• Einsam auf Kubu

    4 августа 2025 г., Ботсвана ⋅ ☀️ 24 °C

    Gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang erreichen wir unser Ziel „Kubu Island“. Dieser sagenumwobene Inselhügel mitten in der unendlichen Weite der Sua Salzpfanne. Die Erwartungen sind so richtig hoch. Zu viel haben wir schon gehört. Von magischen Lichtstimmungen bei Sonnenauf- und -untergang, vom spektakulären Sternenhimmel in klaren Nächten, von den lustig geformten, uralten Baobabs, die wie überdimensionale Skulpturen aus einer anderen Welt und Zeit wirken.

    Im Dunkeln finden wir ein kleines, einsames Plätzchen und richten uns ein. Erschöpft vom langen, aufregenden Tag. Die ersehnte Nacht über Kubu Island beginnt… doch statt eines funkelnden Sternenhimmel erwartet uns ein Vollmond, der den Himmel praktisch taghell erleuchtet. Die Sterne? Unsichtbar. So anders als erwartet.

    Am nächsten Morgen erkunden wir die Insel zu Fuss. Sie ist kleiner als gedacht, in kurzer Zeit haben wir alle Aussichtspunkte abgelaufen. Kein Mensch, kein Geräusch, keine Bewegung. Nur Stille, Hitze, und wir zwei. Der Tag vergeht langsam, fast zäh. Wir dösen im Schatten, lassen die Gedanken treiben. Am Abend erleben wir den Sonnenuntergang von einem kleinen Felsen aus. Das Licht ist weich, der Himmel glüht. Schön, ja. Aber auch… irgendwie bekannt?

    Uns stellt sich die Frage: Wie fühlt es sich eigentlich an, Orte zu besuchen, von denen man schon jedes Bild kennt, jeden Winkel aus tausend Perspektiven in perfekter Stimmung auf Instagram, YouTube oder Reiseblogs gesehen hat?
    Kann man heute noch wirklich „entdecken“?
    Oder ist man nur auf der Suche nach der Kopie eines Bildes, das sich schon längst im Kopf festgesetzt hat?

    Unsere eigenen Fotos scheinen kaum mit dem mithalten zu können, was wir gesehen haben bevor wir uns hierher aufgemacht haben. Und trotzdem, irgendwie ist dieser Ort schon besonders. Vielleicht, weil er auch eine Geschichte erzählt, die sich nicht auf Pixel bannen lässt. Vielleicht wegen der stillen Baobabs, die seit Jahrtausenden hier stehen, als diese Insel noch mitten im Wasser lag. Oder wegen der völligen Abwesenheit von allem, was sonst laut, von Menschenhand gemacht oder einfach gewohnt ist.

    Kubu Island ist kein Ort für grosse Action oder reiches Tierleben.
    Es ist ein Ort zum Spüren. Zum Stillwerden. Zum Nachdenken darüber, was es heute noch heisst, etwas zu entdecken.
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  • Zwischenstop am Boteti River

    6 августа 2025 г., Ботсвана ⋅ ☀️ 24 °C

    Wie schon auf der Hunters Road, befinden wir uns auch hier am Boteti River ausserhalb Nationalparks und dennoch mitten im Tierparadies. Wenn wir in der Dämmerung von unserem Camp aus über den Fluss blicken, wirkt die reiche Tierwelt um uns herum fast surreal. Elefanten, Zebras, Impalas… es fühlt sich an, als gehörten sie ganz selbstverständlich hierher. Und das tun sie auch.

    In Botswana gibt es kaum Zäune. Die Tiere kennen weder Landesgrenzen noch andere Barrieren. Mensch und Wildnis müssen Seite an Seite miteinander auskommen. Ein faszinierendes, aber auch herausforderndes Miteinander. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Elefanten nachts durch die Gärten streifen oder Raubtiere Rinder oder Ziegen reissen. Der Alltag in Botswana bedeutet, sich mit der Natur zu arrangieren, auf Augenhöhe.

    Wir geniessen eine fast ruhige Nacht am Fluss und brechen am nächsten Morgen auf in Richtung Maun. Nach zwei Wochen in der Wildnis ist es die erste Gelegenheit, unsere Vorräte wieder aufzufüllen. Und wir freuen uns auf ein paar kleine Annehmlichkeiten wie Shopping Malls, und yep, es soll hier inzwischen sogar zwei Kaffees mit richtig gutem Kaffee geben. Wir sind gespannt!
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  • Wild am River Khwai

    9 августа 2025 г., Ботсвана ⋅ ☀️ 27 °C

    Auch hier am River Khwai befinden wir uns ausserhalb Nationalparks. Gleich auf der gegenüberligenden Seite des Flusses beginnt der Moremi Nationalpark, ein wahres Juwel im Okavango Delta und einer der bekanntesten Safari Hotspots des Landes.

    Im Inneren des Deltas liegen Lodges, wie aus einer anderen Welt. Sie tragen klangvolle Namen wie Stanley‘s, Xigera oder Amber Lodge, schweben preislich in astronomischen Höhen und sind oft nur mit dem Kleinflugzeug erreichbar. Mehrere tausend Dollar pro Nacht und Person sind hier keine Seltenheit.

    …das Buschflugzeug rollt aus, die Propeller verstummen, und schon eilt ein Begrüssungskomitee herbei. Ein Butler mit Silbertablett, ein Guide mit funkelndem Lächeln und eine Dame, die gewärmte Feuchttücher verteilt, dass sich die Gäste den Staub vom Gesicht wischen können. Kaum hat der erste Fuss den Sand berührt, wird er auch schon gegen eine Holzterrasse mit Designer Teak ausgetauscht.
    „Welcome to paradise“, säuselt es und schwupps sitzt man im Chalet, dessen Minibar grösser ist als unser gesamter Kühlschrank zuhause. Während im Hintergrund Elefanten durchs Schilf stapfen, wird ein Drei Gänge Gourmet Welcome Lunch serviert, den Jamie Oliver vermutlich persönlich abgenickt hat. Danach wartet eine Massage „mit Blick auf den Fluss“. Vermutlich, damit man beim Entspannen nicht vergisst, dass man mitten in Afrika ist 😉 Bevor man sich dann per Boot auf den Sundowner Game Drive aufmacht.
    Und wenn am Abend die Gäste andächtig in den Sonnenuntergang nippen, stellt sich nur noch eine Frage: Champagner oder Craft Gin Tonic?

    Wer sich hier ein bisschen gluschtig schmökern möchte https://www.mombo.co.uk und gerade etwas Kleingeld übrig hat…

    Wir hingegen schenken uns im Staub unser gefiltertes Wasser ein, stossen an und lachen uns leise zu. Gleiche Sonne, gleicher Sonnenuntergang, nur eben aus der Campingstuhlecke der Langzeit Reise Realität.

    Das Wasser im Delta steigt derzeit an, viele der klassischen Pisten im Moremi sind bereits unpassierbar. Wir entscheiden uns, das Delta wenigstens von seinem Rand aus ein bisschen zu entdecken. Auf unsere Weise, mit Landy, Zelt und Lagerfeuer...
    Und wie wir erleben! Khwai in seiner wildesten Form. Unberührte Natur, die bis in unser Camp hineinreicht. Wir fahren per Landy duschen, weil zwischen Dusche und Camp Leoparden gesichtet wurden…. Elefanten, die nicht ganz lautlos mitten durchs camp spazieren, Wildhunde, unzählige Giraffen, Gnus und Zebras, das nächtliche Lachen von Hyänen, die unterschiedlichsten farbenfrohen Vogelarten und der unbeschreibliche Zauber eines jeden Sonnenuntergangs über der Flusslandschaft.

    So ganz ohne Luxus und doch unschlagbar gut 😌
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  • Who‘s this Land, it‘s mine, it‘s mine

    14 августа 2025 г., Ботсвана ⋅ ☀️ 28 °C

    Als wir in Sambia mit Oscar unterwegs waren, hat er uns die verschiedensten Tierlaute vorgemacht. Am eindrücklichsten blieb uns sein „Löwen Brüllen“ in Erinnerung: „Who‘s this land, who‘s this land… it‘s mine, it‘s mine.“ Wenn Ihr diese Worte aus lauter Kehle hinausbrüllt, werdet ihr staunen, wie ähnlich das dem Löwenbrüllen ist. Probiert es aus!
    Seitdem hat uns das Bild nicht mehr losgelassen, der Löwe, der mit voller Stimme fragt und dann gleich selber beantwortet, wem dieses Stück Land gehört.

    Genau daran denken wir zurück, als wir plötzlich vor einem Rudel Löwen stehen. Diesmal ist es ganz still, höchstens ein leises Schnurren ist zu hören. Doch wir brauchen kein Gebrüll, um zu erkennen, wer hier das Sagen hat. Die beiden Männchen liegen satt und schwerfällig neben einem frischen Kill. Das Fleisch ist noch unberührt, aber ihre Bäuche erzählen eine andere Geschichte: „It‘s mine, it‘s mine.“

    Später erzählt uns ein Guide, in der Nacht zuvor hatte das Rudel bereits einen Büffel erlegt. Als Hyänen versucht haben, ihnen die Beute streitig zu machen, gab es kein langes Hin und Her. Die Löwen töteten kurzerhand eine der Hyänen. Oscar hätte es wohl so kommentiert: „Who‘s this land? It‘s mine!“

    Und so bleibt die Antilope, die wir einigermassen gut im Busch versteckt finden, fürs Erste gut bewacht in Sicherheit. Nur die Schakale haben den Besitzanspruch offenbar noch nicht ganz verstanden.
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  • Mapalo

    15 августа 2025 г., Замбия ⋅ ☀️ 30 °C

    Wir sind wieder zurück in Livingstone. Dieses Mal nicht nur zur Durchreise, sondern um für ein paar Tage, vielleicht auch Wochen, auf der Gemüse- und Früchtefarm von Tom zu bleiben. Schon am ersten Tag begegnet uns hier Mapalo. Ein kleiner Junge aus dem Dorf Simonga. Er kommt jeweils einmal in der Woche einen Tag auf die Farm um mit dem gleichaltrigen Leo zu spielen.

    Doch hinter dem fröhlichen Lachen steckt eine Geschichte, die uns tief berührt. Wir merken, dass Mapalo Probleme mit seinem rechten Arm hat. Sandra kümmert sich um ihn und so erfahren wir nach kurzer Zeit mehr über ihn. Mapalo hat letztes Jahr seine Mutter verloren. Sie wurde auf dem Weg zur Schule von einem Elefanten angegriffen und zu Tode getrampelt. Mapalo war bei ihr, festgebunden im Tragetuch auf Ihrem Rücken. Er überlebte wie durch ein Wunder. Wo sein Vater ist weiss man nicht.

    Wir erfahren, was es wirklich heisst, in einer Gegend zu leben, in der wilde Tiere nicht nur Faszination sind, sondern tägliche Realität. Für die Kinder bedeutet das öfter, dass sie nicht zur Schule können, weil Elefanten den Weg blockieren. Allein dieses Jahr gab es in Livingstone schon 13 Todesopfer durch Elefanten. Die Tiere ziehen regelmässig durch die Dörfer, werden vertrieben oder mit Steinen beworfen, bis sie sich bedrängt fühlen und zurückschlagen. Wenn ein Elefant zurück schlägt, gibt es kein entkommen. Es sind Konflikte, welche hier zum Alltag gehören.

    Für uns sind Elefanten eines der grossen Highlights Afrikas. Wir reisen hierher, um ihnen zu begegnen und sie zu bestaunen. Für die Menschen vor Ort aber bedeutet dieses Zusammenleben oft Angst, Mühe und schwere Schicksale.

    Es sind sehr oft Menschen, welche unsere Reise so unvergesslich machen und ganz speziell an diesem Tag zusammen mit Mapalo. Mapalo hat uns einen Tag begleitet. Wir haben gemalt, Fussball gespielt und im Dachzelt herum getollt. Seine Offenheit, seine Wärme und seine Lebendigkeit, hat uns tief berührt.
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  • Fruits and Veggies

    15 августа 2025 г., Замбия ⋅ ☀️ 30 °C

    Wir sind gekommen, um zu bleiben.

    Auf Toms Farm fühlen wir uns so richtig angekommen. Schon morgens liegt ein süsser Hauch von Zitrusduft in der Luft, gemischt mit dem erdigen Duft frisch umgegrabener Beete. Überall riecht es nach Leben. Wir pflücken unser Gemüse direkt aus der Erde, reiben uns die Hände an Basilikum und Minze und essen Papayas, die so reif sind, dass sie auf der Zunge zergehen.

    Sandra ist glücklich. Endlich wieder Erde unter den Fingernägeln, endlich wieder Beete, die gepflegt werden wollen. Gemeinsam mit den Mädels tauchen wir hier ins Farmleben ein. Jeden Morgen werden Bestellungen frisch geerntet, aufs Gramm genau abgewogen, verpackt und bis mittags für die Lieferung bereitgestellt. Danach geht’s weiter: neue Beete vorbereiten, Salat aussäen, Microgreens ziehen, Babykarotten waschen und sortieren, Zitronen pressen. Es gibt immer etwas zu tun und immer etwas zu lachen.

    Unser Versuch, morgens mit „muzuilhe cwani, mucwani“ zu grüssen, sorgt regelmässig für strahlende Gesichter. Hinter den Beeten blitzen weisse Zähne auf, gefolgt von einem herzhaften Lachen über unsere noch etwas holprige Aussprache.

    Und dann gibt es da noch Sandras Herzensprojekt. Hellen und Sara ins Geheimnis des Sauerteig Brotbacken einzuweihen. Als wir erzählen, dass ein Laib Sauerteig Brot aus Zimbabwe importiert in Livingstone für 200 Kwacha an Touristen verkauft wird (das sind ca zehn Prozent eines lokalen Monatslohns), können sie es kaum glauben. Ihre Begeisterung, selbst zu backen, steckt uns an. Gemeinsam wird Starter gefüttert, Teig gefaltet und gezogen, gelacht, gebacken und noch mehr gelacht.

    So sehr, dass wir sogar schon ein Farm sitting Datum Angebot für 2026 im Kalender stehen haben. 🤔
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  • Fotzelschnitte, Pofesen, french Toast…

    19 августа 2025 г., Замбия ⋅ ☀️ 29 °C

    Was gibt es Besseres, als alte Rezepte, um altes Brot zu verwerten?
    Seit Beginn unserer Reise ist unser Brotumsatz einigermassen riesig… 🙄
    Öfter bleibt daher etwas altes Brot übrig, was wir in den verschiedensten Varianten versuchen zu verwerten.

    Eines unserer absoluten Lieblingsrezepte dafür ist ein echter Klassiker. Bekannt unter vielen Namen wie Fotzelschnitten, Pofesen, French Toast oder, wie uns unsere englischen Freunde beibringen: Bread and Butter Pudding.

    Und so geht’s:

    Man nehme:
    • Altes Brot, in dünne Scheiben geschnitten
    • 1 Ei
    • Einen guten Gutsch Milch
    • Etwas Zucker
    • und Zimt

    Das Ganze in einer kleinen Schüssel zu einer luftigen Masse verquirlen.
    Dann die Brotscheiben darin einlegen, damit sie die Flüssigkeit schön aufsaugen und weich werden. Je länger, desto besser!

    Anschliessend eine „gute Nuss“, wie Food Scout Richi Kägi sagen würde, Butter in der Pfanne schmelzen und die durchtränkten Scheiben darin goldbraun braten.

    Die Österreicher haben sich mit ihren Pofesen übrigens etwas besonders nahrhaftes einfallen lassen: Zwischen zwei Brotscheiben kommt eine ordentliche Portion Aprikosenkonfi. (Original mit Powidl, Danke an Herwig 🥳) Das Ganze wird wie ein Sandwich eingelegt und danach gebraten. Weil wir jedoch die meiste Zeit sitzen und uns kaum bewegen, ist diese Version nur ganz selten erlaubt…😉

    Am besten geniesst man das Ganze in traumhafter Kulisse, zum Beispiel wie gerade hier mit Blick auf den Sambesi… 🤷🏼‍♂️
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  • Cup song, what?

    20 августа 2025 г., Замбия ⋅ ☀️ 29 °C

    Vor zwei Jahren, anno 2023, hatte Ladina die Möglichkeit, in der Schule Tujatane als Volunteer wertvolle Erfahrungen zu sammeln. Damals konnte ich mir kaum vorstellen, wie der Alltag an einer sambischen Schule im tiefen Afrika aussehen würde. Umso neugieriger waren wir nun, diesen besonderen Ort gemeinsam zu besuchen.

    Vicky nimmt uns herzlich in Empfang und führt uns durch die gesamte Schule. Da gerade Ferien sind, ist es etwas ruhiger als sonst und doch spürten wir überall die Energie dieses Ortes. Vicky zeigt uns jeden Winkel, an dem Ladina damals ihre Spuren hinterlassen hat. Wo sie morgens ihren Kaffee trank, wo sie gekocht hat, in welchem Schulzimmer sie unterrichtete, wo sie Musik unterrichtete, wo sie Nshima ass usw… Plötzlich wird die Vergangenheit greifbar, als würden wir einen Schritt zurück in jene Zeit machen.

    Besonders bewegend ist es, von den Lebensumständen der Kinder zu hören und gleichzeitig von ihren grossen Träumen. Träume von Häusern, Träume einmal Pilot oder Lehrer zu werden.

    Und dann dieser Moment, der uns endgültig sprachlos macht. Der Cup Song. Im Auditorium kommen Kinder mit Bechern auf die Bühne und beginnen zu singen. Es ist der Song, den Ladina vor zwei Jahren im Musikunterricht mit ihnen einstudiert hat. Was damals ein spontanes kreatives Projekt war, ist heute ein echter „Tujatane Klassiker“. Der Rhythmus, die Stimmen, das Strahlen der Kids, crazy.

    Es ist unglaublich emotional, live mitzuerleben, wie etwas, das einmal klein begann, weiterlebt. Ein Stück „Legacy“, das wir so nicht erwartet hätten und das uns noch lange begleiten wird.
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  • In Gräben fahren

    28 августа 2025 г., Замбия ⋅ ☀️ 31 °C

    Für die nächsten drei bis vier Wochen haben wir hohen Besuch. Meine Eltern sind in Sambia und wir werden gemeinsam ein Stück dieses Landes erkunden. Wir treffen uns in Livingstone auf der Farm und brechen nach ein paar Tagen Akklimatisierung und Sauerteig Brot backen in Richtung Osten auf. Mit zwei voll ausgerüsteten Abenteuermobilen und grossen Plänen geht es los. Was für eine einzigartige Chance, zusammen eine solche Reise zu unternehmen.

    Schon am ersten Tag wartet das erste kleine Abenteuer. An einem Abzweiger entscheidet sich Mami kurzerhand ratzfatz mit einem Rad in einen doch ziemlich tiefen Graben zu fahren.

    In Afrika kann man das gut machen, denn innerhalb von Minuten ist gefühlt ein ganzes Dorf um das Auto versammelt. Männer gestikulieren wild, Stimmen überlagern sich, die Lautstärke steigt von Minute zu Minute. Pläne werden geschmiedet, sofort wieder verworfen und durch neue ersetzt. Und während wir noch staunen, taucht aus unerfindlichen Ecken plötzlich alles Mögliche an Material auf. Steine rostige Eisenbahnschwellen und Holzstücke. Ein Wagenheber wird untergelegt, Kinder jubeln, Frauen lachen und feuern an.

    Und dann passiert das kleine Wunder. Mit einigem Stossen und heben, rollt das Auto über die improvisierte Rampe zurück auf die Strasse, als wäre nie etwas gewesen. Nicht alle sind am Ende gleichermassen begeistert. Kaum haben wir unsere kleine Belohnung für die tatkräftige Hilfe übergeben, schnappt sich ein Mann das Geld, schwingt sich auf sein Fahrrad und tritt los, als gäbe es kein Morgen. In einer unglaublichen Geschwindigkeit verschwindet er, ohne den Rest auch nur eines Blickes zu würdigen. Wahrscheinlich direkt in die nächste Bar, um sich einen kühlen Schluck zu gönnen.
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  • On the road in Sambia

    30 августа 2025 г., Замбия ⋅ ☀️ 34 °C

    Im Konvoi rollen wir weiter Richtung Osten. Links und rechts der Strasse spielt sich das laute, alltägliche Sambia ab. Es ist bunt, lebendig, manchmal chaotisch, immer faszinierend.

    Am Strassenrand finden sich jegliche Waren zum Verkauf. Hühner, kleine gebratene Mäuse, Ziegenfleisch und immer getrockneter Fisch, der schon von Weitem seinen ganz eigenen Duft verströmt. Daneben glänzen oft Tomaten, Zwiebeln, Zitronen, Avocados, Erdnüsse und Bananen auf den Marktständen.

    Das Leben bewegt sich hier anders. Sambia ist zu Fuss oder auf dem Fahrrad unterwegs. Oft bis zur Unmöglichkeit beladen. Mit Kohlesäcken, Hühnerkäfigen, einer Matratze oder auch mal mit einer Dame auf dem Gepäckträger. Manchmal entdecken wir Fahrräder, die sogar mit einem Sonnenschirm ausgerüstet sind.

    Motorräder scheinen ebenfalls keinerlei Beschränkung zu kennen, wenn es um die Anzahl der Passagiere oder Fracht geht. Ganze Familien sitzen auf zwei Rädern, lachend, plaudernd und völlig unbeeindruckt von dem, was wir als halsbrecherisch einstufen würden.

    Frauen balancieren Wasserkanister auf den Köpfen und/oder Kinder in Ihren Tragetüchern am Rücken, während Kinder in Schuluniformen in allen Farben des Regenbogens am Strassenrand laufen. Die Bücher tragen sie manchmal ebenfalls auf dem Kopf.

    Und immer bleibt da die Überraschung. Der mögliche Elefant, der plötzlich aus dem Busch tritt und die ganze Szenerie noch eindrucksvoller macht. Die Landschaft selbst trägt ihre Spuren. Häufig sind die Felder entlang der Strasse abgebrannt. Nicht, um die Erde fruchtbarer zu machen, sondern um besser sehen zu können. Gefahr in Form von wilden Tieren soll so rechtzeitig erkannt werden.

    So ist unterwegs sein in Sambia ein Kaleidoskop aus Gerüchen, Farben, Geräuschen und Begegnungen.
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  • Lower Sambezi

    31 августа 2025 г., Замбия ⋅ ☀️ 34 °C

    Wir machen Halt im Mukuyu Camp, direkt am Ufer des Sambezi. Der Platz direkt am Wasser ist genial und wir installieren uns um ein paar Tage zu bleiben.
    Sambias Nationalparks sind nicht günstig. Die Eintrittspreise werden in USD angeschlagen und bewegen sich auf einem Niveau, das für uns als Reisende aus der Schweiz zwar noch machbar wirkt, im lokalen Vergleich jedoch ein wahnsinnig hoher Betrag scheint. Zwar gibt es fast überall drei verschiedene Preiskategorien. Für sambische Staatsbürger in Kwacha, für SADC-Bewohner etwas günstiger in Dollar und für internationale Besucher zum vollen Preis. Doch die Unterschiede ändern wenig an der Realität.

    Denn wenn man bedenkt, dass der gesetzliche Mindestlohn in Sambia oft unter 60 USD im Monat liegt, wird die Diskrepanz schnell sichtbar. Ein einzelner Parkeintritt entspricht für einen lokalen Arbeiter bereits einem beachtlichen Teil seines Monatslohns, manchmal sogar mehr. Es ist der Gegenwert von mehreren Wochen Lebensunterhalt. Selbst eine Übernachtung auf einem offiziellen Campingplatz ist verglichen ähnlich köstlich. Ich frage mich dann unweigerlich, wie es wohl wäre, wenn man in der Schweiz plötzlich 2000 CHF für eine Nacht auf dem Campingplatz hinlegen müsste. Eine absurde Vorstellung, die hier jedoch bittere Realität ist.

    So bleibt der Reichtum an Natur und Tierwelt in erster Linie Gästen aus Übersee vorbehalten. Ein merkwürdiger Kontrast in einem Land, dessen grösster Schatz (für uns) doch eigentlich allen gehören sollte. Auch wenn die Preise hoch sind, sollen sie offiziell dazu beitragen, diese einzigartigen Landschaften und die wilde Tierwelt zu schützen. Ob das Geld wirklich dort ankommt, wo es am dringendsten gebraucht würde, bei den Menschen vor Ort und beim praktischen Naturschutz, bleibt für uns allerdings fraglich. Eine andere Möglichkeit uns wenigstens in Afrika noch eine intakte Wildnis zu erhalten scheint es bis jetzt nicht wirklich zu geben.

    Weil es auch beim Lower Zambezi National Park keinen Zaun gibt, können wir uns ohne Einschränkung ausserhalb installieren. Die Tierwelt besucht uns ganz genau so. Und wie! So besuchen uns Elefanten im Camp, ein Hippo grast genüsslich in der Nacht um unser Zelt und verschwindet zum Glück rasch, wenn jemand dringend aus dem Zelt muss 🙄.
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  • Wildlife @ Wildlife

    6 сентября 2025 г., Замбия ⋅ ☀️ 35 °C

    Nach einer langen Fahrt durch den Lower Zambezi Nationalpark und einem kurzen Zwischenstopp in Chipata, um Vorräte aufzufüllen, rollen wir auf erstaunlich guten Strassen weiter nach Mfuwe. Der kleine Ort gilt als Tor zum legendären South Luangwa Nationalpark und was uns hier erwartet, ist ohne Zweifel eines der ganz grossen Highlights unserer bisherigen Reise.

    Schon das Wildlife Camp allein ist für uns ein Erlebnis, eine Perle. Man müsste eigentlich überhaupt gar nicht in den Park fahren, um mitten in der Wildnis zu sein. Täglich marschieren Elefanten seelenruhig an der Bar vorbei, durchqueren den gesamten Platz, essen hier genüsslich einen Besen, knicken dort einen Baum um und verschwinden schliesslich so lautlos im Busch, als wäre nichts geschehen.

    Hippos tragen direkt vor uns laute Revierkämpfe aus. Das Wasser im Luangwa wird knapper, und mit ihm auch der Platz.

    Wir entdecken eine Mutter Leopardin mit Ihren zwei Jungen aus nächster Nähe.

    Auch das Vogelleben hier scheint aussergewöhnlich und damit meine ich nicht nur die Weaver, die morgens lauter schreien als jeder Wecker. Überall flattert, zwitschert und pfeift es, sodass ich kaum hinterherkomme mit dem Bestimmen. Und yep, ich merke schon, ich rutsche wieder ein bisschen zurück in die Birder Community… diese seltsame Welt, in der man stundenlang durch einen Feldstecher starrt, ein Bild einfängt um am Ende begeistert festzustellen, dass es „nur“ ein weiterer Pied King Fisher war.

    Dieses Mal ist die Auswahl der Bilder besonders schwierig 🤔
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  • Grosses Fressen

    6 сентября 2025 г., Замбия ⋅ ☀️ 35 °C

    Eine Begegnung hat uns heute den ganzen Tag in ihren Bann gezogen. Eine Löwenfamilie beim Festmahl. Schon früh am Morgen liegen zwei stattliche Männchen träge im Schatten. Satt und erschöpft von der nächtlichen Fressaktion. Die Weibchen dagegen sind noch hungrig und zerren unermüdlich am Kadaver eines Hippos, um die letzten guten Stücke zu ergattern.

    Über allem hallt der stille Ruf der Löwen. Wer kann sich noch erinnern? „Who’s this Land, who‘s this Land? It‘s mine, it‘s mine“, ein unhörbares Echo, das die Szene durchzieht und ihren Anspruch auf die Krone der Savanne unterstreicht.

    Doch ihr Status ist nicht unangefochten. In der Warteschlange des Geschehens lauern die Aasfresser. Geier und Marabus warten geduldig, fast höhnisch, als würden sie im Stillen antworten: „bald gehört es uns, bald gehört es uns…“ und im Hintergrund kriechen sich bereits die Krokodile in Position, bereit, ihr eigenes Stück vom Festmahl zu beanspruchen.

    Als wir Stunden später zurückkehren, hat sich das Bild gewandelt. Die Löwen liegen nun schwerfällig in absoluter Schonhaltung im Gras, prall gefüllt und bewegungsunfähig. Ihr Anspruch klingt leiser: „Who’s this land…?“ Doch die Antwort geben längst andere. Krokodile haben den Kadaver übernommen, und am Rand der Szenerie harren die Geier unbeirrt, als wollten sie mit jedem Flügelschlag verkünden: „It’s ours, it’s ours!“
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  • Beauty from brutality

    7 сентября 2025 г., Замбия ⋅ ☀️ 35 °C

    Mfuwe ist kein typisches Dorf, sondern eher ein buntes Sammelsurium aus Lodges, kleinen Läden, Tankstellen und Werkstätten. Genau das, was man am Tor zu einem der bekanntesten Nationalparks Sambias braucht. Klassischen Charme sucht man hier vergeblich, dafür versprüht der Ort eine ganz eigene Energie. Safarifahrzeuge rumpeln über staubige Strassen, Kinder winken fröhlich, es gibt ein paar Möglichkeiten einen echten Kaffee zu trinken, oder etwas zu Essen.

    Eine andere Seite von Mfuwe zeigt sich bei unserem Besuch von Mulberry Mongoose. Wilderei ist in Sambia allgegenwärtig, für Reisende wie uns jedoch bis jetzt nicht sichtbar.
    Hier wird sie plötzlich greifbar und das auf eindrucksvolle Weise in etwas Positives verwandelt.
    Aus Drahtschlingen und Fallen, die von Wildhütern im Busch gefunden und gesammelt werden, entstehen Schmuckstücke.

    „Beauty from Brutality“

    Aus Werkzeugen der Zerstörung werden zusammen mit Holz- und Glasperlen, Guinea fowl Federn und vielem mehr kleine Kunstwerke, die nicht nur schmücken, sondern auch eine Geschichte vom Widerstand gegen die Wilderei erzählen.
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  • Abschied in Ituba

    12 сентября 2025 г., Замбия ⋅ ☀️ 34 °C

    Schon ist unsere gemeinsame Zeit vorbei, viel schneller, als uns lieb ist und unser Abschied steht an.
    Sambia ist riesig, und so brauchen meine Eltern für die Rückreise nach Livingstone gut eine Woche, um die etwas mehr als 1000 Kilometer hinter sich zu bringen. Und etwas Puffer sollte in Afrika (aus Gründen…) auch dazu gerechnet werden. Sowieso, wenn ein kurzer Abstecher zurück zum Wildlife Camp machbar wäre…😉
    Für uns gibt es dagegen noch kein Zurück, weshalb sich diese Erkenntnis ein wenig fremd anfühlt.

    Wir blicken auf viele gemeinsame Highlights zurück: das Abenteuer, Sambia zusammen zu entdecken, die Gin Tonic’s mit Blick auf wilden Busch, das gemeinsame Anpacken, wenn ein Auto aus dem Graben gezogen werden musste, das Improvisieren in unserer kleinen „Brotkrise“, das Weitergeben von Sauerteig Geheimnissen in begeisterte, motivierte Hände und strahlende Augen… und vieles, vieles mehr. Momente, die nicht nur bleiben, sondern die Reise besonders gemacht haben.
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  • Durch North Luangwa in eine andere Welt

    14 сентября 2025 г., Замбия ⋅ ☀️ 35 °C

    Ein bisschen fühlt es sich an, als wären wir mitten in einem Agentenfilm gelandet. Das Rhino-Schutzprogramm im abgelegenen North Luangwa Park beginnt schon mit einer einigermassen nervenkitzel Flussquerung durch den Luangwa, der aus der Nähe deutlich mehr Wasser führt, als es die ganzen Tage von weitem den Anschein machte.

    Am Gate erhalten wir einen Tracker, den wir während unserer Querung mitführen müssen. Ein Hinweis darauf, wie ernst hier der Schutz der Rhinos genommen wird. Der Park ist schwer zugänglich, kaum besucht und zu einem grossen Teil auf den Erhalt der gefährdeten Nashörner spezialisiert.

    Als wir unterwegs eine Abzweigung verpassen, taucht wie aus dem Nichts ziemlich schnell ein schwer bewaffneter Ranger auf. Bestimmt, aber freundlich weist er uns zurück auf die richtige Strecke. Ob Zufall oder nicht, wir fühlen uns wie in einem Agenten Szenario, in dem jeder unserer Schritte überwacht wird.

    Die Rhinos selbst bleiben uns an diesem Tag verborgen. Dafür überrascht uns die Landschaft. Der Track steigt stetig an, und innerhalb kürzester Zeit fahren wir gefühlt durch eine ganze Klimazone. Hinein in dichten, grünen und fast dschungelartigen Wald.
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  • Heisse Quelle im Dschungel

    15 сентября 2025 г., Замбия ⋅ ⛅ 29 °C

    Die Kapishya Hot Springs liegen auf dem Anwesen Shiwa Ng’andu, das der britische Offizier Sir Stewart Gore-Browne nach dem Ersten Weltkrieg erwarb. 1914 kam er erstmals nach Nordrhodesien (dem heutigen Sambia), 1920 liess er sich dann hier dauerhaft nieder und begann mit dem Bau des imposanten Shiwa House, das 1932 fertiggestellt wurde. Er investierte in Infrastruktur, Schulen und eine Klinik, prägte die Region aber auch durch das dazumal ungewöhnliche Modell eines privaten Grossgrundbesitzes.

    Nach seinem Tod 1967 erbte seine Tochter Lorna mit ihrem Mann John Harvey das Anwesen. Später übernahm deren Sohn Mark Harvey, der die Kapishya Hot Springs Lodge aufbaute und heute mit seiner Frau Mell betreibt.

    Bemerkenswert ist, dass die Familie Harvey das Land bis heute in Privatbesitz hat, etwas sehr ungewöhnliches in Sambia, wo Land in der Regel in staatlicher oder traditioneller Hand liegt und nicht frei gekauft werden kann. Dieser Sonderstatus ist Teil des einzigartigen, aber auch teils umstrittenen Erbes von Shiwa Ng’andu.

    Mark hat zwar nicht seine besten Tage und das Anwesen ist nicht mehr in bestem Zustand. Wir geniessen trotzdem das eine und andere Bad in der heissen Quelle.
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  • Bushmechanics und beten bis nach Kasama

    18 сентября 2025 г., Замбия ⋅ ☁️ 30 °C

    Beim morgendlichen Routinecheck der Flüssigkeiten (Öl, Kühlwasser, …) finden wir tatsächlich alles, was man braucht – fast alles. Einen Kühlwasserbehälter gibt’s, einen Deckel und Kühlwasser dagegen nicht. Nach dem ersten Schock folgt eine gewisse Erleichterung. Immerhin haben wir den Verlust entdeckt, bevor die Temperatur durch die Decke ging.

    Also beginnt die Suche nach einem halbwegs passenden Ersatzdeckel. Fündig werden wir bei einem Dieselkanister eines Mietwagens auf dem Camp. Danke, Gerd! Der Deckel passt zwar nur zur Hälfte, aber mit etwas Teflonband aus der Werkzeugtasche und etwas improvisation, scheint das doch einigermassen dicht zu sein . So schleichen wir gemächlich, mit vielen Zwischenstopps und einem wachsamen Auge auf die Temperaturanzeige, bis nach Kasama.

    Dort gibt es zwar Mechaniker, aber keinen passenden Deckel. Auch der bestellte Ersatz aus Lusaka passt, doch etwas überraschend, nicht. Doch dann, reiner Zufall. Wir fahren an einer himmelhellblauen Series I vorbei und entdecken im Hinterhof einen stillgelegten Defender, offenbar zum Ersatzteilspender degradiert. Und siehe da, sein Deckel ist noch da!

    Nach zwei Tagen Suche, viel Improvisation und einer guten Portion Glück sind wir endlich wieder „dicht“ und bereit für die Weiterfahrt. Abenteuer Afrika, jetzt hat unser Kühlmitteldeckel auch seine eigene Geschichte.
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  • Kaffee rösten African Style

    19 сентября 2025 г., Замбия ⋅ ☁️ 31 °C

    Weil wir noch immer keinen Deckel für unseren Kühlmittelbehälter aufgetrieben haben, hängen wir ein bisschen in Kasama fest. Aber festhängen ist hier gar nicht so schlimm. Es gibt nämlich einiges zu entdecken. So statten wir den nahegelegenen Wasserfällen einen Besuch ab, die uns mit ihrer Wucht und Frische fast vergessen lassen, dass unser Landy gerade ein kleines Ersatzteil Drama austrägt.

    Das eigentliche Highlight folgt aber, als wir nach Kapisha die nächsten Spuren entdecken, dass wir uns den Kaffee Breiten nähern. Wir lernen Luke kennen. Luke ist weisser Sambier, Kaffeebauer aus Leidenschaft und, wie sich schnell zeigt, ein einigermassen wilder Tüftler. Er besitzt eine kleine Farm, röstet seinen Kaffee selbst und verkauft ihn an den lokalen Spar.

    Natürlich lässt er es sich nicht nehmen, uns in seine „Rösterei“ einzuführen. Schon beim Betreten merken wir, hier läuft einiges ein wenig anders. Alle Geräte hat Luke eigenhändig zusammengebastelt. Eine Mischung aus Improvisation, Ingenieurskunst und afrikanischem Pragmatismus. Die Temperatur wird von Hand gemessen, einen Rauchabzug sucht man vergebens und drinnen ist es so heiss, dass man sich fast wie eine Kaffeebohne im Röster fühlt. Aber siehe da, am Ende purzelt tatsächlich etwas heraus, das nach „dunkel“ geröstetem Kaffee aussieht. Er schmeckt nicht wahnsinnig gut, aber die Vorfreude auf mehr Kaffee auf unserem Weg nach Norden ist auf jeden Fall geweckt
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  • Durch Zufall nach Mount Sunzu

    24 сентября 2025 г., Замбия ⋅ ⛅ 29 °C

    Durch Zufall hören wir auf einer weiteren langen Fahrt den Podcast der Kaffeemacher über das ambitionierte Kaffeeprojekt Mount Sunzu in Sambia.

    Ein paar Facts über das Projekt:

    - 770 Hektar Nichts. Als die Jungs das Land übernahmen, gab’s hier weder Strom noch Strasse. Nur Busch und Termiten.
    - Erst Strasse, dann Kaffee: Bevor die erste Bohne wachsen konnte, mussten sie sich überhaupt erst den Weg dorthin bauen.
    - 400’000 Setzlinge, per Hand! Loch buddeln, Setzling rein – Tag für Tag, in der sengenden Sonne.
    - Hightech im Busch: Dünger per Tröpfchen ins Wasser gemischt – smarter als mancher Grossbetrieb in Europa.
    - Sechs Monate Trockenzeit: Wer hier Kaffee will, muss Wasser planen wie ein Schweizer seine Steuererklärung.

    Die Geschichte faszinierte uns sofort. Drei junge Schweizer, die mitten im Nirgendwo eine Kaffeefarm aufbauen. Zufälligerweise befinden wir uns gerade in der Nähe des Mount Sunzu. Neugierig nehmen wir Kontakt mit Fridolin, einem der Gründer, auf und tatsächlich. Kurz darauf stehen wir bei ihm auf der Farm. Fridolin lädt uns zu sich ein und wir können auf der Farm unser Camp aufschlagen. Wir trinken wunderbaren Kaffee, geniessen einen Farmer z‘Nacht und erfahren live auf einer ausführlichen Tour über die Farm, was es bedeutet hier in Sambia Kaffee anzubauen.

    Fridolin lebt zurzeit allein mit seinem kleinen Sohn auf der Farm. Mitten im sambischen Hochland, weit entfernt von jeglicher Nachbarschaft. Der nächste Nachbar ist Kilometer entfernt, das nächste kleine Nest, Mbala, liegt gut eine Stunde Fahrt entfernt. Ein verschlafenes, typisch afrikanisches Städtchen, in dem das Leben gemächlich verläuft und der Einkauf zum Tagesausflug wird.

    Zwischen unzähligen Kaffeepflanzen in der Nursery, Baustellen und roten staubigen Sandpisten spüren wir, wie viel Mut, Ausdauer und Überzeugungskraft hinter diesem Projekt stecken. Uns beeindruckt besonders, wie sich Fridolin hier den täglichen Herausforderungen stellt, vom Bau der Infrastruktur bis zur ersten Ernte, zum Breakeven usw…

    Wer noch mehr zu diesem verrückten Projekt erfahren möchte
    Homepage

    https://mountsunzu.com
    Podcast der Kaffeemacher
    https://podcasts.apple.com/ch/podcast/mount-sun…
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  • Lake Tanganyika

    27 сентября 2025 г., Танзания ⋅ ☀️ 29 °C

    Es ist Zeit, Sambia zu verlassen. Etwas wehmütig und mit schwerem Herzen brechen wir auf – dieses Land hat uns mit seiner Weite, seinen Menschen, dem wilden Tierreich und all den unerwarteten Begegnungen tief beeindruckt. Unser Weg führt nun weiter nach Tansania, dem nächsten Abenteuer entgegen.

    Vom legendären Tanganyika-See haben wir schon so viel gehört und gelesen. Nun wollen wir ihn endlich selbst erleben. Also heisst es: Motor an, Staub aufwirbeln und los – Richtung Norden, ans Ufer eines Sees, der mehr Geschichten in sich trägt, als man sich vorstellen kann.

    Mit 673 km Länge ist er der zweitlängste See der Welt und zugleich mit fast 1.500 Metern Tiefe der zweittiefste. Er erstreckt sich über vier Länder. Tansania, die Demokratische Republik Kongo, Burundi und Sambia und beherbergt eine unglaubliche Artenvielfalt, vor allem bunte, endemische Fische und einen Haufen Vögel. Rund um den See herrscht tropisches Klima, das die Region zu einem lebendigen Lebensraum für Menschen und Tiere macht. Für die Menschen in der Region ist der See Lebensader, Transportweg und Fischereiquelle zugleich.

    Unser Plätzchen direkt am See in Kipili enttäuscht uns nicht und hilft das „Heimweh“ nach Sambia einigermassen, oder wenigstens ein bisschen zu überwinden.
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  • Tansania here we are

    29 сентября 2025 г., Танзания ⋅ ☀️ 32 °C

    Nun sind wir in Tansania angekommen und es ist definitiv ganz anderes. Es ist mehr Wohlstand sichtbar, die Leute hier wohnen nicht mehr in keinen Lehmhütten mit Strohdächern sondern wir sehen gemauerte Häuschen mit Blechdächern. Alles wirkt etwas weiter entwickelt. Der erste Eindruck ist, dass die Menschen hier nicht mehr ganz so herzlich sind wie in Sambia, aber wir wollen Tansania eine faire Chance geben 🙄

    Auch wenn der strikte Sozialismus in den 1980er-Jahren zugunsten marktwirtschaftlicher Reformen aufgegeben wurde, sind die Spuren von Ujamaa noch heute sichtbar: Viele Dörfer sind gemeinschaftlich organisiert, der Staat spielt nach wie vor eine grosse Rolle in Bildung, Gesundheit und Infrastruktur, und das Ideal der Solidarität prägt noch immer das gesellschaftliche Denken vieler Tansanier.

    Auf den Strassen Tansanias geht es bunt und lebendig zu. Händler rufen, Kinder spielen, Fahrräder und Motorräder schlängeln sich durch das Gewusel, und überall weht der Duft von Gewürzen, gegrilltem Mais und getrocknetem Fisch. Selbst der hektischste Verkehr wirkt wie ein farbenfrohes, improvisiertes Strassenfest.
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  • On the road in Tansania

    30 сентября 2025 г., Танзания ⋅ ☁️ 35 °C

    Auf Tansanias Strassen wird wirklich alles transportiert, was man sich nur vorstellen kann und wahrscheinlich noch einiges, was man sich lieber nicht vorstellen möchte. So weit, so normal und für uns gewohnt. Doch hier geschieht das Ganze mit einer Kreativität, die ihresgleichen sucht. Auf zwei, drei oder vier Rädern, per Fahrrad, Motorrad, zu Fuss, im Ochsenkarren, per Bajaji (das ist das Tuk Tuk auf tansanisch) oder auf wackelnden Truck-Ladeflächen. Dazu werden alle nur erdenklichen Behälter, Kisten, Körbe und Käfige genutzt. Hauptsache, es rollt irgendwie, von irgenwoher nach irgendwohin. Und das alles in einer farbenfrohen, lebenslustigen Pracht, wie sie wohl nur Afrika hervorbringen kann. Auf unseren Fahrten ist das immer ein chaotisches Unterhaltungstheater aus Bewegung, Staub und Farbe und wir amüsieren uns herrlich.Читать далее

  • Katavi crazy Hippo Pool

    2 октября 2025 г., Танзания ⋅ ⛅ 33 °C

    Auf unserer Weiterreise durch den Westen Tansanias führt uns die Strecke durch einen kleinen Nationalpark. Wir entscheiden uns, die Transitroute zu nehmen und ausserhalb des Parks zu übernachten. Eine eher unspektakuläre Entscheidung, wie wir dachten. Doch was uns auf der Brücke über den Fluss erwartet, haut uns schlichtweg um.

    In den letzten verbliebenen Wasserpools drängen sich Hunderte von Hippos dicht an dicht. Ein einziger, lebendiger Hippo-Teppich. Am Ufer liegen riesige Krokodile in der Sonne und beobachten das Spektakel seelenruhig, während unzählige Vögel auf den mobilen Inseln herumstolzieren und sich den besten Aussichtspunkt sichern. Wir fühlen uns wie in einem Tierdokumentarfilm, nur dass wir mittendrin stehen.
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  • Pflock einschlagen

    3 октября 2025 г., Танзания ⋅ ⛅ 32 °C

    Im sehr wenig reizvollen Örtchen Ipole, einem dieser Orte, die wir vermutlich nur einmal im Leben besuchen, landen wir in einer typisch afrikanischen Unterkunft. Ein schmuckloses Zimmer, ein üppiges King Size Bett und ein Moskitonetz, was etwas gwagglig darüber hängt. Hier sitzen wir also und schmieden Pläne.

    „Weiter nach Norden, oder doch zurück in den Süden?“
    Und die grosse Frage. Verschiffen wir unseren treuen Landy am Ende zurück nach Hause, oder lassen wir ihn hier irgendwo stehen, bereit für neue Abenteuer in der Zukunft?

    Nach langem Hin und Her machen wir „Nägel mit Köpfen“.

    Im Norden Tansanias würden die bekannten Highlights auf uns warten. Serengeti, Kilimandscharo, Sansibar. Namen, die klingen wie aus einem Reise Traumkatalog. Alles ist touristisch erschlossen, überlaufen und dazu unverschämt teuer. Zwei Tage in der Serengeti inklusiv Camp, mit Auto? Locker 800 - 1.000US$.

    Dazu kommen tausende Kilometer auf schlechten Pisten und die Erkenntnis, dass unsere Zeit hier in Afrika langsam knapp wird. Es gibt noch so viele Dinge im Süden, die auf uns warten. Malawi, Mosambik… und vielleicht sogar noch ein kleiner Schlenker zurück nach Sambia.

    Wir treffen also unsere Entscheidung und schlafen erst einmal drüber.

    In der Nacht schüttet es wie aus Eimern. Der erste Regen für uns, seit dem Gewitter in Namibia. Wir liegen wach und lauschen dem Regen aufs Wellblechdach.
    „Schlechtes Omen?“
    „Oder Hinweis von oben, dass wir besser abhauen, bevor die Regenzeit uns doch noch erwischt?“

    Am nächsten Morgen ist die Sache klar.
    Der Kaffee schmeckt gut, der Himmel ist grau, die Luft frisch. Es riecht nach feuchter Erde.

    Wir drehen den Zündschlüssel um und fahren Richtung Süden.
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