Ukraine
Odessa

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21 travelers at this place:

  • Sep27

    Andere gehen ins Kloster...

    September 27, 2019 in Ukraine ⋅ 🌧 15 °C

    ***(Some choose monastery... you’ll find an English version right below the German text)***

    Morgen früh legen wir ab - bis dahin werden hier vor meiner Luke unentwegt Container geladen, und dennoch wird nur ein Bruchteil dessen bewegt, was der Kahn so über die Meere schippert.

    Das Einschiffen war beeindruckend. Der Frachter ist einfach riesengroß, 300 Meter lang. Alle anderen Schiffe im Hafen sind gegen uns Paddelboote.

    Und spannend: Meine Reiseagentur hatte die Sache mit dem Fahrrad offenbar nur so halb geklärt - schon, dass es mit an Bord kann, nicht aber, dass es auch übers Sperrgelände bis zum Schiff darf. Zum Glück gabs einen wirklich netten Hafenagenten vor Ort, der eine Sondererlaubnis eingeholt hat, was zwei Tage brauchte... Alles sehr streng im Port, inklusive mürrischem Grummeln, Anweisungen im Befehlston (‚Passport!‘ - ‚open bags!‘), minutenlangem Geblätter im Reisepass unter Abgleich jedes einzelnen Stempels, bei umgehängter Schwerstbewaffnung und skeptischen Blicken. Die Sonderwünsche von so einer dahergefahrenen Touristin scheren erstmal keinen, ist ja kein Kreuzfahrt-Terminal.

    Hier auf der Ural hingegen alle sehr freundlich. Ein Seemann hat mein Rad hochgeschleppt, niemals hätte ich das alleine an Bord gekriegt. Die Crew ist zum größten Teil chinesisch, und ein paar Boys aus Sri Lanka in der Küche und fürs Grobe. Bordsprache Englisch. 25 Mann Besatzung und eine struppelblonde Deutsche schwer definierbaren Alters, die alle um mindestens einen Kopf überragt. Gäbe ein super Gruppenfoto. Für den Suez-Kanal wird nochmal eine Extra-Crew an Bord kommen.

    Ich wurde im Schweinsgalopp eingewiesen, kann jetzt einen Life-Suit ordnungsgemäß überstülpen, weiss den Zugangscode zur Brücke und schnalle mich im Rettungsboot Portside auf Platz Nummer 7 fest, im Fall des Falles. Es gibt einen Fitnessraum, und eine Sauna, die wohl noch nie jemand benutzt hat (glaube auch nicht, dass ich sie einweihen werde, will ja keinen der Jungs erschrecken, sie ist gleich neben der Pingpongplatte). 10 Decks, und dann noch die Maschinenräume tief im Bauch des Kolosses.

    Lächeln und zurückhaltende Höflichkeit, das wird wohl die Kommunikation für die nächsten drei Wochen bleiben. Die Kabine ist zweckmäßig - und den kleinen Passagieraufenthaltsraum habe ich ganz für mich alleine. Tatsächlich kein einziger Mitreisender... kein pensionierter Studienrat, der mir abends Schach beibringt, keine Traveller mit Reisegeschichten aus aller Welt... aber auch keiner, der über die chinesischen Tischsitten nörgelt oder einen immerschlau zutextet. Ob Glück oder Pech weiss ich also nicht. Ein französisches Ehepaar ist hier in der Ukraine von Bord gegangen, eine Frau hatte wohl Istanbul bis Malaysia gebucht, so mein diensthabender Offizier, sei aber nicht aufgetaucht.

    Nachdem ich mich zwischendurch (jetzt schon!) gefragt habe, ob die Zeit hier vom Gefühl her so eine Art selbstbezahlter Knastaufenthalt werden könnte, habe ich beschlossen, es möglichst konsequent zum gedanklichen Runterkommen zu nutzen. Hartes Detox. Einen Tagesplan, und einfach nichts entscheiden (müssen) für eine Weile. Keine Nachrichten. FB etc. ertrag ich gerade eh nicht, was geht nur ab, wir spalten uns bröselig... Um sieben, zwölf und achtzehn Uhr Essen, was vorgesetzt wird, Zeiten für Yoga, Sport, Lesen, Schreiben, Schlafen. Manche gehen ne Zeit lang ins Kloster, ich schippere halt durch den Suez-Kanal, fernab von allem... mal sehen, wie das wird. Irgendeinen Sinn wird’s haben, über das Ankommen in Port Klang hinaus.

    Wir sehen uns in Kuala Lumpur!

    ***

    Tomorrow we‘ll enter the sea. Until then containers are loaded day and night in front of my little porthole, yet only a tiny percentage of the huge amount of cargo the frighter is carrying.

    Embarking‘s been impressive. The vessel is really big, 300 meters long. Compared to us all other boats in the harbor are like canoes.

    And exiting: My travel agency had obviously only partly taken care about taking my bike. Yes that it was allowed on the vessel, but nope that I was allowed taking it there, through the restricted zones in the harbor. Thank god there was a really nice guy at the port agency who arranged a last minute special permission (which took two days). Everything really strikt in the port: A little grumpy, barking commados (passport! open bags!), browsing through my passport for several minutes syndicating each and every stamp, armed with a machine gun and a skeptical attitude.

    On board the ‚Ural‘, very friendly everyone. A seaman carried my bike up the gangway, I‘d never ever managed this myself. Most of the crew is chinese, plus some boys from Sri Lanka in the kitchen and for the rough work. Board language English. 25 seamen plus one blonde German gal, at least one head taller than everyone else. A hell of a group picture...

    I got instructed in a fast run, know how to squeeze myself into a life suit now, know the security code for the bridge and will take seat number seven in the lifeboat portside just in case... There is a kind of gym, and a sauna no one has ever used. I guess I won‘t be first, as it‘s right next to the ping pong table and I don‘t wanna scare the boys. Ten decks, plus the engine rooms deep in the giants belly.

    Smiles and reserved friendliness, guess this will be my conversation for the next three weeks. The cabin is appropriate, and there is a ‚passenger recreation room‘ - which I also have completely for myself. Indeed no fellow passenger. No retired teacher who teaches me chess in the evenings, no travellers with stories from all over the planet - but also no one to complain over chinese eating habits or knowing e-v-e-r-y-thing. So good or bad luck, who knows. A french couple disembarked as I embarked in Ukraine, and there should have been a woman joining the voyage from Istanbul to Malaysia, but she did not show up.

    Already thinking whether this could feel like a kind of self paid prison stay, I decided to use the time for ‚mental detox‘ as consequently as possible. A daily schedule and not having to take decisions for a while. Meals at 7, 12 and 18:00, eating what is served. Hours for yoga, meditation, sport, reading, sleeping. No news, and it is better to be off FB etc. anyway, as it is getting more and more ugly there. Some take their time out in a monastery, I‘ll give it a try on the Suez Canal. Far away from everything, let‘s see... there will be some higher sense in this, more than just reaching Malaysia...

    See you in Kuala Lumpur!
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  • Day24

    Schwarzes Meer/Odessa

    October 16, 2019 in Ukraine ⋅ ☀️ 19 °C

    In Kischinau war noch so ne Art Kultur/Stadtfest,völlig ungewöhnlich fand ich dies vielen Kinderstars die auf den Bühnen schon so abgebrüht ihr bestes gaben. Wollte eigentlich bis zum Fluss Nistru,na und ich nichts böses ahnen werde von einem Polizisten angehalten,war die Moldawische Ausreise,weiter fahren kein Problem Kurve,Fluss,Brücke,Panzer und Kontrolle .Einreise Autonomes Gebiet,wurde dann auch schon Dunkel,Glaube wie ich es gefahren bin war an jedem Abzweig immer schwer bewaffnete Männer. Odessa ,Schwarzes Meer ,Platz zum schlafen und dann die 192 Treppenstufen hoch in die sehr schöne gewachsene alte Stadt.Heute morgen kurz zum Fährhafen und mich nach einer Fähre nach Georgien erkundigt gibt es 2 mal wöchentlich,so wie es gerade aussieht ist es so wie ich möchte nicht möglich,die Ukrainer lassen einen wohl nicht auf die Krim ausreisen und die Georgier niemand aus Russland einreisen,gibt glaube ich nur eine Straße die alte Herrstrasse über die haben die Russen den Nachschub für ihren Georgien krieg transportiert,aber für mich wird es glaube ich sehr schwer von hier nach Russland zu kommen,Habe mich vorher in einem Hostel eingemietet,kostet 6€ kann duschen,Wäsche waschen und hab WLAN.
    Odessa ist wirklich schön und lohnt schon mal hier her zu fahren ,so man gerade in der Nähe ist,gibt auch wunderschöne Strände,hat auch schon so ein bisschen den orientalischen Flair,mir gefällt es sehr gut.sitze jetzt gerade auch in dem Hostelgarten und genieße die warme Sonne,es wird dann aber auch sehr schnell richtig kühl und gestern Abend sah man das Meer vor lauter Nebel nicht mehr.
    Morgen früh möchte ich mal zum Honorar Konsulat gehen und die mal fragen ob die etwas wissen,ach wieso muss immer alles so kompliziert sein?
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  • Day24

    Schhwarze Meer ,Mykolajiw

    October 16, 2019 in Ukraine ⋅ ☀️ 17 °C

    Gestern früh in Odessa losgefahren,das Ziel ist jetzt erstmal aus der Ukraine raus zu fahren,Belgorod,bin jetzt in Mykolajiw,der Fluss ,gewaltig groß heißt südlicher Bug,es sind noch ca 700 km bis zur russischen Grenze.
    Hatte ja in Odessa noch einen platten Reifen,waren aber recht angenehme Tage in Odessa,war noch einen halben Tag am Stadtstrand viel auf dem Bazar,muss es einfach nochmal sagen ,Odessa ist eine sehr angenehme Stadt ,lohnt aud alle Fälle,war auch noch auf der Botschaft,es gibt tatsächlich nur 3Grenzen die Legal sind nach Russland,es bedeutet für mich einen Riesen Umweg,aber zumindest bis hierher von Odessa war die Straße ok.Gestern bin ich nur ca 60km aus Odessa rausgefahren ,wollte nochmals ans Meer,kam in einer Touristen Hochburg raus,ein Riesen Ding,und alles(außer in einigen Hotelkomplexen waren Handwerker) war absolut zu,die Menschen sind weg ,die Hunde geblieben,war echt ein bisschen gruselig und sehr skurril.Vorher erste Polizeikontrolle,kam schaute Tourist und weiter,mit englisch wird es schon dünner,was natürlich auch seine Vorteile hat,—mac Donalds mag sein wie er will ,hat aber immer WLAN und der Kaffee ist auch genießbar.ich werde nachher noch mal ein bisschen Fahren,kann die ukrainer nicht einschätzen so von wegen Russland.Read more

  • Day171

    Odessa

    October 18, 2019 in Ukraine ⋅ ⛅ 12 °C

    Wir finden einen herzigen Parkplatz inmitten eines etwas verwahrlosten aber schönen Parks und bleiben hier für drei Nächte. Der Park beherbergt diverse Strassenhunde, Vögel und ein Igeli (habe Goodies gekauft, die aber dann keiner essen wollte🙈). Wir erleben einiges in diesen Tagen: dekadent essen und trotzdem kaum Geld ausgegeben, Kinofilme werden nur am Mittwoch in Originalsprache gezeigt, ukrainische Schönheiten sind rar, wunderbar verwachsene Innenhöfe, im Sommer sei Odessa das ukrainische Ibiza, einen Besuch in einem der schönsten Opernhäuser Europas (haben dazu leider keinen Vergleich), Arjen macht mit beim Sport 😱🎉 und ein anschliessendes Bad im schwarzen Meer! Der einzige Downer: das „Tigerloch“ (ein Insider) in welches ich falle, weil meine Motivation zum Büsslireisen schwindend ist. Ein Plan muss her: raus aus der Ukraine und ab in den Süden.Read more

  • Sep11

    Die Perle am Schwarzen Meer

    September 11, 2019 in Ukraine ⋅ ☀️ 26 °C

    *** The Pearl at the Black Sea - You’ll find an English version below the German ***

    Erstmal good news: Bin gestern seetauglich geschrieben worden, von einer russischen Ärztin, die dazu nicht mal das Stethoskop in die Hand genommen hat (wohl aber meine Kreditkarte, 80 Dollar für den Stempel).

    Nach vier Monaten gen Osten bin ich damit wohl endgültig in den Fängen der Korruption gelandet... Anstelle von Untersuchungen haben wir uns über die Transsib unterhalten - sie bekam ganz dunkle Funkelaugen voller Kindheitserinnerungen.

    Odessa ist vielfältig, ich habe einen ganzen Flickenteppich an Eindrücken. Für den gepflegten Städteurlaub und romantisches Bummeln durch Altstadtgassen würde ich Freunden eher Lemberg ans Herz legen. Wer aber unerschrocken ein bisschen mehr Ukraine wagen möchte: Ab nach Odessa!

    Mit Englisch kommt man hier kaum weiter (es gibt auch wenig Westtouristen). Ich gönne mir gerade zehn Stunden Russisch - eher Goodwill und Zeitvertreib. Kyrillisch hat nochmal eine ganz andere Schreibschrift als Druckschrift, und Vokabeln lernen ist auch schon lange her...
    Ich begreife fix, behalte nix. Wenigstens hat mein Gehirn inzwischen nachgegeben, was die Druckbuchstaben betrifft, und dafür etwas Platz freigeräumt.

    In die Oper kann man in Odessa ab 1,80 Euro. Ich habe mir ganz dekadent ein Fünf-Euro-Ticket für Donnerstag gegönnt, mittlere Preisklasse, Aida. Es gibt einen offiziellen Dresscode, kein Einlass mit pinken Sneakers, also nochmal acht Euro obendauf für ukrainische Ausgehschuhe vom Markt. Hoffentlich lohnend investiert, bin da ja ein bisschen banausig und habe um die drei Stunden rum oft eine Schmerzgrenze...

    Am Strand Riesenkirmes: Clubs, Lounges, Beach Bars, gigantische Hotelpaläste. Kilometer um Kilometer. Russischer Rubel rollt, denke ich. Jetzt ist Nachsaison, aber um sich das im August vorzustellen, braucht es kaum Phantasie. Weiter weg vom Zentrum beginnt der Beton dann etwas mehr zu bröckeln, und es wird gemütlicher. Baden allerdings nur für Seetangfetischisten.

    Mein Schiff läuft planmäßig am 25. morgens um sieben ein und liegt dann erstmal für 48 Stunden hier. Es ist die CMA CGM Ural. Ankunft in Port Kelang geplant für den 18.10. - Denke aber, ich melde mich vorm Ablegen nochmal!

    Soweit der Bericht aus Odessa von der künftigen Leichtmatrosin.

    ***

    Good news first: Yesterday I‘ve been declared fit for seamanship - by a Russian doctor who didn’t even touch her stethoscope for confirming this. But my credit card - 80 $ for a stamp on my health certificate.

    After four months heading east it feels as if I conquered the word of corruption now. Instead of examinations the doctor and I had a very nice chat about the transsib railway - she got really sparkling dark eyes full of childhood memories.

    Odessa is diverse and intetesting, I have quite a patchwork of impressions. I someone was looking for a nice sightseeing break in a Ukrainian city and romantic strolls through old town, I‘d definitely recommend Lviv. But if you are in an adventurous mood daring a little more Ukraine, head to Odessa!

    English doesn‘t help you a lot here, and there are not many western tourists. I am challenging myself with ten private lessons in Russian language right now, which is more showing goodwill and passing time than it will have serious results I fear. Cyrillic also has different letters printed than hand written, and the last time I seriously learned vocabulary has been long long ago. I understand fast, but memorize badly... At least my brain offered to free some space for the print alphabet meanwhile...

    You get tickets to the Opera starting from 1,80 € - I decadently went for a five Euro ticket for Aida next Thursday. There is a written dress code, so no entry with pink sneakers, which adds to the cart 8 € for a pair of Ukrainian fancy shoes from the market. I hope this is a good investment, as I have to admit I am a bit of a Philistine sometimes and everything longer than three hours easily scratches my pain barrier.

    At the beach: Hyper, hyper! Beach Bars, clubs, lounges, huge mirror fronted hotel complexes, mile by mile... Russian Rubels rolling, I assume. Now it‘s off season, but not much phantasy is needed to imagine all of this in August. A little further from the centre the concrete is crumbling a little more, and it gets more cosy. For swimming you‘re better into seaweed a lot.

    My ship should arrive the 25th 7:00 am and will stay at Odessa port for 48 hours. It‘s the CMA CGM Ural. Scheduled arrival in Port Kelang, Malaysia 18th of Oktober. But I guess I‘ll write once more before hitting sea.

    So far the Odessa report from the ordinary sea(wo)man to be.
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  • Sep15

    Ein kleines post scriptum...

    September 15, 2019 in Ukraine ⋅ ⛅ 20 °C

    ***(A little post scriptum... for an English version please scroll down)***

    ... zum vorigen Eintrag:

    Ja, die Investition in ‚Aida-Schuhe‘ hat sich gelohnt. Wunderbare Location, und ein entflammtes Publikum. Da wird ‚Bravo, Aida!‘ auch schon mal mitten in die Arie gerufen, wenn die Seele sich in dem Moment Luft verschaffen muss. Am Ende körbeweise Blumen für Aida (die locker zehn Jahre älter war als ihr Vater, der König).

    Habe ergoogelt, dass das Werk zumindest indirekt dadurch entstanden ist, dass Verdi die Eröffnungshymne zur Einweihung des Suez-Kanals schreiben sollte... auch in diesem Sinne eine passende Ouvertüre für meinen nächsten Reiseabschnitt.

    ***

    ... to my prior post:

    The investment into ‚Aida-shoes‘ was worth it all. Beautiful location, and an inflamed audience. Shouting ‚Bravo, Aida‘ even in the middle of the aria, right after the long note, if the heart is bursting. At the end baskets of flowers and bouquets for the heroine, who was easily ten years older than her father, the king.

    I googelt that Aida somehow was written because prior to this Verdi was asked to compose a hymn for the opening of the Suez Canal. So I guess this also is a good ouverture to the next part of my journey.
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  • Day297

    Zwischen Gelassenheit und Wehmut

    June 4, 2019 in Ukraine ⋅ ☁️ 24 °C

    Gamarjoba ;-)

    Wir sind zurück in 'Tbilisi'. Hatten wir hier doch noch einige Sachen in einer unserer letzten Unterkunft deponiert, die wir in Georgien nicht immer mit uns mitschleppen wollten und bevor es uns morgen Abend mit dem Zug nach Batumi an die Schwarzmeerküste zieht, steht eines unbedingt noch auf unserer Todo-Liste für Tbilisi: Haben uns doch bei unserer letzten Visite in Tbilisi die aus Backstein gemauerten Kuppeln der erdebenen Schwefelbäder neugierig gemacht :-) Also los geht's:

    Man darf wählen zwischen privaten und öffentlichen Badesälen. Da die privaten 50 € aufwärts kosten und für bis zu 10 Personen sind, entscheiden wir uns für die öffentliche Variante. Hier baden jedoch Damen und Herren ausschließlich getrennt. Laut den Beschreibungen erwarten uns arabische Badesäle mit prachtvollen Mosaiken an Wänden und Kuppeln. Außerdem eine Sauna und Becken, in denen bis zu 47 ° C heißes kohlensäure-, eisen- und schwefelhaltiges Wasser eine heilende und desinfizierende Wirkung haben soll. Klingt doch perfekt. So geht der eine von uns links und der andere biegt rechts in eines der Bäder ab...
    ...Nun die Realität ;-) Empfangen werde ich in einem recht vernachlässigten Umkleideraum, in dem man rauchen darf und mir neben Getränken auch eine Massage von kräftigen Männern angeboten wird. Eher etwas gewöhnungsbedürftig ;-) Naja, nackig wie Gott mich schuf wage ich mich durch die nächste Tür ins Bad und zu meiner Überraschung entspricht alles den Beschreibungen. Naja, bis vielleicht auf die Duschkonstruktion, die mit etwa 10 Brausen bestückt aussieht, als wäre sie aus einem Zuchthaus der 30er Jahre. Ein wirkliches besonderes und edles Verknügen.

    Ich (Ariane) werde ebenfalls in einer rustikalen Umkleidekabine mit Metallspinten aus der Sowjetzeit willkommen geheißen - ich aber von drei stämmigen älteren Frauen. Die Nachfrage nach einem Peeling oder einer Massage verneine ich wie Marco auch. Ich bekomme einen Spint zugewiesen und sehe, wie zwei andere Frauen in einen großen gefließten Raum wie ihn Marco gerade beschrieben hat, gehen. Also nehme ich mein Duschzeug und folge ihnen nach einiger Zeit. Ich wundere mich, wie gründlich sich diese beiden Frauen waschen. Ich bin nach kurzer Zeit duschen der Meining, dass ich jetzt sauber genug bin und gehe wieder hinaus - noch immer stehen die anderen unter der Dusche. Ich frage die Massagedamen, die sich mittlerweile eine Zwischenmahlzeit in der Umkleidekabine zubereitet haben, mit Händen und Füßen, wo das Badebecken denn sei. Die Antwort verstehe ich nicht, gehe aber zuversichtlich der einen Dame, die gerade in den Flur geht, einfach mal hinterher - alle sprechen kein Englisch, so will sie mir bestimmt den Weg zum Badebecken einfach zeigen. Ich wundere mich ein wenig. Ob die Frauen tatsächlich so nackt dann durch den öffentlichen Flur ins Becken gehen?... Und wickele mir mal vorsichtshalber mein Handtuch um. Als die Frauen aus der Umkleidekabine nun etwas rufen, dreht sich meine Wegweiserin ruckartig um, fängt, wie die anderen auch, laut an zu lachen und scheucht mich mit ihren beiden Händen wie Hühner in ihren Perrisch wieder zurück in die Umkleidekabine. Husch husch schschsch.... Hmmm??? Irgendwas stimmt nicht...! Ab zurück! Eine Frau, die sich gerade umzieht kann ein wenig Englisch und ich verstehe: "no pool for women :-/"
    Hä?!... OK... Jetzt verstehe ich - also ab zurück in den Duschraum und 55 Minuten unter heißem Sulfurwasser duschen...

    ...Wir sind in Batumi angekommen und die Stadt wird unsere letzte Destination außerhalb Europas sein.

    Obwohl am Schwarzen Meer gelegen, versprüht Batumi auf uns ein eher mediterranes Ambiente. Im Vergleich zu Tbilisi geht hier alles etwas leichter von der Hand. Abseits der Hauptstraßen und -attraktionen scheint jegliche Hektik fern. So ganz ohne Anspruch, noch viel erleben zu müssen, ist Batumi wie gemacht, um in lockerer Atmosphäre unsere Reise durch Georgien ausklingen zu lassen.

    Nichtsdestotrotz schauen wir ein wenig wehmütig auf die umliegenden grünen Hügel der Region Adscharien, deren Hauptstadt Batumi ist. Mal zackenförmig, mal wellig fallen sie ins Schwarze Meer hinab. Eine ganze Woche könnten wir wohl allein in Batumi und Umgebung verbringen. Und so steigen die ohnehin hohen Chancen darauf, dass wir eines Tages nach Georgien zurückkehren werden, in den letzten Tagen noch einmal weiter.

    Wir wollen nicht mehr fliegen und überlegen uns, mit dem Schiff über das 'Schwarze Meer' zu fahren, um seit langem nochmal europäischen Boden zu betreten. Die einzige Fähre Richtung Westen fährt jedoch nur in die Ukraine. Ukraine! Hmm, warum nicht!

    Übermorgen Mittag um 12 Uhr soll unsere Fähre nach 'Chornomorsk' auslaufen, also noch genug Zeit sich die Tickets zu kaufen, den tollen botanischen Garten und natürlich die Stadt mit ihren unzähligen Kasinos à la Las Vegas (zugegebenermaßen im Kleinformat) anzusehen. Wir pumpen unseren Volleyball nochmal auf und powern uns im riesigen Park entlang der Strandpromenade nochmal richtig aus :-)

    Wir haben eine tolle Doppelkabine mit Blick auf's Meer und das 'Schwarze Meer' ist verdammt groß. Über 2 volle Tage fahren wir gelegentlich begleitet von Familien von Delfinen vorbei an der Krim bis nach 'Chornomorsk' . Neben uns beiden, Martin und Karl (zwei Reisende Motorradfahrer), sind fast nur LKW-Fahrer an Bord, die Waren quer durch Europa transportieren. Zwei entspannte und sehr interessante Tage an Bord der ehemaligen deutschen Ostsee-Fähre 'MS Greifswald'.

    Nachdem die Einreiseformalitäten der ukrainischen Grenzbeamten in der provisorisch eingerichteten Kontrollstelle in der Schiffskantine erledigt sind und wir die Fähre verlassen, ist es schon spät am Tag. Ab Ende der Schiffsrampe sollen wir mit ein Paar weiteren Passagieren warten. Der Bus in die Stadt käme gleich. Was jedoch nach einer halben Stunde kommt ist ein Gabelstapler mit einer riesigen Schaufel. Wir sollen unsere Rucksäcke, wie alle anderen darauf stellen und kurz darauf kommt auch ein Bus. So fahren wir nun gemeinsam, also wir im Bus und unsere Rucksäcke auf dem Stapler gerade mal 150 m zu einer alten unzeitgemäßen Grenzkontrolle, an der unser Gepäck gescannt wird. Ohne ukrainisch zu verstehen wirkt das ganze Prozedere recht seltsam...

    ...geschafft! Wir suchen uns einen Platz zum Zelten und werden an einem Eisenbahndamm am Rande des Hafens fündig :-)

    Es sind gerade nur noch 2 Wochen, bis wir zu Hause sind. Verrückt wie die Zeit gerannt ist. Unsere Schritte müssen etwas größer werden, schließlich sind es noch immer über 2.000 km bis in den Hunsrück :-) Wir hatten uns vor unserem Reiseantritt gesagt: "Bevor wir nach Hause fahren, gehen wir noch eine Woche in die Alpen zum Wandern" Gesagt, getan! Unser Ziel: Slovenien. Nach einem Tag Sightseeing in Odessa fahren wir mit dem Zug quer durch die Ukraine, bis wir am Morgen des 07.06. die Grenze zur EU, genauer gesagt nach Ungarn überqueren.

    Buvaĭ - Das heißt soviel wie Tschüss!
    Ariane & Marco
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  • Day92

    Tagesausflug nach Reni (Ukraine)

    August 5, 2018 in Ukraine ⋅ ☀️ 32 °C

    An der ukrainischen Grenze wurden wir das erste Mal richtig kontrolliert. Es dauerte ca. eine halbe Stunde bis wir die drei verschiedenen Schalter durchlaufen hatten und die Hälfte unser Taschen gefilzt waren.

    Roni wirkte wie eine verschlafene Kleinstadt. Wir fanden ein Cafe, wo eine Männergruppe nach ihrem sonntäglichen Fußballspiel Bier trank. Wir konnten bei ihnen Geld tauschen (was wir am Ende aber zurück bekamen), um etwas zu kaufen und verstanden uns auf Anhieb. (Einer konnte zum Glück Englisch ;)). Es war schon ein wenig unangenehm die Freundlichkeit abzulehnen. Es gelang uns nicht Bier, Pepsi, eine Schokolade und ein Rücklicht (vom Polizeichef Vladimir) auszuschlagen.

    Ein Grenzübergang (den einer einer der Fußballspieler mit plant/baut) von der Ukraine nach Rumänien wird es zum Frühjahr nächsten Jahres fertiggestellt, so dass wir wie geplant zurück nach Rumänien fahren.
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  • Day36

    Ankunft in der Ukraine

    June 7, 2019 in Ukraine ⋅ ⛅ 24 °C

    Morgens, beim ersten Blick aus dem Fenster ist Land in Sicht und wir legen, früher als erwartet, schon um 7, im Hafen bei Odessa an. Diesmal werden wir bereits um 7:30 zum Frühstück geschickt und danach wollen sie uns schon aus den Kabinen haben. Aus Erfahrung wissen wir, daß das alles nicht so schnell gehen wird und lassen uns deshalb entsprechend Zeit. So ist es auch, zuerst werden schön langsam die Waggons verladen und dann erst können die Passagiere von der Fähre runter und da ist es bereits halb elf. Was dann kommt, ist haarsträubender Amtsschimmel. Es dauert geschlagene drei Stunden bis wir das ganze Chaos zwischen Border Control und Zoll hinter uns haben. Seit dem Frühstück gab's auf dem Schiff keinen Service mehr und im Hafen können wir uns nichts kaufen, weil die nichts außer ukrainischem Geld nehmen. Das wir akkurat nicht haben, weil's da auch keinen Geldwechselschalter gibt. Die Polen schmieren einen der Kapitanos, dafür sind sie eine halbe Stunde früher draußen, aber auch gleich wieder da. Einer von ihnen war nämlich nicht im System (was für System???) registriert worden und das dauert wieder. Als wir um halb zwei endlich aus dem Hafengelände fahren sind wir schweißnass und haben höllischen Durst. Wir besorgen uns am Stadtrand von Odessa Geld und Quartier, löschen unseren Durst, duschen und versuchen später nachzuvollziehen, wie das eigentlich alles abgelaufen ist. Wir schaffen's einfach nicht, die Prozedur entbehrte jeder Logik. Es war die chaotischste Grenze unseres Lebens. Wir sind in einem kleinen Gasthof mit Zimmern gelandet, das scheinbar selten ausländische Geste beherbergt. Zum Haus gehört auch ein Greißlergeschäft. Mangels Sprachkenntnissen beiderseits gibt's wieder Gebärdensprache. Die Wirtsleute sind nett und geben sich echt Mühe. Wir bekommen im zweiten Stock ein "Deluxe" Zimmer für umgerechnet 14 €. Es gibt Internet und da zeige ich der Wirtin auf ihrem Handy, wie das mit der Übersetzerei geht und sie ist ganz begeistert. Da ist es mit der Verständigung gleich viel leichter und so bekomme ich jetzt für mich ein Passwort für's WLAN. Vor dem Haus gibts Überwachungskameras, trotzdem wird Blue über Nacht zum Hund in den Garten gesperrt und die Wirtin übernachtet im Gastzimmer neben dem Garten, um besser aufpassen zu können. Viel Vertrauen in ihre Umgebung hat sie wohl nicht, oder sie will uns ein Extrasicherheitsgefühl geben, wer weiß?Read more

  • Day37

    Odessa

    September 1, 2018 in Ukraine ⋅ ☀️ 30 °C

    Hangovers, a developing sore throat and a long, bumpy and hot bus trip made the trip to Odessa an arduous one, but eventually we were deposited into the heaving mass of humanity at Odessa’s bus station and market. After the relative sedateness of Transnistria this was quite a shock to the system, but we both fell in love with the place almost immediately. It was immediately thriving, gritty and exciting, and as we walked toward our accomodation closer to the city centre it progressively became grander and more beautiful. Much grander than I was expecting, giving hints of what must have been a truely fantastic and luxurious city back in its heyday in the beginning of the 20th century.

    Of course, as with most of Eastern Europe, the 20th century has not been the kindest, but Odessa is now on the up again due to it today being the largest port in Ukraine and domestic seaside destination, following Russia’s recent annexation of Sebastopol and Crimea. It is a vibrant, safe, cosmopolitan city of tree-lined streets, gardens and parks with multiple museums, a grand concert hall, a period-defining opera house, outdoor cafés, restaurants, bars and colourful street culture. It is a city to stroll through, relax in and explore. The people are friendly, the food is wonderful and international, the architecture stunning and the ambiance decidedly romantic.

    I could write an entire blog about the food in Ukraine, but suffice to say I have never had such technically proficient and high class food for so cheap in my life. Every meal has been to a standard that defies the dirt cheap prices, we have consistently eaten like kings at south East Asian prices.

    We spent the first evening wandering down to the sea front, drinking in a wine bar and having an incredibly decadent meal at a restaurant recommended by the wine bar’s owner, before grabbing an early night. Overnight, my throat only got worse and what I originally thought was a cold, I was pretty convinced was actually tonsillitis. Luckily (or irresponsibly) Ukraine is one of the very few places in the world where you can buy antibiotics over the counter (which probably explains the fact that there are pharmacists on literally every street corner, doing a roaring grey market trade), so following a consultation and recommended dosage from Dr Google, I procured a course of penicillin for $1 and tried to push through. We originally planned on taking a walking tour, but the guide was nowhere to be seen at the designated meeting point so instead we took ourselves to the markets for a wander. After this, I was fading fast so it was decided to dose of sea air was in order and so headed to the beach, hired sun lounges and lay in the sun, swan and drank cocktails while enjoying the decidedly Ukrainian beach ambiance and clientele.

    We had also read about the Odessa Catacombs a labyrinth of old lime stone quarries that extend for an unknown number of km’s beneath the city (estimates range from 1700 to 2500 kms). the catacombs are still being mapped and explored by professionals and amateurs alike. One such explorer is Valentine, our guide, who has been exploring the catacombs for 40 years, collecting thousands of artefacts, including the skeleton of a ww2 partisan, who’d been shot in the leg and who’s body was surrounded by empty medicine vials, providing a grim tableau to one of the Catacombs most violent and important history’s, as the base for partisans, and hiding place for Jews, during the Nazi occupation. Taking a tour with Valentine was a great decision. He was a wealth of knowledge concerning the catacombs and also spent much of the tour debunking numerous myths and old wives tales that are told to tourists on more commercial tours, including pointing out a cross that is one of the most instagrammed spots in the catacombs, complete with a romanticised story of it being hundreds of years old. Valentine knows better, seeing as he was there as a teenager drinking and smoking as his friends decided to carve the cross as a joke. It was a great tour though, giving us a small sense of the vastness and wildness that abounds underground.

    On our final evening Sophia was keen on seeing a show at the extremely grand Opera House. It so happened that there was a Ballet performance of Sleeping Beauty and the Prima Ballerina was Australian, so it was too perfect to pass up. Sticking with my pledge to always say yes to dubious ideas while travelling, I was happy to tag along to be able to see inside the building and for the experience, and I am very glad I did as the building has to be one of the grandest I have ever been inside. We sat in the Balcony’s for the outrageous cost of $18 per seat.

    It was a great cultural experience, but can’t say I’m any more convinced about the high arts than before I went. It did, however, reinforce my belief that humans are funny and continually confounding creatures.. No self respecting adult would dress up in their finest clothes and go for a big night out to the latest Disney animated fairytale, but mime the same fairytale via interpretive dance in gaudy costumes to classical music and suddenly it’s considered high art worthy of contemptuous high society.
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You might also know this place by the following names:

Odes’ka Oblast’, Odes'ka Oblast', Oblast Odessa, Odessa, Адэская вобласць, Одеска област, Província dOdessa, Odesa provinco, Óblast de Odesa, Odessa oblast, Odessan alue, Oblast d'Odessa, Oblast' di Odessa, Odesos sritis, Obwód odeski, Oblast de Odesa, Odesa, Одесская область, Одеська Область, 敖德萨州

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