• Uwe Karsch
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Weltreise mit unserer Vitila

Ein Abenteuer von Doris & Uwe mit offenem Ende. Read more
  • zurück im Paradies ?

    September 30, 2025 in Curacao ⋅ ⛅ 32 °C

    Nachdem Uwe den Langstreckenflug mit zu wenig Beinfreiheit von Amsterdam nach Curaçao ohne Wirbelsäulenschaden überstanden hatte, freuten wir uns, dass uns unser privater Taxifahrer Nisandro pünktlich am Flughafen abholte und an unserem Stadthotel „the Ritz Village“ absetzte.
    Dort blieben wir bis zum 14.10., dem Tag des Haul-in der Vitila. Mit einem schönen Pool, sehr gutem Frühstück und der Lage mitten in Willemstad bot es viele Vorteile, um sich nach getaner Arbeit in der Hitze auf der Werft abends zu entspannen und kühl schlafen zu können.
    Uwe besserte das Coppercoat der Rümpfe aus und versuchte, den Furler der Genua zu reparieren. Dieser stellte sich jedoch als irreparabel heraus. Ein Ersatzteil wurde nach Aruba bestellt. Der ganz normale Alltag der Langfahrtsegelei hatte uns wieder….
    Einen Tag vor unserer geplanten Abfahrt Richtung Bonaire kam dann tatsächlich die schon vor unserem 7-wöchigen Heimataufenthalt bestellte neue Genua von Doyle in der Marina an. Da war die Freude riesig! Unsere Freunde Peter und Iris, deren Catamaran „IP“ auch dort im Trockenen steht, halfen beim Hissen des neuen Tuchs. Doch o weh, das Vorleak ist 10 cm zu lang, so kann das Segel nicht durchgesetzt (= gestrafft) werden. Es wurde von der Segelmacherin, die auch ganz alleine ausgemessen hatte, wieder nach Barbados zum Hersteller zurückgeschickt. Der Aufenthalt in der Region wird sich um diese Wartezeit wohl verlängern.
    Nachdem wir erneut die schmucke Stadt Willemstad ein paar Tage genossen hatten - sie ist fussläufig oder mit unseren E-Rollern gut von der Marine Zone Marina erreichbar - segelten wir mit der alten Genua Richtung Bonaire. Segeln ist allerdings etwas übertrieben, wir motorten hin, immerhin ohne großen Gegenwind. Dieser bläst nämlich meistens kräftig von Bonaire nach Curaçao.
    Nach einem Bade-Zwischenstopp auf Klein-Curacao erreichten wir am Freitag den 17.10. wohlbehalten Kralendrijk auf Bonaire. Dort trafen wir noch am gleichen Abend unseren Freund Lutz Grundmann aus Leipzig, der auf demselben Bootstyp wie wir auch die Welt umrunden möchte und jetzt neben uns an einer Boje festgemacht ist. Da gab es doch viel zu erzählen!
    P.s.: über die Ausflüge in Curaçao gibt es noch einen extra Bericht ☺️.
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  • 3 Wochen Zwangsaufenthalt auf Bonaire

    November 10, 2025 in Bonaire ⋅ 🌬 30 °C

    Am 22.10. waren wir also über Klein-Curaçao wieder nach Bonaire gesegelt, um uns die Wartezeit auf das reparierte Segel zu verschönern.
    Wir kannten uns hier ja schon etwas aus. Dem Problem mit dem fehlenden Internet durch Starlink-Blockade auf der Insel versuchten wir mit Bojen-Liegen vor der Marina zu begegnen. Die Verbindung war aber sehr schwach und lückenhaft. Eine Digicell Karte wurde trotzdem nötig 🙄.
    Schön waren die gemeinsamen Unternehmungen mit unserem Freund Lutz von der „Mahana“. Der nahm Uwe auch mit zu dem bekannten Surf-Strand Sorobon, einer Bucht, wo es viel Wind aber wenig Wellen gibt. In Tonky Frans fand Uwe einen tollen Lehrer in der dortigen Surfschule der Brüder Frans, der auch weltbekannter Showkünstler im Wingfoilen ist. Aber aller Anfang war schwer… Üblicherweise startet man mit einem Surfbrett mit Kiel, um zunächst den Umgang mit dem Wing zu üben. Zum Schluss konnte Uwe dann aufs Foilboard wechseln, allerdings ein deutlich größeres und damit standstabileres als sein eigenes hier an Bord.
    Einen großen Gefallen konnte Uwe dem Lutz tun. Dieser hatte sich bei der Teilnahme an einer Segelregatta auf Bonaire einen Schaden an einem Ruder zugezogen. Uwe half in seiner vollen Tauchmontur dabei, das Ruder unter Wasser von unten wieder einzusetzen. Peter und Lutz standen oben und befestigten es wieder. Wäre das nicht gelungen, hätte die MAHANA möglicherweise nochmals herausgehoben oder ein bezahlter Taucher engagiert werden müssen.
    Wir dehnten auch unsere Einkaufstouren aus, genossen den Van de Tweel Supermarkt und andere, wo es sogar mal wieder trinkbaren Wein im Tetrapack gab. Sonst hier in der Karibik nicht zu finden. Diese Lagerform entlastet etwas vom Gewicht der Glasflaschen, die wir auch bei anderen Getränken zu vermeiden versuchen. Auch eine kleine Rundfahrt über die Insel zu den überschaubaren „Sehenswürdigkeiten“ unternahmen wir mit Lutz.
    Einiges an Bootsarbeiten wurde erledigt, z.b. bekam unser Aussenborder eine neue Starterbatterie. Über Lutz lernten wir Peter kennen, einen ausgewanderter Allround-Handwerker aus Deutschland. Er fand endlich heraus, warum unser Wassermacher immer Luftblasen zog, obwohl Uwe schon alle erdenklichen Dichtungen gewechselt hatte: Die Vorpumpe arbeitete gar nicht mehr, die Hauptpumpe musste mit aller Kraft saugen, und dadurch kam Luft zwischen Vor- und Hauptpumpe ins System. Peter konnte eine Vorpumpe besorgen. Wir waren sehr glücklich!
    Leider ereignete sich 1 Woche nach Ankunft auf der Insel ein Unfall beim Ablegen von der Boje. Dabei wurde mein linker Unterschenkel bis zum Knochen, der allerdings standhielt, gequetscht. Durch starkes Einbluten und flächige Hautläsionen war ich danach ziemlich in der Mobilität eingeschränkt, dem Bein tat es am besten, wenn es im Stufenbett hochgelagert wurde.
    Uwe ging daraufhin mit Lutz alleine zum Wassersport, und ich ruhte mich aus. Besonders unangenehm war, dass ich gar nicht mehr ins Wasser durfte wegen Infektionsgefahr. Und das ist bis heute, dem 21.11. leider so geblieben. Bald darf ich aber wieder reinspringen!
    Wir lernten Cor & Lilian von der „Lucia“ kennen. Diese hatten vor etwa 2
    Jahren den Katamaran Lucia40 von unseren Freunden Andreas & Annett von einem Binnensee in Deutschland, der Goitzsche bei Bitterfeld, gekauft und über die Elbe in die Nordsee verlegt. Die beiden haben viele Jahre als Flussschiffer mit eigenem Lastkahn gearbeitet. Cor ist dadurch mit technischen Belangen von Schiffen gut vertraut und auch sehr lustig und ideenreich. Mit den beiden konnte Uwe noch ein paar Tauchgänge am schönen Riff von Bonaire absolvieren. Es gab kurzweilige Abende mit den Beiden, z.b. auch beim Salsa Abend im La Cubana. Aber ich war ja gehandicapt 💃.
    Da sich die Rücklieferung des Segels hinzog, leiteten wir es gleich nach Aruba, unserem nächsten Etappenziel, um. Ob wir gut daran taten, erfahrt ihr im nächsten Beitrag 😏.
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  • Auf nach Aruba

    November 17, 2025, Karibisches Meer ⋅ ⛅ 28 °C

    Der Wecker ist heute auf 6:00 Uhr gestellt, aber ich brauche ihn nicht. Um fünf bin ich schon wach, checke die WhatsApp Nachrichten, und bin schon vor dem Klingeln auf den Beinen. Schnell noch den Wassermacher angemacht, denn wir haben noch ungewöhnliche 80% Energie in den Akkus.
    Heute steht die Passage von Curaçao nach Aruba an. Eine Strecke von ca. 55 sm ist zu bewältigen, eine schöne Tagesetappe. Es ist aber wenig Wind vorhergesagt, und so will ich jeden Lichtstrahl nutzen. Folglich geht es also schon um 6:15 in der Morgendämmerung „Anker auf“.
    Die erste Stunde ist Motoren angesagt. Das ist aber nicht schlimm, so kann ich ganz in Ruhe das Levante, unser Leichtwindsegel, vorbereiten. Das hatten wir ja leider seit den Bahamas nicht mehr nutzen können, da uns ein Horn komplett abgerissen war. Heute also nun wieder die Premiere. Wird alles gut gehen?

    Der Wind legt ganz langsam von 6 auf 8 kn zu. So um die 10 kn wäre gut. Bei 9 kn ziehe ich das Oxley-Segel hoch. Alles klappt auf Anhieb. Die Leinen müssen noch feinjustiert werden, aber ansonsten passt alles. Ich habe mir inzwischen solche Softschäkel aus Dyneema hergestellt, so fällt die Ungenauigkeit der Seillänge bei immer neu zu machenden Palstegs weg, und ich kann nun genaue Markierungen auf den Leinen anbringen. So habe ich dann immer auf Anhieb ein gut abgestimmtes Setting.
    Im Moment gleiten wir mit 5-6 kn dahin und genießen das Seglerleben. Die Fahrt verläuft recht ruhig, der Wind nimmt zu bis auf 14 kn und wir machen bis zu 7 kn Fahrt. Herrliches Segeln! Gegen Mittag nimmt die Bewölkung zu und der Wind fällt auf 10 Ktn ab. Der erste Squall zeigt sich. Er ist aber noch nicht gefährlich, denn er zieht vor uns ab. Ich muss aber auf der Hut sein, wir möchten nicht wieder einen Riss im Segel riskieren.
    Auf der Höhe von Aruba teilt uns dann Peter von der ZAPOLI mit, dass wir als Erstes bei Zoll und Immigration vorstellig werden müssen. Das hatten wir so nicht auf dem Plan. Meist sind wir erst am nächsten Tag, nach einer Nacht Ankern, zu den Behörden gegangen. Das bringt unseren ganzen Plan durcheinander. Zum Glück hat der Wind wieder aufgefrischt und wir steuern mit nunmehr 7 kn unserem Ziel entgegen, welches wir um 16:15 erreichen sollen. Tatsächlich legen wir um viertel nach 4 p.m. am Zollsteg an und können die Formalitäten erledigen. Nervend dabei ist, dass zusätzlich zu Sailclaer, welches strenggenommen nur den Zoll interessiert, noch ein Formular "ED-Card“ ausgefüllt werden muss. Dazu ist im Vorzimmer des Einwanderungsbüros direkt ein Computer aufgestellt. Mit Hilfe der freundlichen Beamtin tippen wir uns durch die 3 Seiten und werden 20 Dollar leichter. Tricky dabei ist, dass „Wohnen auf dem Boot“ gar nicht vorgesehen ist, und man stattdessen als Adresse irgendein Hotel antippen muss. Da muss man erstmal draufkommen.
    Beim Zoll dann die nächste Überraschung: die Beamten verlassen tatsächlich ihr gut gekühltes Büro und folgen uns direkt mit aufs Boot, um unsere alkoholischen Getränkevorräte zu kontrollieren. Zum Glück sind sie von unserer rollenden Bar so beeindruckt, dass sie von weiteren Nachforschungen absehen. Bereits geöffnete Flaschen scheinen nicht wirklich zu zählen. Unserem Freund Peter war es da schlechter ergangen. Er hatte vor kurzem 20 Flaschen Wein vorübergehend beim Zoll abliefern müssen. Nach einer Stunde Aufenthalt können wir weiterfahren und erreichen genau um 18:00 Uhr, pünktlich zum Sonnenuntergang, unseren Ankerplatz, direkt neben Peter und Irene von der ZAPOLI.
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  • In Aruba wird alles gut?

    November 21, 2025 in Aruba ⋅ 🌬 29 °C

    Gute 2 Wochen wurden es am Ende in Aruba, viel länger als geplant.
    Wir hatten es uns so vorgestellt: 3 Tage Marina incl. 3 Pakete abholen, den neuen Genuafurler mit Hilfe der Riggerin (Mastsicherung) einbauen, die neue Genau anschlagen, um zu sehen ob‘s passt- fertig. Schön, oder?
    Dann wäre das Kapitel hier aber schon zu Ende…😥 und ihr wärt traurig.
    Wenn ihr jemals was nach Aruba schicken lassen möchtet, plant 2-3 Wochen Zoll ein. Und dann nur mit DHL-Express senden, alles andere ist noch viel länger.
    Die erste Nacht verbrachten wir vor Anker vor dem Surfside Beach und reaktivierten am Abend die Bekanntschaft mit Peter & Irene von der Zapoli, die wir Anfang 2024 in Lanzarote kennengelernt hatten. Peter war lange Jahre Arzt in München als Gefässspezialist. Er hat sogar ein kleines Ultraschallgerät an Bord dabei. Damit bekam ich abends eine Extra-Privatsprechstunde, und er konnte eine Beinvenenthombose bei mir ausschließen. Damit war der Tag für mich schon gerettet.
    Die folgenden 3 Tage in der Marina kam natürlich k e i n e s unserer 3 Pakete an, obwohl 2 davon schon beim Zoll lagen. Wir nahmen uns stattdessen ein Auto und klapperten die wenigen Sehenswürdigkeiten der Insel ab. Die Hauptstadt Oranjestad vermieden wir, zu sehr schreckten uns die meist 2 Riesen-Kreutzfahrtschiffe am Steg ab.
    Es gibt einen großen weißen Leuchturm anzusteuern, der allerdings eingerüstet und nicht begehbar war. Immerhin waren der Capucchino und Kuchen im nahen italienischen Restaurant sehr lecker.
    Als nächstes folgte eine winzige gelbe Kapelle auf einem Hügel mit einem kleinen symbolischen Irrgarten davor. Nett.
    Zuletzt erreichten wir einen hübschen wilden Fesstrand im Osten der Insel sowie 2 Natursteinbrücken. Von diesen war leider eine schon vor 20 Jahren des Nachts zusammengebrochen.
    Hervorzuheben ist die sehr gute Infrastruktur der kleinen Insel mit tollem Supermarkt (Food & Plaza) und ein Laden für Restaurantausstattung, wo wir nach 2 Tagen tatsächlich die langersehnten Tüten für unseren Vakuumierer für Lebensmittel kaufen konnten.
    Wieder raus aus der Marina und mit täglichem Check der Sendungsverfolgungen sowie Bitten an Judith im Marinaoffice, sich telefonisch für unsere Pakete einzusetzen. Ihr Eifer hielt sich in Grenzen, obwohl die Marina jeweils 60,- Euro „Bearbeitungsgebühr“ für jedes Paket einstreicht.
    Schließlich rief ich selbst zweimal bei DHL-Express an, und am Tag vor unserer geplanten Abfahrt nach Kolumbien traf das Riesenpaket mit der Genua endlich in der Marina ein 🙄. Auspacken und Testen konnten wir nichts mehr, denn das gute Wetterfenster nach Kolumbien, vorbei am „Kap Horn der Karibik“, würde nicht für immer offen stehen bleiben.
    Erwähnenswert ist noch ein weiterer kleiner Ausflug mit Peter & Irene zu einer Anlage mit riesigen runden Felsblöcken, Ayo Rocks, und einem (meist) gut angelegten Rundweg. Anfangs hatten wir uns trotzdem kurz „verklettert“ 😁.
    Auch zwei sehr nette Spieleabende mit den Beiden, einerseits mit „codenames“, was zu siebt großes Tüfteln auslöste, und andererseits mit „Wizzard“, was für uns eine Neuentdeckung war, rundeten den Aufenthalt ab. Sie lassen den Zeiger für den Gesamtaufenrhalt rückblickend doch noch ins Grüne pendeln.
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  • Kolumbien ruft

    December 3, 2025, Karibisches Meer ⋅ ⛅ 27 °C

    Entgegen meinem ursprünglichen Plan erst am Nachmittag den Anker zu lichten starteten wir schon am Vormittag um neun Uhr Richtung Behörden, und das sollte sich noch als sehr wichtig erweisen. Aber nun der Reihe nach.
    Die Offiziellen waren heute ausnehmend freundlich, und nach einer halben Stunde hatten wir alle Formalitäten bei Zoll und Immigration schon erledigt. Bei geringen Wind setzten wir das Groß und wollten wenig später noch die Genua dazuholen. Aus diesem Plan wurde aber leider nichts. Der Wind kam nämlich ziemlich achtern, und so hätte das Groß die Genua nur abgedeckt. Also blieb es beim Groß als einzigem Windantrieb, wir hatten eh genug Fahrt, da uns die Strömung kräftig anschob. Schade war nur, dass das Segel fast die ganzen Solarzellen abdeckte, und wir so recht wenig Strömlinge in unsere Akkus leiten konnten. Glücklicherweise hatte ich aber schon am Morgen für eine Stunde Strom mittels Generator und Wasser mittels Watermaker produziert.
    Nach dem Kaffeetrinken tauschte ich dann das Groß gegen die Genua ein. Das war offenbar etwas zu früh, da wir doch mit der Genua weniger Fahrt machten, und Sonnenertrag kam auch kein wesentlicher mehr rein. Im Nachhinein ist man halt immer schlauer…
    Plötzlich klingelte bei Doris das Handy. Judith vom Marinaoffice Varadero von Aruba war dran und erkundigte sich, ob wir noch in der Marina seien. Der Zoll habe ein Problem mit unserem großen Paket mit dem reparierten Segel, und er müsse es noch einmal einkassieren. 😳😳. Wir machten ihr dann aber klar, dass wir schon seit Stunden unterwegs nach Kolumbien waren. Nach einer hitzigen Debatte auf Spanisch, die wir am Telefon mitverfolgen konnten, einigten sich die Parteien, dass wir drei Photos an Judith schicken mussten: Vom Paket, das noch ungeöffnet im Cockpit lag, von der Rechnung und dem Barcode auf dem Paket. Wir konnten unsere Reise zum Glück weiter fortsetzen. Auf meine spätere Nachfrage an Judith per Whattsapp, was denn los gewesen sei, kam heraus, dass DHL unser Paket vor der Auslieferung an die Marina und somit an uns dieses noch bei der Zollstelle Barcadero, wo wir ausklariert hatten, hätte vorbeibringen sollen. Das kam gar nicht in die Tüte. um nichts in der Welt wären wir wieder umgekehrt, lieber hätten wir einen „plötzlichen Motorschaden gehabt“. Wir beruhigten uns wieder und waren echt dankbar, dass wir tatsächlich schon weit weg waren…

    Kurz bevor die Sonne unterging, bemerkte ich dann etwas neben mir im Wasser. Bei genauerem Hinsehen konnte ich einen Delphin erkennen, und richtig, vor unserer Vitila schwamm eine ganz Delphinschule. Es mögen über 20 Tiere gewesen sein. Ein tolles Schauspiel, immer wieder schön.
    Die Nacht lief dann relativ entspannt. Ein Squall zog direkt über uns hinweg, einer knapp vorbei. Da wir schwachen Wind hatten, war dies aber kein Problem, da sich die kurzfristige Windzunahme, die ein Squall plötzlich heranführen kann, dann in Grenzen hält.
    Am nächsten Tag setzten wir nach dem Frühstück unser Levante. Zum Glück ist dieses wieder einsetzbar, denn bei diesen schwachen Winden wären wir sonst überhaupt nicht vorangekommen. Einige Squalls zogen wieder links und rechts vorbei und sorgten für ständige Winddreher, und ich musste dadurch immer wieder das Segel neu trimmen und den Kurs korrigieren. Am Nachmittag beruhigte sich dass Wetter, der Wind wehte aber weiterhin schwach. Nach dem Kaffeetrinken bekamen wir wieder netten Besuch von der Delphinschule.
    Diese Vorstellung wurde aber plötzlich durch ein Glockengeläut unterbrochen. Es war die Signalklingel am Gummi unserer Angelschnur. Ein Fisch hatte angebissen und diesen Gummi gespannt. Und wie es schien ein größeres Exemplar, denn der Zug war gewaltig. Ich ließ den Fisch eine Weile kämpfen, bevor ich versuchte, ihn ans Boot anzunähern. Lange Zeit kam er nicht an die Wasseroberfläche hoch, und ich hatte richtig zu arbeiten. Als er dann doch oben war, konnte ich einen Tuna erkennen, ziemlich groß. Leider befreite dieser sich dann durch ein paar kräftige Schläge von unserem Haken. Nichts mit Fischsuppe oder Fischsteak. Aber der Köder befand sich noch an unserer Schnur und steckte damit nicht im Fischmaul, das ist immer beruhigend.
    Die ganze Zeit schwammen und spielten weiterhin Delphine neben uns, ich hatte echt Sorge, dass sie selbst in den Haken beißen könnten. Dafür sin sie aber wohl zu klug.
    Eine Stunde später wieder Glockengeläut. Diesmal war es nicht so ein Brocken, ziemlich schnell bekam ich das Schuppentier ans Boot. Es war ein echter Bonito, eine Art Thunfisch. Petri Heil!
    Da in der Nacht der Wind stärker werden sollte, entschlossen wir uns, das Leichtwindsegel mit dem Sonnenuntergang herunterzuholen, und uns stattdessen in der Nacht mit der Genua zu begnügen. Das kostete uns zwar einiges an Meilen, aber ein zerrissenes Segel wollten wir kein zweites Mal riskieren. Die Nacht verlief ruhig, ein einziger größerer Squall zog an uns vorbei. Der Wind frischte allerdings wie vorher angekündigt auf, und es war gut, das Leichtwindsegel noch im Hellen geborgen zu haben

    Der nächste Morgen begann mit einem Segelmanöver: Dass Großsegel musste hoch. Der Wind fiel jetzt seitlicher ein, und damit ergab dies Sinn. Außerdem hatten wir noch über 100 NM vor uns bis zur Bucht von Santa Marta. Ich wollte so viel wie möglich Strecke im Hellen machen, da einiges an Unrat vor der Küste herumschwimmen soll, insbesondere werden riesige Äste und Baumstämme durch die Flüssen ins Meer hinausgespült, und damit will man ja nun wirklich nicht zusammenstoßen.
    Wir kamen gut voran, aber ob wir es noch im Hellen schaffen würden, ich hatte so meine Zweifel. Dazu kam noch, dass die Windvorhersage, im Gegensatz zu gestern, Wind bis zu 32 Ktn am Kap vorhersagte. Was soll’s, jetzt hieß es möglichst rasch vorankommen. Die Ankerbucht soll ja laut Peter ganz guten Halt bieten und nicht so schwierig sein. Bis gegen drei Uhr kamen wir gut voran, dann drehte der Wind achterlich, und ich musste ein Segel reinnehmen, da ich kein Schmeterlingssegeln (Genua auf der einen Seite und Groß auf der anderen) riskieren wollte, Wind und vorhergesagte Wellen luden nicht dazu ein.

    Etwa 10 Meilen vor dem Kap stieg dann der Wind wie vorhergesagt auf bis zu 32 Ktn an, und wir kamen auf einmal schnell voran. Die Zeit, die wir in der ersten Nacht verloren hatten, konnte ich aber nicht aufholen. Mit dem Sonnenuntergang erreichten wir die Isla de La Aguja. Hier ließen Wind und Welle merklich nach. Um 18:30 Uhr erreichten wir die Bucht von Santa Marta. Es war inzwischen stockdunkel geworden, aber die Lichter der Stadt reichten aus, um den Anker sicher fallen zu lassen.
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  • Kolumbien hat viel zu bieten …🤣

    December 11, 2025 in Colombia ⋅ 🌙 28 °C

    Seitdem wir innerhalb der Marina von Santa Marta vom lauten und zugigen T-Steg an einen besseren Liegeplatz hatten wechseln können, gefällt es uns sehr gut hier. Die Marina ist modern und sicher, der Duschbereich sehr schön.
    Außerdem darf man den Dachpool incl. Bar des nahen Marriott-Hotels mitbenutzen, ein sehr nettes Feature.
    Da uns Freunde hier vor dem nahenden Touristenansturm vor Weihnachten warnten, stürzten wir uns ziemlich schnell in unsere Land-Unternehmungen.
    Zunächst brachen wir mit 1-stündiger Taxifahrt auf in den bekannten Tayrona Nationalpark. Taxifahren ist hier sehr günstig. Und beim Erleben des wilden hupenden Verkehrs hier mit rechts und links ungestüm überholenden Mopedfahrern verging sogar Uwe die Lust auf einen Mietwagen.
    Innerhalb der Parkgrenzen gibt es zahlreiche sehr hübsche und idyllisch im Urwald gelegene Hostels. Wir liefen von der Park-Schranke zu unserem zu Fuß hin, und staunten auf dem Hauptweg schon über das seltsame Geschrei der Brüllaffen. Da wussten wir noch nicht, dass es das einzige Mal sein würde, diese so deutlich zu hören. Auf dem Weg zum Hotel gerieten wir immer tiefer ins üppig wuchernde Grün, und die einfachen Hütten der Unterkunft sind traumhaft gelegen. Von dort fuhren wir noch am gleichen Tag mit einem Minibus weiter bis zur Endstation, und wanderten am ersten Tag noch zu einem nahegelegenen Strand, an dem Baden verboten ist. Warum? Es sollen schon einige Ungehorsame in der Brandung ertrunken sein… Dass es durchaus berechtigt sein mag, bei noch höheren Wellen das Baden hier zu unterlassen, merkte ich am Beach nebenan (Baden offiziell erlaubt): Ich war mit meinem in Genesung befindlichen Bein etwas unsicher auf denselbigen, da wurde ich beim Rausgehen von einer Welle umgeworfen und von der nächsten sitzend überspült und wild im Sand herumgewirbelt. Selbiger fand sich danach in den Haaren in Massen wieder und in allen Falten des Badeanzuges. Puh!
    Am Tag darauf sollten wir das ultimative Abenteuer erleben. Es war nicht der 8 km lange Wanderweg bergauf und bergab mit Holzpfaden und vielen Treppen. Es war auch nicht der schöne Badestrand am Ende, wo wir eine ruhige etwas von der Brandung abgeschirmte Ecke ganz für uns allein entdeckten.
    Nein, es war der Rückweg zum Abfahrtspunkt der Minibusse zum Hotel im Wald. Um mein Bein zu schonen, gönnte uns Uwe einen Rückritt auf Pferdes Rücken. Dafür sollte es einen gesonderten Reitpfad geben. Gab es auch. Aber erst, nachdem wir uns ein Stück den unwegsamen und schlammigen Wanderweg mit den Wanderern geteilt hatten.
    Kurz gesagt, der einstündige Ritt war schrecklich und sicher nicht ungefährlich. Wir würden Jedem - es sei denn ein wirklich geübter Reiter - davon abraten. Die Pferde mussten lange Strecken durch tiefen, rutschigen Schlamm steigen. Dann ging es plötzlich auf engem steinigem Pfad hoch auf den Berg. Anfangs war Uwe mit seinem Tier noch vor mir, und das beruhigte mich ein wenig. Obwohl es sehr nah aufrückte und ich fürchtete, Uwes Pferd könnte deswegen scheuen. Aus meiner Zeit als aktive - wenn auch schlechte - Reiterin weiß ich noch, wie schreckhaft Pferde im Prinzip sind. Später setzte mein eifriges Tier zum Überholen an, und ich hoffte, ungewollt an die Spitze aufgerückt, das Pferd würde wohl den Weg kennen. Im Prinzip kannte es ihn auch… Aber es gab kleine „Unsicherheiten“. Von hinten schrie der Guide dann gelegentlich „a derecho !“, und ich musste zusehen, dass mein Pferd auch abbog. Und einmal gingen alle 4 Pferde der kleinen Gruppe unterschiedlich im Schlamm oder links und rechts vom Holzsteg entlang, und der einzige Guide musste kommen, und mein Pferd aus dem Schlamm praktisch mit lauten Ermahnungen auf den Holzsteg hochziehen. Einmal rief ich aus Angst nach Uwe, aber der konnte mir ja nicht zu Hilfe kommen, kämpfte selbst…
    Als der Abstieg kam musste ich öfters die Augen schließen vor lauter Angst, das Pferd würde mit seinen beschlagenen Hufen auf den Felsplatten ausrutschen. Aber - zurück konnten wir auch nicht! Uwes Pferd ging einmal so heftig durchs Gebüsch, dass er drohte, herabgerissen zu werden. Wir hatten wirklich nicht gewusst, dass Pferde so enge Wege und so steil bergauf und bergab gehen können. Wir hätten dies nur Eseln oder Ziegen zugetraut.
    Nach einer langen Stunde, wo ich mich erst dem Ende zu im flacheren Stück etwas entspannen konnte, kam endlich der Pferdesammelplatz in Sicht, und wir waren froh, dass alles gutgegangen war. Schweigend setzten wir uns danach im Hotel eine Weile in den Minipool, und mussten erst wieder runterkommen.
    Am nächsten Vormittag fuhren wir mit dem Linienbus nach Santa Marta zurück.
    Wir hatten schöne Strände, Affen, einige Vögel und ein großes Nagetier gesehen. Leider war das Bett in der Unterkunft so steinhart, dass sich nach Jahren mein Bandscheibenvorfall wieder zu Wort meldete, und ich seitdem an Schmerzen laboriere. Die nächsten Abenteuer in Kolmubien erwarten euch in Teil 2.
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  • Minca - Aussteigerdorf in den Bergen ?

    December 15, 2025 in Colombia ⋅ ⛅ 26 °C

    Wenige Tage später zieht es uns nach Minca hoch, 630 m über dem Meeresspiegel. Da es nur 45 min. von Santa Marta mit ordentlicher Bergauftendenz liegt, nehmen wir uns wieder ein Taxi. Dieses setzt uns Mitten im Ort ab, den Rest des Weges zum Eco-Hotel „Ecohabs“ müssen wir bergauf laufen. Ehrlich gesagt besteht das Dorf auf 4-5 sich im Ortskern kreuzenden Straßen und einer kennzeichnenden kleinen Brücke. Unaufgeregt. Unerwarteterweise recht wenig touristisch. Überall stehen „Motos“, Motorräder, herum, die man für Ausflüge mieten, oder mit denen man sich als Transportmittel wohin fahren lassen kann. Unsere Hotel-Hütte im Wald fällt recht hübsch aus, total aus dicken Bambusstämmen gefertigt, mit Terrasse und Stühlen draußen, umgeben von viel Grün mit Vogelgezwitscher. Das Bett ist wieder eingehüllt in ein Moskitonetzt. Sicher sinnvoll, da es keine Fensterscheiben, sondern nur Fliegengitter gibt. Nach oben zum Giebel ist allerdings vieles ganz offen, so dass sich wahrscheinlich nur „dumme“ Mücken abhalten lassen. Ich überprüfe gleich, ob diesmal Wasser aus der Dusche kommt…. Es kommt, mittelmäßig viel. Das Restaurant ist eine Bambushütte woanders im Wald, durch einen schmalen Fußweg bergab/bergauf erreichbar. In Minca geht irgendwie alles bergauf/bergab 😄.
    Am ersten Nachmittag absolvieren wir sogar noch eine Wanderung. Wie zu erwarten bergauf auf der z.T. feuchten und matschigen Schotterstraße. Es gefällt mir gar nicht. Als Ziel hat Uwe einen Waserfall mit idyllischem Café ausgesucht. Als unterwegs ein Bachlauf durchquert werden muss, streike ich. Mein Bein ist ja noch gewickelt, und ich müsste die Binden dafür abnehmen. Dazu habe ich keine Lust.
    Uwe watet also alleine durch zu Wasserfall und Gaststätte, ich ruhe mich ein wenig aus. Auf dem Rückweg kehren wir in einem anderen tollen Café ein „la Veranda“. Hier ist für uns eine „natural Lemonade“, typisch für Kolumbien, echt eine Offenbarung: Sie wird aus Limetten, Wasser, etwas Zucker und crushed ice hergestellt. Zusammen mit 2 Café con leche und 2 Riesen Schokoladenkuchen beläuft sich die Zeche auf 15 Euro. Unglaublich.
    Am nächsten Tag bin ich mehr auf Exkursionen bergauf eingestellt, und wir laufen einige Kilometer bis zum Wasserfall „Oigo el Mundo“. Ganz nett aber nicht überwältigend. Uwe entdeckt hier ein unscheinbares Schild zu einer Kaffee- und Kakaofarm, laut Internet heute geschlossen…. Wir klettern hoch- und der Familienbetrieb hat doch geöffnet. Der Vater, mit einer Indigenen verheiratet, erzählt uns sein Leben und zeigt uns nebenbei die Schritte der Verarbeitung der Kaffeebohnen, die hier noch sehr traditionell ist. Der Sohn führt vor, wie die traditionellen, hier überall angebotenen Taschen, die „Mochillos“ gefertigt werden. Danach stellt er für uns eine frische Kakaopaste aus getrockneten und fermentierten Kakaobohnen her, mit der man selbst unter Zugabe von Zucker ein Stück Schokolade kneten kann. Es gibt außerdem Café und Zimtschnecken. Abgerundet wird der Tag durch einen Walk durch die Pflanzenvielfalt der Plantage, die familiär betrieben wird und noch keine Monokultur ist. Auf dem Rückweg landen wir bei einem netten Mexikaner zum Abendessen.
    Danach schaffen wir es noch, für den nächsten Tag ein Quad zu mieten. Uwe hatte es am Straßenrand schon morgens stehen sehen… Sowas liebt er doch! Wir mieteten es für den gesamten nächsten Tag mit Guide- mit Anzahlung und einem Handschlag.
    Der junge Typ, der es vermietet hatte, machte auch unseren Guide, er fuhr mit dem Motorrad voran. Gott sei Dank hatten wir den Guide dazugebucht… Die Wege waren zum Teil sehr unwegsam, und alleine hätten wir uns dort nie entlangfahren trauen. Nachdem wir auf z.T. noch Teerwegen den höchsten einigermaßen gut erreichbaren Ort, la Tagua, besucht hatten - mit einer kleinen Jause, touristisch war nix los - ging es auf dem Rückweg noch 2 Stunden auf tief vom Regen ausgewaschenen Nebenwegen und Umwegen zurück nach Minca. Uwe kam dabei voll auf seine Kosten, musste steil bergauf und bergab manövrieren. Die Konzentration war extrem gefordert, und am Ende taten ihm die Hände ordentlich weh. Ich klammerte mich nur an ihm fest, und schloss bei Bedarf die Augen, wenn es mir zu waghalsig wurde. Einmal stieg ich kurz ab aus Angst. Das Motorrad kam hier erstaunlicherweise viel besser voran, es braucht ja immer nur e i n e Fahrspur. Im traumhaften Berghostel „Sierra Minca“ genossen wir unterwegs noch einen Kaffee mit Ausblick. Auch den Pool hätten wir nutzen können.
    Bevor wir uns am nächsten Nachmittag mit dem öffentlichen Bus, der natürlich noch billiger war als ein Taxi, nach Santa Marta aufmachten, besuchten wir noch einen lokalen Kochkurs von der Schweizerin Anja, die hier das erfolgreiche Business „ Stay and Spanish“ gegründet hat. Wir lernten dort einige Tricks des Faltend und Füllens von Empanadas kennen und verspeisten am Ende mit der netten Gruppe unsere Kunstwerke.
    Halt, beinahe hätte ich noch was vergessen: Um 7.30 absolvierten wir in der idyllischen Anlage vorher unsere erste Yogastunde. Der Lehrer Jeremias kam wie man sich ihn vorstellt: weite Hose, lange Haare mit buntem Tuch um den Kopf und sehr gelenkig. Tapfer machten wir alles mit. Mit leiser Musik und Räucherstäbchen, inmitten von Vogelgezwitscher geht es doch viel einfacher, es machte sehr viel Spaß. Ein echter Aussteiger, der vor 3 Jahren von den USA mit Kind und Kegel nach Minca übersiedelte. Es gibt sehr viele Yogasngebote hier, Kochkurse, Wandern, Basteln…. Es hat schon ein besonderes Flair dieses Minca. Und hat längst nicht so viele Touristenverkaufsstände, wie wir sie an anderen Locations noch antreffen würden 🫣.
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  • Cartagena zu Weihnachten - ohne Glühwein

    December 19, 2025 in Colombia ⋅ 🌬 28 °C

    Nach einer erneut nur kurzen Pause wollten wir Cartagena, Weltkulturerbe und touristisch sehr bekannte Stadt an der Karibikküste Kolumbiens, besuchen. Freunde hatten u.a. von der tollen Weihnachtsbeleuchtung dort geschwärmt.
    Die Busfirma kündigte dreieinhalb Stunden Fahrt an - da sollten wir doch am Nachmittag noch eine erste Stadterkundung machen können. Fein.
    Leider fahren die großen Reisebusse aber nicht in den Stadtzentren ab, sondern es waren jeweils 45 min. Taxizubringer nötig. Die realistische Basisfahrzeit ist wohl mit 5 Stunden anzusetzen, wegen Vollsperrung wurde unser Gefährt allerdings noch zu einem größeren Umweg genötigt, teilweise über ungeteerte Straßen 🙈.
    Kurz gesagt, es war stockdunkel als wir in Cartagena ankamen, trotzdem zogen wir freudig in unser Maisonette-Zimmer, das wir uns für 3 Nächte gegönnt hatten, ein, und streunten noch zum Abendessen durch das Altstadtviertel Getsemaní. Laut und betriebsam ging es zu in der Vorweihnachtszeit, aber noch erträglich. Wir landeten im Baroca Rooftop-Restaurant, wo wir sehr gut speisten. Die Spaghetti carbonara müssen ja immer mit Timons (mein Sohn, er ist der Spaghetti Carbonara Meister - traditionell streng ohne Sahne) Vorlage konkurrieren. Und da schnitten sie recht gut ab (9,0 auf der Scala von 10.0 🤣.
    Das Frühstücksbuffet des GHL Collection Armería Hotels war gut. Frühstück im Hotel ist wohl so ein Thema in Kolumbien, so üppig wie wir es in Europa (Italien ausgenommen 😂) gewohnt sind, ist es hier wohl nicht üblich.
    Die weiteren Erkundungen der Stadt führten uns zunächst ins Goldmuseum, wo man viel über Goldschürfen und Schmuckherstellung zur Zeit der indigenen Vorfahren lernt. Natürlich gefiel auch den Kolonialherren dieser Schmuck und die Goldvorkommen, doch sie wollten offenbar nicht entsprechend dafür bezahlen 🫣. Eine z.T. grausame Zeit.
    In Juwelierläden sind die alten Formen und Legierungen der Anhänger und Ohrringe heute wieder modern.
    Schon tagsüber waren die riesigen Figuren aus der Weihnachtsgeschichte, die im und um das historische Stadtzentrum aufgebaut waren, sehr eindrucksvoll. Abends erstrahlten sie beleuchtet in ihrer vollen Schönheit. Große Bereiche der Stadtmauer und das Haupttor waren komplett mit mehrfarbigen Leuchtvorhängen geschmückt, die wellenförmig die Motive änderten. Trat man durch das Stadttor ein, befand man sich auf einer Art „Weihnachtsmarkt“ mit kleinen durchnumerierten Buden, die Essen und Geschenkartikel feilboten. Die Gerüche unserer deutschen Weihnachtsmärkte aus einer Mischung von gerösteten Mandeln, Glühwein und Fettgebackenem ziehen hier allerdings nicht durch die Gänge, und wir waren etwas enttäuscht. Man ist auch abends mit kurzen Sachen unterwegs, das ist wiederum schön….Auch finden sich nirgendwo echte Tannen, logisch. Alles besteht aus Kunststoff, Draht und Pappmaschée. So richtige Weihnachtsstimmung kam bei uns dementsprechend nicht auf, und in mir reifte der Entschluss, auf der Vitila selbst noch einen Glühwein anzusetzen. Dazu ein andermal mehr…
    In der Kathedrale fand während unserer Besichtigung eine Hochzeit statt, und es war stimmungsvoll, in angemessener Entfernung das glückliche Hochzeitspaar zu beobachten. Auf den Straßen und Plätzen finden immer wieder Musikdarbietungen statt, eine mit sehr guten Tänzern und Akrobaten konnten wir live miterleben. Natürlich spendet man hierfür gern etwas Geld.
    Am 2. Tag ließen wir wegen großer Hitze die Besichtigung des Forts aus und landeten direkt im jährlichen „Festival de Pasteles“: An vielen Fleiluftständen wurden die in große Bananenblätter gewickelten Mahlzeiten mit meist Fleisch und Reis angeboten. Wir wollten nur eine Portion davon kaufen, das gab’s aber nicht. Stattdessen erhielt Uwe das gesamte „Paket“ ausgehändigt… Teuer war es nicht, und es schmeckte lecker, als wir es in einem extra Sitzbereich zum Essen aufwickelten. Es soll auch eine Bewertung und Siegerermittlung geben, das bekamen wir aber nicht mehr mit.
    Nachmittags erholten wir uns die 2 Tage jeweils an und in unserem Hotelpool auf dem Hoteldach.
    An einem der Vormittage buchten wir eine Salsa-Unterrichtsstunde. Es war sehr angenehm, der junge Lehrer brachte uns geduldig die Basics bei. Abends herrscht in den Gassen der Altstadt ziemliches Remmidemmi, es sind hier schon viele Touristen versammelt. Es gab eine spezielle ganz enge Gasse mit lauter Musik aus unzähligen Lautsprechern mit Sitzmöglichkeiten an den Häuserwänden entlang. Das gefiel uns besonders. Die Bars unterboten sich dort abends mit den Preisen: Für 20.000 Pesos erhielt man 2 Cocktails anstelle einem (rund 5 Euro). Wir holten uns Mojitos und ließen entspannt die gut gelaunten Menschen an uns vorbeiflanieren.
    Am 2. Abend besuchten wir das sehr bekannte „Café Havanna“, nicht zuletzt wegen der Live-Musik, und um eventuell etwas Salsa zu praktizieren. Aber die live dargebotene Salsa-Musik war viel zu laut, einfach extrem. Uwe fielen seine neu gelernten Schritte gar nicht mehr ein…., und ich konnte es wirklich nur mit Uwes EarPods aushalten…
    Am letzten Abend gingen wir etwas nobler Essen ins Candé, auch mit Lifemusik, aber in dezenterer Lautstärke. Das Dinner war toll, die Bedienung sehr aufmerksam. Wenn nicht tags darauf die 8-einhalbstündige Busrückfahrt nach Santa Marta gewesen wäre, hätte es volle Punktzahl gegeben.
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  • Medellin - Stadt des ewigen Frühlings

    December 27, 2025 in Colombia ⋅ ☁️ 20 °C

    Es ist der 25. Dezember 2025. Das Heiligabend-Essen im Steakhaus nahe der Marina mit Freunden ist ebenso vorbei wie die (sehr kleine) Bescherung auf der Vitila. Seit vorgestern wird bei uns Glühwein ausgeschenkt. Während dessen Zubereitung auf dem Herd kam durch den betörenden Duft doch noch schöne Weihnachtsstimmung auf. Uwe hatte im Supermarkt sogar noch Sternanis aufgetrieben! Zimtstangen und Nelken hab ich eh vorrätig, Orangen und Rotwein gab’s natürlich auch (Rezept ist bei mir erhältlich).
    Als wir am 1. Weihnachtsfeiertag bei Ente und selbstgemachten Kartoffelklössen saßen, entschieden wir, noch vor Silvester nach Medellin zu fliegen. Die Stadt reizte uns schon, v.a. wegen ihres Wandels in den letzten Jahrzehnten.
    Ein Flug für den 27.12. war rasch gefunden, ebenso ein schmuckes Hotel mit Balkon und 2 bequemen Stühlen dort. Da wir Anfang Januar schon nach Panama los wollten, wäre eine Reise dorthin später nicht mehr realisierbar gewesen.
    Wie angenehm war es, in den Flieger zu steigen und nach 1h 20 am Ziel anzukommen, und nicht 8 h mit dem Bus rumkutschieren zu müssen. Wir hatten die Sitzplätze so gewählt, dass wir die 2 höchsten schneebedeckten Berge der Sierra Marta auch kurz links im Blick hatten.
    Medellin liegt in einem grünen Andental auf 1300-1800 Metern Höhe, und wird wegen ihres milden Klimas als „Stadt des ewigen Frühlings“ bezeichnet. Sie ist umgeben von steilen Hängen. Als die Stadt immer mehr wuchs, waren die Häusermassen nach allen Seiten die Hänge hinaufgewandert. Dies führte über die Jahrzehnte zur Isolation ganzer Stadtteile, da der Weg dorthin zu beschwerlich geworden war.
    Das Hotel hatte ich bewusst im Stadtteil Laureles ausgesucht und nicht im touristischen Hotspot Poblada. Was sich im Verlauf als leichter Nachteil erwies, da so gut wie alle geführten Gruppentouren im Stadtteil Poblada starten 🙈.
    Da wir nun diesmal wirklich den Nachmittag des Ankunftstages zur Verfügung hatten, liefen wir gleich vom Hotel noch los - wie hätte es anders sein können, bergauf auf einen Aussichtshügel, der am Samstagabend offenbar als Naherholungsgebiet der Städter dient. Leider gaben die mächtig gewucherten Bäume den Blick auf die umliegenden Stadtgebiete im Abend-Sonnenschein nur eingeschränkt frei.
    Wir strebten weiter, dem Zentrum der weltbekannten Adventsbeleuchtung in einem Fußgängerbereich parallel zum Medellin-Fluss zu. Einige mehrspurige Straßen mussten dafür überwunden werden, das ganze Gelände war eingezäunt, aber schließlich fanden wir das Eingangstor und stürzten uns ins Getümmel. Neben den großen beleuchteten Figuren im Park und einem Mega-Weihnachtsbaum waren originelle Lichterwelten über den Fluss gespannt, die sich mehrfarbig in ihm spiegelten. Die riesigen Kunstgebäude und -türme aus Pappmaschee, Draht und Lichtern waren teilweise begehbar und zeigten oft Videoprojektionen im Innern.
    Allmählich regte sich trotz der vielen tollen Eindrücke der Hunger. Die angebotenen Esswaren der Dutzende Verkaufsbuden ähnelten sich stark: Fette Würste, riesenhafte dünne Steaks, immer wieder Chicharron (in Fett gebackene Schweineschwarte) und - Vieles für uns Undefinierbares. Uwe erstand mutig ein Pappschälchen mit Essen, aber glücklich wurden wir damit nicht. Auf dem Rückweg zum Hotel kehrten wir deshalb noch in einer Pizzeria ein, deren Essen den sehr guten Bewertungen voll entsprach. Die Besitzer sprachen italienisch. Untergebracht war das Restaurant ganz bescheiden aber nett dekoriert in einem schmalen länglichen Raum, einer nach vorne verlängerten - Garage. Erfinder-
    geist zahlt sich aus.
    Da das Angebot an Unternehmungen in Medellin erdrückend groß und die Wege weit sind, schlossen wir uns alle drei Tage Halb- oder Ganztagstouren von GetYourGuide an. Es sei schon mal vorweggenommen: Wir waren mit allen sehr zufrieden, aber unser Bedarf nach Gruppen im Sightseeing ist trotzdem für die nächsten Monate, wenn nicht Jahre gedeckt 🙈.
    Als erstes interessierte uns Pablo Escobar. Er hatte in den 70er und 80er Jahren das Medellin Drogen-Kartell aufgebaut, welches Unmengen an Kokain in die USA schmuggelte. Hauptgegner war das ähnliche Cali-Kartell. Der Kampf um die Vorherrschaft im Drogenhandel wurde immer brutaler, der heutige Gedenkstein „la Piedra de los Huecos“ enthält über 10.000 Löcher als Symbol der getöteten Opfer Escobars. Escobar inszenierte sich aber auch als Wohltäter für die Armen und baute ganze Wohnblocks für sie. Deswegen ist sein Andenken auch heute noch vielschichtig. Der Staat begann ihn bald bedingungslos zu jagen. Am Ende entwickelte sich aus dem Zweikampf Escobar gegen den Polizeiapparat ein hochkomplexer Mehrfrontenkrieg zwischen Kartellen, Guerillas, Paramilitärs und staatlichen Akteuren – mit der Zivilbevölkerung als größtem Verlierer. Am 2. Dezember 1993 fand er den Tod, ob erschossen von Polizisten oder durch Selbstmord, ist bis heute umstritten.
    Unser Guide war als Zeitzeuge selbst durch den Verlust von Freunden betroffen und konnte sehr anschaulich schildern. Er führte uns neben dem Escobar-Museum und dem Friedhof auch zu dem Haus, das Escobars letzter Zufluchtsort war, bevor er auf dem Dach des Nachbarhauses starb.
    Nach Jahrzehnten extremer Gewalt hat sich Medellin seit den 2000ern stark gewandelt. Es gilt heute als Vorzeigestadt für soziale Stadtentwicklung, u. a. mit Seilbahnen in armen Vierteln, moderner Metro und Kulturprojekten.
    Vor der Escobar-Führung waren wir schon mit der Metro zu einer Seilbahnstation gefahren und hatten uns, alleine in einer Kabine mit tollem Ausblick, über die Stadt hoch hinaustragen lassen. Die Metrostationen sind hell, modern und großzügig angelegt, irgendwie bedroht fühlten wir uns nie.
    Tag 2 und 3 folgen in einem eigenen Footprint. Es gibt so viel zu erzählen…🙈
    Aber nach einem Tag stand schon fest: Medellin ist eine unbedingte Empfehlung!
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  • Comuna 13, Piedra de Peñol und Guatapé

    December 30, 2025 in Colombia ⋅ ☁️ 25 °C

    Unsere Tour durch die berühmt-berüchtigte Comuna 13 begann am nächsten Tag an einer Metrostation im Viertel Poblada um 14.00 Uhr. Die Zeit bis dahin wollten wir mit einem Spaziergang durch unser Viertel Laureles hin zum Museum de Antiochia am Botero Platz verbringen. Auf den 7 km kamen wir durch 2 winzige aber nette Parks, an hübschen Wohnhäusern aber auch städtischen Gebäuden und unzähligen einladenden Gaststätten vorbei. Alles war sehr sauber. Wir konnten auch die „Recicladores“ bei der Arbeit beobachten: Sie sammeln gegen kleines Geld (5-10 Dollar pro Tag) mit ihren Ziehwägen Metall, Pappe oder Plastik und liefern es an Recyclinghöfen ab. Sie sind teilweise organisiert und gesellschaftlich anerkannt. In einigen steilen Vierteln ersetzen oder ergänzen sie Müllwagen, die dort oft gar nicht hinfahren können.
    Leider reichte die Zeit nicht mehr für das Museum, aber der Figurenpark von Botero entschädigte etwas.
    Fernando Botero (1932–2023) war der bekannteste kolumbianische Künstler, er arbeitete als Maler und Bildhauer. Berühmt wurde er mit seinem unverwechselbaren Stil von voluminösen („aufgeblähten“) Figuren, die oft fälschlich als „dick“ angesehen werden. Ihm selbst ging es wohl mehr um das Spiel mit Formen und Volumen.
    Nach einer kurzen Seilbahnfahrt zu einem Aussichtspunkt rüber ins Viertel Comuna 13 brachte ein Kleinbus unsere Gruppe hoch in die Comuna 13.
    In den 1980er–90er Jahren war das Viertel von Guerillas, Paramilitärs und Drogenbanden kontrolliert, u.a. weil es einen strategisch wichtigen Fluchtkorridor aus der Stadt bildete. In einem Höhepunkt der Gewalt wurden 2002 in einer Militäraktion unzählige Menschen im Viertel getötet oder verschleppt. Niemand wollte danach mehr dort wohnen.
    Ab den 90er Jahren kam es infolge erfolgreicher Politik zu einem langsamen Wandel durch staatliche Sozialprogramme und verbesserte Infrastruktur. Symbolisch dafür sind die MetroCable, Kunst, Graffiti und die Rolltreppen (2011). Das Viertel steht aber heute auch für die Ambivalenz zwischen Tourismus und ungelösten sozialen Problemen.
    Der Tourismus schlug auch voll über uns zusammen… Die zentralen Gässchen und natürlich die lange Rolltreppe über 6 Etagen waren ziemlich überfüllt, und unser Guide hatte alle Hände voll zu tun, seine „Kükenschar“ zusammenzuhalten. Jedes der übereinandergestapelten Häuschen verkauft irgendwas an Souvenirs oder Essen. Wir bekamen ein lokales Eis, eine tolle Breakdance Show und ein kleines Abendessen von Kurzgebratenem. Ganz oben gelangten wir an das Rondell der Graffiti Bilder von den angesagtesten Künstlern, zu jedem konnte unser Guide was erzählen. Da allmählich die Dunkelheit hereingebrochen war, bekamen wir beim Abstieg sogar noch was vom Nachtleben mit, und die Graffitis mit z.T. Neonfarben leuchteten toll.
    Mir war es insgesamt etwas zu viel Trubel, aber man muss es wohl gesehen haben wenn man schon dort ist.
    Unser letzter Tag war ein Ganztagesausflug nach Guatapé, ein berühmtes Dorf etwas außerhalb, gut eineinhalb Stunden Anfahrt mit großem Reisebus. Nach einem Zweitfrühstücksstopp schaukelte unser Gefährt auf den Parkplatz vor dem 200 Meter hohen Monolith La Piedra de Peñol aus Granit. Eineinhalb Stunden hatten wir zum Aufstieg nur Zeit, und wir machten uns gleich dran. Erst noch eine kurvenreiche Straße hochlaufen, Ticket gelöst und ab durch die Schranke. 720 Stufen lagen vor uns, so viele wie zur Turmspitze des Ulmer Münsters. Mir war schon etwas bange gewesen. Aber das Wetter hier oben war ja nicht so heiß, und es kam durch die vielen Menschen immer wieder zum Stau auf der Treppe (= Ausrasten), so dass es gut schaffbar war. Der rundum Ausblick oben über den Guatapé Stausee war wirklich grandios. Dieser Stausee wurde in den 70er Jahren geflutet zur Elektrizitäts-
    gewinnung. Nicht alle Bewohner der überschwemmten Dörfer wurden wohl angemessen entschädigt oder umgesiedelt.
    Im Dorf Guatapé angekommen gab es etwas Freizeit zum Herumschlendern. Typisch und originell sind hier die Sockel der Häuser, die ursprünglich gegen Hochwasser angebracht worden waren. Sie wurden später mehr und mehr mit Mustern verziert, die mit der Person des Bewohners oder dem Gewerke zu tun hatten. Diese Tradition wird bis heute fortgeführt und hat das Dorf zur Touristenattraktion gemacht. Also, wenn man hier umzieht, oder nach einem Metzger ein Schreiner einzieht, muss man nicht nur das Namensschild wechseln, sonder das Relief der unteren Hauswand abklopfen und erneuern 🤣.
    Wir fanden etwas erschöpft ein süßes winziges Café für unseren Nachmittagsstopp. Zuletzt durften wir noch mit einem kleinen Ausflugsboot den Stausee befahren, was auch sehr interessant war. Reiche Medelliner haben hier am Seeufer ihre Villen stehen. Die Fahrt reichte bis hin zum - inzwischen halbverfallenen - Landhaus des Pablo Escobar. Damit schloss sich für uns irgendwie der Kreis.
    Zurück in Medellin, natürlich im Dunkeln, hatte Uwe für unseren letzten Abend etwas ganz Bedonderes herausgesucht: Wir speisten in einem noblen Dachterassen-Restaurant mit Rundum Ausblick auf das nächtlich beleuchtete Medellin. Ein Traum - auch bezogen aufs Essen.
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  • Unsere Zeit läuft ab

    January 7, Karibisches Meer ⋅ 🌬 27 °C

    Nach vier Wochen in Kolumbien lief unsere Zeit in der Marina von Santa Marta ab. Am 5. Dezember angekommen, hatten wir bis 04. Januar gebucht und dafür einen sehr guten Rabatt erhalten, incl. Gebühren für den Agenten, der unsere Einreise organisiert hatte. Das Problem, an jedem weiteren Tag den wir blieben, würde der volle Preis fällig werden, anstatt 35,~ $, wären dann 90,- $ zu zahlen. Da mag manch Einer denken, dann fahrt doch einfach los und alles ist gut. Aber so einfach ist es leider im Seglerleben nicht. Im Bereich der Marina von Santa Marta erhebt sich ein hohes Gebirge, wodurch bei Ostwind eine sehr starke Winddüse entsteht. Aus 25 Ktn Wind werden dann mal schnell knapp 40 Ktn incl. der dann zugehörigen Wellen bis zu 3 m. Das Problem, es herrscht fast immer Ostwind…!
    Die Lösung für uns deutete sich an: Pünktlich zum 5. Januar drehte der Wind für 3 Tage auf Nord und die Düse ließ nach. Unsere Freunde von der IP hatten die gleiche Idee und verließen am 4. Januar gegen Mittag den Hafen, um ebenso wie wir in der Bucht vor Santa Marta vor Anker zu gehen. Vorher hatten wir natürlich noch im Marinabüro ausklariert, mit einiger Wartezeit, wie das in der Karibik so üblich ist, aber immer höflich und zuvorkommend.
    Der Nachmittag und der Abend in der Bucht hatten es aber noch einmal in sich: Ständig fuhren Partyboote links und rechts an uns vorbei mit ohrenbetäubend lauter Musik, und deren Wellen ließen unsere Kats nach deren Takt tanzen. Die Musik ging bis in die frühen Morgenstunden.
    Das war dann auch der Grund, warum aus der geplanten Abreise um 6:00 Uhr ein vorgezogener Frühstart um 3:00 Uhr wurde. Ich wachte nämlich ungewöhnlicherweise von der Musik auf, und da ich nicht mehr einschlafen konnte, verständigte ich mich mit Doris, sie war mit dem Start im Dunkeln auch einverstanden. Ein paar Gewissensbisse hatte ich gegenüber Peter und Iris, da wir gemeinsam am Morgen hatten starten wollen, aber letztlich ist jeder selbst für sein Boot verantwortlich, und 315 sm waren eine lange Strecke für 2 1/2 Tage.
    Mitten in der Nacht ging also der Anker hoch, und wir verließen die Bucht. Erstaunlicherweise bekamen wir nach einer halben Stund schon schönen seitlichen Wind von über 10 Ktn. Das hatten wir so nicht erwartet, der Wetterbericht hatte anderes verkündet. Also Genua raus, und so kamen wir zusammen mit dem Motor auf hübsche 6,5 Ktn gegen die Strömung. Mit der ersten Morgendämmerung weckte ich dann Doris, um das Groß dazuzunehmen. Ich hatte ihr versprochen, dies nicht allein in der Dunkelheit zu tun.
    Wir waren schon eine Weile unterwegs, die Strömung lief inzwischen mit uns - auch entgegen der Vorhersage - und das Wasser zeigte nicht das typische Blau, eher milchig grün bräunlich. Wir bewegten uns im Mündungsgebiet des Rio Magdalena, bewusst passierten wir das Kap in weitem Abstand von 15 sm, da bei starkem Regen öfters ganze Bäume vom Fluss ins Meer gespült werden. Dass die Flussströmung aber so weit draußen noch zu spüren war, unglaublich. Mit einem Mal entdecke ich am Horizont, wie sich das Wasser von schmutzig braun auf klar blau änderte, wie mit dem Messer gezogen. Genau an dieser Kante schwammen viele Grasbüschel. Das Wasser schäumte und war total unruhig. Die Strömung änderte sich von 1 Ktn mit uns auf 0,5 Ktn gegen uns, von jetzt auf gleich. Ich bin immer wieder überrascht, welche Geheimnisse das Meer in sich birgt. Würde man doch davon ausgehen, dass sich das Wasser eines mündenden Flusses gleich mit dem Meereswasser vermischt. Nein, noch Meilen weit hinein ins Meer gibt es eine klare Trennung.

    Der weitere Tag verlief ohne Probleme. Mit dem Sonnenuntergang wechselte ich vom Genakker auf die Genua. Doris kochte ein leckeres Gulasch, und so ging es mit angenehm vollem Magen in die Nacht. Hier hatten wir wieder einige Begegnungen mit größeren Schiffen, die bis auf einige sm an uns vorbei fuhren. Doris funkte eines davon sogar an, um sich zu vergewissern, dass es uns auf dem Schirm hatte. Und auch meine Nachtwache verlängerte sich, da einige Squalls an uns vorüberzogen.

    Der zweite Tag war von leichtem Wind aber chaotischen Wellen geprägt. Diese waren nicht sehr hoch, rollten aber aus unterschiedlichen Richtungen heran. Nennenswerte weitere Ereignisse gab es nicht, bis auf die Entscheidung, unseren Ankunftsort weiter westlich zu verlegen, um am Donnerstg in der Shelterbay einzutreffen. Dort würden wir auch Resi und Werner wiedertreffen, die von Norden kommend am gleichen Tag ihre Ankunft planten. Würden wir noch vor Sonnenuntergang eine geschützte Ankerbucht Richtung Shelterbay erreichen? Durchfahren hätte beutet in der Nacht anzukommen. Bis zur Lintonbay könnten wir es schaffen, dann hätten wir am Donnerstag nur noch 25 sm vor uns. Check.
    Abends gab es ein Meeresfrüchterisotto mit viel Parmesan, auch lecker.
    In die Nacht ging es mit wenig Wind, das Leichtwindsegel ließ ich diesmal stehen. Einen kleinen Schreck bekam ich in meiner Schicht. Das Radar hatte ich auf 12 sm eingestellt, um herannahende Squalls frühzeitig zu entdecken. Übersehen hatte ich dabei, dass sich direkt neben uns ein Squall gebildet hatte. Dieser schickte aber zum Glück keine starken Windböen zu uns, und auch vom Regen blieben wir verschont. Dies war aber der einzige Vorfall in der Nacht.
    Kopfzerbrechen machte mir hingegen im Weiteren der schwache Wind. Wer mich kennt weiß, der Motor geht nur im Notfall an. Auf der anderen Seite möchte ich immer gern im Hellen am Ankerplatz ankommen. Mit dem vorherrschenden Wind von 12 Ktn direkt von hinten war dies offenbar nicht zu machen. Sollte ich den Levante setzen? Die Wolken am Himmel ließen mich zögern…. Wir fuhren bis zum Frühstück noch auf Backbord, konnten aber das Ziel nicht genau anlaufen. Die Wind dreht weiter in die falsche Richtung.
    Nach dem Frühstück entschied ich auf Schmetterling zu gehen, der Wind kommt dabei idealerweise direkt von hinten: Ein Segel steht auf Backbord, eins auf Steuerbord. Ein Bullenständer muss gesetzt werden, damit das Groß bei einem Winddreher nicht durchschlägt.
    Dann passierte das, was ich nicht für möglich gehalten hätte: Nach einem leichten Squall nahm der Wind zu, soweit nicht ungewöhnlich. Der Wind hielt aber über Stunden an und wehte nun genau in die richtige Richtung. Da beim Schmetterlingssegeln das Spiel nach links und rechts sehr begrenzt ist, war ich gespannt, ob wir unser Ziel nun wirklich direkt würden anlaufen können.
    Was mir am Morgen noch unmöglich erschienen war, wurde dann jedoch tatsächlich wahr. Wir fuhren genau bis zur Einfahrt in die Bucht von Isla Grande unter Segel und ließen um 18:00 Uhr den Anker fallen. Die Sonne näherte sich gerade bilderbuchmäßig dem Horizont.
    Am nächsten Morgen ging es weiter in die Shelter Bay, wo wir gegen 12:00 Uhr eintrafen, vorbei an riesigen Frachtschiffen, die schon ein Stück vor dem Panamakanal in Warteposition ankern, und wurden von unseren Freunden Resi und Werner freudig winkend begrüßt.
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  • Shelter Bay und Colon - erste Eindrücke

    January 21 in Panama ⋅ 🌬 27 °C

    In der Nähe der sehr schönen Shelter Bay Marina gibt es ein weitläufiges Ankerfeld. Man liegt hier weit hinter den Beton-Wellenbrechern, in Sichtweite von Colon mit seinem riesigen Frachthafen und Werften. Ganz in der Ferne erblickten wir die „Atlantikbrücke“, erst 2019 eröffnet. Dort hindurch geht bald unsere Reise in die Panamakanal-Schleusen. Aber noch war nicht die Zeit dafür, erstmal galt es, in Panama offiziell einzuklarieren und unseren Termin für den Trip zum Pazifik festzuzurren.
    Wir nahmen an, dass unser Agent Stanley zu uns an Bord kommen und unsere Papiere mitnehmen würde. Fehlanzeige. Wir mussten ihn in der Marina aufsuchen. Das geschah am dritten Tag. Hier kostet alles extra: 12 Dollar Dinghi Anlegen, 4 Dollar für einen Müllsack, 1 Dollar tief Einatmen und 1 Dollar tief Ausatmen 🤣.
    Stanley erwartete uns schon, die Dame von der Immigration saß in seinem Büro, und - wupps - prangten die 4 Stempel in unseren Reisepässen. (Nun, wer die Karibik ein wenig kennt, wird schmunzeln, da er weiß, dass es ganz so flott natürlich nicht ging…).
    Der Shuttle Bus rüber nach Colon zum Proviantieren ist nur für Marinalieger verfügbar. Mist. Also buchten wir für den übernächsten Tag zu viert ein Auto für 80 Dollar. Am besagten Tag kam das Auto aber nicht wegen eines Platten ( alle Autos der Firma hatten offenbar diese Einschränkung auf 3 Reifen, Sabotage wurde gemunkelt). Also umsonst Dinghi-Parkgebühr entrichtet 🙄. Fast - wir besuchten stattdessen den Skipper eines Katamarans, der sich 2 Tage zuvor von einem Ankerplatz neben uns in die Marina verlegt hatte. Ich war mit ihm über die Segler-App Noforeignland sehr nett und informativ ins Gespräch gekommen, und er hatte uns - unvorsichtigerweise - eingeladen, in der Marina bei seinem Boot vorbeizuschauen… Denn, da waren wir nun unverhofft an seinem Steg, hoch vier, und blickten neugierig ins Cockpit…. Er, Wiardus, und seine Begleiterin Jutta auf einem eleganten italienischen Cat. des Herstellers COMAR, dessen Name ich noch nie gehört hatte, reagierten entspannt und offen und spendierten sogar Cola für alle. Es war ein lockeres Geplauder, in 4 Tagen wollten s i e durch den Panamakanal.
    Als wir tags drauf endlich einen Leihwagen mit 4 funktionstüchtigen Rädern „medium“ bekommen sollten, führte uns die Angestellte mit dem Schlüssel in der Hand zum Parkplatz. Wir starrten ungläubig auf das Objekt, das wir nun übernehmen sollten: Ein Pickup mit hinten offener Ladefläche. Was anderes wäre jetzt nicht da. Und die Reifen seien okay! Aber wo sollten wir die Einkäufe für 2 Boote ablegen? Auf die Ladefläche, wo es doch hier ständig regnete….? Alle waren ratlos. Glücklicherweise kam gerade ein anderes Ehepaar mit seinem Leihwagen, einer guten Limousine, zurück, und wir bekamen dieses Auto. Natürlich musste die Frau vorher wieder ins Büro, alle Formulare ändern, drei Kunden des Lädchens mit Bananen und Nudeln abkassieren, es dauerte und dauerte…
    Als wir mit eineinhalb Stunden Verspätung dann endlich im Wagen saßen, stürzten wir uns in den verkommenen Moloch COLON. Uwe hatte einen Obst- und Gemüsemarkt einprogrammiert. Die Straße dazu hin führte an total heruntergekommenen Häuserfassaden vorbei. Wir parkten vor einem Supermarkt und liefen die letzten Meter zu Fuß, darauf bedacht untereinander nicht den Anschluss zu verlieren. Polizisten auf einem Motorrad rieten Resi und mir doch die Handys besser gut zu verstauen, anstatt die trostlosen Fassaden abzulichten. Langfinger seien hier offenbar alltägliche Weggefährten.
    Die Verkaufshalle bot Fleisch und Fisch in den Auslagen feil, da trauten wir uns nicht ran, aber eine hübsche Menge frischer nicht gekühlter Obst- und Gemüsewaren wie Kartoffel, Karotten, Salat, Zucchini und Bananen wanderten in unsere Beutel und Rucksäcke. Preis günstig.
    Im Supermarkt ein Stück weiter und in einem anderen noch ein Stück weiter deckten wir uns mit Rum ein, erstmal testweise, auch mit Milch- und ein paar Dosenprodukten. Die große Proviantierung steht ja erst in Panama City bevor.
    Zur Stärkung strebten wir danach einem caféartigen Restaurant zu. Und wer saß davor mit Capucchino und Imbiss inmitten von Einkaufstüten? Wiardus und Jutta, die wir tags zuvor erst kennengelernt hatten. Das gab ein Hallo und Fortsetzung der Erstgespräche. Zur Entspannung gönnten wir uns abends ein Essen im Restaurant der Marina. Es war zufällig Pastaabend, und für 14 Dollar „all You can eat“. Und es wurde frisch vor den Augen zubereitet und schmeckte lecker.
    Wir warteten dann noch 2 Tage ab, bis wir über das Marinabüro zumindest die Kopien unserer Zollpapiere erhalten hatten, dann strebten wir Richtung Nordost zu den St. Blas Inseln. Gar zu schaukelig war es in der Shelterbay, und unsere Solarpanels bekamen eindeutig zu viel Regenwasser im Vergleich zu Sonne ab. Wetter in Shelterbay Note 4 minus.
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  • Im Guna Yala Land - die St. Blas Inseln

    February 11 in Panama ⋅ ⛅ 26 °C

    Alle Fahrtensegler, die es schon mal bis hierhin geschafft hatten, haben davon in den höchsten Tönen geschwärmt- die St. Blas Inseln als Vorgeschmack auf den Pazifik… Deswegen hatten auch wir uns sehr darauf gefreut, und da waren wir nun!
    Vorbei nochmals an der Linton Bay, wo Uwe beim kurzen Landgang zum - als sehr gut bekannten - Chandler auch im kleinen Laden noch schönes Obst und Gemüse erstanden hatte, segelten wir neben Werner & Resi zur Insel El Providence. Wir waren nicht sicher, ob wir nochmal zu den Behörden mussten wegen des lokalen Cruising Permits. Das große von Panama aus Colon ließ ja noch auf sich warten.
    Mussten wir nicht. Einmal im Monat cruisen die örtlichen Guna Yala Beamten mit Motorbooten von Boot zu Boot und fordern die Gebühr ein - 80 USD für uns und unsere Vitila.
    El Providence bot nicht so viel, das Bördengebäude, eine nicht mehr benutzte Landebahn für kleine Inlandflüge, und ein ziemlich heruntergekommenes Hotel, in welchem auch kein Gast zu sehen war, für sage und schreibe etwa 450,- USD für 3 Nächte 🙈.
    Zügig segelten wir weiter zu weiteren mehr oder weniger einsamen Inseln. In den Lemmon Cays, wozu mindestens 5 kleine Eilande zählen, kehrten wir in einer idyllischen Strandbar ein. Es gab witzigerweise Sangria 🤣, sehr lecker ist dort aber auch der Pinacolada in der ausgehöhlten Ananas. Hier stehen auch Zelte zur Vermietung, wo man wohl einen wirklich abgeschiedenen Urlaub verbringen kann.
    Leider riss hier in den ersten Segeltagen unser Leichtwindsegel, Gennakerähnlich, aus dünnem Nylon, in Fahrt der Länge nach durch, und 1 Woche beschäftigten wir uns nur mit dem Aussuchen und Nachbestellen des Ersatzes. Da wir mit Sendungen meist schlechte Erfahrungen gemacht haben, bringt uns unser Besuch Andreas & Annett, die Anfang März auch mit durch den Panamakanal gehen werden, das neue Segel dann (hoffentlich) im Koffer mit.
    Auf den Holandese Inseln („ Swimming Pool“ = Spitzname) verbrachten wir gleich ein paar Tage. Wir wechselten uns ab mit Resi & Werner mit gemeinsamem Sundowner und Abendessen. Und Uwe genoss an zwei Nachmittagen die Freude am Beachvolleyball teilzunehmen. Er war ja in seiner alten Heimatstadt Oschersleben regelmäßig zum Volleyball gegangen. Das ist eines der wenigen Dinge, die er hier am Bootsleben sehr vermisst…
    Am hier regelmäßig anlegenden „Veggie-Boot“ deckten wir uns wieder mit Frischzeug ein. Das sehr hübsch gestaltete Restaurant „Ibin‘s“ kredenzte uns an einem Abend Cocktails, Bier und 2 gegrillte Langusten. Diese schmeckten so lala, aber wir waren zufrieden. Da hatten wir allerdings unsere selbstgegrillten Schalentiere noch nicht gekannt 😜.
    Mit einigen Zwischenstationen zog es uns dann weiter nach Osten, zur Insel mit einem recht ursprünglichen Dorf der Guna Yala, Mamitupu. Sie leben dort sehr einfach, haben viele Kinder, handarbeiten an ihren Molas, und wirken recht glücklich. Pablo Nuñez, der 7 Jahre in England gelebt hat, führte uns herum bis in sein eigenes Wohnhaus, und erzählte viel über die Gebräuche dieses ursprünglich indianischen Volkes, das von Panama im Volksaufstand 1925 fast komplette Eigenständigkeit erkämpfte. Die Menschen im Ort waren zugänglich und interessiert, aber nicht aufdringlich oder gar bettelnd, obwohl sie wirklich wenig Geld besitzen. Zu dieser ganz östlich gelegenen Insel schaffen es ( muss man sagen „leider“, oder „glücklicherweise“?) nur wenige Touristen im Jahr.
    An einem Vormittag fuhr Uwe mit Resi & Werner mit einem größeren Motorboot der Einheimischen mit hinüber ans Festland in einen Fluss hinein, wo Wäsche gewaschen und Süßwasser geholt wird. Die meisten Gunas besitzen hier ein Stück Land, das sie bewirtschaften, meist mit Anbau von Kokospalmen, Mangobäumen oder Zuckerrohr.
    Wegen Wetterverschlechterung verlegten wir uns danach hinter die schützenden Inselchen bei Nargana. Es regnete fast 10 Tage lang mehrfach täglich. Weil die Temperatur auf sage und schreibe 26 Grad abnahm, gönnten wir uns einen „Glühweinabend“ und tranken die Reste von Weihnachten 25 auf. Lecker!
    Auch diese Insel bei Nargana, Corazon de Jesus, wo es auch einen Flughafen für Kleinflugzeuge gibt, besuchten wir. Es gab kleine Lebensmittel-Verkaufsstellen, und wir erstanden neue Ananas, die hier einfach extrem lecker schmecken, sowie mehrere Passionsfrüchte mit hier mega viel Fruchtfleisch, nicht so wie in Deutschland oder auch im bisherigen Teil der Karibik, wo nach dem Aufschneiden an der Schale innen ein klein wenig Fruchtfleisch klebt...
    Ein Ausflug in den Fluss Diabolo mit dem Dinghi brachte uns vorbei an einem Friedhof sowie Waschstellen der Frauen. Ein Krokodil zeigte sich uns leider nicht.
    Aber es war trotzdem sehr schön, die üppige Vegetation spiegelte sich im Wasser, und die dichten, meterlangen Luftwurzeln der Mangroven sahen mystisch aus.
    An einem Abend hatten wir dann unser erstes Grillerlebnis auf unserem Boot mit einem Schalentier: Wir hatten von einem Boot eine größere Languste erstanden. Uwe zog sich, während diese noch im großen Eimer in Salzwasser schwamm, nochmal Videos über waidgerechte Tötung und Zubereitung derselben rein. Auch Eingeweide sind ja zu entfernen. Ich bereitete die Soße aus Butter, Salz, Pfeffer, Zitrone und Knoblauch zu, mit der die Schwanzhälften auf dem Grill mehrfach bestrichen wurden. Etwas Bratkartoffeln, ein grüner Salat - es schmeckte wunderbar.
    Allmählich zog es uns dann wieder Richtung Westen, wo am 11.2. mein Sohn Timon mit dem SUV aus Panama City eintraf, der relativ kurzentschlossen 2 Wochen bei uns an Bord verbringen möchte.
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    Trip end
    September 4, 2033