• Simon Stucki
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LATINOAMÉRICA

Een avontuur met open einde van Simon Meer informatie
  • Het begin van de reis
    1 mei 2023

    Ankunft in Kolumbien

    1 mei 2023, Colombia ⋅ ⛅ 31 °C

    Mein Flug geht über Amsterdam (Foto mit den Tulpenfeldern) nach Bogota. Im Flugzeug gibt es noch einmal Momente des Zweifelns. Ich frage mich: was tue ich hier? Wiso fliege ich alleine, in ein mir völlig unbekanntes Land, dessen Sprache ich noch kaum spreche?
    Doch als ich im Flughafen von Bogota zum ersten Mal kolumbianischen Boden betrete und die schwüle, von Luftfeuchtigkeit gesättigte Luft einatme, verfliegen alle Zweifel und weichen einer grossen Freude.
    In Bogota muss ich noch einmal den Flieger wechseln und lande am späten Nachmittag im nördlich gelegenen Barranquilla an der Karibikküste (übrigens die Heimatstadt von Shakira).
    Ich nehme ein Taxi ins Zentrum & bin überwältigt von den Eindrücken: ich hatte vergessen wie wild und lebendig das Leben in Südamerika ist. Als Schweizer muss ich mich zuerst wieder an die neue Realität gewöhnen. Ich sehe Obdachlose, Essens-Stände am Strassenrand mit sehr lauter südamerikanischer Musik, heruntergekommene Gebäude, viel herumliegender Abfall, ein Verkehr, der keine Regeln zu kennen scheint, Menschenschlangen vor Banken, Kinder die Fussball spielen oder in ihren Schuluniformen auf dem Weg nach Hause sind.
    Ich empfinde die erste Taxifahrt in einem fremden Land immer als sehr intensiv, aufwühlend und komme jeweils aus dem Staunen nicht mehr raus. Doch genau dafür gehe ich unter anderem in die weite Welt.
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  • Cerveza a la orden!

    2 mei 2023, Colombia ⋅ ⛅ 31 °C

    Am zweiten Tag reise ich mit dem Bus nach Santa Marta.
    Dort angekommen drehe ich in der Abendsonne eine erste Runde und schliesse Bekanntschaft mit den lokalen Rappern. Sie sind am Strand zusammen im Kreis am rappen.. Ich beschliesse einfach dazuzugehen und mitzumachen. Sie nehmen mich sehr herzlich und respektvoll auf.

    Meine nächsten Tage verbringe ich in dieser schönen und lebendigen Stadt.
    Ich befreunde mich mit jungen Venezuelaner:innen, die ihr Geld verdienen, indem sie kaltes Bier und Empanadas in den Strassen verkaufen. Auch sie nehmen mich auf, als wäre ich einer von Ihnen. Wir verbringen viele gemeinsame Stunden in der Nacht an der Strandpromenade oder im Park: Cerveza a la orden!
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  • Salsa & Mojito

    8 mei 2023, Colombia ⋅ 🌩️ 30 °C

    Bienvenido a Paolomino!
    Die Bussfahrt von Santa Marta nach Palomino berührtmich. Bis anhin hatte ich Palmenstrände mit türkisfarbenem Wasser nur aus Reiseprospekten gekannt.. & plötzlich habe ich sie vor mir!
    Ich lasse mich etwas ausserhalb von Palomino in "Marquetalia" in einem Hotel nieder. Der Ort gefälltl mir gut; mein neues Zuhause befindet sich in einem gewöhnlichen Quartier. Gleich nebenan gibt es einen Fussballplatz und eine Kirche. Die Hühner und die Nachbarskinder sind stets hörbar.

    Ich verbringe viel Zeit mit dem drehen und schneiden von meinem ersten Musikvideo in Kolumbien. Für die Aufnahmen suche ich menschenleere Strände und den schönen Wasserfall "Qebrada Valencia" auf.

    Palomino ist seit wenigen Jahren ein begehrtes Reiseziel für Backpacker. Dies spiegelt sich stark im Ortsbild: eine Mischung aus Hotels, Restaurants und kleinen Läden, die schöne, handgefertigte Dinge verkaufen.
    Nach ein paar Nächten im Hotel übernachte ich noch eine Nacht bei Senair in der Hängematte im Garten. Ich habe sie über Couchsurfing angeschrieben. Besser gesagt: schlussendlich schlief ich ohne grosse Unterlage auf dem steinigen Boden. Wie sich herausstellt, bekenne ich Mühe mit dem Schlafen in Hängematten. Vamos a ver ;)

    Meinen letzten Abend in Palomino verbringeich mit Bryan. Ich habe ihn in Santa Marta kennengelernt und nun "zufällig" in Palomino wiedergetroffen.
    Er ist Musiker aus Bogota und gerade selbst dabei, sein Land besser kennenzulernen. Nach einem kreativen Konzert mit verrückten Videoinstalationen gehen wir noch in eine Salsabar in einem hölzernen Strandhaus im zweiten Stock. Das Tanzniveau ist sehr hoch, die Menschen selbstbewusst und energiegeladen. Ich trinke am Rande einen Mojito und diskutierte mit Bryan über Musik :)
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  • Aluna

    15 mei 2023, Colombia ⋅ 🌧 28 °C

    Nun ist es an der Zeit, die Stadt zu verlassen & mich via Bonda zum Paso del Mango zu begeben. Mit einem sehr freundlichen Motofahrer fahreich hoch zum Permakulturzentrum Aluna, wo ich meinen ersten Work Away einsatz absolviere. Der Weg dort hoch bringt mich zum Staunen und Träumen.
    Es ist ein ziemlich steiler Weg, entlag eines Baches, inmitten der grünen, Jungel ähnlichen Natur. Das Herz geht mir auf. Nach 2 Wochen Stadt bin ich dankbar einen so schönen Ort, inmitten der Vögel und Fruchtbäumen, mein Zuhause nennen zu können.
    Ich lebte dort mit:

    Frank; ein Cellomusiker aus Medellin, der schon seit einigen Jahren in Santa Marta wohnt und sein Brot mit Musikunterricht verdient. Er ist in einnem Sabatical Jahr, gibt also in diesem Jahr keinen Musikunterricht. Dafür vertritt er Paola, die eigentliche Betreiberin vom Zentrum Aluna. Sie ist jedoch in meiner gesamten Alunazeit auf Reisen in Medellin. Frank's spanisch verstehe ich anfangs nur schlecht, sein Dialekt ist stark und er verschluckt oft die Enden der Worte.
    Er ist ein riesiger Fan von Kriptowährung und Künstlicher Intelligenz. Er ist oft damit beschäftigt, Gedichte von seinem verstorbenen Vater mit Hilfe von KI ins englische zu übersetzen. Aluna ist nicht selten vom Duft der Ganjapflanze umhüllt. Dem grünen Kraut ist Frank nichtabgeneigt, am liebsten raucht er dieses Pur und ohne Chemikalien.
    Alle paar Tage verreiste Frank für 2 Tage nach Santa Marta. Dort spielt er an Beerdigungen Cello und kauft frisches Essen ein. Frank und ich haben verbal nicht so viel miteinander zu tun, doch unsere Verständigung läuft auf anderen Kanälen, auch sein Sternzeichen ist Zwilling.

    Brisa: sie ist 23 jung und kommt aus Nordmexiko. Sie spricht gut englisch und verdient ihr Geld mit Spanischunterricht via Internet. Fast jeden Tag ist sie einige Stunden an ihrem Computer, geduldig ihren Schüler:innen am Spanisch beibringen. Sie reiste durch Mexiko und möchte auch Südamerika bereisen. Sie ist eine frohnatur, lacht viel und tauscht sich sehr gerne über Gott und die Welt aus.
    Mit Brisa mache ich viele Ausflüge (z.B. zu den wunderschönen tres Cascadas). Auch schauen wir immer mal wieder am Abend zusammen eine Film, draussen vor der Hütte in mitten von Mücken, Fliegen, Käfern & Nachtfaltern.

    Francesa: auch 23 Jahre jung, kommt aus dem norden der USA und reist schon seit mehr als einem Jahr in der ganzen Welt. Sie meditiert gerne und täglich, schreibt viel Tagebuch und wirkt sehr selbstreflektiert. In Amerika studierte sie Politwissenschaften und jobbte in einem grossen Supermarkt, um Geld für die Reise zu sammeln. Francesca ist ein ruhiger Mensch. Ich habe mich mit ihr viel über Politik ausgetauscht.

    Estella: auch sie 23, ein Energiebündel par Excellence aus Slovenien. Sie spricht gut und gerne spanisch, unterhällt uns nicht selten fast das ganze Abenessen lang und hat Mühe stillzusitzen und zu chillen. Sie ist eine Macherin.
    Estella verbringt viel Zeit mit Frank, so musizierten sie z.B manchmal in die Nacht hinein.
    Sie gibt mir gute und wervolle Tipps zum lernen von Spanisch mit auf die Reise.
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  • Mínca

    28 mei 2023, Colombia ⋅ 🌩️ 28 °C

    Brisa und ich sitzen auf der Ladefläche eines Jeep's und fahren mit einer kolumbianischen Familie runter nach Bonda. Von dort nehmen wir einen Bus via Santa Marta nach Mínca.
    Mínca ist ein schönes Dorf in den Bergen mit Aussicht auf den Jungel und die Karibik in der Ferne. Das Dorf besuchen wohl fast alle Touristen, die sich im Drstrikt Santa Marta aufhalten. Dementsprechend ist es voll mit Westlern und einer, den Bedürfnis der Touristen angepassten, Infrastruktur.

    Es war schon lange ein Traum von mir, einen Töff zu mieten & selbständig und frei die Gegend zu erkunden. Hier erfüllte ich mir diesen Traum: wir mieten für einen Tag einen automatischen Töff und besuchen die Touristenatraktionen (Wasserfälle, Aussichtspunkt, Meditationsstätte der Uhreinwohner) rund um Mínca. Brissa sitzt hinten drauf.
    Ich habe ziemlich schnell draussen, wie ich den Töff lenken muss. Dies ist auch wichtig, denn es beginnt schon bald zu regnen und die Strassen sind oftmals steil und alles andere als Eben. Es bilden sich kleine Bäche in den Strassen.. Wir stellen uns den Herausforderungen und beschliessen, als der Regen nachlässt, noch die Hauptstrasse hochzufahren in den Jungel rein. Wir fahren viele Kurven hoch, es hat fast keinen Gegenverkehr. Der Regen ist vorbei & der Jungel zeigt sich von seiner mystischen, wilden Seite!
    Zuoberst trinken wir einen Kaffee und staunen ab der Weitsicht. Unsere Kleider sind nass und uns ist sehr kalt. Doch das Entdecken mit dem Töff macht uns riesige Freude und wir fühlen uns sehr lebendig.

    Am letzten Tag laufen wir von Mínca zum Paso del Mango, dem Ort wo wir wohnen (Aluna). Die Wanderung ist ca. 5 Stunden. Es gibt wohl niemanden, der schlechter für eine solche Wanderung vorbereitet ist als wir.. Wir wissen nicht wirklich wo der Weg durchgeht und an meinen Regenschutz hab ich auch nicht gedacht.
    Die Mototaxifahrer, die uns noch ein Stück hochfahren, mahnen uns noch zur Vorsicht. Es werde regnen kommen & das laufen auf den kleinen Wanderwegen wäre schwierig & gefährlich.
    Nach 30 Minuten gehen, beginnt es auch schon zu regnen. Es ist ein richtiger Tropenregenguss; dieser wird für die nächsten 3 Stunden anhalten.
    Unterwegs motivierten wir uns immer wieder gegenseitig, vertrauen beim Wählen des Weges unserer Intuition und warten vergebens in einem leerstehenden Haus bis der Regen nachlässt. Die Schuhe sind pflotschnass und die Wanderwege gleichen eher Bergbächlein.
    Irgendwo im Nirgendwo sehen wir von oben eine Farm. Das Landstück wirkt traumhaft auf mich. Es hat grosse mystische anmutende Steinblöcke im Garten, sieht für mich nach einem Kraftort aus.
    Weil wir nicht sicher sind,ob wir uns auf dem richtigen Weg befinden, beschliessen wir zur Farm runter zu laufen und nach dem Weg zu fragen.
    Das Bauernehepaar bitet uns in den Schärmen und offeriert uns als erstes einmal ultra gesüssten Kaffee aus dem Eigenanbau. Der Kaffee kick rein. Sie erklähren uns liebevoll, dass wir schon zu weit gegangen seien und wo der richtige Weg durchgeht.
    Ich fühle mich schon auf der ganzen Wanderung nicht fit. Doch die letzten 1,5 Stunden bekomme ich Bauchschmerzen und fühle mich immer schlapper. Der Abstieg wäre eigentlich wunderschön; der Regen wich der Abendsonne und einzelne Nebelschwaden verzaubern den Jungel. Doch ich bin am kämpfen und kann die Landschaft nicht mehr wirklich geniessen. Wir durchqueren noch den Bergbach (das Wasser kommt uns bis zum Bauchnabel) und kommen gerade bei Einbruch der Nacht im Aluna an.
    Ich kann knapp noch meine Sachen zum trocknen aufhängen und stürze mich fiebrig und schwach in's Bett.

    War wohl etwas viel Regen und Kälte an einem verlängerten Wochenende. Zudem empfinde ich das Erleben eines neuen Ortes mit all seinen Prptagonist:innen jeweils als spannend aber auch sehr anstrengend.
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  • Taganga

    2 juni 2023, Colombia ⋅ ☁️ 29 °C

    Taganga  ist ein Fischerdorf mit schönen Buchten - 20 Minuten Busfahrt von Santa Marta. Diese schönen Buchten ziehen viele (einheimische) Touristen und ausländische Tauchliebhaber*innen an.
    Wir lassen’s uns gut gehen; ein Panini mit Jugo zum Frühstück, am Strand chillen, in der Reggae-Bar etwas trinken, durch das Dorf schlendern und friedliche Sonnenuntergänge von der Hotelterasse bewundern.
    Ich bin noch immer nicht ganz gesund. Nachdem Brisa weiterzieht - sie will sich Palomino anschauen gehen, werde ich nochmals richtig fiebrig. Ich habe Probleme mit den kalt eingestellten Klimaanlagen in den Hotelzimmern. Weil ich das Zimmer mit anderen Touristen teile, kann ich nicht alleine bestimmen, wie ich die Klimaanlage einstellen will. Der Engländer über mir im Etagenbett stöhnt wegen der Hitze, ich friere - wegen meines Fiebers.. Als es ruhig wird im Zimmer und der Engländer zu schnarchen beginnt, stelle ich die Klimaanlage ein paar Grad hoch 😉 am Morgen, als ich fröstelnd erwache, ist sie wieder runtergestellt - ein richtiger Klimaanlagekampf.
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  • Casa del Píntor

    10 juni 2023, Colombia ⋅ ⛅ 30 °C

    Ich fühle mich wieder gesund und bin nochmal’s 2 Tage in Santa Marta - dieses mal etwas ausserhalb vom Zentrum, im Casa del Pintor. Carlos, der Vermieter der Zimmer, ist ein Maler. Das ganze Haus ist voll mit seinen Werken: riesige Bilder mit viel Farbe - mehrheitlich Bibel -und Blumenbilder. Irgendwie haben aber alle Bilder etwas merkwürdiges, gruseliges.. Carlos ist ein freundlicher Mann, er lässt mich auch sein Fahrrad gebrauchen. Doch irgend etwas an ihm ist rätselhaft, seine Bilder unterstreichen dies noch..
    Ich mache einen Ausflug ans Meer mit dem Fahrrad, nach 10 Minuten beginnen jedoch die Probleme damit. Es klemmt immer wieder das Rad in der Bremse. Ich kann es jeweils mit Gewalt wieder justieren, um dann 40 Meter weiter dasselbe Problem wieder zu bekommen. Nachdem ich das Rad etwa das zehnte Mal aus der Bremse hebe und mich jedes mal mehr aufrege, biege ich in eine Strasse ein, in der ein Velomechaniker, auf dem Gehsteig, Velos flickt. Kurzerhand erkläre ich ihm das problem - er nimmt das Fahrrad wortlos entgegen und flickt es 🙂
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  • 30. Geburtstag im Parque Tayrona

    18 juni 2023, Colombia ⋅ ⛅ 30 °C

    Parque Tayrona - mein 30 Geburtstag

    Ich reise Brisa nach Palomino nach. Sie macht einen Volontäreinsatz bei einem Hostel, dass sich zur Nebenaufgabe dass aufpäppeln und pflegen von obdachlosen Katzen gemacht hat. Sie muss 3 mal täglich den neu geborenen Kätzchen Milch geben. Ziemlich easy Job - nur hat sie manchmal auch Nachtschicht, heisst alle 3 Stunden muss sie auf um die Kätzchen zu verwöhnen..
    Einmal gehen wir in die Salsatanzbar, die ich schon kenne von meinem ersten Aufenthalt hier. Brisa fordert mich zum Tanzen auf - geniert mache ich mit. Sie tanzt auch nicht besonder’s gut Paartanz. Doch wir haben Spass und können über uns selber lachen.

    Meinen 30 Geburtstag verbringe ich mit Brisa im Tayrona Nationalpark. Den Tag durch bin ich alleine unterwegs, ich schaue mir die verschiedenen Strände an, telefoniere mit Clemens und spaziere in der karibischen Natur umher. Gegen Abend treffe ich Brisa, wir klettern auf Felsen und schauen uns über den wilden Wellen den Sonnenuntergang an.
    Vor dem Schlafen im Zelt machen wir noch ein Feuer am Strand. Wir haben jedoch Mühe, dass Feuer zu brennen zu bringen; das Schwemmholz ist feucht und unser Feuerzeug gibt gerade den Geist auf. Bei der Suche nach trockenm Holz finde ich einen Hotelschlüssel.. 5 Minuten später kommen zwei spanisch sprechende Touristen auf den Boden schauend in unsere Reichtung.  Wir fragen sie, ob sie einen Schlüssel suchen. Natürlich! Wir übergeben ihnen den Schlüssel ,worauf sie uns sdankbar ein Feuerzeug und zwei Kerzen in die Hand drücken. Somit ist unser Feuerproblem gelöst - schon witzig und faszinierend, wie das Universum manchmal Digne orchestriert!
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  • Ruka Ché

    22 juni 2023, Colombia ⋅ ⛅ 30 °C

    Ruka Ché

    Mein zweiter Work Away Einsatz mache ich bei Pablo  (aus Argentinien) und Coline (aus Frankreich) in ihrer Finca ganz in der Nähe des Tayrona Nationalparks.
    Ich verbringe zwei Wochen bei Ihnen und darf bewusste und inspirierende Menschen kennenlernen, interessante Arbeiten ausführen und im einfachen Leben in der Natur meiner Seele wieder näher kommen.

    Hier eine Aufzählung von den Arbeiten, die ich in der Finca machen durfte:

    -Gras zusammen Rechen & damit Beete Mulchen (dicke Mulchschicht)

    -Gras schneiden mit Zackiboi (jetzt weiss ich, wie man Benzinschonend mit dieser Maschine umgeht)

    -Gras für's Bauen zurecht schneiden (Wie so oft arbeite ich hierführ mit der Machete)

    -Gartenwege neu sichtbar machen

    -Um Yukka herum  Gras und Gebüsche schneiden / Yukka befreien

    - bestimmte Palmen für den Dachbau pflanzen

    - Gemüse mit biologischem Dünger spritzen (hergestellt aus einer Pflanze die sehr schnell wächst und dadurch das Wachstum der Kulturen auch anregt)

    - Schlauch im Steilhang ausgraben und flicken (körperlich anstrengend bei grosser Hitze und im steilen Gelände)

    - Baustelle aufräumen und putzen

    - Mangos auflesen und verarbeiten (daily business, es gibt eine Fülle davon)

    - Sträucher um Kakao & Kaffee zurückschneiden und mulchen

    - Unterstand bauen
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  • Santa Marta wird zu Venedig

    2 juli 2023, Colombia ⋅ ☁️ 29 °C

    Santa Marta wird zu Venedig

    Bevor ich mich auf die lange Busreise (ca. 20h) nach Medellin mache, verbringe ich nochmals 2 Tage in Santa Marta. Durch den intensiven Regen und das katastrophale Abwassersystem kommt es zu Flüssen in den Strassen. Wir durchqueren diese Wassermassen mit dem Bus als wären wir ein Boot - ein unvergessliches Erlebnis für mich.
    Ich verabschiede mich von meinen Freunden in der Stadt, kaufe mir ein Fussballtrickot von Kolumbien, kaufe ein paar Suppen mit Reis und verteile sie an Menschen, die in der Strasse leben. Im heissen Wartesaal am Busterminal lasse ich Momente, die ich hier im Norden von Kolumbien, an der Karibikküste erlebn durfte nochmals revue passieren und fühle eine grosse Freude und Dankbarkeit, reisen zu können!

    Medellin
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  • Medellin

    6 juli 2023, Colombia ⋅ ☁️ 24 °C

    Die Reise nach Medellin ist ein Abenteuer. Als wir die Karibikküste verlassen wird es gerade Nacht. Wir fahren an unzähligen Häusern, Siedlungen und Dörfern vorbei. Ich kann jeweils für Sekunden in fremde Leben hineinschauen. Die Kolumbianer verbringen viel Zeit sitzend vor ihren Häusern.

    20 Stunden später fahren wir von der grünen Hochebene runter ins Tal wo sich die Millionenstadt Medellin auftut.
    Mit dem Taxi fahre ich ins Quartier Laureles, wo ich erschöpft ins Hotelbett liege und einfach nur froh bin endlich angekommen zu sein. In den ersten Tagen erkunde ich die Stadt, ich besuche die berühmte Comuna 13, die Altstadt, Second Hand Märkte und die Seilbahn, die einen in die ärmeren Barrios oben in den Hängen führt.

    Um mein Spanisch aufzubessern, besuche ich einen zwei wöchigen Sprachkurs im trendigen Viertel El Poblado. Ich nehme jeden Morgen die (überfüllte) Metro durch die halbe Stadt und muss noch 20 Minuten zur Schule hochlaufen. Durch diesen regelmässigen „Arbeitsweg“ tauche ich nochmals tiefer in das Leben der „Paisas“ (so nennen sich die Menschen aus Medellin) ein und komme dem Puls der Stadt näher. Die Schule ist sympathisch und engagiert. In meiner Klasse sind andere Touristen aus: Israel, Amerika, Frankreich, Kanada, Holland und Südafrika. Am Nachmittag gibt es jeweils ein freiwilliges Programm wie Ausflüge, Museumsbesuche, Tanzkurs, Kochen oder Fussball.

    Ich gehe zwei Mal Fussball spielen. Wir fahren mit dem Taxi zu einem riesigen Einkaufszentrum. Im 3.Stock sind vier mittelgrosse Fussballfelder mit Kunstrasen, Tribünen und einer „Sportbar“.
    Es ist 15 Uhr und unglaublich heiss. Nach 10 Minuten spielen bin ich schon so erschöpft, dass ich in’s Tor wechsle. Ich bin mir Sport bei dieser Hitze nicht gewöhnt.
    Das zweite Fussball Angebot findet glücklicherweise am Abend, wo es schon dunkel ist, statt. Meine Manschaft spielt gut, wir haben ein schönes Zusammenspiel und ich schiesse einige Tore. Einmal stosse ich mit einem Gegenspieler zusammen und falle auf den Boden. Es schmerzt im linken Oberschenkel und die Knie bluten (Kunstrasen ist eine ziemlich grobe Angelegenheit, wenn man hinfällt). Ich stehe wieder auf und spiele ohne Sorgen weiter. Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht weiss oder realisiere: ich habe mir gerade den linken Oberschenkelmuskel gezerrt. Diese Verletzung wird mir im Verlauf der Reise noch viele Schmerzen und Sorgen bereiten.

    Medellin ist eine laute, pulsierende und verrückte Stadt. Es gibt viele Menschen die um’s überleben Kämpfen, das Bild des Struggles ist allgegenwärtig. Ich habe mich trotzdem immer wohl und angenommen gefühlt. Die Menschen waren sehr freundlich und offen zu mir. Ich durfte unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Lebenssituationen kennenlernen. So verbringe ich einmal eine Stunde mit einem Jungen, der in der Strasse lebt und dort von Banditen angeschossen wurde. Sie mussten eine Notoperation machen und ihm am Hals eine Kanüle zum Atmen installieren. Er spricht mich an im Park, fragt für Münz. Ich bin müde und gerade etwas genervt vom vielen angebettelt zu werden. Ich sage ihm, dass ich kein Geld gebe. Frage ihn aber, ob er meinen Jugo fertig trinken wolle. Dankend nimmt er ihn und wir kommen ins Gespräch. Nachdem wir uns etwas ausgetauscht haben fragt er mich, ob ich für sein Business den Startkredit zur Verfügung stellen könne. Ich willige ein und wir laufen zu einem Laden wo er mit meinem Geld zwei Säcke mit Lollipops und anderen Süssigkeiten kauft. Diese verkauft er dann auf der Strasse weiter. Er führt mich durch die Stadt zum „Plaza de la Luz“ und erzählt mir von den Menschen in Medellin und seiner Familie. Dabei wird er sehr traurig. Er kam nach Medellin um Geld zu verdienen und landete in den Drogen. Er vermisst seine Familie sehr, wird aber von dieser nicht mehr akzeptiert, weil er ein „Drogato“ geworden ist.
    Sein T-Shirt ist dreckig (auch vom Schleim seiner Kanüle) und sein Gesicht tätowiert. Ich beschliesse ihm ein neues T-Shirt zu kaufen. Er liest eines aus. Bei einem der unzähligen Baseballcap-Stände zahle ich ihm noch ein Cap. Er entscheidet sich für ein schwarzes mit der Aufschrift BMW. Er strahlt und bedankt sich bei mir mit den Worten: „nun sehe ich wieder anständig aus und kann in meinem Business (Bonbon verkaufen) erfolgreicher sein“. Er begleitet mich noch zur Metrostation, macht für mich die richtige Metro ausfindig und verschwindet danach, so schnell wie er aufgetauch ist, wieder in der Menschenmasse.
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  • Guatapé

    17 juli 2023, Colombia ⋅ ☁️ 23 °C

    Guatapé ist ein grosses Dorf etwa 3 Stunden ausserhalb von Medellin. Es ist bekannt und beliebt, weil es in einer wunderschönen Landschaft aus Seen eingebettet ist. Ich komme also an mit meinen Rucksäcken (der grosse am Rücken, der kleine vor der Brust), spaziere dem Malecon (so heissen in Südamerika die (Strand)Promenaden) entlang und suche nach einem Hotel. Ich beginne zu realisieren, dass mein Oberschenkel beim gehen stark schmerzt und es wohl mehr sein muss als nur eine Prellung. Ich humple durch's Dorf und frage nach freien Zimmern. An den ersten 3 Orten wird mir mitgeteilt, dass das Hotel schon ausgebucht sei. Es ist gerade ein Blumenfest im Ort, desshalb sind sehr viele kolumbianische Besucher hier. Also lasse ich mich bei einem vegetarisch-veganem Restaurant nieder und stärke mich mit feinen Pitta-Tsaziki-Gemüse-Falafel Sandwiches.
    Im Zentrum, 20 Meter von der beliebtesten Disco (was ich erst realisiere, als ich mich für's Schlafen bereit mache) finde ich ein hübsches Hostel. Ich kann für umgerechnet ca. 5 Franken im Mehrbettzimmer übernachten, habe dieses aber ganz für mich alleine.
    Ich entscheide mich noch einen Abendspaziergang zu machen. Meine Stimmung ist etwas getrübt, ich spüre eine Trauer in mir und gebe dieser beim sitzen am Seeufer Raum. Als ich durch den Touristischen Teil (viele Souvenirläden, Bar's, Restaurants) von Guatapé laufe und einige Meter vor meinem Hotel bin, tippt mir ein schöner Kolumbianer auf die Schultern, lacht mich an und fragt mich in fehlerfreiem Hochdeutsch: "Magst du ein Bier mit uns trinken kommen". Ich bin etwas überrumpelt, bin in den ersten Sekunden misstrauisch. Ich kann die Situation nicht einordnen und denke kurz, das sei eine Masche, um westliche Touristen in die Bar's zu locken. Dann sagt er zu mir: "Wir haben dich nun schon 3 mal gesehen (anscheinend auch in Medellin), also dachten wir, jetzt ist es Zeit dich auf einen Drink einzuladen". Mittlerweile ist mein Misstrauen verflogen und hat einer Sympathie für Emmanuel (so heisst er) Platz gemacht.
    Auf dem Balkon einer Bar lerne ich bei einem kalten Bier auch noch Katharina (seine Freundin) kennen.
    Emmanuel lebt seit 8 Jahren in Deutschland und arbeitet in Berlin als Musiklehrer in einer Waldorfschule. Er erzählt mir, wie es zum Auswandern nach Deutschland kam, von einer schwierigen Kindheit in Armut in Kolumbien und von seiner Familie, die heute in Pereira eine Finca besitzt.
    Nach dieser schönen Begegnung gehe ich in's Hostel und schlafe mit Regenrauschen auf den Kopfhörern (um den lauten Reggaetonbeat aus der Disco nebenan zu übertönen) ein.
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  • Ritmo del Rio

    18 juli 2023, Colombia ⋅ ☀️ 30 °C

    Mit dem Bus fahre ich von Guatapé etwas mehr als eine Stunde nach San Rafael. Diese Umgebung ist heute friedlich. Dies war jedoch vor kurzem noch gar nicht so. Mir wurde erzählt, dass hier vor wenigen Jahren noch blutige Auseinandersetzungen stattgefunden haben, ja zum Teil sogar Bürgerkrieg ähnliche Zustände. Es war zu einer Zeit, als es in Kolumbien noch keine Friedensverträge gab und die Drogenkartelle mancherorts am meisten Macht und Einfluss hatten. Die brutalen Konflikte waren hauptsächlich auf das Kokaingeschäft zurückzuführen.
    Beim durchqueren dieser Landschaften, glaube ich zu meinen, diese blutige Vergangenheit noch spühren zu können. Es liegt ein Schmerz und eine Trauer in der Luft.. Dazu läuft im Bus ununterbrochen sehr melancholische Musik aus Kolumbien, eine ziemlich emotionale Busfahrt.
    Ritmo del Rio ist eine Ecolodge mit grossem Permakulturgarten und einem Wunderbaren Bergfluss, der das Grundstück durchquert.
    Es liegt etwas ausserhalb von San Rafael und ist für die nächste Woche mein Zuhause.
    Wir sind insgesamt 14 (!) Volontär*innen aus Europa. Ein ziemliches durcheinander der Sprachen also ;) Ich drehe als Volontäreinsatz einen Kurzfilm über den Ort, begleite also die anderen Volontär*innen im Garten mit der Kamera und fange Stimmungsbilder ein und schneide sie zu einem Impressionen Video zusammen. Ich bin froh, dieser, eher ruhigen Arbeit , nachgehen zu können. Das Gelände hier ist sehr steil und meine Muskelzerrung schmerzt bei jedem Schritt.
    Die Mahlzeiten bekommen wir im Restaurant serviert, es gibt immer sehr leckeres und gesundes Essen. Es ist speziell und anstrengend für mich, nach dem vielen alleine unterwegs sein, plötzlich in einer grossen Gruppen von Menschen zu leben. Ich verstehe mich jedoch gut mit allen und spiele am Abend gerne Ping-Pong matches gegen Franzosen, Engländer, Italiener und Ungaren ;) Ansonsten suche ich in meiner Freizeit täglich den malerischen Fluss auf und verbringe viel Zeit alleine im Rauschen des Wassers. Sehr heilsam für meinen Geist, weniger heilsam für meinen linken Oberschenkel.. Denn ich kann es einfach nicht lassen, in den grossen Steinen des Flussbeetes herumzuklettern.
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  • vom Kayam zum Alegria ;)

    30 juli 2023, Colombia ⋅ ⛅ 32 °C

    Ich reise zurück nach Guatapé. Die nächste Woche widme ich der Heilung und Schonung meiner Muskelzerrung. Das Tragen des schweren Rucksackes ist für die Genesung dieser Verletzung sehr kontraproduktiv, also verschreibe ich mir ein paar Tage Pause!
    Ich verbringe die Zeit in drei verschiedenen Orten:

    Casa Kayam: ein (Musiker) Backpacker Hostel wie man es sich vorstellt: billig vom Preis her (ein paar Franken), jeden Tag ein Kommen und Gehen von Tourist*innen, Schmuckverkäufer*innen (beherbergen ebenfalls das Hostel und bieten ihre Kunst an), laute Musik den ganzen Tag und bis tief in die Nacht hinein, Mehrbettzimmer mit acht Betten und wilde Wandmalereien überall. Nun kannst du dir wohl vorstellen wie gut ich mich dort erholen konnte: gar nicht! Im Gegenteil; nach 3 Nächten in diesem Tumult fühlte ich mich richtig unausgeglichen und "flüchtete" mich in ein Apartment mit eigener Küche, Balkon und viel Privatsphäre ;) Ich möchte das Casa Kayam nicht schlecht reden! Wenn du intensiven Austausch mit Reisenden Freaks, Künstler*innen und Partymenschen suchst ist dieses Hostel "the place to go"! Doch das war gerade überhaupt nicht was ich wollte. Trotzdem bin ich froh dort gewesen zu sein, ich durfte ein paar schöne Seelen kennenlernen und lernte von Nico (einem Lausanner Musiker) wie man den Reggae Off Beat auf der Gitarre spielt. Und: manchmal ist es beim Reisen auch gut, das zu erleben, was man in Zukunft nicht mehr erleben will.. so findet man immer mehr einen Reisestil, der für einen stimmt.
    Das Apartment war dagegen purer Luxus und ich wusste diesen zu schätzen! Als die Schmerzen nicht nachlassen, besuche ich das Spital von Guatapé. Ein alter, sehr netter Arzt untersucht mein Bein und gibt Entwarnung. Es sei eine Zerrung, kein Muskelfaserriss. Er verschreibt mir entzündungshemmende Tabletten und Voltaren forte. Als ich nach Krücken frage, winkt er ab: Das sei nicht nötig, ich solle einfach nur geradeaus gehen und schonen, sowieso gebe es in Guatapé keine Krücken, die nächsten seien in Medellin (3h entfernt) zu bekommen.
    Erleichtert entferne ich mich humpelnd vom Spital.
    Mein dritter Ort in Guatapé ist das Alegria Hostel. Auch ein Backpacker Hostel, dieses Mal aber ein ruhiges mit Anschluss an den wunderschönen See.
    Dort verbringe ich auch viel Zeit. Ich finde das Buch Lila Lila von Martin Suter im Hostel und verschlinge es in zwei Tagen. Ich spüre das mein Oberschenkel heilt. Als ich nach 2 Nächten auch diesen Ort wieder verlasse und mich auf den Rückweg nach Medellin mache, sind die Schmerzen schon fast verschwunden.
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  • Hasta luego Colombia !

    6 augustus 2023, Colombia ⋅ ☁️ 29 °C

    Ich übernachte noch einmal in Medellin, in einem winzigen Zimmerchen direkt neben dem Terminal Sur. Noch am Abend gehe ich dort mein Busticket kaufen und unterhalte mich vor dem Terminal mit Ivan, einem Drogensüchtigen. Er lebt momentan auf den Strassen Medellin's, sagt er habe keine Freunde und kenne die Gegend hier wie kein anderer. Er erzählt mir Ausschnitte aus seiner Biografie und kommt ins Schwärmen als er mir erzählt, Busfahrer gewesen zu sein. Dann gesellt sich ein weiterer Obdachloser zu uns, Jeffry - er stammt aus einer Afro-Latino Familie und ist Musiker. Auch er wirkt ziemlich high und geprägt vom harten Alltag auf der Strasse. Als er mir sein neues Lied "Fragil" vorsingt kommt sein sensibles Herz zum Vorschein. Nach diesen Begegnungen gehe ich dankbar in mein Kämmerchen zurück und lasse die Zeit in Kolumbien noch einmal in meinen Gedanken hochkommen. Ein wunderschönes Land mit herzhaften Menschen, ich kann es nur weiterempfehlen.
    Am nächsten Mittag steige ich in den Bus der Gesellschaft "Bolivariano" und wir verlassen die Grossstadt bei Sonnenschein und kalter Luft der Klimaanlage.
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  • Vamos a Ecuador! problemas fronterizos..

    8 augustus 2023, Colombia ⋅ ☁️ 16 °C

    Die Reise zur Grenzstadt Ipiales (Kolumbien) geht mehr als 24 Stunden und wird mit der Zeit etwas anstrengend. Mitten in der Nacht halten wir in Cali, ich steige aus und gehe ein paar Schritte, um vom erhöhten Bussbahnhof den Geist Cali's einatmen zu können. Als wir in Ipiales ankommen fühle ich mich erschöpft, müde und etwas erkältet (von der kalten Klimaanlage). Dennoch entscheide ich mich, die Grenze noch zu passieren, um die Nacht schon im lange ersehnten Ecuador (ich wollte schon 2022 nach Ecuador, war jedoch damals für mich wegen der Impfpflicht nicht möglich, also ging ich nach Peru) zu verbringen. Ich bin mir jedoch bewusst, dass ich mein 3 monatiges Touristenvisum um einige Tage überzogen habe (darüber gebe ich privat oder auf Anfrage gerne genauere Auskunft) und desshalb beim Ausreisen aus Kolumbien Probleme bekommen könnte. Und so ist es natürlich: der Grenzbeamte merkt, dass ich überzogen habe, bittet mich draussen zu warten.. Eine Stunde später wird mir mitgeteilt, ich müsse morgen wieder kommen, heute sei das Büro, das für solche Fälle verantwortlich ist, schon zu.
    Also checke ich im Hostel (100 Meter von Ecuador entfernt) an der Grenze ein und beschliesse, mich nicht aufzuregen und mich erstmals von der anstrengenden Reise zu erholen.
    Am nächsten morgen gehe ich früh wieder zur kolumbianischen Migration und versuche es einfach nochmals.. verlieren kann ich ja nicht's mehr. Natürlich merken sie es erneut (der Pass wird jeweils gescannt und Computer sind aufmerksam) und ich muss hoch ins Büro um mir anzuhören, was meine Optionen sind: entweder 2 Milionen Pesos (400 Franken) Strafe bezahlen oder mich nach Ecuador deportieren zu lassen (was zur Folge hätte, das ich mein ganzes Leben lang, Probleme bei der Einreise nach Kolumbien haben könnte). Was mir am meisten Probleme und Ärger bereitet, ist der Satz, den der Zollbeamte noch so nebensächlich anhängt: con ambas opciones hay que esperar hasta el próximo martes, tiempo de procesamiento.. (bei beiden Optionen müssen sie bis nächsten Dienstag warten, Bearbeitungszeit) Zu diesem Zeitpunkt ist es Donnerstag morgen!
    Genervt und etwas hilflos verlasse ich das Büro und sage dem Mann in meinem Hotel: "Otra Noche por favor". Der Grenzübergang ist ein lauter, geschäftiger Ort mit 3 Fastfood Restaurants, kein Ort an dem man sechs Tage verbringen will.
    Dann geht es plötzlich schnell und korrupt: als ich in einem Taxi sitze um in Ipiales (die Grenzstadt ist nicht direkt an der Grenze) Geld rauslassen zu gehen frage ich den Txifahrer ob er Kontakte zu Grenzbeamten habe, die mir zur schnelleren Einreise nach Ecuador verhelfen könnten. Er bejaht und fängt zu telefonieren an. Nun geht es wie im Film: wir warten irgendwo an der Strasse auf ein anderes Taxi, zwei weitere Männer steigen in unser Taxi und mir wird grob das Vorgehen erklährt: Sie haben Kontakte zu einem Grenzbeatmten, dieser könne mir noch heute den Ausreise -und Einreisestempel besorgen. Kostenpunkt 500 Dollar! Die ganze Aktion kommt mir merkwürdig und unangenehm vor, dennoch bejahe ich das "Geschäft, übergebe das Geld und wir fahren in mein Hotel um mein Pass zu holen. Nun fahren der Taxifahrer und ich wieder nach ipiales wo er mich bei einem Restaurant rauslässt um mich eine Stunde später wieder dort abzuholen. Wir fahren zum zweiten Taxi und mir wird mein Pass mit den beiden benötigten Stempeln übergeben: Ausreisestempel der Kolumbianer und Einreisestempel der Grenzbehörde Ecuador. Natürlich verlangt noch jeder Beteiligte sein Propina (Tinkgeld) für den Aufwand..
    Als ich zurück an der Grenze aus dem Taxi steige, habe ich noch 5 Dollar im Portemonnaie. Ich gehe in's Hotel, erleichtert, dass es geklappt hat und ich nicht ganz verarscht wurde und stelle fest: Da ich nun alle nötigen Stempel habe, um nach Ecuador einzureisen, will ich dies auch gleich tun (den ein Restzweifel nagt an mir, dass es bei der Einreise Probleme geben könnte).
    Also packe ich euphorisch und nervös meine Rucksäcke und verlasse das bezahlte Hotel Richtung Grenzbrücke.
    Am Ende der Brücke fragt mich eine Grenzbeamtin, ob ich Waffen oder Samen im Rucksack habe. Ich verneine und sie winkt mich mit einem lächeln durch. Da ich den Einreisestempel schon habe, muss ich dem ecuadorianischen Zoll kein Besuch mehr abstatten und kann mit einem innerlichen Lächeln ein neues Land, das lang ersehnte Ecuador betreten!
    Con Plata todo es posible.. Ich habe also Gebrauch gemacht von der Bestechlichkeit von Beamten und unterstütze damit ein systematisches Problem, das an so vielen Orten zu Ungleichheit und Armut führt: die Korruption! Ich bin nicht stolz darauf, ich habe aus meinen Fehlern gelernt und nehme Visa-Geschichten in Zukunft ernster.
    Auf ecuadorianischer Seite steige ich in ein Sammeltaxi und fahre mit meinen letzten Dollars in die ecuadorianische Grenzstadt Tulcan.
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  • Otavalo - im Herzen der Indigenen

    11 augustus 2023, Ecuador ⋅ ☁️ 19 °C

    Schon die Einreise in die Stadt Otavalo hat mich berührt: überall sind wehende Regenbogenfahnen zu sehen, sie stehen für die politische Partei der Indigenen. Otavalo ist die Stadt Ecuador's mit der grössten indigenen Bevölkerung.
    Ich erlebe einen Frieden in dieser Stadt, wie ich ihn noch nie in einer Stadt erlebt habe. Die Frauen tragen wunderschöne traditionelle Kleider und goldenen Schmuck um den Hals. Die Männer haben lange Haare, die sie zum Rossschwanz zusammenbinden und tragen Hüte oder Baseball-Caps.
    Ich verbringe eine Woche hier im wunderschönen Hostel Chasqui (hat viele Terassen, die ich alle brauchen darf) wo mich Manuel, ein sehr liebevoller Mann, respektvoll und angenehm beherbergt.
    Ich erkunde die Stadt, mit ihrem berühmten "Mercado Artesanal", wandere in den "Parque Condor", mache einen Ausflug zu den Wasserfällen "Peguche", besuche den mystischen "Laguna de Cuicocha" (ein See mit zwei Inseln in einem Vulkankrater) und schlendere durch das Dorf "Cotacachi" (das für seine Handwerkskunst aus Leder bekannte ist).
    Im Hostel freunde ich mich mit den anderen Besuchern an: ein paar aus Italien, die in der Garage ihren Dodge zum Camping-Van umbauen, einem jungen Spanier und Steve - ein älterer Amerikaner, der in Ecuador leben möchte und sich desshalb mit den Ämtern hier herumquält. Vor allem mit Steve verbringe ich einige Stunden in der Küche - er erzählt gerne aus seinem "american life" und ich höre gerne seinen Abenteuergeschichten zu ;). Er hat auch Vorfahren aus der Schweiz und ist darauf sehr stolz. Er sagt mir immer wieder, wie privilegiert ich sei und wie dankbar ich für meinen Schweizerpass sein solle.

    Eines Nachmittags nimmt uns Manuel mit in ein Nachbardorf, wo ein Erntedankfest stattfindet. Wir werden Zeugen und Teilnehmer von einem wunderschönen indigenen Tanzfest mit Kostümen, lauter traditioneller Musik, Suppe und Bier. Es ist ein Dorffest, wie ich es noch nie gesehen habe. Alle sind stolz und glücklich. Alle sind da - von den Jüngsten bis zu den Ältesten. Auch der starke Regen, der plötzlich aufkommt, hindert die ausgelassenen Tänzer*innen nicht, mit riesiger Ausdauer in Bewegung zu bleiben.
    Es wird bis tief in die Nacht getanzt und gefeiert. Glücklich und dankbar machen wir uns auf den Heimweg. Da gerade kein Bus fährt, hält Manuel einen Geländewagen an und sie quetschen sich rein. Ich passe nicht mehr rein und steige unaufgefordert hinten auf die Pritsche. Zum Abschluss dieses einmaligen Erlebnisses, darf ich also eine Fahrt mit Blick auf den Sternenhimmel von Otavalo geniessen. Ich fühle mich lebendig.
    Zurück im Hostel kocht der Italiener noch für alle Pasta (muy al dente) und wir lassen das Erlebte bei einem Bier ausklingen.

    Die Menschen aus Otavalo gelten als sehr fleissig und ehrgeizig. Es sind auch viele von ihnen in die ganze Welt ausgewandert. Wenn du also in der Schweiz einen Südamerikaner Panflöte spielen siehst, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass er aus Otavalo stammt :)
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  • Quito

    16 augustus 2023, Ecuador ⋅ ☁️ 19 °C

    Quito ist eine laute Stadt mit viel Verkehr und wildem Treiben - wie jede Grossstadt, die ich in Südamerika kennengelernt habe. Grosse Teile der Altstadt sind jedoch autofrei und dadurch sehr angenehm und schön zum Erkunden. Ich verbringe einige Tage hier, übernachte im "Latino Brothers", ein Hostel mit einer grossen Dachterasse (mein Zimmer ist sogar auf der Dachterasse) mit Aussicht über grosse Teile der Stadt.

    Gerade in meiner Zeit hier sind in Ecuador die Präsidentschaftswahlen.
    Die Stadt ist im Ausnahmezustand. Für drei Tage gilt ein Alkoholverbot und die erhöhte Polizeipräsenz ist sichtbar. Auf der Hauptstrasse, unter meinem Hostel, fahren am Tag der Wahl auch mehrere Konvois mit lauter Polizeibegleitung vorbei. Vielleicht sitzt da unten, im Jeep mit getönter Scheibe, der neue Präsident / die neue Präsidentin (eine Frau ist auch im Rennen) von Ecuador. Ich habe mit vielen Menschen (vor allem Taxifahrern) über das Thema gesprochen. Es gibt einen gemeinsamen Nenner bei allen: Enttäuschung! Der aktuelle Präsident schaue nur für sich, sei tief in die Korruption mit den Mächtigen (Drogenbaronen und Konzernchefs) verwickelt und führe das Land damit in Armut und Gewalt. Ecuador hat sich in den letzen Jahren von einem sicheren und friedlichen Land in ein unsicheres und gewaltvolles Land gewandelt. Dafür gibt es neben dem Versagen des Staates auch eine andere Tatsache: Weil andere Länder (Mexiko, Kolumbien, Venezuela) härter gegen den Drogenanbau -und Handel vorgehen, verschiebt sich das Geschehen nach Ecuador. Es gibt immer mehr Kartelle und Gangs aus diesen Ländern, die sich hier Territorium erkämpfen und dieses danach mit tödlicher Gewalt verteidigen.
    Dies führt zu internationalen Schlagzeilen, welche wiederum dazu führen, dass immer weniger Touristen nach Ecuador reisen. So sehe ich in Quito sehr wenig Menschen aus Europa. Ich war mir diesen Tatsachen von Anfang an bewusst und berücksichtige sie beim Planen meiner Reiserouten.
    Ich fühle mich trotz all den Geschichten, die ich gehört habe, sicher und wohl hier in Ecuador.

    In Quito gefällt mir die riesige Kathedrale sehr gut. Ich besuche sie zwei Mal. Das Bauwerk sieht dem Berner Münster sehr ähnlich, nur alles noch grösser und protziger.

    Ich besuche auch die Mitte der Welt, "Midad del Mundo", (Breitengrad 0`- 0`- 0``) der sich tatsächlich hier, etwas ausserhalb der Stadt befindet.
    Ein indigener Schüler der Universität, den ich in der Strasse kennenlerne (ich gebe immer wieder Interviews an Studenten, die sie für ihr Englisch Diplom machen müssen), begleitet mich spontan dorthin. Er ist eine riesige Unterstützung, denn er kennt den Weg und die Busse.
    Wir führen spannende Gespräche über das Leben in Quito. Er meint, er wolle nicht nach Europa reisen gehen, er möge Europa nicht - die Menschen dort seien rassistisch. Ob da was dran ist?!

    Die Mitte der Welt ist, wer hätte es gedacht, touristisch! Um das Monument (ein begehbares Steinmonument mit integriertem Museum) ist ein Dorf aus Restaurants und Touristenshops entstanden.
    Ich laufe auf dem Equator, besuche den Steinturm , esse in einem Restaurant und schiesse ein paar Fotos. Wie ein Tourist halt!

    Insider Information: die exakte "Mitte der Welt" ist gar nicht dort wo das Monument steht und alle ihr Beweisfoto schiessen. Die exakte "Mitte der Welt" ist ausserhalb dieses Rummels, irgendwo in der staubigen Steinwüste. Wieso das Monument den nicht dort stehe, will ich von der liebenswürdigen Kaffeeverkäuferin wissen. Sie zeigt sich überrascht und etwas ertappt und fragt mich woher ich dies wisse..
    Woher ich dies weiss? Eben, Insider Information.
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  • KURUKSETRA

    21 augustus 2023, Ecuador ⋅ ☁️ 16 °C

    Ich verlasse Quito mit dem Bus mit einem wohligen Gefühl an einem grauen Tag. Ich fahre nach Santo Domingo, wo ich ins Taxi wechsle und bis an die Pforten von Kuruksetra (), meinem neuen Wohn -und Arbeitsort gefahren werde.
    Unterwegs habe ich zwei angenehme Bekanntschaften gemacht. Felix, der in Santa Marta, Kolumbien lebt und mit seinen Brüdern in Santo Domingo ein öffentliches WC betreibt. Er zeigt er mir mit vollem Stolz die Videoüberwachungsbilder der Toilettenanlage auf seinem Handy - so eine saubere Toilette gebe es weit und breit keine Zweite!
    Er erzählt mir auch von seinen Erfahrungen mit Ayahuasca hier bei den indigenen Menschen (los Colores oder los Tsáchilas).
    Und Ugo, der Taxifahrer, ein Mensch mit einem strahlenden Herz. Er lebt mit seiner Tochter auf seiner Finca und verdient sein Lebensunterhalt mit Taxifahren und dem Anbau von den hier üblichen Kulturen (Mais, Kakao, Kaffee, Maniok, Fruchtbäumen).

    Im Kuruksetra begrüssen mich Christian (der Gastgeber/aus Ecuador) und Ekanard (ein etwas älterer Volontär aus Kolumbien/Ecuador). Oben in der Finca, inmitten der Jngel ähnlichen Natur, treffe ich noch auf Andro (Veganer Aktivist, ewig Reisender und wohl ein echter Hippie aus den 68ern aus Zürich), und Francois und Violette (junges Paar aus Nantes, Frankreich).
    Ich werde sehr liebevoll und offen in die Gruppe aufgenommen- wir essen, bei Kerzenschein und Feuer, Reis mit Gemüse und scharfem Papkrikaöl (Pimienta) und tauschen uns über das Reisen, die Sprachen, den Veganismus, Hare Krishna, und Musik aus.
    Ich verbringe hier an diesem magischen Ort mehr als eine Woche. Wir arbeiten intensiv am Morgen und ruhen uns dementsprechend aus am Nachmittag. Die Tage vergehen schnell, ich lerne viel über Kaffee, über Hare Krishna, über das Leben in Ecuador und über mich selbst.
    Spanisch ist hier die Hauptsprache, was mich auch in dieser Hinsicht weiterbringt.
    Die Höhepunkte sind für mich die beiden Zeremonien, die wir hier erleben dürfen: Schwitzhütte und Ayahuasca. Die Schwitzhütte am Samstag und Ayahuasca am Sonntag - ein Wochenende voller Reinigung und Selbsterkenntnis.
    Die Ayahuasca Zeremonie findet etwa 20 Autominuten in einem Dorf der Tsáchilas statt. Der Curandero ist ein kleiner Mann mit knallrot gefärbten und nach vorne gegelten Haaren. Dies irritiert mich zuerst etwas.. erst später dämmert es mir: diese spezifische Frisur ist die traditionelle Haarpracht der indigenen Tsáchilas Männer..
    Über meine Erfahrung mit der Liane der Geister (Aya Huasca) spreche ich gerne persönlich mit dir.
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  • Pedernales

    30 augustus 2023, Ecuador ⋅ ☁️ 28 °C

    Ich reise weiter durch's Land Richtung Westen an die Pazifikküste Ecuadors. Die Bussfahrt ist sehr kraftvoll und erfüllend für mich. Zum einen fühle ich mich nach der Ayahuasca Zeremonie körperlich und mental sehr gereinigt, was zu einem erhöhten Bewusstseinszustand führt und mich die Freude des Seins intensiver erleben lässt, zum anderen ist die hügelige, sehr grüne Landschaft einfach wunderschön zu Betrachten und an sich vorbeiziehen zu lassen.

    Auch die Ankunft in Pedernales ist magisch - ich steige auf ein Mototaxi um und sage dem Fahrer nur: a la playa por favor! Er fährt mich bei Sonnenuntergang durch die lebendige Kleinstadt und plötzlich: am Ende der Strasse kommt das Meer in seiner Weite und Tiefe zum Vorschein. Er lässt mich am Strand raus und dann stehe ich da, mit all meinem Gepäck, (grosser Rucksack, kleiner Rucksack, Ukulele) mitten im Meereswind, über mir Möwen und neben mir die grossen Wellen und ein riesiger Sandstrand. Ich bin glücklich! Solche Momente sind für mich die Essenz des Reisens.

    Zeffira, eine ehemalige Schulfreundin von mir, wohnt seit knappen 3 Wochen hier ganz in der Nähe mit ihrer Tochter Nina.
    Ich treffe sie im Nationalpark Lalo Loo.
    Dann zeigen sie mir ihr neues Zuhause und wir springen ins wilde Meer, das ganz in der Nähe ist. Es ist immer sspeziell und wohltuend Menschen, die man kennt, am anderen Ende der Welt zu treffen!

    Der Weg zurück nach Peternales wird noch zum kleinen Abenteuer. Als ich mich von Zeffira und Nina verabschiede ist es schon am dunkel werden. Ich laufe der Haupstrasse entlang und hoffe, den nächsten Bus anhalten zu können. Mittlerweile ist es dunkel und ein Bus ist noch keiner gekommen. Ich laufe weiter, die Autos rauschen an mir vorbei, mit dem Handylicht mache ich auf meine Anwesenheit in der dunklen Nacht aufmerksam. Plötzlich kommt ein Bus - bumm - fährt vorbei, hat mein Winkzeichen wohl zu spät oder gar nicht erkannt.
    Ich laufe eine gute Stunde weiter in die einsame Nacht, nur die lauten Lastwagen und schnellen Autos unterbrechen die Stille jeweils für ein paar Sekunden. Irgendwann erreiche ich einen Ort mit einer Bushaltestelle, einem kleinen Laden und wartenden Menschen. Dankbar und hungrig kaufe ich Kuchen, Chips und eine Cola und setze mich am Strassenrand hin.
    Wieder warte ich lange.. es will einfach kein Bus kommen. In der Bushaltestelle chillen drei junge Männer mit Bier. Sie rufen mich zu sich und bieten mir ein Bier an. Junge Bauarbeiter, die an der Bushaltestelle ihren Feierabend geniessen. "Suave" ist die Hauptantwort auf meine Fragen ;). Sie wollen wissen, was ich hier mache, woher ich komme und wie die Frauen denn in der Schweiz seien (das werde ich auch sonst gerne gefragt) - noch bevor ich eine ausführliche Antwort geben kann rast mein Bus an, die Jungs geben ihm Zeichen zu halten und ich springe auf!

    Hasta luego!
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  • Manta

    2 september 2023, Ecuador ⋅ ☀️ 30 °C

    Von Pedernales reise ich nun südlich die Küste runter und besuche die Orte, die mich ansprechen. Oft reise ich auch mit meiner Intuition; heisst ich informiere mich im Voraus nicht akribisch über die Gegend, die ich besuche und lasse mein Gefühl in die Entscheidungen miteinfliessen. Ich mag das so. So lerne ich einen Ort kennen, ohne zuvor schon alle Highlits im Internet gesehen zu haben.

    Mein erster Halt ist im Fischerdorf Canoa. Wie viele Strände hier, ist es wegen seinen grossen Wellen bei Surfern beliebt. Es gibt sehr viele Restaurants und Bars im ganzen Dorf, nur besucht sind sie nicht gut - ich sitze ganz alleine in der Pizzeria, also höre ich zum Essen einen Podcast um etwas Abwechslung von den eigenen Gedanken zu haben.

    Am nächsten Tag reise ich durch wunderschöne Landschaften nach Manta. Ecuador ist landschaftlich schon beeindruckend abwechslungsreich. Hier tauchen plötzlich Reisfelder (?) und wunderschöne Bäume, die ich als afrikanische Bäume bezeichnen würde, auf. Sie haben einen dicken Stamm uns strahlen viel Wissen und Stärke aus.
    Als ich Gabriela (meine ecuadorianische Freundin in der Schweiz) nach den Bäumen frage, klärt sie mich auf: Der Baum heisst "Ceiba" und produziert etwas ähnliches wie Baumwolle.

    In Manta treffe ich, an meinem zweiten Abend, Pam (wir haben uns über eine Datingapp kennengelernt). Ich hole sie beim grossen Shoppingzentrum "Pacifico" ab und wir verbringen die Zeit zusammen vor meinem Hotelzimmer und im Swimmingpool. Wir verstehen uns gut und die Energie stimmt.
    Sie übernachtet bei mir. Doch irgendwie können wir beide nicht schlafen, also entscheiden wir uns um 4 Uhr morgens runter an den Strand zu gehen, wo wir in der ruhigen Nacht dem Meer entlang spazieren.

    Am nächsten Tag besuchen wir eine beliebte Empanaderia (hat mir auch Gabriela, die hier in Manta aufgewachsen ist, empfohlen) und haben es lustig zusammen.

    Die folgenden Tage verbringe ich abwechselnd alleine und mit Pam in Manta.
    Wir gehen zusammen ins Kino, ich erkunde die Stadt, wir schauen uns auf der Grossleinwand am Malecon den Fussballmatch Ecuador gegen Argentinien an (Pam ist grosser Ecuador Fan), ich verbringe einen schönen Nachmittag am Strand.
    Pam studiert Englisch und Pädagogik an der Uni hier. Sie hat jeweils von Freitag Mittag bis Montag Abend frei. Ich frage sie, ob sie mit mir für diese Zeit nach Puerto Lopez reisen will. Sie ist dabei.

    Wir treffen uns am Freitag Abend vor dem Terminal und reisen zusammen über Jipijapa nach Puerto Lopez. Die Fahrt in die Nacht hinein ist für mich sehr berührend und wohltuend. Der Bus ist voll mit Schüler*innen und anderen Heimreisenden, Pam und ich hören zusammen Musik und geben uns die Hand. Ich fühle mich glücklich und angekommen.
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  • Puerto Lopez

    8 september 2023, Ecuador ⋅ ⛅ 25 °C

    Unsere Zeit in Puerto Lopez ist sehr erlebnis -und abwechslungsreich.
    Gerade um diese Zeit, im August und September kommen Wale in die Küstennähe von Puerto Lopez, wo sie ihre eindrücklichen Paarungtänze abhalten.

    Pam und ich nehmen an einer Walbeobachtunstour teil.
    Wir brettern in grossem Tempo der Küste entlang, wobei wir am Ufer, Seelöwen zu sehen bekommen.
    Weiter im Meer tauchen die Wale auf: zuerst sehen wir die riesigen Gestalten an der Oberfläche des Wassers schwimmen und wieder eintauchen. Wir fahren an eine andere Stelle und plötzlich springt ein Wal ganz in unserer Nähe aus dem Wasser, dreht sich eindrücklich in der Luft und landet mit lautem Platschen wieder im Wasser. Wir sind alle gerührt und begeistert.
    Jedes Mal, wenn sich dieses Spektakel nun wiederhohlt, schreien alle auf dem Boot auf - wow! mira! woooah! Die Sprünge machen übrigens nur die Männchen um die Weibchen "rumzukriegen".

    Auf dem Rückweg halten wir bei einem Korallenriff und bekommen Taucherbrille und Schnorchel. Ich sehe blaue Fische und riesige Seesterne.
    Pam kann nicht schwimmen. Mit der Schwimmweste und an meiner Hand, wagt sie sich dennoch auf einen Tauchausflug. Sie ist, obwohl sie mit dem Schnorchel struggelt, begeistert. Als wir zurück zu unserem Boot schwimmen, tauchen wir beim falschen auf. Denn: wir sind nicht alleine - da im Moment "Walsaison" ist, sind um die 20 Boote unterwegs..

    Wir übernachten im "Casa Heidi" mit Terrasse und Sicht auf die Fischverarbeitungsstelle (wo der frische Fang für die Restaurants und Läden ausgenommen wird) und das Meer.

    An unserem zweiten Tag in Puerto Lopez mieten wir Fahrräder und fahren etwas mehr als eine Stunde zum naturbelassenen und sehr sauberen Strand "los Frailes".
    Fahrradfahren ist für Pam eine Herausforderung, sie ist das letzte Mal als Kind gefahren.. Desshalb fahren wir sehr langsam durch die Gegend. Obwohl es alles geradeaus, durch einen wunderschönen Wald geht, ist es für sie sehr anstrengend. Ich glaube, sie ist eswas hässig auf mich (ich fahre manchmal halt in meinem Tempo etwas davon). ;)

    Beim Eingang wird man kontrolliert und alles was Abfall verursachen könnte muss man im Schliessfach zurücklassen. Ein gutes Konzept, da leider auch in Ecuador littering sehr verbreitet ist und wie in anderen Ländern Südamerikas teil der modernen Kultur zu sein scheint.
    Um 16 Uhr kommt die Strandewache (eine Frau mit einer Pfeife) und befiehlt allen, den Strand wieder zu verlassen. Der Strand hat also Öffnungszeiten!

    Auf dem Rückweg möchte Pam am liebsten das Taxi nehmen. Sie stöhnt und klagt. Ich sage ihr, sie solle das Taxi nehmen und schon mal zurück ins Casa Heidi gehen. Alleine will sie jedoch nicht. Tapfer schliesst sie sich mir an und wir fahren los.
    Der Rückweg fällt ihr viel leichter (es ist auch kälter und bewölkt), ich staune wie schnell wir unterwegs sind und sie bekommt richtig Freude am fahren!
    Als wir happy im Dorf ankommen setzen wir uns bei Einbruch der Nacht an den Strand und verbringen schöne Augenblicke in heiterer Zweisamkeit.
    Nach dem Znacht (ich esse sehr feinen Fisch an Kokossauce) will Pamela nochmal's aufs Bike steigen und durch's dunkle Dorf kurven. Sie ist mittlerweile richtig angefressen, ja schon fast etwas süchtig nach Fahrradfahren.

    Nachdem sich Pam am ersten Abend, beim lokalen Piercer ein Septum stechen liess, bin heute ich dran. Ich lasse mir ein Pircing im Ohr stechen. Wir finden den Piercer etwas speziell und trotzdem liebeswert: er zeigt keine Emotionen, spricht nur das absolut nötigste, macht aber seine Arbeit sauber gut und sehr billig (ich bezahle 6 $ für mein Ohrenpiercing mit Stechen, zum Vergleich: in der Schweiz zahlt man dafür circa 70 Franken).

    An unserem letzen Tag in Puerto Lopez kehren wir nochmals zu den abgelegenen Stränden zurück. Dieses Mal mit dem Bus. Wir besuchen den Strand "Playa Prieta" - er ist noch wilder und hat schwarzen Sand. Da es heute bewölkt und Montag ist, haben wir den Strand fast für uns alleine.

    Auf dem Rückweg steigen wir noch hoch zum "Mirador", von wo wir alle drei Strände aus der Höhe sehen. Es gleiten Möwen und Greifvögel durch die Winde und das Meer tobt unter uns. Ich fühle mich sehr friedlich und zufrieden.
    Hier sehe ich auch zum ersten Mal in meinem Leben den "Palo Santo" Baum. Wenn man sich ihm annähert, riecht man den typischen Geschmack des Holzes. Es wird zur (spirituellen) Reinigung verwendet und hält ausserdem Moskitos fern.
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  • Montañita

    11 september 2023, Ecuador ⋅ ☁️ 26 °C

    Spanien hat Mallorca, Amerika hat Las Vegas, Indien hat Goa und Ecuador hat Montañita!

    Montañita ist der berühmt berüchtigte Partyort Ecuadors schlechthin. Ein Dorf am Meer voller Discos, Bars, Foodständen und wilden Partys.

    Pam und ich reisen spontan nach Monatañita, jedoch an einem regnerischen Montagabend. Ich bin diesem Ort gegenüber schon vor der Anreise ambivalent eingestellt. Ein Teil in mir möchte, dieses Mallorca von Ecuador erleben und einmal eine wilde Partynacht geniessen, ein anderer Teil in mir sträubt sich gegen solche Orte und möchte einen grossen Bogen darum machen.
    Desshalb bin ich schlussendlich froh, das an einem Montagabend die grosse Party schon vorbei ist und sich der Ort von seiner ruhigen, angenehmen Seite zeigt.
    Wir schlendern durch die Strassen, spazieren bei Nieselregen der Strandpromenade entlang und verpflegen uns mit "Comida Rapida" (Fastfood).
    Am Wochenende, wenn das Partyvolk kommt, seien die Strassen hier übervoll und die Stimmung verrückt.
    Jetzt ist es angenehm ruhig, ein paar Freaks rennen umher und wollen uns Marijuana verkaufen, die Locals sitzen in ihren Geschäften und Essensständen am Handy oder quatschen miteinander.
    Nach einem Bier gehen wir in unser Hostel (das Kiwi heisst) und ich bin einfach nur froh, dass Montag und nicht Freitag ist.
    Ich spüre das Pochen in meinem Ohr, bin etwas fiebrig und merke, wie mein Körper mit der Heileung der Piercingwunde auf Hochtouren beschäftig ist. Bei diesen Umständen wäre eine Party denkbar kontraproduktiv.

    Am nächsten Tag gehen wir für's Frühstück einkaufen und ich sehe noch den charmanteren Teile des Dorfes.
    Um 16 Uhr gehen wir in eine Bar und schauen uns das zweite Spiel der WM Qualifikation von Südamerika an. Ecuador empfängt in Quito Uruguay.
    Ich geniesse das Geschehen (fast alle tragen das gelbe Shirt von Ecuador und ich scheine der einzige Gringo in dieser Fussballbar zu sein) und amüsiere mich über die mitfiebernde Pam.. sie ist die grösste Expertin und der lauteste Fan von allen hier. Zum Glück gewinnt Ecuador mit 2:1.
    Wir müssen jedoch schon 15 Minuten vor dem Abpfiff los, denn Pam's Bus zurück nach Manta fährt um 18 Uhr. Wir springen zum Hotel, sie packt ihre Sachen, gibt mir einen Kuss und rennt auf den Bus..
    So schnell wie sie in mein Leben gekommen ist, ist sie daraus auch wieder verschwunden.
    Ich atme ein paar Mal durch, bin dankbar für all die gemeinsamen Momente und verlasse das Hotel mit all meinem Gepäck Richtung Bus.
    Als ich an die Strasse komme steht da schon mein Bus, der mich nach Santa Elena fährt.
    Beim einsteigen sehe ich etwa 20 Meter weiter hinten Pam am Strassenrand stehen. Ich muss jedoch mein Gepäck einladen und einsteigen.
    Sekunden später entferne ich mich von der Haltestelle ohne ihr noch zugerufen zu haben.
    Ein weiterer Abschied. Ich bin auch in dieser Hinsicht ambivalent. Es macht mich stets wehmütig, eine Person, die ich ins Herz geschlossen habe, zu verlassen. Anderseits spüre ich auch eine grosse Freiheit, Raum für mich und Dankbarkeit, wenn ich wieder alleine "on the road" bin.
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  • Baños

    14 september 2023, Ecuador ⋅ ☁️ 21 °C

    Von Montañita fahre ich über Santa Elena (wo ich in einem niederschwelligen Hostel übernachte- es hat den Touch wie aus einem gefährlichen Drogenfilm) via Guayaquil, via Riobamba, via Ambato nach Baños.

    Es ist eine schöne und beeindruckende Busreise. In der ersten Stunde der Fahrt steigen etwa 7 fliegende Händler dazu und preisen ihre Ware (Ladekabel, Parfüm, Essen) in professioneller Weise mit Vortrag durch einen umgehängten Lautsprecher an.
    Die Landschaft ist wieder gebirgiger und die Luft deutlich kälter (erinnert mich an Peru), wir fahren am Berühmten Vulkan von Riobamba vorbei und kommen bei Dunkelheit in Baños an.

    Es wurde mir unterwegs immer wieder empfohlen, Baños besuchen zu gehen. Es ist ein "Kurort" in gebirgigen Hügeln mit heissen Thermen, eine riesige Vielfalt an Wasserfällen und einem grosses Outdoor-Action Angebot für Touristen.

    So bin ich durch die Zufälle des Reisens tatsächlich hier gelandet. Eigentlich wollte ich nach Cueñca, doch das Leben will es anders und ich passe mich diesen höheren Zeichen sehr gerne an. Ich finde es schön, manchmal nicht zu viel zu planen, um zu schauen wo das Leben mich hinbringt. Diesen Luxus habe ich beim alleine Reisen, da gibt es nur mich und die vielen Möglichkeiten - manchmal ist dies Freiheit, manchmal (wenn die Intuition nicht klar ist) ist es eine Überforderung.

    Baños gefällt mir auf Anhieb. Ich miete ein Fahrrad und besuche damit wunderschöne Wasserfälle in einer saftigen, blühenden Natur (die mich an die Schweiz erinnert), gleite wie Spiderman über das Tal (Touristenattraktion) und geniesse erholsame Momente im 40 Gradigen Quellwasser der "Termas de la Virgin" mit Sicht auf einen weiteren, plätschernden Wasserfall.
    Im lokalen Markt gehe ich meine Fruchtsäfte trinken (erinnert mich an Cusco) und gönne mir vor meiner Weiterreise noch eine stündige Massage. Wow tut das gut, sich wieder einmal entspannt und gelöst von allen blockierenden Energien zu fühlen.
    Mit diesem Glücksgefühl spaziere ich, mit meinen Lieblingssongs in den Ohren, durch das nächtliche Baños zum Terminal und verlasse diesen Kraftort nach 2 Übernachtungen Richtung Oriente (Amazonas Gebiet Ecuadors).
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  • Tena - Das Tor zum Amazonas

    22 september 2023, Ecuador ⋅ ⛅ 29 °C

    Ich reise über Puyo (wo ich 2 Tage Halt mache) nach Tena. Die fahrt ist wunderschön, der Bus kurvt durch Jungellandschaften, vorbei an einfachen Häusern aus Holz, an kleinen Sportstadien aus Beton, denen meist ein kleines Dorf folgt.
    Wir fahren hier in das Land der Kichwa und einiger anderer Uhreinwohner.
    Wieder zeigt sich Ecuador von einer ganz anderen Seite: es ist merklich heisser hier, die Luft ist feucht und die Menschen haben dunklere Haut, andere Augen, sprechen Kichwa.. Ich bin also angekommen - im Amazonas Ecuadors!

    Tena hat ganz einen anderen Flow, eine andere Grundstimmung als andere Städte Ecuadors. Es liegt eine Ruhe in der Luft, Raum zum Atmen und keine westliche Hektik und Wettbewerbskampf.
    Ich sehe viele Kinder, auf dem Nachhauseweg von der Schule, sie schlendern zufrieden und unbeschwert in ihren gepflegten Schuluniformen durch die Stadt.
    Die Menschen scheinen sich hier zu kennen, man grüsst sich, es wird gewitzelt und gequatscht. Natürlich ist auch hier ein gewisser Alltags-Struggle spühr -und sichtbar. Dennoch nehme ich eine familiäre, friedliche Stimmung unter den Menschen war.

    In den folgenden Tagen besuche ich mehrmals den wunderschönen Stadtpark und den Aussichtsturm gleich daneben.
    Der Parkwächter sagt mir, der Park sei nur mit Guide begehbar. Weil es schon Nachmittag ist, lasse ich es sein und verbringe schöne Stunden im erfrischenden Wasser des Stadtflusses Napo.
    Vom Aussichtsturm habe ich eine wunderbare Aussicht über die (überschaubare) Stadt und den wilden, üppigen Urwald rings herum.
    Die Abendsonne streift mein Grinsen und ich fühle mich glücklich und frei.

    Am nächsten Tag schleiche ich mich in den Stadtpark. Es tut sich ein Urwald mitten in der Stadt auf. Die Bäume, Pflanzen, Blätter, Tiere und Geräusche dieses Parkes sind unvergleichbar mit jedem Stadtpark, den ich in meinem Leben besucht habe.
    Schnell wird mir auch klar, wesshalb der Park nur mit Guide besucht werden kann. Der Anfangsbereich des Parks ist liebevoll gepflegt und der Weg führt über einen intakten Steg, der einen Meter über den wilden Pflanzen und Tieren ist.
    Im hinteren Teil des Parks ist von diesem Steg nur noch das Betongerüst (auf dem die Holzlatten befestigt wären) sicht -und begehbar.
    Ich stosse auf Betonbauten - auch hier steht nur das Grundgerüst der Gebäude. Zudem ist alles überwachsen und voll mit Blättern. An einer Wand entdecke ich eine kräftig strahlende Wandmalerei einer Raubkatze. Mein Künstlerherz tanzt vor Freude. Dieser Ort ist eignet sich perfekt um das Musikvideo zu meinem Song "Natural High" zu drehen.
    Der Stadt ist beim Bau dieser Parkanlage wohl das Geld ausgegangen..

    In den nächsten Tagen versuche ich herauszufinden, wie ich von der Stadt tatsächlich in den Amazonas komme. Dies ist nämlich gar nicht so einfach.
    Ich besuche Agenturen, schreibe mit Menschen und lasse mir von meiner Ecuador Korrespondentin Gaby helfen.

    Ich besuche (auf eigene Faust) einen wunderschönen Wasserfall im Urwald und habe diesen magischen Ort beim ankommen ganz für mich alleine. Ich klettere das Flussbeet hoch und treffe auf unberührte Natur von seiner schönsten Seite. Grosse Steine, wildes Wasser, Sandbänke, exotische Vögel und rundherum das üppige und wilde Grün des Waldes.
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