Wildes Alaska - Fahrt in den Norden
22 Julai 2025, Amerika Syarikat ⋅ ☁️ 9 °C
An meinem ersten Tag in Alaska hab ich, nachdem ich den Leihwagen abgeholt hatte, erstmal kurz bei meinem Freund Jon vorbeigeschaut. Er ist bei der US-Luftwaffe und aktuell in Anchorage stationiert. Weil ich auch etwas alleine erkunden wollte, hab ich mir für vier Tage ein Auto ausgeliehen. Netterweise gab’s ein Upgrade, sodass es ein schöner SUV statt Kleinwagen, mit gerade mal 5000 Meilen und vielen modernen Funktionen, geworden ist.
Jon, ein bsoluter Ehrenbruder, hat mich dann KOMPLETT ausgestattet. In seiner Garage auf dem Boden hatte er einen Haufen mit Sachen für mich vorbereitet: Zelt, Luftmatratze, Schlafsack, Kopfkissen, Campingstuhl, Gaskocher mit Kochausrüstung, Kühltruhe, Fernglas, Wanderstöcke, einen Wander-Rucksack mit Multifunktionstaschenmesser, eine Rolle Klopapier, drei Tüten-Mahlzeiten, Moskitoabwehrgerät (basierend auf Gas und Duftstoff-Pads), eine kleine Axt zum Holzhacken, Bärenspray, Wasserpumpe mit Filter, drei verschiedene Luftpumpen darunter zwei elektrische und sogar ein aufblasbares Kajak – natürlich mit Schwimmweste... Ich war sprachlos und direkt übermotiviert, direkt in die Wildnis auszuwandern.
Also bin ich den ersten Tag erstmal in den Norden bis nach Fairbanks gefahren. Entlang der Alaska-Highways „Glenn Highway“ (Alaska Route 1) und „Richardson Highway“ (Alaska Route 4, später Route 2), die mich zuerst nordöstlich und dann nordwestlich gebracht haben, gab es alle paar Meilen Foto-Halteplätze mit einer Aussicht atemberaubender als der anderen... anfangs bin ich also gar nicht vorangekommen, und so konnte ich die ca. 845 km über mehr als 12 Stunden hinweg einfach nur genießen.
Am Matanuska Glacier hätte ich rückblickend gerne noch etwas mehr Zeit verbracht, um zu versuchen, näher dranzukommen. Dafür hatte ich das Glück, ein Moose direkt am Straßenrand zu sehen, das ich ca. 10 min mit dem Fernglas von Jon beobachtet hab. Kurz vor Fairbanks hab ich dann vom Seitenstreifen gesehen, wie gerade mehrere Kampfflugzeuge gelandet sind.
Ein erster Tag der Lust auf mehr Alaska macht... und da kommt noch einiges, kann ich euch versprechen!Baca lagi
Zeitraffer-Videos AK-4 & AK-2
22 Julai 2025, Amerika Syarikat ⋅ ☁️ 17 °C
Ich nehme euch für ein paar Meilen mit duch die schönen Landschaften Alaskas. Entlang des Richardson Highway AK-4 und AK-2.
Fairbanks, Alaska
22 Julai 2025, Amerika Syarikat ⋅ ☀️ 14 °C
Im Vorfeld hatte ich mir einen kostenlosen Campingplatz in Fairbanks herausgesucht, auf dem ich eine Nacht bleiben wollte. Dort angekommen stellte sich heraus, dass es lediglich ein Park war, der explizit nur für "day use", also tagsüber, gedacht war. Ein anderer Campingplatz erlaubte keine Zelte, und so bin ich in "The Boatel Bar" gefahren, in der Hoffnung, dort im Auto auf dem Parkplatz übernachten zu dürfen. Während die nette Kellnerin mir erklärte, dass das nicht ging, mischte sich Ed (Eddie) in das Gespräch mit der Idee der Chena-River-Bootrampe (ca. 2 Meilen östlich der Bar) ein. Das klang zunächst nicht schlecht, also hab ich ein paar Rückfragen gestellt (Ist das erlaubt? Ist das sicher?). Da sagte Ed zu mir: "Ich wohne selber zwar außerhalb, aber hab hier in der Stadt ein Haus, das ich vermiete. Wenn du willst, kannst du dort im Garten dein Zelt aufschlagen, und ich sag den Mietern Bescheid."
Das konnte ich nicht ablehnen und so lud ich ihn und seine Begleitung Kenenne auf einen Cider ein. Ein gemeinsamer Freund der beiden, Viktor, setzte sich dazu, und wir verbrachten den Abend mit Aussicht am Fluss und spannenden Gesprächen über unsere vergangenen und zukünftigen Reisen sowie das Leben in Fairbanks.
Ed und Kenenne berichteten mir davon, dass das Leben so weit im Norden sehr sehr hart ist. Im Winter breiten sich Depressionen aufgrund des Mangels an Sonnenlicht aus, und je nach Wetter ist man hier nur eine schlechte Entscheidung vom Tod entfernt. Leute erfrieren oder verhungern in ihren Häusern (weniger in der Stadt, sondern auf dem Land), weil bei bis zu –40 °C die Vorräte, das Feuerholz oder der Sprit ausgehen. Wenn man eine Panne oder auch nur einen leeren Tank auf dem Highway hat, kann es passieren, dass im Schneesturm tagelang kein anderes Auto vorbeikommt... Im Sommer ist es zwar schwieriger, sich in Lebensgefahr zu bringen, aber durchaus möglich, sagte Ed. Das hat mir ganz schön Respekt eingeflößt und meine Wachsamkeit für die kommenden Tage gesteigert.
Dunkel ist es in dieser Nacht nicht geworden. Hätte es keine Wolken am Himmel gegeben, wäre vermutlich noch mehr Licht ins Zelt geströmt, obwohl es schon nach Mitternacht war.
Fairbanks ist der nördlichste Ort auf meiner Reise, und so ist mir kurz vor dem Einschlafen die Idee der Video-Botschaft am wirklich nördlichsten Punkt meiner Reise gekommen – siehe den nächsten Post.
Am nächsten Morgen hab ich noch kurz eine Mieterin der beiden kennengelernt und bin dann zum Pioneer Park gefahren. Eine Freiluftausstellung von historischen Gebäuden und Fahrzeugen, mit denen die ersten westlichen Siedler hier an der "Last Frontier" die extremen Bedingungen Alaskas bewältigt haben.Baca lagi
Nördlichster Punkt auf meiner Reise
23 Julai 2025, Amerika Syarikat ⋅ ☁️ 15 °C
Offizielle Einladung mich auf der Reise zu besuchen, ein Stück zu begleiten und diesem Blog zu folgen.
Denali National Park and Preserve
23 Julai 2025, Amerika Syarikat ⋅ ☀️ 13 °C
Auf dem Weg von Fairbanks zurück in den Süden durch den Denali National Park and Preserve.
Byers Lake & Campground (Denali)
23 Julai 2025, Amerika Syarikat ⋅ ☀️ 17 °C
Im Touristen- und Heimatzentrum von Fairbanks hatte ich mich an diesem Morgen beim Department of Natural Resources für Alaska erkundigt, wo ich das Kajak im Denali Park gut einsetzen könnte. Die nette Dame empfahl mir den Byers See, weil man mit dem Auto direkt an den Steg kommt und der Campingplatz (zwar ohne Strom und fließend Wasser) direkt daneben ist. Bezahlt habe ich an einem Automaten, die Quittung konnte man an der Platznummer an einen Pfosten klemmen.
Mit dem Kajak bin ich lange auf dem See gewesen und hab die Stille genossen. Ein bisschen unheimlich ganz alleine, aber zum Glück bin ich nicht ins Wasser gefallen.
Natur pur!
Zurück am Steg bin ich noch eine Runde schwimmen gewesen, habe die Aussicht genossen und ca. zwei Stunden Geschichten für diesen Blog geschrieben.
Etwas trockenes und auch teilweise feuchtes Holz konnte ich im Wald sammeln – perfekt zur Mückenabwehr. Ich glaube in der Nacht ist irgendwas um mein Zelt und durch den Wald an meinem Platz geschlichen... Es könnte aber auch nur etwas Nieselregen gewesen sein. So oder so – mit dem Bärenspray neben dem Kopfkissen schlief es sich ganz gut.Baca lagi
Hatcher Pass
24 Julai 2025, Amerika Syarikat ⋅ ☁️ 11 °C
Summit Lake mit den letzten Resten schmelzenden Schnees und das alte Bergbaudorf "Independence Mine State Historical Park" auf etwa 1150 m über dem Meeresspiegel.
Kenai Halbinsel & Ankunft bei Jon
25 Julai 2025, Amerika Syarikat ⋅ 🌧 11 °C
Eine Nacht und einen Tag hatte ich den Leihwagen noch, daher bin ich südlich von Anchorage auf die Kenai-Halbinsel gefahren, um mir dort ein paar Städte anzusehen und vielleicht das Kajak noch einmal zu benutzen.
Seward – eine Stadt im Süden der Halbinsel, die an der Resurrection Bay liegt. Viele Touristen und recht teure Campingplätze, daher habe ich mich für eine Nacht auf dem Beifahrersitz entschieden. Tolle Aussicht am Abend, bis die Flut immer näher kam und ich den Campingstuhl Stück für Stück vom Ufer wegbewegen musste. Im Wasser habe ich eine Robbe gesehen, das Handy aber nicht schnell genug gezückt – für uns Nordsee-Kenner auch eher ein langweiligeres Tier, verglichen mit dem, was es hier sonst noch so in der Wildnes gibt.
Whittier – eine alte Hafen- und Militärstadt mit teils heruntergekommenen und verlassenen Gebäuden. Es hat an diesem Tag ziemlich konstant geregnet, daher hat sich die 13-Dollar-Fahrt durch den Tunnel gelohnt. Der Tunnel hat nur eine Spur, die sich Autos mit Zügen teilen – bis Whittier also ein kleines Abenteuer und man muss sich die Öffnungzeiten des Tunnel je Richtung merken, weil man sonst schonmal gerne eine Stunde oder länger warten kann.
Girdwood – eine kleine Stadt mit Skigebiet und Wanderwegen, in der es viele schöne und teure Häuser gibt. In der Girdwood Brewing Company habe ich bei einem wirklich guten Hellen Bier einheimische Leute kennengelernt und mich ein wenig festgequatscht.
Leider war kein Kajak-Wetter – wenig verwunderlich, denn auf dieser Halbinsel fällt so viel Niederschlag, dass die Region als gemäßigter Regenwald gilt.
Abends habe ich den Leihwagen mit gut 1.200 Meilen (~1900 km) mehr zurückgegeben, als ich ihn vier Tage zuvor ausgeliehen hatte. Jon hat mich abgeholt und zu sich mitgenommen. Zum Abendessen gab es selbst gefangenen Alaska-Wildlachs – ein kleiner Vorgeschmack auf morgen.Baca lagi

PengembaraVielen Dank für die tollen Eindrücke! Sooo viel pure Natur. Einfach traumhaft 🤩🤩🤩
Lachsfischen im Kenai River
26 Julai 2025, Amerika Syarikat ⋅ ☁️ 15 °C
Alaska hat mich immer wieder sprachlos gemacht. Doch dieser Tag am Kenai River … puh, der war einfach magisch. 18 wilde Alaska-Rotlachs in 2,5 Stunden! Aber fangen wir von vorne an.
Vor einer Woche habe ich bei Instagram ein Bild von Jon mit einem riesigen Fang Lachse gesehen. Sofort habe ich ihn gefragt, ob wir gemeinsam fischen gehen können. Der Salmon Run dauert nur wenige Wochen im Sommer, je nach Art und Fluss unterschiedlich. Unsere Sorte, der Sockeye Salmon (Rotlachs), schwimmt vom 1. Juli bis 31. August flussaufwärts. Der Höhepunkt hält meist nur 7 bis 10 Tage an. Angler aus aller Welt kommen extra dafür nach Alaska – und ich hatte das Glück, genau in diesem Zeitraum Jon zu besuchen.
Am Samstag trafen wir uns – mit seinem Kumpel Travis und dessen Hündin – bei der Pillars-Bootsrampe am Kenai River auf der Kenai-Halbinsel, etwa drei Stunden südlich von Jons Haus. Dank seiner elektrischen Luftpumpe war das erstaunlich große Schlauchboot in 25 Minuten aufgeblasen und beladen.
Beim Zu-Wasser-Lassen begegneten uns andere Gruppen, die früher gestartet waren und ihr Tageslimit schon erreicht hatten.
Die Anzahl der Lachse wird vom Alaska Department of Fish and Game (ADF&G) überwacht. Sie nutzen verschiedene Methoden wie Sonarstationen und Fischwehre (eine Art Schleuse), um die Wanderung der Lachse genau zu beobachten und um die Ressourcennutzung nachhaltig zu gestalten. An diesem Tag schwammen 173.900 Rotlachse den Kenai River hinauf – da sollten auch einige für uns dabei sein.
Meine 1-Tages-Angellizenz für Nicht-Einwohner hatte ich am Vorabend für 15$ online gekauft.
Wir fuhren flussaufwärts und suchten uns eine freie Stelle am Ufer in einer Biegung. Nach etwa 20 Minuten hatte ich mehr Action an der Angel als die anderen beiden, doch noch keinen Fisch gefangen. Jon meinte, wir machen irgendwas falsch, wenn es bei mir besser läuft als bei den erfahrenen Fischern. Also suchten wir eine andere Stelle. Dank des Bootes ganz einfach. Vermutlich war die Strömung zu stark oder der Fluss zu tief gewesen.
Ein paar Biegungen weiter fanden wir eine große Sandbank, die schon voller Boote und Menschen war. Trotzdem „quetschten“ wir uns dazwischen – man muss hier ein bisschen aggressiv sein, um einen guten Platz zu bekommen und diesen auch zu halten. Diese Stelle war fantastisch. Um mich herum zogen die Leute Fisch um Fisch aus dem Wasser, kaum fünf Minuten vergingen ohne Action – auch an meiner Angel.
Die Fangtechnik ist etwas besonders und funktioniert so:
Man verwendet eine Fliegenfischer-Angel (geht aber auch mit einer normalen), bei der die Leine auf eine bestimmte Länge eingestellt und dann dabei belassen wird. Zwischendurch zieht man die Schnur oberhalb der Rolle aus der Angel – zum Einholen, Auswerfen oder auch zum „Fühlen“. An der Schnur hängt nach etwa vier Metern ein Bleigewicht, dahinter ein Stück transparenter Monofil-Leine mit einem kleinen Haken. Lachse fressen im Fluss kaum, weil sie sich auf die Rückkehr in ihre Laichgebiete konzentrieren. Daher benutzt man keinen Köder.
Man steht im Wasser, etwa knie- oder hüfttief, den Körper flussabwärts ausgerichtet, mit einer geringen Wassertiefe von 0,5 bis 1,5 Metern neben sich. Die Fische schwimmen am äußeren Flusslauf, weil die Strömung dort schwächer ist. Man kann sie im klaren Wasser vorbeiziehen sehen. Die Schnur wirft man dann neben und leicht hinter sich aus. Wenn das Gewicht den Kiesboden erreicht, spürt man, wie es mit der Strömung über die Steine flussabwärts kullert. Man kann die Strömung und sogar die unterschiedlich großen Kiesel durch die Schnur und Angel fühlen. Wenn die Leine nicht mehr neben, sondern vor einem ist, holt man die Angel ein und wirft sie erneut aus. Kein langweiliges Warten, sondern immer etwas zu tun.
Der leichtere Haken schwebt einige Zentimeter über dem Flussbett, sodass die transparente Schnur waagerecht im Wasser liegt. Die Lachse atmen mit offenem Maul und schwimmen einfach in die Schnur zwischen Bleigewicht und Haken hinein. Wenn ein Fisch die Leine berührt, kann man das spüren. Mit einem kurzen Ruck wird der Haken idealerweise im Maul des Fisches gesetzt.
Sitzt der Haken falsch – etwa im Körper oder an einer Flosse, ist das eine illegale Fangtechnik. Das nennt man das einen „Foul Hook“ und muss man den Haken vorsichtig lösen, ohne den Fisch weiter zu verletzten, und ihn wieder freilassen.
Auch hier ist Fingerspitzengefühl gefragt. Anfangs sind mir einige Fische abgehauen, obwohl ich den Anhieb gespürt hatte. Mein erster sicherer Haken saß in der Schwanzflosse. Das ist manchmal nicht so einfach zu sehen, wenn der Fisch im Fluss noch mit der Angel kämpft, und so habe ich versucht, den Fisch durch Rückwärtsgehen auf die Sandbank zu ziehen. Im ca. fünfzehn Zentimeter tiefen Wasser dachte ich, das passt schon, bin hingegangen, habe gesehen, dass der Haken in der Schwanzflosse war – und da ist der Fisch mir auch schon wieder abgehauen. Gut, dass mir das mit dem Foul Hook passiert ist.
Beim zweiten Fisch klappte es besser: Der Haken saß im Maul, ich zog ihn ans Ufer, schlug ihn mit einem Stein über dem Kopf bewusstlos und durchtrennte die Kiemen, damit der Fisch im Fluss ausblutet – so macht man das hier.
Obwohl viele Leute in der Nähe waren, war es erstaunlich still. Niemand schrie oder jubelte laut, alle blieben gelassen. Wenn jemand Hilfe brauchte, wurde im Flüsterton ein Freund herbeigerufen, der dann mit einem Netz half, den Fisch zu sichern. So konnte man die Idylle und die Geräusche des Flusses in der Natur richtig genießen.
Ich fing an dem Tag zwei Fische und half Jon, Travis und anderen Anglern um mich herum mit dem Netz, ihre Fänge zu sichern, bevor die Haken gelöst und die Fische freigelassen oder getötet wurden.
Vom ersten bis zum letzten Fisch vergingen bei uns gerade einmal zweieinhalb Stunden. Viele – leider vor allem die ganz großen – lösten sich durch den Kampf im Wasser. Hätte ich meine Angel dauerhaft gegen das Netz getauscht, hätten wir vermutlich noch schneller unser Limit erreicht. Aber ich wollte natürlich auch selbst ein paar Lachse fangen.
Jon und Travis verbrachten eine weitere Stunde mit dem Filetieren der Fische direkt im Fluss. Mit einem durchschnittlichen Gewicht von 2,6 Pfund für die zwei Filets eines Lachses und den fettigen Bäuchen, die wir separat gesammelt haben, haben wir an diesem Tag Rotlachs im Wert von über 1.000 € mit nach Hause genommen. Die Eier kann man mit Vorsicht roh genießen oder einfrieren und als Köder für andere Angelabenteuer verwenden.
Noch nie habe ich erlebt, dass meine Gruppe das erlaubte Limit an einem Tag erreicht hat – und schon gar nicht mit solch großen und schmackhaften Lachsen. Der beste Angeltag meines Lebens – einfach unvergesslich.Baca lagi

PengembaraWas für ein unvergesslicher, erlebnisreicher Tag für dich 👍🤩🥰🎉 vielen lieben Dank für die tollen Fotos und den eindrucksvollen Bericht 🙏😘🙏😘
Abreise Alaska
27 Julai 2025, Amerika Syarikat ⋅ ☁️ 22 °C
Sammlung zum Abschluss meiner Woche hier.
Alaska hat mich immer immer wieder sprachlos gemacht. Es war atemberaubend – diese gewaltigen, ungezähmten Landschaften. Still, als hielte die Welt den Atem an. Wunderschön in ihrer rauen Klarheit, aufregend in jedem Moment – roh, ursprünglich und einfach nur wild.
Genau so, wie man es sich vorstellt.
Hierher komme ich nochmal!Baca lagi
Haleiwa - O'hau North Shore, Hawaii
28 Julai 2025, Amerika Syarikat ⋅ ☁️ 28 °C
Malachi habe ich auf der High School kennengelernt.
AFS (meine Austauschorganisation) hatte die Vorgabe, immer einen Englisch- und einen Geschichtskurs zu belegen. Weil ich in meinem ersten Halbjahr im Geschichtskurs der 11./12. Klasse den Zweiten Weltkrieg behandelt hatte (sehr spannend, das Ganze einmal von der amerikanischen Seite inkl. der Ereignisse im Pazifik zu betrachten, welche im deutschen Geschichtsunterricht meiner Erinnerung nach vernachlässigt wurden), interessierte ich mich im zweiten Halbjahr für die US-amerikanische Ursprungsgeschichte. Das unterrichte man normalerweise in der 8. Klasse, sagte man mir, würde es mir aber trotzdem ermöglichen. Also saß ich als High Schooler (9.–12. Klasse) mit Malachi im letzten Jahrgang der Middle School (5.–8. Klasse).
Malachi hat mich bereits zweimal in Mönchengladbach besucht – das letzte Mal im Herbst 2022 mit seiner Frau Morgan, auf deren zehnwöchiger Hochzeitsreise durch Europa. Wir haben eines der besten Borussia-Spiele meines Lebens im Stadion gesehen, als wir Dortmund 4:2 geschlagen haben.
Malachi arbeitet für eine Baufirma, die gerade einen neuen Containerkran im Hafen von Honolulu baut – daher lebt er mit Morgan seit Anfang des Jahres in Haleiwa auf der nördlichen Seite (North Shore) der Insel Oʻahu von Hawaii.
Sonntagabend angekommen, haben wir außer Abendessen nicht viel gemacht. Montagvormittag hat mir Morgan mit dem Auto Haleiwa sowie die umliegenden Orte gezeigt, und wir sind zwei Stunden an den Strand gegangen, bevor sie zur Nachmittagsschicht ihres Nanny-Jobs aufgebrochen ist. Abends habe ich Sabrina und Patrick aus Mönchengladbach getroffen, die zufällig gerade hier Urlaub machen – meine ersten Freunde von zu Hause auf dieser Reise. Zwölf Zeitzonen zurück, auf der anderen Seite der Welt.
Mein Plan war es, in der ersten Woche anzukommen, das warme Wetter, den Strand und das Nichtstun zu genießen – viele Stunden bei Starbucks zu sitzen, mit WLAN, Klimaanlage und Eiskaffee, um Alaska zu verarbeiten und meinen Blog auf den aktuellen Stand zu bringen. Das alles habe ich gemacht, doch schon am nächsten Tag sollte eine Katastrophenwarnung mir, uns und der ganzen Insel unvorhergesehene Ereignisse bescheren …Baca lagi
Tsunami Alarm auf Hawaii
29 Julai 2025, Amerika Syarikat ⋅ ⛅ 27 °C
Der Dienstag begann wie der Montag.
Malachi verließ das Haus um 5:30 Uhr. Mit Morgan trank ich gegen 9 einen Kaffee und wir verbrachten den Vormittag mit etwas Shopping im Secondhand-Shop der Salvation Army. Anschließend brachte sie mich zum Strand und machte sich fertig, zu ihrem Nanny-Job aufzubrechen. Aktuell übernimmt sie unter der Woche die Nachmittagsschicht und hilft der Frau von Andrew (ein wohlhabender Unternehmer) bei der Aufzucht ihrer beiden Kinder.
Als ich gerade zum zweiten Mal im angenehm warmen Wasser des Haleʻiwa Beach war (ca. 15:30 Uhr), gingen auf einmal die Sirenen los.
Zunächst fragte ich einen Einheimischen, der mit seiner Familie ebenfalls am Strand war, was los sei. Er sagte mir ganz gelassen, dass er schon von dem Mega-Erdbeben vor der Küste Russlands im Internet gelesen habe und es nun vermutlich das Beste sei, den Strand zu verlassen.
Auf meinem Handy fand ich die Nachricht „Emergency alert: Extrem“ (siehe Bild) und eine Nachricht von Malachi, ich solle zum Haus zurückkehren und meine Sachen packen – „wir evakuieren“.
Auf dem 2,6 km langen Fußweg zurück vom Strand überlegte ich kurz, per Anhalter auf der Ladefläche eines Pick-up-Trucks mitzufahren, um schneller zurück zu kommen. Doch dann überholte ich auf einmal die Autos im Stau zu Fuß. Malachi kam dementsprechend auch später als gedacht nach Hause – aber immer noch rechtzeitig, um zügig etwas Kleidung und eine Kühltruhe voller Lebensmittel zu packen. Um 17:34 Uhr waren wir auf dem Weg zu Morgan.
Ihre Nanny-Familie, die in einem wunderschönen und vermutlich unbezahlbaren Haus direkt am Strand lebt, und somit ebenfalls evakuieren musste, hatte uns netterweise eingeladen, mit ihnen zusammen bei einer befreundeten Familie weiter oben am Berg Schutz zu suchen und die Sache dort auszusitzen.
Wir schaute alle zusammen einen Nachrichtensender im Fernsehen und verfolgten die Ereignisse mit erfrischenden Getränken und nicht allzu angespannter Stimmung.
Gegen 19:00 Uhr kamen die Väter der beiden Familien auf die Idee, es wäre doch „cool“, den vorhergesagten Tsunami (nur 1,5 Meter hoch) am Strand zu beobachten – falls er denn wirklich ankommt. Malachi durfte nicht, und weil weder meine Oma, Mama noch eine nicht existierende Ehefrau es mir verbieten konnten, begleitete ich Andrew und seinen Freund zurück zum Haus am Strand.
Wie gesagt: Die Vorhersage ging von einem 1,5-Meter-Tsunami aus – daher nicht so kritisch, aber trotzdem: kein Beispiel an mir nehmen und bitte nicht nachmachen.
(Im Nachhinein kommt mir das auch um einiges leichtsinniger vor, als in diesem Moment.)
Wir standen etwas in der Brandung, aber zunächst geschah nichts. Später als erwartet verdunkelte sich schlagartig der Himmel, dicke Wolken zogen auf und es wurde ziemlich windig. Innerhalb von 15 Minuten ging das Wasser ein paar Meter zurück und stieg dann wieder auf das normale Niveau an. Wir haben also keine Monsterwelle gesehen – was vermutlich besser war.
Malachi, Morgan und ich warteten noch zwei Stunden auf dem Berg ab und waren vor Mitternacht wieder zurück im Haus und im Bett.
Zum Glück ist nichts weiter passiert (außer, dass im Hafen von Haleiwa wenige Boote leicht beschädigt wurden – soweit ich weiß).
Ein paar Tage später habe ich am Strand eine Frau kennengelernt, die seit 17 Jahren hier lebt. Obwohl solche Alarme wohl hin und wieder vorkommen, hatte sie noch nie eine so große Evakuierung der nördlichen Küstenregionen erlebt.
Ein zufällig außergewöhnliches Ereignis für mich – mit Storypotenzial für euch!Baca lagi
Speerfischen und Delphine
2 Ogos 2025, Amerika Syarikat ⋅ ☁️ 25 °C
Keaton und seine Frau Emilie sind die besten Freunde von Malachi und Morgan auf Hawaii.
Sie kennen sich aus der gemeinsamen, konfessionsfreien, christlichen Kirche. Die beiden haben wenige Monate alte Zwillinge – und so kommt Keatons Hobby aktuell etwas zu kurz. Ein willkommener Anlass also, als ich ihn fragte, ob er mich einmal mit auf die Unterwasserjagd nehmen würde.
Keaton und Aaron, ein weiterer Freund, holten Malachi und mich um 6:10 Uhr ab, um zum Hawaiian Electric Beach (dort steht ein Kraftwerk) zu fahren. Der Einstieg ins Wasser war rau, aber einmal vor der Küste ließ es sich sehr entspannt schnorcheln.
Beim Speerfischen am Riff taucht man mit angehaltener Luft in die Nähe potenzieller Beute ab, hält sich an einem Stein fest und wartet auf den richtigen Moment. Bei uns war das Wasser meistens 3-5m tief, mit einigen Korallen und Vulkansteinformationen am Grund. Keaton hatte eine Harpune (Speargun), Malachi und ich einfache Metall-Speere mit einem dicken Gummiband am Ende. Die Speargun kann man spannen und mit einem Abzug auslösen (etwa wie eine Armbrust). Die einfachen Speere hält man mit dem gedehnten Gummiband in der Hand und lässt sie los schnellen – weniger Reichweite, aber trotzdem effektiv, wenn man weiß, wie es geht, und ein guter Schwimmer mit Freitaucherlunge ist.
An diesem Tag gab es keine großen Fische in der Gegend, und so habe ich es kaum versucht. Selbst wenn – man braucht einiges an Können, Glück und Ausdauer, um möglichst lange am Boden auf den richtigen Moment zu warten, in dem ein lohnenswerter Fisch nahe genug vorbeischwimmt.
Als Taucher hatte ich ohnehin etwas Hemmung, so schöne, bunte Tropenfische zu erlegen – erst recht, wenn sie nicht groß sind. Dennoch hat es Spaß gemacht, Keaton und Aaron mit ihrer beeindruckenden Ausdauer zu beobachten: wie sie mit geladener Speargun auf dem Grund lagen und abwarteten. Mir genügt es, nur da zu treiben und die Schönheit zu bestaunen: schillernde tropische Fische in vielen Farben, eine Handvoll gemächlich paddelnde Meeresschildkröten und ganz in der Ferne hab ich gesehen wie eine Robbe lautlos vorbeizog. Für mich war es also lediglich bewaffnetes Schnorcheln – aber trotzdem spannend, weil ja jederzeit etwas mehr hätte passieren können.
Und das ist es dann auch – aber anders als gedacht. Circa 45 Sekunden vor der ersten Sichtung habe ich Klick-Geräusche unter Wasser gehört, mich gefragt, was das ist, und bin in die Nähe der anderen geschwommen, um nachzufragen.
Dann tauchte eine riesige Schule Delfine auf: Etwa 30 Tiere, ausgewachsene und auch Babys, die aus den Tiefen des Blaus, auf uns zu und dann an uns vorbei und teilweise um uns herum schwammen.
Keaton drückte Malachi hektisch seine Harpune in die Hand und zückte die GoPro. In der Aufregung hat er komplett vergessen, uns auch ins Bild zu bringen – wir waren direkt neben ihm. Ich bin abgetaucht und einige Sekunden auf Höhe der Delfine mitgeschwommen.
Ein Wahnsinnserlebnis und Gefühl – so nah und so viele... aber seht selbst im Video.
Die kleinen, aber zahlreichen Fische waren danach erstmal weg. Nach insgesamt zwei Stunden verließen wir das Wasser. Aaron schoss an diesem Tag einen mittleren und zwei kleine Fische, Keaton nur einen mittleren – Malachi und ich gingen leer aus.
Aber die Delfine waren das Highlight des Tages. Keaton, der seit etwa zwei Jahren hier lebt, hatte selbst noch nie so viele auf einmal gesehen – also wirklich außergewöhnlich und ein toller Zufall für uns alle. Außer für Aaron, der hat davon nichts mit bekommen weil er zu weit weg von uns war und kennt nur das Video - so wie ihr jetzt auch.Baca lagi

PengembaraWas für tolle Erlebnisse. Und dass diese Delefin Schule durch euch durch geschwommen ist. . . . megaaaa cool 🐬😃🎉

PengembaraWas fur eine tolle Beschreibung von der Unterwasserwelt. Die Wörter lautlos und schweben treffen es auf den Punkt.
Surfen am Waikiki Beach und Strandtag
3 Ogos 2025, Amerika Syarikat ⋅ 🌬 25 °C
Malachi hat das Surfen für sich auf Hawaii entdeckt. Hier ist es quasi Volkssport – und dazu ein echtes Paradies. An manchen Stränden, besonders im „Winter“, werden internationale Meisterschaften ausgetragen. Dann türmen sich die Wellen bis zu 15 Meter hoch. Im Sommer sind sie im Schnitt 1,2 bis 6 Meter groß und damit auch für Anfänger und Nicht-Profis bestens geeignet.
Ich selbst habe bisher nur einmal in meinem Leben gesurft – vor 12 Jahren, ebenfalls auf Hawaii. Grund genug, es noch einmal zu versuchen.
Der Tag begann damit, dass wir Morgan zum Flughafen brachten. Ihre Nanny-Familie verreist eine Woche nach LA – und da nimmt man die Nanny natürlich ein paar Tage mit. Am Flughafen entstand das einzige Foto von uns dreien, daher packe ich es hier mit rein. Lustig finde ich übrigens die Spitznamen für Fremde hier auf Hawaii. Klar, „Buddy“ oder „Brother“ sind geläufig. Aber hier sagt man zu älteren Mitmenschen „Uncle“ oder „Aunty“ (Onkel oder Tantchen). Das war mir neu, und so war ich kurz verdutzt, als Malachi im Abflugbereich des Honolulu-Flughafens einen Mitarbeiter mit den Worten ansprach: „Hey Uncle, can you take our picture?“
Zum Frühstück gab es einen frischen Donut in einem sehr beliebten Laden – schon um halb acht stand dort eine beachtliche Schlange. Dafür wird hier frisch auf Bestellung zubereitet – sehr lecker! Direkt um die Ecke gibt es ein cooles neues Mural, und dann ging es ab an den Strand.
Ich kann eigentlich gar nicht surfen, hatte aber Spaß daran, mich zwei Stunden lang im Wasser zu quälen. Schon nach den ersten Rauspaddeln mit dem Board brannten mir die Arme. Die ein oder andere Welle habe ich so halb mitgenommen, mich dann aber nicht getraut aufzustehen – und so wurde ich meist nur bäuchlings oder in der „Ein-Fuß-ein-Knie“-Pose ein paar Meter Richtung Ufer gedrückt. Als meine Brustwarzen dann annähernd blutig aufgescheuert waren, war der Spaß vorbei.
Am Ufer zurück, beobachtete ich Malachi noch eine weitere Stunde – und den Surf-Wettbewerb, der an diesem Tag am Waikīkī Beach in Honolulu stattfand. Nebenbei zupfte ich mir kleine Wachsstückchen aus meiner Beinbehaarung.
Im Anschluss fuhren wir die Südostküste der Insel entlang und besuchten meinen neuen Lieblingsstrand – da werde ich die Tage auf jeden Fall noch mal hinfahren. Den Sonnenuntergang genossen wir im Kaʻena Point State Park. Leider etwas wolkenverhangen, aber dennoch sehr malerisch.Baca lagi
Mit Haien schwimmen
4 Ogos 2025, Amerika Syarikat ⋅ ⛅ 23 °C
Zu meinem 29. Geburtstag hat mir meine Familie daheim ein nettes Geburtstags-Unternehmungs-Guthaben geschenkt. Tauchen wäre auch sehr cool gewesen, ist hier jedoch (wie eigentlich alles) deutlich teurer als anderswo. In den Küstengewässern der hawaiianischen Inseln gibt es viele verschiedene Haisorten, die auch in der einheimischen polynesischen Kultur eine wichtige Rolle spielen. Die Schnorchel-Angebote ohne Käfig klangen für mich irgendwie echter. Da dabei wohl noch nie etwas passiert ist, hatte ich wenig Hemmung, das geschenkte Geld für diesen Anlass in ein Abenteuer umzuwandeln.
Um 6:00 Uhr legte das erste „One Ocean“-Boot dieses Tages vom Hafen in Hale‘iwa ab. Auf dem relativ kurzen Weg in Richtung offenes Meer erklärte uns, etwa zehn Passagieren, eine Meeresbiologin an Bord, wie man sich im Wasser verhalten muss, wenn einen die Haie umkreisen. (Alle Angaben ohne Gewähr, bitte nur in professioneller Begleitung nachmachen, danke.) Es ist eigentlich ganz einfach: durch reine Körpersprache und Augenkontakt, denn Haie können sehen, wohin man selbst blickt. Es geht um die Dominanz-Hierarchie im Wasser. Dominantere Haiarten schwimmen weiter oben im Wasser als kleinere und weniger dominante. Als Mensch gehört man selbstverständlich zu den Alpha-Prädatoren. Daher sollte man sich niemals unterhalb eines Hais aufhalten und immer den Augenkontakt halten – vor allem, wenn man nicht vorwärts, sondern rückwärts oder auf der Stelle schwimmt (dann auf den Rücken drehen). Gleichzeitig muss man aufmerksam in alle Richtungen sein (wie in einem unsicheren Viertel bei Dunkelheit), denn man weiß nie, von wo sich etwas mit wie vielen Zähnen aus den unscharfen blauen Tiefen nähert. Kurz gesagt: Man darf sich nicht wie ein Beutetier verhalten. Natürlich sollte man selbst auch nicht überaggressiv auftreten oder zu nah heranschwimmen.
Nach etwa 15 Minuten Fahrt wurde das Boot an einem Ankerpunkt vor der Nordküste O‘ahus festgemacht. Während die Schnorchelausrüstung verteilt wurde, stand ich an der Reling und blickte auf das Meer. Auf den ersten Blick sah ich einen großen, dunklen Schatten nahe der Wasseroberfläche – die Haie waren schon da.
Nach dem Guide war ich der Erste im Wasser auf meiner Seite des Bootes. Man musste sich an einem Seil seitlich des Bootes festhalten und durfte nur einzeln, unter Aufsicht des Guides frei in der Nähe des Bootes schwimmen. Auf Kommando konnte man auch bis zu fünf Meter freitauchen, um etwas näher heranzukommen oder besser Bilder zu machen. Ich hatte meine eigene 360°-Kamera dabei.
Zunächst waren zwei Galapagos-Haie im Wasser, die gemächlich ihre Runden um das Boot und die vielen zappelnden Beine zogen. Sobald wir im Wasser waren, „trauten“ sie sich jedoch nicht mehr, oder nur sehr kurz, auf unsere Höhe. Auch beim Abtauchen blieben sie auf mehreren Metern Abstand. Später kamen zwei weitere hinzu, die teilweise in Formation schwammen, wie ich fand. Dann tauchte der viel größere Tigerhai auf – eine sehr dominante Art, an den Mustern zu erkennen, die ein wenig so aussehen, als würde sich die Wasseroberfläche nur wenige Zentimeter darüber auf dem glatten Hai-Rücken spiegeln. Ein wirklich großes Tier, das sehr interessiert an uns war und deutlich näher herankommen wollte. Laut Guide eher aus Alpha-Interesse als aus Jagdlust. Im Wasser war unser Guide jedoch ständig so präsent und immer zwischen uns und dem Hai, sodass man sich sicher gefühlt hat. Im Nachhinein erfuhren wir, dass es sich um ein „Baby“-Exemplar handelte. Die Galapagos-Haie blieben deshalb in der Nähe, anstatt, wie sonst üblich, zu verschwinden. Tigerhaie werden verdammt groß und wuchtig - schon dieses Jungtier war in etwa so lang wie ich.
Ich beschreibe das hier so gelassen, aber es war hoch anspannend und trotzdem wunderschön und majestätisch anzusehen. Gerade der letzte Moment des Augenkontakts, bevor der Hai „nachgibt“ und zur Seite abdreht, ist heftig.
Ein unvergessliches Geschenk!
Um 9 Uhr zurück an Land, fuhr ich noch ein Stück die Ostküste hinunter und fand ein paar leckere Steaks und frische Maiskolben, die Malachi am Abend für uns grillte – ein hawaiianisches Bier hat er mir zum Geburtstag dazu gekauft.Baca lagi
Abreise O'hau
6 Ogos 2025, Amerika Syarikat ⋅ ☀️ 29 °C
Sammlung zur Abreise von Oʻahu
Die Zeit hier konnte ich super genießen, und trotzdem ist sooo viel passiert: Einen Tsunami überlebt, Speerfischen gewesen und mit Haien geschnorchelt. Frischeste Früchte gegessen, gesurft, ganz viel am Strand gewesen und neue Freunde gemacht.
An den übrigen Tagen bin noch ich kreuz und quer über die Insel gefahren, habe einen ganzen Tag am Waimanalo Beach (mein Lieblingsstrand hier) in der Hängematte verbracht. Mit Keaton war ich nochmal Speerfischen, und Malachi hat mich kurz mit auf seine Baustelle genommen und mir eine Tour gegeben. Seine Firma baut hier ein großen Kran im Containerhafen, und aktuell werden die komplizierten Fundamente für das Schienensystem gegossen (ich kann euch nicht alle Fotos hier zeigen).
Es war toll Malachi und Morgen wieder zu sehen, auf den aktuellen Stand zu kommen und ein bisschen über das Leben und den Glauben zu philosophieren.
Ich hoffe, eines Tages auch an so einem coolen Ort zu leben (vielleicht auch nur für kurze Zeit), sodass mich all meine Freunde dort besuchen kommen.Baca lagi
Big Island - Hawai'i
7 Ogos 2025, Amerika Syarikat ⋅ ☀️ 26 °C
Auf der Big Island angekommen, habe ich meinen Leihwagen abgeholt und bin als Erstes nach Downtown Kailua-Kona gefahren. Dort gab mir ein sehr netter Barkeeper beim Frühstücks-Bloody-Mary einige tolle Tipps für die Insel.
Anschließend fuhr ich quer über die Insel bis zum südlichsten Punkt – gleichzeitig der südlichste Punkt der USA.Baca lagi
Kīlauea-Vulkan
7 Ogos 2025, Amerika Syarikat ⋅ ⛅ 19 °C
Hawaiʻi (Big Island) ist die jüngste der hawaiianischen Inseln und somit noch recht aktiv, was die Vulkanlandschaft angeht.
Aktuell bricht der Kīlauea-Vulkan relativ häufig aus. Einen Tag bevor ich auf die Insel geflogen bin, gab es noch einen größeren Ausbruch mit mehreren meterhohen Lavafontänen. Leider war klar, dass es nun erst einmal ein paar Tage ruhig bleibt, denn zurzeit bricht der Vulkan etwa alle 10 bis 12 Tage aus – erstaunlich regelmäßig für ein solches Naturphänomen.
Nichtsdestotrotz ist der Hawaiʻi Volcanoes National Park ein absolutes Muss, wenn man einmal auf der Insel ist.
Ich durfte an diesem Tag lediglich die Steam Vents (Dampfaustritte) bestaunen und im riesigen Vulkankrater ist aktuell nur eine Ecke aktiv, aus der eine ganze Menge Rauch aufsteigt. Es gibt mehrere Live Webcams, die ich alle paar Stunden aufgerufen habe, um zu sehen, ob nicht doch ein Ausbruch geschieht. Leider hatte ich bei meinem Besuch kein Glück.
Siehe YouTube Channel: United States Geological Survey (USGS)
https://www.youtube.com/live/sTXKIz2NGvg?si=vWO…
Es gibt noch einen Lavatunnel, der längst erkaltet ist und durch den man hindurchlaufen kann. Da ich an diesem Tag jedoch noch den Sonnenuntergang sehen wollte, habe ich darauf verzichtet und es später leider nicht mehr zurück geschafft – ein Grund, eines Tages wiederzukommen.Baca lagi
Sonnenuntergang am Mauna Kea
7 Ogos 2025, Amerika Syarikat ⋅ 🌙 12 °C
Zum Sonnenuntergang bin ich auf den Mauna Kea gefahren. Bei der 3.000-Meter-Grenze gibt es ein Besucherzentrum und eine Kontrollstation, durch die man nur durchgelassen wird, wenn man ein Fahrzeug mit 4WD (Allradantrieb) hat. Hatte ich nicht, also habe ich mir den Sonnenuntergang auf einem kleinen vorgelagerten Hügel des Besucherzentrums angeschaut. Gerade rechtzeitig angekommen, waren schon viele Menschen um mich herum. Ich habe ein paar Fotos gemacht und bin dann auf eine kleine Gruppe aufmerksam geworden, die Gitarre und Ukulele Musik gespielt und dazu gesungen haben.
Nach kurzem Zuhören habe ich gefragt, ob ich mich dazusetzen und die Musik genießen kann. Im späteren Verlauf des Abends stellte ich fest, dass die Gruppe gar nicht in meinem Alter ist, sondern es sich um eine Familie aus Kalifornien handelt – mit Vater (50+), Mutter, Sohn und Tochter.
Sie haben abwechselnd auf der Gitarre und der Ukulele gespielt und dazu wirklich schöne Lieder gesungen. Alle aus der Familie sind musikalisch sehr begabt. "The Beauty Of Mauna Kea" von Keola Beamer (so passend für diesen Abend) habe ich ein Stück mit gefilmt. "Over the Rainbow" wurde auf meinen Wunsch gespielt und dieses Lied hab ich dann auch mitgesungen.
Der Sonnenuntergang war schon klasse, aber diese hawaiianischen Lieder im sehr hellen Licht des fast Voll-Mondes, der schon einen Schatten warf und dadurch die Umgebung hell erleuchtete, aber leider gleichzeitig die Sterne weniger sichtbar machte, haben einfach alles übertroffen (meine Handy-Kamera konnte das nicht gut einfangen). Es war sehr magisch und unvergesslich.Baca lagi
Sunrise, Wandern mit Anya und Ben
8 Ogos 2025, Amerika Syarikat ⋅ 🌙 9 °C
Die Nacht habe ich im Auto an Ort und Stelle verbracht. Es war kälter als gedacht, und der Wind hat das Auto ab und zu zum Schaukeln gebracht. Der Sonnenaufgang vor sechs Uhr war es dann aber wert. Schon hier habe ich Anya gesehen, obwohl ich sie noch nicht angesprochen hab – sie hat ebenfalls die Nacht im Auto auf dem Berg verbracht.
Mein Plan war es, auf dem Parkplatz des Besucherzentrums eine Mitfahrgelegenheit zur Spitze des Berges zu bekommen. Dazu war ich leider etwas zu spät, weil natürlich alle Autos bereits eine Stunde vor Sonnenaufgang hochgefahren sind. So kamen etwa eine halbe Stunde nach Sonnenaufgang fünfzehn Autos den Berg wieder herunter. Dann war erstmal tote Hose.
Hier habe ich Anya und Benedikt (Ben) kennengelernt. Anja wollte den Berg hochwandern (bei einer Strecke von sieben Meilen, also etwa elf Kilometern, und einem Höhenunterschied von über tausend Metern eine Ganztagsetappe – für mich als untrainierten Wanderer definitiv zu viel). Ben hingegen wollte ebenfalls eine Mitfahrgelegenheit zum Gipfel finden und dann herunterwandern.
Wir standen etwa fünfzehn Minuten dort, und als kein Auto kam, schlug Ben vor, dass wir gemeinsam ein Stück den Berg hochwandern und dann die Möglichkeit hätten, nach der ersten Meile zurück zur Straße zu gehen, um eine Mitfahrgelegenheit zu bekommen oder wieder zurückzuwandern. Spontan war ich dabei.
Anya kommt ursprünglich aus der Ukraine, hat schon in vielen Ländern Europa gelebt und ist seit zwei Jahren in Arizona. Ben kommt aus Großbritannien und lebt seit etwa zwölf Jahren hier auf der Insel. Das Bergsteigen hatte er vor zehn Jahren für sich entdeckt und war schon mehr als hundert Mal auf der Spitze des Mauna Kea.
Auf dem Weg lud er mich auf seinem Grundstück zur "Open Mic Night" ein, die er jeden Samstag veranstaltet. Außerdem erwähnte er, dass er neben seinem selbstgebauten Haus Gästehäuser auf seinem Grundstück hat, die er vermietet oder in denen Reisende gegen Arbeit übernachten dürfen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass ich mich im Verlauf des Tages dazu entscheiden würde, zwei Nächte bei ihm zu verbringen.
Lediglich die erste Meile begleitete ich die beiden. Vor allem die sehr steilen, sandigen Abschnitte hatten es für mich wirklich in sich. Ben erzählte davon, dass er einmal seinen Sohn mit auf den Berg genommen hat, der dabei auf Grund der Höhe und Anstregung ohnmächtig geworden ist und zwei Stunden ein Nickerchen gemacht hat, bis er von alleine wieder aufwachte. Ganz so weit wollte ich es nicht treiben, daher ließ ich die beiden weiterziehen und lief zurück zur Straße in der Hoffnung, eine Mitfahrgelegenheit auf den Gipfel zu ergattern. Doch es war nichts los an diesem Vormittag – außer ein paar Arbeiterfahrzeugen (die dürfen einen nicht mitnehmen).
Gerne hätte ich die weltbekannten Teleskope auf dem Gipfel gesehen, aber das ist nur ein weiterer Grund, noch einmal wiederzukommen.Baca lagi
Zwei Tage bei Ben
9 Ogos 2025, Amerika Syarikat ⋅ ☁️ 26 °C
Ben habe ich am Morgen spontan beim Wandern kennengelernt. Er wirkte von Anfang an sehr freundlich, offen und hatte ein bisschen Hippie-Charakter.
Zuerst lud er mich nur zur "Open Mic Night" (offene Musik- und Vortragsbühne) ein, doch später auch dazu, auf seinem Grundstück in einem kleinen Ferienhaus zu bleiben – entweder gegen 75$ pro Nacht oder gegen etwas Arbeit. Ich entschied mich für die Gartenarbeit.
Vor etwa zwölf Jahren, im stolzen Alter von sechzig, hat er hier auf Hawaiʻi, in der Nähe von Curtistown, ein Grundstück gekauft – rund fünfzig Meter breit und dreihundert Meter lang. Die Gegend, nennt sich Hawaiian Acres und besteht nur aus großen Parzellen. Anfangs ließ er mit einem Bagger Struktur ins Gelände bringen, danach baute er sein Haus, bewegte jeden Stein eigenhändig an seinen heutigen Platz, pflanzte viele Bananen- und Kakaobäume und errichtete mehrere Gästehäuser. Ich durfte im ältesten Gästehaus übernachten und hatte sogar meine eigene Außendusche.
Am Samstag arbeitete ich sechs Stunden lang in einer Gartenecke, in der sich zwei alte und ein neuer Komposthaufen befanden. Meine Aufgabe: alles umgraben, große Stöcke auf einen Haufen, Unkraut auf einen anderen und frische Erde auf den finalen Haufen sortieren. Dabei entdeckte ich halb vergammelte Kakaofrüchte, Kokosnussschalen, Austernhälften und hier und da ein bisschen Plastik, das ich aussortierte.
Am Sonntag war die Arbeit entspannter: Ich befreite eine mit Vulkanstein gestaltete Gartenecke von Unkraut und half Ben, den Maracujá-Busch ebenfalls von Unkraut zu befreien und an einer neuen Konstruktion etwas höher zu binden.
Eigentlich war es etwas viel Arbeit für zwei Nächte – schließlich ist Arbeitskraft auf Hawaiʻi auch teuer als anderswo –, aber ich habe es nicht als Belastung empfunden. Zum ersten Mal auf meiner Reise habe ich meine Zeit und Muskelkraft gegen ein gutes Bett und leckere Mahlzeiten eingetauscht. Und ich wurde nicht enttäuscht. Die Arbeit in der hawaiianischen Sonne war zwar anstrengend, aber nach sechs Wochen fühlte sich der verdiente Feierabend richtig, richtig gut an – fast wie etwas, das mir gefehlt hatte.
Am Samstagabend gab es Hähnchen vom Grill, und zur Open Mic Night kam diesmal auch eine Freundin von Ben vorbei. Livemusik finde ich immer großartig, und ich habe mich sogar getraut, bei ein paar Songs am Schlagzeug mitzuspielen – ohne Noten, einfach nach Gefühl. Natürlich nicht perfekt, aber das war an diesem Abend völlig egal.
Auf meinen Wunsch haben Ben und seine Freundin ein Geburstagslied für einen Guten Freund von mir zu Hause gespielt.Baca lagi

PengembaraWas fur eine tolle Begegnung. Und der Tausch Arbeit gehen Wohnen ist auch nicht so schlecht.

PengembaraIch finde es auch cool, dass du das gemacht hast: arbeiten für Unterkunft. Das ist wieder eine neue Erfahrung und man sieht, es kann auch ohne Geld funktionieren 😃
Abreise Big Island - Hawai'i
10 Ogos 2025, Amerika Syarikat ⋅ ⛅ 25 °C
Zwei Orte zum Abschluss meiner Zeit auf der Big Island.
Ich habe noch die Puʻukoholā Heiau National Historic Site mit dem Tempel des Königs Kamehameha gesehen, den er erbaut hat, bevor er 1810 die Hawaiʻi-Inseln vereinte. Den Audio-Guide zum Park kann man sich hier anhören: https://www.nps.gov/puhe/learn/photosmultimedia…
Neben den Beschreibungen und Funktionen der Tempel fand ich die Geschichte von John Young, einem englischen Seemann, der ein vertrauter Berater und Militärkommandant von König Kamehameha wurde, sehr spannend.
Durch den Norden der Insel bin ich ebenfalls gefahren. Dort sah es ganz anders aus – auch sehr weitläufig, aber viel grüner und mit Kuh- und Pferdeweiden.Baca lagi
Ciudad de México
12–14 Ogo 2025, Mexico ⋅ ☁️ 25 °C
Der südlichste Punkt der USA auf Hawaii war auch gleichzeitig mein südlichster Punkt in den Amerikas – bis jetzt. Nach zwei Flügen bin ich mittags in der Hauptstadt des zweiten Landes auf meiner Reise gelandet. Viel Zeit habe ich leider nicht eingeplant. In zwölf Tagen muss ich in Cancún den nächsten Flug erwischen.
Mexíco soll viel zu bieten haben, daher muss ich meine wenigen Tage gut einteilen. In der Hauptstadt wollte ich zwei Nächte bleiben.
Der Weg vom Flughafen zum Hostel mit der Metro (U-Bahn) war herausfordernder als gedacht. Bargeld hatte ich dummerweise noch keins, und mit Englisch kommt man hier auch nicht sehr weit. Ein netter Polizist hat mich dann einfach durch den Absperrungseingang zur Metro gelassen.
Auf den Straßen waren sehr viele Menschen unterwegs. Oft gab es Verkaufsstände auf den Gehwegen – ob Mini-Kiosk, Obst, Souvenirs oder natürlich tacos und andere Street-Food-Varianten. Diese Gerüche in Kombination mit der Stadt haben sich sehr abenteuerlich gemischt.
Am ersten Nachmittag bin ich auf dem Nationalplatz über das Festival de las Culturas (Festival der Kulturen) gestolpert. Zufällig wurde gerade die riesige Mexíco-Flagge eingeholt.
Es gab eine Bühne mit Musik und drumherum mehrere große Zelthallen, in denen allerlei Selbstgemachtes, Krimskrams und natürlich viele verschiedene Spezialitäten angeboten wurden. Ich habe mich ein bisschen durchprobiert:
- Teigtaschen aus Bohnen mit verschiedenen Füllungen
- so etwas wie ein Cracker mit Salat drauf und scharfer Soße
- Kakaogetränk (nicht zu süß)
Ich mag scharfes Essen, aber hier muss man immer sehr vorsichtig sein. Die meisten grünen, für mich eigentlich nicht scharf aussehenden Soßen haben es hier in sich – und die scharf aussehenden dann erst recht. Das Einzige, worauf man sich sicher verlassen kann, ist guacamole, die immer sehr gut ist.
Das historische Viertel von Mexíco-Stadt habe ich mir am zweiten Tag zu Fuß angeschaut. Zum örtlichen Büro meines Arbeitgebers bin ich auch gegangen, um einen Kaffee zu trinken und ein paar Postkarten zu schreiben.Baca lagi
Teotihuacán – Stadt der Götter
13 Ogos 2025, Mexico ⋅ ☁️ 24 °C
Zum Abschluss meiner Zeit in Mexíco City hatte ich eine Tour zu den Pyramiden von Teotihuacán gebucht. Also im Hostel ausgecheckt und mich zum Treffpunkt aufgemacht. Die Fahrt raus aus der Stadt dauerte etwa 1,5 Stunden – und plötzlich tauchten sie in der Ferne auf: gewaltige steinerne Stufenbauten inmitten einer weiten Ebene.
Teotihuacán war vor mehr als 2000 Jahren eine der größten Städte der Welt. Niemand weiß genau, welche Kultur sie ursprünglich erbaut hat – es war noch vor den Azteken. Später gaben die Azteken ihr den Namen Teotihuacán („Ort, an dem Menschen zu Göttern werden“). In ihrer Blütezeit zwischen etwa 100 v. Chr. und 550 n. Chr. lebten hier wohl über 100.000 Menschen. Die Stadt war politisches, wirtschaftliches und religiöses Zentrum. Es wurden Mais, Bohnen, Amaranth und Kürbis angebaut, Handel mit Jade, Kakao und exotischen Federn betrieben – und besonders mit obsidiana (Vulkanglas), das hier abgebaut und zu Werkzeugen und Waffen verarbeitet wurde.
Die großen Pyramiden wurden schichtweise gebaut – mehrere Generation setzten der bestehenden Struktur eine neue Stufe oder Plattform auf. So wuchs die Sonnenpyramide in mehreren Bauphasen zu ihrer heutigen Höhe von etwa 65 Metern.
Vor den Olympischen Spielen 1968 wurden Teile der Anlage restauriert, um Mexíco international zu präsentieren (dir Eröffnungsfeirr kann man sich auf Youtube angucken).
Viele der restaurierten Flächen bestehen aus großen Steinblöcken, deren Fugen mit kleinen Steinen gefüllt sind (um den Ungerschied zum original zu erkennen). Früher waren diese Mauern und Plattformen komplett mit einem glatten Kalkputz überzogen und bemalt. Typisch für Teotihuacán war die rote Farbe, gewonnen aus lokalem Hämatit (Eisenoxid). Durch Handel gelangten aber auch andere Pigmente hierher – es war sehr bunt.
Das meiste man sehen kann sind Fundamentplattformen, auf ihnen standen Tempel, in denen Zeremonien, Opfergaben und Rituale zu Ehren verschiedener Götter stattfanden. In einigen Tempeln wurden Feuer entzündet, in anderen wurden Speisen, Schmuck oder wertvolle Gegenstände geopfert. Manche waren vermutlich nur der Priesterschaft und der Elite zugänglich, während große Plätze vor den Tempeln für die Bevölkerung offen waren – hier konnten die Menschen an Festen, Prozessionen und öffentlichen Ritualen teilnehmen.
Teotihuacán war also nicht einfach eine Stadt zum Wohnen, sondern ein riesiges religiöses Zentrum, in dem Macht, Glaube und Handel eng miteinander verbunden waren.
Die Theorie vom Untergang: ein Aufstand gegen die herrschende Oberschicht, möglicherweise ausgelöst durch soziale Spannungen, Dürren oder religiöse Umbrüche.
Heute kann man die Mondpyramide (zweitgrößte) wieder bis zur ersten Ebene besteigen – das ist erst seit Kurzem wieder erlaubt. Die Sonnenpyramide (größte) dagegen ist seit Covid gesperrt. Trotzdem: Die schiere Größe dieser Bauten beeindruckt mächtig. Und noch mehr die Vorstellung, dass das, was heute zu sehen ist, nur ein Teil der ursprünglichen Stadt ist. Zahlreiche kleinere Pyramiden und Plattformen sind noch gar nicht ausgegraben. Von Teotihuacán sind bisher nur rund 8 km² ausgegraben und für Besucher zugänglich – das entspricht dem zentralen Zeremonialbezirk und einigen angrenzenden Wohn- und Werkstattbereichen. Die ursprüngliche Stadtfläche wird jedoch auf ca. 20–25 km² geschätzt - weit mehr als die Hälfte liegt noch unter Erde, Vegetation oder modernen Siedlungen und ist nicht erforscht.
Beim Blick von der Mondpyramide auf die zentrale „Straße der Toten“ mit ihren symmetrisch angeordneten Tempeln und Plattformen, sowie der Beschreibungen von unserem Guide Lili, konnte ich mir gut vorstellen, wie hier vor fast zwei Jahrtausenden Prozessionen, Märkte und religiöse Zeremonien stattgefunden haben müssen. Es ist einer dieser Orte, an denen Geschichte nicht nur im Museum erzählt wird – man steht mitten drin.Baca lagi
Oaxaca
15–18 Ogo 2025, Mexico ⋅ ☁️ 26 °C
Nach Oaxaca bin ich mit dem überraschend bequemen ODA-Bus gefahren. Statt wie geplant um 23 Uhr kam dieser allerdings erst um 1 Uhr in der Nacht an, und ich nahm ein Taxi zum Hostel. Auf den Straßen sah ich noch viele Leute und vor allem Turis, was mich sehr gewundert hat – es scheint für mexikanische Verhältnisse sehr sicher hier zu sein. Zum Glück war die Rezeption im Hostel noch besetzt - am nächsten Morgen musste ich erst einmal ausschlafen. Dann lernte ich ein paar Leute am Pool kennen, wir tauschten uns über Reisepläne aus, und mir wurde die Walking Tour empfohlen. Um 13 Uhr kam ich am alten Casino, dem heutigen Theatertreffpunkt, an. Unser lokaler Guide David gab uns eine wirklich gute Tour. Aus den geplanten zweieinhalb Stunden wurden am Ende über drei – mit vielen Details, Einblicken in versteckte Innenhöfe, an denen man beim einfachen Herumspazieren wohl vorbeigelaufen wäre. Dazu gab es zahlreiche spannende Hintergrundgeschichten zu wichtigen Persönlichkeiten der Stadt (u. a. Benito Juárez, der erste indigene Präsident Mexikos, der aus der Region stammte und als Symbol für Unabhängigkeit und Reformen gilt). Dabei waren ein Pärchen aus Neuzeeland sowie Zoeh und Alice aus Deutschland.
Abends im Hostel hab ich dann noch eine Reisende aus Frankreich/Marokko, einen Holländer, einen Australier sowie Finn und Em (ein Paar ebenfalls aus Australien) und eine coole Gruppe Deutscher kennen gelernt. Beim Karaoke haben wir uns feuchtfröhlich durch die Songs gegrölt – Klassiker wie „Country Roads“, es waren (nicht auf meinen Wunsch) auch ein paar verdammt asoziale deutsche Lieder dabei und auch ein deutsch-spanischer Song, wunderschön im Duett gesungen.
Am zweiten Tag bin ich morgens bis mittags über den riesigen Markt Central de Abastos de Oaxaca gelaufen, habe mir die Ruinen auf dem Berg Monte Albán angesehen (dazu kommt noch ein Post) und war abend sehr lecker Essen. Alle anderen waren entweder schon abgereist oder verplant, aber das hat mich nicht davon abgehalten ein Date mit mir selbst zu haben.
Das Restaurant Las Quince Letras war nur zwei Straßenblöcke vom Hostel entfernt, wurde mir von meinem Taxifahrer empfohlen und hat die hohen Erwartungen sogar übertroffen. Ich habe mich darauf eingelassen, zu einem normalen Bier auch noch eine Art Tomatensaft zu bestellen. Das Ganze wurde dann am Tisch gemischt und war erstaunlich gut – auch wenn ich es nicht unbedingt regelmäßig trinken muss.
Zur Hauptspeise hat mir der Kellner die klassischen Gerichte Oaxacas empfohlen. Eine Mole ist eine traditionelle mexikanische Sauce, die besonders in Oaxaca sehr bekannt ist. Sie ist meist dickflüssig, komplex gewürzt und hat oft eine leicht süßliche, herzhafte oder scharfe Note. Moles bestehen aus einer Mischung von Chili-Schoten, Nüssen oder Samen, Gewürzen, Kräutern, Schokolade, Tomaten, Tomatillos oder Zwiebeln. Er brachte mir also einen Teller mit neun Soßen zum Probieren – eine besser als die andere... Manche waren leicht scharf, andere sehr würzig, wieder andere fruchtig mit Ananas, Banane oder Mango. Schließlich entschied ich mich für die schwarze Mole, kombiniert mit Rindfleisch und Banane. Auf dem Teller zerfiel das Fleisch schon fast beim bloßen Anblick. Dazu gab es etwas Reis und frische tortillas aus dunklem Teig. Zum Nachtisch einen Mezcal, und die ganze Zeit über spielte ein Saxophonist live Musik, während sich die Aussicht über den Dächern der Stadt vom Tag in die Nacht verwandelte.
Beim späteren Bierpong-Turnier im Hostel lernte ich Grace aus Großbritannien kennengelernt, die mir als Partnerin zugelost wurde. Wir waren ein Super Team und haben ganz Okay gespielt. Sie wollte es nicht auf sich sitzen lassen, um elf Uhr Feierabend zu machen – schließlich war dies unser einziger Freitag in Oaxaca. Mit dem Australier zusammen ging es in zwei Clubs der Stadt. Der Erste hat eine tolle Aussicht auf den Berg (siehe Foto), aber die Stimmung war schlecht und die Musik kam nur vom Band. Der zweite Club überzeugte mit richtig guten, frisch gemixten Techno.
Da eigentlich alle Leute, mit denen ich gesprochen und die ich kennengelernt hatte, nach Puerto Escondido, eine Stadt südlich am Pazifik, die eigentlich nicht auf meiner Route lag, weiterreisten – die einen einen Tag früher, die anderen einen Tag später – und ich nun so viel Gutes über diesen Ort gehört hatte, beschloss ich spontan, ebenfalls am Samstag einen Bus dorthin zu buchen. Am Montag würde ich dann einen Flug nach Cancún nehmen, um schneller auf die Yucatán-Halbinsel zu kommen. Der Flug war zwar spontan relativ teuer, aber mit dem Bus hätte ich immer noch die Hälfte bezahlt und insgesamt rund 30 Stunden darin verbracht. Im Nachhinein kann ich sagen: Es war die richtige Entscheidung, mehr Zeit mit meinen neuen Bekanntschaften zu verbingen!Baca lagi








































































































































































































































































































































































































