• Road2Penguins
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Road2Penguins

"Wish you were here and see what I see." So würde ich diese Reise beschreiben. Ich bedanke mich bei meiner Familie und Freunden die mich dabei unterstützen und freue mich wenn ihr mit mir die Welt in Südamerika besucht. Läs mer
  • Zwischen Himmel und Erde.

    22 december 2022, Chile ⋅ 🌧 15 °C

    Es war schon am Vorabend ziemlich windig auf diesem Campingplatz direkt am Lago Llanquihue, als ich mein Zelt aufstellte. Ein Metallblechzaun schützt vor den Wind. Ausserdem war der Platz gut besucht. Schnell noch eine Leine gespannt, ein paar Sachen zum Trocknen dran und meine Kombi zum durchlüften. Ob es wohl regnen wird? Ne, glaub ich nicht. Ich hab Licht und Strom am Platz, schreib meinen Blog und ab in den kuscheligen Schlafsack. Der Wind nimmt zu und das Zelt bewegt sich zunehmend. Zudem rauscht das Wasser wie eine Brandung. OK, in Südpatagonien soll es teilweise richtig böig sein. Aber als es dann prasselnd ans Zelt klopft ist es schon zu spät. Schwungvoll raus aus dem Zelt und retten was nicht mehr zu verhindern ist. Klamotten an der Leine wieder nass und Wasser in der Kombihose. Igitt. Alles unter den Apsiden verstaut. Selber nass geworden und kalt und klamm in den Schlafsack. OK, das ist der Einsteigerkurs für Anfänger in Vorbereitung auf Patagonien. Auch am Morgen regnet es. Lass regnen, ich bleib liegen. Bin gerade wieder warm geworden. Irgendwann am Vormittag hat es aufgehört. Also hoch. Ich bleib eh einen Tag länger hier. Alle Zelte um mich herum wurden geklaut oder die sind abgereist ohne mich zu wecken. Egal, erstmal heiß duschen. Tatsächlich, die Dusche gibt konstant heißes Wasser wie eingestellt. Prima, ich mag gar nicht wieder aufhören. Beim Gedanken die Gegend zu erkunden, fängt es wieder an zu regnen. Rein ins Zelt. Chillen. Spanischkurs machen. No hablo espanol, kann ich fließend aber so allmählich sollte ich den Wortschatz steigern. Es hört auf zu regnen. Plan steht fest, Blue braucht Bewegung. Ist wie mit dem Hund Gassi gehen. Der Tank ist leer und genau gegenüber eine Tankstelle und ein Minimarkt. Die haben Kaffee. Besser gesagt Tüten mit Nescafe Kaffeepulver und einen Wasserkocher. Soll ich selber machen? Die Dame stellt den Wasserkocher an und fragt ob ich aus dem Automaten einen Kaffee will. Nu lass man. Nehm Wasserkocherkaffee. Möchte noch ein belegtes Sandwich und 4 kleine Brote, Pan Pan zum mitnehmen. Bekomme 4 belegte Sandwich. Auch OK. Mach mal 2 warm die beiden anderen nehm ich mit. Der Kaffee reicht nicht für 2 Sandwich also Kaffee nachgeholt. Die Dame aus dem Laden fängt an laut zu lachen, ich deute an, ihr erst ein dann beide Ohen lang zu ziehen. Sie lacht noch lauter. Ist ein Selfie mit ihr Wert. Erstes Ziel ist los cascadas. Salto Wasserfall. Der Weg dorthin ist Offroad aber OK. Was natürlich in keiner Beschreibung steht ist, dass man den Rest des Weges zu Fuß gehen muss. In voller Montur. Helm lass ich am Eingangswärterhäuschen. Eintritt ist nach eigenem ermessen. Nieselregen zwischendurch. Nicht über 7 aber über 3 Brücken muss man gehen. Man hatte mir ein Büchlein in handschriftlichen Englisch vorgelegt. Dauert 30 Minuten der Fußweg. Erinnert an grüne Dschungelhölle in Kambodscha oder so. Naja, war nie da. Brauch auch kein Buschmesser. Bin bei Ankunft trotzdem nass. Nicht vom Regen, aber es ist warm geworden und wie erwähnt in voller Montur. Auf dem Rückweg geb ich Geld für die Kaffeekasse und fahr zurück. Zwischendurch wieder Regen. Diesmal sind alle Öffnungen zu und Überziehhandschuhe dabei. Es ist später Nachmittag und endlich hören die Schauer auf und die Sonne lässt sich immer mehr sehen. Rauf zum Vulcano Osorno. Es ist eine Kurve an die andere. Kaum gerade Abschnitte. Je höher es wird umso kälter wird es und die Strasse wird nass. Und es fühlt sich an, als sei man dem Himmel so nah. Wolken umhüllen den Vulkan wie ein Schleier. Leider trübt das Wetter auch den Blick über die Landschaft. Man sagt, man kann bei klarem Wetter bis Puerto Montt sehen. Kilometerweit. Heute leider nicht. Also wieder runter. Und es wird merklich wärmer und die Sonne scheint. Kein Regen mehr. Ich fahr die Straße bis zum Ende nach Petrohue. Boote liegen im Wasser und der Vulkan im Blick. Eine ältere Dame, gebürtig aus Kanada will ein Selfie von sich und einer eisernen Statue. Ich bin behilflich. Ihr Mann kommt dazu und wir unterhalten uns. Noch ein Selfie, diesmal von uns dreien. Sie erzählt von Mutter und Tochter die deutsch sprechen aber nicht mehr zu sehen sind. Ich fahr weiter und dort steht auf einem Stellplatz einen 4x4 Wohnmobil. Rote Flagge und weißes Kreuz. Tatsächlich, gestern Österreich heute Schweiz. Die beiden kommen von Montevideo über Argentinien, Ushaia und wollen nach Norden. UY Storage übernimmt solche Einfuhren. 2 Deutsche die sehr hilfsbereit sind. Auch der Kanadier mit seinem Aufliegercamper sprach von dieser Firma. Die beiden sind schon 3 Monate unterwegs und wollen noch 8 Monate bleiben. Abschiedsfoto und ich mach mich auf den Rückweg zum Campingplatz. Es ist kalt geworfen. Aber ab morgen soll das Wetter wieder besser werden. Buenos noches.Läs mer

  • Frohe Weihnachten

    23 december 2022, Chile ⋅ ☀️ 14 °C

    FROHE WEIHNACHTEN MEINE LIEBEN. ICH WÜNSCHE EUCH SCHÖNE BESINNLICHE STUNDEN UND FEIERTAGE.
    Diese Nacht war alles ruhig geblieben. Kein Sturm, kein Regen. An diesem Morgen überlegte ich was ich machen werde. Über Puerto Montt zur Insel Chiloe fahren. Und mit der Fähre übersetzen. Dort mindestens zwei Tage bleiben und dann mit der Fähre weiter nach Chaiten. Die Insel soll sehr schön sein. Oder über Argentinien weiter Richtung Süden fahren. Die dritte Möglichkeit war von hier aus über den Landweg bis nach Hornopiren fahren. Und dann mit der Fähre nach Gonzalez, weiter bis Chaiten und dort mindestens 2 Tage bleiben. Es soll auch eine Fähre von Pichanco nach Leptepu fahren. Da das Wetter an der Westküste kalt und nass sein soll, laut Wetterbericht, entschied ich mich für die dritte Möglichkeit. Ich lasse Puerto Montt links liegen. Manche sagten mir, dass die Stadt gar nicht so schön sein soll. Wetter und Strecke geben mir recht. Laut Karte kann ich in Ralŭn tanken. Nur in Ralun wusste keiner davon. Also weiter. Angeblich kommt noch eine Tankmöglichkeit. Sollte reichen. Die Zapfsäule sieht genau so verlassen aus wie das Benzin in meinem Tank. Au Backe. Doch dann kommt doch jemand. Gott sei Dank. Immer Weiter. Immer entlang der Küste. Schwungvollen Kurven Reihen sich aneinander. Ich komme an ein Restaurant vorbei dort stehen mehrere Autos. Anlass für mich auch dort einzukehren. Ich bestelle Ceviche. Ein typisches chilenisches Gericht wie mir der Kellner erklärt. Fischsuppe in Lemon. Er freut sich dass er sein Englisch auffrischen kann. Ein Pärchen kommt dazu und fragt woher ich komme. Die beiden kommen aus Washington DC und machen hier Urlaub. Sie wollen mit dem Flieger weiter südlich. Noch ein Selfie und weiter geht es. Ab jetzt wird die Straße wieder ruppig bis richtig rau. Scheinbar hat man teilweise lose, handballgroße Brocken in die Straße mit festgefahren. Ein Wunder das nichts passiert. Aber unverändert herrlich bleibt die Aussicht auf die Vulkane. Einmalig. Endlich in Hornopiren angekommen. Hier ist ein Fährableger. Ich frage mich durch und man sagt mir ich könne einen anderen nehmen. 35 KM weiter. OK. Nochmal Schotterpiste. Es gibt auch einen Campingplatz 5 KM vom Ablegeplatz an der einzigen Strecke. An der Ablegestelle angekommen stehen geparkten Autos. Ansonsten sieht es aus wie nicht benutzt. Ich fahr zurück bis zum Campingplatz. Der Besitzer erzählt mir, dass die Fähre auf den Karten eingezeichnet ist aber schon längst ausser Betrieb. Und morgen fährt nur eine Fähre und die sei ausgebucht. Zumindest online nichts mehr buchbar. Toll. Den ganzen Schotter wieder zurück. Es ist schon spät. Vielleicht doch eine feste Unterkunft in einer der Cabanas? Ich verhandle gerade mit einem Besitzer als Freddy mir sein Hilfe anbietet, er spricht deutsch. Ich entscheide mich für Camping. Die beiden erklären mir den Weg. Die Fähre soll um 10.30 Uhr ablegen. Oft ist noch Platz für ein Motorrad. Ich bin der einzige Gast auf dem Campingplatz und hab ne heiße Dusche. Stille Nacht.Läs mer

  • Pay the Ferryman

    24 december 2022, Chile ⋅ ☀️ 14 °C

    Ich hoffe ihr seid alle mit Vorfreude aus eure Betten gesprungen. Ich bin auch sehr früh hoch aber eher wegen der Fähre. Im Schlafsack ist es muckelig warm ansonsten gefühlte 0°. In Bethlehem war es bestimmt wärmer sonst wär der Bengel erfroren. Nütz nichts ich muss hoch. Alle Vorbereitungen getroffen damit es heute morgen schneller geht. Erst wenn einem die Sonne erreicht wird es schlagartig angenehm warm. Mein Aufpasser begleitet mich heute morgen. Ein Hund, wahrscheinlich vom Besitzer. Egal ob ich duschen geh oder zum Zelt, er ist dabei. Beim verlassen des Platzes geleitet er mich zur Straße. Zur Fähre sind es 3 Minuten. Im Gebäude am Fähranleger zeigt man mir den Weg zu Zahlstelle. Pass, Fahrzeugschein und 10 € und ich hab nen Platz. Läuft. Ich treff Freddy wieder. Er ist mit seinem Sohn im Wohnmobil unterwegs. Hat Speditionskaufmann gelernt in Deutschland. Seine Eltern sind jüdische Deutsche, die sich trotz Verfolgung und Ermordung von Familienmitglieder immer noch deutsch fühlten und dachten. Darum spricht er deutsch. Vater aus Jever und Mutter aus der Nähe von Bremerhaven. Seine Schwester lebt in Hamburg. Wir unterhalten uns ausgiebig. Man lässt mich als Letzten auf die Fähre. Ich parke hinter einem Auto und die Unterhaltung auf deutsch geht weiter. Dietmar und Ines. Deutsche die seit über 35 Jahre in der Schweiz leben. Er kommt aus der Nähe von Bochholt, Sie aus Gelsenkirchen. Die Fahrt mit der Fähre soll 5 Stunden dauern. Ich komme gar nicht zum Schreiben. Mal sitzen Freddy, Dietmar und ich zusammen. Oder zusammen mit ihm und seinen Sohn. Zwischenzeitlich bin ich eingenickt. Wie einige andere auch. Freddy lädt mich in sein Haus in Santiago ein. Kann paar Monate dauern aber wäre passend bei der Rückreise. Sowohl mit ihm als auch mit Dietmar tausche ich die Telefonnummer. Die Ausfahrt aus dem Hafen mit dem Panoramablick der Vulkane und den schneebedeckten Spitzen sind Gänsehautfeeling pur. Auf See wird es mitunter ganz schön schaukelnd und die Fähre wiegt sich hin und her. Zwischendurch immer wieder ein Blick auf Blue. Sie steht wie ein Fels in der Brandung. Und bleibt standhaft bis zum Schluß. Ich verlasse als Letzter die Fähre und darf den Staub der Vorderleute "fressen". Es sind 52 KM bis Chaiten und ca. 2/3 Schotterpiste. Na, danke auch. Die Piste ist mal wieder mit Kratern und Furchen durchsät. Freddy ist rechts rangefahren. Probleme? Ne, er hat die anderen vorbeiziehen lassen. Wir verabschieden uns nochmal und er wiederholt seine Einladung nach Santiago. Irgendwann kommt wieder Asphalt. Vorher seh ich Dietmar, Ines und Freunde beim Fotoshooting auf einer Brücke. Stehend fahr ich vorbei und Hup nochmal. Endlich in Chaiten. Erstmal tanken und in den Minimarkt. Wie verbring ich jetzt Heilig Abend? Camping und allein mit ne Büchse Bier? Nö, ist Weihnachten. Ich schau mal bei booking.com. Aha, Unterkunft äö0lhfoddðümit Frühstück und wlan. Mal direkt hinfahren. Tatsächlich finde ich das Haus. Klingeln. Ja, die beiden sind überrascht aber fühlen sich nicht gestört am Heilig Abend und bieten mir ein Zimmer an. Nehm ich. Was ich zu dem Zeitpunkt nicht weiß ist, dass die Privatunterkunft direkt im Haus ist. Quasi mit Familienanschluß. Aber ist OK. Blue steht ebenfalls hinter verschlossenen Toren. Perfekt. Kein Zelt auf- und abbauen. Ja, muss auch mal sein. Ich schreib noch paar Grüsse, lade Bilder hoch und dusch mich. Als ich die Treppe runter komm seh ich den erleuchteten Weihnachtsbaum. Aufforderung zum Familienbild. Alle stellen sich vor den Baum. Regieanweisung. Aufrücken, man sieht den Baum nicht. Er schaut auf seinen Bauch und alle lachen. Das Eis ist gebrochen. Ich sten und trocknen. Er zeigt mir die Wäscheleine und fragt nebenbei ob ich Fleisch mag. Na klar, will ja nicht unhöflich sein. Schwupp kommt er mit nem Riesenspieß, schmeißt seinen Riesengrill an und sagt, dass man für mich heute Abend ein Barbecue macht. Ich bin sprachlos und hungrig. Mein spanisch ist auch noch zu schlecht um das zu verhindern. Wie verläuft Heilig Abend in Chile? Während das Fleisch am Spieß über der Kohle seine Runden dreht mach ich einen Spaziergang. Avarro, so sein Name, hat Bier aufgemacht. Der Sohn, er ist bei der Marine, ist auch da. Beim Essen gibt es Wein. Nach dem Essen erstmal einen selbstgemachten Longdrink. Die Bescherung ist um Mitternacht. Man achtet darauf, dass ich sehen kann wie die Geschenke ausgepackt werden und Daumen hoch mache. Meine Hilfsbereitschaft beim Abwasch wird damit belohnt, dass ich den Früchtepunsch zum Tisch bringen darf. Dann wird es auch Zeit sich zu verabschieden. Wenn ich Weihnachten nicht zu Hause verbringe, so war dies doch eine neue und schöne Erfahrung. Mit Spaß und Lachen. Morgen muss ich mich mal in Ruhe um Blue kümmern. Ich wünsche euch einen schönen ersten Weihnachtstag.Läs mer

  • Hinterher

    25 december 2022, Chile ⋅ ☀️ 21 °C

    Ich hatte den gestrigen Abend sehr genossen. Natürlich möchte man Weihnachten mit den Lieben daheim feiern aber andere fahren "über die Tage" mal weg. In dem Sinne gab es Übernachtung mit Frühstück. Und das wartete bereits auf mich. Inklusive selbstgemachter Marmelade. Und auf Wunsch ein Ei. Ja, ein schönes Gefühl der Morgenkälte entgangen zu sein. Und Frühstück steht auf dem Tisch. Heute war Wartung und Reparaturtag. Und das dauert heute den ganzen Tag. Ich komme nicht mal dazu mir den Ort näher anzusehen. Alle Geschäfte haben sowieso zu. Den Lenker nochmal komplett lose genommen und neu verschraubt und gesichert. Die Windschutzscheibe hatte durch die Unfälle bereits Schaden genommen. Nun durch die Vibrationen und den Fahrtwind hatte sich der Zustand verschlechtert. Erstmal neu getapt und verstärkt. Kettenpflege. Zwischendurch werde ich zum Mittagessen eingeladen. Resteessen vom Vortag. Ich lass mich überreden. Außerdem kann ich die Waschmaschine benutzen und mal wieder Wäsche waschen. Aber eines kann ich nicht, die Kupplung von Blue reparieren. Jetzt ist sie doch am Ende. Sie machte bereits gestern auf den letzten Metern auf sich aufmerksam. Da hilft auch kein Feintuning mehr. Was ich auch versuche. Mist. Der Ort macht nicht den Eindruck als ob ich hier den passenden Mann finden werden. Nur dem Hund von dieser Unterkunft ist Langweilig. Er will unbedingt apportieren. Von wegen Stöckchen. Er benutzt Brennscheite. Tatsächlich. Und legt sie mir immer wieder vor die Füße. Oder lässt sie auf meine Füße fallen. Aua. OK, eine Runde werfen. Er macht den Eindruck als würde er einen ganzen Baum umlegen, sollte sich der Holzklotz in der Baumkrone verheddern. So Schluß jetzt. Vielleicht weiß Avarro Rat. Vor morgen früh werde ich ihn nicht wiedersehen. Hinterher weiß man mehr. Hätte, wenn und aber diskutieren noch während ich versuche eine Lösung zu finden. Im Moment hab ich aber keine. Es ist schon spät. Ich nehm ne Mütze Schlaf. Gute Nacht.Läs mer

  • Kette

    26 december 2022, Chile ⋅ ⛅ 17 °C

    Ich hatte am Abend vorher überlegt wie ich dieses Problem lösen konnte. Da ich noch Kontakt zu Stefano Jürgen pflegte habe ich ihn kontaktiert. Er war in der Woche vor Weihnachten auf Chiloe gewesen. Die Insel die ich ausgelassen hatte. Er war schon wieder zu Hause wollte aber versuchen mir zu helfen. Noch am Abend bekam ich eine Nachricht von Nacho. Er schrieb, dass der alte Mann einen Mechaniker braucht. Immer diese Übersetzer. Manchmal grausam was die übersetzen. Noch wusste ich nicht ob ich mit der Fähre nach Chiloe fahren sollte. Er hatte einen Kontakt namens Wuido Soto. Den er mir schickte. Am nächsten Morgen schrieb ich Soto an. Gleichzeitig fragte ich meine Gastgeber ob sie eine Werkstatt kennen. Es gab eine. Sie riefen ihn an aber er konnte keine Motorräder reparieren. Such konnte ich Enrique nicht erreichen. Ich sprach auf seinen Anrufbeantworter. Auch die Firmennummer war unbesetzt. Eine Fähre von Chaiten nach Chiloe fuhr um 15 Uhr. Mittlerweile hatte Soto sich gemeldet und mir einen Kontakt mit den Namen Tanque geschickt. Auch ihm schickte ich eine Nachricht. Soll ich nun mit der Fähre kommen? Er schickte eine Sprachnachricht. Besann sich aber und fragte schriftlich wann die Fähre da sein werde. Ich musste erstmal ein Ticket kaufen und meine Handykarte aufladen. Man schickte mich von einem Minisupermarkt zum anderen und dann zu einer Bibliothek. Endlich konnte ich meine Karte aufladen. Jetzt Ticket besorgen. Das Büro der Fährgesellschaft war in der Stadt. Zum Glück ist der Ort nicht allzu groß. Der Verkäufer sagte etwas von 14 Uhr. OK, kann ich noch schaffen. Zur Wohnung und Sachen packen. Verabschiedung und lange herzliche Umarmung. Hoffentlich gab es keine Steigungen bis zum Fähranleger. Blue schafft mit Anlauf noch gerade 35 bis 45 KM/h. Auf dem Weg noch schnell paar Kekse und Wasser besorgen. Da seh ich eine Honda Africa-Twin mit deutschem Kennzeichen. Schnell hin. Achim aus Herne. Er macht soeben Fotos. Er will später auch zur Fähre. Gut, nach Fotoshooting ist mir nicht, hab auch keine Zeit. Bis später. 14 Uhr da sein. Ich bin pünktlich und kann direkt an Bord. Meine Blue wird diesmal angegurtet. Ich seh Achim gerade noch an Bord fahren. Dann legt die Fähre ab um 14 Uhr statt 15 Uhr. Nachricht an Tanque. Bin um 19 Uhr in Quellon. Auf der Fähre unterhalten Achim und ich uns ausgiebig. Sie waren zu zweit unterwegs gewesen. Nun erstmal jeder für sich. Die Chemie und Interessen passten nicht mehr zusammen. Und es stellte sich heraus, dass wir eine gemeinsame Bekannte aus einem Motorradforum haben. Zufälle gibt es. Die 5 Stunden vergingen wie im Flug. Wir verlassen die Fähre. Blue braucht Hilfe um die nächste Steigung zu schaffen. Gleich am Ende des Hafens ist eine Tankstelle. Achim ist so nett und bleibt. Ich schreib Tanque, dass ich da bin. Schick ihm meinen Standort und kurz darauf hält ein Auto. Leider habe ich seinen Namen nicht. Auch er versucht wie ich Tags zuvor die Kupplung einzustellen. Auch kein Erfolg. Er war davon ausgegangen die Kupplung sei neu und muss nur eingestellt werden. Die ist hin. Blue muss nach Castro. Fast 100 KM. Er telefoniert zwischendurch und teilt mir mit, dass Felipe mich hinbringen kann. Er hat einen Auftrag ausfallen lassen und fährt heute Abend noch. Wir vereinbaren einen fairen Preis und mit 4 Mann und Muskelkraft steht Blue auf dem Pick-up. Ich bedanke mich auch bei Achim, der Richtung Norden will und die Fahrt beginnt. Felipe kann nur spanisch. Aber seine Schwester ist in Castro und fliegt morgen mit seinem Schwager nach Frankfurt zurück. Er telefoniert unterwegs und spricht WhatsApp Nachrichten. Ich höre immer wieder Aleman und Moto. All die Namen wie, Nacho, Soto oder Tanque kennt er nicht. Man sagte mir, dass es 35Km von Castro und ganz im Norden der Insel eine Werkstatt gibt. Da ich eh nichts verstehe, fahr ich einfach nur mit und bin gespannt was passiert und wo ich übernachten kann. Es ist keine Werkstatt. Ein Privathaus. Sergio sein Name. Felipe und Sergio kennen sich auch nicht. Da steht ne Harley die gerade überholt wird. Er ist ein Schrauber durch und durch. Er bietet mir Kaffee an und was zu Essen. Oh ja, da sag ich nicht Nein. Zum Glück spricht er Englisch. Morgen nach der Arbeit will er anfangen. Er ist ein sympathischer Typ. Den Nacho kennt er die anderen nicht. Ich weiß nicht wie diese Kette und Verwicklungen von Menschen zusammen gekommen ist. Blue und ich stecken mittendrin und haben irgenwie nur eine Statistenrolle. Er bringt mich nach Castro. Das sind 20 KM von ihm. Dort hat er ein Freund der ein Hotel hat. Ich bin erstmal untergebracht. Zumindest für eine Nacht. Mach dir keinen Kopf. Morgen ist ein neuer Tag. Der Boss seines Freundes spricht deutsch. Man wird mich kontaktieren. Ich soll mir morgen die Stadt anschauen und Bilder machen. Ich hatte schon vorher gelesen wie schön sie sein soll. Und wieder geht ein Tag voller Abenteuer zu Ende. Es ist ein langer Tag.Läs mer

  • Castro

    27 december 2022, Chile ⋅ ⛅ 17 °C

    Ich bin zur Untätigkeit verdammt. Also erstmal frühstücken und dann in die Stadt. Es sind nur 600 m dann bin ich im Zentrum auf der Plaza. Hier hat jede Stadt oder etwas größere Ort eine Plaza. Ein Minipark der quadratisch angeordnet ist. Hier in Castro steht eine Kirche davor. Die Kirche ist auch von außen eine Erscheinung. Von innen ist sie ganz aus Holz. Ich besuche kleine Geschäfte und ein großes Einkaufszentrum. Es ist wie bei uns auch. Große Auswahl und Made in China, Made in Taiwan, Made in Vietnam. Von Ramsch bis Markenware ist alles zu bekommen. Auffällig ist die Anzahl an Outdoorgeschäften. Ich besuche den Hafen und zwei weitere Aussichtpunkte. Sergio erzählte mir am Vorabend, dass die Häuser am Wasser auf Pfähle gebaut sind. Es ist Ebbe und man kann es genau sehen. Ich bin in der Touristikinfo als ich einen Anruf von Achim erhalte. Er ist in der Stadt und ganz in der Nähe. Wir treffen uns und auch er checkt in meinem Hotel ein. Wir wollen soeben das Hotel verlassen da kommt Claudio. Er will mich abholen ich soll das Motorrad testen. Ich bin verwundert. Claudio spricht nur Spanisch. Er ruft Daniela an. Sie kommt aus der Schweiz und lebt in Puerto Montt. Sie ist unsere Dolmetscherin. Claudio hat einen Spitznamen. Laurito und bedeutet Papagei. Er ist sehr bekannt in Chile und auf dieser Insel. Er fährt eine Harley und gründete die Pirata. Einen großen Motorradclub. Der in ganz Chile seine Ableger hat. Und er ist der Kapitän mit dem Papagei auf der Schulter. Nein, Blue ist nicht fertig. Auch Sergio hatte zuerst versucht die Kupplung einzustellen. Die ist hin. Das größte Problem ist das Ersatzteil. Man will mich und Blue sogar nach Vildavia bringen aber Enrique meldet sich nicht. Bei Anruf kommt eine Bandansage. Nachricht per WhatsApp schicken. Email schicken. Keine Rückmeldung bisher. Zurück in Castro im Hotel. Wir unterhalten uns mit dem Besitzer der Englisch spricht. Er und Laurito sind Kumpels. Zwischendurch WhatsApp an Tanque geschickt um mich für seine bisherige Unterstützung zu bedanken. Er lebt nördlich der Insel in Ancud. Ich soll mich melden wenn ich dort bin. Laurito verabschiedet sich und ich treffe Achim wieder. Wie bekomme ich das Ersatzteil? Ich schreibe Tanque ob er Bekannte in Vildavia hat. Er schreibt zurück. Nennt eine ganze Reihe Orte wo er Connection hat und fragt ob ich ein Ersatzteil brauche. Ja, brauch ich. Ebenfalls schreibe ich mit Cristian dem Polizisten. Auch er hat Bekannte dort. Es stellt sich heraus. Enrique hat Urlaub. Tanque schickt jemanden hin der prüfen soll ob Enrique noch in der Stadt ist. Ich kann nur hoffen, daß man jemanden erreicht damit ich die Kupplung bekomme. Achim und ich gehen erstmal ein Bier trinken. Daumen drücken.Läs mer

  • Insel der Toten

    28 december 2022, Chile ⋅ ⛅ 19 °C

    Im Moment schwinden die Möglichkeiten. Enrique hat die Stadt verlassen und ist im Urlaub. Keiner weiß wo er ist und wie man ihn erreichen kann. Und wann er wiederkommt. Es ist Sommerurlaubszeit. Achim und ich sind an diesem Morgen mit Lorito verabredet. Er macht nebenbei auch einen Job als Fremdenführer. Anstatt einer geführten Tour in der Stadt zu buchen, haben wir ihn engagiert. Er hat keine Neuigkeiten wegen der Kupplung. Sergio schickt mir Bilder, dass er bereits angefangen hat die Kupplung auszubauen und er versucht eine neue zu bekommen. Wir fahren zuerst nach Decalhue und kommen an einer kleinen Kirche vorbei. Iglesia de Astillero. Diese Kirche wurde in einem Stück oben von dem Hügel an diesen Standort transportiert. Ein Ereignis, dass im Fernsehen gezeigt wurde. Diese Insel Chiloe ist eng mit deutschen Einwanderern verbunden. Man benutzt hier immer noch deutsche Einheiten und Maße. Wir kommen zu einer weiteren Kirche. Es ist eine Holzkirche die ohne Nägel gebaut wurde. Sie gehört zu den ältesten Bauwerken und ist Weltkulturerbe. Zu dieser Insel gehören auch mystische Sagen und Erzählungen. In einem Ort bei Quemchi lebten Zauberer und Hexen. Wo einst die Schule der Hexen war steht heute eine Kirche. Weiter geht es zu der Insel der Toten. Eine lange Holzbrücke führt zu dieser Insel. Nun wird die Brücke repariert und darf nicht betreten werden. Es ist Ebbe und wir hangeln durch den Schlick. Ohne Gummistiefel. Unter anderem wurden hier die Leprakranken beerdigt. Ein Denkmal erinnert an die Piraten aus damaliger Zeit. Und die Toten werden von dicken seltsamen Riesenmücken bewacht, die um uns herumschwirren. Schnell eine Wanderung um die Insel und wieder zurück zum Auto. In den vielen Höhlen der Insel lebten einst die Zauberer und dort versteckten sich auch die Piraten. Zwischenstopp in der Stadt Ancud. Einmal um die Plaza und Lorito flirtet mit der Politesse um einen Strafzettel zu entgehen. In Punihuil erreichen wir unser Hauptziel. Mit dem Boot geht es um die Inseln vor der Küste. Hier sind die PINGUINE zum brüten gekommen. Leider ist die Hauptkolonne noch nicht da. So sehen wir aus dem Boot nur vereinzelte Pinguine. Schade. Die Fahrt dauert ca. 35 Minuten. Zurück nach Ancud. Wir genehmigen uns frischen Seehecht und dann die lange Fahrt zurück zum Hotel. Wir haben auf der Fahrt oft kein Internet oder auch schlechte Netzverbindung. Zwischendurch schafft es Daniela uns zu erreichen. Man überlegt Kupplungsscheiben machen zu lassen. Ich bin einverstanden. Man will Kostenvoranschläge einholen und schauen wo man die machen lassen kann. Sergio fehlt ein passendes Werkzeug, sonst bekommt er die alte Kupplung nicht auseinander. Am Abend schickt er mir Bilder, dass er es dennoch geschafft hat. Alle Teile gereinigt. Er nimmt die Maße und beauftragt einige seiner Freunde die Teile zu besorgen. Auch ich versuche über Ronny, der mit uns die Motorräder aus dem Zoll geholt hat, eine Kupplung aufzutreiben. Ebenfalls versuche ich über einen ehemaligen Mitschüler das Teil in Brasilien zu bekommen. Zurück im Hotel verlängere ich meinen Aufenthalt. Auch Achim will noch bleiben. Das ist natürlich eine super Sache. Lorito hatte angeboten ihn zur Arbeit zu begleiten. Dort gibt es einen schönen Strand. Letztendlich bleibe ich aber hier. Wegen der besseren Erreichbarkeit. Die Hoffnung gibt nicht auf.Läs mer

  • Das Gute liegt so NAH

    29 december 2022, Chile ⋅ ☁️ 17 °C

    Früh am Morgen schreibe ich meinen Blog. Dann erstmal Frühstück. Was kann ich jetzt noch machen? In der Heimat bemüht man sich ebenfalls um Hilfe und welche Möglichkeiten es gibt. (Danke Hinni + Schwesterherz.) Teil muss erst bestellt werden oder Amazon. Dann noch 11 Tage Lieferzeit nach Chile. Mein ehemaliger Mitschüler strapaziert sein Netzwerk und meldet sich. 5-7 Tage ab Portugal. Teil muss noch organisiert werden. Ich schicke dem Enrique jetzt die Carabinieri de Chile auf den Hals. Oder höflicher gesagt, ich bitte Cristiano nochmals um Mithilfe. Ob es eine Möglichkeit gibt die private Adresse von Enrique ausfindig zu machen. Vielleicht können die Nachbarn weiterhelfen ihn zu erreichen. Während Achim und ich im Hotelfoyer sind fragt Fabiola, die Hotelbesitzerin uns, ob wir für heute etwas geplant haben. Sie hat einen Ausflugtipp für uns. Mit dem Bus zu einer kleinen Insel. Kurz bevor wir starten wollen meldet sich Cristiano mit einer spanischen Sprachnachricht. Anscheinend hat er mit Enrique gesprochen. Anscheinend hat aber auch Sergio mit Enrique gesprochen. Fabiola versucht zu übersetzen und erhält gleichzeitig die Nachricht, daß Lorito uns gleich abholt. Er kommt direkt von der Arbeit. Wir gehen in die Stadt. 450 m. 50 m von der grossen Kirche in einen Shop liegen die Kupplungslamellen die wir brauchen. Trara,die ganze Zeit direkt vor unserer Nase. Jubel und Jubelfoto. Lorito zeigt auf ein vorbeifahrendes Polizeimotorrad. Honda Tornado. Die haben die gleiche Kupplung verbaut. Es gibt sie häufiger als wir dachten. Ab ins Auto und zu Sergio gebracht. Die Straßen sind überfüllt. Aber Lorito kennt Schleichwege und zeigt uns nebenbei sein Haus. Da Lorito ein echter Chilote ist und auch über die Landesgrenze nach Argentinien bekannt ist, erzählt er mit Stolz, dass man ihn als Berater für einen Dokumentarfilm über Chiloe engagiert hat. Sergio macht die Hoffnung, dass Blue morgen fertig sein wird. Ich bedanke mich bei allen. Cristiano bittet um eine Sprachnachricht, seine Kinder möchten zuhören. Wunsch erfüllt. Zurück zum Hotel. Achim und ich gehen Essen und gönnen uns ein Jubelbier. Nochmals zu den Pfahlhäusern. Nochmal zum Shop. Ich werde mir vorsichtshalber einen weiteren Satz bunkern. Die Lamellen kommen aus China. Hergestellt für Brasilien. Sicher ist sicher. Am späteren Abend erhalte ich ein Bild, die Kupplung passt. Gott sei Dank. Wir lassen entspannt den Abend ausklingen. Und überlegen was wir machen, wenn Blue wieder fahrbereit ist. Doch bis dahin ist noch etwas Zeit.Läs mer

  • Blue is back

    30 december 2022, Chile ⋅ ⛅ 19 °C

    BLUE UND ICH WÜNSCHEN EUCH ALLEN EIN GESUNDES UND ERFOLGREICHES NEUES JAHR 2023.
    WIR WERDEN EUCH 4 STUNDEN SPÄTER FOLGEN.
    VIELEN LIEBEN DANK FÜR EUER DAUMEN DRÜCKEN. ES HAT GEHOLFEN.

    An diesem Morgen gab es zum Frühstück auch unsere frisch gewaschene Wäsche zurück. Ordentlich gefaltet und frisch duftend. Fabiola, die Besitzerin, hatte am Vorabend angeboten unsere Wäsche mit zu waschen. Sie ist immer freundlich lächelnd, hilfsbereit und aufmerksam. Die Perle des Hauses.
    Es würde noch dauern bis Sergio fertig ist.
    Also bummeln Achim und ich nochmals durch die Stadt. Leider hat mein Ersatzteillieferant keinen 2. Satz Kupplunglamellen mehr. Und auch kein weiterer Shop. Ich werde es in einer anderen Stadt nochmals versuchen. Auf der Plaza versammelt sich ein Großaufgebot an Carabinieros. Smalltalk mit einem Motorradpolizisten. Auffällig seine Antenne am Motorrad die einen ernsten Hintergrund hat. Achim hatte mir bereits davon erzählt und der Polizist machte eine unmissverständliche Handbewegung. Die Kinder im Land lassen wie überall in der Welt Drachen steigen. Daraus hat sich ein Wettkampf entwickelt. Ziel ist es mit der Schnur die Schnur des anderen zu durchtrennen. Dafür wird diese mit einer Art Glasstaub präpariert. Es kann vorkommen, dass die Schnur des unterlegenen Drachens in Kopfhöhe über der Straße gespannt liegen bleibt. Dies hat schon einigen Motorradfahrern das Leben gekostet. Auch einem Freund von Sergio. Wie mir dieser später bescheinigt. Besonders Anfang September ist die Saison.
    Am späten Nachmittag kommt die Nachricht. Ich soll zu Sergio kommen, er ist fast fertig. Lorito hat heute keine Zeit. Ab ins Taxi und los. Freudige Begrüßung mit Sergio und dann steht meine Blue fertig montiert vor mir. Kupplungszug nochmals einstellen und Probefahrt. Passt. Sie läuft wieder. Seine Frau kommt dazu und wir unterhalten uns auf Englisch. Dann wird es Zeit sich zu verabschieden. Er will noch an seiner Harley schraubern. Wir verabreden uns mit Lorito für den nächsten Tag auf ein Bier. Endlich wieder Motorrad fahren. Bei der Rückfahrt durch die Stadt geht es nochmal die extrem steilen Straßen hoch und runter. Kein Problem. Blue ist bereit für die nächsten Abenteuer. ENDLICH.
    WIR LESEN UNS WIEDER IN 2023. EUCH ALLEN NOCHMALS EINEN GUTEN RUTSCH.
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  • Happy New Year

    31 december 2022, Chile ⋅ ☁️ 19 °C

    Ich hoffe ihr seid alle gut ins neue Jahr gekommen. Wir sind euch gefolgt und haben es auch geschafft. :-)
    Für die Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit von Fabiola und ihrem Mann Yvan hatten wir uns am Vortag mit einer Flasche Sekt und Konfekt bedankt. Es ist familiär in diesem Hotel. Zum Frühstück werden wir diesmal von den beiden mit einem "Guten morgen" empfangen. Toll.
    Dann ist es endlich soweit. Endlich wieder mit Blue die Gegend erkunden. Unsere Hotelbetreiber geben uns Empfehlungen. Achim und ich entscheiden uns für eine kleine Insel südlich. Los mit leichtem Gepäck. Perfektes Timing. Ohne anzuhalten fahren wir auf die Fähre. Keine 10 Minuten später sind wir rüber. Von uns will man kein Geld. Wir kommen an mehreren kleinen Kirchen vorbei. Immer wieder der Blick auf das Meer. Seelöwen auf einem Ponton. Wir fahren bis zum Südzipfel. Man sieht eine der vielen Zuchtststionen der Schalentiere. Leider sind weder Delfine, Wale oder andere der auf einer Tafel abgebildeten Tiere zu entdecken. Nur diese dicken Brummer schwirren um uns herum. Also Rückweg. Wir halten an einer der vielen kleinen Kirchen. Als ein Mann auf uns zukommt. Wir hatten ihn kurz vorher auf der Fahrt gesehen und gegrüßt. Er fragt uns ob wir schon gegesen haben. Nein, nur gerade eben Kekse. Er zeigt uns Bilder von seinem Zuhause und vom Essen. OK. Unterstützen wir die heimische Wirtschaft. Es ist nur 8 KM entfernt sagt er. Verschweigt natürlich, dass es über Schotterpiste, Sand und auf und ab geht. Na, wenn das mal eine gute Idee war. Wir können uns bei ihm im Bad die Hände waschen und lernen seine Frau kennen. Draußen nehmen wir Platz und schreiben die ersten Neujahrsgrüsse. Er hatte uns gefragt was wir möchten. Fleisch oder Meeresfrüchte. Lachs, Seehecht und einheimische Kartoffeln. Muscheln. Ja, mach mal Meeresfrüchte mit allem drin. Solche Aussagen führen zu Verwirrungen. Zunächst selbst gemachten Fruchtsaft. Er ruft uns und wir können Essen. Muscheln. Eine ganze Schale und dann noch mehr. Ich habe schon einige gegessen, aber dies übertrifft wirklich alle. Der Bursche hat es voll drauf. Ich geb zu, das war echt erste Sahne. Dann noch Tomatensalate. Brote. Wer soll das alles Essen? Aber dann kommt noch eine Portion Seehecht.Wie bitte? Wir sind 2 Personen nicht 4. Sorry, das geht beim besten Willen nicht mehr rein. Bitte einpacken. Das Timing passt auch auf dem Rückweg. Ohne anhalten auf die Fähre und zum Hotel. Wir sind mit Sergio und Lorito verabredet. Leider ist Lorito mit seiner Familie zu Verwandten gefahren. Wir können uns nicht mehr verabschieden. Aber Sergio kommt. Alle Restaurants und Geschäfte haben an diesem Tag frühzeitig geschlossen. Deshalb bleibt uns nur eine kleine Laube im Aussenbereich vom Hotel. Es entsteht eine ausgelassene Unterhaltung und wir stossen an mit Büchsenbier. Die Verabschiedung von ihm ist sehr herzlich und wir werden in Kontakt bleiben. Was machen wir nun? Alles zu im Ort. Also Hotelfoyer. Es wird kalt und regnerisch. Yvan kommt vorbei mit einem Bier und lädt uns ein zum Lunch. Traditionell feiert man den Jahreswechsel mit einem Essen im Kreis der Familie. Diesmal sind Achim und ich dabei. Wir stossen mit Sekt an und genießen das Essen. Auf ein gesundes und frohes neues Jahr.
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  • On the road again

    1 januari 2023, Chile ⋅ ⛅ 16 °C

    Noch einmal die angenehme Seite eines Hotels genießen. Eigenes Badezimmer, Frühstück serviert bekommen, kein Zelt auf- und abbauen. Aber die Taschen müssen heute dennoch gepackt werden. Am Abend hatte ich Fabiola und Yvan ein deutsches Zauberwort beigebracht. Ein Wort für jede Tageszeit. Und so wurde ich auch begrüßt. MOIN. Soll keiner sagen ich hätte nicht zur Kulturverständigung beigetragen. Ich seh mich mit einem Auge schon beim Empfang bei Steinmeier. Aber der muss warten, hier ist es viel zu schön als dass ich deswegen schon nach Hause fahre. Es ist die familäre Atmosphäre die einem den Abschied erschwert. Ein Abschiedsfoto und eine herzliche Umarmung. Mit den Worten von Fabiola, die sich wünscht wir würden noch bleiben und sie uns vermissen wird, verlassen wir Castro. Aber wir können diese Insel nicht verlassen ohne uns von Lorito, dem kleinen Papagei und Chef der Piratas, persönlich zu verabschieden. Er verbringt die Tage bei der Familie seiner Frau. Per WhatsApp erhalten wir seinen Standort . Liegt fast auf dem Weg. Wir freuen uns einen Freund gefunden zu haben. Seine Kontakte reichen durch ganz Chile. Und seine Hilfe ist uns gewiß. Die Insel Chiloe ist fest verbunden mit der Freundschaft zu Lorito und Sergio. Und wir werden versuchen so lang wie möglich Kontakt zu halten. Aber auch die Erinnerung an Fabiola und Yvan. Es gibt noch jemanden dem ich danken möchte. Tanque. Der Mann im Hintergrund, der seine Helfer am Hafen von Quellon hatte. Ich hatte Lorito gebeten ihn anzurufen. Wir würden in einer Stunde in Ancud sein. Keine Nachricht von ihm als wir dort ankommen. Ich schreibe ihn selber an. Er ist nicht in Ancud. Wir sind quasi auf halber Strecke an ihm vorbei gefahren. Gerne hätte ich ihn persönlich kennengelernt und mich bei ihm bedankt. Wir entschließen uns zum Ablegekai zu fahren. Mit der Fähre verlassen wir Chiloe und machen uns auf den Weg nach Puerto Montt. Auf der Fähre spricht mich ein Mann aus Venezuela an. Er hatte das D für Deutschland auf dem Nummernschild erkannt. Zwischen Venezuela und KIA Südkorea macht er Zwischenstopps in Deutschland. Wir sprechen über Venezuela. Man sollte dieses Land lieber nicht als Tourist besuchen. Zu gefährlich. In Ecuador ist die Einfuhr von Fahrzeugen zur Zeit nicht möglich. OK, man ist dabei das aufzuheben, hat ja noch Zeit. Die Überfahrt ist schneller vorbei als unser Gespräch. Über die Autobahn geht es nach Puerto Montt. Die Stadt die ich ausgelassen hatte. Wir finden einen gut besuchten Campingplatz am Hafen. Und die Besitzerin erzählt uns, dass unser Zeltnachbar aus Deutschland kommt. Peter heißt er. Wohnt in Düsseldorf. Und reist mit Zelt durch Chile. Seit Mitte der 80er bis heute mehr als 20 mal. Respekt. Er reist mit den öffentlichen Bussen und ist vor einer Woche in Santiago gestartet. Fast alle Geschäfte und Restaurants haben heute geschlossen. Deshalb sind wir froh eine Pizzaria zu finden. Und die schmeckt auch noch richtig gut. Noch haben wir keinen Plan wie es weitergeht. Es gibt mehrere Optionen. Als erstes werden wir morgen Puerto Montt erkunden und Puerto Varas. Aber erstmal in den Schlafsack. Ja, wir sind zurück auf der Straße. On the Road again.Läs mer

  • Daniela y Manuel

    2 januari 2023, Chile ⋅ ⛅ 18 °C

    Auf Chiloe sind gefühlt 10 Monate Regenzeit, so berichtete man uns. Es kann auch mal 1 Monat durchregnen. Naja, sicherlich übertrieben aber es sind mehr Regentage als Sonnentage in dieser Region. Heute scheinen wir einen erwischt zu haben. Die Isomatte von Achim macht Geräusche als ob das Quietschentchen von Ernie und Bert angeschwemmt wurde. Ein Hahn umzingelt das Zelt und ruft die Hühner zum Rapport. Und die Blase zur Eile. Es ist nieselig. Wir werden trotzdem einen Tag länger bleiben. Erstmal die Stadt anschauen. Die ist immer noch wie ausgestorben. Ein Feiertag der auf einen Sonntag fällt wird um einen Tag verlängert. Find ich praktisch. Versteht auch jeder. Ich hatte Daniela, meine Dolmetscherin aus der Schweiz auch Neujahrsgrüsse geschickt. Und wenn sie Zeit hat, könnte man sich auf einen Kaffee treffen. Erst jetzt hatte Sie die Nachricht gelesen. Oh, mein Gott. Schreibt sie. Wo bist du? Warum hast Du nicht angerufen? Wir sind noch in Puerto Montt, ganz ruhig. Um 12 Uhr regnet es, packt eure Sachen, ihr könnt hier übernachten. Ehrlich? Wir sind dem nicht abgeneigt und packen unsere Zelte. Vorher nochmal in die Stadt. Wir haben Glück bei Regenschauern einen Unterstand zu haben oder in einem coolen Restaurant zu sitzen und dabei Blue und die Africa Twin im Auge zu behalten. Handykarten aufladen und dann nach Daniela. Ein herzlicher Empfang als ob man sich schon ewig kennt. Während Manuel, ihr Mann eine Pizza mit frischen Zutaten backt. Unterhalten wir uns schon ganz angeregt. Manuel hatte mit Lorito die Piratas gegründet als man noch auf Chiloe wohnte. Nun ist er Mitglied der Calaveras.
    Aus erster Hand erfahren wir viel über die politische Lage und das Leben in Chile. Die Infiltration aus Venezuela, Argentinien, Ecuador. Drogen. Der Staat hat die Kontrolle verloren und driftet Richtung Kommunismus. Daniela und Manuel wollen alsbald das Land verlassen. Obwohl sie schon 30 Jahre hier lebt. Entweder Costa Rica oder eher noch in die Schweiz. Unser Heileweltbild von Chile bekommt Risse. Aber nichts ändert sich an die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft in diesem Land. Und die Vernetzung und Gemeinschaft der Motorradclubs untereinander. Jedem Motorradfahrer wird geholfen. Und Lorito kennt sie alle. Wir haben Zugang zu diesem Netzwerk gefunden. Unsere weiteren Planungen sind Abhängig von Achims Vorderreifen. Der ist fast auf. Bis Santiago sollte es reichen. Manuel versucht etwas passendes zu finden. Aber auch Ronny und Enrique, der wieder zurück ist. Er durchsucht sein Lager. Zufällig hat die Twin die gleichen Vorderreifen wie meine Blue. Das Profil kann bei ihr noch einige 1000 KM. In Punta Arenas werde ich mir Reifen zurücklegen lassen. Lorito hat einen Ablegerclub der Piratas dort. Daniela hat uns die Betten hergerichtet. Ein gutes Gefühl und ein sehr interessanter Abend begleiten mich ins Reich der Träume.
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  • Puerto Montt

    3 januari 2023, Chile ⋅ ⛅ 18 °C

    Manuel ist heute arbeiten. Daniela und Achim sitzen schon in der Küche. Heute bin ich es, der nicht in die Puschen kommt. Beim Frühstück geht die Unterhaltung mit gleicher Intensität weiter wie abends zuvor. Sollten wir in der Nähe bleiben stehen die Betten weiterhin bereit. Es ist unglaublich. Das Wetter zeigt sich von der sonnigen Seite. Es soll die nächsten Tage so bleiben. Zunächst ein Fotoshooting in der Stadt. Alemo, ein Maktviertel gehört zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Die an diesem Tag wieder zum Leben erweckt ist. Ein Seelöwe stattet dem Markt einen Besuch ab. Man warnt uns, es ist besser zur Seite zu gehen. Er könnte beißen. Hier gibt es auch eine Ropa. Secondhandkleidung. Kleidungsballen z. B. aus Europa werden ierher verschifft und für Dumpingpreise verkauft. . Hochmarkige Kleidung die meist nur 1-2 mal getragen. Etwas für Schnäppchensucher. Und dann finden wir Punkt Null der berühmten Carretera Austral. Eine rund 1350 Kilometer lange Straße in Chile, die von Puerto Montt nach Villa O’Higgins an die Südgrenze der Región de Aysén führt. Für diese Foto eines schmucklosen Schildes blockieren wir die Bus- und Taxispur einer 2-spurigen stark befahrenen Hauptstraße. Der Busfahrer schüttelt den Kopf. OK, versprochen, das machen wir hier nie wieder. Ehrlich. Im Hafen ankern die auf der Meyer-Werft gebaute Norwegian Star. So, was nun? Wir fahren nach Puerto Varas am Lago LIangquihue. Kurz Stopp an einem crazy Museum. Wir entscheiden uns für Ensenada. Ich war schon einmal hier aber von hier aus haben wir morgen alle Optionen. Erstmal was essen. Das Bauchgefühl lässt uns bei Claudia landen. Sie spricht Englisch und erzählt uns von der SMS Dresden. Ein Kreuzer aus dem 1. Weltkrieg. Und der ersten Seeschlacht der hier geführt wurde. Einige Mitglieder der Besatzung kamen hierher. Unter Beschuß der Briten ließ der deutsche Kapitän das Schiff vor der Robinson Crusoe Insel versenken. Heute ist die Insel auch dank der versenkten Dresden ein Anlaufpunkt für Taucher. Sie gab uns auch den Tipp für den Campingplatz Barlovento. Ein Volltreffer. Schon bei der Einfahrt sieht man, dass es hier gepflegt zugeht. Die Besizerin soll Uli heißen und kommt aus Deutschland. Ein Standard an Gepflegtheit und Sauberkeit wie in Europa. Durchdachtes Konzept. Klasse. Selbst WiFi vorhanden. Mal schauen wie lange wir bleiben und wohin wir gehen.Läs mer

  • Tanz um den Vulkan

    4 januari 2023, Chile ⋅ ⛅ 24 °C

    Beim letzten Besuch in Ensenada war es regnerisch stürmisch. Diesmal ist Postkartenwetter und das muss genutzt werden. Der Tag steht im Zeichen des Vulkan Osorno. Zuerst nochmal zum Mirardor also Aussichtspunkt an der Hauptstraße. Hier tummeln sich schon zahlreiche "Fotografen" und "Topmodels" zum posen. Zwischenstopp an "meinem Minimarkt" vom letzten Besuch. Kaum den Laden betreten hören wir schon das laute, markante Lachen "meiner Verkäuferin". Sie hatte mich sofort wiedererkannt. Also erstmal eine Umarmung. Ich zeige ihr meinen Blog und das Foto und erzähle ihr, sie sei jetzt bekannt in Deutschland. Wieder lacht sie und meint sie würde trotzdem keine Autogramme geben. Wir fahren die kurvenreiche Straße zur Seilbahnstation hoch. Hier ist Endpunkt. Freie Flugzeugsicht über Land, Lago und den paar Schönwetterwolken. Puerto Varas ist zu erkennen. Auch wir machen ein ausgiebiges Fotoshooting. Diesmal geht es mit dem Sessellift noch höher. Noch näher an Schnee und Spitze. In unseren Motorradstiefeln und Montur geht es bergab zurück zur Seilbahnstation. Beim Kaffee treffen wir eine deutsche Familie aus Stuttgart. Ebenfalls 2 junge Lehrer und ihren gebürtigen chilenischen Freund aus Köln. Ihnen allen war unser deutsches Kennzeichen aufgefallen. Auch dem brasilianischen Pärchen aus Brasilien die mit ihrer Triumph Tiger hier sind. Wir machen uns an die Abahrt. Beim Versuch den nächsten Vulkan zu erreichen stoppt uns nach einigen Kilometern Schotter ein Zaun und der Hinweis, Privatgelände. Also zurück. Zwischenstopp zum Essen und zum Campingplatz. Der Wirt erzählt, dass auch er deutsche Vorfahren hat. Die ersten Siedler hatten einen Deal mit der Regierung. Sie bekamen Tiere und Werkzeug gestellt, dafür machten sie aus dieser Gegend, dass nur aus Wäldern bestand bewohnbaren Lebensraum. Und auf diese starken und disziplinierten deutschen Einwanderer ist man noch heute Stolz. Es gibt noch keine Neuigkeiten wegen des Vorderreifen für Achims Twin. Das Wetter soll so bleiben. Wir verlängern unseren Aufenthalt und buchen für Morgen ein Abenteuererlebnis. Dabei lernenwir Uli kennen. Eine zierliche Frau aus der Nähe von Nürnberg. Mit ihrem Mann betreibt sie den Campigplatz. Sein Großvater ist Deutscher und auch ihre Schwiegereltern haben deutsch Mentalität. Die spiegelt sich unübersehbar wieder. Blue braucht noch etwas Pflege und so bereiten wir uns auf das morgige Ereignis vor. (Bilder Folgen)Läs mer

  • Rafting

    5 januari 2023, Chile ⋅ ⛅ 25 °C

    Das heutige Highlight des Tages sollte das gestern gebuchte Rafting sein. Leider geht es Achim nicht gut. Seit seinem Unfall im Mai in Peru mit OP seines Knies hatte er auch noch eine Thrombose bekommen. Nun scheinen die Nebenwirkungen der Blutverdünnertabletten sich bemerkbar zu machen. Er verzichtet heute darauf. Ob morgen eine Tour startet ist noch ungewiß. Ausgestattet mit Neoprenanzug,Stiefeln, Helm, Rettungsweste sowie Regenjacke geht es mit dem Bus und 4 Booten zum Rio Petrohue. Boot ins Wasser bringen und erstmal eine Einweisung. Freundlicherweise für mich auf Englisch. Und ab die Post. Insgesamt werden es 8 KM werden. Zusammen mit einer Familie mit 3 Kindern und dem erfahrenen Guide beginnt die wilde Fahrt. Auch wenn dies nicht der wildesten Fluß ist, so geht es doch zeitweise wild zu. Auf und ab mit den Wellen. Ladungen von spritzenden Wasser ins Boot, festhalten am Seil und rudern. Alles dabei. Ich bin begeistert. Das wird nicht das letzte Mal sein. Zwischendurch ins Wasser springen und sich mit der Strömung treiben lassen. OK, sich wieder ins Boot ziehen lassen hatte von außen sicherlich den Anschein einer Rettungsaktion. Oder eines Walfangkutters bei der Arbeit zuzuschauen. Am Endpunkt gibt es eine Umziehgelegenheit. Und zurück zum Campingplatz. Ein Snack, Fotos schauen die zwischendurch gemacht worden sind. Selber Bildermachen ist unmöglich. Auch das einfache Rafting ist keine Kaffeefahrt. Achim ist unterwegs sich Tabletten zu besorgen. Am Zeltplatz steht meine Blue. Das Bremslicht funktioniert nicht. Bereits gestern Abend hatten wir die Birne gecheckt. Ist in Ordung. Weder Hand- noch Fußbremse lassen die Birne leuchten. Kabelverfolgung, ob irgendein Stecker oxidiert ist. Fast unmöglich. Und am Ende Fehler gefunden. Beide Bremsschalter machen Probleme. Kontakte reinigen und neu einstellen. Sicherheit wieder gegeben. Nochmal an unserer Strandhütte etwas Essen, frisch gemachten Fruchtsaft trinken und ein Kaffee bei Sonne am Meer und Blick auf Vulkan links und Vulkan rechts. Pläne schmieden. Morgen geht es weiter.Läs mer

  • Messis Wartezimmer

    6 januari 2023, Argentina ⋅ ☀️ 25 °C

    Es wird Zeit zu gehen. Achim verzichtet auf das Rafting. Dem Magen geht es besser aber eine kleine Erkältung macht noch zu schaffen. Achim hat einen Termin am Dienstag bei Enrique in Valdivia bekommen. Wartung und Reifenwechsel. Wir fahren die Red Interlagos Strecke. An der Kreuzung an dem ich damals den LKW-Fahrer traf, dort schließt sich der Kreis um den See. Es geht nach Entre Lagos. Von dort zum Parque Nacional Puyehue. Die Strecke ist teilweise sehr kurvig und abwechslungsreich. Und es wird immer wärmer. Damals gab es für mich 3 Optionen um in den Süden zu reisen. Die Insel Chiloe hatte ich ausgelassen um diese dann auf umgekehrten Wege doch zu bereisen und neue Freunde zu finden. Der Weg mit der Fähre endete in Chaiten mit Kupplungsschaden. Also ziehe ich Option drei, Argentinien. Zusammen mit Achim zu den 7 Seen. Er war schon einmal dort und immer noch fasziniert um sie nochmal zu besuchen. Danach werden sich unsere Wege trennen. Aber erstmal ausreisen. Grenzwechsel in Europa ist kaum erwähnenswert. Hier aufwendig. An einem Häuschen einen Zettel in Empfang nehmen. In der Schlange anstehen. Migrationsbehörde. Stempel abholen. Fahrzeugausreise bestätigen lassen. Zettel abstempeln lassen. Motorrad wird nicht weiter untersucht. Am nächsten Häuschen Zettel abgeben. Weiterfahren. Die Strecke hat genausoviele Kurven wie Kraterförmige Schlaglöcher. Wir halten trotz der herrlichen Umgebung nicht an. Schließlich kommen noch die Einreiseformalitäten. Zettel in Empfang nehmen. Stundenlanges Schlange stehen. Migrationsamt. Der Beamte hat sogar ein paar Worte auf deutsch für mich. Achim Aussage wo wir unterkommen und hinwollen werden mit meinen abgeglichen. Dann Einreisepapiere für Blue am nächsten Schalter. Wieder lange Schlange und dann gehen die Lichter aus. Alles out of order. Noch länger warten. Irgendwann gehen die Lichter wieder an. Applaus. Endlich die Papiere. Zettel abgeben. Und weiter. Es ist schon Abend. Der erste Campingplatz gefällt nicht. Zurück zur nächsten Stadt. Einkaufen. Zum Glück hat Achim noch ARG-Pesos. Direkt dort ist ein Campingplatz. Er ist fast voll. Ferienzeit. Wir bleiben. Alles ist sauber und einladend. Nochmal zu Fuß in den Ort. Abendessen im Restaurant. Morgen geht es weiter.Läs mer

  • 7 Lagos Teil 1

    7 januari 2023, Argentina ⋅ ⛅ 29 °C

    Aufbruchstimmung im Camp. Bei sommerlichen Temperaturen verlassen viele Camper zusammen mit uns den Campingplatz. Nochmal in den Ort. Dort gibt es eine Western Union Zahlstelle. Warum Western Union? Von vielen Reisenden als Tippempfehlung auch Achim hat es schon praktiziert. Per App sich selber Geld senden. Man erhält eine Transfernummer und holt mit dem Ausweis das Geld ab. Der Clou, der Wechselkurs bei WU liegt bei 360 Arg Peso für 1 Euro. Der Normalkurs bei 180. Natürlich kommen noch Wechselkosten aber der Vorteil bleibt enorm. Dadurch halbiert sich der Preis nochmal. In der Stadt parken wir mitten auf dem Gehweg wegen FreeWiFi. Haben schließlich noch keine Handy-SIM. Irgendwann kommen zwei Ordner, wir müssen die Stelle verlassen. Alles freundlich. Also Runde drehen. Nochmal von vorn. Auf der Straße parken. Nebeneinander. Achim in die Freezone ich warte. Freundliche Menschen sprechen mich an. Auch in Argentinien werden wir wirklich freundlich beachtet. Wieder die beiden Ordner. Bitte nicht nebeneinander die Motorräder stellen. Auto vor mir gerade weg, ich schieb vor. Alle zufrieden. Western Union heute zu. Dann halt später. Unsere Tour führt uns an verschiedene Miradors. Unglaublich schöne und stimmungsvolle Panoramen die wir zu sehen bekommen. Wir kommen an einen Ort mit sehr vielen geparkten Fahrzeugen. Cascaden. OK. Kleinen Fußmarsch und schauen. Denkste. Fast 40 min Fußmarsch. Vorbei an Wildpferde. Durch Wasserläufe. Wo anderen über Baumstämme hangeln testen wir unsere Goretex Stiefel auf Wasserdichtigkeit. Alle Tests bestanden. Hier an den Wasserfällen sind die Leute mit Essen und Trinken versammelt und Picknicken. Wir machen uns auf den Rückweg. Alle leicht bekleidet und wir in voller Montur. Und das bei Hochsommertemparaturen. Weiter nach Neuquen. Hier gibt es Western Union. Klappt. Jetzt noch SIM Karte. Erst in einen Shop Karte kaufen. Aktivieren ist aufwendig. Also direkt zu Claro den Betreiber. Weder mit Reisepaß noch Ausweis kann man mich anmelden. Achims Reisepass geht. Hä? OK. Verschick ich ab jetzt Spam in seinem Namen. Haha. Aufladen? Na klar, nicht bei Claro sondern wieder in einem Shop. Ein Happen Essen im FassBier. Tolle Leute, toller Laden und supertolle Erfrischungsgetränke mit Minze. Würde 1:1 nach Berlin passen inklusive Personal. Zurück zu Blue die mit der Africa Twin ein freundschaftlichen Verhältnis pflegt. Wir werden von Marcos angesprochen. Ebenfalls AT-Fahrer. Motorradfahrer sind eine Familie. Auch in Argentinien. Sollte Hilfe nötig sein, dann haben wir jetzt eine Kontaktperson. So funktioniert es hier. Mein erster Eindruck von Argentinien wird immer positiver. Es ist schon spät. An allen Tankstellen Hochbetrieb. Wir fahren weiter auch auf die Gefahr, dass der Sprit nicht ganz reicht. Und tatsächlich. Reservekanister. Wir erreichen Junin de Los Andes. Auch hier Schlange vor der Tankstelle. Bei einem Preis von ca. 50 ct. pro Liter macht das Tanken schon Spaß. Es ist spät und dunkel. Wir machen Wildcamping. Mitten in der Stadt auf einer Plaza in einer dunklen Ecke. Selbst die Hunde halten Abstand. Also schlaft gut.Läs mer

  • 7 LagosTeil 2

    8 januari 2023, Argentina ⋅ ☀️ 27 °C

    Wir sind früh hoch. Nur ein paar kläffende Hunde verabschieden uns. Bevor wir unsere Tour starten, geht es nochmal zur Tankstelle zum Frühstück. Ganz neu und modern eingerichtet. Dieser Abschnitt unserer Tour übertrifft noch den Vortag. Wir können gar nicht überall halten, dafür reicht der Tag nicht. Letztendlich werden es fast 450 KM sein, an diesen beiden Tagen. Und heute ca. 3 bis 4 Dutzend Mal rauf aufs Motorrad und runter vom Motorrad. Richtig heiß ist es heute. Warmer Fahrtwind kühlt kaum. Beim Atmen nur heiße Luft. Und der Ausblick einfach nur Atemberaubend. Soviel Natur pur. Zwischenstopp mit Imbiß und Wasservorräte nachfüllen. Beim nächsten Halt am Fluß erstmal abkühlen. Von weitem erkennt man Flamingos. Bilder können kaum einfangen und wiedergeben was man sieht. Unterwegs wird immer wieder gegrüßt oder gewunken. Es macht einfach nur Spaß. Unterwegs die Campingplätze sind bereits ausgebucht. So kommen wir wieder zurück nach Villa La Angostura. Vor der Tankstelle hat sich wieder eine lange Schlange gebildet. Seltsames Phänomen. Wir setzen uns erstmal ins Café, denn hier gibt es Free WiFi. Die Zeit verrinnt und es wird Zeit rüber zum Campingplatz zu gehen. Ausgebucht. Wir bekommen trotzdem noch 2 Plätze irgendwo dazwischen gequetscht. Glück gehabt. Hier lernen wir noch eine neugegründete Motorradclique kennen. Die Jungs bestaunen die Africa Twin und meine Blue. Mit Handytaschenlampe wird alles genau untersucht. Eine lustige Truppe. Sie kommen aus Buenos Aires und morgen geht es weiter. Ja, und zum Schluß gibt es noch ein Geschenk für Blue.Läs mer

  • Time to say Good bye

    9 januari 2023, Argentina ⋅ ☁️ 20 °C

    Ja, der Zeitpunkt war gekommen. Nein, nicht nur vom Mororradclub oder wie ein altes Ehepaar. Ab jetzt würde jeder seine Reise allein fortsetzen. Ist schon ein seltsames Gefühl. Noch einmal an der Tankstelle Frühstücken und wlan nutzen. Aber eines ist gewiß, eine Freundschaft die über Südamerika hinaus bestand haben wird. Mach es gut, Achim. Bleib gesund. Wir sehen uns wieder. Vielleicht in Deutschland oder sogar hier. Man weiß es nicht. Aber es war eine sehr schöne Zeit. Mein Weg führt an die Strecke zurück die wir gestern gefahren sind. Nicht das Schlechteste für einen sonnigen Montagmorgen. Unterwegs lerne ich Carmen und Andreas aus der Schweiz mit ihrem Wohnmobil kennen. Sie tingeln ebenfalls durch Südamerika. Am Bus Ihre bisherige Route. Natürlich tauscht man sich aus. Wo ist es schön? Welche Route ist langweilig? Schotter? Etc. Es geht weiter. Ich fahre durch Bariloche. Eine große Stadt. Aber irgendwie kann sie mich nicht begeistern. Weiter der Ruta 40 entlang. Im Gegenverkehr seh ich einen Motorradfahrer der seine Maschine durch den Schotter schiebt. Ich bin verdutzt. Brauch fast einen Kilometer um zu verstehen was ich gesehen habe. Bis zur Stadt sind es über 30 KM. Umdrehen. Biker weltweit sind eine Familie. Da hilft man sich. Erst Recht hier in Südamerika. Ich frag ob ich ihm helfen kann? Riß im Schlauch am Ventil. Nichts zu machen. Warum rufst du niemanden an? Er hat sein Handy vergessen. Oh Junge. Hier nimm meines. Klappt aber irgenwie nicht. Dann kommt noch ein Motorradfahrer. Ich geb Handzeichen. Er kommt zurück. Die beiden unterhalten sich. Per Übersetzer frag ich ihn ob er nicht ein Telefon hat, damit er seinen Bruder anrufen kann. Erst jetzt wird klar, dass er ihm noch nichts gesagt hat. Der Mororradfahrer kümmert sich nun. Beide bedanken sich bei mir. Ich konnte nicht direkt helfen aber dafür sorgen dass man hilft. Mensch, der würde jetzt noch schieben. Erstmal Kaffeepause an einer Tankstelle. Der hat ganz normale Stulle. Und richtigen Bohnenkaffee. Der ist gut. Ich nehm noch einen. Nebenbei Smalltalk mit jemanden der sich interessiert Blue anschaut. Und siehe da, auch der Motorradfahrer von gestern taucht auf. Mit seine auf alt getrimmte Maschine. Gebaut in Argentinien, Motor aus China. Die Strecke führt vorbei am Wasser und durch die Anden. Ein Wasserfall rauscht aus dem Berg. Beeindruckt bin ich von den Fahrradfahrern. Teilweise müssen die Räder geschoben werden. Nichts für mich. Heute habe ich frühzeitig einen Campingplatz gefunden. In El Bolson. Zelt aufbauen und noch einmal einkaufen. Heute versorge ich mich aus dem Supermarkt. Achim ist zügig durch die Grenzkontrolle gekommen. Er schickt Bilder aus dem Niemandsland. Letztes Mal war keine Zeit. Nebenan hat eine Familie ihr Zelt aufgeschlagen. Ich mache aus meinen Spanngurten eine Wäscheleine zwischen Baum und Laternenmast. Hänge Handtücher und Motorradhose zum lüften auf. OK, die Hose ist schwer. Der Laternenmast kracht zusammen. Mutter und Tochter kommen zu mir um zu berichten. Gelächter. Der Platzwart kommt zum notdürftigen reparieren. Daraus entwickelt sich eine Einladung zum Essen. Guiso. Argentinischer Eintopf. Und Wein. Ja, ich habe zum Weltmeistertitel gratuliert. Und auch hier outet man sich als Lothar Matthäus Fan. Werder Bremen und VfB Stuttgart. Ein Mix aus Argentinisch, Englisch, Hände und Füße und kein Internet entwickelt sich. Toller Abend mit einer sehr netten Familie. Eines steht fest. Argentinien ist ein freundliches Land.Läs mer

  • Ruta 40 Sur

    10 januari 2023, Argentina ⋅ ⛅ 13 °C

    Der Abschied wird mir heute heute schwer gemacht. Ich erhalte eine Einladung zum Grillen. Ich entscheide mich dennoch zu packen und abzureisen. Aber einen Kaffee trinken wir noch zusammen. Und ein Abschiedsselfie. Eine Tradition in Argentinien ist das trinken von Mate-Tee. Dafür gibt es spezielle Behälter mit Mundstück. Sieht fast so aus wie eine überdimensionierte Pfeife. Die feingeschnittenen Mateblätter werden mit heißem Wasser übergossen. Es gibt sogar "Zapfstellen" um heißes Wasser in Thermoskannen abzufüllen. Man macht mir einen Becher fertig. Ja, kann man trinken. Eine herzliche Umarmung zum Abschied und es geht die Ruta 40 südwärts. Fotostopp in El Hoyo. Auffällig in Argentinien sind die häufigen Autokontrollen. Teilweise stationär oder immer wieder mobil. Nur Motorradfahrer werden durchgewunken. Ist mir auch recht. An einer Tankstelle treffe ich ein brasilianisches Paar. Sie haben eigene Aufkleber und verewigen sich gerade an einer Fensterscheibe. Ein Aufkleber auch für mich. Eigene Aufkleber, Instagram o. ä. gehört hier zur Gundausrüstung. Beim nächsten Mal bin ich vorbereitet. Die Fahrt über die Ruta 40 wird zeitweise recht windig und kalt. In manchen Städten sieht man Gebäude in Klinkerbauweise. Mit einstimmiger Mehrheit wurde von mir beschlossen bereits in Futaleufú wieder über die Grenze nach Chile zu gehen. Ich möchte noch einen Teil der Carretera Austral mitnehmen. Dafür verlasse ich die Ruta 40 um irgendwann endlich wieder Asphalt-Schotter fahren zu können. Oh, wie habe ich das vermisst. Ein Schild mit Cascadenhinweis. Zwischenstopp. Ja, ein herrlicher Überblick über die Landschaft und auf die Wasserfälle. Mehrfach werde ich gefragt woher ich komme. Was ich mache oder wohin ich will. Auch hier kann man sich gefahrlos als Deutscher outen. Die Schotterpistenroute kostet Zeit. Und die Grenze ist nicht mehr allzuweit. Nur Netzverbindung und Internet nicht verfügbar. Es wird Zeit für eine Unterkunft. Ein Hinweisschild zu einem Campingplatz. Die Straße ist so schlecht, dass ich abbreche und darauf verzichte. Dann Schlaf ich halt im Wald. Von mir aus hochkant an einen Baum gelehnt. Noch ist es hell. Entweder erreiche ich die Grenze oder finde einen schönen Baum. Unnötig. Noch ein Campingplatz. Und der ist richtig gut. Ich kann es nicht lassen, spontan muss ich beim Preis zocken und feilschen. Sie schlägt ein. Heiße Dusche nach dem ganzen Staub. Es gibt einen großen Aufenthsltsraum. Mit Kaffee, Pommes, Kamin, WiFi. Dieser Campingplatz kommt auf meine persönliche Empfehlungsliste.Läs mer

  • Volle Kontrolle

    11 januari 2023, Chile ⋅ ⛅ 13 °C

    Zwischendurch hatte es getröpfelt an diesem Morgen. Und es macht den Anschein als könnte es bald wieder losgehen. Ich beeile mich mit dem zusammenpacken. Es bleibt trocken. Ich gönne mir ein Frühstück mit Kaffee und Brote auf dem Campingplatz. Die Frau des Besitzers bietet mir einen Platz an Ihrem Tisch vor dem Kamin an. Wir unterhalten uns auf Englisch. Ihr Mann war früher Truckfahrer. Regelmäßig nach Ushuaia. Heute kocht er hier auf dem Campingplatz zumindest in den Ferien. Er kommt mit einem Topf frisch gekochten Regenbogenforelle zu mir. Und wedelt den Duft unter meine Nase. Sieht gut und riecht verdammt gut. Dafür serviert er mir frisch eingelegte Rinderzunge. Laut Übersetzer. Hatte ich noch nie. Aber wenn es das ist dann ist sie gut gemacht. Als ich bezahlen will winkt man ab. Ich bin zum Frühstück eingeladen. Zum Abschied wird herzlich umarmt und ein Foto darf nicht fehlen. Zurück auf die Asphalt-Schotterpiste. Keine 5 Minuten und die Grenze ist erreicht. Die Ausreise geht zügig. Einige Kilometer weiter dann die Einreise. Ich fahre mit Blue an allen vorbei bis zum Gebäude. Migrationsamt. Stempel und weiter. Einfuhrpapiere für Blue. Wohin wollen Sie? Äh, Carretera Austral. Genehmigt. 3. Station Zollerklärung ausfüllen. . Hab nichts anzumelden. Wieder draußen seh ich das Dilemma. Hier wird jeder und alles kontrolliert. Ob Auto, Koffer, Gepäckraum, Fahrräder,... Alles. Volle Kontrolle. Moment, ich habe noch eingepackte Salami und Käse. Selbst ein angebissener Apfel kann teuer werden. Ich will die Sachen entsorgen und frag einen Beamten. Der drückt mir die Sachen wieder in die Hand. Na gut, ab in den Tankrucksack damit. Und es wird eine ganze Menge hier entsorgt. Tut schon weh. Neu einreihen mit Blue und warten. Endlich bin ich dran. Ich drück dem Beamten Zollerklärung, Wurst und Käse in die Hand. Zollerklärung falsch ausgefüllt, Haken falsch gesetzt. Hab ja was anzumelden. Rein ins Gebäude. An allen vorbei und direkt zur Dame mit den Zollerklärungen. Meinen Wackeldackeltreudoofblick aufgesetzt und ich bekomme nebenbei eine neue Zollerklärung zum ausfüllen. Der Zöllner ist zufrieden und kontrolliert nur noch oberflächlich. Die einfolierte Salami kann ich behalten. Ich bin wieder in Chile. Bis auf ein paar Kilometer Asphalt kommt nur noch Schotterpiste die nächsten 90 KM. Der Fulateufu River ist ein bekanntes Rafting und Kayakgebiet. Hier gibt es ein bekanntes Camp direkt am Fluss. Und viele Baustellen. Die Straße wird an vielen Stellen neu gemacht. Ich treffe auf einen Camper aus Argentinien. Sandra, Mariella und Jorge. Eine intensive Unterhaltung ohne Translatorapp. Zum Schluß bekomme ih eine Einladung sollte ich in Ihre Nähe kommen. Zwischendurch eine Tankstelle und WiFi. Ich lese, dass Achim sich die Zeit in einer Brauerei vergnügt hat und zum Friseur war. Da Reise ich 2 Wochen mit Chewbacca an der Seite durch das Land und erfahre erst jetzt, dass unter dem Fell ein Mensch ist. Haha. Eine große Tafel kündigt an, dass ich endlich die Carretera Austral erreich habe. Endlich Asphalt. Es ist zwar schon spät und kühl aber ich fahre noch ein Stück. Bis La Junta. Unterwegs werde ich immer wieder von Auto- oder LKW-Fahrer gegrüßt. Hier gibt es 4 kleine Hinterhofcampingplätze. Letztendlich nehme ich den wo man Zelte sehen kann. Erst jetzt erkennt man, hier sind nur Radfahrer. Es gibt eine Art Gemeinschaftsraum mit Stangenherd und Spüle. Während ich mein Zelt aufbaue hört man laute Stimmen und Gelächter. Rufe durch das Fenster woher ich komme. Und, na klar, als einziger motorisiert und verpönt. Nutzt nichts, rein in die gute Stube und sich vorstellen. Einer spricht Englisch und kommt aus Chile. Einer ist kein Spanier sondern Katalane. Die anderen Brasilianer und Argentinier. Ein bunter Haufen der sich zufällig heute hier getroffen hat. Ich werde in die Runde mit aufgenommen und versteh zwar nix, hab aber meinen Spaß. Es geht ums Essen. Soviel erahne ich und wird mir auf Englisch bestätigt. Zum Abschluß hätt ich gern ein Bild von allen. Die anderen auch und 4 Handies stehen auf dem Fenstersims. Unter lautem Gejohle werden Bilder gemacht. Einer schläft im Aufenthaltsraum und macht das Licht aus. Gute Nacht.Läs mer

  • Delfine und Kiwis

    12 januari 2023, Chile ⋅ ☁️ 14 °C

    Aufbruchstimmung im Zweiradcamp. Nach und nach verlassen die Radfahrer die Unterkunft. Auch ich verabschiede mich und fahr nochmal zur Tankstelle. Free WiFi. Noch ein Kaffee und die Fahrt beginnt. War es Nachts noch trocken geblieben, so hingen jetzt die Wolken wie schwere Bleidecken auf den Spitzen der Anden. Immer wieder Nieselregen die wie kleine Nadeldpitzen in die Haut stechen. Dazwischen Trockenphasen. Schwungvolle Kurven und einfach laufen lassen. Dabei aber immer wachsam bleiben, denn Ziegen hinter einer Kurve. Ein Schild weist zum Ort Puyuhuapi. Erinnert mich irgendwie an ein Indianerdorf. Abbiegen und anschauen. Zuerst zum Hafen. Zwei Motorradfahrer aus Brasilien. Etwas Smalltalk. Noch jemand der mich anspricht. Er hat auch eine Transalp in Argentinien. Auf einer Informationstafel steht etwas von Aleman und Friedhof. Die Straße heißt Otto Uebel Avd. Deutsche Geschichte auch hier? Erstmal zur Touristikinfo. Ja, deutsche Häuser und Gründer aus dem 2. Weltkrieg. Ich mach mich auf die Suche. Nora und Ernst Ludwig gehören zu den ersten vier Gründern. Ihre Tochter Luisa hat zeitweise in Deutschland gelebt und ist zurückgekehrt in diesen Ort. Sie hat ein Buch veröffentlicht. Wo die Anden das Meer trifft. U. a. wird in einem der 2-teiligen Fernsehdoku auf Arte davon berichtet. Ich fahre zu dem Haus um ein Foto zu machen. Eine ältere Dame mit Hund kommt soeben zur Straße. Es ist Luisa Ludwig. Wir unterhalten uns. Sie spricht nach wie vor fließend und akzentfrei deutsch. Über das Geschehen in Deutschland ist sie gut unterrichtet. Sie liest viel und schaut deutsche Sendungen. Eine intelligente Frau, das wird jedem sofort klar der sich mit ihr unterhält. Ein Foto und ich bedanke mich für das Gespräch. Unterwegs treffe ich einen argentinischen Fahrer auf einer Triumph. Etwas Smalltalk und wir verabschieden uns. Aus der Asphaltstraße wird wieder Schotterpiste. An einem etwas größeren Ausdichtsparkplatz sehe ich einen weißen Van. 2 Personen auf Stühle und Campingküche aufgebaut. Ich fange an zu grinsen. Die kenn ich doch? Jawohl, Claudia und Peter aus Neuseeland. Freudige Begrüßung und Umarmung. Zeit für einen chilligen Nachmittag. Es gibt einiges zu erzählen. Wir hatten zwischendurch Kontakt. Der Plan war, das wir uns vielleicht in 1 oder 2 Tagen treffen. Aber hier? Purer Zufall. Und die beiden zeigen mir das Buch von Luisa Ludwig und ich das Foto von unserer Begegnung. Passt zusammen. Und auch, daß es hier Delfine gibt. Sie haben aber noch keine gesehen. Bis zu dem Augenblick als die Rückenflossen von 2 Delfinen auftauchen. Man muss nur lange genug warten und Glück haben. Mitte Februar werden beide zurückfliegen. Bis dahin werden wir uns bestimmt nochmal sehen. Weiter geht's. Die Schotterstraße führt Serpentinenartig den Berg hoch. Eine kleine Bucht. Kurz anhalten und was trinken. Moment, etwas fehlt doch. Damned, meine Brille. Oh Shit. Bestimmt beim losfahren verloren. OK. Zurück und hoffen. Ca. 25 KM Schotterpiste. Nach unendlich langer Zeit komme ich an die Stelle. Nichts zu sehen. Keine Brille. Einige Personen rufen mich. Ich deute an, dass ich meine Brille suche. Und tatsächlich, einer von Ihnen hat die Brille unversehrt gefunden. Große Freude. Und reichlich Schotterpiste vor mir. Nochmal alles von vorne. Irgendwann hat der Asphalt uns wieder. Mein Bauchgefühl sagt mir einen Abstecher nach Cisne zu machen. Bevor ich mir den Ort näher anschauen kann wird es Zeit für einen Campingplatz. Diesmal wieder schwierig. Es gibt noch einen außerhalb. Natürlich erstmal Schotter. Und dann doch fündig geworden. Ich bin nicht allein. Ein Chilene der fließend deutsch spricht und Vater und Tochter aus der Schweiz. Alles in deutschsprachiger Hand. Gute Nacht Deutschland.Läs mer

  • Carpe Diem

    13 januari 2023, Chile ⋅ ☁️ 13 °C

    Das Wetter an diesem Morgen ist wieder unbeständig. Leichter Regen prasselt an das Zeltdach. Ich stehe sehr früh auf und eröffne meine Frühstücksgarage. Das heißt zuerst frühstücken und dann Reparaturarbeiten. Blue wackelt mit dem Hinterteil. Ist sicherlich schick stört aber beim fahren. Neue Mutter. Und die Kofferhalterung komplett neu richten. Zwischendurch verabschiedet sich Vater und Tochter aus der Schweiz. Bevor es wieder regnet wird das Zelt abgebaut. Sigi kommt rüber und bittet um Hilfe beim zusammenklappen des Camperdachzeltes. Klar helf ich. Kurz vor der Abfahrt kommt er nochmal vorbei. Und es entwickelt sich eine lange Unterhaltung. Am Ende tauschen wir die Telefonnummern. Ich fahr noch einmal in den Ort. Nein, ich glaub es nicht, Claudia und Peter. Ungläubiges Gelächter. Na dann bis bald. Sie hatte noch Bilder vom Vortag geschickt. Ja, eines wie es in jedem Lehrbuch für Weltreisende abgebildet ist. Alleine, von hinten fotografiert über Schotterpiste. Danke. Nächstes mal noch im Stehen und dann ist es perfekt. Die Corretera Austral zeigt sich von ihrer schönsen Seite auch bei Nieselregen und Sonne die sich abwechseln. Wird es auf Dauer nicht langweilig? Links grün , rechts und vorne grün, hinten grün. Ehrliche Antwort. NEIN. Zeit für einen Imbiß im Bus. Sieht lustig aus. Die Dame schlägt die Hände vors Gesicht als ich auf spanisch sage, dass ich kein spanisch spreche. Klappt trotzdem mit der Bestellung inklusiver Fotos. Immer wieder sieht man das türkis/grüne Wasser des Rio Manifuales. In Manifuales selbst geht es nochmal zur Tankstelle. Hier treffe ich Barbara und Sebastian aus dem Norden Chiles. Aus Calama. Sie sind ebenfalls auf dem Weg nach Süden. Aber im Eiltempo. Ziel ist O'Higgins. Sie bieten mir Ihre Hilfe an, sollte ich in den Norden kommen. Kontakte sind geknüpft. Jetzt aber ein Campingplatz suchen. Ich nehm den nächstbesten. Heiße Dusche, WiFi, alles vorhanden. Macht einen guten Eindruck für 6 Euro. Hab fast alles aufgebaut und glaub meinen Augen kaum. Jaime und Carlos. Die beiden Radfahrer vom Campingplatz. James sprich Englisch ist Chilene und lebt in Belgien. Carlos kommt aus Brasilien. Herzliche Umarmung und Begrüßung. Ein Wahnsinn was die hier abspulen. 70 bis 100 KM täglich. Berg und Tal und Schotter. Das wird gefeiert. Jaime besorgt die Zutaten, Carlos grillt und wir lassen es uns bei Steak und Wein schmecken. Ausgelassene Unterhaltung. Gelächter. Sinnieren über das Leben und das auf Englisch. Wer hätte das vor einigen Wochen noch gedacht. Wir sind uns einig. Andere Großväter erzählen von einem ausgefüllten Arbeitsleben. Unsere Enkel können von den Bekloppten erzählen die gerade durch Patagonien fahren. Carpe Diem.Läs mer

  • Nur schön

    14 januari 2023, Chile ⋅ ⛅ 17 °C

    Wieder leichter Regen an diesem Morgen. Erstmal liegen bleiben. Der Vormittag schleppt sich dahin. Mal versucht die Sonne durchzubrechen aber noch sind die Wolken stärker. Heiß duschen hilft erstmal weiter. Und irgendwie bleibt es soweit trocken, dass die Sachen gepackt sind. Verabschiedung von Jaime und Carlos. Die beiden machen heute Erholungstag. Jaime will heute Angeln. Ich wünsch den beiden viel Glück, vielleicht reicht es für den Grill. Wir verabschieden uns mit den besten Wünschen. Würde mich freuen wenn man sich nochmal trifft. Und mit den Worten, wenn Engel reisen dann scheint die Sonne beginnt die Fahrt. Tatsächlich bleibt es dabei. Nur noch Sonnenschein und Asphaltstraße. Endziel ist Coyhaique. Die Strecke bleibt sich treu. Teilweise Dschungel und nebelverhangende Fjorde und türkisschimmernde Seen. Ein Abstecher nach Aysen und Puerto Chacabuco. Von hier aus legen die Ausflugsschiffe zur Gletscherlagune San Rafael ab. Immer wieder absteigen, Bilder machen und still genießen. Die Landschaft und der Augenblick machen das, was das Herz in diesem Moment glücklich macht. Es ist einfach nur schön. Vorbei an der Virgin del la Cascada. Und noch eine Gebetsstätte. San Sebastian. Die Hintergründe sind mir aber nicht bekannt. Zwischenzeitlich eine Nachricht von Achim. Er ist in Argentinien. 35 bis 38 Grad. Er bleibt noch in Südamerika und ist auf dem Weg nach Arica. Am frühen Abend hab ich mein Etappenziel erreicht. Nochmal volltanken. Über die ioverlander App suche und gönne ich mir diesmal ein Hostel. Ich fahr direkt dorthin. Man hat noch ein Doppelbettzimmer zum Einzimmerpreis. Blue kann gesichert untergestellt werden. Mit 18.000 Pesos ist es preislich OK. Kaffee satt. Küchenbenutzung. Also Topf auf den Gasherd und Spaghetti gemacht bevor die im Alukoffer komplett verschwinden. Saubere Toiletten und Dusche. Das Zelt nochmal auf die Leine zum durchtrocknen. Ein gemütlicher Aufenthaltsraum. So kann ich noch einiges erledigen und planen. Es ist schon spät. Mal wieder im Bett schlafen und sehen ob es morgen weitergeht oder ich noch einen Tag dranhänge.Läs mer

  • Denkste!?

    15 januari 2023, Chile ⋅ ⛅ 16 °C

    War spät geworden heute Nacht. Die Tochter des Hauses hatte mir mitten in der Nacht noch ein Stück vom frisch gebackenen und wamen Brot gebracht. Wie lecker. Beim aufwachen scheint schon die Sonne. Die Entscheidung ist gefallen, es geht heute weiter. Das Zelt ist komplett trocken. Zunächst aber ausgiebig frühstücken, packen und die Karte studieren. Wie werd ich weiterfahren? Es sind auch noch Radfahrer im Hostel mit denen ich mich austausche. Abschied von Tatjana, sie managt das Hostel. Spricht Englisch und ist hilfsbereit und freundlich. Das Haus bekommt eine Weiterempfehlung. Zunächst eine Runde durch die Stadt und dann auf die Carretera Austral. Südlich von Coyhaique ist kein Dschungel mehr und die Austral zeigt ein anderes und mal wieder ein neues Gesicht. Graue Betonstraße. Mal Kurve an Kurve oder langgezogene Kurven mit geraden Passagen. Mal von den Anden eingekesselt und dann wieder Berge zum.greifen nah. Die Austral sorgt immer wieder für Überraschungen. Nicht nur Landschaftlich. Hinter einer langgezogenen Kurve erscheint wie aus dem Nichts ein tieferes Schotterbett. Das Herz hüpft, weniger aus Freude als vor Aufregung. Keine Zeit um angemessen abzubremsen. Keine festgefahrene Spur. Blue macht den Ententanz aber wir haben alles unter Kontrolle. Nach 800 m ist der Spuk vorbei. Die Austral fasziniert und zieht einen in ihren Bann. Man kann die Pflanzen riechen die entlang des Baches wachsen. Ein Ort zum relaxen. Und wenn du denkst, du hast alles gesehen, dann haut sie noch einen raus. Du kommst an ein Mirrador und siehst wie die Straße sich schlangenartig ins Tal windet. Radfahrer aus Brasilien und Argentinien kommen dazu. Ich hatte sie kurz zuvor überholt. Wir klatschen uns ab und freuen uns gemeinsam über den Anblick und die bevorstehende Abfahrt. Ja ich gestehe, ich bin 2 mal gefahren. Die Landschaft macht Spaß und versprüht Lebensfreude. Es wird spät. Zeit für eine Unterkunft. Noch eine Bergspitze. Es ist sehr windig. Ein Schild weist auf einen Campingplatz hin. Ausser mir ist noch ein Radfahrerpärchen hier. Sie ist Chilenin er Kanadier. Mit einem Becher Kaffee, Handy und einen Blick in den Sternenhimmel endet dieser Abend.Läs mer