Namibia
Khomas

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Travelers at this place
    • Day 203

      Erste Praktikumseindrücke

      February 6 in Namibia ⋅ ☁️ 22 °C

      Die ersten Wochen meines Praktikums bei der Solarfirma NEC habe ich nun hinter mich gebracht und ich bin jetzt schon ziemlich froh diese Erfahrung auch machen zu dürfen.

      Es liegen aufjedenfall anstrengende Tage hinter mir, aber dafür konnte ich auch schon viel lernen und neue Freunde finden. Die Sonne ballert unermüdlich auf einen herunter und die Arbeit auf Blechdächern macht das Ganze wohl auch nicht viel angenehmer. Dafür gibt einem die Mittagspause im Schatten wieder umso mehr Kraft. Ich gebe zu das Umgewöhnen, wieder früh aufzustehen, hat wohl auch zu der Müdigkeit dazu beigetragen, das hat sich jetzt aber zum Glück wieder schon eingespielt.

      Ich kriege die verschiedensten Einblicke in Planung von Solar, was beim Aufbau beachtet werden muss und auch einfach elektrische Grundlagen etc. . Fühlt sich gut an mal bisschen mehr praktikische Ahnung von einem Thema zu haben, dass man ja auch studiert. Alle haben mich sehr gut aufgenommen, ich darf Fragen stellen so viel ich will und beantwortet wird es mir auch gerne. Natürlich gibt es auch Tage an denen es einfach stumpfes Abarbeiten ist oder an denen man nichts zu tun hat, aber so ist es eben. Das ist auch okay.

      Es macht Spaß jeden Tag mit den Leuten draußen zu sein, es wird sich viel gegenseitig aufgezogen und miteinander gequatscht, sodass auch die langweiligste Arbeit mit nicht ohne Lachen vollzogen werden kann. Bin gespannt wie der Rest der Zeit so wird!
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    • Day 2

      9880 Flugkilometer

      October 27, 2019 in Namibia ⋅ ⛅ 31 °C

      Der erste Tag unserer dreiwöchigen Reise begann gestern Mittag. Der Frankfurter Flughafen war natürlich unser Treffpunkt. Während es von Düsseldorf aus keine Probleme mit der Zugverbindung gab und somit Renate und Thomas die ersten am Treffpunkt waren, gab es bei uns anderen doch die ein oder andere Komplikation. Der Zug von Ulm war überfüllt und musste mehrmals anhalten um Leute „hinauszukomplimentieren“-was wohl nicht wirklich funktionierte. Unser Zug von Eisenach wurde zunächst mit einer Verspätung von 45 Minuten angezeigt, wovon am Ende noch 25 übrig blieben. Da zwischen Frankfurt Hauptbahnhof und Flughafen gebaut wird, fuhr noch nicht mal die S-Bahn, was zu Folge hatte, dass die Leute erst auf dem Bahnsteig verwirrt waren, dann alle zu Schienenersatzverkehrsbussen mussten. Das Chaos war vorprogrammiert! Es lebe die Deutsche Bahn 🙈!
      Da wir aber genügend Zeit eingeplant hatten, waren wir wenigstens entspannt 😌. Im „Käfer“ trafen wir dann gegen 16 Uhr endlich alle zusammen und ließen die Zeit bis zum Check in gemütlich angehen.
      20:45 Uhr ging unser Flieger Richtung Johannesburg, dort landeten wir pünktlich heute früh 7:35 Uhr. Weiter ging es dann 9:50 Uhr bis wir 11:40 Uhr endlich in Windhoek landeten. An Schlaf war meinerseits übrigens so gut wie nicht zu denken, und so waren wir ganz schön platt.
      Um unser Auto für die nächsten 14 Tage zu bekommen, wurden wir von „Africa on Wheels“ abgeholt und nach Windhoek gefahren, wo wir unseren Toyota Land Cruiser Stationwagon in Empfang nehmen konnten. Nun waren wir bereit für die erste Station: das Voigtland Guesthouse.
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    • Day 2

      Voigtland

      October 27, 2019 in Namibia ⋅ 🌙 20 °C

      Die Farm liegt etwa eine dreiviertel Stunde von Windhoek entfernt. Wir wurden sehr herzlich empfangen. Das Gästehaus wurde bereits 1900 auf einem Hügel in beeindruckend weiter Landschaft errichtet und bietet vier Zimmer, von denen wir schon drei belegten. Eine Kombination aus historischer Romantik und Moderne. Wir selbst bezogen die "Honeymoon-Suite" mit großem Dachfenster zum Sterne gucken. 😍
      Das liebevoll gestaltete Areal lädt zum Spazierengehen ein und der Pool natürlich für die erste Abkühlung. Das tat nicht nur gut nach der langen Reise, auch hatten wir Beobachter. Zwei neugierige Giraffen lüften über die Mauer🦒🦒🤗. Beeindruckend!
      Zur Kaffeezeit wurde uns selbstgebackener Apfelkuchen zu einem guten Kaffee auf einer der idyllisch gelegen Terrassen serviert.
      Während Sören und Thomas dann die Umgebung erkundeten, entschlossen sich Annette und Renate, sich eine der angebotenen Massagen zu gönnen.
      19 Uhr gab es dann Abendessen mit 4 Gängen und leckerem Rotwein. Perfekter Beginn unserer Reise in diesem wunderschönen Land!
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    • Day 15

      Tropic of Capricorn

      November 9, 2019 in Namibia ⋅ ☀️ 33 °C

      Heute hatten wir wieder eine lange Fahrt vor uns. Wir verabschiedeten uns von unseren herzlichen Gastgebern, die sich viel Mühe gaben, uns einen schönen Aufenthalt zu bieten. Es war schön, wieder auf einer Gästefarm mit Familienanbindung zu sein!
      Unser letzter Stop in Namibia ist Windhoek. Auf unserer Strecke liegt, ca. 25 km südlich vornRehoboth überquert man den südlichen Wendekreis, der in Afrikaans "Steenbokkerkring" genannt wird. Als Wendekreis bezeichnen Astronomen die beiden Breitenkreise, über denen die Sonne während der Sommerwende auf der jeweiligen Erdhalbkugel im Zenit steht. Im Norden ist das der Wendekreis des Krebses und hier im Süden der des Steinbocks. Danach wendet die Sonne ihren Lauf und nähert sich wieder dem Äquator.
      Also das obligatorische Foto gemacht und weiter gings.
      In Windhoek kamen wir nach einer weiteren kurzen Pause in Rehoboth um 15 Uhr an und bezogen unsere schönen Zimmer im Terra Afrika Guesthouse.
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    • Day 15

      Windhoek am Abend

      November 9, 2019 in Namibia ⋅ 🌙 24 °C

      Den Nachmittag verbrachten wir im Garten der Lodge, gemütlich am Pool mit einem Getränk und etwas zum Lesen.
      Für den Abend reservierte uns die Gastgeberin einen Tisch in Joe's Bierhaus, das bei Touristen und Einheimischen beliebte Restaurant. (www.joesbeerhouse.com)
      Das Taxi wurde gleich dazu bestellt und brachte uns zum Restaurant und holte uns anschließend auch wieder ab. Es war nicht nur optisch ein Erlebnis, auch kulinarisch! Die Bilder werden das wohl so nicht wiedergeben, aber die Eindrücke bleiben.
      Wir genehmigten uns auch nach dem Essen einen leckeren einheimischen Kaktusfeigenschnaps und zurück in der Lodge musste Renates Rotwein noch dran glauben 🤣. Denn es war unser letzter Abend in Namibia.
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    • Day 142

      Windhoek

      November 27, 2019 in Namibia ⋅ ☀️ 32 °C

      Die letzten 2 Nächten haben wir auf der Elisenheim Campsite kurz vor Windhoek verbracht. Wir haben die Tage genutzt um das Auto mal gründlich aufzuräumen, Wartungsarbeiten durchzuführen, unsere Kleidung und Schlafsäcke zu waschen und uns wieder an die "Zivilisation" zu gewöhnen.

      Da wir genügend Zeit haben, gönnen wir uns noch eine ausführliche Stadtführung mit Alex von Red Earth Safaris, bei der wir viele neue Infos über Stadt und Land erhalten. Sehr empfehlenswert! Im Anschluss darf der Besuch in Joe's Beerhouse natürlich nicht ausbleiben 😋.

      Am heutigen Abreisetag wollten wir eigentlich noch Souvenirs kaufen, doch heute sind auch Wahlen in Namibia und damit automatisch Feiertag! Shit happens!

      Also sind wir schon um 14.15 Uhr bei Manfred, um unseren Ranger in seine Obhut zu geben und uns von ihm zum Flughafen chauffieren zu lassen.

      So schnell sind also fast fünf Monate im südlichen Afrika vergangen. Viel zu schnell. Denn oft genug haben wir uns im üblichen Urlaubsmodus (weiter zum nächsten Highlight) befunden und uns nicht immer ausreichend viel Zeit an einzelnen Orten genommen. Andererseits hätten wir aber auch nicht soviel von diesen Ländern gesehen, wenn wir langsamer unterwegs gewesen wären. Wir haben jeden Tag genossen!

      So endet heute (vorerst) das Leben in kurzer Hose und T-Shirt und wir werden in graues und kaltes November Wetter nach Deutschland katapultiert.
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    • Day 51

      Windhoek

      February 6, 2020 in Namibia ⋅ ☀️ 27 °C

      By incident I manage to find an original Toyota alloy rim for my second spare tyre, for an unbeatable price, yeehaaaw! There are some workshops around with friendly, helpful, spontaneous people and great service. If you need your Toyota fixed in Windhoek, go to Auto Repairs Etzold! Otherwise there is not much to catch around here :-DRead more

    • Day 14

      Krumhuk

      March 9, 2020 in Namibia ⋅ ☀️ 28 °C

      Wir machen mit viel Geschichte und Natur weiter: Heute fuhren wir zu einer Farm, die sich seit 1898 in deutschem Familienbesitz befindet. Diese Farm, Krumhuk, liegt ca 20 km südlich von Windhoek in der Khomas Hochlandsavanne, ist 8000 ha groß und gibt, inkl. Kindern, 80 Personen ein Zuhause - und eine Arbeit. Die älteste Tochter (9) des Farmersohnes (der Farmersohn ist wie wir 33) führte uns über den Hof, der fast ein eigenes Dorf ist: es gibt eine Schmiede, eine Werkstadt, eine Metzgerei, eine Bäckerei, eine Molkerei, ein rießiges Gemüsezelt, eine Kapelle, einen Kräuter- und einen Kindergarten - neben etlichen Häusern der Bediensteten. Wir dürften mit der Familie und den Feriengästen zu Mittag essen und hatten ein langes Gespräch mit dem Farmerssohn. Er erzählte uns, dass sein Ururgroßvater seinerzeit die Farm gegründet hatte und dies ereignete sich in etwa so: er lebte zusammen mit seinen vier Brüdern in Deutschland auf einer Farm die seit Generationen in der Familie war, aber da es wohl nicht mehr ganz so gut lief und im Land eh gerade eine allgemeine Aufbruchsstimmung herrschte, ermutigte ihr Vater sie zur Ausreise. Ein Bruder ging nach Südafrika, einer in die USA, einer nach Peru - leider verwickelte er sich in Aufstände und kam dann ebenfalls nach Süfafrika und der Andere auch irgendwohin. Die beiden in Afrika arbeiteten bei einem Viehhändler, für den sie Rinder aus Namibia (damals Deutsch-Südwest-Afrika) durch die Kalahari nach Südafrika bringen sollten. Das machten sie genau 2 Mal, bis sie merkten, dass viele Rinder verendeten und es wenig Sinn machte, damit fortzufahren. Stattdessen beschlossen sie, sich mit den Rindern selbst etwas aufzubauen und blieben da. Nun war es aber so, dass das Land bereits durch die Herero besetzt war und sie entsprechend begannen mit ihnen zu handeln. Die Herero waren ganz wild nach Tabak und jeglichen Kosumgütern und so kauften sie und kauften, bis sie ihre Schulden am Ende nur mit Land und Rindern tilgen konnten. Die Deutschen (nicht unsere Farmer, aber ganz allgemein) sahen die Hereros wie Vieh. Sie schicken Köpfe nach Hause, damit nachgewiesen werden könne, dass sie dümmer waren, als die Weißen. Sie hielten sie wie Tiere, mißhandelten und versklavten sie. Es muss eine furchtbare Zeit gewesen sein. Kein Wunder, dass es 1904 zum Hereroaufstand gegen die deutschen Kolonialherren kam - auf den die Deutschen zum einen mit einer heftigen Brutalität anworteten, aber zum anderen auch, wie die beiden Brüder, mit Verständnislosigkeit und Verärgerung, hatten sie doch bislang ein gutes Verhältnis zueinander und laufend Handel betrieben. (Diese Information hatte der Farmerssohn aus den Tagebüchern seiner Vorfahren.) Was sie zu diesem Zeitpunkt nicht wussten: Die Herero führten eine Liste, welche Farmbesitzer nicht sofort umgebracht werden dürften, auf der auch die beiden Brüder standen. Das erfuhren sie aber erst sehr viel später. Sie traten also der Armee bei und nahmen viel Schuld durch ihre Taten auf sich: von ca 80.000 Herero überlebten nur 16.000! Auch heute ist es für den Farmerssohn schwierig damit umzugehen. Die Hereros sind inzwischen weitergezogen u leben (immer noch extrem traditionsbewusst) sehr viel nördlicher, die Schuld der Weißen bleibt und auf eine Entschuldigung warten die Herero vergeblich. Wobei sich 2004 die deutsche Entwicklungsministerin entschuldigt hatte, was hier allerdings nicht wirklich wahrgenommen wurde, da dies von hochrangigster Seite erwartet wird und da insbesondere geforderte Entschädigungszahlungen ausbleiben- aber auch hier muss angemerkt werden, dass Deutschland mit Hilfszahlungen von über 800 Millionen Euro seit 1990 der Größte europäische wenn nicht gar allgemein größter Subventionär ist - wenn auch nicht explizit für die Herero, was in diesem Fall vermutlich angebracht wäre. Unweigerlich stellt sich die Frage: Wieviel darf und wieviel muss Versöhnung kosten? Der Farmerssohn ist nach Generationen hier ebenso zuhause wie die Herero. Wieviel Schuld trägt er für die Taten seiner Urgroßväter? Kann, muss, sollte er sich schuldig fühlen? Entschuldigen? Gar finanziell entschädigen? Wie steht es um die Landfrage? Lange haben wir auch über den Geist der Zeit gesprochen. Ist der überhaupt greif- geschweige denn nachvollziehbar?
      Heute hat sich auf der Farm viel verändert. Der Farmer selbst, sah sich vor 20 Jahren gezwungen etwas zu ändern, um die Farm weiter am Leben erhalten zu können. Als eine der ersten Farmen in Namibia schlug er den Weg in eine nachhaltige und soziale Richtung ein. Fortan galt das Prinzip der biologischdynamischen Landwirtschaft und das Leben und Weitergeben von Bildungselementen sowie das soziale Zusammenleben auf Grundlage von Rudolf Steiner. Entsprechend gibt es zb nun einen Kindergarten und einen Schulbus für ALLE Kinder der Farm. Zur Zeit werden 16 Kinder jeden Tag nach Windhoek zur Waldorfschule gebracht und wieder abgeholt. Früher ging der Farmerssohn bereits für die Grundschule ins Internat nach Windhoek, wogegen seine Freunde, die Kinder der Farmarbeiter, die nächstgelegene, schlechte Grundschule besuchten, diese meist garnicht erst abschlossen und später im Alkoholismuss endeten. Es hat sich vieles zum Guten gewendet. Und bei all den offenen Fragen, sind wir einen Schritt weiter, die Vielfalt Namibias einzuordnen und zu verstehen....
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    • Day 61

      Windhoek

      March 13, 2022 in Namibia ⋅ ⛅ 24 °C

      Namibia: neues Land, neues Abenteuer.

      Wir sind gleich zwei Mal überrascht, als wir beim Landeanflug einerseits die nicht erwartete grüne Landschaft vorfinden und andererseits nirgends eine Stadt sehen können. Der Flughafen ist erstaunlich klein und fast eine Stunde ausserhalb von Windhoek mitten in Nirgendwo.

      Die ersten Tage in Windhoek nutzen wir um etwas herunterzufahren und unsere Reise durch Namibia zu planen. Von unserer Unterkunft aus ist das Stadtzentrum leicht zu Fuss erreichbar, was ideal für eine Erkundungstour ist. Der deutsche Einfluss hier ist allgegenwärtig und wird uns, nebst einer historischen Führung, sehr bewusst, als wir uns in einer Buchhandlung mit deutschen Büchern ausstatten.

      Ausserdem freuen wir uns über das Wiedersehen mit der Familie Blessing, die wir in Kapstadt kennenlernen durften. Beim Treffen mit den ausgewanderten Berger`s aus Frümsen kommen natürlich Heimatgefühle hoch und wir geniessen den Schweizer Abend. Wir sind sehr dankbar über die Einladungen und Gastfreundschaft die wir hier erleben durften.

      Unser richtiges Abenteuer in Namibia startet aber bei der Übernahme unseres Campers. Nach dem grossen Einkauf geht es endlich los und wir sind mit unserem Zuhause auf Rädern in Richtung Süden unterwegs.
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    • Day 151

      Windhoek - Willkommen in Namibia ❤️

      July 7, 2022 in Namibia ⋅ ☀️ 24 °C

      Am Morgen des 07.07.2022 kommen wir dann tatsächlich am Flughafen Hosea Kutako International Airport, ca. 40 km von Windhoek entfernt, an. Während wir uns total freuen, es endlich in die klare und noch angenehm kühle Luft des afrikanischen Landes geschafft zu haben, wartet schon das nächste Problem auf uns.
      Am Gepäckband kommt auch nach bereits ewigem, aber vergeblichem Warten nur noch mein Rucksack zur Abholung an 😖. Wir hatten damit gerechnet, dass die Campingsachen, die ja bereits einen Tag früher aus NYC ohne uns losgeflogen sind, nicht pünktlich ankommen würden, dass aber nun auch noch einer der beiden Rucksäcke unterwegs verloren geht, war nicht geplant. Und so stehen wir erst mal wieder in einer Schlange, um Zettel auszufüllen, den Inhalt der Gepäckstücke aufzulisten usw., um dann tot müde im Taxi zu unserer Unterkunft nach Windhoek zu sitzen.
      Wir kommen die nächste Tage in einer sehr geräumigen und schönen Wohnung mitten in der Stadt unter und freuen uns sehr über den Komfort. Tagsüber sind angenehme 25 Grad, in der Nacht kann es schon etwas frisch werden und bis zum Gefrierpunkt abkühlen. Wir sind aber sehr froh über diese „normalen“ und wieder menschenwürdigen Temperaturen 😅.

      Leider geht es Manu schon seit dem letzten Flug nicht so gut, auch ich merke die unglaubliche Müdigkeit und so gehe ich nur noch schnell ein paar Lebensmittel einkaufen und ansonsten ignorieren wir alle guten Ratschläge bezüglich des Jetlags und legen uns Mittags hin.
      Die nächsten zwei Tage passiert auch erstmal nicht viel, Manu geht es leider eher schlechter als besser, Fieber plus eine fette Erkältung (danke American Airlines 🖕🏽), wir versuchen täglich den Gepäckservice am Flughafen zu kontaktieren, schreiben online die Fluggesellschaften an, überlegen, wie es ohne Gepäck weiter gehen soll und schlafen zu völlig ungünstigen Tageszeiten, um dann die halbe Nacht wach zu liegen 🤣🙈.
      Der Versuch, in der kleinen Mall um die Ecke ein paar Jeans für Manu zu besorgen, scheitert schnell an der hier vorherrschenden Mode der skinny und super skinny Jeans 😅, da passen keine Fussballerwaden rein.

      Am Montag können wir morgens unseren Mietwagen abholen (ja, wir trauen uns noch mal 🤪🙈). Wir haben uns für einen kleinen PKW entschieden, da die Wagen mit Allradantrieb das doppelte kosten, die typischen hier vermieten Pickups mit Dachzelt alle schon ausgebucht (und ebenfalls sehr teuer) waren, wir (im
      Prinzip 😖) ja alles fürs Campen bereits aus den USA dabei haben, und die meisten Straßen, sprich Schotterpisten, auch gut ohne Allradantrieb befahrbar sind ✊🏻.
      Wir machen uns damit direkt auf den Weg zum Flughafen. Doch leider ist laut der dortigen Mitarbeiter nichts für uns angekommen, morgen soll aber eine weitere Maschine aus Doha landen. Also geht es unverrichteter Dinge wieder zurück in die Wohnung und während Manu sich weiter ausruht 😔, laufe ich ein wenig durch die Stadt und suche das Office von Qatar Airways. Das existiert aber nicht mehr und so klappere ich aber wenigstens die paar wenigen Sehenswürdigkeiten der Stadt ab.

      Aber zunächst ein paar Infos zur Geschichte Namibias und der nicht ganz so schönen Rolle der Deutschen.
      Die Kolonialisierung eines großen Teils des heutigen namibischen Staatsterritoriums begann Ende des 19. Jahrhunderts, als ein deutscher Unternehmer, ausgestattet mit staatlichen Garantien, dort Land erwarb. Inmitten des "Scramble for Africa" (etwa: Drängelei um Afrika) der europäischen Großmächte wollte auch das Deutsche Reich zur Kolonialmacht werden. Der Bremer Kaufmann Franz Adolf Lüderitz kaufte 1883 unter zweifelhaften Umständen Land im Südwesten des heutigen Namibia von den dort ansässigen Nama.
      Im August 1884 erklärte das Deutsche Kaiserreich dieses Gebiet zum "Schutzgebiet Deutsch-Südwestafrika" und taufte es „Lüderitzland“. Damit wurde es zur ersten deutschen Kolonie. Diese wurde in den Folgejahren erweitert und umfasste ab 1890 das gesamte Gebiet des heutigen Staates Namibia. Die Kolonialherren etablierten ein rassistisches System, in dem Deutsche die Oberschicht bildeten und die teils enteigneten Afrikanerinnen und Afrikaner als abhängige Arbeiterinnen und Arbeiter unterdrückt wurden. Bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 kamen 15.000 Siedler ins Land, darunter mehr als 12.000 Deutsche.
      Wiederholt erhoben sich in den Folgejahren die auf dem kolonialisierten Gebiet ansässigen Volksgruppen, darunter die Herero. Ihre Aufstände wurden gewaltsam niedergeschlagen. Im Januar 1904 nahmen bewaffnete Verbände der Herero erneut den militärischen Widerstand gegen die Kolonialmacht auf. Die deutschen Truppen reagierten mit extremer Härte und Brutalität. Nach der Schlacht am Waterberg flohen die Herero in die Omaheke-Halbwüste. Ihre deutschen Verfolger riegelten das Trockengebiet und die wenigen Wasserstellen ab. Auf den Befehl des Generalleutnants Lothar von Trotha hin, wurde auf alle, die zu fliehen versuchten, geschossen.
      Auch dem zunächst erfolgreichen Guerilla-Krieg der Nama, die sich dem Widerstand gegen die deutschen Kolonialtruppen angeschlossen hatten, setzte die Kolonialmacht eine Vernichtungsstrategie entgegen: Die Deutschen vergifteten Brunnen und zerstörten Nahrungsmittel. Die wenigen Überlebenden der Herero und Nama kamen in Internierungslager und wurden als Zwangsarbeiter eingesetzt. Schätzungen zufolge starben bis zu 80.000 Herero sowie mindestens 10.000 Nama. Historikerinnen und Historiker bewerten diesen Vernichtungskrieg heute mehrheitlich als ersten Genozid des 20. Jahrhunderts.

      Das Ende des Ersten Weltkrieges bedeutete auch das formale Ende des deutschen Kolonialreichs. Alle Kolonien gingen gemäß des Versailler Vertrags als Mandatsgebiete an den neu gegründeten Völkerbund, so auch Deutsch-Südwestafrika. Der Völkerbund übertrug 1921 das Mandat über Namibia an Südafrika, das Namibia wie eine fünfte Provinz verwaltete – inklusive seiner Homeland-Politik, die jeder Bevölkerungsgruppe ein festes Territorium zuteilte, und restriktiver Pass- und Arbeitsgesetze. In den 1950er Jahren etablierte Südafrika in seinen Provinzen das Apartheidsystem. Zu dieser Zeit formierte sich in Namibia der anti-koloniale Widerstand gegen Südafrika, der 1960 in die Gründung der Bewegung "South West African People's Organisation" (SWAPO, dt. Südwestafrikanische Volksorganisation) mündete. 1966 erkannten die Vereinten Nationen, als Nachfolger des Völkerbunds, Südafrika das Mandat über Namibia ab, was die südafrikanische Regierung jedoch ignorierte. Daraufhin nahm die SWAPO den militärischen Kampf auf.
      Zehn Jahre später, 1976, erkannte die UN-Vollversammlung die SWAPO als einzige legitime Vertretung des namibischen Volkes an. Doch erst mit Ende des Kalten Krieges und der schleichenden Erosion des Apartheid-Regimes in Südafrika wurde Namibias Selbstbestimmung Realität. Ende 1988 sagte Südafrika freie Wahlen für Namibia und damit die Freigabe des von ihm annektierten Gebietes zu. In internationalen Verträgen unter Beteiligung der UN und der SWAPO waren schon zuvor Grundsätze für Namibias zukünftige Verfassung festgeschrieben worden.

      Ende 1989 hielt Namibia die ersten allgemeinen und freien Wahlen ab, knapp 96 Prozent der Wahlberechtigten beteiligten sich. In der verfassungsgebenden Versammlung, die zum ersten Parlament wurde, errang die SWAPO 41 der insgesamt 72 Sitze, die konservative „Democratic Turnhall Alliance“ (DTA, dt.: Demokratische Turnhallenallianz). Letztere hatte zuvor als von Südafrika akzeptierte Interimsregierung fungiert.
      Am 21. März 1990 wurde Namibia mit der Deklaration der ausgearbeiteten Verfassung schließlich unabhängig. SWAPO-Chef Sam Nujoma wurde als erster namibischer Präsident vereidigt. Seitdem ist das Land eine parlamentarische Präsidialdemokratie mit dem Parlament als Legislative und einem mit weitreichenden exekutiven Befugnissen ausgestatteten Präsidenten als Staatsoberhaupt. In der zweiten Kammer des Parlaments sitzen je drei Abgeordnete aus den 14 Regionen des Landes. Namibias Demokratie gilt als stabil, doch es mangelt an einer starken Opposition. Auch Abspaltungen der SWAPO konnten selten mehr als 10 Prozent der Stimmen erreichen.
      Zuletzt wählten die Namibierinnen und Namibier im November 2019 Parlament und Präsident. Hatte die SWAPO noch fünf Jahre zuvor mit 80 Prozent ihr bis dahin bestes Ergebnis erreicht, musste sie bei der letzten Wahl deutliche Verluste hinnehmen und verlor erstmals seit 1994 ihre Zweidrittelmehrheit. Als Grund galten insbesondere Korruptionsvorwürfe und eine instabile Wirtschaftslage mit hoher Arbeitslosigkeit. Hage Geingob, seit 2015 Präsident, konnte nur mit knappem Wahlerfolg eine zweite Amtszeit antreten.

      Eine der größten Herausforderungen für Namibia stellt nach wie vor die Umverteilung des seit der Kolonialzeit in wenigen Händen konzentrierten Landbesitzes dar. 30 Jahre nach der Unabhängigkeit und mehr als 100 Jahre nach der deutschen Kolonialherrschaft beschäftigen Fragen nach Entschädigungen für vergangenes Unrecht viele Namibierinnen und Namibier. Auch die Verhandlungen zwischen Deutschland und Namibia über den Genozid an den Herero und Nama sind weiterhin kompliziert, insbesondere angesichts der Forderung nach Reparationszahlungen, die die Bundesregierung ablehnt.

      Nun aber zu Windhoek: die Stadt ist mit knapp 450.000 Einwohnern die Hauptstadt und größte Stadt Namibias und liegt auf rund 1.700 Metern über dem Meeresspiegel und fast genau im geografischen Zentrum des Landes.

      Zuerst gehe ich zur deutschsprachigen, evangelisch-lutherischen Kirche, die dann doch recht klein daher kommt, zumindest im Vergleich zu unseren Kirchen.
      Aber sie steht schön, etwas erhöht und inmitten eines kleinen und wenig befahrenen Kreisverkehrs, mit Blick auf die Stadt.
      Gleich schräg dahinter befindet sich das Parlamentsgebäude von Windhoek, auch bekannt als Tintenpalast, als Anspielung auf den großen, unnützen Tintenverbrauch der Arbeiter 🤣. Er wurde vom deutschen Architekten Gottlieb Redecker entworfen und von der Firma Sander & Kock zwischen 1912 und 1913 aus regionalen Materialien als Verwaltungsgebäude für die deutsche Regierung errichtet. Bei dem Bauprojekt wurden Zwangsarbeiter von Herero und Nama eingesetzt, die, nachdem sie den Völkermord an den Herero und Namaqua überlebt hatten, in Konzentrationslager gebracht worden waren.
      Das Gebäude ist äußerlich nicht sonderlich spektakulär oder hübsch anzusehen, davor befinden sich aber noch die schönen Parlamentsgärten, die auch gerne von den Einheimischen zum Entspannen genutzt werden. Als ich da bin, ist er leider für Mäharbeiten abgesperrt und so schlendere ich weiter. Es geht noch vorbei am Unabhängigkeits-Gedenkmuseum und am High Court of Namibia, wo sich gerade zwei sehr glückliche Jura-Absolventen ablichten lassen 🥰.

      Am Dienstag geht es Manu schon deutlich besser und wir fahren am Morgen als erstes noch einmal zum Flughafen. Und diesmal haben wir etwas mehr Glück, Manus Rucksack ist da 🥳🥳🥳. Von unserem grünen Paket mit den Campingsachen ist zwar immer noch keine Spur zu sehen, aber immerhin können wir uns beide jetzt wieder ordentlich kleiden 😏. Die wirklich nette und sehr hilfsbereite Dame am Flughafen verspricht uns, die Augen nach dem grünen Paket offen zu halten und uns dann gleich anzurufen, sollte es auftauchen.
      Zurück in der Stadt, planen wir nun, morgen endlich loszufahren und eben erst einmal in Hotels/Lodges/B+B unterzukommen. Zum Glück finden sich in den etwas größeren Ortschaften auch preisgünstige Alternativen, die nicht mehr als ein Campingplatz kosten. Natürlich ist es ein bisschen weniger Abenteuer und keine Einsamkeit unter dem Sternenhimmel, aber besser als nichts.
      Am Mittwochmorgen gehen wir daher noch einmal in den Supermarkt und decken uns mit ein paar Kleinigkeiten ein.
      Hier gibt es richtig leckeres deutsches Brot 🤩🤩, man kann seine 5 Liter Wasserkanister für ca. 25 Cent pro Liter nachfüllen 👍🏽👍🏽, frische Milch ebenso und die Preise für Obst, Gemüse und eigentlich fast alles, bis auf Käse sind endlich wieder auf einem für uns normalen bis günstigen Niveau 🥳,

      Und dann geht es los - noch mit einem kurzen Stopp am National Heroes‘ Acre, dem offiziellen Kriegsdenkmal Namibias ein kleines Stück außerhalb von Windhoek.
      Die „Heroes Acre“ wurde von einem nordkoreanischen Staatsunternehmen in nur 13 Monaten gebaut. Es ist das offizielle Kriegerdenkmal Namibias und dient laut einer offiziellen Beschreibung der „Wahrung des Patriotismus und Nationalbewusstseins und der Weitergabe des Erbes an künftige Generationen Namibias“.
      Die Anlage basiert auf einem symmetrischen Polygon, mit einem großen Platz und einer Publikumstribüne mit 5.000 Sitzplätzen, einer Tribüne für Ehrengäste, dahinter die ewige Flamme. Eine Reihe von Treppen links und rechts führen bergauf zu den 174 Gräbern und dem Obelisken an der Spitze. Nur Personen, die offiziell zu Nationalhelden erklärt werden, erhalten eine Grabstätte und ein Staatsbegräbnis auf dem Heldenacker. Ein Ausnahmefall war die Umbettung des deutschsprachigen Namibiers Anton Lubowski, Rechtsanwalt und prominentes Mitglied der SWAPO-Partei in Namibia vor der Unabhängigkeit. Lubowski wurde im September 1989 vor seinem Haus mit Schüssen ermordet. Der Mord ist noch immer ungeklärt. Nach Rücksprache mit seiner Familie wurde Lubowski 2015 von Präsident Hage Geingob posthum zum Nationalhelden erklärt. Seine irdischen Überreste wurden im Rahmen eines Staatsakts vom Friedhof der Gemeinde Pionierspark auf den Heldenacker überführt.
      Es gibt eine hohe, halbkreisförmige Wand mit Metallskulpturen, die verschiedene Stadien des namibischen Befreiungskampfes darstellen. Vor dem Obelisken in der Mitte steht eine acht Meter hohe Statue des „unbekannten Soldaten“, dessen Gesicht dem des Gründungspräsidenten Sam Nujoma unverkennbar ähnelt.

      Nach einer guten Stunde hier, verabschieden wir uns aus Windhoek und sind gespannt, was uns in Namibia noch erwartet.
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    You might also know this place by the following names:

    Khomas, إقليم خوماس, Кхомас, Khomasi ringkond, खोमास प्रदेश, Regione di Khomas, ホマス州, 호마스 주, Chomaso regionas, صوبہ خوماس, Regiunea Khomas, Mkoa wa Khomas, خوماس علاقہ, 霍馬斯區

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