April - May 2016
  • Day16

    10 Dinge, die ich in Indonesien gelernt

    May 11, 2016 in Indonesia ⋅ ☀️ 31 °C

    Inspiriert von dem wunderbaren Buch "Das große Los", das mich ideal bei dieser Reise begleitet hat, habe ich auch eine (natürlich unvollständige) Liste der Erfahrungen, die ich von hier mitnehme:

    1. Hinduismus ist die wohl freundlichste, wunderschönste Religion. Beten mit Blumen in den Händen, Dämonenschutz mit Reis, supercoole Tempel - wenn Götterglauben, dann am liebsten so.

    2. Tauchen. Zumindest die Grundzüge. Atmen unter Wasser! So viele Fische! Eine andere Welt.

    3. Motorroller fahren mit Linksverkehr.

    4. Alleine reisen ist großartig. Frei und entspannt. Nicht einmal war mir langweilig. Und man lernt jede Menge spannende Leute kennen.

    5. Beim alleine Reisen ist Teilen ganz schön wichtig, zum Beispiel via Blog oder WhatsApp. Wunderbar, dass man die Verbundenheit nach Hause und den Rückhalt so einfach haben kann.

    6. Tagebuch schreiben ist fantastisch, um den Tag zu reflektieren und sich bewusst zu werden, wie man all das eigentlich sieht. Will ich weiter machen.

    7. Vertrauen in Menschen haben. Fahrten mit Vorauszahlung ohne Quittung buchen, Gepäck bei Leuten unterstellen, jemandem mein Handy in die Hand drücken um eine Adresse zu zeigen - hier geht das. Die Menschen, denen ich begegnet bin, sind von Grund auf freundlich.

    8. Flip Flops sind vollkommen ausreichend für so einen Urlaub und sowieso Schuhwerk erster Wahl hier, da man in Wohnhäusern, Restaurants und Geschäften oft die Schuhe auszieht. Sandalen sind Bonus; wäre ich richtig gewandert, hätte ich wohl auch meine Turnschuhe gebraucht. Die Ballerinas hätte ich Zuhause lassen können, ebenso das schickere Kleid, Schmuck und die Umhängetasche.

    9. Zwei Wochen Urlaub sind gut, aber zu wenig. Viel zu wenig.

    10. Bali ist eine zweite Reise sowas von wert - mindestens eine! Und wer weiß, was noch.

    -- In diesem Sinne: Es war ein Traum. Danke Bali (und Nusa und Lombok). Ich komme wieder.
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  • Day15

    Home.

    May 10, 2016 in Indonesia ⋅ ☀️ 31 °C

    Da fliege ich also wieder nach Hause. Einfach so. Die Abläufe am Flughafen und im Flugzeug sind irgendwie mechanisch und merkwürdig unemotional. Qatar Airways ist aber wieder top - ein sehr aufmerksamer Steward beim ersten Flug und eine ganz liebe Stewardess beim zweiten, die mir alle Wünsche lächelnd erfüllen. Hab nur eine Stunde Aufenthalt in Doha. Während ich beim ersten Flug hauptsächlich geschlafen habe, lese ich beim zweiten und höre Podcasts. Und versuche, die laute deutsche Familie aus eher prekären Verhältnissen mit drei ningeligen Kindern (Vivien, Vanessa und Valentino) ein paar Reihen vor mir zu ignorieren...
    Die Zeit ist gut, sich wieder auf Berlin einzuschießen. Am Ende freue ich mich doch richtig, zu landen. Muss mir nur all die wunderbaren Urlaubsgefühle bewahren und schauen, dass aus den vielen kleinen und großen Ideen und Plänen von unterwegs etwas wird!
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  • Day14

    Abschiedstag 3 / Dreamland & Mango Tree

    May 9, 2016 in Indonesia ⋅ ⛅ 29 °C

    An wenigstens einen schönen Strand möchte ich mal noch, und Dreamland Beach klingt fabelhaft. Leider ist der gar nicht so einfach zu finden und so kurve ich bestimmt ne Stunde rum, immer in der Hoffnung, dass mich meine Intuition schon richtig leiten wird... kurz entschlossen gehe ich noch ein letztes Mal zur Massage (30 min Reflexology = Füße und Beine) und komme dann pünktlich zum Sonnenuntergang an den Strand. Die Aussicht ist traumhaft mit den ganzen Surfern und ich schaue eine Weile aufs Meer und lese mein Buch. Aber es ist mir auch zu voll und touristisch bebaut. Und es ziehen enorm dunkle Gewitterwolken auf.
    Ich fahre also zurück (und lasse beim Ausparken noch den Roller auf meine beiden Schienbeine fallen, au) und verbringe den Rest des Abends im Mango Tree Café. Das ist der perfekte Abschluss. Ein gemütliches Sofa im ersten Stock, alles luftig und offen und ziemlich leer, entspannte wunderbare Musik, nochmal Jamu trinken. Ich bin sehr traurig und bekomme nichts zu essen runter. Aber ich schreibe Tagebuch und Karten und akzeptiere ganz ganz langsam, dass es jetzt zu Ende geht mit mir und Bali. Für dieses Mal. Gleichzeitig schmiede ich tausend Pläne, was sich zuhause alles ändern soll. Wie ich mehr Bali-Glückseligkeit nach Berlin hole. Und wo ich noch hinfahre. Nach über drei Stunden fahre ich durch die stockdunkle Nacht zurück ins Hotel (Straßenbeleuchtung gibt's nicht, dafür aber jede Menge gruselige Straßenhunde, die vor Rollern keine Angst haben...).
    Der Hotelbesitzer, der immer so mürrisch schien, stellt sich als überraschend nett raus: ich kann noch in einem der Zimmer duschen - nur kalt, aber egal, Hauptsache frisch vor 20h Reise... und dann fahren wir zum Flughafen. Bin ein bisschen emotionslos.
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  • Day14

    Abschiedstag 2 / Rumfahren & Blue Heaven

    May 9, 2016 in Indonesia ⋅ ☀️ 30 °C

    Meine Tour geht weiter kreuz und quer die kleinen Straßen lang. Allein da lang zu fahren ist schon so schön, da macht es gar nichts, dass ich irgendwie nix zum Angucken finde und immer wieder wenden muss, wenn die Straße einfach an einem Haus endet.
    Ich fahre zum Bluepoint, einem der größeren Strände. Und genau wie gestern ist das auch alles voll bebaut mit Bars auf der Klippe und dann führt eine steile Treppe zum Strand runter (der natürlich voll ist). Da hab ich keine Lust drauf. Ich schaue mir eine Weile die vielen Surfer im Meer an und fahre dann weiter.
    Zum Mittag lande ich im schicken Blue Heaven Restaurant mit Meerblick und esse noch ein letztes Mal Gado Gado (wieder anders!). Und trinke frischen Bananen-Erdbeer-Saft. Im Hintergrund singt eine Frau "What a wonderful world." Hach. Beim Song "What a difference a day makes" startet ein Flugzeug und fliegt übers Meer davon. Man so ein Kitsch. Find es wunderbar.
    Der Weg ins Bad ist dekoriert mit gerahmten Bildern von Julia Roberts aus Eat, Pray, Love. Witzig, da holt mich das also doch noch ein...
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  • Day14

    Abschiedstag 1 / Yoga, Polizei und Kühe

    May 9, 2016 in Indonesia ⋅ ☁️ 30 °C

    Ok Bali. Du packst es heute nochmal alles richtig aus, diese ganze Pracht. Ich bin doch schon verliebt in dich, und jetzt noch mehr!

    Heute Nacht regnet es wie verrückt. Zwei Stunden lang geht die Welt unter, so ein irres Prasseln wie beim Tempel Gunung Kawi letzte Woche. Aber so lange! Lässt mich sehr gut schlafen und früh ist die Luft kühl und rein. Schöne Abwechslung.
    Um 7:30 bin ich beim Yoga bei mir um die Ecke, hatte ich gestern schon entdeckt und kurz mit der Lehrerin Naomi geredet. Es ist eine wunderbare Yogastunde mit Blick auf den Ozean und zwei großen Hunden, die zwischen uns rumlaufen. Naomi ist der Knaller und hat so viele kleine und große Tipps parat, es ist wirklich fantastisch. Und emotional. Sonst kommen beim Yoga bei mir nicht unbedingt solche starken Gefühle hoch, aber heute haut es mich um. Ich bin einfach sehr sehr traurig, dass es vorbei ist. Was ja auch schön ist, denn das zeigt mir nochmal mehr, wie gut diese zwei Wochen waren. Nach der Stunde gibt's eine Kokosnuss und Naomi empfiehlt mir ein Yogastudio in Berlin. Wird ausprobiert, definitiv.

    Ich checke aus und frühstücke im Land's End Café um die Ecke - Wake up Smoothie aus Apfel, Ingwer, Banane und Papaya, dazu eine Pittaya Bowl: Dragonfruit-Kokos-Creme mit Knuspermüsli und so viel Obst. Diese Erdbeeren! Wahnsinnig lecker das alles. Balinesische Frauen zupfen die Fragipani-Blüten von den Bäumen und bringen die kleinen Opfergaben vorbei. Dieser wunderbare süße Geruch nach Blüten und Räucherstäbchen - Bali. An mir fliegt ein türkiser Schmetterling vorbei, der mindestens so groß wie meine Hand ist. Neben mir sitzen zwei Frauen, eine davon habe ich gestern schon hier gesehen. Sie leben offensichtlich hier und unterhalten sich über genau die gleichen Themen wie wir in Berlin: Männer, Dating, Freunde, Arbeit. Plus Surfen. Ich spreche sie an und frage, wie sie das machen, hier zu wohnen. Die Amerikanerin arbeitet im Marketing eines großen Hotels, die Schwedin arbeitet im Sommer zuhause und kann sich damit das Leben hier für mehrere Monate finanzieren. "You know, here you can just live the simple life. And be happy. And really, think about what is holding you back from moving here? Do you have kids yet or a job you cannot leave? Also, we as Europeans, we are so lucky. Because what's the worst that can happen? If you live here and you don't like it, you just go back and you still have your network and friends and job opportunities. There isn't really a risk in coming here, but the rewards - well look around you."

    Ich fahre mit meinem rosa Roller quer durch die Gegend. Richtung Osten wird die Straße voller, puh. Ich hab noch 800.000 RP übrig und frage mich, was ich damit noch schönes mache. Offensichtlich an Bali spenden - ich komme in eine Polizeikontrolle. So wie viele viele andere westliche Rollerfahrer. "Where you go?" - "Just to the post office." - "Show license driving international!" Haha, habe ich natürlich nicht. Mir rutscht das Herz in die Hose, aber da kommen zwei andere Touris aus der Polizeistation wieder raus und ich frage "What's happening?" - "We don't know either. First he said 500.000 but then 300.000, we paid and he let us go." Ok alles klar, also einfach eine Schikane. Ich werde in die Station geleitet, meinen deutschen Führerschein haben sie mir abgenommen. Nachdem der Touri vor mir abkassiert wurde, komme ich zum Chief. "You no have license international? You need. But is ok. I give you temporary license and then you good. Ok? Is 500.000 official price." Ich gucke traurig und geschockt - "But I didn't know I needed one! And I'm only here one more day." - "Ok I can give you for 400.000." Ich gucke noch trauriger. Er sagt "Ok 300.000 but that all I can do. 300 yes?" Na gut. Ich schreibe meinen Namen auf einen kleines Stück Papier und er unterschreibt hinten. "When control again, you show, is ok." Ich bekomme meinen Führerschein wieder und darf abfahren. Der Schock wandelt sich ganz schnell in Belustigung, ich muss richtig lachen. Ach Bali. Witzig. Auf die 20 € kann ich verzichten, dafür hab ich was erlebt! Und bei dem Touri-Aufkommen macht die Polizei richtig viel Kohle. Die ziemlich sicher nur in ihre eigenen Taschen fließt... so ist das eben.

    Ich kurve weiter durch die Gegend auf der Suche nach einem Stückchen Strand ohne Bars und viele Menschen. Ich fahre immer wieder kleine Straßen rein, die nach 2-3 km meistens an einer Privatvilla inkl. Sicherheitspersonal enden. Ich setze mein größtes Lächeln auf und frage immer wieder "Ooh is there no beach here?" - "No miss, sorry, go back on big road then you find beach." Ok ok. Die Straßen sind trotzdem total hübsch und so leer, es ist traumhaft da lang zu fahren (vorbei z.B. am Bulgari Resort Hotel und dem Helikopter-Landeplatz...). Nach einer Weile komme ich auf einem Weg, der voll mit Kuhfladen ist. Und dann, tatsächlich - Kühe! Auf der Straße! Was ich mit Mama in Irland gelernt habe, bewahrheitet sich hier auch - hinter jeder Ecke kann eine Kuh stehen! Hier sind die ja heilig (Hindus) und werden nicht gegessen, aber die Kuhfladen sind wertvoller Dünger. Hab ich bei der Kräuterwanderung in Ubud gelernt. Die Kühe schauen mich alle gelassen an. Was jetzt? Drauf zu fahren und hoffen, dass sie aus dem Weg gehen? Ich warte ein bisschen und dann trotten sie alle durch ein Gebüsch durch wieder auf die Weide. Großartig. Die Straße endet an einem Aussichtspunkt. Mit mehr oder weniger Sicht. Weit und breit kein Mensch zu sehen, und Fliegetiere (Hummeln?) so groß wie mein Daumen. Ist das alles schön!
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  • Day13

    Uluwatu

    May 8, 2016 in Indonesia ⋅ ☀️ 30 °C

    Die zweistündige Bootsfahrt nach Bali verbringe ich oben auf dem Sonnendeck, was ein schönes Wort für "oben auf dem Boot auf dem Boden rumliegend" ist. Aber ich kann mich prima sonnen und aufs Meer schauen. Von Serangan bringt mich ein Shuttlebus bis nach Jimbaran und wirft mich dort an einer großen Straßenkreuzung beim McDonalds raus. Muss nicht mal fünf Minuten warten und bekomme ein Taxi nach Uluwatu, in mein letztes Hotel Uluwatu White Sands. Der Besitzer ist recht mürrisch, das Zimmer lieblos eingerichtet. Aber hey, so fällt mir der Abschied leichter!
    Ich dusche mir das Meersalz ab und düse mit dem Roller los. Erst zum Land's End Café, da gibt's Kokosnuss und Avocado-Salat-Wrap mit Taboulé (die organic-Welle schwappt von Ubud bis hierher).
    Ich tanke: Diesmal gibt's eine improvisierte Zapfsäule aus einem Glasbehälter mit Literanzeige und Schlauch, nicht wie in Lombok mit einzelnen Glas-Literflaschen voller Benzin. Der Preis ist der gleiche: 10.000 RP, also 0,67 € pro Liter.
    Danach geht's weiter zum Tempel Pura Luhur Uluwatu. Ich hatte schon gehört und gelesen, dass der schön sein soll - aber mit diesem Blick hatte ich nicht gerechnet. Hammer! Der Tempel selbst liegt auf einer Klippe 70m über dem Meer und kann nur von Hindus besucht werden. An der Klippe entlang gehen aber Wege, von denen man einfach eine atemberaubende Aussicht hat. Vor allem super, da ich überhaupt nicht wusste, was mich erwartet und entsprechend geplättet bin. Dazu kommen die gefühlt 40 Grad in der prallen Sonne.
    Später fahre ich ein bisschen rum und komme an einem Spa vorbei, das mir auf der Hinfahrt schon aufgefallen ist. Ich hatte seit Ubud keine Massage mehr! Also rein, es ist auch alles sehr schön, nur teuer - 200.000 RP für eine full body massage ist doppelt so viel wie woanders. Sind trotzdem nur 14 € für 60 Minuten, das leiste ich mir gern an meinem vorletzten Tag. Und es ist auch schicker: ich bekomme einen Kimono, mir werden zuerst die Füße in einer kleinen Schüssel gewaschen, und als ich mich zum Ende hin auf den Rücken lege, gibt es ein kühlendes duftendes Kissen auf die Augen. Die Massage ist auch wirklich gut, sodass ich erst wegdrifte und dann an gar nichts anderes mehr denke als meine Arme und Beine, die durchgeknetet werden. Zwischendrin ist mal Stromausfall, sodass Klimaanlage und Musik ausgehen. Ich bekomme gar nicht mit, dass die wieder anfangen.
    Zum Sonnenuntergang möchte ich an den Strand bei mir um die Ecke - mein Roller hat nämlich kein Licht. Oder Versicherung. Ich parke mit zig anderen Rollern und laufe dann viele viele Stufen durch den Wald nach unten. Und bin auf einmal an einem Surfer-Party-Strand gelandet. Bars mit Wellblechdächern, die von der Klippe auf Meer und Sonnenuntergang schauen. Überall laute Musik und viele Leute. Wo kommen die denn auf einmal her?! Och nö. Und die Sonne ist sowieso hinter Wolken. Will Bali mir den Abschied nicht so schwer machen? Ich trinke nur einen Bananen-Zitronen-Saft und fahre wieder nach Hause. Nach dem Muttertags-Anruf gehe ich noch schnell um die Ecke Nasi Goreng essen und staune auf dem Weg über die endlos vielen Sterne.
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  • Day13

    Von Lombok zurück nach Bali

    May 8, 2016 in Indonesia ⋅ ☀️ 29 °C

    Um 7:30 werde ich von Yudi abgeholt, der mich zum Schnellboot nach Serangan auf Bali bringt. Wir fahren eine halbe Stunde die Küstenstraße lang und werden (Facebook-)Freunde. Wenn ich nächstes Jahr wieder hier bin, zeigt er mir die Insel... die besten Schnorchel-Spots und den Water Palace und die kleinen Inseln im Süden und die Wasserfälle. "Why you not stay now? Cancel flight, just live here!" - "I'd love to. But I have my family and my work at home!" - "Aah just bring everyone here. Buy land here and live the good life." Klingt vernünftig. Was meint ihr?Read more

  • Day12

    Verve Beach Club & Coco Beach

    May 7, 2016 in Indonesia ⋅ ⛅ 32 °C

    Mit dem Roller fahre ich erst zu einem kleinem Hindu-Tempel (Batu Bolong, schön am Meer gelegen) und lande danach im Verve Beach Club - man gönnt sich ja sonst nichts. Abseits der Hauptstraße hinter einem Palmenhain, Lounge-Musik, sehr leer - nur zwei westliche Familien, eine davon mit indonesischer Nanny. Preise gut doppelt so hoch wie anderswo. Für Avocado-Gemüse-Sandwich, Kokos-Papaya-Saft und Wasser zahle ich 8,70 € inkl. großzügigem Trinkgeld.
    Fahre mit meinem Roller die kurvige, hügelige Küstenstraße wieder etwas zurück und komme zum Coco Beach. Einfache, traumhafte schöne Bambuspavillons, Kokosnuss, Blick auf das tosende Meer.
    Lombok gibt sich echt Mühe, mich zu überzeugen, aber so richtig ist es (noch) nicht meins --- gerade als ich diese Worte schreibe, kommt der Armbandverkäufer wieder vorbei, mit dem ich mich vorhin schon ganz kurz unterhalten habe. Diesmal will er mir nichts verkaufen, sondern setzt sich zu mir und wir schwatzen ein bisschen. Ich erfahre, dass aktuell echt wenig los ist, aber im Juli und August mehr Touristen kommen. Das ist besser für ihn. Immer wenn er ein bisschen Geld verdient hat, bringt er es zur Bank ("also 5.000, 10.000, every little bit help") auf das Konto, mit dem er die Uni für seinen ältesten Sohn finanziert. Der hat grade die 12. Klasse gut fertig gemacht und studiert dann Englisch, "to get good job in hotel". Seine anderen Kinder sind 10, 6 und 4. "I'm so happy my son go university. I cannot go. When I 10, my mum dead. When 11, father dead. Want to go school but no possible. So good now for my son." Ein lieber alter Mann, der natürlich so eine Story auspackt, um Geld zu bekommen. Ist aber auch ok, dass ich ihm nichts gebe, glaube ich zumindest. Und er heißt Sugarman! "Short is Man, but real is Sugarman." Ha! Mache gleich mal den wunderbaren Soundtrack zum Film "Searching for Sugarman" an. Er wünscht mir alles Gute und trottet davon.
    Ok ok, hier ist es auch echt schön. Nicht nur auf Bali. Die Leute sind ein bisschen weniger am Dauer-Lächeln, aber das ist ja auch ihr gutes Recht. Trotzdem wunderbar. Ich fühle mich nur etwas unwohl mit dem Wissen, dass es im muslimischen Lombok nicht gern gesehen ist, wenn Frauen zu freizügig sind. Habe heute extra eine lange Hose an und ein Top, das die Schultern bedeckt - bin damit trotzdem noch am nackigsten von allen. Die Frauen haben alle mindestens halblange T-Shirts an, viele sind langärmelig, einige mit Kopftuch. Bitte nicht vergessen - hier sind 32 Grad. Von morgens um neun bis Mitternacht. Gestern mit Kelly am Strand waren wir die einzigen im Bikini. Die local Frauen baden bedeckt. Die Blicke sind mir unangenehm, obwohl sie nicht strafend oder fordernd sind. Man wird einfach nur angeschaut. Bin ja auch einen Kopf größer als alle. Ich glaube, weil ich nicht so recht weiß, wie ich mich hier verhalte, hadere ich noch ein wenig mit der Insel. Ubud hat sich sofort wie ein Zuhause angefühlt, hier bin ich Fremde. Hat Reisen aber so an sich, ne?! Daher - ich trinke jetzt meinem Heiltee aus (Trenawak oder so, mit Ingwer und gut fürs Immunsystem) und fahre dann weiter.
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  • Day11

    Bootstour zu den Gilis

    May 6, 2016 in Indonesia ⋅ ⛅ 32 °C

    Über Adrian buche ich eine Bootstour zu den Gili Islands vor Lombok. Sind als kleine coole Party-Inseln bekannt (was der Grund ist, warum ich da nicht länger hinfahre). Mit dabei ist Kelly aus der Nähe von Karlsruhe - 25, Krankenschwester und Hebamme, war ein paar Tage im Dschungel von Sumatra und reist jetzt noch eine Woche durch Indonesien.
    Unser Kapitän Rasiba fährt uns zwei mit seinem kleinen süßen Katamaran den ganzen Tag rum. Um neun geht's los, gegen elf sind wir auf der größten der Inseln, Gili Trawangan. Einmal die Touristraße hoch und runter, Kokosnuss trinken, in ein paar Läden. Dann geht's weiter zu einem Korallenriff vor Gili Meno. Kelly und Rasiba schnorcheln. Ich hab noch meine Ohrenentzündung vom Tauchen, gehe daher nur eine Runde schwimmen und sonne mich dann auf dem Boot. Halb zwei sind wir auf der kleinsten und ruhigsten Insel, Gili Air. Wie essen und entspannen, wirklich sehr schön dort. Auf allen Inseln fahren keine Autos oder Roller, nur Fahrräder und kleine Pferdewagen. Leider ist es echt voll - jetzt ist ja Nebensaison, da geht es noch grade so. Trotzdem ein bisschen anstrengend.
    Gegen halb vier schippern wir eineinhalb Stunden wieder zurück. Kelly und ich unterhalten uns die ganze Zeit - über das Leben, Beziehungen, Kinder (berufsbedingt) und Arbeit. Witzig, mal wieder Deutsch zu reden - aber irgendwie holt mich das gedanklich zu sehr in die Realität zurück. Möchte lieber noch in meiner Urlaubsblase bleiben.
    Bis zum Sonnenuntergang legen wir uns noch an den Strand von Senggigi und gehen dann frischgeduscht schick essen. So richtig mit Kellnerinnen, die einem den Stuhl zurecht ziehen und die Stoffserviette auf dem Schoß ausbreiten. Für Vorspeise (wir teilen uns Frühlingsrollen und Baba Ganoush), Hauptgericht (großer Salat), Ginger Ale, viel Wasser und kostenlosen Rücktransport zur Unterkunft zahle ich nicht mal 12,- €. Verrückt.
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