• MaBeBi
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2025

Petualangan 365-sehari oleh MaBeBi Baca selengkapnya
  • Aus der Uni in den Urwald

    7 Oktober 2025, Venezuela ⋅ ☀️ 32 °C

    Nachdem ich Elias an der UniMar im Valle de Espíritu Santo abgesetzt hatte, zog es mich auf eine kleine Bergtour Richtung Westen – über die kurvige Ruta 23, die sich durch den Parque Nacional Cerro El Copey schlängelt. Der 1974 gegründete Nationalpark schützt die einzige dauerhaft feuchte Zone der Insel. Der Cerro El Copey, mit rund 960 Metern der höchste Punkt Margaritas, versorgt große Teile der Insel mit Süßwasser.

    Schon nach wenigen Kilometern wandelte sich das Bild: Aus trockenem Buschland wurde dichter Nebelwald mit Farn, Bambus und kühler, klarer Luft. Hinter jeder Kurve öffnete sich ein neuer Blick über die Insel. Zwischen Vogelrufen und dem Brummen der Funkmasten am Gipfel fühlte sich Margarita hier oben an wie ein Stück Anden mitten in der Karibik.

    Von dort führte die schmale, asphaltierte Straße steil hinab nach La Asunción, die historische Inselhauptstadt mit kolonialem Flair. Nach knapp einer Stunde – hin und zurück – stand ich wieder im Valle de Espíritu Santo, in der Sonne vor der Kathedrale und mir war klar: Margaritas grünes Herz schlägt auf 960 Metern.
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  • Nach der Bergtour zur Basilika

    7 Oktober 2025, Venezuela ⋅ ☀️ 29 °C

    Nach meiner Bergtour führte mich der Weg zurück ins Valle del Espíritu Santo, wo ich an der "Basílica Menor de Nuestra Señora del Valle" anhielt – dem spirituellen Zentrum der Insel und Wahrzeichen des Ortes. Die hellgelbe Kirche mit ihren markanten Zwillings­türmen liegt am Ende des Tals, eingerahmt von Palmen, blühenden Sträuchern und dem satten Grün der Berge. Direkt gegenüber öffnet sich die "Plaza Santiago Mariño", ein lebendiger Treffpunkt, umgeben von kleinen Läden, kunsthandwerklichen Ständen und Cafés, in denen der Duft von frisch geröstetem Kaffee in der Luft hängt.

    El Valle selbst wirkt wie eine Oase der Gelassenheit. Zwischen den kolonialen Häusern blitzt das Grün der Gärten hervor, und selbst der Campus der UniMar scheint in dieses ruhige Landschaftsbild eingebettet, fast wie ein Teil der Natur. Ich schlenderte über den Platz, machte Fotos von der Basilika und den Verkäuferinnen, die ihre bunten Waren mit einem Lächeln anboten. Über mir raschelten die Palmen im Wind, irgendwo klapperte eine alte Schaukel, und in der Ferne rief ein Händler seine letzten Preise des Tages.

    Das Valle del Espíritu Santo ist kein Ort, den man einfach besucht – es ist ein Ort, den man spürt. Nach der Fahrt über die Berge fühlte es sich an wie ein tiefes Durchatmen, ein Stück Karibik mit Seele.
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  • 200 Meter bis zum Paradies

    8 Oktober 2025, Venezuela ⋅ ☀️ 29 °C

    Der Playa El Agua gilt als einer der schönsten Strände der Isla Margarita – vier Kilometer feinster Sand, gesäumt von Palmen, Wellen und dem typischen Duft von Meersalz. Nur rund 200 Meter von unserem Apartment entfernt beginnt hier das, was man Karibik nennt, ohne es erklären zu müssen.

    Ich bin mit dem Motorrad den Boulevard entlanggeknattert, vorbei an Strandbars, lauter Musik, spielenden Kindern und den typischen Verkaufsständen, an denen man Kokosnüsse, Empanadas oder bunte Strohhüte bekommt. Der Wind trägt Gischt und Reggaeton zugleich herüber, Möwen kreisen über den Wellen, und das Meer ändert ständig seine Farbe – von Türkis über Smaragd bis zu einem satten Tiefblau.

    Zwischendurch habe ich angehalten, ein paar Fotos gemacht und einfach zugesehen, wie die Sonne auf dem Wasser flimmert. Auch wenn der Playa El Agua längst kein Geheimtipp mehr ist, hat er sich etwas Kostbares bewahrt – dieses lässige Karibikgefühl, das man sofort spürt, sobald der Wind vom Meer über den Boulevard herüberweht.
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  • Mahlzeit Margarita

    8 Oktober 2025, Venezuela ⋅ ☀️ 33 °C

    Einkaufen auf Margarita ist jedes Mal ein Abenteuer. Kaum betrete ich den Supermarkt, frage ich mich, ob ich versehentlich in einem Pariser Feinkostladen gelandet bin – Olivenöl für 28 Dollar, Butter für sieben. Da vergeht einem fast die Lust auf Spaghetti aglio e olio.

    Klar, die Inflation und der Bolivar haben ihre Eigenheiten. Trotzdem: Wieso importiert man Olivenöl aus Spanien, wenn hier Olivenbäume im Überfluss wachsen könnten? Und Butter – das ist ja nun kein Hightechprodukt. Kühe gäbe es genug.

    Aber gut, offenbar gilt hier das Motto: „Wer im Paradies lebt, zahlt auch himmlische Preise.“

    An der Kasse wird’s dann endgültig zur Geduldsprobe. Erst Passnummer angeben, dann werden die Waren im Schneckentempo gescannt. Beim Bezahlen herrscht Chaos – egal ob Dollar, Euro oder Karte. Wechselgeld gibt’s nur, wenn der Kassierer gute Laune hat, und wehe, dein 100-Dollar-Schein hat eine abgerissene Ecke.

    Bevor du raus darfst, kontrolliert noch ein „Stempel-Heinz“ den Einkauf und versieht alles mit einem offiziellen Hauch Bürokratie. Dann trägt dir jemand deine Dutzend Plastiktüten bis zum Motorrad – natürlich nicht ohne die Hand aufzuhalten. Willkommen im Supermarkt-Abenteuer Karibik.
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  • El Faro de Punta Ballena

    9 Oktober 2025, Venezuela ⋅ ☀️ 28 °C

    In Pampatar, ganz im Südosten der Isla Margarita, dort wo die Sonne aufgeht und das Meer den Himmel berührt, steht der Leuchtturm "Faro de Punta Ballena" – 28 Meter hoch, 143 Stufen bis zur Spitze und rund 80 Meter über dem Meer. Der Aufstieg lohnt sich: Von oben schweift der Blick über endloses Karibikblau, die Salzlagunen von Las Salinas und das grüne Herz der Insel.

    Der Leuchtturm wurde 2007 von der venezolanischen Marine erbaut – offiziell, um die Navigation zu sichern, inoffiziell auch als stolzes Symbol nationaler Souveränität. Schon Hugo Chávez betonte damals, dass Freiheit nur mit Wachsamkeit erhalten bleibt – ein Gedanke, der aktueller nicht sein könnte und der hier oben zwischen Wind und Möwen fast greifbar wird.

    Heute ist der Faro mehr als ein Leuchtturm: Er ist ein Ort mit Seele – und einer Aussicht, die man so schnell nicht vergisst.
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  • Pittoreskes Pampatar

    9 Oktober 2025, Venezuela ⋅ ☀️ 31 °C

    Pampatar – ein Ort, als hätte jemand die Karibik auf eine Leinwand gemalt. Zwischen bunten Häusern, deren Farben von Sonne und Salz verblasst und immer wieder neu überpinselt sind, riecht es nach Fisch und Meer. Fischer flicken am Kai ihre Netze, Kinder rennen barfuß über die Straße, und aus einer offenen Tür tönt Salsa, die mit dem Wind durch die Gassen zieht.

    Rund um den alten, einst wichtigsten Handelshafen der Insel liegen kleine Restaurants, in denen es fangfrischen Dorado gibt – ich war allerdings wegen Gambas (Camarones), hier, das Kilo zu 26 Dollar. Gleich nebenan verkauft eine Frau Schmuck aus Muscheln und Glasperlen, ihr Mann lackiert die Fensterläden ihres Hauses türkisblau. Ein Stück weiter hängt Wäsche über der Straße, Papageien kreischen aus dem Mangobaum, und irgendwo klimpert eine Gitarre.

    Pampatar glänzt nicht für Touristen – es schimmert authentisch und bunt. Zwischen Kolonialhäusern mit bunten Balkonen und modernen Bars entsteht ein Mix aus Alt und Neu, so eigen, als hätte jemand das venezolanische Lebensgefühl konserviert.

    Und dann entdeckt man Dinge, die nur hier passieren können: ein Haus ohne Stromzähler. Stattdessen sind die Kabel liebevoll verdrillt – kein Wunder, dass hier öfter der Strom ausfällt. Improvisierte Bastelei in Reinform. Niemand stört sich daran, im Gegenteil: Man lacht, zuckt die Schultern und sagt nur „Así es Margarita“.
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  • El Rancho Pitahaya Santa Ana

    11 Oktober 2025, Venezuela ⋅ ☀️ 28 °C

    Heute Morgen war ich noch vor dem Frühstück auf einer weiteren Pitahaya-Farm – diesmal in Santa Ana, ebenfalls im Besitz von Julio Requena. Ich habe dort ein paar Kilo der leuchtend pinken Drachenfrüchte gekauft und konnte mir einen guten Eindruck von der Anlage verschaffen. Besonders beeindruckt hat mich, mit welchem Fachwissen und welcher Präzision dort gearbeitet wird: jede Pflanze sorgfältig gestützt, die Bewässerung perfekt eingestellt, alles wirkt durchdacht und gepflegt. Man spürt sofort, dass hier jemand mit Leidenschaft und Erfahrung am Werk ist.Baca selengkapnya

  • Nordschleife im Zeitlupentempo

    11 Oktober 2025, Venezuela ⋅ ☀️ 29 °C

    Auf dem Rückweg von der Pitahaya-Ranch – nur etwa 15 Kilometer in einer Schleife rund um den Norden der Insel – habe ich fast eine Stunde gebraucht. Nicht wegen des Verkehrs, sondern weil ich ständig anhalten musste: die Aussicht war einfach zu schön. Hinter jeder Kurve wartete ein neues Panorama – Meer, Licht und Weite – Margarita pur.Baca selengkapnya

  • Blackstage

    14 Oktober 2025, Venezuela ⋅ ☀️ 30 °C

    Zwischen Vorlesung und den Compras: Da steht einer, der nichts verkaufen muss – nicht mal sich selbst. In Schwarz, zwischen Alphabet und Alltag. Wer so schaut, schreibt keine Klausur, sondern Kapitel. Ein Charakter Schnappschuss vom Sohn vom ziemlich stolzen Papa!Baca selengkapnya

  • Sprung ins pralle Leben

    16 Oktober 2025, Venezuela ⋅ ☀️ 29 °C

    El Valle, 7:05 Uhr.
    Ich setze Elias an der UniMar ab; Rucksack aus dem Topcase raus, verschwitzte Luft. Die Straße glüht schon, obwohl der Tag kaum begonnen hat. Der Alltag ist bei uns eingekehrt – zumindest ein bisschen. Ich nehme die Autopista zurück in Richtung Nordküste.

    7:33 Uhr. Puerto Fermín / El Tirano.
    Der Strand liegt noch still, aber die Boote sind wach. In Reih und Glied parken sie am Ufer – rot, blau, gelb, weiß, grün, einige ziemlich verschlissen, andere frisch gestrichen, als wollten sie sich gegenseitig überbieten in maritimer Schönheit. Ein Fischer lacht mir zu – keine Zähne, aber ein Charisma wie Jack Sparrow auf Valium. Die Luft riecht nach Diesel, Salz und dem Fischfang vom Vortag, dessen Reste wohl irgendwo rumgammeln. Ich nehme Platz auf einem Palmenstumpf, schaue den Fischern bei ihrem Tagewerk zu, dem Atlantik beim Blinken. Der Wind trägt Gesprächsfetzen, Möwengeschrei und irgendwo weiter hinten probt ein Hahn seine zweite Karriere als Tenor.

    08:11 Uhr. Playa del Agua.
    Ich halte kurz an und gehe ein paar Schritte ans Wasser. Der Strand: riesig, fast endlos – vier Kilometer feiner Sand, begleitet von einer parallel verlaufenden Promenade, die sich mittlerweile richtig gemacht hat. Viel hat sich verändert, seit ich das letzte Mal hier war – wobei ich mit „viel“ nicht nur die neue Tourist Information am Anfang des Boulevards meine. Alles wirkt aufgeräumter, sauberer, vorzeigbarer. Und dazu, wie bisher: offene Horizonte, Palmen, die sich im Wind wiegen und ein Meer, das klingt, als hätte es Zeit. Ich mache ein kurzes Video – der Blick schweift, der Moment bleibt.

    11:17 Uhr. Playa Parguito.
    Und da stehen sie. Zwei Margariteñas – vielleicht zwanzig, vielleicht fünfundzwanzig, wer weiß das hier schon so genau. Bikini knapp, Bewegungsdrang groß. Fürs Foto reißen sie die Arme in die Luft und springen hoch und für einen Moment stehen beide in der Luft wie zwei gebräunte Gottheiten im Kurzurlaub vom Olymp. Haare wie aus der Werbung, Lachen wie aus der Kehle einer Salsa-Queen und ihre Schatten auf dem Sand sehen aus wie Tropfen aus Licht. Diese Art von Schönheit lebt nicht fürs Bild, sondern für den Moment – das ist Karibik-Lebensfreude pur!

    Margarita zeigt sich mal wieder von der besten Seite: postkartenschön und lebendig, zwar verschwitzt und immer auch ein bisschen verrückt – aber genau deshalb so faszinierend. Und während ich dies hier noch mit leicht salzigen Fingern auf meinem Notebook schreibe, denke ich: der Alltag kann warten; ich bin beschäftigt – mit Staunen!
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  • Mad Max Caribe Edition

    18 Oktober 2025, Venezuela ⋅ ☀️ 29 °C

    Wenn man sich auf der Isla Margarita länger als zehn Minuten auf der Straße aufhält, hat man bessere Chancen, ein Auto ohne Türen als eines mit Klimaanlage zu sehen. Die Karossen hier erzählen Geschichten – von glorreichen 80ern, tropischen Rostkulturen und der reinen Verweigerung gegenüber jeder TÜV-Idee. Manche rollen nur noch aus Gewohnheit, andere halten mit Draht, Kabelbindern oder göttlichem Beistand zusammen.

    Auf den ersten Blick wirkt das wie ein Schrottplatz auf Rädern, auf den zweiten wie ein Live-Set von „Mad Max: Caribe Edition“. Man fragt sich, ob die Autos hier überleben, weil sie so kaputt sind – immun gegen alles, was moderne Technik lahmlegt. Und irgendwie passt das: Sonne, Salz, Improvisation – und eine gehörige Portion Trotz.

    Während anderswo glänzende SUVs um die Wette funkeln, knattern hier rostige Legenden mit offener Motorhaube und notdürftig mit einem durchsichtigen Benzinschlauch geflickten Bremsleitungen durchs Paradies. Ein bisschen Apokalypse, ein bisschen Karibik – aber ganz ehrlich: kein Museum der Welt hat so viel Charme. Und ich wundere mich darüber, wieviele Mercedes Pontons hier noch rumfahren, während meiner im Garagen Museum zu Hause ein ruhiges Dasein hat.
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  • Zwischen Sand und Sonnenstich

    19 Oktober 2025, Venezuela ⋅ ☁️ 29 °C

    Playa El Agua, Sonntagnachmittag.
    Um zwei Uhr, wenn die meisten Vernünftigen in Margarita gerade im Schatten eine Siesta halten, machen Elias und ich uns auf den Weg – zu Fuß, vom nördlichen Ende des Playa El Agua bis hinüber zum Playa Parguito. Vier Kilometer Karibik; kommt mal mit!

    Die Sonne steht steil, der Sand glüht wie ein Backblech und die Luft riecht nach Salz, Sonnenöl und frittiertem Fisch. Die Promenade hat sich herausgeputzt – neue Pflastersteine, in Landesfarben frisch gestrichen und etliche Hotels sehen auch renoviert aus. Wo früher Schlaglöcher und improvisierte Verkaufsstände dominierten, flanieren jetzt Spaziergänger mit Bluetooth-Box zum Strand.

    Elias geht voran, leichtfüßig wie immer, während ich den Unterschied zwischen sportlichem Ehrgeiz und Übermut spüre. Nach zwei Kilometern beginne ich, jeden Schatten zu schätzen wie ein Geschenk des Himmels.

    An der Tortuga Verde angekommen, schmeckt der Fisch (wir gönnen uns beide das Pargo-Filet) superlecker und der kalte, frische Fruchtsaft erfrischend. Wir sitzen da, lassen die Beine im Sand und das Meer in unseren Köpfen rauschen. Der Rückweg treten wir um 17 Uhr an und der geht schneller – nicht, weil wir gestärkt sind, sondern weil wir nicht mehr ständig stehen bleiben, um den Moment auszukosten. Ab 18 Uhr ist’s dunkel. So ist das in der Karibik.
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  • Sturmflug nach Punta Cana

    24 Oktober 2025, Republik Dominika ⋅ 🌧 27 °C

    Irgendwie ahnten wir, dass es nicht ohne Turbulenzen ablaufen würde. Elias ist für eine gute Woche in die Dominikanische Republik aufgebrochen. Von Porlamar über Caracas und Bogotá bis nach Punta Cana: eine Odyssee durch Lateinamerikas Flughäfen, Migrationsschalter und Papierlabyrinthe. Elias, noch keine achtzehn, allein unterwegs in einem Kontinent, der Minderjährigen das Alleinreisen nicht erlaubt – offiziell zum Schutz vor Entführungen. Inoffiziell aber gilt: Wenn du jung, blond und mit zwei ausländischen Eltern bist, wissen die Beamten selbst nicht so genau, ob sie dich eigentlich festhalten dürfen oder nicht.

    Zwischen den Fingern: ein Zentimeter Papier – beglaubigte Geburtsurkunden, apostillierte Vollmachten, Autorisationen der Eltern, Anwaltsschreiben mit doppeltem Stempel. Alles ordentlich, alles legal, alles übertrieben.

    In Porlamar beginnt der Marathon. Die Immigration schaut misstrauisch, stempelt, ruft jemanden an, schaut wieder. Stunden vergehen. Schließlich muss der Papa zurückkommen, Pass vorzeigen, Gesicht absegnen – lateinamerikanische Bürokratie in Reinform. Aber es klappt - ist ja auch erstmal nur ein nationaler Flug.

    Am Abend in Caracas. Elias hat ein Hotel in Fußreichweite zum Flughafen für 60 Dollar. Einchecken um 21 Uhr, 'ne Roomtour, schlafen. Nächster Vormittag; Aufstehen um fünf; zurück zum Flughafen. Mit einem fehlenden Kanaldeckel lauern erste Gefahren auf dem Weg.

    Als Elias endlich durch die Immigration am Flughafen in Caracas und damit Venezuela verlassen darf, ist der Flug nach Bogotá schon verspätet; Vier Stunden! Der Anschlussflug futsch. Durchatmen, Warten, Hoffen, Diskutieren. Elias bleibt erstaunlich ruhig. Er bucht um, verhandelt neu, schlägt sich durch. Es ist sein erster echter Alleinflug im Leben – und am Ende schafft er es tatsächlich pünktlich am Flughafen von Punta Cana anzukommen, genau im selben Moment, in dem der Flieger seiner Freundin aus New York landet. Timing wie aus einem Drehbuch.

    Als er aussteigt, gießt es in Strömen. Der Hurrikan "Melissa" tobt sich aus; Die Karibik ist in den nördlichen Antillen im Herbst besonders oft stürmisch. Während auf der Insel Margarita seit unserer Ankunft vor einem Monat jeden Tag die Sonne scheint, gibt’s in der Dominikanischen Republik heftigen Dauerregen - seit Tagen!

    Trotzdem: Er hat es geschafft. Eine Woche Urlaub mit seiner Freundin, die dort ihren 18. Geburtstag feiert – zusammen mit ihren Eltern. Wir sind alle gleichermaßen erleichtert und ungläubig, dass das alles wirklich funktioniert hat. Übrigens hat die Uni auf der Isla Margarita ihm dafür offiziell frei gegeben. Er musste jeden Professor persönlich um Erlaubnis bitten – charmant, wie er ist, natürlich kein Problem. Seine ersten Klausuren sind gut, der Start gelungen.

    Und ich? Ich bin einfach stolz. Stolz auf diesen Jungen, der sich mit Mut, Geduld und einem Zentimeter Papier durch ein halbes Dutzend Flughäfen, Schalter und Sprachbarrieren kämpft. Eine Reise, die wie ein Drama begann und wie ein Triumph endete – mit Regen im Gesicht und Sonne im Herzen.
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  • Vom Staubfänger zum Karibik-Star

    29 Oktober 2025, Venezuela ⋅ 🌬 29 °C

    Diese Woche war endlich mal Zeit für die kleinen Dinge – die, die sich sonst zwischen Sonne, Strand und Alltag verstecken. Gestern habe ich den Aufbau des alten Erlebetts fertig gemacht, das jahrelang zuhause im Keller Staub gefangen hatte und das jetzt hier in den neu renovierten Schlafzimmern seinem Platz gefunden hat,. Für 180 Euro durfte es per Schiff die wohl längste und letzte Reise seines Lebens antreten – wie ich finde hat es sich gelohnt. Auch die neuen Matratzen sind gut und günstig, relativ fest und dennoch so bequem, dass auch mal ein Mittagsschlaf eine Option ist.

    Ich frühstücke morgens ausgiebig und esse dann erst am späten Nachmittag wieder. Danach wird’s schnell dunkel – um 18 Uhr ist Schluss mit Sonne, und um 21 Uhr zieht mich das Bett magisch an. Neun Stunden Schlaf sind hier keine Seltenheit, sondern Standard. Um sechs Uhr weckt mich das erste Licht, ganz ohne Wecker, ganz ohne Stress. Dieser Rhythmus – zwölf Stunden Tag, zwölf Stunden Nacht – tut mir unglaublich gut. In Europa passte ich nie so recht in das 8-8-8-Schema aus Arbeit, Freizeit und Schlaf. Hier dagegen fühlt sich alles natürlicher an, fast so, als hätte mein Körper endlich seine richtige Geozone gefunden.

    Nebenbei läuft das mit dem Abnehmen erstaunlich gut: weniger essen, besser essen, mehr Bewegung. Kein Hexenwerk, nur ein bisschen Konsequenz und das Klima als natürlicher Katalysator. Bei 28 bis 32 Grad, jeden Tag Sonne, einer leichten Brise und für die Karibik relativ trockener Luft schwitzt man selten. Regen? Fehlanzeige. Seit Wochen tagsüber kein einziger Tropfen – die Karibik zeigt sich hier 365 Tage im Jahr von ihrer Sonnenseite.

    Fazit nach einem Monat Karibik; Es fühlt sich gut an! Manchmal braucht es im Leben den Mut für neue Wege, um sich nicht im Hamsterrad gefangen zu halten. Und selbst ein altes Bett kann in der Karibik noch mal jung werden – und ich irgendwie auch.
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  • Markus kocht Meer

    30 Oktober 2025, Venezuela ⋅ ☀️ 29 °C

    Ich werde hier noch zum Koch – heute gab’s frische Doradefiletstreifen mit Gambas, angerösteten Zwiebeln und Knoblauch, dazu Nudeln. So einfach, so gut. Ich glaube, ich koche mich hier langsam zum maître cuisinier hoch; Mega lecker und garantiert fangfrisch… Wenn das so weitergeht, eröffne ich bald eine eigene Strandküche!Baca selengkapnya

  • Tortuga Tour

    9 November 2025, Venezuela ⋅ 🌬 28 °C

    Der Sonntag auf Margarita folgt oft einem eigenen ruhigen Rhythmus. Wir starten mit einem gediegenen Frühstück. Viel Zeit, viel Teller, viel Genuss. Danach treiben wir uns etwas im Pool herum und lassen uns von der Karibiksonne verwöhnen.

    Am Nachmittag ruft die Küste. Wir laufen die knapp fünf Kilometer entlang des Strandes hinüber zur Tortuga Verde am Playa Parguito. Der Weg ist herrlich. Sand vor den Füßen, Wind im Gesicht, große Kokospalmen über uns, kräftige Wellen, die an den Füßen auslaufen.. Zielankunft gegen 15 Uhr.

    Im Restaurant entscheide ich mich für ein Ceviche das so frisch schmeckt als hätte der Fisch sein Ende gerade eben erst erfahren. Elias gönnt sich ein Lomito das jedem Steakhaus Selbstzweifel bereiten würde. Dazu gibt es kalte Fruchtsäfte; alles lecker.

    So vergeht unser Sonntag auf Margarita. Ohne Eile, ohne ein Drehbuch, aber dennoch mit genug kleinen Erinnerungen, die den Tag unvergessen machen.
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  • Playa Bella Vista

    12 November 2025, Venezuela ⋅ 🌬 29 °C

    Während Elias in der Uni sitzt, nutze ich die Stunden oft für kleine Ausflüge und lande dabei häufig am Playa Bella Vista in Porlamar. Der Strand hat diese ruhige, ungekünstelte Atmosphäre: keine Touristen, nur ein paar Fischer, die mit einfachen, selbstgebauten Angeln versuchen, das Abendessen aus dem Wasser zu ziehen. Sie haben fast nichts und wirken trotzdem zufrieden – vielleicht, weil hier die kleinen Dinge im Leben zählen, nicht das große materielle Glanzprogramm.

    Ich sitze dann einfach da und merke, wie gut man hier abschalten kann. Das Meer glitzert, als gäbe es sich ständig auf’s Neue Mühe, gut auszusehen und der Wind bringt Salz und Sonne in genau der zarten Mischung, die man braucht, um runterzukommen.

    Mit Sand zwischen den Zehen, ein paar Minuten oder Stunden ohne Anspruch an irgendetwas – und das Gefühl, dass genau diese stillen Momente das echte Leben sind, während Elias ein paar Kilometer weiter drüben in El Valle paukt.
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  • Fördere das Gute im Menschen

    13 November 2025, Venezuela ⋅ ☀️ 28 °C

    Hier im Schatten vor der UniMar im Valle de Espíritu Santo warte ich auf Elias, der noch in seiner Vorlesung sitzt. Der Wind weht durch die Palmen, Studenten laufen vorbei, Lachen mischt sich mit Motorradlärm; ich bin mitten im Alltag dieser Insel gelandet.

    Der Satz links neben dem Eingangstor fällt mir erst heute richtig ins Auge: „Forjadora de hombres de bien“. Wörtlich bedeutet es: die Uni als „Schmiedin rechtschaffener Männer“, doch es geht nicht um Männer im engeren Sinn. Es geht um Menschen, die Haltung entwickeln, um junge Leute, die lernen Verantwortung zu tragen, die herausfinden wollen, wofür sie stehen und wie man ein eigenes Leben baut. Eine Schmiede für Charakter und innere Stärke also; ein Ort, der mehr bietet als Prüfungen und Abschlüsse.

    Während ich hier sitze und den warmen Wind spüre, denke ich darüber nach, wie schnell Elias in diesen neuen Abschnitt hineingewachsen ist. Ein anderes Land, neuer Alltag, neue Sprache, andere Kultur und Gebräuche - kurzum ein Rhythmus, der mit unserem früheren Leben kaum vergleichbar ist. Und doch geht er jeden Schritt mit einer Selbverständlichkeit, die mich stolz macht. Genau dafür ist dieser Ort gemacht. Nicht für die reine Wissensvermittlung, sondern für Menschen, die sich entwickeln wollen.

    Nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch das Gute im Menschen entfalten; Die UniMar wirkt schlicht, nichts wirkt überhöht oder künstlich. Aber genau darin liegt die Authentizität dieses Ortes. Bildung ist hier kein dekorativer Begriff, sondern etwas, das man spürt, wenn man die jungen Menschen beobachtet, die mit ihren Rucksäcken und neugierigem Blick (auch auf mich) ihren Weg gehen. Hier wächst man nicht, weil man "was lernen" muss, sondern weil man gemeinsam wachsen will! ¡Juntos logrando el bien!

    Und ich sitze da, als Vater, der auf seinen Sohn wartet und gleichzeitig über das Leben nachdenkt. Über das, was wichtig ist, über das, was bleibt. Über die Frage, wie man selbst zu einem Menschen wird, der Haltung hat. Vielleicht ist dieser Spruch an der Wand nicht nur ein Motto für Studenten, sondern auch ein stiller Anstoß für mich selbst.
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  • Château Tropico

    24 November 2025, Venezuela ⋅ 🌧 25 °C

    Nach zwei Monaten hier auf der Insel hat es letzte Nacht die erste richtige Regenpremiere gegeben. Pünktlich zum Wintereinbruch in Mitteleuropa liefert auch die Isla Margarita ihre Tropico-Version davon: ein paar ordentliche Schauer, so kräftig, dass sogar mein sonst zuverlässig zehnstündiger Schönheitsschlaf kurz unterbrochen wurde. Ich bin dann extra für euch aufgestanden und habe ein bisschen Ansichtsmaterial eingefangen.Baca selengkapnya

  • Adventskessel

    30 November 2025, Venezuela ⋅ 🌬 27 °C

    Erster Advent in der Karibik. Draußen 28 Grad und drinnen keine Spur von Zimt, Tannenduft oder Kerzenschein. Und weil die Heimreise ansteht, galt heute das große Resteverwertungsprinzip: Alles, was nicht mit in den Koffer kann, bekommt Asyl im Adventskessel.

    Aktenlage: aufgetaute Doradefilets als letzte Reserven aus dem Tiefkühlfrieden und Gambas als fluchtbereite Begleitung. Daraus wurde nach drei Stunden Schnippelarbeit ein sehr eindeutiges Ergebnis: sieben bis acht Kilo Mega-Fischsuppe. Das ist weniger „kleine Mahlzeit“ und mehr „Versorgungslage für mehrere Tage“, aber genau darum geht es ja: Reste weg, Stimmung rein; fertig ist die Caldo Caribe.

    Rezept und Vorgehen, so wie ich es heute gemacht habe:
    1. Basis ansetzen: Zwiebeln und Knoblauch fein hacken und in etwas Öl im großen Topf glasig anschwitzen.
    2. Gemüse dazu: Karotten in Scheiben, Paprika gewürfelt, Tomaten klein schneiden. Alles mit anschwitzen, bis es richtig duftet.
    3. Flüssigkeit und Aroma: Mit Wasser auffüllen und einen ordentlichen Schuss Weißwein dazu. Dann Zitronensaft dazugeben und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
    4. Köcheln lassen: Das Ganze 20 bis 30 Minuten leise köcheln lassen, bis das Gemüse weich ist und der Sud nach „jetzt wird’s ernst“ schmeckt.
    5. Fisch und Gambas zum Schluss: Doradefilets in Stücke schneiden und erst in den letzten Minuten dazugeben, damit sie saftig bleiben. Gambas ebenfalls am Ende hinein, bis sie gar sind.
    6. Finale: Petersilie hacken und kurz vor Schluss unterrühren. Abschmecken, eventuell noch etwas Zitrone oder Wein nachlegen, je nachdem ob es mehr frisch oder mehr rund sein soll.

    Damit ist der Advent hier offiziell eröffnet: nicht mit Weihnachtsmarkt, sondern mit Karibiktemperatur, Küchenchaos und einem Topf, der sehr klar sagt: Heimreise hin oder her, gegessen wird vorher ordentlich.
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  • Rossini al Sabor Margarita

    7 Desember 2025, Venezuela ⋅ 🌬 29 °C

    Heute war einer dieser Inselmomente, die nach Aufbruch schmecken und irgendwie passt das perfekt, weil wir morgen zurück nach Europa reisen, um den Jahreswechsel mit der Familie zu erleben. In der Nähe von Pampatar direkt gegenüber vom Rattan Plaza war ich zur kleinen Vorab-Runde einer neuen italienischen Trattoria eingeladen: Rossini. Offiziell eröffnet wird am kommenden Donnerstag und der Gastgeber ist Adrian, ein Freund aus Rumänien, der viele Jahre in Deutschland gelebt hat. Jetzt wagt er den Sprung in die Gastronomie, ein Feld, das für ihn komplett neu ist. Genau das macht es spannend: keine Routine, kein altes Drehbuch, sondern eine klare Idee und viel Energie.

    Sein Konzept klingt erst mal einfach und genau darin liegt die Herausforderung: höchste Qualität mit importierten Produkten aus Italien und trotzdem Preise, die man auf Margarita nicht sofort als Luxusnummer abstempelt. Dazu eine Lage, die kaum besser sein könnte. Rund um Playa El Ángel und Playa Moreno pulsiert das wohlhabendste Stück der Insel und wer hier überzeugt, hat eine echte Chance, sich einen Namen zu machen.

    Auf den Tisch kam zuerst etwas, das sofort gute Laune macht: eine Pinsa, die bereits zeigt, wohin die Reise geht. Viele werfen Pizza und Pinsa in einen Topf, dabei sind es zwei ziemlich verschiedene Welten. Klassischer Pizzateig basiert meist auf Weizenmehl und wird je nach Stil kürzer oder länger geführt, er bleibt aber oft etwas kompakter. Pinsa-Teig dagegen ist in der Regel deutlich stärker hydriert und wird sehr lange fermentiert, oft mit einer Mehlmischung aus Weizen und Reis und teils auch Soja. Das Ergebnis ist leichter und luftiger, außen knusprig und innen weich, häufig in ovaler Form und insgesamt weniger „brotig“. Genau dieses luftige Konzept will Adrian bei Rossini spielen.

    Die „Pinsa-Pizza a la Rossini“ heute war jedenfalls ein Volltreffer: belegt mit frischem Serrano-Schinken und italienischer Salami, dazu ein Pesto, das nicht nur nach Basilikum riecht, sondern richtig nach Italien schmeckt. Salzig, würzig, aromatisch und mit dieser frischen Kräuternote, die alles zusammenzieht. Das war nicht einfach „ganz lecker“, das war gefährlich lecker, weil man automatisch das nächste Stück nimmt.

    Danach Pasta, perfekt auf den Punkt, so wie es sein soll: bissfest und nicht weichgekocht. Dazu eine kräftige Hackfleischsauce, rund und sauber abgeschmeckt, ohne zu überladen. Und wer es anders braucht, bekommt es auf Wunsch sogar vegan, ohne dass es sich wie eine Notlösung anfühlt. Genau diese Mischung aus Qualität und Flexibilität hat heute richtig überzeugt.

    Unterm Strich war das eine Neueröffnungs-Generalprobe, die sich wie ein fertiger Betrieb angefühlt hat. Wenn Rossini dieses Niveau hält und die Pinsa genauso konsequent umsetzt, wird das hier in der Gegend sehr gut funktionieren. Wir drücken Adrian die Daumen und wünschen ihm einen starken Start als Gastronom auf Margarita, viele volle Tische und genau die Art von Publikum, das Qualität erkennt und wiederkommt.
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  • Regresamos del paráiso

    9 Desember 2025, Belanda ⋅ 🌧 12 °C

    Wir machen uns heute auf den Heimweg von der Insel Margarita und hoppen diesmal über Caracas und Curacao nach Amsterdam. Die Route klingt komplizierter als sie ist, denn erstaunlicherweise läuft für uns alles wie am Schnürchen, während um uns herum die meisten Reisepläne in Richtung Europa zu kollabieren scheinen. Wegen den geopolitischen Spannungen rund um Venezuela fallen derzeit viele internationale Flüge aus und einige Airlines wie Turkish Airlines oder Iberia verschieben ihre Verbindungen gleich mehrfach. Man hört an den Gates Geschichten von Passagieren, die schon zum zweiten oder dritten Mal umgebucht wurden, während wir hoffen, dass unser kleines Reiseglück weiterhin Bestand haben wird.

    Europa ist von Südamerika aktuell fast abgekoppelt, keine ankommenden Maschinen, keine Rückflüge, außer man setzt auf eine venezolanische Airline. Estellar und Laser fliegen ungerührt weiter, als wäre nichts und bringen die Reisenden zuverlässig von Kontinent zu Kontinent. Unser Laser-Airlines Flug gehört auch zu denen, die funktionieren. Ein kleines Geschenk zur Weihnachtszeit in Tagen wackeliger Flugpläne.

    Der Flughafen von Caracas überrascht uns positiv. Außen wurde er komplett renoviert und wirkt fast futuristisch. Innen, im internationalen Terminal, wurden die Bereiche Security, Immigration und Anti-Drogenkontrolle komplett neu gestaltet. Alles ist hell, klar strukturiert und entspricht endlich internationalen Standards. Für uns ungewohnt rauschen wir in einem Tempo hindurch, das man an manch anderem Flughafen gern als Premium-Service verkaufen würde. Das Personal ist entspannt, freundlich und wirkt fast so, als wäre heute ein Feiertag ohne Gäste.

    Geschlafen haben wir übrigens in einer kleinen Pension unweit vom Flughafen. Sauber, ruhig und mit einer Küche, wie man sie sich unterwegs nur wünschen kann. Nichtmal ein Shuttle brauchten wir, in weniger als einer halben Stunde ist man zu Fuß da. Voll ausgestattet, sogar mit einigen Lebensmitteln in den Schränken. Da direkt nebenan ein Supermarkt lag, haben wir gestern Abend noch eingekauft und uns heute Morgen ein richtig gutes Frühstück gegönnt. Alles unkompliziert, nah, angenehm und erstaunlich günstig. In Fußreichweite zu den Terminals, was die Rückkehr zum Terminal zusätzlich erleichterte.

    So beginnt für uns die Rückreise mit einer fast unverschämten Portion Gelassenheit, während sich überall kleine Reise-Dramen abspielen; wir haben noch das Inselglück im Gepäck!

    Nach Caracas - am nächsten Morgen - landen wir zur Mittagszeit in Curacao, kaum, dass wir in Caracas richtig abgehoben hatten. Elias schaut sich um und grinst breit, als hätte jemand heimlich die Welt auf HD umgestellt:

    Erste Feststellung: endlich wieder Klopapier auf dem Klo. Zweite Feststellung: das Wasser kommt aus dem Hahn mit einer Kraft, die auf Margarita glatt als Naturereignis gelten würde. Und dann die Krönung, der Moment, in dem Elias kurz sprachlos wird: ein Dyson-Händeföhn. Ein Gerät, das deine Hände nicht einfach trocknet, sondern dich für drei Sekunden daran zweifeln lässt, ob du nicht vielleicht doch in einem futuristischen Spa stehst.. Und wir merken plötzlich, wie relativ Komfort ist. Zwischen einfachem Inselleben und Technikluxus liegen manchmal nur 35 Flugminuten. Von hieraus geht es weiter nach Amsterdam; Caribe hoy - Europa mañana!

    Adiós, Margarita, Perla del Caribe - Volveremos pronto!
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  • Erfahre deinen Weg

    16 Desember 2025, Perancis ⋅ ☁️ 5 °C

    Lieber Elias,
    heute wirst du 18. Dieser Tag ist mehr als eine Zahl, er ist eine Tür. Vor dir liegt ein Weg, der jetzt sichtbar wird, weil du ihn in vielen Bereichen endlich selbst gehen darfst. Plötzlich öffnen sich Möglichkeiten, Verantwortung und Freiheit gleichzeitig.

    Das Motorrad ist für uns nicht Dein Geschenk, es ist für uns ein Symbol. Für deine Mobilität und deine Freiheit, für deinen Mut, für eigene Lebensentscheidungen. Du bestimmst jetzt mehr und mehr deinen eigenen Weg mit Entscheidungen, die du selbst triffst und Du entwickelst jetzt ein Gefühl: Ich kann das!

    Auf Margarita hast Du bereits begonnen, deinen Lebensweg zu gehen, ihn zu leben. In einer neuen Welt, weit weg von allem, was Du bisher kanntest und Du hast alles, wie immer bisher, genau richtig gemacht; es ist deine LLP; deine Lebenslernphase.

    In dieser wirst Du Fehler machen, klar. Wichtig ist nicht Perfektion, sondern Aufmerksamkeit, Respekt, Neugier und Ehrlichkeit mit dir selbst und mit anderen Menschen. Und was das Motorrad angeht: Freiheit heißt nicht immer schneller zu werden. Freiheit heißt, die richte Richtung zu wählen und auch mal Geduld zu bewahren. Auch wenn es mal nur langsam vorangeht.

    Wir sind stolz auf dich. Und wir sind bei dir: als Rückhalt. Fahr vorsichtig, fahr vorausschauend und vor allem: fahr deinen Weg. Willkommen in der Welt der Erwachsenen, willkommen in deiner LLP.

    Mama Ute und Papa Markus
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    Akhir trip
    31 Desember 2025