liere un endlich verstonn. Ich krige e Geföhl för et römische Kölle, de Größe vun der Stadt. Wie föhlt sich ene Römer en Germanie? Wat häld der Germane vum Römer? De Spannung zwesche dä zwei Kulture weed klor un wat de Römer en dä Zigg för doll Baumeister sin.
Dat fählt uns en Kölle jet. En Xante weed de kölsche Geschichte richtig spannend verklört.
MechelLeia mais
Lindenthaler Kanäle
10 de janeiro de 2018, Alemanha ⋅ ⛅ 8 °C
Heute habe ich mal einen auf Spaziergänger gemacht. Darf auch mal sein. Gefreut habe ich mich darauf und ich wurde nicht enttäuscht. Ein Spaziergang entlang der Lindenthaler Kanäle ist wirklich etwas feines. Gut zu laufen, immer entlang der Wasserstraße. Einfach herrlich, egal zu welcher Jahreszeit.
Der Lindenthaler Kanal setzt sich eigentlich aus zwei Kanälen zusammen, dem Clarenbachkanal und dem Rautenstrauchkanal. Die Strecke ist etwa 1,5 km lang, kann aber in beide Richtungen Aachener Weiher oder/und Lindenthaler Tierpark verlängert werden. Gespeist wird der Kanal mit Wasser aus einem Grundwasserbrunnen über eine Rohrleitung. Konrad Adenauer, der alte Fuchs, ließ 1925 den Kanal anlegen um den inneren mit dem äußeren Grüngürtel zu verbinden. Gerüchten zufolge soll er wohl etwas neidisch in Richtung verbotene Stadt mit ihrer Königsallee geschaut haben und wollte etwas ähnlich hübsches.
Entlang Kastanienalleen zu spazieren hat etwas beruhigendes und auch auf dem Kanal gibt es immer wieder etwas zu beobachten. Allerlei Getier wie Schwäne und Stockenten tummeln sich auf ihm, “stark befahrene” Wasserstraße. Einige sehr gelungene bogenförmige Brücken überspannen den kleinen Kanal.
Zwischen den kleinen Kanälen liegt der Karl-Schwering-Platz, ebenfalls hübsch anzuschauen mit seinem Baumrondell und den Plastiken. Dieser wurde damals als Verbindung zwischen den beiden Kanälen angelegt, da in der Mitte das Kloster „Zum guten Hirten“ etwas im Weg war und so eine durchgängige Streckenführung nicht möglich war. Aber Adenauers bewährtes Team bestehend aus dem Stadtplaner Fritz Schumacher und dem Gartenplaner Fritz Encke haben das gut gelöst, finde ich.
Und so spaziere ich weiter entlang dieser hübschen Oase, begegne „Kentaur“ und „Najade“, den beiden Skulpturen und vergesse fast, dass ich mich in einer Millionenstadt befinde. Allen, die sich mal eine oder zwei Stunden „Auszeit“ gönnen möchten kann ich einen Spaziergang entlang der Lindenthaler Kanäle wirklich empfehlen.
RonaldLeia mais
Der Kölner Dom IV - dem Himmel so nah.
16 de dezembro de 2017, Alemanha ⋅ ⛅ 4 °C
Der Kölner Dom IV - dem Himmel so nah...die Vision erfüllt sich...
...da sind sie nun...zwei Teile eines Planes, zusammengefügt als Grundriss, die Westfassade des Kölner Doms zeigend. Was jetzt noch benötigt wird, ist Geld.
Selbst die Zeitung "Rheinischer Merkur" erklärt in seiner Ausgabe vom 20.11.1814 den Weiterbau des Doms zur nationalen Angelegenheit.
Sulpiz Boisserée, der zwar inzwischen in der Politik diesbezüglich Gehör gefunden hat, wendet sich dennoch an seinen Freund, Johann Wolfgang von Goethe. Der Geheimrat, der vielmehr der italienischen Kunst zugewandt ist, kommt zuerst nur widerwillig nach Köln, um die gotische Ruine zu begutachten. Als er die unvollendete Kathedrale aber betritt, kann auch er sich der Magie nicht entziehen. Staunend steht er im bereits fertigen Chor, den Blick nach oben gerichtet, und ihn befällt die gleiche Ehrfurcht, wie wir sie heute im Inneren des Doms spüren.
Sein Zuspruch und seine Unterstützung sind Boisserée sicher. Kurz darauf legt Goethe beim preußischen König ein gutes Wort für den Weiterbau ein. Dieser stimmt zu und stellt mehr als die Hälfte der Gelder für die Südseite mit der aufwändigeren Fassade zur Verfügung. Den Rest, sprich die kostengünstigere Nordseite soll über eine Lotterie des Dombauvereins finanziert werden.
Das Geld ist nun da. Da es bisher nur Pläne der Vorderseite gibt, entstehen nun, auch wieder mit Hilfe Boisserée's, Berechnungen und Pläne. Gerüste in 155 m Höhe, was es zuvor nie gab, werden freischwingend angebracht und endlich, nach 300 Jahren gehen die Arbeiten zur Vollendung von Meister Gerhards Vision weiter.
Am Abend des 15. Oktobers 1880 wird der Dom vom deutschen Kaiser Wilhelm I. eingeweiht. Sulpiz Boisserée darf dieses Ereignis nicht mehr erleben. Er stirbt 26 Jahre vor Vollendung seines Traumes.
Meister Gerhards Vision und Boisserée's Traum...es gab viele Menschen, die am Bau des Kölner Doms beteiligt waren...aber diesen beiden haben wir es zu verdanken, dass wir heute eine Kathedrale betreten dürfen, die uns bei jedem Besuch ihre Geschichte erzählt und uns ihre Magie fühlen läßt. Das ist der Grund, warum ich immer wieder hierherkommen werde. Denn wer das einmal gefühlt hat, kommt davon nicht mehr los.
Das war sie...die Geschichte unseres Doms. Ein Bauwerk, an dem noch immer viele Menschen arbeiten, um es uns und nachfolgenden Generationen zu erhalten. Danke auch diesen Menschen, über die ich sehr gerne nächstes mal berichten werde...
Eure RamonaLeia mais
Der Theo-Burauen-Brunnen
16 de dezembro de 2017, Alemanha ⋅ ⛅ 4 °C
Heute bin ich mal wieder in der Stadt unterwegs gewesen, um einen Brunnen zu fotografieren. Mir war vorher schon klar, dass ich keine bombastische Sensation vorfinden würde, aber ich möchte ja gerade auf die vielen kleinen Dinge aufmerksam machen, die schnell übersehen werden bei all den Hinguckern in dieser Stadt. Aber gerade diese kleinen, oft vertrauten Dinge sind es, die ein Veedel aufwerten und für "Veedelflair" sorgen. Oft sind diese Sachen, wie in diesem Fall ein Brunnen, etwas in Vergessenheit geraten und damit auch die Geschichte, die dahinter steckt.
Also bin ich ab zu meinem "Objekt der Begierde". Ziel war das Laurenzgitterplätzchen und dort der Rathausbrunnen. Ehrlich gesagt kannte ich den vorher gar nicht wirklich. Klar, dran vorbeigekommen bin ich schon, aber beachtet habe ich ihn halt nicht. Daher wusste ich auch nicht, dass er eigentlich Theo-Burauen-Brunnen heißt und dem ehemaligem Oberbürgermeister zu Ehren dort steht. Das ist ja auch das schöne am Projekt Kölschgänger, genau diese Dinge wieder ins Bewusstsein der Kölner zu bringen.
Und dann stehe ich endlich vor dem Brunnen, versuche ihn auf mich wirken zu lassen und dabei werde ich sehr nachdenklich. Denn der Brunnen ist in einem sehr schlechten Zustand, auch gibt es keinerlei Informationen zu ihm hier an diesem Platz. Ehren wir so unsere ehemaligen Oberbürgermeiser? Traurig, wirklich traurig.
Ich kann teilweise verstehen, dass unsere Stadt nicht hinterher kommt bei der Pflege, sicher sind auch finanzielle Probleme im Spiel. Auch möchte ich hier nicht schimpfen und motzen, sondern anregen zu überlegen, wie das geändert werden kann. Viele Brunnen und Plätze werden von Vereinen oder engagierten Mitbürgern gepflegt, denn die Kölner stehen auf einzigartige Art und Weise zu ihrer Stadt. Darauf bin ich immer stolz gewesen und bin es noch. Ich kenne unzählige Beispiele dafür. Und vielleicht ist das genau der Weg. Wie wäre es, wenn die Stadt ihre Bürger einfach mal fragen würde, ob es einen Verein oder ein paar engagierte Menschen gibt, die sich so eines Brunnens annähmen und ihm wenigstens etwas Pflege zukommen lassen. Ein hübsches Schild mit ein paar Infos zum Brunnen wären oft hilfreich ,um ihn etwas besser zur Geltung kommen zu lassen. Nur so kann sich die Situation verbessern. Lasst uns gemeinsam nach Lösungen suchen, das wäre schön.
Aber nun möchte ich natürlich ein paar Erklärungen zum Brunnen abgeben. Der Theo-Burauen-Brunnen wurde vom ehemaligen Karnevalsprinzen Wienand Müller gestiftet und 1971 von Klaus Albert erbaut und wurde nach dem ehemaligen Kölner Oberbürgermeister benannt. Er war vom 9. November 1956 bis 17. Dezember 1973 Oberbürgermeister der Stadt Köln. Am 14. Januar 1974 wurde Ihm die Ehrenbürgerwürde der Stadt verliehen. Ein Grund mehr, diesen Brunnen wieder besser in Schuss zu bringen und so unseren Ehrenbürger entsprechend zu würdigen.
Auf den ersten Blick erscheinen die Stahlträger völlig planlos gestapelt worden zu sein und man hat keine Chance, einen Zusammenhang zu Theo Burauen herzustellen, aber ein Schild könnte erklären, was sich der Künstler gedacht hat und so zum besseren Verständnis beitragen. So zum Beispiel: “Das Design soll die Anstrengungen des Wiederaufbaus unserer fast völlig zerstörten Stadt nach dem zweiten Weltkrieg symbolisieren. Die Stadt lag in Trümmern, zerbombt, verbrannt, farblos und hoffnungslos zerstört. Und doch wurde sie wieder aufgebaut. Stück für Stück. Zwischen 1956 und 1973 auch unter der Führung des Oberbürgermeisters Theo Burauen”.
Das Becken stellt also die Fundamente der Stadt dar, die Stehle steht für den Wiederaufbau und das plätschernde Wasser steht für das heitere, rege pulsierende Leben heute in unserer Stadt.
Wenn ich vor dem Brunnen stehe mit diesem Wissen, dann ergibt es Sinn, ich sehe den Brunnen mit ganz anderen Augen, und Respekt für die Leistungen unseres Ehrenbürgers und aller Menschen in dieser Zeit macht sich bei mir breit.
Ja, er gehört nicht zu den anfangs beschriebenen kleinen Dingen. Dieser Brunnen macht Sinn und es lohnt sich, ihn wieder mehr in den Mittelpunkt zu stellen.
RonaldLeia mais
Der Fischweiberbrunnen am Fischmarkt
30 de novembro de 2017, Alemanha ⋅ 🌧 3 °C
Da steht er, mitten in der Altstadt und kaum jemand beachtet ihn. Gerade am Wochenende schlendern zig Menschen an ihm vorbei. So ging es auch mir lange Zeit. Aber irgendwann stellte ich mir die Frage, was diese Figuren bedeuten sollten. Also Google gefragt und erfahren, dass es der Fischweiberbrunnen ist. Fischweiber? Hier in der Altstadt? Was soll das denn!
Aber neugierig, wie ich nun mal bin, wollte ich mehr erfahren und jetzt endlich kann ich auch über diesen Brunnen ein wenig "klugscheißern", was ich jetzt auch direkt mal mache. Also, 1986 wurde dieser aus Basaltlava gefertigte Brunnen von Rainer Walk gefertigt. Der Grund war das 100-jährige Jubiläum der Kreishandwerkschaft hier an der Frankenwerft. Übrigens steht der Brunnen auf dem Fischmarkt, wie sinnig.
Und ja, auch der Name ist natürlich kein Zufall. Früher, also ganz früher, ne, noch früher, war Köln eine Fischereistadt, hier wurden Heringe umgeladen und bekamen das Kölner Qualitätssiegel. Wer in diesem Land könnte sich besser mit Heringen auskennen als wir Kölsche....war Spaß.
Aber es war tatsächlich so. Die Fischer hatten sogar eine eigene Zunft. Die Farben rot und weiß im Wappen zeugen übrigens von dieser alten Tradition. Es sind die Farben der Hanse, denn Köln war Gründungsmitglied der deutschen Hanse. Auch war hier am Fischmarkt, wo heute das Stapelhaus steht, ein Fischkaufhaus,denn durch das Stapelrecht war Köln ein großer Umschlagplatz für Fluss und Seefisch, wie den eben erwähnten Hering, auf den Köln einige Zeit das Monopol für den Heringshandel besaß, es hat also alles seine Ordnung mit dem Namen Fischmarkt.
Und jetzt schauen wir uns mal den Brunnen genauer an. Die Form nennt sich Vierpaßform und wurde nicht zufällig gewählt, sondern erinnert an die Konchen von Groß St. Martin. Mitten aus dem Becken ragt die Brunnensäule und genau auf Wasserhöhe wird sie von einem Kranz aus Fischen umschlossen. Wer genau hinschaut, kann sogar eine Wassernixe entdecken. Weiter oben sehen wir vier Ausläufe,aus denen das Wasser in das Becken läuft. Hübsch. Oben auf der Säule sitzen vier Marktfrauen, oder besser gesagt Fischweiber, (sagte man wohl früher so), die ihre Waren anpreisen. Und endlich einmal werden die dargestellten Protagonisten nicht als Helden dargestellt, sondern so, wie sie wohl waren. In diesem Fall hart arbeitende und abgekämpfte Frauen, die hier versuchten den Fisch an "den Mann" zu bringen. Also, eigentlich doch irgendwie Helden. Helden des Alltags halt. Hübscher Brunnen, doch, gefällt mir.
Eine kleine, aber spannende Geschichte, die ich hinter diesem eher unscheinbaren Brunnen im ersten Moment so nicht erwartet hätte. Spannend unsere Stadt auf diese Weise neu kennenzulernen, oder? Also, haltet die Augen offen und bleibt neugierig.
RonaldLeia mais
Der Kölner Dom III - Und die Zeit steht
29 de novembro de 2017, Alemanha ⋅ ⛅ 4 °C
Nach dem Tod Meister Gerhards führen noch Generationen von Dombaumeistern die Arbeiten am Bau des Doms im Sinne dessen fort..bis im Jahre 1560 das nötige Geld ausgeht. Briefe zum Erlass der Sünden lassen sich nicht mehr verkaufen, denn die Angst der Kölner vor der Strafe Gottes ist in diesen Zeiten nicht mehr wirklich vorhanden. Auch der gotische Baustil ist längst aus der Mode gekommen und eher peinlich, als dass man stolz auf "seinen Dom" wäre. Die Arbeiten kommen zum erliegen und der Kran auf dem Südturm wird zum Wahrzeichen Kölns. Der längst nicht fertige Dom fällt für rund 300 Jahre in einen tiefen Schlaf...
...wir befinden uns im Jahre 1808, als der Kölner Kunsthändler Sulpiz Boisserée von der Vollendung des Doms träumt. Gemeinsam mit seinem Freund, dem Architekten Dr. Georg Moller, der unter anderem für den Fürsten von Metternich tätig ist, hält er sich immer wieder an der Dom-Ruine auf, um zu überlegen, wie Meister Gerhard seinen Dom wohl vollendet hätte.
Erst im September 1814 kommt den Freunden ein unglaublicher Zufall zu Hilfe. Der Zimmergeselle Johannes Fuhrer entdeckt auf dem Dachboden eines Darmstädter Gasthauses ein altes Pergament, aufgespannt, um Bohnen zu trocknen. Darauf zu sehen ein Bauplan. Über seinen Chef gelangt dieses Pergament letztlich in die Hände Mollers. Und auch Georg Moller ist es, der glaubt, auch die zweite Hälfte des Bauplans in Paris entdeckt zu haben und teilt dies Sulpiz Boisserée mit, welcher aufgrund seiner guten Kontakte tatsächlich bei einem Pariser Kunsthändler fündig wird...
Von meiner Ehrfurcht, wenn ich heute im Kölner Dom stehe, habe ich bereits berichtet. Ebenso empfinde ich aber große Dankbarkeit diesen Menschen gegenüber, die ihren Traum - die Vision Meister Gerhards wieder zum Leben zu erwecken - nie aufgegeben haben. Faszinierenderweise befinden sich beide Teile des Original-Bauplans heute hinter Glas und durch einen Vorhang vor Licht geschützt, im Kölner Dom.
Von den letzten Schritten zur Vollendung dieses Meisterwerkes, wie wir ihn heute kennen und lieben...nächstes Mal mehr.
Eure RamonaLeia mais
Der Kölner Dom II - Meister Gerhard
28 de novembro de 2017, Alemanha ⋅ ⛅ 6 °C
Der Kölner Dom II - Meister Gerhard und der Pakt mit dem Teufel
Gerhard von Rile - oder besser bekannt als Meister Gerhard, ist der erste Dombaumeister in der Geschichte des Kölner Doms.
Er, vom Erzbischof von Köln, Konrad von Hochstaden, als Baumeister nach Köln geholt, ist es nun, der die Vision eines himmlischen Jerusalem auf Erden in Form einer Kirche - nein, als Kathedrale in nie gekanntem Ausmaß in Größe und Erhabenheit umsetzen will.
Ihm, der als Steinmetz in seinen Lehr- und Wanderjahren verschiedene Baustellen in Frankreich besuchte, wird der Auftrag für den Bau des Doms erteilt.
Eine gute Wahl, wie sich herausstellen soll, denn er hat in Frankreich die gotische Bauweise studiert und setzt nun durch, die neue Kathedrale in eben diesem Stil zu errichten.Vorbild für den Kölner Dom wird unter anderem die Kathedrale von Amiens in Nordfrankreich sein, bei dessen Bau er Steinmetz war.
Meister Gerhard ist für seine Arbeitswut bekannt und so stehen die sieben Kapellen im Ostchor und die Fundamente des Querhauses binnen weniger Jahre.
Sein Selbstvertrauen, dass nur er allein den Dom vollenden könne, ist unerschütterlich. Unter den Kölnern wird gemunkelt, dass er, da sie sich die Schnelle seines Vorankommens nicht anders erklären können, einen Pakt mit dem Teufel in Form eines Wettstreits geschlossen hat, welcher der Leibhaftige durch eine List gewinnt.
Als Meister Gerhard von dessen Sieg erfährt, stürzt er in einer stürmischen Nacht, am 25. April 1271, bei einem Kontrollgang unter mysteriösen Umständen vom Baugerüst seines Doms in den Tod...
Wenn ich heute im Dom stehe, dessen Vollendung Meister Gerhard nicht erleben durfte, ist doch dessen Geist und Wirken in diesen Gemäuern deutlich für mich spürbar. Doch die Geschichte seiner Entstehung ist auch hier noch nicht zu Ende.
Die Faszination, die dieses, wenn auch im 16. Jahrhundert eigentlich schon aufgegebene Bauwerk ausstrahlt, soll Anfang des 19. Jahrhunderts Menschen erreichen, die dafür sorgen werden, dass die Magie des Kölner Doms, der in seiner jetzigen Form so erst seit gut 130 Jahren besteht, noch heute lebt. Doch davon ein anderes mal mehr.
Eure RamonaLeia mais
Der Kölner Dom - wie es begann...
20 de novembro de 2017, Alemanha ⋅ 🌧 4 °C
...wir schreiben das Jahr 1164. Genauer gesagt, den 23. Juli 1164.
Rainald von Dassel, Erzbischof von Köln und Erzkanzler von Italien bringt als Kriegsbeute die Gebeine der Heiligen drei Könige von Mailand nach Köln und erhebt Köln damit zu einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte des Mittelalters.
...
Im damaligen karolingischen Dom, dem Hildebold-Dom oder auch Alten Dom genannt, werden die Reliquien im Dreikönigenschrein aufbewahrt und die Menschen pilgern, als es bekannt wird, in großen Mengen zum Dom. Es kommt, wie es kommen muss. Der Alte Dom kann die Heerscharen von Menschen nicht mehr aufnehmen. Ein neuer und über die Maßen großer Dom muss her. Es ist die Zeit der Gotik. Und die Geburtsstunde der Hohen Domkirche Sankt Petrus, oder - wie wir ihn heute alle kennen - des Kölner Doms.
Am 15. August 1248 ist es soweit. Erzbischof von Köln, Konrad von Hochstaden, legt den Grundstein für ein Bauwerk, dass die Menschheit bis zum heutigen Tage in seinen Bann zieht...
...mich ebenso, seit ich zum ersten Mal diese Kathedrale betreten habe. Mir verschlägt es noch heute die Sprache, beim Bewusstwerden seiner Anfänge, die so weit zurückliegen. Ehrfurcht macht sich breit. Nicht nur bei mir immer wieder, man sieht es auch in den Gesichtern der zahlreichen Besucher. Und da steh ich nun, demütig und bewegt, inmitten dieses Kolosses, von dessen Geschichte seiner weiteren Entstehung ich an anderer Stelle weiter erzählen werde.
Eure RamonaLeia mais
Mein Glaspalast - Unser HBF
10 de novembro de 2017, Alemanha ⋅ ⛅ 10 °C
Tausendmal habe ich dich mittlerweile besucht. Schon früher als Jugendlicher hast du mich magisch angezogen. Oben am Bahnsteig sitzen und diese unglaubliche Stimmung aufnehmen. Die Menschen, hektisch, immer in Eile, die verschiedenen Sprachen, das hat mich fasziniert. Manchmal, wenn an beiden Gleisen Züge standen kamst du mir gar nicht mehr so groß vor. Dann ging der Blick nach oben, hin zu deinem nicht enden wollenden Dach.
Dann all diese verschiedenen Züge, aufregend war es. Damals warst du noch nicht so modern, eher schmutzig und ein wenig verrucht. Der Ausgang Breslauer Platz war für mich irgendwie auch eine kleine Mutprobe. Jedenfalls habe ich es so in Erinnerung.
Unten gab es einen Stand der Milchshakes verkaufte, das war immer ein Genuss wenn ich es mir leisten konnte. Ja, unfassbar heute, aber so ein Milchshake war für mich etwas besonderes und ein absolutes Highlight. Schöne Zeiten. Wehmut kommt auf.
Für viele Menschen bist du einfach ein Umsteigepunkt, für mich warst und bist du mit dem Dom und der Hohenzollernbrücke das Tor in die Welt. Ausgangspunkt für unzählige Erlebnisse die sich tief in mein Herz gegraben haben und ein wichtiges Stück Heimat für mich sind.
Was mir damals schon imponiert hat war dein Dach. Riesig kam es mir vor und auch heute bewundere ich diese Konstruktion jedesmal. Schon von außen sieht es toll aus, aber von den Bahnsteigen aus ist dieses Dach einfach unglaublich schön und imposant.
Im September 1957 wurde das neue Empfangsgebäude eröffnet. Die Glasfassade zum Bahnhofsvorplatz und die schalenförmige Dachkonstruktion machen schon schwer was her. Auch im inneren hast du dich schwer verändert, schön bist du geworden. Wer dich noch von früher kennt wird mir sicher Recht geben. Aber ich vermisse meine Erdbeershakes. Wie konntest du nur zulassen dass die Bude weg kam?
Aber egal ob die Halle heute eine kleine Einkaufsstadt beherbergt oder der Vorplatz heute aufgeräumt daher kommt. Ich mag dich. Übrigens vermisse ich auch die wunderbaren Reibekuchen die es hier früher gab, wollte ich nur mal erwähnen, noch heute habe ich den Geruch in der Nase wenn ich den Vorplatz betrete.
Aber mein Eyecatcher ist und bleibt das Dach.
Wunderschön kommt es daher. Was für eine Riesenfläche. Und sauber ist es mittlerweile. Ein Reinigungsroboter sorgt jetzt dafür. Lange hat es gedauert bis man eine Lösung zur Reinigung des Daches gefunden hat. Jetzt mit dem „Hycleaner“ scheint es zu funktionieren.
80 kg soll die Maschine wiegen, Akkubetrieben soll der Roboter sein und bis zu 6 Liter Wasser verbraucht er pro Minute. Damit die Wasserzufuhr gesichert ist, sind auf dem Dach satte 600 Meter Schlauch verteilt.
Und so betrete ich auch heute sehr gerne diesen Glaspalast, denn durch meine Erinnerungen ist er das für mich und wird es immer bleiben. Das Dach dürfte heute etwas anders sein, aber immer noch wunderschön.
Und wenn ich dann mal wieder oben auf dem Bahnsteig sitze, all diese oben genannten Sachen in mich aufnehme, manchmal abschweife und anfange zu träumen, dann sehe ich den jugendlichen Ronald hier sitzen.
Mit einem Erdbeershake und der Gewissheit dass es für immer mein Mittelpunkt der Erde sein wird. Dieser Bahnhof mit seinem wunderschönen Dach. Ich mag dich.
Die Menschen müssten dich mal mit meinen Augen sehen. Sie würden mich verstehen.
RonaldLeia mais
Heinzelmännchen sein...
22 de outubro de 2017, Alemanha ⋅ ⛅ 10 °C
Früher, ja früher war alles besser hier in Köln. Wir hatten die Heinzelmännchen, eine bunte Schar verrückter kleiner Kerle. Wie kleine Gartenzwerge sahen sie aus. Kleinwüchsig, im allgemeinen mit einem kleinen Bäuchlein, großem, langem Bart und natürlich mit der obligatorischen Zipfelmütze. Unsichtbar konnten sie sein, wenn sie wollten, das war ihr größter Vorteil.
Die Heinzels, wie ich sie nenne, sind angeblich damals abgehauen, ihr alle kennt die Geschichte. Aber so ganz stimmt das nicht.
Ab und zu kommen sie uns besuchen und helfen uns ein wenig. Beim FC schauen sie schon mal vorbei und sorgen mit ihren kleinen Tricks für die richtigen Ergebnisse. Letztes Jahr haben wir doch oft genug im Stadion gesessen und uns verwundert die Augen gerieben. Zu schön haben wir gespielt, oft ist der Ball auf wundersame Weise im gegnerischen Tor gelandet. Warum wohl? Vielleicht würde dieses Jahr mal ein Flashmob am Brunnen helfen. Oder der Rosenmontagszug vorletztes Jahr. In D-dorf ging nichts, wir dagegen haben gefeiert. Warum wohl?
Richtig, weil wir unsere kleinen fleißigen Helfer haben, die immer noch ein großes Herz für uns und unsere Stadt haben und uns helfen. Denn sie lieben unsere Stadt und auch euch. Nur schauen die meisten Leute nicht mehr genau genug hin oder glauben nicht mehr an sie, das ist schade und macht sie sehr traurig. Aber wir alle können das ändern.
Endteckt sie wieder, glaubt an sie und zeigt es ihnen. Mitten in der Stadt steht der Heinzelmännchen-Brunnen. Besucht ihn, dort seid ihr ihnen ganz nah. Bedankt euch, sprecht mit ihnen dort am Brunnen, sie hören euch, und wenn sie merken, dass ihr an sie glaubt, dann, ja dann sind sie gerne wieder bei euch.
Besonders Kinder mögen sie, und vielleicht verkleidet sich ja der eine oder andere kleine Racker zu Karneval als Heinzelmännchen.
Das sehen die Heinzelmännchen besonders gerne, dann begleiten sie euch, sind an eurer Seite und helfen euch bestimmt beim Einsammeln der Kamelle. Oder sorgen dafür, dass die eine oder andere besondere Leckerei "zufällig" vor eure Füße fällt.
Also liebe Eltern, erzählt euren Kindern die Geschichte der Heinzelmännchen, am besten direkt vor dem Brunnen. Die Heinzels warten schon auf euch.
Kölle Alaaf....euer RonaldLeia mais
Lokalpatrioten...
20 de outubro de 2017, Alemanha ⋅ 🌧 14 °C
...ja, da zähle ich mich auch zu. Aber nicht, wie man vermuten könnte, dort, wo ich wohne. Klar - hier bin ich aufgewachsen, hier lebe ich, hier sind Menschen, die ich liebe.
Aber diesen Lokalpatriotismus verspüre ich, wenn ich in Köln bin oder zuhause daran denke. Die Verbundenheit der Menschen zu ihrer Stadt, die nicht einfach nur eine Stadt ist, sondern vielmehr ein Gefühl, ist einzigartig.
...
Manche mögen sagen, Köln ist keine Schönheit. Aber gerade diese Unperfektheit, dieses irgendwie nie wirklich fertig werden...die Gelassenheit, das nun mal gerade nicht zu ändern könnende, einfach hinzunehmen und zu akzeptieren...das ist die kölsche Seele.
Und das ist es, was diese Stadt - abgesehen vom Dom (wie könnte ich ihn unerwähnt lassen, das für mich schönste und beeindruckendste Bauwerk der Menschheit), den Brücken, dem Ufer des Rheins, den vielen schönen Plätzen - so unvergleichlich macht.
Wenn ihr mal nach Köln kommt und vielleicht sogar einige Tage dort verbringt, werdet ihr wissen, was ich meine. Und wenn es mir als Besucher schon so geht, kann man sich in etwa vorstellen, was der Kölner fühlt, wenn er an seine Stadt denkt. Deshalb kehren auch so viele, die es aus verschiedensten Gründen woanders hin verschlagen hat, immer wieder gern zurück. Denn wie heisst es? Man bekommt vielleicht einen Kölner aus Köln...aber niemals Köln aus einem Kölner.
Freut euch auf einen Besuch in dieser einzigartigen Stadt. Ich tu es jetzt schon.
Bis bald und ganz liebe Grüße
Eure RamonaLeia mais
Weißhaus
20 de outubro de 2017, Alemanha ⋅ 🌧 14 °C
"Unser" Weißhaus. Ich muss es mal in Gänsefüßchen setzen. Es ist in Privatbesitz und daher nicht mein oder Dein. Es gehört den Erben des letzten Besitzers, Heinrich Wolf. Heinrich Wolf war ein Unternehmer, dem unter anderem auch die Steinzeugfabrik Rhenania Wolf gehörte. Er verstarb 2010. Und auch wenn ich das Eigentum nicht infrage stellen darf, ich finde, es gehört uns allen.
Seit dem Jahr 957 sitzen in der Abtei St. Pantaleon fleißige Benediktiner-Mönche, die einen Flecken Erde vor den Toren des mittelalterlichen Kölns besitzen. Dieses Fleckchen, genannt "alba domus" gleich "weißes Haus", überlassen sie im Jahr 1378 den Eheleuten Vondel, damit diese es in Erbpacht bewirtschaften. Dies ist die erste urkundliche Erwähnung des Hofes im heutigen Stadtteil Sülz.
Diese Gegend ist scheinbar nicht nur für die Landwirtschaft geeignet. Wir wissen, dass im Jahr 1468 ein Landhaus, dass den Namen "Zu dem Wyssenhuys" trägt, dort ebenfalls steht. Es wird zur Sommerresidenz der Äbte von St. Pantaleon. Zu mehr ist es wahrlich nicht zu gebrauchen, liegt es doch vor den Stadtmauern und wird - wie die umliegenden Höfe - bei unterschiedlichen Streitigkeiten vom jeweilig anrückenden Kriegsvolk gern mal zerstört. Aber irgendwas muss diese Lage haben. Es wird stets wieder ausgebaut.
1613 nähert es sich nach einem Brand von 1584 seinem heutigen Aussehen. Der heute noch erhaltene Turm stammt aus dieser Zeit. Tja, und 1658 tritt der für Köln so wichtige, gewaltige Duffesbach, der heute recht unromantisch kanalisiert unter der Luxemburger Straße liegt, dermaßen über die Ufer, dass unser Weißhaus gar überschwemmt wird! Was ist die logische Folge? Richtig. Der Duffesbach speist fortan einen kleinen See. Das Weißhaus wird zum Wasserschlösschen umgebaut.
Und es kommt noch besser! Im Jahr 1849 gehört das Schlösschen dem Kaufmann Adam Jansen und der, verliebt in das Anwesen, verschönert es mit einer neugotischen Kapelle. Kein geringerer als der spätere Dombaumeister Vincenz Statz errichtet es an der rückwärtigen Seite. Erzbischof Kardinal Geissel weiht die Kapelle 1857. Papst Pius IX höchstpersönlich erlässt ein Brevet, dass es Herrn Jansen fortan gestattet, in der Kapelle täglich eine Messe zu lesen - außer an Weihnachten, Ostern und Mariä Himmelfahrt. Das muss man mal festhalten.
Zuletzt wird diese Messe in den 80'er Jahren noch einmal jährlich gehalten. Die Spur der Messe verliert sich für mich. Weiß jemand mehr?
Verschlossen ist es seit Jahren. Als Bürger dieses Anwesen betreten und zu beschauen, dass uns durch die Jahrhunderte begleitet hat, nicht möglich. Hohe Mauern, Zäune, Stacheldraht und die Drohung mit einem bissigen Hund, wehren jeden ab. Dabei sieht es doch so spannend aus, was ich von außen erspähe.
Die Erben des Herrn Wolf wollen verkaufen. Sie fordern 8,5 Millionen Euro für die 20.000 Quadratmeter Wasserschloss und Garten. Gut, der Unterhalt wird auch ein Kostenfaktor sein...
Der Verkehrswert wird eher auf 5 Millionen Euro geschätzt und ich hoffe sehr, dass die Stadt Köln die paar Milliönchen irgendwo noch findet. Wie toll wäre es, wenn ich mein Handy nicht mit dem Selfie-Stick über drei Meter hohe Mauern bugsieren müsste, um einfach mal zu gucken, wie die Kapelle wohl aktuell so aussieht. Oder einfach mal durch den schönen Garten gehen dürfen, um Euch ein paar vernünftige Bilder zu zeigen. Dieses Grundstück ist keine Villa, die sich ein Privatmann in der Gründerzeit gebaut hat. Es ist ein gutes Stück Kölner Geschichte und sollte uns allen gehören. Es muss doch möglich sein, herrje!
MichaelLeia mais
"Ruhender Verkehr"
9 de outubro de 2017, Alemanha ⋅ ⛅ 12 °C
Ich stehe am Hohenzollern-Ring, einem Teilstück des inneren Ringes. Der Verkehr rollt unablässig hier auf Höhe der Flandrischen Straße, unweit des Rudolfplatzes. Und beim überqueren der Straße sehe ich diesen Betonklotz auf dem Mittelstreifen. Schön finde ich ihn nicht, aber immer wieder fällt mein Blick auf dieses Teil. Und ich frage mich jedesmal, warum das Ding da steht. Mir ist bekannt, dass es sich um die Plastik „Ruhender Verkehr“ handelt, aber das ist es dann auch schon.
Ruhender Verkehr, damit meine ich nicht "Stau", obwohl es ja wunderbar passen würde und fast schon poetisch klingt. Gemeint ist dieser Betonklotz, grob als Auto zu erkennen. Kunst.
Die Geschichte dahinter ist allerdings deutlich spannender, als dieses seltsame Vehikel erahnen lässt und viele werden die Geschichte dieses Kunstwerks nicht kennen und sich schon mal gefragt haben: „Was ist das, und vor allem, warum?“
Ich habe mal versucht, mich schlau zu machen und möchte euch jetzt die Story zu diesem Kunstwerk erzählen, jedenfalls so weit ich es in Erfahrung bringen konnte.
Satte 15 Tonnen wiegt die Plastik, die seit 1989 auf dem Mittelstreifen des Hohenzollernrings steht. Wo sie – entgegen der ursprünglichen Intention – keinen Parkplatz mehr belegt. Soweit mir bekannt ist, soll Wolf Vostell einen Alptraum gehabt haben. In diesem stand er wohl mit seinem Auto im Stau und wurde binnen Sekunden plötzlich einfach einbetoniert. Um diesem Alptraum zuvorzukommen, hat er dies dann lieber selbst erledigt. Das habe ich während meiner Recherche gelesen, ob es stimmt, kann ich hier leider nicht bestätigen, wenn ich mir aber die ganze Aktion betrachte, erscheint es mir plausibel (grins).
Der Künstler Wolf Vostell ließ seinen Opel Kapitän L, Baujahr 64 mit dem Kennzeichen K-HM 175 in Beton gießen. Angeblich lief sogar das Autoradio währenddessen. Warum auch immer. Sogar einige Zeitungen des Tages wurden als Dokumente mit eingemauert. Irgendwie eine „Jecke Aktion“.
Aber der Reihe nach. Zuerst wurde die Erstellung dieser Plastik von Vostell in Interviews angekündigt, trommeln gehört zum Handwerk. Dann ging es los. In der Zeit zwischen dem 2. und 13. Oktober 1969 wurde zuerst eine Bodenplatte gegossen. Auf diese Bodenplatte wurde dann das besagte Fahrzeug gestellt, mit Holz beschalt und mit Stahl bewehrt. Danach erfolgte der zweite Betonguss unter Berücksichtigung des oben genannten „Rituals“. Zuletzt wurde die Schalung wieder entfernt und als Sahnehäubchen eine Parkuhr neben dem „Betonwagen“ aufgestellt.
Dä. Aber das Ding stand damals nicht auf dem Ring, sondern „wanderte“ wohl ein wenig umher. So stand die Karre angeblich unter anderem vor dem Musée d’art moderne de la Ville de Paris (1974–1975) und vor der Berliner Neuen Nationalgalerie. Bis zu ihrem Umzug auf den Hohenzollernring parkte sie dann vor der ehemaligen Kölner Kunsthalle am Josef-Haubrich-Hof.
Am 17. März 1993 brachte der „Bananensprayer“ Thomas Baumgärtel auf der Plastik auf dunkelblauen Untergrund hunderte seiner Sprühbananen auf, wodurch seiner Auffassung nach ein „Doppelkunstwerk“ entstand. Nach Protesten Vostells wurden die Bananen nach einiger Zeit wieder entfernt, dies aber nur am Rande.
Einen Hinweis auf den Künstler, oder den Versuch einer Erklärung sucht man in der direkten Umgebung allerdings vergeblich. Auch parkt das Auto da meiner Meinung nach im absoluten Halteverbot. Aber wie sollen die Ordnungshüter einen Strafzettel verteilen, so ganz ohne Informationen. Nicht mal ein Nummernschild ist dran an der Karre. Und auch kein Scheibenwischer, also wo anbringen das Knöllchen. Schwere Zeiten für Ordnungshüter.
Es soll früher heftige Diskussionen um das Kunstwerk gegeben haben. Aha, denke ich mir, also ein echter „Streitwagen“ in unserer alten Römerstadt. Die habe ich mir irgendwie ganz anders vorgestellt. Dieser und noch ein paar andere flache Witze gehen mir durch den Kopf.
So stehe ich hier, betrachte das ganze und am Ende frage ich mich: „Ist das jetzt Kunst oder kann das weg?“
Was meint ihr?
Bleibt entspannt und betrachtet die Welt ruhig mal etwas "schräg". Ich spaziere derweil weiter durch unsere Stadt, immer Ideen für neue Kölschgänger-Beiträge suchend. Fast schon eine Sucht. Die Sucht der Träumer.Leia mais
Der innere Straßenring um Köln
1 de outubro de 2017, Alemanha ⋅ ☀️ 15 °C
Oder wie allgemein genannt "der Ring". Dies bedeutet einen Spaziergang von etwa 7,5 km. Und genau diesem Ring möchte ich heute einmal folgen. Um 1170 als etwa 10 Meter breiter Graben, zum Schutz der Stadt gezogen, wurde hier etwa 100 Jahre später die Stadtmauer angelegt. Um 1880 dann wurde die Stadtmauer fast komplett abgetragen und es entstanden prächtige Boulevards und Alleen. Dies war die Geburtsstunde der Kölner Ringe.
Ist eigentlich jemand hier, der es schafft, die Straßennamen alle in der richtigen Reihenfolge aufzuzählen? Gar nicht so einfach, sage ich euch, mir ist es nicht gelungen. Die Namen folgen einem klaren Muster, dem der deutschen Geschichte.
Mein Spaziergang beginnt am Ubierring, dem südlichsten Abschnitt. 822 Meter lang verläuft er vom Rheinufer bis zum Chlodwigplatz entlang der Kölner Südstadt. Der Chlodwigplatz wurde übrigens nach dem Merowinger Chlodwig I. benannt. Nun kommt der Karolingerring, nach dem fränkischen Herrschergeschlecht der Karolinger benannt wurde. Das vergleichsweise kurze Stück des Karolingerrings ist durch einen relativ schmalen Querschnitt geprägt. An der Brunostraße verbreitert sich der Ring hin zum Sachsenring, benannt nach den Sachsenkaisern. Hier kommen wir auch an der Ulrepforte und einem etwa 90 Meter langen Stück der Stadtmauer vorbei. Nun wird der Ring zum Salierring. Der bekannteste Salier war Heinrich IV. Nach wenigen Minuten Gehzeit erreichen wir den Barbarossaplatz, nach dem Staufenkaiser Friedrich I. benannt. Als Platz möchte ich dieses Chaos eigentlich gar nicht bezeichnen. Ich finde ihn einfach nur furchtbar.
Verlassen wir nun den Barbarossaplatz und folgen dem Ring weiter, der jetzt zum Hohenstaufenring wird.
Dieser verläuft über den kleinen Zülpicher Platz bis zur Schaafenstraße, an deren Ende sich bis zum Jahr 1882 das Schaafentor befand. Der Hohenstaufenring wurde nach einer bedeutenden deutschen Herrscherfamilie benannt, den Hohenstaufen, einem schwäbischen Adelsgeschlecht. Nach einer Weile wird er automatisch zum Habsburgerring, einem kurzen Teilstück. Auch hier handelt es sich um ein altes Fürstengeschlecht. Wenige Meter später erreichen wir den Rudolfplatz, benannt nach dem Herrscher und ab 1273 sogar König, Rudolf von Habsburg, dem bedeutendsten Habsburger. Er ist der Namenspatron dieses Platzes, der von der Hahnentorburg, eine der mittelalterlichen Torburgen Kölns, geprägt wird. Durch dieses Tor betraten die in Aachen gekrönten Kaiser über die Aachener Straße die Stadt. Folgen wir weiter dem Ring, jetzt Hohenzollernring. Er steht für 103 Jahre Herrschaft der Hohenzollern in unserer Stadt. Könige und Kaiser gingen aus diesem Adelsgeschlecht hervor.
Der Friesenplatz ist der nächste Platz am Ring. Den Namen kann man leider nicht mit Garantie erklären. Vermutlich war in diesem Abschnitt das Quartier der friesischen Händler. Das nun folgende Teilstück, der Kaiser-Wilhelm-Ring, am 4. Mai 1882 nach Wilhelm I. benannt, dem ersten Deutschen Kaiser nach der Bismarckschen Reichseinigung, ist mit Bäumen und Brunnenanlagen ausgestattet. Ein herrliches Teilstück, das mir eine kleine Vorstellung davon gibt, wie prachtvoll der Ring einmal war.
Als nächstes kommen wir zum Hansaring. Hier sticht natürlich sofort das Hansahochhaus ins Auge. Das Hansahochhaus war eines der ersten Hochhäuser Deutschlands und steht unter Denkmalschutz. Als erstes Hochhaus Kölns war es mit einer Höhe von 65 Metern zum Zeitpunkt der Fertigstellung für kurze Zeit das höchste Haus Europas. Hier im Hansahochhaus, genauer im "Saturn" beginnt meine persönliche Beziehung zu den Ringen, die wohl für immer in meinem Herzen bleibt. Wie oft war es meine Anlaufstelle als Jugendlicher. In der damaligen "Uniform", dem Parker, gekleidet, wurde der Saturn regelmäßig geentert, um Musik zu hören oder/und sich die neuesten Plattencover anzusehen. Als ewig "klammer" Jugendlicher mein kleines Paradies. Nie werde ich diese wunderbare Atmosphäre hier zwischen unzähligen Schallplatten und Kopfhörern vergessen. Traumhaft.
Der Hansaring steht allerdings nicht für das Hansahochhaus, obwohl man das auf den ersten Blick meinen könnte, sondern für die Hanse, denn Köln war lange Zeit Hansestadt und sogar Gründungsmitglied der Hanse. Die Farben rot – weiß im Stadtwappen weisen übrigens auch darauf hin. Auf diesem Teilstück kommen wir auch am Hansaplatz vorbei, einer Grünanlage an der südöstlichen Seite des Hansaringes, die durch einen 113 Meter langen Rest der mittelalterlichen Stadtmauer mit der Gereonsmühle begrenzt wird.
Nun nähern wir uns dem Ebertplatz, in letzter Zeit ja Mittelpunkt aller möglichen Diskussionen. Der Ebertplatz wurde früher öfter mal umgetauft, so hieß er mal Deutscher Platz, Platz der Republik oder auch Adolf-Hitler-Platz. Heute heisst er wieder Ebertplatz, benannt nach dem ersten Reichspräsidenten der Weimarer Republik.
Das letzte Teilstück dieser Ringstraße ist der Theodor–Heuss–Ring. Der 1963 nach dem ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss benannte Ringteil (früher Deutscher Ring) endet am Rhein gegenüber der Bastei. Auch dieser Teil ist mit einem extra breiten mittigen Grünzug versehen. Dieser Grünzug entstand auf dem Areal des 1810 bis 1813 gebauten Sicherheitshafens, der vom Eigelstein bis zum Rhein reichte. Hier endet mein Spaziergang für heute.
Sicher, es war nicht gerade ein Spaziergang, der Ruhe und Erholung verspricht, aber trotzdem sehr spannend und aufschlussreich. Im täglichen Alltagstrott macht man sich über Namen und Geschichte keine Gedanken, und ich konnte heute auch nur ganz kurze Erklärungen abgeben. Aber vielleicht hat dieser Spaziergang ein wenig neugierig gemacht, doch ein wenig tiefer in die Geschichte einzutauchen. Ich werde sicherlich den einen oder anderen Namen nachlesen. Und ihr?
RonaldLeia mais
John Lennon - Circle im Friedenspark
30 de setembro de 2017, Alemanha ⋅ ⛅ 16 °C
Hallo ihr Lieben. Weihnachten steht unmittelbar vor der Tür. Zeit zur Ruhe zu kommen nach der Hektik der Vorweihnachtszeit. Vielleicht mit ein paar Spaziergängen?
Der Friedenspark in der Südstadt bietet sich an, und genau hier am Fort gibt es einen kleinen Platz der schön zum Thema Frieden passt.
Das "John Lennon"-Denkmal. Wer kennt nicht seine Friedenshymne "Imagine". Jeder, oder? Aber nur die wenigsten außerhalb der Südstadt kennen dieses runde Mosaik mit der „Imagine“ Aufschrift. Deshalb möchte ich es heute einmal kurz vorstellen.
Leicht versteckt am Fort ist es zu finden. Ein rundes Mosaik, nachempfunden dem Original im Central Park in New York. Unscheinbar und leicht zu übersehen. Leider auch nicht sonderlich gut gepflegt, so haben die Schilder schon arg gelitten und die ganze Ecke wirkt auch nicht sehr einladend. Zu manchen Zeiten ist es eher ein Müllplatz, traurig aber wahr.
Und dennoch lohnt sich ein kleiner Schwenk dorthin, beispielsweise bei einem Spaziergang durch den Rheinauhafen, der ja nicht weit entfernt ist. Denn hier geht es eher um die Geste, das nicht vergessen, einen Moment innehalten und darüber nachdenken. Und das mit einem schönen Spaziergang verbunden, ist in diesen Tagen nicht die schlechteste Idee.
Aber nun noch einige Fakten zum „Imagine Circle“. Im Dezember 2012 wurde im Kölner Friedenspark am Oberländer Wall der als Mosaik gepflasterte "Imagine Circle" eingeweiht. Der Circle besteht aus einer Steinplatte von vier Metern Durchmesser, mit Basaltsteinen gepflastert, in der Mitte ist der Schriftzug „Imagine“ zu lesen. Für den Schriftzug wurde italienischer Carrara-Marmor verwendet. Außerdem waren die Pflastersteine „Reste“ von anderen Projekten und damit kostete diese Aktion fast kein Geld.
Später dann wurden zwei Gedenktafeln am "Imagine Circle" angebracht. Die eine ist allein John Lennon gewidmet, die andere ist mit der Inschrift des Songtextes "Imagine" versehen.
Übrigens konnte dieses Projekt innerhalb eines Jahres realisiert werden. In Köln!!!!Leia mais
Ganz altes Köln
20 de setembro de 2017, Alemanha ⋅ ⛅ 14 °C
Dieser Römerturm war ein Eckturm der Kölner Stadtmauer aus dem 2. und 3. Jahrhundert, die insgesamt neunzehn Türme hatte. Der Durchmesser von 9,20 Metern und einer Mauerstärke von 2,50 Metern sind schon stattliche Maße. Sehr hübsch ist die ornamentale Ausschmückung mit Hilfe unterschiedlicher Gesteine. Wenige Meter entfernt an der St. Apernstraße steht die Ruine eines weiteren Turms inmitten einer kleinen Grünanlage. Und in der Helenenstraße ein weiterer. Beides sind kleine Oasen mitten in der City. Wie immer erfüllt mich Respekt und Staunen, wenn ich vor ihm stehe. Für manche nur ein kleiner Turm, für mich ein gewaltiges Stück Mutter Colonia.
RonaldLeia mais
"Souvenirs, Souvenirs"...
20 de setembro de 2017, Alemanha ⋅ ⛅ 11 °C
Wie könnte ich Köln nach einem Besuch verlassen, ohne mir ein Stück "Erinnerung" mitzunehmen...da darf dann alles dabei sein: das handbemalte Teelicht zur Weihnachtszeit, den Dom als Bausatz in Miniaturformat, der nun stolz in meinem Wohnzimmer auf dem Regal thront. Oder der Regenschirm mit Köln-Motiv, weil mein alter Schirm sich passenderweise gerade bei einem Spaziergang durch den Rheinauhafen bei Regen und Wind verabschiedet hat.
Eine weitere Tass...e mit "Köln"-Schriftzug oder dem kölschen Grundgesetz versehen, weil der Kaffee dann doch sowieso viel besser schmeckt.
Bei meinen Spaziergängen durch die Kölner Altstadt kann ich an den vielen kleinen und größeren Souvenirläden kaum vorbeigehen. So wie mir scheint es aber sehr vielen Leuten zu gehen, denn die Läden sind immer gut besucht. Was ja kein Wunder ist, wer möchte nicht irgendwas, was zuhause an diese einzigartige Stadt mit ihren wunderbaren Menschen erinnert, mit zurücknehmen.
Der Rückweg meiner Spaziergänge führt mich dann, wie könnte es anders sein, wieder am Dom vorbei. Oft auch noch für einen kurzen Moment rein, um diese besondere Stimmung aufzunehmen. Ich setze mich und höre zu, wenn er von sich erzählt.
Wenn ihr das nächste mal den Dom besucht, setzt euch doch auch für einen Moment...und lauscht seiner Geschichte...einer Geschichte, die von Visionen erzählt, die wahr wurden.
Bis bald und liebe Grüße
Eure RamonaLeia mais



































































