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2025 Panamericana

Etappe 2, von Uruguay bis Mexiko, Baja California. Meer informatie
  • Von Chichén Itzá nach Playa del Carmen

    22 oktober 2025, Mexico ⋅ ☁️ 28 °C

    Wir waren schlau. Dachten wir zumindest. Frühmorgens, kurz nach Sonnenaufgang, standen wir bereits vor dem Eingangstor von Chichén Itzá – bewaffnet mit Kamera, Sonnenhut und der naiven Hoffnung auf etwas Ruhe.
    👉 Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Chichén_It…;

    Die ersten Sonnenstrahlen tauchten die majestätische Pyramide El Castillo in goldenes Licht – ein magischer Moment, in dem man den Herzschlag der alten Maya fast zu spüren glaubte. Doch kaum hatten wir „wow“ gesagt, begann das Drama: Bus um Bus entlud Heerscharen von Besuchern, als hätte Cancún seine komplette Hotelbevölkerung auf Wandertag geschickt.

    10 000 Besucher täglich, laut Reiseführer – und wir schwören, alle waren heute da. Dazwischen ein endloser Souvenirmarkt mit gefühlt ebenso vielen Verkäufern, die Jaguarrufe imitieren, als wären wir mitten im Dschungel. Das Echo hallte von den alten Steinmauern, und aus jedem Busch grinste ein weiterer Händler mit geschnitztem Kalender.

    Als wir am späten Vormittag den Ausgang erreichten, war der Parkplatz ein einziges Blechmeer. Der Busverkehr von Cancún lief auf Hochtouren, die Selfiesticks standen dichter als die Tempelsäulen.

    Fluchtartig stiegen wir ins Wohnmobil – die Klimaanlage lief auf Anschlag – und machten uns auf den Weg Richtung Playa del Carmen. Dort wartete das Resort Paa Mul, ein Stück Paradies nach dem Touristentsunami:

    Direkt am Meer, Palmen, Pool, Restaurant, kaltes Bier. Wir liessen uns auf die Liegestühle fallen – mit dem wohligen Gefühl, den Massen gerade noch entkommen zu sein. 🏖️
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  • Cenote dos ojos

    24 oktober 2025, Mexico ⋅ ⛅ 32 °C

    23.10.2025 – Ruhetag am Strand 🏖️
    Nach all den Ruinen, Märkten und endlosen Straßen gönnen wir uns heute das süße Nichtstun. Wir liegen faul am Strand, lassen uns von der Sonne braten und zählen die vorbeifliegenden Pelikane. Ab und zu wagen wir uns ins Meer, nur um festzustellen, dass Faulenzen im Wasser genauso anstrengend ist wie an Land. Hang loose – das Motto passt perfekt.



    24.10.2025 – Schnorcheln in der Cenote Dos Ojos 🤿
    Heute tauschen wir Sand gegen Süßwasser und wagen uns unter die Erde – in die legendäre Cenote Dos Ojos, eine der spektakulärsten Höhlen Mexikos.

    Das Wort Cenote kommt aus der Sprache der Maya („dzonot“) und bedeutet „heiliger Brunnen“. Diese Naturwunder entstehen, wenn Kalksteinhöhlen einstürzen und das darunterliegende Grundwasser freilegen. Auf der Halbinsel Yucatán gibt es Tausende davon – glasklar, mystisch, kühl und tief mit der Geschichte der Maya verbunden. Für sie waren Cenoten Tore in die Unterwelt Xibalba.

    Der Name bedeutet „Zwei Augen“, denn die Höhle besteht aus zwei großen Wasserlöchern, verbunden durch ein 400 Meter langes unterirdisches Labyrinth. Das Wasser ist so klar, dass man meint, zu fliegen. Wir schnorcheln zwischen bizarren Felsformationen, schimmernden Lichtstrahlen – und einer Höhlendecke, die es in sich hat.
    Sie ist voll mit Fledermäusen. Hunderte hängen über uns, schlafen, flattern oder planen vermutlich ihre nächste Vampirserie. Wir tun so, als wären sie nicht da – und denken besser nicht darüber nach, was hier alles von der Decke fällt. Ruhig atmen, langsam weitergleiten, und einfach hoffen, dass nichts Warmes auf uns landet.

    📍 Mehr Infos
    https://de.wikipedia.org/wiki/Cenote_Dos_Ojos

    Übernachtung im Urwald 🌴
    Nach dem Tauchgang fahren wir in den Dschungel, wo wir mitten im Grün übernachten. Ringsum nur Vogelrufe, Grillenzirpen und das entfernte Gebrüll eines Affen, der offenbar schlechte Laune hat. Starlink? Fehlanzeige. Der Wald ist zu dicht, das Internet bleibt irgendwo über den Baumwipfeln hängen. Statt WLAN gibt’s Lagerfeuer, Moskitos und Glühwürmchen.
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  • Laguna de los siete colores

    26 oktober 2025, Mexico ⋅ ⛅ 32 °C

    Manchmal hat man mit dem Stellplatz mehr Glück, manchmal weniger.
    Direkt am Strand von Bacalar stehen wir idyllisch im Schatten von Palmen – Postkartenidylle deluxe. Alles bestens … bis wumm wumm wumm – eine Party startet ganz in der Nähe. Und zwar nicht irgendeine. Nein, das Ganze geht bis sage und schreibe 06:30 Uhr. Durchgehend. Ohne Pause. Ohne Gnade. An Schlaf war also nicht zu denken.

    Am Morgen, leicht zombiemässig, starten wir zur Bootsfahrt auf der Lagune von Bacalar, auch „Lagune der sieben Farben“ genannt. Das Wasser leuchtet in allen Türkis- und Blautönen, und wir gleiten über Sandbänke, vorbei an Schwefelfeldern und kleinen Cenoten. Ein magischer Ort – wenn man nicht gerade die ganze Nacht neben einer Stranddisco verbracht hat.

    Nachmittags eine kurze Fahrt nach Chetumal – mit der grossen Hoffnung auf eine ruhige Nacht.

    🔗 Wikipedia-Link zur Lagune von Bacalar:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Lagune_von_Bacalar
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  • Ruinas Calakmul

    29 oktober 2025, Mexico ⋅ ☁️ 27 °C

    Drei Nächte bleiben wir in Chetumal – die Hauptstadt der gepflegten Overlander-Gespräche. Beim Abendbier auf dem Campingplatz lernt man alles über Dieselfilter, Grenzformalitäten und die Philosophie des Lebens mit Solarpanelen.

    Dann starten wir unser Dschungelabenteuer: Calakmul, eine der grössten und abgelegensten Maya-Stätten Mexikos. Unser Camper darf diesmal nicht mit – angeblich zu gross, zu breit, zu majestätisch. Also nehmen wir ein Taxi. Der Fahrer grinst wissend, als er uns erklärt: „Die Strasse ist gut… aber eng.“

    Er hat recht. Die Strasse ist erstaunlich ordentlich asphaltiert, aber so schmal und kurvenreich, dass man bei jeder Biegung unwillkürlich ein kleines Stoßgebet murmelt – oder zumindest kurz die Luft anhält. Links und rechts nur dichter Dschungel, und aus den Bäumen kommen Geräusche, die eindeutig nicht von Vögeln stammen.

    Nach 65 Kilometern erreichen wir endlich den Parkplatz. Von dort geht’s zu Fuss weiter: Tempel, Urwald, Affengeschrei und absolute Stille – ausser, wenn wir selbst keuchen. Calakmul ist riesig, beeindruckend und mystisch – und die Aussicht von oben entschädigt für jeden Tropfen Schweiss.

    Nach dem Besuch rumpeln wir die gleiche Strecke wieder zurück zum Parkeingang und schlagen dort unser Nachtlager auf. Ein Parkplatz mitten im Dschungel – romantisch für alle, die Brüllaffen, Moskitos und nächtliches Rascheln als Soundkulisse mögen. Wir nennen es: Luxuscamping à la Maya.

    Mehr über Calakmul (für alle, die lieber ohne Staub und ohne Affen dorthin reisen):
    https://de.wikipedia.org/wiki/Calakmul
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  • Ruinas de Palenque

    31 oktober 2025, Mexico ⋅ ☀️ 26 °C

    Nach einer kurvenreichen Fahrt durch den dichten Regenwald tauchen sie plötzlich auf – die geheimnisvollen Ruinen von Palenque, eine der faszinierendsten Maya-Stätten Mexikos. Zwischen Nebelschwaden, dampfender Vegetation und kreischenden Brüllaffen fühlt man sich, als hätte man aus Versehen ein Tor in eine andere Zeit geöffnet.

    Die Anlage liegt tief im Urwald von Chiapas, und wer sich leise bewegt, hört nicht nur das Rascheln der Blätter, sondern auch das donnernde Brüllen der Affen, das durch die feuchte Luft hallt. Angeblich markieren sie damit ihr Revier – wir vermuten allerdings, sie warnen einfach die Touristen: „Haltet euch von unseren Bananen fern!“

    Palenque war einst ein bedeutendes Zentrum der Maya-Kultur, berühmt für seine architektonische Eleganz und die kunstvollen Reliefs. Besonders eindrucksvoll ist der Tempel der Inschriften, in dem das Grab des legendären Königs Pakal gefunden wurde – inklusive kunstvoller Grabplatte, die jahrhundertelang Rätsel aufgab.

    Ein Spaziergang zu den hinteren Ruinen führt uns tiefer in den Urwald. Der Weg ist gesäumt von moosbewachsenen Steinen, tropischen Pflanzen – und dem allgegenwärtigen Affengebrüll, das wie ein Urwaldorchester über uns donnert. Immer wieder tauchen zwischen den Bäumen halb überwucherte Tempel auf, die aussehen, als hätte der Dschungel sie fast zurückerobert.

    Während wir unterwegs waren, hat der Parkwächter übrigens für 400 Pesos unser Fahrzeug tipptopp gewaschen – so sauber war es wohl zuletzt beim Schweizer Zoll. 🚐

    📘 Mehr zu Palenque:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Palenque
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  • Cascadas de Agua Azul

    1 november 2025, Mexico ⋅ ⛅ 24 °C

    Nach einer eher ruckeligen Fahrt erreichen wir die berühmten Cascadas de Agua Azul – türkisblau, tosend und von einer Unmenge Souvenirverkäufer umzingelt. Es scheint, als würde hier jeder zweite Einwohner von Chiapas bunte Armbänder oder Kokosnüsse verkaufen. Aber zugegeben – zwischen all den Ständen, dem Gekreische und den Düften nach frittierten Empanadas bleibt der Blick auf die Wasserfälle einfach atemberaubend.

    Am Abend kehrt Ruhe ein. Wir übernachten auf dem Parkplatz – erstaunlich friedlich, nur das Rauschen des Wassers begleitet uns in den Schlaf.

    Por la mañana conocemos a Lorenzo, el ciclista mexicano. ¡Muchas gracias por el video con dron y la agradable conversación!

    Am nächsten Morgen geht’s weiter nach San Cristóbal de las Casas. Die Strecke? Nun ja … sagen wir, sie ist landschaftlich reizvoll. Kurve reiht sich an Kurve, und alle paar hundert Meter taucht ein Tope (Bremsschwelle) auf. Also: bremsen, beinahe anhalten, drüberhoppeln, wieder beschleunigen – und das Ganze rund 500 Mal. Für die 165 km brauchen wir fast sechs Stunden. Wer behauptet, Zeitreisen seien unmöglich, ist diese Strecke wohl noch nie gefahren.

    Aber hey – das Ziel ist es wert: San Cristóbal de las Casas, die charmante Hochlandstadt mit Kopfsteinpflaster, Kolonialflair und frischer Bergluft, wartet schon auf uns.

    👉 Weitere Infos zu den Wasserfällen:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Cascadas_de_Agua_…
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  • El día de los muertos

    2 november 2025, Mexico ⋅ ☁️ 16 °C

    El Día de los Muertos en San Cristóbal de las Casas

    Wenn man den Día de los Muertos (Tag der Toten) in San Cristóbal erlebt, hat man das Gefühl, zwischen Leben und Tod hin- und herzuschweben – und das ziemlich fröhlich. Die Stadt verwandelt sich in ein einziges buntes Kunstwerk aus Blumen, Kerzen, Skeletten und Musik.

    Der Brauch stammt aus der Verschmelzung alter indigener Traditionen mit katholischen Elementen. Die Maya glaubten, dass die Seelen der Verstorbenen einmal im Jahr zurückkehren, um ihre Familien zu besuchen. Heute ehren die Menschen ihre Ahnen mit Altären (ofrendas), geschmückt mit orangefarbenen cempasúchil-Blüten, Fotos, Lieblingsspeisen, Kerzen und manchmal auch mit einer Flasche Mezcal – man will es den Toten ja gemütlich machen.

    In den Tagen rund um den 1. und 2. November ist die Stadt voller Leben (Ironie inklusive). Auf dem zentralen Platz und in den Märkten von San Cristóbal reiht sich ein Feststand an den nächsten: Totenköpfe aus Zucker, kunstvolle Papiergirlanden (papel picado), Pan de Muerto und natürlich Musikgruppen, die von melancholisch bis beschwingt alles bieten.

    Viele Familien besuchen die Friedhöfe – besonders der von San Juan Chamula und Zinacantán sind ein Erlebnis. Zwischen Kerzenlicht, Weihrauch und den Gebeten wird gegessen, getrunken und gelacht. Das Feiern mit den Toten ist hier kein trauriger Anlass, sondern ein Beweis, dass die Liebe stärker ist als der Tod.

    San Cristóbal de las Casas, mit seinen Kolonialbauten und den gepflasterten Gassen, bildet die perfekte Kulisse: mystisch, stimmungsvoll und leicht verrückt. Es riecht nach Copalharz, Mais und Kaffee, und überall hört man Kinderlachen und Gitarrenklänge.

    Kurz gesagt: Der Día de los Muertos in San Cristóbal ist kein stilles Gedenken, sondern eine temperamentvolle Einladung, das Leben zu feiern – und den Tod auf einen Mezcal einzuladen.

    👉 Weitere Infos zur Tradition: https://es.wikipedia.org/wiki/Día_de_Muertos

    👉 Über San Cristóbal de las Casas: https://es.wikipedia.org/wiki/San_Cristóbal_de_…
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  • Cañón del Sumidero

    6 november 2025, Mexico ⋅ ⛅ 31 °C

    Nach vier frischen, wunderbaren Tagen in San Cristóbal de las Casas – auf 2200 Meter über Meer und gefühlt im Kühlschrank – verabschieden wir uns vom Hochland. Die Abende am Cheminée mit Hans und Annika aus Holland waren gemütlich, warmherzig und lang. Wenn’s nach ihnen gegangen wäre, hätten wir wohl noch den ganzen Winter durchgequatscht.

    Unsere Reise führt weiter nach Tuxtla Gutiérrez, wo wir eine Nacht verbringen. Von hier aus besuchen wir den spektakulären Cañón del Sumidero – diesmal von oben! Die Aussichtspunkte bieten atemberaubende Blicke indie über 1000 Meter tiefe Schlucht, in der sich der Río Grijalva wie ein grünes Band durch die Felsen windet.

    Nach diesem Naturwunder rollen wir wieder hinunter ans Meer – nach Puerto Arista. Kaum angekommen, empfangen uns Sonne, Palmen und ein Hauch von Sauna. Der Strand ist endlos, das Meer warm, und der Sand findet zuverlässig den Weg in jedes Kleidungsstück.

    Unser Übernachtungsplatz liegt (fast) direkt am Meer – ruhig und mit Meeresrauschen

    🔗 Wikipedia-Link zum Cañón del Sumidero: https://de.wikipedia.org/wiki/Cañ&oacute…
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  • Oaxaca

    8 november 2025, Mexico ⋅ ⛅ 22 °C

    Nach dem Besuch des Cañón del Sumidero ging’s wieder runter an die Küste – zuerst zum Playa del Sol.
    Dort standen wir ganz allein auf einem grossen Campingplatz, direkt unter den Palmen, nur begleitet vom Rauschen der Wellen und ein paar streunenden Hunden, die uns offenbar adoptieren wollten.

    Am nächsten Tag weiter nach Salina Cruz, wo wir zufällig wieder auf Annika, Luke und David trafen – die Schweizer, die wir schon einmal in La Venta kennengelernt hatten.
    Wiedersehen unter Overlandern: Geschichten ausgetauscht, Reisetipps verglichen und am Strand geplaudert, bis der Mond über dem Pazifik stand.

    Heute dann der grosse Aufstieg: von der Küste hinauf nach Oaxaca, auf etwa 1600 m ü. M.
    Die Gegend um Mezcal ist wie eine Filmkulisse – trockene Hügel, weite Täler und unzählige Agavenfelder. Hier wird der berühmte Mezcal gebrannt, der mit seinem rauchigen Aroma alles andere vergessen lässt.
    Nach der dritten Degustation weiss man übrigens auch nicht meh r so genau, woher man kam – oder wohin man eigentlich wollte.

    Wir übernachten auf dem Campingplatz Oaxaca View, oberhalb der Stadt.
    Ruhig, sauber und mit fantastischer Aussicht über die Lichter von Oaxaca – der perfekte Ort, um anzukommen und den Tag mit einem letzten Schluck Mezcal ausklingen zu lassen.
    /
    📍 Camping Oaxaca View:
    https://www.ioverlander.com/places/181240-oaxac…

    📖 Mehr über Mezcal:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Mezcal
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  • Mercado Tlacolula de Matamoros

    9 november 2025, Mexico ⋅ ☀️ 27 °C

    Der Mercado de Tlacolula liegt etwa 30 km östlich von Oaxaca de Juárez im gleichnamigen Ort Tlacolula de Matamoros und ist einer der ältesten und authentischsten Märkte Mexikos. Besonders sonntags verwandelt sich der Ort in ein farbenfrohes Spektakel – halb Markt, halb Volksfest.

    Wir schlendern durch ein Labyrinth aus Ständen mit duftenden Tlayudas, gegrilltem Fleisch, frischen Chiles, bunten Textilien und kunstvoll geflochtenen Körben. In der riesigen Markthalle brutzeln Frauen „Barbacoa de Borrego“ (Lamm im Erdofen gegart), und wer mutig ist, probiert einen Mezcal direkt vom Produzenten – garantiert ohne Etikett, aber mit Wumms.

    Ein Highlight ist die Kirche Santa María de la Asunción, deren barocke Fassade im Sonnenschein leuchtet. Drinnen duftet es nach Copal-Harz, und zwischen betenden Frauen blitzen goldene Altäre auf – ein faszinierender Kontrast zur geschäftigen Hektik draußen.

    Kurz gesagt: Ein Ausflug zum Mercado de Tlacolula ist wie eine Zeitreise ins echte Oaxaca – laut, lebendig, würzig und wunderschön chaotisch.

    👉 Wikipedia-Link (zum Kopieren):
    https://de.wikipedia.org/wiki/Tlacolula_de_Mata…
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  • Oaxaca, centro historico

    11 november 2025, Mexico ⋅ ☁️ 20 °C

    Oaxaca – Zentrum, koloniales Juwel auf 1550 m

    Wir schlendern durch das historische Herz Oaxacas, wo sich Kopfsteinpflaster, bunt gestrichene Kolonialhäuser und das gemütliche Treiben auf den Plätzen zu einem lebendigen Freilichtmuseum mischen. Mittelpunkt ist der Zócalo, flankiert von der Kathedrale Nuestra Señora de la Asunción, deren Fassade im typischen grünen Cantera-Stein leuchtet. Von dort führen enge Gassen zu Märkten, Museen und Werkstätten, wo Mezcal, Textilien und Schokolade in Handarbeit entstehen – ein Paradies für alle Sinne. Besonders eindrücklich : die prachtvolle Kirche Santo Domingo de Guzmán mit ihrem vergoldeten Innenraum und das angeschlossene Museo de las Culturas de Oaxaca, das eindrucksvoll die Geschichte der Zapoteken und Mixteken erzählt.

    Natürlich darf ein Abstecher in die Mercado Benito Juárez und Mercado 20 de Noviembre nicht fehlen – wo es nach Mole, Tlayudas und frisch geröstetem Kaffee duftet. Wir geniessen das bunte Chaos und schmunzeln über das organisierte Durcheinander, das hier den Alltag regiert.

    Dann kam der Teil, den wir uns hätten sparen können:
    Nach dem Mercedes-Service B – alles perfekt, Öl gewechselt, Filter neu, sogar der Kaffee war gut – übersehen wir auf dem Rückweg einen dieser berüchtigten Topes (mexikanische Bodenschwellen). Ergebnis: ein Höhensensor der Luftfederung beleidigt, Fehlermeldung im Display und ein leicht schief stehender Camper. Also, statt weiterzufahren, hängen wir einen Tag länger in Oaxaca fest.

    Aber ehrlich gesagt: Es gibt schlimmere Orte für eine Zwangspause. Zwischen Barockkirchen, Kunsthandwerk und Mezcal-Tastings lässt sich auch ein defekter Sensor ertragen. Vielleicht war’s einfach das Schicksal – oder der Tope hatte Humor. 💩 ist es trotzdem.
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  • on the road again

    13–14 nov. 2025, Mexico ⋅ ☀️ 21 °C

    Nach fünf Tagen verabschieden wir uns vom Camping Oaxaca View von Sabine und Stefan – und ja, wir hatten wieder diese typischen Overlander-Gespräche, die irgendwo zwischen Reifenluftdruck, Grenzgeschichten und der ewigen Frage „welche App nutzt ihr fürs Tracking?“ pendeln.

    Propangas tanken? In Mexiko so einfach wie Tacos bestellen: An jeder zweiten Ecke steht eine Gastankstelle bereit. Unsere zwei Flaschen waren zwar erst halb leer, aber wir füllen trotzdem nach – sicher ist sicher – und haben so hoffentlich Ruhe, bis wir Baja California erreichen.

    Und natürlich durfte auch heute ein kleines technisches Drama nicht fehlen: Das Problem mit der Niveausteuerung der Luftfedern ist gelöst. Es war exakt dasselbe wie damals in Argentinien. Das System hat zwar die Standardeinstellungen elegant ins digitale Nirwana verabschiedet, aber wir können alles manuell einstellen. Wir entwickeln uns langsam zu echten Luftfederflüsterern.

    Die Landschaftsfahrt von Oaxaca nach Tehuacán ist wieder einmal Mexiko vom Feinsten: Hügel, Serpentinen, trockene Täler, grüne Oasen – und zwischendurch ein Tope, der uns fürsorglich daran erinnert, aufmerksam zu bleiben.

    Für die Nacht stehen wir bei einem verlassenen Wasserpark. Zwischen rostigen Rutschentürmen, ausgetrockneten Becken und dem Charme einer Endzeitfilm-Kulisse fühlen wir uns wie die letzten Besucher einer Vergnügungsanlage, die schon lange kein Vergnügen mehr gesehen hat. Aber hey – es ist ruhig, es kostet zwar trotzdem etwas, aber niemand streitet mit uns um den besten Stellplatz. Wir sind ganz alleine.
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  • Cholula, el pueblo mágico

    15 november 2025, Mexico ⋅ ☀️ 23 °C

    Dedicamos este step a Lorena, nuestra profesora del español.
    Semana tras semana nos abastece con información interesante, sorprendente y, a veces, realmente vital sobre México: su comida (sí, ahora por fin entendemos por qué algunas salsas arden como un pequeño volcán), sus costumbres y un montón de trucos para que no parezcamos recién nacidos en la vida cotidiana mexicana.

    Gracias a ella, las clases no solo son instructivas, sino también entretenidas — incluso cuando volvemos a tropezar con el subjuntivo como si fuera un tope en plena noche.

    Y hoy incluso nos atrevimos a probar mole… ¡y sorprendentemente nos gustó!

    Sí, nosotros, los mismos que miramos con cierta desconfianza cualquier salsa marrón como si fuera a lanzarnos directamente al subjuntivo. Pero no: estaba rica, aromática y casi poética.

    Muchas gracias, Lorena — sin ti probablemente seguiríamos confundiendo “buenos días” con “buenas nachos”. 🌮😄

    Der folgende Link führt zu den pueblos mágicos.

    https://pueblosmagicos.mexicodesconocido.com.mx…
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  • Popo und Itzi

    16 november 2025, Mexico ⋅ ☀️ 13 °C

    Sobald wir Puebla verlassen wollten, war die Stadt im Festmodus. Wegen eines Sonntagsumzugs wurden mehrere Strassen gesperrt und wir wurden in eine Einbahnstrasse gedrückt, die uns unter einer viel zu tiefen Bahnunterführung hindurchführen wollte. Keine Chance für unseren Camper. Also blieb uns nur eines: den ganzen Weg rückwärts wieder hinaus – und das bei lebhaftem Verkehr und einigen ungeduldigen Taxifahrern, die uns mit hochgezogenen Augenbrauen bedachten. Danach erwischten wir auch noch eine Einbahnstrasse in die falsche Richtung, die uns aber immerhin auf die Hauptstrasse zurückbrachte. Am Ende hatten wir es geschafft – Puls hoch, Nerven dünn, aber weiter ging’s.

    Hinter Puebla begann der lange Aufstieg. Die Strasse schraubte sich hoch bis auf rund 3700 Meter über Meer, die Luft wurde kühl und klar, und mit jedem Kilometer rückte der Popocatépetl näher. Oben angekommen stellten wir uns für die Nacht auf einen Parkplatz direkt vor dem gewaltigen Vulkan. Eine Kulisse, die man nicht mehr vergisst.

    Der Popocatépetl, kurz Popo, ist einer der aktivsten Vulkane Mexikos und gleichzeitig einer der schönsten. Mit seinen über 5426 Metern Höhe dominiert er die Landschaft südöstlich von Mexiko-Stadt. Immer wieder stösst er weisse Dampf- und Gaswolken aus, manchmal sogar Asche – ein ruhiges Riesenatmen, das man auch aus der Ferne respektiert. Der Name stammt aus dem Nahuatl und bedeutet „rauchender Berg“, was kaum passender sein könnte. Der Popo gehört zum Vulkangürtel, der sich quer durch Mexiko zieht, und sein letzter grösserer Ausbruch liegt nur wenige Jahre zurück. Heute überwacht man ihn streng; Zugänge zum Gipfel sind seit Langem gesperrt, aber schon der Blick auf die perfekt geformte Silhouette lohnt die Fahrt.

    Von unserem Übernachtungsplatz aus sahen wir nicht nur den Popocatépetl, sondern auch seine stille Gefährtin Iztaccíhuatl, von den Mexikanern liebevoll la Izta oder einfach Itzi genannt. Während der Popo aktiv und unberechenbar wirkt, liegt die Itzi ruhig und ausgebreitet am Horizont – fast so, als würde sie schlafen. Deshalb trägt sie auch den Beinamen „La Mujer Dormida“, die schlafende Frau.

    Wenn man genau hinschaut, erkennt man in ihrer Silhouette die Form eines liegenden Körpers: Kopf, Brust und die langen Beine sind aus einzelnen Gipfeln geformt. Die Iztaccíhuatl ist mit 5215 Metern nur etwas niedriger als der Popo und zählt zu den beeindruckendsten Bergen Mexikos. Anders als der Popocatépetl ist sie längst erloschen, was sie zu einem beliebten Ziel für erfahrene Bergsteiger macht. Von unserem Platz aus wirkte sie friedlich, fast majestätisch – ein ruhender Kontrast zum rauchenden Nachbarn.

    So standen sie beide vor uns: der Popo, kraftvoll und lebendig, und die Itzi, ruhig und zeitlos, wie zwei Wächter über dem Tal.
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  • Teotihuacán

    19 november 2025, Mexico ⋅ ☀️ 24 °C

    Gestern waren wir zu Fuss unterwegs – Schritt für Schritt über die Avenida de los Muertos, vorbei an unzähligen Steinplattformen, bis wir schliesslich vor der Sonnen- und der Mondpyramide standen. Da merkt man schnell: Die Erbauer hatten entweder sehr viel Zeit oder extrem gute Knie. Die Dimensionen sind am Boden schlicht überwältigend.

    Heute wechselten wir die Perspektive und stiegen mit dem Heissluftballon auf. Der Start im kühlen Morgenlicht war ruhig, und sobald wir abhoben, sah alles plötzlich logisch und geordnet aus. Von oben wirkt Teotihuacán fast wie ein perfekt entworfenes Modell – nur eines im XXL-Format. Die Sonnenpyramide dominiert das Tal, die Mondpyramide schliesst die Achse wie ein monumental gesetzter Punkt.

    Zwischendurch wurde es still im Korb, und wir schwebten fast lautlos über der ganzen Anlage. Ein schöner Kontrast zu gestern, als wir uns unten noch durch Staub, Schritte und Höhenmeter gearbeitet haben. Zwei Tage, zwei Perspektiven – und beide zeigen, wie beeindruckend Teotihuacán eigklich ust.
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  • Tolantongo

    20 november 2025, Mexico ⋅ ☀️ 26 °C

    Wir landen auf der Finca Castel de Oro, wo Gregor – deutscher Auswanderer, Solarpapst und leidenschaftlicher Geschichtenerzähler – seine kleine Oase betreibt.
    Schon beim Einparken spüren wir: Hier ist die Welt noch in Ordnung. Ein paar Tiere streunen herum, irgendwo klackert die Solardestille, und Gregor begrüsst uns mit der entspannten Gelassenheit eines Mannes, der seit Jahren keinen Stau mehr gesehen hat.

    Die Finca liegt friedlich zwischen Hügeln, Büschen und Agavenfeldern. Die Abendstimmung ist traumhaft, und natürlich dürfen wir uns Gregors Lieblingssatz anhören: „In Deutschland würde das nie funktionieren… aber hier schon!“
    Wir nicken verständnisvoll und geniessen den Sonnenuntergang.

    Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg zu den Grutas Tolantongo. Die Strasse ist kurvig, aber absolut machbar – für uns ja mittlerweile fast schon Alltag.
    Je weiter wir ins Tal hineinfahren, desto surrealer wird die Landschaft. Als hätte jemand die Farbe „Tropisches Türkis“ über den Fluss gekippt und dann beschlossen, dass die warmen Pools in Etagen gebaut werden sollen. Damit’s besser aussieht für Instagram… und für uns natürlich.

    Unten angekommen sind wir sofort im Tolantongo-Modus: Badesachen an und rein ins warme Wasser. Die Terrassenpools dampfen mystisch vor sich hin, der Fluss rauscht, und irgendwo im Hintergrund winkt eine Höhle, die ebenfalls warm ist – Mexiko meint es gut mit uns.

    Wir beschliessen, im Tal zu bleiben.
    Die Nacht ist ruhig, die Sterne hell, und unsere Körpertemperatur irgendwo zwischen Jacuzzi und Sauna.

    Am nächsten Morgen besuchen wir die Pozas Termales, die terassenförmigen Badepools, bevor wir uns wieder die Serpentinen hochschlängeln. Oben angekommen rollen wir gemütlich zurück zur Finca.
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  • Guanajuato

    24 november 2025, Mexico ⋅ ☀️ 23 °C

    Guanajuato empfängt uns mit dieser typisch mexikanischen Mischung aus Farben, Musik und leichtem Chaos – und genau darum mögen wir es. Wir stehen mit dem Camper ausserhalb der Stadt, weit weg vom Tunnellabyrinth, das schon so manchen ahnungslosen Fahrer verschluckt hat. Wir rufen uns also ein Uber, lehnen uns zurück und lassen jemanden fahren, der weiss, wo er hinwill. Während wir beim ersten Tunnel noch nervös die Luft anhalten, gleitet unser Fahrer völlig entspannt hindurch, als wäre das alles ein normaler Montag.

    Guanajuato selbst ist ein geschichtliches Schwergewicht, auch wenn es sich heute wie ein fröhlicher Farbkübel anfühlt. Die Stadt wurde im 16. Jahrhundert gegründet, nachdem die Spanier in den umliegenden Hügeln riesige Silbervorkommen entdeckt hatten. Der Reichtum, der hier aus den Minen wie La Valenciana gezogen wurde, war legendär. Zur Blütezeit lieferte Guanajuato angeblich ein Drittel des weltweiten Silbers. Entsprechend ist die Innenstadt eine bunte Mischung aus kolonialem Prunk, engen Gassen und Plätzen, die aussehen, als wären sie für romantische Telenovelas erfunden worden. In der Unabhängigkeitsbewegung spielte die Stadt dann wieder eine Hauptrolle: Der Minenarbeiter Juan José de los Reyes, genannt „El Pípila“, brannte sich mit einem Stein auf dem Rücken durch feindliche Linien, um ein Tor der spanischen Garnison in Brand zu setzen. Genau wegen ihm fahren wir später mit dem Funicular zur Statue hoch – und schauen von dort aus auf das Silbernest hinunter, das Mexikos Geschichte so stark geprägt hat.

    Wir lassen uns treiben, stolpern durch Gassen, die so eng sind, dass sich selbst unser Uber-Fahrer weigern würde, hineinzugurten. Der Blick über die bunten Dächer lässt uns für einen Moment vergessen, dass wir später wieder durch Tunnels zurückmüssen. Die Stadt wirkt heute so lebendig, dass es kaum zu glauben ist, wie viele Höhen und Tiefen sie in den letzten Jahrhunderten gesehen hat: Silberrausch, Überschwemmungen, Wirtschaftseinbrüche, Wiederaufstieg – und jetzt Tourismus in seiner hübschesten Form.

    Am berühmten Mumienmuseum laufen wir nur vorbei. Wir hätten es ja besucht, aber wir haben beschlossen, dass wir heute lieber die Lebenden feiern. Ein kurzes Nicken in Richtung Eingang reicht. Wir bleiben bei Sonne, Farben und einem Hauch kolonialem Charme – ganz ohne Konservierte.
    Hier die Geschichte: https://youtu.be/7N8EjdkE7Tk?si=TBivz7O9kTgqnsSM

    Für später merken wir uns trotzdem die beiden Links:
    Stadt & Funicular:
    https://www.visitmexico.com/guanajuato

    Museo de las Momias (für die ganz Tapferen):
    https://momiasdeguanajuato.guanajuatocapital.go…
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  • Immer noch in Guanajuato

    25 november 2025, Mexico ⋅ ☁️ 24 °C

    Die Bauern blockieren heute wieder fleißig die Autobahnen rund um Guanajuato, also bleiben wir brav da, wo wir sind – auf dem Campinplatz, bestens versorgt und leicht genervt. Wir tun so, als hätten wir das alles genau so geplant und starten eine kleine Museumstour, ganz nach dem Motto: Wenn wir schon feststecken, dann bitte mit Kultur und leichtem Nervenkitzel. Also ab in die Bocamina San Ramón, wo wir uns kurz einbilden, wir seien richtige Mineros. Nach zehn Metern im Schacht merken wir aber, dass wir eindeutig mehr für Tageslicht als für 300 Jahre Bergbaugeschichte geschaffen sind. Trotzdem beeindruckend zu sehen, wie hier früher Silber rausgekratzt wurde, während wir heute schon beim Schuhe binden ächzen. Danach gönnen wir uns – warum auch immer – noch das Mumienmuseum. Wir hätten es wissen müssen. Das ist offiziell das makaberste, was wir bisher gesehen haben. Natürlich mumifizierte Körper aus dem 19. Jahrhundert, ausgestellte Gesichtsausdrücke zwischen „Oh!“ und „Aua!“. Wir wandern da durch die Gänge wie zwei, die sich gegenseitig Mut zusprechen müssen, und tun so, als seien wir völlig abgebrüht. Spoiler: waren wir nicht. Aber faszinierend war es trotzdem – und einmal im Leben muss man das wohl gesehen haben, auch wenn man es danach nie wieder erzählt, ohne dass jemand fragt: „Warum tut ihr euch sowas an?“ Insgesamt also ein Tag voller Geschichte, Grusel und ungeplanter Aufenthaltsverlängerung. Guanajuato liefert, die Bauern blockieren, und wir machen das Beste daraus. Morgen rollen wir weiter – falls die Traktoren gnädig sind.

    Verifizierte Links:
    Bocamina San Ramón: https://guanajuato.gob.mx/lugares/bocamina-san-…
    Museo de las Momias: https://museodelasmomiasgto.com
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  • 🥴 Tequila 🥴

    29 november 2025, Mexico ⋅ ☁️ 15 °C

    Wir tuckern also Richtung Tequila, voller Vorfreude – obschon wir ja bekanntlich nicht zu den Schnapstrinkern dieser Welt gehören. Trotzdem wirken wir erstaunlich entschlossen… vielleicht liegt’s an der Magie der blauen Agave oder daran, dass man ja schlecht nicht trinken kann, wenn man nach Tequila fährt. Wir haben einen Ruf zu verlieren.

    Bei der Destillerie Puntual empfängt uns Don José, ein wandelndes Tequila-Lexikon mit der Ausstrahlung eines Mannes, der seit Jahrzehnten jeden Morgen mit einer Agave spricht. Und offenbar hört sie auch zu. Mit einer Engelsgeduld erklärt er uns, wie das Herz der Agave zerkocht, vergoren, destilliert und dann – je nach Geduld und Eichenfass – als Blanco, Reposado, Añejo oder Gran Reserva endet. Wir nicken fachmännisch, obwohl wir es nach fünf Minuten schon wieder vergessen haben. Aber wir lächeln freundlich und tun so, als hätten wir gerade das Geheimnis ewiger Jugend gelernt.

    Danach geht’s in die Agavenfelder. Riesige blaue Teppiche bis zum Horizont, und wir gestehen uns ein: Wir haben noch nie so viele Pflanzen gesehen, aus denen so viele Kopfschmerzen entstehen könnten. Don José erklärt uns , wie die Jimadores mit der Coa die schweren Piñas ausgraben.

    Dann kommt die Degustation. Don José schaut uns mit einem leicht verschmitzten Blick an, als wüsste er längst, dass wir keine Schnapstrinker sind. Wir natürlich: „Ach, wir probieren nur ein bisschen.“ Fünf Gläser später sind wir immer noch keine Schnapstrinker – aber wir haben alles probiert. Sogar zweimal. Rein wissenschaftlich, versteht sich. Qualitätskontrolle und so.

    Wir rollen am Ende mehr aus der Destillerie heraus, als dass wir gehen. Don José winkt, die Agaven lächeln, und wir sind uns sicher: Wenn wir jemals einen eigenen Tequila hätten, würde er wahrscheinlich „Doppeltes Risiko“ heissen.
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  • Guachimontones, die runden Pyramiden

    29 november 2025, Mexico ⋅ ⛅ 26 °C

    Wir stapfen also zu diesen berühmten Guachimontones, und schon beim ersten Anblick merken wir: Hier hat jemand richtig Freude an Kreisen gehabt. Wahrscheinlich sass ein Priester damals über seinen Bauplänen, hat an seinem Maiskolben geknabbert und gesagt: „Leute, wir machen’s rund. Alles rund. Wer Ecken baut, fliegt.“

    Wir wandern also gemütlich hoch, vorbei an einer Landschaft, die so friedlich wirkt, dass man sich fragt, ob hier überhaupt jemals jemand geschwitzt hat – wir natürlich schon nach 20 Metern. Vor uns liegt La Iguana, die größte der kreisrunden Pyramiden, hübsch gestapelt wie ein archäologischer Pfannkuchen-Turm. Wir schauen uns an und überlegen, ob die Teuchitlán-Kultur vielleicht die Erfinder von Ringelspielen war.

    Oben angekommen, weht uns ein leichter Wind entgegen, und wir fühlen uns kurz wichtig, als würden wir gleich einen Vortrag über prähistorische Bautechnik halten. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass die Leute hier früher rituelle Tänze aufgeführt haben – wir hätten vermutlich schon nach einer halben Runde Seitenstechen bekommen.

    Die Aussicht über die Hügel ist grossartig, das Gelände schön gepflegt, und wir schlendern gemütlich im Kreis, was hier erstaunlich authentisch wirkt. Es ist dieses typische Gefühl: Man weiss, dass die Geschichte tief und bedeutend ist – und trotzdem denkt man heimlich, dass die Anlage auch ein super Schauplatz für eine Mega-Feuerstelle gewesen wäre.

    Zum Abschluss ein Blick über das ganze Areal, und wir nicken uns zufrieden zu: Wieder etwas gelernt, wieder etwas geschwitzt, und wieder ein Ort, der uns zeigt, wie kreativ alte Kulturen waren. Und wir? Wir laufen einfach brav im Kreis mit und tun so, als hätten wir alles verstanden.

    Wikipedia: https://en.wikipedia.org/wiki/Guachimontones
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  • Los Cocodrilos de San Blas

    30 november 2025, Mexico ⋅ ⛅ 28 °C

    Wir stoppen beim Mirador del Cocodrilo – voller Vorfreude, ein bisschen Abenteuer und dem leisen Wunsch, heute nicht als Mittagsbuffet zu enden. Oben angekommen starren wir runter und… oh hola, da liegt ER. Ein Croc in Übergröße. Der Typ schaut so gelassen hoch, als hätte er gerade Siesta, Margarita und ein All-you-can-eat-Buffet bestellt – mit uns als optionaler Beilage. Wir hingegen klammern uns ans Geländer wie zwei frisch geborene Bergziegen.

    Der Mirador ist jedenfalls der perfekte Ort, um sich bewusst zu werden, dass wir hier absolut NICHT die Chefs im Ring sind. Wir beobachten die Crocs. Die Crocs beobachten uns. Wir tun alle so, als wäre das ein ganz normales, zivilisiertes Verhältnis. Spoiler: ist es nicht.

    Dann steigen wir ins Boot für die Mangroven-Tour, was in etwa so beruhigend ist wie eine Gondelfahrt in Venedig… nur dass statt Tauben und Touristen eben Krokodile und allerlei glitschiges Dschungel-Getier durchs Bild schwimmen. Der Kapitän ist komplett entspannt, wir dagegen sitzen da wie zwei flauschige Opferkandidaten und hoffen, dass niemand von uns unabsichtlich irgendein Körperteil über die Bordkante hängen lässt.

    Die Mangroven sind wunderschön – dicht, geheimnisvoll, ein bisschen spooky. Zwischendurch raschelt’s links, plätschert’s rechts, und irgendwo macht ein Vogel HAHRK! wie ein kaputter Wäscheständer. Natürlich versuchen wir cool zu bleiben, aber insgeheim rechnen wir durch, wie lange wir wohl auf einem Krokodil reiten müssten, bis wir wieder festen Boden unter den Füßen hätten.
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  • Mexcaltitán de Uribe

    1 december 2025, Mexico ⋅ ☁️ 29 °C

    Wir setzen also für unseren Tagesausflug nach Mexcaltitán de Uribe über – der Camper bleibt brav am Festland stehen und geniesst einen freien Tag ohne Schlaglöcher. Das Boot knattert gemütlich durch die Lagune, vorbei an Mangroven, Reihern und überheblichen Pelikanen, die uns anschauen, als wären wir die Attraktion.

    Auf der Insel tauchen wir in diesen kleinen, kreisrunden Mikrokosmos ein, der aussieht, als hätte jemand ein mexikanisches Dorf auf eine runde Tortilla gesetzt. Die Gassen sind schmal, die Häuser bunt, und wir spazieren einmal komplett im Kreis, ohne auch nur die Chance zu haben, uns zu verlaufen – selbst wenn wir es versuchen würden. Fischer flicken ihre Netze, Kinder spielen am Wasser, und überall hört man das Gluckern der Lagune. Die Pelikane thronen auf den Stegen wie gelangweilte Bürgermeister und warten auf die nächste Gelegenheit, einen Fisch zu klauen. Alles läuft ein paar Takte langsamer, und wir lassen uns gern anstecken.

    Nach unserer Inselrunde geht’s mit dem Boot zurück ans Festland. Dort wartet unser Camper schon mit der typischen „Na, hattet ihr Spass ohne mich?“-Attitüde. Wir übernachten gleich auf dem Parkplatz, direkt am Ufer, wo die Frösche das Abendprogramm übernehmen und der Himmel sich in der Lagune spiegelt.

    Am nächsten Morgen rollen wir weiter Richtung Mazatlán, wo bereits die Fähre nach La Paz, Baja California, für den 3. Dezember bereitsteht – der nächste grosse Sprung über das Wasser ist also gesichert.
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  • Mazatlán

    2 december 2025, Mexico ⋅ ☁️ 25 °C

    Wir rollen nach einer gefühlt endlosen Etappe endlich in Mazatlán ein – und schwupps, wir stehen mitten in einer Parallelwelt, die irgendwo zwischen Kentucky, Florida Retirement Village und Pick-up-Massaker liegt. Snowbirds überall. Wir fühlen uns leicht untermotorisiert mit unserem Camper – und das will was heißen.

    Dann kam das Essen:
    Ribs, so groß wie Baja California selbst, glänzend wie frisch polierte Harley-Tanks, dazu Fries in Schneesturm-Menge und ein Stück Texas-Toast, das uns schon beim Anschauen zuwinken wollte. Wir haben uns natürlich tapfer geopfert – nach so vielen km, hochverdient - versteht sich.

    Kurz dachten wir, wir hätten die Grenze nach den USA irgendwo falsch abgebogen – aber nein, das hier ist Mazatlán. Einfach die Snowbird-Edition und dazwischen eine schwer bewaffnete mexikanische Polizeipatrouille.

    Morgen geht’s auf die Fähre nach La Paz – hoffentlich mit genügend Abstand, damit wir die Ribs bis dahin verdaut haben. Wir sind bereit für Baja… und vielleicht ein bisschen weniger BBQ und ein bisschen mehr Mexiko. 😄
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  • La Paz, Baja California

    4 december 2025, Mexico ⋅ ☁️ 24 °C

    Wir fahren also brav und pünktlich in den Hafen ein – ja, wir! Die Deutschen mögen pünktlich sein, aber wir übertreffen sie inzwischen locker. Kaum stehen wir, geht’s los: die x-fache Kontrolle, die selbst einen Flughafen neidisch machen würde. Nummer aufschreiben? Klar. Nachmessen der Fahrzeugmasse? Natürlich. Ob wir uns schon mal im Leben vermessen gefühlt haben? Absolut.
    Ganzes Fahrzeug röntgen: erfüllt, Sind wirklich nur zwei Personen.

    Dann kommt Drogenfido, der vierbeinige Zollbeamte mit der besten Nase des Hafens. Er schnüffelt einmal rund ums Wohnmobil, schaut uns an wie: „Ihr zwei riecht nach harmlos.“ Recht hat er.

    Die Kabine an Bord: eng wie ein Schuhkarton, aber immerhin sauber. Und – Trommelwirbel – warme Dusche! Wir feiern das wie einen Lottogewinn. Schlafen? Ja… also… wir versuchen es.
    Brigitte: klappt.
    Walter: Erfolglos. Also zieht er los ins Bordrestaurant und trinkt ein Bier. Oder zwei. Wissenschaftliche Erkenntnis: Schlaf kommt nicht, aber die Laune steigt proportional.

    Am Morgen La Paz in Sicht! Und was erwartet uns? Natürlich: wieder Kontrollen. Wir sind mittlerweile fast beleidigt, wenn uns mal niemand l kontrolliert. Aber alle freundlich – Baja-California-Style eben.

    Kurze Fahrt zum Campingplatz, dann der Moment: 2 Tage absolute Ruhe. Wir tun so, als wären wir Profis im Entspannen (Spoiler: sind wir nicht). Jetzt wird erstmal geplant: die letzten zwei Wochen in Mexiko, bevor’s weitergeht ins nächste Abenteuer: Urlaub vom Urlaub

    Und ja – wir fühlen uns ein bisschen wie Abenteurer, die gerade erfolgreich ein Mini-Hafengefängnis und eine fahrende Schuhschachtel-Kabine überlebt haben.
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  • Into the wild

    8 december 2025, Mexico ⋅ ☀️ 24 °C

    Into the wild – und zwar so richtig. Die Strasse zum Cañón de la Zorra war eine dieser Pisten, bei denen wir uns gegenseitig versichern: „Das ist garantiert die richtige Route… oder?“ Unser Camper hat jedenfalls hörbar überlegt, ob er dafür eigentlich eine Lohnerhöhung verdient.

    Wir landen auf einem Stellplatz mitten in der Wildnis, so einsam, dass selbst die Kakteen schüchtern wegschauen. Mutterseelenallein, kein Sound ausser Wind, Vögel – und unserem gelegentlichen Aua, wenn wir barfuss in einen Stein treten.

    Am Morgen marschieren wir in den Canyon hinein. Felsen, Palmen, kleine Wasserrinnsale und das Gefühl, dass hinter jeder Kurve ein Filmteam warten könnte. Tut es aber natürlich nicht – also machen wir die Action halt selber.

    Der Wasserfall ist wunderschön. Ein perfekter, natürlicher Spa-Bereich. Nur eben mit Wasser, das eher an frisch geschmolzenen Gletscher erinnert. Walter springt trotzdem rein – er ist schliesslich hart im Nehmen. Oder einfach hoffnungslos optimistisch. Vielleicht beides.

    Nach dem erfrischenden Schock geniessen wir die Ruhe, posieren wie Outdoor-Models und merken dann: Niemand sieht’s. Mutterseelenallein eben.

    Auf dem Rückweg nehmen wir dieselbe bockige Piste, unser Camper schüttelt sich wie ein nasser Hund und wir gleich mit. Aber wir grinsen – genau für solche Tage sind wir doch unterwegs.
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