• Helly On Worldtour
  • Helly On Worldtour

Welt, wir kommen 🌐

Nach 1,5 Jahren Planung - vielen Impfungen, unzähligen Recherchen, Reiserucksackvergleichen, der Suche nach Untermietern und wunderschönen Verabschiedungen - war es endlich soweit: Mit Backpack und dem Nötigsten gewappnet geht es um die Welt ♡ Weiterlesen
  • Abschied & back on the Road

    10. August 2023 in Kanada ⋅ ⛅ 14 °C

    *Verfasst von Kelly

    Es ist unser letzter Morgen in GP. Wir fühlen uns hier so wohl und hatten in den vergangenen Tagen so viel Spaß mit Nancy, Karl, Loik und Dobby das wir gar keine richtige Lust haben weiterzureisen. Es ist das erste Mal seit Beginn der Reise das wir so viele Tage am Stück an einem Ort sind und der Gedanke ans Weiterreisen macht uns etwas Reisemüde. Nichtsdestotrotz freuen wir uns auf die kommenden Abenteuer :)

    Nancy präsentiert uns zum Abschied noch die sagenumwobenen Corndogs - ein wirklich interessantes Gericht: es handelt sich hierbei um Morzarella welcher umhüllt ist mit Maisteig und Pommes. Es ist innen leicht süßlich und weich und außen salzig und knusprig. Tolles Frühstück - wir sind begeistert 🍢😅
    Nach dem Frühstück packen wir unsere Sachen zusammen und schaffen alles ins Auto. Karl kommt sogar nochmal von der Arbeit kurz nach Hause um uns zu verabschieden. Wie nett kann man den bitte sein?! Wir sitzen noch ein wenig mit Nancy zusammen und verabschieden uns im wahrsten Sinne des Wortes mit einem lauten Knall (Henne knallt beim Betreten des Badezimmers die Tür zu), sodass Loik aus seinem Mittagschlaf erwacht und wir uns leider sehr hektisch verabschieden müssen, was den vergangenen Tagen nicht gerecht wird. Viel lieber hätten wir uns nochmal ausgiebig bedankt und verabschiedet.

    Gegen Mittag sind wir also wieder on the Road - wir haben viel vor: Erstes Ziel ist Beaverlodge - hier steht zu Hennes Begeisterung der größte Bieber der Welt. Nachdem wir Fotos gemacht haben entdecke ich das Besucherzentrum in dem sich auch eine süße kleine Kunstgalerie verbirgt. Das Motto der Ausstellung sind Bäume und so verbringen wir einige Zeit mit dem bestaunen von zum Teil sehr beeindruckenden Baumbildern. Danach geht es weiter und wir machen einen kurzen Stopp am besten Ort Kanadas - dem Kelly Lake 😁 Im Anschluss geht es mit einem kurzen Halt bei Tim für zwei Large Double Double nach Chetwynd. Eigentlich wollen wir hier auch nur durchfahren um heute noch am Heart Lake anzukommen, merken aber schnell das es sehr viel mehr zu sehen gibt als gedacht. Wo wir am Ende landen und wie wir den restlichen Abend verbringen, könnt ihr im nächsten Beitrag lesen :)
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  • Chetwynd

    10.–11. Aug. 2023 in Kanada ⋅ ⛅ 21 °C

    *Verfasst von Kelly

    Beim Durchfahren der Stadt wird schnell klar, dass es doch sehr viel mehr zu sehen gibt als gedacht. Ich schlage also vor, dass wir eine Nacht in Chetwynd bleiben und uns alles in Ruhe angucken könnten. Nach einer kleinen Diskussion über bestehende Pläne und das man diese umwerfen kann, schauen wir nach Unterkünften in der Nähe. Wir finden eine Recreation Site und fahren zum Moberly Lake Campingplatz, um fix unser Zelt auszustellen. Danach fahren wir zurück in die Stadt und schauen uns weitere Skulpturen an. Nach einiger Zeit bekommen wir Hunger und merken schnell, dass den lokalen Restaurants Vegetarismus weniger bekannt ist. Immerhin wurde uns auf die Frage nach vegetarischen Optionen nur naserümpfend Salat angeboten. Ich hätte mich zu diesem Zeitpunkt auch voll und ganz mit einem unserer Gourmetsdosensuppen abgefunden, aber Henne war nicht davon abzubringen Essen zu gehen, und so landen wir bei Joeys Pizzastone. Auf die folgende Erfahrung hätte ich gut und gern verzichten können, denn wir bestellen die wohl schlechteste Pizza der Welt. Als wir im Auto sitzen, merken wir einen seltsamen Geruch und kommen zu dem Schluss, dass es die Pizza sein muss - ich bete, dass es nicht meine ist. Wir setzen uns an den angrenzenden See und genießen den Sonnenuntergang. Das Gebet war wohl zu leise, denn der Geruch kommt tatsächlich von meiner Pizza, welche komplett bedeckt ist mit Stinkekäse. Ich könnte nicht unglücklicher sein, bin aber mittlerweile so hungrig und fange daher an zu essen. Leider schmeckt die Pizza genau wie sie riecht und ist zudem mit übermäßig vielen Oliven belegt. Was ein Graus 😅 Henne hat Mitleid und tauscht seine Pizza (Oliven und Feta), sodass ich an diesem Abend noch erträglich schmeckende Pizza essen kann, während Henne sich seinerseits mit der Stinkepizza herumplagt. Wie dieser Laden eine Bewertung von 4,5 erhalten konnte, ist uns absolut schleierhaft. Nach dem Essen fallen wir ins Zelt.

    Am nächsten Morgen fahren wir nochmal in die Stadt und schauen uns weitere Figuren an und machen unzählige Fotos, bevor es weitergeht zum Heart Lake.

    Zum Hintergrund: Das Kettensägenschnitzprojekt begann in den 90ern als Teil des 50-jährigen Jubiläums des Alaska Highway.
    Man wünschte sich etwas Besonderes für diesen Meilenstein, und so entstand die Idee mit den Skulpturen.
    2006 gab es die erste Schnitzmeisterschaft. Angefangen hat alles mit 7 lokalen Schnitzern aus Kanada. Heute ist es ein internationales Event mit Schnitzern aus Kanada, Amerika, England und Japan. Die Schnitzereien wurden im Laufe der Jahre immer komplizierter und die Details so fein, dass man kaum glaubt, dass sie mit Kettensägen gemacht wurden. Heute stehen über 120 Skulpturen in der Stadt verteilt. Wahnsinnig beeindruckende Kunst.
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  • Heart Lake

    11.–12. Aug. 2023 in Kanada ⋅ ☁️ 13 °C

    *Verfasst von Henne

    Den Zeltplatz am Heart Lake hatte ich schon seit langer Zeit im Auge und freute mich, dass wir dort anlandeten. Er lag routentechnisch günstig und klang vielversprechend. Als wir ankommen, merken wir jedoch schnell, dass er sehr viel waldiger und naturbelassener als viele vorangegangene Zeltplätze ist. Es gibt prinzipiell keinen Platz mit Blick auf den See, weil einfach überall dichter Baumwuchs ist. Ein zwei Plätze vielleicht, aber die sind natürlich schon belegt. Ansonsten ist der CG relativ leer. Wir suchen uns also ein Plätzchen, wobei die Kriterien immer sind: Klonähe (nicht zu nah und nicht zu weit), Bodenbeschaffenheit (schräg oder auf Steinchen liegen fetzt nicht) und Nachbarn (Partypeople nur mit guter Musik bitte 😅).

    Wir bauen das Zelt auf und begeben uns auf die kurze Wanderung zum See, an dem wir ein lauschiges Plätzchen finden, wo wir die Stille und Atmosphäre des Sees erfassen können. Wir sitzen eine Weile, haben ein lustiges Gespräch mit einem vorbeikommenden Kanuten, dann wollen wir essen. Das Wetter wird just in diesem Augenblick schlechter, und wir beschließen im Auto zu essen. Eine gute Entscheidung, denn anschließend gießt es in Strömen. Auch als der Regen nachlässt, bleiben wir sitzen und schauen eine Serie. Manchmal kommen Leute (auf dem Weg zum Klo) vorbei und entdecken uns sogar und schauen etwas verwirrt, aber wir sind mit unserem Platz vollauf zufrieden. Wir verschmelzen so mit der Natur (Z. v. Kelly: wir sind eins mit dem Naturauto 🤪), dass die Tiere uns gar nicht mehr wahrnehmen und wir Hörnchen und sogar ein kleines Rebhuhn ganz nah beobachten können: es überquert ganz vorsichtig und aufgeregt den Weg vor uns und sucht dann im Gebüsch essen. Dazu springt (!) es lustig in einem Strauch umher, um vermutlich Früchte weiter oben abzuernten. Wir amüsieren uns, dieses hüpfende Huhn sieht zu lustig aus 😁

    Anschließend chillen wir und gucken weiter Serie. Als wir gerade ausmachen und Zähneputzen wollen, teilt uns unser fancy Auto mit, dass die Batterie gleich alle sei 🙄 Telefone laden und Heizung an war wohl nicht so smart. Also nochmal los, Holperstrecke und Schnellstraße, weil eine leere Batterie am nächsten Morgen will keiner! Mittlerweile hat die Dämmerung lange eingesetzt, wir fahren extra vorsichtig und entdecken den Kojoten auf der Straße daher rechtzeitig, er ist aber auch weit weg und verschwindet schnell. (Z. v. Kelly: aufgrund des schlechten Wetters und der Pläne für den kommenden Tag bot es sich an diesem Abend an früher ins Bett zu gehen und eben in diesem Moment wie ich entscheide schlafen zu gehen, teilt uns das Auto sein Batterieproblem mit. Ich schwanke eindeutig zwischen Bewunderung für die Technologie und Genervtheit, weil sich die Schlafenspläne nun um einiges verschieben. Am Ende fahren wir um ganz sicher zu gehen für 40min hin und her, bevor es dann doch endlich ins Bett geht 😅).

    Am nächsten Morgen brechen wir wieder früh auf, weiter geht die Fahrt!
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  • Blue Lake

    12.–14. Aug. 2023 in Kanada ⋅ ☁️ 23 °C

    *Verfasst von Kelly

    Auf dem Weg sehen wir gleich zwei Bären. Einer überquert hinter uns den Highway (ich hab ihn im Rückspiegel entdeckt) und der andere sitzt auf einer Wiese neben dem Highway. Wir fahren kurzerhand von der Straße herunter und auf einen Feldweg, sodass wir den Bären aus sicherer Entfernung beobachten können. Ein Camper hält direkt am Straßenrand und die Leute laufen auf den Bären zu. Dies macht ihn so nervös, dass er sich aufstellt. Das Bild machen wir, kurz bevor der Bär wegläuft und sich in die Wälder zurückzieht. Es gibt sie also doch, diese ominösen Bären 😁
    Danach geht es weiter Richtung 100 Mile House.

    Nach Stunden im Auto bei wirklich tollem Wetter schlage ich vor, an einem See anzuhalten und mal eben reinzuhüpfen. Nur kurz 😁
    Wir kommen also am frühen Nachmittag am Blue Lake an, und es stellt sich heraus, dass es auch einen Campingground gibt. Er sieht anders aus als die anderen: wilder, weniger geschützt, insgesamt sind weniger Menschen dort. Es gibt den Hügel runter nur ein übel riechendes Plumpsklo und insgesamt eine Feuerstelle. Ich habe Schwierigkeiten, mir vorzustellen, in diesem Waldstück zu übernachten. Trotz der letzten Wochen und vielen verschiedenen Campingplätzen merke ich, dass dieser Ort dennoch außerhalb meiner Komfortzone liegt. Ich fühle mich unwohl bei dem Gedanken, hier übernachten zu müssen, und versuche einzuordnen, was mein Problem ist. Insgesamt komme ich zu dem Schluss, dass es mich anstrengt, morgens fast nie zu wissen, wo ich am Abend schlafe, die Campingplätze zum Teil nicht sehr komfortabel sind und es zuweilen auch schwierig ist, jeden Tag von A nach B zu fahren. Man hat keinen festen Rückzugsort, kaum Privatsphäre, ist immer am Planen, Auspacken lohnt kaum, weil man eh gleich wieder aufbricht. Wir könnten nun auch weiterfahren zu einem anderen Campingplatz, aber es bleibt unklar, ob wir noch einen Platz bekommen.

    Wir gehen erstmal baden, und ich entscheide, dass wir bleiben. Ich habe nämlich wenig Lust, noch weitere Stunden im Auto zu verbringen, noch weniger Lust wild zu campen* und der See ist wirklich schön.

    *Beim Wild-campen fehlt mir die Sicherheit vor Wildtieren (einem Bären möchte ich nicht begegnen, weil er über unser Zelt stolpert). Auch wenn es auf Campingplätzen zu Tierbegegnungen kommen kann, ist die Wahrscheinlichkeit geringer, was mich insgesamt beruhigt.

    Nachdem wir gebadet haben, bauen wir unser Zelt auf. Der Hügel ist leider so uneben und steil, dass wir mit Auto nicht hochkommen und das Auto am Fußende der Erhöhung stehen lassen müssen. Zum Glück ist der Weg überschaubar. Als wir fertig sind und uns eingerichtet haben, lernen wir ein sehr nettes deutsches Pärchen kennen, die mit ihrem Camper tatsächlich den Hügel hochgekommen sind. Sie haben sich gerade Abendessen zubereitet und wir dürfen deren Feuerstelle mitbenutzen, sodass wir unsere Dosensuppe heute sogar halbwegs warm genießen können 😁

    Insgesamt bleiben wir noch zwei Tage hier. Der See ist wunderschön und gut besucht. Es sind viele Leute mit ihrem SUP (Stand Up Paddles) auf dem Wasser, und Henne fragt eine Familie, ob wir uns zwei Bretter ausleihen dürfen. Tatsächlich erlauben sie es, und wir paddeln das erste Mal auf einem SUP übers Wasser. Auf dem Rückweg traue ich mich sogar kurz aufzustehen und falle glücklicherweise nicht herein. Im Gegensatz zu Henne, der gleich 2x reinplumpst beim Versuch sich hinzustellen und damit alle Zuschauenden am Ufer sehr amüsiert 😅

    Ansonsten nutzen wir die Zeit zum Lesen, Baden, Angeln, lernen Bianka und Martin aus dem Camper besser kennen und haben eine tolle Zeit. Die beiden sind so gastfreundlich, dass sie morgens heißen Kaffee für uns mitkochen und wir am Abend unser Essen bei ihnen im Camper erwärmen dürfen. Es ist genau das, was wir uns vorgestellt haben, als wir Kanada geplant haben. In der Natur verweilen, entspannen, Sonne tanken, liebe Menschen kennenlernen und das Leben genießen ♡

    Die Zeit vergeht wie im Flug, und ich bin froh, dass wir zwei Tage vorher nicht weitergefahren sind und ich meine Komfortzone wieder etwas erweitern konnte ♡
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  • Kelly Lake 2.0

    14. August 2023 in Kanada ⋅ ☀️ 20 °C

    *Verfasst von Kelly

    Am Morgen machen wir uns auf den Weg zum zweiten besten See in Kanada - dem Kelly Lake 2.0 😁
    Als wir ankommen, liegt der See ganz still da, kaum eine Regung ist auf der Wasseroberfläche zu sehen und der Berg spiegelt sich wunderschön im See wieder. Wir schauen uns das Naturhighlight einige Minuten an, dann zieht Henne sich eine Badehose an, um eine Runde zu schwimmen. Ich war am Morgen erst im Blue Lake baden und brauch nicht gleich in den nächsten See hüpfen. So genieße ich die Aussicht von außen und Henne von unter Wasser 😅 nachdem er sich einige Minuten abgekühlt hat, fahren wir weiter. Er hat einen Weg gefunden, der zwar ein Umweg von etwa 10 Minuten ist, aber landschaftlich viel schöner sein soll. Ich lasse mich auf den Umweg ein und fahre den kleinen Feldweg entlang, noch immer so gebannt vom Anblick des Sees, den ich beim Fahren gern mit dem Handy festhalten möchte. Ich schaue beim Fahren also aus dem Fenster und nicht so richtig auf den Weg und setze uns fast ins Wasser. Henne greift mir rechtzeitig ins Lenkrad und wir bleiben auf der Straße. Upsi... Das ist wohl der Grund, warum man keine Handys am Steuer nutzen sollte, nun hab ich es auch verstanden 🫣 Ich packe meine Kamera also schnell weg und konzentriere mich auf die Straße, die immer holpriger und turbulenter wird.

    Am Ende stellt sich der "kleine-10-Minuten-Umweg" von Henne als ziemlich herausfordernde Off-Road-Strecke bergauf und -ab heraus und dauert insgesamt eher 30-40 Minuten. Ich persönlich habe die gesamte Fahrt über große Freude und finde den Weg sogar sehr aufregend. Hennes Gesichtsfarbe wechselt dafür bei jeder Kurve zwischen Grün und Weiß, während er sich am Türgriff festklammert und immer wieder nervige Fahrtipps stammelt, nach denen ich nicht gefragt habe, denn ich bin voll in meinem Element. Soviel Spaß hat mir eine Fahrt schon lange nicht mehr gemacht 😅 Wir fahren durch einen Wald einen Berg hoch, über Felder und irgendwann den Berg wieder herunter, während ich die ganze Zeit vergnügt Disneylieder mitträllere 😆

    Nach einer gefühlten Ewigkeit landen wir wieder auf dem langweiligen Highway und fahren weiter nach Whistler.

    Ich empfehle jedem, auch mal einen Umweg zu machen - man weiß nie, welches Abenteuer hinter der nächsten Kurve wartet 😁
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  • Whistler

    14. August 2023 in Kanada ⋅ ☀️ 29 °C

    *Erstellt von Henne, Entwurf von Kelly

    Wir kommen in Whistler an, einer kleinen Stadt, das durch flache Häuser und breite Straßen auffällt. Wir parken in der Nähe des zentralen touristischen Fußgängerdorfes, welches im "Chalet"-Stil gebaut ist. Die Nähe zu den Bergen Whistler und Blackcomb haben der Stadt ermöglicht, ein Gastgeber für die Olympischen Winterspiele 2010 zu sein, was man vielerorts auch noch spürt.

    Wir schlendern durch das Dorf und schauen uns alles an. In einem Touriladen finden wir Canada-Patches 🇨🇦. Es kam uns nämlich in den Sinn, unsere großen Rucksäcke mit den Flaggen der Länder zu zieren, die wir besuchen werden. Wir sind bestimmt auch die ersten mit dieser Idee 😁

    Es ist heiß, und wir wollen uns ein Eis gönnen. Die Eisdiele ist jedoch arg überfüllt, und so schlendern wir wieder zurück Richtung Auto und kaufen edelstes McDonalds-Eis. Ich probiere eine einheimische Variante und bekomme ein besonders süßes mit 'popping candy', diesem Knisterzeug. Wenn, dann richtig 😆

    Während Kelly schonmal in den nächsten Lebensmittelladen vorgeht, fülle ich noch ein paar große Kanister trinkbares Wasser an einer öffentlichen Auffüllstation nach, die man glücklicherweise immer mal wieder in Kanada findet.

    Nach dem Einkauf geht es weiter Richtung unseres vorerst letzten Zeltplatzes, bevor wir wieder in Vancouver anlanden werden.
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  • Mamquam River Campground

    14.–15. Aug. 2023 in Kanada ⋅ ☀️ 26 °C

    *Erstellt von Henne

    Wir sind wieder unterwegs und wollen zu einem abgelegenen Zeltplatz fahren, der dennoch alles bietet, was unseren Bedürfnissen entspricht: Einem Klo, keine weiten Wanderwege zum Zeltplatz und etwas Bärensicherheit, soweit es so etwas gibt. Wir fahren also eine sehr abenteuerliche Straße entlang, nur um kurz vorm Ziel festzustellen, dass die Straße gesperrt und der Zeltplatz geschlossen ist, weil Saisonende. 😐

    Also sucht Kelly schnell einen Alternativzeltplatz raus. Dieser ist dann auch genau das: Sehr alternativ! In der Mitte eines großen Platzes ist eine Wiese mit drei Slaglines, daneben sind Sitzgelegenheiten mit Tischen. Rund um diese Wiese parken die Autos, auf der anderen Seite der umrundenden Straße die Camper. Ein Betonblock mit unbekannter Funktion ist mit einem riesigen Bob-Marley-Bildnis vor der Jamaika-Flagge verziert. Die Zeltplätze liegen noch hinter den Campern unter riesigen alten Bäumen. Unser Platzbist direkt nebem einer Pferdekuppe; Der Duft der Tiere, die uns ignorieren, steigt uns unaufdringlich in die Nase

    Schnell bauen wir unser Zelt auf und erkunden die Gegend. Der milchig-graue Schmelzwasserfluss ist direkt nebenan. Als wir ankommen, steigen gwrade einige Kerle aus dem Wasser, es sei wohl aushaltbar. Es ist kurz vor Sonnenuntergang, wir verschieben das lieber auf morgen 😄

    Das Flussbett ist sehr breit und größtenteils trocken, zwei parallel verlaufende Teilflüsse vereinen sich immer mal wieder und teilen sich erneut. Wir balancieren auf Steinen den Flusslauf entlang. Pärchen sitzen am Rand, eine kleine Gruppe Jugendlicher betrinkt sich.

    Als wir später unser Abendessen auf dieser Mittelinsel einnehmen wollen, stellen wir fest, dass eine Citruskerze und Mückenspray nicht reicht, um unseren geflügelten Freunden beizukommen. Wir verabreden uns daher spontan wieder zu einem romantischen Autodinner 🚗🚫🦟 In Jasper hatten wir ein kleines Mückennetz gekauft, über die Autotür gespannt kann man nun ein Fenster öffnen und bekommt wenigstens etwas frische Luft.

    Vor dem Schlafengehen hatten wir noch einen lustigen Moment, als wir feststellten, dass wir uns auf den Plumpsklos, die nebeneinander sind, unterhalten können, weil alles im selben riesigen Behälter unter uns landet 😅

    Am nächsten Morgen - wir haben beide irgendwie nicht so gut geschlafen - gehen wir wieder zum Fluss. Kurz gehe ich hinein - bis mir die Füße nach kurzer Zeit taub werden und ich wieder hinausstakse. Die Wassertemperatur ist kaum höher als zehn Grad! Kelly schaut sich das kurz an, dann geht sie in das ca. knietiefe Wasser, legt sich hinein und verharrt so knallhart mehrere Sekunden, mir kommt es vom Zugucken schon wie eine Ewigkeit vor. Angesport von ihrem Erfolg versuche ich es auch noch einmal, aber bis auf ein bisschen Wasser-Unter-Die-Arme-Werfen und dabei arg jämmerlich aussehen bringe ich nichts weiter zustande.

    Wir bauen das Zelt ab, wohl wissend, dass es wohl das letzte Mal für eine längere Zeit sein wird und wir nun die Natur verlassen, um wieder in größeren Städten unterwegs zu sein. Leicht melancholisch machen wir uns auf den Weg zurück nach Vancouver, was nur rund eine Stunde entfernt liegt.
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  • Vancouver Stanley Park 🌳

    15. August 2023 in Kanada ⋅ ☀️ 21 °C

    *Verfasst von Kelly

    Am Morgen machen wir uns auf den Weg, um die letzten Kilometer nach Vancouver zurückzulegen. Da wir wieder unseren morgendlichen Kaffee brauchen, halten wir an einem kleinen Café in Squamish und landen unverhofft in einem Promicafé. An den Wänden hängen unzählige Bilder von Prominenten, die hier mal zu Besuch waren. Während ich Kaffee bestelle und ein paar Ketchuptüten für schlechte Zeiten einpacke, macht Henne ein Foto nach dem anderen. Er ist ganz aus dem Häuschen darüber, wie viele Berühmtheiten bereits vor ihm hier Kaffee genossen haben. Nachdem er dann so ziemlich jedes Bild einmal aufgenommen hat, verabschieden wir uns von der sehr netten Kaffeefrau und fahren weiter nach Vancouver.
    Z. v. Henne: Das Kaffee liegt an einer alten stillgelegten Mine, die nun als Filmkulisse genutzt wird. Sehr viele Fantasyfilme zum Beispiel, was natürlich voll meinen Nerv trifft (Super Natural, Akte X, Dark Angel, Fringe, Millennium,...) 😅 Draußen steht auch eine Infotafel, die sich mit vergangenen Fehlern (Umweltschäden durch Bergbau) und dem heutigen Umgang damit beschäftigt.

    In der Stadt angekommen, fahren wir erstmal an unserem Hostel vorbei und stellen das Auto kurz in einer Seitengasse ab, um den Eingang zu Fuß zu suchen. Das Gebäude, um das wir herumlaufen, macht keinen sehr vertrauenserweckenen Eindruck, und auch die Menschen, die uns entgegenkommen, verbreiten ein eher unangenehmes Flair. Leider liegt das Hostel genau in der Mitte des Gruselhauses. Eine sehr schmale Tür gibt den Blick auf eine noch schmalere Treppe frei, die den Eingang ausmacht. Wir parken um und schieben uns mitsamt unseren großen Rucksäcken die Treppe herauf zu einem kleinen Check-In-Schalter, hinter dessen Scheibe ein älterer Herr sitzt, dessen Ausstrahlung die des Hostel widerspiegelt. Er macht uns drauf aufmerksam, dass man hier nichts im Auto lassen sollte und dass unser Zimmer noch nicht fertig sei. Unsere Rucksäcke könnten wir aber zwischenlagern. Da es nur noch eine halbe Stunde bis zum Check-In ist, frühstücken wir erstmal und warten geduldig. Leider dauert das saubermachen einige Zeit länger als gedacht, und so vergehen insgesamt 1,5 Stunden, in denen wir gemütlich essen, duschen und uns über das heutige Ausflugsziel schlau machen. Endlich kommt dann der ältere Mann auf mich zu und teilt mir mit, dass das gebuchte Zimmer mit Doppelbett nicht zur Verfügung stehen würde. Stattdessen bekommen wir ein Zimmer mit Doppelstockbett, welches auch schon bessere Zeiten erlebt hat. Da wir nur eine Nacht hierbleiben wollen, stören wir uns nicht weiter daran und hieven unsere Sachen von einem Raum zum anderen.

    Danach bringen wir unseren Mietwagen weg. Bye-bye, du treuer Begleiter! Was haben wir nicht für tolle Abenteuer mit dem Wagen erlebt. Es fühlt sich komisch an, ohne Autoschlüssel die Vermietung zu verlassen. Nun also wieder zu Fuß unterwegs, machen wir uns auf den Weg zum Stanley Park. Bianka und Martin (vom Blue Lake) schreiben uns, dass sie heute auch in Vancouver angekommen seien, und wir verabredeten uns fürs Abendessen.

    Im Stanley Park angekommen, laufen wir einige Stunden umher und schauen uns allerlei tolle Dinge an, wie z.B die Totempfähle, den Leuchtturm, den Beaver Lake und den Shakespeare Garden mit all seinen Rosen. Bianka und Martin sind ihrerseits mit Fahrrädern unterwegs, aber wir verpassen uns ständig, und schlussendlich brechen sie ihre Tour ab, weil sie knülle sind. Auch wir werden laufmüde und machen uns auf den Weg zum Poutine-Laden unseres Vertrauens. Bei 'La Belle Patate' bestellen wir uns dann zwei großzügige Portionen und freuen uns über den schönen Tag.

    Unser letzter Tag in Kanada nähert sich dem Ende. Wir können es kaum glauben. Vor über drei Wochen hat unser Abenteuer gestartet, und nun liegt der erste Teil bereits hinter uns. Wahnsinn! Auf dem Weg zurück ins Hotel kaufen wir ins noch jeder ein Ben&Jerrys und versuchen, die Erlebnisse der vergangenen Wochen zu verarbeiten. Leichter gesagt als getan - das wird wohl noch eine Weile dauern. Klar ist auf jeden Fall, dass das nicht unser letzter Besuch in Kanada war ♡
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  • Seattle 🦋🎡🌅

    16.–18. Aug. 2023 in den USA ⋅ ☀️ 20 °C

    *Verfasst von Kelly, A.v.Henne

    16.08.23 GRENZÜBERGANG
    Am Morgen geht es von Vancouver dann nach Seattle. Schon absurd, die Grenze mit dem Flixbus zu überqueren 😅
    Pass- und Gepäckkontrolle funktionieren ohne Probleme, unsere Fingerabdrücke und hübschen Profilbilder werden fein säuberlich auf den amerikanischen Servern abgelegt 🤭 Obwohl es eigentlich nur noch digital gemacht wird, ist der Grenzpolizist so nett und gibt uns auf Nachfrage einen Stempel in unseren Reisepass. Der soll ja auch voll werden.

    Gegen späten Vormittag kommen wir dann in Seattle an und müssen ca. 30min mit den Backpacks bergauf zu unserem Hostel laufen - bei 30° wohlgemerkt. Mit 20kg hinten drauf und knapp 10kg vorne dran eine Herausforderung 🥵
    Im Tortoise Hostel angekommen, dürfen wir unsere Sachen abstellen und frühstücken erstmal. Nach dem Check-In geht's in die Stadt, um eine Simkarte zu kaufen und ein wenig den Hafen zu erkunden. Am Abend beobachten wir einen tollen Sonnenuntergang direkt am Great Wheel. Zum Abendessen gibt es heute kostenlosen Wein - eine Aktion vom Hostel. Und mit Wein in der Hand kommt man auch viel einfacher ins Gespräch mit anderen, sodass wir bereits nach wenigen Minuten mit den Mädels am Nachbartisch quatschen. Wir haben einen lustigen Abend an dem wir einige Geschichten austauschen, bis wir alle zu müde sind, um weiterzuplaudern.

    17.08.23 STADTBUMMEL
    Am nächsten Tag heißt es wieder Stadterkundung. Wir schauen uns die Must-Do's der Stadt an:
    Public Market Center, Space Needle, laufen wieder UP THE HILL zu einem Aussichtspunkt, wo wir einige witzige Fotos machen, und enden in der Central Library. Auf dem Rückweg zum Hostel kommen wir an einer Linedance-Show vorbei und setzen uns mit einem amerikanischen Veggie-Hot-Dog bewaffnet an den Rand, um das Spektakel zu beobachten. Die Mädels laden alle umstehenden Passanten ein, mit ihnen zu tanzen. Leider ziert sich Henne, sodass ich kein Video von ihm inmitten der Booty Girls aufnehmen kann. Ich denke, das hätte große Begeisterung bei allen ausgelöst 👢😁
    Am Abend im Hostel gibt's dann eine Free-Icecream-Aktion, und so dürfen wir zwei riiiiesige Portionen Schoko-Peanut-Icecream mit Caramel essen. Ich bin eindeutig im Himmel 😅

    18.08.23 REISETAG
    Morgens stehen wir früh auf, frühstücken fix und fahren mit dem Uber zum Busbahnhof. Nochmal tun wir uns die 30min zu Fuß mit den Rucksäcken nicht an 🫣😅
    Nächstes Ziel Portland ♡

    A.v.Henne:

    Seattle, regnerische Grungehauptstadt, ich war sehr gespannt. Abgesehen davon, dass man direkt kulturelle Unterschiede zwischen USA und Kanada gemerkt hat, war Seattle auch anders als in meiner SciFi-oder Musikvorstellung. Es war heiß, die Häuser hoch und modern und die Straßen relativ breit. Im Hostel lief ein Mal Pearl Jam, ansonsten Pop, leider. Und der verlorene Drogenkrieg sah hier noch einmal anders aus als in Vancouver. Dort wirkten die Drogenkranken irgendwie ruhiger, organisierter, unbedrohlicher. Hier hingegen war es offensichtlich illegal; Es wurde gedealt, mehr gebettelt, geschimpft, gedroht und ein bisschen herumgeschrien. Hier haben wir wirklich Straßen gemieden oder die Seite gewechselt, einfach weil es sicherer wirkte. Passiert ist uns nichts, es gab auch Polizeipräsens, aber auch die wirkte so, als ob sie sich nicht damit auseinander setzen wollte. Es wirkte tatsächlich wie Aufgegeben haben, von allen Seiten. Und das ergab ein kontrastreiches Stadtbild von wirklich schlimm aussehenden Junkies neben adretten Businessdamen zwischen Glashochhäusern und Kunstwerken.
    Wir für unseren Teil hatten aber wieder Glück und haben nur nette Menschen getroffen, auch das Hostel ist eine wirkliche Empfehlung. Das Erkunden der Waterfront mit seinen Fisch- und Kunstmärkten ist ebenfalls ein wirkliches Highlight, ebenso wie die Space Needle, auf der ich hätte Stunden verbringen können!
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  • Portland 🌹🍻

    18.–19. Aug. 2023 in den USA ⋅ ☀️ 15 °C

    *Verfasst von Kelly

    18.08.2023 BÜCHER & BIER
    Da der Flixbus nur wenige Stunden von Seattle nach Portland braucht, kommen wir wieder zu früh im Hostel an und können noch nicht einchecken. Wir stellen also unsere Sachen im Storage Room ab und frühstücken erstmal. Es gibt mal wieder eine gute Portion Porridge mit jeder Menge Erdnussbutter. Da sie fast leer ist und es sich auf keeeinen Fall lohnt sie noch einen weiteren Tag herumzutragen opfert sich Henne und löffelt die Reste aus. Etwas neidisch auf ihn schnappe ich mir das Glas und genehmige mir auch einem Löffel. Herrlich wie die Nussbutter einem den ganzen Mund zuklebt 🥜😁

    Nachdem das Porridge einschließlich der Erdnussbutter leergelöffelt sind machen wir uns auf die Socken die Stadt zu erkunden. Ganz oben auf der Liste der Buchladen Powells. Auf dem Weg dorthin liest Henne eine Biene vom Weg auf und ich kann ihn nur knapp davon abhalten sie wegzusnacken - Frühstück ist halt schon lange her (siehe Bildgalerie 🤭).

    Aber zurück zu Powells - der City of Books. Was man absolut wörtlich nehmen sollte. Über eine Millionen Bücher reihen sich hier auf mehreren Etagen in verschiedenen Themenräumen aneinander. Ein absoluter Traumort. Wir müssen uns beide schon sehr zusammenreißen nichts zu kaufen, denn der Laden bietet alles was das Herz begehrt und so findet Henne sogar Bücher seiner geliebten Star Trek Serie. Am Abend kochen wir im Hostel und nehmen dann an der Craft Beer Verkostung des Hostels teil. Eine wirklich witzige Angelegenheit, wenn man jedes Bier unter ein anderes Filtermotto setzt 😁
    Wir haben nach einigen Proben einen Schwipps und einen durchaus lustigen Abend.

    19.08.2023 LOKALE KUNST, KELLYS BAR & EIN ROSENGARTEN
    Am nächsten Morgen machen wir uns früh los und gehen zum Farmers Market - ein riesiger Markt auf dem viele lokale Künstler ihre Werke anbieten. Manche davon hätten wir vermutlich gekauft, wenn wir nicht noch ein Jahr unterwegs wären. Darüber hinaus gibt es jede Menge Dinge die niemand benötigt. Wir laufen also weiter und landen in Kellys Olympian Bar. Eine der ältesten Bars in Portland. Sie ist im charmanten Bikerstil eingerichtet, hinter der Bar steht eine freundliche Barkeeperin die uns die verschiedenen Biersorten erklärt. Henne entscheidet sich für ein lokales Laurelwood IPA und ich nehme ein Mango Strawberry Sour was seinem Namen alle Ehre macht (wird eher nicht mein Lieblingsgetränk 😅). Wir unterhalten uns nebenbei mit der Barkeeperin und erzählen ihr von unseren Reiseplänen. Sie ist sehr erfreut zu hören, das Mexiko noch auf unserer Route liegt und eröffnet das sie ursprünglich aus Mexiko sei. Die nächsten 20 Minuten gibt sie uns fleißig Tipps für mögliche Ausflugsziele, welche sie besonders sehenswert findet. Im Anschluss an die Bar kehren wir in einem Pizzaladen ein und essen erstmal Mittag um ausreichend Energie für unser Nachmittagsziel zu haben - den Rose Test Garden. Da wir auch hier alles zu Fuß erkunden, finden wir einen ziemlich coolen Gamingladen der größer ist als er zu Beginn erscheint. Ich kenne mich in der Brettspielszene nicht sehr gut aus, und doch sind die vielen Tische an denen sich Gruppen von Menschen tummeln durchaus beeindruckend. Henne ist besonders von der Gruppe angetan welche ein Vogelbrettspiel spielen 😅 wir laufen durch den Laden und kommen in den hinteren Teil, der ein Restaurant ist an dem ebenso gespielt wird. Völlig verrückt und ziemlich cool zugleich 😁
    Als wir uns sattgesehen haben, setzen wir unseren Weg zum Rosengarten fort. Dort angekommen erwarten uns über 10.000 verschiedene Rosenarten. Der Garten ist 1917 angelegt worden als Zufluchtsort für in Europa angebaute Hybridrosen. Man hatte Angst das die einzigartigen Rosen bei Bombenangriffen zerstört werden. Seitdem wurde er kontinuierlich betrieben und ist heute der älteste Rosengarten in den Vereinigten Staaten. Am besten hat uns gefallen, dass der Eintritt frei ist.

    Im Anschluss geht es wieder zurück ins Hostel unsere Rucksäcke holen und dann zum Bus. Damit endet unser viel zu kurzer Aufenthalt in der Stadt der Rosen. Portland ist zudem auch bekannt für seine Parks, seine Mikrobrauereien (davon gab es eine ganze Menge) und seine Umweltfreundlichkeit. Hat uns sehr gut gefallen hier 🌹😊

    Mit einer Stunde Verspätung startet unsere Nachtfahrt nach Sacramento. Im Bus gibt's dann noch Abendbrot und dazu einige Folgen auf Netflix, bevor wir versuchen es uns auf unseren Sitzen gemütlich zu machen um zu schlafen.
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  • Tagesausflug nach Sacramento

    20. August 2023 in den USA ⋅ ☁️ 21 °C

    *Verfasst von Kelly

    Wir kommen am nächsten Morgen nach einer laaaangen Busfahrt ziemlich zerknittert in Sacramento an. Obwohl wir beide jeweils zwei Sitze zur Verfügung hatten, haben wir schlecht geschlafen, und demnach hält sich unsere Laune aufgrund des Schlafmangels in Grenzen. Unsere ersten Missionen sind: Storage Room suchen, um die großen Rucksäcke loszuwerden, und dringend Kaffee trinken. Henne sucht einen Storage Room in der Nähe der Busstation heraus. Es ist nur eine Tasche pro Person erlaubt, und so quetschen wir unsere Rucksäcke mitsamt dem restlichen Kram in die Transporttaschen. Nicht schön, aber es funktioniert. Im Anschluss setzen wir uns in ein Café und genehmigen uns einen besonders großen Kaffee. Henne entscheidet sich noch für ein belegtes Brötchen, und ich begnüge mich mit unserem Porridgevorrat.

    Im Anschluss geht es auf einen Stadtrundgang: Zuerst schauen wir uns die Tower Bridge an. Die vertikale Hubbrücke, welche über den Sacramento River reicht, wurde bereits 1835 gebaut und war ursprünglich silber. Erst im Jahre 1976 wurde sie gelb gestrichen, damit sie golden aussieht. Als wir über die Brücke laufen, werden wir von einem netten Arbeiter angesprochen, der uns fragt, ob wir die Aussicht auch so toll finden wie er. Henne versucht ihn zu überreden, uns kurz anzustellen, damit wir zu ihm hochkommen dürfen. Leider klappt das nicht, aber wir bringen ihn immerhin zum Lachen 😁

    Danach gehts zum California State Capitol, welches die Legislative von Kalifornien und das Büro des kalifornischen Gouverneurs beherbergt. Da Sonntag ist, hat das Capitol geschlossen, sonst hätten wir es uns gern auch von innen angeschaut. Stattdessen haben wir uns davor auf eine Bank gesetzt, Pause gemacht und Hörnchen beobachtet 🐿❤️

    Den Abschluss unserer kleinen Stadttour bildet eine ziemlich coole Disney-Ausstellung. Es gibt hunderte Kunstwerke aus der Disneyszene zu sehen. Malereien, Skizzen, Prints und sogar einige Figuren sind ausgestellt. Wir verbringen eine kleine Ewigkeit mit dem Begutachten der tollen Werke und setzen uns im Anschluss nochmal in das Café vom Morgen, um einen weiteren Kaffee zu trinken. Wir nutzen die verbleibende Zeit zum Durchatmen und Leute beobachten - eine unserer Lieblingsaktivitäten.

    Am Abend holen wir unsere Rucksäcke wieder ab und laufen zur Busstation. Es geht nämlich direkt weiter mit dem nächsten Bus nach San Francisco 🌉
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  • San Francisco 🌁

    20.–23. Aug. 2023 in den USA ⋅ ☀️ 23 °C

    *Verfasst von Henne

    San Francisco! Eine der Städte, die man auf jeden Fall bei der Route entlang der Westküste mit besucht haben muss. Wir haben sportliche drei Tage eingeplant.

    20.08.23 ANKUNFT & ABENDESSEN
    Wir erreichen die Stadt pünktlich zum Sonnenuntergang. Zum Hostel geht es dann via Uber. Dort erwarten uns eine Küche ohne Kochnische mit nur einer Mikrowelle und einem nicht wirklich großem Kühlschrank - nicht sonderlich backpacherfreundlich bei drei Etagen und langen Gängen in zwei Richtungen. Dafür haben die 6-Personen- Dormrooms eigene Badezimmer mit Duschen! Ein wirklich widersprüchliches Konzept... Es bleibt uns jedenfalls nichts anderes übrig, als leider leider Essen gehen zu müssen 💁🏼😅 Kelly findet einen Asiaten in der Nähe, bei dem wir beide Kokosmilchsuppen bestellen, die unseren Geschmack nicht zu 100% trifft (zu viel Limette, analysiert Kelly). Als wir gehen, sehen wir vor der Tür auch das erste Mal auf unserem Trip tatsächliche Spuren eines Verbrechens (neben Drogenkonsum und -verkauf): Einem Auto ist das hintere Seitenfenster eingeschlagen worden, um an Wasauchimmer im Inneren zu gelangen. Wir laufen ohne weitere Geschehnisse zum Hostel und freuen uns auf den kommenden Tag, an dem wir natürlich die Stadt erkunden wollen.

    21.08.23 ASIATISCHE VIERTEL & BEMALTE DAMEN
    Wir beginnen unsere Wanderung (das Frühstück ist leider nicht erwähnenswert) Richtung japanisches Viertel. Uns erwartet ein schicker Deko-Turm, neben dem eine Einkaufspassage mit den abgefahrensten Läden ist, die wir bisher gesehen haben. Futterläden gibt es auch, das Essen ist plastisch ausgestellt, also wortwörtlich aus Plastik aufgereiht, aber wir haben noch keinen Hunger. Wir wandern also weiter, verlassen das Viertel und kommen zu einer prächtige Gedenkstätte für im Dienst gefallene Polizisten der Stadt. Die Listen in den Marmorblöcken sind wirklich lang, beginnen sehr früh ganz klassisch mit einem Sheriff. Direkt neben der Stätte ist ein beeindruckendes Kuppelgebäude, die San Francisco City Hall. Doch das eigentliche Ziel unserer Wanderung ist ein anderes. Hier ist es an der Zeit, diese Stadt genauer zu beschreiben: Sie besteht gefühlt nur aus Hügeln. Und ich meine keine Müggelberg-Hügel, sondern wirkliche Steigungen! Fußmärsche hier gestalten sich so, dass wir das erste Mal bei Googlemaps auf die Höhenangaben-Werte achten 🤯 Wir wollen also zu den "Painted Ladies", süß anzusehende kleine dreistöckige Häuser, die stufenartig angereiht und gut vom Park gegenüber anzuschauen sind. Wir machen Fotos und pausieren im besagten Park, in dem sich viele Menschen aufhalten. Es wird windig und sieht nach Gewitter aus, aber wir bleiben verschont.
    Auf dem Weg zum nächsten Ziel (Chinatown) laufen wir wieder durch die Innenstadt und sehen das erste Mal die historische Straßenbahn. Es ist das Ende der Strecke, sie wird gleich auf einer Drehscheibe gewendet. Während wir warten, kommt eine Gruppe mutmaßlicher Nonnen mit Kerzen und komplett schwarz verhüllten Gesichtern vorbei, ein irgendwie gruseliger Anblick. Dass ein Obdachloser mit Einkaufswagen daneben her fährt und gospelartige Lieder singt, passt da irgendwie ins Bild.
    Später kommen wir an einem Candyshop vorbei, der einfach nur riesig ist. Hier gibt es z.B. fünf Pfund schwere Gummibärchen (~2.268 Gramm!) , lustige Schokoladentafeln, Shirts und natürlich allerlei Süßigkeiten. Herausragend waren aber auch die Werbetafeln, in der gesundes Essen als eher langweilig dargestellt wird und statt dessen lieber Teller voller Süßkram serviert werden! Nachdem wir dort alles gesehen haben, geht die Wanderung weiter. Durch einen langen Tunnel erreichen wir Chinatown - wieder eine komplett andere Welt mit asiatischem Flair. Unser Weg führt uns in eine Seitenstraße zu einer Keksfabrik! Diese ist kleiner als erwartet, nur ein länglicher Raum mit Beuteln voller Glückskeksen und der Kasse vorne, im hinteren Bereich sitzen zwei asiatische Damen, die genau diese Kekse herstellen. Ein interessant zu beobachtender Prozess! Wir gönnen uns ein Beutelchen (die sind frisch wirklich lecker!) und danach einen Bubbletea im Laden direkt daneben.

    So langsam haben wir dann fast alles gesehen, was wir heute sehen wollen. Eine Sache ist noch offen: Den verrückten Teil der Lombard-Street, der so steil ist, dass er nur aus Serpentinen besteht. So wurde damals gewährleistet, dass die Autos die Steigung meistern können (aus 27% Steigung wurden 'nur' 18.18% gemacht). Fußgänger dürfen die Treppen am Rand nehmen. Recht erschöpft machen wir uns auf den Rückweg zum Hostel.

    Ein kleiner Einwurf meinerseits: So langsam fällt mir auf, dass wir die mir bekannte Klinazone verlassen und die Pflanzen immer fremdartiger werden. Passionsblüten, tentakelartige Pflanzen und unbekannte Bäume begegnen uns, die Flora unterscheidet sich mittlerweile deutlich von den heimischen Gefilden.

    22.08.23 - PIERS & SEELÖWEN
    Heute gehen wir zuerst wieder ins italienische Viertel. Hier waren wir zwar schon kurz, aber wir wollten noch zu dieser einen Bäckerei, die so unverschämt lecker aussehende Sachen anbot. Der Besuch lohnt sich! 😏
    Anschließend steht der Ferry Plaza Farmers Market an - auf einem Markt waren wir hier noch nicht. Das Essen des einen Standes riecht enorm lecker, aber so vollends überzeugen kann uns der gesamte Markt nicht nicht, alles wirkt irgendwie gekünstelt. Wir wandern also weiter Richtung Norden, immer am Wasser und den Piers entlang. Erkunden kurz das "Exploratorium", ein Wissenschaftsmuseum, welches mich fasziniert. Man kann Wasserwirbel in Säulen erzeugen und sich Mineralien anschauen. Und das nur im Museumsshop. Da alles doch eher niedrigschwellig erscheint, lohnt ein Besuch eher nicht, also wandern wir weiter. Die Strecke am Wasser zieht sich etwas, aber irgendwann erreichen wir den 'Pier 39', einem "pittoreskem Pier mit Essen & Aktivitäten" (Zitat Google). Auf diesem langgezogene Pier gibt es ein Aquarium, ein Hard-Rock-Kaffee, ca. 429 Futterbuden, Schmuckläden, einer Theaterbühne, einem Hutgeschäft, natürlich Souvenirläden und vielem mehr. Das Abgefahrenste sind jedoch die wilden Seelöwen, die sich 1990 direkt neben dem Pier angesiedelt haben. Von einem Erdbeben 1989 aus ihrem alten Zuhause verdrängt, fanden sie hier einen sicheren, nun ja, Hafen mit reichlich Nahrung und Schutz vor Raubtieren. Je nach Jahreszeit und weiteren Einflüssen leben hier zwischen 300 und 1.701 (Jahr 1990) Tieren. Wir könnten hier Stunden verbringen und den Tieren beim Chillen und den Revierkämpfen beobachten. Hin und wieder fliegen Pelikane vorbei. Infotafeln wollen gelesen werden. Nach einiger Zeit können wir uns losreißen und gehen die Piers weiter ab. Wir finden noch ein U-Boot-Museum und daneben eine antike Spielhölle. Eigentlich ist es auch ein Museum ('Musée Mécanique'), aber die Teils wirklich skurrilen Münzautomaten (eine mechanische Opiumhöhle?!?) und die Arcade-Spiele (Marge Simpson in einem Beat'em up?!?) funktionieren alle noch und dürfen benutzt werden! Ein wirklich abgefahrener Laden!

    Danach sind wir recht hungrig und essen eine leckere Suppe im frischen Brotlaib, der direkt mit verspeist wird (Kelly hebt sich etwas für den nächsten Tag auf). Auf dem Heimweg gehen wir noch in zwei weitere abgefahrene Süßigkeitenläden, glücklicherweise sind wir satt und können den Versuchungen widerstehen 😅

    Im Hostel stelle ich dann fest, dass wir im Flur zwei Etagen über unserem Zimmer einen schönen Blick auf den Sonnenuntergang auf die Golden Gate Bridge haben, die in weiter Ferne zu sehen ist und bei der wir noch immer nicht waren!

    23.08.23 CABLE CARS 🚊 & GOLDEN BRIDGES 🌁
    Am letzten Tag in dieser Stadt, die uns wirklich gefällt, wollen wir noch dieses Touri-Event namens Cable Car mitnehmen. Auf zwei Strecken fahren sehr alte Straßenbahnen, die aufgrund der extremen Hügel ein ganz eigenes Erlebnis darstellen. Sie werden teilweise von Kabeln gezogen, die unterirdisch verlaufen. Um bessere Plätze zu ergattern, lassen wir eine Bahn fahren und warten zwanzig Minuten, was eine gute Entscheidung ist. So sitzen wir ganz vorne und können die verrückte Berg- und Talfahrt direkt erleben.

    Danach geht es mit dem Bus in Richtung und über die Golden Gate Bridge. Den Weg zurück möchten wir gerne laufen. Wir verlassen also kurzzeitig San Francisco (Achtung, anderer Busanbieter!), überqueren die Brücke und begeben uns bei schweißtreibenden Temperaturen zu dem nahegelegenen Aussichtspunkt. Imposant liegt die Brücke vor uns. Wir machen schöne Fotos, genießen die Aussicht. Dann machen wir uns auf den Rückweg. Ich muss sagen, die 1,6km Länge sieht man ihr aus der Ferne gar nicht an. 😅 Der Bau ist wirklich beeindruckend, und im Wasser können wir sogar noch jagende Seelöwen sehen.

    Auf der anderen Seite befindet sich ein großer Park. Wir laufen seitlich an ihm vorbei (es ist wirklich warm und wir langsam kaputt), kommen an einem kleinen See mit Pelikanen vorbei. Das letzte Ziel ist ein Yoda-Springbrunnen, der in der Nähe ist. Er ist kleiner als erwartet, quasi (Yoda-)lebensgroß, aber wirklich süß gemacht. Dahinter befindet sich ein Haus, welches öffentlich zu sein scheint. Ich betrete es, und vor mit steht ein R2D2. Weiter hinten weitere lebensgroße StarWars-Figuren, Vitrinen mit Laserschwerten und Sammelfiguren, Blastern, Fotos und Auszeichnungen - ich bin in der 'Lucasfilm-Lobby' gelandet. Begeistert schaue ich mir alles an, während Kelly draußen beim Brunnen eine Pause einlegt.

    Schließlich kommen wir beim Hotel an, in dem wir unsere Rucksäcke nach dem Checkout zwischengelagert haben. Als wir fragen, dürfen wir sogar noch einmal duschen. Als wir einige Zeit später jedoch zu unserem Bus müssen und die Rucksäcke aus dem verschlossenen Lagerraum holen wollen, ist der 24h-Tresen nicht besetzt, sodass ich schon leicht panisch mit den Hufen scharre, als der Mitarbeiter endlich wieder aus seiner Pause kommt! Wir nehmen wieder ein Uber und fahren zur Bushaltestelle, das Abenteuer namens Nachtfahrt erwartet uns: Es geht nach Los Angeles!
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  • Los Angeles ⭐️

    24.–27. Aug. 2023 in den USA ⋅ ☁️ 19 °C

    *Verfasst von Henne

    24.08.23 STARS, STREETART & 'SUPERFOOD'
    Es gibt ungefähr vier verschiedene Positionen, in einem Nachtbus ohne Schlafsitze zu schlummern. Keine davon geht länger als eine Stunde 😅 Dementsprechend malade kommen wir direkt mit dem Sonnenaufgang in Los Angeles an. Wir treten direkt auf die Sterne des Walk Of Fame, als wir den Bus verlassen, und alles fühlt sich irgendwie surreal an! Wir holen uns erst einmal einen (leider schlechten) Kaffee und befassen uns dann mit dem Öffisystem. App runterladen, Straßenseite wechseln, Haltestelle suchen, Straßenseite wieder wechseln, andere Haltestelle überprüfen, Bus besteigen, Appfehlermeldung dem Busfahrer zeigen und durchgewunken werden, alles fast wie immer 😄

    Das Hostel hat einen großen Gemeinschaftsbereich, rundherum sind die recht geräumigen Zimmer. Nach einer Frühstückspause machen wir uns auf und erkunden die Gegend. Direkt in der Nähe ist der Art District mit einer langen Straße (der Melrose Avenue) voller gesprühter und gezeichneter Kunstwerke. Wir laufen und schauen und staunen und machen viele Fotos. Die Straße ist relativ leer, so können wir uns in unserer Fotowut ungestört austoben. Es gibt auch wieder einige wundervolle Flügel, mit denen wir unsere Serie erweitern können. Wer hätte nicht gerne Pizza- oder Tacoflügel? 😏 (A.v. Kelly: die Melrose Ave ist die beliebteste Einkaufs- und Vergnügungsstraße in Los Angeles. Sie ist bekannt für ihre schicken Boutiquen, fancy Bars, angesagte Galerien und eben für die tolle Street Art - hier findet man die bekanntesten Wandgemälde LA's. So lockt sie täglich unzählige Touristen an und auch wir waren neugierig. Da wir vor Öffnung all der kleinen Läden schon vor Ort waren, waren die Straße noch sogut wie leer. Wir hatten einige tolle Stunden und viel Spaß beim Fotos machen 📸).
    Die Straße ist seeehr lang, irgendwann gehen wir wieder Richtung Norden zum Walk of Fame. Dort angekommen, ist der Blick nahezu permament nach unten gerichtet, nur hin und wieder unterbrochen von dem einen oder anderen Souvenirladenbesuch. So viele Namen, die wir kennen, und noch viel mehr unbekannte. ⭐️⭐️⭐️

    Den Abend verbringen wir ganz entspannt in einem Irish Pub, in dem American Football läuft, bei Happy-Hour-Getränken (2 für 1, wir haben also vier Bier vor uns stehen) und (vegetarischem) Burger und Pommes. Leider wird das unsere einzige Gelegenheit sein, amerikanischen Sport (auf ca. zwölf Monitoren) zu schauen, weil terminlich einfach nichts passt und wir leider in kein Stadion können.

    25.08.23 - GLITZA & PIZZA 🍕
    Heute wollen wir nach Beverly Hills - das Prunkviertel der 'Reichen und Schönen'. Wir setzen uns also wieder in den Bus und fahren ein paar Minuten, steigen dann an einem schönen kleinen Park aus, der fast direkt am Rodeo Drive liegt. Diesen gehen wir dann auch entlang. Hier liegen die teuersten Läden nebeneinander, die man sich nur vorstellen kann. Hin und wieder stehen extrem teuer aussehende Autos davor. In den Ladentüren stehen meist Securities, kräftige Männer, die einem unauffällig mustern, wenn man vorbei geht. Wir fühlen uns extrem underdressed und berufen uns auf unseren Status als Touristen, während wir hin und wieder durch die Fensterscheiben spähen. Am Ende der Straße ist ein langgezogener Hinterhof, in dem wir neben den Nobelläden einen Kunstshop finden. Die Preise dort haben es natürlich auch wieder in sich, aber der Verkäufer ist sehr nett und lässt uns umschauen und Fotos machen, weist uns nur darauf hin, dass wir den Rucksack bitte vor dem Bauch tragen sollen, damit wir nichts umstoßen. Die Kunst selber zeichnet sich oft durch organische und mechanische Elemente aus, als Beispiel große halbtransparente Engel mit Cyberpunk-Brillen und großen geschwungenen Hörnern (s. Bild).

    Wir gehen den Rodeo Drive auf der anderen Straßenseite zurück und erkunden danach eine dieser breiten Alleen mit hohen Palmen und eleganten Häusern, die man aus den Filmen kennt. Hübsche Parks und einen riesigen Metalldonut können wir ebenfalls entdecken (ich dachte auf Googlemaps, das ist ein Donutladen, nun gut 😅). So langsam haben wir Hunger, in der Nähe soll es einen tollen Pizzaladen geben. Er wirkt, als wir dort ankommen, eher unauffällig, klein und bescheiden, aber drin sitzt eine Gruppe italienisch sprechender Jugendlicher, die große Pizzen vor sich haben und die ital. Schlager, die hier laufen, laut mitsingen 😁 Wir bestellen also eine große Pizza, und Kelly filmt den Pizzabäcker beim Zubereiten. Sie schneidet anschließend direkt das Video, während wir warten, und zeigt es später dem Bäcker, der es wirklich gut findet und es nach einigen Tagen als Werbevideo auf seiner Instagramseite präsentieren wird! Die Pizza selber ist ein Gedicht, hauchdünn und voll mit gutem Belag und lecker Käse und wiiirklich groß! 😍 (A.v. Kelly: sie erinnert uns sehr an eine exzellente italienische Pizza aus Sizilien 🍕).

    Nach dieser tollen Pause führt uns unser Weg zum Griffith Observatory, einer Sternenwarte in den Hügeln von LA. Hier hat man nicht nur eine wundervolle Aussicht auf die Stadt, auch gibt es viele Infos über die Elemente, den Weltraum, und man kann sogar in Echtzeit Sonnenflecken beobachten. Hier sollte man auf jeden Fall ebenfalls gewesen sein, wenn man LA besucht!

    Als wir wieder im Hostel ankommen, steht das BBQ-Gruppenevent fast bevor. Mittlerweile kennt man auch schon ein paar Leute dort, sodass sich zu Gegrilltem (sogar vegetarischem!) und alkoholischen Mischgetränken auf Spendenbasis ein paar angenehme Gespräche ergeben. Anschließend fallen wir erschöpft in unser Doppelstockbett.

    26.08.23 SONNE, SAND & SKATEBOARDS
    Für heute ist ein Ausflug an die Küste vorgesehen - Zum Santa Monika Beach im Westen der Stadt. Co-Stars des heutigen Ausflugs sind Pauline und ihr Sohn Sid, die auch bei uns im Hostel untergekommen sind. Sie kommen aus Australien, Paulines Mann betreibt dort eine Farm. Am Vortag hat sie gefragt, ob sie sich uns anschließen können, was für uns natürlich voll klar geht. Jedoch wusste sie da noch nicht, worauf sie sich bei uns einlässt 😁 Wir gucken viel, lassen uns Zeit, erforschen und bestaunen eine Menge, sodass wir vielleicht eeetwas langsamer als der Durchschnitt unterwegs sind - aber dafür wenigstens noch zusätzlich weitere Strecken laufen! 😄

    Wir fahren ausnahmsweise mit dem Taxi zum Strand. Die erste Station ist der Santa Monica Pier. Er zeichnet sich durch folgendes aus: Sehr vielen Menschen, Musikern, (extremistischen) Bibelpredigern, einem Rummel, Futterbuden, Anglern, noch mehr Menschen, dem Ende der Route 66 und Straßenkünstlern (hier: Breakdancern). Die Menschenmassen überfordern uns hin und wieder etwas, und warum dort ein Rummel auf dem Wasser stehen muss, erschließt sich mir auch nicht ganz, aber das hindert uns nicht daran, alles in Ruhe anzugucken 😁
    Danach springen wir hinunter an den Strand - und Sid und ich direkt in die Wellen. Das Body-Wellenreiten beherrscht er noch nicht so ganz - enthusiastisch bringe ich es ihm bei. Pauline und Kelly sind heute nicht so plantschfreudig, sie sitzen am recht vollen Strand im Schatten und unterhalten sich. Obwohl ich ewig im salzigen Nass sein könnte, müssen wir irgendwann raus. Am Strandzugang gibt es sogar eine Dusche, die wir gerne nutzen. Danach wandern wir weiter in Richtung Venice Beach, vorbei an Souvenirständen und -shops, die echt abgefahrene Sachen haben (z.B. StarWars-Metallschweißfiguren u.ä.), hin zu einem Sport-Areal, in dem auch der 'Musclebeach' liegt. Die Pumper sind jedoch nicht aktiv, dafür die Streetballspieler und Rollschuhfahrer, und besonders hervorzuheben sind die Skater des Venice Beach Skate Parks. Hier gelinkt Kelly auch ein spektakuläres Bild eines der Athleten in der Luft. Pauline ächtst mittlerweile, das Laufpensum ist nicht ohne. Aaaaber ich möchte noch den Sonnenuntergang sehen, wenn man doch schonmal am Meer ist. Also wieder ab ans Wasser! 😁

    Danach sind wir auch fast durch, nur noch schnell die Venice Canals anschauen: In Standnähe sind Kanäle angelegt, über die man mit Hilfe romantischen Rundbrücken gelangt. Kleine Einfamilienhäuser sind in dem Viertel eingebettet, einige schön geschmückt. Auch hier könnte man noch sehr viel mehr Zeit verbringen, aber wir haben Hunger. Also zurück zur Hauptstraße, ein Uber gerufen, und zu einem Irish Pub gefahren. Jedoch kommen wir nicht rein, es ist eher eine Kneipe, Eintritt ab 21, und Sid ist noch viel zu jung dafür. Also landen wir in einer Pizzeria, die Werbung mit koscher Essen macht. Die Australierin Pauline amüsiert sich anschließend darüber, mit zwei Deutschen in einem jüdischen Pizzaladen gelandet zu sein. Passiert! 😅💁🏼

    Anschließend laufen wir zum Hostel, dies war ein langer Tag!

    27.08.23 BYE-BYE & BACKONTHEROAD
    Heute werden wir unseren Mietwagen abholen (endlich wieder Unabhängigkeit!), dafür benutzen wir wieder die Öffis und müssen eine Stunde fahren. Alles klappt problemlos, und wir machen uns auf, um den letzten Punkt auf der Liste abzuhaken: Dem Hollywood-Sign so nah wie möglich zu kommen! Wir fahren dazu immer weiter bergauf, begeben uns illegalerweise in ein Nur-Anwohner-Gebiet, stellen das Auto an der letzten Möglichkeit ab und laufen etwas. Man könnte noch näher kommen, aber dazu wäre eine zusätzliche Wanderung vonnöten - hierzu fehlt uns jedoch die Zeit. Wir wollen uns nämlich Richtung Las Vegas und Nationalparks aufmachen!

    Wir wissen, dass wir nur einen Bruchteil dessen gesehen haben, was diese Stadt bietet, und haben sie trotz der Kürze dennoch ins Herz geschlossen.
    ⭐️🌴🚘🌴⭐️
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  • Las Vegas 🎰🎲♥️

    27.–29. Aug. 2023 in den USA ⋅ 🌙 32 °C

    *Verfasst von Kelly, Anm.v.Henne

    27.08.23 EINE LANGE ANREISE & ALTE KUMPEL
    Wir kommen erst kurz vor Mitternacht in Las Vegas an, weil wir auf dem Weg noch einen alten Bekannten von Henne* getroffen haben. Ich bin bereits im Auto eingeschlafen und dementsprechend zermatscht stehe ich am Hotel Check In. Nur kurz die Formalitäten klären und dann ab ins Bett.

    *Anm.v.H.: Vor ziemlich genau 20 Jahren habe ich ein klassisches Multiplayer-Online-Rollenspiel (Tibia) gezockt, und da viele Leute kennen gelernt. Deutsche, Schweden, Mexikaner, Brasilianer, und auch Amerikaner. Einen habe ich sehr früh während der Zockzeit kennen gelernt, und wir sind sogenannte Ingame-Freunde geworden. Diese Person nun nach 20 Jahren tatsächlich zu treffen, erschien zuerst unwahrscheinlich, aber nur einige sehr wenige Stunden Umweg auf einer Weltreise haben dies möglich gemacht. Ich war zwar sehr aufgeregt, als das Treffen bevor stand, aber als Jaime und ich uns dann zur Begrüßung umarmten, war alles sehr entspannt. Bei einem Bier tauschten wir alte Anekdoten aus. Leider hatten wir nicht so viel Zeit, aber das war es alle Mal wert. Herzlich verabschiedeten wir uns von ihm und seiner Freundin und fuhren weiter.

    28.08.23 AUF DER SUCHE NACH FRÜHSTÜCK IM CASINO VERLAUFEN
    Am kommenden Tag stehen wir relativ früh auf, machen aber erstmal ganz gemütlich. Irgendwann bekommen wir Hunger, und machen uns auf die Suche nach einem Frühstückslokal. Vegas ist leider etwas verwinkelt aufgebaut, sodass uns das Navi einige Male in die falsche Richtung schickt und wir das bei Google Maps makierte Restaurant nicht finden. Wir landen stattdessen in einer Mall und machen erstmal ein paar Touri Bilder vor dem Vegas Sign. Als wir weiter reinlaufen, stehen wir im ersten Casino. Huch. Wir schauen uns ein wenig um, und nach 2h entscheiden wir uns schlussendlich für ein anderes Lokal, denn ich bin eindeutig am Verhungern. Um 14:30 Uhr gibt es dann endlich Pancakes mit Ahornsirup, kleine Kartoffelwürfel, Rührei und etwas Obst. Super lecker, aber auch gar nicht so günstig. Nach dem Frühstück erkunden wir weiter die Stadt und landen in wirklich verrückten Läden. In Vegas sind einige große Marken Zuhause, und so ist es auch nicht verwunderlich, dass vor dem Coca-Cola-Laden eine riiiesige Colaflasche steht und vor dem Hard Rock Café (in dem wirklich Rock läuft) eine riiiesige Gitarre. Irgendwie ist alles in Vegas einfach riesig groß 😅 Wir stöbern noch etwas im M&M's Laden und mopsen uns in der Selbstbedienungsecke jene Smarties, welche weggeschmissen werden. Viel zu schade, wie wir finden. Am Ende kaufen wir uns dann aber auch noch 2 Sorten - Peanutbutterfüllung (nicht so spektakulär) und Browniefüllung (ganz lecker). Der nächste Laden ist kein richtiger Laden, und ich werde nur wegen der gruseligen Figur am Eingangsbereich darauf aufmerksam, dass eine Rolltreppe nach unten führt. Unten angekommen, steht man neben weiteren Figuren und wird weitergeführt in einen Netflixverkaufsshop für die Serie "Stranger Things". Ich habe die Serie noch nicht gesehen und kann mit den Figuren und dem Merch dementsprechend wenig anfangen. Dafür ist Henne umso begeisterter. Ich mache einige Fotos von Henne mit den Gruselfiguren und begnüge mich selbst mit einem Plüschkissen mit lustig langen Gliedmaßen 😄 Danach ziehen wir weiter und landen in der nächsten Mall mit wirklich coolen Süßigkeiten-Läden von Reeses und Twizzlers, welche jeweils wirklich riesige Packungen ihrer Ware anbieten. Natürlich. Wir bleiben vor einer Vitrine mit Smorres Sandwiches und beeindruckenden Zuckerbomben stehen. Henne möchte mir 5€ geben, wenn ich 3 von einer Sorte schaffe. Ich steigere den Einsatz auf 50€ und überlege bestimmt 15 Minuten lang, ob ich die Wette eingehe. Ich bin mir sicher, dass ich es schaffe, denn ich hab schon wieder Hunger, aber vermutlich bin ich danach zu nichts mehr in der Lage, also entscheide ich mich dagegen. Wir gehen lieber Abendessen und treten dann den Rückweg zum Hotel an, um uns dort noch ins Casino zu setzen, denn bisher haben wir noch gar kein Geld auf den Kopf gehauen. Auf dem Weg kommen wir am Bellagio-Brunnen vorbei und schauen uns verschiedene Wasserspiele an, die wirklich beeindruckend sind. Der Rückweg gestaltet sich insgesamt als sehr viel länger als gedacht, wir sind doch ganz schön weit gelaufen. Als wir dann im Hotel ankommen, ist es bereits 1:30 am Morgen, und wir sind mächtig müde. Dennoch setzen wir uns noch an die Bar, Henne trinkt ein Bier und ich ein alkoholfreies Root Beer, welches wir durch einen Twizzlers schlürfen wie durch einen Strohhalm. Ich versuche, Henne zu motivieren, sich noch eine Spielkarte zu besorgen, um an einen Automaten zu gehen, aber er ist ebenso müde und hat keine Lust mehr. Also gehen wir ins Bett, ohne an einem einzigen Automaten gespielt zu haben. Ob wir nun in die Spielhölle kommen? 🤭 Dennoch hatten wir einen aufregenden Tag. Die Video-Zusammenfassung findet ihr in der Bildergalerie :)

    29.08.23 PORRIDGE AUS DEM VOLLAUTOMATEN
    Heute startet der Tag mit Gewinnerfrühstück. Wir haben eine kleine Kaffeemaschine im Zimmer, und nachdem der Kaffee fertig ist, lassen wir heißes Wasser durchlaufen und machen uns warmes Porridge 😅👌🏽 im Anschluss an das Frühstück packen wir unsere Sachen zusammen und steigen wieder ins Auto. Damit ist unser Abstecher nach Vegas auch schon wieder vorbei. Auf geht's zum nächsten Ziel - dem Sand Hollow State Park. So richtig viel können wir uns darunter noch nicht vorstellen, aber es liegt auf der Strecke und klingt vielversprechend.
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  • Sand Hollow State Park

    29.–30. Aug. 2023 in den USA ⋅ ☀️ 41 °C

    *Verfasst von Kelly

    Nach einem Lebensmitteleinkauf fürs Camping sind wir zum Sand Hollow State Park gefahren. Die haben einen großen wunderschönen See, und das ist bei diesen Temperaturen wirklich gold wert. Dort angekommen, ist es dann eine Stunde später als geplant, weil wir mal wieder eine Zeitverschiebung hatten. Wir fragen also, ob Camping mit Zelt möglich ist, und fahren kurz darauf in den Park auf der Suche nach einem geeigneten Plätzchen. Der Park ist wirklich groß, und so fahren wir einige Minuten um den See, um zu den Campgrounds für Zelte zu gelangen. Beim Primitive Camping gibt es sogar mittelgroße Büsche und kleine Bäume, die Schatten spenden. Alles direkt am Wasser gelegen. Sieht ja schon mal gut aus. Wir entscheiden uns, den restlichen Park noch anzugucken, bevor wir unser Zelt aufschlagen. Henne möchte gern den Weg verlassen um sich eine Hütte anzuschauen. Ich bin dagegen, weil es aussieht wie ein Klohäuschen, aber wir fahren dennoch hin, denn der Fahrer hat das letzte Wort. Zu unserer großen Überraschung handelt es sich um ein Klohäuschen. Wir genießen die spektakuläre Aussicht aus der Nähe und fahren weiter auf einen unbefestigten Sandweg. Soweit so blöd ohne Allrad. Wir werden beide nervös, aber statt zurückzusetzen, fährt Henne weiter und wir hoffen inständig... zu spät - wir stecken fest. Die paar kläglichen Versuche, Äste unter die Räder zu legen und nach festerem Sand zu buddeln enden erfolglos. Die Räder drehen trotz aller Versuche durch und wir bewegen uns keinen Millimeter. Ich bin stinksauer ob unserer misslichen Lage und fange aufgrund mangelnder Alternativen erstmal an, diesen Bericht zu schreiben 😅 Henne ist derweil unterwegs und sucht jemanden, der uns aus dem Schlamassel befreien kann. Tatsächlich taucht nach wenigen Minuten ein großer Jeep im Rückspiegel auf und nährt sich langsam. Als er genau hinter mir steht, bleibt er stehen und ein Henne steigt aus dem Auto, gefolgt von einem Mexikaner, der sich sofort fachmännisch daran macht, ein Abschleppseil an beide Autos zu befestigen. Und dann geht's auch schon los - ich sitze am Steuer und Henne gibt mir Anweisungen, wie viel Gas ich geben soll. Einmal gebe ich zuviel Gas und muss abrupt bremsen, als der Jepp etwas zu schnell näher kommt. Leider gibt dieser in diesem Moment selbst Gas, sodass das Seil zu sehr spannt und reißt. Mist... zum Glück sind wir zu diesem Zeitpunkt schon so weit, dass wir den Rest allein schaffen. Der Mexikaner verabschiedet sich wortkarg und fährt davon. Da ich genug von Hennes Ausflugswut habe, bleibe ich direkt am Steuer sitzen und fahre uns flink wieder auf die asphaltierte Straße, nur um dann nochmal umzukehren, um dem netten Mexikaner zu danken und ihm etwas Geld anzubieten (immerhin hatte ich sein Seil zerstört, und das konnte ich nicht so selbstverständlich auf mir sitzen lassen). Leider sprach er quasi kein Englisch und unser Spanisch reichte nicht aus, um uns ausführlich zu bedanken. Die Geste mit dem Geld verstand er aber und winkte ab. Wir bedankten uns noch einmal und zogen wieder ab. Wir fuhren zurück zum ersten Zeltplatz und stellten unser Zelt wenige Meter vom Wasser auf. Leider war mittlerweile die Sonne untergegangen, und so ging Henne nur fix nochmal ins Wasser, bevor es dann Abendessen gab. Auf den Salat freute ich mich schon den ganzen Tag 😁 wir setzen und also an den Tisch, aßen und plötzlich nahm ich nah neben mir im Halbdunkeln eine Bewegung wahr. Ich schaute in die Richtung und erschrak lautstark. Durch den spitzen Schrei, der mir entfuhr, erschrak der Waschbär, der sich neben mir auf die Hinterbeine gestellt hatte, um besser unser Abendessen zu inspizieren, ebenso, und ergriff die Flucht. Henne amüsierte sich köstlich, während ich mich fortwährend beim Waschbären entschuldigte, dass ich ihn verscheucht hatte (der war natürlich bereits über alle Berge und konnte mich nicht mehr hören). Der Rest des Abendessens verlief ohne weiteren tierischen Besuch. Nach dem Essen machten wir noch ein paar Bilder vom aufgegangen Vollmond und der hellen Wüste und fielen bald darauf ins Bett. Genug Aufregung für einen Tag 😄

    Am nächsten Morgen stand ich auf und ging erstmal eine Runde schwimmen. Sowas Herrliches wie einen See vor dem Zelt musste man ja ausnutzen. Danach packten wir unsere Sache zusammen und fuhren weiter 🌞

    Anm.v.Henne:
    Die Fahrt zu dem Camping Ground habe ich in besonderer Erinnerung behalten. Als wir Tage zuvor in Vegas angekommen sind, was es dunkel - nun fahren wir im Hellen und können die Aussicht genießen. Nach einiger Zeit ändert sich auch die Natur, und zu der kargen Wüste kommen sehr bunt aussehende Felsformationen bzw. Berge dazu, die mich zutiefst beeindrucken. Man kann die unterschiedlichen Sedimentschichten erkennen, von braun über rosa zu schwarz ist alles dabei. Irgendwann fahren wir auch durch eine in den Canyon gehauene Straße. Der Stein ist so rot, dass alles in komplett surreal rotes Licht getaucht wird und man sich wie in einer anderen Welt vorkommt. Mit offenem Mund bestaune ich die bunte Gesteinswelt, konzentriere mich aber natürlich weitestgehend auf den Verkehr 😅
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  • Grafton Ghost Town & Ponderosa Ranch

    30. August 2023 in den USA ⋅ ☀️ 28 °C

    *Verfasst von Kelly

    Auf dem Weg nach Oderville, wo unser nächstes Ziel liegt, legen wir noch einen Zwischenstopp in einer Geisterstadt ein. Im Jahre 1859 haben sich fünf Familien ca. eine Meile vom jetzigen Standort niedergelassen. 1862 wurde die kleine Stadt allerdings durch eine Flut zerstört, und sie zogen weiter zu eben diesem Ort, wo sich Grafton nun befindet. 1864 haben hier 164 Menschen gelebt, bis 1866 das große Unglück über die Stadt hereinbrach und jede Menge Menschen aus unterschiedlichsten Gründen starben. Einige verstarben aufgrund von Krankheit wie Tuberkulose oder Diphtherie, eine Familie wurde von den Navajos umgebracht, zwei Jugendliche kamen um, als eine Brücke unter ihnen zerbrach und ein Junge wurde von einem Pferd totgetreten. Das Dorf dachte, dass es verflucht worden sei vom lieben Gott. (Anm.v.Henne: Funfact: Es waren Mormonen!)

    Heute stehen hier nur noch die zum Teil restaurierten Häuser der Stadt, und einige Infoschilder machen auf die Geschichte aufmerksam. In einige Häuser können wir sogar reingehen. Die Deckenhöhe ist kaum höher als wir selbst es sind, und wenn wir von einem Raum zum nächsten gehen, müssen wir uns ducken und aufpassen, dass wir uns die Köpfe nicht stoßen. Die Menschen waren wohl seeehr viel kleiner damals 😅
    Auf dem angrenzenden Friedhof sind außerdem über 70 Gräber zu sehen und ein Schild über dieses verfluchte Jahr 1866.

    Im Anschluss fahren wir weiter Richtung Unterkunft, auf dessen Weg der Zion Nationalpark liegt. Da es noch früh ist, halten wir, um uns einen ersten Überblick für den kommenden Tag zu verschaffen. Wir schauen uns den Merch im Besuchercenter an und fahren mit dem kostenlosen Shuttlebus. Dadurch können wir uns die Strecke anschauen und überlegen, wo wir am nächsten Tag wandern gehen wollen. An der Endstation steigen wir aus und laufen zum angrenzenden Fluss. Baden ist nicht erlaubt, aber die Füße können wir uns trotzdem kurz kühlen. Schön hier! Wir ziehen unsere Schuhe wieder an und machen uns mit Vorfreude auf den nächsten Tag auf den Rückweg.

    Weiter geht's zum Zion Ponderosa Ranch Resort, wo wir einen alten Wagen als Unterkunft gebucht hatten. Heute steht nämlich Glamping auf dem Programm. Dort angekommen, werden wir freundlich begrüßt und sitzen bald darauf in unserer neuen Behausung. Der Wagen ist sehr geräumig, und so hätten neben uns noch vier weitere Leute Platz. Zudem gibt es einen kleinen Kühlschrank, Steckdosen und an jeder Seite vom Doppelbett eine Nachtlampe. Was vor wenigen Wochen noch selbstverständlich war, ist für uns nun schon ziemlich luxuriös. Verrückt, wie man seine Ansprüche herunterschraubt, wenn man sich nächtelang ein kleines Zelt teilt und nur Plumpsklos zur Verfügung stehen 😅 Wir schauen uns den Rest vom Gelände an und sind begeistert. Das Gelände ist sehr groß, es gibt einen Pool mit Rutschen, einen Tennisplatz, etwas weiter entfernt sieht man Pferde, es gibt Waschmaschinen und ein Restaurant. Wahnsinn. In Anbretracht dessen, dass es die vergangenen Tage meist nur kaltes Essen aus der Dose gab, gönnen wir uns einen Besuch im Restaurant und essen beide einen Veggieburger mit Pommes. Zum Nachtisch gibt es eine riesige Portion Eis 😍 Nach dem Essen fallen wir satt und glücklich ins Bett und schauen noch ein paar Folgen 'Stranger Things'.
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  • Zion Nationalpark 🏞🌞💸

    31. Aug.–1. Sept. 2023 in den USA ⋅ ☀️ 25 °C

    * Verfasst von Kelly

    31.08.23 - ZION NATIONALPARK
    Der neue Tag startet mit einem wirklich tollen Frühstücksbuffet. Es gibt Kaffee, Saft, Brötchen und kleines Gebäck, Marmelade, Peanut Butter, Frischkäse, Obst und verschiedene Cornflakes. Wir sind im Frühstückshimmel. Bisher gab es nämlich nur Porridgetüten und Toast in den Unterkünften, dementsprechend happy sind wir über die Auswahl. Wir essen, bis absolut nichts mehr geht, und rollen dann zurück ins Zimmer 😅 Während des Essens haben wir uns dafür entschieden, eine Nacht länger zu bleiben, weil wir es so schön finden. Leider ist der Wagen schon anderweitig gebucht, sodass wir unsere Sachen ins Auto schaffen müssen, um später in ein anderes Zimmer umzuziehen. Nachdem alles fertig gepackt ist und wir ausgecheckt haben, machen wir uns auf den Weg zum Zion Nationalpark.

    Dort angekommen, wissen wir bereits, was wir vorhaben, und fahren mit dem Shuttlebus vom Besuchercenter zu unserer ersten Station 'The Grotto'. Hier soll es eigentlich eine Grotte geben, die wir allerdings vergeblich suchen und nach einer Weile aufgeben. Stattdessen begeben wir uns auf den 3,2km langen Kayenta Trail. Nach ca. 1h Bergauf-Laufen erreichen wir dann endlich unser erstes Ziel - den Upper Emerald Lake. Durch das bergauf laufen und die Hitze bin ich rot wie eine Tomate und muss mich erstmal ausruhen 😅
    Nach einer 15-minütigen Rast setzen wir unseren Weg fort.

    Auf dem Rückweg vom Upper Lake sehen wir, wie andere Wanderer vor uns aufgeregt ihr Handy zücken und anfangen, die Büsche zu filmen. Ein eindeutiger Hinweis auf Wildtiere. Wir nähren uns langsam, unsere Handykameras bereits eingeschaltet, und sehen plötzlich ein Reh, welches doch recht nah am Weg durch die Büsche läuft. Ein wunderschönes Tier. Und es ist nicht allein, denn es ist in Begleitung eines Rehkitz'. Anders als seine Mum wirkt es sehr scheu und schaut ein wenig eingeschüchtert zu uns und den vielen anderen filmenden Touris rüber, während es versucht, Schritt zu halten. Es scheint noch nicht vollends in die Filmstarrolle hereingewachsen zu sein. Alle umstehenden halten respektvollen Abstand, sind aber angesichts der kleinen Familie ebenso aufgeregt wie wir. Wunderbar, diese Natur 😍 Nachdem Mutter und Kind weitergelaufen sind, laufen auch wir weiter.

    Wir entscheiden uns gegen den tiefer liegenden See und laufen stattdessen eine Strecke entlang, bei der wir uns nicht sicher sind, ob wir wieder beim Startpunkt ankommen, denn die Brücke am Ende des Trails ist gesperrt. Wir lassen uns von dieser Tatsache nicht beirren, und nach einem kurzen Plausch mit anderen Wanderern, die diesen Weg ebenso laufen, folgen wir ihnen. Von unserem Weg haben wir eine tolle Aussicht ins Tal und können sogar ein paar Hörnchen beobachten 🐿 und zu meinem großen Glück finde ich $20. Ich freu mich riesig 😁 kurz bevor wir unten ankommen, treffen wir auf einen jungen Mann, der ziemlich außer Atem ist. Henne bietet ihm Wasser an, und er nimmt es dankend an. Während wir Wasser aus unserer in seine Flasche umfüllen, erzählt er uns, dass die Brücke zwar gesperrt sei, man aber neben der Brücke nach einer Stelle schauen kann, wo das Wasser etwas flacher ist, sodass man durchlaufen kann. Gesagt, getan. Wir verabschieden uns von dem immer noch sehr dankbaren Wanderer und suchen uns unten eine gute Stelle, wo die Strömung überschaubar ist. Wir finden auch relativ schnell eine, ziehen die Schuhe aus, krempeln die Hosen hoch und ab geht's ins kühle Nass. Der Fluss ist sehr kalt, was angesichts der heißen Temperaturen eine Wohltat für unsere Füße ist. Nachdem wir beide den Fluss passiert haben, geht es rüber zum Zion Lodge Restaurant, in dem wir beide noch ein Bier trinken. Bezahlt von den gefundenen $20. Danke, lieber Zion ⛰️🍻 Im Anschluss sind wir ziemlich kaputt und fahren wir mit dem Bus zurück zum Besuchercenter, und von da aus zurück zum Resort. Den Abend lassen wir entspannt am Pool ausklingen. Wir erfreuen uns daran allein zu sein und probieren beide gleich mal die Rutsche aus, welche schneller ist, als sie aussieht 😅 Wir beobachten vom Pool aus einen wirklich tollen Sonnenuntergang und ziehen uns bald darauf zurück in unser neues Domizil - eine wirklich gemütlich eingerichtete Blockhütte.

    01.09.23 ABREISE - AUF ZUM NÄCHSTEN NATIONALPARK
    Tags darauf machen wir uns fix fertig und machen uns auf zur Rezeption. Dort möchten wir tatsächlich gern noch eine Nacht verlängern (ihr könnt euch nicht vorstellen, wie gemütlich dieses Resort ist 😄). Leider ist am Wochenende der Labor Day - ein Feiertag-, und das bedeutet, dass die Preise für das Zimmer 3x so hoch wären wie normal. Nicht nur wir, sondern auch die Rezeptionistin ist entsetzt und fragt ihren Kollegen, ob der Preis so stimmt. Leider ja.. $120 pro Nacht ist einfach zu hoch für uns. Traurig laufen wir zum Frühstück und essen beide gefühlt noch mehr als am Tag zuvor, um das Buffet nochmal vollends auszunutzen. Ein paar Kleinigkeiten wie Obst und Gebäck packen wir uns für später ein 🤫 Nachdem wir uns eine neue Unterkunft rausgesucht haben, was gar nicht so einfach war, denn alle waren aufgrund des Feiertags plötzlich überteuert, checken wir an unserem neuen Lieblingsort aus. Wir haben es zwar leider nicht geschafft Tennis zu spielen, freuen uns aber dennoch aufs neue Abenteuer 🤗
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  • Weltuntergang & schmutzige Hörnchen 🌧🐿

    1.–3. Sept. 2023 in den USA ⋅ ☁️ 15 °C

    *Verfasst von Kelly

    01.09.23 EINCHECKEN IM MOTEL
    Am Nachmittag kommen wir im Hatch Station Motel an, wo wir die kommenden zwei Nächte übernachten werden. Außer einem Bett und einem kleinen Tisch hat der Raum nicht viel zu bieten. Da wir heute nichts weiter vorhaben, legen wir uns erstmal aufs Bett, ruhen uns aus und nutzen die Zeit für Social Media und zum Berichte schreiben. Später gehen wir noch fix ein paar Kleinigkeiten fürs Abendessen einkaufen und machen uns einen gemütlichen Abend mit Netflix.

    02.09.23 BRYCE NATIONALPARK
    Am kommenden Tag fahren wir früh los zum Bryce Canyon Nationalpark. Dort angekommen, schauen wir uns erstmal im Souvenirshop um, der neben viel Nippes auch ein paar tolle Infos zum Bryce Canyon und dessen Entstehung bietet. Im Anschluss machen wir uns einen Plan, welche Wanderwege es so gibt, und entscheiden uns, den Shuttlebus zu nehmen. Am etwas abseits gelegenenen Bryce Point steigen wir aus, wo dann auch unsere erste Wanderung startet. Wir laufen oben auf dem Canyon den Rim Trail entlang und haben so eine atemberaubende Aussicht auf die verschiedenfarbigen zerklüfteten Sandsteinnadeln (auch Hoodos genannt), die vor 70 Millionen Jahren durch ketonische Kräfte entstanden sind. Die Erosion (Kräfte von Wasser, Frost und Wind) schreitet auch heute noch weiter voran, so dass sich der Park von Jahr zu Jahr leicht verändert. Wir sind derart eingenommen von diesem Wunder der Natur, dass wir nur sehr langsam voran kommen, weil wir so viele Fotos machen* 😅 Nach laaangen 2,4km kommen wir dann beim Inspiration Point an, einem hübschen Aussichtspunkt, von dem man einen tollen Blick auf das Amphitheater hat. Im Anschluss geht's weiter zum Navajo Loop Trail, der mit der sehr beeindruckend anzusehenden Wall Street startet. Ein Weg, der eigentlich nur aus Kurven besteht. Wir stehen oben und machen witzige Zeitrafferaufnahmen von den Menschen, die sich wie Ameisen die Wall Street enlangbewegen. Im Anschluss wandern wir natürlich selbst auch noch herunter und finden uns im Lower Loop wieder, einer Schlucht, in der man geradezu verloren geht, weil sich die Wände des Canyon so hoch über einem aufbauen, dass man beim Hochschauen nur einen Spalt blauen Himmel erblickt. Wir treffen auf einige Hörnchen, welche alle gerade zu Mittag essen und schwer beschäftigt wirken 😄 Beim Weiterlaufen entdeckt Henne dann ein Hörnchen, welches vollkommen mit Lehm bedeckt ist. Wir amüsieren uns und fotografieren das Tierchen mit den sehr dicken Backen bestimmt zehn Minuten lang, bis es plötzlich anfängt zu würgen und unzählige kleine Körner aus seinem Mund purzeln. Nachdem die Backen leer sind und es sich kurz etwas geputzt hat (ohne nennenswerten Erfolg), hat es das Hörnchen plötzlich sehr eilig wegzukommen und rennt zügig davon. Wir schauen ihm lachend hinterher und freuen uns über diese Entdeckung.

    Während wir Fotos gemacht haben, hat der Wind etwas aufgefrischt, und nun fängt es tatsächlich an zu tröpfeln. Innerhalb weniger Minuten nimmt der Regen allerdings rapide zu, und wir beeilen uns, die andere Seite des Loops wieder nach oben zu laufen. Uns wird schnell bewusst, dass wir keine Chance haben, rechtzeitig oben anzukommen, also stellen wir uns unter einen Felsvorsprung, der ein gutes Dach abgibt und den gröbsten Regen abhält. Als es noch doller regnet und das Wasser anfängt, in Strömen den Berg herunterzulaufen, setzen wir uns auf die Felsen und bringen so unsere Schuhe noch in Sicherheit. Durch die Erosion fallen einige Steine herunter, und Henne wird von einem solchen herunterfallenden Stein getroffen, hat aber großes Glück, dass sein Regencape den Aufprall größtenteils abfängt. Wie die Hühner auf der Stange sitzen wir nun auf dem Felsen und werden von einigen komplett durchnässten vorbeilaufenden Wanderern beäugt. Während einige amüsiert reagieren und kurz bei uns stehenbleiben, schauen andere eher sehr neidisch und laufen schnurstracks an uns vorbei. Wir hatten wirklich großes Glück, und als der Regen nach einer Viertelstunde nachlässt, klettern wir vom Felsen und setzen unsere Wanderung fort. Es haben sich viele kleine Bäche und Seen auf dem Weg gebildet, die den Boden sehr rutschig machen, und so gestaltet sich das Hochlaufen etwas schwieriger als vorher. Nachdem ich dann in einen riesigen Haufen weichen Lehms gestapft bin und mein Schuh sowie meine weiße Socke komplett durchnässt sind, kommen wir etwas nasser als erwartet - aber um eine wirklich beeindruckende Erfahrung reicher - wieder oben an. Dort machen wir dann noch ein paar Bilder von 'Thor's Hammer' und treffen auf eine Frau, welche ziemlich doll weint. Wir erkundigen uns, ob sie okay ist, und sie erzählt, dass das nur die Anspannung ist, die von ihr abfällt. Sie war während des Gewitters auch in der Schlucht, und die Sturzbäche sowie die herabfallenden Steine haben sie schon ziemlich verängstigt, sodass sie nun sehr froh war, dass alles vorbei ist. Wow.. Wir sind erstaunt, wie unterschiedlich Menschen solche Situationen wahrnehmen und verarbeiten. Wir waren zwar auch aufgeregt, und der herunterfallende Stein hätte Henne auch ungünstiger treffen und verletzen können, aber Angst hatten wir tatsächlich zu keiner Zeit. Wir wünschen der jungen Frau alles Gute, erfreuen uns noch kurz an dem Blue Jay, der neugierig an uns vorbeihüpft, und fahren dann vom Sunset Point mit dem Bus zurück zum Souvenirshop. Was für eine Wanderung! Sehr viel aufregender als am Morgen gedacht 😅

    Zurück im Motel gibt es dann erstmal leckeres Abendessen - Dosenspagetti in Tomatensauce mit Dosengemüse 🍝🫛🥕 durchaus leckerer als es klingt 😅

    *Am Ende der Tour habe ich 634 Bilder gemacht. Mit kam das während der Tour absolut notwenig vor. Im Nachhinein muss ich darüber lachen, weil sich so viele Fotos so ähneln und es vermutlich auch die Hälfte der Bilder gemacht hätte 😅
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  • Horseshoe Bend 🧲

    3.–4. Sept. 2023 in den USA ⋅ ☀️ 30 °C

    *Verfasst von Henne

    03.09.23 SANDIGE DÜNEN & HEIßE KURVEN
    Als wir unterwegs sind, fällt mir am Straßenrand ein Wegweisschild auf: 'Coral Pink Sand Dunes'. Wir fahren weiter, aber insgeheim ärgere ich mich, das klingt schon irgendwie abgefahren. Als ich kurze Zeit später eine zweite Chance zur Abfahrt bekomme, nutze ich sie! Wir fahren eine sehr hügelige Straße entlang, den Blick auf die Uhr, weil wir noch etwas vorhaben, dazu später mehr. Ich hoffe, dass wir schnell ankommen, und übersehe dadurch ein zwischen Hügeln und genau im Schatten eines Baumes gelegene große Schlagloch, dass seine Wurzeln rausgerissen haben. Durch die blendende Wüstensonne kann ich es kaum erkennen, reagiere aber noch, wenn auch zu spät - es rummst ordentlich, aber glücklicherweise passiert dem Auto nichts.

    Die Dünen selber sind in einem Nationalpark gelegen, doch ich will nur einen kurzen Blick hinein werfen. Wir halten also etwas vor dem Eingang und laufen einfach über die Straße, sind dann auch schon direkt in der Wüste. Ich hätte sie mir etwas farbenfroher vorgestellt, aber vielleicht braucht man dazu Abend- oder Morgensonne, damit sie voll zur Geltung kommen. Beeindruckend ist es dennoch, weil die Wüsten hier eigentlich steiniger sind, und wir nun riesige Sanddünen sehen. Die großen am Horizont haben leider dicke Trikespuren, was das Flair etwas verunstaltet. Aber so weit wollen wir eh nicht gehen. Wir wandern noch ein paar Meter, beschauen uns die Natur (hier wachsen sogar ein paar Bäume) und machen uns auf den Rückweg zum Auto. Ich entdecke noch eine kleine sehr schnell rennende Gottesanbeterin, dann fahren wir weiter.

    Wir forschen, was man hier in dieser Ecke noch alles so Tolles machen kann. Der Antelope Canyon soll spektakulär sein, geschwungene tunnelartige Gesteinsformationen mit wunderschönem Lichtspiel. Allerdings befindet sich dieser auf Navajo-Land und ist damit nicht im Nationalpark-Pass inbegriffen- und die Navajos lassen sich die Natur gut bezahlen. 100 Dollar pro Person für eine Drei-Stunden-Tour würde unser Budget dann doch sprengen, daher verzichten wir schweren Herzens (und auch ein bisschen entrüstet) und fahren weiter.

    In der Nähe soll es kostenlos zu besichtigende versteinerte Dinosaurierspuren geben. Ich bin begeistert, aber hier ernüchtert mich Googlemaps schnell: Zwei oder drei Versteinerungen, dafür 'gratis' Touren mit ordentlich gefordertem freiwilligem Trinkgeld der eher unwissenden, dafür umso aufdringlicheren Local Guides. Gibt man unter 20 Dollar, wird man wüst beschimpft, auch das Auto steht dann vielleicht etwas unsicher auf dem Parkplatz. Nein danke, dem wollen wir uns nicht aussetzen und lieber unsere gute Laune behalten 😎

    Es geht also zur direkt in der Nähe gelegenen Horseshoe-Bend (Hufeisen-Kurve), die quasi gratis ist. Der Parkplatz kostet seit 2019 zehn Dollar, das entspricht sozusagen dem Eintrittsgeld und ist eine überschaubare Summe, wie wir finden. Die Einnahmen werden für Sicherheits- und Instandhaltungsmaßnahmen der Attraktion genutzt und direkt von der Stadt Page verwaltet. Wir gehen los, es ist heiß. Sehr heiß. Ein sandiger ausgetretener Weg, auf dem sich die Touristen sammeln, führt in weiten Kurven und nur wenigen schattigen Plätzchen zum Höhepunkt: Der Aussichtsplattform der Horseshoe-Bend, von der man auf den Colorado-River schauen kann, der sich 300 Meter in den Boden gefressen hat! Die Aussicht ist wirklich beeindruckend, die Tiefe schwindelerregend. Boote sehen aus wie Spielzeug, Raben nutzen die Aufwinde für elegante Gleitflüge. Rundherum werden Fotos geschossen, auch neben der Plattform (ungesichterter Bereich), aber alle helfen sich gegenseitig und übernehmen das Fotografieren. Weiter hinten entdecken wir eine Art großen Felsvorsprung, und wir beschließen, den Touristrom zu verlassen, die Kurve etwas weiter zu gehen und die Felsformation zu erkunden. Der Aufstieg hier ist recht ungefährlich, wenn auch vielleicht etwas mühsam, und oben auf der Spitze ist nur ein japanisches Pärchen, das gerade geht, als wir kommen. Ich bedanke mich (auf japanisch 😁), dann haben wir das ganze Areal für uns. Kelly legt sich entspannt auf den flachen Fels, und wir genießen die Aussicht und die Sonne. Die Idylle haben wir für vielleicht 15 Minuten, dann kommen wieder ein paar Touris, die natürlich auch noch den Stein laut kratzend mit ihren Initialen verunstalten, so dumm! Uns reicht es aber sowieso langsam (erwähnte ich bereits die Hitze?), sodass wir uns auf den Weg zur Unterkunft machen.

    Diese liegt direkt in Page am Lake Powell und hat das luxuriöseste Zimmer, das wir bisher hatten. Zwei große Doppelbetten in einem sehr großen Zimmer, Kühlschrank mit Tiefkühler, Klo mit Senkdeckel und sogar kleine Shampoofläschchen 🤗 Wir sind schwer begeistert. Direkt gegenüber der anderen Straßenseite ist ein großer Supermarkt, wir gönnen uns ausnahmsweise mal wieder ein Ben&Jerry's - hier gibt es ausgefallene Sorten. Churros ist mein persönlicher Favorit 🫠 So lassen wir den Abend mit Eis und Serie ausklingen, während wir uns in den großen Betten ausstrecken. Übrigens hatten wir uns für ein Hotel entschieden, weil es zu heiß zum Zelten war 😅

    04.09.23 MORGENDLICHE WAFFELORGIE
    Das Hotelzimmer war auch inklusive Frühstück, es gibt also die obligatorischen Oats und Cornflakes sowie, nun haltet Euch fest, Waffeln zum Selbermachen! Dazu muss man kleine Kännchen füllen und diese dann in Formen gießen. Diese zuklappen und wenden, das ganze Waffeleisen ist drehbar! Dann erst beginnt auch der Countdown zu zählen. Viel zu satt beenden wir dann irgendwann die Frühstücksorgie, natürlich nicht ohne uns vorher noch Wegwaffeln zu machen ☺️ Gut vorbereitet wollen wir den nächsten Nationalpark besuchen: Den weltberühmten Grand Canyon!
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  • Der berühmte Grand Canyon

    4.–5. Sept. 2023 in den USA ⋅ ☀️ 20 °C

    *Verfasst von Henne

    04.09.23 - Rote Schluchten, bunte Steine und schwarze Vögel

    Wir verlassen unser edles B&B in Page und machen uns auf den Weg zum Grand Canyon. Als wir durch die Wüste fahren, sehen wir einen kleinen Mini-Tornado, oder eher eine Sand-Windhose, die sich jedoch bereits auflöst, während wir vorbei fahren. Schön anzusehen ist es dennoch!

    Das Besucherzentrum des Nationalparks liegt südlich des Canyons, wir kommen von Nordosten. Sprich: Wir fahren zuerst eine Weile in etwas Entfernung um den Canyon herum. Er ist etwa 450km lang, wovon 350km in dem Park liegen. Man kann zuvor schon an einigen Punkten anlanden, was wir auch direkt machen. Der 'Desert View Watch Tower' ist ein alter Aussichtsturm, den man besteigen kann, direkt am "Zipfel" des Canyons. Dies ist kostenlos, allerdings mit Wartezeit verbunden. Nach einer kurzen Überlegepause entscheiden wir uns dagegen, die Sicht ist von den Plattformen am Rand des Canyons so auch schon beeindruckend genug. Weit vor uns erstreckt sich Tiefe, die Aussicht ist beeindruckend. Wie abgeschnitten wirkt die Steinkante, der Canyon selber ist so tief und weitläufig, dass man es gar nicht richtig erfassen kann! Rötlich und braun leuchtet der Stein, hin und wieder mit grünen Sprenkeln, irgendwo in weiter Ferne kann man das Band des Colorado-Flusses erkennen, der vor ca. 65 oder 70 Millionen Jahren angefangen hat, den Grand Canyon zu formen und sich langsam durch die Gesteinsschichten zu fressen. Wir lassen das Bild auf uns wirken und fahren dann weiter, wir haben es ja gerade mal bis zur unteren Ecke geschafft. Unterwegs halten wir noch an ein zwei weiteren Punkten, bevor wir den großen 'offiziellen' Parkplatz erreichen, an dem auch wieder ein großes Rangerhäuschen bzw die Infohalle mit Souvenirshop steht. Wir drehen wieder eine Runde, füllen unser Wasser auf, machen uns mit den Begebenheiten bekannt und starten die Tour. Wie auch schon im Zion-NP kommt man hier wieder nur mit Bussen weiter, was wir persönlich wirklich gut finden, weil es die örtliche Natur enormst entlastet und man sich auch nicht mit Parkplatzsuche oder unangenehmen Strecken auseinandersetzen muss. Die Busse sind wie immer kostenlos und kommen in akzeptablen Intervallen und beinhalten das Hop-On-Hop-Off-Prinzip, man kann also an den festgelegten Stationen immer dazu- oder aussteigen. Wir entscheiden uns zu einer weiten Tour (mit Buslinien-Wechsel) bis zum Ende der Route und wieder zurück bis zu einer Station, von der man wieder gut zum Parkplatz laufen kann.

    Der Plan geht auch gut auf. Wir nehmen Eindrücke auf der Fahrt mit, auch wenn die Sicht nicht immer die beste ist, aber alles würden wir heute sowieso nicht schaffen. An der Station 'Bright Angel Trailhead' steigen wir aus und laufen zu Fuß weiter. Der Weg geht oft genau an der Kante lang, sodass man jederzeit eine wundervolle Aussicht hat. Unterwegs beginnt auch der 'Travel of time', der Zeitreiseweg, bei dem ein großer Schritt eine Million Jahre entspricht. Um das Ganze zu veranschaulichen, sind am Wegesrand die jeweiligen Gesteinsformen, bei denen man sich "gerade" befindet, ausgestellt. Man kann sie sogar anfassen, was wirklich interessant ist.

    So wandern wir an der Kante entlang, machen hier und da ein paar Fotos, klettern auch ein bisschen wagemutig umher. So passiert es, dass, als ich auf einer kleinen Landzunge umher klettere, ich plötzlich ein Geräusch höre, was ich im ersten Moment nicht als Flügelschlagen identifizieren kann. Landet da doch frech ein großer Rabe einen Meter entfernt von mir und stolziert noch näher an der Kante als ich - und kommt auf mich zu! Vielleicht bin ich in seinem Revier? Langsam weiche ich vorsichtig zurück, auf einen Zweikampf mit einem Vogel möchte ich mich hier auf dieser Klippe nicht einlassen - immerhin hat er den Vorteil des Fliegens auf seiner Seite.

    Nach dieser Aufregung gehen wir weiter. Die Schatten werden länger, die Goldene Stunde naht. Die Farbe im Canyon ändert sich langsam, alles nimmt eine immer rötlichere Färbung an. Wir kommen an eine Stelle, an der sich viele Menschen versammelt haben und in die entgegengesetzte Richtung gucken. Sie sitzen und schauen sich den baldigen Sonnenuntergang an. Wir finden ein freies Plätzchen und machen mit, schauen dabei leicht neidisch auf die Pizzen des Pärchens drei Plätze weiter 😄 Der Sonnenuntergang sieht toll aus. Der ganze Canyon färbt sich rot, Felsformationen werfen mysteriöse Schatten.

    Anschließend müssen wir uns etwas beeilen, weil es schnell dunkel wird. Wir halten aber noch immer viel zu oft an, um Fotos zu machen. Es ist einfach zu schön 😅 Im Dunkeln erreichen wir dann den Parkplatz, schnell geht's weiter nach Williams, wo unsere nächste Unterkunft ist.
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  • Walnut Canyon & Route 66

    5.–6. Sept. 2023 in den USA ⋅ ☀️ 18 °C

    *Verfasst von Henne

    05.09.23 - Heilige Autos, gesegnete Stätten und der Highway to Hell

    Für heute hat Kelly eine - wie ich finde - geheime Perle der Nationalparks herausgesucht: Den Walnut Canyon den man ebenfalls mit dem Nationalpark-Pass besuchen kann.

    Doch bevor wir ihn erreichen, entdecken wir in einem kleinen Ort (Flagstaff), den wir durchfahren, auf einem Hotelparkplatz viele bunte und alte Autos. Kurzentschlossen parken wir dort ebenfalls und schauen uns um. Wir haben keine Ahnung von Autos, können aber erkennen, dass das alles sehr gut gepflegte ähnlich aussehende Chevrolets sind. Alle möglichen Farben sind vertreten, lila, orange, blau, türkis und gelb, und auch die Sprühkunst wurde angewendet; Totenköpfe oder Flammen sowie Tribals wirken wie eigene Kunstwerke. Als weitere Gimmicks gibt es abgefahrene Glühlampen-Rücklichter oder Mini-Chevy-Anhänger. Passend farbig lackierte Motoren werden stolz prãsentiert. Am Ende des Parkplatzes entdecken wir ein paar nette Menschen, die uns aufklären: Wir bestaunen gerade das 20ste Internationale SSRally-Treffen, das jedes Jahr woanders (in den Staaten) stattfindet. Teilnehmen dürfen nur die Chevys aus drei bestimmten Baujahren! Sie selber sind die 'Offiziellen' und sehr nett, erklären uns weitere Sachen. Zum Beispiel sind uns zuvor schon Lederschürzen über einigen Stoßstangen aufgefallen, diese dienen dem (notwendigen) Schutz vor Steinschlägen! Da wir selber einen Steinschlag in die Frontscheibe bekommen haben, nachdem wir direkt am ersten Tag mit dem Mietauto erst zwei Stunden unterwegs waren, huscht kurz das Bild eines komplett in Leder gehüllten heiligen Chevy-Schatzes durch meinen Kopf 😄 Dies ist auf jeden Fall eine ganz eigene Comunity, und als die stolzen Besitzer nun langsam zum Fotoshooting fahren und zwischen den aufgestellten Schildern halten und sich fotografieren lassen, sind wir schon ein bisschen neidisch, nicht wirklich dazuzugehören und diese Leidenschaft nicht so zu teilen.

    Wir erreichen den nicht stark besuchten Walnut Canyon. Die Ranger haben am Eingang wieder eine große Einrichtung, in der sie uns mit Wissen (und frischem Quellwasser) versorgen. Es gibt zwei Wanderwege, einen in das Tal und einen oben an der Kante entlang. Wir wollen zuerst die Talwanderung machen, da sie anspruchsvoller ist. Es geht viele Treppen nach unten, und dann umrundet man eine Art 'Berginsel' im Tal. Diese hat der Fluss so ausgespült, und das besondere sind rundherum die Alkoven und die hausartigen Bauten, die in die Felsvorsprünge gebaut wurden. Man geht dabei davon aus, dass dieser Platz bereits vor 10.000 bis 6.000 Jahren den Einheimischen Unterschlupf geboten hat. Seit dieser Zeit haben unterschiedliche Stämme oder Völker den Canyon bewohnt, wurden vertrieben oder sind weitergezogen, sodass Spuren vieler unterschiedlicher Kulturen zu finden sind. Dabei wurde sich z.B. zunutze gemacht, dass eine Seite nach Norden zeigt (und zur Kühlung und Lagerung genutzt werden kann) und die andere Richtung Süden, wo bestimmte Pflanzen wachsen können. Die Natur ist dadurch auch generell innerhalb weniger Meter sehr unterschiedlich, was wirklich faszinierend ist. Außerdem fesseln mich die ganzen kristallinen Einschlüsse in den Felsen, die in ihrer verstreuten wunderbar banalen Selbstverständlichkeit das gesamte Tal zu einem mystischen Kleinod machen. Man kann sich richtig vorstellen, wie die alten Völker hier gelebt haben, und nachvollziehen, warum es auch jetzt noch bei einigen indigenen Stämmen als Heilige Pilgerstätte zählt. Bedächtig gehe ich weiter, lese jede Infotafel, die uns über alte Lebensweisen und die Pflanzen sowie deren Nutzen aufklärt, und nehme die Atmosphäre in mich auf. Hin und wieder sehe ich Kelly vor mir, die den Canyon auf ihre eigene Weise erfasst und genießt.

    Die Walnüsse, nach denen der Canyon benannt ist, wachsen übrigens nur ganz unten im Tal, beim Fluss, der gerade zu trocken ist, um mehr als ein winziges Rinnsal zu sein, wenn überhaupt.

    Wir gehen wieder zurück und entdecken, dass in der Rangerstation auch ein Filmsaal existiert, in dem ein vielleicht 20minütigen Kurzfilm ausstrahlt wird, der die Geschichte des Tals und dessen Schutz nach räuberischen "Ausgrabungen" behandelt.

    Abschließend machen wir uns noch auf die Rim-Wanderung, die die Kante des Canyons entlang geht. Obwohl er allgemein weder besonders eindrucksvoll oder groß aussieht, spürt man auch hier die ganz eigene Magie, die er ausstrahlt.

    Auf der flachen Ebene sind noch einige prähistorische Steinbauten nachgebaut bzw. ausgebuddelt, die hier überall gestanden haben sollen.

    Wir verlassen diesen geschichtsträchtigen Ort, um einen neuzeitlicheren zu besuchen: Das Herz der Route 66 in Kingman.

    Die Route 66 existiert in ihrer ursprünglichen Form nicht mehr so, sie wurde umgebaut, erweitert, verlegt und umbenannt. Wir sind z.B. auf ihr am Vormittag schon gefahren, ohne dass ich das so richtig begriffen habe, weil sie wie jede andere 0815-Straße aussah. Es gibt aber noch einige 'historische Teilstrecken' die ausgeschildert und befahrbar sind, z.B. in Kingsman. Wir parken in der Innenstadt und laufen zu einem alten Wasserturm, der mit schönen Route 66-Zeichnungen verziert ist. Nach einem kurzen Fotoshooting geht es wieder zurück, wobei wir nicht wenig Lust haben, in einer rockermäßig angehauchten Fastfoodbude zu versacken, aber der Tag war lang, und wir wollen doch eher etwas Ruhe. Tanken müssen wir auch noch! Eine Tankstelle in der Nähe fällt durch einen extrem niedrigen Preis auf, wir fahren sie an. Zum Bezahlen müssen wir rein - und kommen direkt an einem Donald-Trump-Altar vorbei, der neben der Tür aufgebaut ist. Shirts, Caps, Merchandise jeglicher Art stapelt sich, ist stolz präsentiert. Ich finde Personenkult generell ja schon gruselig, aber wenn es dann auch noch um ein faschistisches antihumanististes A****l*ch geht,... Ich bereue es, dass wir hier getankt haben. Der Besitzer sieht auch genau so aus, wie man sich den typischen Trump-Anhänger vorstellt... 🙄 Insgesamt ist dies aber die einzige Erfahrung dieser Art, die wir hier machen.

    Kelly ist seit dem Walnut Canyon die Fahrerin, und wir haben eine Strecke gefunden, die es ihr ermöglicht, einen Wunsch zu erfüllen. Direkt neben der Tanke, Richtung Unterkunft, ist eine historische Route-66-Strecke, die sie befahren kann. Das Timing ist perfekt. Zu guter Musik fahren wir auf der kleinen Straße in der Wüste, während auf der einen Seite die Sonne hinter den Bergen untergeht und die Berge auf der anderen Seite noch rot angestrahlt werden. Ein weiterer magischer Moment! 🏜

    Im Dunkeln erreichen wir Lake Havasu City, unsere Unterkunft ist ein Motel, wie es im Buche steht: Zweietagig, lang, aber das Zimmer ist ansprechend, sehr sauber und größer, als es von außen wirkt. Knülle fallen wir ins Bett und schlafen den Schlaf der Gerechten.
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  • Joshua Tree NP - Spaltenhennes Abenteuer

    6.–7. Sept. 2023 in den USA ⋅ ☀️ 24 °C

    *Verfasst von Henne

    Wir wachen in unserem luxuriös großem Hotelzimmer auf und frühstücken erst einmal. Es verspricht wieder, ein sehr heißer Tag zu werden, daher wollen wir möglichst früh noch einen Blick in die Stadt werfen. Ein paar Fußminuten entfernt ist die London Bridge, die wir uns noch anschauen wollen. Amerikanische und britische Fahnen wehen beisammen, hier wird eben diese Freundschaft gefeiert. Es ist relativ ruhig, und die Hitze drückt direkt wieder. Wir trödeln durch einen Touri-Infoshop, dann flink zurück, es gibt einen Nationalpark zu erkunden!

    An einem der Infohäuser, in denen immer nette Parkranger sitzen und einem gerne alles erklären, nehmen wir alle Infos mit, die uns gegeben werden. Wir erfahren viel über die Flora und Fauna und wie der Yoshua-Baum zu seinem neuzeitlichem Namen kam. Diese Infohäuser sind taktisch an den Zufahrtsstraßen gelegen. Den Park selber kann man mit mehreren Zwischenstopps so durchfahren, dass man am anderen Ende wieder heraus kommt.

    Wir starten unsere Tour. Die Bäume sind zu Anfang noch zierlich, bestimmen aber bald das Landschaftsbild und werden immer größer und verzweigter. Der erste Stopp führt zu einer (trockenen) Quelle, wir klettern etwas auf den riesigen Felsen herum. Auch beim zweiten Stopp, der direkt mit Boulderstrecken wirbt, besteigen wir einige Felsen und beobachten die Hörnchen und Echsen.

    Der Park ist ungemein großflächig und imposant. Die Yoshuatrees stehen hier wirklich überall. Früher wurden die Samen durch mittlerweile ausgerottete Riesenfaultiere verteilt, nun geschieht die Vermehrung nur noch durch "Fallobst", sonst wären sie wohl noch weiter verbreitet. Die große Fliege, die für die Bestäubung zuständig ist, lebt hier noch.

    Wir kommen an einem weiteren Punkt an, der 'Hall of Horror'. Ein großer zerklüfteter... Fels? Hügel? ...läd zum erneuten Klettern ein! Hoch geht es auch relativ einfach. Wir bestaunen das Panorama und genießen den Ausblick. Dann beschließen wir, einen anderen Rückweg zu nehmen - was in der Regel selten eine gute Idee ist. So auch hier. Am Anfang ging es noch ganz gut. Wir klettern von Felsen zu Felsen, quetschen uns durch Tunnel, aber irgendwann sitzen wir fest. Ich klettere nach unten, um einen Weg auszutesten, der aber zu hoch endet. Dafür sehen wir aber jetzt einen Kojoten in der Ebene entlangspazieren, der keine Angst vor uns hat - wir sitzen ja eh auf einem Felsen fest. Kelly wählt einen Weg oben entlang, ich versuche hochzuklettern, komme aber irgendwie weder vor noch zurück. An die Felswand gepresst spüre ich, wie sonst nicht beanspruchte Muskeln langsam ihre Bedenken bezüglich der Klettertour anmelden. Auch meine Schuhe sind weniger rutschfest als gedacht. Kelly über mir hat aber relativ festen Halt, und so schafft sie es, mich aus der Spalte zu ziehen. (A. v. Kelly: Spaltenhenne war geboren 🤣). Wir sind wohl doch auch irgendwie auf einem richtigen Weg, bald sind wir wieder unten und spüren wieder sandigen Boden unter unseren Füßen. Mit zerschürften Händen und wackligen Beinen beglückwünschen wir uns zum Überleben 🦸🏼🦸🏼‍♀️

    Den Sonnenuntergang beobachten wir dann an dem letzten Stopp, hier müssen wir nur wenig klettern. Wir sind durch die Klettertour recht spät dran und unterschätzen die Geschwindigkeit, mit der es dunkel wird. Das Problem ist, dass wir wieder zelten. Das hatte ich mir gewünscht, schön in der Wüste unter diesen abgefahrenen Bäumen. Der Zeltplatz liegt aber noch eine Ecke entfernt, und bevor wir dort ankommen, ist es stockduster. Wir fahren Richtung Wüste und die Wege werden immer schlechter. Man sieht nur ein paar Meter weit und wir fahren Schritttempo, wir vermuten aber, dass wir bald an unserem Campingplatz sind. Irgendwann erkennen wir am Rand Platznummern und stellen fest, dass wir schon seit einiger Zeit auf dem Campingground herumkurven und wieder zurück müssen, unser Platz ist am Anfang. 😅

    Mit Taschenlampenlicht vom Telefon bauen wir gekonnt das Zelt auf. Es frischt auf, ist windig, aber sternenklar! Das gibt uns die Möglichkeit, wunderbare Langzeitbelichtungsaufnahmen zu machen. Wir experimentieren herum, geben uns Tipps, bis wir uns ins Zelt machen, was unter einem Yoshuabaum in der Wüste steht. ♥️
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  • San Diego

    7.–9. Sept. 2023 in den USA ⋅ ⛅ 20 °C

    *Verfasst von Kelly

    07.09.: Hello San Diego
    Am Morgen verlassen wir den Joshua Tree Nationalpark und holen uns erstmal einen Kaffee bei Starbucks. Im Anschluss fahren wir nach San Diego und checken in unser Hostel ein. Wie so oft sind wir zu früh dran für den Check in und stören die Mitarbeiterin in ihrer Mittagspause. Großzügigerweise pausiert sie sie für uns und lässt uns direkt ins Zimmer. Zudem bin ich mega happy, denn mein Paket aus Deutschland mit meinen Kreditkarten ist bereits im Hostel eingetroffen, und so hab ich endlich wieder eigene Geldkarten. Riesen-Dankeschön an meine Mum, die sich dem Stress ausgesetzt hat, meine Kreditkarten per Express in die USA zu versenden 😅🥳 Umso glücklicher sind wir natürlich, dass alles so wunderbar und schnell geklappt hat.

    Nachdem wir alles im Zimmer untergebracht haben, geben wir das Mietauto ab. Ich gehe davon aus, dass es länger dauern wird, denn wir haben einige Schäden am Auto verursacht. Zum einen hatten wir leider am ersten Tag einen Steinschlag erlitten. Dies war allerdings bereits mit der Versicherung geklärt. Zum anderen hatten wir fetten schwarzen Kratzer im weißen Lack, der noch nicht gemeldet war und von dem wir auch nicht ganz genau wissen, wie dieser entstanden ist. Entgegen meiner Erwartung ist es aber eine kurze Abwicklung, und keine fünf Minuten später ist das Auto abgegeben 😃

    Nun war mein Zeitplan etwas durcheinander. Ich habe eine Überraschung für Henne geplant, und nun müssen wir noch zwei Stunden füllen. Wir spazieren also zum Wasser und dann durch San Diego, direkt zur Überraschung - dem "Mothership". Ein Restaurant, welches im Weltraumstil gestaltet ist und nur nach vorheriger (frühzeitiger) Reservierung besucht werden kann, für genau zwei Stunden. Bisschen absurd irgendwie, aber andere wollen eben auch eine solch tolle Weltraumerfahrung machen. Es gibt ziemlich fancy Cocktails, die es wirklich in sich haben, also wollen wir noch Essen bestellen. Allerdings werden nur Häppchen angeboten, gegen die wir uns aufgrund des Preises entscheiden, und gehen im Anschluss lieber Burger essen. Die Veggie-Burger bei Hodad's Brewing Company sind leider keine Offenbarung, aber dafür sie die Kartoffelecken und Onion Rings ein Gedicht! Dazu gibt es für Henne ein Bier und für mich einen riesigen Schoko-Eis-Shake. Wir rollen also zurück zum Hostel und fallen bald darauf ziemlich platt ins Bett.

    08.09.: Old Town und Orga-Kram
    Tags darauf sind wir noch immer ziemlich müde, und so wandern wir nur eine kleine Runde durch die Old Town. Den restlichen Nachmittag nutzen wir für Organisatorisches wie Wäsche waschen, Rucksäcke packen, Videos schneiden, Beiträge verfassen, Flüge einchecken und eine Unterkunft in Merida buchen. Am Abend unternehmen wir noch einen kurzen Ausflug zur Pizzeria um die Ecke. Die Pizza ist sehr lecker, aber viel zu viel, sodass wir uns wieder mal pappesatt zurück ins Hostel hieven müssen, mitten hinein in eine Runde Beer Pong 😅 Wir bleiben allerdings nur kurz, quatschen ein wenig mit einem deutschen Pärchen und verabschieden uns ins Bett. Für den morgigen Reisetag wollen wir fit sein.

    08.09.: Mit der Straßenbahn nach Mexiko
    Am Morgen frühstücken wir gemütlich - ein letztes Mal amerikanische Chocolate-Chip-Pancakes mit Ahornsirup. Die werde ich vermissen! Es ist verrückt, wie schnell man sich an die lokalen Essgewohnheiten anpasst. Wir bekommen eine Ahnung, warum soviele Amerikaner so aussehen wie sie aussehen 🥲

    Danach checken wir aus unserem Hostel aus und machen uns auf den Weg zur Straßenbahn. Wir sind ein kleines bisschen spät dran und die Bahn fährt bereits ein, als wir noch Fahrkarten kaufen. Henne stellt sich in die Tür und verhindert so, dass wir die Bahn um 10 Sekunden verpassen. Wir fahren also mit der Straßenbahn an die mexikanische Grenze und beenden damit unserere fast vierwöchige Reise die amerikanische Westküste entlang. Schade, wie ich finde. Gern hätte ich mir noch mehr amerikanische Nationalparks angeschaut. Und doch freue ich mich auch auf die nächsten Abenteuer, die uns in Mexiko erwarten 🤗
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  • Mérida, Cenoten Pajaro & Chichén Itzá

    9.–15. Sept. 2023 in Mexiko ⋅ ☀️ 34 °C

    *Verfasst von Kelly

    09.09.23: Ankunft in Tijuana
    Nachdem wir aus der Straßenbahn ausgestiegen sind, mit der wir in San Diego losgefahren sind, müssen wir uns kurz orientieren und folgen dann den vielen Mexikanern Richtung Grenzübergang. Die Grenze ist gekennzeichnet durch hohe Mauern, Stacheldraht und bewaffneten Soldaten. Sieht alles aufregender aus als es schlussendlich ist, denn eine richtige Kontrolle gibt es nicht. Nach einem kurzen Blick in unsere Pässe werden wir durchgewunken und keine zwei Minuten später sind wir in Tijuana. Kein Stempel, kein Eintrag im System, einfach durchgewunken... Wir sind wohl noch in den USA gemeldet.

    In Tijuana rufen wir uns ein Uber und fahren zum Flughafen, denn unser Flug nach Merida geht in wenigen Stunden. Am Flughafen geht alles glatt (wir müssen lediglich ein klein wenig umpacken, weil das Gepäck zu schwer ist 🫣).

    Wir landen gehen 23 Uhr in Mérida, fahren mit dem Uber zum Hostel und fallen direkt ins Bett.

    10.09.23: Mérida Erkundung
    Wir schlafen gemütlich aus und trinken erstmal Kaffee. Wir haben 5 Tage in Mérida geplant und das erste Mal seit Wochen etwas Zeit zum Entspannen. Kein Programm, keine Eile, einfach ganz gemütlich Kaffee trinken und nach einem Café fürs Frühstück schauen. Henne sucht DAS Hipster-Café der Gegend heraus und wir entscheiden uns trotz fancy Smoothie Bowls, überteuertem Porridge und Pancakes mit Obst beide für Chilaquiles - ein typisch mexikanisches Frühstück. Wir bekommen Nachos getoppt mit körnigem Frischkäse, grüner saurer Sauce und Advocado. Sehr interessant... 😅 (Ursprünglich war dieses Gericht ein klassisches Resteessen, das verbliebene Zutaten des Vortages verwertet.)

    Im Anschluss begeben wir uns auf Stadterkundung. Mérida ist nicht sehr groß und gibt abgesehen vom Hauptplatz nicht soviel her. Insgesamt ist die Stadt tagsüber aufgrund der Temperaturen recht leer. Auch wir halten es nicht allzulang in der Hitze aus und begeben uns bald darauf wieder ins Hotelzimmer. Erstmal ausruhen. Am Abend geht's dann nochmal los in ein mexikanisches Restaurant. Die Hauptmahlzeit - mit Ei gefüllte Papadzules sind leider aufgrund fehlender Gewürze eher fade, aber die Vorsuppe - Crema de Chaya Maya ist dafür umso besser. Chaya, auch Baumspinat genannt, ist eine Wunderpflanze der Mayas, die super viele positive Auswirkungen auf die Gesundheit hat - wie Verbesserung der Durchblutung, der Sehkraft und des Gedächtnisses, sie soll Husten vorbeugen, indem sie die Lunge entstaut und desinfiziert und einige mehr. Wahnsinn. Da schmeckt die Suppe gleich noch viel besser 😃

    Danach gibt's noch ein kleines Eis im Bettchen und dann wird geschlafen...

    11.+12.09.23: Krank im Bettchen
    Leider geht es Henne heute gar nicht mehr gut. Er hat Halsschmerzen, Husten und ist extrem müde. Ob kleine Erkältung oder Covid wissen wir nicht. Wir verbringen also zwei Tage im Hotelzimmer und verlassen dies nur zum Essen und für kurze Spaziergänge. Ansonsten schläft Henne meistens, und ich verbringe meine Zeit mit lesen, Reiseplanungen und ausruhen.

    13.09.23: Cenote Pajaro
    Heute geht es Henne wieder besser, sodass wir einen Ausflug zu den Cenoten Pajaro machen können. Da es keine öffentlichen Verkehrsmittel dorthin gibt bzw. wir nicht wissen, welchen Bus wir nehmen könnten, fahren wir die knappe Stunde mit einem Uber zu den Cenoten. Zum Glück sind diese hier recht erschwinglich. Bei den Cenoten angekommen, müssen wir alle Sachen, die wir nicht zum Baden benötigen (vor allem das Essen) abgeben. Dann geht's aufs Boot, welches uns über den Fluss zu den Cenoten bringt. Auf der anderen Seite des Flusses müssen wir uns dann umziehen und unsere Anziehsachen gegen ein Entgeld auch nochmal in Schließfächer packen, sodass wir in Badeklamotten, mit Handtuch und Handy ausgestattet endlich zu den Cenoten dürfen. Direkt am Eingang werden wir von einigen Waschbären, Leguanen und Nasenbären begrüßt, welche fleißig das Obst verputzen, was ihnen die Mitarbeiter hingeworfen haben. Wir genießen die Zeit vor Ort sehr, schwimmen in den Cenoten, unterhalten uns mit anderen Besuchern und machen Quatsch. Zum Teil haben wir die Becken komplett für uns allein, sodass wir mit unserem Rumgealber niemanden stören. Wir bleiben, solange es geht, und nehmen dann das letzte Boot, welches auch alle Mitarbeiter nehmen, zurück zum Festland.

    Da das Meer quasi um die Ecke ist, laufen wir noch zum großen Wasser und spazieren am Strand entlang. Beziehungsweise versuchen wir es, denn alle Zugänge sind privatisiert. Wir laufen also die Straße entlang und kommen irgendwann am öffentlichen Strand an, an dem es jede Menge Restaurants und verrückterweise eine kleine Dinoausstellung gibt. Henne macht begeistert Fotos, und im Anschluss setzen wir uns in ein nettes Restaurant. Wir genießen unsere fancy Smoothies, in denen ein Eis steckt, und den Sonnenuntergang.

    14.09.: 1. Besuch von Chichén Itzá
    Letzter Tag in Mérida, und für uns geht es direkt früh los zu unserem ersten Weltwunder: Chichén Itzá. Eine der bedeutendsten Ruinenstätten in Yucatán. Die alten Ruinen stammen aus der späten Mayazeit (ca. 600-900 n. Chr.).

    Dort angekommen, sind wir erstmal verwirrt über die Eintrittspreise, denn wir müssen 2x bezahlen. Einmal den regionalen Eintrittspreis und dann noch die Gebühr für den Staat. Nachdem wir dann alle Eintritte bezahlt haben, lässt man uns herein. Es ist gerade erst um 9 Uhr und daher noch recht leer auf dem Gelände. Wir können tatsächlich noch ein paar Bilder machen, ohne die Touristengruppen im Vordergrund, die sich von Minute zu Minute vermehren. Wir drehen unsere Runden, machen jede Menge Bilder und sind überwältigt, welche architektonische Meisterleistung die Menschen vor so langer Zeit bereits zustande gebracht haben. Die ansteigende Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit machen mir ganz schön zu schaffen, und ich brauche eine Pause. Wir kühlen uns im Badezimmer mit kaltem Wasser das Gesicht und im Nachhinein gibt es erstmal ein Eis. Während wir es ziemlich schnell essen müssen, beobachten wir einige fleißige Ameisen und setzen im Anschluss unseren Rundgang fort.

    Bei der nächsten Ruine angekommen, belauschen wir hier und da ein paar Guides, welche auf einige Besonderheiten wie Sonneneinstrahlung eingehen, und das Ballpiel, dass hier damals gespielt wurde, erklären.

    Die Spieler, welche Schutzausrüstungen aus Leder und Holz trugen, mussten den Ball, der soviel wie ein Medizinball wog, mit Hilfe von Schultern, Hüfte oder Ellenbogen in der Luft halten. Hände und Füßen durften sie nicht nutzen. Ziel war es, den Ball so oft wie möglich durch den in sechs Meter Höhe angebrachten steinernen Ring zu schlagen. Die Mannschaft mit den meisten Treffern hatte natürlich gewonnen. Das Spiel scheint eine Mischung aus Football und Quiddich gewesen zu sein 😅

    Die Mayas waren begeisterte Ballspieler, doch sie spielten nicht zum Vergnügen, sondern zu Ehren der zahlreichen Götter. Die Spiele endeten daher fast immer mit einem blutigen Menschenopfer - ebenfalls um die Götter zu ehren. Der Verlierer wurde nämlich mit festen Seilen zusammengeschnürt die unzähligen Stufen der Tempelpyramide heruntergestoßen. Archäologen gehen davon aus, dass zum Teil auch die Gewinner geopfert wurden, denn der Tod war für die Maya der Übergang in eine andere Welt, und den Göttern geopfert zu werden eher eine Ehre als Bestrafung. Heftig, was hier damals abging. Da muss man unweigerlich an die jammernden Fußballspieler denken, die sich in viel zu dramatischen Schwalben über das Spielfeld werfen. Sowas gab es hier damals wohl eher nicht 😅

    Nachdem wir uns noch die Heilige Cenote und die unzähligen Souvenirstände angeschaut haben, machen wir uns auf den Rückweg. (Anm.v.H.: Die Cenote war riesig, der direkte Zugang verboten. Man konnte nur von oben in dieses gigantische Wasserloch schauen. Damals galt es nicht nur als Trinkwasserreservoir, sondern auch als Zugang zu den Götterwelten, sodass dort zahlreiche teilweise sehr wertvolle Opfergaben gefunden wurden.) Blöderweise haben wir noch keine Rückfahrt organisiert und müssen uns vor Ort durchfragen. Glücklicherweise gibt es einen Anbieter, der uns noch mitnimmt, und dann heißt es abwarten. 15 Minuten später kommt unser Bus und fährt uns zurück nach Mérida, wo wir die letzten Stunden mit Abendessen und Sachen packen verbringen.
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  • Reise nach Kuba

    15. September 2023 in Kuba ⋅ ☀️ 29 °C

    *Verfasst von Kelly

    Der Tag beginnt mit dem Klingeln des Weckers. Wir rollen uns viel zu müde aus dem Bett, machen uns fertig und packen wieder einmal unsere Rucksäcke. Alles ist routiniert und geht mittlerweile recht fix, sodass wir sogar noch ein kleines Porridgefrühstück schaffen. Damit ist unsere komplette Porridgeration endlich aufgebraucht. Das wir das wirklich mal schaffen! Insgesamt haben wir unsere Vorräte die vergangenen Tage gut geplündert, sodass der zusätzliche Handgepäcksbeutel angenehm leicht geworden ist.
    Mit Kaffee bewaffnet setzen wir uns ins Uber und düsen zum Flughafen.

    Wir sind frühzeitig am Flughafen um einzuchecken - wir fliegen mit einer Art Flugtaxi - Online-Check-In gibt es hier nicht. Also auf altmodische Art. Wir müssen ja eh Gepäck aufgeben. Es klappt alles ohne Probleme, und auch der Security Check ist leer, sodass wir noch jede Menge Zeit haben zu gucken und 3x die Toilette aufzusuchen. 1h vor Abflug gehen wir zum Gate, und dort wird uns gesagt, dass wir uns am Migrationsschalter noch einen Stempel geben lassen müssen. Wir gehen also dorthin und erfahren, dass wir bei der Ausreise aus Mexiko eine Ausreisegebühr (Touristensteuer) bezahlen müssen - haben wir aber nicht (und wohl auch nicht aus Amerika ausgecheckt. Das sollten wir vielleicht nachholen?! 🤷‍♀️). Glücklicherweise können wir die Ausreisegebühr für Mexiko nun hier am Schalter bezahlen. Unglücklicherweise nimmt der Schalter nur Cash - und wir haben nicht mehr ausreichend.

    Bewaffnet mit Google-Übersetzer frage mich beim Flughafenpersonal nach einem Geldautomaten durch und darf einmal den ganzen Weg zurück zum Flughafeneingang, um Geld abzuheben. Danach natürlich wieder zurück durch die Pass- und Sicherheitskontrolle und selbstverständlich kommt genau in diesem Augenblick ein Reisebus an und unzählige Mexikaner fangen an der Sicherheitskontrolle an, ihre Sachen zu sortieren. Es ist mittlerweile 5min vor Gateschließung und ich werde etwas nervös. Ich lege meine Sachen in eine Box, wechsel' kurzerhand das Band, als ich eine Lücke entdecke, und komme ohne Piepen durch die Kontrolle. Leider bleibt einer der viel zu vollen Rucksäcke im Scanner hängen und fällt mitsamt meiner Box vom Band. Worüber man sich sonst keine Gedanken macht, fällt mir nun umso schmerzvoller auf. Es wurde laaaange nicht gefegt, und so bekomme ich meine Sachen zusammen mit Staubflusen, Dreck und einer toten Spinne zurück. Zum Glück habe ich keine Zeit darüber nachzudenken und renne den restlichen Weg zurück zu Henne.

    Wir bezahlen unsere Ausreisegebühr und geben sogar Trinkgeld, weil natürlich kein Wechselgeld vorhanden ist.

    *Im Nachhinein erfahren wir, dass uns sie gute Frau mächtig abgezogen hat. Statt $20 pro Person haben wir bei ihr knapp $80 bezahlt - also das Doppelte. Selbst schuld, immerhin haben wir uns nicht informiert und dennoch echt frech, wie ich finde.

    Wir erreichen also nach dem letzten Aufruf endlich das Gate, nur um eine Stunde im viel zu heißen Flugzeug zu sitzen. Unsere Bordkarten werden in dieser Zeit 2x gecheckt und dann sogar eingesammelt, nur um sie uns 20 Minuten später wieder zurückzugeben. Nach einer gefühlten Ewigkeit, die ich dazu nutze, diesen Beitrag zu verfassen, startet das Flugzeug, und wir machen uns endlich auf den Weg nach Kuba 🫠🏝

    Der Flug ist kurz und entspannt, die Aussicht wirklich phänomenal. Nach etwas mehr als einer Stunde landen wir schon in Kuba und werden von einem Fahrer abgeholt, der uns direkt zum AirBnb bringt. Dort angekommen, müssen wir uns erstmal kurz ausruhen. Mir schlägt seit zwei Tagen etwas auf den Magen, sodass ich insgesamt recht knülle bin. Irgendwann treibt uns der Hunger dann aber doch heraus. Im ersten Restaurant unserer Wahl ist Kartenzahlung nicht möglich, also erstmal Geld abheben. Der Kurs verwirrt uns extrem, und so heben wir statt 200€ nur 47€ ab - was uns noch mehr verwirrt, weil man eigentlich nichts unter 50€ bei der DKB abheben kann 😅 Durch die Info, wie viel Euro wir abgehoben haben, finden wir endlich den Umrechnungskurs heraus 1:125. Mittlerweile in einem Restaurant angekommen, bestellen wir beide eine Pizza, die doch nur 10€ und nicht 50€ kostet. Glück gehabt 😁🍕
    (Anm.v.Henne: Funfact: Hier bezahlen wir mit Paypal. 😅)

    Damit endet der erste Abend in Havanna gemütlich mit Informationssuche zu Kuba, Beiträge verfassen und Aktualisierung der Statusmeldungen.

    Morgen geht es an die spannenden Aufgaben, nochmal Geld abzuheben und eine SIM-Karte zu kaufen.
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