• Carola R
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Europa2024

Uma 453aventura de um dia na Carola Leia mais
  • Birsta & Borgsjö - viel Abenteuer...

    7 de novembro de 2025, Suécia ⋅ ☁️ 6 °C

    Nach einer ruhigen, einsamen Nacht wache ich ziemlich früh auf. Grund dafür ist das Auto, das mit laufendem Motor auf dem Weg steht. Ein Mann steigt aus und sieht kritisch zu mir herüber. Aber er kommt nicht näher und fährt, nachdem er einen Hänger vom Gelände der Segelschule gegenüber geholt hat, wieder weg. Mir ist es egal, ich versuche erfolglos, online auf die Buchungsseite des Stellplatzes zuzugreifen, beeile mich dann aber doch mit dem wegfahren.
    Gestern Abend hatte ich beschlossen, nochmal nach Birsta zu fahren, um mir eine schwedische SIM-Karte zu kaufen. Beim Telia-Shop klappt das recht schnell, ist allerdings teurer als geplant. Dafür habe ich jetzt für einen Monat unbegrenztes Datenvolumen. Ein bißchen bummel ich noch durch das Einlaufszentrum (dieses Jahr sind schienbar Klamotten mit viel Straß und Pailletten modern). Bevor es weiter nach Westen, Richtung Östersund geht, fülle ich noch Lebensmittel, Diesel und ein paar Kilometer weiter auch Gas auf. Viel Gas habe ich zwar bisher nicht verbraucht, aber da es hier nicht so viele Gastanken gibt, muß ich die Chance nutzen. Ein Glück gibt's eine recht gute Ausschilderung, denn so versteckt zwischen Küste und Wald käme man sonst nicht auf die Idee, daß man ausgerechnet hier LPG bekommt. Im Übrigen hat der Camper dringend eine Wäsche nötig. Bei den Witterungsverhältnissen nutzt das zwar nicht wirklich viel, aber der Dreck ist inzwischen zu schlimm - ich kann keinen Türgriff anfassen, ohne schwarze Finger zu bekommen; die Gurte vom Gastank lassen sich vor lauter Sand kaum noch öffnen. "GoWash" ist eine Kette von Selbstwasch-Anlagen, die sehr oft einen LKW-Waschplatz haben. 20€ später ist der Camper zwar nicht komplett sauber, aber wieder als "weiß" erkennbar. Dann endlich geht's weiter: ein Stück die E4, dann weiter auf der E14.

    Auf dem Campingplatz in Borgsjö komme ich erst spät am Nachmittag an. Es ist schon dunkel und da die Bewertungen recht durchwachsen waren, will ich erst eine Runde über den Platz drehen, bevor ich mich im Restaurant der Raststätte, wo auch die Rezeption sein soll, anmelde. Daß das ein Fehler ist, merke ich 10 Minuten später... Auf dem schmalen Weg zwischen den Camping-Hütten will ich nicht drehen und entscheide mich, um die Hütten herum über die Wiese zu fahren. 8m vor dem Weg muß ich etwas den Lenker einschlagen und im selben Moment sitze ich auch schon fest. Der Boden ist ein eklig, schwerer, aber durchweichter Lehmboden, der sich sofort in sämtlichen Profilrillen festsetzt und die Reifen in Slicks verwandelt. Ich versuche es mit den Anfahrhilfen, aber auch das nutzt nichts. Nach ein paar Versuchen kommt jemand aus dem einzigen Wohnwagen. Johann (wie ich später lerne) ist eigentlich LKW-Fahrer aus Östersund, wohnt hier "erstmal permanent" (was auch immer das genau bedeutet), ist etwas speziell, aber sehr hilfsbereit. Er versucht, mich mit seinem Volvo herauszuziehen, aber das Auto ist zu schwach. Es hilft nichts: von der Abendgesellschaft im Restaurant (die mir auch noch erzählen, daß der Platz geschlossen ist) und der Tankstelle (die behauptet, der Platz sei offen) ist keine Hilfe zu bekommen: also aktiviere ich den Schutzbrief. Es dauert, ich werde von der Rückversicherung mehrfach angerufen, um "für die Bergung absolut notwendige Fragen" wie die nach der Dauer meines Urlaubes oder des genauen Monats der Erstzulassung zu beantworten, aber nach knapp 3 Stunden kommt der Abschlepper und zieht mich sehr umsichtig heraus. Die beiden Männer vom Abschleppdienst warten sogar, bis ich ein paar Meter auf den Parkplatz gefahren bin, um zu sehen, ob die Kupplung nur stinkt oder doch einen Schaden davongetragen hat. Es sieht gut aus.

    Die Wartezeit hatte ich übrigens gut genutzt: Johann hatte mir dankenswerterweise den Türcode für das Service-Haus gegeben. Kurze Besichtigung zeigt: Eine heiße Dusche ist gesichert und sogar Wäsche waschen ist möglich. Außerdem hatte ich gesehen, daß eine der großen Parkbuchten, aus denen der Rastplatz besteht, ziemlich dicht an die hintere Campinghütte heranreicht. Das ist in mehrfacher Hinsicht praktisch: ich bin außer Sichtweise von Tankstelle und Restaurant, stehe auf festem Grund und mein Stromkabel reicht an die Außensteckdose der Hütte. Ich bin einfach mal so frech und habe somit alles, was ich brauche: Strom, Toilette, Dusche, einen stabilen und sicheren Stellplatz. Was will man mehr. Trotzdem war es ein Abenteuer, das ich nicht unbedingt wiederholen muß. Und es zeigt mir noch etwas: Die Reifen gelten zwar als "echte" Winterreifen, haben das Schneeflocken-Symbol, sind aber nicht wirklich gut. Begeistert war ich von Anfang an nicht (ich hätte gerne wieder All Terrain-Reifen gehabt), aber es waren die einzigen, die ich im Sommer in Uelzen schnell genug bekommen konnte. Schon in Finnland hatte ich einmal Probleme auf regennasser, bitumen-geflickter Strasse und jetzt das hier. Ich glaube, meinen Ausflug Richtung Flatruet trotz Schnee-Vorhersage sollte ich mir sehr gut überlegen....

    Erstmal bin ich froh, daß alles gut verlaufen ist. Den Matsch habe ich zwar gefühlt überall - obwohl ich mir zwischendurch die Regensachen angezogen habe, um einigermaßen geschützt zu sein - aber das sehe ich mir morgen in Ruhe an. Ich mache mir noch schnell eine Erbsensuppe zum Abendessen, wärme mich unter der Dusche auf und schlafe bald ein.
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  • Putzen, Putzen, Putzen...und die Wäsche

    8 de novembro de 2025, Suécia ⋅ ☁️ 7 °C

    Nach dem "kleinen Abenteuer" gestern bin ich lange nicht eingeschlafen, hatte dann aber eine ruhige Nacht. Auf dem eigenartig unterteilten Parkplatz der Raststätte an der E14 standen nur 2 LKW und zum Glück beide ohne Kühlaggregat. Der 2. Camper auf dem Platz (selbst ausgebauter Kastenwagen mit Firmen-Aufdruck) hat zwarndi Standheizung an, aber das ist nur eine leises, gleichmäßig Brummen.

    Heute muss ich mich darum kümmern, die "Schäden" von gestern zu beseitigen und den Matsch von allem abzuwaschen. Da es schwerer Lehmboden, versetzt mit Steinen, Gras und Wurzelwerk ist, würde ich Hammer und Meißel brauchen, wenn alles erstmal trocken ist.

    Einen gemütlichen Kaffee gönne ich mir noch, ein paar Fotos vom Platz auch - dann starte ich meine Putz-Orgie. Erstaunlicherweise ist es mir besser als gedacht gelungen, den Matsch aus dem "Wohnbereich" rauszuhalten. Aus dem Service-Haus hole ich mir heißes Wasser, dann seife ich das gesamte Fahrerhaus ab. Anschließend die Schuhe. Gute Gelegenheit, alles gleich mal aufzuräumen und zu sortieren. Das Wetter hält sich ausnahmsweise an den Wetterbericht - sehr praktisch, denn so kann ich bei offenen Türen arbeiten und alles trocknen lassen. Pflege (Teflon-Spray für die beweglichen Teile, Silikon-Mittel für die Gummileisten, Birkenpech-Fett für die Schuhe) ist der nächste Schritt.
    Zum Schluß mache ich mich daran, die gefühlt 10kg Matsch aus den Zwischenräumen der Anfahr-Hilfen zu entfernen. Es geht, braucht aber Zeit und 30l heißes Wasser. Am Nachmittag bin ich endlich fertig. Einiges mußte ich mehrfach putzen - der Schlamm ist sehr hartnäckig und verteilt sich schnell überall. Aber zum Schluß sind sogar die Regensachen, die ich als "Schutzanzug" benutzt hatte, wieder (fast) komplett sauber.

    Abends nutze ich dann die Waschmaschine. Es ist zwar "nur" eine normale Haushaltsmaschine -dementsprechend lange dauern die Waschprogramme- aber der Trockenschrank zusätzlich zum konventionellen Trockner tut gute Dienste und die Wärme in der Waschküche hilft, auch Handschuhe, Gummistiefel usw. trocken zu bekommen.

    Alles in Allem ging es ganz gut, für detaillierte Fotos hatte ich aber trotzdem keinen Nerv. Morgen werde ich auf jeden Fall noch hierbleiben - ich muß mal wieder am Rechner arbeiten und ein paar Bewerbungen wären auch nicht schlecht. Wie es dann weitergeht, hängt vom Wetterbericht ab... Gerne würde ich mal auf dem Flatruet übernachten - gerne auch in Schnee. Aber mit diesen Reifen....? Den "Ort" hier will ich mir auch noch ansehen.
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  • Hembygsgård und Naturum

    9 de novembro de 2025, Suécia ⋅ ☁️ 4 °C

    Die Nacht war wieder erstaunlich ruhig. Da heute Nachmittag das Wetter umschlagen soll (es ist mal wieder Regen angesagt), laufe ich am Vormittag zum "Hembygsgården" von Borgsjö. Er soll geöffnet sein, aber wie so oft heißt "geöffnet", daß man das Gelände betreten kann, aber sonst nichts weiter offen ist. Trotzdem ist das Gelände mit den alten Gebäuden, die aus verschiedenen Orten hierher transportiert und wieder aufgebaut wurden, sehr interessant.
    Ich erfahre sogar, dass man das ganze Gelände für eigene Veranstaltungen oder auch nur für Familientreffen mieten kann. Durch den Wald wandere ich zum Slöjdmuseum (das leider wirklich geschlossen ist) zurück zum Platz.

    Bei meiner Wanderung folge ich teilweise dem Olafsweg - ein Pilgerpfad, der von Sundsvall in Schweden bis nach Trondheim in Norwegen verläuft.
    https://pilger-im-norden.de/st-olavsweg/

    Die heutige E14 folgt diesem alten Pfad. Hier bei Borgsjö schlängelt sich durch die Natur - ein schmaler Trampelpfad, oft kaum mehr als eine Tierspur. Es macht Spaß, so unterwegs zu sein. Erinnerungen an den "Camino" in Spanien werden wach. Auch ihm bin ich nur ein paar Kilometer gefolgt und es war trotzdem eine sehr schöne Erfahrung. Vielleicht sollte ich doch mal einen Pilger-Urlaub machen?!?

    Bevor ich es mir im Camper gemütlich mache, sehe ich im "Naturum" vorbei. Das ist eine Vereinigung, die in Schweden verschiedene "Natur-Lernzentren" betreibt. Gut - "Zentren" ist vielleicht etwas übertrieben, aber es ist ein kleiner Ausstellungsraum, der didaktisch sehr gut über die schwedische Natur hier im Norden informiert. Die Ausstellung ist kostenlos und ich unterhalte mich angeregt mit der Angestellten. Über den Campingplatz hat sie auch wenig Informationen, kann mir aber immerhin sagen, daß die Besitzer des Campingplatzes und des Restaurants identisch sind und meist zu den angeschlagenen Öffnugszeiten (unter der Woche 11-14:00 Uhr) vor Ort sind. Für die Abendgesellschaft vorgestern hat sie auch eine Erklärung: das Restaurant wird teilweise unabhängig davon vermietet - dann sind oft Caterer verantwortlich. So klärt sich Vieles.... Was die Weiterfahrt angeht bin ich aber immer noch unentschlossen: einerseits möchte ich gerne noch etwas Ruhe haben (und dafür ist der Platz ganz gut geeignet), andererseits sollte ich mich auf den Weg machen, wenn ich bei halbwegs gescheitem Wetter noch über's Flatruet fahren will...
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  • ♫ ♪ ♫ ♪ ♫ Über den Wolken... ♪ ♫ ♪ ♫ ♪

    11 de novembro de 2025, Suécia ⋅ ☁️ 4 °C

    Nach 4 Nächten verlasse ich endlich Borgsjöbyn. Auf dem Parkplatz (auf dem in der letzten Nacht tatsächlich mal mehr als 2 LKW standen) stand es sich eigentlich ganz gut. Zugang zum Service-Haus hatte ich Dank Dauercamper Johann ja (also bin ich jetzt sauber und meine Wäsche auch) und mein Stromkabel hat auch niemand bemerkt. Also war es im Camper einigermaßen warm - die volle Leistung vom Heizlüfter abzurufen hatte ich mich nicht getraut, weil ich nicht prüfen konnte, wie hoch die Steckdose an der Campinghütte abgesichert ist. Aber es war auszuhalten.
    Johann sehe ich heute früh nicht - in seinem Wohnwagen ist alles ruhig und dunkel. Schade - ich hätte mich gerne noch persöhnlich verabschiedet. Aber ich lasse ihm das zusätzlich gekaufte (und für meinen Camper ohnehin zu schwache) Abschlepp-Seil als Dankeschön da.

    Los geht's Richtung Härjedalen... mit einem Stopp in Ånge beim ICA. Die Landstraße 315 läßt sich gut fahren - sie schlängelt sich durch Wälder, an Seen vorbei. Manchmal gibt sie den Blick auf kleine Gehöfte frei, die wie "zufällig im Wals vergessen" wirken. Ich lasse mir Zeit und fahre nicht schnell. Beim Dorf Kölsillre sehe ich aus dem Augenwinkel einen Rastplatz. "Der sah aber nett aus..." denke ich mir und Zeit für ein zweites Frühstück ist auch. Also drehe ich kurzentschlossen um, fahre zurück und stelle mich direkt ans Ufer des Ljungan-Sees. Der Platz ist wirklich nett gemacht - den merke ich mir mal für eine Übernachtung. Es gibt sogar ein sehr sauberes "Utedass" (Plumsklo) - mit Bildern von Carl-Philipp und Sofia aus der königlichen Familie... Humor muß sein.

    Nach einem Kaffee und einem Wienerbröd (Plunderstück) fahre ich weiter. In Vemdalen tanke ich noch, dann geht's in die Weite vom "Härliga Härjedalen" (O-Ton Touristenwerbung).

    Kurz hinter Vemdalen liegt der kleine Flugplatz Hedlanda. Er ist wirklich klein (Start-/Landebahn ist gerade mal 1200m lang und 35m breit) und im Moment auch saisonbedingt geschlossen, aber der Stellplatz nebendran ist in Betrieb. Im "Abfertigungs-Restaurant-Toiletten-Alles Mögliche"-Gebäude ist noch jemand vor Ort und dort bezahle ich die Übernachtungsgebühr. Sonst geht das nur per Swish - oder per Bargeld im Briefkasten.
    Mir kommt Reinhard Mey's Lied "Über den Wolken" in den Sinn, während ich über das Flugfeld laufe und ein paar Fotos mache. Er ist wirklich im Niemandsland... Was für eine Weite!!! Hier gibt's kein Radar - mal sehen, ob ich morgen die Drohne starten kann.... Im Gras nebenan sehe ich viele Elchköttel - ein Elch auf der Startbahn wäre doch mal ein prima Foto...

    Irgendwie hat der Platz was, auch wenn die kombinierte Dusche/Toilette weder sehr neu noch sehr sauber ist. Aber es ist ausreichend und das Wasser ist heiß. Landstrom ist mit 10A abgesichert - für Wärme ist also auch gesorgt.

    Ich lasse die Ruhe und Weite der Landschaft auf mich wirken und mache es mir, als es dunkel wird, im Camper bei einer Tasse Tee bequem. Draußen ist etwas wärmer als gestern und trockener - aber auch windiger. Irgendwie verrückt - wir haben Mitte November und hier sind deutliche Plusgrade. Aber das soll sich spätestens am Wochenende ändern. Für's erste ist es mir egal - drinnen ist es "mysig" (gemütlich), wie der Schwede sagt. Abends ist wieder Schwedisch-Online-Kurs - danach gibt's Abendessen.
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  • Funäsdalen

    13 de novembro de 2025, Suécia ⋅ ☁️ -1 °C

    Gestern war mal wieder so ein Tag zum vergessen...nur grau und trüb, etwas Regen. Ich bin praktisch nicht in Gang gekommen und viel gemacht habe ich auch nicht.
    Umso besser geht's mir heute. Heute früh lugt doch glatt endlich wieder die Sonne über den Horizont. Das gibt doch mal einen richtigen Schub. Ich stehe schon vor 8:00 Uhr auf und bereite langsam meine Abfahrt vor. Ein paar Fotos müssen zwischendrin auch sein. Es ist knackig kalt, hat aber nur ein wenig gefroren. Mal sehen, wie der Camper nachher anspringt. Außerdem muß ich jetzt wohl endgültig das Wasser ablassen, denn in den nächsten Tagen soll Dauerfrost kommen. Aber mit Sonnenschein kann man auch das ganz gut aushalten.
    Um kurz nach 10:00 Uhr geht's los Richtung Funäsdalen. Bish dahin will ich auf jeden Fall - ob ich dann noch zum Flatruet abbiege, werde ich sehen. Die Landstraße 84 führt am Ljusnan entlang. Meist verläuft die Straße zwischen den Bäumen, aber hin und wieder kann man auf's Wasser sehen. Ein wundervoller Blick. Kurz vor Funäsdalen halte ich an einem Abzweig an (hier wird eine neue Blockhütte gebaut), hole meine Drohne heraus und laufe ein Stück die Straße zurück. Hier habe ich einen wunderbaren Blick auf kleine "Seen", die zum Ljusnan gehören. Leider passe ich einen Moment nicht auf und trete mit beiden Füßen in eine überschwemmte Fahrspur. Es ist saukalt!!! Naja - das muß ich jetzt mal aushalten - erstmal lasse ich die Drohne fliegen und mache ein paar schöne Aufnahmen. Das Wetter ist zu schön, um sich mit solchen "Kleinigkeiten" aufzuhalten. Bevor ich weiterfahre wird es dann aber doch Zeit für "Füße trockenlegen" und frische, warme Socken. Immerhin sind ja 2 Grad Plus - einfrieren tun die Füße also nicht.
    In Funäsdalen entscheide ich mich dann gegen das Flatruet. Die Straße ist zwar offen und vermutlich würde ich es schaffen, aber der Camper riecht nach dem Fahren immer noch etwas nach Kupplung und über die Reifen schreibe ich besser nichts mehr... Da bin ich jetzt einfach mal ein bißchen feige. Einkaufen bei Jillies und beim ICA, ein kleiner Spaziergang durch den Ort und ein paar Frühlingsrollen im Café, dann fahre ich wieder zurück.
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  • Byvallen an der E45

    13 de novembro de 2025, Suécia ⋅ 🌙 0 °C

    Eigentlich wollte ich wieder in Linsell übernachten - der Platz ist jetzt zwar nicht soooo schön, aber es gibt dort eine Dusche und die nassen Socken können auch für ein paar Minuten in den Trockner. Leider ist der Platz doch kein Ganzjahresplatz. Das Servicehaus ist seit Anfang Oktober abgeschlossen und ein älteres Ehepaar, das irgendwas im Gemeindehaus zu tun hatte, macht mir unmißverständlich klar, dass ich auch nicht ohne Service dort stehen bleiben kann. Vielleicht hätte ich ja doch vorhin wieder zum Flugplatz abbiegen sollen? Aber jetzt ist es zu spät - 60km fahre ich bestimmt nicht zurück und außerdem wird es langsam dämmrig.
    Also muss ich weiter. In Sveg suche ich zuerst nach dem "alten" Campingplatz, der zwar seit 2 Jahren keine Bewertungen mehr hat und davor nur schlechte, aber billig ist. Er existiert scheinbar nicht mehr. Also weiter zu Stellplatz - etwas außerhalb - in Byvallen. Völlig klein und unbekannt, aber bequem an der E45. Auch der ist jetzt nicht wirklich schön, aber ich habe dort Strom. Später stelle ich fest, daß es dort fast kein Umgebungslicht gibt und somit einen wunderschönen, nahezu unverfälschten Blick auf den Sternenhimmel. Das hat doch mal was - ein super Abschluß eines sehr schönen Tages. Ich werde hin und wieder mal rausgehen, um zu sehen, ob es vielleicht doch noch Polarlichter gibt (auch wenn die Vorhersage das eher nicht vermuten läßt).
    Bevor ich es mir aber so richtig gemütlich machen und essen kochen kann, muß ich mich um das Wasser in den Leitungen kümmern. Ab jetzt soll es Dauerfrost geben. Die Leitungen sind zwar etwas isoliert, aber ich habe keine Ahnung, wie gut. Auch der Boiler ist "eigentlich" mit ziemlich viel Minaralwolle umwickelt. Aber auch hier weiß ich nicht, was diese Isolierung aushällt. Das heißt zwar, daß ich ab sofort "aus dem Wasserkanister" leben muß und das Leben im Camper dadurch natürlich etwas unbequemer wird, aber bevor ich einen Frostschaden habe, die Leitungen oder Ventile platzen und sich das Wasser im Camper verteilt, lasse ich das Wasser lieber ab und blase die Leitungen aus. Jetzt sollte nichts mehr passieren. Danach mache ich mich ans Kochen. Nach so einem schönen Tag soll es auch ein schönes Essen sein: ich habe noch Pilze - die hervorragend zu den Rentier-Burgern passen, die ich bei Jillie gekauft habe. War das lecker!!! Den weiteren Abend verbringe ich dann noch am Rechner mit den Bildern und den Filmen, die ich heute gemacht habe.
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  • Sveg

    14 de novembro de 2025, Suécia ⋅ ☀️ -1 °C

    Die Nacht war erstaunlich ruhig - wenn man bedenkt, dass der Stellplatz praktisch direkt an der E45 (dem "Inlandsvägen") liegt.
    Die Sonne kommt schon langsam über den Horizont - heute soll es richtig schön werden. Das muss ausgenutzt werden... Kaffee trinken, mich fertig machen, den Camper auslüften - es braucht so seine Zeit, bis die morgendliche Routine durchlaufen ist. Alles, was mit Wasser zu tun hat, dauert im Moment etwas länger und ist umständlicher, weil ich seit dem Frost "nur" aus dem Kanister lebe. Aber natürlich geht auch das.
    Gegen 10:00 Uhr laufe ich los. Bis hinein nach Sveg sind es knapp 6km, aber ich bin zu faul, das Fahrrad abzuladen und so laufe ich los. Einen Teil muss ich an der Straße langlaufen, dann kann ich in.den Wald abbiegen und zum Teil den Schienen der (stillgelegten) Inlandsbahn folgen.
    Sveg ist weder groß noch richtig schön. Aber er hat eine gewisse Bedeutung. Es ist der Hauptort der Gemeinde Härjedalen. Der Ort liegt an der Kreuzung von Inlandsvägen (der E45) und Riksväg 84, an der Inlandsbahn und am Fluss Ljusnan.
    Sveg ist seit den 1270er Jahren als "Thingplatz" bekannt. Ursprung des Namens könnte eine Biegung des Flusses Ljusnan in Sveg sein (isländisch sveigr, Biegung). Bis Ende des 19. Jahrhunderts war Sveg vor allem ein kirchliches Zentrum und ein Zentrum der Gerichtsbarkeit. Durch die Ansiedlung großer Holzfirmen und durch den Anschluss an die Eisenbahn nach Orsa, Brunflo und Hede wurde Sveg zum Hauptort der umgebenden Gebiete. Das Markenzeichen ist der überdimensionale Holzbär - der größte der Welt - an der zentralen Kreuzung der Stadt. Dort ist auch am meisten los, denn 2 Tankstellen und 2 Supermärkte sind auch dort angesiedelt. In die Kirche kann ich aufgrund eines Gottesdienstes nicht hinein. Ein kurzer Spaziergang durch die angrenzenden Straßen, ein kurzer Einkauf, dann laufe ich wieder zurück.

    Vor dem Abendessen (heute gibt's Süßkartoffeln-Pfanne mit Speck und Gemüse - das Ganze dann noch mit Mozzarella überbacken) will ich noch duschen. Der Platz ist eigentlich zu exponiert und kalt ist es auch, aber es muss sein. Mir kommt zu Gute, daß es um kurz nach 16:00 Uhr schon nahezu dunkel ist und hier niemand damit rechnet, dass bei diesen Temperaturen eine Touristin draußen duscht. Trotz Kälte tut es nach der Wanderung gut, so erfrischt und sauber zu sein.
    Nach insgesamt rund 12km Laufen schmeckt das Essen nochmal so gut und etwas Schokolade zum Nachtisch darf sein 😜

    Draußen ist es wieder absolut klar und die Sterne funkeln - auch ohne Polarlicht. Und es wird wieder kalt - der Heizlüfter kommt kaum dagegen an. Die Standheizung zickt mal wieder etwas, aber beim 2. Versuch läuft sie und versorgt mich mit einer gewissen "Grundwärme". Somit steht einem gemütlichen Abend nichts mehr im Weg. Morgen werde ich weiter Richtung Küste fahren.
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  • In die "Wärme"...😉

    16 de novembro de 2025, Suécia ⋅ ☁️ 3 °C

    Die letzte Nacht in Sveg war wieder sehr klar und kalt. Aber trocken. Einerseits hätte ich ja Lust, noch einmal "so richtig" in den Winter zu fahren. Aber ich muss mir eingestehen, dass das so, wie der Camper im Moment dasteht, keine gute Idee ist. Die Heizung läuft zwar, zickt aber beim ersten Startversuch und blinkt "Überhitzungsfehler". Die Wohnraum-Batterie zeigt an, dass sie nur 3-4°C hat, was bedeutet, dass sie eigentlich nicht geladen wird. Beim Fahren passiert das scheinbar doch, aber wer weiß, was so ein Temperatur-Sensor alles auslösen kann. Mal abgesehen davon, dass die Sonne zum Laden um diese Jahreszeit nicht ausreichen würde. Ob die Kupplung nicht doch etwas abbekommen hat, weiß ich immer noch nicht - etwas riecht sie immer noch, wenn ich aussteige. Und von den Reifen möchte ich gar nicht reden.

    Also habe ich mich auf den Weg "in die Wärme" - sprich in Richtung Küste - gemacht. Rund 120km sind es bis Ljusdal - immer den "Riksväg 84" und teilweise sogar am Ljusnan entlang. Es ist ein ruhiges Fahren - die Straße ist frei und es ist relativ warm. So rollen die Kilometer dahin.

    In Ljusdal sind 2 Plätze für Wohnmobile reserviert - als Teil eines Parkplatzes und neben einem Kinderspielplatz und einem "Outdoor-Gym". Das Besondere: sie sind kostenlos und auch der Strom muß nicht bezahlt werden. Im Sommer gibt's sogar noch Toiletten und eine Außendusche. Die Bewertungen in Park4Night sind nicht sonderlich gut - scheinbar nutzen die einheimischen (mehr oder weniger) Jugendlichen den Platz, um Party zu machen und mit getunten Autos und Mofas herumzuheizen. Leider bewahrheitet sich meine Annahme, daß die "Raggare" nur im Sommer unterwegs sind, nicht: sie nutzen die Fläche zum driften auf (2mm) Schnee. Na Klasse - hoffentlich lassen sie mich in Ruhe. Das ist so ziemlich das erste Mal, daß ich froh bin, daß ein anderes Wohnmobil relativ dicht neben mir parkt. Es sind Schweden und können zumindest was die Sprache angeht, helfen, falls es nötig werden sollte.

    Heute habe ich mir noch ein bißchen Ljusdal angesehen, bevor ich mal wieder Bewerbungen schreibe. Bisher habe ich wenig Absagen bekommen, sondern (und das ist fast noch unangenehmer) überhaupt keine Reaktion. Ich hoffe, das ändert sich noch. Irgendwie möchte ich "das Thema vom Tisch haben"... und wissen, wie es ab nächstem Jahr weitergeht. Es ist schon ein etwas komisches Gefühl, sich bewußt zu machen, daß die Reise in wenigen Wochen vorbei ist. Ich denke immer "was denn - jetzt schon?" Und "bin ich nicht gerade erst losgefahren?" Aber das ist natürlich Quatsch - immerhin dauert meine Reise jetzt schon fast 14 Monate. Trotzdem habe ich noch so viele Ideen bzw. bekommen, wo ich noch (einmal) hinfahren möchte. Andererseits freue ich mich aber auch, die "alten" Freunde wiederzusehen und eine Art "Alltag" in einer festen Wohnung (die gerne etwas größer als 10qm sein darf) zu leben.
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  • Axt-Schmiede

    17 de novembro de 2025, Suécia ⋅ ☀️ -1 °C

    Nach einer ziemlich kalten Nacht wache ich bei einem wunderbaren Sonnenaufgang auf. Es sind -5°C und der Heizlüfter hat definitiv seine Grenzen erreicht. Die Standheizung will mal wieder erst beim 2. Anlauf richtig funktionieren, aber unter'm Strich sorgt sie für eine gute Aufsteh-Temperatur.
    Heute soll es weiter Richtung Küste gehen. Zuerst aber ein Stopp bei der "Gränsfors Bruk", wo heute noch Äxt *semi-manuell" (es sind zwar Maschinen im Einsatz, aber es wird auch viel per Hand gemacht) erstellt werden. Ich habe die Schmiede schon früher einmal besucht, aber es ist immer wieder schön, sich z.B. das Axt-Museum anzusehen. Ein Besuch in der Butik darf auch nicht fehlen. Ich wundere mich etwas: obwohl draußen ein Schild steht, daß Hunde in der Butik nicht erlaubt sind, ist ein älterer Herr mit seinem Hund drin. Der scheint sich hier auch wie zu Hause zu fühlen - schnüffelt überall herum und will auch von mir Aufmerksamkeit. Die soll er bekommen. Später erfahre ich, daß der ältere Herr der frühere Besitzer der Woolpower-Fabrik in Östersund ist. Da sie auch hier Woolpower-Kleidung verkaufen, ist das sozusagen sein "2. Laden". Er spricht recht gut deutsch und freut sich, daß er etwas üben kann. Es macht Spaß, sich zu unterhalten und ich bekomme von ihm und einem anderen Mitarbeiter wertvolle Tipps für wintertaugliche Stellplätze an der Küste. Insgesamt bin ich fast 2 Stunden in Gränsfors. Aber da das Wetter so gut ist und ich weiß, daß ich nur rund 30km bis nach Stocka zum Stellplatz habe, macht das Fahren Freude und ich genieße den Tag. Selbst die Naturstraßen, auf denen ich (teilweise unvorbereitet) lande, sind kein Problem.
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  • Stocka - ein Luxus-Stellplatz

    17 de novembro de 2025, Suécia ⋅ 🌙 -1 °C

    Ein kurzer Einkaufsstopp, dann fahre ich zum "Gästhamn" (Gäste-Hafen) in Stocka. Bei meiner Ankunft traue ich meinen Augen fast nicht: ein wirklich toller Platz: schön gelegen, Stromsäulen angeschlossen, Wasser am Außenhahn läuft. Völlig begeistert bin ich aber, als ich die Tür mit dem Schild "WC/Dusch" öffne: ein 7-8qm großer Raum mit Dusche, WC und Waschbecken. Super sauber, super geheizt. Rollstuhlfahrer- geeignet und damit mit reichlich Bewegungsfreiheit ausgestattet. Was für ein Luxus!!!
    Ich stelle mich an die eine Seite des Platzes, so daß ich tagsüber maximale Sonne auf die Frontscheibe bekomme. An jedem Platz ist ein QR-Code, mit dem man den Platz reservieren und bezahlen kann. Lt. Beschreibung ist das nur via Swish (und damit nur für Schweden) möglich. Also probiere ich es erst gar nicht. Hier sind so viele Plätze frei - selbst wenn noch Jemand kommt, sollte das kein Problem sein. Dass die Schweden da teilweise bürokratischer als die Deutschen sind, werde ich noch lernen... aber erstmal geht es mir gut und ich nutze die untergehende Sonne für ein paar schöne Fotos. Dann aber "siegt die Vernuft" und ich kümmere mich erstmal um den Camper: Wasser auffüllen, etwas sauber machen, aufräumen. Dann kommt mir eine Idee: ich schalte die Heizung an. Der Camper ist vom Fahren noch warm, auch die Wohnraum-Batterie hat lt. Batterie-Management-System noch 9ºC. Wenn meine Vermutung, daß das "Rumzicken" der Heizung mit der Stromversorgung zu tun hat, stimmt, sollte sie jetzt gleich anbleiben und keinen Fehler blinken. Und richtig: sie läuft gleich richtig. Es wird schnell schön warm im Camper. Noch einmal: Was für ein Luxus. Später am Abend nutze ich die große Dusche ausgiebig. Klar, um sauber zu werden reicht ein Kanister warmes Wasser und 10 Minuten unbeobachtet sein irgendwo draußen. Aber "schön" ist anders.... Zum Dritten: Was für ein Luxus. Ich mache mir noch etwas zu essen und gehe früh ins Bett. Die nächsten Tage soll es sonnig, klar und kalt werden - da werde ich hier etwas spazieren gehen.
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  • Stocka - auch Schweden sind bürokratisch

    19 de novembro de 2025, Suécia ⋅ ☁️ -3 °C

    2 Tage bin ich noch in Stocka geblieben, um den Strom und das warme Waschhaus auszunutzen. Ein Spaziergang Richtung Küste hat mir tolle Fotos beschert. Beim Zurücklaufen zum Platz kaufe ich in dem kleinen Dorfladen noch etwas ein. Der Laden ixt nicht wirklich gut sortiert, aber für das Nötigste reicht es. Im Camper bin ich gerade dabei, es mir gemütlich zu machen und darauf zu warten, daß mein Kaffee fertig wird, als noch 2 Wohnmobile auf den Platz kommen. Ein anderes WoMo war bereits angekommen - ein nettes Paar mit einem kleinen Hund. Wir haben uns kurz zugewunken. Ich fand es sehr angenehm, daß sie in der Reihe den Platz am anderen Ende gewählt haben - so haben wir beide viel Platz und unsere Privatsphäre. Bei den Neuankömmlingen ist das leider anders: sie machen mir unmißverständlich klar, daß sie den Platz Nr. 2 für eine Nacht reserviert haben und ich umparken muß. Ich hatte das nicht realisiert, weil ich im Restaurant bar bezahlt hatte. Meine Bitte, doch die Plätze 3 und 4 statt 1 und 2 zu nehmen, interessiert sie nicht. Sie würden dann ja falsch stehen (was man nur merken würde, wenn man Platz-Nr mit Kennzeichen vergleichen würde) und das geht ja überhaupt nicht. Da könnte sich ja Jemand beschweren. Ob das Jemand zwischen 17:00 Uhr an einem und 12:00 Uhr am nächsten Tag machen würde, sei mal dahingestellt.... Aber gut. Ich muß den eiskalten Motor also wirklich für kaum 10 Minuten umparken starten... Schade - ich hatte sie Schweden eigentlich immer als unkomplizierter und flexibler kennengelernt... Aber "offiziell" haben sie natürlich recht. Obwohl auch sie sich "unünstig" anstellen - sie öffnen die Klappe für's Grauwasser nicht, sondern lassen ihr Wasser einfach obendrauf laufen - nach kaum einer Stunde ist natürlich alles eingefroren und niemand anders kann Wasser ablassen.... Egal - ich will keine Diskussionen und werde auf jeden Fall morgen abfahren.

    Der Abend wird trotzdem noch ganz nett: Dienstag Schwedisch-Kurz; Mittwoch LuJong-Yoga. Dazu noch eine heiße Dusche.
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  • Hinein in den Schnee...

    20 de novembro de 2025, Suécia ⋅ ⛅ -3 °C

    Der Camper hat sich etwas schwer getan beim Anspringen (kein Wunder, wir hatten wieder -10°C in der Nacht) und auch der Heizlüfter kommt an seine Grenzen: er schwenkt zwar noch hin- und her, heizt aber nur noch in einem kleinen Teil. Ich hoffe, das gibt sich, wenn er abgekühlt ist - sonst muss ich einen neuen kaufen...so ein Mist... Gut, er ist in den letzten Tagen im 24-Stunden-Dauerbetrieb gewesen, aber ich habe ihn ja erst im Sommer gekauft...

    Nach ein paar Kilometern fahre ich auf die E4 nach Süden. Ich merke immer mehr, wie nicht ich, aber meine Ausrüstung bzw. der Camper aufgrund der Kälte an seine Grenzen kommt. Da will ich keine Experimente mit "Naturstraßen" o.ä. machen. Schade eigentlich - Jokkmokk oder Kiruna im Winter hätten mich schon gereizt. Aber dort war in den letzten Tagen immer um die -20ºC - das würde der Camper nicht schaffen - jedenfalls nicht ohne etwas "Aufrüstung" wie z.B. andere Isolierung, zusätzliche Motorstandheizung, Überarbeitung der "normalen" Standheizung.

    Also lieber etwas vorsichtig sein... Bis Söderala soll es heute gehen. Kurz vorher, in Söderhamn tanke ich noch einmal und fülle den Kühlschrank auf. Der Stellplatz hinter dem "Dorfgemeinschaftshaus" ist (im Gegensatz zur Zufahrtstrasse) gut geräumt. Zunächst stehe ich alleine da, später kommt noch ein älteres Ehepaar mit einem recht großen, neuen Wohnmobil. Die stellen sich zwar etwas eigentwillig vor meine Nase, aber vermutlich ist ihre Ausrichtung die Richtige und da vermutlich niemand mehr kommt und die Aussicht nach vorne ohnehin nicht so toll ist, sage ich nichts. Ansonsten ist der Mann ganz nett - ohne zu zögern zeigt er mir auf meine Frage, wo die Tür zur Toilette ist und wie der Code ist. Damit muß ich nicht erst bei den Betreibern anrufen...

    Es ist zwar noch keine 16:00 Uhr, aber ich erhasche gerade noch die letzten Sonnenstrahlen - danach wird es schnell dunkel. Da ich die Standheizung gleich nach Ankunft einschalte, brauche ich auch nur einen Startversuch. Das ist schon mal gut. Genug Diesel habe ich und durch die knapp 90km Fahrt ist auch die Wohnraum-Batterie wieder voll. Leider verschlechtert sich die Funktion meines Heizlüfters immer mehr - irgendwann schwenkt er nur noch hin- und her und heizt gar nicht mehr. Morgen muß ich mir auf jeden Fall Ersatz beschaffen, denn die Diesel-Heizung will ich (besonders im jetzigen Zustand) nicht über Nacht laufen lassen. Damit wird es heute Nacht wohl reichlich kalt.... Immerhin gibt es einen Baumarkt am Stadtrand von Söderhamn (keine 5km entfernt), der einen billigen Heizlüfter im Sortiment hat. Irgendwie ist es schon nervig... kann denn nicht einmal was dauerhaft funktionieren?!?!? Allerdings: ich darf nicht ungerecht sein: heute Nachmittag hat auf einmal die Kontroll-Leuchte vom Öldruck wieder funktioniert...
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  • ...wieder was gelernt....

    21 de novembro de 2025, Suécia ⋅ 🌙 -7 °C

    Gestern abend hatte ja mein Heizlüfter seinen Geist aufgegeben...
    * Wieder was gelernt: auch Geräte im mittleren Preissegment garantieren keinen erfolgreichen Dauerbetrieb.
    Die Nacht war daraufhin reichlich kühl....dachte ich zumindest beim Aufwachen gegen 5:30 Uhr (warum ich so früh wach werde, kann ich gar nicht sagen), aber ein Blick auf die Thermometer belehrt mich eines Besseren: draußen -15ºC: drinnen -1ºC... das ist nicht "kühl" - das ist "kalt"!!!!
    * Wieder was gelernt: die Bettdecke mit der irischen Wolldecke drüber ist super für den Winter geeignet.
    Ein ängstlicher Blick auf die Temperatur der Wohnraum-Batterie beruhigt mich.
    * Wieder was gelernt : nachdem ich gestern Abend die Standheizung mehrere Stunden habe laufen lassen, ist heute (trotz so kalter Temperaturen) die Temperatur der Wohnraum-Batterie immer noch auf 6ºC. So ganz glauben kann ich das nicht, verstehen tue ich es auch nicht, aber das BMS meldet "Laden erlaubt" und das ist, was zählt - heute soll es sonnig werden.

    Jetzt muß ich erstmal Wärme in den Camper bekommen.... Die Standheizung braucht heute früh zwar einen weiteren Startversuch, dann aber läuft sie und bald habe ich eine gute "Aufsteh-Temperatur". Diese zusätzlichen Startversuche nehme ich inzwischen einigermaßen gelassen - nachdem ich mit einem Webasto-Partner telefoniert habe, der mir wegen fehlender Einfahrtshöhe in die Werkstatt war keinen Termin geben kann, sich aber trotzdem Zeit nimmt, mir etliches zu erklären. Daher weiß ich, daß die Brennkammer vermutlich "versottet" ist und mindestens gereinigt, wenn nicht sogar ausgetauscht werden muß, aber nichts weiter kaputt gehen kann. Also "nur lästig", aber bis nach Deutschland und einem Werkstatt-Termin sollte sie funktionieren.... wieder was gelernt.

    Der Weg zum Baumarkt geht zwar mehr oder weniger an der Straße entlang, ist aber trotzdem schön. Das Wetter ist genau mein Wetter: kalt, sonnig, kaum Wind und trocken. Dazu viel Pulverschnee. Ich sehe mich noch in ein paar anderen Geschäften um, aber entweder sind Heizlüfter teurer oder sie haben keine "kleine" Stufe. Bei 9€ erwarte ich keine Wunder, aber vielleicht reicht es, in der Nacht die Temperatur einigermaßen zu halten und das im "Dauerbetrieb" bis ich wieder in Deutschland bin. Dort kann ich dann den "alten" Heizlüfter umtauschen. Da ich mir für die Strecke Zeit lasse (die Fotos bekommen einen eigenen Footprint), bin ich erst nach rund 5 Stunden zurück. Wie erwartet ist der Heizlüfter nicht so toll: auf der kleinen Stufe mit 1000W ist er kaum mehr als lauwarm. Aber hier habe ich die Möglichkeit eine zweite Steckdose zu belegen und so bekommt der Heizlüfter seine eigene Leitung und kann auf 2000W laufen. Übermäßig warm wird es zwar auch damit im Camper nicht, aber es ist ok.

    Die knapp 9km zum Baumarkt und zurück haben mich hungrig gemacht. Bei dem Wetter sollte ich zwar eigentlich die Natur genießen, aber ich muß den Heizlüfter testen. Also lasse ich mir Zeit zum Kochen.
    * Wieder was gelernt: an der Hecktür wird es so kalt, daß das Gemüse dort friert... ich muß wohl etwas aufpassen, wo ich welche Lebensmittel lagere...
    Trotzdem schmecken die Nudeln mit Gemüsepfanne ganz gut. Zum Nachtisch gibt's noch den Rest der "Lördags-Godis" ("Samstags-Süßigkeiten" - lose Süßigkeiten aus dem Supermarkt, für die die Kinder früher immer am Samstag ein paar Kronen bekommen haben, um "selber einkaufen gehen zu können").

    Abends vertreibe ich mir die Zeit noch mit Fernsehen und Tagebuch schreiben.
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  • Eintauchen ins "Winter-Wonderland"...

    21 de novembro de 2025, Suécia ⋅ ☁️ -6 °C

    Nach dem Frühstück gegen 9:00 Uhr hatte ich mich auf den Weg gemacht. Es ist (wie schon beschrieben) ein wunderschöner Tag - mein Wetter: kalt, trocken, sonnig, kaum windig. Dazu ein wunderbarer Pulverschnee. Eigentlich würde ich jetzt, versorgt mit Tee, etwas zu essen und einer Sitzunterlage, einen ausgiebigen Spaziergang machen.
    Aber wegen des Heizlüfters muß es der Weg zum Baumarkt tun... Und der bietet auch etliche Fotomotive... dafür "muß" ein eigener Footprint angelegt werden... Für die gut 4km brauche ich deshalb auch gut 1,5 Stunden... 85 Fotos sind der Grund dafür - mehr sage ich dazu nicht...😇😁😇❄️😇
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  • Söderala

    26 de novembro de 2025, Suécia ⋅ 🌙 -4 °C

    Immer noch bin ich in Söderala – auf dem Platz hinter dem Dorfgemeinschaftshaus. Nicht weil der Platz so schön ist (er ist eher praktisch als schön) oder wiel man hier soviel ansehen/erleben kann, sondern weil das Wetter in den letzten Tagen “so halb und halb” war: meist grau in grau, tagsüber Tauwetter, nachts dann wieder frostig. Also “perfekte” Wetterbedingungen für Glatteis. Und bei solchen Straßenverhältnissen würde ich sogar mit besseren Reifen nicht gerne unterwegs sein. Vor allem nicht, da ich bis zu meinem nächsten “Ziel” (Julbock-Aufstellung in Gävle am ersten Advent) noch gut Zeit habe.

    Heute ist wieder ein wunderschöner Wintertag: frostig kalt, kaum Wind und herrlicher Sonnenschein. Die Vögel drumherum nehmen meine Vogelfutterbälle gerne an – zumindest dem gesunkenen Bestand und den Spuren am Boden nach - . Ein Foto konnte ich leider nicht machen – dazu hätte ich vermutlich eine Wildtier-Kamera gebraucht.
    Also beschließe ich, Vormittags “mal schnell” zum einkaufen und Geld holen zu fahren, um dann nochmal mit der Kamera losziehen zu können. Leider soll es etwas anders kommen: zunächst klappt alles, aber dann stelle ich vor dem Bankomat fest, daß ich die Kreditkarte im Camper vergessen habe. Also alles auf Anfang. Da die Busse hier nur max. 1x/Stunde fahren ist hin- und herfahren zeitraubend (und teuer, da ich trotz 2-Stunden-Gültigkeit des Tickets, 2x neu bezahlen muß). Und da merke ich, daß hier jetzt “wirklich Winter” ist: Sonnenaufgang gegen 8:30 uhr; Sonnenuntergang vor 15:00 Uhr… Da ist es nicht wirklich kange hell… Da das die nächsten 3,5 Wochen noch weniger wird, muß ich meine Aktivitäten in dieser Zeit “besser” planen, um das Tageslicht sinnvoller ausnutzten zu können. Heute jedenfalls ist es schon fast dunkel, bis ich endlich alles erledigt habe. Immerhin wird es heute keine Diskussionen mit dem Stellplatz-Betrieber und keine außerplanmäßige Änderung des Türcodes vom Servicehaus geben, da ich die nächste Nacht im Voraus bezahlt habe. Ich mußte lernen, daß das hier so üblich ist: bezahlt wird im Voraus – sonst “droht der Entzug vom Zugang zu Dusche und Toilette”. Bei wärmeren Temperaturen würde mich das ja weniger stören (der Strom wird nämlich nicht abgeschaltet), aber jetzt… Wie auch immer, ich habe brav die 150 schwedischen Kronen im Servicehaus hinterlegt – wenn ich endgültig entschieden habe, wann ich weiterfahre, kommt das restliche Geld.

    Abends ist dann noch LuJong-Yoga. Nachdem ich die Übungen jetzt einigermaßen beherrsche, kann ich mich auf die Atmung konzentrieren und das macht es nochmal intensiver. Draußen wird es noch einmal klirrend kalt. Aber ich spendiere mir selber noch 3 Stunden Standheizung (da selbst der beste Sonnenschein bei dem Winkel die Batterien nicht mehr auflädt, muß ich planvoll vorgehen) und in Verbindung mit der 1000W-Stufe des Heizlüfters erreiche ich tatsächlich gut +20ºC im Camper. Bei -15ºC draußen eine beachtliche Leistung!!

    Ab morgen soll es spürbar wärmer werden und wenn die Vorhersage stimmt und morgen knapp über Null und am Freitag sogar +7ºC werden, sollte sich das Thema Glatteis erledigt haben. Heute mache ich es mir noch am Rechner gemütlich.
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  • Der Winter ist vorbei...

    28 de novembro de 2025, Suécia ⋅ 🌬 7 °C

    ...naja, könnte man meinen - wenn man nach den Temperaturen geht, jedenfalls für die nächsten Tage. Gestern in Söderala war es noch knapp über Null und grau-in-grau. Aber heute scheint die Sonne und schon um 7:00 Uhr morgens ist es mit 7°C fast frühlingshaft warm. Also mache ich mich auf den Weg. Keine Hektik, schließlich sind es bis Norrsundet gerade mal 50km, aber ich muß damit rechnen, daß der Stellplatz (wie in manchen Quellen beschrieben) wirklich nur im Sommer betrieben wird und somit jetzt noch nicht einmal Strom geschweige denn Dusche/Toilette verfügbar sind. In diesem Fall würde ich noch etwas weiterfahren. Denn trotz der "warmen" Temperaturen ist der Winter natürlich nicht vorbei, die Sonne steht sehr niedrig (ein Aufladen der Batterien über Solar also praktisch nicht möglich) und sich nur auf die Dieselheizung verlassen kann damit sehr "ungemütlich" werden.
    Ich räume also auf, fülle (da die nächsten 2 Wochen Plusgrade bleiben sollen) wieder Wasser ins System, bringe den Müll weg. Gegen 11:30 Uhr geht's los. Auf den Nebenstraßen sind teilweise noch Eisfladen übrig - vorsichtig fahren ist angesagt. Aber die Hauptstraßen sind frei und die Fahrt über die E4 nach Süden ist recht angenehm.

    Beim Platz in Norrsundet bin ich positiv überrascht: Strom und auch das Servicehaus ist in Betrieb. Normalerweise bezahlt man mit Swish, aber mit dem "Umweg" über eine Telefonnummer erhät man den Türcode für das Servicehaus und kann drinnen mit Karte bezahlen. Das Haus selbst ist zwar nicht super modern - eher "typisch, bodenständig schwedisch" aber sauber und gemütlich. Sogar ein Aufenthaltsraum mit Sofa und Fernseher gibt es und in der Küche steht eine kombinierte Waschmaschine/Trockner. Das brauche ich nicht, aber es ist schön, daß es da ist.
    Die Zufahrtsstraße ist nur Sand, aber trotz Tauwetter recht fest. Man steht leider sehr dicht an der Straße und solange es hell ist, ist es erstaunlich belebt. Das ist natürlich nicht ganz so schön, aber davon abgesehen läßt es sich aushalten und ich werde die maximal erlaubten 48 Stunden ausnutzen. Spätestens dann muß ich ohnehin los, um rechtzeitig in Gävle zu sein.

    Abends gehe ich noch kurz einkaufen, dann nutze ich die Küche für's Abendessen.
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  • Kleiner Spaziergang ans Meer

    29 de novembro de 2025, Suécia ⋅ 🌬 7 °C

    Die letzte Nacht war leider nicht ganz so gut. Irgendwie hat meine Verdauung mein Abendessen (Pilzpfanne mit Köttbullar) nicht gemocht und leider mit "Hyperaktivität" reagiert. Bis ich eingeschlafen bin war es dann schon das wieder Morgens. Dementsprechend spät bin ich aufgewacht. Da ging es mir zwar wieder gut, aber ich habe dadurch natürlich einiges an Tageslicht verpasst. Und wenn es pro Tag nur 6 Stunden Licht gibt, ist jede Minute kostbar. Aber auch der beginnende Sonnenuntergang hat seinen Reiz. Ich mache mich auf zu einem Spaziergang Richtung Küste. Ein angepriesendes Fischrestaurant mit angeschlossener "Butik" ist das Ziel - kaum 2km entfernt. Eine Abstecher zu Badeplatz mache ich auch noch. Der Platz ist mit Grillstelle, Umkleide-Möglichkeit und großer Liegewiese gut ausgestattet. Irgendwie reizt es mich fast, baden zu gehen. Im Vergleich zu den winterlichen Temperaturen der letzten Tage empfinde ich es heute wieder fast als "warm". Aber ich lasse es dann doch - "natürlich" nur, weil ich keine Badesachen und kein Handtuch dabei habe 😜
    Die Fischbutik hat es gutes Angebot - ein bisschen was nehme ich mit und bin über die günstigen Preise erstaunt.
    Am Restaurant gibt es auch einen Stellplatz - mit einer wunderschönen Aussicht. Allerdings etwas weniger gut ausgestattet und dafür fast doppelt so teuer. Außerdem steht man "dicht-an-dicht". Im Moment sind 2 Wohnmobile und 1 Wohnwagen dort.
    Ich dagegen stehe immer noch alleine, mag das Servicehaus und genieße den Spaziergang.

    Heute Abend werde ich den Fisch essen und noch ein paar Bewerbungen schreiben. Morgen geht's zum Julbock nach Gävle - leider ist für den ganzen Tag Regen angesagt.
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  • Auch ein Parkplatz kann gemütlich sein..

    30 de novembro de 2025, Suécia ⋅ 🌨 1 °C

    Das Wetter läuft unter "vorausschauendem Gehorsam" - es fängt schon im 8:30 Uhr an zu regnen - vermischt mit Schnee. Es sind zwar knapp über Null Grad, aber der Boden ist nach der frostigen Nacht noch eiskalt - mal wieder perfekt für Glatteis. Und ich "muss" heute weiter. So ein Mist!! Ein Anwohner hat zwar durchblicken lassen, dass es um diese Jahreszeit mit den "max. 48 Stunden Aufenthalt" nicht ganz so eng gesehen wird, aber ich will ja auch zur Einweihung des Julbocks nach Gävle. Also nutze ich heute früh nochmal die Dusche und die Küche und mache mich dann gegen 10:00 Uhr auf den Weg. In Gävle gibt es zwar einen Stellplatz, aber der ist "mitten drin", teuer und es ist nicht klar, ob der im Moment durch den Julbock überhaupt nutzbar ist. Also hake ich das gleich ab und fahre nach Forsbacka. Der Platz ist zwar auch nicht schön - zwischen Anwohner-Garagen, Werkhalle und Hauptstraße, ohne Service (außer Strom) - aber er kostet nur die Hälfte, ich bin mit Sicherheit alleine und um die Ecke gibt's nicht nur einen Coop, sondern auch eine Bushaltestelle Richtugn Gävle. Auch hier regnet es und es wird heute wohl auch nicht mehr aufhören. Ich richte mich häuslich ein und (es ist schließlich erster Advent) installiere meinen kleinen LED-Schwippbogen auf dem Armaturenbrett. Gegen 14:00 Uhr (es wird dann schon langsam dunkel) werde ich mich auf den Weg nach Gävle machen. Vorher gibt's allerdings noch etwas Kleines zu essen: ich habe beim Willy's "Bastu-rökt Skinka" (Sauna-geräucherter Schinken) gesehen. Was das genau bedeutet, weiß ich nicht - interessiert mich auch nicht sonderlich. Den mußte ich haben. Er erinnert mich an ein Motorradtreffen, bei dem wir, als das bestellte Spanferkel zu früh geliefert wurde, selbiges in ermangelung eines großen Ofens in der Sauna warmgehalten haben.... Auf jeden Fall schmeckt der Schinken sehr gut.Leia mais

  • Gävle und der Julbock

    30 de novembro de 2025, Suécia ⋅ 🌧 3 °C

    Der "Julbock" ist ein 13m hohes, 7m langes, mit Stroh umwickeltes, Metall-Gerüst in Form eines Ziegenbocks. Insgesamt wiegt er 3,5t. Er wird jedes Jahr am ersten Advent feierlich eingeweiht. Einer "unschönen Tradition" folgend wird der Julbock trotz Bewachung regelmäßig Opfer einer Brandstiftung.

    Nach den verschiedenen skandinavischen Sagen stellte man sich den Julbock als dämonisches Wesen mit Hörnern vor, das „im allgemeinen einem Bocke gleiche“, der nur wesentlich größer als eine Ziege sei. Im Sommer hält er sich in tiefen Wäldern oder unzugänglichen Bergen versteckt, um dann im Verlauf der Adventszeit den Höfen jeden Tag ein Stückchen näher zu kommen, bis er am Heiligabend in die Häuser der Menschen eindringt. Seiner Ankunft gehen meistens seltsame Lichterscheinungen voraus und im Haus nahm er häufig zuerst hinter dem Ofen Platz (wie ein Hausgeist). Auch wenn der Julbock ursprünglich als furchterregender Dämon gedacht wurde – der z. B. Nachahmungen durch Menschen übel nahm und kleine Kinder holte, wenn man ihn nicht mit einem Opfer besänftigte – war er dennoch ein positives Symbol der Fruchtbarkeit (Quelle: Wikipedia)

    Ich habe mich super warm und wasserdicht angezogen. Dieses naß-kalte Wetter ist widerlich!! In Söderala war es vor ein paar Tagen rund 15ºC kälter - da war ich weniger dick angezogen. Aber da hat es auch nicht geregnet. Es macht absolut keinen Spaß, aber es ist trotzdem interessant. Die Innenstadt von Gävle ist weihnachtlich erleuchtet und es gibt eine Art Weihnachtsmarkt. Auf dem Marktplatz - ein paar Meter weg vom Julbock gibt es eine Bühne, auf der ein bißchen Programm mit Gedichten, Anekdoten und Liedern verschiedener Gruppen abläuft. Ich verstehe recht wenig, weil die Soundanlage fürchterlich ausgesteuert ist und immer mal wieder Teile verschluckt oder extrem hoch und grell wiedergibt. Eine der Bands macht sich das scheinbar zu nutze - sie sind bei den Weihnachtsliedern nicht immer komplett textsicher....
    Was mich freut: das tolle Fisch-Restaurant/Geschäft aus Norrsundet hat hier einen Verkaufsstand. Damit ist mein Abendessen mit Lachs und Aioli-Sauce gesichert. Ansonsten macht es nicht viel Spaß, sich die Stadt anzusehen - dafür ist es einfach zu naß. Immerhin konnte ich mein neues Thermo-Oberteil aus dem FjällRäven Outlet testen: es macht sich sehr gut!!! Sehr leicht - kaum zu spüren und seeehhhr warm. Den Pullover, den ich vorsichtshalber noch mitgenommen habe, brauche ich gar nicht.
    Aufgrund des Wetters mache ich mich schon relativ früh wieder auf den Heimweg. Morgen ist auch noch ein Tag und da soll es zwar kälter, dafür aber trocken und teilweise sonnig werden. Am Abend lasse ich mir den Lachs und zum Nachtisch ein Glas Whisky schmecken, genieße die Wärme im Camper, telefoniere mit einer lieben Freundin und sortiere meine Bilder. Eine Bewerbung schicke ich sogar auch noch ab.
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  • Gävle und Gefle

    2 de dezembro de 2025, Suécia ⋅ ☁️ 5 °C

    Die Nacht war einigermaßen ruhig - obwohl der Platz so exponiert an der Straßenkreuzung liegt. Auch die Busverbindung klappt wieder gut.

    Heute sehe ich mir noch einmal den Julbock im Hellen an und laufe etwas durch die Stadt. Von dem kleinen Weihnachtsmarkt und der Bühne ist nichts mehr zu sehen - abgesehen von einigen weihnachtlich dekorierten Schaufenstern ist es ein normaler Tag in Gävle.

    Über den Fluss geht es nach "Gefle" - dem alten Stadtteil von Gävle. Gefle - so hieß die Stadt nämlich früher. Schon um 1450 herum gab es hier die erste Bebauung - damit ist es die älteste Stadt in Norrland. Die alten Häuser sind natürlich nicht sooo alt, wirken aber fast so. Auch die Straße ist mit ihrem Kopfsteinpflaster reichlich historisch. Der Stadtteil ist sher gut erhalten, gut gepflegt und teilweise mit viel Witz dekoriert. Ein Kaffee im "Espresso House" rundet den Stadtrundgang ab.

    Dann geht's noch zum Biltema - eine neue Kabeltrommel (ob ich meine jetzige noch reparieren kann, werde ich sehen, aber die neue ist länger und wenigstens wirklich auch für den außenbetrieb geeignet) und ein paar Kleinigkeiten will ich noch kaufen.

    Die Rückfahrt klappt sogar besser als gedacht, weil der Bus nach Forsbacka etwas Verspätung hat und damit der Umstieg funktioniert. Das ist allerdings erstmal die letzte Freude an dem Tag. Als ich zurück komme, fällt mir auf, daß meine kleine Weihnachtsbeleuchtung nicht mehr leuchtet. Und nicht nur das: der Camper ist komplett "stromlos" und sehr ausgekühlt. Mist - was ist da los? Ich probiere alle anderen Steckdosen auf dem Platz: nichts - keine hat Strom. Im Coop-Markt frage ich nach, ob zufällig bekannt ist, wer für den Stellplatz verantwortlich ist. Meine eigenen Recherchen haben mich zwar zum "Husbilklubben" geführt, aber auf meine Mail bekomme ich nur die Antwort, meine Frage doch im Forum zu posten... Ich bekomme eine Telefonnummer, aber da meldet sich niemand - im Gegenteil: nach ein paar Versuchen ist das Telefon plötzlich abgeschaltet. Naja - würde ich vielleicht auch machen, wenn mich dauernd eine fremde, ausländische Nummer anrufen würde....
    Ich muß heute wirklich mal wieder "autark" stehen, denn jetzt im Dunklen noch weiterzufahren bringt nichts. Außerdem will ich mir morgen noch das Eisenbahnmuseum ansehen. Also: Standheizung an, Suppe warm machen (aufwändig kochen will ich nicht) und mit Laptop und Licht etwas ressourcen-schonend umgehen. Da es draußen nicht friert, wird es im Camper schnell wieder warm und alles in allem erstaunlich gemütlich. Es ist wohl mehr mein Wissen um die diversen "kleinen Baustellen" und die Tatsache, daß die Solaranlage aufgrund der Jahreszeit und des trüben Wetters praktisch unwirksam ist. Gegen 21:30 Uhr kommt noch ein schwedisches Camper-Paar. Aber auch sie schaffen es nicht, irgendwie "den Strom zu reanimieren". Sie tun mir etwas leid - sie waren sehr dick angezogen und eine Heizung höre ich nur ganz kurz. Ich vermute, sie heizen mit Gas und hatten nicht mehr so viel übrig. Ich gehe früh ins Bett und schalte dann auch meine Heizung ab - in dem Zustand jetzt möchte ich sie nicht "unbeobachtet" laufen lassen.
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  • Schwedisches Eisenbahnmuseum

    2 de dezembro de 2025, Suécia ⋅ ☁️ 5 °C

    Ich habe erstaunlich gut und lange geschlafen - wären meine Stellplatznachbarn nicht schon um vor 7:00 Uhr abgefahren, hätte ich vermutlich noch länger geschlafen. Es ist kühl im Camper - nur noch 7º, aber nach dem üblichen "ich starte nicht beim ersten Versuch"-Getue meiner Heizung läuft sie im zweiten Anlauf zuverlässig und sorgt für eine angenehme Aufsteh-Temperatur. Auch der Boiler funktioniert einwandfrei und als ich mich endlich aus dem Bett wühle habe ich auch warmes Wasser. Noch einen Kaffee und ein Wienerbröd, dann fahre ich zum Museum.

    Das Museum in einem alten Eisenbahn-Depot ist zwar nicht groß, aber sehr interessant und informativ aufgemacht. Ich verbringe fast 2 Stunden im Museum und lerne so einiges über das schwedische Bahnwesen.

    Bis zum nächsten Stellplatz sind es nur 20km - bis zum übernächsten dann nochmal 40km. Das ist praktisch, denn sollte der erste Platz doch nicht so gut sein oder der Stromausfall doch mit meinem Heizlüfter zu tun haben, kann ich noch bei Tageslicht weiterfahren. Aber der Platz in Skutskär ist gut und der Heizlüfter scheint auch keine Probleme zu machen (jetzt, als ich das hier schreibe, läuft er schon seit mehr als 5 Stunden einwandfrei - sogar ohne eigene Stromversorgung).
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  • Zwischen Wald und Meer...

    3 de dezembro de 2025, Suécia ⋅ ☁️ 5 °C

    Der Platz hier in Skutskär ist sehr nett - außer Strom und einer Mülltonne gibt es zwar keine Service, aber das braucht es auch nicht. Die Nachbarschaft zum kleinen Fjörd, den (abgedeckten) Booten und einem Entenpaar reicht völlig aus.

    Gestern Abend hatte ich noch eine kleinere Erinnerung an Norrsundet: Von "Bergmans Fisk" hatte ich noch Senapssill (Hering mit Senfsoße), der genauso lecker war, wie der Lachs, den ich vorher hatte. Diese Fischräucherei muß man sich wirklich merken!!!

    Die Nacht danach war ruhig, auch wenn erstaunlicherweise doch ein paar Autos noch am Bootsclub vorbeigefahren sind. Eines muß ich ja zugeben: Bei diesen Temperaturen autark zu stehen ist natürlich möglich und geht besser, als ich dachte, aber Strom zu haben vereinfacht die Sache doch erheblich...
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  • Zwischenstopp an der Küste

    5 de dezembro de 2025, Suécia ⋅ ☁️ 5 °C

    Nach 3 Tagen wird es Zeit, von Skutskär abzufahren. Allerdings habe ich bis zum nächsten Ziel etwas Zeit: am Wochenende ist in Uppsala Weihnachtsmarkt und da ich die Stadt ohnehin mal wieder ansehen möchte, paßt das hervorragend.
    Heute muss ich mal wieder den Kühlschrank auffüllen und deshalb fahre ich nur ca. 1/3 der Strecke: bis Gudinge. Aber ein kurzer Spaziergang am Vormittag ist noch drin. Es ist sehr neblig - man kommt sich vor, als wäre alles um einen herum in Watte verpackt. Es ist still und niemand scheint unterwegs zu sein. Daß zumindest tierische Bewohner hier unterwegs sind, sieht man am Boden: die "Schwarzkittel" haben ganze Arbeit geleistet.

    Die Straßen sind allerdings recht leer. Das macht das Fahren einfach und nach knapp einer Stunde bin ich schon in Gudinge. Der Platz ist am Ende einer Straße - der Platz rund um den kleinen Bootshafen. Toiletten und Duschen sind geschlossen, aber Wasser ist vorhanden und nach einem Fehlversuch finde ich eine Steckdose mit Strom. Sogar eine mit Lichterketten geschmückte Tanne steht auf dem Platz. Ich richte mich ein - auch wenn es nur für eine Nacht ist, nutze ich die Keile, hänge die Schranktüren aus (um Kondenswasser zu vermeiden) und Stelle meinen kleinen Schwippbogen in die Frontscheibe.

    Ansonsten mache ich nicht mehr viel - dazu ist das Wetter zu ungemütlich: auch hier ist es neblig und hin und wieder nieselt es auch etwas
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  • Uppsala - Weihnachtsmarkt

    6 de dezembro de 2025, Suécia ⋅ ☁️ 6 °C

    Heute früh regnet es immer noch. Aber am Nachmittag soll es besser werden und das trifft sich gut, denn bis Uppsala sind es gute 100km. Eine "so weite" Strecke bin ich lange nicht mehr gefahren. Wozu auch - ich habe ja Zeit 😉
    In der Stadt ist die Verkehrsführung durch den Weihnachtsmarkt etwas geändert und da ich außerdem Strom haben möchte, parke ich im Süden im Uni-Viertel. Die Registrierung und Bezahlung per Park-App geht einfach - knapp 15SEK (= knapp 1,40€) für 24 Stunden und 55 Minuten (wie diese Dauer zustande kommt, weiß vermutlich niemand). Schwieriger ist schon die Sache mit dem Strom... eigentlich für die Motorvorwärmung gedacht, brauche ich etwas, bis ich eine Möglichkeit finde, annähernd so was wie "Dauerstrom" zu haben. Bequem ist es nicht, aber für eine Nacht ist es ok.

    Ich mache mich auf, per "UL" (Uppsala Busbetriebe) in die Stadt. Manches kommt mir bekannt vor, Vieles allerdings auch nicht mehr. Kein Wunder: abgesehen von einem kurzen Übernachtungsstopp bin ich seit 2009 nicht mehr hier gewesen.
    Der "historische Markt" ist nicht wirklich historisch - er wirkt wie ein Weihnachtsmarkt in Deutschland. Aber er ist sehr schön gemacht und hat wohltuend viele Handwerker-Stände und recht wenige "Futterstände". Glühwein (oder besser "Glögg") gibt es auch - "historisch alkoholfrei" 😇
    Ich laufe noch etwas durch die Stadt. Leider ist das abendliche Konzert im "Katalin and all that Jazz" (ein wunderbarer Jazz-Club in einem alten Eisenbahn-Schuppen) ausverkauft. Also mache ich mich auf den Weg nach Hause. Ich stelle erfreut fest, dass Strom da ist, der Heizlüfter läuft und es knapp 15°C im Camper sind. Langsam verstehe ich das Prinzip, wie diese "Zeitschaltuhr" funktioniert.
    Der Abend ist "gerettet" 😊
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