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Reise ins Ungewisse

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    🇨🇦 Kananaskis Village, Kanada

    Noch tiefer im Wells Gray Park

    1 september, Kanada ⋅ ☁️ 24 °C

    Auch am zweiten Tag im Wells Gray Provincial Park haben wir wieder einen kompletten Tag zur Verfügung. Und den wollen wir natürlich nutzen. Am Morgen geht es zunächst zu den Dawson Falls. Der Wasserfall ist zwar nicht besonders hoch, dafür aber erstaunlich breit. Wir drehen eine kleine Runde und nutzen den Spaziergang als gemütliches Warm-up für den eigentlichen Wandertag.

    Anschließend geht es auf den South Rim Trail in Richtung Helmcken Falls. Der Weg führt durch dichten Wald und immer wieder an kleinen Aussichtspunkten vorbei. Besonders schön ist dabei weniger ein einzelner spektakulärer Moment als die gesamte Umgebung: riesige Nadelbäume, Moos, Farne und dazwischen immer wieder Ausblicke in die Natur. Auf das große Wildlife warten wir allerdings weiterhin vergeblich. Dafür sind wir praktisch ständig von kleineren Bewohnern umgeben. Eichhörnchen und Streifenhörnchen huschen durch den Wald, verschwinden zwischen den Bäumen und tauchen wenige Meter weiter wieder auf. So ganz ohne tierische Gesellschaft sind wir also nicht unterwegs.

    Irgendwann erreichen wir schließlich die Helmcken Falls. Der Wasserfall stürzt hier etwa 140 Meter tief in einen gewaltigen Canyon und gehört damit zu den beeindruckendsten Wasserfällen des Parks. Nach der Wanderung darf natürlich auch der klassische Blick von der Hauptaussichtsplattform auf der anderen Seite der Schlucht nicht fehlen.

    Zum Abschluss fahren wir noch ein gutes Stück tiefer in den Park hinein. Unser Ziel ist Bailey’s Chute, wo wir tatsächlich noch ein ganz anderes Naturschauspiel erleben: Lachse auf ihrem Weg flussaufwärts. Mit etwas Geduld können wir beobachten, wie einzelne Fische aus dem Wasser springen und versuchen, die Stromschnellen zu überwinden. Damit endet unser zweiter Tag im Wells Gray Park mit einem echten Highlight.
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  • Wasserfall-Hopping im Wells Gray Park

    31 augusti, Kanada ⋅ ☁️ 18 °C

    Heute steht nur eine kurze Fahrt nach Clearwater auf dem Programm. Wir kommen entsprechend früh an und haben damit noch den ganzen Tag vor uns. Perfekt, um direkt weiter in den Wells Gray Provincial Park zu fahren. Bevor es losgeht, schauen wir noch im Visitor Centre vorbei und holen uns ein paar Informationen über den Park und die verschiedenen Wanderungen.

    Unser erster Stopp sind die Triple Decker Falls. Schon der Name verrät, was uns erwartet: Das Wasser fällt hier über drei übereinanderliegende Stufen durch den Wald. Ein eher kleinerer Wasserfall im Vergleich zu dem, was später noch kommt, aber trotzdem ein schöner Auftakt.

    Weiter geht es zu den Spahats Falls. Hier stürzt das Wasser spektakulär aus einer schmalen Felsöffnung in die tiefe Schlucht des Spahats Creek. Der Kontrast zwischen dem weißen Wasser, den dunklen Felswänden und dem dichten Grün drumherum macht den Wasserfall zu einem echten Hingucker.

    Das große Finale heben wir uns für die
    Moul Falls auf. Der Weg dorthin führt durch den Wald und schließlich hinunter zum Wasserfall. Hier können wir den Fall nicht nur von oben bestaunen, sondern kommen richtig nah an das herabstürzende Wasser heran. Die Dimensionen und die Kraft des Wassers sind noch einmal eine ganz andere Hausnummer.

    Ein ganz besonderer Tag, denn keiner der drei Wasserfälle sieht aus wie der andere. Unterschiedliche Formen, unterschiedliche Schluchten und jedes Mal eine völlig andere Atmosphäre. Alle drei sind auf ihre eigene Art beeindruckend.
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  • Fahrt nach Kamloops

    30 augusti, Kanada ⋅ ☁️ 18 °C

    Heute machen wir uns auf den Weg nach Kamloops. Eigentlich hatten wir mit den Joffre Lakes noch ein großes Highlight geplant, aber Kanada macht uns einen Strich durch die Rechnung. Sämtliche Plätze für die erforderliche Reservierung sind trotz rechtzeitiger Planung innerhalb weniger Momente restlos ausgebucht. Also heißt es umplanen.

    Unser erster Stopp sind die Nairn Falls. Der Green River hat sich hier tief in das Gestein eingeschnitten und stürzt über mehrere Stufen durch eine enge Schlucht. Vom Aussichtspunkt können wir gut beobachten, mit welcher Kraft sich das Wasser durch den Canyon zwängt.

    Weiter geht es danach Richtung Duffey Lake. Wir legen einen kurzen Stopp ein und genießen den Blick auf den See. Doch eigentlich merken wir schnell, dass heute gar nicht unbedingt die einzelnen Sehenswürdigkeiten das Highlight sind – sondern die Straße selbst. Der Highway 99 windet sich durch eine spektakuläre Berglandschaft. Immer wieder wird die Straße eng, schlängelt sich durch tiefe Canyons und führt vorbei an steilen Felswänden und Seen. Besonders der Abschnitt durch den Duffey Lake Provincial Park ist landschaftlich beeindruckend. Kurve um Kurve verändert sich die Perspektive, und ständig gibt es irgendwo wieder einen neuen Blickfang. Am Seton Lake machen wir erneut Halt. Das lange, tiefblaue Gewässer liegt zwischen den steilen Bergen.

    Etwas weiter verändert sich die Landschaft zunehmend. Je weiter wir Richtung Kamloops kommen, desto trockener und offener wird die Umgebung. Die dichten Wälder und hohen, grünen Berge weichen nach und nach einer deutlich kargeren Landschaft mit trockenen Hängen und Grasland.
    Einen weiteren interessanten Stopp legen wir an der Deadman Junction Ranch ein. Die historische Ranch liegt an einer Stelle, an der sich die Geschichte der Region noch gut erahnen lässt. Der Name „Deadman“ geht auf die Geschichte des Deadman River und die Überlieferungen rund um die frühen Handels- und Reisewege durch diese Gegend zurück.

    Je näher wir Kamloops kommen, desto deutlicher wird der Landschaftswechsel. Plötzlich fühlen wir uns eher wie im trockenen Westen als in den bewaldeten Bergen rund um Whistler. Unser letzter Stopp ist deshalb noch einmal ein Aussichtspunkt am Kamloops Lake. Von oben blicken wir über den langgezogenen See und die trockenen, goldbraunen Hänge - ein ziemlicher Gegensatz zu dem, was wir heute Morgen noch rund um Whistler gesehen haben.
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  • Whistler - zwischen den Bergen

    29 augusti, Kanada ⋅ ⛅ 10 °C

    Wir hatten es gar nicht erwarter, aber das Wetter zeigt sich heute deutlich besser, und damit ist schnell klar: Jetzt müssen wir in die Berglandschaft eintauchen! Mit einem Kombiticket für die beiden Bergbahnen geht es zunächst mit der Gondel hinauf auf den Blackcomb Mountain. Schon während der Fahrt bekommen wir immer bessere Ausblicke auf die umliegende Bergwelt.

    Oben angekommen, wartet direkt die erste Überraschung: Murmeltiere! Die kleinen Bewohner des Berges lassen sich von uns erstaunlich wenig beeindrucken und begrüßen uns quasi direkt an der Bergstation.

    Da das Wetter momentan richtig gut aussieht, wollen wir keine Zeit verlieren und steigen direkt in die berühmte Peak 2 Peak Gondola. Die Seilbahn verbindet Blackcomb Mountain mit Whistler Mountain und schwebt dabei hoch über dem Tal. Allein die Fahrt ist schon ein Erlebnis - wir hängen minutenlang über der gewaltigen Berglandschaft und können uns kaum entscheiden, in welche Richtung wir schauen sollen.

    Auf der anderen Seite angekommen, geht es mit der nächsten Gondel noch weiter hinauf Richtung Gipfel des Whistler Mountain. Dort warten gleich zwei besondere Highlights auf uns: die Cloudraker Skybridge und Raven’s Eye. Die spektakuläre Hängebrücke bietet fantastische Blicke in die umliegende Bergwelt. Heute spielt das Wetter mit und die Sicht ist wirklich grandios. Immer wieder ziehen Wolkenschwaden durch. Für ein paar Minuten stehen wir tatsächlich mitten in einer Wolke und sehen kaum noch etwas - nur damit kurz darauf wieder die Sonne durchkommt und die Berge freigibt. Und als wäre die Bergkulisse noch nicht abwechslungsreich genug, bekommen wir sogar noch ein kurzes Schneegestöber ab. Mitten im August! So schnell kann sich das Wetter hier oben ändern.

    Anschließend geht es mit der Peak 2 Peak Gondola wieder zurück auf den Blackcomb. Dort drehen wir noch einen kleinen Rundweg und treffen dabei erneut auf mehrere Murmeltiere. Außerdem entdecken wir einige Pikas, die kleinen, kaninchenähnlichen Bewohner der alpinen Felslandschaft. Die flinken Tiere sind deutlich schwerer zu erwischen als die gemütlich herumliegenden Murmeltiere.

    Eigentlich könnten wir jetzt langsam zurück ins Tal fahren, aber wir haben von der Peak 2 Peak noch nicht genug. Also steigen wir kurzerhand ein drittes Mal ein und fahren wieder hinüber zum Whistler Mountain, wo wir noch einmal den Ausblick genießen. Erst danach geht es mit der Gondel endgültig zurück ins Tal.
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  • Garibaldi Lake

    28 augusti, Kanada ⋅ ☁️ 9 °C

    Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zum Garibaldi Lake. Vor uns liegt eine ziemlich lange Wanderung. Der Trail führt uns durch die dichten Wälder rund um den Garibaldi Provincial Park stetig bergauf. Am Morgen hängt noch viel Nebel zwischen den Bäumen, wodurch der Wald fast schon mystisch wirkt. Die feuchte Luft, die hohen Nadelbäume und kaum sichtbare Umgebung lassen die Landschaft ganz anders erscheinen als bei strahlendem Sonnenschein.

    Je weiter wir nach oben kommen, desto mehr lichtet sich der Nebel schließlich. Schon die beiden kleineren Seen auf dem Weg sind fantastisch anzusehen. Nach einer ganzen Weile erreichen wir dann den Garibaldi Lake - und trotz der weiterhin ziemlich wolkigen Bedingungen ist der Anblick beeindruckend. Besonders die Farbe des Wassers fällt sofort auf: ein kräftiges Türkisblau. Auch ohne strahlenden Sonnenschein kommt die Farbe erstaunlich gut zur Geltung.

    Später wird das Wetter dann tatsächlich noch etwas besser. Die Wolken lockern auf und geben immer wieder den Blick auf die umliegende Berglandschaft frei. Der lange Weg hat sich damit definitiv gelohnt.
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  • Sea-to-Sky Highway nach Whistler

    27 augusti, Kanada ⋅ 🌧 13 °C

    Heute verlassen wir Vancouver und machen uns auf den Weg nach Whistler. Schon die Fahrt dorthin gehört eigentlich zum Programm, denn der Sea-to-Sky Highway zählt zu den schönsten Straßen in British Columbia.

    Unser erster Stopp ist Lighthouse Park bei West Vancouver. Dort drehen wir eine Runde durch den dichten Wald und schauen uns natürlich vor allem den Leuchtturm an. Das Wetter spielt zu diesem Zeitpunkt noch mit und wir können den ersten Stopp bei angenehmen Bedingungen genießen. Danach verschlechtert sich das Wetter allerdings zunehmend. Aus dem eigentlich geplanten entspannten Roadtrip mit mehreren kleineren Wanderungen wird plötzlich ein ziemlich nasses Unterfangen. Also heißt es umplanen.

    Anstatt bei jedem Stopp komplett durchnässt zu werden, beschränken wir uns zunächst auf die Shannon Falls. Mit rund 335 Metern Fallhöhe gehören sie zu den höchsten Wasserfällen British Columbias. Besonders nach Regen führen sie ordentlich Wasser – immerhin hat das schlechte Wetter hier also auch seine Vorteile.

    Anschließend legen wir spontan noch einen Stopp in Squamish ein. Nach einem kleinen Snack geht es weiter und tatsächlich haben wir danach wieder etwas Glück. Bei den Brandywine Falls zeigt sich das Wetter wieder etwas freundlicher. Der kurze Spaziergang zum Aussichtspunkt lohnt sich, denn der Wasserfall stürzt hier rund 70 Meter tief in eine beeindruckende Schlucht.

    Danach geht es endgültig weiter nach Whistler. Dort checken wir ein, machen es uns gemütlich und lassen den Tag bei richtig leckerem Essen ausklingen.
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  • Vancouver Stadttag

    26 augusti, Kanada ⋅ ☀️ 22 °C

    Heute wollen wir unserem Besuch noch etwas von Vancouver zeigen. Für einen ersten Eindruck starten wir mit einem Abstecher auf den Aussichtsturm. Von oben bekommen wir einen richtig guten Überblick über die Stadt.

    Anschließend geht es weiter nach Gastown, dem historischen Viertel Vancouvers. Die alten Backsteingebäude, Kopfsteinpflaster und die berühmte Dampfuhr vermitteln einen ganz anderen Eindruck als die moderne Skyline. Zum Abschluss schlendern wir noch an der Waterfront entlang. Hier zeigt sich Vancouver wieder von seiner modernen Seite.

    Für einen kleinen Stadteindruck reicht uns das allerdings auch schon. Vancouver ist zweifellos eine beeindruckende Stadt, aber nach ein paar Stunden haben wir genug vom Stadttrubel gesehen. Also fahren wir in den Stanley Park, Vancouvers riesigen Stadtpark direkt an der Spitze der Halbinsel. Dort schauen wir uns noch ein wenig um und genießen vor allem die Ausblicke zurück auf die Skyline. Ein besonderer Stopp sind die Totempfähle am Brockton Point. Die kunstvoll geschnitzten Pfähle gehören zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Stanley Parks und greifen Traditionen verschiedener indigener Völker der Region auf.

    Am Ende sind wir uns ziemlich einig: Vancouver gesehen – Haken dran. Für uns muss es heute nicht noch mehr Innenstadt sein.
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  • Lynn Canyon und Grouse Mountain

    25 augusti, Kanada ⋅ ☀️ 25 °C

    Unser Besuch ist da! Nach langer Anreise aus Deutschland beziehen wir gemeinsam mit Robins Eltern und Onkel unser Quartier in North Vancouver. Das Timing könnte kaum besser sein, denn das Wetter zeigt sich von seiner besten Seite.

    Am ersten Morgen geht es zunächst in den Lynn Canyon Park. Der Canyon liegt mitten im dicht bewaldeten North Vancouver und ist von typisch pazifischem Regenwald umgeben. Durch die tief eingeschnittene Schlucht rauscht der Lynn Creek, während sich Wanderwege durch die beeindruckende Natur schlängeln. Besonders bekannt ist die frei zugängliche Hängebrücke, die hoch über dem Canyon hängt.

    Danach wird es deutlich anstrengender, denn der Grouse Mountain steht auf dem Programm. Wir haben uns bereits im Januar über den berüchtigten Grouse Grind nach oben gequält und wollen natürlich wissen, ob es beim zweiten Mal irgendwie leichter wird. Die Antwort lautet eindeutig: Nein. Auf gerade einmal rund 2 Kilometern überwindet der Grouse Grind etwa 800 Höhenmeter. Der Weg besteht größtenteils aus steilen Stufen und fühlt sich irgendwann eher wie eine nie enden wollende Treppe als wie eine Wanderung an.

    Oben angekommen gibt es endlich was zu Essen. Danach sehen wir uns noch ein wenig um und haben sogar die Möglichkeit einen Grizzlybären in der geschützten Anlage auf dem Berg zu beobachten.

    Für den Rückweg sparen wir uns dann die nächsten 800 Höhenmeter und nehmen die Seilbahn. Während wir bequem zurück ins Tal schweben, können wir die Aussicht genießen und unsere inzwischen ziemlich müden Beine schonen.
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  • Othello Tunnels

    24 augusti, Kanada ⋅ ☀️ 16 °C

    Bevor wir Hope hinter uns lassen, stehen am Morgen noch die Othello Tunnels auf der Liste, ein ehemaliger Abschnitt der Kettle Valley Railway. Die historische Bahnstrecke wurde Anfang des 20. Jahrhunderts durch die zerklüftete Landschaft gebaut und musste dabei mehrere Tunnel direkt durch die Felswände des Coquihalla Canyon treiben. Heute sind die ehemaligen Eisenbahntunnel Teil eines Wanderwegs und für Besucher zugänglich.

    Der Coquihalla Canyon ist beeindruckend eng und tief eingeschnitten, während sich der Coquihalla River weit unter uns durch die Schlucht windet. Die Kombination aus steilen Felswänden, dichtem Wald und dem türkisfarbenen Wasser des Flusses macht den kurzen Spaziergang zu einem überraschend schönen Erlebnis.

    Nach diesem kleinen Abenteuer am Morgen nehmen wir Vancouver ins Visier.
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  • Weiter nach Hope

    23 augusti, Kanada ⋅ ⛅ 13 °C

    Heute steht wieder ein klassischer Fahrtag auf dem Programm. Unser Ziel ist Hope, und eigentlich erwarten wir nicht besonders viel von der Strecke.

    Unser erster richtiger Stopp ist Osoyoos. Osoyoos liegt im Okanagan Valley, einer der bekanntesten Weinregionen Kanadas. Zwischen trockenen, fast wüstenartigen Hängen, Weinbergen und dem tiefblauen Osoyoos Lake wirkt die Landschaft völlig anders als alles, was wir bisher auf dieser Reise gesehen haben. Dazu kommt der kleine, gemütliche Ort selbst, der direkt am See liegt. Wir schauen uns ein wenig um und sind uns schnell einig: Hier hätten wir durchaus auch ein bisschen länger bleiben können.

    Beim Verlassen von Osoyoos wartet noch ein ungewöhnliches Naturphänomen auf uns: der Spotted Lake. Der See ist für seine zahlreichen mineralreichen Wasserbecken bekannt, die besonders im Sommer durch Verdunstung und unterschiedliche Mineralien wie kleine, voneinander getrennte Flecken erscheinen können.

    Weiter geht es durch das Similkameen Valley. In Cawston fallen uns schon von Weitem die riesigen Schilder auf, mit denen lokale Farmen für ihre Früchte werben. Und natürlich können wir da nicht einfach vorbeifahren. An einem kleinen Hofladen machen wir Halt und nehmen frisch geerntetes Obst mit.

    Am Nachmittag erreichen wir den E.C. Manning Provincial Park, der sich über eine riesige Berglandschaft zwischen den Küstengebirgen und dem Okanagan erstreckt. Eigentlich freuen wir uns auf klare Bergblicke, doch ein Waldbrand in der Nähe macht uns einen kleinen Strich durch die Rechnung. Rauch liegt in der Luft und sorgt für eine deutlich diesigere Atmosphäre. Vom Cascade Lookout haben wir trotz des Rauchs einen schönen Blick über die umliegenden Berge und Täler. Später fahren wir noch zum Lightning Lake, einem der bekanntesten Seen des Parks.

    Danach geht es weiter Richtung Westen. Viel Zeit bleibt nicht mehr, und schon bald erreichen wir Hope, unser Tagesziel. Am Ende sind wir wieder einmal überrascht, wie abwechslungsreich ein vermeintlich unspektakulärer Fahrtag sein kann. Weinberge und Wüstenlandschaft, Obstplantagen, Bergwälder, Seen und Rocky-Mountain-Ausläufer – die gesamte Strecke ist eigentlich ein einziges landschaftliches Erlebnis.
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  • Durch die Rockies nach Westen

    22 augusti, Kanada ⋅ ☁️ 20 °C

    Von Pincher Creek aus heißt es heute Kilometer machen. Schon am Montag erwarten wir in Vancouver Besuch aus Deutschland, deshalb bleibt uns nicht viel Zeit für große Umwege. Unser Tagesziel liegt weit im Westen: Trail in British Columbia. Dazwischen liegen mehrere hundert Kilometer und eine Landschaft, die sich ständig verändert.
    Den ersten richtigen Stopp legen wir bei den Lundbreck Falls ein. Ein kurzer Spaziergang und ein paar Fotos später sitzen wir wieder im Auto.

    Weiter geht es durch den Crowsnest Pass, einen historischen Übergang durch die Rocky Mountains. Die Straße windet sich zwischen bewaldeten Berghängen hindurch und schon die Fahrt selbst wird wieder zum Erlebnis.

    Ein besonders eindrücklicher Zwischenstopp ist Frank Slide. Hier ereignete sich 1903 eine der größten Bergstürze der kanadischen Geschichte. Ein gewaltiger Teil des Turtle Mountain brach ab und donnerte ins Tal. Millionen Tonnen Gestein begruben einen Teil der Bergbaustadt Frank unter sich - fast 100 Menschen kamen dabei ums Leben. Noch heute liegt ein riesiges Feld aus Felsblöcken über dem Tal und macht die Dimension des Unglücks erstaunlich greifbar. Von den Aussichtspunkten aus können wir gut erkennen, wo sich der Berg einst gelöst hat und wie weit die Geröllmassen ins Tal gerutscht sind.

    Danach geht es weiter westwärts. Die Landschaft verändert sich erneut: Wir verlassen langsam die hohen Rocky Mountains und fahren durch immer mehr bewaldete Täler und entlang von Flüssen und Seen. Immer wieder entdecken wir kleine Aussichtspunkte oder interessante Stellen am Straßenrand, an denen wir spontan anhalten.

    Kilometer um Kilometer arbeiten wir uns durch British Columbia vor. Am späten Nachmittag erreichen wir schließlich Trail, unser Zwischenziel für heute.
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  • Waterton Lakes Nationalpark

    21 augusti, Kanada ⋅ ⛅ 25 °C

    Am Morgen landen wir in Calgary und holen unseren Mietwagen ab. Ein paar Lebensmittel und die wichtigsten Vorräte für die nächsten Tage müssen noch besorgt werden, dann kann es losgehen.

    Unser erstes Ziel ist der Waterton Lakes National Park ganz im Süden Albertas, direkt an der Grenze zu den USA. Waterton Lakes gehört zusammen mit dem angrenzenden Glacier National Park auf der US-amerikanischen Seite zum Waterton-Glacier International Peace Park, einem grenzüberschreitenden Schutzgebiet.

    Unser erster Stopp sind dort die Blakiston Falls. Ein kurzer Wanderweg führt durch den Wald zu dem Wasserfall. Nach der langen Fahrt tut es gut, endlich die Beine zu bewegen und mitten in dieser beeindruckenden Berglandschaft zu stehen. Weiter geht es zum Red Rock Canyon, wo der Name Programm ist. Das Wasser hat sich hier tief in den rötlichen Fels eingeschnitten und einen auffälligen Kontrast zum Grün der umliegenden Vegetation geschaffen. Nach Monaten in Manitoba ist allein die Tatsache, wieder richtige Berge zu sehen, für uns schon ein Highlight.

    Danach steht noch eine erste kleine Bergwanderung auf dem Programm. Der Bear's Hump ist zwar nur ein kurzer Anstieg, hat es aber ordentlich in sich. Über Serpentinen gewinnen wir schnell an Höhe und werden oben mit einem fantastischen Blick über den Ort Waterton, den Waterton Lake und die umliegenden Berge belohnt.

    Über den Akamina Parkway fahren wir noch etwas weiter in Richtung Süden zum Cameron Lake. Der See ist von Bergen umgeben und wirkt deutlich ruhiger als der große Waterton Lake. Wir genießen die Fahrt und die ständig wechselnden Ausblicke, bevor wir uns langsam wieder auf den Rückweg machen.

    Auf dem Weg zu unserer Unterkunft in Pincher Creek entdecken wir schließlich noch eine Herde Bisons auf einem Feld. Wir beobachten die Tiere und lassen den ersten Tag des Roadtrips langsam ausklingen.
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  • Abschied aus Manitoba

    20 augusti, Kanada ⋅ ☀️ 23 °C

    Es ist vollbracht: Das halbe Jahr auf der Farm ist geschafft! Was am Anfang noch wie eine ziemlich lange Zeit wirkte, ist plötzlich vorbei. Wir haben viel gelernt, neue Abläufe kennengelernt und eine Menge Erfahrungen gesammelt. Vor allem aber haben wir viele nette Menschen kennengelernt, mit denen wir die Höhen und Tiefen des Farmalltags geteilt haben.

    Der Abschied fällt deshalb trotz aller Vorfreude auf das, was jetzt kommt, nicht ganz leicht. Schließlich sind uns nicht nur die Menschen ans Herz gewachsen. Auch zu den Tieren entwickelt man über die Monate eine gewisse Beziehung. Wir verabschieden uns also nicht nur von unseren Kollegen, sondern auch von den Kühen und Kälbern.

    Wir packen unsere letzten Sachen, verlassen die Farm und machen uns auf den Weg nach Winnipeg. Dort bleibt nicht viel Zeit, denn unser nächstes Abenteuer wartet bereits. Nach einem kurzen Flug erreichen wir Calgary, Alberta – und damit beginnt endlich der Teil unserer Kanada-Reise, auf den wir seit Monaten hingearbeitet haben. Nach einem halben Jahr Arbeit in der flachen Prärie Manitobas bekommen wir endlich das Kanada zu sehen, das wir uns vor unserer Reise vorgestellt haben.
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  • Einmal Richtung Osten

    8 augusti, Kanada ⋅ ⛅ 22 °C

    Lange genug haben wir von unserem kleinen Fleckchen aus eigentlich kaum etwas unternommen. Immer wieder bekommen wir den gleichen Tipp zu hören: „Fahrt doch mal Richtung Osten!“ Gemeint ist die Gegend rund um den Osten Manitobas und weiter hinein nach Ontario. Nach einer Arbeitswoche mit rund 50 bis 60 Stunden ist die Motivation dafür aber meist eher überschaubar.

    Doch nun sind es nur noch etwa zwei Wochen, bis wir die Region endgültig verlassen. Also geben wir dem Osten doch noch eine Chance und starten früh zu einem langen Tagesausflug. Unser erstes Ziel ist Falcon Lake, ein beliebtes Erholungsgebiet im Whiteshell Provincial Park. Schon die Landschaft auf dem Weg dorthin verändert sich spürbar. Das endlose, flache Farmland Manitobas weicht zunehmend Wäldern, Felsen und Seen.

    Am Falcon Lake angekommen, halten wir zunächst beim Resort und laufen ein Stück hinauf zu einem kleinen Aussichtspunkt an einer felsigen Kante. Viel Höhe gewinnen wir nicht, doch der Blick über den See und die umliegende, dicht bewaldete Landschaft gefällt uns gut. Anschließend schauen wir uns noch den kleinen Ort an und schlendern ein Stück am Strand entlang.

    Von dort geht es weiter Richtung Kenora, bereits in Ontario. Und tatsächlich beginnt uns die Landschaft immer besser zu gefallen. Die Provinzgrenze macht sich erstaunlich deutlich bemerkbar. Statt flacher Felder fahren wir nun durch eine Landschaft aus unzähligen kleinen Seen, dichtem Wald und blankem Granitgestein. Die Straße windet sich ständig auf und ab, führt über kleine Anhöhen und immer wieder an Wasserflächen vorbei.

    In Kenora legen wir eine Mittagspause bei einem ziemlich ungewöhnlichen Wahrzeichen ein: Husky the Muskie. Der riesige Muskie-Fisch ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt und soll an die Bedeutung des Angelns für die Region erinnern. Mit seinen gut 12 Metern Länge ist der Betonfisch kaum zu übersehen.

    Nach der Mittagspause geht es weiter zum Hunt Lake Trail. Für die komplette Runde fehlt uns heute die Zeit, deshalb laufen wir nur etwa die Hälfte des Weges. Schon dieser Abschnitt gefällt uns ausgesprochen gut. Der Trail führt durch dichten Wald, vorbei an Felsen und immer wieder entlang des Sees. Unser Ziel ist ein markanter Felsen, der ein Stück in den See hineinragt und einen schönen Blick über das Wasser bietet. Hier machen wir eine längere Pause, genießen die Ruhe.

    Auch wenn der Tag aufgrund der langen Fahrstrecke ordentlich Kilometer frisst, bekommen wir endlich einen Eindruck von der Landschaft östlich von uns. Und wir verstehen jetzt auch, warum uns so viele Leute geraten haben, einmal Richtung Osten zu fahren. Ob wir dafür allerdings noch einmal einen ganzen freien Tag im Auto verbringen würden? Wahrscheinlich eher nicht. Wir haben es gesehen, haben einen schönen Tag gehabt und können den Haken auf unserer persönlichen Manitoba-Karte setzen. Für uns war es genau die richtige Entscheidung, es zumindest einmal ausprobiert zu haben.
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  • Centre of Canada

    4 augusti, Kanada ⋅ ☀️ 18 °C

    Irgendwann fällt uns auf, dass wir bei unseren gelegentlichen Fahrten nach Winnipeg immer wieder am geografischen Zentrums Kanadas vorbeikommen. Bisher haben wir dem kleinen Abstecher nie viel Beachtung geschenkt – bis wir uns schließlich denken: Wenn wir schon so oft hier vorbeikommen, sollten wir eigentlich auch mal anhalten.

    Spektakulär ist die Umgebung erwartungsgemäß nicht. Kein imposantes Monument, keine Berge oder sonstige große Sehenswürdigkeit – stattdessen genau das, was Manitoba so typisch macht: flaches Land, weite Felder und ein scheinbar endloser Horizont. Trotzdem hat der Ort etwas Besonderes. Wir stehen tatsächlich ungefähr in der Mitte eines Landes, das sich über mehrere Zeitzonen und fast 5.000 Kilometer von Atlantik bis Pazifik erstreckt.

    Wir schauen uns den Marker an, machen natürlich ein paar Fotos und sind nach kurzer Zeit auch schon wieder unterwegs. Kein großes Abenteuer und sicherlich kein Highlight unserer Kanada-Reise, aber eine dieser kleinen Zwischenstationen, die man eben mitnimmt, wenn man schonmal in der Nähe ist. Und immerhin können wir jetzt sagen: Wir waren ziemlich genau in der Mitte Kanadas.
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  • Arbeiten, sparen, warten

    2 augusti, Kanada ⋅ 🌬 29 °C

    Nach den ersten Tagen der Eingewöhnung auf der Dairy Farm verschwindet die Zeit plötzlich im Alltag. Anders als auf unseren bisherigen Reisen gibt es diesmal kaum Sehenswürdigkeiten, Wanderungen oder Roadtrips, von denen wir berichten könnten. Stattdessen bestimmen Arbeit, Routine und das große Ziel unseren Alltag: noch einmal möglichst viel Geld zurücklegen, bevor der nächste Reiseabschnitt beginnt.

    Den kanadischen Winter überstehen wir dabei besser, als wir zunächst erwartet hatten. Die Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt sind zwar gewöhnungsbedürftig, doch mit der richtigen Kleidung und etwas Routine verlieren selbst –30 Grad irgendwann ihren Schrecken. Faszinierend bleibt trotzdem, wie sehr das Wetter hier den Alltag bestimmt. Selbst einfache Dinge wie das morgendliche Starten des Autos oder die Arbeit draußen werden bei solchen Temperaturen zu kleinen Herausforderungen.

    Nach dem langen Winter folgt ein Frühling, der seinen Namen kaum verdient. Mal fühlt es sich nach Sommer an, wenige Tage später kehrt der Frost zurück. Erst langsam setzt sich die Wärme durch, bis schließlich der Sommer Einzug hält. Inzwischen klettert das Thermometer regelmäßig auf über 30 Grad.

    Den größten Teil unserer Zeit verbringen wir jedoch bei der Arbeit. Zwar arbeiten wir nicht ganz so viele Stunden wie damals auf der zweiten Farm in Australien, doch mit rund 110 Stunden in zwei Wochen kommt auch hier einiges zusammen. Inzwischen sitzen die Abläufe, jeder Handgriff geht automatisch, und der Tagesrhythmus ist längst zur Gewohnheit geworden.

    Auch unser Lebensstil hat sich den Umständen angepasst. Wir kochen fast ausschließlich selbst, gehen nur selten essen und unternehmen nur wenig. Das liegt zum einen daran, dass wir weiter sparen möchten, zum anderen aber auch an unserer Umgebung. Mit der Region rund um Steinbach und La Broquerie werden wir einfach nicht richtig warm. Manitoba hat sicherlich seine schönen Ecken, doch direkt vor unserer Haustür gibt es nur wenige Ausflugsziele. Unser bisher größtes Freizeiterlebnis ist deshalb tatsächlich ein Wochenendausflug zu einem Haus am See - nur um mal raus zu kommen.

    Für etwas mehr Spannung sorgt dafür das Wetter. Neu für uns sind die offiziellen Tornadowarnungen, die direkt von der kanadischen Regierung auf unseren Handys erscheinen. Beim ersten Alarm wissen wir zunächst gar nicht so recht, was wir davon halten sollen. Doch als tatsächlich unweit unserer Farm ein Tornado durchzieht, wird uns bewusst, dass diese Warnungen alles andere als theoretisch sind. Zum Glück bleiben wir selbst verschont, doch dieses Erlebnis zeigt uns eindrucksvoll, mit welchen Naturgewalten die Menschen in den kanadischen Prärien leben.

    Die eigentlichen Stars unseres Farmalltags sind allerdings ganz andere Bewohner: die unzähligen Katzen. Auf der Farm leben mehrere Samtpfoten, und immer wieder gibt es Nachwuchs. So vergeht kaum ein Tag, an dem wir nicht das ein oder andere Kätzchen auf dem Arm haben oder beobachten, wie die kleinen Fellknäuel neugierig ihre Umgebung erkunden. Nach einem langen Arbeitstag sorgen sie regelmäßig für gute Laune und sind vermutlich das größte Highlight unseres Alltags.

    Da größere Ausflüge eher die Ausnahme bleiben, verlagert sich unsere Freizeit zunehmend nach drinnen. Wir puzzeln, spielen gemeinsam und genießen die ruhigen Abende. Das klingt vielleicht unspektakulär, doch genau dadurch geben wir deutlich weniger Geld aus als ursprünglich geplant. Unser Sparziel rückt schneller näher, als wir es uns erhofft hatten.

    Und plötzlich ist der Moment da, auf den wir seit Monaten hinarbeiten. Der Arbeitsalltag neigt sich dem Ende zu. In knapp drei Wochen heißt es Abschied nehmen von der Farm, den Kühen, den Kätzchen und unserem inzwischen vertrauten Tagesrhythmus. Dann beginnt endlich der Teil unseres Working-Holiday-Abenteuers, auf den wir uns die ganze Zeit gefreut haben: unsere Reise quer durch Kanada. Nach einem halben Jahr voller Arbeit fühlt sich dieser Gedanke fast unwirklich an – und gleichzeitig können wir es kaum erwarten, wieder jeden Morgen mit der Frage aufzuwachen, wohin uns der Tag als Nächstes führen wird.
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  • Neuer Alltag in Manitoba

    22 februari, Kanada ⋅ 🌙 -21 °C

    Von Vancouver geht es mit dem Flieger nach Winnipeg in Manitoba. Die ersten Stunden fühlen sich an wie ein Scenic Flight. Unter uns ziehen schneebedeckte Bergketten vorbei, endlose weiße Gipfel, Gletscher, Täler - ein letzter Blick auf die dramatische Kulisse von British Columbia. Doch schnell verschwinden die Berge, und das Bild ändert sich. Stattdessen nur noch flaches Farmland, schnurgerade Straßen, geometrische Felder.

    In Winnipeg trifft uns dann der Kälteschock. Natürlich wussten wir, was uns erwartet, aber es ist noch einmal etwas völlig anderes, tiefe Minusgrade am eigenen Körper zu spüren. Die Luft ist so kalt, dass sie in der Nase brennt. Südlich von Winnipeg, zwischen La Broquerie und Steinbach, beginnt für uns nun wieder das Farmleben. Auf einer Dairy Farm startet der Arbeitsteil unseres Working-Holiday-Visums. Die ersten Tage sind geprägt von Eingewöhnung. Vieles ist vertraut, schließlich haben wir bereits Farm-Erfahrung aus Australien, doch es gibt auch einige Unterschiede - andere Abläufe, andere Technik, andere Routinen. Und vor allem: ein komplett anderes Klima. Während wir in Australien oft mit Hitze zu tun hatten, geht es hier teils bis auf –30 Grad herunter. Das liefert auch ungewohnte Anblicke wie Pferdeschlitten und Schneemobile auf und neben den Straßen.

    Jetzt tauchen wir erst einmal ab - hinein in den Arbeitsalltag, in frühe Starts, lange Tage und den Rhythmus der Farm. Der Fokus liegt klar darauf, den Kontostand wieder aufzubessern. Ein neuer Abschnitt beginnt, rau, kalt und arbeitsreich, aber genau dafür sind wir hier.
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  • Vancouver - tiefere Einblicke

    9 februari, Kanada ⋅ 🌧 6 °C

    Den Rest unserer Zeit in Vancouver verbringen wir - auch wetterbedingt - damit, die Innenstadt noch etwas genauer zu erkunden. Wir laufen viel, treiben durch verschiedene Viertel und bekommen ein immer klareres Bild der Stadt. Gastown ist dabei der markanteste Kontrast. Das älteste Viertel Vancouvers wirkt mit seinen Backsteinhäusern, Kopfsteinpflasterstraßen und alten Straßenlampen fast ein bisschen aus der Zeit gefallen. Wahrzeichen ist die berühmte Dampfuhr, die Dampf ausstößt und stündlich pfeift - eigentlich mehr Show als Technik, aber trotzdem ein Anziehungspunkt. Zwischen Souvenirshops, Galerien, Cafés und Bars spürt man hier viel Geschichte, denn genau hier begann Vancouver im 19. Jahrhundert als kleine Hafensiedlung rund um „Gassy Jack“.

    Von dort geht es weiter Richtung Waterfront. Der Blick auf den Hafen und die Berge im Hintergrund. Man merkt schnell, wie unterschiedlich die Stadt auf engstem Raum sein kann. Gleichzeitig sind wir auch etwas geschockt. Vancouver zeigt nicht nur seine schöne Seite. In manchen Gegenden liegen Licht und Schatten extrem nah beieinander. Ein guter, gepflegter Block geht fast nahtlos in einen sehr schwierigen über. Die Obdachlosigkeit und die offene Drogenszene sind deutlich sichtbar, Menschen wirken verloren, manche Straßen fühlen sich bedrückend an. Es ist kein Gefühl von akuter Gefahr, eher ein bedrückendes Beobachten, wie präsent soziale Probleme hier sind und wie stark sie das Stadtbild prägen.

    Mit all diesen Eindrücken verabschieden wir uns vorerst von Vancouver. Eine Stadt mit spektakulärer Lage zwischen Meer und Bergen, mit viel Natur direkt vor der Haustür, aber auch mit harten Gegensätzen. Unser nächster Stopp wartet schon auf uns.
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  • Grouse Mountain

    6 februari, Kanada ⋅ ☁️ 8 °C

    Heute machen wir einen Ausflug auf den Grouse Mountain und starten gleich mit der größten Herausforderung: dem Grouse Grind. Auf nur etwa 2,5 Kilometern geht es über 800 Höhenmeter nach oben, fast ausschließlich über steile Treppenstufen. Einer der anstrengendsten Anstiege seit dem Te Araroa, und das merken wir deutlich. Wir kämpfen uns den Berg hinauf, mit brennenden Beinen, kurzen Pausen und dem Gefühl, dass es irgendwie kein Ende nimmt. Der Weg ist zu recht eine der bekanntesten Fitnessherausforderungen Vancouvers. Umso besser fühlt es sich an, als wir schließlich auf über 1.100m ankommen.

    Auf dem Berg erwartet uns eine ganz andere Welt. Es liegt Schnee, etwas, das wir schon lange nicht mehr bewusst erlebt haben. Der Berg ist voller Leben: Menschen sind beim Schlittschuhlaufen, andere fahren Ski oder rodeln den Hang hinunter, überall herrscht eine geschäftige Winteratmosphäre. Wir stapfen noch eine Weile durch den Schnee, freuen uns über das ungewohnte Gefühl unter den Füßen und genießen die kalte, klare Luft. Wann wir das letzte Mal durch richtigen Schnee gelaufen sind, lässt sich kaum noch sagen. Irgendwann reicht es uns dann aber und wir entscheiden uns für den bequemen Weg zurück. Mit der Seilbahn schweben wir wieder hinunter ins Tal.
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  • Stanley Park

    4 februari, Kanada ⋅ ☁️ 11 °C

    Das Wetter wird endlich besser, und plötzlich fühlt sich Vancouver ganz anders an. An zwei Tagen hintereinander sind wir im Stanley Park unterwegs und holen das nach, worauf wir die ganze Zeit gewartet haben. Der riesige Stadtpark liegt direkt am Wasser und wirkt wie eine grüne Insel mitten in der Stadt. Dichte Wälder mit jahrhundertealten Zedern und Douglasien wechseln sich mit offenen Aussichtspunkten ab, immer wieder öffnet sich der Blick auf das Meer, die Stadt und die Berge.

    Wir laufen entlang der Seawall, die sich einmal um den Park zieht und immer neue Perspektiven bietet. Von hier aus sehen wir die Skyline von Downtown, die North Shore Mountains und sogar den schneebedeckten Mount Baker im US-Bundesstaat Washington, der mit über 3.200 Metern majestätisch im Hintergrund auftaucht.

    Die Lions Gate Bridge fasziniert vor allem Robin. Die grün lackierte Hängebrücke erinnert ein wenig an die Golden Gate Bridge in San Francisco, auch wenn sie kleiner ist. Sie verbindet Downtown mit North Vancouver und spannt sich elegant über das Burrard Inlet, eingerahmt von Bergen und Wasser. Je nach Blickwinkel wirkt sie jedes Mal anders. Zwischen Waldwegen, Aussichtspunkten und dem Blick auf schneebedeckte Gipfel merken wir, wie sehr uns genau diese Mischung anspricht. Natur ist hier nicht weit weg, selbst mitten in der Stadt. Das erste wirkliche Erlebnis in Vancouver hat etwas auf sich warten lassen, doch jetzt ist es da und macht Lust auf mehr.
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  • Ankunft in Vancouver

    31 januari, Kanada ⋅ ☁️ 10 °C

    Wir kommen in Vancouver an, nach einer gefühlten Ewigkeit im Flieger von Hongkong, und erleben den 27.01. gleich zweimal. Ein seltsames, leicht verschwommenes Ankommen irgendwo zwischen Zeitzonen und Müdigkeit. Die ersten Tage verbringen wir damit, allen notwendigen Krams zu erledigen: Steuernummer beantragen, Konto eröffnen, Jobsuche. Viel Organisation, viel Papierkram, wenig Romantik, aber genau das gehört jetzt dazu.

    Für eine Woche sind wir im Pet-Sitting und passen auf einen Kater auf. Der kleine Typ ist frech, charakterstark und hält uns ordentlich auf Trab. Abgesehen vom Ankunftstag zeigt sich Vancouver allerdings nicht von seiner besten Seite. Es regnet fast durchgehend, tagelang, grau in grau. Die Stadt wirkt dadurch etwas verschlossen, und wir verkriechen uns wann immer möglich drinnen, schauen aus dem Fenster, hören dem Regen zu und lassen es ruhig angehen. Kein spektakulärer Start. Vancouver lässt sich Zeit mit uns - und wir uns auch mit Vancouver.
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  • Hongkong Island

    26 januari, Hong Kong ⋅ ☀️ 21 °C

    Unser letzter Tag bricht an, und wir lassen uns ein letztes Mal ganz ohne festen Plan durch die pulsierende Innenstadt von Hongkong Island treiben. Es ist einfach eine faszinierende Stadt!

    Wir spazieren durch die Straßenschluchten von Central, wo die gläsernen Wolkenkratzer so hoch in den Himmel ragen, dass wir den Kopf weit in den Nacken legen müssen. Das Licht spiegelt sich in den Glasfassaden, während neben uns die berühmten doppelstöckigen Ding-Ding-Trams mit lautem Klingeln an uns vorbeiziehen. Wir lassen es uns natürlich nicht nehmen, in einer solchen Tram für ein paar Haltestellen mitzufahren.

    Überall entdecken wir spannende Kontraste. Hier ein hochmodernes Geschäft, nur wenige Schritte weiter ein traditioneller Marktstand mit getrockneten Kräutern und exotischen Früchten. Jeder Blickwinkel bietet etwas Neues - die neonfarbenen Schilder, die Wäsche, die an Bambusstangen aus den Fenstern ragt, und dazwischen immer wieder kleine, versteckte Tempel, aus denen der schwere Duft von Räucherstäbchen dringt. Hongkong hat uns in wenigen Tagen komplett in seinen Bann gezogen.
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  • Sonnenuntergang am Lion Rock

    25 januari, Hong Kong ⋅ 🌙 18 °C

    Gerade als die Sonne tiefer sinkt, nehmen wir unsere letzte Herausforderung für heute in Angriff: Wir flitzen hinauf auf den legendären Lion Rock. Den Tipp für diese Wanderung haben wir von unseren Find-Penguins-Freunden Basti und Lena bekommen - an dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an euch beide! Ohne eure Empfehlung hätten wir dieses Highlight wohl verpasst.

    Der Aufstieg bringt uns wegen unseres Tempos ordentlich ins Schwitzen, denn wir haben für die 1,6km inkl. 350 Höhenmeter nur knappe 40 Miniten Zeit, um den Sonnenuntergang nicht zu verpassen. Auf dem Weg hoch raschelt es plötzlich über uns in den Zweigen: Wir halten inne und trauen unseren Augen kaum, als wir tatsächlich ein paar Äffchen entdecken, die neugierig durch die Baumkronen turnen. Ein kleiner Wildnis-Moment mitten im Großstadtdschungel!

    Oben angekommen, verschlägt es uns endgültig die Sprache. Der Blick auf Hongkong ist einfach sagenhaft. Zu unseren Füßen breitet sich das endlose Häusermeer von Kowloon aus, dahinter glitzert der Victoria Harbour und die Skyline von Hong Kong Island.
    Dann beginnt das große Finale: Der Sonnenuntergang ist absolut spektakulär. Der Himmel verwandelt sich in ein glühendes Meer aus Orange, Pink und Rot, während in der Stadt unter uns langsam die Lichter angehen und ein funkelndes Lichtermeer entfachen. Wir sitzen einfach nur da, lassen uns den Wind um die Nase wehen und genießen diesen magischen Augenblick. Was für ein genialer Abschluss für diesen ereignisreichen Tag!
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  • Tempelanlagen in der Stadt

    25 januari, Hong Kong ⋅ ☀️ 19 °C

    Nach unserer Wanderung tauchen wir wieder ein in das pulsierende Herz der Stadt, um eine völlig andere Seite Hongkongs zu entdecken.

    Unser erster Halt ist der Nan Lian Garden. Wir folgen dem Rundweg durch diese präzise gestaltete Gartenanlage, in der jeder Stein und jeder Baum seinen festen Platz und Sinn haben. Das Highlight für uns ist der leuchtend goldene Pavillon der Vollkommenheit, der inmitten eines Teiches umgeben von Bonsais thront und über zwei rote Holzbrücken erreichbar ist. Der Kontrast zwischen der traditionellen Architektur und den modernen Hochhäusern im Hintergrund ist einfach verrückt.

    Direkt gegenüber, verbunden durch eine Brücke, betreten wir die Chi Lin Nunnery. Wir bewundern die elegante Holzarchitektur im Stil der Tang-Dynastie. Faszinierend ist, dass dieser riesige Komplex aus Zedernholz ohne einen einzigen Nagel erbaut wurde. Wir schlendern durch die drei Höfe, vorbei an Teichen mit blühenden Lotusblumen und goldenen Statuen, die eine fast meditative Ruhe ausstrahlen. Im Herzen der Tempelanlage ist das Fotografieren verboten, aber lasst euch sagen: die Gestaltung dieser Anlage ist an Detail und Schönheit schwer zu übertreffen.

    Zum Abschluss des kulturellen Teils des Tages besuchen wir den farbenfrohen Wong Tai Sin Tempel. Hier herrscht geschäftiges Treiben: Der Duft von tausenden Räucherstäbchen liegt in der Luft, während Gläubige um Glück und Gesundheit bitten. Wir lassen uns von der prachtvollen Gestaltung mit den roten Säulen und dem gelben Gitterwerk verzaubern und genießen die spirituelle Energie dieses Ortes, der Taoismus, Buddhismus und Konfuzianismus vereint.
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  • Dragon's Back Trail

    25 januari, Hong Kong ⋅ ⛅ 18 °C

    Wir starten den Tag mit einem echter Klassiker in Hongkong: der Wanderung auf den Dragon’s Back, den wohl berühmtesten Kammweg der Stadt. Unsere Wanderung startet an der Tei Wan Road, wo der Pfad mit einem sanften Anstieg durch dichtes, sattes Grün beginnt. Es dauert nicht lange, bis wir den Kamm erreichen. Vor uns windet sich der Pfad und die Szenerie erinnert tatsächlich ein bisschen an den geschuppten Rücken eines schlafenden Drachens. Der Name könnte nicht passender sein.

    Während wir über den schmalen Grat wandern, genießen wir ein spektakuläres 360-Grad-Panorama. Zur Linken glitzert das smaragdgrüne Wasser von Shek O und die Weite des Südchinesischen Meeres, zur Rechten blicken wir auf die bewaldeten Hänge von Tai Tam.
    Der Wind weht hier oben kräftig und erfrischend, während wir den Gipfel des Shek O Peak auf 284 Metern erreichen. Es ist faszinierend, wie nah Wildnis und Weltstadt hier beieinanderliegen.

    Der Abstieg führt uns über schattige Waldwege zurück an die Straße, wo wir den Bus in die Stadt nehmen. Das nächste Abenteuer wartet dort schon auf uns.
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