Alasita: Verlangen, Illusion und Träume
23. heinäkuuta 2023, Bolivia ⋅ ☀️ 22 °C
In Bolivien wird gern und viel gefeiert. Und so findet in dieser Zeit das Festival de Alasitas statt. Alasitas bedeutet in der Aymara-Sprache "Kauf mich". Dabei steht auch ein kleiner dicker Mann namens Ekeko im Mittelpunkt. Er ist der Gott des Überflusses und kann somit nicht dünn sein. Dazu trägt er die traditionelle bolivianische Tracht mit dem Andenhut. Der kleine Mann hat seine Arme wie Flügel an den Seiten erhoben. Und seine Flügel bestehen aus Miniaturen aller möglichen Dinge, die man sich wünschen kann. In den Straßen rund um die Kapelle Virgen del Carmen sind fast 500 Stände mit Miniaturen und anderen Produkten aufgebaut. Teilweise Kunsthandwerk aber überwiegend sehe ich hier "Made in China". Plastikmüll lässt grüßen.
Hier werden Wünsche wahr. Um den Wunsch zu erfüllen, besagt die Überlieferung, dass der Interessent eine Miniatur dessen kaufen muss, die er sich wünscht. Wer reisen möchte, kauft sich einen kleinen Koffer. Wer ein Auto möchte, kauft sich ein Miniaturauto. Der Verkäufer, gleichzeitig auch Schamane weiht oder verbrennt die Miniaturen, je nachdem um was es sich handelt, in einer kurzen Zeremonie. Andere drängen sich mit ihren Sachen in die Kapelle zum segnen.
Und so kann man hier alles in nahezu exakten Nachbildungen kaufen. Universitätsabschlüssen, Pässe, bolivianischen Scheine, Dollars und Euros. Konserven und Lebensmittel aller Art zur Versorgung des Haushalts.
Auch gebastelte Hähne und Hühner sind vorhanden, um einen Freund oder eine Freundin zu finden. Fiktive Standesämter, in denen man heiraten, sich scheiden lassen oder die Sterbeurkunde erhalten kann, Baumaterialien oder Eigentumsurkunden für Häuser, Fahrzeuge, Taxis, Busse, Lastkraftwagen und Lieferwagen. Abschlüsse, Postgraduiertenabschlüsse, Masterabschlüsse und eine ganze Reihe teilweiser genialer Miniaturen.
Klingt verlockend, 1000 Dollar für 1 BOB. Man sollte meinen alle in Bolivien sind steinreich.
Zumindest verdienen Verkäufer und der Chinamann sich dumm und dämlich.
Dieses kulturell-religiöse Fest verbreitete sich von La Paz im ganzen Land aus. Ist aber inzwischen auch in Nordamerika und Europa angekommen. Aus diesem Grund wurde es 2017 zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit erklärt.Lue lisää
Casa de la Libertad
27. heinäkuuta 2023, Bolivia ⋅ ☀️ 17 °C
Nirgendswo anders als in der Haupststadt kann man mehr über die Gründung Boliviens erfahren. Deshalb besuche ich eines der wichtigsten Denkmäler in der Stadt. Das Haus der Freiheit. Casa de la Libertad. Am 06.08.1825 wurde hier die Unabhängigkeit Boliviens von Spanien besiegelt.
Erzählt wird die Geschichte von Tomás Katari als Anführer und Vertreter des indigenen Volkes der Macha, der mit seinem Freund Tomás Acho zu Fuß nach Buenos Aires ging, um sich mit Vizekönig Juan José Vértiz zu treffen. Die monumentale Leistung ermöglichte es, auf friedliche Weise die Ungerechtigkeiten seines Volkes aufzudecken. Von Simon Bolivar, dem Freiheitskämpfer, Namensgeber des Landes und erstem Präsidenten Boliviens. Feldmarschall Antonio José de Sucre, Namensgeber der Stadt Sucre der kurze Zeit später zum Präsidenten Boliviens ernannt wurde.
Die legendäre Guerillakämpferin Juana Azurduy de Padilla.
In Bolivien und Argentinien wird die Erinnerung an sie hochgehalten. Posthum wurde ihr 2009 von der argentinischen Präsidentin als erste Frau der Rang des Generals der argentinischen Armee verliehen. 2011 in Bolivien als erste Frau der Rang des Marschalls.
In der Independence Hall sind u. a. unschätzbare Artefakte wie das Unabhängigkeitsgesetz oder die Schwerter, die 1824 und 1841 in mehreren Schlachten siegreich eingesetzt wurden, ausgestellt.
Ein absolut lohnenswerter Besuch. Und weil alles so schön dicht beieinander ist geht es gleich ins nächste Museum.
In das "Casa del Tesoro". Ein privat geführtes Museum in einem Haus, welches seit der Gründungszeit Sucres besteht. Vorab zeigt ein Video die Entstehung und Restaurationsarbeiten an diesem Gebäude.
Der Rundgang durch das Museum wird von einem Führer mit Leidenschaft begleitet. Das Museum zeigt die Ursprünge, Techniken und Kunst der bolivianischen Edelmetalle und Steine und die Entwicklung des Minerals von seiner Gewinnung über die metallurgischen Prozesse, die es durchläuft, bis zu seiner Umwandlung in wunderschöne Juwelen dank der feinen Arbeit der Goldschmiede von Sucre.
Und nur in Bolivien gibt es Ametrin, einen wunderschönen zweifarbigen Edelstein, der daher auch Bolivianit genannt wird. Hier kann man die wertvollsten Edelsteine Lateinamerikas besichtigen. Aber nicht fotografieren.
Dafür aber mal wieder den Sonnenuntergang. Diesmal vom Dach der Iglesia de San Felipe Neri. Ein perfekter Abschluß an diesem Tag.Lue lisää

MatkaajaMoin Dieter sehr schöne Bilder und auch ein Intresanter Bericht. Ja von dem Bolivar ist mir auch nicht so ganz fremd. Was macht dein Spanisch Kurs? Liebe Grüsse👍👏

MatkaajaMoin Liesel. Spanischgrundlagen sind vorhanden.Nun heißt es weiter Vokabeln lernen und die Sprache praktizieren.

MatkaajaWenn du wieder in Deutschland bist dann unterhalten wir uns auf Spanisch. Ich kann dann wieder mein Spanisch auffrischen. Bis bald. L. G.
Ab in den Dschungel
1. elokuuta 2023, Bolivia ⋅ ☀️ 20 °C
Nach mehr als 2 Wochen wird es Zeit Sucre zu verlassen. Genug spanisch gepaukt, mir schwirrt der Kopf. Doch bevor ich gehe verabschiede ich Johanna in Richtung Santa Cruz. Auch sie ist schon seit längerer Zeit in diesem Hostel. Johanna kommt aus München und seit fast genau einem Jahr allein in Südamerika unterwegs. Mittlerweile 19 Jahre jung ist sie mit 18 Jahren gestartet. Das hat natürlich einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Und so hat sie noch einige Tipps für mich, denn sie hat die Länder bereist diee ich noch gerne sehen möchte.
Abschied auch von Cecilia, meiner Spanischlehrerin. Wir gönnen uns zum Abschied noch Saltenas, denn die besten gibt es nur in Sucre.
Ich treffe die letzten Vorbereitungen, denn am nächsten Tag soll es weitergehen. Zum Beispiel Benzin besorgen. Es braucht schon einiges bis ich endlich Benzin zum Normalpreis bekomme. Beim zweiten Mal ist mir ein anderer Motorradfahrer behilflich. Was einem kaum bewusst ist, ist die Tatsache, dass Bolivien zu fast 2/3 aus Dschungel besteht. Bis zum bolivianischen Amazonasgebiet habe ich zum ersten Mal einen groben 4-Tage-Plan entworfen. Schließlich ist tanken in Bolivien unter Umständen heikel. Und auch sonst empfinde ich die Menschen hier distanziert. Wer in Argentinien und Chile war spürt den Unterschied. Überwiegend Bestätigung erhalte ich von anderen Mitreisenden und in der Moto WhatsApp Gruppe. Aber das erste Problem am Morgen meiner Abreise ist ein Auto, welches direkt vor der Eingangstür des Hostels parkt. Ich kann mit Blue nicht aus dem Hostel. Es ist schon Mittag. Abreise verschoben, ich darf umsonst übernachten. Also verbringe ich den Tag auf dem Markt um mir frisch gepressten Saft und Fruchtsalat zu gönnen. Dann noch steil die Strassen zum Monasterio de La Recoleta hoch und den Sonnenuntergang an diesem Aussichtspunkt über der Stadt zu genießen. Vorsichtshalber blocken wir diesmal den Eingangsbereich der Tür. Am nächste Morgen bringe ich Blue rechtzeitig auf die Strasse.
Bei bestem Wetter verlassen wir Sucre. Durch einige Baustellen und über Asphalt geht es Richtung Villa Serrano.
Auffällig ist, dass viele kleine Ortschaften die Besucher mit einem Begrüssungstor willkommen heissen.
Besonders das Tor in Tarabuco ist ein imposantes Bauwerk. Es folgt ein Abschnitt mit Schotter und abwechselnder Vegetation. Die Landschaft zeigt sich in bester Laune. Und zu meiner Überraschung auch die Menschen in Villa Serrano. Als ob man mich Lügen strafen will. Die Menschen grüssen sehr freundlich. Ich finde ein Hostel und bevor ich klingeln kann hat man den Inhaber bereits informiert. Anscheinend bin ich der einzige Gast. Es gibt keine Tankstelle und dennoch kann ich hier Benzin bekommen.
Dieser Ort entpuppt sich als nette kleine Oase. Hier fühlen sich auch die Bremer Stadtmusikanten wohl. Ich lasse mich von der Gemütlichkeit anstecken. Und finde in der Nähe der Plaza ein freundliches Restaurant.Lue lisää
Ruta del Che
2. elokuuta 2023, Bolivia ⋅ ☀️ 28 °C
Schon beizeiten verlasse ich Villa Serrano, aber nicht ohne mich vorher noch mit etwas Benzin einzudecken. Meine heutige Etappe führt mich durch die Bergregion. Und schon nach ca. 25 KM bekomme ich den ersten Hinweis, dass ich mich auf der "Ruta del Che" befinde. Vor drei Monaten hatte ich noch in Alta Garcia, Cordoba das Museum von Che Guevara besucht. Das Haus seiner Jugendzeit. Und jetzt verfolge ich die Spur seiner letzten beiden Jahre hier in den Wäldern Boliviens. Doch bevor ich mein heutiges Etappenziel, das Dorf La Higuera erreiche geht es über einer gut ausgebauten Schotterpiste weiter. Bei einem Fotostopp werde ich überraschend von einem älteren Herren angesprochen. Ja, selbst hier, weit abgelegen sind die Menschen freundlich. Die Strasse verläuft parallel zu einem Fluss. Dadurch hat man immer wieder großartige Ausblicke auf den naturbelassenen Flussverlauf, bis zur Santa Rosa Bridge an der gerade Bauarbeiten durchgeführt werden.
Fast verpasse ich die Abfahrt. Ab hier wird die Straße ruppiger und in La Higuera dreht sich alles um Che Guevara und so verwundert es kaum, dass der Dorfplatz aus zwei Skulpturen besteht. Unweit von hier hatte die bolivianische Armee ihn mit Unterstützung der CIA ausfindig gemacht und in einem Gefecht verwundet und gefangen genommen. Die ehemalige Schule diente als Gefängnis und ist heute ein Museum. Am nächsten Tag wurde ein Mitarbeiter der CIA mit dem Hubschrauber zum Verhör eingeflogen. Noch am selben Tag, am 9. Okt. 1967 wurde Che Guevara ohne Verhandlung hingerichtet und mit dem Hubschrauber nach Vallegrande gebracht.
In diesem Dorf, welches gerade mal 21 Einwohner hat gibt es sogar ein Hostel. Das Casa Historica del Telegrafista.
Besitzer ist Juan aus Frankreich. Aber er ist nicht da. Auch das Läuten einer am Tor angebrachten Kuhglocke hat kein Erfolg. Dafür kommen mir Gäste aus Argentinien entgegen die gerade auf der Weiterreise sind. Und Blue wird Gesprächsthema.
Ich parke sie auf dem Gelände und erkunde den Dorfplatz. Eine ältere Frau kommt die Straße entlang und nimmt mich in Schlepptau. Sie hat einen kleinen Laden und Kaltgetränke. Als nächstes geht es in das Museum. Die Kassiererin versucht anschließend Juan zu erreichen. Letztendlich kümmert sie sich darum, dass ich ein Zimmer bekomme und später auch um das Abendessen. Es gibt einen Wanderpfad zum Kampfplatz der Armee mit den Guerillas um Che. Doch es ist schon spät und der Weg ist nicht beschildert. Ich versuche es trotzdem und breche meine Aktion dann doch ab. Zurück im Hostel lerne ich Juan kennen. Nach einem Nachtmahl geht es heute früh ins Bett.Lue lisää
Von Vallegrande nach Kuba
3. elokuuta 2023, Bolivia ⋅ ☀️ 26 °C
Anscheinend in selbstmördischerer Absicht treibt ein laut schreiender Gockel irgendwo sein frühmorgentliches Unwesen und holt mich aus dem Schlaf. Ich bin allein auf dem Anwesen und geh erstmal duschen und bereite die Abreise vor. Zwischenzeitlich ist auch Juan angekommen und während wir uns unterhalten ist auch schon das üppige Frühstück fertig. Kurz nachdem die Sonne mit ihren Sonnenstrahlen das Anwesen erwärmt sind Blue und ich schon unterwegs. Wir verlassen das Dorf über eine andere Schotterstrasse als tags zuvor. Diese führt uns in einem grossen Bogen weiter den Berg hinauf, von wo wir eine geniale Fernsicht erhalten. Wieder auf der Hauptpiste folgen wir dieser bis Vallegrande.
In diese Kleinstadt hatte man den Leichnam von Che Guevara gebracht. Ich mache mich auf die Suche nach dem Hospital und dem "Waschplatz" wo man ihn aufgebahrt und vor der öffentlichen Presse tagelang zur Schau gestellt hatte.
Und tatsächlich werde ich fündig. Es ist abgesperrt und ich müsste in die Stadtverwaltung um Zugang zu erhalten. Na gut, was ich sehe reicht mir.
Zunächst hatte man der Öffentlichkeit mitgeteilt er sei im Kampf gestorben und seine Leiche wurde zusammen mit anderen Guerillas heimlich auf dem Flugplatz begraben. Erst Jahre später wurde die Wahrheit bekannt und seine Gebeine 1997 nach Kuba überführt, um dort mit einem Staatsbegräbnis in dem eigens geschaffenen Mausoleum Monumento Memorial Che Guevara in Santa Clara beigesetzt.
Aber auch in Vallegrande wurde auf der Begräbnisstelle eine Gedenkstätte und Museum errichtet.
Als ich dort ankomme ist auch hier alles geschlossen. So setze ich meine Reise Richtung Samaipata fort.
Es geht noch einige Kilometer über Schotterpiste bis ich endlich wieder auf Asphalt treffe. In Samaipata kann ich das Tankstellenpersonal überzeugen mir Sprit zum verbilligten Preis zu verkaufen. In einem Geschäft erzählt man mir etwas von historischen Ruinen. Naja, schauen wir mal um was es sich dabei handelt. Ich suche mir ein Hostel und habe Glück. Der Besitzer kommt aus Kiel und lebt seit über 50 Jahren in Bolivien. Und hier sind noch andere Gäste aus der Schweiz, England und Argentinien.
Und er erzählt mir auch, dass es sich bei dieser Ruine um "El Fuerte", den größten von Menschenhand bearbeiteten Stein der Welt handelt. Klare Sache, ich werde mir die Anlage anschauen und meine Weiterreise verschieben. Doch zunächst schlendere ich durch den Ort auf der Suche nach einem Restaurant. Tia Maria klingt gut und hier gibt es bolivianische Gerichte. Und zu meiner Überraschung treffe ich hier Johanna wieder. Sie hat noch etwas Zeit bis zur Abreise und verbringt die Tage in diesem Ort der einige Ausflugsmöglichkeiten anbietet.Lue lisää
Erich's (T)Raumschiff
4. elokuuta 2023, Bolivia ⋅ ☀️ 21 °C
Beim gemeinsamen Frühstück mit dem schweizer und englischen Paar stellt sich heraus, dass alle das gleiche Ziel heute haben. Der Besuch von "El Fuerte".
Weniger bekannt, aber historisch genauso bedeutungsvoll wie Machu Picchu, denn es ist das größte Felsarchitekturwerk der Welt und zudem vereinigt es drei Kulturen (Chané, Inka und Spanisch) in sich. Somit wurde es 1998 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und ist ein spektakuläres und beeindruckendes Denkmal.
Also lassen wir uns gemeinsam zum ca. 10 KM entfernten Ort chauffieren. Und weil das Wetter so schön ist wollen wir zu Fuß zurück in den Ort.
Die Anlage besteht aus einem zeremoniellen Teil, dem 220 m langen und 60 m breiten Sandsteinfelsen und einem Wohn- und Verwaltungsteil. Alles erinnert mich an einem sehr gepflegten Golfpatz. Von Laufstegen sus kann man den Felsen bewundern.
Auf seiner Oberfläche sind u. a. Bilder von Tieren – Schlangen, Pumas und Jaguare –, geometrische Formen, Nischen, und Wassertanks, von dem zwei parallele Kanäle ausgehen. Man vermutete zunächst, daß sie zum Goldwaschen dienten. Der Stein ist voller magischer und religiöser Bedeutungen über die immer noch spekuliert werden.
Ist es ein natürliches astronomisches Observatorium? Eine Astronomische Karte? Oder hat der Schweizer Erich von Däniken Recht der vermutete, dass es sich um eine Rampe für außerirdische Raumschiffe handelte?
Da es sich um ein Sandsteinfelsen handelt ist die Erhaltung sehr schwierig.
Weitere Figuren, die Tiere darstellten, einen Vogel und eine zusammengerollte Schlange, sind bereits völlig erodiert.
Noch ohne Erklärung ist Chincana, ein künstlicher, spiralförmig ausgegrabener Brunnen in der Nähe.
Über 2 Stunden dauert die Erkundung der Anlage.
Danach mache ich mich zu Fuß auf den Rückweg. Es ist warm heute. Nach halber Strecke nehme ich mir ein "Motorradtaxi" und lasse mich in den Ort fahren. Ein seltsames Gefühl als Sozius mitzufahren.
Mit meiner Eintrittskarte besuche ich noch das Museum zur Anlage, bevor ich in einem Cafe entspanne. Die Atmosphäre hat etwas leicht Hippiemässiges. Hier treffe ich drei Schweizerinnen und dann gesellt sich auch noch Johanna dazu. Also verabreden wir uns für den Abend beim Mexikaner und lassen dort den Tag ausklingen. Während auf der Plaza die Jugendlichen der Ortes sich zu einem Umzug versammeln.Lue lisää
Unabhängigkeit
5. elokuuta 2023, Bolivia ⋅ ☀️ 27 °C
Am Sonntag wird der Unabhängikeitstag in Bolivien gefeiert. Und das machen die Menschen lieber in Samaipata als im 120 KM entfernten Santa Cruz de la Sierra. Somit sind hier alle Plätze ausgebucht und ich entschließe mich nach Santa Cruz zu fahren. Da ich auf dem Rückweg wieder durch Samaipata fahren werde lasse ich einen Teil meines Gepäckes im Hostal. Problemlos kann ich meine Benzinvorräte auffüllen. Anscheinend kennt man mich an der Tankstelle.
Die bevölkerungsreichste Stadt Boliviens liegt in der Tiefebene des Amazonasgebietes. Angenehme 400 m ü.N.N. Da es ca. 120 KM bis dorthin sind kann ich entspannt losfahren. Nur das Wetter geht in den Sinkflug und der Himmel ist grau und öffnet eine Spaltbreit seine Himmelspforten. Doch es scheint so als wäre ich an diesem Tag dem Regen einen Schritt voraus. Zumindest bekomme ich fast nichts ab. Die Fahrt geht entlang am Nationalpark Amboró. Hier treffen Voranden, Trockenwälder und Amazonasbecken aufeinander. Und so abwechslungsreich und vielfältig präsentiert sich auch diese aus unendlichen Kurven bestehende grüne Route. Und mit jedem Kilometer macht sich die ansteigende Temperatur bemerkbar. Als ich die Stadt erreiche sind es 35 Grad. Diesmal habe ich über AirBnB eine Unterkunft gefunden. Und habe Glück. Es ist eine abgeschlossene Wohnanlage. Blue steht sicher und ich habe ein eigenes Apartment mit Klimanlage.
Schwülwarmes Klima bleibt mir erspart aber trotzdem brauche ich erstmal eine Dusche. Und dann geht es auf Sightseeing in die Stadt. Naja, wirklich viel zu bieten hat die Stadt nicht obwohl sie, wegen dem Flughafen das Eingangstor zu Bolivien ist. Es sind nur ein paar Gehminuten bis zur Hauptplaza und es gibt einige kulinarische Leckerleien. Z. B. in der Acaibarsuperfood. Eis gemischt mit Acai Beere die aufgrund ihres hohen Nährstoffgehaltes als Superfood gehypt wird.
Dieser Laden könnte auch in jeder großen europäischen Stadt bestehen. Und lecker ist es auch. Noch ein paar Bilder in der Dunkelheit und ich mache mich auf den Rückweg. Am nächsten Tag kümmere ich mich erstmal um Blue. Denn hier habe ich ausreichend Platz. Ein langer Nagel steckt im Stollen des Hinterrades. Ich bin froh, dass ich die Reifen rechtzeitig gewechselt habe. Somit gibt es keinen Plattfuß. Zudem nutze ich die Gelegenheit um Bremsbeläge zu wechseln. Zusätzlich noch ein Wäschewaschtag. Damit habe ich mir einen erstklassigen Kaffee verdient. Und finde ein ansprechendes Cafe mit Flair in der Stadt. Der Preis ist zwar fast europäisch, aber das muss auch mal sein. Noch eine Nacht in dieser Stadt und morgen geht es zurück. Doch dann erfahre ich das Torsten in der Stadt ist. Wir hatten am Beginn der Reise gemeinsam unsere Motorräder abgeholt. Nun muss sein Motorrad in die Werkstatt. Hier ist der einzige Vertragshändler. Wir treffen uns am Abend. Es gibt ausreichend Gesprächsstoff und somit Grund genug meinen Aufenthalt um zwei Tage zu verlängern. Zudem nutze ich die Gelegenheit meinen Raimund Harmstorf-Look abzulegen und beim Friseur meines Vertrauens einen Beautytag einzulegen. Rundumpflege für 3,50 Euro. Torsten wird von hier aus nach Deutschland fliegen und ich mache einen Abflug zurück nach Samaipata. Es sind immer noch 35 Grad hier und ich nehme das gute Wetter mit nach Samaipata.Lue lisää
Helechos Gigantes
10. elokuuta 2023, Bolivia ⋅ 🌬 26 °C
Zurück in meinem Hostal. Das selbe Bett und mein Gepäck steht auch schon da. Diesmal ist der Ort nicht so stark besucht. Samaipata liegt am Nationalpark Amboró und hier ist ein Zugang zum Regenwald und zum Nebelwald. Deshalb mache ich hier nochmals einen Stopp. Ich möchte in den Nebelwald zu den Riesenfarnen. Da mehr Menschen in den Nationalpark rein- als rausgekommen sind ist der Besuch nur mit Guide möglich. Das liegt weniger an den dort lebenden Puma als an den unübersichtlichen Wegen. Ich mache mich auf die Suche nach einem passende Anbieter. Der Preis ist abhängig von der Teilnehmerzahl. Da am nächsten Tag nichts verfügbar ist muss ich halt bis zum übernächsten Tag warten. Auch gut. So machen Blue und ich eine Tagesrundreise und fahren zunächst zum "La Pajcha". Dieser Wasserfall ist weit abseits eines Ortes und hat eine Höhe von 45 Metern. Inmitten von üppigem Grün und einer wunderschönen Landschaften. Es gibt zahlreiche Vogelarten und Wildtiere, nur haben diese heute keine Lust sich zu zeigen. Abseits der ausgetretenen Pfade geht es auf recht abenteuerlichen Wegen weiter. Immer mal wieder durch tiefsandige Passagen und dann wieder über zerklüftetes Bergmassiv. Wobei man das ein oder andere Mal seine Anwesenheit hier und die Richtigkeit dieses Weges in Frage stellt. Ich bin wirklich froh als endlich wieder "normales" Offroad unter Blues Pneus ist. Es gibt einige seichte Flusspassagen zu durchqueren und die Hoffnung nicht irgendwann wieder umdrehen zu müssen. Nein, zum Glück nicht. Mit Postrervalle ist der südlichste Punkt unserer Reise erreicht. Leider finde ich hier keine Gelegenheit zum Kaffee trinken. Die Strasse wird besser und zum Glück bleibt es auch so bis wir endlich wieder auf Asphalt sind. Es ist schon fast dunkel als wir unser Hostel erreichen.
Am nächsten Morgen ist Ruhetag für Blue. Mit dem Jeep geht es zum Eingang des Nebelwaldes. Aber nein, keine tiefschwabende Nebelfelder oder schwülstige Luftfeuchtigkeiten. Im Gegenteil, hohe Temperaturen und gute Sicht. Unsere Truppe ist international bunt gemischt. Belgien, Frankreich, Argentinien, Deutschland und der Guide aus Bolivien. Diese Riesenfarnen gibt es in nur 5 Ländern auf dieser Welt Bolivien, Kolumbien, Costa Rica, Australien und Neuseelandund. Sie existieren seit Millionen von Jahren. Vermutlich haben schon die Dinos daran geknabbert und irgendwie erinnert einem dieser Wald an Jurassic Park. Die Helechos Gigantes haben keine Wurzeln, sind von innen hohl und wachsen max. 2 mm pro Jahr. So schaffen es einige Farne eine Höhe von 13 m zu errichen. Manche Arten haben Stacheln. Der Marsch durch diesen Wald ist zeitweise recht steil und anstrengend. Irgendwann erreichen wir einen Aussichtspunkt mit einer unglaublichen Aussicht auf die Samaipata-Täler und haben Gelegenheit auf eine ausgedehnte Pause. Nach ca. 6 Stunden sind wir zurück im Ort. Ich genieße noch einen Kaffee zum Abschluss bevor morgen meine Reise weitergeht.Lue lisää
Cochabamba
12. elokuuta 2023, Bolivia ⋅ 🌧 20 °C
Nach dem Abstecher in den Regenwald geht es weiter nach Cochabamba. Peter, der Hostalbesitzer gibt mir den Tipp einer Alternativroute um nicht im Regenschatten des Regenwaldes fahren zu müssen, denn es ist oft neblig an einigen Stellen. Ca. 420 KM sind es bis Cochabamba, machbar aber Bolivien ist unberechenbar. Also mache ich mich mit Blue früh auf den Weg. Die Wetterprognose zeigt eine hohe Regenwahrscheinlichkeit. Und tatsächlich setzen alsbald die ersten Tropfen ein. Aber auch diesmal können wir dem Schlechtwetter entkommen.
Vorbei an grünen Landwirtschaftsflächen und bunten Felsformationen beginnt die Reise. Ich sehe ein Schwarm grüner Papageien die bedroht sind. Die Jagd auf diese Vögel wird mit bis zu 6 Jahren Gefängnis bestraft.
Es geht mal wieder hoch hinauf. Und auf einer Brücke sehe ich eine Gruppe Bungeespringer. Ich halte an und werde Zeuge wie eine junge Frau sich auf den Sprung vorbereitet. Das Angebot selbst zu springen lehne ich lachend ab. Ich bleibe lieber beim Motorradfahren.
Am späten Nachmittag erreichen wir das Chaski Running Hostel in Cochabamba. Blue kann im Innenhof übernachten und ich in einem Vierbettzimmer.
Es bleibt noch Zeit die Stadt zu erkunden. Laute Musik zieht mich an und ich sehe tanzende Gruppen. Leider kann ich nicht herausfinden was der Anlass ist.
Die Stadt wirkt auf den ersten Blick einladend dennoch werden Blue und ich unsere Reise morgen fortsetzen.Lue lisää
La Paz
14. elokuuta 2023, Bolivia ⋅ ☁️ 10 °C
Knapp 400 KM entfernt ist das heutige Etappenziel. Doch zunächst heißt es packen und frühstücken. Je näher wir uns dem Andengebiet nähern umso höher geht und es wird merklich kälter. Die Wolken hängen tief und grau an der Bergspitze. An einer Stelle mit Blick in das Tal mache ich eine Pause, und bekomme Gesellschaft von Reisenden aus Argentinien. Wir kommen ins Gespräch und man möchte Fotos von Blue und mit mir. Na gerne doch und meine positiven Gedanken und Erinnerungen an Argentinien sind wieder gegenwärtig. Ich erreiche La Paz am späten Nachmittag und es ist schon jetzt zu erkennen wie völlig anders diese Stadt ist. Aber zunächst geht es durch dichtes Verkehrsgewühl zu meiner Unterkunft. Der Besitzer fährt ebenfalls Motorrad und ist zur Zeit in Florida. Eine Wohnung im zweiten Stock mit mehreren Schlafzimmern und Garage. Am Abend treffe ich auf Marvin, einem Motorradfahrer aus Costa Rica. Er hatte früher eine Sprachschule und war oft in Europa. Seit ca. 9 Jahren fährt er durch das Land. Wir kommen schnell ins Gespräch und verstehen uns auf Anhieb. Ich plane ein paar Tage hier zu bleiben. U. a. ist für Blue ein Ölwechsel dringend notwendig.Lue lisää
Vorbereitungen
17. elokuuta 2023, Bolivia ⋅ ☀️ 16 °C
Wie in einigen großen Städten in Südamerika gibt es auch in La Paz ganze Straßenzüge nur mit Auto- und Ersatzteile. Doch bevor wir uns auf die Suche machen besuchen Marvin und ich eine Freundin von ihm. Sie ist ebenfalls Motorradfahrerin und war vor kurzem noch mit Freunden im "Dschungel". Wir sind zum Essen eingeladen und anschließend geht es in die Stadt um Ölfilter und Öl zu besorgen. Es gibt in der Nähe eine Werkstatt und für umgerechnet 4 € macht man den Ölwechsel. In der Zwischenzeit lässt sich die Stadt zu Fuß erkunden und es gibt reichlich Agenturen für mehrere Aktivitäten innerhalb und ausserhalb der Stadt und die Vorbereitungen für mein nächstes Abenteuer beginnen jetzt.
Innerhalb der Stadt gibt es auch hier ein Valle de la Luna. Wir besuchen dieses Mondtal am nächsten Tag. Es besteht aus kleinen und großen Felsen, Felsspalten, Erdhügeln und Formationen, die kleinen Kratern ähneln. Auf diesen Gebilden wachsen fast keine Pflanzen und wie der Name schon sagt, erinnert die Landschaft an eine Mondlandschaft.
La Paz ist eine pulsierende Stadt und Regierungssitz von Bolivien. Ein Hexenkessel. Im wahrsten Sinne des Wortes. Der Höhenunterschied innerhalb der Stadt beträgt sage und schreibe nahezu 1000 m. Weltrekord. Dementsprechend steil sind die Strassen. Und auch der Unterschied zwischen Arm und Reich ist äquivalent zum Höhenunterschied. Die Reichen wohnen unten im Kessel die ärmeren oberhalb drumherum in ca. 4000m Höhe.
Es scheint keine Struktur in dieser Stadt zu geben. Überall wo ein bißchen Platz ist wird gebaut. Und die Häuser scheinen an den Felswänden zu kleben. Umgeben ist die Stadt von Bergen und den sagenumwobenen Schneeberg Illimani. Weiß die schneebedeckten Gipfel, ockerfarben, rötlich, lila die Anhöhen. Man sieht Eukalyptusbäume. Ist La Paz tagsüber vielfarbig, so sehe ich die Stadt nachts aus unserer Wohnung heraus glänzend wie ein Nest von Glühwürmchen.
Diesmal reicht es nicht auf ein Kirchendach zu steigen um einen Überblick über die Stadt zu erhalten. Doch es gibt eine wirkliche Attraktion in dieser Stadt. Die Seilbahnen. Sie sind ein öffentliches Verkehrsmittel und wirklich sinnvoll und nebenbei sieht man die Stadt aus der Vogelperspektive. Es ist ein ganzes Verbindungsnetz. Aufgeteilt in verschiedenfarbige Streckenabschnitte die alle miteinander verbunden sind. Völlig entspannend. Silbern oder ziegelfarben die Dächer und Gebäude in allen erdenklichen Farben. Über 2 Stunden "fliegen" wir über die Stadt. Am nächsten Tag ist es Marvin der Ersatzteile für sein Motorrad braucht. Und während sein Motorrad in der Werkstatt ist besuchen wir The Witches' Market und die Basílica de San Francisco. Hier treffe ich mich mit einem Guide um meine Tour zu besprechen. Ich bin noch unschlüssig. Nochmal eine Nacht darüber schlafen. Heute vormittag verabschiede ich mich von Marvin. Er ist fast 2 Wochen in La Paz gewesen und reist weiter. Und ich habe mich entschieden. Ich will meinen ersten 6000er Berg erklimmen. Den Huayna Potosi. 6088m hoch. Mehr als doppelt so hoch wie die Zugspitze und höher als der Elbrus mit 5642m in Europa. Auf anraten nehme ich einen persönlichen Guide. Kostet natürlich mehr aber er wird sich nach meinem Tempo richten und für den Fall der Fälle mir Gepäck abnehmen. Ich fahre am Nachmittag zur Agentur und lerne dort auch Edwin meinen Guide kennen. Die letzten Vorbereitungen laufen. Anprobe der kompletten Garnitur. Helm, Sturmhaube, Handschuhe, Winddichte Jacke und Hose, Steigeisen, Stiefel, Gamaschen, Seilgeschirr, Eispickel, Trekkingstöcke, Rucksack und Thermoskanne. Alles perfekt gepackt von Edwin. Vorbereitungen abgeschlossen. Morgen geht es los.Lue lisää

MatkaajaUnbeschreiblich die Menschen die Natur und du Dieter. Hut ab, machs gut, aber es wird ja immer spectaculairer. 👍🤭
Der Berg ruft
20. elokuuta 2023, Bolivia ⋅ ☀️ -8 °C
TAG 1
Heute beginnt mein wahrscheinlich größtes Abenteuer hier in Südamerika. Auf jeden Fall meine größte Herausforderung die mich an meine physischen und mentalen Grenzen bringen wird.
Adri, die Tochter von Oscar dem Besitzer der Unterkunft, hat mir ein Taxi bestellt. Tatsächlich Pünktlich steht es vor der Tür. Ziel ist die Agentur am anderen Ende der Stadt. Hier treffe ich auf andere Teilnehmer der Bergsteigertour und auf Tobias aus Friedrichshafen. Die anderen haben eine 2-Tagestour gebucht. Tobias und ich die 3-Tagestour. Während alle anderen noch bei der Anprobe sind und ihren Rucksack packen, kann ich entspannt zusehen und mich mit Tobias unterhalten. Mein Rucksack ist ja bereits fertig.
Mit einem Kleinbus geht es Richtung Basecamp. Vorher nochmal die Gelegenheit einzukaufen. Schokoriegel, Müsliriegel, Koka, etc. Energiespender. Ca. 2 Stunden dauert die Fahrt ins 4800m hoch gelegene Basecamp.
Hier gibt es 6 Unterkünfte der verschiedenen Agenturen. Nach dem Essen geht es für die Teilnehmer der 2-Tagestour bereits weiter in das High Camp. Für Tobias und mich geht es zu einem Gletscher. Wir erhalten einen Grundkurs im Umgang mit Eispickel, Steigeisen und Verhalten am Seil. Auch Teilnehmer anderer Veranstalter sind hier. Zurück in der Unterkunft bereitet man uns das Abendbrot. Energiereiche Mahlzeiten. Wir sitzen zusammen mit anderen Bergkletterern. Auf dem Dachboden sind Matratzen ausgelegt für das Nachtlager. Ich mümmel mich in meinem Schlafsack während man draußen lautstark den Wind hört. Morgen früh geht es weiter.
TAG 2
Ich verspüre am Morgen keine Kopfschmerzen oder andere Symptome der Höhe. Dennoch macht sich der Sauerstoffmangel bemerkbar. Man bereitet uns das Frühstück und es verbleibt genug Zeit unsere Sachen zu packen um den Aufstieg in das High Camp vorzubereiten. Gegen Mittag beginnt die 3-Stündige Tour. Der Aufstieg mit Gepäck ist beschwerlich. Ich vermute mein Rucksack mit Schlafsack, Snacks und Getränke hat ein Gewicht von ca. 12 bis 15 Kg. OK, die habe ich am Beginn meiner Südamerikareise auch ohne Rucksack mit mir rumgeschleppt. Dafür gibt es bei uns ja auch keine Berge. Aber es macht sich extrem bemerkbar. Ziemlich geschafft erreichen wir das High Camp in 5200 m Höhe. Hier gibt es 5 Camps. Die Ausstattung der Camps ist spärlich. Dicht an dicht gibt es Matratzen als Unterlagen. Nochmal Verpflegung und etwas entspannen. Wie wir erfahren, haben nicht alle Teilnehmer der 2-Tagestour es zum Gipfel geschafft. Um ca. 18 Uhr legen wir uns in unsere Schlafsäcke und versuchen Schlaf zu finden. Noch 6 Stunden bis der letzte Teil des Aufstieges beginnt.
TAG 3
DER BERG RUFT, laut und deutlich. Es ist Mitternacht, keine Ahnung ob irgendeiner oder ich geschlafen habe. Gefühlt wäre die Antwort, Nein.
Nach und nach krabbeln alle aus ihren Schlafsäcken. Um 1 Uhr werden Tobias, unsere Guides und ich starten. Bis dahin legen wir unsere volle Ausrüstung an. Es gibt noch eine Stärkung und dann geht es los. Tobias bietet an unsere Verpflegung in nur einem Rucksack mitzunehmen. Mit Stirnlampe und den Blick nach unten gerichtet geht es im "Schlepptau" des Guides los.
An wichtigen Passagen ermahnt er zur "Konzentration". Tobias leidet zu Beginn an Kopfschmerzen und Übelkeit. Und es zeigt sich, dass der Eispickel nicht nur zur Deko mitgenommen wird. Ab 5700 m fällt es mir schwerer. Die Temperaturen liegen bei ca. -8 Grad und es ist stark windig. Zwischendurch kommen Zweifel es zu schaffen. Ab und an Brechreiz. Ich mag nichts mehr Essen und Trinken. Es ist fast schon Sonnenaufgang und die letzten Meter bis zum Gipfel. Alles ist wie in Trance. Alle paar Meter brauch ich eine Verschnaufpause. Die Sonne erscheint und wir sind fast da. Nach 6 Stunden Aufstieg die letzten Schritte auf den höchsten Punkt. 6088 m. GESCHAFFT. Ohne Sauerstoff- oder Beatmungsgerät. Es brauchte auch kein Sauerstoffshot am Gipfel. Es wird Tage brauchen bis ich es realisiert habe. In diesem Moment bin ich völlig platt und im A...h. Nach ca. 10 bis 15 Minuten beginnt auch schon der Abstieg. Bei irgendeinem Stopp höre ich von weitem meinen Namen rufen und Alkoholgeruch unter der Nase. Mir sind einfach die Augen zugefallen. Letztendlich erreichen wir nach 2,5 Std. das High Camp. Umziehen und Rucksack packen. Eine Suppe zur Stärkung und es geht zum Basecamp. Ich trage meinen Rucksack selber. Endlich nach 2 Stunden im Basecamp. Hier werden wir vom Kleinbus abgeholt. 2 Stunden bis zur Agentur und Abgabe der Ausrüstung. Ich nehm mir ein Taxi und lass mich zur Unterkunft fahren. Mein Bett ruft. Ich will nur noch Schlaf.Lue lisää

MatkaajaDanke Andre für deinen Optimismus aber der Mount Everest muss in einem anderen Leben auf mich warten. 🤣🤣🤣
Setz dich hin, kleines Lama
22. elokuuta 2023, Bolivia ⋅ ☀️ 17 °C
Zu meiner eigenen Überraschung erwachte ich am nächsten morgen und war nicht in ein dreitägiges Koma mit muskelbedingter Bewegungsunfähigkeit verfallen. Welch ein Glück. Im Gegenteil, es war wohl noch das Adrenalin welches durch mein Blut floß und mich unternehmenslustig aufwachen ließ. Doch zunächst lernte ich den Wohnungsbesitzer Oscar persönlich kennen. Er war am Wochenende aus Florida zurückgekehrt und stellte sich vor. Er besorgte mir sogar einen großen Kanister Benzin weil er um die möglichen Tankprobleme für ausländische Fahrer weiß. Wir vereinbarten in zwei Tagen eine gemeinsame Motorradtour zu machen. Es war mittlerweile schon später Vormittag geworden und ich beließ es für diesen Tag bei einem kleinen Ausflug hinauf in die Stadt. Etwas Essen, Kaffee trinken und die steilen Strassen hinauf und ab zu fahren. Und einen Einkauf zu machen, denn auch hier gibt es "gut und günstig".
So geht es am nächsten Tag nach Tiawanacu oder auch Tiahuanaco genannt. In diesem Ort befindet sich die Ruinenstätte Tiwanaku. Was wörtlich übersetzt "Setz dich hin, kleines Lama", heißt.
Zunächst war ich skeptisch ob es sich hier um ein "OlleSteinGedöns" handelt um Touris noch ein paar Bolivianos aus der Tasche zu locken. Doch auch der olle Erich (von Däniken) hatte sich zweimal in seine Alpenlatschen geschwungen und war dort gewesen. Gibt der Geschichte einen gewissen Interessenschub.
Ausserdem gehört der Ort seit 2000 zum UNESCO Weltkulturerbe. Gibt der Sache auch noch eine gewisse Seriösität. Und was sind schon 72 KM Entfernung auf diesem Kontinent wenn man schon mal hier ist. Während bei mir immer noch Adrenalin durch die Adern fließt so scheint es mir als würde sich Blue über fließendes Benzin durch ihre Benzinleitungen freuen. OK Lady, schauen wir mal was uns da erwartet. Schließlich gab es auch ein Leben vor der Inkazeit.
Die Bauherren von Tiwanaku (etwa 1600 v. Chr. – 1200 n. Chr.) begeistern auch mich durch ihre Steinbearbeitungsmethoden. I- und T-förmige Öffnungen in den Steinblöcken für Klammern bzw. Krampen. Millimetergenaue Passungen. Steinoberflächen so glatt poliert wie Kinderpopo, da muss Lama und Dino aber lange dran gelutscht haben. Perfekte winklige Flächen. Kein Wunder, dass Erich Überlegungen anstellte ob Außerirdische mit Laserschwert mitgeholfen haben. Und Bob der Baumeister am Flughafen Berlin sollte hier mal Nachhilfeunterricht im Bereich innovative Architektur nehmen. Die terrassenförmigen Plattformhügel Akapana und Pumapunku, werden aufgrund ihrer Architektur, einzigartigen Konstruktionen und hydraulischen Eigenschaften als „besonders spektakulär“ und "Rätselhaft" bezeichnet. Spektakulär auch der halbunterirdische Tempel mit Stelen im Innenhof und Steinköpfen in den Mauern. Tiwanaku ist nicht nur ein Ort in 15 KM Entfernung vom Titicacasee, es ist eine eigene Kultur über Jahrhunderte. Dieses mächtige Reich verstand es ganz ohne Kriege sich zu erweitern. Und es waren die Incas, die 500 Jahre nach dem bis heute unerklärlichen Ende der Tiwanaku-Ära, den Ort und Teile dieser Religion übernahmen. Auch, daß der Titicacasee der Geburtsort der Erde ist.
Berühmt ist auch das Sonnentor, aus einem einzigen Steinblock gefertigt und sein Kalender. Tatsächlich wusste man schon damals um die astronomischen
Jahreszeiten, die Positionen des Mondes für jede Stunde
und auch die Bewegungen des Mondes - und zwar unter
Berücksichtigung der Erdrotation! - und konnte sie da ablesen. Leider wurde vieles zerstört, weil die spanischen Eroberer diese Steinblöcke für eigene Bauvorhaben nutzten. Unentdeckt blieb die im Jahre 1932 freigelegte Statue der Pachamama (Mutter Erde). 7, 30 m hoch und 20 Tonnen schwer. Welches in einem eigens errichteten Museum bewundert werden kann. Es sind erst einige Prozent der großen Rätselhaftigkeiten freigelegt. Und sicher stecken noch einige Überraschungen in diesem Ort und der Landschaft in 3850 m Höhe die einem nicht nur wegen der Höhe die Luft zum Atmen nimmt.Lue lisää

MatkaajaWow, mein Lieber, es war wieder einmal ein herrliches Erlebnis deine Abenteuer zu lesen !!! LG aus Berlin
Death Road
23. elokuuta 2023, Bolivia ⋅ ☀️ 20 °C
Der Name ist spektakulär und berühmt berüchtigt. Grund genug einen Tagesausflug zu machen und herauszufinden ob er immer noch berechtigt ist.
Die "Al Camino de la Muerte" wurde von paraguayischen Gefangenen des Chaco-Krieges gebaut. Am „Balconsillo“, wo sich mit 700 Metern der längste Freifall entlang der Straße befindet, wurden die Unglücklichen nach der Fertigstellung der Straße mit Handschellen in den Abgrund geführt. Heute erinnert ein Gedenkstein an dieses grausame Schicksal. Sie war damals die einzige Verbindungsstraße von La Paz nach Coroico. Stellenweise kaum 3 m breit und von PKW und LKW in beiden Richtungen, befahren. Man schätzt ca. 200 bis 300 Tote pro Jahr. Der schlimmste Unfall war ein Bus mit ca. 100 Personen, der abstürzte. Heute gibt es die Umgehungsstraße Ruta Nacional 3. Es fahren kaum noch PKW. Hauptsächlich sind es vor allem Touristen und mutige Downhill-Mountainbiker, die dem Nervenkitzel nicht wiederstehen können und die Abenteuerlust hier befriedigen. Und natürlich Motorradfahrer. Vom höchsten Punkt in ca. 4650 m Höhe bis runter auf 1200 Höhenmeter, geht es auf ca 65 KM Länge, immer nur bergab. 36 KM davon sind Schotterpiste. Sämtliche Klimazonen werden hier am Rande des Amazonasdschungels durchfahren. Kaum Leitplanken. Leider musste Oscar für heute absagen. Er hatte kurzfristig Tickets der Rolling Stones bekommen. Also mache ich mich allein auf dem Weg. An diesem Tag herrscht perfektes Wetter, keine PKW's die Staub aufwirbeln und die Sicht behindern. Kein Nebel und es hatte nicht geregnet, somit war die Straße trocken und nicht schlammig nass. Nur am Wasserfall "San Juan" wird die Straße etwas schlammig. Ein Erdrutsch hatte eine zeitlang die Straße blockiert und die Aufräumarbeiten sind noch nicht abgeschlossen. Ich treffe auch deutsche Radfahrer auf dieser Strecke mit denen ich mich an Viewpoints unterhalte. An diesem Tag zeigt sich die "Straße des Todes" gezähmt. Aber sicherlich wird sie an anderen Tagen wieder weitaus gefährlicher ihre Opfer fordern.
Ich nehme die Umgehungsstraße zurück nach La Paz. Auch hier einige schöne Aussichtspunkte. Unter anderem an einem Tunnel. Blue tut sich schwer die steile Straße hinauf zu kommen. In La Paz angekommen suche ich erstmal eine Werkstatt mit Kompressor, Luftfilter reinigen. In dieser Höhe macht sich Staub auf den Filter schnell bemerkbar. Und bemerkbar macht sich auch das Fehlen meiner GoPro. Verdammt, sie ist weg. Todunglücklich habe ich noch eine Vermutung und kaum Hoffnung. Aber für heute ist es zu spät.Lue lisää

MatkaajaHallo lieber Dieter. Gopro weg, ohhneiiiin. Das erinnert sehr an Michael auf dem 6spurigen Hwy nach San Francisco. Sind am Do hier angekommen. Liebe Grüße 😘
Prinzip Hoffnung
24. elokuuta 2023, Bolivia ⋅ ⛅ 14 °C
Ich hatte keine schlaflose Nacht aber ich war früh aufgestanden. Bevor der morgendliche Wahnsinn die Stadt komplett verstopft wollte ich nochmal die Strecke zurück zur Death Road fahren. Oscar wettete, dass ich meine GoPro finden würde. Wenn, dann würde sie am San Rafael Tunnel auf mich warten. Dort hatte ich sie zuletzt benutzt und auf dem Sitz von Blue abgelegt. Ein Pärchen hatte direkt hinter mir geparkt. Wahrscheinlich waren sie jetzt neuer Besitzer einer GoPro oder hatten nur Augen füreinander. Dem Prinzip Hoffnung folgend machte ich mich trotzdem auf den Weg. Beim erreichen und durchfahren des Tunnels steigt die Spannung. Im Tunnel wird gearbeitet. Hatte einer der Straßenarbeiter bereits die Kamera gefunden? Als ich den Ausgang des Tunnels erreiche kann ich es fast nicht glauben. Die Kamera liegt tatsächlich genau dort wo ich geparkt hatte. Kurzer Check, keine Beschädigungen alles funktioniert. Das Grinsen in meinem Gesicht reicht wahrscheinlich von einem Ohrläppchen zum anderen.
ich kann mein Glück kaum fassen. So lasse ich mir für den Rückweg nach La Paz Zeit. Meine Abreise hatte ich bereits auf den nächsten Tag verschoben. Es wurde endlich Zeit eine neue Handyhalterung zu kaufen. Hitzeprobleme waren wieder akut geworden. Tatsächlich fand ich was passendes. Oscar hatte mich eingeladen ihn und seine Freunde im Sportclub zu besuchen. OK, ich löste meine "Wettschulden" noch an diesem Abend ein. Es wurde ein feucht-fröhlicher Abend und die Abreise am nächsten Tag hatte sich um einen weiteren Tag verschoben. So verbrachten wir den nächsten Tag mit einem gemeinsamen Frühstück, treffen mit seinem Bruder und anschließend machte ich Blue reisefit.Lue lisää

MatkaajaUnglaublich was du da alles erlebst. Und ich bewundere deine Kondition. Mach weiter so 👍🍀
Copacabana
26. elokuuta 2023, Bolivia ⋅ ☀️ 12 °C
Mein Aufenthalt in Bolivien geht langsam dem Ende entgegen. Aber vorher geht es nach Copacabana. Nicht Rio de Janeiro sondern an den Titicacasee. Klingt für mich auch eher nach Afrika als nach Bolivien oder Peru. Und wenn der Verdacht aufkommt dieser kleine Ort habe sich den Namen "geklaut", nein, tatsächlich ist er der Namenspate für das berühmte Copacabana in Brasilien.
Doch zunächst verlassen Blue und ich La Paz. Nach ca. 80 KM sind wir am Titicacasee. Ab jetzt ist der zweitgrößte See Südamerikas unser ständiger Begleiter. Das Wasser und der Himmel faszinieren durch ein bestechendes Blau. Der See liegt ca. 3.820 m über dem Meeresspiegel und ist damit der höchstgelegene, kommerziell schiffbare See der Welt. Touristen-Attraktion auf dem Titicacasee sind die schwimmenden Schilfinseln der Urus. Heute leben allerdings nur noch wenige von ihnen auf den Inseln. Die meisten haben sich inzwischen auf dem Festland angesiedelt und kommen nur tagsüber her, um Geld an den Touristen zu verdienen.
Es fahren große Motorboote mit Platz für 50 Personen über den See, um ein oder mehrere Uru-Schilfinseln anzusteuern. Aber auch Abwasser aus Haushalten, Industrie und Landwirtschaft haben dem See arg zugesetzt. Der Titicacasee gilt inzwischen als stark verschmutzt. Am Port von Tiquina endet zunächst unsere Fahrt. Jetzt heißt es übersetzen auf einem Holzfloß. Fußgänger, Radfahrer, Motorrad, Auto oder Bus. Bei der Fahrt windet sich das Floß und Blue schaukelt hin und her. Ich hoffe sie kippt nicht um. Nach ein paar Minuten sind wir an der anderen Seite. Zu dritt manövrieren wir Blue rückwärts vom Floß. Die Planken sind schmal und haben Reifenbreites Spaltmaß. Auch der Übergang an Land ist alles andere als Eben. Geschafft. Es geht weiter und immer den Titicacasee in Blick. In Copacabana angekommen buche ich im Hostel Florencia ein. Ein Glücksgriff. Mit Besitzerin Mary verstehe ich mich auf Anhieb blendend, ein Gefühl als ob man sich seit Jahren kennt. Es gibt viel zu lachen. Und ihre Enkeltochter Flopy hat sofort mein Herz erobert. Sie läßt es sich nicht nehmen mir ein Handtuch zu überreichen. Und bei jeder Gelegenheit begrüßt sie mich mit "Hola, Hans". Ein kurzer Weg bis zum Strand. Natürlich steht für mich Fisch auf dem Speiseplan. Forelle. Der Titicacasee war ein Fischreiches Gewässer, bis man die kanadische Forelle hier aussetzte. Nun dominiert er den See.Lue lisää
Isla del Sol
27. elokuuta 2023, Bolivia ⋅ ☀️ 11 °C
Für die Incas war der Titicacasee sehr bedeutend. Es gibt mehrere Inseln und eine davon ist die Isla del Sol. Die Sonneninsel. Und so ist keine Schilfinsel mein Ziel sondern die Sonneninsel der Incas. Nach dem Frühstück treibt mich Mary zur Eile an, damit ich ja nicht das Boot verpasse. Um Blue und Gepäck brauch ich mir keine Sorgen machen, es ist sicher im Hostel untergebracht. Das Oberdeck des Bootes ist bereits belegt. Zusammen mit einigen anderen, verbringen wir die nächsten 2 Stunden im geschützen Unterdeck. Die Insel macht ihren Namen aller Ehre. Und eines wird einem sofort klar, es herrscht Ruhe und Frieden hier. Keine Autos, kein Verkehr. Wahrscheinlich sind die hier rumlaufenden Esel und Maultiere die einzigen Transportmittel. Meine Suche nach einer Unterkunft lässt mich bei Freddi fündig werden. Einfach und sauber. Außer einer funktionierenden Dusche gibt es nicht viel. Weder Wifi noch eine Steckdose im Zimmer. Wozu auch? Ich bin hier um die Insel zu erkunden. Seine kurzerhand ausgedruckte Empfehlung führt mich entlang der Küste Richtung Süden. Um später über die Berge nach Norden zurück zu wandern. Die Wanderlust bringt mich bis fast zum Südzipfel der Insel. Kurzerhand noch ein Besuch des "Templo del Sol". Der Weg dorthin und wieder zurück zur Wanderroute Richtung Norden kosten mehr Zeit als erwartet. Im Norden erreiche ich die Spitze der Insel somit gerade noch zum erhofften Sonnenuntergang. Aber keine Zeit mehr um die Ruinen zu besichtigen. Als ich das Hostel erreiche ist es schon dunkel. Zwischenzeitlich war Freddi schon unruhig geworden. Er und seine Frau waren sichtlich erleichtert als sie mich sahen. Und ich war müde. Zum Glück hatte noch ein Restaurant geöffnet. Mit vollem Bauch und den Plan sehr früh aufzustehen ging es in das Reich der Träume.Lue lisää

MatkaajaWas für wunderschöne Fotos, mein Lieber !!! Ich wäre sehr gerne bei diesem Sonnenuntergang dabei gewesen ..... Dankeschön, das du uns daran teilhaben läßt. Liebe Umarmgrüsse aus Germany und ich bin gespannt was du alles als nächstes erlebst !
Peru
29. elokuuta 2023, Bolivia ⋅ ☀️ 12 °C
Bevor es zurück nach Copacabana geht wollte ich mir noch einmal die Ruinen ansehen. Bei Sonnenaufgang und vor den Frühstück machte ich mich auf den Weg. Eine lohnende Wanderung. Zurück im Hostel verabschiedete ich mich von Freddi um dann erstmal am Hafen zu frühstücken. Das vorgesehene Boot wurde wegen zu wenig Passagiere abgesagt. Also chillig warten auf das nächste Boot. Zurück in Copacabana ging es nochmal in ein Fischrestaurant. Es ist meine letzte Nacht in Bolivien.
Am nächsten Morgen Verabschiedung von Mary und Flopy. Sie hatten mir noch einmal gezeigt wie freundlich die Menschen hier sind. Ich fuhr noch einmal zur Tankstelle. Und es war wie am ersten Tag. Benzin und Bolivien ist eine andere Welt. Ich konnte machen was ich wollte. Diesmal musste ich den Ausländerpreis bezahlen. Rs war eine schöne Zeit in Bolivien. Viele spannende und interessante Geschichten, Orte und Sehenswürdigkeiten. Sollte ich zurück kommen, dann gibt es noch etwas zu sehen und zu erleben. Nur die Menschen auf dem Altoplano hinterließen nicht nur bei mir, einen distanzierten Eindruck. Aber jetzt war ich gespannt auf Peru. Ich hatte viel Gutes gehört. Sowohl Land als auch Leute. Der Grenzübergang gestaltete sich einfach und unkompliziert. Ohne große Kontrolle konnte ich einreisen. Man erinnerte mich daran die Versicherung SOAT abzuschließen. Meine Mercosur Versicherung schloß Peru nicht mit ein. Am Grenzübergang waren seit den Unruhen am Jahresanfang keine Büros mehr. Und bei Kontrollen kann es teuer werden. Ich versuchte mein Glück im ersten Ort nach der Grenze. Hier gab es schon einmal ein Bankautomat. Die Banco del la Nacion, die keine Gebühren erhebt. Super. Schwieriger wurde es schon bei der SIM Karte. Kaufen ja, aktivieren geht nur mit Ausweis in Puno, meinem eigentlichen Tagesziel. Doch ich fand in einem kleinen Laden eine nette Verkäuferin die mir eine SIM-Karte mit ihren "Fingerabdruck" aktivierte. Fehlt nur noch die SOAT. Man schickte mich zu verschiedenen Stellen. Auch die Polizei konnte mir kein Büro nennen. Risiko, ich würde es in Puno versuchen. Auf dem Weg dorthin sah ich einige Polizisten und jedesmal ein ungutes Gefühl kontrolliert zu werden. In Puno dann endlich ein Büro. Es dauerte einige Minuten und es ließ sich gleich kontrollieren ob die Police online registriert ist. Alles in Ordnung. Ich fand ein Hostel in der Innenstadt, und Blue konnte innen parken. Millimeterarbeit um Blue zu bugsieren. Am Abend noch ein Bummel durch die Stadt, die einen einladenden Eindruck machte. Hier waren gerade die Aktivitäten für die Fiesta der heiligen Jungfrau. Mein erster Eindruck von Peru ist positiv und ganz "Tranquillo".Lue lisää

MatkaajaHallo Dieter man kann an deinem Bericht merken du bist etwas traurig. Aber ein neues Ziel und neue Begegnung warten wieder auf dich. Weiter gute Fahrt und schaue dir die Welt an. Sie ist schön. Liebe Grüsse👍
Sillustani
30. elokuuta 2023, Peru ⋅ ☀️ 17 °C
Ich verlasse Puno und den Titicacasee. Unschlüssig in welcher Richtung es weitergehen soll, ist die Entscheidung zunächst den ca. 34 KM entfernten Sillustani- Friedhof zu besuchen. Und ich bin überrascht wie groß und umfangreich dieser Anlagenkomplex ist. Über hundert Steintürme – Chullpas genannt – die höchsten bis zu 15 m hoch. Ein Ort, voller Mystik und Spiritualität. Es stammt aus der Colla-Ära und wurde von den Incas übernommen. Hier auf diesem Hügel wurden die Überreste von Adligen, Herrschern und Priestern des alten Aymara-Königreichs begraben. Die Türme haben eine kleine Öffnung die alle nach Osten ausgerichtet sind um mit dem Sonnengott zu kommunizieren. Ja, die Anlage und Umgebung sind faszinierend und ich verbleibe länger hier als vermutet. So schaffe ich es bis Imata. Einem kleinen staubigen Ort in dem man anhält, sich ein Hostel sucht, duscht, etwas isst, kein wlan hat und sich im Bett mehrere Decken über den Kopf zieht um nicht zu erfrieren und am nächsten morgen früh weiter fährt. Und genau das mache ich auch. Die Menschen sind freundlich und Blue steht sicher.Lue lisää
Colca
31. elokuuta 2023, Peru ⋅ ⛅ 15 °C
Weiterhin unschlüssig geht die Fahrt weiter westwärts. Der erste Stopp ist am "Bosque de Piedras de Pillones". Ein Labyrinth aus Felsformationen die einzigartig geformt sind. Und wenn man seiner Fantasie freien Lauf lässt erkennt man Figuren, Gesichter und Fabelwesen. Man muss aufpassen sich nicht zu verlaufen. Die Fahrt geht weiter bis Blue und ich an eine Gabelung kommen. Jetzt müssen wir uns entscheiden, links oder rechts? Die schöne Stadt Arequipa oder in das Colca-Canyon? Mein Bauchgefühl sagt mir rechts, Natur pur. Also auf ins Colca- Canyon. Teils durch karge Landschaften mit Blick auf die umliegenden Vulkane, dann wieder der Blick über terrassenförmig angelegte Landschaften. Bilder von Machu Picchu kommen mir in den Sinn und meine Begeisterung wächst. Mein Ziel ist Cabanaconde. Auf dem Weg dorthin genieße ich den Blick in den Canon der Kondore. Kondore sind Frühaufsteher und es ist schon nachmittags. Aber ich werde wiederkommen. Das Pachamamma Home Hostel ist meine Umterkunft für die nächsten Tage. Der Cousin meines ehemaligen Weggefährten Sebastian arbeitet hier als Manager. Er war einige Zeit in Österreich und kann immer noch einige Sätze mit Akzent. Beim Bummel durch den kleinen Ort treffe ich auf Nelly und Christoph. Sie waren seit fast zwei Jahren mit einer Africa Twin auf Reisen. Bis plötzlich das Motorrad während der Fahrt, vermutlich wegen einer defekten Batterie , im wahrsten Sinne des Wortes in Flammen aufging. Seitdem reisen die Beiden als Backpacker.Lue lisää
Colca Canyon Trek
3.–6. syysk. 2023, Peru ⋅ ☀️ 15 °C
Bevor ich mich in die nächsten körperlichen Aktivitäten stürze begnügen wir uns mit einem Ausflug zur Laguna Mucurca. Schönes Wetter, Kurven und anschließend abseits der Asphaltstraße geht es zur Lagune. Rinder, Flamingos und Seevögel tummeln sich entspannt im und am Wasser. Und so lasse ich mich von der entspannten Atmosphäre einfangen und mache es der Umwelt gleich. Einfach der Natur entspannt zusehen. Später im Hostel beratschlage ich mich mit Leandro welche Trekkingtour ich ins Tal mache. Die Entscheidung ist eine 2-tägige Tour. Leandro empfiehlt mir die Tour entgegen der offiziellen Laufrichtung zu machen. Somit ist der Rückweg weniger steil wenn auch länger. Blue bleibt im Innenhof des Hotels und mein Gepäck ist ebenfalls sicher verstaut.
Am nächsten Morgen geht es rechtzeitig los. Der Trekkingpfad beginnt schon beim Ortsausgang. Der Colca Canyon ist der dritttiefste der Welt. Vom höchsten Punkt fast 3300m und damit tiefer als der Grand Canyon. Vom Rand der Schlucht sind es fast 1200 m bis zum Rio Colca. Und von da geht es auch wieder bergauf und dabei müssen 1300 m Höhenunterschied überwunden werden. Alles innerhalb von 2 Tagen. Und schon der Abstieg in das Tal ist steil und anstrengend. Mir kommen verschwitzte und schwer atmende Wanderer entgegen. Ein Pärchen erzählt, dass sie die Strecke in 3 Tagen absolvieren anstatt in 2 Tagen. Upps, sind 2 Tage doch zu anstrengend? Ich hoffe nicht. Im Blick eine kleine grüne Oase, Sangalle. Man sieht Swimmingpools und fragt sich wer das ganze Material dahin geschleppt hat. Über eine Brücke geht es auf die gegenüberliegende Talseite. Nachdem es 1000 m nur bergab ging geht es jetzt wieder 500 m nur bergauf. Eine schweißtreibende und verdammt anstrengende Tour. Nach all den anstrengenden Unternehmungen der letzten Zeit werden nochmals alle Kraftreserven mobilisiert. Endlich mal ein Streckenabschnitt der fast horizontal verläuft. Fühlt sich an wie schweben. Irgendwo im Nirgendwo habe ich Internetempfang. Leandro erkundigt sich ob alles in Ordnung ist. Wow, soviel Fürsorge. Mein positiver Eindruck hat sich nochmals vertieft. Ja, alles bestens, schick mir mal ne Sänfte und ein paar Träger. Weiter geht es. Die Sonne brennt und wieder geht es über 700 m in die Tiefe. Aber all die Anstrengung ist es Wert. Kein überlaufender Treekkingpfad und Natur pur und so gut wie allein. Reichlich Aussichtspunkte und einige kleine Dörfer später ist mein Tagesziel nach 14 KM erreicht. Llahuar, ein Hostel mit Holzhütten und Thermalbad. Ich schaffe es soeben noch in die heisse Quelle. Besser geht es nicht. Und zur Krönung lädt mich der Manager auf ein Bier ein. OK, es werden paar mehr. Eine rege Unterhaltung kommt in die Gänge wobei noch andere Gäste involviert sind. Anschließend im Restaurant eine Fischplatte. Am nächsten Tag beginnt der Rückweg. Nur 11 KM, dafür überwiegend bergauf. Doch zunächst geht es an einem Geyser vorbei. Dann wird es steil. Und immer wieder der unvergeichliche Blick ins Tal. Die Schritte werden schwerer und die Pausen häufiger und länger. Es ist später Nachmittag als ich das Dorf wieder erreiche. Zum Glück hat das Hostel ein eigenes und gutes Restaurant. Glücklich, zufrieden und Müde endet dieser Tag und diese Tour.Lue lisää
Cruz del Condor
4. syyskuuta 2023, Peru ⋅ ⛅ 11 °C
Auf nach Cusco, in die Hauptstadt der Incas. Es ist ein langer Weg, keine Ahnung ob ich es heute schaffe. Darum heißt es früh Aufstehen. Der zweite Grund sind die Kondore. Auch sie sind Frühaufsteher und nicht das ganze Jahr hier zu sehen. Es liegt auf dem Weg und ich möchte mir dieses Naturschauspiel nicht entgehen lassen. Abschied von Leandro und nach ca. 20 min Fahrt beginnt die Show am "Cruz del Condor". Mächtig und majestätisch gleiten die Kondore mit über 3 m Spannweite durch das Tal. Gut erkennbar die weißen Handschwingen und der weiße Halskragen. Man sieht, wie sie auf den gegenüberliegenden Felssimsen und Plattformen zufliegen. Dort nisten sie und ziehen meist im Zweijahresrhythmus ein Junges groß. Die dunkelbraun gefärbten Jungvögel sind heute ebenfalls präsent. Es erstaunt, dass sie als Aasfresser in dieser kargen Umgebung Nahrung finden. Zusammen mit den Kondoren verabschiede ich mich aus dieser Gegend. Und es wird heute ein langer Tag. Ein sehr langer. Meine Bemühungen über AirBnB kurzfristig eine Unterkunft in Cusco zu finden scheitern mangels Rückmeldung oder Parkplatz für Blue. Es ist spät und dunkel. Letztendlich finde ich ein Hostel unweit vom Zentrum mit Garage. Der Zeitpunkt ist gekommen einfach mal nichts bis gar nichts zu machen. Mal sehen ob sich das umsetzen läßt. Aber erstmal eine Dusche, Essen und schlafen.Lue lisää
Ecuador
4. marraskuuta 2023, Ecuador
Dieses war zunächst die letzte Nacht hier in Peru. Bis zur Grenze sind es ca. 5 Minuten. So habe ich noch reichlich Zeit zum frühstücken. Der Grenzübergang nach Ecuador ist Problemlos aber es dauert fast zwei Stunden. Es liegt nicht an den Mitarbeitern. Die Datenübertragung nach Quito dauert so lange. Doch dann ist sie da die Genehmigung und ich kann endlich einreisen. Ich tausche noch ein paar Soles gegen US Dollar und dann geht die Fahrt weiter über fünfzig Kilometer sehr rauen Asphalt. Viele enge Kurven, Staub, steile Straßen. Kurz nach der Grenze treffe ich auf Conrad er kommt aus München. Wir tauschen unsere Erfahrungen aus und er gibt mir seine SIM-Karte. Zum ersten mal tanken in Ecuador. Es ist sehr billig. Zwei dollar vierzig für die Gallone umgerechnet weniger als sechzig Cent für einen Liter Benzin. Mit jedem Kilometer den ich zurücklege scheint auch die Temperatur zu steigen. Blue ist mit Benzin versorgt und ich brauche auch reichlich Flüssigkeit. Ein Stopp am Strassenrand und ein Jugo de Cana. Schön kalt und etwas Smalltalk. Meine Euphorie steigt. Diesmal keine Nervosität obwohl alles wieder auf Reset gestellt ist. Blue und ich fühlen uns auf Anhieb wohl. Im nächten größeren Ort erstmal Streetfood und in einem Geschäft die SIM-Karte aufladen. Telefonieren geht, Internet noch nicht. Der Schweiß rinnt. Die Verkäuferin erwähnt etwas davon, dass es heute sehr heiß ist. Und während der Wasserspiegel in den Stiefeln steigt nicke ich zustimmend. Noch ein Eis und die ersten Tropfen Regen kündigen sich an. Mittlerweile sind wir auf einer sehr gut ausgebauten breiten Betonstraße. Wechselkurven. So gut wie keine Geraden. Blue schwingt ihre Hüften. Es macht einfach nur Spaß. Kein Regen in Sicht. Es ist später Nachmittag als ich mein Tagesziel erreiche. Vilcabamba. Das Tal der Hundertjährigen. Auf Anhieb entspannt und sympathisch. Schnell ist eine Unterkunft gefunden. Ich buche sofort für zwei Nächte mit der Option zu verlängern. Dieses Wochenende ist hier eine Fiesta. Liveauftritte. Ich bestelle mir einen großen Becher warmen Früchtepunsch. Der wird zur Hälfte mit klarem Wasser aus einer Plastikflasche gemischt. Dazu ein kleiner Becher. ??? Zu spät. Das ist Feuerwasser. Ein schöner Abend.🤣🤣🙈🙈Lue lisää

Matkaaja
Hi Dieter, du bist zwar erst im Süden von Ecuador eingereist, aber schon habe ich eine Bitte. Wenn du kurz vor Kolumbien über den Äquator fährst, teste dort bitte wie das Wasser abläuft. Südliche und nördliche Erdhalbkugel unterscheiden sich wohl im linksdrehenden und rechtsdrehenden Ablaufstrudel. Du kommst da unweigerlich an einer Teststelle vorbei. Bitte berichte über dein Testergebnis. Danke ! 🙋♂️
Vilcabamba - Das Geheimnis
5. marraskuuta 2023, Ecuador ⋅ ☁️ 24 °C
Vilcabamba, weniger als 5000 Einwohner und in ca. 1700m Höhe. Das Tal der Hundertjährigen oder zumindest der Langlebigen. Aus der Quecha- Sprache übersetzt auch "Heiliges Tal" genannt. Eine spannende Frage die ich versuchen möchte zu beantworten. Gibt es wirklich diesen Jungbrunnen? Dieses Tal der ewigen Jugend? Hatte man den Code geknackt oder einen Zaubertrank? Was ist das Geheimnis? Auf der gestrigen Feier zur Unabhängigkeit Ecuadors hatte ich sie nicht gesehen, diese herumtanzenden Hundertjährigen oder war die Zeit auch in den Gesichtern stehen geblieben und man kann sie äußerlich einfach nicht erkennen? Also, mache ich mich am Morgen nach dem Frühstück auf dem Weg zur Plaza. Vergeblich, auch heute morgen kein Frühschoppen oder ähnliches mit Hundertjährigen Leuten die tanzend auf den Bänken herumspringen. Vielleicht sind auch alle beschäftigt, denn es ist angeblich nicht ungewöhnlich, dass ein älterer Hundertjähriger wie ein 40- oder 50-jähriger Landwirt landwirtschaftliche Aufgaben verrichtet. Auch der Bürgermeister ist heute nicht zu sehen und zu sprechen. Schade. Aber eines ist zum greifen nah und in den vielen Geschäften und Räumlichkeiten sichtbar. Es ist diese entspannte Stimmung, eine Hippiekultur, die immer noch von einigen Mitmenschen sichtbar praktiziert wird. Und verschiedenste Heiler und Energietherapeuten aus aller Welt haben sich hier niedergelassen. Es wird diskutiert und meditiert.
Der Mythos begann angeblich mit einem Bericht in der Zeitschrift "National Geographic" in den 1970er Jahren. Die Antworten auf dieses Rätsel scheint in der Qualität der Luft und der Ernährung aus eigener Ernte zu liegen. Wissenschaftler behaupten, dass die Gewässer der Flüsse Chamba und Uchina, die das Tal bewässern, Magnesium enthalten und medizinische Eigenschaften haben, die Cholesterin eliminieren und Rheuma heilen können. Und auch dem hier weit verbreiteten Saft aus Zukerrohr, Jugo del Caña, werden magische Eigenschaften nachgesagt. Das Klima hat ebenfalls einen entscheidenden Anteil. Es gibt keine plötzlichen Temperaturschwankungen, sie bleibt immer zwischen 18 und 22 Grad Celsius und dies ist ein entscheidender Faktor für die normale Funktion des Herzens. So ist es nicht verwunderlich, dass z. B. der Assistent von Japans früherem Premierminister sich hier so wunderbar von seinem Herzleiden erholte, dass er seine Heimat Soya auf Hokkaido zu Soya-Vilcabamba umbenannte.
Ich bin heute Abend mit Katherine und Brandon aus den USA und Nathan, der in Quito lebt, verabredet. Ja, unsere WhatsApp Gruppe bringt gleichgesinnte Weltenbummler zusammen. Auch wenn man mit Pizza und Bier wahrscheinlich keine Hundert wird, so haben wir dennoch Spaß und verstehen uns blendend.Lue lisää
Deep in the Jungle - Tag 1
20. marraskuuta 2023, Ecuador
In der Nacht gab es ein Gewitter. Und am Morgen kein Strom. Somit keine Klimaanlage und ein Handy, dass nicht vollständig geladen ist. Dafür aber ein Frühstück und die Vorfreude auf den heutigen und auf die nächsten Tage. Denn es geht diesmal tief in den Dschungel. Dort, wo es keine Strassen gibt und das einzige Fortbewegungsmittel ein Boot ist. Blue ist sicher hier auf dem Hotelgelände untergebracht und all die Sachen die ich nicht mitnehmen werde, können hier gelagert werden.
Ein Taxi bringt mich zum Bus-Terminal. Da hier heute morgen nicht viel Betrieb ist, nimmt die Dame am Ticketschalter sich die Zeit, mir zu zeigen wo genau der öffentlichr Linienbus halten wird und ich warten kann.
Zweieinhalb Stunden dauert die Fahrt bis nach Puente del Cuyabeno. Hier warten bereits die großen Kanumotorboote um all die Abenteuerhungrigen in einen der 14 Lodges zu bringen. Doch zunächst gibt es zur Begrüßung Banane, Kaffee, Kekse und Wassermelonenstücke. Unsere Besatzung besteht lediglich aus Vera aus Ravensburg, Peter aus Oklahoma, unserem Guide, dem Bootsführer und mir.
Der Zufluß von Sedimenten lassen den Fluß anfangs braun erscheinen bis er später seine Farbe in schwarz ändert. Es ist heiß und schwül und der Fahrtwind bringt angenehme Abkühlung. Der Blick geht suchend in die grünen Bäume in der Hoffnung die ersten wildlebenden Tiere zu entdecken. Wir halten am Ufer vor einem Baum mit kahl wirkenden Ästen. Es dauert eine Weile bis auch ich erkenne, dass dieser tote Ast ein schlafender Vogel ist. In der nun herrschenden Trockenzeit ist der Wasserstand 2 m niedriger als sonst. Große blaue Schmetterlinge begleiten uns und dann ist es soweit. Das erste Highlight dieser Tour. Eine Gruppe Kapuzineraffen überqueren den Fluß über eine "Affenbrücke", bestehend aus 2 zusammenverwachsenden Bäumen beider Uferseiten. Gefolgt von einer Gruppe Pocketäffchen. Mehr als 50 Affen nutzen den Highway, teilweise mit ihren Jungen auf den Rücken bzw. am Bauch. Der Gedanke an ihre im Zoo eingesperrten Artgenossen kommt auf und es wird klar, dass keine noch so ausgeklügelte "artgerechte" Haltung vergleichbar mit dem Leben in freier Wildbahn ist. Einige trauen sich ans Wasser zum trinken unter der Gefahr von einer Anaconda geschnappt zu werden. Nach ca. 2 Stunden erreichen wir unsere Lodge. Hier treffen wir auf Rolf und seiner Frau Silvia aus Luzern. Wir sind heute die einzigen Gäste hier. Doch zunächst gibt es Mittagessen und Zeit das Nachtquartier zu beziehen und zu relaxen bevor es zur Grand Laguna geht. Auf der Fahrt dorthin sieht man auf den Baumstämmen, die aus dem Wasser ragen, Wasserschildkröten. Ana, unser Guide nennt uns die unaussprechlichen Namen der gesichteten Vögel in den Bäumen am Ufer. Große Ara fliegen über den Baumwipfeln. Es kommt mir in den Sinn mich zu kneifen um wirklich zu realisieren, dass ich mich im Amazonas befinde. Kurz bevor wir die Lagune erreichen machen wir uns auf die Suche nach Delfinen. Sie tauchen alle 3 Minuten kurz auf und sind heute zu schnell wieder abgetaucht bevor man sie sieht. In der Lagune, frei von Anaconda und Kaimanen, die Gelegenheit im Wasser zu schwimmen. Wir haben Boards dabei und meine ersten Versuche im Stehpaddeln. Na, da üben wir noch ein bißchen. Und während wir uns hier vergnügen verläßt uns die Sonne mit einem bunt schimmernden Licht. Zeit für die Rückkehr. Mit Taschenlampe sind wir auf der Suche nach den jetzt aktiv werdenden Kaimanen. Leider ohne Erfolg. Dafür aber bei der Nachtwanderung in der Umgebung unserer Lodge. Tarantula auf dem Dach. Frösche u. a. ein Bullfrog, Bananenspinnen und anderweitige Bewohner lassen sich sichten. Der Abschluß für heute bildet das gemeinsame Abendessen. Und während sich alsbald alle verabschiedet haben nutze ich den Abend um bei heftigen Gewitter und Regen die Erlebnisse des heutigen Tages festzuhalten.Lue lisää

MatkaajaHallo Dieter super super schön. Das ist Abenteuer pur 👍mach weiter so. Ganz liebe Grüsse in den Dschungel















































































































































































































































































































































































































































































































MatkaajaJajaja no me digas que compraste la gallina.