• Horu - born4adventure
  • Samuel Basler
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  • Samuel Basler

Namibia / Botswana Teil I

Namibia gilt weltweit als eines der ultimativen Länder für Overlander und
Selbstfahrer. Eine Kombination aus unendlicher Weite, spektakulären
Wüstenlandschaften, wilden Tieren und einer hervorragend ausgebauten
Camping-Infrastruktur. Wir kommen!
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  • Maun

    July 7 in Botswana ⋅ ☀️ 25 °C

    In Maun legen wir eine zweitägige Zwischenstation ein. Das Übliche: Diesel, Lebensmittel, Cash aufstocken, das Unübliche:
    Maun bietet eine hervorragende Ausgangslage für einen Scenic Flight. Ein Rundflug mit dem Hubschrauber über das Okavango-Delta ist das ultimative Safari-Erlebnis in Botswana, da viele entlegene Wasserwege und Tierherden nur aus der Luft erreichbar sind. Die Flüge werden in der Regel „Doors-Off“ (ohne Türen) durchgeführt, was Fotografen eine uneingeschränkte Sicht auf Elefanten, Flusspferde und Giraffen garantiert. Kalt es, wie immer, mogens um 06.00 Uhr, noch kälter in luftiger Höhe!

    45 Minuten vergehen wie im Fluge - jetzt weiss ich, woher die Redewendung stammt. Zu unseren Füssen und Seiten präsentiert sich ein unbeschreibliches Panorama-Erlebnis aus der Vogelperspektive. Unvergesslich!

    Etwas unterkühlt, weden wir zum Audi-Camp zurückgefahren. Zuerst verkrieche ich mich unter die Decke, um mich aufzuwärmen, bis mir der warme Kaffeegeruch unserer Bialetti aus dem unteren Geschoss in die Nase steigt.

    Noch eine kurze Verabschiedung von Niki, Sandro und Iris, welche wir vor drei Tagen getroffen haben (Iris: von Zermatt nach Capetown, Alleinfahrerin).

    Audi Camp *** 2d
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  • Von Maun nach Mababe

    July 9 in Botswana ⋅ ☀️ 24 °C

    Die Selbstfahrertour von Maun bis nach Savuti ist ein echtes Allrad-Abenteuer durch tiefen Sand und unberührte Wildnis entlang des Okovango-Deltas. Die Strecke ist etwa 170 bis 200 km lang und führt uns 4x4 über Wellblechpisten und tief ausgefahrene Fahrrinnen. Diese rumpelige Strecke von 107 Kilometer dauert rund 4 Stunden. Wir übernachten im Mababe River Campsite und essen dort noch ein feines z’Nacht. Danach werden wir von lautem Elefantengeschrei und Hippopusten in den Schlaf „gesungen“ …. so flackert unser Lagerfeuer zum Tagesabschluss alleine vor sich hin - es ist auch wahnsinnig kalt geworden.

    Mababe River Lodge Campsite ***** 1d
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  • Khwai - Mbudi River

    July 10 in Botswana ⋅ ☀️ 23 °C

    Khwai soll für Selbstfahrer genial sein - keine Nationalparkgebühren. Die Khwai Community Concession wird von der lokalen Gemeinde verwaltet. Fahrten durch dieses Gebiet (ausgenommen das offizielle Moremi-Parkgebiet) kosten keinen Tageseintritt. Das Gebiet ist berühmt für riesige Elefantenherden, Löwen, Leoparden, Hyänen und die seltenen afrikanischen Wildhunde. Die beste Zeit für Selbstfahrer ist die Trockenzeit von Mai bis Oktober.

    Von Manabe aus führt eine machbare Schotter- und Sandstrasse Richtung Nordosten nach Khwai. Wir durchfahren (wohl ohne Bewilliging, da keine Buchung) wunderschöne, naturbelassene, Camps der lokalen Gemeinde direkt am Flussarm Mbabe. Sie sind komplett uneingezäunt, sodass Elefanten und Hyänen nachts direkt durchs Camp laufen können. Die Stellplätze bieten rudimentäre sanitäre Anlagen. Alle Campsites müssen unbedingt Monate im Voraus gebucht werden, da die Plätze stark limitiert sind - genau richtig, für unsere Art zu reisen! :-(
    Hier lässt sich nichts finden, weder eine Reception, noch ein Gate, Die Plätze liegen km-weit auseinander, und wir fahren mitten duchs Gestrüpp. Von (sichtbaren) Tieren keine Spur. Zum Glück finden wir in der privat geführten und traumhaft gelegenen Kghwai Mokoro Safari Lodge für zwei Tage Platz, direkt am Mbudi River gelegen. Hier machen wir dem Lodge-Namen alle Ehre und gehen auf eine Mokoro-Safari.

    In der Nacht spielt sich so einiges um Horu ab: Hippos, Frösche, Hyänen und alles, was wir verschlafen haben.

    Unser nächstes Ziel ist (wäre) Savuti, gleiches Problem: Ein ausgebuchter Campsite. Cisco, der Manager unserer jetzigen Lodge, versucht sein Bestes für uns. Nichtsdestotrotz, wir fahren einfach hoch, ohne Buchung (wäre aber zwingende Voraussetzung für die Durchfahrt in den Chobe Nationalpark. Born4advenure! Wie unsere heutige Flussdurchfahrt - ohne vorheriger Abklärung!

    Khwai Mokoro Safari ***** 2d
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  • Savuti

    July 13 in Botswana ⋅ ☀️ 28 °C

    Diese, tief im Chobe-Nationalpark liegende Region ist legendär für ihre Raubtiere (Löwen, Leoparden, Hyänen). Doch Achtung: Die Pisten hierher bestehen teilweise aus extremen Tiefsandpassagen, die hohe Fahrpraxis fordern. Sam steht wieder eine Prüfung bevor.

    Wir fahren zurück nach Mabudu und übernachten nochmals in der Mabudu Safari Lodge. Hier treffen wir - wider Erwarten - nochmals auf Iris, Nici und Sandro. Der gesellige Abend dauert nicht lange, denn wir wollen am nächsten Morgen um 08.00 Uhr über das Mababe Gate (Chobe NP) nach Savuti starten. Um 08.01 Uhr sind wir (fast) just in time. Natürlich hat uns Iris’ selbst gebackenes Brot mächtig auf die Morgensprünge geholfen. Danke Iris!

    Wir befinden uns mitten in der botswanischen Trockenzeit. Das sind hervorragende Bedingungen für eine „trockene“ Reise: Deshalb wählen wir die „Marsh Road“ (östliche Roue) - auf Nichtempfehlung der Dame am Gate.

    Da das Wasser in der Savuti-Marsch komplett zurückgeht, konzentrieren sich riesige Tierherden an den verbleibenden Wasserlöchern. Der Juli gilt als absolute Spitzenzeit für Raubtier- und Elefantenbeobachtungen entlang dieser Strecke. Wir werden von Hippos kurz vor der Abzweigung der Marsh Road begrüsst, später von Elefanten, Giraffen, Antilopen und Gnus. Natürlich auch unzähligen Vogelarten; was für ein Paradies für Ornithologen!

    Der ursprüngliche Schlammboden ist komplett ausgetrocknet, und der Untergrund hart wie Beton. Jedoch erschweren hinterbliebene, tiefe „Elefanten-Footprints“ aus der Regenzeit das Befahren der Piste. Es wird arg rumpelig und die Stachelbüsche streicheln Horu von allen Seiten SEHR unsanft.

    Nach 4.5 Stunden höchster Konzentration (infolge Pistenverhältnissen und Tiersichtungen) stehen wir vor dem Savuti Campsite mit immer noch vagen Aussichten auf einen Platz. Weiss „Eledi D.K.“ vom SKL-Gate (so haben wir den Namen jedenfalls verstanden) Bescheid über unsere Reservation, die Cisco für uns organisiert hat??? - Sie weiss und begrüsst uns freundlich. Sie lässt uns nochmals mit Cisco sprechen, er ist erfreut, dass wir das Camp unbeschadet erreicht haben. Am Ankunftstag fallen unsere Tiersichtungen, wider Erwarten, sehr bescheiden und beinahe schon frustrierend aus. Wir stecken aber unsere Köpfe nicht in den Pistensand. und werden tags darauf fündig - aber leider ohne Katzen!

    Mababe Safari Lodge ***** 1 d
    Savuti Campsite SLK ** 2d
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  • Wieder zurück in Kasane

    July 15 in Botswana ⋅ ☀️ 26 °C

    Nach einem überraschenden Elefanten- und Hyänenbesuch auf unserem Camp, machen wir uns am nächsten Tag auf die Weiterfahrt durch den Chobe Nationalpark und das Chobe Reserve Richtung Norden, wo wir die Wildnis durch das Ngoma Gate wieder verlassen. Schon nach unserem Frühstück „on the road“ steht es mit meinem Magen nicht zum Besten. Höchst unangenehmes Völlegefühl, und die Fahrt dazu ist und bleibt anstrengend, Adrenalin-geladen und zum Festhalten rumpelig. Nach sechs Stunden Pistengerumpel, erreichen wir endlich das Senyati Safari Camp bei Kasane - ohne Reservation. Ich will nur noch liegen! Alles ausgebucht, aber zum Glück hat die Dame an der Reception Erbarmen und kann noch etwas arrangieren. Um 16.00 Uhr kommt mein Magen endlich zum Liegen und der schmerzende Kopf kommt zur Ruhe. Ich schlafe bis zum nächsten Morgen durch. Ich vermute, das Intermezzo ist das Ergebnis von zu viel Frühstück „on the road“, stundenlangem Rumpelkistenfahren und einer viralen Dosis von Irgendetwas. Das Fieber hat geholfen, am Folgetag bleibt ein sanftes Frühstück wieder da, wo es bleiben sollte.

    Hier haben wir noch Zeit und Internet dazu, unseren Trip durch das Central Kalahari Game Reserve zu planen. Eine Reise in dieses Reserve erfordert eine extrem gründliche Vorausplanung, da der Park komplett unerschlossen ist und keine Tankstellen, Strom oder Wasserstellen für Selbstfahrer bietet. Für ein sicheres und unvergessliches Erlebnis in der Kalahari-Wüste müssen die Stellplätze und Genehmigungen Monate im Voraus gebucht werden. Ja, richtig gelesen, und wir planen gena drei Tage vorab!!! So quellt unsere Freude auch über, als uns Plätze zugesagt werden. Doch die Freude währt nicht lange, der Buchungsagent hat sich im Kalenderjahr geirrt; im 2027 hätte es geklappt

    Step by Step, weiter gehts im nächsten ….
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  • Fahrt zum Matswere Gate Kalahari

    July 18 in Botswana ⋅ ☀️ 27 °C

    Schlussendlich bekommen wir zwei letzte Plätze auf der Südroute zugesprochen. Letiahau Campsite (CKWIL-06), als erste Übernachtung, mit 110 km Sandfahrt ab dem Gate. Piper Pan 2 (CKPIP 02) wird nach 70 km Piste unser zweiter sein. 70 km weiter südlich, werden wir den Nationalpark verlassen haben. Noch nicht genug, dann stehen uns noch 166 km Sandpiste in Aussicht. Wir sind halbflücklich darüber, eigentlich hatten wir die Nordroute im Visier mit weniger langen Fahrstrecken, aber wir nemen, was uns spontan übrig bleibt.

    Das Central Kalahari Game Reserve (CKGR) ist eines der grössten und einsamsten Schutzgebiete der Welt. Wer die absolute Wildnis, endlose Weiten und die Begegnung mit den berühmten schwarzmähnigen Kalahari-Löwen sucht, ist hier richtig.

    In dieser Region gibt es keinerlei Infrastruktur. Wir machen uns für dieses Abenteuer bereit, machen noch SPAR-Einkäufe und tanken genügend Diesel. Wir müssen komplett autark sein (Treibstoff, Wasser und Lebensmittel für mehrere Tage im Auto mitführen, Sonnenenergie werden wir genügend haben.

    Wir spekulieren und kommen absichtlich erst um 15.00 Uhr am Matswere Gate an, um die Nacht am am Gate verbringen zu dürfen und am kommenden Morgen unsere erste, lange Etappe in der Morgenfrüh zu starten. Die Dame ist sehr nett, durstig und hungrig auch noch dazu, fürs Übernachten bezahlen wir ihr 80 Pulas (CHF 7.00) - ohne Beleg. Dazu sind wir um eine Wasserflasche und ein Pack „Bakers Biscuits“ ärmer. Erst jetzt mag sie wieder rechnen, hinzu kommen 4 Tage Parkgebühren à 2 Personen un 1 Fahrzeug, aber, wir haben Zeit.
    Einen Voucher unserer Buchung der Campingplätze haben wir noch nicht erhalten, da wir so kurzfristig gebucht haben und am Wochenende nicht gearbeitet wird, aber Proformarechnung und ein profisorischer Banktransfer reichen. Zum Glück habe ich vorab einen Printscreen gemacht, wir sind nämlich jetzt schon in den Pampas.

    Nach einer letzten Spültoilette (in erbärmlichem Zustand), verabschieden wir uns von der Zivilitation (eine Grabstätte von ca. 100 tote Ratten lagen in der Männertoilette).

    Rakops River Lodge ****
    Matswere Gate wild camping
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  • Kalahari-Letihau

    July 20 in Botswana ⋅ ☀️ 28 °C

    Wir starten wieder ungefrühstückt morgens um 07.00 Uhr Richtung Deception Pan, wo dann unsere Piste Richtung Süden führt. Die Sonne legt ihren warmen, orangefarbenen Teppich über die noch kühle Savanne. Da! Unsere ersten Wildhunde! Diese Tierart ist sehr bedroht. Auf Initiatve der Uni Zürich und der Organisation „Wild Entrust’s Botswana Pediators“ . ist ein Projekt entstanden, welches gas Ziel ihat, die Lebensweise und Anpassung der Tiere, mit Unterstützung der botswianischen Regierung, zu untersuchen. Es sind schöne Tiere, jedes Individuum hat seine eigene Zeichnung, was auch der Wiedererkennung für die Studie
    dient.
    Es fühlt sich schon einzigartig an, so alleine in der unberührten Natur. In der Deception Pan sehe ich tatsächlich einen halben Löwenkopf aus dem hohen Grass ragen. Keine Ahnung, wie das meine Augen geschafft haben, denn er ist mind. 200 Meter weit von der Piste entfernt, aber der Feldstecher bestätigt meine Vermutung. Man muss wirklich ein Riesenschwein haben: diese Könige müssten direkt an der Piste sein, um sie zu kraulen. Jeder dunkle Grasbüschel lässt uns jetzt einen Löwen vermuten…
    Trotzdem, wir sind happy, viele andere Tiere gesehen zu haben. Unseren Platz haben wir übrigens auf Anhieb gefunden und gleich ein Loch gegraben (no facilities, USD 30.00pp!). Trotzdem, unbezahlbar, hier zu sein!

    Letihau Camp
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  • Piper Pan Kalahari

    July 21 in Botswana ⋅ ☀️ 28 °C

    Der Weg führt uns weiter Richtung Westen durch dichten Busch und über offene Pfannenlandschaften zur legendären Piper Pan. Dies ist eine der schönsten, aber auch abgeschiedensten Ecken des CKGR.

    Wir starten erst um 10.30 Uhr, um noch „gemütlich“ auf unserem Platz zu frühstücken. Beide zusammen haben wir 360 Grad Rundsicht. Andernorts ist das Aussteigen aus dem Fahrzeug ja strikte verboten. Und, uns stehen heute ja nur 60 Kilometer Piste in Aussicht, diese nehmen aber doch 3,5 Stunden in Aussicht. Die karge Vegetation ist - wider Erwarten - abwechslungsreicher, als wir denken: goldenes Hochgrad, langdornige Akazienbüsche, Laubbüsche. Praktisch aber immer vorhanden, sind diese lästigen Dornbüsche, welche die Piste eng flankieren und Horus Ästhetik arg verkratzen.

    Wir erreichen unseren Piper Pan
    Campsite 2. Berühmt ist die Piper Pan für ihre weite Sicht und das dortige künstliche Wasserloch, das oft Löwen anzieht. Unsere Hoffnung stirbt zuletzt.

    Und tatsächlich, bei Sonnenuntergang liegen vier Löwinnen im hohen Gras, leider zum Fotografieren zu weit entfernt. aber durchs Fehrnglas gut beobachtbar. Sie sind am Chillen und lassen den Tag ausklingen.

    Piper Pan Camp
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  • Weiterfahrt nach Ghanzi

    July 22 in Botswana ⋅ ☀️ 27 °C

    Die Devil Bushes begleiten uns beidseitig und kilometerweit bis zum Xade Gate und machen ihrem Namen alle Ehre. Wir entscheiden uns für Musik von Calvin Russel, um die täuflisch akustische Buschstimmung mit seinen wüsten Kratztönen etwas aufzupeppen. Der Titel „Crossroad“ passt bestens.

    Am Xade Gate angekommen, entscheiden wir uns für weitere 40 Kilometer Tiefsand-Weiterfahrt und anschliessend 120 km Gravel/Waschbtett, anstelle einem Übernachtungsplatz beim Xade Gate, die Uhr zeigt erst 13.00 Uhr. Am Xade-Gate bietet sich auf der Toilette wiederum eine tierisch Überraschung, als ich unseren Abfallbeutel im Kippeimer entsorgen möchte. Es gibt einen Hinweis „bitte Türe schliessen“, das hat seinen Grund:
    1. Als ich die Klappe des Eimers öffne, schauen mir zwei riesige Augen ins Gesicht, und der ganz Eimer beginnt zu beben. Ich kann das Tier weder benennen, noch einschätzen, ob gut oder böse? Auf jeden Fall hat es ein schönes Gesicht.
    2. Voller Schrecken, kann ich die Aussentür nicht mehr von innen öffnen.

    Ich rufe Sam zu Hilfe, um mich von aussen zu befreien. Natürlich warte ich lange, und natürlich hat er keine Ahnung, warum ich so rumflippe. Aber, wir müssen das Tier retten, was es auch immer ist. Ins Freie gelangt, legen wir den Kübel hin, damit sich die Klappe öffnet, alles ruhig, dann die Überraschung: eine wunderschöne, grosse Eule entkommt ihrem schlimmen Gefängnis, was sie wohl wie eine Falle eingefangen hat, reingefallen aber nicht mehr rausgekommen. Glücklich, über ihren erfolgreichen Startflug (bei Tag), verabschieden wir uns vom Gate.

    Wir erreichen knapp vor 17.00 Uhr die Palm Afrique Lodge vor der Wüstenstadt Ghanzi. Hier können wir uns zwei Tage ausruhen, Wäsche waschen und das allerhöchste der Gegühle: Duschen!

    In Ghanzi machen wir noch Einkäufe und tanken Diesel für den morgigen Grenzübertritt, wieder zurück nach Namibia.
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  • Rückkehr nach Namibia

    July 24 in Namibia ⋅ ☀️ 22 °C

    Noch ca. 100 km geniesen wir den maroden Strassenbelag Botswanas, bis wir den Trans-Kalahari Border Post nach Namibia erreichen. Die Zollformalitäten der beiden Länder befinden sich zum Glück im gleichen Gebäude. Aber wieder einmal sind weder Schalter, noch die nötigen Formalitäten beschrieben. Zum Glück steht ein Lastwagenchauffeur vor uns in der Reihe, welcher das Procedere auswendig kennt (sogar dasjenige für Ausländer, die Customs, wie Horu, dabei haben). Noch schnell da ein Visumformulat ausfüllen (obschon wir ja ein e-Visum für 90 Tage mit Re-Entry besitzen). Kugelschreiber funktionieren nicht. Dann müssen erneute Road-Gebüren (RFA) bezahlt werden. Samuels Rückflug wird peinlichst genau kontrolliert, alles in Allem benötigen wir zwei Stunden, inklusive Kontrolle unseres Kühlschrankes; es dürfen weder tierische Produkte, noch Gemüse und Früchte eingeführt werden. Die Maul- und Klauenseuche ist anscheinend immer noch aktiv.

    Wir ziehen die Strecke bis nach Gobabis durch, wo wir um 16.30 Uhr gerade noch rechtzeitig ein Schalter-Ticket im MTC-Telefonanbietershop ziehen. Den Standort habe ich vorab wohlweislich noch mit Botswana-Netz notiert. Just nach der Grenze versiegt dieses nämlich subito, und wir sind orientierungslos. Ein schönes Gefühl, für einen Monat wieder mit 30GB versorgt zu sein. Wir fahren zum Spar, um unseren Kühlschrank wieder zufrieden zu stellen.

    Kaum sind wir in einer Stadt, wird uns das Elend der Armut wieder vor Augen geführt: Kinder baren Fusses, bekleidet, mit allem, was sie besitzen, betteln an Tankstellen und vor dem Spar, halt da, wo viel Geld umgesetzt wird. Wir verteilen Brot und Bonbons, im Spar kaufe ich Orangensaft, Sandwiches und Schokoriegel - ein Tropfen auf den heissen Stein - ein Tropfen auf mein schlechtes Kapitalistengewissen.

    Wir übernachten in der Goba Lodge, einfach, aber zweckmässig. Sam gönnt sich ein T-Bone-Steak, ich ein Vegi Taco. Die Nacht wird empfindlich kalt, und wir wagen uns erst zur späteren Morgenstunde unter der warmen Decke hervor - endlich, die Sonne hat genügend aufgeheizt.

    Gemütlich fahren wir die Trans-Kalahari B6 weiter Richtung Windhoek, lassen die Stadt aber nordöstlich von uns liegen, um die Scenic Road über den Spreetshoogte-Pass in der Namib-Wüste zu befahren.

    Nach einer kurzen WhatsApp- Anmeldung, übernachten wir in der Steinheim Game Farm. Gemäss Kurzbeschrieb: „The gate is open even as it might appear to be locked. Just slide 2 chains through each other …“
    löse ich das Knubbel-Rätsel, und wir finden sogar unseren Platz in der weitläufigen Farm. Wir sind ganz alleine! Zwischenzeitlich wissen wir sogar, wie wir unsere warme Dusche vorbereiten müssen, also, nichts wie Holz suchen.

    Goba Lodge *** 1 day
    Steinheim Game Farm ***** 1day
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  • Über den Spreetshoogte Pass nach Solitaire

    July 26 in Namibia ⋅ ☀️ 26 °C

    Nach einer sehr kalten Nacht an unserem letzten Übernachtungsplatz, rund 50 km südlich von Windhoek, fahren wir über den atemberaubenden Spreetshootge-Pass, welcher uns eine wunderbare Szenerie vor Augen abliefert. Keine spektakulären Kurven, und nur das letzte Stück übertrifft sich selbst in seiner Steilheit, hier ist die Strasse sogar gepflastert, damit die Bodenhaftung bleibt.
    Unterhalb der Passhöhe übernachten wir auf dem wunderschönen Spreetshoogte Guest Farm & Camp Site, der noch im Begriff des Aufbaus steht. Unser fantastischer Ausblick schweift über den Namib-Desert, durch welchen wir gerne unsere Weiterfahrt nach Walvis Bay fortsetzen möchten.

    Schon bei Sonnenuntergang bemerken wir eine bisher ungewohnte Wärme. Wir essen, nur im T-Shirt bekleidet, und die kommende Nacht fühlt sich unangenehm warm-heiss an. Was für ein Unterschied zum 100 km enfernten Vorabend, wo ich mit doppelter Jacke am Feuer sass und wir mit Kanada-Bettsocken und Trainer schliefen!

    Unser Weg nach Walvis Bay steht noch in den namibischen Sternen geschriebrn. Leider erfordert das Befahren ab der Hauptstrasse im Namib NP ein Permit, was wir leider (noch nicht) besitzen. Dieses können wir erst in Walvis Bay zu beschaffen (alternativ, zurück nach Windhoek). Wir schauen mal, ob uns irgend eine Tafel darauf aufmerksam macht, wenn nein, gibt es ein Wagnis. Die Ranger kontrollieren zwar strikt, vielleicht können wir ja nachbezahlen (hoffentlich ohne Haft und Busse).

    Oder doch noch Soussusvlei? Da benötigen wir aber noch einen Campsite, mitten in der Hochsaison - Anfrage läuft, aber noch ohne Netz im Postausgang. Fortsetzung folgt….

    Auf alle Fälle gönnen wir und in Solitaire ein kräfiges Stück des legendären Apple Pie und machen ein paar „must to take pictures“.
    Ein kleiner Fleck, mit gosser Wirkung. Hier treffen sich alle Touristen aus der Wüste, wie an einem Wasserloch für Wildtiere. Es kommern nostalgische Erinnerungen an die Route 66 bei Flagstaff, Arizona hoch.
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  • Namib Naukluft

    July 27 in Namibia ⋅ ☀️ 29 °C

    Nach Solitaire gehts wieder zurück auf der C14, Richtung Nord-Westen, um dann dem Kuiseb-River entlang Walvis Bay zu erreichen. Also, ab durch die Namib Wüste, denn der Weg ist das Ziel!

    Die C14 ist so hundsmiserabel mit Wellblech ausgestattet und lässt sich mit unserem Fahrzeug nur sehr langsam befahren, wenn sich nicht sämtliche Schrauben an Fahrzeug und uns lockern sollen. Das ewige Gerumpel mit hohem Lärmpegel legt richtig schlechte Stimmung ins Cockpit, Vor allem von Sam ausgehend. Auf solche Strassen ist er allergisch! Die Allergie hält ca. 100 km und über rund drei Stunden an. Wir erreichen den Mirabib Campsite inmitten des Nationalparks. Wild eingebettet in ein Felsgebilde in der Namib-Wüste und menschenleer. Ohne Buchung, ohne Bezahlung, aber die einzige Option für uns, die Nacht zu verbringen. Also moppeln gleich zweifach, denn, wir hätten doch eine Fahrbewilliging gebraucht. Beide Auskünfte waren also falsch. Der Genuss der Einsamkeit entfaltet sich erst bei Sonnenuntergang, weil wir dann keinen Besuch mehr zu erwarten haben.

    Gleich neben uns liegt die Behausung eines Lärmgeckos (auch Bellgecko oder Barking Gecko genannt). Diese kleine Echse ist berühmt für ihr lautes, rhythmisches Konzert in der Dämmerung und Nacht (und zwar der ganzen Nacht!). Es klingt wie ein Klicken, Zirpen oder schnelles „Kek-Kek-Kek“, das für unser Ohr leicht mit Vogelstimmen oder Fröschen verwechselt werden kann. Die männlichen Geckos graben bis zu einem Meter tiefe Tunnels in den Sand. Sie sitzen am Eingang ihrer Höhle und nutzen die Röhre wie eine Megafon-Membran, um ihren Ruf zu verstärken. Da die Männchen so ihre Reviere abgrenzen und Weibchen anlocken, rufen oft hunderte Geckos gleichzeitig aus verschiedenen Himmelsrichtungen und sorgen für ein echtes Wüsten-Orchester.

    Je weiter westlicher wir tags darauf Richtung Atlantik fahren, desto mehr trübt sich die Sicht. Kühle Atlantilluft begrüsst uns in Walvis Bay.

    Mirabib Campsite ***** 1d
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  • Walvis Bay

    July 28 in Namibia ⋅ ☀️ 16 °C

    Walvis Bay (oder Walfischbucht) ist mit rund 103.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Namibias und der wichtigste Tiefseehafen des Landes. Die Stadt liegt eingebettet zwischen dem Atlantik und den Dünen der Namib-Wüste. Durch ihre geschützte Lage hinter der Landzunge Pelican Point bietet sie den einzigen grossen Naturhafen an der namibischen Küste.Geschichte.

    Im Gegensatz zum restlichen, deutsch-kolonialen Namibia stand Walvis Bay ab 1878 unter britischer Kontrolle. Nach der Unabhängigkeit Namibias im Jahr 1904 (und später während der Verwaltung des Landes durch Südafrika) blieb die Stadt eine südafrikanische Erst am 1. März 1994, vier Jahre nach Namibias Unabhängigkeit, wurde das Gebiet offiziell an Namibia übergeben

    Das Klima in Walvis Bay ist milde, sehr feucht und geprägt durch den kalten Benguela-Strom. Ein völliger Wiederspruch zu dem, was wir im nur 50 km weit entferten, Landesinneren empfunden haben. Hier herrschen ganzjährigen Temperaturen um 15°C bis 20°C, dichter Nebel am Morgen und extrem wenig Niederschlag.. Wir verabschieden uns von Shorts und T-Shirts.

    Sandwich Harbour ist ein absolut spektakuläres, adrenalingeladenes Erlebnis, das oft mit einer Achterbahnfahrt verglichen wird. Da die gigantischen Sanddünen der Namib-Wüste hier direkt in den Atlantischen Ozean stürzen, erfordert die Strecke extremes fahrerisches Können, präzises Timing mit den Gezeiten und Allradfahrzeuge mit extrem niedrigem Reifendruck. Kämme und Abhänge, Schräglagen, Zentrufugalkräfte. Die erfahrenen Guides fahren auf über 100 Meter hohen Dünen hinauf, stoppen kurz am Scheitelpunkt und kippen das Fahrzeug dann kontrolliert die steile Slipface hinab. Da spürt man das klassische "Bauchkribbeln". Sie kennen die Dünen, den Wind und den Sand perfekt. Bei bestimmten Windbedingungen und Sandbewegungen erzeugen die Dünen dann ein tiefes, brummendes Geräusch, wenn das Auto hinabgleitet und lässt die Dünen singen. Das Nadelöhr der Gezeitenfahrt - unten am Strand - auf der einen Seite die steile Dünenwand, auf der anderen die Brandung des Atlantiks. Bei Flut drückt das Wasser bis an die Dünen heran. Die Guides müssen den Zeitplan exakt auf die Ebbe abstimmen. Manchmal spritzt das Meerwasser bis an die Autoscheiben, was die Fahrt noch aufregender macht. Der Kontrast zwischen dem endlosen, gelb-goldenen Sandmeer und dem tiefblauen, wilden Ozean wäre einer der fotogensten Orte der Welt. Doch leider macht uns heute der Nebel einen Strich durch unsere Fotos.
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  • Swakopmund

    July 29 in Namibia ⋅ 🌫 13 °C

    In Swakopmund erwartet uns das lebendige Kontrastprogramm zum Landesinneren. Die Stadt ist Namibias beliebtestes Urlaubsziel an der Küste. Swakopmund ist weltberühmt für seine einzigartige Mischung aus deutscher Kolonialarchitektur und extremen Wüsten-Abenteuern. Sie wirkt stellenweise wie ein deutsches Ostseebad, das mitten in der afrikanischen Wüste gelandet ist. Das markante Woermannhaus mit seinem Aussichtsturm, der alte Bahnhof und das Hohenzollernhaus prägen das Stadtbild. Die über 100 Jahre alte Seebrücke ragt weit in den Atlantik hinein. An unseren ersten beiden Besuchstagen, endet diese Brücke im tiefem Atlantiknebel, welcher uns seit Ankunft an der Westküste begleitet. Kalt und feucht, getoppt mit Nieselregen - wie an einem unangenehmen Novembertag nei uns zu Hause. Erst am dritten Tag öffnet sich die Nebeldecke, und wir geniessen jeden wärmenden Sonnenstrahl. Nur die kleinste Laune der Windrichtung lässt uns wieder frieren. Unsere Wäsche bringen wir deshalb besser in eine Laundery mit Wäschetrockner.

    Wir gehen heute nochmals auf Fototour, um die besseren Lichtverhältnisse auszunutzen.

    Warum nicht noch den grössten und öffentlich ausgestellten Quarzkristall-Cluster der Welt besuchen, wenn der Gute so nahe liegt?

    Er befindet sich in der Kristall Galerie in Swakopmund, und ist mit 14‘100 Kilogramm und einer Dimension von 3 auf 3 Metern ein wahrer Koloss. 1985 hat er das Licht der Welt entdeckt, nachdem er aus einer 45 Meter tiefen Höhle in der Otjua-Mine bei Karibib nach fast fünf Jahren Ausgrabungszeit gehoben wurde.

    Tiger Reef Camping *** 3d
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  • Henties Bay & Cape Cross

    August 1 in Namibia ⋅ ☀️ 17 °C

    In Henties Bay erwartet uns eine faszinierende Mischung aus rauer Atlantikküste, absolutem Anglerparadies und endloser Wüstenruhe. Die kleine, beschauliche Stadt liegt etwa 70 Kilometer nördlich von Swakopmund am Rande der Namib-Wüste. Sie gilt als das Tor zur berüchtigten Skelettküste. Das ultimative Mekka für Angler ist im südlichen Afrika weltberühmt für das Brandungsangeln (Surf Angling). Die Gewässer des kalten Benguelastroms sind extrem nährstoffreich. Gefangen werden vor allem Kabeljau, Steenbras und Galjoen.

    Nur 15 km südlich liegt Zeila auf Grund, ein 2008 gestrandeter Fischtrawler. Er liegt dicht am Strand und ist ein fantastisches Fotomotiv, auf dem unzählige Kormorane nisten.

    45 Kilometer nördlich liegt das Schutzgebiet Cape Cross. Hier lagert eine der weltweit grössten Kolonien von Südafrikanischen Seebären – ein lautes, geruchsintensives, aber absolut beeindruckendes Naturschauspiel.

    Woher der Name „Cape Cross“?
    Der portugiesische Seefahrer Diogo Cão ging hier im Jahr 1486 als erster Europäer an Land. Er errichtete eine Steinsäule (Padrão) zu Ehren seines Königs. Heute steht dort eine Nachbildung, während das Original im Technikmuseum in Berlin aufbewahrt wird.

    Inschrift:
    „Im Jahre 6685 nach des Schöpfung der Welt und 1485 nach Christi Geburt, beauftragte der erläuchtete König Dom João II einen Ritter seines Hofes, Diogo Cão, dieses Land zu entdecken und das Kreuz hier zu errichten.“

    Doch, die Küste der Namib-Wüste bot keine sicheren Häfen, kein Trinkwasser und keine fruchtbaren Böden. Für die Portugiesen war die Region wirtschaftlich und strategisch wertlos.
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  • Welwitschia Drive nach Spitzkoppe

    August 2 in Namibia ⋅ ☀️ 28 °C

    Der Welwitschia Drive fasziniert vor allem durch seine surreale, fast ausserirdische Wüstenlandschaft und die Begegnung mit extrem seltenen botanischen Wundern.
    Spektakuläre Aussichtspunkte über tiefe, von Flüssen zerfressene Schluchten aus grauem Granit, die wie eine Mondoberfläche wirken.
    Wir begegnen riesigen, uralten Pflanzenexemplaren, wie die Welwitschia mirabilis. Einige sind über 1.500 Jahre alt, die nur in dieser Nebelwüste überleben können. Riesige Flächen mit farbigen Flechten am Boden, die bei Nebel oder Feuchtigkeit plötzlich grün und lebendig werden
    Hier herrschen Einsamkeit und Weite: Ein Gefühl von absoluter Stille und endloser Wüstenlandschaft direkt vor den Toren des nebligen Swakopmunds.

    So verlockenden Kuchenplakaten, mitten in det Wüsten, können wir nicht ausweichen. Goanikontes ist eine historische Oase im Swakop-Tal in Namibia, deren Name aus der Nama-Sprache stammt und „der Ort, an dem man den Mantel ablegen kann“ bedeutet. Sie diente bereits um 1750 als Tränke für die Herero, wurde im 19. Jahrhundert von europäischen Pionieren als Farm genutzt und funktionierte in der deutschen Kolonialzeit als Militärstation. Heute gibt es hier Übernachtungsmöglichkeiten und Leckereien. Eine Oase in jeglicher Hinsicht.
    Und zieht es weg in die Einsamkeit der Region Karibib, wo wir in Stille und Einsamkeit zwei Tage verbringen. Der Platz wird von der Wüstenquell-Lodge geführt. In 3 km Entfernung profitieren wir noch von der Annehmlichkeit einer Spültoilette, dem Skullrock und Natur pur (wieder mit Gecko-Wüstenkonzert).
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  • Spitzkoppe

    August 4 in Namibia ⋅ ☀️ 26 °C

    Die Spitzkoppe ist ein 1728 Meter hoher Inselberg in Namibia, der wegen seiner Form als „Matterhorn Namibias“ bekannt ist und etwa 120 bis 150 Kilometer nordöstlich von Swakopmund liegt. Sie ragt rund 700 Meter aus der flachen Wüstenebene hervor und besteht aus markanten Granitfelsen, die vor über 100 Millionen Jahren durch Magmaaktivität und anschliessende Erosionen geformt wurden.

    Spitzkoppe ist ein touristischer Hotspot, und wir können uns glücklich schätzen, auf dem ausserhalb des Parks gelegenen Spitzkoppe Tented Camp noch einen Platz für zwei Nächte zu ergattern. Im Park angekommen, sind wir überrascht, wie ruhig es ist. Wir kurven praktisch alleine durch die Parklanschaft mit seinem skurilen Felsgebilde und kraxeln über fantasievolle Formationen rauf und runter. Sogar „the Brige“ (Rock Arch) haben wir zeitweise ganz alleine für uns. - Ausser, wenn zwei Girlies gerade versuchen, die auf Insta gesehenen Shootings nachzuahmen.

    Im Osten des Parks wollen wir das „Bushman’s Paradise“ besuchen, ein historisches Felsplateau mit einer Wohnhöhle. Es enthält Jahrtausende alte Felsmalereien der San. Die Stätte ist heute zum Schutz vor Vandalismus nur noch mit einem offiziellen und ortskundigen Guide zugänglich. Wir sind noch so froh (und zudem überrascht), als der von seiner Mittagssiesta aufgeschreckte Guide uns fragt, ob wir alleine gehen wollen. Aber klar doch!
    Noch kurz vorbei an der Infotafel mit der Aufschrift:
    „WARNUNG, DER ANSTIEG ZUM BUSHMAN PARADISE NATIONAL HERITAGE IST STEIL, GEFÄHRLICH UND ANSTRENGEND.
    DAS KLETTERN ERFOLGT AUF EIGENE GEFAHR“, und los gehts.

    Das Plateau liegt rund 100 Höhenmeter über der Ebene. Der steile Anstieg erfolgt über Felsplatten und wird durch eine befestigte Eisenkette erleichtert. Wir kraxeln bei Mittagshitze (wie nicht empfohlen) den Fels empohr. Jetzt verstehen wir den sitzengebliebenen Guide!
    Wir erreichen die Malereien hoch oben in einer Felsformation. Die Zeichnungen werden auf die Zeit zwischen 4400 v. Chr. und 100 n. Chr. geschätzt. Dargestellt sind vor allem Tiere, Menschen und symbolische Muster, welche über Jagdvorkommnisse und Rituale informieren. Ein Teil der Malereien wurde in der Vergangenheit durch Vandalismus leider beschädigt.

    Der Guide hat unbedingt ein Trinkgeld verdient, schliesslich hat er in unserem Interesse gegen die Regelung verstossen. Wir sind alle happy, pssst, nicht weiter erzählen!

    Zum Sonnenuntergang wollen wir noch die goldene Stunde fotografisch erfassen.

    Spitzkoppe Tented Camp *** 2d
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  • Uis

    August 6 in Namibia ⋅ ☀️ 26 °C

    Die D1930 weist erneut Wellblech über 90 km auf, was wieder total an den Nerven kratzt. Völlig durchgeschüttelt - nicht gerührt - kommen wir in Uis an. Einer ehemaligen Bergbaustadt, die 1958 am Fusse des Brandberges gegründet wurde. Der Ort entstand zur Versorgung der Arbeiter einer grossen Zinn- und Wolframlagerstätte. Zur Blütezeit des Zinnabbaus um 1958, zählte die Mine zeitweise zum grössten Zinntagebau der Welt. Es enstand eine Siedlung, welche vollumfänglich der Mine gehörte. Tausende Arbeiter und deren Familien lebten und arbeiteten in dem florierenden Ort. Nach dem Verfall der internationalen Zinnpreise um 1990 wurde die Mine offiziell stillgelegt. Viele Bewohner verliessen den Ort, wodurch Uis vorübergehend den Charakter einer ruhigen, fast schon verlassenen Siedlung annahm und ihr sogar drohte, die Gestalt einer Geisterstadt anzunehmen.

    Heute dient Uis vor allem als beliebter Ausgangspunkt und Zwischenstation für Reisende und Wanderer zum nahegelegenen Brandbergmassiv. Wir haben übrigens das gleiche Motiv.
    In der Nacht hören wir Maschinen vom entfernten Minengebiet dröhnen: Durch Unternehmen, wie Andrada Mining, wird der Standort nämlich modern reaktiviert, wobei neben Zinn zunehmend auch Rohstoffe wie Lithium und Tantal abgebaut werden.

    Wir gönnen Horu seine erste Autowäsche nach über 2 Monaten Wüstenstaub. Aber ehrlich, wann ist denn überhaupt der richtige Zeitpunkt dazu? Sand und Staub sind omnipräsent, aber wir können einfach nichts mehr aus unseren „Wohnfenster“ sehen, nur noch Wüstenstaub. Oh weia! Jetzt - ohne Make-up, kommen sicherlich die Kalahari-Kratzer zum Vorschein. Ist aber gar nicht so schlimm, wie erwartet.

    Wir übernachten im Daureb Isib Cactus Garden und gönnen auch uns eine herrliche Dusche. Für mich so herrlich, dass das Warmwasser für Sam etwas knapp ausfällt. Ärgerlich, gerade jetzt, wo ich ihn soweit habe, meinen Weichspüler fürs Hasr zu probieren, reicht das Warmwasser nicht ganz aus. Sein Haar ist so wüstentrocken und erinnert mich ein bisschen an Albert Einsteins ikonische, wilde Frisur. Jetzt ist er doppelt genervt - und das nach der Wellblechfahrt!

    Daureb Isib Cactus Garden **** 1d
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  • Brandberg

    August 8 in Namibia ⋅ ☀️ 22 °C

    Das Brandberggebirge ist Teil der höchsten Bergkette Namibias und liegt nördlich der Stadt Uis im Nordwesten Namibias. Sie bildet im südlichen Damaraland das südliche Tor zum Lebensraum der seltenen Wüstenelefanten Namibias. Die Tiere nutzen das meist ausgetrocknete Bett des Ugab River, der direkt nördlich am Brandbergmassiv vorbeifliesst, als wichtigen Migrationskorridor und Nahrungsquelle. Es handelt sich um keine eigene Unterart, sondern um afrikanische Buschelefanten (Loxodonta africana), die extrem gut an das Überleben in der Wüste angepasst sind. Sie sind oft etwas kleiner und filigraner gebaut als ihre Artgenossen. Ihre Fusssohhlen sind breiter, was wie ein „Schneeschuheffekt“ das Einsinken im tiefen Dünensand verhindert. Die Überlebenskünstler können längere Laufwege zurücklegen und bis zu 5 Tage ohne frisches Wasser auskommen. Zum Schutz der kargen Ressourcen organisieren sie sich in kleineren Familienverbänden.

    Bei Ankunft in der Brandberg White lady Lodge hüpfen wir sofort in ein Game-Drive-Fahrzeug und lassen uns ins ausgetrocknete Flussbett des Ugeb chauffieren. Natürlich haben wir blitzschnell ein paar touristische Verfolger am Heck, die sich einen Guide sparen wollen. Als Krönung muss unser versierter Fahrer dann noch zwei fesrgefahrene Fahrzeuge aus dem tiefen Flussbettsand bergen. Aber er zeigt Gefallen daran - die Elefanten übrigens auch!

    Durch die Isolation in der Namib-Wüste haben sich auf dem Brandberg endemische Pflanzen- und Insektenarten entwickelt. Im Jahr 2002 wurde hier eine völlig neue Insektenordnung (Mantophasmatodea) entdeckt, die als lebendes Fossil gilt - die Glatiatorschrecke.

    Brandberg White Lady Lodge ***** 1 d
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  • The White Lady - Brandberg

    August 8 in Namibia ⋅ ☀️ 25 °C

    Die Brandberg-Bergkette beherbergt eine prähistorische Open-Air-Galerie von schätzungsweise 45.000 Felsmalereien der San (Buschmänner). Die Malereien werden auf ein Alter von 2.000 bis 4.000 Jahren geschätzt. Die „White Lady“ ist die berühmteste Felszeichnung und befindet sich in der Tsisab-Schlucht.

    „Die weisse Dame vom Brandberg" ist ein primitives Felsgemälde, das sich auf einem kleinen Steinüberhang tief im Brandberg befindet. Es wird angenommen, dass das Gemälde etwa 2000 Jahre alt ist. Es ist ist Teil einer grösseren Jagdszene, die andere menschliche Figuren und einige Oryx enthält. Die weisse Dame ist die detaillierteste Figur in der Szene. Es wird angenommen, dass sie eine "Schamanin" des Volkes ist.

    Doch, entgegen des Namens, handelt es sich laut modernen Archäologen vermutlich aber um einen männlichen Schamanen oder Krieger im rituellen Tanz. Wegen seiner immensen kulturhistorischen Bedeutung läuft ein Antrag zur Aufnahme in das UNESCO-Welterbe.

    Die Pigmente für das Gemälde wurden höchstwahrscheinlich aus Ocker, Holzkohle, Mangan und Hämatit hergestellt. Diese Pigmente wurden dann mit Eiweiss und Kasein, einem Protein, das aus Milch vorgefunden wurde, gemischt, um eine primitive Farbe zu bilden.

    Unsere Wanderung durch das grün bewachsene Tsisab-Flussbett bringt uns eine überraschende Abwechslung zur nur einige Meter entfernten Wüstenlandschaft. Leider treffen wir auf keinen Leoparden - nur auf seine Hinterlassenschaft.

    Zurück auf unserem Camp gesellt sich dafür „Mimmie“ das Erdmännchen oder richtig gesagt, - frauchen zu uns. Sie ist handzahm und lässt sich richtig knuddeln!

    White Lady Lodge Brandberg ***** 1d
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  • Madisa

    August 9 in Namibia ⋅ 🌙 18 °C

    Wir fahren weiter nördlich zum Madisa Camp, noch immer im namibischen Damaraland liegend. Wir entscheiden uns für eine D-Strasse, da wir mittlerweile wissen, dass die C-Strassen, gerade weil sie breier sind, viel mehr und schneller befahren werden und dadurch massiv Wellblech aufweisen (wir wollen Sam ja bei giter Laune halten).

    Die Wüstenelefanten haben unser Herz erobert, deshalb machen wir hier nochmals ein Wüstenelefanten-Tracking, was auch eine finanzielle Unterstützung zum Schutz der stark gefährdeten Elefanten einbringt. Nach einem gemütlichen, namibischen Abendessen, gekocht am offenen Feuer, starten wit tags darauf um 07.00 Uhr im offenen Geländewagen (wieder sehr kalt!) durch die Trockenflussbetten und Täler und suchen nach den Spuren der seltenen, an die Wüste angepassten Elefanten. Hätten wir gewusst, dass wir wieder im selben Ugab-Trockenbett landen, wie zwei Tage zuvor, hätten wir wohl nicht gebucht. Erst, als der Navi-Pfeil Richtung Brandberg-Lodge abzieht, wird uns klar, wo diePirsch hinführt. Wie klein die Welt dich ist, oder richtiger gesagt, wie dünn gesäht die Gruppen der Wüstenelefanten doch sind. Egal, heute bietet sich ein ganz anderes Bild. Nach dem grossen Durstlöschen der Elefanten, folgt die Verköstigung, die gut und gerne 18 Stunden pro Tag einnimmt. Auch sozial gibt es heute mehr Aktivität: Das Kalb lernt gerade, wie es seinen Rüssel effizient zum Fressen einsetzt, scheint aber immer noch etwas unbeholfen, und das Rüsselchen wirkt noch, wie ein kleines Anhängsel. Bulle Benni erreicht langsam seinen Höchsstand an Testosteron, doch keine der Damen zeigt Interesse. Ein jüngerer Nachkomme tritt als Konkurrent in Szene - oh, das gibt Troubles. Denn, wenn er das Geschlechtsalter erreicht hat, muss er seine Verwandten verlassen. Die Natur duldet keine Inzucht.

    Nach 6 Stunden Fahrt sind wir wieder zurück im Medisa Camp, und Sam bereitet wieder den Dunkey für Warduscher vor. Wir sind total begeistert von diesem Boiler-System! Die zuverlässigste Warmdusche ever!

    Medisa Camp ***** 2d
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  • Scorpion Safari Ugab

    August 11 in Namibia ⋅ ☀️ 28 °C

    Die Ugab Terrace Lodge ist eine spektakulär gelegene Unterkunft im namibischen Damaraland, welche auf einer hohen Klippe thront und einen Panoramablick über die Millionen Jahre alten Ugab-Terrassen bietet. Schon die Fahrt über den Bergrücken bis zur Rezeption ist spektakulär und nur für kleinere Fahrzeuge möglich.
    Wir geniessen den Sonnenuntergang und im Anschluss das feine Essen am Buffet.

    Um 20.15 Uhr gehts auf unsere Nacht-Safari, wo wir ausnahmsweise Ausschau nach kleineren Tierarten auf acht Beinen Ausschau halten. Zusammen mit dem jungen Lodgemanager und seiner Freundin gehen wir, bewaffnet mit Taschenlampen und UV-Licht, auf Skorpionpirsch.

    Ein kurzer Transfer mit dem Auto bringt uns von der Hauptlodge ein kurzes Stück weit in ein ruhiges, unberührtes Naturareal im Ugab-Tal. Skorpione besitzen die faszinierende Eigenschaft, unter ultraviolettem Licht neongrün bzw. bläulich zu fluoreszieren. So leuchten die Tiere im Dunkeln und sind auch für unser Auge unübersehbar, ausser die kleinsten Arten, welche sich auf Büschen aufhalten. Nur acht Millimeter übersehen wir mal schnell, zumal es ein Wettleuchten mit den umliegenden Buschparasiten gibt. Die verschiedene Skorpionarten werden erst nach Sonnenuntergang aktiv, wenn die Wüste nachts zum Leben erwacht. Wir erfahren viel über die verborgene Tierwelt des Damaralandes und die Wüstenpflanzen, die sich perfekt an die extreme Trockenheit angepasst haben. Auch Spinnen kitzeln wir aus ihrer Erdbehausung. Ein Weibchen hat eigens für sich eine Hausbeschilderung: seit dem „28.04.2026“ steht sie unter Beobachtung.

    Wir hören zum ersten Mal über die spannende Symbiose zwischen Termiten und Pilzen. Die Termiten züchten im wahrsten Sinne des Wortes Pilze (Termitomyces titanicus) in ihrem Bau; das Substrat dient ihnen als Nahrung. Die Frucht (der Pilz) stellt auch eine grosse Nahrungsquelle und Leckerei für und Menschen dar!

    Auf unserer Weiterfahrt durch das „Monument Valley“ besuchen wir noch die markante Fingerkuppe oder Vingerklip genannt.
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  • Waterberg Wilderness

    August 12 in Namibia ⋅ ☀️ 24 °C

    Die Geburtsstunde des Waterbergs schlug vor rund 130 Millionen Jahren, als der Urkontiment Gondwana auseinanderbrach. Im Bereich des heutigen Namibia trennten sich Südamerika und Afrika.

    Die obere Platte wurde im Laufe der Jahrmillionen durch Erosion abgetragen, genau wie die Umgebung im Südosten. Die untere Platte, die von der oberen Platte vor der Erosion geschützt wurde, liegt nun als Plateau frei sichtbar vor unseren
    Augen: Der Waterberg

    Wenn es am Waterberg regnet, versickert das Wasser im porösen Etjo-Sandstein wie in einem gewaltigen Schwamm. Die darunter liegende Omingonde-Schicht dagegen lässt kein Wasser durch und ist von Nordwesten nach Südosten leicht geneigt. So tritt das versickerte Wasser in Quellen am südöstlichen Rand des Waterbergs wieder aus.

    1972 wurden 410 Quadratkilometer auf dem Plateau des Waterbergs zum Naturschutzgebiet erklärt - hauptsächlich, um die stark dezimierte Elenantilope zu schützen. Im Laufe der Jahre legte man künstliche Wasserstellen an und setzte seltene Tierarten wie Rappen-und Pferdeantilope sowie Breitmaul- und Spitzmaul-Nashorn aus. Ausserdem lebt auf dem Plateau die einzige Büffel-Population Namibias, die frei ist vom gefürchteten Erreger der Maul- und Klauenseuche.

    In ganz Südafrika leben noch etwa 20.000 Breitmaul- und rund
    8.000 Spitzmaul-Nashörner. Damit gehören beide Arten zu den am meisten bedrohten Tierarten der Welt.
    Zum Verhängnis wird ihnen ausgerechnet jener Körperteil, den die Evolution zu ihrem natürlichen Schutz hervorgebracht hat: Ihr Horn. Vor allem in Vietnam gilt es in Pulverform als Wundermittel gegen vielerlei Krankheiten, obwohl es zum Grossteil aus Keratin besteht, wie der menschliche Fingernagel, und keinerlei medizinische Wirkung nachgewiesen ist. Mittlerweile ist das Horn auf dem Schwarzmarkt in Vietnam wertvoller als Gold.
    In Südafrika fallen Jahr für Jahr Hunderte Nashörner Wilderern zum Opfer. Auch in Namibia hatte die Wilderei stark zugenommen, wurde aber seit dem Höhepunkt 2015 durch gemeinsame Aktionen von Parkbehörden, Polizei und Armee wieder eingedämmt. Ab 2017 schien sich die Wilderei auf private Wildfarmen zu verlagern. Auf Waterberg Wilderness haben Wilderer im August 2018 versucht, eine Nashornkuh zu töten - zum Glück ohne Erfolg.
    Auch die strenge Geheimhaltung von Informationen über Nashörner in den Nationalparks hat die vor allem dort grassierende Wilderei nicht verhindern können.
    Der Nashorn-Schutz im privaten Naturreservat Waterberg Wilderness besteht in umfassenden Massnahmen wie:
    - Solider Wildzaun rund um das Gebiet
    - Bewachte Tore an der Durchgangsstrasse
    - Überwachungskameras an den Toren
    - Tägliche Patrouillen von speziell ausgebildeten Rangern ("Rhino Patrol"), um stets den Ort und den Zustand der Tiere zu melden
    - Kooperation mit Polizei, dem Nationalpark und Nachbarfarmern.

    Finanziert werden die Massnahmen durch die Einnahmen aus Unterkünften und Nashorn-Touren. Da die Ranger (Rhino Patrol) unseren Guide über Funk informieren, ist uns eine Begegnung mit den faszinierenden Tieren so gut wie garantiert.

    Wir machen uns um 08.00 Uhr, bei angenehmen Temperaturen, auf den 10-Kilometer-Hike, vom Fusse des Waterbergs Richtung Süden bis zum Klein Omotako Flussbett. Der Marsch lohnt sich; wir begegnen gleich beiden Gruppen von je vier Tieren inklusive dem 5 Monate alten Baby. Wir sind vom Anblick der Weissen Nashörner extrem gerührt und fasziniert zugleich, die Nähe zu ihnen und erst noch auf Augenhöhe ist einfach unbeschreiblich. Ach ja, und wer sich fragt, wie eine so enge Zusammenkunft überhaupt möglich ist: Weisse Nashörner sind sehr friedseelig und weniger angriffig (man muss aber ihre Körpersprache verstehen). Zusammen mit unserem Guide sind wir mit allen drei Rhino Patrol Rangern zusammen, welche ihre Schützlinge 24/7 bewachen, sie scheinen sehr eng verbunden mit ihnen - wen wundert‘s!

    Es profitieren alle: Die Nashörner, die Gäste und die mittlerweile über 60 Mitarbeiter der Waterberg Wilderness. (Soll ich jetzt sagen, dank der Wilderei?!)
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  • Waterberg Wilderness

    August 14 in Namibia ⋅ ☀️ 12 °C

    Die Buschsavanne um den Waterberg herum ist reich an Wildtieren. Insesamt geht man von etwa 90 Arten von Säugetieren aus - von Giraffe, Gnu, Kuhantilope, Oryx und Springbock über Breitmaul- und Spitzmaul-Nashorn, Zebra Kudu, Klippspringer und Damara Dik Dik bis hin zu Warzenschwein, Stachelschwein, Schuppentier, Pavian, Bushbab (Nachtäffchen) und Klippschliefer. Zu den Raubtieren am Waterberg zählen Leopard, Gepard, Braune Hyäne
    Schabracken-Schakal sowie Fuchs- und Zebra-Manguste.

    Heute ist Wandern angesagt! Zuerst machen wir den „Olpp Hill“, wo wir der Geschichte zurück zur Schlacht von Waterberg um 1904 und zum Lager der Herero-Flüchtlinge von 1906 folgen - Ereignisse, die die Beziehungen Namibias und Deutschlands bis heute berühren.

    Weiter erkunden wir das Tal des Naturreservates auf Pfaden, wie den „Dassie-Trail“ und „Andersson-Trail“ mit ihren diversen Aussichtspunkten. Schautafeln erzählen uns Geschichten zur Quelle des Ongorowe im Osten des Tals, zu Tieren und Begebenheiten.
    Im „Botanischen Garten" ertönt ein lange nicht mehr gehörtes Geräusch: Wasser, welches frisch aus dem Berg sprudelt und Bäume und Sträucher am Wegesrand sofort in ein sattes Grün verwandelt.

    Waterberg Wilderness Camp**** 2d
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  • Khomas Hochland

    August 15 in Namibia ⋅ ☀️ 28 °C

    Die Düsternbrook Gästefarm liegt ungefähr 35 km nördlich von Windhoek im Khomas Hochland und ist eine der ältesten Gästefarmen im Land. Die weitläufige, private Wildfarm bietet eine eindrucksvolle Kombination aus historischer Atmosphäre und ursprünglicher Natur. Das Gelände erstreckt sich über eine abwechslungsreiche Landschaft mit Trockenflussbetten, Hügeln und Savanne. Die Düsternbrook Farm liegt für uns ideal, um unsere 1. Etappe in Namibia langsam zum Ende zu bringen.

    Im privaten Wildreservat der Gästefarm ist eine grosse Vielfalt an Tierarten beheimatet. Neben klassischen Wildarten wie Giraffen, Oryx, Zebras und Antilopen sind insbesondere Geparden und Leoparden hervorzuheben, für deren Beobachtung spezielle Führungen angeboten werden. Eine Besonderheit stellen zudem Flusspferde dar, die sich am farm­eigenen Staudamm aufhalten. Mit ein bisschen Wehmut geniessen wir hier unsere letzte Safari bevor es wieder nach Hause geht.

    Und weil wir Langschläfer sind und gerne ausführlich frühstücken, machen wir uns pünktlich zum Sonnenhöchstand auf den Hike-Trail zum Andreas-Damm. Die namibische Mittagssonne brennt ordentlich, und Schattenspender gibt es über 7 km keine. Was für ein schöner Abschluss unserer Reise!
    (Obschon Sam tags zuvor in Okahandja einem organisierten Kreditkarten-Trickbetrüger- und Verbrecher auf den Leim gegangen ist. Traue nie einem Beamten in Uniform inkl. ID-Beamtenbadge! Defi-Fazit: EUR 700)

    Düsternbrook Guest Farm **** 2d
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