• Landcruisers Horizon
  • Landcruisers Horizon

Ausfahrt Amerika

~ 150.000km
Halifax (Kanada) bis Ushuaia (Argentinien) und wieder zurück ... war der Plan
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  • Frohe Ostern

    14–16 Apr 2025, Brazil ⋅ ⛅ 24 °C

    Wir befinden uns in der Karwoche und besuchen Pomerode. Die Einwohner sprechen Deutsch oder versuchen es. Sie dekorieren ihren Ort in kitschigster Ostermanier. Das Bier heißt Schornstein, es gibt Vorgärten mit Blumen und saubere Bürgersteige. Wir sehen elektrische Rasenmäher mit Grasfangkorb.
    Ich gehe allein, um mir die kleine Innenstadt anzuschauen. (Jörgs Fuß ist immer noch nicht besser.) Im Schokoladenladen "Nugali" bemerkt ein blauäugiger, älterer Herr, dass ich nur deutsch spreche und nicht portugiesisch. Er ist begeistert und erzählt mir seine Familiengeschichte. Als ich im Tortenparadies mein Handy liegen lasse, erhalte ich es mit einem Lächeln und der Aussage, dass sie gehofft haben, dass ich zurück komme, ohne Dikussion zurück. Auf dem Campingplatz will der Besitzer mit dem ansässigen "Drews" telefonieren, denn er sei bestimmt Jörgs Bruder.
    Wäre nicht ein eklatanter Rassismus gegen alle anderen Brasilianer vorhanden, könnte die Stadt liebenswert sein.
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  • Atlantik ll

    17–20 Apr 2025, Brazil ⋅ ☁️ 25 °C

    Die Ostertage wollen wir gemütlich an einem einsamen Strand am Atlantik verbringen. Mit dieser Idee sind wir nicht allein und so tummelt sich plötzlich Nachts feuchtfröhliches, feierwütiges Volk an unserem ersten Übernachtungsplatz - die Schaukel beweist, dass sie 5 Erwachsene trägt, der Musikgeschmack wechselt zwischen Techno und brasilianischer Folklore mit Akkordeon und auch stimmlich erreichen die jungen Menschen, dass ich den Sonnenaufgang nicht verpasse. Zum Frühstück sind Jörg und ich bis auf ein paar Fischer wieder allein.
    Weiter geht es nach Florianópolis und die Ilha de Catarina. Auf dem Weg genießen wir Paella direkt am Strand, freuen uns über einen Nachtreiher, der neben uns den Tag verschläft und beginnen schon am frühen Nachmittag einen schönen Platz zu suchen, an dem wir den Nachmittag am Strand verbringen und dann auch übernachten können. Wir werden nicht fündig! Entweder versperren Hochhäuser Sicht und Zugang zum Strand oder die Sicherheitslage ist zumindest fraglich. Wir bleiben schließlich im einzigen Campingplatz, der geöffnet hat: Teuer und dreckig, vor allem die Sanitäranlagen. Aber wir haben keine Wahl, denn es ist schon dunkel.
    Doch der nächste Tag entschädigt uns für die Mühen des Vortages: Den Schmuddelplatz verlassen wir sehr früh und finden tatsächlich doch noch den Sandstrand mit Bademöglichkeit und familiärer Atmosphäre. Wir genießen ausgiebig und verlassen dann diese Badewanne Brasiliens, um auf dem Festland einen ruhigen, sauberen, sicheren Platz zu finden: Es gelingt.
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  • Die letzten ihrer Art

    20–22 Apr 2025, Brazil ⋅ ☀️ 14 °C

    Vor über 130 Mio Jahren schufen intensive Vulkanaktivitäten nach dem auseinanderbrechen Gondwanas eine weite und hohe Basaltlavaschicht, die seither erodiert. So entstand die Hochebene im Süden Brasiliens mit den dazugehörigen Schluchten und die sich nach Osten bis zum Atlantik ausdehnende Tiefebene - das Schwemmland. Ein letztes Mal verlassen wir die Küste, um uns diese geologische Besonderheit anzuschauen - die Schlucht Itaimbezinho mit dazugehörigem Nationalpark soll besonders schön sein.
    Seit Curitiba habe ich Jörg auf den Beifahrersitz verdonnert, damit er seinen Fuß hochlegen kann. Da ich des Fahrens auf asphaltierten Straßen mit überholendem LKW-Verkehr überdrüssig bin, sucht Jörg besonders schöne, kleine bis winzige Wege durch die Tiefebene, die uns dann auch an Furten führen. Es ist kein Wunder, dass die Strecke schließlich nur noch Treckerspuren aufweist, normale Fahrzeuge scheitern bei 60 cm Wassertiefe.
    Auch an den Serpentinen, die uns zur Hochebene herauf bringen, habe ich viel Spaß. Der sich anschließend uns bietende Blick ist überwältigend!
    Die Hänge der Schluchten sind bewaldet mit den letzten Araukarienwäldern. Einstmals bedeckten diese besonderen Bäume weite Teile des Landes und gehörten zum atlantischen Regenwald. Doch sie sind zweihäusig, wachsen extrem langsam, bilden erst ab ca.60 Jahren Samen aus und entwickeln erst ab dem 100. Lebensjahr ihre eigentümliche Form. Keine guten Überlebensvoraussetzungen angesichts des Holz- und Samenhungers des Menschen. Die komerzielle Nutzung ist inzwischen zwar verboten, trotzdem sehen wir am Straßenrand Händler, die die großen Zapfensamen verkaufen - der Geschmack erinnert an rohen weißen Spargel.
    Wir zahlen den Eintritt für 3 Tage Aufenthalt im Nationalpark und lassen uns Zeit. Da Jörg sowieso nur humpelt, wandern wir nicht - schöne Aussichtspunkte sind auch gut mit dem Auto zu erreichen. Zu einer Stelle laufe ich allein - hin und zurück 6 km sind nichts für den Fuß - aber Jörg hat nicht viel verpasst.
    Am letzten Tag wollen wir von unten an die Schlucht heran ... doch uns wird der Eintritt verwehrt: Zum unteren Teil des Nationalparks müssten wir ein neues Ticket lösen. Da wir außerdem trotz angelegter Straße nur zu Fuß weitergehen dürfen, lassen wir diese Unternehmung.
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  • Atlantik lll

    22–24 Apr 2025, Brazil ⋅ ☀️ 22 °C

    Nach diesem Ausflug ins Landesinnere wenden wir und ein drittes und letztes Mal der Küste zu, bevor wir Grobi wieder einlagern und nach Manaus fliegen, um mit Lisa den Dschungel zu erkunden.
    Küste genießen, Grillen am Strand, Schlafen, Ausruhen, ein Stückchen weiter fahren. Mehr nicht!Baca lagi

  • Tor! Toor! Tooooor!

    24–25 Apr 2025, Brazil ⋅ ⛅ 23 °C

    Auf der letzten Strandfahrt über sehr holpriges Terrain hören wir plötzlich ein unangenehmes Geräusch, wann immer sich Grobi von einer Seite zur anderen neigt. Es klingt, als ob der Auspuff sich gelöst hätte und von unten gegen den Wagen dengelt. Wir sind besorgt! Am Strand angekommen, lege ich mich, wie Gott mich schuf (damit meine Klamotten nicht dreckig werden/ es gibt ein Beweisfoto ... nicht hier), unter den Wagen und kontrolliere alles, was sich irgendwie ungut in Bewegung setzen kann. Fehlanzeige! Da wackelt nichts ungebührlich. Was kann es sein? Am nächsten Tag fahren wir ein Stück: Nichts zu hören! Die Strecke wird schaukelig - das dumpfe Geräusch ist wieder da! Ich beginne, alles im Innenraum auf festen Sitz zu überprüfen und die Erleichterung ist immens, als ich feststelle, dass sich die Gasflaschen losgerüttelt haben! Nie war eine "Reparatur" einfacher!
    Weiter geht es frohen Mutes! Wir haben uns eine Dammstraße durch ein Sumpfgebiet ausgesucht, ohne zu ahnen, wie viele unterschiedliche Besitzer hier ihre Estanzia haben. Am ersten Tor zögern wir noch, doch ab Tor 3 macht Jörg - er muss immer noch Beifahrer sein, obwohl der Fuß sich bessert - Fotos und wir schließen Wetten ab, wir viele Tore es werden. 13! Ist das ein schlechtes Ohmen? Ab dem 14. Tor, dass uns, vom Dammweg weg, den Zugang zum Strand und Übernachtungsplatz freigeben soll, scheitern wir: Es gibt Schlösser und Warnschilder! In der einsetzenden Dunkelheit wende ich auf einem Holzfällerplatz, scheine noch ein Gebüsch in Grobis Unterbau eingesammelt zu haben, lenke dann aber den Wagen ohne das knirschende Geräusch und in der Schwärze der Nacht auf die Bundesstraße.
    Übernachtungsplatz, wo bist du? Lange Zeit schleiche ich mit 60 h/km verhältnismäßig langsam, damit wir nicht an kleinen Abzweigungen und Feldwegen, in denen wir einen Stellplatz finden könnten, vorbei fahren. Doch dann kommt ein Wagen von hinten, der trotz Überholmöglichkeit hinter uns bleibt und immer wieder aufblendet oder den Warnblinker setzt. Was will er? Bin ich ihm zu langsam? Ich beschleunige. Er tut es mir gleich und überholt dann rasant, um vor uns die Geschwindigkeit drastisch zu reduzieren. Wir sind alarmiert und ich überhole ihn wieder. Inzwischen sind einige Fahrzeuge hinter mir, die den Überholvorgang mitvollziehen und jetzt den Blick auf unseren "Verfolger" verdecken. "Hier rechts rein", höre ich Jörg und steuere zügig in den Feldweg, der uns sofort hinter Gebüsch und Bäumen in Deckung bringt. Licht aus. Aufatmen! Der andere Wagen folgt uns nicht! Wir tuckern noch bis ein Tor uns die Weiterfahrt verwehrt, dann wende ich. Währenddessen tritt - schon wieder - ein knirschendes Geräusch auf! Als wir aussteigen und nachschauen, sehen wir, dass sich ein langer, dicker Draht um die rechte Hinterachse gewickelt hat. Nur mit großer Mühe lege ich die Achse frei, eine Zange vermag den Draht nicht zu durchtrennen. Zum Glück gibt es keine Schäden an Grobi.
    Und was lernen wir daraus? Die meisten Menschen sind hilfsbereit und freundlich! Unser Verfolger wollte uns mit Sicherheit nur auf den Draht aufmerksam machen.
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  • Seelöwen

    25–30 Apr 2025, Uruguay ⋅ ☁️ 22 °C

    Um in Chuy über die Grenze nach Uruguay zu kommen, müssen wir vorher, aber am Tag des Übertritts, online ein Formular ausfüllen. Dann bekommt man eine Nummer zugewiesen, mit der dann der Grenzwechsel erfolgen soll. Über die Regierungsseite finde ich nach einigem Suchen das für Ausländer, die nicht den Mercosur-Staaten angehören, vorgesehene Datenblatt. Da ich meinem Spanisch bei so wichtigen Dingen nicht traue, nutze ich die Übersetzung der Regierungsseite ... und bin überrascht. Ich soll für die Einfuhr von Grobi den "Unterricht" eintragen. Was ist damit gemeint? Motorkennung und Chassinummer habe ich schon an anderer Stelle eingetragen ... Farbe?Antriebsart? Treibstoffart? Fahrer? Eigentümer? ... Nein! Das Kraftfahrzeugkennzeichen ist gemeint! Nach Lösung des Rätsels kommen wir problemlos über die Grenze.
    Wir bleiben ein paar Tage im Parque Nacional de Santa Teresa, einem vom Militär geführten Campingplatz, der in der Nebensaison vor allem von Surfern besucht wird. Dann zuckeln wir weiter nach Cabo Polonio und besuchen dort die zweitgrößte Seelöwenkolonie Uruguays. Schon die Hinfahrt ist hinreißend: Autos sind dort verboten! Also werden die Touristen mit lastwagenähnlichen Gefährten durch die Dünen zum Ort gekarrt. Es ist Nebensaison, so haben wir den Blick auf die Seelöwen fast für uns allein. Ich kann mich kaum losreißen. Doch wir wollen im Ort noch Essen gehen: Frittierte Algenbällchen und Fisch ... und Caipirinha. Wir nehmen die letzte Transportmöglichkeit zurück zu Grobi und übernachten auf dem Parkplatz.
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  • Rodeo

    2–6 Mei 2025, Uruguay ⋅ ☁️ 23 °C

    Wir erreichen Atlántida und putzen auf dem Campingplatz eines Holländers Grobi und alles andere so, dass Außenstehende uns nicht mehr für kleine Dreckschweine halten.
    Trotzdem erleben wir wieder etwas uns völlig Neues: Ein lokales Rodeo, in dem sich Gauchos 8 Sekunden auf einem Wildpferd halten müssen, bevor sie von 2 Reitern "gerettet" werden. Die Pferde sind verängstigt, verschreckt, verstört und reagieren entsprechend. Die Reiter fliegen reihenweise zu Boden. Es gibt Verletzte. Für uns ist das ein fragwürdiges Vergnügen ... . Doch die volksfestartige Atmosphäre auf dem Platz gefällt uns.

    Inzwischen sind wir mit Lisa vereint und auch schon aus dem Dschungel zurück ... die Footprints folgen.
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  • Manaus

    7–9 Mei 2025, Brazil ⋅ ⛅ 30 °C

    Eine Stadt mitten im Regenwald! Mit ca. 2 Mio. Einwohnern! Mit Markthallen, von Gustave Eiffel im Jugendstil entworfen! Mit einer riesigen Oper, dessen Materialien mit Ausnahme des Holzes aus Europa hergeschifft wurden! Die Gummibarone sind mit dem Handel von Kautschuk - und der Sklavenarbeit der indigenen Bevölkerung - von Mitte des 19. Jhd. bis Anfang des 20. Jhd reich geworden. Erst als Samen der Pflanzen über Europa nach Asien geschmuggelt wurden, war das Monopol gebrochen und der Kautschukpreis verfiel ... genauso wie weite Teile der Stadt seither.
    Wir kommen fast zeitgleich mit Lisa am Flughafen in Manaus an und freuen uns unbändig über das Wiedersehen. Das Hotel empfängt uns englischsprachig mit einem ausgedehnten Buffet. Wir sinken erschöpft, aber glücklich, in saubere Betten.
    Es ist zwar schwülheiß, wie in der Nähe des Äquators zu erwarten, doch am nächsten Morgen machen wir uns auf Erkundungstour. Wir haben Glück: An der Oper kommen wir genau rechtzeitig zu einer Führung auf Englisch. Zu Mittag gibt es Fisch an den Markthallen und auf dem Rückweg zum Hotel wagt Jörg einen Haarschnitt auf der Straße, der sogar gelingt. Allerdings kaufen wir noch schnell ein Wunddesinfektionsmittel, da der venezuelanische Frisör mit dem Rasiermesser kurz ansetzt, Jörg zu skalpieren. Es tut ihm sehr leid.
    Im Nachhinein war die winzige Wunde ein Glück, denn das Desinfektionsmittel wird uns noch gute Dienste erweisen.
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  • Im Dschungel brennt das Licht

    9–17 Mei 2025, Brazil ⋅ ☁️ 31 °C

    Man soll sich nicht von Fotos täuschen lassen, weder auf Websites im Netz noch auf einem privaten Blogeintrag.
    Es sollte eine exklusive Tour in den Dschungel werden, mit Flug nach Tefé, Hotelaufenthalt "first class", dann Speedbootfahrt nach Maraã - schon tief im Urwald - und ab dort mit 2 Indigenen und einem deutschsprachigen Übersetzer mit dem Kanu weiter. Jetzt sollte es Aktivitäten geben wie Aufbau eines Urwaldcamps, Nahrungssuche (Wurzeln, Blätter, Früchte), Angeln, Dschungelwanderungen, Baden im Wasserfall, und, und, ..., und natürlich dazu die Erläuterungen der Indigenen, übersetzt ins Deutsche. 9 Tage lang! Zu schön, um wahr zu sein? Richtig! Schon der Flug findet nicht statt, stattdessen fahren wir 27h mit einem Boot nach Maraã. Wir akzeptieren die Touränderung, da Eduardo, der Anbieter von "Amazon deep jungle tours" erklärt, dass Tefé wegen Piraten nicht sicher sei. Spätestens im schmuddeligen Maraã wird jedoch klar: Hier wird betrogen! Der nur rudimentär des Englischen mächtige Führer Raimundo wurde noch nicht bezahlt ... wir zahlen jetzt doppelt - noch heißt es, dass wir das Geld erstattet bekämen und die Rückkehr nach Manaus gebucht sei.
    Die indigenen Führer existieren nicht. Und mit Raimundo geht es mit klapprigem Boot (schon wieder setzt ein Motor aus - diesmal unreparabel - Ersatz schafft ein Bruder) zu einer bitterarmen Dschungelcommuity. Wir kommen im Dunkeln an. Raimundos Onkel verweigert die Übernachtung in seinem Haus, wir werden zum Cousin weitergeschleust. Auch dort sind wir nur mäßig willkommen - wer kann es ihnen verdenken! Zum Abendessen gibt es Reis und gekochte Eier. Wir schlafen in einem der 3 Zimmer in Hängematten. Am nächsten Morgen ziehen wir doch bei Onkel und Tante ein und leben für die nächsten Tage im Hauptraum des 2 Zimmer Hauses. Wir lächeln uns durch, "Obrigada", "Obrigado" und machen alles mit: Die Gemeinschaft stellt Açai her? Wir helfen beim Abstreifen der Beeren. Die Gemeinschaft feiert Muttertag? Wir folgen der Einladung. Wir schälen zu dritt bergeweise Maniok. Ich streife mit den Händen gekochten Maniok durch ein Sieb. Wir schwimmen mit der Dorfjugend im braunen Fluss, damit wenigstens etwas Hygiene an unseren Körper kommt. Wir entschuppen Fische. Wir lächeln, geben uns Mühe, lächeln, auch wenn uns zum Heulen zumute ist. Aus der Community kommt immer die gleiche Frage: Ist es schön hier? Gefällt es Euch? Wir lächeln und nicken. Nach den Anfangsschwierigkeiten sind die Dorfbewohner alle freundlich.
    Unsere Füße sind von beißenden Fliegen malträtiert, ich habe einen tiefen Schnitt im linken Zeh und vom Maniokschälen im Daumen. Mangels Trinkwasser haben Lisa und ich nach 6 Tagen Durchfall. Wir lächeln. Desinfektionsmittel, Jodsalbe und Advantan sind im Dauereinsatz ... auch die Tante nimmt gerne meine Hilfe gegen ihre Entzündungen an. Oft wissen wir jedoch nicht, was wir tun sollen ... Langeweile in der Hängematte.
    Hin und wieder, vor allem, wenn wir darauf bestehen, macht Raimundo mit uns einen Ausflug: Wir übernachten einmal in einem verlassenen Resthaus im Dschungel, von "eigenes Lager aufschlagen" keine Spur. Stattdessen lässt uns Raimundo über Stunden dort allein in der Gesellschaft der beißenden Fliegen. Als er wieder erscheint, hat er starke Kopfschmerzen. Mit Freude nimmt er meine Aspirin und verschwindet in der Hängematte. Nachts paddeln Lisa und ich mit Raimundos Freund durch den Dschungel: Netze auf Fisch kontrollieren.
    Vielleicht genießen wir Nachts den Sternenhimmel? Nein, denn dauernd brennt das Licht, auch tagsüber, auch in den Rudimenten von Häusern. Seit es in Brasilien das Recht auf Elektrizität gibt, werden auch die Dschungelbewohner mit Strom versorgt. Lichtschalter gibt es keine, dafür aber ohrenbetäubenden Technosound von der Dorfjugend ab 3:00 Nachts. Lächeln!
    Vom Dorflehrer werden wir zum Essen eingeladen. Die Kommunikation auf Portugiesisch ist schwierig, aber es ist wenigstens Kommunikation! "Obrigado!"
    Seine Frau mit dem deutlich retardierten Kind gehen uns zu Herzen.
    Als ich Raimundo an einem anderen Tag das Bild einer Victoria regia zeige und ihm verdeutliche, dass ich sie sehen will, muss er sich vom Onkel erklären lassen, wo sie zu finden ist. ... und führt uns hin, immerhin. "Obrigada!"
    Am letzten Abend wird, wie jeden Abend, im Versammlungshaus - einem Wellblechdach auf Pfosten - ein Gottesdienst gefeiert: Lautdröhnend, denn es gibt einen Verstärker. Wir sind dabei, auch wenn wir kein Wort der ekstatischen Veranstaltung verstehen. Lisa bekommt anschließend Kleinkinder und Säuglinge in den Arm, denn sie hat - völlig unverständlich für die Community - in ihrem Alter keine Kinder. Ich soll die Kinder segnen. Ich tu es. Lächeln! Und dann die Frage: Wann kommt ihr wieder? Lächeln!
    Am nächsten Tag machen wir drei allein einen Ausflug im Einbaum in den nahegelegenen See - und freuen uns am Grün, den Spiegelungen, der Stille, sehen Affen und Tukane.
    Die Rückkehr nach Maraã ist für uns Durchfallgeplagte eine Herausforderung, denn Raimundo hat keine Eile: Er macht das klapprige, motorisierte Boot mit uns an Board an einem Ast am Ufer fest und geht im Einbaum für 1½h fischen - "you wait".
    Dass wir die Rückkehr nach Manaus selbst finanzieren müssen, wird in Maraã klar; nichts ist für uns gebucht, weitere 400,- US$ bringen uns nach Manaus.
    Auf der Touristenpolizeistation am Flughafen wird unsere Anzeige aufgenommen: "Eduardo? Nicht schon wieder!" Es ist ein zweifelhafter Trost, dass wir nicht alleine auf den Betrüger hereingefallen sind.
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  • Weitere Bilder

    9–17 Mei 2025, Brazil ⋅ ☁️ 31 °C

    Hier noch weitere Bilder aus dem Dschungel.

    Und wenn Ihr Euch fragt, warum wir uns nicht früher haben zurückbringen lassen nach Maraã, dann lautet die Antwort: Zum einen hofften wir, dass das Boot von Maraã nach Manaus bezahlt wurde, zum anderen wollten wir die freundlich-zugewandte Dschungelgemeinschaft nicht brüskieren.Baca lagi

  • Zurück in Manaus

    17–19 Mei 2025, Brazil ⋅ ☁️ 30 °C

    Wir sind zurück! Und freuen uns über ein Frühstück im Seringalhotel mit Früchten, Säften, Zitronenwasser und jeder Menge unterschiedlichster Backwaren, entspannen uns unter der Dusche, bringen die Wäsche in eine Wäscherei ... und legen uns schlafen! In ein Bett! Mit Bettlaken! Und - absoluter Luxus - Klimaanlage!
    Am Sonntag erkunden wir die menschenleere Stadt und gehen essen.
    Zum Abschied von Manaus machen wir eine der touristischen Tagestouren unserer Brasilienreise: Baden mit Delfinen, Durchqueren des Parque Ecologico do Janauary und Besuch des Encontro das Águas. Herbert, unser Führer, ist Deutscher, wohnt jedoch schon seit 11 Jahren in Manaus. Er erklärt gerne und ausgiebig! Ein Glück!
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  • Rio de Janeiro l

    20–22 Mei 2025, Brazil ⋅ ☀️ 26 °C

    Wir fliegen nach Rio und beginnen sofort mit dem Touriprogramm.
    Tag 1: Corcovado mit Christusstatue, dann Besuch des botanischen Gartens und anschließend Strand von Ipanema
    Tag 2: Zuckerhut und CopacabanaBaca lagi

  • Rio de Janeiro ll

    23–25 Mei 2025, Brazil ⋅ 🌧 22 °C

    Und weiter geht es im touristischen Rioprogramm:
    3. Tag: Mit der kleinen Schmalspurstraßenbahn Bondhino fahren wir über ein ehemaliges Aquädukt - Arcos da Lapa - ins Künstlerviertel Santa Theresa hinauf, bummeln durch die Gassen und Geschäfte und besuchen den Parque das Ruínas, der außer einer bemerkenswerten Kunstinstallation auch eine fantastische Aussicht bietet. Von dort geht es die Eskadaria Selarón herunter - die Treppe wurde vom chilenischen Künstler Jorge Selarón mit über 2000 Kacheln aus aller Herren Länder verziert. Nachmittags teste ich einen Zahnarzt: Das Provisorium wird mir in einer Minipraxis von 7qm eingebastelt. Zähne sind nicht groß, wozu also eine große Praxis.
    4. Tag: Das Museo Amanhã, "Museum von Morgen", will durch unterschiedliche, größtenteils wissenschaftliche Darstellungen der Geschichte des Kosmos, der Erde und der Entwicklung im Anthropozän auf die Schwierigkeiten, die wir Menschen unserem Heimatplaneten bereiten, aufmerksam machen. Wir bestaunen vor allem die futuristische Architektur des Gebäudes. Das Innere bietet uns dreien allerdings leider keine Horizonterweiterung. Auch der Besuch der Kathedrale - ein moderner Bau in Form eines Kegelstumpfes mit einer Höhe und einem Durchmesser am Boden von ca. 100m - führt nicht zu mehr Erkenntnis, wie die Erde noch zu retten sein könnte.
    Also begeben wir uns auf einen kleinen Straßenmarkt und stöbern in Antiquitätenläden.
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  • Rio de Janeiro lll

    25–27 Mei 2025, Brazil ⋅ ☁️ 21 °C

    Tag 5: Wir wagen es! Ohne Führer besteigen wir den höchsten Berg in der Umgebung von Rio, den 1021m hohen Pico da Tijuca im gleichnamigen Nationalpark. Rob, der sehr umsichtige Host unseres BedandBreakfast, warnt uns: Wir würden nicht mit einem Ubertaxi an den Anfang des Wanderpfades gebracht werden; wir würden den Weg nicht finden, denn es gäbe so viele und sie wären nicht gekennzeichnet; wir wären auf uns allein gestellt ohne Internet. Letzteres stimmt, alles andere erweist sich als unproblematisch, denn Jörg und ich sind keine Wandergreenhorns. Nach anstrengendem, aber schönem Weg durch atlantischen Regenwald erreichen wir über steile Stufen im Fels den Gipfel und sind vom Blick über die Stadt überwältigt! Da das Internet, wie erwartet, am Wanderparkplatz nicht funktioniert, laufen wir die 8km zum Eingang des Parks. Abends sitzen wir erschöpft, aber glücklich, in einem kleinen Restaurant in Santa Theresa, genießen den Blick über die Stadt und kratzen an unseren Stichen. Morgen haben wir bestimmt Muskelkater.

    Tag 6: Ab Donnerstag soll er für die Öffentlichkeit geschlossen sein, denn der Instergramhype ist zu groß. Also besuchen wir ihn heute, den Park Lage. Aus uns nicht erfindlichen Gründen ist es ein Muss, dort am Pool vor dem Gebäude zu posen. Die Warteschlange an elegant gekleideten Menschen ist immens lang ... 3h Anstehen für ein Foto! Da wir uns eher über das posenden Volk amüsieren wollen, stellen wir uns nicht an, sondern lassen uns auf die Liste für das Café im Innenhof setzen, das bedeutet nur 30 Minuten warten. Bei einem Brownie mit Vanilleeis und Schokoladensauce beobachten wir das Geschehen ... ich schäme mich fast für mein Geschlecht.
    Wir schlendern noch durch den Park, entscheiden uns dann jedoch für den Nachmittag am Strand von Ipanema.
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  • Rio Reise Rest

    27–28 Mei 2025, Brazil ⋅ ☁️ 27 °C

    Unseren letzten Tag in Rio verbringen wir im MAR - einem Museum für moderne Kunst - und besuchen eine Bibliothek. Da die Nationalbibliothek gerade bestreikt wird, weichen wir auf das "Real Gabinete Português de Leitura" aus. Eine gute Wahl, denn die mit 350 000 Werken größte Sammlung portugiesischer Literatur außerhalb Portugals ist wunderschön.
    Rio hat uns mit Brasilien versöhnt.

    Und dann geht es zurück nach Deutschland ... Großeltern werden!
    Ich hoffe, dass ich Euch im Oktober/November, wenn wir erneut starten, um Argentinien und Chile zu bereisen, wieder mitnehmen darf!
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  • Zurück

    22–23 Okt 2025, Uruguay ⋅ ☁️ 28 °C

    Wir sind zurück! Nach fast 5 Monaten in Deutschland (Enkel Emil eroberte seine Großeltern im Sturm) und über 30 Stunden Flug sind wir wieder da. Montevideo empfängt uns mit blauem Himmel und sommerlicher Wärme. Vor dem Flughafengebäude greift ein kräftiger Mann ungefragt unsere Koffer und verstaut sie im Taxi. Dann schaut er uns erwartungsvoll an: Trinkgeld! Wir sind zurück!
    Marcelo, den wir schon aus Deutschland informiert hatten, dass er uns bitte abholen möge, fährt uns zu unserem dicken Blauen, der schon auf dem kleinen Campingplatz bereit steht. Andere Overlander begrüßen uns: "Wohin fahrt Ihr? Auch nach Süden? Lasst uns die WhatsApp-Nummern tauschen, dann können wir uns unterwegs treffen." Wir sind zurück!
    Es ist Frühling! Wir tauchen ein in den würzigen Duft der Eukalyptusbäume und den Geruch von gelbem Ginster. Wir stehen und lauschen den lustigen Erzählungen des Iren Patrick, den wir das letzte Mal im März getroffen haben. Er reist nach Hause. Wir sind zurück!
    Dann machen wir uns auf den Weg, um die Gasflasche zu füllen und einen Grundstock an Lebensmitteln einzukaufen. Langsam rollt Grobi durch die staubigen, engen Straßen; die meisten Häuser in den Ortschaften sind einstöckig mit etwa 20qm Größe in einem struppigen, kleinen Garten. Wir sind zurück!
    Und auch der nächste Tag zeigt uns, wie sehr wir zurück sind: Die Wasserpumpe versagt den Dienst, als wir das alte, mit Micropur versetzte Wasser ablassen wollen. Bitte jetzt keine defekte Pumpe! Doch nach langwieriger Fehlersuche stellt sich heraus, dass nur das Relais kaputt ist. Glück gehabt!
    Der Einbau des neuen Lüftungsgebläsemotors dauert länger als gedacht. Dann bleiben wir halt noch eine weitere Nacht auf dem Campingplatz.
    Am nächsten Tag regnet es und Jörg ist stark erkältet. Wir fahren trotzdem los.
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  • UNESCO Welterbe

    24–26 Okt 2025, Uruguay ⋅ 🌧 21 °C

    Uruguay hat - im Vergleich zu anderen Ländern dieser Erde - für uns bisher verhältnismäßig wenig Sehenswertes zu bieten gehabt. Deswegen entscheiden wir, bevor wir Argentinien bereisen, noch 2 UNESCO Welterbe in Uruguay zu besuchen.
    Als erstes trifft unsere Wahl Colonia de Sacramento. Die wechselhafte Geschichte, mal in der Hand der Spanier, mal unter der Egide der Portugiesen oder Engländer, aber immer als Schmugglerstadt und Umschlagplatz für Sklaven, lässt ein spannendes Fleckchen Erde erwarten. Doch das an sich schmucke Städtchen hat Pech: Das Wetter hat umgeschlagen und es regnet bei Sturm und knapp 10°C, als wir uns auf Besichtigungstour machen. Auch die zahlreichen Souvenirshops steigern unsere weitere Entdeckerlust nicht, so dass wir bald weiter fahren.
    Ein Highlight empfängt uns auf unserem Übernachtungsplatz: Ein Esel! Ich nähere mich vorsichtig, rede leise mit ihm .... er ist nervös, ich gehe auf Abstand ... ich zeige meine flachen Hände, er weicht zurück ... ich warte - leise sprechend - er lauscht ... so geht es eine ganze Weile, bis er Vertrauen fast und wir geradezu miteinander schmusen. Als ich wieder zu unserem Auto gehen will, folgt er mir - bis seine Leine ihn hindert. Lautes, anhaltendes Iiiii-Ahhhh zerreißt mich fast ... ich hätte keine Beziehung zu ihm aufbauen sollen ... Grobi bietet nicht genug Platz, um ihn mitzunehmen. Jörg amüsiert sich und nennt mich Eselflüsterin ... .
    Tags drauf folgt in Fray Bentos das 2. UNESCO Welterbe: Eine ehemalige Fleischfabrik der Firma Liebig, in der Fleischextrakt, Corned beef und Brühwürfel für die ganze Welt hergestellt wurden. Ohne nennenswerte Erläuterungen (und wenn, dann nur auf Spanisch) an den Exponaten und in den Fabrikhallen, laufen wir planlos auf dem Gelände herum. Und das ist UNESCO Welterbe? Und Dreden wird es wegen einer Brücke aberkannt?
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  • Über die Grenze und an die Küste

    28 Oktober 2025, Argentina ⋅ ☀️ 13 °C

    Wir haben uns alle Mühe gegeben, doch haben wir noch jede Menge Käse, Obst und Gemüse, als wir in Fray Bentos an die Grenze zu Argentinien kommen. Wir sind gewarnt worden: "Die Einfuhr dieser Dinge sowie Fleisch ist verboten! Euch wird alles abgenommen!" Dem entsprechend sind wir auf das schlimmste gefasst - Ermahnungen, Verhör, extra langes Warten - und sind froh überrascht: Die Grenze liegt nach nur 30 Minuten freundlichem Umgang mit uns in unserem Rücken und wir düsen südwärts, Buenos Aires links liegen lassend durch Farmland mit Weiden, auf denen unzählige Rinder grasen. Die Getreidefelder reichen bis zum Horizont. Erst viel später erreichen wir einen Fruchtkontrollpunkt, an dem ich alles Gemüse vorzeigen, aber nur die durch einen Frostschaden (aus Versehen mutierte der Kühlschrank zum Tiefkühler) labbrige Paprika abgeben muss. "Die matschigen Tomaten und die angefrosteten Zucchini?" "Nein, dürfen Sie behalten."
    Die Fahrt zieht sich. Alle paar 100 Kilometer steht ein Gehöft oder eine kleine Stadt ohne nennenswerte Infrastruktur. Als wir in Bahia Blanca unsere Vorräte auffüllen, sehen wir den erstaunlichsten Supermarkt der bisherigen Reise: Fast alle Artikel gibt es nur in der Maxiabpackung! Das ist verständlich: Wenn ich zum Einkaufen von Kiel bis Hamburg fahren müsste, ... .

    Wir stehen am Atlantik! Über uns tausende von Felsenpapageien, die in Höhlen in der Steilküste brüten. Ein paar Kilometer weiter beobachten wir eine riesige Seelöwenkolonie. Dann führt uns die Schotterstrasse schnurgrade durch wüstenähnliches Gelände - der Wind fegt den Sand über die Dünen. Die Weite des Buschlandes ist unermesslich.
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  • Peninsula Valdez

    31 Oktober 2025, Argentina ⋅ ⛅ 18 °C

    Sie ist eine Verheißung und ich freue mich schon seit wir wissen, dass wir Amerika bereisen werden, auf den Besuch: Pinguinkolonien, Seelöwen, Seeelefanten - zum Greifen nah. Glattwale, Südkaper vom Stand aus in 50m Entfernung zu beobachten. Orcas, die vor dem Strand im Meer patroullieren, um unvorsichtige Seelöwen vom Strand zu zupfen. Ich bin ganz kribbelig vor Aufregung, denn wir sind zur richtigen Zeit unterwegs: Alle Tiere vor Ort, die Wale mit Jungen.
    Am Visitorcenter zahlen wir brav umgerechnet 20,-€ pro Person und Tag Eintritt und bekommen Empfehlungen: Die Vogelinsel zuerst, dann eine Walbesichtigungstour ab Piramides (die Preise seien bei allen Anbietern gleich, sie wisse nicht, wie viel man zahlen müsste). Diese und jene Straße sind gesperrt bzw. in so schlechtem Zustand, dass man sie nicht befahren kann. Hochwasser bedeutet mehr Chancen auf Tiersichtungen, ... .
    Und los geht es!
    Die Vogelinsel: Betreten verboten und auch gar nicht möglich, denn sie ist so weit von der Aussichtsplattform entfernt, dass wir nur mit dem Fernglas erkennen können, dass sich Tiere - wahrscheinlich Magellanpinguine - auf der Insel bewegen. Hm ...
    Wir fahren die 30km Wellblechschotterstrecke zum einzigen Ort der Halbinsel, um auf dem einzigen Campingplatz einzuchecken. Es ist jedoch kein Mensch vor Ort. Hmm ...
    Also dann zur Waltour: 105,-€ pro Person für 1½h Fahrt mit 30 Minuten Walbeobachtung, falls welche vor Ort sind. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, Wale zu Gesicht ... ? "Das hier ist kein Zoo!" Wir entscheiden uns dagegen.
    Also auf zu den Besichtigungspunkten ... Doch wir haben von den 76km Piste bis hin zu den Tieren noch keine 5km zurück gelegt, trifft ein Steinschlag von einem entgegenkommenden Bus unsere Windschutzscheibe. Der Riss wandert und ist auf dem Ripio schnell 30cm lang. Hmmm ... .
    An den Aussichtspunkten finden wir immerhin 5, in Worten: fünf!, Pinguine in der Kolonie. Hmmmm ...
    In deutlicher Entfernung sehen wir Seelöwen und Seeelefanten am Strand, den man jedoch nicht betreten kann und darf. Wie mächtig die Tiere sind, lässt sich von unserem Ausguck aus nicht erkennen. Hmmmm... .
    Wale? Keine! Wir warten und beobachten das Meer ... nix, nada, niente ... Hmmmm ...
    Wir sind so enttäuscht, dass wir die Strecke, die die Rangerin als nur schwer befahrbar beschrieben hatte, mit Grobi nehmen wollen, um wenigstens etwas Schönes noch zu erleben. Doch: Die Strecke ist zwar auch eine Waschbrettpiste (130km), aber in wesentlich besserem Zustand als der Hinweg und ohne jeglichen Verkehr. A...A...Als w...w...wir Va...Va...Valdez ve...ve...ver...la...la...lassen, si...si...sind w...w...wir du...du...durchge...ge...geschüttelt.
    Übernachten wollen wir auf der Halbinsel nicht mehr.
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  • Wale, weit weg

    1 November 2025, Argentina ⋅ 🌬 22 °C

    Nach der Peninsula Valdez suchen wir uns einen Schlafplatz am Wasser außerhalb des Nationalparks. Die Küche bleibt kalt; es gibt Wurst, Käse und Cracker. Immerhin haben wir Bier und der Platz ist auch ganz schön.
    Am nächsten Morgen gibt es dann die Überraschung: Wale! Gleich mehrere! Und mit Nachwuchs! Für ein Foto sind sie zu weit weg, aber für unsere gute Laune reicht es.
    Den ganzen Tag begleiten uns Walsichtungen, wenn auch diejenige, die uns am nächsten ist, nur eine toten Wal zu bieten hat, aber Hallsturmvögel, die sich an ihm gütlich tun.
    Die nächste Plattform zur Besichtigung von Seelöwen lassen wir wieder aus - zu teuer! Unseren Ärger darüber, dass Extranjeros immer 3× so viel zahlen müssen wie Argentinier, versuchen wir herunter zu schlucken.
    Wir übernachten als nächstes auf einem Campingplatz, der uns warme Duschen verspricht. Das Versprechen wird nicht eingehalten.
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  • Lang schon tot

    2 November 2025, Argentina ⋅ ☀️ 22 °C

    In Trelew besuchen wir ein Museum für Prähistorisches: Dinosaurier! In Patagonien wurden extrem viele dieser bemerkenswerten Kreaturen gefunden. Der Erhaltungszustand der Fossilien ist bemerkenswert, die Repliken beeindruckend. Mich erstaunt in erster Linie ein Dinosaurierei - so groß wie ein Handball - und der Vorderfuß des größten Landsauriers in Südamerika. Warum? Während des gesamten Museumsbesuchs werden die Besucher mit vermeintlich urzeitlichen Geräuschen beschallt, darunter auch dem donnernden Stampfen der Urzeitechsen. Doch stampften sie wirklich? Als Raubsaurier hätten sie doch ihre Beute verscheucht und als Herbivor den Carnivor angelockt. Der Fuß sieht eher so aus, als könnte man damit ganz weich federnd auftreten. Zusätzlich würde doch ein stampfendes Fortbewegen die Gelenke viel zu sehr belasten ... . Ist das geräuschvolle Laufen der Dinosaurier wissenschaftlich belegt?Baca lagi

  • Sehr lebendig

    2 November 2025, Argentina ⋅ ☀️ 14 °C

    Gleich nach den Dinosauriern besuchen wir in Punto Tombo eine Pinguinkolonie. Nach unseren letzten Erfahrungen mit dem, was wir geboten bekommen bei viel Eintrittsgeld, sind wir nicht gerade optimistisch. Aber vielleicht werden es ja diesmal mehr als 5 Magellanpinguine. Und es werden mehr! Unzählige! Ich bin begeistert! Und überrascht: Ich wusste nicht, dass Pinguine schreien wie Esel!
    Der Übernachtungsplatz ist traumhaft schön und ich schaffe es, die scheuen Pudus - Zwerghirsche, die kleine Erdbauten für ihr Junges nutzen - mit dem Smartphone aufzunehmen.
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  • Versteinert

    3–5 Nov 2025, Argentina ⋅ ☀️ 21 °C

    Jörg übernimmt einen langen Fahrtag über schlechte Asphaltstraßen mit tiefen Spurrillen und endlose Schotterpisten mit viel Wellblech. Wir sehen, wie die Niederlage im Falklandkrieg - Malwinenkrieg in Argentinien - nicht überwunden ist. Die Ölpumpen in der Pampa arbeiten unablässig - Argentinien betreibt auch Fracking. Der Weg zu unserer nächsten Sehenswürdigkeit ist trostlos.
    Doch dann: Wir besuchen einen Wald, der schon seit etwa 60 Mio. Jahren nicht mehr existiert. Als einzige Besucher bestaunen wir die Stämme und laufen über versteinerte Holzschnitzel.
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  • Am Lago Buenos Aires

    7–9 Nov 2025, Chile ⋅ ☀️ 17 °C

    Westwärts, immer westwärts geht es durch die karge, patagonische Steppe den Anden entgegen. Dorniges Buschwerk, hartes Gras und riesige Estanzien, die hauptsächlich Schafe halten, begleiten den Weg. Und langsam, ganz langsam tauchen in der Ferne die Berge auf. Es wird grüner und grüner. Wir sind begeistert von den frischen Blättern der Weiden am See Buenos Aires an unserem letzten Stellplatz in Argentinien vor der Grenze zu Chile.
    Und dann: Der Wagen springt morgens nicht an! Wir vermuten den Grund im Bedienfehler: Das Licht sollte man nicht brennen lassen (auch keine Stunde), wenn Grobi abgestellt wird ... . Da landet die Batteriespannung bei 6,5V. Er ist kein modernes Auto, das das Licht von allein ausschaltet. Horacio und Viviane aus Brasilien versuchen Starthilfe zu geben, aber es gelingt nicht ... . Conni und Ulli aus Deutschland, die den Campingplatz eine Stunde vor uns Richtung chilenische Grenze verlassen haben, drehen um, um uns zu Hilfe zu eilen ... . Der argentinische Ranger kommt mit seinem Pickup und schleppt Grobi an. Das funktioniert! Als der Wagen gerade wieder läuft, sind Conni und Ulli zurück. Sie wollen jetzt eine Weile mit uns gemeinsam fahren, damit sie Grobi unter die Arme greifen können, falls die Batterie sich nicht mehr erholt. Mit internationaler Hilfe sind wir wieder auf der Straße ... .

    Die Grenze zu Chile ist unproblematisch und so rollen wir am südlichen Rand des Lago General Carrera weiter. Immer näher kommen wir dem nördlichen patagonischen Eisfeld, immer höher türmen sich die schneebedeckten Berge, immer schöner sind die Ausblicke nach jeder Kurve.

    Für Wissbegierige: Der Lago Buenos Aires (in Argentinien) ist derselbe See wie der Lago General Carrera (in Chile). Er ist nach dem Titicacasee der zweitgrößte See Südamerikas mit einer Tiefe von fast 600m auf etwa 200m ü.NN. Seine Wasserstand schwankt um 1-2 m, je nach Jahreszeit, denn er wird von Gletscherwasser gespeist. Seine Temperatur liegt ganzjährig bei 8°C. Das hält uns vom Baden nicht ab!
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  • "Arsch mit Ohren"

    9–11 Nov 2025, Chile ⋅ ☀️ 20 °C

    Conni und Ulli behüten uns, damit wir morgens unseren Grobi auf jeden Fall in Gang setzen können. Das führt zusammen ... . Gespräche, wie wir sie nur mit engen Freunden und Verwandten führen, folgen. Und ein gemeinsamer Ausflug bei bestem Wetter in die Marmorhöhlen. Das kleine Familienunternehmen, dem wir uns dafür anvertrauen, verschafft uns Vieren einen unvergesslichen Ausflug per Boot bei bestem Wetter und spiegelglattem See, eine Seltenheit, wie wir später noch erfahren.

    Anschließend verbringen wir einen entspannten Tag am Lago Bertrand, unweit des Lago General Carrera mit Blick auf schneebedeckte Berge.
    Als Conni und ich einen kleinen Spaziergang an der Straße entlang machen, kommen wir an einem Fahrzeug vorbei, dass vor einer Baustelle anhalten muss: "Guten Tag, ich höre Deutsch", spricht uns der Fahrer an. Wir kommen ins Gespräch: Seine Familie ist 1887 aus Stendhal ausgewandert, damals gab es für Männer 50 Hektar Land und für jedes Kind 25ha, sowie Holz zum Bau einer Hütte. Infrastruktur gab es keine, überall sei nur Wildnis gewesen. Damals hätten sie ärmlicher gelebt als animales (das Wort "Tier" fällt ihm nicht ein). Die Enkel hätten dann schon studiert, er sei Tierarzt ... und immer hätten sie Deutsch miteinander gesprochen, deswegen und wegen der deutschen Schule könnte er die Sprache so gut. Er erzählt vom See (selten so spiegelglatt wie gestern), vom Leben, vom Fischen.
    Inzwischen ist der Aufpasser, der für die Verkehrsführung an der Baustelle zuständig ist, aufgewacht und bemerkt, dass er "unsere" Autoschlange - der Tierarzt steht ganz vorne - längst hätte durchlassen müssen. "Arsch mit Ohren" hören wir unseren Tierarzt noch sagen, bevor er sich schnell von uns verabschiedet und weiter fährt. Wir gucken uns an: "Arsch mit Ohren" ... wir haben es beide gehört!
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