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Südkorea und Japan 2026

En 49-dags äventyr från Silvie Läs mer
  • Fukuoka: Die beste Show, die ich je NICHT sah

    6 maj, Japan ⋅ ☁️ 23 °C

    Nach all den Tempeln und Schreinen hatte ich Lust auf die moderne Welt mit Menschen-Studium und Food. Dabei erlebte ich wieder einige lustige Sachen. Das Highlight: Die beste Show, die ich je NICHT sah.

    Zuerst lief ich die Kawabata Einkaufsstrasse herunter. Diese traditionelle Passage ist ein Fest für die Sinne. Die Geschäfte quellen über vor Waren, verlockende kleine Restaurants und Essensstände erfüllen die Luft mit köstlichen Aromen und es herrscht eine lebendige, gute Energie. Hier gönnte ich mir endlich das erste Sushi meiner Reise. Ich wollte damit bis Japan warten und wo hätte es besser sein können als in Fukuoka am Meer.

    Dann spazierte ich dem Fluss entlang zur Canal City, einem dynamischen Einkaufs- und Unterhaltungskomplex. Ich hatte gelesen, dass es hier eine faszinierende Springbrunnenshow mit Lichtern, Musik und Wasserartistik gebe. Und der Zufall wollte es, dass ich um 14:55 Uhr dort ankam und um 15 Uhr eine Show startete. Leider ohne mich. Ich war zwar anwesend, aber es hatte dermassen viele Leute, dass ich keine Chance hatte, etwas zu sehen. Ein wenig Springbrunnen schaute zwar mal oben heraus. Aber gemäss Reaktionen der Menschen, war das die Hammer-Show. Leider sah ich sie nicht und verstand auch nicht, was ständig übers Mikrofon geschrieen wurde. Trotzdem war es total lustig.

    Was ist mir sonst noch aufgefallen? Viele alte Taxis, viele neue kleine E-Autos (alle kurz, eckig, hoch), Protzkarren sind aber auch unterwegs. Ungewohnte Modestyles: Anime- und Gothic (Gothic Lolita). Diese Mode ist offenbar tief in der japanischen Kultur verwurzelt und dient als Ausdruck von Individualität gegen gesellschaftlichen Druck. Interessante Seitenstrassen, schmal, sauber, ruhig. Unglaublich viele Einkaufszentren. Überall viel Personal, das schnell und fehlerfrei organisiert (z. B. beim Zoll, an der Hotel-Rezeption, im Restaurant, am Bahnhof, im Einkaufscenter). In den Restaurants hat es Körbe am Boden unter den Tischen für die Handtaschen der Frauen und Mäntel oder Jacken.

    Fukuoka ist eine lässige Stadt, deren Highlights gut zu Fuss erkundet werden können. 1,6 Millionen Einwohnende leben hier. In der Präfektur sind es rund 6 Millionen. Offenbar kommen viele asiatische Touristen nach Fukuoka, da es relaxter zugeht als in Tokio, ein kompaktes Zentrum hat und etwas günstiger ist. Mir hat es sehr gut gefallen. Ich hätte auch noch einen Tag länger hier verbringen können, um die Küste zu erkunden. Aber morgen geht es für mich bereits wieder weiter nach Hiroshima.
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  • Fukuoka: Mit 61 kann es nur besser werden!

    6 maj, Japan ⋅ ⛅ 23 °C

    Eigentlich bin ja "erst" 59 Jahre alt. Mein japanisches Alter ist aber leider schon 61. Denn bei meiner Geburt startete ich mit 1 und gezählt wird das neue Alter jeweils am 1. Januar. 61 ist wirklich übel – das habe ich heute morgen auf meinem Tempel- und Schrein-Entdeckungsspaziergang lernen müssen. Zum Glück kann man etwas dagegen tun. Und das habe ich. Von jetzt an wird also alles noch besser!

    Der Tochoji-Tempel ist eine der wichtigsten buddhistischen Stätten in Fukuoka. Mit 10,8 Meter Höhe steht hier der grösste Holz-Buddha Japans. Und u.a. dieser Buddha wird es jetzt für mich richten. Vor dem Eingang lag ein Dokument mit Jahreszahlen und Kreisen. Das interessierte mich. Also machte ich mich mit meinem Übersetzungsprogramm schlau und erfuhr, dass 61 Jahre uncool ist. Nach dem traditionellen chinesisch-japanischen Tierkreis endet mit 60 Jahren ein kompletter Zyklus aus 12 Tierkreiszeichen und fünf Elementen.

    Mit 61 beginnt symbolisch ein neues Leben. Das ist einerseits etwas Schönes, aber eben auch ein Übergangsjahr, das als instabil gilt. Eine Übergangsphase, in der man gesundheitlich empfindlicher und spirituell anfälliger ist und deshalb viel vorsichtiger sein muss. Aus diesem Grund besuchen viele Menschen mit 61 Jahren Tempel oder Schreine, spenden Kerzen, lassen Segnungen durchführen oder kaufen Schutzamulette.

    Ich habe also einerseits erfahren, dass ich in einem kritischen Alter bin. Aber das ist kein Problem. Denn zum Glück wurde mir auch gleich eine Lösung angeboten. Neben dem Dokument lag eine Holzkiste mit Gomaki-Stäbchen. Das sind hölzerne Gebetsstäbchen, die im Shingon-Buddhismus in Japan bei Feuerritualen verwendet werden. Für 2.50 Franken konnte ich darauf meinen Namen, meine Wünsche und mein Alter notieren. Mein Stäbchen kam dann unter den grossen Buddha und wird am 1. Juni in einem feierlichen Akt von den Mönchen in ein heiliges Feuer geworfen und verbrannt. Das Feuer repräsentiert die Weisheit Buddhas, die Gebete transformiert und negative Einflüsse zerstört. Dieses Feuer wird jeweils am 1. Tag jedes Monats entzündet.

    Es schadet aber bestimmt nicht, sich doppelt abzusichern. Deshalb habe ich im Kushida-Schrein nochmals alles gegeben. In Japan glaubt man, neben dem Buddhismus, u.a. an die Religion Shinto. In der mystischen Shinto-Welt existieren Geister und Götter, die Kami genannt werden. Kami beeinflussen stets das Leben der Japaner. Sei es in Form von Naturgöttern (z. B. Sonne oder Fluss), Tiergöttern (z. B. Fuchs oder Schlange) oder als vergöttlichte Gegenstände (z. B. Gefäss oder Spiegel). Um ihnen einen Ort zu geben, an dem sie verehrt und angebetet werden können, errichteten die Japaner Schreine. Das Ritual zum Deponieren von Wünschen ist immer gleich.

    Bevor man den Kami sein Anliegen vortragen kann, muss man sich am Brunnen reinigen. Vor den Schrein zweimal die Glocke läuten, damit die Kami einem auch Aufmerksamkeit schenken. 2x verbeugen, 2x in die Hände klatschen, Wunsch still vortragen (Sprache egal, Kami verstehen alles), noch einmal verbeugen. Anliegen/Gebet erfolgreich mitgeteilt.

    Und da ich gerade so in Fahrt war, gönnte ich mir gleich noch ein Omikuji. Das ist Wahrsagerei in Japan. Für 50 Rappen konnte ich einen Zettel mit einer Prophezeiung ziehen. Wenn die Aussichten schlecht sind, darf man den Zettel einfach an einem Baum hängen, damit er dann beim nächsten Feuerritual verbrannt wird. Wenn alles ok ist, kann man den Zettel als Glücksbringer in die Brieftasche stecken.

    ChatGPT sagte, mein Zettel sei so halb super. Die freundliche Dame im Büro fand, ich soll den sofort aufhängen. Das habe ich getan. Auch mit dem zweiten, einer englischen Version, die zufälligerweise denselben Spruch hatte. Also zog ich nochmals einen japanischen Zettel. Von diesem wollte ich gar nicht wissen, was drauf steht, sondern in einfach als Erinnerung mit nach Hause nehmen.

    Auf jeden Fall fühle mich jetzt doch recht safe und denke, ich bin gerüstet für mein problematisches Alter nach japanischer Zählart. Blöd nur, dass ich dann nach unserer Zählart ja nochmals 61 werde …
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  • Fukuoka: Konnichiwa Japan

    5 maj, Japan ⋅ ☀️ 23 °C

    So, jetzt bin ich also übers Ostmeer geflogen und in Fukuoka in Japan gelandet. Drei Unterschiede zu Südkorea fallen gleich auf: Alle mit denen in Kontakt hatte, sprachen Englisch. Es hat mehr Leute und weniger Platz. Mein Hotelzimmer ist etwa halb so gross wie diejenigen zuvor in Südkorea.

    Die Ankunft war harzig. Seit gestern Abend hatte ich Probleme mit meiner eSim und keine Daten. Das hatte mir in Busan noch einen ungeplant langen Spaziergang zurück ins Hotel beschert. Und heute war der Start in einem fremden Land mit einer mir unverständlichen Sprache ohne Hilfsmittel für Navigation und ÖV auch suboptimal. Deshalb habe ich mehr Zeit im Hotel verbracht, um mein Problem zu lösen, als durch Fukuoka zu streifen. Ich hoffe jetzt mal, es hat geklappt und freue mich schon riesig auf den morgigen Tag, um dann alles nachzuholen.
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  • Heute endet meine Zeit in Südkorea, ich fliege nach Japan weiter. Fast ein wenig wehmütig. Denn Südkorea hat sich nicht bloss in mein Herz geschlichen, es ist direkt reingesprungen. Die drei Wochen hier waren intensiv, lehrreich, wunderschön – einfach grossartig. Was mich besonders berührte, war das Konzept «uri».

    Beeinflusst die Sprache die Kultur oder die Kultur die Sprache? In Südkorea ist die Antwort auf diese Frage das Konzept «uri». Uri heisst auf Deutsch «wir». In Südkorea bedeutet es viel mehr als ein Personalpronomen. Hier wird «uri» statt «ich» verwendet. Das ist keine grammatikalische Anomalie, sondern eine kulturelle Haltung. «Uri» schafft Einigkeit statt Ausgrenzung, Verbindung statt Besitzanspruch

    Südkoreanerinnen und Südkoreaner sagen nicht mein Mann, mein Kind, meine Familie, mein Haus, meine Arbeit, mein Land. Sie sagen unser Mann, unser Kind, unsere Familie, unser Haus, unsere Arbeit, unser Land. Die gemeinschaftlich geprägten Werte Südkoreas hängen mit seiner kompakten Grösse, der ethnisch homogenen Bevölkerung und einem ausgeprägten Nationalgefühl zusammen. Nur weil ich etwas besitze oder zu etwas gehöre, bedeutet das nicht, dass andere nicht ein ähnliches Gefühl von Besitz oder Zugehörigkeit haben können. «Ich» oder «mein» zu sagen, wirkt fast egozentrisch.

    Der Wunsch nach Harmonie und Verbundenheit basiert auf einer langen konfuzianischen Tradition. Individuen sollen sich in sozialen Situationen stets am Wohl der Gruppe orientieren. Das kann beim Essen mit Freunden sein oder bei der Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel mit Fremden. Das kollektive «wir» ist in Südkorea untrennbar mit dem «ich» verbunden.

    Und da komme ich also auf meinem Egotrip «me, myself and I» daher und eigentlich sollten da Welten aufeinanderprallen. Tun sie aber nicht. Obwohl ich kein Südkoreanisch verstehe, fühlte ich, dass ich auch hier zu etwas Grösserem gehöre. «Uri» ist eine Weltanschauung. Wenn ich unser Haus sage, statt mein Haus, klingt das wie eine Einladung, meine Welt zu teilen. Das gefällt mir. Eine kollektive Identität wie hier ist in unserer individualistischen Gesellschaft in der Schweiz wohl nur etwas für Sozialromantiker. Doch ich habe mir vorgenommen, auch daheim mehr aufs «wir» zu achten. Denn es fühlt sich richtig an.
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  • Busan: Bilderrausch im Arte Museum

    4 maj, Sydkorea ⋅ ⛅ 20 °C

    Was für ein Abschluss in Busan und Südkorea! Ich war heute im Arte Museum von Busan und bin eingetaucht in komplett andere Welten. Dieser Bilderrausch mit Farben, Formen, Düften, Klängen war eine unglaublich coole Erfahrung.

    Das Arte Museum Busan ist kein klassisches Museum mit Bildern an der Wand, sondern eines der grössten immersiven Medien-Kunst-Museen der Welt. Ich bin eigentlich nicht in ein Museum gegangen, sondern ich war im Kunstwerk selbst drin. Diese Erfahrung ist einzigartig, die reale Umgebung tritt in den Hintergrund, die Kunst wird intensiver und emotionaler erlebt.

    Die Ausstellung läuft unter dem Konzept «Eternal Nature». In riesigen immersiven Räumen werden Projektionen von Meeren, Wald, Wasserfällen, Blumen, Stürme und Tiere gezeigt. Ausserdem gibt es Installationen zu Busan selbst, zu Kunstwerken, zu Filmen, zum Leben, zum Mond etc. Wände, Boden und Decken werden mit 360°-Lichtshows komplett bespielt. Jede Szene hat ihren eigenen Sound und teilweise sogar Gerüche. Bewegungen sorgen auch mal für interaktive Effekte.

    Es ist eine Kombination aus Technologie, Kunst und Erlebnis und absolut faszinierend. Nur schon das Arte Museum ist eine Reise nach Busan wert.
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  • Busan: Wunderbares Head Spa

    3 maj, Sydkorea ⋅ 🌧 16 °C

    Regen und 13 Grad heute in Busan – ideal für einen Besuch in einem Head Spa. Ich habe von solchen Dingen nicht viel Ahnung. Zum Glück hat mir Joy den Tipp gegeben, diesen Trend in Südkorea oder Japan unbedingt mal auszuprobieren. Und es hat sich auf jeden Fall gelohnt.

    Eine Stunde lang intensive Reinigung und Pflege von Kopfhaut und Haaren, dazu immer wieder Massage, Dampf und Wärme. Insgesamt 10 Schritte. Es war wunderbar entspannend. Allerdings, geföhnt wird hier nach der Behandlung nicht. Das muss man selber machen. Deshalb sah mein Haar danach immer noch aus wie eine kleine Explosion auf dem Kopf, also so wie vorher … 🤣
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  • Busan: Herzliche Menschen und Spiderman

    2 maj, Sydkorea ⋅ ☁️ 21 °C

    Was heute cool war? Ich habe wieder einmal Mal erlebt, wie kontaktfreudig Koreaner und Koreanerinnen sind und bin ich auch noch Spiderman über den Weg gelaufen. Aber der Reihe nach.

    Mein Food-Buddy Joe vom koreanischen BBQ hatte mich am Freitag spontan zu seiner heutigen Tagestour mit einem Ehepaar aus Texas eingeladen. Das habe ich sehr gern angenommen und es wurde ein toller Tag. Denn Joe führte uns zu Fuss auf die Insel Yeongdo-gu und dort in ein Gebiet, wo sich nur Einheimische bewegen. Joe erklärte uns anhand von Beispielen viele interessante Kapitel der koreanischen Geschichte, der aktuellen politischen Situation und des Alltags in Busan. Dabei ermöglichte er uns immer wieder Begegnungen mit den Menschen hier.

    Joe scheint hier beliebt zu sein. Denn wo sonst Zurückhaltung herrscht, entstand Nähe. Ich habe schon öfters erlebt, dass sich die SüdkoreanerInnen gerne mit mir unterhalten hätten, aber die Sprachbarriere ist echt hoch. Im Schlepptau von Joe lief das anders. Die ältere Dame, bei der wir ein Kaffee tranken, brachte ungefragt und kostenlos noch Dessert und Schinken-Käse-Toast für uns. Eine andere Frau wollte unbedingt, dass wir ihren Hotteok probieren, das ist wie ein platt gedrücktes Hefebrötli mit süsser Füllung. Als Joe uns an einem Gemüsestand erklärte, wieso es in Busan salzige Tomaten gibt (das Meerwasser drängt das Flusswasser zurück und die Tomaten werden dadurch salzig), öffnete die Frau am Stand ein ganzes Paket Tomaten und drückte sie uns zum Probieren in die Hand. Beim Fruchtstand um die Ecke beschenkte uns der Mann mit Mandarinen und beklagte sich, dass wir nicht aus Neuseeland seien, weil er noch viele Kiwis zum Verschenken hätte.

    Als wir an einem Parking vorbeigehen, rief uns die Frau aus der Kasse herein, fragte ob wir Lust auf einen Kaffee hätten, und erklärte uns danach freimütig, dass sie in Japan einen Mann suche. Beim Einheimischen-Treffpunkt unter der Brücke unterbrachen die Senioren sofort ihr Spiel, sprangen auf und schüttelten uns herzlich die Hand. Oder der einzige Fischer, der am Ufer unter der Brücke auch tatsächlich Fische fängt – und das schon seit 70 Jahren – lüftete für uns sein Erfolgsgeheimnis: Ein Holz-Böxli voller kleinen Kiestesteine, unter denen sich die Würmer versteckten.

    Es war super härzig dank Joe ein paar Worte mit diesen liebenswürdigen Menschen sprechen zu können. Dabei war Joe streng mit uns. Wir mussten uns ständig vor allen verbeugen, auf koreanisch begrüssen, auf koreanisch danken und uns auf koreanisch verabschieden. Das breite Lächeln, das wir jeweils als Antwort erhielten, zeigte aber deutlich, dass die Menschen sich über unsere Bemühungen freuten. Und das freute wiederum uns.

    Oder dann machte uns Joe auf Eigenheiten hier aufmerksam . Die Austausch-Ladestation für die Batterien der Kurier-Motorroller. Der Sonnenschirm über einer Bushaltestelle mit Solarmodulen, der sich je nach Sonne und Wind automatisch öffnet und schliesst. Die mit Wasser gefüllten Petflaschen vor verlassenen Häusern, die offenbar verhindern, dass Katzen in die leeren Gebäude eindringen, weil sie sich vor der Lichtreflektion fürchten. Die Salz- oder Reishäufen vor den Eingängen, die Glück bringen sollen. Ein Quartier mit Meersicht, das liebevoll «Santorini» genannt wird, weil es mit den weissen Mauern und Häusern und den blauen Dächern an Griechenland erinnere. Oder der Laden mit Snacks, der 24/7 ohne Mitarbeiter auf Vertrauen geöffnet ist. Es werde vielleicht zweimal im Monat etwas gestohlen, aber das seien dann Betrunkene aus dem Quartier, die es nicht mehr gecheckt hätten. Und wenn jemand die Kreditkarte vergesse, lege sie der nächste einfach auf die Kasse und dort bleibe sie auch, bis die Karte wieder abgeholt werde.

    Die beiden Amis und ich gingen nach der Tour noch zusammen weiter, um die samstägliche Drohnenshow am Gwangalli Strand vor der Gwangalli-Brücke zu sehen. Bis zu 2’500 Drohnen sind da jeweils unterwegs und zeigen spektakuläre Bilder über der Bucht. Das heutige Thema war «Spiderman». Doch da es gefühlte Tausende von Menschen am Strand hatte, kamen wir nicht ganz bis zur Show durch und mussten es von der Seite sehen. Schon das war ziemlich beeindruckend.
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  • Busan: Endlich koreanisches BBQ

    1 maj, Sydkorea ⋅ ☀️ 20 °C

    Heute war auch in Südkorea Tag der Arbeit und Feiertag. Das Gewusel in der Stadt war unglaublich und bot eine grossartige Gelegenheit für mein Menschen-Studium. Ich gaffte und freute mich schon auf den Abend. Denn ich durfte endlich ein original koreanisches BBQ geniessen.

    Es gibt unzählige BBQ-Restaurants in Südkorea mit Grill auf oder im Tisch und oft einem Luftabzug direkt darüber. Die Lokale sind meistens voll. Deshalb wollte ich nie allein hereingehen und einen ganzen Tisch für mich in Anspruch nehmen. Doch vor meiner Reise nach Busan hatte ich auf Get your Guide einen einheimischen Food-Buddy gefunden, der mit einer Gruppe zum BBQ geht und mich sofort dazu gebucht. Das war ein Glückgriff. Denn Joe entpuppte sich als perfekt Englisch sprechender Einheimischer, der mit viel Witz und total unkompliziert alle Fragen beantwortete und Freude daran hatte, sein Wissen und seine Ansichten über die südkoreanische Politik zu teilen.

    Doch zurück zum BBQ. Beim nordamerikanischen BBQ stehen grosse, trocken eingeriebene Fleischstücke im Mittelpunkt. Die Südkoreaner hingegen zerschneiden das Fleisch nach dem Grillen mit der Schere in kleine Streifen. Sie verwenden Schweinefleischstücke wie Bauch, Backe und Nacken oder mariniertes Rindsfleisch, das hier Bulgogi heisst. Die Stühle sind meistens aufklappbar, dort kommen Mäntel etc. rein, damit diese nachher nicht riechen.

    Die SüdkoreanerInnen nehmen ein Salatblatt, geben ein Stück Fleisch darauf, fügen Beilagen, Reis sowie Saucen hinzu und rollen das Ganze zu einem Päckchen zusammen. Dieses Päckli wird «Ssam» genannt und muss in einem Bissen heruntergeschlungen werden. Ich schwöre Euch, es kam zu lustigen Szenen – natürlich nur bei Martina aus Italien und bei Joe …

    Südkoreanisches BBQ ist ein Zelebrieren der Gemeinschaft. Meistens grillt eine oder einer für alle, in teureren Restaurants macht es jemand vom Restaurant. Dachte ich. Denn Joe erklärte mir heute, dass er nie in ein Restaurant gehen würde, in dem er selber grillen müsse. Das habe nichts mit dem Preis, sondern alles mit Kundenfreundlichkeit zu tun. Aha, danke, schon wieder etwas Wichtiges gelernt. Und staunte nicht mal mehr über die Vitamintablette, die vom Restauraunt jedem Gast vor dem Essen gereicht wurde.

    Beim südkoreanischen BBQ wird viel geredet, gelacht, gegessen und Bier mit Soju (Schnaps) getrunken. Dabei wird streng auf das Mischverhältnis (80:20) und auf das Mischen durch Aufschäumen des Biers geachtet. Südkoreaner suchen nach Einigkeit und Harmonie in einer Gruppe. Beim BBQ wird dieses Bedürfnis auf sehr angenehme und schmackhafte Art und Weise direkt erlebbar. Deshalb habe ich nicht nur das BBQ selbst, sondern auch den Abend und die Gesellschaft sehr genossen.
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  • Busan: Mehl-Katholiken und Freiheit

    30 april, Sydkorea ⋅ ☁️ 14 °C

    Auf einer geführten Tagestour durch Busan durfte ich heute interessante Eindrücke gewinnen. Noch spannender fand ich aber den persönlichen Kontext, den mein 60-jähriger Guide Peter beisteuerte. Peter erzählte viel von seiner Familiengeschichte und eröffnete dadurch neue Perspektiven.

    Zum Beispiel auf das Trendquartier Gamcheon. Die kleinen, farbigen Häuschen am Hang ziehen täglich unzählige Touristen an. Gamcheon ist als Foto-Hotspot für Influencer aus der ganzen Welt bekannt. Für Peter bedeutet das Quartier aber viel mehr. Er ist hier in ärmsten Verhältnissen aufgewachsen.

    Sein Vater war im jetzigen Nordkorea geboren worden und arbeitete in einer Kohlenmine. Nach dem Waffenstillstand im Korea-Krieg konnte der Vater wegen der geschlossenen Grenze nicht mehr zurück. Ohne nichts landete er wie die meisten Kriegsflüchtlinge in Busan. Heiratete erneut, wurde erneut Vater. Diese Tatsache fand Peter erst nach dem Tod der Mutter heraus. In ihrer Generation bedeutete es eine Schande, zweimal zu heiraten. Deshalb hatte sie es immer verheimlicht.

    Die Familie hatte nichts. Der Vater starb früh an Kohlenstaublunge. Die Mutter stand mit vier Kindern alleine da. Retterin in der Not war die Katholische Kirche, die im Flüchtlingslager nicht nur missionierte, sondern tatkräftig half. Sie organisierte für Peters Mutter und die Kinder ein Einzimmer-Häuschen, die Mutter und die Kinder lebten und schliefen auf ca. 10 Quadratmetern. Das Wasser musste der kleine Peter nach Hause schleppen. Enge, steile Treppen den Hang hoch und runter. Alle waren stets hungrig. Von der Kirche gab es zum Glück immer wieder mal Mehl. Aus Dankbarkeit nahm die Familie den Katholischen Glauben an. Wie so viele andere im Quartier. Sie nennen sich selbst «Mehl-Katholiken».

    In der Primarschule war Peter mit 87 Kindern in einer Klasse. Alle zusammen wurden von einem Lehrer unterrichtet. Das erforderte Disziplin. Diese wurde ihnen mit Schlägen eingetrichtert.

    Heute lebt Peter nicht mehr im Gamcheon. Kaum jemand tut das noch. Es ist hier viel zu mühsam und anstrengend. Man kann sein Auto nicht parken. Man muss immer noch steil hoch und steil runter. Viele Häuser haben immer noch kein Wasser. 2009 haben Kunststudierende das Quartier aufgehübscht und es hat sich inzwischen als Kulturzone etabliert. Der Schrecken von früher ist übertüncht.

    Peter wird diese Zeiten nie vergessen. Und es bereitet ihm manchmal Mühe, dass seine Kinder die Welt ganz anders sehen. Sie mussten nie hungrig ins Bett. Als Peter uns die Gedenkstätte für die gefallenen Alliierten des Korea-Kriegs zeigt, spricht er mit tiefer Dankbarkeit von jenen, die gekommen waren, um die Südkoreaner zu retten. Mit viel Stolz spricht er von Demokratie. Das südkoreanische Volk habe schon zwei Präsidenten wegen Korruption der Macht enthoben. Er ist glücklich, frei zu sein und kein Kommunist sein zu müssen. So geht es hier allen Menschen aus Peter Generation.

    Busan wurde während des Korea-Kriegs nie eingenommen, war während der Besetzung von Seoul sogar vorübergehend die Hauptstadt von Südkorea. Freiheit bedeutet für Peter mehr als ein Wort. Es bedeutet, dass er sein Leben gestalten und Gamcheon hinter sich lassen konnte. Busan ist heute für ihn Freiheit.
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  • Busan: Fischmarkt Yagalchi

    29 april, Sydkorea ⋅ ☁️ 15 °C

    Heute habe ich bereits meine letzte Etappe in Südkorea in Angriff genommen: Die 3,5-Millionen-Stadt Busan. Mein erstes Ziel: Yagalchi, der grösste Fischmarkt in Südkorea. Meine Mission: Meeresfrüchte kaufen und zubereiten lassen.

    Die Fahrt von Gyeongju nach Busan ans Ostmeer hatte nur etwas mehr als eine halbe Stunde gedauert. Doch in der quirligen Hafenstadt war gleich eine andere Dynamik spürbar. Nicht so hektisch wie in Seoul, nicht so ländlich wie in Suncheon und nicht so erhaben wie in Gyeongju. In Südkorea sagt man, Seoul sei der Kopf des Landes – und Busan das Herz. Der Puls ist sofort spürbar. Viele Leute, aber entspannt.

    Mein Hotel liegt gegenüber dem Fischmarkt im lebhaften Nampo-Viertel mit Restaurants, Bars, Shopping. Ich bin wegen Yagalchi hier hin und machte mich gleich nach dem Einchecken auf den Weg. Bisher habe ich auf den Märkten absichtlich keine Fische ausser die Glücksbringer fotografiert. Ich wollte hier zuschlagen. Und echt: Hier gibt es einige Meeresungeheuer zu sehen …

    Im Erdgeschoss habe ich im ersten Schritt noch lebende Jakobsmuscheln und Tintenfisch ausgesucht und bezahlt. Dann ging ich mit meiner Beute ins Restaurant in den 2. Stock, wo ich einen Tisch direkt am Fenster zum Meer erhielt und zusätzlich noch einen Teller Sashimi mit verschiedenen Weissfischen bestellte. Gegen einen kleinen Aupreis wird hier oben alles gleich gekocht. Die Muscheln wurden gedämpft, der Tintenfisch kurz mit Zwiebeln und scharfer Sauce angebraten. Frischer geht nimmer. Das Resultat war fantastisch.

    Anschliessend bummelte ich noch ein wenig durch die Strassen meines Quartiers. Das hat schon mal super begonnen hier in Busan.
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  • Gyeongju: Grabhügel und Trendstrasse

    28 april, Sydkorea ⋅ ⛅ 19 °C

    Heute Nachmittag ging ich auf Erkundigungs-Tour in Gyeongju. Wie zuvor beim Zmittag sorgte die Mischung für Genuss: Uralte, mächtige Grabhügel sowie die Dächer traditioneller Hanok-Häuser bilden die Skyline vor der Bergkulisse. Direkt daneben verläuft die Hwangnidan-gil, eine der angesagtesten Strassen für Koreas Jugend mit Restaurants, Bars und Geschäften.

    Es war cool, auf so engem Raum zwischen den beiden Welten hin- und her zu wechseln. Einerseits lernte ich im Infocenter mit Drohnenfilmen, wie die Grabhügel für die verstorbenen Silla-Herrscher (57 v. Chr. bis 935 n. Chr.) entstanden sind und flanierte im wunderschönen Grabhügel-Park mitten in der Stadt. Andererseits konnte ich einen Steinwurf davon entfernt beobachten, wie junge Koreanerinnen und Koreaner die Hwangnidan-gil eroberten.

    Falls sich jemand für die Grabhügel interessiert, habe ich einen Film in die Galerie gelegt. Aus der Vogelperspektive erkennt man viel besser, wie erhaben die Grabhügel mitten in der Stadt liegen. Ausserdem findet Ihr einen Film über den Wolji-Teich des Donggung-Palasts, der bei Nacht wunderschön aussieht – aber ich war halt tagsüber dort. Der dritte Film war Pausenfüller bis die Show wieder losging. Aber den fand ich am besten 🙈.

    Was mir auf der Hwangnidan-Strasse besonders auffiel: Fast jeder zweite Laden ist ein Fotogeschäft. Allerdings nicht traditionell, wie ich das bisher kannte. Sondern die meisten bieten mit Self-Service-System Accessoires und Fotoboxen für kleine und grössere Gruppen an. Bezahlen (ca. 6 Franken), Hintergrund und Style wählen, Kamera und Licht sind fix installiert, der Auslöser wird per Touchscreen oder Fernbedienung aktiviert. Oft steht ein grosser Spiegel daneben, damit man die Szene checken kann. Nach der Session Lieblingsfotos am Screen wählen, ausdrucken lassen und zusätzlichen QR-Code aufs Handy erhalten. Ready für Social Media ...

    In diese Fotogeschäfte drängen alle rein, zelebrieren die Gemeinschaft und lassen Erinnerungen knipsen. Leider konnte ich die Geschäfte nicht wirklich fotografieren, weil das Licht in den Scheiben blendete und ich nicht reintrampen wollte. Auf jeden Fall sammelte sich vor jedem Foto-Geschäft eine Menschentraube und tauschte unter lautem Gelächter die Fotos aus.

    Die erhabene Stille der Grabhügel und das fröhliche Treiben der jungen Menschen war eine wunderbare Mischung und hat mir gut gefallen.
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  • Gyeongju: Kochkurs für Kimbap und Bibimbap

    28 april, Sydkorea ⋅ ⛅ 20 °C

    Zum Zmittag gab es Selbstgekochtes aus einem Kochkurs: Bibimbap, Kimbap und eine Omelette. Alles farbenfroh, sehr fein und kinderleicht zuzubereiten.

    Bibimbap und Kimbap gehören zu den berühmtesten Gerichte Südkoreas. Beides sind einfache Alltagsgerichte. Der Reis kommt in die Mitte des Tellers. Rundherum werden die restlichen Zutaten platziert. Wir hatten Gemüse und Fleisch. Von mir gekocht waren allerdings nur die Rüebli. Den Rest hatte die Lehrerin bereits vorbereitet: Rinds-Hack dazu Beilagen, welche die Südkoreaner stets im Kühlschrank parat haben. Heute waren das gebratene Pilze, blanchierter Spinat, blanchierte Sojasprossen, Zucchetti mit Zwiebeln und eingelegter Rettich. Für den Umami-Geschmack kam zum Schluss noch ein Spiegelei mit weichem Eigelb darüber. Alles vermischen. Super fein!

    Kimbap ist wie eine Maki-Sushirolle aber ohne Essig im Reis. Dafür schmiert man Ende noch ein wenig Sesamöl über die Rolle. Auch dafür war bis auf die Rüebli schon alles vorbereitet. Wir legten in eine Rolle Surimi, Rettich, Spinat und Omelette. Die zweite Rolle ist eine Spezialität von Gyeongju, statt Surimi kam die eingelegte Wurzel der Grossen Klette rein. Das schmecke auch richtig gut.

    Eine Omelette mit Rüebli und Frühlingszwiebel rundete das Gericht ab. Der Trick war, die Omelette in mehreren Etappen zu braten. Wenn die erste dünne Schicht fest ist, wird sie aufgerollt. Danach folgt die nächste dünne Schicht, die ans Ende der zuvor aufgedrehten Rolle "geklebt" wird. Nun wird erneut aufgerollt. Das wird wiederholt bis keine Eiermasse mehr da ist. Sorry, wahrscheinlich kommt bei dieser Erklärung kein Mensch draus. Mit den Fotos sollte es eigentlich klar sein. Es braucht auf jeden Fall eine kleine, rechteckige Pfanne.
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  • Gyeongju: Erleuchtung und Hoffnung

    27 april, Sydkorea ⋅ ☀️ 21 °C

    Heute bin ich die 33 Schritte zur Erleuchtung im Bulguksa-Tempel in Gyeongju gegangen. Ich fand das für eine so einschneidende Veränderung gar nicht mal viel und hoffe, es hat geklappt!

    Zuvor stand ich allerdings nach einer Stunde Taxifahrt um 9 Uhr in den Bergen zur Öffnung der Seokguram-Grotte bereit. Das ist die Einsiedelei des Bulguksa-Tempels auf 740 Metern über Meer. Hier ruht auf einem Podest hinter Glas eine 3,5 Meter grosse Statue von Buddha. Im 8. Jahrhundert wurden die Granitblöcke dafür über einen schmalen Gebirgspfad nach oben geschleppt. Beeindruckend. Ein Foto kann ich nicht zeigen, es herrscht Fotoverbot. Mehr sagt vielleicht auch das Gefühl dazu: Die Stimmung allein mit Buddha war mystisch.

    Doch zurück zu meiner hoffentlichen Erleuchtung. Der Bulguksa-Tempel liegt knapp 16 Kilometer südöstlich von Gyeongju auf Steinterrassen in einem wunderbaren Park mit Teichen, knorrigen Kiefern und Schwertliliengärten. Das riesige Gelände mit mehreren Tempeln birgt mehr Schätze als jeder andere buddhistische Tempel in Südkorea. Bulguksa gilt als Meisterwerk der Blütezeit der buddhistischen Kunst im Silla-Königreich (57 v. Chr. bis 935 n. Chr.).

    Der Weg für Besucher führt vom Eingangstor zum «Tor der Himmelskönige», in dem die Statuen von vier furchterregend aussehenden Tempelwächtern die Anlage bewachen. Zwei steinerne, in Brückenform gebaute Treppenanlagen, stehen für den Übergang von der irdischen Welt in den «Tempel des Buddha-Reiches» (so Bulguksas wörtliche Übersetzung). Beide Treppen zusammen haben 33 Stufen und sie stehen für die 33 Schritte zur Erleuchtung.

    Und jetzt gerade ist die Erleuchtung besonders schön: Zu Ehren von Buddhas Ankunft wird am 16. Mai das jährliche Lotuslaternen-Fest gefeiert. Schon mehrere Wochen vor den Festivitäten wird nicht nur im Tempel, sondern überall mit dem Aufhängen von lotusförmigen Papierlaternen begonnen. Im Tempel kann gegen eine kleine Spende jede und jeder so eine Laterne bekommen. Die Laterne steht für Erleuchtung und Hoffnung. Sie symbolisiert die Erleuchtung des Geistes des Einzelnen, der Gemeinschaften und der gesamten Gesellschaft durch Buddhas Weisheit.

    Wunderbar finde ich den Brauch, einen Wunschzettel an die Laterne zu hängen. Meistens wünschen sich die Menschen Gesundheit, Frieden, Glück für die Familie und Freunde. Es kann aber auch mal um einen Lottogewinn oder die Zulassung an eine Uni gehen. Als ich unter diesem bunten Meer von Laternen durchging und die im Wind tanzenden Wünsche sah, stellte ich mir vor, wie schön es wäre, wenn tatsächlich jeder einzelne in Erfüllung gehen würde. Im Bulguksa-Tempel könnte man glatt daran glauben.

    Südkorea ist übrigens ein religiös vielfältiges Land. Die Hälfte der Bevölkerung ist konfessionslos. Rund 30 Prozent sind Christen (Protestanten und Katholiken), 16 Prozent sind Buddhisten. Der Schamanismus ist als ursprüngliche Religion tief in der Kultur verwurzelt, während der Konfuzianismus die soziale Struktur und Ethik prägt.
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  • Gyeongju: Die Woljeonggyo-Brücke bei Nacht

    26 april, Sydkorea ⋅ ⛅ 24 °C

    Mein Reisetag heute verging einmal mehr wie im Flug im Zug. Rund vier Stunden lang war ich von Suncheon im Südwesten nach Gyeongju im Südosten unterwegs. Ich klebte erneut mit dem Gesicht am Fenster und freute mich über die kundenfreundlichen ÖV hier. Alles schnell, alles pünktlich, alles klar organisiert, überall saubere Toiletten und mucksmäuschenstill währnd der Fahrt – top.

    Gyeongju war fast 1000 Jahre lang die Hauptstadt des Silla-Reichs. Silla ist das älteste der Drei Reiche von Korea, es bestand zwischen 57 v. Chr. bis 935. Auf dem Höhepunkt des Silla-Reichs lebten in Gyeongiu ca. eine Million Menschen. Am Ende kam der Niedergang durch innere Spaltung und Invasionen.

    Nun ist Gyeongju als Museum ohne Mauern berühmt. Nirgends in Südkorea gibt es mehr Grabmäler, Tempel, Felsskulpturen, Pagoden, buddhistische Statuen und verfallene Paläste als hier. Drei Tage lang werde ich nun also auf den Spuren der Geschichte wandeln.

    Heute habe ich schon mal mit einem Spaziergang an die Woljeonggyo-Brücke losgelegt. Die ursprüngliche Brücke aus der Silla-Zeit ist zwar schon lange abgebrannt. Nach gründlicher historischer Recherche wurde sie 2018 als eine der grössten Holzbrücken Südkoreas neu aufgebaut. Seither lockt die prächtige Brücke vor allem nachts die Menschen in Scharen an. Das war ein schöner Einstieg für mich.
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  • Suncheon: Magischer Sonnenuntergang

    25 april, Sydkorea ⋅ ☀️ 19 °C

    Der Sonnenuntergang im Suncheon Bay Wetland wird als einer der schönsten in ganz Korea gepriesen. Deshalb bin ich heute am späten Nachmittag nochmals in die Schilffelder im Küstenfeuchtgebiet (siehe 23. April 2026) zurückgekehrt. Zum Glück: Es war magisch!

    Beim Spazieren sah alles ruhig aus. Wenn ich aber stehen blieb und von den Holzstegen aus auf den Boden herunter schaute, bewegte sich plötzlich alles. Die schnellen Fische, die sich mit den Brustflossen vorwärts stemmen, sind Schlammspringer. Sie finden hier das Paradies, können am Land atmen, solange die Haut feucht bleibt und es hat für jeden genug eigene Löcher. Sie springen trotzdem herum, um ihre Reviere zu verteidigen. Die behäbigen Krabben mit ihrem schrägen Gang. Ich sah sogar einen Fischotter.

    Mit dem Sonnenuntergang war das so eine Sache. Am schönsten wäre der 18:58 Uhr angesagte Sonnenuntergang von ganz hinten zu beobachten gewesen. Doch um 19:00 Uhr schloss der Park … Auch so war mein Spaziergang wunderschön im warmen Licht des zu Ende gehenden Tages. In der Fotogalerie habe ich ganz am Ende eines drin, das ich aus dem Web geklaut habe. Wenn ich auf den Hügel hochgegangen wäre und um 19:58 Uhr fotografiert hätte, wäre es so herausgekommen … 😉
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  • Suncheon: Überlebenskampf auf dem Jungan-Markt

    25 april, Sydkorea ⋅ ☀️ 20 °C

    Die südkoreanischen Seniorinnen faszinieren mich. Bisher bin ich hauptsächlich den Wanderfüdlis begegnet. Heute habe ich etwas über die Not der Frauen gelernt, die trotz ihrem hohen Alter noch arbeiten müssen.

    Ihre Gesichter sind verhärmt, jede Linie erzählt eine Geschichte. Sie sind meistens klein, die Körper oft nach vorne gebeugt, gezeichnet von einem harten Leben. Und doch sind sie es, die heute am Markt den Ton angegeben haben. Sie sitzen in jeder Gasse auf dem Boden, verkaufen Obst, Gemüse oder Fisch und keifen sich an, wenn eine andere sich nicht an die Regeln hält (siehe Filmli). Denn hier kämpft jede ums Überleben.

    Ich weiss nicht, wie alt sie sind. Die Menschen hier sehen teilweise sehr viel jünger aus. Deshalb schätze ich mal vorsichtig, dass sie zwischen 70 und 90 Jahre alt sind. Weil Südkorea erst 1988 ein staatliches Rentensystem eingeführt hat, können die Frauen kaum Ansprüche geltend machen. So weist Südkorea eine der höchsten Altersarmutsraten unter den OECD-Staaten auf: Fast die Hälfte aller Senioren gelten in Südkorea als arm.

    Viele Frauen müssen auch nach dem offiziellen Pensionierungsalter von 60 Jahren weiterhin Geld verdienen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Oft in prekären Beschäftigungsverhältnissen, z. B. als Strassenputzerinnen, beim Sammeln von Altpapier – oder eben auf dem Markt.

    Gerne hätte ich mich mit ihnen unterhalten. Doch das war leider unmöglich. Diese Frauen reden kein Englisch und haben auch keine Zeit für Gespräche. Denn es herrscht ein grosser Konkurrenzdruck und jede überwacht ständig, was die andere macht. Wir Schweizerinnen können echt dankbar sein für unser System.
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  • Suncheon: Südkoreas Ballenberg und K-Drama-Drehort

    24 april, Sydkorea ⋅ ☀️ 20 °C

    Heute wurde ich mehrheitlich von irgendeinem Bus durchgerüttelt und durchgeschüttelt. Zuerst auf meinem Weg durch die Berge zum Volkskundedorf Naganeupseon und dann auf meinem Weg zurück und weiter zu einem Freilicht-Drehort für K-Dramen am anderen Ende der Stadt. Am spannendsten war es aber, die vielen Seniorinnen und Senioren im Bus zu beobachten oder einfach nach draussen zu schauen.

    Naganeupseon liegt auf einer von Bergen umsäumten Ebene und ist ein uraltes Dorf (18 v. Chr. – 660 n. Chr.), das 1397 auch noch mit einer Festungsanlage versehen wurde. Innerhalb der Festungsmauern wohnen immer noch rund 100 Familien, deshalb ist das Dorf prima erhalten. Das Einzigartige an den traditionellen Häusern sind die Strohdächer aus Reisstroh. Je nach Handwerk, das von den Bewohnern verrichtet wird, sind die Häuser und Höfe unterschiedlich ausgeführt und ausgestattet. Einige können von Besuchern nach Absprache besichtigt werden. Salopp gesagt: Das ist das Ballenberg-Museum von Südkorea. Offenbar ein Must für südkoreanische Schulkinder. Die waren niedlich. Es schien eine Mutprobe zu sein, mir zuzuwinken und mich im Vorbeigehen mit einem englischen Brocken anzusprechen.

    Danach fuhr ich auf einer anderen Route 90 Minuten lang durch wirklich jedes Kaff zurück nach Suncheon und auf die andere Seite der Stadt. Dort wollte ich mir noch ein Freilicht-Filmstudio ansehen, das Bereiche nachstellt, die das Korea der 1960er- bis 1980er-Jahre zeigen. An diesem Set wurden schon über 70 Filme und Serien gedreht, beispielsweise auch Teile von Squid Game.

    Nach einer erneuten Busfahrt zum Stadtpark am Fluss spazierte ich dann gemütlich in mein Hotel zurück. Dabei dachte ich übers Busfahren in Südkorea nach. Die Hälfte der Sitze ist immer für Senioren, Behinderte oder Schwangere reserviert. Wer sich anmasst, sich auf einem falschen Platz zu sitzen, wird hauptsächlich von den Seniorinnen sofort in den Senkel gestellt. Manchmal kam es mir vor, wie wenn die 90-Jährige auch die 80-Jährige zusammenstauchen würde, weil diese jünger ist. Und das mit den Fenstern war auch so eine Sache. Spalt auf. Spalt zu. Auf. Zu. Dann wieder eine hitzige Diskussion.

    Mir scheint, in den Bussen ist fast mehr los als bei meinen Fussmärschen. Ich glaubte schon öfters, mich im Weg geirrt zu haben, weil ich allein unterwegs war. Aber nein, ich scheine aktuell einfach die einzige nichtasiatische Touristin auf diesen Pfaden zu sein.
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  • Suncheon: 18 (!) verschiedene Gerichte zum Znacht

    23 april, Sydkorea ⋅ ☁️ 18 °C

    Nach über fünf Stunden auf den Beinen war ich nur noch müde und hungrig. Doch Tripadvisor jagte mich auf der Suche nach einem Restaurant noch fast eine weitere Stunde durch alle möglichen und unmöglichen Stadtteile von Suncheon. Ich war ja selber blöd, hätte mich mehr anstrengen und aufs südkoreanische Navigationssystem Naver verlassen sollen. Aber das blaue Tripadvisor-Pünktli schien immer richtig zu sein, also ging ich trotzdem weiter. Bis es mir doch den Nuggi lupfte, ich den nächsten Bus nach Hause suchte – und ins Paradies purzelte.

    Plötzlich stand ich vor einem beleuchteten Eingang und schaute in ein Hanok-Haus hinein. Eine Frau bat mich freundlich herein und ich war so happy, dass ich mich an einem schönen Ort setzen konnte, dass ich mitging, ohne zu wissen, was es hier gibt. Draussen war zwar ein Schild «foreigner friendly» angebracht, aber mit Englisch war trotzdem nichts. Als der Kellner mir die englische Speisekarte brachte, fand ich heraus, dass es nur ein Menü gibt und da stand ziemlich viel drauf. Er konnte mir nicht erklären, ob ich Teile wählen müsse, aber ich wollte jetzt auf keinen Fall mehr aufstehen und sagte einfach ja zum Menü.

    Was dann kam, war unglaublich. Ich erhielt für nicht ganz 19 Franken 18 verschiedene Gerichte zum Znacht. Ein Teller sah schöner aus als der andere. Überall durfte ich ein bisschen probieren, alles schmeckte sensationell. Bitte fragt’ nicht, was aufgetischt wurde. Ich muss gestehen, dass ich nicht alles zuordnen konnte. Leider hatte ich keine Chance, aufzuessen. Das tat mir sehr leid. Dennoch fühlte ich mich wie eine Königin und freute mich von Herzen, dass dieser wunderbare Tag mit diesem einzigartigen Nachtessen einen so grossartigen Abschluss fand.
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  • Suncheon: 790'000 Bäume und 230 Hektaren Schilf

    23 april, Sydkorea ⋅ ⛅ 20 °C

    Heute bin ich freiwillig über fünf Stunden durch Koreas ersten Nationalgarten und die Schilflandschaft vor dem Wattenmeer in Suncheon gelaufen. Das sagt schon alles darüber, wie unglaublich schön es war. Ich musste einfach immer noch mehr sehen!

    Am Mittwoch war ich mit dem KTX-Zug von Seoul in den Süden nach Suncheon gereist. Drei Stunden lang. Mir war es vorgekommen, wie wenn die Fahrt nur fünf Minuten gedauert hätte, so gebannt hatte ich zum Fenster herausgeschaut. Mir ist es wichtig, auf dieser Reise verschiedene Eindrücke von Südkorea zu gewinnen. Deshalb wollte ich auch in die Provinz und sehen, wie es hier so läuft. Suncheon ist ein mittelgrosses Industrie- und Agrarzentrum mit rund 280'000 Einwohnerinnen und Einwohnern Die Kirsche auf dem Kuchen ist aber die Natur. Insbesondere Koreas erster Nationalgarten sowie die Suncheon-Bucht.

    Nach der Suncheon International Garden Expo im Jahr 2013 verwandelte
    sich das gesamte Stadtzentrum in eine grüne Oase – mit makellos gepflegten Gärten, Wasserbecken und offenen Rasenflächen, auf denen sich Einheimische erholen, picknicken, Musik hören oder Sport treiben. Auf einer Fläche von 1,12 Millionen Quadratmetern wachsen 790‘000 Bäume und 3,15 Millionen Blumen.

    Das Küstenfeuchtgebiet wird gebildet von einem 3,5 km langen Fluss, einem 2,3 Hektaren grossen Wattenmeer (UNESCO Welterbe) sowie einem 230 Hektaren grossen Schilffeld, das mit Holzstegen für Spaziergänger durchzogen ist. Die Bucht ist nicht nur wegen aller Tiere im Wattenmeer für die Menschen hier von Bedeutung. Hier halten auch die Zugvögel aus Ostasien und Australien gerne Rast.

    Im riesigen Gartenpark und im Küstenfeuchtgebiet war ich heute also tagsüber unterwegs. Und ich war begeistert. Ich glaube, ich werde alt. Früher hätte man mich dazu prügeln müssen, so eine Tour wäre eine Tortur gewesen. Doch nun genoss ich einfach nur die wunderschöne Anlage. Die Entschleunigung, die Kraftorte, die unglaubliche Anzahl an herrlichen Bäumen und Pflanzen.

    Lustigerweise wurde ich öfters angesprochen. Und zwar immer von Frauen, die wissen wollten, woher ich komme und was ich hier mache. Die Männer stehen jeweils dabei, mischen sich aber nicht gross ein. Die Unterhaltungen mit Händen und Füssen waren jedes Mal sehr lustig. Die Frau, die mir den Parkplan erklären wollte, war der Hammer. Das Video von ihr müsst Ihr schauen. Ich fand sie so witzig, dass ich sie bat, ob sie es nochmals zeigen würde und ich sie filmen dürfe. Sie hat sofort ja gesagt und erneut nichts erklärt. Doch irgendwie geht es immer auch ohne Worte. Die Herzlichkeit und das Interesse der Koreanerinnen sind wirklich rührend. Ich habe das Gefühl, schon verstanden zu haben, was sie sagen wollten. Und das Gegenteil kann mir ja niemand beweisen … 🤣
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  • Seoul: Iss’ gut!

    21 april, Sydkorea ⋅ ☁️ 11 °C

    Etwas über Korea und das Essen habe ich heute auch noch gelernt. Südkorea war 1953 nach dem Korea-Krieg das zweitärmste Land der Welt nach Somalia. Die Menschen hatten nichts, hungerten. Die Gesundheit litt genauso wie die Seele. Diese Erfahrung hat die heutigen Senioren geprägt. Sie taten alles, damit ihre Kinder es besser haben und vermittelten ihnen auch die Wertschätzung für ihr Essen. Deshalb ist den Südkoreanerinnen und Koreanern das Essen so wichtig.

    Wenn wir uns begrüssen, sagen wir: «Hoi, wie geht’s?» oder «Tschüss, bis bald». Hier sagen sie: «Hallo, hast Du gut gegessen?» oder «Tschüss, iss’ gut!». Gefühlt alle zehn Metern kann man essen. Günstig oder teuer – aber immer frisch gekocht und fein. Das Essen bietet von Fleisch über Meeresfrüchte, Nudeln, Suppen, Früchte oder Süssigkeiten in allen Variationen alles, was das Herz begehrt. Zu den meisten Gerichten gibt es kostenlose kalte Beilagen, meistens fermentierten Kimchi und eingelegtes Gemüse.

    Heute Abend hatte ich mein letztes Abendessen hier in Seoul. Ich war todmüde, weil heute schon um 4:30 Uhr der Wecker geklingelt hatte für meinen DMZ-Ausflug. Da ich noch packen muss für meine Weiterreise morgen nach Suncheon, ging ich nur kurz um die Ecke in ein Lokal, das mir mein Tourguide empfohlen hatte. Es war sehr einfach, sehr fein und recht speziell.

    Das Restaurant bietet sechs Gerichte zur Auswahl, man bestellt und bezahlt beim Eingang. Geht an den Platz, isst und kann dann verschwinden. Dabei muss man aufpassen, nicht vom Roboter-Trolley gerammt zu werden, der das gebrauchte Geschirr zur Küche fährt.

    Übrigens: Ich wurde an ein Einzel-Plätzchen geschickt. Diese gibt es oft in Restaurants, denn die KoreanerInnen essen viel auswärts, auch alleine. Gedeckt ist selten. In der Regel hat es eine Schublade unter dem Tisch mit Essstäbchen, Löffeln und Servietten drin. Grössere Lätze hängen auch irgendwo und man darf sich bedienen. Kaltes Wasser steht kostenlos bereit. Diese unkomplizierte Effizienz finde ich super.
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  • Demilitarisierte Zone Südkorea / Nordkorea

    21 april, Sydkorea ⋅ ☀️ 8 °C

    Mein Besuch der demilitarisierten Zone zwischen Südkorea und Nordkorea (DMZ) heute hat mich tief berührt. Zu sehen gab es nicht viel, aber zu erfahren und zu fühlen. So viel Leid ist verknüpft mit dieser Grenze. Hinter der Glitzerfassade von K-Pop, K-Beauty, oder K-Drama bleibt der Korea-Krieg traurige Realität. Über 60'000 Familien in Südkorea sind auch 73 Jahre nach dem Waffenstillstand noch im Ungewissen darüber, ob ihre Angehörigen tot sind oder in Nordkorea leben. Der Krieg ist nicht Vergangenheit, sondern persönliche Geschichte.

    Hier der geschichtliche Kontext
    - Korea war fast 1000 Jahre lang ein Land.
    - 1910 bis 1946 wurde Korea von Japan besetzt.
    - Weil Japan als Verlierer aus dem 2. Weltkrieg hervorging, wurde Korea gegen den Willen der hier lebenden Menschen von den Siegermächten in zwei Staaten geteilt.
    - Der Norden ging in den Jahren unmittelbar nach dem Krieg in die Verwaltung der Sowjetunion über, der Süden in diejenige der USA.
    - 1950 motivierte die Sowjetunion Nordkorea zur Invasion in Südkorea. Der Coup schien zu gelingen. Die USA retteten Südkorea mit ihrem Eingreifen.
    - 1953 und nach dem Tod von 4,5 Millionen Menschen wurde ein Waffenstillstand geschlossen und eine demilitarisierte Zone bestimmt.
    - Die DMZ ist ein vier Kilometer breiter Streifen voller Soldaten, Kameras und Landminen und gleichzeitig ein Naturreservat.
    - Südkorea war nach Kriegsende mit einem BIP pro Kopf von ca. 67 US-Dollar hinter Somalia das zweitärmste Land der Welt.
    - Nordkorea ging es besser, das Land hat Ressourcen.
    - Bis heute gibt es keinen Friedensvertrag. Offiziell herrscht immer noch Krieg.
    - Nordkorea heute: Ein diktatorischer Staat mit Führerkult, Kontrolle und Isolation. Menschen verhungern. Gestützt von Russland und China.
    - Südkorea heute: Demokratie, Technologie, Popkultur. BIP pro Kopf 2025 ca. 36'000 US-Dollar. Gestützt von den USA und Japan.

    Da stand ich jetzt also an der bestbewachten Grenze der Welt und fand vieles bizarr. Klar, mein Pass wurde mit der Anmeldung abgeglichen. Es gab Fotoverbote, festgelegte Gehrouten und ein Zeitfenster für den Besuch. Panzersperren, Stacheldrahtzäune, Landminen, Warnschilder. Eine Dachterrasse, von der aus man mit Fernsichtgeräten in den Norden spähen konnte. Das alles hatte ich erwartet. Doch die Burgerbuden, Souvenir-Geschäfte, Kaffeebars, der Campingplatz und der kleine Vergnügungspark befremdeten mich irgendwie.

    Denn gleich daneben steht beispielsweise ein Gedenkort mit einem Altar, wo Nordkoreaner, die nach der Teilung nach Südkorea auswandern durften, jährlich die Ahnengeister ihrer in Nordkorea verstorbenen Angehörigen ehren. Solange Nordkorea diktatorisch regiert wird, werden sie ihnen nie mehr näher kommen.

    Oder am Ende einer kleinen Holzbrücke hängen Wunsch- und Gebetsbänder an der Absperrung. Von getrennten Familien, die um die Wiedervereinigung von Süd- und Nordkorea und Frieden bitten. Die Bänder stehen nicht nur für Verzweiflung, sondern auch für Hoffnung und Verbindung.

    Doch noch fürchten die Südkoreaner die Nordkoreaner. Ihre doppelt so grosse 1,3 Millionen-Mann-Armee, von der sie offiziell vier tief unter der Erde liegende Tunnel gefunden haben, die alle Richtung Seoul (ca. 60 km von der Grenze entfernt) führen. Die Atombombe. Den unberechenbaren Diktator Kim Jong-un, der erst vor zwei Tagen wieder mal einen Raketentest befohlen hatte. Die Schutzmächte China und Russland. Die DMZ ist kein lustiges Touristenland. Ich konnte die angespannte Stille fühlen.

    Deshalb störte mich persönlich die Nähe von Schicksal und Geldmacherei. Obwohl ich mitmachte, fand ich es ein wenig respektlos. Aber hey, vermutlich geht es genau deshalb Südkorea inzwischen besser als dem nördlichen Nachbarn. Und wieso sollen die arbeitenden Menschen nicht auch vom Krieg profitieren, wenn es doch Staaten, Rüstungskonzerne, Aktionäre in viel hemmungsloserem Masse tun.

    Mein Tourguide hat heue von ihrer Grossmutter erzählt. Deren 9-jähriger Sohn war während der Invasion von den Nordkoreanern verschleppt worden. Sie dachte er sei tot. Dank einer TV-Sendung, die Wiedervereinigungen möglich machte, erfuhr sie von seinem Schicksal und durfte ihn in der DMZ elf Stunden lang treffen. Kurz darauf verstarb sie. Ihre Fragen haben sich beantwortet. So viele bleiben offen.

    Den folgenden Spruch habe ich heute gelesen. Er passt leider nicht nur zum Schicksal der Koreanerinnen und Koreaner:

    War does not determine who ist right.
    Only who is left.
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  • Seoul: Verregneter Gangnam Style

    20 april, Sydkorea ⋅ ☁️ 13 °C

    20. April Verregneter Gangnam Style

    Heute wollte ich in Gangnam in der Starfield Library in aller Ruhe ein paar Texte schreiben und dann die Schönen und Reichen beobachten draussen in einem Café in Gangnam. Hat leider alles nicht geklappt …

    Die riesige Starfield Library entpuppte sich weniger als ruhige Bibliothek, sondern eher als Selfie-Hotspot. Nix für mich. Draussen war wegen des miesen Wetters kaum jemand unterwegs, dafür umso mehr in der Starfield COEX Mall, dem grössten unterirdischen Einkaufszentrum der Welt. Darauf hatte aber auch keine Lust. Ich war schon mit einem vollen Koffer angereist und habe (leider) keine Kapazität für Einkäufe. Also fuhr ich einfach ein wenig U-Bahn und tauchte immer mal wieder nach oben auf, um ein Auge voll von der Umgebung zu nehmen. Das wars.
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  • Seoul: Design-Plaza statt Halbmarathon – Kochkurs

    19 april, Sydkorea ⋅ ☀️ 25 °C

    Ein gaaaanz langsamer Halbmarathon und ein koreanischer Kochkurs – das waren heute meine Ziele. Dummerweise kam mir ein architektonisch spannendes Gebäude dazwischen. Da entschied ich mich schweren Herzens, meinen Spaziergang nach etwas mehr als 2 km abzubrechen und rechts abzubiegen …

    Der Cheonggyecheon-Bach ist ein beliebter, 11 km langer, restaurierter Wasserlauf, der mitten durch die Stadt führt – ideal für einen lauschigen Sonntagnachmittag. Da ich den gesamten Weg hin und zurück spazieren wollte, brauchte ich etwas im Magen. Eine Kimbap-Rolle war genau richtig, um Power zu bekommen und später doch noch Platz für das selbstgemachte koreanische Essen zu haben.

    Am Cheonggyecheon-Bach war es richtig schön. Überall Terrassierungen zum Sitzen, Steinbrücken zum Überqueren und schattenspendende Bäume. An einem Wasserfall-Vorhang kam ich auch vorbei, der ist nicht nur fürs Auge, sondern soll auch schlechte Gerüche verhindern. Für Koreanerinnen ist helle Haut sehr wichtig. Sie vermeiden direkte Sonne und jede Bräunung (das Hutgeschäft läuft hier grossartig, ich sollte mal einen Footprint über die kuriosesten Teile bringen). Deshalb waren die romantischen Plätzchen alle leer. Die Einheimischen setzen sich lieber unter den Brücken an den Fluss. Soll mir recht sein.

    Als ich so langsam warm gelaufen war, sah ich auf einem Wegweiser dass es rechts zum Dongdaemun Design Plaza & Park gehen würde Das markante Gebäude der Architektin Zaha Hadid hatte ich schon beim Anflug auf Seoul erspäht. Und seltsamerweise war der Wunsch, das Design Plaza aus der Nähe zu sehen grösser als die Lust endlos weiter zu marschieren.

    Das Dongdaemun Design Plaza ist ein frei fliessendes, geschwungenes Gebäude und wirkt wie ein gelandetes Ufo. Die äussere Hülle besteht aus 45'000 Aluminiumplatten in verschiedenen Grössen und Krümmungsgraden. 451 Mio Dollar hatte das 2014 fertig gestellte Gebäude gekostet. Kongresshallen, Seminarräume, Ausstellungsflächen, ein Design Museum und ein Bildungszentrum sind hier zuhause. Leider war alles geschlossen, herein kam ich trotzdem. Die organischen Formen sind auch Inneren erlebbar, beispielsweise im riesigen, abfallenden Gang unter die Erde oder bei den ungewöhnlich verlaufenden Treppen nach oben. Ich fand, es hatte sich gelohnt, beim Spazieren flexibel zu sein und sich umzuentscheiden …

    Dann mein Highlight: Der koreanische Kochkurs in einem 100 Jahre alten, renovierten Hanok-Haus. Richtig cool. Gediegene, jazzige Hintergrundmusik, schöne Beleuchtung und Deko sowie das Herzstück, die Kochtheke mittendrin. Neben mir waren noch vier andere Frauen da. Unser Küchenchef hiess Ricky. Er leitete den Kurs sehr nett. Das Kochen selbst war nicht anspruchsvoll: Ricky zeigte vor und erklärte die Bedeutung der Gerichte. Wir kochten nach, und zwar jede auf einer mit einer Gasflasche betriebenen Kochplatte. Ricky zirkulierte und kontrollierte.

    Unser Menü – serviert auf königlichen Bangjja-Tellern, einem äusserst hochwertigen, handgeschmiedetem koreanischem Bronzegeschirr.

    Tangpyeongchae
    Ein Gericht der traditionellen königlichen Küche. Es soll Harmonie bringen. Der König war genervt von den Streitereien der vier Parteien am Hof. Er wolle anschaulich aufzeigen, dass man sich auch durchmischen und trotzdem Harmonie erzielen kann. Deshalb liess er einen Salat kreieren, der dies symbolisieren soll. Das Mungbohnen-Gelée in der Mitte steht für den König, die angebratenen Julienne-Streifen von Zuchetti-Schale und Rüebli und das Schweine-Hackfleisch sowie der getrocknete Seetang vertreten die Farben der damaligen Parteien und werden um den Gelée platziert. Soyasauce, Sesamöl und Sesamkerne runden den Geschmack ab. Erst beim Essen darf alles gemischt und das erzielte Resultat genossen werden.

    Haemul Pajeon
    Ein Pfannkuchen mit Mehlmischung, Wasser, Meeresfrüchten und Frühlingszwiebeln. Unglaublich gut!

    LA Galbi
    In LA die zweitgrösste südkoreanische Diaspora der Welt (1. China). Die ursprünglichen Kriegsflüchtlinge brachten «amerikanisierte» Galbi nach Südkorea zurück. Die halben Rippen werden vor dem Kochen mariniert mit Soyasauce, Salz, Pfeffer, Zucker, Pflaumen-Sirup und Knoblauch. Rein in die Panne, mit Wasser aufgiessen, das Wasser verdampfen und das Fleisch karamellisieren lassen. Sehr fein!

    Dazu gab es einen Salat mit koreanischem Kohl sowie einen Kartoffelsalat mit Ei.

    Das Essen und die Gesellschaft waren angenehm, die Zeit verflog im Nu. Ich freue mich schon, daheim alles nachkochen zu können. Wir mussten Ricky versprechen, ihm dann Fotos davon zu schicken. Wenn Ihr also in Seoul «vermarktet» werden wollt, ladet Euch zu uns nach Hause ein. Wenn nicht – dann auch …
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  • Seoul: Konfuzianismus und ewiger Frieden

    18 april, Sydkorea ⋅ ☀️ 25 °C

    Bei meiner geführten Tour sind wir am Jongmyo-Schrein vorbeigekommen. Ich wollte unbedingt dorthin zurück, um den Park zu sehen und Ruhe und Energie zu tanken. Was für ein Glück, denn der Besuch hat mich motiviert, mich ein wenig mit dem Konfuzianismus zu beschäftigen. Und auch das hat mir heute viel gegeben.

    Der Jongmyo-Schrein dient der Ahnenverehrung für die Herrscher der Joseon-Dynastie, die Korea von 1392 bis 1910 regierten und den Konfuzianismus in Korea förderten. Schon beim Eintritt wird man mit den Ahnen konfrontiert. In der Mitte des Weges verlaufen drei parallele Steinplatten-Pfade. Der mittlere ist leicht erhöht und nur für die Ahnengeister der verstorbenen Könige. Der lebende König durfte ihn auch nie betreten, ihm war dafür als einzigem der linke Pfad erlaubt. Der Kronprinz hatte die Exklusivrechte rechts. Alle drei Pfade sind für Normalsterbliche wie mich aus Respekt gegenüber den verstorbenen Königen und Königinnen tabu. Immerhin wird den Königinnen auch gedacht. Das weibliche Geschlecht hat in Konfuzianismus sonst eigentlich nicht viel zu melden. Aber das ist eine andere Geschichte.

    Der Konfuzianismus ist keine Religion, sondern eine Philosophie. Heute habe ich gelernt, dass ich als Frau viele Aspekte ablehne. Sehr schön finde ich aber die Riten mit den Ahnengeistern. Dabei geht es nicht um Geister in Form von unserem kleinen Gespenst, sondern darum, den Ahnengeistern die Dankbarkeit auszudrücken und um Schutz für die lebende Familie zu bitten. Die Verstorbenen sind nicht einfach «weg», sie bleiben präsent.

    Im Jongmyo-Schrein werden die Ahnentafeln der alten Könige in einzelnen Räumen aufbewahrt und ihr Andenken mehrmals pro Jahr geehrt. Ahnentafeln sind traditionell schmale, aufrecht stehende Holztafeln, auf denen Infos zu den Verstorbenen eingraviert werden. Die Tafeln dienen als Verbindung zwischen den Lebenden und den Toten, als physischer Ort, an dem der Geist der Verstorbenen während Riten anwesend ist. Die Familie von Verstorbenen kommt jährlich am Todestag zusammen und deckt den Tisch mit Speisen und Getränken, um die Ahnengeister zu ehren.

    Einer der Schreine im Jongmyo heisst «Halle des ewigen Friedens». Und irgendwie spüre ich diesen Frieden in diesem wunderschönen Park für die Ahnen mit den riesigen alten Bäumen. Hier ist es trotz Hitze angenehm kühl, ich komme mitten im Stadt-Gewimmel zur Ruhe, sammle meine Gedanken und bin dankbar, dass mich mein Schicksal heute hierhergeführt hat.
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  • Seoul: Food- und Kultur-Spaziergang

    18 april, Sydkorea ⋅ ☀️ 17 °C

    Meine heutige Food-Tour begann zwar erneut im Gwanjang-Markt und zauberte mehr oder weniger die gleichen Gerichte wie gestern auf den Teller. Das war aber völlig egal. Ich könnte immer wieder kommen, so cool ist es hier. Im Gegensatz zu gestern führte uns der Guide auch aus dem Markt heraus, zeigte uns viele schöne Plätze und erzählte spannende Fakten über Korea. Es war sehr interessant.

    Seelachs bringt Glück
    Heute ist mir auf dem Markt ein vertrockneter Fisch über der Türe aufgefallen. Offenbar ist das ein Seelachs und die gelten in Südkorea als Symbol für Glück, Wohlstand und Fruchtbarkeit. In traditionellen Haushalten und über Geschäftseingängen wird der Fisch aufgehängt, um böse Geister abzuwehren und Unglück fernzuhalten. Da der Fisch die Augen nie (mehr) schliesst, kann er 24/7 das Haus bewachen.

    Koreanisches Alter
    In Korea ist man bei der Geburt sofort 1 Jahr alt. Beim Jahreswechsel werden am 1. Januar alle ein Jahr älter, unabhängig vom tatsächlichen Geburtstag. Wenn also ein Kind im Dezember 2024 geboren wurde, war es am 1. Januar 2025 bereits zwei Jahre alt. Eine Person, die nach internationaler Zählweise 28 ist, könnte in Korea 29 oder 30 Jahre alt sein – also gleichzeitig drei Alter haben. 2023 hat Südkorea zwar das internationale Alter als offiziellen Standard für Verwaltungs- und Rechtsdokumente festgelegt. Wenn Koreanerinnen und Koreaner einander fragen, wie alt sie sind, nennen sie dennoch immer das Geburtsjahr, um Verwirrung zu vermeiden und die andere Person so rechnen zu lassen, wie sie will.

    Baduk
    Auf unserem Spaziergang kamen wir durch einen Park. Hier sassen nur ältere Herren und spielten ein Brettspiel. Ich kannte es bisher als Go, hier wird es Baduk genannt. Die Regeln sind nicht schwer. Man schlägt keine Steine, sondern versucht, so viele Gebiete, wie möglich zu kontrollieren. Baduk bietet mehr mögliche Spielverläufe als Schach. Deshalb gilt Baduk als eines der komplexesten Strategiespiele der Welt. In Korea geniesst Baduk Kultstatus. Viele spielen es ein Leben lang. Am Samstag gehen ältere Koreanerinnen gern mit ihren Freundinnen wandern. Die Männer treffen sich dann in den Park und spielen Baduk.

    Seosulla-gil
    Das wäre dann bei uns die Seosulla Strasse. Hier gingen früher die Nachwächter der Joseon-Zeit vorbei. Heute reiht sich ein Kaffee ans andere. Man kann draussen sitzen, Musik hören und die flanierenden Menschen beobachten.

    Ikseon-dong
    Das wäre bei uns das Ikeson Viertel. Ein charmantes Quartier mit engen Gassen, in dem traditionelle Hanok-Häuser in moderne Cafés, Restaurants und Boutiquen verwandelt worden sind. Ein angesagter Treffpunkt, der Tradition und Trend verbindet. Wir waren hier in einem wunderbaren Teehaus. Mein Tee soll medizinische Wirkung gehabt haben. Ich merke noch nichts …

    Insadong-gil
    Die Insadong-Strasse gilt als ein kulturelles Herzstück von Seoul. Hier hat es Kunstgalerien, Antiquitätenladen, Teehäuser, Keramik etc. Die ca. 700 Meter lange Fussgängerzone ist ein beliebter Treffpunkt und pulsiert vor Leben – auf eine etwas gesittetre Art als beispielsweise in Myeodong, wo ich wohne.
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