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Diesmal Skandinavien

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    🇳🇴 Stranda, Norwegen

    17.Mai: Norwegischer Staatsfeiertag

    18 mai, Norvège ⋅ ☁️ 9 °C

    Der 17. Mai (Syttende Mai) ist in Norwegen nicht einfach nur ein gesetzlicher Feiertag, sondern der absolute Ausnahmezustand im positivsten Sinne – es ist der wichtigste und fröhlichste Tag des ganzen Jahres. Wir haben gestern dieses Ereignis hautnah miterlebt

    An diesem Tag feiert Norwegen seine Verfassung von 1814 (unterzeichnet in Eidsvoll), die das Land nach Jahrhunderten dänischer Herrschaft in die Unabhängigkeit führte. Es ist ein Fest der Freiheit, der Demokratie und der nationalen Identität. Das Besondere: Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern ist es kein militärisches Schaulaufen, sondern ein zutiefst ziviles, fröhliches Familien- und Volksfest.
    Absolut jedes Haus und nahezu jeder Blumentopf sind beflaggt und gefühlt putzt sich das ganze Land heraus.
    Die Norweger*innen tragen voller Stolz ihre Bunad– die traditionelle, extrem hochwertige Regionaltracht. Jedes Tal und jede Region hat ihr eigenes Design. Wer keine Tracht hat, trägt feine Abendkleidung, und jeder steckt sich eine rot-weiß-blaue Schleife an. Kinderumzüge sind das Herzstück des Tages. Statt Militärparaden ziehen die Schulkinder in endlosen Zügen durch die Orte, schwenken norwegische Flaggen und singen. Begleitet werden sie von unzähligen Musikkapellen. Jedes noch so kleine Dorf hat seinen eigenen Umzug.
    Die Abschlussklassen der Schulen (Russ) fallen in ihren roten, blauen oder schwarzen Overalls auf. Sie feiern das Ende der Schulzeit, fahren in lauten, umgebauten Bussen herum und verteilen Visitenkarten mit lustigen Sprüchen (Russekort) an Kinder, die diese leidenschaftlich sammeln.
    Nach den Umzügen trifft man sich auf Schulhöfen, Marktplätzen oder in Parks. Es gibt Spiele für Kinder und ein ungeschriebenes Gesetz: Am 17. Mai dürfen Kinder (und Erwachsene) so viel Eis, Waffeln und Pølser (Hot Dogs) essen, wie sie wollen.
    Am Abend wird es dann meist im privaten Kreis bei gutem Essen im Kreis von Familie und Freunden ruhiger.
    Ein absolut farbenfrohes, lautes und stolzes Fest, das perfekt zeigt, wie eng die Norweger*innen mit ihrer Heimat verbunden sind.
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  • Bewohntes Fjordland

    18 mai, Norvège ⋅ ☁️ 9 °C

    Wer heute durch die Fjorde reist, stellt sich unweigerlich die Frage: Wer lebt hier eigentlich noch – und wovon? Die einsamen historischen Höfe, die sich spektakulär an die Steilhänge klammern, sind heute meistens Museen oder Ferienhäuser. Das echte Leben spielt sich längst ganz anders ab. Das Fjordland ist kein reines Freilichtmuseum, sondern eine vitale Region – und das nicht nur in Form von kleinen Gehöften, sondern in lebendigen Kleinstädten und regionalen Zentren.
    Das Fjordland besteht keineswegs nur aus isolierten Einsiedeleien. Entlang der Fjorde reihen sich charmante, größere Orte und Kleinstädte aneinander, die als wirtschaftliche und kulturelle Knotenpunkte dienen. Orte wie Askvoll, Kalvag oder auch Maloya und einige andere bieten moderne Infrastruktur, Schulen, Einkaufszentren und Industrie. Sie zeigen, dass das Leben hier trotz der extremen Geografie absolut zukunftsfähig ist.
    Wer an Fjorde denkt, denkt an Fischerboote. Doch der Schein trügt: Der klassische Wildfischfang mit dem Kutter hat sich fast komplett an die offene Außenküste verlagert. In den Fjorden selbst dominiert heute eine hochmoderne Industrie: die Aquakultur. Die riesigen, runden Netzgehege, die man im Vorbeifahren oft im Wasser sieht, sind hochtechnologisierte Lachsfarmen. Sie sind heute einer der wichtigsten Arbeitgeber der Region und sichern ganzjährig krisensichere Jobs abseits der Ballungsräume.
    Klassischer Ackerbau ist auf den felsigen Böden kaum möglich. Und dennoch ist die Landwirtschaft ein Pfeiler der Identität:
    Schafe und Ziegen nutzen als geschickte Kletterer die steilen Bergwiesen im Sommer und liefern die Basis für lokale Spezialitäten wie den berühmten braunen Brunost-Käse.
    Dank des Golfstroms herrscht in geschützten Fjordlagen ein mildes Mikroklima. Im Sommer reiht sich hier oft Hofladen an Hofladen, wo frische Kirschen, Pflaumen und Äpfel per Vertrauenskasse (oder App) direkt an der Straße verkauft werden.
    Die enormen Höhenunterschiede und Wasserfälle werden konsequent für saubere Wasserkraft genutzt, was in einigen Orten sogar moderne Industrie anzieht. Und natürlich lebt ein beträchtlicher Teil der Menschen im Dienstleistungssektor für den Tourismus – auch wenn dieses Geschäft stark saisonabhängig ist.
    Das moderne Fjordland ist also ein faszinierender Spagat. Es verbindet die raue, traditionelle Naturverbundenheit mit hochmodernen Industrie- und Dienstleistungszweigen in lebendigen Kleinstädten.
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  • Wandern

    18 mai, Norvège ⋅ ☁️ 10 °C

    Natürlich sind wir in den Tagen des Fjordhoppings nicht nur herumgefahren, sondern haben uns auch in Wanderungen versucht. Versucht deswegen, weil wir einerseits durch Schnee waren, andererseits standen uns auch unbezwingbare Felsen im Weg. Aber ein bisschen was ging schon.En savoir plus

  • Tage 30 bis 33: Fjordhopping

    18 mai, Norvège ⋅ ☁️ 10 °C

    So, jetzt haben wir 4 Tage intensives Fjordhopping hinter uns. Das muss man in Norwegen unbedingt machen. Egal, welches Wetter, egal, welche Temperaturen. Das ist einfach wunderschön.
    Heute befinden wir uns fast am westlichsten Punkt Norwegens. Nicht weit von hier gibt es die Halbinsel Selje, die für sich das Westkapp beansprucht. Vielleicht fahren wir morgen noch dorthin. Mal sehen. Und noch was gibt es zu berichten: Wir sind jetzt schon soweit im Nordwesten, dass es erst um 23.40 ziemlich dunkel wird und um 2.45 wieder hell.
    Wir sind auf der Strecke durch unzählige Tunnels gefahren, manche gut beleuchtet und gut ausgestattet, die meisten (weil kürzer) schlecht oder überhaupt nicht beleuchtet und der eine oder andere Tunnel lässt auch uns Routiniers kurz innehalten mit der Frage: Passen wir da überhaupt durch? Es gibt allerdings auch das andere Extrem: Noch nie zuvor haben wir z.B. gesehen, dass es mitten im Tunnel einen wunderbaren, blau beleuchteten Kreisverkehr gibt. Besonders irritierend auch, dass im Tunnel überholt werden kann.
    Wir sind auf vielen Jo-Jo Straßen gefahren. Ich nenne sie so, weil die Straßen hier einem jo-jo Effekt unterliegen. Ein- und dieselbe Straße ist teilweise zweispurig, sehr oft 1,5 spurig, was besonders blöd ist und häufig einspurig mit Ausweichen alle paar hundert Meter und manchmal so eng, dass wir froh sind, wenn wir mit allen 4 Reifen auf dem Asphalt bleiben. Aber das ganze wird wirklich erleichtert durch kein oder sehr geringes Verkehrsaufkommen. Und wir sind mit 5 Fähren gefahren. Das liebe ich ganz besonders. Die Fähren müssen nicht gebucht werden. Man fährt einfach zum Fährhafen, stellt sich in die Reihe (wenn man nicht gerade das einzige Fahrzeug ist) und wartet. Die Fähren kosten ungefähr zwischen 45 und 60 NOK, d.h. ca. zwischen 4 und 5,5 €, wenn man mit einem Fahrzeug bis 6m unterwegs ist. Bevor man in Norwegen einreist muss man sich sowieso bei Epass24 registrieren und ein Benutzerkonto anlegen. Dann ist alles ganz easy, weil jegliche Gebühren, auch die für die Fähren einfach abgebucht werden.
    Ich will hier nicht jede einzelne Straße und jeden einzelnen Fjord aufzählen. Begeistert euch einfach an den Bildern
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  • Tage 27, 28, 29: Bergen

    14 mai, Norvège ⋅ ☁️ 8 °C

    Die Anreise nach Bergen fanden wir recht spannend: Wieder durch unzählige Tunnels, über viele Brücken und eine Fahrt mit der Fähre machten die 139 km recht abwechslungsreich. Kurz vor Bergen gibt es eine Station zum Gasflaschen nachfüllen, Ver- und Entsorgen, eine Tankstelle, 2 Supermärkte (Kiwi und Spar) und sogar eine Wohnmobilreparaturwerkstatt, alles auf dem gleichen Areal. So haben wir unsere Gasflaschen auffüllen können, die werden wir nämlich bei diesen Temperaturen noch dringend brauchen. Selbstverständlich haben wir auch alles andere Wohnmobilnotwendige erledigt.

    Dann kamen wir nach Bergen.
    Bergen, die „Stadt zwischen den sieben Bergen“, ist weit mehr als nur das Tor zu den norwegischen Fjorden. Mit rund 290.000 Einwohnern ist sie die zweitgrößte Stadt des Landes und blickt auf eine stolze Geschichte zurück, die bis zur Gründung im Jahr 1070 durch Olav Kyrre reicht. Einst war sie ein mächtiges Zentrum der Hanse, wovon das hölzerne Viertel Bryggen heute noch als UNESCO-Welterbe eindrucksvoll zeugt. Doch wer Bergen besucht, muss sich auf eine klimatische Besonderheit einstellen: Mit fast 240 Regentagen im Jahr gilt sie als eine der regenreichsten Städte Europas. Diese feuchte Frische sorgt allerdings auch für das üppige Grün, das die dramatische Küstenlage so einzigartig macht. Hier trifft hanseatisches Erbe auf moderne norwegische Lebensart – eine Kulisse, die einen trotz der tief hängenden Wolken immer wieder staunen lässt.

    Doch Bergen empfängt einen nicht immer mit offenen Armen – manchmal ist es erst einmal eine geschlossene Schranke. Wer mit dem Camper reist, merkt schnell: Die Stadt ist wunderschön, aber ihre Parkplatzpreise sind es nicht. Unsere Basis für zwei volle Tage war daher so unkonventionell wie praktisch: IKEA Åsane. 15 Kilometer außerhalb, aber mit einer exzellenten Busverbindung in die City. Der Plan war perfekt: Montagabend ankommen, parken, kurz stärken. Doch die Realität sah anders aus: Die Mitarbeiter des IKEA-Restaurants streikten. Statt Köttbullar gab es also eine erste Lektion in norwegischer Arbeitsmarktpolitik.
    Für die Erkundung der Stadt war die Bergen Card unser bester Verbündeter. Mit ca. 55 € pro Person für 72 Stunden ist sie zwar kein Schnäppchen, aber ein echtes „Enabler-Tool“, mit dem man Museen, Busse und Bahnen abdeckt und die Parkplatzsorgen einfach weit vor den Toren der Stadt lässt.

    Unser erster Tag in Bergen war ein Wechselspiel aus kulturellen Hürden, kulinarischem Stress und abgebrochener Wanderung: Das Freilichtmuseum Gamle Bergen, das wir gleich in der Früh besuchten, enttäuschte leider ein wenig, da vieles noch im Winterschlaf war. Also suchten wir das Weite und fuhren mit der Seilbahn auf den Ulriken. Wir hatten eine lange Wanderung geplant und mussten uns natürlich vorher etwas stärken, was gar nicht so einfach war. Die Annahme, dass an der Talstation der Ulrikenbahn ganz sicher ein Café sei erwies sich als irrig. Aber ganz in der Nähe liegt die Bergener Klinik. Und dort gab es dann doch noch ein erstaunlich gut sortiertes Café.
    Gut gestärkt machten wir uns dann auf zum Ulriken, Mit seinen 643 Metern ist er der höchste der sieben Berge rund um Bergen und bietet ein Panorama, das bei gutem Wetter bis weit hinaus auf das offene Meer reicht. Die dort geplante lange Wanderung fiel allerdings der Kälte und – Hand aufs Herz – dem falschen Schuhwerk zum Opfer.
    Stattdessen wählten wir den direkten Weg ins Tal: 1330 Stufen, von nepalesischen Sherpas meisterhaft aus Stein geschlagen. Ein Wadentraining, das man so schnell nicht vergisst!

    Zurück in der Stadt hieß es weiter improvisieren, da das Kunstmuseum KODE wegen Umstrukturierung geschlossen hatte. Nach einem Info-Stopp in der Markthalle widmeten wir uns den Klassikern: dem Fischmarkt und Bryggen.
    Der traditionsreiche Fischmarkt liegt direkt am Hafenbecken und ist seit Jahrhunderten der zentrale Treffpunkt für Einheimische und Reisende. Hier gibt es alles an Fisch, was dein Herz begehrt. Schon das Durchspazieren ist ein einziger Augenschmaus.

    Die farbenfrohen Häuser von Bryggen sind das pulsierende Herz von Bergen und gehören nicht ohne grund zum Unesco Welterbe.
    Das Souvenir-Highlight war ein echter Norwegerpulli, der mich künftig vor der norwegischen Kälte schützen muss.

    Am Abend wollten wir noch essen gehen, der Streik im Gastgewerbe machte uns die Suche aber schwer. Doch wir fanden schließlich in den historischen Mauern von Bryggen ein ausgezeichnetes Restaurant, das den Tag perfekt abrundete.

    Der zweite Tag begann im Bryggens Museum. Während die Dauerausstellung nichts Besonderes war, war die dortige Teppich-Ausstellung absolut beeindruckend. Die norwegische Textilkünstlerin Ragna Breivik verband meisterhaft traditionelle Webtechniken mit modernem künstlerischem Ausdruck. In über 25 Jahren intensiver Arbeit schuf sie die monumentale Serie Åsmund Frægdagjeva, welche die Geschichte einer mittelalterlichen Ballade erzählt. Ihre faszinierenden Werke schöpfen aus der norwegischen Natur sowie der Volkskunst und zeichnen sich durch eine völlig einzigartige, erzählerische Bildsprache aus.

    Danach ging es mit der Fløibanen auf den Hausberg Fløyen. Zusammen mit vielen anderen Tourist*innen genossen wir den wunderbaren Blick über die Stadt und den Fjord, bevor wir erneut zu Fuß den Abstieg antraten.
    Wieder auf Meereshöhe ließen wir uns durch das charmante Viertel Skostredet treiben und gönnten uns in einem tollen, wenn auch stolz bepreisten Schokoladenlokal eine heiße Schokolade als Belohnung. Über das malerische Knøsesmauet spazierten wir schließlich zur Festung Bergenhus, nur um – wie sollte es anders sein – vor verschlossenen Toren zu stehen.
    Erschöpft und auch ein wenig enttäuscht von den vielen geschlossenen Türen kehrten wir Bergen am späten Nachmittag den Rücken. Eine letzte Nacht auf dem bewährten IKEA-Parkplatz schloss den Kreis. Bergen fordert einen heraus, bietet aber Momente des echten Staunens – man muss sie nur zwischen Regenschauern, verschlossenen Türen und Streikposten finden.
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  • Tage 25 und 26: Zwei Regentage

    10 mai, Norvège ⋅ ❄️ 4 °C

    Ja, gestern und heute waren Regentage. Nicht optimal für uns, aber gut für die Natur, die nach Regen lechzt. Allerdings krebsen wir bei Temperaturen von knapp über dem Gefrierpunkt bis zu maximal 6 Grad herum. Heute hat es auf unserer Route sogar kurz aber heftig geschneit. Aufgrund des unwirtlichen Wetters haben wir unsere geplanten Outdoor- und Sportaktivitäten kurzerhand auf den Nimmerleinstag verschoben.
    Was aber haben wir wirklich getan, gestern und heute? Wir sind jetzt am Sognefjord: Er ist der längste und tiefste Fjord in ganz Norwegen und wird oft als „König der Fjorde“ bezeichnet. Er erstreckt sich von der Küste über 200 Kilometer weit in das Landesinnere bis an den Fuß hoher Gebirgsmassive. An seiner tiefsten Stelle misst er über 1.300 Meter, während die Uferberge oft fast ebenso hoch und dramatisch aufragen. Wir fuhren an einem Teil dieses Fjordes fast ganz herum. Die Strecke ist aber sehr abwechslungsreich, weil die Straße (oft sehr eng) durch viele mehr oder weniger lange Tunnels führt, aber auch Fähren sind notwendig. Die Küste ist so steil, dass gerade mal Platz für eine Straße geschaffen werden konnte. Glücklicherweise herrscht auf dieser Strecke kaum Verkehr, zumindest zu dieser Jahreszeit.
    Als erstes sind wir gestern mit der Fähre von Vagsnes nach Dragsvik gefahren, das ist eine Strecke von 30 Minuten und gilt als Straßenersatz. Von Dragsvik dann immer den Fjord entlang bis Balestad, wo es irgendwo recht versteckt im Ort, einen Platz für Ver- und Entsorgung gibt. Der Ort ist klein und eng und gestern gab es dort einen riesengroßen Jazzevent, sodass alles, was zwei Beine hat, auf dem Weg war. Daher war es sehr schwierig, den Weg aus dem Ort wieder unbeschadet zu finden. Ganz gemütlich mit ein paar Fotostopps fuhren wir dann weiter und fanden schon am frühen Nachmitteg einen ganz feinen Platz zum Verweilen und Übernachten. Das Wetter war grauslich und wir machten es uns im geheizten Balu gemütlich.
    Nachdem es dann nahezu die ganze Nacht geschüttet hat und das Wetter heute morgen auch keine Besserung verhieß, fuhren wir einfach an der Küstenstraße weiter, bis es uns zu fad wurde. Ganz zufällig entdeckten wir ein Hinweisschild Richtung Guddal. Nie gehört, nie gesehen, aber lass uns da mal hinfahren. Zunächst schlängelte sich eine sehr enge kurvenreiche Straße den Berg hinauf bis auf 400m. Ja, das ist eine Bergstraße...Regen und Schneefall wechselten einander ab, genauso wie sehr, sehr enge Strecken und 1,5- bis zweispurige. Aber die Fahrt war super und abwechslungsreich, auch wenn wir es zu wenig genießen konnten. Jetzt sind wir wieder im Tal und stehen auf einem schönen Platz neben einem lauten Fluss mit Wasserfall.
    Das Wetter soll besser werden, morgen fahren wir nach Bergen
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  • Tag 24: Keine Wasserfalltour

    8 mai, Norvège ⋅ ☁️ 9 °C

    Bei der Flam-Bahnfahrt haben wir festgestellt, dass der üblicherweise üppige Kjosfossen Wasserfall ein trauriges Rinnsal war. Das ist so, wenn die Schneeschmelze nicht ausreichend eingesetzt hat. Wir wollten aber die nächsten Tage mit einer Tour zu den berühmtesten Wasserfällen Norwegens machen, das können wir uns abschminken, weil die sind wahrscheinlich auch alle "tote Hose"
    Daher haben wir ab heute komplett umgestellt: zuerst auf den Aussichtpunkt "Stegastein" mit Traumblick auf den Aurlandsfjord. Der liegt auf der Trasse der bekannten "Schneestrasse", einem berüchtigten Bergübergang, der durch den fast 25 km langen Lærdalstunnel ersetzt wurde.
    Die Strasse ist im Winter gesperrt, bis sie selber ausapert, wahrscheinlich Anfang Juni. Wir fuhren aber noch die 5 km weiter bis zur Sperre, das musste einfach sehnsüchtigerweise sein
    Die Ersatzstrecke geht dann wieder zurück auf die E16 durch viele Tunnel vorbei an angepriesenen Orten (Undredal und Gudvangen),aber nicht für uns. Wir zweigten ein Stück später Richtung Norden über Myrkdalen auf eine nicht weniger spektuläre Gebirgstraße Fv13, genannt Vikafjellsvegen, das ganze Jahr schneegeräumt, über einen 1200 m hohen Pass. Hier gibt es öfters erheblichste Schneesturmschwierigkeiten. Wir haben ja wieder wunderschönes Wetter. Dennoch pfeift hier heroben auf knapp 1000m ein kalter Wind. Und hier ist definitiv noch Winter, auch, wenn die Schneeschmelze zaghaft eingesetzt hat. Wir hatten aber keinerlei Schwierigkeiten. Wir haben den Pass hinter uns und einen geschützten Übernachtungsplatz-Platz auf 700. m Höhe.
    Morgen gehts runter zur Fähre Vangsnes - Dragsvik und im Anschluss daran fast das gesamte Nordufer des 204 km langen Sognefjords(längster Fjord Norwegens) entlang bis Lavik und weiter nach Süden Richtung Bergen.
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  • Tag 23: Flåm und Flåmsbanen

    7 mai, Norvège ⋅ ☁️ 5 °C

    Jetzt sind wir so richtig im Fjordland. Heute haben wir in der Früh noch eine wirklich schöne und etwas herausfordernde Wanderung gemacht. Nicht sehr lang, aber durch relativ unwirtliches Gelände. Die Wanderung führte durch das Vindhellaskaret im Lærdal, ein echtes Meisterwerk historischer Straßenbaukunst, aber dann auch durch Wälder und über steile, schwach ausgetretene Pfade. Nach 2, 5 Stunden waren wir wieder zurück auf unserem Übernachtungsplatz. Es ging dann weiter nach Flåm.
    Das heißt: Von Stabkirchen zu Weltrekorden
    Unsere Reise führte uns von der historischen Stabkirche in Borgund direkt in ein modernes Weltwunder der Ingenieurskunst: den Lærdaltunnel.
    Mit über 24 Kilometern ist er der längste Straßentunnel der Welt. Doch er ist mehr als nur eine dunkle Röhre:
    Alle sechs Kilometer weitet sich der Tunnel in riesige, blau und gelb beleuchtete Hallen. Das hilft gegen die Monotonie beim Fahren.
    Eine Reinigungsanlage filtert Staub und Schadstoffe direkt unter Tage heraus – die Luftqualität ist überraschend gut und das System setzt auf hochsensible Sensoren und SOS-Stationen statt auf Videoüberwachung.

    Am Ende des Tunnels erreichten wir Flåm am Aurlandsfjord. Nachdem wir den Vormittag für eine Wanderung genutzt hatten, ließen wir es später entspannt angehen.
    Wir machten eine Tour mit der nostalgischen und sauteuren Flamsbahn und haben uns für die Fahrt hin und zurück entschieden. Sie führt von Flåm nach Myrdal und wieder zurück.
    Dass die Bahn spektakulär ist, sieht man. Aber erst die Zahlen dahinter machen die Fahrt zu einem echten Erlebnis: Gebaut wurde sie zwischen 1923 und 1940. Mit einem Höhenunterschied von 864 m auf 20 km ist sie eine der steilsten Normalspurbahnen der Welt.
    ​Auf fast der gesamten Strecke beträgt die Steigung 5,5 % – das bedeutet, auf 18 Metern Fahrt gewinnt der Zug einen Meter an Höhe. Und das ganz ohne Zahnradantrieb!
    ​Von den 20 Tunneln auf der Strecke wurden 18 von Hand gegraben. Die Arbeiter schafften damals etwa einen Meter Tunnel pro Monat. Insgesamt dauerte der Bau fast 20 Jahre.
    ​Um die enorme Höhe zu überwinden, fährt der Zug durch den Vatnahalsen-Tunnel eine komplette 180-Grad-Kurve im Inneren des Berges. Man verliert kurz die Orientierung und taucht an einer völlig anderen Stelle wieder auf.
    ​Da es so steil bergab geht, ist jeder Waggon mit fünf separaten Bremssystemen ausgestattet, die alle unabhängig voneinander den Zug stoppen können.

    ​Derzeit und überhaupt befördert die Bahn hauptsächlich Tourist*innen, für die an besonders sehenswerten Stellen Stopps eingeplant sind.
    Beim obligatorischen Halt am berühmten Wasserfall Kojsfossen zeigte sich heute die Natur pur. Da die Schneeschmelze aufgrund der Kälte noch auf sich warten lässt, präsentierte sich der sonst tosende Kjosfossen als ein fast schon schüchternes, leises Rinnsal. Ein seltener Anblick, der die Ruhe der noch winterlichen Bergwelt unterstreicht.

    Alles in allem hatten wir einen interessanten, schönen Tag. Und ich muss es immer wieder betonen: Das Wetter ist einfach nur strahlend schön. Allerdings wäre es auf Zypern wärmer.
    Und dann hatten wir noch den perfekten Stützpunkt: Camping Flam
    Ein schöner Stellplatz ist die halbe Miete. Der Campingplatz direkt im Ort hat uns begeistert:
    Top Infrastruktur: Alles ist modern und sehr gepflegt.
    Kulinarik-Bonus: Die Küche ist hervorragend ausgestattet. Wir haben sie ausführlich genutzt, um uns ein ordentliches Abendessen zuzubereiten – nach einem Tag an der frischen Luft genau das Richtige.

    Noch ein Tipp
    Wer fit ist, sollte die Flåmsbana für eine Strecke nutzen und den Rückweg zu Fuß durch die alpine Flora antreten.
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  • Tag 21 und 22: Zwischen Oslo und Borgund

    6 mai, Norvège ⋅ ☁️ -1 °C

    In Oslo hat uns der Frühling endlich eingeholt. Alles grün, alles steht derzeit in Blüte. Der Frühling hat es geschafft. Jetzt aber sind wir wieder schneller.
    Gestern haben wir in Oslo noch den Skulpturenpark Vigeland besucht.
    Der Vigelandpark ist das Lebenswerk von Gustav Vigeland (1869–1943), der nicht nur die 212 Skulpturen, sondern auch die gesamte Gartenarchitektur entwarf. Das zentrale Thema ist der Zyklus des Lebens – von der Geburt bis zum Tod.
    ​Der Park ist streng symmetrisch entlang einer 850 Meter langen Achse gegliedert. Besonders beeindruckend und weithin sichtbar ist der Monolith: Der höchste Punkt des Parks. Die 14 Meter hohe Säule wurde aus einem einzigen Granitblock gehauen und zeigt 121 ineinander verschlungene Figuren, die nach oben streben (Symbol für die Sehnsucht nach Spiritualität).

    Die ganze Gegend um den Park bietet nicht die geringste Parkmöglichkeit. Wir hatten aber Glück und konnten uns auf einen kirchlichen Privatparkplatz stellen, nachdem wir im zur Kirche gehörenden Cafe gefragt haben und dort auch unser spätes Frühstück konsumiert haben.
    Der Bescuch im Park dauerte in etwa 1,5 Stunden. Dann fuhren wir weiter, weg von der Küste ca. 120 km Richtung Norden, wo wir es uns auf einem schönen Platz an einem eiskalten Fluss gemütlich machten. Das Wetter ist immer noch strahlend schön, aber auf unserem Platz hatte es in der Nacht und heute morgen 0 Grad,
    Es wurde heute dann aber schnell etwas wärmer, sodass wir eine 10 km lange, recht unspektakuläre Wanderung machen konnten, bevor wir zum eigentlichen Ziel dieser Tour weiterfuhren: Wieder 120 km nach Borgund. Diese Fahrt heute war spektakulär, weil sie uns auf eine Höhe ü.d.M. von 1100 m führte. Und hier liegt noch ordentlich Schnee und die zwei großen Seen, an denen wir vorbeifuhren, waren als solche nicht zu erkennen, weil sie erstens zugefroren und zweitens mit einer Schneedecke bedeckt sind. Natürlich ist es da oben saukalt. Es ging dann aber wieder ins Tal nach Borgund, das wegen seiner einzigartigen Stabkirche bekannt ist.

    Stabkirchen sind die architektonischen Juwelen Norwegens – eine faszinierende Verschmelzung von christlicher Symbolik und Wikinger-Tradition. Sie
    entstanden im 12. und 13. Jahrhundert, als das Christentum in Norwegen Einzug hielt. Von einst über 1.000 Kirchen sind heute nur noch 28 Originale erhalten.
    Der Name "Stabkirche" leitet sich von den vertikalen Holzpfosten (Stäben) ab, die das Skelett der Kirche bilden. Das gesamte Gebäude besteht aus Holz – ohne Metallnägel.

    Die Stabkirche von Borgund (erbaut um 1180) gilt als die authentischste aller Stabkirchen, da sie baulich seit dem Mittelalter kaum verändert wurde.
    Sie hat die klassischen sechs Stufen von Dächern und Galerien. Die Schnitzereien am Westportal zeigen kämpfende Drachen und Rankenmotive – ein Meisterwerk mittelalterlicher Kunst.

    Direkt neben der Stabkirche von Borgund befindet sich ein modernes Besucherzentrum mit Ausstellungen zur Geschichte- deswegen weiß ich das alles-😃😜, ein Cafe und der obligate Souvenirladen. Der Besuch der Kirche und des Informationszenrums dauerte nicht länger als eine Stunde. Danach machten wir uns auf zu unserem heutigen Übernachtungsplatz, 5 km weiter.
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  • Tage 19 und 20: Oslo WOW!!

    3 mai, Norvège ⋅ ☁️ 12 °C

    So, wir sind in Oslo und für uns ist die Stadt schlicht und ergreifend ein Wahnsinn. In die Stadt kommen wir mit der Metro, Ticket macht man online mit der Ruter App. Ja, in Skandinavien geht alles online und Bargeld haben wir hier weder besessen noch gesehen. Selbst der kleinste Betrag wird mit Karte bezahlt. Und überall ist Selbstbedienung: Man bestellt und bezahlt an der Kasse, nimmt sich das Bestellte und Bezahlte mit zum Tisch und räumt dann auch wieder ab. In manchen Lokalen macht man sich auch den Kaffee selbst, holt sich die Getränke selbst aus dem Kühlschrank und wärmt Baguette, Pizzaschnitten o.ä. selber in der Mikrowelle auf. Zahlen muss man aber trotzdem reichlich. 😄

    Jetzt aber zu Oslo:
    Gegründet um 1000 n. Chr. und nach einem Großbrand 1624 als „Christiania“ neu aufgebaut, erhielt die Stadt erst 1925 ihren ursprünglichen Namen Oslo zurück. Heute ist sie mit rund 710.000 Einwohner*innen eine der am schnellsten wachsenden Metropolen Europas, wobei beeindruckende 60 % des Stadtgebiets aus geschützten Wäldern und Wasser bestehen. Historisch vom Seehandel geprägt, hat sich Oslo heute zu einem globalen Vorreiter für nachhaltige Architektur und grüne Stadtplanung entwickelt.

    Vergesst alles, was ihr über verstaubte Hauptstädte wisst. Oslo ist anders. Es ist mutig, grün und wirkt fast so, als hätten die Stadtplaner*innen und Architekt*innen der Zukunft hier einen Spielplatz gefunden. Zwischen tiefblauem Fjord und dichten Wäldern hat sich die Stadt in den letzten Jahren komplett neu erfunden – und wir durften zwei Tage lang mittendrin sein.

    Das Herz des modernen Oslos schlägt in Bjørvika. Hier steht die berühmte Oper (eröffnet am 12. April 2008), die wie ein weißer Gletscher aus dem Wasser ragt. Die ganze Oper besteht aus Carrara Marmor. Das Beste? Man kann (und soll!) ihr aufs Dach steigen. Der Blick über den Fjord ist bei kühlem, klarem Wetter einfach unschlagbar. Die Oper war gestern auch unser erstes Ziel. Direkt daneben besuchten wir anschließend die Deichman Bibliothek (eröffnet am 18.Juni 2020), die wirklich neue Maßstäbe setzt: Es ist kein stiller Büchertempel, sondern ein offenes, lichtdurchflutetes Wohnzimmer für die ganze Stadt.

    Den gestrigen Nachmittag haben wir dann ganz entspannt verbracht:
    Erst stöbern auf dem charmanten Künstlermarkt, dann mit allen Sinnen genießen in der Markthalle im Viertel VULKAN. Das Viertel Vulkan zeigt perfekt, wie alte Industrieareale zu lebendigen Genussorten werden.

    Oslo ist ein Eldorado für Ästheten. Im neuen, vertikalen Munch Museum begegnet man nicht nur dem "Schrei", sondern auch einer Architektur, die sich stolz über die Skyline beugt. Ein vertikales Museum beschreibt ein Architekturkonzept, bei dem die Ausstellungsräume nicht – wie klassischerweise üblich – weitläufig in der Fläche verteilt, sondern in die Höhe gestapelt werden. Das Museum ist 58 m hoch, verläuft über 13 Stockwerke und ist eines der größten Museen weltweit, das nur einem einzigen Künstler gewidmet ist und dessen Werke permanent ausstellt. Neben den Werken von Eduard Munch läuft derzeit die beeindruckende Ausstellung der feministischen Malerin Paola Rego und eine Installation des koreanischen Künstlers Kim Handkyul. Nach 2 Stunden intensiven Schauens und Lesens und Staunens im Museum, ist es für uns an der Zeit gewesen, die Dachterrasse im 13. Stock zu besuchen und hoch über den Dächern von Oslo Aperol Spritz und Campari Spritz zu genießen.

    Heute Nachmittag schlenderten wir dann auf die andere Seite des Osloer Fjords, immer am Hafen entlang nach Tjuvholmen. Das Viertel wirkt wie eine begehbare Design-Galerie direkt am Wasser. Als historischer Gegenpol dazu thront die Festung Akershus über dem Hafen – ein Ort, an dem man die Wurzeln Oslos spürt, während im Hintergrund die modernen Fähren vorbeiziehen.

    Was uns besonders fasziniert hat? Die Lebensqualität. Mitten im Stadtzentrum, direkt am Hafenbecken, rauchen die Schornsteine der schwimmenden Saunen. Es gibt kaum etwas Cooleres (oder Nordischeres), als zwischen Hightech-Büros und Opernhaus ins kalte Fjordwasser zu springen. Haben wir nicht gemacht, aber es sieht verdammt cool aus.

    Bevor wir morgen Oslo den Rücken kehren, steht noch der legendäre Vigeland-Skulpturenpark auf dem Programm. Dazu morgen mehr.
    Tipp für Oslo-Reisende: Oslo lässt sich wunderbar zu Fuß oder mit dem Rad erkunden. Die Wege sind kurz, die Architektur ist Weltklasse und das Licht am Fjord macht jeden Filter überflüssig.
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  • Tag 18: Von Molkom nach Oslo

    3 mai, Norvège ⋅ ☁️ 13 °C

    Nach einem feinen Frühstück haben wir uns heute früh von Nadja, Karim und den Kindern verabschiedet und sind nach Oslo weitergefahren. Das waren 253 km. Bevor wir nach Norwegen einreisen konnten, gab es noch zwei wichtige Sachen zu erledigen.
    1. Lebensmittel einkaufen, soviel geht. An der Grenze zu Norwegen auf der schwedischen Seite gibt es ein großes Einkaufszenztrum, das nahezu ausschließlich von Norweger*innen frequentiert wird. Warum wohl? Weil in Norwegen alles viel teurer ist. So haben auch wir unser Auto mit haltbaren Lebensmitteln aufgefüllt. Jetzt kann eine riesige Hungesnot ausbrechen. Wir verhungern garantiert nicht.
    2. Diese zweite Aktion war viel spannender. Da wir gern und reichlich Wein trinken, haben wir schon zu Hause unser Auto mit Wein vollgeladen, wissend, dass in Skandinavien im Allgemeinen und in Norwegen im Besonderen der Wein unerschwinglich teuer ist. Allerdings darf man nach Norwegen nur geringe Mengen Wein einführen, der Rest ist zu verzollen. Das wussten wir, aber man sagte uns, da gäbe es eine App, über die man das ganz easy machen kann. Ja, es gibt die App. Die rechnet genau aus, wieviel du zu bezahlen hast. Das ging alles blendend. Nur beim letzten Schritt "Bezahlen" hapert es. In Norwegen gibt es nämlich die BezahlApp Vipps und die anfallenden Zollgebühren konnten nur damit bezahlt werden. Diese BezahlApp setzt aber voraus, dass man ein norwegisches Bankkonto, eine norwegische Personen immer und eine norwegische Telefonnummer hat. Also mussten wir an der Grenze zum Zoll unseren überschüssigen Wein deklarieren. Das war schließlich eine Prozedur von fast einer Stunde, obwohl ich in die ZollApp alles eintragen und ausgerechnet hatte. Und welch ein Wunder; Die Zollbeamtin kam tatsächlich zum gleichen Ergebnis, dauerte halt länger. Dafür war die Frau aber richtig nett. So, die Formalitäten sind erledigt und wir fahren endlich nach Norwegen.
    Heute stehen wir auf einem Parkplatz bei einer Metrostation ziemlich außerhalb von Oslo (Skøyenåsen)- parken ist in Oslo nahezu unmöglich-. Hier können wir auch übernachten und morgen fahren wir dann mit der Metro in die Stadt.
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  • Tag 16 und 17: Urlaub bei Freunden

    1 mai, Suède ⋅ ☀️ 15 °C

    Wir sind also am Mittwoch hier in Molkom angekommen, d.h. unsere Freunde wohnen ca. 15 Autominuten außerhalb von Molkom. Am Donnerstag in der Früh haben wir die Ruhe und die Wahnsinnslage dieses Hauses und der Umgebung erst so richtig wahrgenommen. Tatsächlich ein Traum und wir haben die Zeit dort so richtig genossen, quasi als Urlaub vom Reisen. Wir sind gemeinsam mit Nadja und Karim und den Kindern gewandert, sind mit dem Boot hinaus auf den See gefahren und gerieten einmal fast in Seenot, da das Boot aufgrund einer größeren Welle fast gekentert wäre. Nichts Schlimmes passiert, aber weil wir richtig durchnässt waren und die Tempereturen nasse Kleidung nicht zuließen, mussten wir halt umdrehen. Nach dem Kleiderwechsel ging es dann wieder hinaus auf den See und weiter zu einer kleinen, idyllischen Insel.

    Neben wandern und Bootfahren haben wir aber natürlich auch ausgezeichnet und reichlich gegessen, meistens von Nadja oder Karim selbst zubereitet. Nur einmal gingen wir essen. Es gibt hier in der Gegend kaum Restaurants und so mussten wir 40 Minuten zur Big Hill Lodge in Filipstad fahren. Hat sich aber gelohnt.

    In sehr interessanten Gesprächen über das Leben in Schweden haben wir viel über Land und Leute erfahren und besonders viel über das schwedische Schul- und Bildungssystem. Wie schön und einfach es doch wäre, wenn unsere Bildungsverantwortlichen bereit wären, was zu lernen. Schule, die Kindern, Lehrer*innen und Eltern Freude macht, Schule, die nicht problematisiert, sondern mit tauglichen Mitteln fördert und fordert. Ich könnte ein Buch darüber schreiben,,,,,,

    Molkom selber haben wir nicht besucht, aber einiges darüber erfahren.
    Molkom ist ein kleiner Ort in der Provinz Värmland, etwa 30 Kilometer nördlich von Karlstad. Er liegt idyllisch am See Molkomsjön und ist vor allem für zwei Dinge bekannt:
    Ängsbacka: Ein international bekanntes Kurszentrum für persönliches Wachstum, Yoga und Spiritualität. Besonders das jährliche „No Mind Festival“ zieht Besucher aus aller Welt an und ist in Nordeuropa das größte Festival dieser Art.
    Molkoms folkhögskola: Eine renommierte Volkshochschule mit Schwerpunkt auf Film, Fernsehen und Schauspiel.
    Ein interessanter Fakt: Der Dokumentarfilm „Three Miles North of Molkom“ (2008) zeigt auf humorvolle Weise das Leben während der Festivals in Ängsbacka.
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  • Tag 13,14,15: Von Stockholm nach Molkom

    29 avril, Suède ⋅ ☁️ 14 °C

    Wir fahren jetzt wieder quer durch Schweden, mittlerweile Mittelschweden (das ist wichtig, weil die Mittelschweden mit den Südschweden nichts zu tun haben wollen). Südschweden endet also von Süden kommend auf der Linie Göteborg - Stockholm.
    Unsere Route führt also in nordwestlicher Richtung quer durchs Land Richtung Norwegen. Die Gegend lässt sich folgendermaßen beschreiben; Ein See, Wald, noch ein See, schon wieder ein See, schau ein See, dazwischen und rundherum Wälder. Naturparks links der wirklich gut ausgebauten Schnellstraße, Naturparks rechts davon. Sicher, es gibt auch kleinere und größere Orte und Städtchen. Sonst aber Natur, Natur, Natur: wunderschön, jeder See ein einziger Traum, auch weil derzeit wirklich strahlend schönes Wetter ist. Rund um die Seen gibt es überall wirklich gute Wandermöglichkeiten. Das alles sind Orte, die eigentlich zum Verweilen einladen, wenn man Ruhe und Einsamkeit sucht.
    Am Montag haben wir den kleinen Ort Sigtuna besucht.
    Sigtuna gilt als die erste Stadt Schwedens und verzaubert Besucher sofort mit ihrem charmanten, mittelalterlichen Stadtkern direkt am Mälaren-See. Beim Schlendern durch die historische Storgatan entdeckt man farbenfrohe Holzhäuser, gemütliche Cafés und das kleinste Rathaus des Landes. Geschichtsliebhaber finden hier zudem eine beeindruckende Dichte an jahrtausendealten Runensteinen, die zwischen den Ruinen alter Steinkirchen von Wikinger-Zeiten erzählen.
    Übernachtet haben wir nach einer Gesamtstrecke von 112 km auf der kleinen Insel Björnö, natürlich an einem See. Hier gibt es ganz viele Grillplätze, auf denen die Gemeinde wirklich tolle Grillstellen gebaut hat. Täglich fahren Gemeindebedienstete vorbei, um das Grillholz, das natürlich im Trockenen gestapelt ist, aufzufüllen. Toller Service, finden wir.
    Am Dienstag sind wir dann 128 km weitergefahren bis Örebro, wo wir wieder an einem wunderschönen See übernachteten. Hier stehen sogar noch ein paar andere Camper, lauter Schweden, 1 deutsches Wohnmobil und ein Dauercamper in einem nicht mehr fahrtüchtigen uralten Wohnmobil. Auch hier sind wir auf eine ähnliche Grillinfrastruktur getroffen. Noch ist ja nicht viel los, aber ein Schwede, der hier lebt, hat uns erzählt, dass die Schweden fanatische Griller seien und dass es ab Mitte Mai so richtig losgeht.
    Heute haben wir noch die Stadt Örebro besucht, die uns wirklich positiv überrascht hat.
    Die Stadt ist sowas wie Liebe auf den zweiten Blick, aber dann überzeugt sie mit einer perfekten Mischung aus urbaner Coolness und Natur. Das absolute Wahrzeichen ist der Wasserturm Swampen, das heißt "Pilz", der oben ein tolles Café hat und einen fantastischen Panoramablick auf 58m Höhe. In krassem Gegensatz dazu thront das imposante Schloss aus dem 14. Jhdt. wie eine uneinnehmbare Festung mitten im Fluss Svartån und bildet das historische Herzstück der Stadt. Direkt daneben bietet das lebendige Freilichtmuseum Wadköping mit seinen karmesinroten Holzhäusern eine idyllische Zeitreise in das alte Schweden. Für Naturfreunde sind die nahegelegenen Naturreservate Oset und Rynningeviken am Hjälmaren-See ein echter Geheimtipp, da man hier wunderbar wandern und Vögel beobachten kann, ohne die Stadt weit verlassen zu müssen.
    Nach diesem Kurzbesuch fuhren wir weiter nach Molkom zu unseren ehemaligen Nachbarn und Freunden Nadja und Karim mit Ben und Mia, die sich tatsächlich hier in Schweden angesiedelt haben.
    Nachdem wir hier ihr Anwesen gesehen haben, verstehen wir jetzt, warum. Hier haben wir heute nicht mehr viel gemacht, aber wunderbar zu Abend gegessen und reichlich Alkohol getrunken.
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  • Tag 11 und 12: Stockholm

    26 avril, Suède

    Gestern sind wir relativ früh nach Stockholm gefahren. Das waren gerade mal 30 km. In Stockholm Parkplätze zu finden ist extrem schwierig. Stellplätze oder Campingplätze gibt es derzeit überhaupt keine. (Erst wieder ab Mitte Mai) Dank P4N haben wir schließlich einen Parkplatz gefunden, auf dem man auch über Nacht stehen darf. Von dort sind es zu Fuß allerdings 5,5km bis ins Stadtzentrum (Gamla). Als wir dort ankamen, war gerade noch ein Parkplatz frei, den uns irgendein Wichtigtuer madig machen wollte, was wir aber schließlich ignorierten.
    Es war wirklich saukalt und windig, am Nachmittag gab es sogar kurz Schneegestöber, aber wir machten uns extrem vermummt und tapfer auf den Weg ins Zentrum. Der Weg dorthin ist wirklich schön und bei etwas angenehmeren Temperaturen wahrscheinlich ein wirklicher Wandergenuss. Die Stockholmer*innen sind allerdings unverwüstlich, sind glücklich über die hellen Tage und trotzen den eisigen Temperaturen. Gefühlt läuft, joggt, rennt ganz Stockholm.
    Wir begannen unsere Stadtbesichtigung beim Stockholmer Rathaus. Es ist mit seiner markanten Silhouette aus acht Millionen Ziegeln das architektonische Wahrzeichen der schwedischen Hauptstadt. Zwischen 1911 und 1923 erbaut, gilt es als bedeutendes Beispiel der Nationalromantik und Schauplatz des Nobelpreis-Banketts. Besonders lebendig wird die Kulisse durch die zahlreichen Paare, die sich hier beinahe am laufenden Band das Jawort geben. Ein Highlight bleibt der Goldene Saal, dessen Mosaike aus 18 Millionen Goldplättchen die schwedische Geschichte illustrieren. Heute verbindet das Haus politische Aktualität mit einem der schönsten Panoramablicke über die Stockholmer Altstadt.

    Weitere Highlights unserer Route durch die schwedische Metropole waren: Ein Besuch am Königlichen Dramatischen Theater (Dramaten) mit seiner markanten Jugendstil-Fassade. Von dort ging es vorbei am Rosenbad, dem imposanten Regierungssitz, direkt in das Herz der Stadt: Gamla Stan. Die engen Gassen und das historische Flair im alten Zentrum sind ein Muss für jede*n Kulturliebhaber*in
    Danach fuhren wir zum Vasa-Museum: Statt modernem Bus wählten wir die Nostalgiebahn. Die Fahrt in der historischen Straßenbahn Richtung Djurgården ist das perfekte Entschleunigungs-Erlebnis.
    Krönender Abschluss war das Vasa-Museum. Das fast vollständig erhaltene Kriegsschiff aus dem 17. Jahrhundert ist schlichtweg atemberaubend – ein monumentales Stück Zeitgeschichte, das man gesehen haben muss.
    Die Vasa sank 1628 auf ihrer Jungfernfahrt bereits nach wenigen hundert Metern im Stockholmer Hafen, da sie aufgrund ihrer massiven Bewaffnung und einer Fehlkonstruktion instabil war. Nach über 333 Jahren im sauerstoffarmen Brackwasser der Ostsee wurde das Wrack 1961 geborgen und ist heute zu fast 98 Prozent im Originalzustand erhalten. Besucher können nun die tausenden kunstvoll geschnitzten Holzskulpturen bewundern, die das Schiff einst als schwimmenden Palast und imposantes Machtsymbol des schwedischen Königs schmückten.
    Danach aber waren wir ziemlich erschöpft, machten uns aber tapfer zu Fuß auf den Weg Richtung Übernachtungsplatz, nicht ohne einen Abstecher noch in die wunderschönen und bestens sortierten Markthallen (Saluhallen) zu machen. Dann marschierten wir die 5,5 km zurück zum Balu. Das waren gestern 18 km Fußmarsch.
    Heute gingen wir am späteren Vormittag nochmals zurück in die Gamla, genossen in einem feinen Cafe ein köstliches spätes Frühstück und besuchten noch die Katherinenkirche und einen besonderen Aussichtspunkt bei einem Restaurant gleich daneben. Am Nachmittag machten wir noch eine sehr interessante Bootsfahrt durch den Stockholmer Schärengarten.
    Am späten Nachmittag fuhren wir diesmal mit der U-Bahn zurück zu unserem Stellplatz, fuhren aber heute noch 20 km etwas außerhalb von Stockholm nach Sollentuna auf einen Parkplatz am See. Dort kochten wir uns noch ganz gemütlich Lachsnudeln mit Salat.
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  • Tag 9 und 10: Auf dem Weg nach Stockholm

    24 avril, Suède ⋅ ☀️ 14 °C

    Wir fahren von Göteborg nach Stockholm quer durch Südschweden, von der Nordsee zur Ostsee. Das sind 470 km, wir haben es nicht eilig und zwei Übernachtungen an Seen und Fjorden lassen das richtige Schwedenfeeling aufkommen. Gestern haben wir noch eine lange Wanderung am See von Ulicehamn gemacht. Danach war noch Einkaufen im Ica angesagt. Zurück am Parkplatz konnten wir noch Wasser tanken und Schwarz- und Grauwasser entsorgen, bevor wir weiter Richtung Nordosten weiterfuhren. Die Strecke ist typisch schwedisch, links und rechts Wälder, dazwischen kleine und große Seen. Der Winter ist hier gerade vorbei, der Frühling gibt zaghafte Lebenszeichen. Aber das Wetter ist top. Sonne und strahlend schön.
    Gestern sind wir dann noch 250 km gefahren bis nach Kolmarden. Das ist ein kleiner Ort an einem Naturpark am Bräviken Fjord. Wir fanden hier einen schönen ruhigen Übernachtungsplatz.
    Heute morgen dann eine ausführliche Wanderung durch den Nationalpark.
    Danach ganz gemütlich in der Sonne sitzen und am Nachmittag fuhren wir schließlich weiter. Jetzt stehen wir ganz in der Nähe von Stockholm in Södertälje am Hallsfjärden. Heute waren wir zum ersten Mal auf dieser Reise essen, weil gleich neben unserem Übernachtungplatz ein schönes Restaurant steht. Das Essen war köstlich, der Abend gemütlich.
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  • Tag 7 und 8: Weiter nach Göteborg

    21 avril, Suède ⋅ ☀️ 14 °C

    Gestern am späten Vormittag machten wir uns von unserem wunderschönen Meerplatz auf nach Göteborg. Das waren 210 km bis zum Übernachtungsplatz in Göteborg neben einer Brücke, die direkt in die Stadt führt und neben der man zwar nicht schön, aber ungestört parken und übernachten kann. Auf der Fahrt nach Göteborg haben wir festgestellt, dass der Frühling sich redlich bemüht, bemerkt zu werden und ein paar Spuren zu hinterlassen. Im Augenblick aber bleibt es noch beim Bemühen. Die Bäume beginnen ganz langsam auszutreiben. Blühen tut noch gar nichts. Und auch die Sonne tut, was sie kann. Es ist nämlich strahlend schön, aber mehr als 12 Grad schafft derzeit hier die strahlendste Sonne nicht.
    Aber zurück zu unserem Platz: Gerade mal 1 km entfernt gibt es quasi mitten im Industriegebiet der Stadt eine ganz tolle Freizeitanlage mit Schwimmbad, Sauna und Dusche (Jubiläumspark). Unglaublich: Das alles kostenlos. Ist derzeit an Wochentagen ab 17:00 Uhr geöffnet, an Samstagen, Sonn- und Feiertagen ab 14:00 Uhr. Wir haben das Angebot genutzt und in vollen Zügen genossen. Mehr haben wir dann gestern von Göteborg nicht mehr gesehen. Aber dieser erste Eindruck machte uns die Stadt schon auf den ersten Blick sympathisch.

    Heute Früh sind wir dann um halb 10 auf Stadtbesichtigung aufgebrochen. Ok, Göteborg ist eine schwedische Stadt am Meer, ohne viel Schnickschnack, ohne viele pompöse Sehenswürdigkeiten, aber mit vielen kleinen netten Geheimtipps. Und Göteborg ist derzeit eine einzige Baustelle. Überall wird gebaggert, gebohrt, aufgerissen, zubetoniert. Aufgrund der vielen Umleitungen hat Google Maps alle Hände voll zu tun, einigermaßen akzeptable Wege zu finden. Wir haben aber tapfer unseren gestern geplanten Rundgang durchgezogen.

    Göteborg zu Fuß: Zwischen Zimtschnecken, Küsten-Kultur und See-Idylle
    Manchmal sind es die ungeplanten Begegnungen und der bewusste Verzicht auf Hektik, die einen Städtetrip unvergesslich machen. Unser Tag in Göteborg war genau das: Eine perfekte Balance aus hanseatischem Flair, tiefen Einblicken in die Stadtgeschichte und dem Luxus, sich einfach treiben zu lassen.

    Der perfekte Start: Brunch & Industrieromantik
    Eingeschlafen sind wir im rauen, kreativen Charme von Ringön. Wer hier parkt, spürt den Puls des modernen Göteborgs. Von dort aus hieß es: Schuhe schnüren! Unsere Stadtwanderung begann mit einem kulinarischen Paukenschlag in der Brunchoteket. Wer Qualität vor Quantität sucht, ist hier goldrichtig – ein Frühstück, das Kraft für die kommenden Kilometer gab.

    Märkte, Handwerk und ein Hauch Geschichte
    Der Vormittag gehörte den Sinnen. In den Markthallen (Saluhallen) tauchten wir ein in die Welt regionaler Köstlichkeiten, bevor uns das Kronhuset und die Kronhusbodarna in das 17. Jahrhundert entführten. Es ist faszinierend, wie zwischen den historischen Mauern das traditionelle Handwerk überlebt hat.

    Natürlich durfte ein Abstecher zur Feskekôrka, der berühmten Fischkirche, nicht fehlen. Auch wenn wir dort nur schauten, war der maritime Vibe der Stadt hier überall greifbar.

    Das Herz von Göteborg: Haga & Skansen Kronan
    Unser persönliches Highlight war der Stadtteil Haga. In den kopfsteingepflasterten Gassen scheint die Zeit stillzustehen. In einem kleinen, urigen Laden fanden wir nicht nur extravagante Keksformen für unsere Küche zuhause, sondern auch ein wunderbares Gespräch mit der Besitzerin. Genau das sind die Momente, die man in keinem Reiseführer kaufen kann – echte Gastfreundschaft und ein kurzer Austausch über das Leben im Norden.
    Nach dem Aufstieg zur Festung Skansen Kronan wurden wir mit einem Panoramablick über die Dächer belohnt. Der Abstieg führte uns – wie sollte es anders sein – zurück nach Haga. Bei einer der legendären, riesigen Zimtschnecken im Café Husaren ließen wir die Seele baumeln.

    Vom Asphalt ans Ufer
    Bevor wir die Stadt verließen, gab es noch einen strategischen Stopp: Zurück in den Markthallen besorgten wir uns frischen Fisch für den Abend. Mit der Beute im Gepäck kehrten wie müde und zufrieden zum Camper zurück
    Doch der Tag war noch nicht zu Ende. Da wir gut in der Zeit lagen, ließen wir den urbanen Trubel hinter uns und steuerten Richtung Stockholm.

    Der Ausklang: Stille am Åsunden
    Jetzt sitzen wir an einem spiegelglatten See bei Ulricehamn. Die Sonne versinkt langsam hinter den Nadelbäumen und die Hektik der Großstadt fühlt sich Lichtjahre entfernt an. Wir sitzen im Wohnmobil, bei Fisch und Gemüse und einem Gläschen Weßwein und genießen das Leben.
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  • Tag 6: Ein Tag am Meer

    20 avril, Suède ⋅ ☀️ 12 °C

    Oh, welch ein Wunder: Der heutige Tag war strahlend schön, kühl zwar, etwas windig, aber Sonne, Sonne, Sonne. Da kommt richtig Freude auf. So haben wir beschlossen, heute hier zu bleiben, die Gegend zu erwandern und die Ruhe und die Natur zu genießen. Durch Torekov, das ist der Ort, in dessen Nähe wir übernachten, führt der bekannte schwedische Fernwanderweg Skäneleden. Auf einem kleinen Teil davon machen wir heute eine Wanderung, in der Hoffnung, unsere Tradition fortsetzen zu können und nach einem starken Kaffee im Balu gemütlich irgendwo frühstücken zu können. Aber nichts da. Alles zu, noch keine Spur von Saison. Da müsst ihr in zwei Monaten wieder kommen, hieß es in einer Bar, die offen schien, aber geschlossen hatte. Eine private Männerpartie hatte sich dort eingefunden. Aber meine Enttäuschung war sichtbar und so bekam ich doch noch eine Tasse Kaffee.
    Der Weg führte vorbei ab einem riesengroßen Golfplatz und überall am Strand stehen Bunker herum, Zeugen einer düsteren Zeit.
    Am Nachmittag waren wir wieder zurück, planten unsere weitere Reise bzw, die nächsten Tage und genossen die Ruhe und das Nichtstun.
    Besonders schön ist es, die Nonnengäse, die hier scharenweise vorkommen, zu erleben. Früher glaubten die Menschen, dass diese Gänse aus Entenmuscheln schlüpfen, da ihre arktischen Brutplätze unentdeckt blieben – daher rührt auch ihr englischer Name „Barnacle Goose“. Spektakulär ist der Lebensstart der Küken, die sich bereits drei Tage nach dem Schlüpfen von bis zu 120 Meter hohen Klippen stürzen, um ihren Eltern zum Futterplatz zu folgen. Trotz dieses riskanten Falls überleben viele Jungtiere den Aufprall auf den Felsen dank ihrer extrem leichten Knochen und der dämpfenden Daunen.

    Am Abend erlebten wir bei Pasta all'aglio, olio e peperoncino einen herrlichen Sonnenuntergang.
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  • Tag 5: Wir sind in Schweden

    19 avril, Suède ⋅ ☁️ 10 °C

    Der Himmel war grau und regnerisch, als wir uns heute auf den Weg über die Oresund-Brücke nach Schweden machten. Jetzt haben wir uns doch für die Brücke entschieden und nicht für die Fähre von Helsingör in Dänemark nach Helsingborg in Schweden. Wir haben ein Kombiticket Rostock-Gedser + Öresundbrücke gekauft. Kostet 142 €, aber die Preise schwanken je nach Buchung und Saison

    Die Öresundbrücke wurde zwischen 1995 und 2000 erbaut und nach einer Bauzeit von rund fünf Jahren am 1. Juli 2000 offiziell eröffnet. Das reine Brückenbauwerk hat eine Länge von 7.845 Metern und ist damit die weltweit längste Schrägseilbrücke für kombinierten Straßen- und Schienenverkehr. Zusammen mit der künstlichen Insel Peberholm und dem Drogdentunnel bildet sie eine insgesamt 16 Kilometer lange feste Verbindung zwischen Kopenhagen und Malmö.

    Direkt nach der Brücke ist man schon in Malmö. Da hieß es zunächst, die erste Tankstelle ansteuern, da wir quasi mit dem letzten Tropfen Sprit eingereist sind und der hier in Schweden bedeutend günstiger ist, als in Dänemark. Was uns hier aber auffällt: Diesel ist in etwa 30% teurer als jeder andere Sprit.

    Der Stadt Malmö haben wir wetterbedingt (Regen, kalt und grau) nur einen Kurzbesuch abgestattet und fuhren am Nachmittag weiter Richtung Göteborg. Auf der Strecke haben wir etwas nördlich von Helsingborg einen superfeinen Übernachtungsplatz in Meeresnähe an einem Weitwanderweg gefunden. Wir kamen so zeitig an, dass wir noch Zeit hatten, einen Kartoffelstrudel im Omnia zuzubereiten.
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  • Tag 4: Kopenhagen

    18 avril, Danemark ⋅ ☁️ 10 °C

    Relativ früh sind wir heute von unserem Übernachtungsplatz am Meer, am südlichsten Punkt Dänemarks, die 150 km nach Kopenhagen weitergefahren. Dort, bei der letzten Ausfahrt vor der Öresundbrücke nach Schweden, im Ortsteil Kastrup, haben wir einen Stellplatz gefunden. Nicht schön, nicht erbaulich, aber zweckmäßig mit Strom, Wasser, Ver- und Entsorgung und ganz in der Nähe gibt es sowohl eine Busstation (5C) und die Metrostation M2. Mit beiden Verkehrsmitteln kommt man bequem in die Stadt. Metro geht schneller und der Ticketerwerb ist unkomplizierter.
    Ein Rundgang durch Dänemarks Hauptstadt ist empfehlenswert. Da wir Dänemark auf der Durchreise nach Schweden "mitnehmen", haben wir der Stadt Kopenhagen nur den heutigen Tag gewidmet. Wer aber die Stadt näher kennenlernen möchte, sollte sich unbedingt mindestens 3 Tage Zeit nehmen. Unseren Entdeckungsgeist hat heute aber auch die Kälte ziemlich beeinträchtigt. Bei trübem Himmel und 8 Grad am 18.April ist die Motivation, stundenlang durch die Stadt zu streifen, relativ gering. Aber dennoch haben wir einen schönen Rundweg durch die Stadt gemacht, auf dem wir einiges entdeckt und auch einen guten Eindruck von der Stadt bekommen haben, da wir ja zum ersten Mal hier sind.
    Mit dem Bus 5 c fuhren wir zum Rathuspladsen. Hier haben wir unsere Rundwanderung begonnen. Der Platz beeindruckt durch seine Größe und das imposante Rathaus. Von dort konnten wir in die Strøget schlendern, die berühmte Fußgängerzone. Da heute Samstag ist, ist hier wirklich gewaltig viel los. Aber etwas wirklich besonderes ist die Fußgängerzone auch nicht. Sie ist zwar sehr groß und geht auch über viele schöne Plätze. Aber es ist halt alles, wie überall. Geschäfte, die man von überall kennt, Burgerbuden und keine einladenden Lokale. Hier bestellt man sogar in Kaffeehäusern Kaffee und Kuchen an diesen Bestellsäulen. Finde ich irgendwie unsympathisch. Schön allerdings sind die diversen Demos für und gegen alles Mögliche in Dänemark und auf der ganzen Welt. Und schön finde ich auch immer die Straßenmusizierenden, ganz unabhängig von der musikalischen Qualität.

    Von der Fußgängerzone war es dann nur ein Katzensprung zum "Rundetårn". Das ist ein Turm, den man innen über eine relativ breite spiralförmige Rampe besteigen kann, Von oben hat man einen guten Blick über die Stadt. Da ich ja jeden besteigbaren Turm besteigen muss, haben wir diesen natürlich auch bestiegen. Kann man, muss man nicht.
    Interessant allerdings war die Ausstellung Ole Rømer, direkt im Turm. Sie läuft noch bis zum 3. Januar 2027 in der Bibliothekshalle des Rundetårn.
    Ole Rømer (1644–1710) war ein dänischer Astronom, der Weltruhm erlangte, weil er 1676 als Erster bewies, dass Licht eine endliche Geschwindigkeit hat. Er war Direktor der Sternwarte im Rundetårn, Bürgermeister von Kopenhagen und ein technisches Genie, das unter anderem den Vorläufer unseres heutigen Thermometers erfand.

    Danach machten wir uns auf den Weg zu den Markthallen (TorrevehallerneKBH). Hier steht eine Theke mit Köstlichkeiten neben der anderen. Fisch, Fleisch, Geflügel, Feinkost jeder Art und das berühmte Smørrebrød werden dort angeboten. Es bedarf großer Disziplin, nicht Unmengen einzukaufen.

    Und schon ging es weiter zum Schloss Rosenborg.
    Rosenborg war das protzige „Sommerhaus“ von König Christian IV., der Kopenhagen mit unendlich viel rotem Backstein und Türmchen bebaut hat.
    Im gut bewachten Keller funkeln angeblich die dänischen Kronjuwelen um die Wette (haben wir nicht gesehen, sondern uns erzählen lassen)
    Das Schloss liegt mitten im *Kongens Have*, dem ältesten königlichen Garten des Landes, wo man heute ganz entspannt zwischen Rosenbeeten picknicken kann, während man die Märchenfassade bewundert.

    Weiter spazierten wir vom Park dann zum berühmten Nyhaven. Hier erlebt man das klassische Kopenhagen-Panorama mit den bunten Häusern am Wasser.

    Gleich danach beginnt die "Freistadt Christiania", die 1971 in einer verlassenen Kaserne gegründet wurde und heute ein gemeinsam mit Upezis in Vilnius eine weltweit einzigartiges Experiment für alternatives Leben mitten in der Stadt ist
    In dem Viertel liegt auch die berühmte Pusher-Street, die über 50 Jahre lang das berüchtigte Herzstück von Christiania war. Berüchtigt wegen der Marktstände, an denen Cannabis ganz offen verkauft wurde, aber später hat sich auch der Handel von harten Drogen und Straßenprostitution dazugesellt. Doch das hat sich radikal geändert: Im April 2024 haben die Bewohner die Straße buchstäblich umgegraben, um die organisierten Gangs zu vertreiben und ihr Viertel zurückzuerobern.
    Abseits der mittlerweile strenger reglementierten Pusher Street konnten wir ein autofreies Dorf entdecken voller bunter, selbst gezimmerter Häuser, die eher nach gemütlichem Hobbingen als nach Großstadt aussehen.

    Nach diesem Rundgang waren wir doch ziemlich erschöpft. In einem netten Kaffee in Christiania haben wir uns noch gestärkt, bevor wir uns am Abend auf den Weg zur nächsten Metro-Station machten und zur Station Kastrup fuhren, von wo es noch 10 Minuten zu unserem Stellplatz waren.
    Zum Abenessen gab es heute Köstlichkeiten von den Markthallen.
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  • Tag 3: Von Potsdam nach Dänemark

    17 avril, Danemark ⋅ ⛅ 7 °C

    Wir haben in Potsdam bei Michael übernachtet und gefrühstückt. Danach machten wir gemeinsam mit Michael einen kurzen Morgenspaziergang in den Park von Sanssouci, bevor wir nach Rostock weiterfuhren, von wo aus unsere Fähre nach Gedser in Dänemark ging. Da wir schon um 14.00 Uhr in Rostock waren und wir uns erst um 17.30 am Hafen einfinden mussten, nutzten wir die Zeit um uns in Rostock umzusehen. Waren wir noch nie, kennen wir überhaupt nicht, deshalb war es ganz interessant, einen zumindest flüchtigen Eindruck von der Stadt zu bekommen.
    Rostock ist eine Hansestadt mit einem herben, maritimen Charme. Überall in der Altstadt spürt man den einstigen Reichtum der Kaufleute, besonders wenn man vor der monumentalen St.-Marien-Kirche steht oder die sieben Türme des Rathauses am Neuen Markt zählt.
    Besonders lebendig wirkte der Neue Markt mit dem sprudelnden Brunnen der Lebensfreude, umrahmt von geschichtsträchtigen Giebelhäusern. Wir passierten das wuchtige Steintor und das fast schon versteckte Kuhtor, zwei steinerne Zeugen der alten Stadtbefestigung, die uns tief in die Vergangenheit führten.
    Ein echtes Highlight ist das majestätische Hauptgebäude der Universität und die ehrwürdige alte Universitätsbibliothek, die der Stadt eine ganz besondere akademische Aura verleihen. Doch so faszinierend die Altstadt war: Dass wir die Fähre nach Dänemark erreichen mussten, ohne einen Fuß in das berühmte Warnemünde gesetzt zu haben, bedauern wir sehr.
    Schade, dass wir den markanten Leuchtturm und den „Teepott“ nur aus der Ferne oder von Fotos zu kennen, statt selbst am „Alten Strom“ ein Fischbrötchen zu genießen.
    Aber jetzt hieß es "Auf nach Dänemark". So standen wir schon um 16.30 am Hafen, zwar eine Stunde zu früh. Aber ich kann gar nicht zu früh am Hafen sein. Immer wieder und immer noch bin ich von jedem Hafen unendlich fasziniert. Obwohl, ganz ehrlich: Der Fährhafen in Rostock ist wirklich langweilig.
    Aber dann ging alles reibungslos, Die Fähre startete pünkltlich um 18.00 Uhr, um 20:00 Uhr kamen wir in Gedser an. Dann fuhren wir noch weiter nach Gedesby, das sind nur 5 km südlich von Gedser und das ist der südlichste Punkt Dänemarks. Hier stehen wie jetzt am Meer.
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