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    Lago Trasimeno

    17 октября, Италия 🌙 19 °C

    Eine schöne Fahrt durch das zentralitalienische Hochland hat mich hierher geführt. Man reist dabei immer wieder über beeindruckende, wellenförmige Hochebenen, die sich karg und rau zwischen den schroffen Gebirgsketten des Apennins erstrecken, bevor sich die Landschaft zur umbrischen Grenze hin wieder in sanfte, grüne Hügel verwandelt.
    Mein Ziel: San Feliciano direkt am Lago Trasimeno, dem viertgrößten See Italiens.
    Der See ist das aktuelle Sorgenkind der Region und dramatisch ausgetrocknet – der Pegel steht mittlerweile fast zwei Meter unter dem Normalwert.
    Das Problem ist die Natur des Sees selbst. Der Trasimeno ist extrem flach und hat keinen einzigen natürlichen Abfluss. Und es gibt nur zwei winzige natürliche Bäche, die hineinfließen wenn denn dort Wasser fließt. Er lebt ausschließlich von dem, was der Himmel an Regen hergibt. Wenn dann im Sommer die Hitze zuschlägt, verdunstet das Wasser rasanter, als es nachfließen kann. Das Ergebnis sieht man hier in San Feliciano leider überdeutlich: Wo eigentlich Boote dümpeln sollten, ragen die langen Holzstege der Fischer streckenweise nur noch trocken in den Schlamm und das zurückgewichene Schilf. Ein ziemlich morbides, aber faszinierendes Schauspiel, das einem den Klimawandel direkt vor dem Wohnmobilfenster vor Augen führt.
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  • Lago del Salto

    17 октября, Италия ☁️ 15 °C

    Meine Flucht vor den Bauernprotesten in Süditalien führt mich von Stausee zu Stausee. An diesem Abend erreiche ich den Lago del Salto. Den kenne ich schon aus dem Vorjahr und ich erinnere mich daran, dass ich damals keinen vernünftigen Platz zum Übernachten gefunden habe. Ich hatte mich schlicht nicht getraut, über die Staumauer zu fahren, die für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt ist. In diesem Jahr bin ich da sehr viel unartiger. Landwirtschaftliche Fahrzeuge und der Lieferverkehr dürfen hier schließlich auch rüber. Es ist also sicher kein Problem mit dem Gewicht der Mauer, sondern soll wohl nur verhindern, dass Lkw den Weg als Abkürzung nutzen – was durchaus sinnvoll ist.
    Ich finde eine wunderschöne Stelle auf der anderen Seite, die leider im Schatten liegt. Direkt neben meinem Stellplatz liegt ein Agriturismo, der alten, trutzigen Befestigungsanlagen aus dem Zweiten Weltkrieg eine neue, weitaus bessere Verwendung gibt.
    Ich verbringe hier eine sehr ruhige Nacht. Der Parkplatz, auf dem das Wohnmobil steht, befindet sich nämlich direkt auf alten Ruinen, die im Zweiten Weltkrieg eine Flakstellung zum Schutz der Staumauer waren. Man steht und läuft hier also unversehens auf einem echten Stück Zeitgeschichte.
    Als das gewaltige Projekt im Jahr 1940 fertiggestellt wurde, hat man für diesen Stausee übrigens kurzerhand das gesamte Cicolano-Tal geflutet. Mehrere historische Dörfer sind damals wie ein italienisches Atlantis komplett im Wasser versunken und mussten weiter oben an den Hängen neu aufgebaut werden.
    Am nächsten Morgen erkunde ich zu Fuß das Seeufer unterhalb meines Platzes und stoße dabei auf massive Betonmauern. Man sieht sofort, dass das Militärbauten sein müssen. Die Staumauer war strategisch enorm wichtig für die Stromversorgung Roms, weshalb das Gelände damals massiv vor Luftangriffen geschützt wurde. Heute holt sich die Natur die alten Stellungen langsam zurück, was dem Ufer einen ziemlich mystischen Charakter verleiht.
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  • Santuario Santa Maria delle Grazie

    16–17 окт., Италия ☁️ 16 °C

    Ich übernachte heute an der Wallfahrtskirche Santuario Santa Maria delle Grazie in Celenza Valfortore. Ein absolut genialer Ort zum Freistehen. Die Nacht ist herrlich ruhig, ich fühle mich hier oben völlig ungestört und sicher.
    Morgens nutze ich das weitläufige Gelände erst mal für einen kleinen Spaziergang. Man bekommt tatsächlich fast zwei Kilometer zusammen ... Die Anlage hat eine lange Geschichte und stammt in ihrer heutigen Form aus dem Jahr 1740. Sie dient der Kirchengemeinschaft heute als Freizeitgelände, an dem unter anderem Jugendfreizeiten und Besinnungstage stattfinden. Man kann die einzelnen Teile wunderbar erkunden. Die Kirche selbst ist leider verschlossen, aber durch die Fenster der Tür kann ich einen Blick ins Innere werfen – gefällt mir richtig gut, was ich da sehe, sehr hell und nicht so überladen.
    Ein Stück unterhalb der Kirche entdecke ich dann noch eine kleine, idyllische Andachtsstätte. Der Altar hier draußen ist tatsächlich aus einem alten Mühlstein gebaut. Ein wirklich schöner, friedlicher Ort. Ich setze mich eine Weile hin, genieße die absolute Stille und gehe einfach ein wenig in mich, und danke dafür, dass mir die richtigen Menschen gesendet werden.
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  • Lago di Occhito

    14 октября, Италия 🌬 16 °C

    Ein wunderschönes Plätzchen zum Übernachten. Leider sind sämtliche Zufahrten zum See inzwischen gesperrt, allerdings nur mit einem „Einfahrt verboten“-Schild. Man muss sich ja nicht unbedingt dran halten. Auf dem Parkplatz, an dem ich übernachtet habe, gibt es sogar zwei große Müllcontainer. Also ganz so ernst scheint das Zufahrtsverbot doch nicht gemeint zu sein. Ich habe beim morgendlichen Spaziergang noch diverse andere, brandneue dieser Schilder gesehen – auch welche, die an Feldwegen standen, die auf den See zuliefen. Feldwege, die kein Mensch befahren würde.
    Der See ist der zweitgrößte Stausee Europas. Es geht das Märchen um, dass Leute durch Strudel in die Tiefe gezogen werden, wenn sie schwimmen gehen. Das Schwimmengehen ist strengstens verboten, auch Fischen und Ähnliches. Die Verbote beruhen allerdings ausschließlich auf Naturschutzgründen.
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  • Ruinen aller Orten

    14 октября, Италия 🌬 21 °C

    Einem Italien-Reisenden fallen nicht nur die häufig äußerst schlechten Straßen auf, die man zeitweilig gar nicht mehr als solche bezeichnen kann, die aber dennoch häufig wichtige Verbindungen zwischen kleinen Ortschaften sind. Es fällt vor allem auch auf, dass überall Ruinen von Häusern stehen. Ein paar Fotos habe ich mal in diesen Footprint gestellt.
    Man stolpert unweigerlich über sie: völlig ungesicherte, verfallene Bauernhöfe direkt am Straßenrand, die quasi dazu einladen, hineinzugehen. Eine Bekannte klärte mich dazu trocken auf: „Da sperrt keiner ab. Wer da reingeht und einbricht, ist nach italienischem Recht selbst schuld. Man sieht ja schließlich, dass es gefährlich ist.“
    Klingt pragmatisch, wird in der Praxis auch exakt so gelebt – ist rechtlich gesehen aber kompletter Blödsinn.
    Schlägt man nämlich das italienische Gesetzbuch auf, haftet der Eigentümer steinhart und automatisch für jeden herabfallenden Ziegelstein. Warum die Hütten dann trotzdem überall sperrangelweit offen herumstehen?
    Weil Theorie und Praxis in Italien traditionell zwei völlig verschiedene Sprachen sprechen. Viele Ruinen gehören Erbengemeinschaften, die über die ganze Welt verstreut und unauffindbar sind. Und für die ganz verzweifelten Fälle gibt es seit Kurzem sogar ein neues Gesetz: Eigentümer dürfen ihr wertloses, haftungsgefährliches Gemäuer einfach einseitig an den Staat verschenken.
    Der Haken an der Sache? Dem Staat fehlt schlicht das Geld, um diese Millionen Ruinen im Land zu sichern oder gar zu sanieren.
    Am Ende regelt es also nicht die Bürokratie, sondern die leere Kasse. Die Gesetze sind streng, der Staat ist pleite und die Ruinen bleiben offen. Italien eben.
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  • Die allererste Stauferstele

    14 октября, Италия ☀️ 16 °C

    Das steinerne Monument inmitten der stillen Ruinen von Castel Fiorentino markiert einen Meilenstein der europäischen Erinnerungskultur. Hier steht die allererste Stauferstele der Welt, die am 13. Dezember 2000 exakt zum 750. Todestag von Kaiser Friedrich II. feierlich eingeweiht wurde. Das historische Monument bildet den feierlichen Auftakt für ein einzigartiges, mittlerweile rund 40 Gedenksteine umfassendes Netzwerk quer durch sechs europäische Staaten.

    Der Stuttgarter Bildhauer Markus Wolf schuf die massiven Gedenksteine aus einem rahmweiß gebänderten Jura-Travertin aus dem süddeutschen Altmühltal. Die markante achteckige Form ist dabei kein gestalterischer Zufall. Sie ist eine direkte architektonische Hommage an das von Friedrich II. erbaute, weltberühmte Castel del Monte und verweist symbolisch zudem auf die achteckige Reichskrone.

    Die vier beschrifteten Seiten des Monuments widmen sich in drei Sprachen der facettenreichen Macht und dem bleibenden Eindruck des außergewöhnlichen Herrschers. Jede Inschrift wird von einem historisch bedeutenden Wappen gekrönt, das eine bestimmte Facette seines Reiches beleuchtet.

    Die erste Seite wird vom Wappen des Reichs, dem Reichsadler, dominiert. Die lateinische Originalinschrift listet untereinander seine Titel und Lebensdaten auf: „FRIDERICUS DEI GRATIA IMPERATOR ROMANORUM ET SEMPER AUGUSTUS REX IERUSALEM ET SICILIE DUX SUEVIE“ sowie darunter die Daten „26. XII. 1194 IESI“ und „13. XII. 1250 FIORENTINO“. Das bedeutet übersetzt: „Friedrich von Gottes Gnaden Kaiser der Römer und immer erhaben, König von Jerusalem und Sizilien, Herzog von Schwaben. Geboren am 26. Dezember 1194 in Jesi, gestorben am 13. Dezember 1250 in Fiorentino.“

    Die zweite Seite zeigt das Wappen des Königreichs Sizilien, den sizilianischen Adler. Hier steht die italienische Übersetzung des berühmten Zitats des englischen Chronisten Matthaeus Parisiensis in Großbuchstaben untereinander gemeißelt: „IN QUEL TEMPO MORÌ FEDERICO IL PIÙ GRANDE TRA I PRINCIPI DELLA TERRA STUPORE DEL MONDO E MERAVIGLIOSA INNOVATORE MATTEO DA PARIGI“. Übersetzt lautet dies: „In jener Zeit starb Friedrich, der Größte unter den Fürsten der Erde, das Staunen der Welt und der wunderbare Erneuerer. Matthäus von Paris.“

    Auf der dritten Seite befindet sich unter dem Wappen des Königreichs Jerusalem, dem Jerusalemkreuz, die lateinische Originalfassung des Chronisten-Zitats. Der Text lautet: „OBIIT CIRCA EADEM TEMPORA PRINCIPUM MUNDI MAXIMUS FRETHERICUS STUPOR QUOQUE MUNDI ET IMMUTATOR MIRABILIS MATTHAEUS PARISIENSIS“. Darunter hat sich der Künstler verewigt mit der Inschrift: „MARKUS WOLF ANNO MM“. Übersetzt bedeutet dies: „Es starb um diese Zeit der Größte unter den Fürsten der Erde, Friedrich, das Staunen der Welt und deren wunderbarer Verwandler. Matthaeus Parisiensis. Markus Wolf im Jahr 2000.“

    Die vierte Seite steht ganz im Zeichen der schwäbischen Herkunft der Dynastie und zeigt das entsprechende Wappen des Herzogtums Schwaben mit den drei Stauferlöwen. Hier findet sich schließlich die deutsche Übersetzung des historischen Zitats des Chronisten: „UM DIESE ZEIT ABER STARB FRIEDRICH DER GRÖZSTE UNTER DEN FÜRSTEN DER ERDE UND DAS STAUNEN DER WELT UND IHR WUNDERBARER WANDLER MATTHÄUS VON PARIS“.
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  • Castel Fiorentino - was für ein Wind!

    14 октября, Италия ☀️ 16 °C

    Mein Übernachtungsort bietet sich für eine kleine morgendliche Erkundung an. Ich liebe solche ganz einsamen Orte, da kann ich Leo laufen lassen, wie er lustig ist, und muss nicht gucken was er macht. Wie wird es bloß, wenn wir wieder in der Zivilisation landen... Für Leo kein Problem, für mich schon, da muss ich ihn wieder "kontrollieren". Wobei Leo so ein artiger Hund ist, dass das für ihn keine Herausforderung sein dürfte. Aber ich muss es machen...

    Überall hat man freundlicherweise Betonklötze aufgestellt, die erzählen, welche Gebäude man dort sieht. Zu der Optik kann man sicher geteilter Meinung sein, aber ich finde es ziemlich gut. Hinweistafeln aus Metall oder Holz würden sicher nicht lange überleben... Und der Kontrast zu den alten Mauern hat was.

    Der Sturm, der mich am Meer gestern noch so mit hohen Wellen und frischer Salzluft erfreut hat, nervt ein bisschen, und so halte ich den Rundgang kurz. Obgleich die Lufttemperatur bei circa 20° liegen dürfte, ist es mächtig kühl.

    Kulturzauber auf Strohballen – Die Ruinen von Castel Fiorentino werden zur Open-Air-Bühne

    Die Strohballen, die hier noch überall herumliegen, sind eine Zuschauertribüne der gesamten Region Capitanata
    Das historische Herzstück der Gemeinde Torremaggiore wird regelmäßig zu einer ziemlich einzigartigen Kulturarena, in der die Stadt das Andenken an den legendären Stauferkaiser Friedrich II. auf moderne Art wachhält, indem sie hochkarätige Kunst und Musik genau an den Ort bringt, an dem der Kaiser im Dezember 1250 verstarb
    Besonders im Spätsommer erwacht die archäologische Stätte bei der Veranstaltungsreihe „Suggestioni Sub Flore“ zu magischem Leben, wenn Hunderte von Menschen mitten in der Nacht anreisen, um auf genau diesen Strohballen Platz zu nehmen und bei den legendären Konzerten im Morgengrauen klassischer Musik oder italienischen Künstlern zu lauschen, während hinter den staufischen Mauern langsam die Sonne aufgeht
    Neben den Konzerten in der Morgendämmerung locken das Castel Fiorentino Festival und abendliche Open-Air-Theaterstücke im Juli und August viele Kulturliebhaber an, die zwischen geschichtsträchtigen Steinen theatralischen Führungen, mittelalterlichen Darstellungen oder poetischen Lesungen zum Sonnenuntergang folgen
    Die Strohballen bleiben nach den sommerlichen Events oft noch absichtlich als Einladung für Spaziergänger liegen, sodass man sich auch tagsüber einfach darauf setzen und den weiten, ungestörten Blick über die weite Ebene genießen kann, während im Hintergrund die weiße Stauferstele als stummer Zeuge an die große Historie dieses magischen Ortes erinnert.

    Wikipedia erzählt schön, was das hier ist:
    Castel Fiorentino ist eine seit Jahrhunderten unbewohnte Burg in der Capitanata, dem nördlichen Teil Apuliens; in ihr starb am 13. Dezember 1250 der römisch-deutsche König und Kaiser Friedrich II. Ihre größte Bedeutung hatte die Burg – deren Lage es erlaubte, das umliegende Land zu kontrollieren – zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert. Das Bauwerk steht auf einem befestigten länglichen Hügel, an dessen Ende sich ein normannischer Turm in der typischen Form eines Donjons befindet sowie ein Kastell, das ebenfalls normannischen Ursprungs ist, aber zu einer kaiserlichen Residenz umgebaut wurde.Heute sind von der Burg nur noch Ruinen erhalten; archäologische Untersuchungen haben jedoch das Erdgeschoss des friderizianischen Palas ans Licht gebracht. Dieser war mit kostbarem Marmor wie beispielsweise in Lucera, im Castel del Monte oder der Residenz in Foggia geschmückt, mit skulptierten Dekorationen in hervorragender Machart, die aber über Jahrhunderte hinweg entfernt wurden, um die Kirche und Häuser des benachbarten Ortes Torremaggiore zu schmücken.

    In den noch vorhandenen Ruinen befinden sich zwei kleine Kamine, Böden mit Fischgratpflasterung, verputztes Mauerwerk und Bögen mit Tonnen- und Kreuzgewölbe. Die Mauerstärke zeigt an, dass das Gebäude ein oder zwei Obergeschosse hatte. Dort müssen sich Fenster geöffnet haben, von denen einige dekorierte Fragmente wiederhergestellt werden konnten: lebensecht wirkende Hörner, kleine gewundene Säulen, Kapitelle.

    Ein aus dem Kastell stammender Tisch dient heute als Hauptaltar der Kathedrale Santa Maria Assunta in Lucera.
    Heute sind von der Burg nur noch Ruinen erhalten; archäologische Untersuchungen haben jedoch das Erdgeschoss des friderizianischen Palas ans Licht gebracht. Dieser war mit kostbarem Marmor wie beispielsweise in Lucera, im Castel del Monte oder der Residenz in Foggia geschmückt, mit skulptierten Dekorationen in hervorragender Machart, die aber über Jahrhunderte hinweg entfernt wurden, um die Kirche und Häuser des benachbarten Ortes Torremaggiore zu schmücken.

    In den noch vorhandenen Ruinen befinden sich zwei kleine Kamine, Böden mit Fischgratpflasterung, verputztes Mauerwerk und Bögen mit Tonnen- und Kreuzgewölbe. Die Mauerstärke zeigt an, dass das Gebäude ein oder zwei Obergeschosse hatte. Dort müssen sich Fenster geöffnet haben, von denen einige dekorierte Fragmente wiederhergestellt werden konnten: lebensecht wirkende Hörner, kleine gewundene Säulen, Kapitelle.

    Ein aus dem Kastell stammender Tisch dient heute als Hauptaltar der Kathedrale Santa Maria Assunta in Lucera.

    In Gedenken an den hier verstorbenen Staufer-Kaiser Friedrich II. errichtete das Komitee der Stauferfreunde neben der Ruine eine Stauferstele, die am 750. Todestag des Kaisers – am 13. Dezember 2000 – enthüllt wurde.
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  • Bauernprotest

    13 октября, Италия 🌬 20 °C

    Bei meiner Fahrt nach San Servio zum Einkaufen werde ich am Kreisel der SP 35 und SP 37 vor San Severo (Foggia) schlagartig ausgebremst. Überall stehen Trecker und andere Fahrzeuge am Rand. Ich kann aber in den Kreisel einfahren. Doch am Ende. Kurz vor der Ausfahrt werde ich angehalten und stehe als erstes Fahrzeug an vorderster Front einer unangekündigten Straßensperre. Eine massive Protestwelle apulischer Landwirte und Transportunternehmer legt hier den Verkehr lahm.
    Die Situation ist angespannt. Die Bauern nutzen mein Auto als Barriere und machen die Straße komplett dicht. Nach angespannten Diskussionen bedeuten sie mir unmissverständlich, ich solle mich „schlafen legen“ – ein Zeichen dafür, dass hier so schnell niemand weicht. Mein Glück: Ein Capitano (Hauptmann) der Carabinieri rückt mit Einsatzkräften an. Er moderiert die brenzlige Lage deeskalierend. Als klar wird, dass ich nur zum Einkaufen will, weil ich nichts mehr zu essen habe, lassen mich die Bauern schließlich passieren.
    Die Auswirkung der Blockaden folgt direkt beim anschließenden Einkauf in San Severo. Obwohl erst Dienstagnachmittag ist, bieten die Filialen von Lidl und Netto ein ungewohntes Bild: Die Regale sind deutlich geleert. Da die Protestierenden auch die Hauptverkehrsachse SS 16 und die Autobahnauffahrten blockieren, bricht die Just-in-Time-Logistik der Supermärkte zusammen. Die Liefer-Lkw kommen nicht mehr durch.
    Bis auf ein einziges Produkt bekomme ich glücklicherweise noch alles. Ein intensives Erlebnis, das zeigt, wie schnell einen die Realität vor Ort auf Reisen einholt.

    Nun stellt sich die Frage, wie ich mich weiter fortbewege. Große Straßen werde ich derzeit meiden. Vielleicht sollte ich mich doch wieder ans Meer stellen, da würde ich wohl eine Umgehung finden.
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  • Kleine Runde mit dem Hunde

    10 октября, Италия 🌧 22 °C

    Zwischen Aufbruch und Verfall

    Ein kleiner Spaziergang führt mich am Meer entlang zum Hafen und durch den Ort zurück. Vor zwei Jahren um die gleiche Zeit lag hier noch sehr viel mehr Müll am Meer und in den Dünen. In diesem Jahr ist das schon sehr viel besser. Man sieht deutlich die Bemühungen der Italiener um mehr Ordnung in der Natur. Leider gibt es auch immer noch reichlich Stellen, an denen die Italiener ihren Müll entsorgen – zwischen Bäumen am Strand oder in ungenutzten kleinen Nischen auf Grundstücken. Es stehen schon sehr viele Mülltonnen für die Entsorgung bereit, aber anscheinend noch nicht genügend.

    Der Hafen ist ein bisschen verwahrlost, aber ich glaube, das ist durchaus normal in der Gegend. Die Kähne wirken gepflegt – hier handelt es sich um Muschelfischer. Zwei neue Brücken über den Kanal, der den Lago di Lèsina mit dem Meer verbindet, wurden gebaut. Am Kanal entlang zieht sich ein schicker Radweg, fast so breit wie eine Straße. Da fragt man sich echt, ob das wirklich gebraucht wird.

    Vor zwei Jahren fiel mir schon auf, dass sehr viele Fassaden dringend sanierungsbedürftig sind. Da handelte es sich aber hauptsächlich um abblätternde Farbe. Beim Besuch in diesem Jahr wird deutlich, dass es nicht nur Farbe ist, sondern substanziell. An vielen Stellen bröckelt der Beton. Ich sehe Stellen, wo ich durchaus Bedenken habe, was die Statik betrifft. Insgesamt wirkt der Ort äußerst heruntergekommen. Da die Saison erst ca. drei Wochen vorbei ist, halte ich es für undankbar zu glauben, dass diese Mängel und der Dreck in den Straßen sich in den paar Tagen angesammelt haben. Ich glaube, dass der Ort so langsam verwahrlost. Ich bin mir auch nicht sicher, ob der Fischmarkt überhaupt noch genutzt wird. Eigentlich ist das eine tolle Location, aber sie scheint mir auch völlig verwahrlost und heruntergekommen.

    Kleine Anekdote am Rande: Leos Flugstunde

    Leo erkundet die Umgebung mit mir sehr genau. Sehr selten springt er auf Mauern. Ich gehe in einen Durchgang in ein Haus, um am Ende zu schauen, ob man dort weiterkommt. Aber der Weg endet an einer hüfthohen Mauer. Leo sieht diese, nimmt Anlauf, springt drauf und fliegt auf der anderen Seite runter, denn die Mauer ist nur einen halben Stein breit.

    Entsetzt schaue ich nach, wo Leo geblieben ist. Ich würde mal sagen, er ist zwei Meter geflogen. Er steht unten etwas verdattert, aber völlig unbeschädigt. Hinterher kann ich nicht und er nicht wieder rauf. Es sind sicher 200 Meter um die Häuser herum, die wir zurücklegen müssen, bis wir uns wiedergefunden haben. Das Grundstück, auf das er gefallen ist, ist komplett eingezäunt, ich weiß nicht, wo er rausgekommen ist. Wir sind jedenfalls beide in die gleiche Richtung um die Häuser herumgegangen. Man hätte ja auch genau den anderen Weg nehmen können. Die ganze Sache hat Leo nicht wirklich beeindruckt. Leo ist einfach klasse, den wirft auch nichts aus der Bahn.
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  • Wrack

    6 октября, Италия ☁️ 23 °C

    Ich mache mich auf den Weg zum Wrack der Eden V, die einsam und rostig am endlosen Sandstrand von Marina di Lesina im Norden Apuliens liegt. Kilometerweit wandere ich am Strand entlang und lasse die Zivilisation langsam hinter mir. Nach einer gefühlten Ewigkeit taucht vor mir der vom Salz zerfressene Rumpf eines gestrandeten Frachtschiffs auf. Die Eden V ist einer der faszinierendsten und gleichzeitig unheimlichsten Lost Places der italienischen Adriaküste.

    Das Schiff versinkt von Jahr zu Jahr unaufhaltsam weiter im Sand. Vor zwei Jahren war ich bereits einmal hier.

    Das Geheimnis dieser Strandung reicht zurück bis zum 16. Dezember 1988, als der rund 95 Meter lange japanische Frachter während einer schweren Sturmflut direkt auf den Sandstrand auflief, ohne dass die libanesische Besatzung zuvor einen Notruf abgesetzt hatte. Bis heute hält sich in Italien der dringende Verdacht, die Eden V gehöre zu den berüchtigten Giftschiffen, den sogenannten Navi a perdere, die von der Mafia absichtlich stranden gelassen wurden, um illegal Gift- oder sogar Atommüll billig zu entsorgen.

    Heute sieht man nur noch die massive Bodenwanne und den Kiel des Schiffes. Die oberen Decksaufbauten wurden bereits im Jahr 2014 vollständig abgetragen.

    Schwere Kettenfahrzeuge, die erst vor Kurzem direkt an der Wasserlinie entlanggerollt sein müssen, haben mir den gesamten Hinweg am Strand erschwert. Wie ich später erfahre, rücken diese Bagger jeden Herbst an, um das Wrack von tonnenschwerem Treibholz zu befreien. Erst dadurch können Gutachter die Messungen für eine neue Umweltprüfung durchführen.

    Die Behörden streiten sich seit Jahrzehnten über das weitere Vorgehen. Obwohl die Staatsanwaltschaft Foggia das Wrack bereits 2022 offiziell beschlagnahmte, passiert im Grunde nichts. Das Schiff liegt mitten im streng geschützten Nationalpark Gargano, und die extremen Umweltauflagen machen jede Bergung im sensiblen Ökosystem zu einem bürokratischen und technischen Albtraum. Eine vollständige Beseitigung gilt unter Experten inzwischen als nahezu unmöglich. Wahrscheinlich wird die Natur das Wrack eines Tages vollständig begraben.

    Mich irritiert, dass es keinerlei Absperrungen gibt und niemand auf die Gefährlichkeit dieses Ortes hinweist. Die Italiener sind da deutlich bodenständiger und sagen sinngemäß: Man sieht doch, dass das gefährlich ist. Warnschilder, wie man sie in Deutschland erwarten würde, sucht man jedenfalls vergeblich.

    Um nicht noch einmal durch den aufgewühlten Sand zurückgehen zu müssen, entscheide ich mich für eine alte Zufahrt durch die Dünen. Von dort will ich die nahe Straße erreichen, die sich allerdings als reine Sandpiste entpuppt. Zudem ist sie von schweren Fahrzeugen tief zerfahren.

    Drei Kilometer später finde ich schließlich den Pfad, der mich zurück zu meinem Strand führen soll. Doch der Weg wird immer weniger Pfad und immer mehr Gestrüpp, bis ich die letzten 500 Meter nur noch nach der Himmelsrichtung gehen kann und mich durch dichtes Buschwerk schlage. Zum Glück besteht es nicht aus Dornen.

    Kurz bevor ich endgültig die Orientierung verliere, habe ich es geschafft. Drei Kilometer Uferwanderung am Strand, fast ein Kilometer durch tiefen Weichsand bis zur Piste, weitere drei Kilometer auf der Sandpiste und schließlich rund ein Kilometer durch dichtes Gestrüpp. Da wissen wir beide, was wir getan haben.

    Leo ist dabei wohl etwa die doppelte Strecke gelaufen.

    Umso mehr freue ich mich darüber, dass ich solche Touren heute wieder gehen kann, ohne anschließend irgendwelche körperlichen Probleme zu haben.
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  • Ein Ort absoluter Ruhe...

    1 октября, Италия ☀️ 24 °C

    ... doch die Ruhe hält nur kurz. Vom italienischen Tankrabatt beflügelt bringt mich eine sehr kurze Fahrt von knapp dreißig Kilometern nach Marina di Lesina. Da ich dort einige Tage bleiben und schwimmen gehen will, fülle ich vorher die Wassertanks randvoll. So kann ich nach dem Schwimmen das Salzwasser abduschen, ohne die Wohnmobil‑Dusche zu bemühen.

    Kaum bin ich angekommen und habe mich innerlich eingerichtet, taucht mein Freund Luigi mit seinem Wohnmobil auf und beschwert sich grinsend darüber, dass ich ihn nicht angerufen hätte. Er bringt seine Frau mit, die ich nun ebenfalls kennenlerne. Später kommen noch einige Freunde mit ihren Wohnmobilen dazu, darunter ein Priester, wie ich später erfahre. Ich werde zu einem Grillabend eingeladen.

    Zunächst probiere ich meinen neu erworbenen Stiefel aus. Er soll die Prothese vor Sand schützen, der sich zwischen den Carbonfedern sicher nicht gut machen würde. Das funktioniert grundsätzlich hervorragend, allerdings ist die Handhabung ausgesprochen aufwendig – vor allem das anschließende Säubern. Deshalb werde ich wohl weiterhin mit meinen Gummilatschen zum Wasser gehen und den Prothesenfuß auf diese einfache Weise vor Sand schützen.

    Für längere Strandwanderungen bietet sich die Mitnahme des Stiefels ebenfalls nicht an. Wenn man zwischendurch ein paar Schritte barfuß geht, muss ich einfach sehr vorsichtig sein. Insgesamt werde ich auf dieses neu erworbene Gimmick wohl verzichten. Ich weiß noch nicht einmal, was es mich am Ende kosten wird.

    Auf der eben erwähnten Grillfete gibt es schwarz verbranntes, knüppelhartes Fleisch. Da ich die grilltechnischen Fähigkeiten dieser Truppe schon von vor zwei Jahren kenne, verlasse ich mich nicht darauf, satt zu werden, und esse vorher ein paar Knäckebrote, zumal ich ja sowieso kaum oder gar nicht Fleisch esse... So reichen mir später die selbst zubereiteten Bruschettas, Oliven, Tomaten und anderes Kleingemüse völlig aus. Zu trinken gibt es süße Weine und später süße Liköre. Auf alles verzichte ich dankend. Ich habe meinen eigenen Weißwein mitgebracht und angeboten, aber niemand möchte trockenen Weißwein. Auch mein Grappa wird verschmäht. Mir soll es recht sein – ich trinke ihn gern.

    Es wird ein ausgesprochen gemütlicher und netter Abend. Ich folge dem Gespräch der insgesamt sieben Italiener aufmerksam. Allein meine Sprachkenntnisse, die ich mir in den letzten Wochen mit einem KI‑Sprachtrainer erarbeitet habe, reichen nur für bruchstückhafte Erkenntnisse, und das auch nur in homöopathischen Dosen. Aber die gute Laune kommt trotzdem rüber. Ich fühle mich sehr wohl, und hin und wieder bekomme ich auf Englisch etwas übersetzt, sodass ich nicht völlig außen vor bin. Der Pfarrer hat nämlich jahrelang in West-Afrika gearbeitet und spricht deshalb fließend Englisch.

    Am folgenden Tag ist die große Ruhe allerdings vorbei. Luigis Freunde sind ja mit PKWs da gewesen und der Pfarrer reist auch ab. Luigis Frau ebenfalls. Dafür füllt sich der Platz mit einer ganzen Reihe von Anglern und Fischern, alles Freunde von Luigi,die ihr Glück versuchen wollen, auch das ein oder andere italienische paar reiht sich ein, dass die letzten Sonnenstrahlen des Jahres erheischen möchte.
    Ich bin wieder bei Luigi eingeladen – er möchte Fische grillen, die er morgens mit seinem Stellnetz aus dem Wasser gezogen hat. Es waren nur zwei und eine ganze Anzahl von Krebsen, und er ist etwas enttäuscht. Wir werden unsere Handys als Übersetzungshilfen nutzen, dann wird die Verständigung schon klappen, wie das mit dem gegrillten Fisch wird, da bin ich gespannt...

    Und Fisch kann er! Der ist fantastisch. Es gibt Doraden, eine Marmorbrasse und eine Umbrina.
    Um zerlegen muss ich mich nicht kümmern. Das machen Luigi und sein Freund. Ich muss allerdings auf die Gräten aufpassen, so genau nehmen die das zerlegen nicht...

    Leo mag keinen Fisch, aber er schaut etwas argwöhnisch in die Gegend, kommen doch immer lauter Freunde von Luigi aus der Finsternis und begrüßen ihn....
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  • Nun kann ich herumstiefen

    1 октября, Италия ☀️ 23 °C

    UPS ist echt flott! Montag Nachmittag ist der Stiefel auf die Reise gegangen. Er sollte am Donnerstag ankommen, war aber schon am Mittwoch vor Ort. Hätte ich es gewusst, hätte ich nicht so viele Blogartikel schreiben können. Also ist es besser so.

    Termoli ist nur einige Kilometer von meinem Stellplatz entfernt, an dem ich mit sehr viel Ruhe bestanden habe.

    Termoli ist eine ziemlich große Stadt mit entsprechendem Verkehrsaufkommen und engen Innenstraßen. Ich erwarte nicht, dass ich einen Parkplatz in der Nähe des UPS-Ladens finde, aber ich habe Glück. Ein Eltern-Kind-Parkplatz wird frei, den ich selbstverständlich dankend annehme, da ich dort ja auch nur einige Minuten stehen werde.

    Nun kann ich herumstiefen. Das Ding sitzt perfekt, aber die Handhabung ist echt aufwendig. Insbesondere die Reinigung im Anschluss. Ich werde mal schauen...
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  • Ungeplanter Boxenstopp

    26 сентября, Италия ☀️ 21 °C

    Eigentlich will ich nach der Fahrt aus den Abruzzen ans Meer nur einen kurzen Zwischenstopp einlegen. Aber die Stelle ist recht gemütlich, auch wenn ich das Meer von meinem Wohnmobil aus nicht sehen kann. Also bleibe ich einen Tag stehen und überlege am nächsten Tag, wie ich denn wohl mit meiner Prothese ins Wasser komme, ohne diese zu beschädigen. Unvernünftigerweise habe ich und auch mein Orthopädietechniker über den Teil der Wasserfestigkeit nicht nachgedacht. Sollte Sand in die Prothese eindringen und ich länger damit herumlaufen, was zwangsläufig passiert, dann dürfte der Sand die Feder kaputt machen und scheuern. Das wollen wir vermeiden. Aber mein Orthopädietechniker weiß Rat und hat mir freundlicherweise einen Schutz für die Prothese geschickt, auf den ich nun warte.
    So lange stehe ich hier und tue einfach mal nichts, außer dass ich jetzt endlich den Reiseblog mit Inhalten fülle.
    So wird aus einem Tag Zwischenstop eine Pause von mehreren.
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  • Feuerwerk

    26 сентября, Италия ☀️ 15 °C

    An diesem Tag findet in Castel di Sangro ein Kirchenfest statt. Für die Nacht ist ein großes Feuerwerk geplant. Tagsüber gibt es Musik auf dem Marktplatz, und am Abend zieht eine Prozession rund um die Kirche. Google verspricht schöne Fotomotive, also will ich eigentlich bis zum Abend bleiben.

    Der Tag beginnt um acht Uhr mit einer ganzen Reihe von Böllerschüssen. Überraschend merke ich, wie sehr Leo darauf reagiert und im Gegensatz zu früheren Feuerwerkserfahrungen anscheinend anfängt Panik zu schieben. Da brauchen wir jetzt keine Trainingseinheit.... Und insofern ist für mich klar, dass ich auf das Feuerwerk verzichten und vorher abreisen würde – zumal ich ohnehin keine Lust hatte, noch länger dort zu stehen.

    Ich fahre also vom „Tor zu den Abruzzen“, wie die Stadt genannt wird, nach Südwesten Richtung Meer, um endlich die Seeluft zu spüren, die ich mir schon länger vorgenommen habe. Die Fahrt ist sehr schön und abwechslungsreich. Zuletzt komme ich an einen Stausee. Eine Übernachtungsstelle finde ich dort nicht, aber ich fahre eine nahezu völlig verwilderte und zugewachsene Straße entlang, die als Sackgasse mit Ausnahme für Anwohner ausgeschildert ist. Das macht mich neugierig, also fahre ich hinein.

    Am Ende steht ein verschlossenes Tor, durch das man die Straße vermutlich in Richtung einer größeren Hauptstraße verlassen könnte. Da ich weder Anwohner bin noch einen Schlüssel habe, fahre ich links am Gelände vorbei den Berg hinauf – auf einem Weg, der diesen Namen kaum noch verdient: 20 % Steigung, mächtiges Geröll. Ohne Allrad und Untersetzung wäre das kaum machbar gewesen, aber mit 250 PS ist es kein Problem.

    Ganz oben steht ein einzelnes Haus. Ein Mann bastelt an seinem Auto und blockiert fast den Weg. Als er mich sieht, zieht er verwundert die Füße weg. Ein Wohnmobil hat er hier noch nie hochkommen sehen. Wir grinsen uns breit an.

    Eine Übernachtungsstelle bis zur Küste findet sich nicht. Also bleibe ich in dem Ort, an dem ich direkt ans Meer stoße. Dort hatte ich vor Jahren schon einmal einen Platz gefunden, den ich wieder ansteuern wollte. Dieses Mal ist er mir jedoch zu versifft; überall liegt zerschlagenes Glas, und ich möchte keine verletzten Pfoten riskieren. Ein paar Meter weiter finde ich schließlich eine Stelle, an der ich für einige Tage bleibe.
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  • Castel di Sangro

    24 сентября, Италия ☁️ 22 °C

    Die weitere Reise Richtung Region Molise und ans Meer führt mich durch Castel di Sangro, das auch als das „Tor zu den Abruzzen“ bezeichnet wird. Eigentlich habe ich einen anderen Übernachtungsplatz im Sinn, aber ich halte auf dem Marktplatz, weil es so aussieht, als sollte ich einmal durch die steilen Gassen schlendern. Der Eindruck bestätigt sich: Der Ort gefällt mir, also bleibe ich einen Tag. Dabei stelle ich fest, dass ein Kirchenfest stattfindet – mit Umzug und Feuerwerk. Ich beschließe, bis zu diesem Ereignis vor Ort zu bleiben.

    Es lohnt sich tatsächlich, den Ort zu erkunden.

    Castel di Sangro liegt auf rund 800 Metern Höhe im Süden der Abruzzen, direkt an der Grenze zu Molise. Das Bergstädtchen am Fluss Sangro ist das wirtschaftliche Zentrum der umliegenden Gebirgsregion.

    Im Zweiten Weltkrieg wurde der Ort an der Gustav‑Linie fast vollständig zerstört und später originalgetreu wieder aufgebaut. Von den damaligen Schäden nimmt man heute nichts mehr wahr. Das Stadtbild prägt eine Mischung aus engen Gassen und der barocken Basilika Santa Maria Assunta, die über der Stadt steht. Sehenswert sind außerdem das archäologische Museum im ehemaligen Kloster La Maddalena sowie das internationale Museum für Fliegenfischen.

    Für Outdoor‑Urlauber ist Castel di Sangro eine strategisch gute Basis: Es liegt zwischen dem Nationalpark Abruzzen und dem Majella‑Nationalpark. Im Sommer eignet sich die Region ideal zum Wandern, im Winter ist sie das Tor zu den großen Skigebieten von Roccaraso und Rivisondoli.

    Auch kulinarisch hat der Ort einen Namen: Drei‑Sterne‑Koch Niko Romito betreibt hier in einem alten Kloster sein Restaurant Reale und zieht Feinschmecker aus aller Welt an.
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  • Waldgeister

    23 сентября, Италия 🌙 14 °C

    In L'Aquila möchte ich an meiner Kirchenbaustelle nicht übernachten, obwohl das sicher möglich wäre. Also suche ich mir fernab der Straße ein kleines Plätzchen mitten im Wald. Das sind ohnehin Stellen, die ich sehr liebe. Es ist zwar äußerst einsam, aber nach der ruhigen Nacht bietet sich am nächsten Morgen ein kleiner Spaziergang an. Leo freut sich und mein Herz hüpft, wenn ich in der Natur unterwegs bin. Ich stelle schon hier fest, dass ich die Berge vermissen werde, wenn ich an die Küste komme. Vielleicht ist es das, was mich später an meiner weiteren Reise zweifeln lässt.Читать далее

  • L’Aquila: Zwischen Prachtmeile und Geisterstadt

    23 сентября, Италия ☀️ 18 °C

    Mir wurde empfohlen, auf jeden Fall L’Aquila zu besuchen. Es hieß, die Stadt sei nach dem Erdbeben bereits schön restauriert. Außerdem gibt es dort einen Waschsalon – und da ich eine ordentliche Ladung Wäsche habe, bietet sich ein Besuch an.

    Ich suche mir einen Parkplatz an einer Kirche, bei der auf Google Maps noch alles nach Baustelle aussah. Vor Ort zeigt sich: Die Arbeiten sind bereits voll im Gange, überall stehen Baufahrzeuge. Zwischen den Lastern finde ich trotzdem ein Plätzchen. Man könnte dort sicher auch übernachten, aber ich werde später wohl weiterfahren.

    Der anschließende Gang durch die Stadt wird für mich zu einem extremen Wechselbad der Gefühle. Der Wiederaufbau nach dem verheerenden Erdbeben von 2009 hat L’Aquila spürbar in zwei Welten geteilt. Die Hauptachsen und Prachtplätze wurden mit enormem Aufwand saniert. Entlang der langen Einkaufsstraße, dem Corso Vittorio Emanuele, reiht sich Laden an Laden. Die perfekt restaurierten Fassaden wirken hell und sauber – fast schon ein bisschen wie eine Mischung aus Ku’damm und Kö, wo sich die Parfümerien olfaktorisch übertrumpfen wollen. Diese glänzende Visitenkarte brauche ich auf meinen Reisen eigentlich nicht.

    Zumal das Bild trügt. Biegt man nur eine Straße weiter in die Seitengassen ab, steht man unvermittelt in einer Art Geisterstadt. Hier ist noch unendlich viel zu tun und die Wunden des Bebens sind völlig offen: Die schmalen mittelalterlichen Gassen, die ich in den Abruzzen sonst so liebe, beeindrucken mich hier kaum. Ganze Häuserzeilen werden von schweren Holz- und Stahlkonstruktionen gestützt, Fenster sind vernagelt und Schilder warnen vor Einsturzgefahr.

    Weil der Wiederaufbau der privaten Wohnhäuser in den Gassen so schleppt, fehlt abseits der Flaniermeilen das alltägliche Leben. Alles wirkt weiterhin beschädigt oder im Wartestand. L’Aquila bewegt sich aktuell in einem Zustand zwischen sichtbarer Wiedergeburt und offenem Trauma – ein Ort, der gleichzeitig beeindruckt und bedrückt. Vielleicht komme ich in zehn Jahren noch einmal vorbei, um zu sehen, wie sich diese Stadt im Übergang weiterentwickelt hat.
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  • Ein bisschen Offroad

    22 сентября, Италия ☀️ 17 °C

    Ich muss ja irgendwann mal weiterfahren. Da ich wieder den ganzen Tag gebraucht habe, um von Santo Stefano aufzubrechen, komme ich nicht weit. Abseits der Straße finde ich ein kleines Wäldchen. Das ist nicht wirklich Offroad, auch ein normaler PKW dürfte hier noch einigermaßen hinkommen. Mitten im Gelände mag ich nicht stehen bleiben, also parke ich tatsächlich an den Bäumen. Gut, dass ich eine Stützanlage habe – wir müssen die Stützen vollständig ausfahren, sonst wäre ich nachts aus dem Bett gekullert.
    Es ist eine wunderbare Nacht mit absoluter Ruhe. Leo kann streunen. Besser geht's nicht.
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  • Santo Stefano - Impressionen

    18 сентября, Италия ☁️ 22 °C

    Ohne Worte

  • Calascio

    17 сентября, Италия ☁️ 22 °C

    Eine Radtour mit fast 600 Höhenmetern.

    Rocca Calascio kenne ich bereits – beim letzten Besuch bin ich von Santo Stefano aus dorthin gewandert, über den Höhenweg über die Hügel. Diese Strecke kann man mit dem Fahrrad nicht fahren, also suche ich mir diesmal eine andere Route. Viele Abschnitte habe ich mir vorher bei Google angesehen, aber nicht alle. Ein großer Fehler.

    Nach einigen Kilometern verengt sich der bis dahin gut fahrbare Weg zu einem einspurigen Fußpfad, natürlich an der steilsten Stelle des Hinwegs zum kleinen Ort. Ich muss im Gestrüpp neben dem Weg laufen und das Fahrrad den äußerst unwegsamen Pfad hochschieben. Gut, dass ich nun weiß, dass auch das geht. Das Fahrrad hat eine ordentliche Schiebehilfe – ohne sie hätte ich umkehren müssen. Abgesehen von dieser Passage ist der Weg problemlos und es macht einfach Laune, dort zu fahren.

    Mein Ziel ist diesmal das vergessene Dorf unterhalb der Burg. Bei meiner früheren Wanderung hatte ich es ausgelassen, weil ich nicht mehr so weit gehen wollte. Dass es nur gut 300 Meter gewesen wären, war mir nicht klar. Und ich wusste auch nicht, welches Kleinod ich verpasst hatte. Diesmal wähle ich es bewusst als Ziel aus, und ich werde nicht enttäuscht. Ähnlich wie in Santo Stefano wird hier einiges renoviert. Viele kleine Gassen sind gut zu passieren, und eine ganze Reihe Häuser ist bereits instand gesetzt. Der Besuch lohnt sich in jedem Fall.

    Hinter diesem Ort steckt weit mehr als nur ein paar alte Mauern. Rocca Calascio war mehrfach Filmkulisse, unter anderem für den 80er‑Kultfilm „Ladyhawke“ und für Szenen aus „The American“. Nach dem schweren Erdbeben von 1703 verließen die Bewohner das obere Borgo; jahrzehntelang lag es verlassen da, heute ist es teilweise restauriert – sogar eine kleine Bar gibt es wieder. Die Region wurde früher durch die Transumanza reich, den großen saisonalen Schafszug, der hier vorbeizog. Die Burg diente als Kontrollstation, und der Wollhandel brachte Wohlstand.

    Am Weg steht die achteckige Kirche Santa Maria della Pietà, der Legende nach als Dank erbaut, nachdem die Dorfbewohner eine gefürchtete Räuberbande besiegt hatten. Und nachts hat man hier oben einen der klarsten Sternenhimmel Italiens: Auf über 1200 Metern Höhe, ohne künstliches Licht, spannt sich die Milchstraße direkt über dem Bergkamm.

    Auf dem Rückweg fahre ich zunächst über gut ausgebaute Straßen weit bergab – insgesamt müssen ja rund 570 Höhenmeter wieder vernünftig vernichtet werden. Das geht hervorragend, ich muss viel bremsen und komme zügig voran. Dann folgen erneut diese widerlichen Wege mit Geröll und Schotter, teils mit deutlichem Gefälle. Mein Vorderreifen hüpft wie ein Flummi, und ich muss aufpassen, dass ich mich nicht lang mache.

    Auf dem Hinweg hatte das schon einmal „gut“ geklappt: Ich bin gestürzt, aber mit nur wenigen Blessuren davongekommen. Der Fahrradlenker ließ sich wieder geradebiegen. In diesem Zusammenhang zeigt sich, wie gut es ist, dass Leo in seinem Körbchen nicht angebunden ist. Sonst wäre er möglicherweise zwischen die Objekte des Sturzes geraten. So saß er einfach daneben und schaute interessiert, als wäre die ganze Geschichte die normalste Sache der Welt.

    Nachdem die unangenehme Passage durchs Tal überstanden ist, geht es auf der anderen Seite die rund 500 Höhenmeter wieder hinauf nach Santo Stefano. Dank elektrischer Unterstützung überhaupt kein Problem. Ich komme direkt am Wohnmobilstellplatz an der Kirche heraus – auf einem Weg, von dem ich immer schon wissen wollte, wohin er führt. Nun weiß ich es.
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  • Santo Stefano di Sessiono

    16 сентября, Италия 🌙 16 °C

    Meine große Liebe!

    Dieses Örtchen entzückt mich immer wieder aufs Neue. Am 6. April 2009, als das verheerende Erdbeben der Stärke 6,3 die Region erschütterte, wurde Santo Stefano di Sessanio fast völlig verschüttet und schwer beschädigt. Doch der eigentliche Niedergang hatte schon viel früher begonnen: Seit den 1950er Jahren litt das Bergdorf unter extremer Landflucht. Als es vor rund 25 Jahren entdeckt wurde, war es praktisch eine Geisterstadt. Kaum ein ursprünglicher Anwohner lebte noch hier, die mittelalterlichen Häuser verfielen zu Ruinen.

    Dass der Ort heute überhaupt noch steht, verdanken wir einer visionären Rettungsaktion, die schon vor dem Erdbeben begann: Der schwedisch-italienische Unternehmer und Millionär Daniele Kihlgren verliebte sich in den 1990er Jahren bei einer Motorradtour in das verlassene Dorf. Er kaufte ab dem Jahr 2000 einen Großteil der verfallenen Gebäude auf, investierte Millionen und startete ein weltweit beachtetes Pilotprojekt. Seine Idee war so einfach wie genial: Ein „Albergo Diffuso“ (ein verteiltes Hotel) namens Sextantio. Statt einen neuen Betonklotz zu bauen, funktionierte er rund ein Viertel des gesamten Dorfes zu Hotelzimmern um. Die Rezeption liegt in einem ehemaligen Schweinestall, das Frühstück gibt es in der alten Dorfkantine, und wer zu seinem Zimmer will, muss erst einmal drei Gassen weiter durch mittelalterliche Torbögen spazieren. Das Geniale daran: Von außen sieht man dem Hotel nichts an, die historische Ästhetik blieb unberührt.

    Als ich den Ort vor vier Jahren das erste Mal auf einem Spaziergang mit Astrid und Anne sah, war das Erdbeben von 2009 zwar noch allgegenwärtig – selbst der berühmte Medici-Turm war damals eingestürzt –, aber der Geist des Wiederaufbaus war längst geweckt. Seitdem begleite ich dieses Wunder Schritt für Schritt. Inzwischen sind schätzungsweise 80 bis 90 Prozent des historischen Ortskerns meisterhaft restauriert.

    Jedes Mal, wenn ich wiederkomme, sind neue Teile fertiggestellt und nach alten handwerklichen Künsten neu aufgebaut. Geduldig und originalgetreu saniert, Stück für Stück, Stein für Stein. Sogar der Medici-Turm steht seit 2021 wieder stolz über den Dächern. Und das Schönste daran: Das Leben kehrt zurück. Durch Förderprogramme und den Erfolg des sanften Tourismus wächst die Gemeinde wieder. Es leben heute wieder gut 100 ständige Einwohner fest im Dorf. Es sind längst nicht mehr nur die Tagesausflügler, die hier durch die Straßen ziehen, sondern auch junge Rückkehrer und Zugezogene, die diesem einst totgesagten Ort eine echte, lebendige Seele schenken.
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  • Valoni und weiter

    16 сентября, Италия ☀️ 27 °C

    Eigentlich will ich ja noch einen Zwischenstopp an einem Stausee machen. Das klappt aber leider nicht, weil das Wetter schlecht ist. Also fahre ich weiter nach Valonie und suche Astrid. Wir haben ein paar nette Tage zusammen. Ich schlage vor, am Sonntag zwei Freundinnen nachmittags auf Crêpes einzuladen, aber Astrid möchte Arrostini grillen. Das ist mir auch recht. Dazu gibt es Salat, und die Crêpes dann eben hinterher als Nachtisch. Astrid bestellt 80 von den Fleischspießchen und etwas Salat. Schönes Brot kaufe ich auch. Bis auf einen kleinen Zwischenfall ist das ein sehr nettes Treffen, aber ich beschließe, bald weiterzufahren.
    Am Montag wasche ich eine Maschine Wäsche. Eigentlich will ich Astrid zum Chinesen in Pescara einladen, aber es geht mir nicht besonders gut, und deshalb sage ich meine Teilnahme an dieser Fahrt ab. Astrid fährt trotzdem und geht im Lidl einkaufen.
    Gut, dass ich nicht mitgefahren bin, meine Bettwäsche wäre klatschnass geworden, denn es hat an dem Tag ab mittags nur noch geschüttet. Und ich wollte die gleich wieder aufziehen.

    Am Dienstag gehen wir dann zusammen im Ristorante La Mugnaia essen. Astrid hat zwar schon für den Tag gekocht, lässt sich aber nicht davon abhalten.

    Ich probiere mein E‑Bike auf einer weiteren Bergstrecke aus, einer Tour nach Montefino, und dort besuche ich Carol.

    Am Dienstag fahre ich weiter, ohne genau zu wissen, wohin ich will. Erst unterwegs wird mir klar, dass Santo Stefano der Ort ist, an den ich fahren möchte. So mache ich eine wunderschöne Tour durch die Berge. Es ist immer wieder erbaulich, dort hinzufahren.
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