Iceland
Capital Region

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Top 10 Travel Destinations Capital Region

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479 travelers at this place

  • Day12

    Sólfar – Das Sonnenschiff

    September 22, 2020 in Iceland ⋅ ⛅ 5 °C

    Sólfar gehört zu den beliebtesten Fotomotiven der Stadt, weil man sich daran kaum satt sehen kann. Auf einer spiegelglatt polierten Marmorplatte aufgestellt scheint das Schiff auf dem Wasser zu schweben. Wolken, unterschiedliche Licht- und Wetterverhältnisse sorgen für abwechslungsreiche Fotomomente. Insbesondere bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang scheint das Metall zu glühen, denn es schimmert in wunderbar lebendigen Farbnuancen.

    In Jón Gunnar Árnasons Werk spielen Licht, Sonne, Hoffnung und Freiheit eine bedeutende Rolle. Ein Kunstwerk sollte seiner Meinung nach auch immer eine die einfache Interpretation übersteigende Bedeutung in sich tragen, weshalb für ihn die Skulptur niemals nur ein Schiff hätte sein können. Sólfar war für ihn ein Traumboot, eine Ode an die Sonne, es symbolisiert das Versprechen neuen, unentdeckten Landes. Es ragt in das Wasser hinein, so als ob die Entdeckungsfahrt gleich beginnen könnte. Es war nicht vordergründig als Wikingerschiff konzipiert. Allerdings arbeitete der Künstler auch bewusst mit den Formen, die die Geschichte der Isländer prägen, weshalb die Ähnlichkeit mit einem Wikingerschiff daher auch wieder nicht verwunderlich ist.
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  • Day1

    Flexibilität

    August 23, 2020 in Iceland ⋅ ⛅ 11 °C

    Und plötzlich geht alles sehr schnell. Wir sind kaum zu Hause, die frisch gewaschenen Kleider nicht ganz trocken und die Muskeln noch im Erholungsmodus, als wir am Samstagmorgen erfahren, dass wir unseren Kanada-Flug vom Juli nach Island umbuchen können. Abflug Sonntag 14:05 Uhr. Das Abenteuer kann weitergehen.
    Ähnlich bepackt, aber mit wintertauglicherem Equipment fahren wir mit der Aussicht auf fünf Tage Quarantäne an den menschenleeren Flughafen Zürich. Zusammen mit ca. 15 anderen Passagieren überqueren wir maskiert die nördlichen Meere und landen im sonnigen Island. Zur Begrüssung werden hier den Ankommenden Wattestäbchen in Mund und Nase gesteckt. Nicht gerade angenehm, aber andere Länder, andere Sitten. Wie alle richtigen Isländer stürmen wir den Duty-free und decken uns mit Alkohol und Süssigkeiten für die nächsten Tage ein. Der Airport-Shuttle zum Hotel gilt auf Island nicht als öffentliches Verkehrsmittel und kann uns deshalb bei unserer gewählten Quarantänestation abliefern. Wir lassen uns das Essen vom Lieferdienst ans Zimmer bringen. Und dann heisst es Warten.
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    Priska Sennhauser

    Unser erster Test ist positiv! Also für uns - das heisst kein Covid-19 in unseren Schleimhäuten!

    8/23/20Reply

    Immerhin kümmert man sich persönlich um Euch bei Ankunft - andere Länder andere Sitten 😉 Schönen Island Aufenthalt!! [Chrigi]

    8/24/20Reply
    Peter Hauri

    Wir gehen davon aus, dass im Moment, statt wandern, spielen angesagt ist? Gruss Vreni und Peter

    8/25/20Reply
    Simon Schaffner

    Da wir die Möglichkeit haben spazieren zu gehen, spielen wir nicht die ganze Zeit. Gestern waren wir viereinhalb Stunden spazieren und haben ca. 17km zurückgelegt. Quarantäne ist gar nicht so schlimm.🙂

    8/25/20Reply

    Moment Mal! Wie funktioniert das mit der Quarantäne? Müsst ihr euch täglich beim Wattenstäbchenmann melden? Habe Island gegoogelt um mich auf die Reise vorzubereiten! Nun zum ersten Geheimtipp: In einer Felsspalte versteckt sich der Gljufrafoss und ist durch das Flussbett betretbar! Geil gell! Wir wollen unbedingt Bilder sehen. Danke. Und sorry....esst ihr schon wieder Salat!!! Echt jetzt??? [Dänu]

    8/25/20Reply
     
  • Day6

    Quarantänestatus 2

    August 28, 2020 in Iceland ⋅ ☁️ 11 °C

    Es ist der vierte Morgen der Quarantäne. Und zwar 9.15 Uhr. Unser Frühstück sollte seit einer Viertelstunde vor der Tür stehen. Tut es aber nicht! Der Hotelgang ist leer. Wie bei uns steht vor einigen Eingängen immer noch der volle Abfalleimer vom Vorabend. Menschen sieht man keine. Komisch! Also Türe wieder zu und weiter warten. Eine Stunde später ist immer noch kein Frühstück in Sicht. Der Magen knurrt in der Stille. Erst jetzt fällt uns auf, dass es heute extrem still ist. Abgesehen unserer gastrointestinalen Geräusche, den Atemgeräuschen und dem Rauschen des eigenen Blutes in den Ohren hört man keine anderen Anzeichen von fremdem Leben. Kein Telefon klingelt am Empfang. Kein emsiges Getippe auf der Computertastatur des Rezeptionisten. Kein Gemurmel aus den Nachbarzimmern. Kein Bettkopfteil, das leicht und rhythmisch gegen die Wand schlägt. Nichts. Es ist totenstill! Wir wagen einen weiteren Blick in den langen, verlassenen Gang. Nichts. Alles ist noch so verlassen wie vorher.
    Was ist passiert? Wurde das Hotel in der Nacht geräumt und wir haben, völlig erschöpft durch die vierstündige Wanderung zum See Elliđavatn am Vortag, nichts davon mitbekommen? Wurde Island über Nacht entvölkert und wir sind die letzten Menschen auf dem Eiland? Sind wir mitsamt Hotel von den Elfen in ihre Parallelwelt befördert worden? Sowas gibt es hier, kein Scheiss! Mit ungutem Gefühl schleicht Priska durch den Gang, betritt zaghaft den Empfang und muss feststellen, dass wir zwar nicht alleine sind, aber beim Frühstück vergessen gingen. Als Entschädigung gibt es dafür statt einem, gleich zwei Gipfeli für jeden. Wir können also gut gestärkt eine weitere Erkundungstour ins Hinterland von Reykjavik machen. Den Rest des Tages nutzen wir, um unseren isländischen Wortschatz zu vergrössern. Diese Sprache ist schwieriger als sie aussieht! Und wir überlegen uns auch schon einmal, wie unser Mietwagen aussehen könnte.

    Heute, Freitag, ist der Tag der Wahrheit. Reisen oder weiterhin Quarantäne lauten die Optionen. Also machen wir uns auf den Weg für eine weitere Nasen-Rachenhöhlen-Massage. Das Ganze ist schnell überstanden und fünf Stunden später wissen wir, dass wir fürs Reisen freigegeben sind. Ein Grund gleich in den nächsten Supermarkt zu gehen und ein ordentliches Apero einzukaufen. Und Morgen begeben wir uns auf die Spuren der Wikinger und erkunden Island.
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    Peter Hauri

    Hallo zähme

    8/29/20Reply
    Peter Hauri

    Zum Glück hei si das Hotel nid über Nach evakuiert 😃 Mir wünsche euch witerhin ä schöne Ufenthaut. Liebe Gruess Vreni und Peter

    8/29/20Reply

    Juhuuuu! Geniesst die voll Bewegungsfreiheit! 🤗 [Chrigi]

    8/29/20Reply

    Stopp! Ihr könnt doch nicht solch eine Spannung aufbauen und dann endet der ganze Spuck mit; die haben uns vergessen das Frühstück zu bringen! Neee so nicht! Wir Follower wollen mehr! Zurück zum Bericht; wir schauen in den leeren Gang, kein Geräusch ist zu hören! Wo sind all die Leute hin? Was ist das für eine rote Spur auf dem Gangboden? Mit rasendem Puls folgen wir den roten Spritzern Richtung Esssaal. Ist da jemand verletzt? Und warum haben wir nichts mitgekriegt? Vorsichtig öffnen wir die Tür zum Esssaal. Ein kleines Kind schaut uns unsicher an. Über seine Hand läuft der klebrige Himbersaft aus dem schräg gehaltenen Glas und tropft auf den Boden! Aus dem Nichts klopft uns jemand von hinten auf die Schulter. Erschrocken drehen wir uns um. Eine 150kg schwere Elfe fragt uns freundlich; guten Morgen, habt ihr reserviert?...Gruselig gell! Nun zum zukünftigen Mietauto: Die Offroadmonster sind klar zu hoch für euch! Sieht doch scheisse aus, wenn die Priska den kleinen Simon immer beim Einsteigen hochheben muss! Klare Selbstüberschätzung! Wünsche euch beiden Wikinger viel Spass beim Reisen. [Dänu]

    8/31/20Reply
     
  • Day12

    Abgetaucht

    September 3, 2020 in Iceland ⋅ 🌧 13 °C

    Es ist bewölkt, das Thermometer zeigt 10° C und der Wind bläst mit 75km/h über die moosbewachsenen Lavasteine. Eine Windstärke, die ausreicht einen kleinen Wohnwagen von der Strasse zu blasen und in seine Einzelteile zu zerlegen (das Ergebnis haben wir mit eigenen Augen gesehen). Wir stehen in unseren Tauchanzügen zwischen der eindrücklichen Natur und sind bereit die nächsten 45 Minuten unseres Lebens in 3° kaltem Wasser zu verbringen. Wieso wir das tun wollen, obwohl das ziemlich kalt ist, es weder Fische, Korallen noch Wasserpflanzen (ausser Algen) gibt und obwohl man die zum erforschen einladenden Höhlen nicht betauchen darf? Ganz einfach. Es gibt nicht viele Tauchplätze auf der Welt, wo man unter Wasser 100m weit sehen kann! Und wo sonst hat man die Möglichkeit, die sich langsam entfernenden Kontinentalplatten Nordamerikas und Eurasiens zu berühren? Aber um dieses einmalige Abenteuer erleben zu können, mussten wir Nasstaucher gestern noch den Trockentauchschein machen. Ohne den geht in der Silfra-Spalte gar nichts. Also haben wir uns, unter der Aufsicht von Clarence, einem richtigen, isländischen Wikinger mit schwarzer Igelfrisur, bartlos, feingliedrig und mit Schlitzaugen, gebürtig in Malaysia, im Trockentauchanzug ins 28° warme Schwimmbecken geworfen, um die benötigten Skills zu erlernen. Natürlich haben wir uns, wie sich das gehört, vorher noch mit langer Thermounterhose und -shirt ausgestattet. Ich glaube mein Anzug war nach der Badeeinheit aussen trockner als innen. Das gleiche mussten wir kurze Zeit später im See Þingfallavatn wiederholen. Nun aber bei Wassertemperaturen zwischen 10° C (ca.50 Min.) und 4°C (ca. 10 Min.). Nach dem anschliessenden Fun-Dive haben sich die Füsse verabschiedet und die Finger versuchen krampfhaft den Reissverschluss des Anzugs zu öffnen. Was sehr schwierig ist, wenn sich die Gelenke nicht mehr bewegen lassen. Trotzdem bestehen wir den Kurs erfolgreich und stehen deshalb nun hier um das Bad, im von Lava gefiltertem Gletscherwasser, anzutreten. Die Vorfreude ist gross. Nicht nur, dass wir hier tauchen dürfen, sondern auch, dass wir den Tauchplatz für uns alleine haben. Etwas, dass es in den letzten Jahren höchstens im Winter gab. Der Tauchgang ist einfach nur traumhaft. Und dass man nach dem Auftauchen aufgespritzte Lippen hat und kaum noch sprechen kann, stört nur am Rande.

    Nun sind die Lippen aber wieder im Normalzustand und die Körpertemperatur hat sich auch wieder bei den üblichen 36,8° C eingependelt.
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    Elia Hofmann

    Wow...beidruckend! Simu, schön chasch itz ändlech nachefüehle, wenn sech mini Finger nach 100m ir Aare verabschiede✌🤣

    9/4/20Reply
    Simon Schaffner

    I nime a, dini Finger si scho bim Läse vo üsem Blog wiis worde und hei ersch nach Stunde wider Farb agnoh.😉

    9/4/20Reply

    Ich habe gleich zwei Schreibfehler in einem Satz gefunden; die nächsten 45 Minuten und 3° Wasser!!!! Aber die Bilder sind geil! [Dänu]

    9/4/20Reply

    Wow!! Hammer Bilder! [Chrigi]

    9/4/20Reply
     
  • Day44

    Unter- und Überirdisch

    October 5, 2020 in Iceland ⋅ ⛅ 5 °C

    Es ist dunkel, der Boden ist übersät mit kopf- bis autogrossen Felsblöcken. Von der Decke tropft es unablässig und die Temperatur beträgt 4°C. Ein leichter Wind pfeift durch den Tunnel. Selten ist ein leichter Lichtschimmer durch eine Ritze in der Decke sichtbar. Wir befinden uns in einem Lavatunnel, in dem zum letzten Mal vor 1100 Jahren flüssiges Gestein durchgeströmt ist. Der Tunnel hat, da wo er noch nicht zu sehr eingebrochen ist, einen Durchmesser von ca. 15m. Die Stirnlampe kann das unterirdische Rohr nur unzureichend mit Licht füllen, was die unheimliche Atmosphäre nicht merklich verringert. Der Blick, welcher Zwecks Sturzprävention auf die zu übersteigenden Steinblöcke gerichtet ist, wandert immer wieder an die Felsdecke, welche so lose geschichtet zu sein scheint, dass sie jeden Moment einstürzen könnte. Nach dem Gekraxel sind wir froh, ohne näheren Kontakt mit den bestimmt schmerzhaften Steinen gemacht zu haben, wieder im kalten Wind, der über die Hochebene weht, zu stehen.

    An einem anderen Ort, an einer steilen vermoosten Felswand stellen wir uns einem weiteren Abenteuerspielplatz für Erwachsene. Vor uns befindet sich ein ca. 2m breiter Felsspalt, aus dem ein kleiner, kalter Bach strömt. Wir hüpfen von Stein zu Stein und dringen immer tiefer in den noch schmäler werdenden Canyon vor. Als ein grosser, eingeklemmter Steinblock das Weiterkommen zu verhindern versucht, bleibt Priska zurück, während Simu an der nassen aber griffigen Lavagesteins-felswand das Hindernis überklettert. Zwischen Felsbrocken liegen etliche tote Vögel (nach der Grösse zu urteilen Möwen), welche wahrscheinlich ihre ersten Flugversuche in der Felsspalte nicht erfolgreich bestanden haben. Plötzlich, eine fünf Meter hohe Felswand, über welche das Wasser schäumend fällt. Das ist wohl das Ende der Canyonerforschung. Wäre da nicht ein mit Knoten versehenes Seil, dass in einer dunklen Ecke nach oben führt. Als Simu die obere Kante erreicht, sind hauptsächlich das rechte Hosenbein als auch der Wanderschuh geflutet. Nach einigen weiteren Metern in die Felsspalte, steht er vor einem schönen, unüberwindbaren, unterirdischen Wasserfall.

    Aber auch überirdisch sind in Island einige Wanderwege mit dem Zusatz «Abenteuer» versehen. So zum Beispiel der Glymur-Wanderweg zum zweitgrössten Wasserfall Islands. Mit dem Wissen, dass wir den in die Tiefe stürzenden Wasserlauf auf einem über dem Wasser angebrachten Baumstamm überqueren können, machen wir uns auf die 9,5km lange Rundstrecke. Der Wanderweg beginnt unterhalb des noch lange nicht sichtbaren Naturschauspiels und führt uns durch ein idyllisches, mit niedrigen Birken bewachsenes Tal, welches von einem mäandernden Bach gestaltet wurde. Eine Informationstafel offenbart die Sage um das Tal und den Wasserfall und warnt vor schwierigen Wanderwegen, bröckelnden Felskanten und reissenden Stromschnellen, die überwunden werden müssen. Also nichts für Weichbecher. Aber es hat ja einen Baumstamm, weshalb wir auch die in Island gekauften Neoprenlatschen nicht eingepackt haben! Der Wanderweg, stets oberhalb des Bachs verlaufend, führt plötzlich durch eine eindrückliche Höhle in ein Seitental und hinunter an den jetzt rauschenden Bergbach. Nur wenige Schritte später stehen wir am Ufer des glasklaren und sichtbar kalten Wassers. Über die Stromschnellen ist ein Drahtseil gespannt und der erwähnte Baumstamm scheinbar schwebend befindet sich über der zweiten, tieferen Hälfte des Wasserlaufs. Uns bleibt nichts anderes übrig als die Schuhe und Socken auszuziehen, die Hosenbeine hochzukrempeln und festgekrallt am Stahlseil durch das kalte Nass zum Holzbalken zu waten, mit tauben Füssen auf dem feuchten, rutschigen Stamm zu balancieren oder wieder umzukehren. Da das zweite keine ernsthafte Option ist, stehen wir kurze Zeit später mit halb erfrorenen Füssen, aber voller Tatendrang auf der anderen Seite. Der Aufstieg an Ketten und Seilen, meist am Abgrund ins Bodenlose und mit Blick auf den knapp zweihundert Meter hohen Wasserfall ist eine Mischung aus Adrenalin, Genuss und Staunen.

    Erst oberhalb der Felskante über welche das Wasser stürzt, realisieren wir, dass wir den Fluss hier noch ein zweites Mal überqueren müssen. Wir gehen also bis zu der gekennzeichneten Furt, wo das Wasser weniger stark zieht und nicht mehr so tief ist. Dafür ist der Bach hier breit. Sehr breit. Bei diesen Wassertemperaturen die nahe am Gefrierpunkt liegen, unheimlich breit. Und da wo der Wasserlauf nicht so tief ist (also knöcheltief), sind die Steinformationen arschglatt. Uns bleibt nichts anderes übrig als auf den scharfkantigen Kieselsteinen im Knietiefen Wasser zu waten. Nach den ersten 5m hat sich das Blut aus den unteren Extremitäten zurückgezogen, nach weiteren 5m besteht alles unterhalb der Knie nur noch aus Schmerz. Danach folgt die Phase wo man kurzzeitig nichts mehr spürt, was irgendwie befreiend wirkt, bevor die scheinbare Bewegungslosigkeit einsetzt. Mit Beinen wie Stelzen erreichen wir nach einer gefühlten Ewigkeit die andere Bachseite, rollen die nassen Hosenbeine hinunter und streifen die Socken und Schuhe über die nassen Füsse. Nach der Hälfte des Abstiegs kehrt langsam, aber schmerzhaft das Gefühl in den Zehen zurück und am Ende der Wanderung haben wir sogar wieder warme Füsse. Wir sind uns einig, dass diese Tour eines der vielen Highlights unseres Islandaufenthalts ist.

    Und wer jetzt denkt wir würden bei den bereits winterlichen Temperaturen besser etwas an der Wärme (also drinnen) unternehmen – geht nicht – die Isländer haben die Saison beendet und alle Museen, Shows und Indooraktivitäten geschlossen. Das gleiche gilt praktisch für alle Zeltplätze. Und so treffen wir die zehn Touristen, die noch unterwegs sind, jeden Abend aufs Neue auf den letzten geöffneten «Zelt- und Campersammelstellen» und erzählen uns gegenseitig, wo wir heute der Kälte getrotzt haben.
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    Matthias Kälin

    Spannend - einfach ein bisschen weit weg um mal schnell vorbei zu schauen. Freue mich schon auf die Bilder!

    10/5/20Reply
    Elia Hofmann

    Top - i ha Träne glachet bi "...bevor die scheinbare Bewegungslosigkeit einsetzt"🤣

    10/5/20Reply
    Peter Hauri

    Jetzt sind eure Füsse sicher abgehärtet! Lieber ihr als wir 😄

    10/7/20Reply

    Tote im Auto??? Mann, das muss ja stinken! Nun gut, zusammen mit den mehrtägig getragenen Wandersocken und den synthetischen Thermoshirts ergibt sich ja so oder so eine spezielle Geruchsnote im Autoinnenraum. Tannebäumli oder so...hilft…vielleicht??? Nun zu euren Touren: Lose geschichtete Felsdecken, Lavasteinsbrocken überklettern, gespannte Drahtseile über Bäche, schwebende Baumstämme, Aufstiege an Ketten und Seile am Abgrund ins Bodenlose!!!! Ist das nicht gefährlich? Geil, ich will auch, jupijajee Schweinebacke!!! Gut, Bewegungslosigkeit und laufen wie ein Storch wegen abgefrorenen Füssen ist schon Scheisse. Aber egal……ich will auch! [Dänu]

    10/8/20Reply
     
  • Day3

    Quarantänestatus

    August 25, 2020 in Iceland ⋅ ⛅ 11 °C

    Bis am Freitag werden wir weiter in Quarantäne bleiben. Auch mit dem negativen Covid-Testresultat. Dann müssen wir das Wattestäbchenprozedere ein weiteres Mal über uns ergehen lassen. Also noch einmal Würgereiz und Kleinhirnkitzeln. Aber wir haben das ja gewusst und uns darauf eingelassen. Bis dahin heisst es weiterhin schlafen, lesen, TV schauen, Reise planen, spielen, spazieren und Essen kommen lassen. Gestern gingen wir kurz raus, um uns ein wenig zu bewegen. Mit 17km in den Beinen haben wir uns nach viereinhalb Stunden wieder in unser Zimmer zurückgezogen. Erste Annäherungsversuche an die lokale Fauna, Flora und Wanderwege war kurzweilig und sehr interessant.

    Da das Wetter auch heute wieder schön daherkommt, gehen wir dieses Mal Richtung Meer. Wir umrunden zwei kleine Fjorde, beobachten Isländer bei ihren Freizeitaktivitäten, sehen Unmengen Vögel, springen kurz ins kalte Nass und geniessen dann die Sonne und den Sandstrand.

    So lässt es sich quarantänen!
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    Iceland und ihr liegt am Strand an der Sonne? Ihr wurdet verarscht! Die haben euch doch in Südspanien abgeladen! [Dänu]

    8/27/20Reply

    Ist das nicht zu wenig Abenteuer für Euch? Ich meine damit den Luxus nach dem Füsse vertreten in eine geheizte Stube mit fliessendem, warmen Wasser zu kommen? Hoffe Ihr kommt bald richtig raus 😉 [Chrigi]

    8/27/20Reply
     
  • Day33

    Eiszeit

    September 24, 2020 in Iceland ⋅ 🌙 0 °C

    Während es in der Schweiz angeblich noch schön warm ist, schleicht sich hier ganz klar der Winter an. Und mit dem Kommen des Winters korreliert das Gehen der Touristensaison. Wir merken das immer öfter, wenn wir vor verschlossenen Küchenhäuschen und Aufenthaltsräumen der Zeltplätze oder geschlossenen Campgrounds stehen, wenn keine Touren mehr angeboten werden oder die im Reiseführer empfohlenen Cafés und Restaurants nur noch Stundenweise ihre Pforten geöffnet haben. Natürlich spielt hier auch das gemeine Rumpelcovidchen eine Rolle und veranlasst viele Betreiber die Saison etwas früher zu beenden. So kommt es auch heute, dass wir zwar einen Stellplatz für unser Zelt, aber keine geeignete (geheizte) Koch- und Essmöglichkeit für uns vorfinden. An einem windgeschützten Platz und dick eingepackt machen wir uns ans Kochen. Rüsten, schneiden, brutzeln, rühren, würzen – geschafft, das Risotto ist fertig. Mit klammen Fingern versuchen wir die Metallgabel so zu manövrieren, dass am Schluss etwas von dem warmen Essen zum Mund geführt werden kann. Wohlige Wärme breitet sich bereits mit den ersten Bissen aus und die Kälte und der Wind sind für kurze Zeit vergessen. Beim Abwasch an einer besonders windigen Stelle ist die zugeführte Wärme schnell wieder dahin. Schlotternd rubbelt Simon das Geschirr trocken, während er in Gedanken schon unter der warmen Dusche steht. Kurze Zeit später, schmerzt es als unter dem heissen Wasser der Dusche das Leben langsam in die Finger und Zehen zurückkehrt. Trotzdem tut es gut. Das Ziel ist es, so viel Wärme wie möglich zu speichern und diese anschliessend mit in den dick mit Daunenfedern gefüllten Schlafsack mitzunehmen. Da angekommen kann uns die nächtliche Kälte, bis auf einen allfälligen Toilettengang nichts mehr anhaben. Blöd, wenn wir zwischenzeitlich noch von der Schönheit der am Himmel wabernden Aurora aufgehalten werden und uns erst losreissen können, wenn sich die Kälte schon wieder tief in unsere Kleiderschichten geschlichen hat.

    Aber es gibt auch offensichtlichere Anzeichen des nahenden Winters. Morgens ist sowohl der Boden als auch das Zelt gefroren. Da wo man bis jetzt aufpassen musste keine nassen Füsse zu kriegen, gilt es jetzt nicht auf dem Eis auszurutschen und an den Steinen in den unzähligen Bächen bilden sich erste Eisringe. Grössere Eismengen sehen wir am Vatnajökull, dem grössten Gletschersystem Europas. Die Eisschicht bedeckt die höchsten Berge Islands und die Gletscherzungen reichen bis auf Meereshöhe hinunter, wo sie oft in einem grossen Gletschersee enden. Wir geniessen den Blick auf die umhertreibenden Eisberge und -schollen, zwischen welchen immer mal wieder ein Seehund auftaucht. Die kleineren Eiskristalle liegen wie Diamanten auf den schwarzen Lavasandstränden bis sie irgendwann dahingeschmolzen sind. Und wir realisieren, dass es ganz gut ist, wenn hier die Temperaturen, nach einem angeblich eher warmen Sommer, wieder sinken und so diese Naturschönheit noch möglichst lange erhalten bleibt.
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    So jetzt! Solange die Finger nicht an der Metallgabel kleben bleiben, ist es auch noch nicht kalt! Mann und Frau müssen auch nicht mitten in der Nacht im kurzärmligen Pyjama die Nordlichter bestaunen gehen! Was Diamante am Strand? Bitte räumt die Glasscherben von der letzten Strandparty weg. Hätte noch einen Spielvorschlag: Versucht doch von Eisscholle zu Eisscholle zu hüpfen! Wer näher an die Gletscherzunge kommt hat gewonnen! Tolle Idee, gell! [Dänu]

    9/25/20Reply
     
  • Day9

    Der Kreis hat sich geschlossen.

    September 20, 2019 in Iceland ⋅ 🌧 11 °C

    Meldung aus Rykjavik:
    Wir sind gut in unserer Unterkunft angekommen und haben damit unser letztes Ziel erreicht!
    Auch wenn es manchmal nicht danach aussah...
    Wir hatten heute mit ein paar Problemen zu kämpfen, diese werden wir aber morgen in einem weiteren Post erläutern.
    Gesättigt müssen wir uns nun erstmal vom heutigen Tag erholen.

    Morgen also Näheres!
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  • Day39

    Sport und Mord

    September 30, 2020 in Iceland ⋅ ⛅ 1 °C

    Immer wieder sterben in unserem Auto Menschen, mit oder ohne Fremdeinwirkung. In den letzten Tagen war es jedoch extrem sportlich mit Ilijas olympischen Disziplinen. Nun stecken wir mitten in einer Geschichte, die uns die deutsche Stimme von Robert de Niro erzählt. Zum Autofahren eignen sich Hörbücher hier in Island sehr gut. Es hat wenig Verkehr und wenn es in Strömen regnet, hat man doch etwas Spannendes oder Interessantes im Ohr. Die letzten Tage hat es oft geregnet und das Zelt nass einzupacken macht keinen Spass. Darum haben wir uns entschieden eine Übernachtung in der Jugendherberge Fjördalur, einem uralten aber renovierten Grasdach-Haus zu buchen. Empfangen wurden wir von Paul, einem englischen, pensionierten Universitäts-Bibliothekar, der seine Sommer in diesem Wanderparadies verbringt. In der super eingerichteten Küche können wir unseren Kochgelüsten freien Lauf lassen. Am nächsten Tag versuchen wir nochmals die am Vortag verpassten Sehenswürdigkeiten anzupeilen, aber alle Indooraktivitäten haben bereits Winterpause und alles was draussen stattfindet macht bei sintflutartigem Regen Spass. Also trösten wir uns mit einem Eis und bleiben eine weitere Nacht bei Paul im Warmen. An diesem Abend offeriert er uns von seinem selbstgemachten Rhabarberwein und gibt uns Karotten aus seinem Garten. Gemütlich plaudern wir bis in die Nacht hinein. Am nächsten Tag ist es endlich so weit und wir können uns das Flugzeugwrack und die Wasserfälle Skogafoss, Seljalandsfoss und Gljufrabui ansehen. Hinter dem Seljalandsfoss kann man sogar durchgehen, aber nicht ohne pflotschnass auf der anderen Seite herauszukommen. Zum Glück scheint die Sonne und im Auto mit Aircondition trocknen unsere Funktionskleider recht schnell. Da wir am nächsten Tag das Gebiet um den Vulkan Hekla erkunden wollen, peilen wir verschiedene Campingplätze in diesem Gebiet an, aber sie sind entweder geschlossen oder haben keinen warmen Aufenthaltsraum. Bei diesen Temperaturen sind wir inzwischen etwas wählerisch… Wir werden erst in Selfoss fündig, wo wir wieder auf ein Schweizer Paar treffen, dem wir schon seit Akureyri immer wieder über den Weg laufen.
    Wir legen einen faulen isländischen Tag ein: spätes Frühstück, Schwimmbadbesuch mit ein paar längen im Aussenbecken und anschliessenden Kalt-/Heiss-Wechselbädern, Kaffee und Kuchen in der Kaffeestube, Einkaufen und nach dem Znacht ins Kino (Spoileralarm: es überleben nicht alle Protagonisten in Greenland).
    Am nächsten Morgen sind unser Innenzelt und die Schlafsäcke aussen nass. Als wir aus dem Zelt treten ist auch klar warum: Die ganze Aussenhülle ist gefroren – Atmungsaktivität ade. Wir verfrachten die Schlafsäcke ins Auto und lassen sie auf der Fahrt ins Hekla-Gebiet trocknen. Zu Anfang unserer Wanderung von Stöng zum Haifoss nieselt es zwischenzeitlich, aber es weht nur ein sanfter Wind und die Sonne drückt. Rechtzeitig am Ende der 8 km langen Strecke lässt die Sonne in der Gischt des Wasserfalls einen Regenbogen aufleuchten. Innerlich gewärmt durch das mit dem Gaskocher aufgeheizte Resteessen, wandern wir das schöne herbstliche Tal zurück. Auf dem Rückweg nach Selfoss, wo heute Fajita-Tag ist, halten wir bei einem nachgebauten Grassodenhaus und natürlich bei weiteren Wasserfällen.
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  • Day12

    Reykjavik - Stadt der Wikinger + Trolle

    September 3, 2020 in Iceland ⋅ ☁️ 8 °C

    Sie essen vergammelten Hai, gekochten Mink-Wal und geräucherte Papageientaucher, laufen in Outdoorklamotten umher und trinken Brennivín. Das sind die Touristen, von welchen es im Moment nur sehr wenige hat. Und dann sind da die echten Wikinger – gross, stark, tätowiert, viel Bart, Wollpullover, freundlich, kommunikativ und hilfsbereit, von denen es anscheinend umso mehr gibt.
    Die Stadt mit den gewöhnungsbedürftigen, farbigen Wellblechbehausungen neben mehrstöckigen, modernen Betonneubauten, unzähligen Statuen, Kirchen, Schwimmbädern, Fischhallen und geschichtsträchtigen Gebäuden bietet für jeden Geschmack etwas. Neben unzähligen Restaurants mit teils originellen Delikatessen (nordländisches Sushi mit exotischen Früchten, Pizza mit Pommes) oder ausgefallenen Konzepten (Roboter, welche die Drinks shaken und servieren), Eisdielen mit unüblichen Geschmacksrichtungen (gesalzene Erdnüsse, Lakritze), Museen über Sagen, Wikinger, die Entstehung des Landes, Punk (hier «Pönk») oder einfach über den Penis (in allen Farben, Grössen und Formen – sogar die isländische Handballnationalmannschaft kann man da bestaunen – oder zumindest ihr bestes Stück), unzählige Shops und Boutiquen (Wikingerhelme, Troll- oder Papageientauchertassen, -plüschtiere, -besteck, -strumpfhosen…, Shirts mit intelligenten Prints, Felle, Pelzmäntel usw.) gibt es auch Führungen durch die Stadt oder sogar über das ganze Eiland.
    Und nachdem wir einiges davon besucht und genossen haben, freuen wir uns darauf das Mietauto abholen zu können und endlich Sehenswürdigkeiten in der Natur auf eigene Faust zu besuchen.
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You might also know this place by the following names:

Höfuðborgarsvæði, Hoefudborgarsvaedi, Capital Region, Región de la capital, Région de la capitale, Regione della capitale, Distrito da Capital, Huvudstadsregion