• Ding-Dong-Da
  • Ding-Dong-Da

WOW2025 | West-Ost-West

Ein Abenteuer auf eigenen 4Rädern quer durch den afrikanischen Kontinent. Rund 16.700 km gefahrene Kilometer werden am Ende auf dem Tacho stehen. Es locken die Wunder, die Vielfalt und der Spirit Afrikas. Welche ein Erlebnis! Lue lisää
  • Der Kaiser kommt! Tabora&Kigoma

    27. toukokuuta 2025, Tansania ⋅ ☀️ 27 °C

    Der Kaiser kommt!
    Und zwar der olle Kaiser Wilhelm!
    Aber wohin?

    Das Deutsche Reich war ja keine routinierte Kolonialmacht wie England oder Frankreich. Das Deutsche Reiche musste das nehmen was die anderen übriggelassen hatten.
    Das waren dann Deutsch Südwest (Namibia) und Deutsch Ostafrika Tansania, Burundi, Ruanda).
    Jeder gute Herrscher ist nah dran, am Puls seines Volkes. So auch Wilhelm der Zweite! Nur der Pulsschlag seiner Kolonien, der war ihm fremd. Das wollte er ändern.
    Seine Ankündigung, die geliebten Untertanen mit seinem Erscheinen zu beglücken, löste ein wahren Bauboom vor Ort aus. Denn es stellte sich die Frage: Wo will seine kaiserliche Majestät nächtigen? Wo soll er seine kaiserliche Notdurft verrichten? Wie will seine Hoheit durch dieses wilde Land reisen?
    Die Antwort auf all diese Fragen kommt Tansania noch heute zu Gute.
    Da wäre zum Einen die Eisenbahn. 1904 in Dar Es Salaam begonnen und in 1914 in Kigoma beendet, erschloß diese Bahn das gesamte tansanische Hinterland. Insgesamt 1.254 Kilometer Gleise. Die Bahnroute lief mehr oder weniger auf den alten Sklavenrouten vom inneren Afrika an die Küste.
    Gebaut wurde die Bahn vom Bauunternehmen Philipp Holzmann. Damals führend, heute pleite. Und was gehört zu den jeder guten Bahn? Genau! Ein Bahnhofsgebäude. Und was steht neben jedem halbwegs repräsentativen Bahnhofsgebäude? Volltreffer! Eine Kneipe und ein Hotel.
    Und da der zu erwartende Gast kein geringerer war, als der bis in die die letzte Eingeborenenhütte geliebte Kaiser, wurde kaiserlich opulent gebaut.
    Das opulente Ergebnis eben jenes Baubooms ist das Orion Hotel in Tabora. Ein wunderbar feudales Gebäude, welches damals einzigartig war und noch heute das erste Hotel am Platz ist. Zum Zeitpunkt der Eröffnung kaiserlich feudal, ist es heute ein feudaler Schatten seiner selbst. Wie in Afrika üblich über die Jahre hinweg leider nur rudimentär gepflegt und Instand gehalten. Und wie in Tansania üblich, im Besitz von Indern (Tansaniern indischer Abstammung).
    1914 wurde es unter dem Namen „Kaiserhof“ eröffnet. Leider hielt der Kaiser hier nie Hof, denn er hatte plötzlich wichtigeres zu tun, als seine dunkel gebräunten Eingeborenen an seine Brust zu drücken: Er musste Krieg führen.
    Und so kam es, dass wir als Nachfahren aus dem Stamme der Teutonen, die kaiserliche Unterkunft nutzen durften. Tolle Sache!
    Neben dem Orion (Kaiserhof) ist als bauliche Perle der Bahnhof zu erwähnen. Immer noch als Bahnhof genutzt ist er zwar „afrikanisiert“ worden, aber die Hüllen verraten immer noch die Handschrift der deutschen Reichsmark.

    Zwei Tage blieben wir im Orion. Eine luftige Insel, geschaffen um Kraft zu tanken für die weiteren Abenteuer unserer Tour. Wie schon geschrieben, folgen wir den Spuren von Paul Graetz. Der fuhr mit seinem Auto von Tabora nach Kigoma. Schnittpunkt - und wie Carsten sagen würde: Echtpunkt - seiner Route mit unserer Route, war der Fluss Malagararasi. Heute für uns easy via mehrerer Brücken zu queren, musste Graetz damals sein komplettes Auto in Einzelteile zerlegen. Träger wurden angeheuert, um die Teile über den Fluss zu tragen. Auf der anderen Seite wurde alles wieder zusammengebaut. Und - wer kennt das nicht - was ist wenn nach dem Zusammenbau noch Schrauben übrig sind! Wo kommen die denn hier bzw. Wo gehören die hin? Rätsel über Rätsel! Graetz konnte die Rätsel anscheinend lösen, denn er setzte sein Reise fort.
    Auf des Kaisers‘ und Graetz‘ Spuren fuhren wir in die Stadt Kigoma ein. Kigoma ist mehr oder weniger ein Produkt der deutschen Reichsbahn. Bis zur Fertigstellung der Eisenbahn war Kigoma nur ein kleines Nest. Erst durch des Kaisers Entscheidung „Ich will auf einem Stahlross durch Afrika reiten“ bekam Kigoma seine Bedeutung die es heute noch hat.
    „Kigoma“ bei diesem Namen klingelt es vielleicht bei machnem Interessierten. Nicht wegen seiner Naturschönheiten sondern wegen seiner Lage als Hafen am Tanganjikasee wurde Kigoma internationl bekannt. Im Grenzgebiet zu Burundi, Kongo (Zaire) und Burundi liegend war die Region Zielort tausender und abertausender Flüchtlinge aus eben jenen Ländern. Das UNHCR und UNICEF haben hier noch ihre Niederlassungen. Rings um Kigoma bzw. In der Region Kigoma gibt es noch viele Flüchtlingslager. Manche bestehen schon seit Jahrzehnten.

    Das „Expeditionslager“ der Landy-Boys war/ist ein recht komfortabler Ort. Das Hiltop Hotel liegt oben auf einem Berg über der Stadt mit Blick über den Tanganjikasee.

    Was wir in Kigoma sehen und erleben durften gibt‘ im nächsten Footprint.
    Jetzt brauchen meine Finger erstmal Pause.
    Lue lisää

  • Tuk-Tuk-Safari & Roadside Pictures

    27. toukokuuta 2025, Tansania ⋅ ⛅ 26 °C

    Tuk-Tuk! Ein edles Gefährt!

    Udo und ich hatten uns im Hilltop Hotel einquartiert. Eine nette Bleibe hoch über dem Tanganjikasee. Wie schon geschrieben standen einige Besichtigungen auf dem Programm. Wir wollten aber nicht mit dem Landy in die Stadt fahren. Weg finden, Parkplatz suchen, alles ätzend.

    Aber wie sind wir mobil bei Sightseeing, Shopping und Spiel?
    Die Antwort knatterte auf den Innenhof unseres Hotels und war ein 3rädriges Tuk-Tuk. Alex, so der Name unseres Fahrers, war ein Mann in um die 30 (schätze ich). Er sprach kein Wort Englisch, nur Suaheli (Landessprache in Tansania). Mit Hilfe der übersetzenden Rezeptionistin gaben wir an wohin wir wollten und erkundigten uns nach dem Preis. Ziel war die Lodge Jacobsen, wo der Hauptteil unserer Truppe logierte. Dort gab es Abendessen. Wir vereinbarten mit Alex einen Preis für Hin-und-zurück von 10.000 Schilling (ca. 3,50 €). Ein wirklich günstiger Preis.
    Es war unsere erste Tuk-Tuk Erfahrung. Es wurde eine tolle Erfahrung. Diese kleinen Fahrzeuge sind erstaunlich. Mit ihren kleinen Rädern überwinden sie alle Hindernisse. Schlaglöcher, Bodenwellen, Steine, alles kein Problem. Drin sitzend muss man sich zwar gut festhalten, aber das geht gut.
    Das Schöne am Tuk-Tuk- fahren ist, dass man so nahe am Geschehen ist. So nahe an den Menschen, den Geschäften, dem Leben auf der Straße.
    Alex fuhr uns in die ca. 5 Kilometer entfernte Jabcosen Lodge. Es ging über Stock und Stein. Coole Sache! Wir vereinbarten mit Alex, dass er uns um 21 Uhr wieder abholen solle. Das war mutig, denn die Jacobsen Lodge liegt durchaus abgelegen und über die Zuverlässigkeit Alex‘ wussten wir nichts. Beim Eintreffen an der Lodge gab ich ihm den kompletten Fahrpreis von 10.000 Schilling. Ich wollte so eine Art Verpflichtung aufbauen uns wieder ab zu holen. Falls nicht hätten wir 5.000 Schilling verloren und für‘s Leben gelernt.
    Und was soll ich sagen, kurz vor 21 Uhr knatterte unsere Alex durch die Büsche und Bodenwellen. Perfekt! Das Vertrauensband war geschmiedet und wir buchten Alex für den nächsten Tag. Das war vorgestern. Die letzten beiden Tage sind wir immer mit Alex durch Kigoma gefahren. Wunderbare Art der Fortbewegung. „Unterhalten“ haben wir uns via google Online-Übersetzter. Geht! Aber nix für lange Lebensgeschichten.
    Ich habe viele Fotos gemacht, von denen ich nur 20 online stellen kann (maximale Bilderzahl). Immer wieder ein Highlight sind die farbigen Kleider/Tücher der Frauen. Die Männer sind eher nachlässig gekleidet (zweckmäßig, wenn man‘s positiv beschreiben will). Aber die Frauen, echte Farbknaller.
    Udo und ich sind mit Alex auch in den Markt von Kigoma. Viele, viele kleine enge Gassen mit vielen engen, kleinen Läden. Und es gab alles. Von Ladekabeln, über Lebensmittel, Haushaltswaren, Elektrogeräte… …und Stoffe! Ein riesige Auswahl von Stoffen in allen Farben und Mustern. Udo war am ehesten an einem Stoff interessiert. Ich denke ja immer „Oh Mann, ich muss das ja alles mitschleppen. Ich lass‘ mal lieber“. Udo fing an wie ein Einkäufer von Dior sich die einzelnen Stoffe und Muster zeigen zu lassen. Gleich war klar: Keine gewachsten Soffe. Und: Keine China Ware. Es ist nämlich so, dass die allermeisten Stoffe, die die Frauen um ihre wunderbaren Körper gewickelt haben, aus China stammen. Wir fragten explizit nach tansanischen Stoffen. Wir ernteten nur verneinendes Kopfschütteln. Unser Entschluß stand fest, wir kaufen keine China Ware. Wenn, dann nur afrikanisch. Bei einem Stand zog die Dame dann Stoffe aus Nigeria hervor. O.k., mit Nigeria konnten wir leben. Also wieder in den Shopping Modus umgeschaltet und geschaut, gefühlt und getastet. Via WhatsApp standen wir auch mit Damen aus dem heimischen Europa in Verbindung, da wir wussten, dass sie an afrikanischen Stoffen interessiert sind.
    Schlußendlich wurden es drei bunten Stofftücher. Eines für Udo, eines für eine Dame in D und eines für mich. Was ich mit dem Stoff mache? Keine Ahnung. Tischtuch, Kissenbezug, Überdecke oder Unterwäsche. Die Verwendungsmöglichkeiten sind vielfältig.
    Zufrieden mit der Ausbeute und dem Erlebten fuhren wir zurück in unser Hotel. Wir verabschiedeten Alex in seinen tansanischen Alltag und wir uns zum Mittagessen ins Restaurant.

    Nun hab ich 3 Berichte geschrieben. Noch viel mehr spukt in meinem Kopf herum, aber die Konzentration und meine Finger sagen: s‘reicht!
    So sag auch ich: s‘reicht und verabschiede mich mit dieser Folge 3 aus Kigoma.

    Morgen geht‘s in Richtung Süden. Kigoma war der nördlichste Punkt unsrer Reise. Von nun an geht‘s bergab.

    Was wir auf dem „bergab“ fahren erleben? Wer weiß?!

    Sicher ist: s‘bleibt spannend.
    Lue lisää

  • Der Kaiser kommt nicht! Er führt Krieg!

    28. toukokuuta 2025, Tansania ⋅ ☀️ 26 °C

    Der Kaiser kommt nicht!

    Und wenn er kommt, dann braucht er nicht nicht nur eine Eisenbahn, sondern auch ein adäquates Bötchen für den großen See.
    Und so wurde 1913 in der fernen Meyer Werft in Papenburg auf Geheiß des Reichskolonialamtes die MV Goetzen aufgelegt. Ein Schiff geplant zum Ruhme des Reiches und zum Warentransport auf dem Tanganjikasee.
    Alles klein Problem waren da nicht viele tausende Kilometer zwischen Papenburg und dem See im Herzen Afrikas. Aber was können die Deutschen gut? Ausser Nörgeln? Genau: Tüfteln!! Und so wurde das Schiff in Papenburg nur grob zusammengebaut, um dann in Einzelteile zerlegt und auf 5000 Holzkisten verteilt nach Dar Es Salaam verschifft. Von dort ging es mit neu geschaffenen Reichsbahn nach Kigoma, wo der Stolz der deutschen Kolonie Ostafrika im Juni 1915 zu Wasser gelassen wurde.
    Am Zusammenbau waren rund 250 einheimische Arbeiter, 20 Inder und einige deutsche Schiffsbauer von der Meyer Werft beteiligt. Insgesamt rund 160.000 Nieten wurden gesetzt, um das Schiff in Form zu bringen. Wer mehr über die Goetzen/Liemba erfahren möchte findet im Internet viele, viele Informationen.

    Diese 160.000 Nieten halten das Schiff auch heute noch zusammen. Bis zum Jahre 1927 hieß das Schiff Goetzen. Von den Engländern wurde es dann in den Namen MV Liemba umgetauft. Unter diesem Namen fuhr es bis 2018 kreuz und quer auf dem Tanganjikasee. Es war das weltweit am längsten im Dienst befindliche Passagierschiff.
    Und was dieses Schiff nicht alles erlebte. Als Kaiserschiff und Frachtschiff geplant war es zuerst Schlachtschiff im 1.Weltkrieg und Ruhm der deutschen Süßwassermarine. Anschließend über Jahrzehnte ein Fracht- und Passagierschiff, welches die Lebensader auf dem Tanganjikasee war. Eine vollkommen andere Bedeutung erlangte es, alles zu Flüchtlingsströmen aus Zentralafrika (Kongo, Burundi, Ruanda) kam. Hundertausende von Flüchtlingen fanden auf der Liemba Zuflucht und landeten hier in der Region Kigoma an.

    Und wir? Wir waren nun an diesem großen See und wollten die große Geschichte der Goetzen/Liemba mit eigenen Augen sehen. Das war nicht so einfach.
    Ausser Betrieb genommen und nun in der Instandsetzung liegt die Liemba im militärischen Teil des Hafens von Kigoma. Und wie wir alle wissen ist mit dem Militär nicht gut Kirschen essen - vor allem nicht in hiesigen Regionen -.
    Es war abgemacht, dass wir als Gruppe morgens um 10 Uhr am Hafen sein sollten. Carsten wollte versuchen über seine Kontakte die Möglichkeit zu bekommen, nah an die Liemba ran zu kommen und Fotos machen zu dürfen.
    Denn, auf dem Schild am Parkplatz stand in großen Buchstaben: „Strictly No Fotos“. Udo und ich waren schon früher am Ort des Geschehens, da wir uns ein Tuk Tuk gemietet hatten (hierzu ein eigener Footprint). Nichts böses denken machte ich ein Foto von unserem Tuk Tuk. Wiedermal keine einer besten Ideen. Aus dem Nichts tauchten junge Männer auf, die zwar nicht in Uniform waren, aber durch Gestus und Gehabe klar machten, dass sie hier was zu sagen hätten. Ich wieder gute Miene und lächelnd unsere Geschichte von der WOW Tour erzählend und dass die Liemba ein deutsches Schiff war wir es gerne fotografieren wollten. No!
    Der Aufhänger zur „Rettung“ war dieses Mal ein alter Landy der auf dem Parkplatz stand. Mit so einem würden wir durch Tansania fahren, sagte ich. Ja, so ein Landy wäre sein Traumauto, sagte einer Jungs. Damit war das Eis gebrochen. Ich zeigte ihnen Fotos von unserem Landy und alles war gut. Nun trudelten auch unsere Fahrzeuge ein, so dass Udo und ich nicht mehr ganz so verloren waren. Glücklicherweise hatte Carsten den langjährigen Kapitan der Liemba, Titus, im Schlepptau. Seine Person öffnete Türen, die vorher fest verschlossen waren. Plötzlich war alles möglich. Wir durften sogar auf‘s Schiff und Fotos machen. In vielen Videos, die beispielsweise bei Youtube über die Liemba zu finden sind, ist Titus zu sehen. Eine Legende auf dem See mit vielen Geschichten.
    Leider konnten wir uns nicht lange auf dem Schiff aufhalten. Es winkten weitere „deutsche Reichs-Highlights“. Eines war/ist der Endbahn (Kopfbahnhof) der ehemals kaiserlichen Reichsbahn in Kigoma. Die deutsche Kolonialzeit ist - glücklicherweise - schon lange Geschichte, aber die Hinterlassenschaften nützen noch heute. Das Bahnhofsgebäude ist so eine Hinterlassenschaft. Wirklich imposant in den Dimensionen und im Aussehen. Im inneren afrikanisch herb, versprüht es doch einen gewissen architektonischen Charme. Mit dem Bahnhofschef, Herrn Muzunga, hatte ich einen längeren Plausch. Zweimal in der Woche kommt ein Zug aus Dar Es Salaam. Der Zug ist immer ausgebucht. Die ausgeschriebene Erste Klasse gibt es nicht mehr. In der Zweiten Klasse gibt es sogar Betten. Die Dritte Klasse, die Holzklasse, ist für die Massen gemacht.
    Herr Muzunga war ganz stolz auf ein deutsches Wort das er kannte. „Schwein!“ Er wusste von seinem Großvater, das englisch „pig“ auf deutsch „Schwein“ hieß.
    Na toll! Da würde sich der deutsche Literaturbetrieb aber freuen, wenn sie feststellen müssten dass nach all den Jahren Goetheinstitute im Ausland, „Schwein“ das relevanteste deutsche Wort ist. Jedenfalls für Mr. Muzunga und seinen Opa.

    Nun will ich den kolonialen Einblick/Rückblick beenden. Gebaut haben sie gut und für die Ewigkeit, die deutschen Bauingenieure. Hut ab für deren Leistung!

    Für mich viel spannender ist ja das Leben heute!
    Und hier kommen wir zu Alex, unserem Tuk-Tuk-Kapitän und unserer Tuk-Tuk-Rallye.

    Bis später.
    Lue lisää

  • Armenhaus & Lakeshore Paradise

    30. toukokuuta 2025, Tansania ⋅ ⛅ 22 °C

    Armenhaus & Lakeshore Paradise

    Drei Nächte verbrachten wir in Kigoma. Schöne Erlebnisse, nette Begegnungen.
    Aber nun war‘s Zeit die „Heimreise“ an zu treten. Heimreise?!
    Ja, weil Kigoma sozusagen der nördlichste Punkt unserer Reise war und wir von nun an wieder in Richtung Namibia fahren.
    Der erste Tag unserer „Heimreise“ führt uns am Ufer des Tanganjika Sees entlang. Allerdings nicht am See direkt, sondern auf einer Route durch‘s Hinterland. Anfangs noch ganz angenehm zu fahren und auch landschaftlich schön grün, verlagerte sich die Strecke mehr und mehr in Richtung Rumpelkiste und auch die Landschaft änderte sich. Es wurde karger und trocknener. Und die Menschen wurden anders.
    Die ganze Zeit, die wir nun in Tansania verbrachten machten die Menschen nie (ganz selten) einen wirklich ärmlichen Eindruck. Das war nun anders. Die Menschen waren verschlossener, verhärmter und die Behausungen einfacher. Es fühlte sich an, als ob wir durch‘s Armenhaus Tansanias fahren würden.
    Unser Ziel war einer abgelegenste, jedoch wildesten Nationalsparks, der Katavi National Park. Die Straße dahin war das absolute Abenteuer. Kaum Verkehr und wenn dann rasende Busse und vollkommen überladene Lkw.
    Udo und ich waren früh morgens bei den ersten lichten Momenten gestartet. Wir kamen gut durch und so schlugen wir gegen 13 Uhr am Entrance Gate des Nationalparks auf. Das Verwaltungs- / Rangergebaude war brandneu. Selbstverständlich mit finanzieller Unterstützung der deutschen Steuerzahlern gebaut. Neu und schick. Und -nicht selbstverständlich- die Toiletten funktionierten noch. Der Rest in der Umgebung des Gebäudes war „turbulent“. Die original Zufahrtsstraße war gesperrt, da ein Teil in den Fluß gebrochen war. Eine Behelfsbrücke führte in Richtung Gebäude. Die dortigen Ranger zeigten sich bei der Nennung der Anzahl der Fahrzeuge (11) schon ziemlich überfordert. Das „überfordert zeigen“ änderte sich nach eintreffen unserer aller Fahrzeuge in „total überfordert sein“. Gegen 15 Uhr waren alle Fahrzeuge da und wir konnten uns bei den Rangern registrieren und die Eintrittsgebühren bezahlen. Katavi ist einer der teuersten Nationalparks. Die Gebühr für Auto mit zwei Besuchern liegt bei rund 250 USD. Das ist super teuer! Der zuständige Ranger musste alle unsere Daten auf nehmen. Alle! Auch alle Fahrzeugdaten. Alle Fahrzeugpapiere und die Nummerschilder wurden abfotografiert. Dann musste er alle Daten in ein Computerprogramm eingeben. Das wir eine kaum erfüllbare Herausforderung für ihn. Während wir draussen geduldig warteten leistete Carsten ihm bei der administrativen Herkulesaufgabe Gesellschaft.
    Dann kam der Punkt der ersten Verzweiflung. Der Ranger hatte all unsere Daten vermasselt. Nichts passte mehr zusammen. Somit hieß es: „Same Player shoot again.“, d.h. Das ganze Spiel nochmal von vorne. Alles abfotografieren und in den Computer eingeben. Die Stunden strichen dahin und die Aussicht auf Einfahrt in den Parkt bei Tageslicht schwanden zusehends. Carsten kam immer mal wieder raus zu uns und war durchaus auch etwas frustriert. An einem Punkt mussten Entscheidungen bzw. Alternativen gefunden werden. Carsten schickte Udo und mich auf Pirschfahrt für alternative Unterkünfte. Im Internet waren mehrere Lodges in der Umgebung verzeichnet. Wir fuhren kreuz und quer und was sich zeigte waren allesamt Ruinen. Keine der angesteuerten Lodges war in Betrieb. Mittlerweise hatte der Computer als Gesamtstumme für unsere Truppe eine Summe weit über 4.000 USD ausgepuckt! Das konnte nie und nimmer sein. Irgendwas in 2000der USD wäre realistisch, niemals 4.000 USD plus. Der Ranger war auch irgendwie hilflos, da das System nun mal diese Summe auswarf. Carsten waren zwischenzeitlich etwas frustriert und verhandelte mit Ranger über realistischere Zahlen. Wir waren ausserhalb vom Park unterwegs um einen Platz für die Nacht zu finden. Endlich fanden wir ein Camp was passte. Wir waren gerade am verhandeln mit einem jungen Mann, als der Anruf von Carsten kam „Gebühren sind verhandelt und bezahlt. Wir fahren in den Park.“ Wir brachen unsere Verhandlungen ab und fuhren in Park, in dem uns unsere Truppe erwartete. Bei einbrechender Dunkelheit ging es dann auf einen Public Campground im Inneren des Parks. Der Platz war toll! Große Fläche mit niedrigem Gras, am Rande zwei Häuschen. Ein Haus war eine Art Versammlungshaus, das zweite hätte das Toilettenhaus sein sollen. Uff, das war jedoch eine Zumutung und nicht annähernd als Toilette zu benutzen.
    Wir waren jedoch alle froh endlich unsere Zelte aufschlagen zu können. Udo und ich stellten unseren Tisch in die Mitte des Camps und eröffneten „Gin Tonic Come Together“. Das wart gut. Und es tut gut am Ende eines langen Tages die Erlebnisse bei einem (oder zwei) Gin Tonic zu verarbeiten. Christoph und Meike zauberten ein exzellentes Abendessen (Hühnchencurry mit Reis). Zufrieden und satt schlüpften wir ins unsere Schlafsäcke.
    Am nächsten Morgen, dem 31. Mai, ging es bei beim ersten Licht für Udo und mich schon wieder los. Udo und ich haben einen ähnlichen Biorhythmus. Beide wachen zur gleichen Zeit auf und beide wollen den frühen Morgen für die Fahrt in den Tag nutzen. So war es kurz nach sieben Uhr, als wir zum Gamedrive in den Katavi Nationalpark starteten. Der Katavi ist tatsächlich einer der wildesten Parks. Super dicht bewachsen mit einem Fluß und Sumpflandschaften. Details und Fotos vom Park lass‘ ich weg, da das hundertste Bild von Hippos oder Giraffen nicht unbedingt den Pulsschalg erhöhen.
    Raus aus dem Park und in Richtung Tanganjikasee. Endziel war die Lakeshore Lodge in der Nähe von Kipili. Bis dorthin fuhren wir durch eine Region, die ich ebenfalls als eher ärmliche Region bezeichnen will. Der Reichtum liegt sicherlich in den Rinderherden, die zuhauf über die Ebene zogen. Unseren Blick zogen die tansanischen Cowboys auf sich. Der US Wilde Westen kennt die Cowboystiefel aus Leder, spitz zulaufend, edel aussehend. Der tansanische Cowboystiefel besticht durch seine individuelle Eleganz und Machart. Gummistiefel! Der prägende Design an den Füßen der Cowboys waren Gummistiefel. Schnöde, einfache Gummistiefel. Allerdings sehr farblich individuell. Rot,braun, blau, unifarben oder gemustert, alles dabei. Einer hatte sogar Gummis mit Leopardenmuster. Das nenn‘ ich stylisch!
    Nach Stunden auf den Pisten verhieß ein Schild am Straßenrand „Kipili“. Nun bogen wir rechts ab vom Inland in Richtung See. Die Landschaft war fantastisch. Dicht bewaldet mit sich verfärbenden Blättern. Indian Summer in Africa. Die Straße war auch fantastisch. Anfangs tadellos und wunderbar, entwickeltet sie sich wie so oft zu einer Konzentrationsfahrt für Mensch und Maschine.
    Am Ende allen Fahrens erwartete uns ein Schild „Come as Guests leave as Friends“. Das war doch mal eine wirklich nette Begrüßung.
    Und, ich darf das vorwegschicken, es trifft tatsächlich zu.
    Mit der Lakeshore Lodge bietet sich uns ein Kronjuwel der tansanischen Herbergen und ein absolut exquisites Gourmet Erlebnis. Super schön und heimelig eingerichtet, mit deutlichem Akzent, dass hier Betreiber am Werke sind, die wollen dass sich ihre Gäste wohlfühlen. Und das tun wir.
    Die Manager sind Jemma und Oliver. Jemma ist gebürtig in Zimbabwe und hat eine deutsche Mutter. Sie spricht ein gutes Deutsch. Oliver ist aus London und kennt kam schon als Kind hierher. Irgendwann entschloss er sich eine Art Praktikum hier zu machen. Das klappte so gut, dass er hier blieb. Hier lernte er Jemma kenne. Jemma, ist gelernte Köchin und war schon Küchenchefin in Europa. Dieses Können und das Verständnis von Service dürfen wir erleben und genießen. Gestern kochte sie für uns ein vorzügliches 3-Gänge Menü. Alle waren sich einige: Das war spitze!

    Und jetzt? Jetzt ist 12.15 Uhr ich sitze im Restaurant am langen Tisch mit Ausblick auf das tiefe Blau des Tanganjikasees. Ein durchaus kräftiger, leicht kühlender Wind durchstreift meine lichten Locken (muss dringen zum Friseur… …aber mein Herr Lohr ist weit). Die Wellen laufen auf den Sandstrand und klatschen an die Steine der kleinen Mauer. Idyliisch!

    Um 13 Uhr gibt‘s Mittagessen. Nur eine Kleinigkeit. Aber mit Sicherheit eine super leckere Kleinigkeit.

    Morgen geht‘s weiter in Richtung Kasanga, dem ehemaligen Bismarckburg. Dort treffen wir wieder auf die Spuren von Paul Graetz. Der hatte damals sein Auto bei Kigoma verschiffen lassen (es gab keine wirkliche Straße am See entlang) und in Bismarkburg entladen und seine Fahrt in Richtung Sambia fortgesetzt.

    Das werden auch wir tun! Über das wie und wo werde ich berichten.

    Wünsche allen einen schönen 1.Juni. Auf dass es das Leben gut mit uns allen meint.
    Lue lisää

  • Kaiser-Sonne-Alltagsleben

    1. kesäkuuta 2025, Tansania ⋅ ☀️ 27 °C

    Dienstagmorgen, 10.20 Uhr, Frühstückspause an Afrikas zweithöchsten Wasserfällen, den Kalambo Falls. Sambia!
    Sambia?! Die interessierte LeserIn fragt sich: „Häh, der ist doch in Tansania?!“
    Richtig, werte Leserinnen und Leser und die, die‘s noch werden wollen.
    Gestern Tansania, heute Sambia.
    Heute morgen in Tansania aufgewacht und den Grenzübertritt gewagt.

    Udo und ich sind um 7 Uhr losgefahren. Ein wunderbarer Tag kündigte sich mit der aufgehenden Sonne an. Klare, frische Luft. Strahlend blauer Himmel. Ein perfekter Tag für die „Blackbox“ Grenzübertritt. Wie wird‘s laufen? Problemlos oder viel Hektik, Bürokratie und/oder Korrumption?

    Die Antwort auf diese Frage kommt später.
    Erst erzähle ich von unserem gestrigen Tag.

    Die Lakeshore Lodge verabschiedete sich mit einem fantastischen Frühstück. Zuerst ein Glas mit Obst (Banane, Melone, Ananas), dann ein Smoothie und anschließend ein Spanish Omelett (mit Gemüse). Abgerundet mit hausgemachtem Sauerteigbrot und ebenfalls hausgemachter Marmelade. 5* auf der ganzen Linie.
    Den Bauch gut gefüllt -überfüllt-, ging‘s in Richtung Tagesziel Liemba Beach Lodge am Südende des Tangsnjikasees.
    Die Liemba Beach Lodge liegt in der Gemeinde Kasanga, welcher wiederum zur glorreichen kaiserlichen Kolonialzeit Sitz der Bismarksburg und Heimathafen der gewaltigen Süßwassermarine Wilhelms des Zweiten war.
    Und, für Paul Graetz Fans, ein echter Echtpunkt!! Will heißen, Paul Graetz hat hier tatsächlich seinen Allerwertesten in die afrikanische Luft gehalten.
    Am wichtigsten: Hier hat er sein Auto vom Schiff genommen und wieder den afrikanischen Boden berührt. Von hier aus ging‘s zu Lande weiter. In Fankreisen ist so ein Punkt als „EPGEP“ benannt: EchterPaulGraetzEchtPunkt.

    Die Fahrt nach Kasanga/Bismarksburg war wieder mal ein Querschnitt des tansanischen Lebens und Handels. So auch die Straßenoberflächen. Glücklicherweise überwog der Anteil guter Teerstraße.
    Unser Landy fand als erstes seinen Weg in die Liemba Beach Lodge.
    Oha! Das wird spannend! So waren unsere Gedanken als wir durch das „Tor“ zur runtergekommenen Lodge fuhren. Tatsächlich war sie nicht wirklich in Betrieb. Alles war mehr kaputt/verwahrlost als ganz. Der Empfang durch Oskar, der Inhaber, wer überaus herzlich. Er stellte sich mit ein paar deutschen Worten vor: „Ich heiße Oskar. Oskar Lafontaine.“ Ich wollte mich als „Sarah Wagenknecht“ vorstellen, aber hab es mir dann doch verkniffen.
    Für unsere Bodenzelte Platz zu finden ist immer leicht, für die Autos mit Dachzelt war das Finden und Einparken durchaus Adrenalin treibend. Die Stimmung war leicht gereizt. Ein paar laute Worte fielen, aber schlussendlich waren alle an einem guten Platz. Eng, aber nicht gestapelt.
    Oskar und Carsten legten sich in‘s Zeug, denn es stand die Erkundung historischer Stätten an.
    Niemand wollte mehr sein Auto bewegen. Zu Fuß stand außer Frage. Die Lösung: Ein Schiff wird kommen. Perfekt!
    Und so fuhren Interessierte am Spätnachmittag mit einem echten lokalen Boot an einen echten Paul Graetz Echtpunkt!
    Die Bismarksburg und der Hafen liegen mittlerweile in einem Militärgebiet. Und wie immer: „Strictly No Photo!“. Und wie immer: Carsten machte es möglich. Zusammen mit dem Hafenmeister durften wir die Ruine der Bismarksburg besichtigen. Ein Hauch von kaiserlichem Atem wehte durch die Ritzen der Steine und durch die Halme des Schilfes. Jeder Backstein erzählte vom kolonialen Stolz der Kaiserzeit. Von heute aus betrachtet muss man schon den Kopf schütteln ob des Aufwandes und der Kosten, nur um im afrikanischen Busch die kaiserliche Flagge zu hissen. Aber so war‘s zu damaligen Zeit.
    Und wir (ich) profitieren davon, in dem wir Fotos machen können und ich über kolonial-kaiserliche Zeit lästern darf. Auf neudeutsch: Eine Win-Win-Situation.
    Am Spätnachmittag ging‘s zurück ins Camp, wo ein letzter Abend in Tansania auf uns wartete.

    Wir war Tansania für mich?
    Insgesamt 21 Tage waren wir in diesem Land. Wir haben viel gesehen und sehr viel erlebt. Die Mega-City Dar Es Salaam mit dem chaotischen Verkehr. Die halsbrecherischen Fahrten und Überholmanöver auf den Landstraßen. Das absolute Highlight Serengeti&Ngorogoro.
    Und natürlich: Die Menschen. Die Menschen wie wir sie erleben und sehen durften.
    Es sind immer die Menschen, die Urlaube speziell machen. Es sind die Geschichten, die man austauscht. Die Erlebnisse die man zusammen erlebt. Und das Lachen, welches man empfängt und welches man -hoffentlich- aussendet. All diese Dinge, Geschichten, Erlebnisse und Lachen waren toll.
    Ein echtes Erlebnis!

    Jetzt, Sambia! 🇿🇲

    Wie die zweithöchsten Fälle Afrikas aussehen und was Sambia mit und macht… …später 😊

    ……ohhhh, jetzt hab‘ ich den heutigen Grenzübertritt vergessen. Ich kann nur sagen: Smoothie-Soft. Kein Problem auf keiner Seite. Die Büros der Beamten atmeten den Hauch der zerbröselnden Unendlichkeit. Der Service und die Freundlichkeit absolut in Ordnung. Keine Korruption. 👍
    Lue lisää

  • Wasser! Marsch! & Paulchens‘ Wegstrecke

    3. kesäkuuta 2025, Sambia ⋅ ☀️ 25 °C

    10.000! Das die Zahl, die wie heute erreichten. 10.000 km haben wir nun abgespult.
    10.000 km quer durch Afrika mit allen erdenklichen Straßenbelägen.
    10.000 km ohne Schaden!
    Vielen Dank an den lieben Gott und an all unsere Schutzengel!
    Und bitte: Weiter so!

    Sambia! Das Land der Viktoria Fälle. Das Land in dem der Sambesi entspringt. Und ein Land mit vielen Perlen der Natur. Zwei durften wir besuchen. Die Kalambo Wasserfälle und Chishimba Fälle. Dazwischen liegt eine anspruchsvolle Schlaglochpiste und die Kapitulation des Deutschen Kaiserreiches im Ersten Weltkrieg.
    Und natürlich unser geliebter Paul Graetz. Auf dessen Spuren wir auf unserer Ost-West Tour wandeln. Der Untertitel unser WOW 2025 Tour lautet ja Paul Graetz Tour.
    Wie schon berichtet ist eben jener Paul Graetz der erste Mensch gewesen, der den afrikanischen Kontinent mit dem Auto durchquert hat. Gestartet 1907 in Dar Es Salaam (Tansania) und beendet 1909 in Swakobmund (Nambibia). Zwei Jahre hat er für die Strecke gebraucht, die wir in rund 35 Tagen bewältigen. Man muss schon einen Zacken zuviel in der Krone haben, wenn man sich an solche Vorhaben traut.
    Nicht wir, nee, sondern Paulchen. Eine Mischung aus Pioniergeist, Visionär und Größenwahn, das wohl die Mixtur einer Persönlichkeit wie Paul Graetz. Carsten, unser Expeditonsleiter, ist - wie schon berichtet - die Lichtgestalt in Sachen Paul Graetz. Er weiß alles über diesen Mann. Hat ihn persönlich jedoch nie kennengelernt.
    www.paulgraetz.de
    Für alle die mehr über Paulchen wissen wollen.

    Und wir wandeln in seinen Spuren. Ausgestattet mit Allrad, vielen Pferdestärken, GPS, Kühlbox, Kreditkarten und Handy sind mit Dingen ausgestattet von den Paul Graetz nicht mal träumen konnte. Und wenn wir schon über die Qualität der Straßen stöhnen, was hätte da erst Paulchen zu erzählen gehabt, da es praktisch noch gar keine Straßen gab.

    Gestern nun am Kalambo Fall gecampt, ging‘s heute auf historischen Pfaden zu den Chsihimba Fällen.
    Verbunden werden die beiden Naturspektakel durch eine Straße auf der 1908 schon Paul Graetz fuhr. In den Fotos habe ich zwei Routenbeschreibungen eingefügt. Die eine ist die Tour von Paul Graetz , Tag genau aufgelistet und mit den tatsächlich passierten Vorkommnissen. Das zweite Foto zeigt die gleiche Strecke, jedoch mit unseren Daten. Der Vergleich zeigt deutlich in welche anderer Welt Paul Graetz damals unterwegs war.
    Hut ab vor so viel Mut und Durchhaltevermögen!

    Auf der gleiche Strecke, die Paulchen 1908 und wir 2025 fuhren/fahren wurde 1918 die kolonialen Träume und das Ende 1. Weltkrieges auf afrikanischem Boden besiegelt.
    Der 1. Weltkrieg war in Europa schon beendet, als in Afrika noch ein paar ganz zähe Kaiserliche weiterkämpften. Drei Wochen ging das so. Am 25.11.1918 war‘s denn doch soweit. Die kaiserliche Flagge wurde eingezogen und das Kaiserreich zu den geschichtlichen Akten gelegt.

    Zu den Akten legen wir den heutigen auch bald. Es ist 17.45 Uhr. In ca. dreißig Minuten ist hier stockfinstere Nacht.
    Abendessen richtet sich tatsächlich nach dem Sonnenuntergang. Christophs Ansage lautet: Abendessen immer 30-45 Minuten nach Sonnenuntergang. Somit dürfen wir uns auf ein baldiges Abendessen freuen.
    Jetzt aber gibt‘s erst mal einen Gin Tonic. Quasi als Medizin alle bösen Geister und Gebrechen.

    Begleitet wie unser heutiges Campleben vom Rauschen der Chishimba Fälle. Drei hintereinander liegende Wasserfälle bilden dieses Naturereignis.
    Wirklich, wirklich wunderschön!

    Mit diesen Worten und in Vorfreude auf‘s Abendessen schließe ich und wünsche allen einen fantastischen Abend.
    Lue lisää

  • Der Winter kommt! …aber s‘gibt Erlösung

    5. kesäkuuta 2025, Sambia ⋅ ⛅ 24 °C

    Der Winter kommt!
    Während im beschaulich fleißigen Deutschland alles auf den Mittsommer hinaus läuft, geht‘s bei uns in die genau andere Richtung. Mittwinter!
    Des Einen Freud ist des Anderen Leid!
    Während sich auf der Nordhalbkugel die Kleider vom Leib gerissen werden, ein Sommerfest das andere jagt und mehr oder weniger wohl geformte Körper sich in der Sommersonne aalen, ist‘s hier genau umgekehrt.
    Na ja, nicht ganz richtig. Ab morgens um 9 Uhr ist heisser afrikanischer Sommer bis abends 18 Uhr. Danach wird‘s ziemlich chillig, ums freundlich zu sagen. In der Nacht ist man (ich) um jede Decke froh, die den (meinen) Astralkörper umhüllt. Morgens deuten die Atemfahnen darauf hin, dass die Temperaturen unter die + 10 Grad gerutscht sind. Coole Sache!
    Heute Nacht war mein Himmelbett mit drei Decken bedeckt. Eine dünnes Bettlaken, eine dicke Schafsfelldecke (Imitat) und darüber mein Schlafsack. Schön kuschlig warm war das. Der Toilettengang, den mir mein alternder Körper nächtlich aufdrängt, war ein kühles Unterfangen. Aber wer kennt das nicht, schnell und geschwind tippelnd vom Kalten ins warme Bett schlüpfend. Welch ein Genuß!

    Tatsächlich nähern wir uns dem Mittwinter nicht nur kalendarisch, sondern auch geografisch. Unsere Reise führt uns in Richtung Süden, weg vom Äquator, hin zu höheren (kälteren) Breitengraden. Es wird aufgrund unserer Reiserichtung sowieso kühler. Hinzu kommt noch das kalendarische Reisen in Richtung Mittwinter.
    Glücklicherweise hab ich meine Skiunterwäsche mit dabei. Die wird helfen. Zusätzlich dazu wird es eine Wärmflasche geben. Wie das geht? Man (oder frau) nimmt eine leer Wasserflasche und füllt heißes/warmes Wasser hinein und legt diese ans Fußende des Schlafsacks. Ruck-zuck steigt das Wohlbefinden.
    Noch war keine Wärmflaschen-Nacht. Aber sie kommt (für mich), das ist sicher.

    Ich bin total abgekommen. Neben „Der Winter kommt.“ ist selbstverständlich noch vieles andere Schöne passiert.

    Gestern brachen wir unsere Zelte bei den Chishimba Fällen ab, um als Tagesziel Kapishya Hot Spring an zu steuern. Hot Spring! Ein magisches Wort! Vor allen Dingen für Menschen, die seit drei Tagen nicht mehr geduscht hatten.
    Kapishya Hot Spring steht in jeder Landkarte und jedem Reiseführer über Sambia. Diese Destination ist quasi ein „Muss“ für jeden Sambia Reisenden. Und für diejenigen, die hier waren wird aus dem „Muss“ ein absolutes „Nochmal!“.
    Seit 1980 gibt es die Lodge Kapishy Hot Spring. Sie war Teil des großen Shiwa Ng‘Andu Estate.
    Die Fahrt hierher war mal wieder eine absolute Abenteuerfahrt quer durch sambische Schlagloch und Sandpisten. Sie verlangte vom Fahrer Konzentration und vom Beifahrer „Gottvertrauen“ in die Fahrkunst des Steuernden.
    Nach solch einer Fahrt ist es schier unglaublich in welches Paradies man dann einfährt sobald die Lodge auftaucht. Das Ganze ist ein großer tropischer englischer Garten. Ein grüne Idylle, die keine Wünsche übrig lasst. Die Fotos geben einen Eindruck von der Lodge. Wer mehr erfahren will kann die Internetseite aufrufen.

    Diese Lodge ist überhaupt nur entstanden, weil Mutter Natur - mal wieder - ein Wunder geschaffen hat. Aus einer Quelle in 7 Kilometer Tiefe kommt heißes Wasser nach oben. Mit 37 Grad bildet dieses Wasser an der Oberfläche einen kleinen Teich. Einen Badeteich erster Güte! Umrahmt von tropischem Dschungel. Genial!
    Das überaus Beste daran ist, dass es nicht nach Schwefel (faule Eier) richt. Der Wasser ist quasi geschmacklos und deshalb ein noch schöneres Erlebnis.

    An dieser Lodge, bei diesem Pool campieren wir seit gestern. Campiern ist nicht der Ausdruck den Udo und ich gebrauchen. Udo und ich logieren hier, denn wir haben unsere kleinen Bodenzelte gegen zwei Häuschen eingetauscht. Superb!

    Nach dem gestrigen Eintreffen und Hütten Bezug war gleich mal anbaden angesagt. Anfangs konnte ich garnicht glauben, dass es hier nicht nach faulen Eiern riecht, aber dem war so, keine faulen Eier.
    Für unsere ganze Truppe ist dieser Platz ein Wohlfühlplatz. Abends kochte Christoph noch Nudeln mit Bolognese Sauce. Was soll ich sagen: Ich war im Himmel!

    Heute morgen gings zum Shiwa Ng‘ Andu Estate.
    Sir Stewart Groe-Browne, ein englischer Adliger und kolonial Verwalter. Er fing im Jahr 1920 damit an, das gesamte Areal zu erschließen und zu bebauen. In 1932 war der Bau des „Schlosses“, des Herrenhauses abgeschloßen. Der Baustil entsprach dem eines englischen Herrenhauses, so wie es in good old Britain zu finden war.
    Konzipiert war das gesamte Areals als eigenständige, sich selbst versorgende Einheit. Landwirtschaft, Viehzucht, Holzwirtschaft, alles wesentlichen Bereiche wurden abgedeckt. Alles wurde selbst und vor Ort gemacht. Das fing bei den Bausteinen für das Haus an, ging über die Türen und Möbel, bis hin zu den Dachschindeln, welche aus einheimischen Holz in mühevoller Arbeit hergestellt wurden.

    Historisch ist dieses Haus und dieser Platz ebenso erwähnenswert. Schon Sir David Livingstone war hier während er Afrika erforschte.
    In den Wirren der Entkolonialisierung Afrikas versteckte der Hausherr, Sir Gore-Brown, den späteren ersten Präsidenten Sambias Kenneth Kaunda für zwei Jahre auf seinem Estate. Gemeinsam entwarfen die Beiden die Sambische Verfassung. Weiß und Schwarz vereint für die Zukunft Sambias. So sollte es sein!

    Nach Gore-Browns Tod übernahm die Tochter und deren Ehemann (Lore and John Harvey) das Anwesen. Das Schicksal meinte es jedoch nicht gut mit ihnen. 1992 wurde beide hier in Sambia ermordet. Welche Tragödie. Sie hinterließen vier Kinder. Das gesamte Anwesen, Häuser, Betriebe etc.fiel in einen Dornröschen Schlaf bzw.ging langsam aber sicher den Weg aller Gebäude in Afrika, dem Verfall.

    1999 übernahm einer der Söhne von Lore und John Harvey das verblühende Shiwa Ng‘ Andu Estate. Die Aufgabe derer sich sich die Nachfahren seither stellen ist immens. Sie ist eigentlich zu groß für eine Familie, zu groß für ein Menschenleben.

    Das Herrenhaus hatte ehemals 70 Zimmer. Heute werden immer noch 40 Zimmer betrieben/bewohnt. Es leben darin 3 Menschen!!!

    Wir wünschen der Familie, das irgendwo ein großer Spender auftaucht, eine Goldmine entdeckt wird, oder - heute noch besser - Seltene Erden gefunden werden.

    Nach rund 2 Stunden war unsere Führung beendet und wir fuhren zurück zu Kapishya Hot Springs. Der Besitzer von Kapishya und der Hausherr auf Shiwa sind Brüder. Anscheinend, so Carsten, reden die Beiden jedoch nicht miteinander. Tote Hose in Verbindung zwischen zwei Brüdern. Eigentlich brauchen sich doch die Beiden. Sollte man (ich) meinen.

    Der zweite Teil meines Vormittagsprogramms bestand aus 60 Minuten drücken, kneten und walken meiner Muskeln und meiner - kaum vorhandenen - Fettpölsterchen. Toll! Das tat gut!

    Gelockert und gedehnt sitze ich nun hier und tippe was das Zeug hält. Viel zu viel, ich weiß. Aber seit ich mit der Zehntertastatur meines ipad tippe geht das Schreiben, flutschst deutlich besser als mit meinen zwei Daumen auf der Handytastatur.

    Dennoch werden viele Rechtschreibfehler und Wortfehler drin sein. Ich bitte mir nach zu sehen, dass ich kein Lust mehr habe alles nochmal durch zu lesen.

    Denn Udo hat Kaffee bestellt! Nu ist Kaffeezeit!
    Lue lisää

  • Die Rettung ist heiß! & Platt ist platt!

    6. kesäkuuta 2025, Sambia ⋅ ☀️ 18 °C

    Pfingsmontag, 7.45 Uhr!
    Der Morgen ist klar und frisch. Wie ihr sehen/lesen könnt bin ich heute Beifahrer. Udo ist Kapitän am Steuer und ich sein „Versorger“ mit Schnittchen und Getränken. Die Menüliste ist gut bestückt und reicht von feiner Nussmischung mit Rosinen, getrockneten Mango Stücken, Biltong (Trockenfleisch, Rusks (leckere Variante von Knäckebrot) bis hin zu - auf Udos Wunsch hin - handgeschälten Äpfeln. Als Getränk steht ausschließlich Wasser auf der Menüliste, denn schließlich sind wir ja im Dienst.

    Die Route auf der wir fahren führt uns in Richtung Süden, in Richtung Viktoria Fälle.
    Nach den wunderbaren Tagen in Kapishya Hot Spring stand als nächstes Ziel die Kundalili Fälle auf dem Programm. Das war nun unser dritter Wasserfall. Jeder hat seine eigene Geographie und Dynamik. Schön sind alle.

    Was von den Kundslila Fällen hängen bleibt ist - für mich - der erstmalige Einsatz meiner formschönen Wärmflasche. Was in meinem vorigen Bericht noch als „noch nicht gebraucht“ beschrieben war, wurde in dieser Nacht zu „dringend gebraucht“.
    Wir campierten auf dem öffentlichen Campingplatz der Fälle. Wie immer, kein Wasser! Kein Wasser zum Waschen, in den Toiletten und Duschen sind sowieso völlig überbewertet. Ebenfalls wie immer, wurde das Wasser mittels fleißiger Kinderschultern vom Wasserfall in den Wassertank gehievt. Eimer für Eimer bis der Tank voll war. Und das nur für uns weiße „Scheißer“ (bitte um Vergebung für diesem Kraftausdruck, aber er beschreibt es treffend), damit wir auf den Spülknopf drücken konnten. Wasser aus dem Wasserhahn kam trotzdem nicht.
    Es war ein schöner sonniger Tag. Die Küche und die Essenstafel stand und dem blauen Himmel Afrikas. Dieser wurde gegen 18 Uhr vom Sternenhimmel Afrikas abgelöst. Mit dem Gehen der Sonne, nahm die Anzahl der anzuziehenden Kleidungsstücke zu. Zwiebelprinzip!
    Zu Essen gab es Kartoffelbrei, gemischtes Gemüse und Rinderfilet Brocken. Lecker!
    Allerdings löste sich die gemütliche Abendrunde relativ zügig auf, da schon um 19.30 das Thermometer knappe 10 Grad anzeigte. Es versprach eine kalte Nacht zu werden.
    Mein Entschluss stand fest: Heute Nacht geh‘ ich nicht alleine ins Bett (Schlafsack)!
    So kam es, dass ich mit meiner heißen Bettgefährtin eine wunderbar warme, kuschlige Nacht verbrachte. Ach war das schön!

    Am nächsten Morgen - gestern - hieß es früh aus den Federn zu kriechen, denn es standen mindestens 7 Stunden Fahrt auf den „perfekt ausgebauten Hochgeschwindigkeitsstrecken“ Sambias auf dem Zettel (Achtung: Ironie!).

    Gestartet um 7 Uhr an den Wasserfällen, trafen wir um 16 Uhr in Lusaka ein. Das Video zeigt anschaulich wie ein Großteil der Fahrt ablief. Der Rest war Stau.
    Wir waren also 9 Stunden „on the road“ gewesen. Das war nicht ganz richtig, denn ca. 1 Std. waren wir Initiatoren, Auftraggeber und Sponsoren des Programms „Tue Gutes und lass andere arbeiten!“
    Das kam so! Ich, der gestrige Steuermann, war munter am Überholen, Schalten, Gas geben, Bremsen, Schalten, Überholen, als ein Auto uns überholte und hupte. Ausserdem winkte eine dunkel pigmentierter Arm aus dem Fenster uns deutete uns an langsamer zu fahren.
    Wir schenkten der Geste wenig Bedeutung, da eigentlich alles normal lief. Wenig später stand eine polizeilicher Kontrollpunkt an (davon gibt‘s hier viele). Ich reduzierte die Geschwindigkeit. Ein Radfahrer der uns entgegenkam winkte und deutete auf unser Auto. Hmmh, das war nun schon der Zweite der uns auf etwas aufmerksam machen wollte. Vor dem Kontrollpunkt kam der Verkehr fast zum Erliegen, als ein Mann neben uns herlief und rief „You tire ist flat.“
    „Hääh“, dachte ich „eigentlich ist alles normal“. Aber da das nun schon der Dritte war, fuhren wir links raus, um selbst nach dem Rechten zu schauen. Tatsache, der linke hintere Reifen verlor Luft! Au Backe! Weiterfahren war nicht angesagt. Ich hatte nichts gemerkt, da die Luft während des zügigen Fahrens nicht entwich und erst beim Stehen zügig entwich.
    Ein junger Mann in makellos toten T-Short war sofort an unserer Seite und meinte auf der anderen Straßenseite wäre eine Werkstatt. Tolle Sache! Ich also „dreibeinig“ über die Straße zu der Werkstatt. Der geneigte Leser, die geneigte Leserin darf jetzt bitte nicht eine große, saubere Werkstatt mit Entré und Kaffeemaschine erwarten. Nein. Es war eine typischer Verhau, der in keinster Weise auf das von uns benötigte Dienstleistungsangebot hinwies. Zudem war die Tür abgesperrt. Unser „roter T-Shirt Engel“ zückte sein Handy und wählte eine Nummer, die per Hand auf die Holztüre gekritzelt war.
    „He is out of town“, meldete er uns. Ergo, kein Dienstleistung am Pfingstsonntag hier erhältlich.
    Hmmh, und jetzt? Klaro! Selbst ist der weiße Mann! Wir hatten ja alles dabei, Ersatzrad und Werkzeug.
    Da hatte der weiße Mann, jedoch die Rechnung ohne den schwarzen Mann gemacht.
    Unser „rotes T-Shirt Held“ warf sich in die Brust bzw, buchstäblich vor uns in den Dreck und begann mit unserem Werkzeug den Reifen zu demontieren. Weißer Mann stand da, sah an sich runter und dachte „O.K., dreckig machen ist heut‘ nicht! Lassen wir mal local-power ran.“ Mittlerweile war hatte sich die „rote T-Shirt“ Solo Show zu einem Duo mit Publikum entwickelt. Nun waren es zwei Mann aus der „we want to get dirty“ Fraktion, die voller Enthusiasmus unseren Reifen wechselten. Ein Dritter steuerte seinen Wagenheber bei, da Udos jungfräulich in der Kiste schlummernder Wagenheber sich als Spielzeug entpuppte.
    Nach rund einer Stunde waren alle T-Shirts dreckig (ausser den unsrigen), alle Reifen an ihren Plätzen und die Helfer glücklich. Denn, es ist ja klar, dass Gotteslohn eine guter Lohn ist, aber dennoch eine solche Hilfsbereitschaft in der Aussicht auf schöne grüne Dollar Noten unheimlich motivationsfördernd ist. 25 Dollar für die beiden Helden und 5 Dollar für den Wagenheber, das war unser Beitrag für „Tue gutes, lass‘ andere arbeiten.“
    Und wie die sich gefreut haben. Wirklich! Unser „rotes T-Shirt“ Mann strahlte über das ganze Gesicht und hielt den 20 Dollar Note in den Himmel. Eine wunderbare Win-Win-Situation! Wir glücklich, die glücklich! Heile Welt!

    Der Rest der Fahrt war unspektakulär spektakulär mir dem üblichen Irrsinn der Straße.

    Nun ist 9 Uhr. Zwischen meinem Schreiben hab‘ ich Udo schon ein Karamelbonbon und einige Mangoscheiben gereicht. Und am Wichtigsten: Nix los auf der Straße!

    Wünsche allen einen schönen Pfingsmontag.
    Lue lisää

  • Paulchen-HigherOnTire-Wassermassen

    9. kesäkuuta 2025, Sambia ⋅ ☀️ 29 °C

    Viktoria Fälle!

    1851 stand Sir David Livingstone an einer Spalte in der Erde, über die sich Millionen an Kubikmetern Wasser ergossen. Ein Naturspektakel.
    Sein erste Reaktion - überliefert, jedoch nicht wissenschaftlich belegt -: „Boah Ehhh!“
    Da sich „Boah Ehhh!“ nur bedingt für die Geschichtsbücher und Landkarten eignete, nannte er sie der Einfachheit halber „Victoria Falls“. Frei nach seiner Königin, denn er wollte ja reich,. berühmt und zum Ritter geschlagen werden.
    So kam es, dass Sir David den Sambesi Fällen diesen königlichen Namen gab. Der alte Fuchs schaffte es auch noch, dass die paar Hütten an den Fällen seinen Namen annahmen. Das nennt man heute Marketing und Schaffung einer Corporate Identitiy.

    Im Jahre 1908 war es unser allseits geliebter Paul Graetz, der als erster Mensch mit einem Automobil an eben jenem Wasserfall stand. Wieder gab es ein „Boah Ehh!“ Diese Mal jedoch nicht wegen der Wassermassen, sondern wegen dieses Ungetüms auf vier Rädern. Das erste Auto, welches die Victoria Fälle und damit Livingstone erreichte. Und so sieht man unser Paulchen auf seinem Eisenpferd sitzen und mit Stolz geschwellter Brust rufen: „Nix Boah Ehh! Ich heiß Paulchen Graetz, bin leicht größenwahnsinng, aber das ist gut so und von Kaiser und Reich anerkannt.“ Er wollte noch den Zusatz bringen „ich bin der deutsche Indiana Jones“, das war denn doch etwas zu vermessen, zumal Steven Spielberg bzw. Hollywood rund 70 Jahre später in womöglich wegen Namensklau verklagt hätten. Und wer das amerikanische Rechtssystem kennt, der weiß wie teuer das hätte werden können.
    So blieb Paul Graetz ganz bescheiden in seinem Auto sitzen und winkte majestätisch den staunenden Menschen am Straßenrand zu.
    Aber ganz klar: Er war eine Sensation! Er und sein Auto!
    Es war eine Meisterleistung an Wagemut, Entschlossenheit und Durchhaltevermögen. Und natürlich auch eine Meisterleistung deutscher Ingenieurskunst.
    Alleine die Organisation von Treibstoff (Benzin) war ein Unterfangen, welches heute Abteilungen von Logistikern beschäftigen würde. So wurde beispielsweise Benzin in Whiskeyflaschen zu Fuß an vereinbarte Punkte gebracht. Es gab keine Tankstellen und es gab keine Tanklaster.
    Mann/Frau/Divers muss sich das mal vor Augen führen, um die Dimension dieses Abenteuers richtig bewerten zu können.

    Jedenfalls sind dürfen wir uns ebenfalls in die Reihe von Livingstone und Graetz stellen, denn auch wir standen/stehen an den Viktoria Fällen und sagen „Boah Ehh!“

    Diese „Boah Ehh!“ haben wir uns jedoch mit unseren Allrad getriebenen, wohl gefederten und klimatisierten (ausser unserem Landy) Autos erarbeitet. Deshalb sind wir im Vergleich zu Livingstone und Paul Graetz bescheiden und finden die Fälle einfach nur „hure geil“ (Ausdruck unserer schweizer Nachbarn wenn etwas was noch sensationeller/spektakulärer ist als das schweizer Bankgeheimnis).

    Weg von den „hure geile!“ Wasserfällen hin zum profanen Leben eines Landyfahrers. Wie im letzten Footprint erzählt, durften wir unser Projekt „Tue Gutes und lass andere für dich arbeiten“ schon beim erforderlichen Reifenwechsel einem Teil der sambischen Bevölkerung vorstellen.
    Der Erfolg dieses Projektes machte uns - vor allem Udo, als der eigentliche Besitzer des Landy - mutig. So entwickelten wir diese Initiative weiter und besuchten in Livingstone eine lokale Reifenfirma. Die von uns auserkorenen Projektteilnehmer mussten als einzige Qualifikation mit sich bringen, dass sie Reifen gekonnt flicken und wechseln konnten. In der „Auto World“ in Livingstone fanden wir drei Freiwillige welche für eine Handvoll Dollar zwei neue Reifen montierten.
    Der/die mitdenkende LeserIn wird nun die Stirn in Falten legen und sich fragen: „Warum? Wieso? Und überhaupt, wieso Zwei?“
    Ich als geneigter Schreiberling sage: „Gute Frage!“
    Antwort: Na ja, ein Reifen war ja platt. Optisch war jedoch kein Riss, kein Loch zu sehen. Also pumpten wir den Reifen voll auf und warteten eine Nacht. Das platte Ergebnis bestätigte morgens die Diagnose, der Reifen ist futsch.
    Nun gab es zwei Möglichkeiten. Die eine hieß, flicken lassen. Die andere lautete, neu kaufen.
    Mit diesem Entscheidungskonstellation tragen wir in Livingstone ein und starteten „Tue Gutes und lass andere arbeiten“. Mit der Auto World unseren drei Projektteilnehmer fanden wir die idealen Partner.
    Kurioserweise waren auch diese drei in Rot gekleidet. Wie unser „rotes T-Shirt“ Held von vorgestern. Einzig trugen unser Drei eine Ganrzkörper-Rot und nicht nur ein T-Shirt. Auch war die Wirkungsstätte eine gänzlich andere. Während sich unser „rotes T-Shirt“ Held noch in den Dreck schmeißen musste, hatten unser Drei „Ganzkörper-Rot“ schon ein festes Dach über dem Kopf und top Maschinen. So hinkt der Vergleich zwischen T-Shirt und Ganzkörper Projektteilnehmern ein bisschen. Gemeinsam haben sie jedoch eine unverbrüchliche Liebe zu Gummi (Reifen) und zu Dollars.
    Unsere drei Livingstoner Helden waren super kompetent und super freundlich. Sehr gute Voraussetzungen für einen gemeinsam erarbeiteten Projekterfolg.

    Nach Prüfung des kaputten Reifens entschieden wir uns diesen nicht flicken zu lassen, sondern einen neuen Reifen zu nehmen. Glücklicherweise hatten sie einen Reifen der gleichen Größe und mit ähnlichem Stollenprofil. Perfekt!
    Somit stand der Entschluss fest einen neuen Reifen zu kaufen und diesen als Ersatzreifen zu verwenden. Gesagt, getan und Reifen bezahlt.

    Wir vereinbarten mit den Männern, dass wir heute morgen wieder kommen würden, um den Reifen ab zu holen. Wir wollten nicht warten, da wir noch unbedingt in den Shoprite (Supermarkt) gehen mussten, um unsere Vorräte an Rotwein, Gin Tonic und an Rusks auf zu stocken.

    Nachdem das Reifenprojekt initiiert und die Vorräte aufgestockt waren, fuhren wir zu unsere Bleibe, dem Kayube Estate. Das Kayube Estate war schon in der Nacht zum 01. Mail unser Behausung. Somit waren wir nun zum zweiten Mal Gast in dieser wunderschönen Anlage. Direkt am Sambesi gelegen mit sehr schön und gemütlich eingerichteten Bungalows. Dieses Mal logieren Udo und ich im Bootshaus 1. Ausgesattet mit Küche, Glasfront und einer großen Terrasse bietet es alles was das Herz begehrt. Und noch etwas gibt‘ was das Herz höher schlagen lässt: Heizdecken! Ja, wirklich! Beide Betten sind mit Heizdecken ausgestattet. Ein Traum! Und absolut seniorengerecht! Da unser Bootshaus zwar hübsch eingerichtet ist, jedoch nicht isoliert und ohne Heizung ist, ist das Gefühl in eine elektrisch vorgewärmtes Bett zu steigen unbeschreiblich. Ein echtes „Boah Ehh!“ Erlebnis. Ein Genuß auf ganzer Körperlänge.

    So ging die Nacht elektrisch gewärmt dahin und der heutige Tag, als Abschlußtages unseres Projektes begann. Udo hatte über Nacht die glorreiche Idee unser Projekt um einen Reifen zu erweitern und ausserdem die kognitiven Fähigkeiten unserer drei „Ganzkörper Rot“ Teilnehmer zu fordern. Wie immer wenn Udo aufwacht und sich eine Idee in seinen Gedanken manifestiert hat, dann ist er nicht zu halten. Also ließen wir das gemeinsame Frühstück sausen und begaben uns gleich nach Livingstone.
    Alle drei waren schon da!
    Wir erklärten was wir wollten: Den auf der Kühlerhaube runter und rechts hinten anbringen. Den rechts hinten abnehmen, neu bereifen und vorne auf der Kühlerhaube montieren. Den gestrigen hinten an der Tür befestigen. Alle sechs mit Drehmomentschlüssel prüfen bzw.festziehen und alle sechs auf 3 bar aufblasen.
    Und, konntet der geneigte Leser/Leserin folgen?
    Unsere drei Projektteilnehmer konnten es jedenfalls. So wurde aus Udos Gedanken eine Challenge für die Synapsen der Teilnehmer und schlußendlich eine Erhöhung unserer Rechnung.
    Da unsere Reise auch unter dem Motto „Care and share“ steht, waren wir selbstverständlich gerne bereit unsere hart erarbeiteten Ersparnisse, mit den Jungs zu teilen. Wieder mal nur Gewinner. Auf der ganzen Linie!
    Alle waren glücklich und zufrieden. Udo war glücklich (siehe Foto), dass sein gedankliches Projekt so perfekt umgesetzt wurde. Die Jungs waren glücklich Teilnehmer eines so ausgewählten Projektes gewesen zu sein.
    Und ich? Ich bin glücklich wenn alle glücklich sind!

    Diesen glückseligen Moment wollen wir festhalten und in die virtuelle Welt FindPenguins hochladen.

    Bis denne!
    Lue lisää

  • Piep-piep-piep alle haben die Fälle lieb

    10. kesäkuuta 2025, Sambia ⋅ 🌙 15 °C

    „Oh Mann, schon wieder ein Footprint!
    Hat der Langeweile?!“

    So werden einige denken, wenn sie sehen, dass ich schon wieder was poste. Das ist ja schon inflationär!

    Ja ich gebe zu, ich hab‘ Zeit. Und Nein, mir ist nicht langweilig. Es ist auch nichts aussergewöhnliches passiert, dennoch schreibe ich nun diese Zeilen.

    Zum Einen weil wir heute Morgen die Seiten gewechselt haben. Die Seiten der Viktoria Fälle. Gestern Sambia, heute Zimbabwe.

    Yes! Wir hatten einen Grenzübertritt. Einen Grenzübertritt über die millionenfach fotografierte Victoria Falls Bridge.
    Seit 1905 überspannt dieses tolle Bauwerk den Sambesi direkt bei den Viktoria Fällen und verbindet die Länder Sambia und Zimbabwe.
    Na ja, nicht ganz, denn der eigentliche Grenzübertritt, d.h. die Schlagbäume kommen nach der Brücke.
    Dennoch, ohne diese Brücke gäb‘s diesen Grenzposten nicht und die Welt wäre um einen der originellsten und schönsten Grenzübergänge ärmer.

    Schon Paulchen Graetz, der bekannte und beliebte kaiserliche Autopionier setzte über diese Brücke seine vier Räder von Sambia nach Zimbabwe. Es gibt sogar eine Quittung über von Paul bezahlte Grenzgebühren, auf der vermerkt ist, dass Paulchens Höllenmaschine das erste Automobil sei, welches die Brücke und die Grenze passierte.
    Da reiht sich doch unser Landy und seine zwei Prinzen wunderbar in die Reihe der Höllenmaschinen ein.
    Allerdings wurden wir nicht so ausserordentlich höflich und hervorgehoben behandelt wie Paul mit seinem Auto.
    Wir sind Daily Business für die Grenzer und maximal einen Augenaufschlag wert, weil wir so furchtbar nett sind.
    Ruck zuck waren war wir abgefertigt und mit allen vier Reifen (plus zwei Ersatzreifen) in Zimbabwe.
    Zimbabwe hat keine eigene Währung. Die Landeswährung ist der US-Dollar. Kein Witz! Soweit führt Korruption und Misswirtschaft, dass es keine eigenständige Währung und somit kein Vertrauen in die eigene Wirtschaft gibt. Traurig, traurig!

    Hier in Victoria Falls (so heißt die Stadt) ist alles auf Tourismus fokussiert. Vic Falls ist auch nicht Zimbabwe, sondern wie eine wirtschaftliche Perle in dem ansonsten dahin siechenden Land (Korrupte Politiker und falsche Politik).

    Hier trifft sich die touristische Welt. Menschen aus allen Ländern dieser Erde geben diesem „Dorf“ ein kosmopolitisches Flair. Und das nur, weil es da eine Felsspalte gibt, über die sich der Sambesi in die Tiefe stürzt. Zugegeben, das macht er sehr schön und sehr gewaltig.
    Mann/Frau/Divers sollte die Victoria Fälle schon mal gesehen haben. Sie sind wirklich beeindruckend.

    Gestern und Heute steht/stand ein besonderen Highlight an.
    Der lunare Regenbogen!
    Das Mondlicht bricht sich in der klaren Vollmondnacht im Gischt des Wasserfalles. Es entsteht ein Regenbogen, der nicht Sonnenlicht sondern aus Mondlicht resultiert.
    Nur bei Vollmond!
    Und wir Glückspilze sind hier just zu diesem Vollmond. Dieser jetzige Vollmond ist so nah an der Erde und so deutlich zu sehen wie nur alle paar Jahrzehnte. Carsten meinte, dass die nächste „Nahsicht“ erst in 43 Jahren sein wird. Wir sind so nah dran am Mond, wie niemand mehr in den nächsten 43 Jahren.
    Wenn das nicht spektakulär ist!
    Die Fotos des lunaren Regenbogens haben zwei aus unserer Truppe gestern Abend gemacht. Mal schauen was heute zu sehen sein wird.

    Wir werden jedenfalls gleich (um 17.30 Uhr) in unserer Unterkunft abgeholt. Im altehrwürdigen und geschichtsträchtigen Victoria Falls Hotel werden wir zum Buffett erwartet. Eine postkoloniale Schlacht am kalt-warmen Buffett.
    Wie die Schlacht ausging werde ich anschließend berichten.

    S‘ war sehr schön! …siehe Fotos 😄
    Lue lisää

  • Pleiten - Pech - Matabo Hills

    11. kesäkuuta 2025, Zimbabwe ⋅ 🌙 17 °C

    Es ist 5,30 Uhr. Ich liege bei Kerzenschein - echt romantisch - im warmen Bett. Kerzenschein deshalb, weil das Deckenlicht so grell ist und das Tageslicht noch nicht ausreicht.
    Im warmen Bett, weil die Nächte lausig kalt sind und wie beschlossen haben, in Camps wo es feste Unterkünfte gibt, die Klappmatratze in ein Bett zu tauschen.
    Vorteil: Das Bett bringt warme Decken und feste Wände mit sich.
    Der Rest (Raum- und Bodentemperatur) ist allerdings identisch mit den Aussentemperaturen.
    Mein heutiges Betr steht in den Matopo Hills. Das ist ein Nationalpark südlich der Stadt Bulawayo und unsere letzte Station in Zimbabwe. Heute geht‘s über die Grenze nach Botswana. Endlich - so hoffe ich - keine Schlaglochpisten mehr.

    Mein letzter Bericht stammt aus Victoria Falls. Das nun zwei Tage her. Wir verließen Vic Falls in Richtung Süden. Ziel war der Hwange Nationalpark. Die Strecke dahin war geprägt durch katastrophale Straßen, ärmliche Menschen und Kohle. Ja, Steinkohle.
    Die Region von Vic Falls bis Hwange ist durch den Abbau von Steinkohle geprägt. Und so sieht‘s auch aus hier. Überall so ein schwarzer Film. Auf Blättern, Böden, Mensch und Tier. Hier gibt‘s nichts schönes zu berichten, ausser dass die gewonnene Kohle Lebensgrundlage für die hiesigen Menschen und Grundlage der Stromerzeugung in umliegenden Kohlekraftwerken ist. Ohne Kohle kein Strom. Ohne Strom kein Leben, kein Handy, kein morgendliches Tippen auf kleinem Display.
    So schließt sich der Kreis 😅.

    Wir fahren exakt die Strecke die Paul Graetz damals 1908 auch gefahren ist. Graetz brauchte damals 20 Tage von Hwange nach Bulawayo und wir 1 Tag. Wäre die Straßen nicht ein einziges großes Schlagloch, dann würden wie die Strecke in wenigen Stunden schaffen.

    Durch diese aneinander Reihung von Löchern im Tee, bekommen wir wenigstens einen Eindruck, wie schwierig es sein musste, damals, i.P. ohne Straßen hier vorwärts zu kommen.

    Im Bulawayo angekommen wurde Graetz. mitgeteilt. dass er Pleite sei und sein Auto verkaufen müsste.
    Graetz hatte die gesamte Reise auf rd. 1,5 Mio Euro (umgerechnet von Reichsmark) budgetiert. Im Endeffekt kostete das ganze Abenteuer 3 Mio. Euro.
    Finanziert wurde das in kleinem Maß aus Graetzschen Eigenmitteln und in der Masse aus Sponsorengeldern. Er war ständig auf ser Suche nach Gönnern und Spendern.
    In Bulawayo war jedoch Schicht im Schacht. Ohne Moos nix los. Graetz wäre nicht Graetz, wenn er nicht Himmel-und-Hölle in Bewegung gesetzt hätte, um irgendwie an Geld zu kommen. Geholfen hat ihm letztendlich eine Sammlung unter den deutschen Familien in Südafrika. Das war Crowdfunding in seiner Vor-Digitalen Version.

    In den Fotos habt ihr ein paar Schnappschüsse aus dem Reisebuch von Grätz.
    Seine Reifen waren von Continental. 48 Satz Reifen brauchte er insgesamt. Jeder Reifen musste auf 12 bar aufgepumpt werden. 12 bar! Jeder der mit Luftpumpe einen Reifen auf 3 bar aufgepumpt hat, der ahnt welch schweißtreibende Arbeit und muskuläre Pumpkraft von Nöten war um nur einen solchen Reifen auf zu pumpen.

    In Abständen ließ Graetz Depots anlegen. Er hatte seine Reiseroute im voraus geplant und errechnet wann er wo sein würde und was er brauchen würde. Ein Foto zeigt die Namen der Depots und was er alles dort einlagern lies.
    Da es damals keine Lagerhäuser, Stationen oder Behausungen gab, lies er Reifen, Öl und Benzin vergraben. Jedes Depot war ein Grab. Und damit‘s auch kenntlich war, lies er auf jedem Depot ein Kreuz mit seinem Namen errichten.
    Schlecht war nur, wenn seine geplante Route aufgrund von Natur (Regenzeit), Maschinenschaden o.ä. geändert werden musste. Dann saß er oft wochenlang fest, bis das nächstliegende Depot gehoben und zum Auto geschafft werden konnte.
    Graetz ist übrigens nie (!!) selbst mit dem Suto gefahren. Er hat sich immer chauffieren lassen. Selbst fahren war unter des Deutschen Würde.

    Die gesamte Logistik machte eine Firma aus Hamburg. Diese Firma lies ihm denn auch im Bulawayo mitteilen: „Herr Graetz sie sind pleite.“

    Wie‘s mit Graetz weiterging erfahrt ihr später bzw. wie auch. Denn unser unerschöpflicher Fundus an Graetzschen Lebensstationen ist Carsten. Wer frägt bekommt einen schönen langen und detaillierten Vortrag über „Paul Graetz & Ich“.

    Für mich ist jetzt Zeit aufzustehen. S‘ ist 7 Uhr, Der Tag will gelegt werden.
    Jetzt heisst‘s Kerze aus, Decke weg und mit „geschmeidigem“ Schwung aus dem Bett gleiten. …und hoffen das nix knackt, spannt oder zwickt 😌😁.

    Wünsche allseits einen schönen Samstag.
    Lue lisää

  • Welcome back to 1st World Africa

    14. kesäkuuta 2025, Zimbabwe ⋅ ⛅ 12 °C

    Sonntag, 11.30 Uhr!
    Wir fahren auf einer Straße ohne (!!!) Schlaglöcher. Die Beschilderung ist lesbar, die Fahrbahnmarkierungen ebenso. Die anderen Verkehrsteilnehmer halten sich weitestgehend an die Regeln und ich hab gestern einen Strafzettel für „Speeding“ bekommen.

    Was das alles in Summe bedeutet?
    Wie sind in der 1sten Welt der Dritten Welt angekommen.
    Wenn Afrika Dritte Welt ist, dann ist Botswana quasi Erster unter den Dritten.

    Seit gestern sind wir wieder in Botswana. Einem reichen (Diamanten, Gold, Tourismus,Landwirtschaft) und vor allem politisch stabilem Land.
    Wenige Faktoren reichen aus, um ein Land aus dem Niedergang heraus zu holen.
    Grundvoraussetzung ist hierfür tatsächlich das Fehlen von Korruption (wahrscheinlich gibt‘s versteckte) und politische (friedliche) Stabilität.

    Wir hatten/haben innerhalb von einem Tag beides erlebt. Niedergang = Zimbabwe und Prosperität = Botswana.

    Und so wandeln wir die nächsten drei Tage weiter Paul Graetz Spuren. Jetzt jedoch auf der Route durch Botswana.
    Während sich unsere Straßenbelagsprobleme mit dem Grenzübertritt aufgelöst haben, musste Paulchen anno dazumal weiterhin mit der Widerwärtigkeit der hiesigen Fauna, Flora, Wetter, Wind und „Wilden“ kämpfen.
    Nachdem sich sein Status von „Pleite“ auf „Knapp vor der Pleite“ durch die Spenden verbesserte, ging‘s auch für ihn in Richtung Garbarone. Garbarone, heute Hautpstadt, war damals lediglich eine Bahnstation mit Plumpsklo. Bahnstation bedeutete jedoch immer auch Kommunikationsstation. Die Bahn brachte Material, Briefe, Informationen. Es konnten Nachrichten aufgegeben und empfangen werden. Da die Bahngleise ein verlässlicher Parameter für Wege in die Zivilisation waren, und links und rechts der Gleise die Flächen gerodet waren, fuhr Paul Graetz mit seiner Wundermaschine so oft es ging entlang oder auch auf den Gleisen.

    Das Auto vom Paul Graetz war ja ein Unikat. Es wurde in Gaggenau, im späteren Unimog Werk, gabaut. Das Fahrzeug selbst gibt es nicht mehr. Carsten nimmt an, dass in den Wirren des 1. Weltkrieges verschrottet bzw. ausgeschlachtet wurde. Auch über die PS-Zahl herrscht keine exakte Kenntnis. Irgendwas zwischen 30 und 50 PS soll der Wagen gehabt haben. Verbrauch lag - lt. Carsten - bei ca. 10 Liter.
    Sodele, nun reicht‘s mit dem „täglichen Graetz“.

    Hier in der Gruppe passieren jeden Tag kleine Geschichten, die erzählt werden wollen.
    So z.b. die Geschichte über eine Gas Verpuffung in unserem Küchentrailer oder die Geschichte des Überfahens eines Reisepasses im Niemandsland zwischen zwei Grenzen.

    Dieses und andere Geschichten zu einem späteren Zeitpunkt.
    Jetzt muss ich erst mal wieder meinen Daumen eine Pause gönnen.
    Ausserdem -viel wichtiger- Udo ruft nach einem Apfel. Und so werde ich mich jetzt am das Schälen eines ebensolchen machen.

    Wünsche einen schönen Sonntag!
    Lue lisää

  • Helden von damals, die heut Rentne sind

    15. kesäkuuta 2025, Botswana ⋅ ⛅ 19 °C

    Südafrika!
    Das Land auf welches die Nachbarländer schauen. Groß, industrialisiert, Mitglied im BRICs Staatenverbund und Heimat des Kruger Nationalparks und exzellenter Weine.

    Heute war Grenzübertritt Botswana nach Südafrika. Eigentlich sollte das der einfachste
    aller bisherigen Grenzgänge sein, da Botswana, Südafrika und Namibia eine Zollunion haben. Da fällt z.B. das aufreibende Verzollen bzw. Einführen der Autos weg.
    Das mit der Einfachheit und schnellem Abfertigen war auch so… …und dennoch, es bleibt ein „Gschmäckle“.
    Dieses „Gschmäckle“ rührt von einem Zöllner, der ein echtes A…loch war. Das fing damit am, dass er überheblich und arrogant war. „So können wir nicht einreisen!“, so ging‘s los. Sein Aufhänger war, dass unser vorderes Nummernschild nicht mehr vollständig ist. Ich hatte eine Teil des Kennzeichens in Malawi an einer Wurzel abgefahren. Alle Zöllner dir wir seit Malawi hatten beanstandeten nie unser Nummernschild. Nur der Herr vom südafrikanischem Zoll „machte ein Faß auf“. Er verlangte meinen Führerschein und fing an zu
    lamentieren, dass er einen Report schreiben müsse. Wir erklärten unsere Reise und dass wir nun seit 13.000 km unterwegs seien und das bisher kein Zoll etwas zu beanstanden hatte. Dann fing er an etwas vom einem Strafzettel in Höhe von mehreren tausend Rand zu
    faseln. Glücklicherweise war noch ein Kollege da, der etwas besänftigend wirkte. Plötzlich meinte der stressige Zöllner ich soll ihm mein Leatherman (Multi Tool) schenken (baumelt immer an meinem Gürtel). Das war ne blöde Situation. Es war nicht ganz klar, ob er das nun ernst meinte oder nur witzig sein wollte (wobei wir den Witz nicht verstanden). Das ist ein doofes Gefühl so einem Typen ausgeliefert zu sein. Er ging weg, um einen Lkw zu kontrollieren. Der gemäßigte Zöllner macht eine Handbewegung im Sinne vom „alles gut, fahrt los“. Wir nix wie rein in den Landy und durchgestartet. Das war ein doofer Einstieg für Südafrika in unsere Tour. Von anderen aus unserer Gruppe erfuhren wir, dass er ebenfalls so fordernd war. Die einen gaben eine Sonnenbrille und die anderen schenkte einen Flyer über deren Ferienwohnung in der Pfalz. Sie fanden‘s lustig, er war „verwirrt“.
    Unisono waren wir alle der Meinung, dass das der menschlich mieseste Grenzübergang war, den bis dato hatten.

    Von der Grenze ging’s schnurstracks auf besten Straßen zum EEPGT. Für Neulinge: EinEchterPaulGraetzPunkt.
    Das Dorf Groot Marico beheimatete Graetz nachweislich für einige Stunden. Sie mussten hier Halt machen, denn bei einem ungeplanten Bremsvorgang wurden alle vier Passagiere über die Motorhaube des Autos geschleudert (war ja ein Cabriolet).
    Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass uns unser Weg nach Groot Marico führte.
    Als nette Überraschung hatte Carsten eine Führung durch das Heimatmuseum und eine Schnapsprobe organisiert. Sowohl Führung wie Schnapsprobe wurde von Santa gemacht.
    Sie beschrieb wie die frühen Siedler und die Eingeborenen hier lebten, bauten und feierten. Alles Baumaterial wurde aus dem gewonnen, was hier in der Gegend wuchs und vorhanden war. Der neuzeitliche Gips entsprach damals Kuhmist. Die Mischung aus Heu/Stroh und Dung war perfekt für Wände und Boden. Farben wurden aus Fruchtschalen, Erde und Bäumen gewonnen.
    Letztendlich war das Museum genau so wie die vielen Heimatmuseen Zuhause (z.B. Vogtsbauernhöfe).
    Die Schnapsprobe war - naturgemäß - hochprozentig und sehr launig. Santa erklärte wie der Schnaps und die Liköre gemacht wurden, schenkte uns reichlich Proben aus und trank selbst mit.
    Unerwähnt sollte nicht bleiben, dass es erst Mittag war und wir alle noch rd. 20 Kilometer zu unserer Unterkunft fahren mussten.
    Aber wir haben ja Allrad!

    Jetzt ist es 21.05 Uhr. Ich liege in meinem Zelt direkt am Marico Staudamm. Sehr, sehr idyllisch bei Sonnenschein. Sehr, sehr kalt in der Nacht. Habe schon mal 3 Wärmflaschen gemacht. Die große stecke ich in die Kleider, damit die so lange als möglich etwas Wärme abbekommen und nicht so klamm werden. Die anderen beidem liegen am Fußende meines Schlafsacks. Eigentlich, gemäß Herstellerangaben, hat mein Schlafsack einen Komfortbereich bis - 5 Grad. Somit sollte ich eigentlich auch ohne Wärmflaschen kuschlig haben… …aber man weiß ja nie… …und die Nacht ist lang und kalt 🥶… …und ich bin bekennender Warmduscher!

    Diese kalten Temperaturen zerstören das Gemeinschaftsleben der Gruppe schon sehr. Die meisten flüchten schon kurz nach dem Abendessen in ihre Schlafsäcke. Das war heute so gegen 19 Uhr. Einige versammelten sich noch am Lagerfeuer und lauschten Carsten. „Der tägliche Graetz“ so beschreibt Carsten seine Schilderungen der Graetzschen Reise, die wir ja genau nachfahren. Schon sehr interessant was er erzählt. Einiges landet auch hier in meinen Zeilen.

    Morgen geht‘s für zwei Tage in eine Wellness-Hotel. Ja, werte Lesenden, ein Wellness-Hotel erwartet uns! Heiße Duschen, warme Betten, Wäscheservice! Geilomat!

    Nun verabschiede ich mich in die Nacht.
    Bin gespannt was sie mit mir macht.
    Jetzt ist 21.20 Uhr. Wenn ich jetzt einschlafe, bin ich um 3 Uhr, spätestens 4 Uhr ausgeschlafen. Was mach‘ ich dann bis Sonnenaufgang?
    Fragen über Fragen, deren Antwort ich morgen bei Sonnenaufgang kenne.
    Lue lisää

  • Der Siegfried, der ein Sigfrid ist…

    16. kesäkuuta 2025, Etelä-Afrikka ⋅ 🌙 12 °C

    Wikipedia:
    „Siegfried ist ein männlicher Vorname germanischen Ursprungs. Er ist bekannt aus der germanischen Heldensage, insbesondere dem Nibelungenlied, wo er als Drachentöter und Held auftritt.“

    Aber was macht man(n) wenn ein Siegfried kein Siegfried, sondern ein Sigfrid sein will… …pardon… …ich korrigiere: ..ein Sigfrid IST!

    Denn, und nun kommt die offizielle Richtigstellung, unser Siegfried mit der Löwenmähne, mit Status Rentner mit wallendem Haar, ist richtig geschrieben ein: Sigfrid mit der Löwenmähne.

    Habe das nun schon mehrfach falsch mit „ie“ geschrieben. Sigi hatte mich schon mehrfach darauf aufmerksam gemacht, dass er zwar Drachentöter (vor rd. 40 Jahren) und Held (im
    täglichen Leben) sei, aber eben ein Held mit „i“.

    Dies korrigiere ich hiermit und gelobe Besserung.

    Apropos Held. Sein Heldenstatus stellt er immer mal wieder im heldenhaften Einsatz als Statist beim Tatort (DER Sonntagabend-Tatort) unter Beweis. Ob als Patient im Krankenbett oder als Obdachloser, immer mal wieder weht seine Silbermähne durch‘s Bild. Da Helden - wie man weiß - keine Männer der Rede sondern Männer der Tat sind, ist sein Wortbeitrag in diesen heroischen Rollen derzeit noch bei 0 (Null). Seine ausdrucksstarken Rollen sind eher im statischen Sein (z.b. im Krankenbett) zu finden.
    Das kann sich allerdings sekündlich ändern! Denn wir wissen: Hollywood is just around the corner!

    Und wer von den mir zugeneigten Lesern und Leserinnen frägt: „Hähh, wer isch denn d‘Sigi?“ den verweise ich auf meinen vorletzten Beitrag über die Schnapsprobe. Da ist er zu sehen.

    In eben jenem Beitrag ist ein weiterer Held zu sehen, dessen Status sich von „aktiv“ auf „passiv aktiv“ geändert hat.

    Wollen wir diesen Helden mit Karl bezeichen. Sigfrid mit der Löwenmähne und Karl der Große, das sind schon zwei Gestalten, welche deutsches Kulturgut sind. Sind sind quasi Monumente deutscher Geschichte!

    In der heldenhaftesten aller Epochen, der Jugend, hatte eben jener Karl-der-Große nicht ein Kaiserreich erobert, sondern das Herzblatt!
    Herzblatt?! Na, bei wem klingelt‘s?
    Ja genau!! Einst vor vielen Jahren, im Vor-digitalen-Zeitalter, gab es einen Mann der hieß Rudi Carell. Dieser Rudi Carell war nicht ein Kaiser, der Gladiatoren in Arenen blutrünstig kämpfen lies. Nein.
    Rudis Arena war das Showbusiness. Da war er ein ganz Großer. Eine seiner Publikumslieblinge war eine Sendung in der eine Prinzessin auf der einen Seite und hormongeschwängerte Prinzen auf der anderen Seite saßen. Bei Seiten waren durch eine Wand getrennt. Die Prinzen konnten die Prinzessin nicht sehen und umgekehrt.
    Da wir schon in Zeiten von „Make love not war“ waren, kämpften die Helden nicht mit Schwertern gegeneinander, sondern mit Worten. Wer die flotteste, die witzigste Antwort auf die Fragen der Prinzessin hatte, wurde von ihr, in einer an Dramatik kaum zu überbietenden Szene, zu ihrem Herzblatt gekürt.
    Diese an Dramatik kaum zu überbietende Szene spielte sich wie folgt ab:
    Die Prinzessin hat alle ihre, unter den Nägeln und in der Hüfte, schlummernden Fragen gestellt. Auf der Prinzenseite wurde betont lässig und cool eine Antwort formuliert.
    Wenn alle Fragen gefragt und alle Antworten gegen waren, kam dann aus dem Off (nicht zu sehen) die weiche samtige Stimme der guten Fee. Die Fee hatte nämlich das ganze Wortgeplänkel verfolgt und machten sich - feengleich - daran, aus den schwülstigen Antworten der Prinzen eine, für‘s öffentlich rechtliche Fernsehen, geeignete Zusammenfassung zu erstellen.
    Die Prinzessin, ganz aufgeregt auf ihrem Stuhl hin-und-her rutschend, lauschte dieser Zusammenfassung, ging in sich, warf dann die Arme in die Luft und rief aus vibrierender Brust „Der Karl! Der Karl, der ist‘s! Er soll mein Prinz sein.“
    Auf der Prinzenseite kam es tumultartigen Szenen. Ungläubiges Kopfschütteln, „Betrug“ Rufe. „Schiebung!“. Nur einer, der lies sich betont lässig von seinem Stuhl gleiten, fuhr sich mit der Hand durch‘s - damals noch - dichte Haar und marschierte Hüfte kreisend auf die Wand zu.
    Dann, magisch, glitt die Wand zur Seite. Nun standen sie sich gegenüber. Die Prinzessin und ihr Prinz. Die Funken sprühten, die Hormone tanzten Mambo und Prinzesschen hauchte: „Walk with me on the wild side!“.
    Und Karl, unser Held, ging auf die Knie und sang „Gimme, gimme your love after midnight!“

    Ja, so ist‘s meine lieben Leserinnen und Lesern! Ich fühle mich privilegiert mit solchen Helden wie Sigfrid und Karl durch die Gefilde des südlichen Afrikas zu Reisen!
    🌍🚀🌍

    Was soll das ganze Geschreibsel?
    Nun ja, ich muss Zeit „totschlagen“. Wir sind in einem Wellnesshotel und meine Wellness beginnt erst um 13 Uhr.
    So liege ich nun am Pool, lass‘ die wärmende Sonne meinen Körper streicheln und berichte über unsere Truppe.
    Habe meine Zeilen von beiden Helden abnicken lassen, so dass keine Regressforderungen auf mich zu kommen können.
    Lue lisää

  • 20.30 Uhr in Afrika…

    18. kesäkuuta 2025, Etelä-Afrikka ⋅ ☀️ 21 °C

    Freitag, 20.30 Uhr in Afrika!
    Da brodelt die Stimmung. Da explodiert die Extase?
    Oder nicht?

    Antwort: Eher nicht!

    20.30 Uhr! Alle liegen schon im Zelt. 20.30 Uhr!! Wie soll ich denn die Nacht rumkriegen?

    Die Wärmflasche liegt heiß und geschmeidig am Fußende meines Schlafsacks. Hab Stöpsel in den Ohren und lausche der 1. Sinfonie vom Mendelssohn.
    Die Gesamtkomposition mit Zelt, Wärmflasche und Mendelsohn ist schon schräg, aber was soll ich machen. S‘ ist erst 20.30! Die Nacht ist lang… …und kalt.

    Also schreib ich noch ein bisschen.
    Drei Tage Hunters Rest liegen hinter uns. Drei Tage vier Wände, Heizung, Buffett und gute Weine. Und Wellness, versteht sich!
    An zwei Tage gab‘s Wein für die Seele, und Hot Stone Full Body Aromatic Massage für den Körper. Am dritten Tag, gestern, stand ein Ausflug in den Pilanesberg National Park auf dem Programm. Ein kleiner Park mit wunderschöner Landschaft und vielen Tieren.

    Klar war, dass dieses dekadente Leben ein Ende haben musste. So duschte ich heute morgen lange und heiß in der Gewissheit, dass es so einen variabel einstellbaren heißen Strahl aus der Wand in den nächsten Tagen nicht geben wird.
    Camping in der frischen Luft Afrikas ist seit heute wieder angesagt. Die nächsten drei Nächte jedenfalls.
    So verließen wir am frühen Morgen (7 Uhr) Hunters Rest und fuhren in Richtung Norden.
    Ziel war die Grenze nach Botswana und dahinter das Camp im Rhino Sanctuary Park in Serowe.
    Das Wetter war perfekt. Morgens knackig kalt, jedoch mit strahlend blauem Himmel. Ab späten Vormittag war wieder Sommer und alle dicken Jacken verschwanden auf den Rücksitzen.
    Acht Stunden dauerte die Fahrt in den Norden. Erwähnenswert ist, das die südafrikanischen Straßen hervorragend sind. Die Landschaft in großen Teilen großartig. Der Grenzübertritt tatsächlich wieder ein „Geschmäckle“ hatte, da die südafrikanischen Beamten/Zöller eher weniger nett und motiviert waren.
    Komisch oder?
    In den viel ärmeren Ländern wie Sambia oder Malawi waren alle super nett und in Südafrika, wo‘s den Menschen im Vergleich viel besser geht, waren die Grenzer echt merkwürdig.
    Oder wir verstehen deren Humor einfach nicht!

    Heute Abend betten wir unsere teutonischen Häupter wieder auf botswanischem Boden.
    Grob gesehen sind wir auf dem Weg zurück nach Namibia.
    Wie wandeln auch immer noch auf den Spuren des liebem Paul Graetz. In Serowe, wo wir heute sind, hatte Paul eines seiner Benzin Depots. Carsten erzählte heute Abend wieder in aller Empathie über sein Idol.
    Darf man das sagen? Idol?
    Im Fall von Carsten würd‘ ich schon sagen. Carsten meint selbst, dass er sehr viel von sich bei Paulchen entdeckt und umgekehrt. Also doch: Idol!
    Brauchen wie nicht alle Idole? Vorbilder?
    Sind wir nicht alle irgendwie von unseren Vorbilden/Idolen geformt? Bewusst oder unbewusst?

    Wer sind/waren eure Idole/Vorbilder?
    Wie haben sie euer Leben, euer Leben beeinflusst?
    Seid ihr Vorbilder? Bewusst? Oder unbewusst?

    Ä guet‘s Nächtle! 💫
    Lue lisää

  • Am 8. Tag schuf Gott Kubu Island.

    21. kesäkuuta 2025, Botswana ⋅ ☀️ 26 °C

    Kubu Island!
    Eine Felseninsel inmitten einer Salzpfanne und Teil des Magkadikadi Nationalparks.
    Surreal! So würd‘ ich‘s beschreiben.
    Kein Wasser, kein Strom, keine Menschen… …und kein Handyempfang (Internet).
    Nur zu erreichen über schier unendlichen Staubpisten und hochgefährliche Salzpisten. Jetzt ist Trockenzeit, jetzt ist die Gefahr des Versinkens im Salz gering. Aber nur wenige Tropfen Regen reichen aus und diese skurile -fantastische- Landschaft in die Hölle (für Autofahrer) zu verwandeln.
    Der Sonnengang über dem Salzsee. Extraordinär Superklasse!
    Der Sternenhimmel über Kubu Island.
    Atemberaubend!
    Die Bilder sind vom 21.Juni, der Wintersonnwende auf der südlichen Halbkugel.
    Und jetzt die gute - für uns beste - Nachricht: Summer is back! Tagsüber deutlich über 30 Grad und nachts - jedenfalls gestern - irgendwo deutlich über 10 Grad.
    So lässt sich der Winter aushalten!

    Am Morgen starteten wir mit Plan A.
    Plan A war eine Gamedrive in unserem Camp des Rhino Sanctuary. Plan A war nach 20 Minuten Makulatur, denn unser Weg blockierte ein Kleinwagen, an dem links und rechts zwei Menschen mit Esstellern Sand wegschaufelten. Au Backe! Festgefahren! Festgefahren und nichts dabei zum rauskommen und keine -wenig- Ahnung was zu tun ist. Es war ein spanisches Pärchen, welches mit dem falschen Auto (nur Vorderradantrieb) auf der falschen Spur (tiefer Sand) unterwegs waren.

    Aber wir, die unerschütterlichen, stets hilfsbereiten, immer freundlichen, immer selbstlosen Landy-Boys waren da!
    Deren Glück und unser (Tages)Schicksal!
    Plan A wurde gestrichen und durch Plan B, flott machen des spanischen Fahrzeuges, ersetzt.
    Alles kam zum Einsatz. Seilwinde, Schaufeln, Sandbleche. Muskelkraft beim Schaufeln und Feingefühl beim Gas geben waren gefragt.
    Nach einer halben Stunde war der Wieser flott, die Spanier glücklich und wir -natürlich- sau stolz auf unser Team.
    Wir haben denen zumindest den Tag, wenn nicht sogar den Urlaub gerettet.
    So sind wir, die Landy-Boys 😁

    Danach ging‘s an den unwirtlichsten Ort, den man sich denken kann: Kubu Island.

    Alles zu Kubu steht oben oder in den Fotos.

    Ich muss zur Truppe, denn zum einen ist das Abendessen bald fertig, zum anderen höre ich öfters meinen Namen flüstern und ein Gesangsstück einstudieren.

    😄
    Lue lisää

  • Am 9. Tag sprach Gott: „Sch..ß drauf…

    22. kesäkuuta 2025, Botswana ⋅ ☀️ 22 °C

    …jetzt mach ich was ganz verrücktes!“
    Sprach es und schuf es: Das Okavangodelta!

    Jeder darf bitte nachschlagen welches Naturwunder das Okavangodelta ist.

    Dieses Delta ist das einzige Flussdelta, bei dem der Fluss nicht in ein Meer fließt, sondern sich in die Weiten der Kalahari ergießt und dort versickert. Der Okavango sieht nie das Meer.
    Er ist der 3. größte Fluß im südlichen Afrika. Er entspringt im Hochland von Angola, wird durch Quellen und der Regenzeit gespeist und fließt in Botswana über Kanäle ins Delta und versickert im Wüstensand.
    Die „Welle“, das ist die große Menge an Wasser aus den angolanischen Bergen, ergießt sich ins Delta erst ab Mitte Juni. Jetzt erst füllt sich das Delta mit dem Wasser. Große Teile werden überflutet und spenden Mensch und Tier Wasser. Und dies ab Juni! Im Winter! Der Trockenzeit, wenn keine Tropfen Regen im südlichen Afrika fällt. Ein Segen!
    Der Okavango ist echtes Geschenk für alles Leben.
    Das ist ein Grund, weshalb es im Okavango Delta ein solche Tiervielfalt und Tierdichte gibt.
    Und wir mittendrin!

    Bevor es soweit war, mussten wir erst mal Kubu Island verlassen. Ein staubige und langwierige Aufgabe. Rund 8 Stunden Fahrt mit dichten Staub- und Sandfahnen hinter und in den Autos.

    Ein Highlight für mich, ein sogenannter EMEP (EchterMeiniEchtPunkt). Mitten in der Salzpfanne steht eine hölzerne Aussichtsplattform. Sehr heruntergekommen und instabil. Auf die Plattform zu kommen braucht eine gewisse Kletterfertigkeit und das Vertrauen, dass morsches Holz doch mehr aushält als man denkt.
    Meine Wenigkeit, mit seine athritischen Gelenken, Höhenangst und Warmduscher-Allüren, musste da hoch, denn: Es ist, es war, es wird immer sein, ein EchterMeiniEchtPunkt!

    Warum das?
    Die Geschichte schrieb das Jahr 2022 a.D.. Jesus war vor zweitausendundzweiundzwanzig Jahren erschienen und Covid seit kurzem Geschichte (wahrscheinlich).
    So kam es, dass in diesem denkwürdigen Jahr ein ehemals junger Recke aus dem schwarzen Wald, in sächsischer Diaspora lebend, beschloß, eine Reise ins südliche Afrika zu machen.
    Über den sagenumwogenen Reiseveranstalter OM-Reisen, wurde eine Reise angeboten, die in jenes südliche Afrika führte. Perfekt!

    So kam es, dass am 02.06.2022 eben jener ehemals junge Recke aus dem schwarzen Wald auf eben jenem wackeligen Podest in der Salzpfanne stand. Sein Schwert (Multitool) zückend, den Rücken durchgedrückt, die Beine stabilisierend gespreizt, schnitzte er die ergreifenden Worte ins Holz „Meini was here! 02.06.2022“. Der erste EchteMeiniEchtPunkt war gesetzt.

    Wie es das Schicksal wollte, erlaubten die Geschicke des Holzhandels, das erfolgreiche agieren der Mitarbeiter und die allgemeine Lebenssituation, dass er im Oktober eben jenes Jahres 2022 wieder auf eben jenem wackeligen Podest stehen durfte (Dank OM Reisen zum 2ten) und mit der gleichen Klinge wie im Juni, die Worte „Meini was here again“ in das geduldige Holz schnitzte. Eine Video dokumentiert dieses Setzten des zweiten ErstenMeiniEchtPunkt.
    Eine historische Chronologie begann sich zu manifestieren! Historisch im Jahr 2022 nach Christus und 33 Jahre nach der ersten Mondlandung (20.07.1969), gab es wieder einen „Kleinen Schritt für den Menschen, einen großen Schritt für die Menschheit“ als der ehemals junge Schwarzwälder seine Klinge aus dem Holz zog und die prägenden Worte sagte „Scheen isch‘s nit, aber passt!“

    Die Jahre trudelten dahin und die Geschichte ging in das Jahr 2025 über.
    In diesem historischen, für Paul-Graetz-Jünger und Bwana-Verehrer heiligen Jahr, entschloß sich der Lordsiegelbewahrer des Paul Graetz Vermächtnisses, Herr Carsten M. aus W. in N., die historisches Querung Afrikas durch Paul Graetz nach zu fahren.
    Carsten, nicht nur Inkarnation des Graetzschen Geistes, sondern auch Reiseveranstalter und Geschäftsmann überlegte: „Hmmmh, das dauert lange und kostet Geld. Wie schaff ich es, dass es mich nichts kostet?“
    Und frei nach der reinen kapitalistischen Lehre „If you need money, use OPM money!“ Für alle Nicht-Kapitalisten, OPM money steht für: Other peoples money. Auf gut deutsch: Lass‘ andere für Dein Projekt zahlen.
    „Zack!“ war die Idee für WOW 2025 geboren.
    OPM Geld wurde reichlich gegeben und so ist nun eine Gruppe Menschen, die unterschiedlicher nicht sein kann. auf dem Weg, um Afrika doppelt zu queren und Carstens Traum zu erfüllen.
    Wieder mal Win-Win-Situation auf allen Seiten.

    Für den ehemals jungen Schwarzwälder ergab somit die Möglichkeit ein historisch einmaliges Triple zu schaffen.
    Und so stand er nun 63 Jahre nach dem Tag seiner Geburt, 2025 Jahre nach Jesus Erscheinen und 74 Jahre nach Erfindung des Tetra Pack, auf eben jenem wackeligen Holzpodest, in eben jener Salzpfanne und ritzte mit dem gleichen Messer die Worte „Meini 22.6.2025“ in das morsche Holz! Wow!
    …und wen interessiert‘s? Niemand! …ausser mich selbst 😄.

    Aber, wie die geneigten LeserInnen erkennen, hat der Bub mal wieder Zeit, denn Udo fährt. Udo verlangte bis dato nur nach ein paar Trockefrüchten, die ihm selbstverständlich reichte. So bleibt Zeit zum Tippen.

    Wo war ich?
    Auch ja, beim Triple!
    Ein Quadruple (4x) wird‘s wohl nicht geben, denn das Holzgerüst war jetzt schon für den regulären Zugang gesperrt (Treppenstufen wurden entfernt).

    Weiter ging die wilde Fahrt von der tödlich trockenen Salzpfanne in das Naturwunder Okavangodelta.
    Als Highlight stand ein Heli Flug über das Delta an. Im Vorfeld musste jeder sein Körpergewicht angeben. Es durfte dabei nicht geschummelt werden, da extrem wichtig für Ballastverteilung, Sprit etc. Ehrlich wie ich nun mal bin, halbierte ich mein Lebensalter, addierte wiederum 50% der halbierten Zahl hinzu, und gab nochmal als statistische Unschärfe 100% der 50% hinzu und gab leutselig und brav 51,22 kg zu Protokoll. Es gab keine Rückfragen!

    Der Flug war toll, das Getränk war mies. Man/frau/divers sollte mal über‘s Delta geflogen sein, sofern Zeit, Geld und Gewicht es zulassen. Bei mir passten alle drei Dinge phänomenaler Weise zusammen und so hab ich nicht nur Afrika von West nach Ost und von Ost nach West gequert, sondern auch das Okavango Delta überflogen.
    Überflogen ist deutlich übertrieben. Wir haben an der Gesamtfläche „gekratzt“ nicht mehr.
    Erwähnenswert war die „Gourmet“ Einlage. Gebucht hatten wie einen Zwischenstopp im Delta und einen Gin Tonic als Sundowner. Wir hatten einen Zwischenstopp im Delta und hatten einen Sundowner. Allerdings keinen Gin Tonic. Der wurde vergessen bzw. frei nach afrikanischen Lebensweisheit „Hakuna Matata“ durch Sekt ersetzt. Angekündigt wurde nach der Landung „Champagner“. Erfahrungsgemäß wird in diesen Breitengraden alles was perlt und Alkohol hat als Champagner bezeichet. So war‘s denn auch. Einen Schluck zum Anstoßen, das war‘s. Niemand wollte ein zweites Glas. Ich schüttete mein erstes Glas (versteckt hinter‘m Busch) aus.

    Damit soll nun mein Schreiben für heute ein Ende haben. Udo fährt und fährt und verlangt nach nichts. Soll ich mir Sorgen machen? Kein Wasser, kein Apfel, kein Keks?
    Ich werde Berichten ob meine Sorgen berechtigt waren, oder Udo einfach nur gut gefrühstückt hat.

    Bis denne!

    Fußnote 1: Natürlich gab ich mein echtes Körpergewicht an. Zur Ausschmückung der Geschichte dient die obige mathematische Berechnung 😌.

    Fußnote 2: Das Erfinden eine EMEP geschieht nicht aus Selbstüberschätzung meiner Person (ich nehme‘ mich selbst eher weniger ernst), sondern als „Seitenhieb“, als „Persiflage“, auf Carstens allgegenwärtige EPGEP‘s (EchterPaulGraetzEchtPunkt)
    Lue lisää

  • Finale 1: ✌️WOW 2025 | We made it !

    26. kesäkuuta 2025, Namibia ⋅ ☀️ 12 °C

    West-Ost-West 2025
    Das sind:
    - die Landy Boys Udo & Meinrad
    - der Landy TD5, Bj. 2003
    - rd. 16.000 km in 70 Tagen durch 7 Länder
    - 9 Seiten vollgestempelte Reisepass-Seiten
    - 22 Ein-/Ausreisen
    - 7 verschiedene Währungen
    - 1 platter Reifen
    - 2 Bergungen durch uns
    - 0 Unfälle mit Mensch-Tier-Auto
    - 0 Situationen, in denen ich mich bedroht fühlte
    - 1 emotional aufgeladene Situation (Kafue NP)
    - 0 gesundheitliche (ernste) Probleme
    - 70 Tage Alkohol
    - 0 vegetarische Tage (vielleicht 1 oder 2 unbewusst)
    - Viele, viele schöne Erlebnisse
    - Viele, viele schöne Begegnungen

    Fazit:
    Wenn ich eine solche Tour nochmal machen sollte, dann nicht mit Landrover Defender.
    Der Defender ist ein solides Auto wenn’s geradeaus geht.
    Kurvenverhalten, Wendekreis etc. sind nicht seine Stärken.
    Klaro, im Gelände ist er stark. Die mitfahrenden Toyota Hilux waren genauso gut.
    Am anstrengendsten ist die manuelle Schaltung kombiniert mit der zu niedrigen Power (PS Zahl). Es war Schwerstarbeit den Landy über die Berge und stark befahrene Straßen zu bringen. Die Hilux FahrerInnen konnte aufgrund der Automatik nebenher ein Liedchen pfeifen, während im Landy geschuftet wurde.
    Na ja und dann die Kleinigkeiten.
    Klimaanlage? Rudimentär! Scheibenwaschanlage? Kinderspielzeug! Türschließanlage? Am Schluß gingen die vorderen Türen nicht mehr auf und die hinteren Türen nicht mehr zu. Die Türen machten was sie wollten.
    Dichtigkeit? Gibt‘s bei Landy nicht. Wenn‘s draußen weht, dann weht‘s drinnen. Staub draußen, Staub drinnen.

    Kosten:
    In den Fotos ist die Aufstellung unserer Ausgaben zu finden.
    Mithilfe der App CashTrails hatte ich unsere Ausgaben erfasst und kategorisiert. Die Ausgaben wurden in der jeweiligen Landeswährungen eingegeben. CashTrails rechnet dann alles auf € um.
    Insgesamt haben Udo und ich 11.551.06 € ausgegeben. Das sind rd. 5.800,00 € pro Person. Ist das viel? Ist das zu viel?

    Hmmhh, bei der genaueren Analyse bzw. unter Betrachtung der Ausgsbeposten lässt sich folgendes sagen.
    Der Punkt Ausflüge ist mit 37,5% (4,3 T€) aller Kosten die Nummer 1. Was steckt dahinter?
    Hinter „Ausflüge“ steckt unsere 4-tägige Reise von Dar Es Salaam in die Serengeti und den Ngorogoro Krater. Das war/ist Luxus. Jedoch die Erfüllung eines Kindheitstraumes -für mich-.

    Der zweite große Posten mit 19,7 % (2,3 T€) sind Übernachtungen. Eigentlich hätten gar keine Übernachtungskosten anfallen dürfen, da wir beide Zelte hatten. Da wo Hotels geplant waren, waren diese im Reisepreis bereits berücksichtigt.
    Also warum diese Übernachtungskosten?
    Ausschlaggebend war die Regennacht bei den Zeugen Jehovas am Lake Malawi. Mein Zelt und meine Matratze waren nass. Ich musste erst mal alles trocknen lassen. So nutze ich die nächste Gelegenheit für ein Upgrade (Hotel). Udo schloß sich mir an. Damit begann unser „Lotterleben“. Erst einmal daran gewöhnt, dass es schöne und wohlige Alternativen zum Zelt gab, suchten wir immer nach Upgrade Möglichkeiten (4 Wände, festes Dach, Bett, Decken). So standen/stehen am Ende rd. 2,3 T€ für unsere Bequemlichkeit zu Buche.

    Der nächste Posten „Benzin“ (Diesel) ist wie er ist und unabänderbar. Der Landy verbrauchte zwischen 14 - 16 Liter auf 100 km. Wie tankten dort wo es Diesel gab und Kreditkarten akzeptiert wurden. Preisvergleiche hatten wir nie gemacht.

    Die Punkt „Restaurant“ schlägt mit 1.081,65 € (9,4%) zu buche. Auch hier gilt, dass im Reisepreis Frühstück und Abendessen inkludiert waren. Ergo, hätten wir nur wenige Euros für Snacks zwischendrin gebraucht. Aber Udo und ich wären nicht die Landy Prinzen, wenn wir bei der Weinbegleitung zum Essen gespart hätten. Maßhaltung war da eher nicht angesagt. Hier und da ein Mahl ausserhalb unseres Tourenprogramms kam da auch noch hinzu.

    Unter „Sonstiges“ sind z.B. die beiden Strafzettel verbucht. Die korrupten, erpressten 100 $ in Sambia und die 20 € in Botswana.

    Alle anderen Position sind wie sie sind und fallen nicht ins Gewicht.

    Der größte Punkt ist bei allen aus unserer Gruppe die Fahrzeugmiete.
    Udo hatte von Anfang an gesagt, dass alles rund um‘s Auto auf seine Kappe geht. Das waren durchaus einige Euros (Inspektion, Ölwechsel etc.). Dafür bin ich ihm sehr dankbar!

    Was gibt‘s sonst noch zu erwähnen?
    Ach ja, die Gruppendynamik zwischen Udo und mir. Die war perfekt! Alle dachten, dass wir schon ewig miteinander unterwegs seien, dabei war/ist es das erste Mal (zusammen in einem Auto). „Wie ein altes Ehepaar“ meinten einige.
    Udo und ich hatten/haben den gleichen Biorhythmus. Morgens früh raus und auf geht‘s. Wir essen und trinken das gleiche, so dass Bestellung oder Einkäufe immer einfach waren.
    Das hat schon ganz gut gepasst.

    Mit dem „ganz gut gepasst“ schließe ich Reise auf FindPenguins ab.

    Wünsche allen, die bis hierhin durchgehalten haben: Alles Gute!

    Reist! Lernst andere Menschen und Kulturen kennen! Redet mit den Menschen, die ihr trefft!

    …und ihr werdet feststellen: „We are all smiling the same“ 😊
    Lue lisää

  • Finale 2: The Human Side

    27. kesäkuuta 2025, Tansania ⋅ ⛅ 28 °C

    The Human Side!
    Reisen ist die Begegnung mit Menschen.
    Das macht Reisen aus. Das macht Reisen besonders.
    Was bleibt nach erlebten Reisen haften?
    Häuser, Kirchen, Gemäuer, Flüsse, Berge?

    Meine persönliche Hitliste an Erinnerungen wird immer die Begegnung mit Menschen anführen.

    Viele dieser Begegnungen sind bereits Bestandteil meiner Footprints.
    Einige tauchen in den jetzigen Fotos wieder auf, andere sind neu.
    Alle habe gemeinsam, das ich (wir) ihnen begegnet sind. Wir durften für eine kurze Zeit Teil ihres Lebens sein.
    Ich geh’ davon aus, dass dies den Abgebildeten gar nicht bewusst ist.
    Mir schon, deshalb sind sie besonders für mich.
    Lue lisää

  • Finale 3: The Wild Side

    27. kesäkuuta 2025, Namibia ⋅ ☀️ 20 °C

    The Wilde Side!
    Hier kommen Fotos und Teilnehmer unserer Reise zur Geltung, die es nicht in die Footprints geschafft hatten.
    Es sind wunderbar schöne, wie auch wunderbar gewöhnliche Fotos von Tieren, die das „Glück“ hatten, unseren Weg zu kreuzen.
    Nun werden sie zwar nicht reich und berühmt, aber ein interessierter Kreis von Menschen wird anerkennend „WOW“ sagen 😄
    Lue lisää

    Matkan lopetus
    27. kesäkuuta 2025