• Reisefreude
Current
  • Reisefreude

Transafrika

Wir reisen von Deutschland entlang der Westroute Afrikas nach Südafrika und im Osten von Afrika in Richtung Norden. Danach geht es weiter auf der arabischen Halbinsel. Read more
  • Etosha Nationalpark

    May 4–6, 2025 in Namibia ⋅ ☀️ 29 °C

    Wir fahren über staubige Sandpisten zum westlichen Gate des Etosha-Nationalparks. Am Tor müssen wir Formulare ausfüllen, der Kühlschrank wird kontrolliert, Parkgebühren bezahlt – und dann sind wir endlich drin.

    Unsere erste Station ist das Okaukuejo Camp. Schon auf dem Weg dorthin sehen wir Zebras und Antilopen. Der Campingplatz selbst ist für den Preis leider enttäuschend – ein Rollsplittplatz in der prallen Sonne, ohne Schatten. Aber im Nationalpark darf man nur auf den offiziellen Plätzen übernachten, also bleibt uns nichts anderes übrig.

    Der Vorteil des Okaukuejo Camps: Es hat ein Wasserloch, an dem oft Tiere auftauchen. Wegen der Regenzeit sind es weniger als sonst, aber wir sehen trotzdem einige Zebras und Antilopen.

    Als ich gerade mit Regina und Marie zum Pool gehen will, ruft jemand: „Elefanten am Wasserloch!“ Wir drehen sofort um, holen die anderen – und schaffen es gerade noch, eine Elefantenherde zu sehen, die sich langsam entfernt. Ein echter Gänsehautmoment.

    Danach geht Regina mit Marie doch noch zum Pool. Das Wasser ist eiskalt, aber Marie will gar nicht mehr raus – sie genießt es in vollen Zügen.

    Kurz vor dem Abendessen dann die nächste Überraschung: Plötzlich stehen Eva und Dani vor uns! Wir wussten, dass sie aus Angola nach Namibia unterwegs sind, aber dass wir uns hier treffen, ist ein riesiger Zufall. Nach vier Monaten Wiedersehen ist die Freude groß. Wir verabreden uns, in Kontakt zu bleiben, und freuen uns schon auf ein baldiges Wiedersehen.

    Am nächsten Morgen frühstücken wir zusammen. Marie spielt viel mit Eva und hat richtig Spaß. Dann geht es weiter auf Safari-Tour in den Norden des Parks. Wir sehen riesige Herden von Gnus und Zebras, Antilopen und seltene Vögel wie Marabus und Trappen.

    Am Abend erreichen wir das Halali Camp, unser nächster Übernachtungsplatz. Auch hier gibt es ein Wasserloch, aber diesmal bleibt es ruhig – keine Tiere in Sicht.

    Am nächsten Morgen starten wir früh, um 7 Uhr, und sehen Elefanten, Giraffen, Gnus und Eland-Antilopen – Etosha von seiner besten Seite.

    Nach knapp drei Tagen voller Abenteuer und unvergesslicher Tierbegegnungen geht es für uns wieder raus aus dem Park.
    Read more

  • Mount Etjo – Safari-Abenteuer

    May 2–4, 2025 in Namibia ⋅ ☀️ 25 °C

    Heute beginnt ein echtes Abenteuer. Wir sind in Namibia, einem Land voller Kontraste und wilder Natur. Unser Ziel: die Mount Etjo Lodge, 1.600 Meter hoch gelegen, umgeben von atemberaubender Landschaft und wilden Tieren.

    Auf der holprigen Piste zur Lodge sehen wir die ersten Giraffen – für uns alle ein magischer Moment. Wir halten an, springen aus den Autos und greifen zu den Kameras. Neben den Giraffen entdecken wir auch Antilopen, die uns neugierig beobachten.

    Die Lodge selbst ist schick, aber unser Campingplatz liegt drei Kilometer weiter, mitten im Nirgendwo. Dort angekommen, merken wir, dass der Platz für unsere drei Autos zu klein ist – obwohl wir das extra so gebucht hatten. Nebenan liegt ein größerer, leerer Platz, aber der sei angeblich reserviert. Also arrangieren wir uns irgendwie, machen ein schönes Feuer und genießen den Abend. Die Ausstattung ist top – Küche mit warmem Wasser, Duschen drinnen und draußen, Toilette – alles da.

    Am nächsten Morgen stellen wir fest, dass der Nachbarplatz immer noch frei ist. Auf Nachfrage dürfen wir dann beide Plätze nutzen – eine kleine Entschädigung, die uns freut.

    Später nutzen wir die Lodge und ihren Pool – der allerdings eiskalt ist. Nur Marie und Regina trauen sich rein, während wir anderen die Tierwelt am angrenzenden Wasser beobachten: ein Nilpferd und Flamingos stolzieren am Ufer entlang.

    Am Nachmittag starten wir zu einer Safari. Unser Guide Gimmi ist aufmerksam und witzig. Zuerst sehen wir Antilopen und viele Giraffen. Dann entdeckt Regina ein Nashorn – wir beobachten es in aller Ruhe. Später sehen wir sogar ein junges Nashorn mit seiner Mutter, die sich etwas scheuer im Gebüsch halten. Der Höhepunkt kommt am Wasserloch, wo wir eine ganze Elefantenfamilie entdecken – bis zu acht Tiere, darunter auch kleine Elefanten. Sie kommen über einen Damm direkt auf uns zu und ziehen direkt an uns vorbei, keine fünf Meter entfernt. Anschließend sxhwimmt ein Nilpferd direkt auf uns zu. Wir müssen alle ins Auto steigen. Gimmy, unser Guide ma ht laute Geräusche, um es zu vertreiben. Es scheint, als es für uns extra posiert u d reißt das Maul mehrere Male direkt vor uns weit auf – ein Moment, den wir nie vergessen werden.

    Auf dem Rückweg wird es dunkel. Wir müssen noch einem anderen Safari-Auto mit zwei Plattenreifen helfen. Unser Guide wechselt die Reifen routiniert, und wir kommen schließlich alle sicher zurück ins Camp.

    Zurück am Campingplatz lassen wir den Abend am Feuer ausklingen – die Geräusche der afrikanischen Nacht um uns herum und über uns der funkelnde Sternenhimmel.
    Read more

  • Ein freudiges Wiedersehen

    April 29, 2025 in Namibia ⋅ ☁️ 23 °C

    Wir sind zurück in Windhoek – diesmal aus einem besonderen Grund: Wir erwarten Besuch! Unser Lager schlagen wir auf dem charmanten Campingplatz Elisenheim im Norden der Stadt auf. Der Platz wird liebevoll betrieben von einem Deutschen und einer deutschsprachigen Namibierin. Es ist ruhig, gepflegt, herzlich – wir fühlen uns sofort wohl. Auch Alexandra und David sind mit dabei. Gemeinsam freuen wir uns auf den morgigen Tag: Reginas Eltern kommen!

    Früh am nächsten Morgen geht es los – voller Vorfreude. Doch schnell merken wir: Es gibt zwei Flughäfen in Windhoek. Und natürlich landen Maria und Peter am internationalen Flughafen – über eine Stunde außerhalb der Stadt. Wir kommen leicht verspätet an, aber das macht nichts. Die beiden sitzen entspannt in einem Café und frühstücken. Die Wiedersehensfreude ist groß. Wir setzen uns dazu und genießen den Moment: Gemeinsam, in Namibia!

    In den kommenden drei Wochen steht eine Rundreise mit dem Mietcamper durch Namibia und Botswana an. Alexandra und David begleiten uns, und bevor es richtig losgeht, verbringen wir zwei Tage in Windhoek. Maria und Peter haben sich ein kleines Gästehaus gemietet.
    Am ersten Abend feiern wir unser Wiedersehen gemeinsam mit Alexandra und David in einem bekannten Gasthaus: Joe’s Bierhaus. Zwischen afrikanischem Flair, kaltem Bier und gutem Essen stoßen wir an – auf das Wiedersehen, das Abenteuer und das Leben!

    Marie übernachtet die nächste Nacht bei Oma und Opa - und das klappt wunderbar! Sie kuschelt sich glücklich ins Bett. Am nächsten Morgen hüpft sie freudestrahlend auf den Betten. Nach dem Frühstück holen wir alle zusammen dann den Mietcamper ab – bereit für wilde Landschaften, neue Erfahrungen und unvergessliche Momente. Namibia und Botswana – wir kommen!
    Read more

  • Das Matterhorn Namibias

    April 26, 2025 in Namibia ⋅ 🌙 23 °C

    Heute führt uns unsere Reise zur beeindruckenden Spitzkoppe – auch bekannt als das „Matterhorn Namibias“. Diese markante Granitformation ragt rund 700 Meter aus der Ebene und entstand vor etwa 120 Millionen Jahren. Sie zählt zu den ikonischsten Landschaften des Landes.

    Wir fahren nicht in den offiziellen Park, sondern folgen einer Piste hinter das Massiv. Dort finden wir einen traumhaften Stellplatz – ruhig, einsam, direkt an einem großen Granitfelsen. Die warme Nachmittagssonne taucht alles in goldenes Licht. Natürlich klettern wir hinauf – auch Marie ist mit dabei – und genießen die Aussicht über das weite Land.

    Bald entdecken wir am Horizont eine aufziehende Gewitterfront. Noch ist alles ruhig, doch dann überrascht uns eine heftige Windböe. Unsere Markise hebt ab – ein Gelenk bricht. Zum Glück ist Jens schnell zur Stelle: Mit Geschick und ein wenig Improvisation repariert er den Schaden. Danach ist alles wieder in Ordnung.

    Erst jetzt wird es richtig gemütlich. Wir entzünden unser Lagerfeuer, sitzen zusammen, schauen in die Glut. Das Gewitter zieht in der Ferne vorbei – der Regen bleibt uns erspart. Dafür erleben wir ein spektakuläres Naturschauspiel: dramatische Wolkenformationen, zuckende Blitze am Horizont und ein unvergesslicher Sonnenuntergang.

    Wir verbringen eine ruhige, schöne Nacht an diesem besonderen Ort – ein Moment voller Natur, Abenteuer und Stille. Am nächsten Morgen geht es weiter, doch dieser Platz wird uns lange in Erinnerung bleiben.
    Read more

  • SUP-Abenteuer mit neugierigen Robben

    April 24, 2025 in Namibia ⋅ ☀️ 18 °C

    Am nächsten Tag fahren wir nach Walvis Bay und weiter zur Pelican Point. Als der Sand beginnt, lassen wir den Reifendruck auf etwa ein Bar ab – diesmal klappt alles problemlos, und wir schaffen es bis zu den Robbenkolonien. Hier leben etwa 60.000 bis 80.000 Robben in mehreren Gruppen. Wir fahren eine Weile zwischen ihnen herum – es ist faszinierend, aber auch intensiv: Der Geruch von toten Robben und Urin liegt deutlich in der Luft.

    Nach einer kleinen Pause treffen wir zwei Arbeiter vom Leuchtturmhotel. Wir kommen ins Gespräch und fragen sie, ob wir mit den Robben schwimmen dürfen. "Klar, kein Problem", sagen sie. Gesagt, getan – wir fahren schnell zurück zum Auto, ziehen unsere Wetsuits an und gehen ins Wasser. Auf dem Rückweg sehen wir sogar zwei Schakale, die friedlich am Strand schlafen.

    Kaum sind wir im Wasser, kommen die ersten neugierigen Robben angeschwommen. Leider dämmert es schon, deshalb bleibt es bei einem kurzen Erlebnis. Wir beschließen, die Nacht hier zu verbringen, um am nächsten Morgen mit dem SUP aufs Wasser zu gehen.

    Früh am nächsten Morgen pumpt Regina das SUP auf, und zusammen mit Marie geht es direkt vor dem Frühstück aufs Wasser. Marie ist begeistert – sie strahlt übers ganze Gesicht, will gar nicht mehr vom SUP herunter. Die Robben sind unglaublich neugierig, schnuppern am Paddel, tauchen unter dem Board durch und zeigen kleine Kunststücke: Sie winken mit der Flosse oder strecken die Schwanzflosse in die Luft. Einige kommen sogar ganz nah heran und riechen an unseren Händen – ein wunderschönes Erlebnis.

    Später gehen auch Jens und David ins Wasser. Vorher hatte David allerdings einen jungen Seehund am Strand erschreckt. Als er dann ins Wasser geht, schwimmt genau dieser Seehund auf ihn zu und beißt ihn ins Knie – so heftig, dass David sogar blutet. Jens, der direkt daneben steht, bleibt verschont. David läuft zurück zum Strand, versorgt seine Wunde, während Jens zu Regina und Marie aufs SUP steigt, und gemeinsam beobachten sie weiter die verspielten Robben.

    Anschließend wagen sich auch Alexander und David noch einmal aufs SUP und genießen die besondere Stimmung auf dem Wasser.

    Nach dem Frühstück fahren David und Alexander ins Krankenhaus in Walvis Bay. David bekommt sicherheitshalber eine Tollwut- und Tetanus-Impfung – zum Glück ohne weitere Probleme.
    Read more

  • Sandboarden Swakopmund

    April 19, 2025 in Namibia ⋅ ☀️ 19 °C

    Heute geht es früh los: Wir haben eine Sandboarding-Tour gebucht und starten direkt am Morgen. Vor uns liegt ein beeindruckendes Panorama aus goldgelben Dünen – endlos weit und atemberaubend schön.

    Die freundlichen Guides begrüßen uns gut gelaunt und geben eine kurze Einweisung. Dann bekommen wir Boards, Helme und dünne MDF-Platten fürs Bauchrodeln. Der erste Aufstieg ist noch leicht, aber mit jedem weiteren Durchgang spüren wir die Anstrengung deutlich mehr.

    Wir werden in Anfänger und Erfahrene aufgeteilt. Jens nutzt seine alten Snowboard-Skills und gleitet souverän den Hang hinab. Auch Regina meistert die erste Abfahrt erstaunlich gut – und hat sofort Spaß daran.

    Insgesamt fahren wir sechsmal die Düne hinunter – mal auf dem Board, mal auf dem Bauch. Beim Rodeln erreichen wir über 60 km/h – Adrenalin pur! Unsere Tochter Marie wird liebevoll betreut, darf rutschen und läuft den Hang tapfer hinauf, auch wenn das nicht ihr Lieblingsteil ist.

    Zum Abschluss genießen wir ein einfaches, leckeres Picknick mit belegten Sandwiches, Softdrinks und Bier. Es gibt T-Shirts als Andenken – und vom mitgereisten Fotografen bekommen wir tolle Fotos und Videos. Ein perfekter Vormittag in der namibischen Wüste!
    Read more

  • Westlicher Kontrast an Namibias Küste

    April 18, 2025 in Namibia ⋅ ☀️ 18 °C

    Swakopmund – der Name allein weckt Neugier. Die Stadt wurde Ende des 19. Jahrhunderts von deutschen Siedlern gegründet, als Namibia noch Deutsch-Südwestafrika hieß. Damals suchte man einen geeigneten Hafen am Atlantik, um Waren und Menschen sicher an Land zu bringen. Mitten zwischen Wüste und Ozean entstand eine kleine, europäisch geprägte Stadt. Bis heute erinnern die Kolonialbauten, die Straßenschilder und sogar einige Bäckereien an diese Zeit.

    Als wir nach Swakopmund hineinfahren, spüren wir sofort: Hier ist alles anders. Die Stadt überrascht uns – und zwar gewaltig. Nach den weiten, staubigen Landschaften und den kleinen, oft improvisierten Orten im Inland stehen wir plötzlich in einer Umgebung, die sehr geordnet und westlich wirkt. Die Straßen sind sauber, kein Müll liegt herum. Große, gepflegte Häuser säumen die Alleen, die Vorgärten sind grün und sorgfältig angelegt. Es fühlt sich fast an, als wären wir in Europa oder Amerika gelandet – nur dass die Wüste direkt hinter der Stadt beginnt und der kalte Atlantik vor uns liegt.

    Wir machen uns auf die Suche nach einem Platz zum Übernachten. Unser erster Halt ist ein Campingplatz, doch der ist leider voll belegt. Also ziehen wir weiter – zum Glück finden wir wenig später ein Backpacker Hostal mot Campingmöglichkeit. Der Platz gefällt uns auf Anhieb: Er ist sauber, liebevoll gestaltet und die Duschen sind top! Auch eine Gemeins haftsküche mit jeder Menge Kochutensilien gibt es. Wir richten uns ein und spüren sofort: Hier bleiben wir gern. Schon am ersten Abend treffen wir interessante Menschen. Christian zum Beispiel. Er stammt aus der französischsprachigen Schweiz und ist ein echter Weltenbummler. Gerade kommt er aus Indien, wo er längere Zeit verbracht hat, und jetzt erkundet er Afrika. Auch James lernen wir kennen. Er kommt aus den USA, hat sich in Swakopmund verliebt und beschlossen, hier den Rest seines Lebens zu verbringen. Gerade sucht er eine eigene Wohnung, doch solange lebt er im Backpacker. Hier treffen wir auch eine holländische Familie: Rob, Inge und ihre zwei Jungs, acht und zehn Jahre alt. Marie ist sofort begeistert – sie versteht sich super mit den beiden und spielt von morgens bis abends. Auch die Jungs freuen sich jedes Mal riesig auf das gemeinsame Spielen. Rob und Inge sind genauso entspannt und nett. Sie haben ihre Jobs pausiert und reisen jetzt elf Monate lang durch Afrika.

    Am nächsten Tag machen wir uns auf, um Swakopmund richtig kennenzulernen. Wir schlendern durch die hübschen Straßen mit den bunten Häusern und den vielen kleinen Läden. Anschließend zieht es uns hinunter zur Strandpromenade. Marie fährt mit ihrem Fahhrad. Der Atlantik rauscht leise, die Luft ist frisch und klar. Fast fühlt es sich an wie an der Ostsee – sogar ein Pier ragt hinaus ins Meer. Wir entdecken ein Strandbad mit einem gepflegten Sandstrand.
    Angrenzend gibt es einen Spielplatz Dort tobt sich Marie glücklich aus. Ein Stück weiter an der Promenade entdecken wir dann einen Bereich voller riesiger Hüpfburgen – ein Paradies für Kinder. Marie strahlt über das ganze Gesicht und springt unermüdlich. Direkt nebenan gibt es eine kleine Fischbude – und sie entpuppt sich als wahres Juwel. Regina probiert den frischen Fisch und ist begeistert: Es ist der beste Backfisch, den sie je gegessen hat. Nebenan gibt es einen kleinen Eisstand. Jens gönnt sich ein Eis. Während wir entspannt am Rand sitzen, die Sonne genießen, hüpft Marie unentwegt umher.

    Am darauffolgenden Morgen zieht es uns erneut in die Stadt. Wir finden ein kleines, uriges Café, das uns sofort an die Wohnzimmer unserer Großeltern erinnert. Die Einrichtung ist altmodisch, die Atmosphäre heimelig. Um uns herum sitzen vor allem ältere Menschen, viele weiße Namibier, die hier ihren Kaffee und Kuchen genießen. Auch wir lassen uns verschiedene Sorten köstlichen Kuchen schmecken und trinken dazu frisch gebrühten Kaffee. Danach schlendern wir weiter durch die ruhigen Straßen Swakopmunds – eine Stadt, die mit ihrem Charme und ihrer besonderen Stimmung auf ganz eigene Weise verzaubert.
    Read more

  • Skeleton Nationalpark

    April 17, 2025 in Namibia ⋅ ☀️ 29 °C

    Wir übernachten in Palmwag – eigentlich hatten wir dort eine Wanderung geplant, aber die war uns dann doch zu teuer. Schade, denn die Gegend ist wirklich wunderschön. Sanfte Hügel, offene Weite, und diese friedliche Stille. Und, wie wir später feststellen, gibt es hier Giraffen. Statt zu wandern, fahren wir weiter – vorbei an Springböcken, die über die Straße hüpfen und wir sehen das erste Mal Zebras. Wir freuen uns riesig. So stellen wir uns Afrika vor.

    Unser Weg führt uns Richtung Skelettküste, doch bevor wir den Nationalpark erreichen, biegen wir ab, weit hinein in die Landschaft. Wir finden einen Stellplatz hinter einer Düne – abgeschieden, ruhig, mitten in der Natur. Das Gras steht hoch, weht weich im Wind. Wegen der Regenzeit ist alles grün – ein seltener Anblick hier, und einfach wunderschön.

    Wir verbringen den Nachmittag gemütlich: Marie schaukelt an ihrer kleinen Schaukel, wir backen Muffins im Topf über dem Feuer. Abends lodert ein großes Lagerfeuer, und über uns spannt sich ein klarer, beeindruckender Sternenhimmel. Ein perfekter Tag.

    Am nächsten Morgen geht's weiter – hinein in den Skelettküsten-Nationalpark. 200 Kilometer Sandpiste liegen vor uns. Übernachten dürfen wir hier nicht, also fahren wir die Strecke am Stück. Die Landschaft verändert sich dramatisch: Von saftig grüner Steppe gleiten wir in eine trockene, graue Sandwüste. Es ist faszinierend, wie abrupt der Übergang ist.

    An der Küste erreichen wir schließlich Cape Cross. Dort gibt es einen kleinen Campingplatz, wo David noch Diesel nachtankt. Und dann – eine Überraschung: Wir treffen Marvin wieder! Ein kurzes, nettes Gespräch, dann fahren wir weiter zum Wildcampspot direkt am Meer.

    Dort lassen wir den Tag ausklingen: ein weiteres Lagerfeuer, Brot backen im Topf, Meeresrauschen im Hintergrund. Einfach sein. Es ist einer dieser Abende, an die man sich noch lange erinnern wird.
    Read more

  • Sesfontain

    April 14, 2025 in Namibia ⋅ 🌩️ 36 °C

    Von den Ruacana Falls fahren wir nach Sasfontain in das Hoanib Flussbett, da hier Elefanten, leben sollen. Wir fahren eine sehr schöne Sandpiste durch die Steppe vorbei an einigen Vogelsträußen bis es schließlich nicht mehr weiter geht. Leider ist das Flussbett boch zu nass. Es hindert uns am Weiterkommen in Höhe eines Camps. Ein Ranger kommt zu uns und informiert und darüber, das die Saison hier erst noch startet. Die Regensaison endet gerade, aber das Wasser im Fluss ist noch zu hoch und dadurch das Tal indem die Elefanten leben ist noch nicht passierbar. Wir drehen um und Übernachten mitten in der malerisch schönen Steppe umgeben von einer Bergkette.Read more

  • Sirene an den Ruacana Falls

    Apr 12–13, 2025 in Namibia ⋅ ⛅ 32 °C

    Übernachtung am Community Camping am Fluss
    Es sind Osterferien und Einheimische grillieren hier gut gelaunt.
    Vor Sonnenuntergang verlassen sie den Platz und wir sind allein am rauschenden Fluss. Um kurz nach Acht tönt eine Sirene. Warntafel zeigt, dass bei Alarm der Platz zu evakuieren ist, da eine Schläusenöffnung des Wasserkraftwerks zu Überschwemmungen führen kann. Wir packen schnell zusammen. Nach nur 30 Sekunden verstummt die Sirene. Wir sind verunsichert halten es dann für einen kurzen Soundcheck. Um 0:10 Uhr reißt uns die Sirene aus dem Schlaf. Zum Glück verstummt sie erneut nach wenigen Sekunden. Wir schlafen weiter, jedoch mit mulmigen Gefühl. Am Morgen sind wir froh auf dem trockenen zu stehen. Wie eigentlich überall auf unserer Reiseroute lassen auch hier in Namibia die Locals ihren müll an Ort und Stelle liegen. Dieser wird nun von zwei Frauen entsorgt. Eine von ihnen ist eine traditionelle Himba, was uns interessiert. Wir Unterhalten uns kurz und machen ein schönes Foto mit Marie.
    Am nächsten Morgen fahren wir nach dem Frühstück fahren wir weiter zu Aussichtspunkten um die Ruacana Falls zu bestaunen. Riesige Wasserfälle.
    Read more

  • "Wilkommen" in Namibia

    April 11, 2025 in Namibia ⋅ ⛅ 31 °C

    Wir reisen über den Grenzposten bei Oshikango nach Namibia ein. Wie so oft dauern die Abläufe viel zu lange. Nacheinander durchlaufen wir Immigration und Zoll in Angola, dann Immigration, Zoll und die Road Tax Station in Namibia. Jeder Schritt erfordert Geduld – ständiges Warten bestimmt den Vormittag. Besonders bei der Immigration zieht es sich, da ein neues Online-Visasystem eingeführt wurde. Die Beamten müssen unsere Reiseroute und Aufenthaltsdauer erfassen – mühsam für alle Beteiligten.

    Nach vier Stunden ist es geschafft, und wir fahren weiter nach Oshakati. Kurz vor dem Campingplatz passiert es: Regina steigt aus und schließt die Schiebetür. Gemeinsam mit Alexandra geht sie um die Ecke, auf die Suche nach jemanden, der das Tor öffnet. Jens bleibt mit laufendem Motor auf der Straße stehen, Marie sitzt hinten im Auto. David wartet mit dem zweiten Fahrzeug etwas weiter vorne, direkt am Tor. Es nähert sich ein Mann der Fahrerseite und rüttelt provokativ an der Tür. Jens Aufmerksamkeit gilt nun ihm. In diesem Moment nutzt ein zweiter Täter die Gelegenheit, öffnet unbemerkt die Schiebetür und greift gezielt zu: Reginas Handtasche, die über die Kopfstütze des Beifahrersitzes gehängt war, ist im nächsten Augenblick verschwunden – samt iPhone und 600€ Bargeld. Jens bemerkt es nicht.

    Auf dem Campingplatz erzählt Jens Regina die Situation an der Fahrertür und, dass die Schiebetür offen war. Sofort läuft Regina zur Schiebetür und sieht, dass die Handtasche weg ist.

    Ein LKW-Fahrer, der kurz nach uns den Campingplatz erreicht, bestätigt, dass er zwei Männer hat weglaufen sehen – sie seien in ein Auto gestiegen und davongefahren.

    Der Besitzer der Lodge ist hilfsbereit, ruft die Tourismuspolizei. Der Beamte ist freundlich, aber ehrlich: Die Chance, etwas zurückzubekommen, sei gleich Null.

    Wir versuchen, es abzuhaken – beso ders Regina fällt dies sehr schwer. Zum Glück ist uns nichts passiert. Die Nacht verläuft ruhig, doch die Stimmung ist gedrückt. Das war ja ein toller erster Tag in Namibia.
    Read more

  • Hoch oben über Lubango

    April 9, 2025 in Angola ⋅ ☀️ 27 °C

    Heute sind wir in Lubango angekommen – eine charmante Stadt im Süden Angolas, die uns direkt mit ihrer Lage zwischen grünen Hügeln beeindruckt. Schon bei der Einfahrt fällt uns auf, wie aufgeräumt und sauber alles wirkt. Die Straßen sind erstaunlich gut in Schuss, die Bürgersteige frei von Müll, und überall blühen bunte Blumen.

    Unser Highlight des Tages ist der Besuch der imposanten Christusstatue, die hoch oben über der Stadt thront – der "Cristo Rei", ähnlich wie das Vorbild in Rio de Janeiro. Die Serpentinenstraße schlängelt sich den Hang hinauf, bis wir schließlich auf dem Plateau ankommen. Von hier oben genießen wir eine atemberaubende Aussicht: Lubango breitet sich in einem grünen Tal aus, eingerahmt von Hügeln und Felsen, die im goldenen Licht der Nachmittagssonne leuchten.

    Der Blick reicht weit – über Dächer, Straßen und Felder hinweg. Wir atmen tief durch, lassen die Stille auf uns wirken und staunen über diesen friedlichen Ort. Es ist erstaunlich, wie ordentlich und ruhig das Leben hier scheint. In vielen anderen Städten Afrikas herrscht oft geschäftiges, chaotisches Treiben – doch Lubango überrascht uns mit Struktur, Sauberkeit und einem fast schon entspannten Rhythmus.

    Wir bleiben eine ganze Weile oben bei der Statue, genießen den Ausblick und sammeln Eindrücke. Lubango fühlt sich an wie ein echter Geheimtipp – eine Stadt, die mit unerwarteter Schönheit und Ordnung begeistert. Ein Ort, den man nicht einfach nur besucht, sondern erlebt.
    Read more

  • Affentheater und Sternennächte Iona Park

    Apr 6–7, 2025 in Angola ⋅ ☀️ 24 °C

    Wir sind unterwegs an die Küste Angolas. Von Lubango fahren wir in den Westen – und schon nach wenigen Kilometern ändert sich die Landschaft drastisch. Die grüne Vegetation rund um Lubango weicht Felsen, und über den spektakulären Serra da Leba Pass geht es hinab in eine karge Felswüste, die schließlich in eine fast vegetationslose Sandwüste übergeht.

    Unser Ziel ist Namibe – eine charmante Stadt mit kolonialem Flair, angenehmem Klima und direkter Lage am Atlantik. Sie liegt am nördlichen Rand des Iona-Nationalparks. Von dort fahren wir weiter südlich zu einem Overlander-Camp bei Patrick, mitten in der Wüste und direkt am Meer. Patrick, ein ehemaliger Overlander aus Deutschland, lebt hier mit seiner Frau – und mit Silvia, einem neun Monate alten Affen, der mit seinem Plüschtier herumtollt.

    An diesem Abend müssen Patrick und seine Frau weg, wir dürfen bleiben – mit Silvia. Der kleine Affe sorgt für ordentlich Trubel, springt uns an, pieselt Alexandra auf den Schoß, und Marie flüchtet schließlich in den Camper. So niedlich Silvia auch ist – wir entscheiden uns, nur eine Nacht zu bleiben.

    Am nächsten Morgen geht’s in den Iona-Nationalpark. Die Landschaft ist beeindruckend. Besonders die Colinas bei Namibe faszinieren uns – rund geschliffene, ausgewaschene Felsen, fast surreal. Zwischen ihnen sammeln wir Feuerholz, schlagen unser Lager auf und verbringen eine stille Nacht unter einem atemberaubenden Sternenhimmel – ohne jede Lichtverschmutzung.

    Am nächsten Tag fahren wir nochmals an Patricks Camp vorbei und stellen uns direkt an den Strand. Der Platz ist wunderschön, das Wasser kühl, aber erfrischend – trotz ein paar Steinen. Wir genießen den Tag in vollen Zügen.

    Später übernachten wir nördlich von Namibe, bevor wir am nächsten Morgen noch einmal zum Serra da Leba Pass fahren – weil es dort einfach so wunderschön ist.
    Read more

  • Serra de Leba Pass & Tundavala Schlucht

    April 5, 2025 in Angola ⋅ ☁️ 22 °C

    Am späten Nachmittag erreichen wir den Sierra de Leva Pass – einer der schönsten Orte unserer Reise. Hoch oben auf einer steilen Felswand, rund 1000 Meter über dem Tal, genießen wir einen atemberaubenden Sonnenuntergang. Das Licht, die Stille, die Weite – einfach magisch. Wir machen ein kleines Feuer, lassen den Tag ausklingen und wissen: Hierher wollen wir zurück.

    Am nächsten Morgen fahren wir weiter zur Schlucht von Tuna Walla. Die Strecke dorthin ist spannend und abwechslungsreich. Oben angekommen: dichter Nebel. Die Sicht ins Tal bleibt uns verwehrt, doch gerade das verleiht dem Ort eine besondere Stimmung. Wir spüren, dass unter der Nebeldecke etwas Großes liegt – auch wenn wir es nicht sehen.

    Auf dem Rückweg steuern wir gezielt das kleine Café-Restaurant Les Chalet an – ein Stück Schweiz mitten in Afrika. In gemütlicher Holzhausatmosphäre bestellen wir u.a. Käse-Raclette. Nach all den Wochen unterwegs schmeckt es nach Heimat. Ein unerwartetes, wunderbar vertrautes Erlebnis!
    Read more

  • Lobito zwischen Industrie und Meeresidyl

    April 4, 2025 in Angola ⋅ ⛅ 28 °C

    Wir erreichen Lobito, eine hübsche Stadt am Atlantik, die sich wie ein langes Band an eine weit geschwungene Bucht schmiegt. Eine vorgelagerte Landzunge schützt die Stadt vor den Wellen – hier liegt Lobito, eingerahmt von Wasser und umgeben von ruhiger Atmosphäre. Es gibt auch einige Fabriken, aber das stört uns nicht. Im Gegenteil: Wir finden die Stadt wirklich schön. Sie ist überraschend sauber – das fällt uns sofort positiv auf.

    Wir fahren hinaus auf die Landzunge, wo sich ein besonderer Ort befindet: die Alpha-Bar. Sie ist unter Overlandern bekannt als Treffpunkt und Übernachtungsplatz – und wir verstehen schnell, warum. Wir dürfen direkt am Strand stehen, nur wenige Meter von der Bar entfernt. Es gibt Wasser, Toiletten und eine entspannte Stimmung. Die Bar selbst ist schön gemacht, mit Blick aufs Meer und einem Hauch Surfer-Charme.

    Für Marie ist der Spielplatz neben der Bar das absolute Highlight. Sie freut sich riesig und ist sofort mittendrin im Spielen. Auch für uns fühlt sich dieser Ort nach einer kleinen Oase an. Wir bleiben zwei Tage hier – einfach weil es uns gut tut. Das Meer ist warm und ruhig. Marie wagt neue Schwimmversuche und wird dabei immer sicherer. Wir sitzen viel am Strand, lassen die Füße im Wasser baumeln, gehen joggen und genießen die Beach-Bar.

    Bevor wir weiterziehen, versuchen wir, unsere deutsche Gasflasche auffüllen zu lassen. Leider klappt das nicht – der Anschluss ist anders und unsere Adapter passen nicht. Auch in der Gasabfüllanlage haben wir kein Glück. Seit Wochen können wir im Innenraum nicht mehr kochen. Zum Glück haben wir in Kongo eine zweite Gasflasche gekauft. Die funktioniert draußen wunderbar – und draußen kochen ist bei der Wärme sowieso angenehmer.

    Nach zwei entspannten Tagen machen wir uns wieder auf den Weg – ganz gemächlich, weiter Richtung Süden.
    Read more

  • Carpe Diem und der Surfbeach

    Mar 30–Apr 3, 2025 in Angola ⋅ ☁️ 28 °C

    Als wir von den Blackrocks kommen, besuchen wir den riesigen China-Markt, ein aus Lagerhallen bestehendes Areal, in dem chinesische Produkte von Chinesen verkauft werden. Jens sucht dort ein neues Autoradio und wird auch fündig. Am Yachthafen in Luanda treffen wir auf Stephan, den wir im Senegal aus dem Matsch gezogen haben und wir anschließend bis Guinea Conakry gefahren sind. Nach seinem Heimaturlaub bringt er uns einige bestellte Ersatzteile. Unser Treffen hatte sich verzögert, umso größer ist die Freude über das Wiedersehen. Stephan reist mit Gerd zusammen, den wir mit seiner Frau in Senegal in der Zebra Bar trafen, ist hier. Unser Wiedersehen feiern wir mit einem Abendessen im Yachthafen-Restaurant. Dort stoßen wir auf ein deutsches Pärchen, die ebenfalls in einem Mercedes Sprinter reisen. Sie gesellen sich zu uns. Gemeinsam verbringen wir einen geselligen Abend.

    Am nächsten Tag verlassen wir Luanda und fahren ans Meer. Unser Ziel: der Strand "Carpe Diem", bekannt für seine Surfbedingungen. Doch die Wellen sind klein. Einheimische Jungs nutzen sie dennoch geschickt für ihre Manöver. Am Strand lernen wir eine amerikanische Familie kennen. Ihr Sohn Oliver (5 Jahre) und Marie verstehen sich gut und spielen zusammen am Strand und im Wasser.
    Marie macht hier auch ihre ersten Schwimmversuche ohne Schwimmhilfe. Sie strampelt zwar zunächst wie ein Hund, kommt aber schon 1-2 Meter weit. In den nächsten Tagen wird es noch ausgebaut und Marie übt Brustschwimmen und schafft ca. 3 Meter alleine.

    Freitagmorgen beginnt das geschäftige Treiben. Am Wochenende herrscht Hochsaison. Wir beobachten, wie sich junge Männer streiten, weil Schattenspender versetzt wurden. Es eskaliert in eine kleine Prügelei – dabei gibt es unzählige dieser Konstruktionen und kaum Badegäste. Nach 2 entspannten Tagen reisen wir heute ab und fahren zu Alexandra und David, die an einem Surfbeach weiter südlich stehen. Um dorthin zu gelangen muss man durch ein armes Fischerdorf fahren. Die Leute haben hier nichts. Sie sind aber sehr freundlich und winken uns zu.
    Wir freuen uns nun wieder bei den Schweizern zu sein und Grillen abends. Am nächsten Tag dämmen wir die Fahrertür und bauen Lautsprecher ein. Die Beifahrerseite hatten wir bereits in Spanien erledigt.
    Anschließend genießen wir den Tag. Wir chillen in der Hängematte, baden, und genießen den Platz. Wir bauen Maries Schaukel an einen Ast und sie freut sich riesig. Sie spielt mit einheimischen Kindern und im Meer wird wieder schwimmen geübt. Es klappt schon ganz gut. 👍
    Read more

  • Black Rocks von Pungo Andongo

    March 25, 2025 in Angola ⋅ ☁️ 28 °C

    Heute besuchen wir die beeindruckenden Black Rocks von Pungo Andongo in der Provinz Malanje. Schon von weitem ragen die gewaltigen Granitformationen majestätisch aus der Landschaft hervor. Ihre Entstehung verdanken sie Jahrmillionen währender Erosion, die sie zu diesen einzigartigen Gebilden geformt hat.

    Als wir uns den Felsen nähern, spüren wir sofort ihre besondere Atmosphäre. Diese Steinformationen sind nicht nur ein Naturwunder, sondern haben auch eine tief verwurzelte Bedeutung in der Geschichte Angolas. Einst dienten sie der legendären Königin Nzinga Mbande als sicherer Rückzugsort im Widerstand gegen die portugiesischen Kolonialherren. In der Mbundu-Kultur gelten sie bis heute als heilig.

    Die Black Rocks sind eine willkommene Abwechslung zur Landschaft, die wir auf unserer bisherigen Reise durch Angola kennengelernt haben. Die massiven Felsen erheben sich wie gigantische Festungen aus der Ebene, und die verschiedenen Formationen laden zum Erkunden ein. Wir steigen auf eine der Anhöhen und werden mit einem spektakulären Ausblick belohnt: Die grünen Weiten Angolas erstrecken sich bis zum Horizont, und die Abendsonne taucht die Felsen in ein warmes, goldenes Licht.

    Hier verbringen wir mit unseren Baloombus-Reisefreunden einen schönen Abend am Lagerfeuer. Wir genießen die Stille, lassen den Blick schweifen und spüren die Magie dieses Ortes. Die Black Rocks strahlen eine geheimnisvolle Ruhe aus und bieten einen tollen Blick auf den Sternenhimmel.
    Read more

  • Luschi-Fest

    March 21, 2025 in Angola ⋅ ⛅ 31 °C

    Nach ein paar anstrengenden Fahrtagen erreichen wir Luanda. Die Stadt wirkt modern, dynamisch. Überall wird gebaut – neue Gebäude, schicke Viertel und selbst Einkaufs-Malls gehören zum Stadtbild. Besonders beeindruckend ist die neue Skyline, die sich immer weiter entwickelt.
    Außerhalb des Zentrums sieht man jedoch deutlich einfachere Verhältnisse, und die Unterschiede zwischen Arm und Reich sind spürbar. Dennoch finden wir Luanda als sehr angenehm, sauber und faszinierend – eine Stadt, die sich rasant entwickelt und viel zu bieten hat.

    Unser Ziel ist ein schöner Campingplatz, der unter Overlandern bekannt ist. Kaum angekommen, gibt es eine Überraschung: Wir treffen Antonin und Luan, die Schweizer Brüder wieder! Eigentlich wollten sie woanders hin, doch als sie hörten, dass dieser Platz gut sein soll, haben sie umdisponiert. Ihre Freude ist groß – und unsere auch!
    Lange sind sie nicht allein, denn auch Alexandra und David stoßen dazu. Die Luschi-Reisegruppe ist wieder vereint! Drei Tage verbringen wir hier und genießen gemütliche Lokalität, den tollen Pool, den Billardtisch und den Kicker. Der Campingplatz hat sogar eine Auffangstation für Tiere: Wir sehen einen Adler, ein Pferd, ein kleines Krokodil sowie verschiedene Vögel. Leider ist der Friseur krank, also gibt es keinen Haarschnitt. Aber die Wäsche wird hier wieder sauber. Der ganze Campingplatz und auch die Örtlichkeiten und Duschen sind sehr sauber, was in Afrika unüblich ist. Nach den letzten Fahrtagen entspannen wir einfach. Dann steht Franks Abschied an – er will nach Namibia und muss weiter. Am Abend feiern wir gemeinsam: Es gibt leckere Steaks und einige Drinks – Mojitos, Gin Tonic, Amarula und Bier (in der Reihenfolge 😉). Wir haben einen lustigen Abend, lachen viel, und Luan spielt sogar Gitarre. Die Nacht wird lang. Am nächsten Tag hängen wir durch. Wir kurieren uns aus, bevor Frank sich verabschiedet. Seit dem 18. November 2024 (mit kurzer Unterbrechung in Gambia) sind wir zusammen unterwegs, haben viele Länder bereist und eine großartige Zeit erlebt. Nun geht es für ihn weiter Richtung Süden. Vielleicht sehen wir uns wieder – wir hoffen es!
    Read more

  • Angola, Luanda

    March 19, 2025 in Angola ⋅ ☀️ 29 °C

    Nach der Unabhängigkeit 1975 geriet Angola in einen jahrzehntelangen Bürgerkrieg (1975–2002), der die Wirtschaft schwer belastete. Viele Portugiesen verließen das Land, wodurch Unternehmen und Verwaltungen zusammenbrachen. Während des Krieges wurde Luanda zur Zuflucht für Binnenflüchtlinge, was zu einer rasanten Urbanisierung führte. Trotz der instabilen Lage begann Angola in den 1990er Jahren mit der Erdölförderung, die bald zur Haupteinnahmequelle des Staates wurde.

    Nach Kriegsende 2002 erlebte Luanda einen enormen Wirtschaftsboom, angetrieben vom Ölsektor. Angola wurde zum zweitgrößten Erdölproduzenten Afrikas, und internationale Unternehmen investierten stark. Die hohe Nachfrage nach Wohnraum ließ die Immobilienpreise explodieren, und Luanda galt zeitweise als eine der teuersten Städte der Welt. Infrastruktur und Dienstleistungen wuchsen rasant, doch wirtschaftliche Ungleichheit blieb bestehen.

    Ab 2014 führten sinkende Ölpreise zu einer schweren Wirtschaftskrise mit Inflation und Währungsabwertung. Die Regierung begann daraufhin mit Reformen zur Diversifizierung der Wirtschaft, insbesondere in Landwirtschaft, Industrie und Tourismus. Trotz Fortschritten bleibt Angola stark vom Öl abhängig. Heute ist Luanda weiterhin das wirtschaftliche Zentrum des Landes, mit wachsenden Investitionen und strategischer Bedeutung als Hafenstadt. Doch Herausforderungen wie Korruption und soziale Ungleichheit bremsen das volle Potenzial der Metropole.
    Read more

  • Mitten in der Nacht schrauben

    March 18, 2025 in Angola ⋅ ☁️ 32 °C

    Die zwei Jungs aus der Schweiz verabschieden sich. Sie nehmen die Abkürzung, eine staubige Dirt Road, tiefsandig, ruppig – genau ihr Ding. Wir hingegen entscheiden uns für den entspannten Weg und rollen über die asphaltierte Straße weiter. Irgendwann gegen Abend wollen wir uns einen Schlafplatz suchen.

    Wir fahren in Kolonne, wie immer. Wir vorne, Frank hinterher. Alles läuft routiniert, bis Jens im Rückspiegel stutzt. Das Auto hinter uns – ist das überhaupt Frank? Nach ein paar Kilometern wird klar: Nein. Frank ist weg.

    Wir werden langsamer, warten, doch Frank taucht nicht auf. Die Dämmerung setzt ein, die Straße wird dunkler. Keine Spur von ihm. Keine Nachricht. Also drehen wir kurzerhand um. Eine halbe Stunde sind wir ohne ihn gefahren, eine halbe Stunde wieder zurück. Nach über einer Stunde steht Frank endlich vor uns – mitten auf der Straße.

    Das Auto ist kaputt. Diagnose? Zylinderkopfdichtung. Nicht zum ersten Mal. Frank kennt sein Auto in- und auswendig, hat Ersatzteile dabei. Abschleppen? Schwierig. Zurück in die Stadt? Zu weit. Also bleibt nur eine Option: Reparieren. Hier. Auf der Straße.

    Es wird dunkel. Regina stellt die Warndreiecke besser sichtbar auf, die Warnblinker leuchten in die Nacht. Die Trucks donnern nah an uns vorbei – keine angenehme Situation. Regina geht mit Marie ins Auto, besser so. Und weil niemand auf leeren Magen schrauben sollte, gibt es Spaghetti mit Tomatensauce.

    Frank und Jens arbeiten konzentriert. Schraube für Schraube. Zwischendurch Pause, dann weiter. Marie schläft längst, während draußen am Motor gewerkelt wird. Alles läuft. Und tatsächlich: Kurz vor Mitternacht ist die Kiste wieder am Leben.

    Wir fahren los, nur ein paar Kilometer bis zu einem Funkturm. Dort schlagen wir unser Nachtlager auf. Frank schläft schlecht, wir anderen tief und fest. Am Morgen ist alles tutti. Die Motorhaube bleibt zu, der Wagen rollt. Nächster Stopp: Luanda.
    Read more

  • Drei Grenzen

    March 18, 2025 in DR Congo ⋅ ☁️ 33 °C

    Bei Xavier lernen wir zwei Schweizer aus dem Wallis kennen. Sie sprechen Französisch und Englisch, aber kein Deutsch. Luna (18) und Antonin (22), die ebenfalls auf großer Reise sind. Spontan schließen sie sich uns an. Sie übernachten in einem anderen Hotel in Cabinda, aber wir treffen sie an der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo (DRC) wieder. Eigentlich wollen sie die DRC an einem Tag durchqueren, doch schnell wird klar: Das ist unmöglich.

    Wir fahren nach Cabinda und passieren die Grenze. Alle sind freundlich, und alles klappt gut. Nur dauert der Prozess, weil vieles per Hand eingetragen wird. In Cabinda übernachten wir in einem Hotel, schlafen im Auto und essen dort noch. Das Hotel ist ein portugiesischer Beach-Club mit schöner Atmosphäre.

    Am nächsten Morgen stehen wir früh auf und fahren zur Grenze. Auf der Cabinda-Seite läuft alles problemlos, wir machen viele Fotos. Die Grenzbeamten wollen unbedingt Bilder mit uns – von vorne, von der Seite, von hinten. An jeder Grenze das Gleiche.

    Auf der DRC-Seite gibt es einen Systemausfall, und wir müssen auf einen Interpol-Beamten warten – das zieht sich. Ganze vier Stunden dauert die Abfertigung, zwei davon bestehen nur aus Warten. Erst gegen halb zwei dürfen wir weiterfahren.

    Hinter der Grenze beginnt eine Sandpiste. Die Navigation hilft nicht viel, weil sich die Strecke ständig verändert. Wir müssen einen kleinen Umweg fahren. Unterwegs hält uns die Polizei mehrfach an, aber die Beamten sind freundlich. Einer fragt nach einer Zigarette – wir rauchen nicht.

    Am Nachmittag erreichen wir Boma und stellen uns an eine Kirche. Die beiden Schweizer haben sich uns inzwischen angeschlossen. Sie sehen ein, dass die DRC nicht an einem Tag zu schaffen ist. Der Kirchplatz ist asphaltiert, mit Blick über die Stadt. Der Sonnenuntergang ist beeindruckend. Währenddessen findet eine Messe statt, einige Menschen sitzen im Stuhlkreis. Marie entdeckt einen Roller und ist begeistert – sie kann fahren! Sie genießt es, und der Abend klingt entspannt aus.

    Am nächsten Morgen wollen wir um fünf Uhr aufstehen, aber unser Wecker versagt. Zum Glück läutet um halb sechs die Kirchturmuhr, und wir werden wach. Schnell sind wir startklar, die anderen brauchen noch etwas Zeit. Um zehn vor sechs brechen wir auf, denn unser Ziel ist Matadi.

    Matadi gilt als schwierig. Die Stadt hat eine Brücke über den Kongo, die problemlos zu passieren ist. Danach jedoch stauen sich Lastwagen, und es bleibt nur eine Spur frei. Wir haben Glück, weil wir früh dran sind, doch andere brauchen hier vier Stunden. Matadi ist keine große Stadt – eigentlich wäre sie in einer halben Stunde zu durchqueren.

    Von Matadi steuern wir die Grenze an. Auch dort stehen LKWs, die Straße ist schlecht. Ein LKW fährt vor uns her, dann kommt uns einer entgegen. Er muss zurücksetzen, und wir werden etwas rangiert. Da die Grenze erst um acht Uhr öffnet, gibt es zum Glück noch keine LKW-Welle aus Angola – genau deshalb fahren wir früh los.

    Die Grenze liegt am Hang. Wieder heißt es warten, wieder gibt es Fotos. Gelbfieberkarten werden kontrolliert, alles wird von Hand abgeschrieben. Doch schließlich können wir weiter – nach Angola! Jens erledigt die Formalitäten, während Regina mit Marie im Auto bleibt.

    Dann ist es soweit – wir sind in Angola! Wir haben es geschafft!
    Read more

  • Republik Kongo - ein Monat Abenteuer

    March 16, 2025 in DR Congo ⋅ ⛅ 32 °C

    Die Republik Kongo – wer hätte gedacht, dass dieses Land uns so in seinen Bann ziehen würde? Ein Monat, 1.600 Kilometer von Norden bis nach Pointe Noire, und unzählige Erlebnisse später sind wir uns einig: Dieses Land ist ein absolutes Highlight.

    Der Norden ist eine andere Welt. Dicht, feucht, überwältigend – der Regenwald scheint unendlich. Die Luft ist schwer, das Blätterdach lässt kaum Sonnenlicht durch, überall regt sich Leben. Die Geräusche, der Duft, die Farben – ein einziges Naturschauspiel. Und dann unser absolutes Highlight: die Flachland-Gorillas. Diese seltenen Tiere zu erleben, ist einfach magisch.

    Als dann das erste Gewitter seit Marokko aufzieht, wird uns wieder bewusst, wie lebendig diese Landschaft ist. Die dunklen Wolken, das zuckende Licht, der prasselnde Regen – die Natur inszeniert sich selbst.

    Je weiter südlich, desto offener wird die Landschaft. Dichte Wälder weichen einer ländlicheren Umgebung, es gibt sogar Farmen von Südafrikanern. Und überall Schmetterlinge – tausende saßen auf unserem Auto, ein wunderschönes Bild.

    Brazzaville überrascht uns. Klar, kein Paris, aber die Stadt ist lebendig, angenehm, sogar ein bisschen mondän. Wir stehen auf einem Tennisplatz mitten in der Stadt – und entdecken eine westliche Bäckerei: Pauls - sehr lecker!

    Unser Besuch bei den Goldgräbern ist ein krasser Kontrast. Wir halten tatsächlich echtes Gold in der Hand – ein greifbares Stück Abenteuer.

    Dann Pointe-Noire. Endlose Strände, raue, aber auch warme Wellen, entspannte Tage. Marie liebt die seichten Buchten, perfekt zum Baden. Der Wahnsinnsmoment: Wasserschildkröten direkt vor uns im Wasser.

    Die Republik Kongo hat uns begeistert. Natur, Tiere, Landschaften – alles ist intensiver, wilder, als wir es erwartet hätten. Und die Menschen: freundlich, zurückhaltend, herzlich.

    Ein Monat war viel zu kurz. Aber Kongo bleibt für immer in unseren Erinnerungen.
    Read more

  • Jens’ Geburtstag am Strand

    March 15, 2025 in Congo ⋅ ☁️ 30 °C

    Wir fahren ein Stück südlich von Pointe-Noire zu Xaviers Beach Club, den wir schon kennen. Jens hat sich gewünscht, seinen Geburtstag am Strand zu verbringen – also genau das Richtige für heute.

    Regina backt am Abend vorher Muffins, damit es direkt zum Frühstück eine kleine Geburtstagsüberraschung gibt. Am Morgen sitzen wir gemütlich am Strand, genießen den ersten Kaffee mit frischen Muffins und starten entspannt in den Tag. Die Sonne strahlt, es ist warm, und das Meer glitzert in der Morgensonne.

    Mittags gehen wir bei Xavier essen. Das Essen ist, wie immer, köstlich, und wir lassen es uns richtig gut schmecken. Am Nachmittag gibt es noch Kuchen – ein weiterer süßer Moment für Jens’ Ehrentag.

    Den restlichen Tag verbringen wir entspannt am Strand. Wir baden, genießen die Sonne und lassen es uns einfach gut gehen. Jens wird 44 und kann sich keinen besseren Ort für seinen Geburtstag vorstellen. Schon gestern hat Regina ihm die Haare geschnitten – jetzt sieht er frisch gestylt aus und feiert den Tag genau so, wie er es sich gewünscht hat.
    Read more

  • Beach Club nur für uns

    March 12, 2025 in Congo ⋅ ⛅ 30 °C

    Wir sind zurück in Pointe-Noire, wieder im bekannten Beach Club. Doch heute zieht es uns weiter – in den Norden, wo es seichte Buchten und ruhigere Strände geben soll. Perfekt für Marie, denn hier sind die Wellen oft zu hoch.

    Die Fahrt wird zur Herausforderung: tiefe Schlaglöcher, Schlammpisten, sandige Abschnitte. Eine Umleitung kostet uns zusätzlich Zeit. Nach anderthalb Stunden – für nur 40 Kilometer – erreichen wir endlich die Beach Clubs. Doch unter der Woche sind sie geschlossen. Ein freundlicher Security Guard lässt uns trotzdem hinein, und so haben wir den gesamten Club für uns.

    Der Strand ist traumhaft: eine sanfte Bucht, klares Wasser, keine Wellen. Marie kann sofort ins Meer laufen. Regina macht zwischendurch Sport, und wir holen das Stand-Up-Paddle heraus. Jens paddelt weiter raus und entdeckt Wasserschildkröten! Regina und Marie versuchen ihr Glück, aber die Tiere bleiben verborgen.

    Abends essen wir draußen, während nebenan der Security Guard mit ein paar Jungs im Pool badet. Dann zieht ein Gewitter auf, begleitet von heftigem Regen. Auch am Morgen nieselt es noch, doch bald klart es wieder auf.

    Vor der Abfahrt gehen wir noch einmal ins Wasser. Der Rückweg ist nun noch matschiger, doch unser Sprinter kommt erstaunlich gut durch. Zurück in Pointe-Noire erledigen wir unsere Einkäufe: Diesel, Wasser, Vorräte – wir rüsten uns für 1000 Kilometer bis Luanda.

    Für die letzte Nacht stellen wir uns noch einmal in den Beach Club. Morgen geht es weiter – das nächste Abenteuer wartet.
    Read more

  • Im Goldrausch

    March 10, 2025 in Congo ⋅ ☁️ 33 °C

    Dank eines Tipps eines anderen Reisenden machen wir uns auf den Weg in die Berge des Demonika-Nationalparks, um die Auberge Vigoureux zu besuchen – ein abgelegenes Herrenhaus aus den 1940er Jahren, erbaut zur Goldrauschzeit von belgischen Siedlern.

    Dann taucht Jan, der Besitzer, auf – ein Belgier, der seit über einem Jahrzehnt hier lebt. Er zeigt uns alles. Das Haus ist stilvoll eingerichtet, angenehm kühl, und die Atmosphäre herzlich. Jan spricht fließend Deutsch, Französisch und Englisch und lässt uns völlig frei entscheiden, wie wir unseren Aufenthalt gestalten wollen. Da es nun anfängt zu regnen beschließ n wir heute auszusetzen und uns auszuruhen.

    Am nächsten Morgen machen wir mit einem Guide einen Spaziergang zu den Goldgräbern. Mit einfachsten Mitteln – Spaten, Schaufeln und Metalldetektoren – suchen sie im Erdreich nach Gold. Doch obwohl der Goldpreis aktuell bei 87 Euro pro Gramm liegt, bleibt für sie kaum etwas übrig. Alles muss an den Dorfchef abgegeben werden, der es weiterverkauft – erst nach Benin oder an die Elfenbeinküste, dann nach Saudi-Arabien. Als wir wieder zur Auberge kommen haben wir ein langes Gespräch mit Jan über die harte Realität des Goldabbaus. Er gibt uns viele Eindrücke wie unschön die Menschen hier miteinander umgehen und wie sehr die Gesellschaft von Machtmissbrauch, Korruption und Mafia beeinflusst wird. Plötlich stellen wir überrascht fest, dass es schon 15 Uhr ist. Wir wollen zu einem Wasserfall. Wir brauchen eine gute Stunde dorthin. Ein Guide begleitet uns wieder. Schnell packen wir Stirnlampen ein (denn um sechs wird es dunkel) und brechen zum Wasserfall auf. Der Weg ist herausfordernd – rutschige Matschböden, Baumstämme zum Klettern, steile Passagen. Jens rutschen aus, Jens landet wie ein Käfer auf dem Rücken in einem Busch. Regina muss ihm hoch helfen. Regina rutscht Air einem Baumstamm aus mit Marie auf dem Arm. Sie verletzen sich nicht. Nach einer Stunde erreichen wir den Wasserfall. Marie ist die ganze Strecke alleine gelaufen! Das waren bestimmt 5 km. Das Wasser ist sehr kühl – eine willkommene Abkühlung nach der anstrengenden Tour. Marie geht nur kurz rein, Jens und Regina genießen das Bad länger. Nach der Erfrischung geht’s wieder zurück. Marie läuft noch 30 min. Danach kommt sie in die Kraxe. Gerade rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit und zum Abendessen kommen wir zurück. Es gibt ein leckeres Essen: Affenbrotbaum-Frucht als Knödel und Pommes Frites, zarter Rinderbraten, knackiger Salat und Crème Anglaise zum Dessert. 😋

    Am nächsten Tag steht eine große Tour an. Gemeinsam mit einem französischen Pärchen, dass auch in der Auberge übernachtet, und sieben einheimischen Fahrern geht es auf Mopeds tief in den Nationalpark hinein. Marie sitzt zwischen Fahrer und Regina – und hat sichtlich Spaß! Die Strecke ist abenteuerlich: steinige Passagen, Wasserlöcher und querliegende Baumstämme. Unser Fahrer Isak ist ein Vollprofi, und nach einem wilden Ritt erreichen wir ein abgelegenes Dorf, in dem kaum jemals Weiße auftauchen. Wir beobachten, wie Gold gewaschen wird, und erkunden eine Höhle voller riesiger Insekten – halb Grashüpfer, halb Spinne. Wir fahren weiter und wollen noch eine große Goldabbaustelle zu besichtigen. Doch plötzlich stoppt uns ein Mann vor einem Tor – ein angeblicher Polizist. Jan stellt ihn sofort zur Rede, und es eskaliert: Lautes Geschrei, wütendes Gestikulieren, ein hitziger Schlagabtausch. Unsere Fahrer solidarisieren sich mit Jan. Wir gehen zur Seite. Die Situation wird immer angespannter. Schließlich entscheiden wir alle: Genug. Wir drehen um. Jan telefoniert sofort, um den Mann zur Rechenschaft zu ziehen. Doch das Gold sehen wir heute nicht mehr. Die Rückfahrt ist brutal heiß, und als wir endlich wieder in der Villa ankommen, sind wir einfach nur froh. Marie hält tapfer durch, doch die Hitze auf den Motorrädern war anstrengend für alle. Zurück in der Auberge genießen wir die kühle Atmosphäre des Hauses und reflektieren den ereignisreichen Tag.

    Am letzten Tag nehmen wir uns noch Zeit für einen besonderen Besuch: Wir schauen uns eine Schule an, die Jan unterstützt. Hier lernen 3-, 4- und 5-jährige Kinder in verschiedenen Klassen. Als wir ankommen, haben sie gerade gegessen und stehen kurz vor Schulschluss. Die Kinder sind unglaublich niedlich und voller Energie. Als sie Marie sehen, möchten sie ihr unbedingt noch etwas vorsingen. Sie stellen sich auf, geben sich große Mühe und singen mit leuchtenden Augen und voller Inbrunst Lieder. Es ist ein rührender Moment, der uns tief beeindruckt. Die Schule selbst ist gut ausgestattet, mit bunten Wänden und Spielsachen und einer freundlichen Atmosphäre. Hier sieht man, dass investiert wurde – leider ist das nicht überall so. Viele Schulen haben nicht annähernd so gute Bedingungen. Umso schöner ist es zu sehen, was hier möglich gemacht wird.

    Ein besonderer Abschluss für unsere Zeit hier bei Jan – und ein Moment, der in Erinnerung bleibt.
    Read more