Auf der Suche nach Abenteuern, neuen Kulturen, interessanten Menschen, überraschenden Gedanken und atemberaubender Natur, mache ich mich mit meinem Wohnmobil, dem BAMmobil auf, um die Balkan Länder näher kennenzulernen.
  • Day163

    Dolomiten

    July 19 in Italy ⋅ ⛅ 30 °C

    In der Gegend Veneto waren an den folgenden Tagen über 30 Grad angesagt, sodass wir uns entschieden nach Vas, weiter nördlich in Richtung Dolomiten zu fahren. Hier gibt es genügend klare Seen und Flüsse, die zum Abkühlen einladen und die etwas mildere Luft ist auch angenehmer für Nala. So fuhren wir an den Fluss Piave und den Lago Croce. Vom letzteren kann man die 3 Zinnen, die berühmten Bergspitzen im Sextner Dolomiten weit im hinteren Tal sehen. Der See hat eine fast unnatürlich türkise Farbe und ist ein wunderbarer Ort, um den Geburtstag von meinem Papa zu zelebrieren. Die Umgebung der Dolomiten schreien danach weitere Seen und Berge zu erkunden. Also fahren wir durch die malerische Berglandschaft Richtung Dürrensee, in den Nationalpark rein. Dieser ist irgendwie noch türkiser und liegt unmittelbar an den 3 Zinnen. Wir springen kurz rein und genießen das unerwartete Schlammbad, bei 30 Grad, auf 1500m Höhe. Der See trägt kaum noch Wasser sodass man direkt im Seegrund versinkt oder auf dem Bauch Richtung Mitte rutschen kann. Mein Papa und ich haben viel Freude dabei, dass Nala uns sogar retten möchte… Anschließend laufen wir noch ein wenig ins Tal hinein, um die Zinnen zu betrachten und stehen voll Bewunderung vor den Bergmassiven, die im Abendlicht erleuchtet werden. Ich kann gut verstehen, dass Menschen, die hier geboren sind, einfach nicht wegziehen können. Diese Berge haben etwas magisches und beeindrucken mich immer wieder zu tiefst!
    Eine naheliegender See, der Toblacher See komplettiert unser Traum-Wasser-Hopping und ist für uns mit seinem Uferrestaurant ein herrlicher Ort, um auf den Geburtstag von meinem Papa anzustoßen.
    Hoch sollen Beide leben!!

    Wir verbringen einen weiteren Tag in dieser herrlichen Berglandschaft, laufen ein wenig durch den Naturpark Fanes Sennes Prags und wollen uns eigentlich noch das absolute Natur Highlight, den Pragser Wildsee anschauen. Beim Ankommen wird uns jedoch klar, was so ein Massentourismus anrichtet. Es gibt nur eine Zufahrtsstraße und einfach keine Möglichkeit als Camper zu parken, überall Schranken und Einweiser, die dir ganz klar zu verstehen geben, kein Bock auf große Autos zu haben. Auf die höchst unfreundlichste Weise wurden wir weg geschickt und uns verging es, einen erneuten Versuch zu starten. Dann lieber nochmal etwas anderes suchen, kurz in einen Stausee reinspringen und die letzten Stunden bei Pizza und Vino genießen.
    Mit meinen Bruder und meiner Omi geht es abends Richtung Heimat und ich kann es so gar nicht glauben, dass das erste halbe Jahr sein Ende findet und das kurze Wiedersehen mit der Familie auch schon wieder zu Ende ist.

    Ich freue mich darauf alles sacken zu lassen und meinen Koffer, voll gepackt mit wunderbaren Erinnerungen, Erlebnissen, Fotografien, Begegnungen und Sehenswürdigkeiten voller Genuss auszupacken.
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    Unglaublich wunderbare Tage und Erlenisse, danke,danke Kussi,Kussi Omi [OMI]

     
  • Day159

    Vom Soča Tal nach Venedig

    July 15 in Italy ⋅ ☀️ 30 °C

    Nach einer ruhigen Nacht mit Voralpen-Panorama, fuhren wir südlich um den Triglav Nationalpark herum, um in das Soča Tal zu gelangen. An diesem Tag war der Weg das Ziel. Es ging die Berge hinauf und wieder herunter, es boten sich immer neue Blicke auf die grünen Ebenen und Wiesen und die Berge wurden immer imposanter. Auf halber Strecke stießen wir auf den Fluss Isonzo, der uns bis ins Tal begleiten sollte. Ein ganz klarer Fluss, der eine einzigartig türkise Farbe hat und sich durch die Täler schlängelt. Vor den Bergen Jalovec und Triglav weitet sich das Tal nochmal auf und wir machen einen Stopp, um zu rasten und am Fluss entlang zu laufen. Dabei laufen wir an den kleinen, wunderschönen Soča Trögen vorbei. Der Fluss hat sich hier so lange in den Stein gegraben, dass eine Schlucht entstanden ist und hier und da Wasserbecken hervor gebracht hat. Das karibisch blaue Wasser lädt zum Reinspringen und Baden ein. Jedoch nicht für uns, 10 Grad alpinischer Fluss muss nicht sein, aber es ist herrlich den Leuten dabei zu zusehen. An einigen Stellen haben sich Sandbänke gebildet, an denen wirklich nur noch die Palmen fehlen. An diesem Ort entdecken wir auch einen Campingplatz, der uns verlockt zu bleiben und mitten im Tal, umgeben von Bergen liegt. Es ist ein wunderbarer Ort. Am nächsten Morgen nutzen wir den Vormittag, um noch ein Stückchen weiter den Fluss entlang zu laufen, da ich mir unbedingt noch die großen Soča Tröge ansehen wollte. Ein kleiner Waldpfad lädt immer wieder dazu ein, an den Rand der Schlucht zu treten und das Wasser im Inneren zu bewundern. Ich muss sagen, dass ich in den letzten Monaten schon einige klare Flüsse und wunderbare Canyons gesehen habe aber dieses Wasser und die Umgebung ist wirklich besonders. Das Alpenpanorama macht es zusätzlich zu einem unvergesslichen Ort. Bis 12:00 mussten wir das Camp verlassen haben, sodass wir schweren Herzens unsere Sachen packten und aus der grünen Lunge Sloweniens verschwanden. Ein weiterer Traumweg führt uns raus aus dem Tal, Richtung Italien.

    Ziel ist es an diesem Tag bis nach Vicenza zu kommen. Ich hatte mich im Vorhinein mit Paolo, meinen Werkstatthelden aus dem Frühjahr verabredet, da schon seit einigen Wochen der Kühlschrank nicht mehr geht. Bei mind. zehn Werkstätten im Balkan hatten wir versucht Hilfe zu bekommen, leider ohne Erfolg, weil sich niemand an diese Technik heran traute. Aber Paolo war zur Stelle und nahm uns direkt auf. Er schraubte hier, säuberte da und erneuerte die Kühlpaste. Leider am Ende ohne Erfolg. Ich setze also alles auf die heimische Werkstatt in Berlin und hoffe, dass dort der erfahrene Camper-Mechaniker eine Lösung findet. Danach fahren wir unweit zu unserer Schlafstelle, die ich ausgesucht hatte. Eine kleine Biofarm, die 4 Plätze für einen schmalen Taler für Camper anbietet. Um uns herum Erdbeer-, Spargel-, Zucchini- und Kürbisfelder. Daneben Obstgehölze und Mais, von den herkömmlichen Bauern. Trotz Stadtnähe fühlten wir uns wie in einer Enklave und genossen den Sonnenuntergang. Die Produkte kann man direkt bei dem netten Bauern kaufen und vielleicht sogar auf dem Feld mitmachen, wenn es einem danach ist. Die süße Melone lassen wir uns noch direkt am Abend schmecken!
    Vom Nachtlager aus können wir auch Vicenza erlaufen und machen uns bei über 30 Grad (Wir sind zurück in der Hitze…) am nächsten Tag auf zur Stadt. Nicht nur meine Omi ist hell auf begeistert, sondern auch für mich ist es schön die Stadt nochmal zu dieser Jahreszeit zu sehen. Man kann in viele Kirchen reingehen, oder sich die Palladio Basilika (ein must-see) ansehen. Diese Stadt ist traumhaft schön und kann immer wieder besichtigt werden, auch wenn es echt heiß war.
    Am nächsten Tag war es dann endlich soweit: der Rest der Familie, also meine Eltern und mein Bruder waren auf dem Weg, um uns in Venedig zu treffen. Wie immer fuhren wir auf die gegenüber liegende Halbinsel, nach Punta Sabbioni und fielen uns am Strand in die Arme. Nala jaulte rum und die Wiedersehensfreude war groß! Mit einem Sprizz in der Hand, aufs Meer blickend gab es dann so viel zu erzählen! Besonders meine Omi äußerte ihre Begeisterung über Slowenien, ein Land in das sie am liebsten wieder zurück fahren würde. Nach Venedig sind wir allerdings aus einem bestimmten Grund gefahren. Nicht nur, dass wir alle Fans sind und die Stadt mit besonderen Erinnerungen in unseren Herzen tragen, sondern meine Omi wollte ihren runden Geburtstag mit uns feiern. Nach einem schönen Frühstück fuhren wir mit den Vaporetto über die Lagune, schwebten durch die Stadt, hielten immer wieder an, genossen die Gassen und Brückenblicke, beobachteten Leuten und stießen immer wieder auf die Omi an. Abends kehrten wir auf einer wunderbaren Piazza in ein Restaurant ein, mischten den Laden ein wenig auf, aßen Gutes Essen und genossen das italienische Dasein. Ein wunderbarer Geburtstag!
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  • Day153

    Slowenien 2.0 - Ljubiliana und Bled

    July 9 in Slovenia ⋅ ⛅ 16 °C

    Anfang des Jahres, als ich auf dem Weg Richtung Balkan war, war der Drang nach Sonne so groß und die Temperaturen im Februar noch so kalt, dass ich mir nicht viel von Slowenien angesehen hatte. Nun aber habe ich mit meiner Omi erneut die Chance dazu, also habe ich uns für die 10 Tage ein paar Highlights rausgesucht und eine Route erstellt.
    Nach dem wir diesen wunderbaren Abend am See ohne Wasser aber mit Starkregen von oben genossen hatten, fuhren wir bei Sonnenschein zur Hauptstadt, um uns Ljubljana anzuschauen. In der grünsten Stadt Europas leben ca. 280.000 Einwohner. Die beschauliche und liebenswürdige Stadt scheint am Stadtrand architektonisch etwas zusammen gewürfelt und man erkennt viele Zeitepochen. Je näher man jedoch dem Fluss Ljubljanska kommt, werden die Häuser prunkvoller und romantischer. Alles ist saniert und hübsch gemacht. Viele große Jugendstil-Gebäude sind zu erkennen, aber auch klassizistische, noch gut erhaltene Gebäude rahmen die Gassen. Diese werden durch die Sonne erleuchtet und belebt durch die vielen Menschen. Es herrscht buntes Treiben, es gibt süße Läden, StraßenverkäuferInnen und einladenden Restaurants. Uns zieht es zu erst auf die hochgelegenen Burg, um die Stadt von oben zu erleben. Hier sieht man erst so richtig, wie traumhaft die Stadt von einer Bergkulisse eingebettet ist. Sicherlich auch im Winter ein wunderbarer Anblick. Seit 1919 ist die Stadt eine Studentenstadt. Man sieht viele junge Leute, die Stadt ist super sauber und radfreundlich, da in der Innenstadt keine Autos erlaubt sind. Mir hat die Stadt sehr gefallen, auch wenn sie auf mich fast den Eindruck einer zu romantisierten Filmkulisse macht.
    Wir fuhren weiter gen Norden, immer weiter Richtung Berge. In Slowenien muss ich mir wesentlich mehr Gedanken machen, wo wir stehen, als im Vergleich zum Balkan. Ich vermisse ein wenig die Unkompliziertheit. Es ist ähnlich wie in Kroatien, dass man als Camper nicht sehr erwünscht ist und es einem schwer gemacht wird, noch wild und an besonderen Orten zu Campen. Bei diesen Gedanken habe ich mich auch gefragt, was eigentlich der Balkan ist… gefühlt gehört Kroatien überhaupt nicht dazu und Slowenien fast nicht mehr. Aber woran liegt das? Dann fällt mir auch auf: im Balkan kann man stehen wo man will, zahlt für nichts irgendwas und ist umgeben von Müll. In Slowenien zahlt man einfach für alles, Parkgebühren und Eintrittspreise sind frech und man wird sofort von der Polizei weg geschickt, wenn man nur 2 Minuten zu lang seine Schnürsenkel auf einem Gelände zu gebunden hat. Dafür ist alles wie aus dem Ei gepellt. Kein Müll, wunderbare Nationalparks und liebevolle Städte. Wohin fährt man also? Welches Maß ist das Richtige? Und bedeutet es, wenn ein Land dem Westen irgendwann so nah ist, dass es dann den Balkan Flair verloren hat?
    Mit etwas Campererfahrung finden wir dennoch einen Waldplatz, der uns herrlich unter den Bäumen schlafen lässt. Unweit von unserem Nachtlager liegt die Stadt Bled, die an einem atemberaubenden See liegt, an dem wir den folgenden Tag verbringen. Dieser Ort ist einfach magisch! Man kann den See mit 6km Rundweg einerseits umlaufen und anderseits mit einem traditionellen Holzboot auf die Insel mit der Wallfahrtskirche fahren. Das kostet natürlich… langsam und ruhig schwebt das Boot über das Wasser und bringt uns zur Insel. Die Kirche selbst ist wohl von Innen, laut meiner Omi ein Flop, aber die Blicke über das Tal und den Fluss sind einmalig. Überall sind radfahrende Menschen, man kann an jeder Stelle in den glasklaren See springen und sich eine richtig gute Zeit machen. Wir können uns kaum trennen von diesem Ort, besichtigen eine weitere Kirche und genießen die Farben und das Licht und das Wasser. Wir versuchen wieder ein Nachtlager ohne Campingplatz zu ergattern und finden tatsächlich einen direkt am Fluss, an dem am Morgen das Rafting startet. Die netten Jungs erlauben uns dort zu stehen, aber warnen uns vor dem Morgen und der Polizei. Diese war dann 7:30 tatsächlich im Anmarsch. Sympathischer Weise weckte uns kurz vorher einer der Mitarbeiter, sodass wir bin in 5 Minuten das Weite suchten und die anderen Camper sahen, wie sie gerade zur Kasse gebeten wurden. Die Strafe beim wildcampen soll wohl bei 200€ pro Person liegen. Hatten wir echt nochmal Glück!

    Wir hatten uns für diesen Tag den Vintgar Klamm vorgenommen. Die im Landschaftsschutzgebiet liegende Schlucht wird von der Radovna durchflossen, die sich tief in den Felsen gegraben hat. Ein Holzpfad führt einen 500m entlang am Felsen, über Brücken, am fantastischen Wasser entlang, dass sich in die Tiefe stürzt. Der türkise Fluss wirkt fast künstlich in den Felsen geschmiegt. Überall plätschert es, unterschiedliche Felsformationen zeigen sich, ragen teilweise mächtig in die Höhe und in den entstandenen Pools schwimmen die Forellen. Auf dem Rückweg zum Parkplatz läuft man durch den Wald, oberhalb vom Klamm zurück und hat die ganze Zeit Natur pur. Ein traumhafter Ort in Slowenien, den ich so nicht vermutet hätte und der uns zum Staunen gebracht hat. Anschließend bleibt noch etwas Zeit, um weiter zum Bohinjsko See zu fahren. Die Wetterlage war nicht ganz so sonnig wie sonst aber die Wolken hüllten den See in ein besonderes Licht. Hier und da gab es an den grünen Berghängen einen Lichtspot zusehen, sodass die dramatische Szenerie perfekt schien. Es war mächtig viel los, wir schauten einem Beachvolleyball-Turnier zu und schlenderten am Ufer entlang. Aber auch hier: Parkgebühren die nach Abzocke schreien, auch wenn man nur ein Stündchen verweilen möchte (7€). Ich sah eine Familie zusammenpacken und hatte die Hoffnung, das Parkticket einfach teilen zu können und fragte vorsichtig an. Aber der nette Mann schenkte mir einfach sein Ticket mit den Worten: „Wir Slowenen machen das so.“ So nett! Ich kann mir gut vorstellen, dass denen die Preise auch bis zum Halse stehen. Um keinen Ärger zu bekommen oder Strafe zu bezahlen, Campen wir am Abend auf einem bezahlten Platz, wohin gefühlt jeder ausweichen muss aber alle gehen respektvoll miteinander um, da sich alle über die Strenge wundern. Dieser erlebnisreiche und wunderbare Naturtag macht jedoch alles wett. Unsere Tage sind gut gefüllt und meine Omi bzw. wir kommen aus dem Schwärmen nicht raus. So soll es sein. Wunderbares Slowenien!
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  • Day149

    Cioa lieber Balkan, Hallo Omi

    July 5 in Slovenia ⋅ ⛅ 27 °C

    Bevor meine Omi am 03.07. zu mir kam, hatte ich noch zwei Tage zur Vorbereitung. Also Waschen, BamMobil polieren und die letzte Zeit etwas Revue passieren lassen. Kaum zu glauben, dass mir bzw. uns so viele schöne Momente, Begegnungen und Landschaften zuteil geworden sind. Ich bin so dankbar!
    Kroatien machte es mir im Gegensatz dazu nicht so leicht, da es sich von einer sehr unfreundlichen Seite zeigte. Ich wurde nachts aus dem Mobil geklopft und geschüttelt, weil irgend ein Spast mit Wohnmobilen ein Problem hatte. Also musste ich mitten in der Nacht einen neuen Schlafplatz finden. Ehrlich gesagt hab ich einen Tag gebraucht, den Hass in seinen Augen zu verdrängen. Kurz darauf ist mir fast einer (mit Absicht) reingefahren, mit den Worten: „Er möchte abkassieren“ und man bekommt das Gefühl nicht los, (als Camper) völlig unerwünscht zu sein. Dazu die Touristen-abzockenden-Preise und grimmigen Menschen. Auch wenn ich im Frühjahr so ein ganz anderes Bild gewonnen hatte und die wunderbaren Küstenstädte mich begeistert haben, so war es doch in der Nebensaison. Ich würde nicht wieder in der Hauptsaison in diesem Land sein wollen, das Geld verändert leider alles. Ich hatte etwas Bammel, dass meine Omi den selben Eindruck haben könnte aber es gibt ja immer noch die kleinen Oasen, in die man flüchten kann und ich komme ja nach den letzten Monaten aus einer so ganz anderen Welt. Und so fanden wir auch einen Traumstellplatz in der Nähe von Zadar, ungestört, direkt am Meer, unter Kiefern und einfach nur herrlich. Wir hatten uns so viel zu erzählen und verbrachten den restlichen Tag am und im Wasser. Meine Omi wurde mit Wärme, einem phänomenalem Sonnenuntergang und Traum-Frühstücksplatz empfangen. Besser hätte ich es mir nicht wünschen können.
    Am nächsten Tag zeigte ich ihr Zadar, das nun auch mir, 3 Monate später, ganz anderes vor kam. Die vielen Touristen bringen natürlich Leben in eine Stadt, die warme Sonne erzeugt ein Urlaubsfeeling und die Cafés laden zum Verweilen ein. Nehmen wir alles mit, bis es Abend wird und meine Omi mehr und mehr ins Camperleben einsteigt: Wasser suchen, Abwasser ablassen, Kühlschrank füllen, Stellplatz suchen und draußen neben dem Mobil duschen. Das Meer begleitet uns auf der gesamten Fahrt Richtung Slowenien. Die Straße an der kroatischen Küste nochmal entlang fahren zu dürfen ist wunderbar und wir genießen es in vollen Zügen. Wenn es geht halten wir an und springen rein. Das Wasser hat mit 27 Grad Badewannentemperatur und zeigt sich von seiner klarsten und schönsten Seite. Durch die Hitze entstehen immer wieder Wolkenberge und lassen Regen vermuten aber über uns bleibt es sonnig und heiß.
    Am nächsten geht es dann endlich über die Grenze nach Slowenien Richtung Piran. Die kleine Märchenstadt möchte ich meiner Omi nicht vorenthalten. Nachdem wir nochmal ins Meer springen, schlendern wir durch die Gassen, gehen was schönes Essen und bewundern das Glitzern auf dem Meer. Man kann dieses Städtchen einfach immer wieder besuchen. Diesmal ist allerdings das Ufer und die Badestellen voller Menschen, die Restaurants sind gut gefüllt und es dröhnt laute Musik von hier und da. Was ein Kontrast zum März. An dem neuen Stellplatz in der Natur genießen wir den Sonnenuntergang, kuscheln uns ein, ich lese meiner Omi vor und wir schlafen selig zusammen im gemütlichen BamMobil.

    Durch den Regen in der Nacht hatte es sich endlich ein wenig abgekühlt. Meine Omi ist noch mehr eine Sonnenanbeterin, als ich und genießt die Hitze in vollen Zügen. Seit Wochen kenne ich jedoch nur über 33 Grad, sodass es zum Weiterfahren wirklich angenehm mit nur 25-27 Grad war. Unser Ziel ist die Höhlenburg Predjama. Von der Frilauer Ebene bis zu den Albanischen Alpen erstreckt sich das Dinarische Gebirge, dass zu einem Großteil aus Kalkstein besteht. Diese Karstlandschaft gehört zu einem Großteil zu Slowenien und wird hier als „Kras“ bezeichnet, wodurch man auch den Namen „Karst“ abgeleitet und behalten hat. Hier befindet sich auch die Burg. Sie hat eine unverkennbare Erscheinung und liegt beeindruckend in der 127m hohen Felsenwand, hinter der sich ein ganzes Höhlensystem verbirgt. Erste Bauabschnitte der Burg können auf das 12. Jhr. datiert werden. Sie hatte im Mittelalter einzig und allein den Schutzcharakter und stellte Annehmlichkeiten in den Hintergrund. Es war kühl, feucht, zugig und und recht dunkel. Wenn man durch die Räume und Höhlen geht, eine wirklich unangenehme Vorstellung, dort gewohnt zu haben. Die Fenster hatten damals noch keine Scheiben und die innenliegenden Höhlen und damit verbundenen klimatischen Verhältnisse waren eine Herausforderung für Mensch und Bauwerk. Die bekannteste Familie die dort mal gelebt hat, sind die Windischgrätz, die die Burg zu einem Jagdsitz erweiterten.

    Anschließend fuhren wir weiter zum Cerkniško See, bei dem wir feststellten, dass dieser im Sommer gar kein Wasser führt. Als wir uns aufmachten, um ein wenig durch die Feuchtgebiete zu laufen, spürten wir eine interessante Stimmung. Rundherum waren Gewitter, es brummelte und windete, die Wolken rotierten und schienen an den Bergen festgeklebt. Geradeso schaffen wir es nicht durchnässt zu werden und hörten dem Regen und dem Gewitter sicher im Mobil zu und freuten uns über unser tolles Timing. Die Natur, durch die wir fahren scheint sehr grün, weshalb es sicherlich häufig im Sommer solche Wolkenbrüche gibt. Der spontane Stellplatz am See stellt sich als Oase heraus. Die Sonne zeigte sich nochmal und hüllte alles in einen orangen Schleier, als es immer noch leicht nieselte. Die dahinter liegenden Berge stuften sich leicht bräunlich gen Horizont ab und wir saßen nur da und staunten über die Schönheit dieses Ortes.
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    B H

    Wie schön, dass Euch Ihr diese glücklichen , sonnigen, leichten Tage habt. Ich schicke Liebe Grüße an Omi.

    7/8/22Reply
    Mario Wendorf

    Der Baum 😍

    7/11/22Reply
    Fritzi V

    Wenn ich mal das Alter von deiner Oma erreicht habe, möchte ich mit meiner Enkeltochter auch mal so verreisen. Coole Omi 👏🏻

    7/17/22Reply
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  • Day142

    Kosovo und seine Natur

    June 28 in Croatia ⋅ ☀️ 37 °C

    Viel Zeit bleibt uns leider für den Kosovo nicht, um wirklich ganz in das Land einzutauchen. Aber zwei Highlights wollen wir uns nicht entgegen lassen und lernen dann irgendwie doch mehr über das Land, als gedacht und entdecken mal wieder den wilden Balkan.
    Richtung Nordwesten gibt es die Mirusha-Wasserfälle, die sich als Kaskade entlang von 10km auf dem gleichnamigen Fluss ihren Weg talabwärts suchen. Dadurch entstehen auf ca. 80 Höhenmetern unterschiedliche Ebenen und 13 natürliche Pools, in denen man Baden kann. Steile Felswände ragen am Wasser empor und der Wasserlauf hat hier und da halb offene Höhlen und Schluchten entstehen lassen. Das 550 ha große Naturschutzgebiet ist bekannt für seine reichhaltige biologische Vielfalt und man fühlt sich ein bisschen wie im Urwald. Man kann zu den höher gelegenen Wasserbecken etwas abenteuerlich klettern, was wir auch tun. ☺️ Kleine Eisenbügel sind teilweise in die Felsen gehauen oder Seile an den Bäumen befestigt, an denen wir uns versuchen einen Weg nach oben zu bahnen. Auf den Ebenen sehen wir die unterschiedlichsten Szenerien: Kinder die im Wasser spielen, eine kleine anzunehmende Berühmtheit, die im wehenden Kleid vor einem Wasserfall ihr Musikvideo dreht und eine Männerrunde, die in der Sonne Grillen. Letztere empfehlen uns einen weiteren Aufstieg zum höchst gelegen Pool, der sich etwas weiter den Canyon rauf befindet. Nach beeindruckenden Blicken auf die Wasserfälle und die Felsen, versuchte Paul die steile Felswand hoch zu klettern, bei der hier und da ein Steigbügel schon fehlte oder Seile durchtrennt waren. Also machten wir kehrt und gesellten uns zu den Männern, die uns vorher schon zu sich eingeladen hatten. Die witzige Viererrunde schien mächtig Spaß zu haben und feierte den 16. Geburtstag des Halbstarken, der mit seinem Vater und zwei Freunden eine gute Zeit hatte. Sie teilten ihre Speisen mit uns und erzählten ihre Geschichte. Vor allem der Vater übte sein Deutsch, denn er lebte ab 1993 bis zum Ende des Kosovo-Kriegs in Deutschland. Er meinte, man hätte ihm damals so viel geholfen, dass er das auf immer den Deutschen zurück geben möchte. Zum Ende des Krieges hat er mit dem Deutschen Roten Kreuz versucht im Land die Spenden zu verteilen und konnte als Übersetzer fungieren und blieb schließlich, um eine Bar zu eröffnen. Er erzählt uns seine Sicht, wie der falsche Eindruck über den Kosovo entsteht. Russland zugewandtes Serbien scheint falsche Propaganda zu betreiben und verbreitet den Eindruck eines zerstörten, kriminellen, unsympathischen und nicht sicheren Kosovos. Bestätigen kann ich trotz des kurzen Aufenthalts im Land nichts davon. Andere Kosovaren, die zwar in Deutschland leben, allerdings im Heimatland Urlaub machten, erzählen uns über die selbe positive Entwicklung ihres Landes. Zum Beispiel scheint die gute Infrastruktur schon seit 10 Jahren so gut ausgebaut. Die albanischen Kosovaren sind unglaublich nett und hilfsbereit. Ihnen wurde von Fremden ein Land aufgedrückt, um Frieden zu bringen und versuchen wiederum ihren Frieden damit zu finden. Da z.B. die USA bestimmt haben, das der Kosovo nun so heißt wie er jetzt heißt, bedeutet das noch lange nicht, dass die dort Lebenden sich auch selbst so nennen wollen. Die gesagten Worte bringen mich zum nach- und umdenken. Wenn ein Land so ein schlechtes Image hat und keiner kommt, wie lange dauert es dann bis sich ein Land erholt und gut entwickelt? Es ist so spannend mal zu zuhören und einzutauchen. Und am Ende sind wir uns doch alle sehr ähnlich. Der 16-Jährige spielt die ganze Zeit mit seinen Muskeln, zeigt Paul seine Kickbox-Moves und springt wie wild ins Wasser. Er erinnert mich so an meinen Bruder: Massephase, beste Phase. Wir planschen im Wasser, hören dem Wind zu und warten auf das Gewitter. Zwischendurch rollt kurz einer mit muslimischen Glauben seine Matte aus und betet gen Mekka. Die anderen lachen darüber, akzeptieren gleichzeitig aber jegliche Form des Glaubens. Wir haben einen Heidenspaß zusammen, bis wir alle unter einem Felsvorsprung kauern und den Regen und das Gewitter abwarten. Eine wunderbare Begegnung.

    Als es etwas weniger regnet, rutschen wir den Weg wieder zurück und laufen durch den Matsch zum Mobil. Da sich schon die nächste Gewitterfront angekündigte, blieben wir im Nationalpark stehen und lauschten der Natur. Am nächsten Tag ging es noch ein bisschen weiter nördlich nach Peja, um den dort anliegenden Rugova Canyon zu bestaunen. Nahmen wir uns in den vergangenen Wochen immer viel Zeit für die Natur-Highlights, war diesmal nur ein kurzer Stopp drin. Allerdings mit einer abenteuerlichen Anfahrt durch die Felsen, und mit bereits besuchten atemberaubenden Schluchten im Gepäck. Der Ort selber war keinen Stopp wert, da die Stadt irgendwie keinen Flair hat aber wir aßen etwas und schauten nach, wo wir als nächstes schlafen könnten. Es sollte wieder über die Grenze gehen, um in Montenegro an der Tara zu nächtigen. Auf dem Weg dorthin wird uns wieder klar, warum Montenegro so ein absolutes Traumland war: die Landschaft ist umwerfend und man könnte stundenlang einfach nur durch die Gegend fahren. Richtung Sonnenuntergang erreichen wir den geplanten Stellplatz, der irgendwie keiner ist. Also rollen wir die schmale Straße noch etwas weiter runter, denn es findet sich ja immer was Besonderes und dem war auch so. Am Ende der Straße empfing uns eine Brücke, die über die Tara ging und eine Gruppe von Männern, die am Feuerchen saßen. Die Brücke schien wie gemacht für das BamMobil und mit zwei Betonrahmen ausgestattet, durch die das Mobil exakt durch passte. So dachten wir es uns zumindest. Nach kurzer Überlegung (und einem Raki), ob das überhaupt notwendig wäre, dennoch die Wiese auf der anderen Seite so verlockend war, entschieden wir uns dafür. Ich übernahm das Steuer, die Männer feixten und halfen mit das Mobil durch das Nadelöhr zu manövrieren. Es schien zu klappen, bis auf der anderen Seite der Brücke der Weg zur Wiese abfiel und der Arsch des Mobils zu weit nach oben ging, dass der Betonrahmen das Mobil einzuquetschen drohte. Also rückwärts auf der Minibrücke wieder zurück, nochmal durchfädeln und erstmal durchatmen. Manchmal muss ich über so manche Aktion schmunzeln und den Kopf schütteln, aber wir hätten sonst niemals die Boys aus Montenegro kennengelernt. Wir gossen Berliner Luft ein und bekamen Raki. Außerdem hatte Paul montenegrinische Volkslieder auf seinem Handy, die er interessehalber zu der Zeit mal abgespeichert hatte und lies diese über die Boombox erschallen. Die Gesichter der Männer strahlten und sie stimmten bei Kerzenschein mit ein. Über das Handy von einem konnten wir ein wenig kommunizieren aber an diesem Abend ging es auch ganz gut über Mimik und Gestik. Wir hatten viel Spaß! Ich bekam dann noch einen halben Heiratsantrag von einem, der erst später merkte, dass ich mit einem Partner reiste und war dann doch recht enttäuscht, da wohl montenegrinische Frauen nicht mit am Feuer sitzen, quatschten und trinken. Das Feuer und die warme Stimmung überließen sie uns dann später, und nach ein wenig rum rangieren hatten wir dann doch den besten Stellplatz unter Buchen und einem phänomenalem Sternenhimmel.
    Am Morgen sahen wir erst, wie klar das Wasser des Tara an dieser Stelle ist und sprangen als erstes in das 13 Grad kalte Wasser. Sehr kalt für mich aber umso erfrischender und einfach schön an diesem magischen Ort für sich zu sein. Nach einem herrlichen Frühstück ging es weiter nach Herzeg Novi, ein Städtchen, dass wir auf dem Hinweg durch Montenegro ausgelassen hatten. Wir standen direkt am Wasser, um so oft wie möglich hinein zu gehen, weil man bei 35 Grad aufwärts kaum etwas anderes machen kann. Dennoch schauen wir uns abends die Stadt an, nahmen ein bisschen Nachtleben und Kultur mit, da es auf dem Marktplatz ein Folklorefest mit Tanz und Gesang gab.
    Mit der Sonne und der Hitze fahren wir weiter Richtung Kroatien. Hier halten wir nochmal in Brela, dem Ort, der mir so gefallen hatte und mir Delfine schenkte. Die Temperaturen legen nochmal eine Schippe drauf und wir schlafen bei 25 Grad Nachts (!) in den Hängematten, unter den rauschenden Kiefern und verbringen ein paar Tage im wunderbar klarem Wasser. Wir merken an diesem Ort schnell, wieder im kapitalistischen Europa angekommen zu sein: kaum einer ist richtig echt freundlich und für eine Pommes am Strand zahlt man 12€ 😳😤 hier werden die Touris leider abgezockt und man kann nicht einfach irgendwo wild Campen, weil alles mit Schranken abgesperrt ist. Wie sehr schätze ich die zuvor besuchten Länder! Das gibt dem irgendwie einen kleinen faden Beigeschmack aber dieses 28 Grad warme Meer ist einfach umwerfend und der Stellplatz war herrlich für die letzten gemeinsamen Tage mit Paul. Was für wundervolle Monate liegen hinter mir bzw. uns.
    Nun warte ich auf meine neue Reisebegleiterin, meine Omi 🧡
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    B H

    Wunderschön

    7/3/22Reply
    B H

    Das könnte ein Zeichen sein

    7/3/22Reply
     
  • Day136

    Vom Matka Canyon nach Skopje und weiter…

    June 22 in Kosovo ⋅ ⛅ 31 °C

    Beflügelt von einem erneuten Werkstatt-Erfolg, fuhren wir weiter in den Norden von Nordmazedonien, um den Matka Canyon aufzusuchen. Der Weg führte uns durch die Berge, entlang am Kozjak Fluss, der im Kozjak See mündet. An einem Nationalpark müssen wir einen kurzen Stopp einlegen, da die Straße so eng ist, dass sie immer nur von einer Seite aus befahren werden kann. Als es grünes Licht für uns und die Mitwartenden gab, schlängeln wir uns den Weg durch die grüne Natur und überqueren einen der hohen Berge. Am Ende gelangen wir an eine Aussichtsplattform, unter der sich die Natur ergießt. Man sieht das Ende des lang gestreckten Sees, der sich in die Täler schmiegt und kann den Blick weit über die Bergebene schweifen lassen. Ein wunderbarer Schlafplatz direkt an der Klippe, den wir für zwei Nächte voll genießen. Beim Wandern über die Hügel sieht man, wie alles mit Bäumen bewachsen ist und auf den Freiflächen reich blühende Wiesen wachsen. Es summt und brummt überall und die Vögel zwitschern aus jeder Ecke. Hier beschließen wir auch, wie wir den Rückweg nach Kroatien gestalten wollen. Es liegen noch 1000km vor uns und es gibt mehrere Möglichkeiten nach Zadar zu fahren. Warum Zadar? Weil ich hier eine neue Reisebegleiterin, nämlich meine Omi, Anfang Juli abholen werde. Ein Weg würde uns durch den Kosovo führen aber leider macht sich die Frage breit, ob man durch dieses Land fahren sollte. Ein Land, dass erst seit gut 20 Jahren Frieden hat und mit einigen Vorurteilen behaftet ist. Mir ist einerseits etwas mulmig zu Mute aber anderseits gehören auch diese Länder zum Balkan und sollten mit eigenen Augen betrachtet werden. Es zog mich weniger nach Serbien, also war es klar. Nach einem Besuch der nordmazedonischen Hauptstadt Skopje, sollte es danach in den Kosovo gehen.
    Skopje ist bekannt für seinen alten Basar, der wohl wenig kleiner als der in Istanbul sein soll und einen Besuch wert ist. Die pulsierende Stadt ist ein Kontrastprogramm zu den vergangen Tagen: es ist heiß, turbulenter Verkehr, laute Straßen und viele Menschen. Wir schleichen durch die Gassen, halten an jedem Trinkbrunnen und kaufen hier und da ein paar Souvenirs. In einer Markthalle ist es etwas kühler und wir decken uns mit Obst und Gemüse, für einen schmalen Taler, ein. Das Einkaufen macht richtig Spaß, alle sind so freundlich, lassen uns kosten und kennen irgendeinen, der einen Bezug zu Deutschland hat. Von dem Basar selber hätte ich mir mehr erhofft, da man mehr billig nachgemachte Kleidung und Schuhe von Nike oder Hilfiger kaufen konnte, als traditionelles Handwerk. Mir fehlt der Geschmack für all den Kitsch und Ramsch, den man in diesen Ländern kaufen kann. Am späten Nachmittag steigen wir dann ins Auto, um die nächste Grenze zu passieren. Bestückt mit Informationen, die wir uns im WLan noch angelesen hatten, rollten wir in den Kosovo. In diesem Land gelten abgeschlossene Autoversicherungen aus der EU nicht und man muss direkt eine an der Grenze abschließen. Da wir ein „Auto speciale“ haben, kostet es nur 15€ und man hofft ganz sehr, dass einfach nichts passiert. Nach der Grenze geht es eigentlich direkt auf eine nagelneue Autobahn, die durch die grünen Hügel mäandriert. Schon der erste Eindruck der einfachen Grenzüberfahrt, der sympathischen Menschen und der Landschaft ist erstaunlich. Wir wollen uns die wohl schönste Stadt im Kosovo anschauen und rollen Richtung Prizren. Ein nahegelegener Stellplatz auf dem Hügel lädt aber erstmal zum Übernachten ein und bietet uns einen tollen Blick über die Weite. Wir bemerken auch, dass wir neben einem Kriegsdenkmal stehen und man bekommt sofort ein beklemmendes Gefühl, wenn man die jungen Männer, als Foto eingraviert im Stein, sieht und sie tragischer Weise 1998 ihr Leben lassen mussten.

    Am nächsten Tag in Prizren angekommen, ist es mit 36 Grad schon wieder viel zu heiß für eine Stadtbesichtigung. Also verschieben wir das auf den späten Nachmittag und gönnen uns einen Eiskaffee im Wlan, um die Familien anzurufen. Später erkunden wir die wohl einzig erhaltene Altstadt, die der Kosovo noch hat. Die Häuschen erinnern an den byzantinischen und osmanischen Stil, die nun modern eingerichtet sind. Es dröhnen schon nachmittags Bässe aus den Bars und der Muhadin aus dem Minarett, von denen es gefühlt an jeder Ecke welche gibt. Ein wunderbarer Kulturmix. Man sieht jegliche Kleidungsart, stark geschminkte Frauen, die teilweise Kopftuch tragen, muskelprozende Männer und Geschichten erzählende Gesichter. Eine starke Rollenverteilung wird hier sehr deutlich. Kosovo ist nicht nur das jüngste Land in Europa, es hat auch im Durchschnitt die jüngste Bevölkerung. Den Grund dafür kann man sich ja leider denken… Aber man sieht es in den Straßen und hat das Gefühl, nur von jungen, gut gelaunten Menschen umgeben zu sein. Alle sind unglaublich lieb und vor allem die Älteren wollen einem ihre Geschichte zu oder mit Deutschland erzählen. Man muss auch aufpassen, viele verstehen Deutsch! Außerhalb der Altstadt gibt es eher keine Identität, ein Glitzerkleidgeschäft folgt auf das nächste und dazwischen sind die Läden mit den Fake-Marken untergebracht. Die Häuser sind schnell gebaut, ohne Charme und mit viel Technik an den Fassaden. Deshalb zieht es uns auch wieder in die Natur, von der auch der Kosovo ein paar Schätze zu bieten hat. Prizren liegt am Rande des Sharr-Gebirges, dass einige hohe Berge hervor bringt. Paul belas sich in einem Blog zu einer Route und fand eine schöne Tour über einen Bergkamm, der uns nun endlich auf über 2000m bringen sollte. Da unsere letzten Touren oft im Zusammenhang mit Gewitter standen, schauten wir diesmal vorher mal nach, wie so die Prognose war. Und tatsächlich war starkes Gewitter für den Nachmittag angesagt. Also gingen wir früh los und genossen den Weg hoch auf den Kamm, der uns einen fantastischen Blick rechts und links in die Täler bot. Zum einen wollte ich schon immer mal so eine Gratwanderungen machen und zum anderen war es ein tolles Gefühl auf 2212m auf dem Oshlak Peak auf Augenhöhe mit den Bergen zu stehen. Von hier aus sahen wir auch die näherkommenden Gewitter und es grummelte schon wieder 😁 aber das kannten wir ja schon. Die 5 Stunden Laufen, steilen Hänge und 700 Höhenmeter waren eine ganz schöne Herausforderung. Zurück im BamMobil hatten wir beide eigentlich nur einen Wunsch: eintauchen in einen Whirlpool. Das wärs! Witziger Weise lag unweit von uns ein Skihotel, dass einen Spa Bereich hat und in der Nebensaison so gut wie leer war. Paul spendierte einen Abend im Whirlpool, der auch noch Außen unter dem Buchenwald lag. Es gewitterte, regnete, bis sich schließlich die Sterne zeigten. Es gab Pizza und Wein im Pool, und das Gefühl, nach über 4 Monaten Camperleben, kurz mal im blubbernden warmen Wasser zu versinken. Es gesellten sich Einheimische zu uns, die sich auch einen schönen Abend gönnten. Darunter 4 Serben und 2 Albaner. Das erste Mal wird uns bewusst, dass politische Themen, heikle Themen sind - vor allem für Serben. Wir versuchen dennoch mehr über die Kultur und das Land zu erfahren. Es fällt z.B. auf, dass sich bisher niemand als Kosovare betitelt hat und teilweise die serbischen Stadteingangsbezeichnungen übermalt sind. Im Pool konnten sich die beiden (Serben und Albaner) nur auf Englisch verständigen. Eine interessante Beobachtung, wenn man doch denkt, dass beide in einem Land leben. Aber die Geschichte zeigt ja, wie sowas tatsächlich zu Stande kommen kann.
    Schön ist die Höflichkeit und das Interesse der Menschen. Man kommt schnell ins Gespräch, der Austausch ist immer bereichernd und lustig.

    Nach ein paar Tagen im Kosovo bin ich völlig überrascht: kaum Militär, wenig Zerstörung, bessere Straßen als in jedem besuchten Land davor, ja selbst als in Deutschland. Unglaublich nette und junge Menschen, fantastische Natur, keine spürbare Kriminalität oä. und ein Land, das versucht eine neue Identität und den Kontakt zur EU zu finden.
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    Was für Trauminsekten und was für schöne Wiesen, wie schön und empfehlenswert wäre das auch für Dt., aber jetzt dürfen sogar die Biobauern wieder die mühsam errungenen Grünstreifen umpflügen und für den Anbau von Getreide nutzen, weil so‘n Spast das Angebot verknappt! 😩Die Architektur, die Graffitis und Wandbemalungen sind auch großartig, Danke!!! [MG]

    6/30/22Reply
     
  • Day131

    Nordmazedonien - Eine Neuentdeckung

    June 17 in Macedonia ⋅ ⛅ 19 °C

    Die Einreise nach Nordmazedonien, ein Land von dem ich mir vorher kein Bild gemacht habe, könnte nicht schöner sein. Der Weg am Prespasee führt uns zu unserem nächsten Ziel, dem Ohridsee, der von seinem Nachbarn gespeist wird. Beide Seen haben einen Höhenunterschied von über 100m und zählen zu den Ältesten Europas. Der Ohridsee ist 3-5 Millionen Jahre alt und weißt mit bis zu 300m eine beachtliche Tiefe auf. Wir fahren direkt in einen Nationalpark rein und rollen über den Berg zur anderen Seite. Am höchsten Punkt der Straße, auf ca. 1600m Höhe, hat man einen phänomenalen Blick auf diesen Schatz von Europa. Bevor wir den Stellplatz ansteuern, schauen wir uns noch ein winziges Dörfchen an, das eigentlich nur aus einem Kloster besteht. Hier ist der kulturelle Mix sehr interessant: Badegäste am Strand, touristische Bummelgasse, Militärgelände auf einem Camper-Lost place und eine Klosteranlage direkt bei einander und am See gelegen. Hier kann man mehrere Quellen sehen, die den Ohridsee speißen und ihn mit glasklarem Wasser versorgen. Viele Sand- und Kiesstrände säumen das Ufer des Sees und laden samt Beachbars zum Verweilen ein. Hier finden auch wir, an einer Klippe mit Blick über den See, einen wunderbaren Stellplatz. Neben unserem Platz gibt es ein Museum auf dem Wasser, in dem nachgestellt wird, wie die Menschen früher auf Stelzen ihre kleinen Siedlungen gebaut haben. Man könnte hier auch denken, dass man in der Karibik ist, so traumhaft ist das Wasser, sodass wir uns schnell eine Badestelle suchen und bei einer Beachbar reinspringen. Guten elektronischen Musikgeschmack haben die Mazedonier auf jeden Fall.
    Am nächsten Tag gehts nach Ohrid, weiter nördlich vom See. Eine recht moderne Stadt, die eine süße kleine Altstadt auf einem Hügel hat und eine schöne Uferpromenade zum schlendern einlädt. Abends finden wir einen Stellplatz weiter nördlich neben einer kleinen Kapelle, den wir wieder ganz für uns haben. Die Stadt war eher ein kleiner Zwischenstopp, um weiter nach Krushevo zu gelangen. Ein Dörfchen, dass zu einem der Höchsten im Balkan zählt und sich auf ca. 1400m befindet. Die Stadt ist die einzige in der Aromunisch als Amtssprache zugelassen ist. Aufgrund eines Anti-Osmanischen Aufstandes 1903 war die Stadt ganze 10 Tage eine eigene Republik. Den Nationalstolz über den Sieg kann man bei den großen Flaggen kaum übersehen. Als Symbol dafür wurde in den 70igern ein Denkmal gebaut, das wirklich nicht von dieser Welt ist. Ein sehr futuristisches Gebäude, dass vermuten lässt als UFO gleich abzuheben. Eigentlich kann ich mich für diese Architektur nicht sonderlich erwärmen aber dieses Denkmal ist sowohl von Innen als auch von Außen, und akustisch ein spannendes Objekt. Gleich nebenan liegt der See von Krushevo, an dem wir ein Plätzchen zum Schlafen finden. Die Seen ersetzen nun schon seit einigen Wochen unsere Dusche und es ist so angenehm immer und überall reinspringen zu können. Dieser See sieht irgendwie auch wie nicht von dieser Welt aus: kleine Wolken die an Brokkoli-Bäumen hängen und sich im Wasser spiegeln. Ein wunderbar friedlicher Ort. Wir wollen noch mehr von dieser Natur aufsaugen und laufen am nächsten Tag einfach mal los und schauen, wohin uns die Wege führen. Ein kleiner, höhergelegenen See ist auf jeden Fall ein erster guter Stopp. Allerdings ist das wohl ein Regenwassersammelbecken, das umzäunt ist und wir uns ein wenig reinmogeln müssen. Da aber sowieso nirgends irgendjemand ist, können wir ein Bad genießen und uns auf den aufgewärmten Planen am Rand Sonnen. Die liebe Sonne zeigt sich allerdings nicht allzu lange, sodass wir bei leichtem Schauer unter einer kleinen Espe Unterschlupf suchen. Da der Regen doller wurde, mussten wir uns etwas besseres suchen und fanden unweit ein kleines Häuschen zum Unterstellen. Von hier aus konnten wir das Wolkenspektakel gut beobachten und hörten ein erstes Grummeln am Himmel. Das Licht-Schatten-Spiel war einfach fantastisch und die Wolkenformationen sehr beeindruckend. Das kleine Häuschen gehört zu einer größeren Anlage mit Aprés-Ski-Charakter. Krushevo hat einen Lift und ziemlich schneereiche Winter, sodass man hier beim Skifahren gut einkehren kann. Für den Sommer stehen Kletteranlagen, Baumwipfelpfade und ZIP Lines zu Verfügung, die wir uns aus der Nähe ansehen. Es scheint, als wäre da ein riesen Spielplatz in den Wald gebaut, der nur auf uns gewartet hat. Ein paar Männer, die offensichtlich keine Termine hatten und ein wenig rum hantierten, nahmen Notiz von uns aber sagten nichts, als wir uns aufmachten die Geräte auszuprobieren. Auch hier zeigt sich mal wieder, was wir schon den ganzen Balkan beobachten können, die Leute lassen einen machen, man kann alles selbst erkunden, es gibt kaum Regeln und Vorschriften. Es interessiert schlicht weg keinen, was man so treibt. Wir schwingen uns also auf die kleine Zipline und fliegen von einem Baum zum anderen, klettern auf die Kletterspinne und spielen ein wenig Basketball. Es macht irre Spaß, einfach mal alles auszuprobieren und sich wie ein Kind zu fühlen. Um anschließend unsere Wasserflaschen aufzufüllen, suchen wir eine Quelle und laufen erstmal auf den höchsten Punkt vom Berg, wo auch die Liftanlage ankommt. Auch hier, kein Mensch, man ist alleine über den Bergen, dem Himmel so nah und kann die frische Luft aufsaugen. Man schaut von hier aus über die ganze Weite und hat einen tollen Blick auf die Stadt. Die Wolken hatten sich mittlerweile immer weiter verdichtet und zu großen schwarzen Wattetürmen aufgebaut. Am Himmel war nicht nur ein Gewitter zu sehen und zu hören, sondern gleich drei. Es war irgendwie klar, dass das noch zu einem Spektakel am Himmel führen würde. Etwas weiter den Hügel hinunter gab es eine kleine Kapelle, die eine kleine Quelle hatte. Von der Kirche aus konnte man in ein weiteres Tal schauen, dass nicht dramatischer von den Wolken hätte eingerahmt sein können. Die Berge stuften sich in graugrünen Tönen immer weiter gen Horizont ab und man sah dichte Regenschauer zum Boden strömen. Das Donnern und Blitzen wurde immer lauter. Voller Ehrfurcht vor dieser einmaligen Natur standen wir da und konnten nur stauen. Die kleine Kapelle gab uns wenig später Unterschlupf, als es erneut heftig anfing zu regnen. Die Gewitter hatten sich vereinigt und zeigten ihre ganze Dramatik über uns. In Wolldecken eingekuschelt warteten wir geschützt und mit tollem Blick darauf, das es aufhören würde. Aber die Wolken hingen irgendwie fest, der Regen wurde stärker und der Abend rückte näher. Irgendwann entschieden wir uns dafür, doch los zulaufen und schlitterten talabwärts durch den angrenzenden Buchenwald, der uns ein wenig Schutz gab. Wir glitten querfeldein durch Kiefernwälder, Gebüsche, entlang auf Feldwegen bis wir richtig nass waren. So machte es erst richtig Spaß in die Pfützen zu springen und sich einen Weg zum Mobil zu suchen. Als wir endlich am See angelangt waren, hatte der Regen nachgelassen, ein rötlicher Himmel zeigte sich über den Bergen und über dem See hingen im letzten Abendlicht zauberhafte Nebelschwaden. Die Hügel und Berge sind alle unglaublich grün in diesem Land und werden wohl durch immer wieder kehrende Regen- und Gewitterschauer gepflegt. Ein wundervoller Tag ging zu Ende, der sich so frei angefühlt hat und in Erinnerung bleiben wird!

    Am nächsten Tag ging es nur unweit in die nächste Stadt, da vermutlich Öl unter der Motorhaube tropfte und das kein gutes Gefühl hinterlassen hat. In der Werkstatt werden wir freundlich empfangen und uns wird sofort geholfen, dazu erfahren wir noch etwas über das Land und die Menschen. Das tropfende Öl stellt sich als Diesel heraus und der poröse Zulassungsschlauch vom Tank zum Motor wird direkt ausgetauscht. Die Beratung, die Arbeitskraft und das Material kostet uns dann unglaubliche 15€. Wir erfahren, dass die Arbeitskräfte ca. 500€ pro Monat in der Werkstatt verdienen. Seit Coroni sind die ohnehin wenigen Touristen ausgeblieben und die Mazedonier, die z.B. in Deutschland leben, kommen über den Sommer aufgrund der unsicheren Zeiten nicht in ihr Heimatland zurück. Das erklärt, warum wir das Land als so leer empfinden und es gibt auch keine Camper weit und breit. Der Mechaniker klang nicht sehr optimistisch und meinte, in diesem Land gäbe es nichts zu sehen und wenig Zukunft. Ersteres kann ich nicht bestätigen aber die Perspektive über das eigene Land bringt mich zum nachdenken.
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    linda.rns

    Wie wundervoll du die Erlebnisse beschreibst 🥰 ich habe sehr mitgefühlt! Welch ein wunderschönes Land.

    6/25/22Reply

    Sehr schön beschrieben, Du Wolkenflüsterin! Immer an einem See, oder an einem Fluß, oder am Meer zu Campen , ist eine gute Maxime, das behalten wir bei!!!Noch viele tolle Wege, Kussi [MG]

    6/27/22Reply
     
  • Day122

    Meteora und der Weg nach Nordmazedonien

    June 8 in Greece ⋅ ⛅ 25 °C

    Als wir wieder zurück auf albanischem Festland stehen, rennen wir fast zum BamMobil, unser kleines zu Hause, dass wir für ein paar Tage alleine gelassen hatten. Irre wie man so eine enge Bindung zu einem Auto herstellen kann. Natürlich war es unversehrt und wir wurden super freundlich von unseren Aufpassern empfangen. Nach einem kühlen Bier, fahren wir nochmal zu einem bekannten Stellplatz über der Stadt und genießen den Blick über Saranda, das Meer und Korfu. Ein paar entspannte und sehr sonnige Tage liegen hinter uns und die Neugier auf neue Erlebnisse ist nun wieder groß. Der darauffolgenden Tag besteht aber erstmal aus Waschen und eine Abkühlung im Meer. Am Strand von Saranda ist eine riesen Wasserlandschaft einschließlich Trampolin, Wackelplatten und Rutschen aufgebaut, die uns beide magisch anzieht. Eine halbe Stunde Spaß gönnen wir uns und genießen anschließend den Stadtstrand, bevor wir mit frischer Wäsche weiter stadtauswärts fahren. Es verschlägt uns in eine Traumbucht, die ebenso in der Karibik liegen könnte. Hier lernen wir Zwei aus Wuppertal kennen. Schnell stellen wir fest, dass die Beiden auch den beschwerlichen Weg von Berat nach Permët auf sich genommen hatten und ihnen die Legende Miri begegnet ist. Unser erlebtes Szenario hatte sich gleichermaßen bei den Beiden abgespielt: Verfolgung des Autos, sagen dass die Straßen eine Katastrophe sind und Raki anbieten, Nummern austauschen mit der Tochter und Essen angeboten bekommen. Es ist wohl tatsächlich sein Geschäftsmodell, die Touris abzufangen. Wir mussten sehr lachen. Sogar die selben Fotos haben wir voneinander gemacht.
    Bevor wir uns am nächsten Tag dann endlich von Albanien verabschieden konnten, sprangen wir nochmal in das türkisblaue Wasser und fuhren 5 Stunden nach Meteora in Griechenland. Ein Album meiner Lieblings Band „Linkin Park“ wurde nach diesen bizarren Felsformation benannt. Meteora leitet sich vom altgriechischen ab und bedeutet „in der Luft schwebend“ und ich kann die Begeisterung für diesen Ort, den die Band gehabt haben muss, nur teilen. Die Klöster, auf den teilweise freistehende Felsen, scheinen wirklich zu schweben und wie „Himmelskörper“ zu sein. Man fährt durch die Weite und auf einmal türmen sich märchenhafte Sandsteinfelsen vor einem auf und schaffen einen magischen Ort. Sechs der vierundzwanzig Klöster sind noch erhalten und zu besichtigen, sie wirken als wären sie eins mit dem Gestein und thronen über dem grünen Tal. Das UNESCO Weltkulturerbe liegt in Mitten eines Natura2000 Gebietes und man hat das Gefühl, der Wald ist voller Vögel, so laut sind die Konzerte. Wir suchen uns auch hier bezaubernde Orte zum Sonnenuntergang schauen, Schlafen und Frühstücken. Gefühlt ist es der erste touristisch überlaufene Ort seit Monaten und wir sind nicht ganz allein, schaffen es aber dem Trubel ein wenig zu entkommen. Das erste Kloster wurde 1334 gegründet, weitere folgten und boten den Menschen oft Schutz. In einem Museum kann man erkennen wie die Menschen z.B. vor den Osmanen oder den Nazis geflohen sind.

    Im Vorhinein hatte ich mich in Albanien dazu entschlossen, dass der Weg nach Istanbul, mit nochmal 1000km Hinweg und noch dreieinhalb Wochen Zeit, einfach zu weit ist. Das schöne am Reisen ist, Pläne zu schmieden und sie dann wieder zu verwerfen, um Neuen nachzugehen. Der Balkan ist so wunderbar, die Menschen so herzlich und es gibt noch so viele unentdeckte Orte, sodass ich lieber die Zeit nutze, um in möglichst viele Länder einzutauchen. Es geht also weiter nach Nordmazedonien. Auf dem Weg dort hin halten wir in Kastoria, einem alten griechischen Dörfchen, dass sehr romantisch auf einer Halbinsel im Kastoria See liegt. Von dort aus ging es weiter nach Korça. Diese Stadt liegt wieder in Albanien und es ist ein sehr warmes Gefühl, doch nochmal in dieses Land zu fahren. Für mich ist es schön, wieder raus aus der EU zu sein, noch möchte ich dahin nicht zurück, aber das liegt eigentlich nur an der Freundlichkeit der Menschen im Balkan. Korça gilt als die Geburtsstädte der albanischen Kultur. Man erkennt in der Stadt die verschiedenen kulturellen Einflüsse an den Häusern und Fassaden. Es ist spannend hindurch zu schlendern und mal wieder ein Museum zu besuchen, in dem wir den Fotograf Gjon Mili kennenlernen. Am Abend fahren wir die traumhafte Ebene entlang bis über die Berge zu unserem Schlafplatz, am dahinter liegenden Prespasee. Erneut zeigt sich Albanien von seiner landschaftlich besten Seite und man glaubt gar nicht, wie schön das alles ist. Unser Ziel ist eine verlassene Beachbar und hält für uns einen Platz direkt am See bereit. Wir sind alleine und springen am Morgen erstmal in den See, um dann mit Traumpanorama zu frühstücken. Man kann sich einfach nicht satt sehen. In der Wiese grasende Esel laden mich dazu ein, Hallo zu sagen und mein „Felltier-Barometer“ wieder aufzuladen. Dabei lerne ich den Besitzer Vasile Vasilati kennen, mit dem ich mit Händen und Füßen ein recht gutes Gespräch führen kann. Bei einem späteren Dorfspaziergang laufen wir zufällig an seiner Hütte vorbei und werden eingeladen, unter seinem Heuverschlag vor dem Regen Unterschlupf zu erhalten. Wir können einige Dinge über ihn und seine Frau erfahren und sind ehrfürchtig vor diesen tüchtigen Menschen, die mit so wenig zu leben auskommen. Ihr zu Hause erinnert mich an eine Hütte in Tonga, alles auf engstem Raum und keinerlei Luxus, zumindest so wie ich ihn definiere.
    Ich verspüre an diesem Ort ein starkes Gefühl, dass mich in Albanien schon länger begleitet. Irgendwie komme ich mir in diesem Land wie eine Zeitreisende vor. Zu Hause bin ich sehr privilegiert aufgewachsen, kann in den Supermarkt gehen, um stets mein Obst und Gemüse zu kaufen und habe den meisten Kontakt zu Felltieren durch Hunde und Katzen. (Außer ich darf mit meiner Mama zu den tollsten Patienten fahren) In Albanien zählt z.B. Brokkoli als exotisches Gemüse und ist selten zu erhalten, man kauft also rein sessionale Kost. Tiere werden in diesem Land recht gut behandelt, dennoch als Nutztiere gehalten und schleppen riesen Heuballen von A nach B. In Pustec, am Prespasee scheinen alle einen Esel zu halten und auch zu brauchen. Selbstverständlich wird jeder von uns geknuddelt. Überall rennen Hühner rum und auch bei Vasile und seiner Frau Vangelia sehen wir ein Kalb, einen Esel, Schafe und Lämmchen, ein Pferd und Hühner. Die Tiere und das Supermarktangebot zeigen mir, dass bei mir in Vergessenheit geraten ist, dass das lange auch in meiner Heimat ein übliches Bild war. Aber die eselreitenden und kopftuchtragenden Menschen mit Hornhaut an den Händen sind aus meiner Heimat verschwunden. Ich genieße es sehr, das nochmal so vor Augen geführt zu bekommen und in diese Welt ein wenig einzutauchen.
    Dieser letzte Stop war eine wunderbare Verabschiedung aus diesem besonderen Land.
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    Kira Stoepel

    💜💜💜

    6/16/22Reply

    Wunderbar geschrieben, ich bin mit ganz tief eingetaucht, seid dankbar, dass Ihr so etwas Großartiges erleben dürft! Fetter Schmatz [M.G.]

    6/17/22Reply

    Ich freue mich mit euch über diese tollen Erlebnisse, hoffentlich bis bald. Kussi, Kussi OMI [OMI]

    6/19/22Reply
     
  • Day117

    Entschleunigen auf Korfu (Gastbeitrag)

    June 3 in Greece ⋅ ☀️ 36 °C

    Der folgende Gast-Beitrag wurde von Paul verfasst. Da er eine besondere Beziehung zu Korfu hat, wollte er hier gern texten und Fotos/Videos machen:

    Über 2 Monate sind Nastasia und ich nun gemeinsam unterwegs - eine Zeit in der wir beide stets voller Vorfreude auf die jeweils nächste Station der Reise waren. Meist haben wir 2 oder maximal 3 Nächte an einem Ort verbracht, bevor wir den Motor des BAM-Mobils wieder zum Schnurren brachten. Nun, nach einer wunderbaren und ereignisreichen Woche mit Linda, haben Nasti und ich, mal wieder zeitgleich, das gleiche Gefühl. Es ist an der Zeit für ein bisschen Entschleunigung. Ein paar Tage mal einen Gang runterschalten, weniger sehen/ entdecken und stattdessen einfach mal nichts tun und die vielen Erlebnisse sacken lassen. Gesagt, getan. Was immer mal als Idee im Raum stand, dann wieder von uns verworfen wurde, wird schließlich doch realisiert. Wir verlassen das albanische Festland, lassen schweren Herzens das heiß geliebte BAM-Mobil zurück und fahren zum Entschleunigen auf die griechische Insel Korfu. Natürlich mit einer Speed-Fähre, die mit gefühlten 100 km/h über das Meer ballert. 🤦🏼‍♂️😄

    Warum wir genau diese Insel für unseren 'Kurz-Urlaub' ausgewählt haben? Naja, vor längerer Zeit hatte meine Oma einen griechischen Freund namens Niko. Die Beziehung ist zwar schon lange vorbei, aber wir hatten damals (1997 und 1999) eine richtig gute Zeit auf Korfu und Niko und ich haben uns immer gut verstanden. Grund genug, dem 80-jährigen Mann (unangekündigt) einen Überraschungsbesuch abzustatten. 🤪

    Auf Korfu angekommen suchen wir uns erstmal einen Scooter-Verleih. Im Büro der Firma 'Everywhere' verhandeln wir mit Helen, einer albanischen Angestellten, deren Stimmlage man eigentlich nur 10 Minuten aushalten kann. Von Rollern versteht sie leider gar nichts, macht uns aber einen "guten Preis". Nach einer Stunde sitzen wir schließlich auf einem kleinen, weißen Feuerstuhl und tuckern, nun wirklich passend zur geplanten Entschleunigung, ziemlich gemächlich über die Insel. Bald ist die West-Seite der Insel und dann auch unser Ziel erreicht, die 'Villa Armer Mann' (das Haus heißt wirklich so).

    Gespannt auf das Wiedersehen mit Niko rollen wir die letzten Meter bis zum Eingangstor. Während ich über beide Backen wie ein Honigkuchenpferd grinse, scheint die Freude bei Niko irgendwo festzuklemmen. Zwar meine ich kurz so etwas wie ein Lächeln erkannt zu haben, ein bisschen scheint der Gute aber von der Überraschung überfordert. 😬 Unsere Hoffnung in der Villa Armer Mann nächtigen zu dürfen, erfüllt sich letztlich doch und wir beschließen unserem grimmigen Gastgeber etwas Zeit zum Auftauen zu geben.

    In den folgenden 4 Tagen beschränken wir unsere Aktivitäten auf ein bisschen Inselerkundung mit dem Roller (wobei wir einen fast 1000-jährigen Olivenbaum sehen), vor allem aber auf Liegen, Baden und Sein am Strand. Vermutlich das Beste was wir bei konstanten 36 Grad auf dieser Insel machen können.

    Durch Zufall entdecken wir direkt am zweiten Tag eine absolute Traumbucht. Der 'Gyali Beach' trägt seinen Namen aufgrund seines glasklaren Wassers, welches uns beim Schnorcheln sehr weit gucken lässt.

    Der ziemlich steile Weg zum Strand sorgt dafür, dass nur wenige Touristen den Weg zu dieser Perle auf sich nehmen. Aber es lohnt sich. Das türkisblaue Wasser
    wird von steilen und grün bewachsenen Felswänden umarmt, welche mit ihren Ausbuchtungen den ein oder anderen Schattenplatz kreieren. Ein paar Felsformationen im Wasser bieten unterschiedliche Kletter- und Sprungmöglichkeiten. Die kleinen, abgerundeten Kiessteine sorgen für allerbesten Liegekomfort.

    Es gibt sicher noch viele andere tolle Strände auf der Insel, aber dieser hat uns gleich am zweiten Tag so verzaubert, dass wir ihn ein weiteres Mal besucht haben. Ein bisschen passend zu unserem Vorhaben. Einfach mal sein, genießen und nicht immer wieder neue "Highlights" suchen.

    Die Abende kochen wir selbst, essen Tzatziki und wunderbare Oliven und laden natürlich unseren Gastgeber ein. Der lehnt zwar jedes Mal ab, lässt sich aber in den folgenden Tagen auf den ein oder anderen Smalltalk ein, was ich als Fortschritt und Erfolg werte. 🤷🏼‍♂️

    Am letzten Tag wollen wir dann doch noch ein bisschen was entdecken und schlendern bei 35 Grad durch die Altstadt von Korfu Stadt. Die alten Gässchen und die vielen mit Blumen dekorierten Häuschen versprühen ein tolles, romantisches Flair. Eine Stadt in der man sicher auch mehr Zeit verbringen könnte. Wir essen leckeres Eis, kaufen ein paar Souvenire und lassen unseren kleinen Kurz-Urlaub am Stadtstrand Revue passieren. Wir fühlen uns beide erholt und verspüren wieder Lust aufs Weiterreisen. Die Akkus sind geladen und wir freuen uns auf das BAM-Mobil und die nächsten Stationen.
    Ab zur Speedy-Fähre, zurück ins lieb gewonnene Albanien!
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    Urlaub im Urlaub, wenn das kein Luxusproblem ist, wir gönnen es Euch vom Herzen , das es nur dieses Eine ist und dann noch der chice Verflossene von der Oma, herrlich! Hab sofort an Antony Quinn als Alexis Sorbas gedacht, wir hoffen, daß Ihr Sirtaki getanzt habt, wunderschöne Fotos! Bleibt behütet und passt gut auf Euch auf, l.G. [G.]

    6/13/22Reply
    linda.rns

    💕

    6/16/22Reply
    Mario Wendorf

    😍

    6/19/22Reply
    2 more comments
     
  • Day112

    Riders on the storm

    May 29 in Albania ⋅ ⛅ 23 °C

    Am Samstag, als Linda leider schon wieder nach Hause fliegen musste, konnten wir uns nur wenige Meter bewegen und hingen verkatert in den Hängematten ab. Als wir uns am Abend etwas besser fühlten, genossen wir nochmal ein wenig Trubel auf dem Festival und sprachen mit einem Barbesitzer, über einen Ausritt mit Pferden. In Montenegro trafen wir ein holländisches Pärchen, dass uns diese „Horse riding Tour“ wärmstens empfohlen hat und wir freuten uns auf den kommenden Tag. An dieser Stelle möchte ich gern vorwegnehmen, dass es keine normale, in der Sonne spazierende Pferderunde war, sondern sich alles etwas abenteuerlicher entwickelte. „Avenir“, unser Guide sagte schon am Vorabend, dass die Wetterprognose Gewitter ankündigt und wir schauen müssten, ob es möglich wäre auszureiten. Von den Bedenken war allerdings am Morgen nichts mehr zu spüren und wir fuhren mit dem Jeep zum Gelände mit den Pferden. Hier waren Georg und Phil für uns vorbereitet und wie machten mit unseren fleißigen Trägern Bekanntschaft. Im Vorhinein wurden wir kurz gefragt, ob wir schon mal geritten sind aber weitere Vorraussetzungen mussten wir nicht mitbringen. Kurz wurden die Kommandos erklärt und dann ging es auch schon mit einem weiteren Guide „Lily“ los. Die Pferde trugen uns den Hang hinauf. Es fühlte sich fast wie klettern an und mir war nicht bewusst, dass Pferde das können. Ich versuchte mich an die Worte meiner Mama zu erinnern, wie man sich am besten auf einem Pferd verhält und hoffte das Richtige zu tun. Gern hätte ich sie als Expertin dabei gehabt. Mir schien es jedoch, als ob Avenir und Lily wüssten was sie da taten und es war ein wunderbares Gefühl mit dem Pferd und der Natur zu verschmelzen. Bei herrlichem Sonnenschein ritten wir den Berg hinauf, über Stock und Stein, auf Wiesen und über Trampelpfade. Sogar ein kleiner Trap war hier und da drin, bis wir an einem Wasserloch ankamen und ein Päuschen machten. Es gab kleine Snacks und Sangria, denn damit reitet es sich besser. Wir genossen den Ausblick über das Tal und den aufkommenden Wind. Die Wölkchen am Himmel hatten sich mittlerweile zu größeren Wolken formiert und kurze Zeit später war ein kleines Grummeln über den Bergen zu hören. Avenir meinte, dass man bei einem Gewitter nicht in den Bergen sein darf, nicht in Albanien, denn die Wetterverhältnisse sind meistens extrem. Als wir dann schneller unser Getränk austrinken mussten und die beiden etwas hektisch die Sachen zusammen packten war klar, dass unsere Pause wohl kürzer als gedacht ausfallen würde. Wir mussten uns vom Acker machen. Also rauf auf die Pferde und los. Es fing an zu Nieseln, das Grummeln wurde lauter und kam nun von mehreren Seiten. Lily wählte einen schnelleren Weg bergab und führte uns über einen Feldweg. Als der Regen stärker wurde liefen beide Guides neben den Pferden aber wir durften noch etwas sitzen bleiben und schneller reiten. Der Regen entwickelte sich zu Starkregen, bis fast Hagel daraus wurde. Die Regenjacke aus dem Rucksack zu holen war mittlerweile überflüssig und es blitze und donnerte um uns herum. Die Guides sagten uns, dass wir nun ebenfalls absteigen müssten und zogen ihr Pferde immer schneller den Weg hinab. Ich nahm Georg an die Zügel, wir schauten uns tief in die Augen und folgten den Beiden. Georg war das nicht geheuer aber wir merkten, dass wir da jetzt zusammen durch müssen. Also reihten wir uns ein und rannten nun zu viert die Hügel runter. So eine Energie habe ich selten gespürt, es regnete in Strömen, wir alle waren bis auf die Haut nass und rannten vorm Gewitter davon. Querfeldein, durch Gebüsche, über Steine, Hauptsache weg aus den hohen Lagen. Ich musste teilweise echt schmunzeln, weil das so skurril war. Immer wieder machte ich Georg Mut und lobte ihn fürs feine Rennen. Irgendwann kamen wir an einer Kirche an und warteten unter Bäumen, dass es aufhören würde zu regnen. Wir rangen die Klamotten aus und versuchten die Handys trocken zu verstauen. Avenir und Lily meinten, dass sie das so auch noch nicht erlebt hätten. Zum Glück hatten wir Wechselsachen mit und Avenir lachte, weil das irgendwie so deutsch war. Als wir wieder los liefen, nahmen wir eine Abkürzung, die uns durch das dichteste Dickicht führte und nochmal enger mit den Pferden zusammen wachsen ließ, weil wir ihnen helfen mussten, da durch zu kommen. Als wir endlich auf dem Feldweg im Tal angekommen waren, hatte sich der Regen und das Gewitter verzogen, und wir stiegen wieder auf die nassen Pferde. Sie witterten das naheliegende zu Hause und waren wohl motiviert schnell dort anzukommen. Lily, der vor mir ritt, brachte sein Pferd zum Galoppieren also eiferte Georg ihm nach. Sowas hatte ich noch nie gemacht und so richtig wusste ich auch nicht, was ich da tat. Meine Beine schmerzten, ich rieb mir alles an den Seiten auf aber es war wunderbar. Die Erfahrung, so schnell mit einem Pferd zu reiten, wird mir für immer in Erinnerung bleiben. Was ein lebendiges Gefühl mit dem Pferd eins zu werden, die Bewegungen zu spüren und über die Wiese zu jagen. Wirklich irre! An der Koppel angekommen konnte ich es gar nicht glauben, fühlte mich elektrisiert und konnte nur „ Wow“ herausbringen. Was eine Erfahrung mit einem Pferd den Hügel zu besteigen, diesen bei strömendem Regen dann wieder herunter zu rennen, um dann das letzte Stück gemeinsam zu galoppieren.Read more

    B H

    Danke Dir für diese Zeitreise und deine Gedanken. Bin inspiriert.

    6/20/22Reply