• Isamaus
Nuværende
  • Isamaus

Jakobsweg 2026

Nach zehn Jahren bin ich endlich an der spanischen Grenze. Jetzt kann das eigentliche Abenteuer Jakobsweg beginnen.
Erwartet keine großen Storys. Auf dem Weg ist ein Tag fast wie der Andere.
WALK EAT SLEEP eben.
Læs mere
  • I øjeblikket i
    🇪🇸 Portomarín, Spanien

    Barbadelo

    31. maj, Spanien ⋅ ☀️ 23 °C

    Die Nacht war etwas kühl, da Felix gestern Abend noch das Fenster gekippt und es nur 10 Grad Außentemperatur hatte. Ich war mit 3 Männern in dem Vierbettzimmer und habe deshalb beschlossen, dass Ohrenstöpsel nicht schlecht wären. Daraufhin habe ich nicht gemerkt wie die beiden älteren Spanier am Morgen verschwunden sind. Es war nur noch Felix übrig. Wir haben dann unsere Sachen gepackt und sind kurz nacheinander los. Er meinte noch: Wir sehen uns dann auf dem Weg. Leider habe ich ihn nicht mehr gesehen. Könnte daran liegen, dass sich der Weg in Triacastela teilt. Ein Weg geht über das Kloster Xi, der andere Weg über das Kloster Samos.
    Ich hatte den kürzeren der beiden Wege über das Kloster Xi gewählt. Kein schlechter Weg. Auch wenn es zuerst einmal 250 Höhenmeter nach oben geht. Das Wetter war bis zum Nachmittag angenehm kühl und die Wege waren schattig. Nachdem es natürlich auf der anderen Seite wieder hinunter ging, kam ich in Sarria an.

    Nächste Station: Pilgerautobahn.
    Ab Sarria wird es voll. So habe ich es überall gelesen und gehört. Als ich am Nachmittag ankam, war davon nichts (mehr) zu sehen. Ich traf nur vereinzelt Menschen die offensichtlich ihren Koffer und Rucksack zur nächsten Herberge schleppten. Eine Frau war mit ihrem Rollkoffer schon so überfordert, dass ich mir schwer vorstellen konnte, wie sie mit Rucksack auf dem Weg zurechtkommen will.

    Ich hatte mich für eine Herberge 3 km weiter entschieden. Vielleicht war aber auch der Pool bei dieser Entscheidung nicht ganz unbedeutend…

    Die Herberge ist schön gelegen gegenüber von einer Kuhweide mit zwei Häusern, in denen es 6-Bett Zimmer mit jeweils zwei duschen und einem WC gab. Dazu ein schöner großer Garten, eine Bar und einem Souvenirladen, in dem man allerlei Jakobswegzeug kaufen konnte.

    Nachdem ich geduscht und alles versorgt hatte, machte ich mich auf dem Weg zur Terrasse der Bar. Ich hatte den ganzen Tag noch nichts gegessen und so bestellte ich mir eine Suppe Paella und eine Art Käsekuchen zum Nachtisch. Kannst du eine Cola und einen Milchkaffee. Um so erstaunter war ich, als die Bedienung am Ende nur 16,- € von mir verlangte.

    Während ich so auf der Terrasse saß sind auf mein Essen gewartet habe, kam plötzlich ein Mann auf einem schwarzen Hengst durch den Garten geritten. Er versuchte dann das Tier dazu zu bewegen, dass es die 3 Stufen zum Bungalow runterläuft. Das Pferd weigerte sich. Aussenrum und hoch war ok. Nur runter eben nicht. Er versuchte alles. Antreiben, mittendrin umdrehen, nichts hat funktioniert. Als ich das nächste Mal nach unten schaute war er abgestiegen, hatte die Zügel locker in der Hand und das Pferd tanzte laut wiehernd vor dem Fenster auf und ab. Jetzt war mir auch klar warum es die Treppe nicht hinunter wollte. Es dachte, hinter der Scheibe steht ein anderes Pferd. Die ganze Vorstellung kam mir etwas komisch vor. Keine Ahnung was er damit bezweckte. Aber nicht nur ich fand das ganze komisch. Alle möglichen Leute standen im Garten und fingen an auf ihn einzureden. Der Kellner wollte wohl, dass er geht. Er weigerte sich allerdings. Er ritt wieder nach oben in den Garten, die Leute wurden immer lauter. Es gab laute Diskussionen. Leider alles auf Spanisch. Es war schon komisch, keine 10 m daneben zu sitzen und Suppe zu löffeln. Irgendwann saß er auf einer Bank und das Pferd neben ihm. Da tauchte der Manager? der Anlage auf. Zumindest benahm er sich so. Er sagte dem Reiter auf der Bank, dass er 1 Minute hat um zu verschwinden. Dieser blieb sitzen. Kurz darauf tauchten 2 Beamte der Guardia Civil auf. Einer bewachte den Reiter auf der Bank, der andere ging nach drinnen um mit dem Manager zu reden. Dann kam er raus und sagte sehr bestimmt: Mittkommen. Die 3 liefen zur Straße undredeten miteinander. Irgendwas hatte er wohl verloren bei seiner Akrobatennummer. Die Polizisten suchten mit ihm zusammen noch irgendwas im Garten. Irgendwann waren dann alle verschwunden und die Leute beruhigten sich wieder. Bei meinem Gang durchs Dorf kam er mir nochmal entgegen.
    Reiten konnte er aber was ihn geritten hat weiß ich nicht.
    Læs mere

  • Triacastela

    30.–31. maj, Spanien ⋅ ☁️ 22 °C

    Eigentlich wollte ich früher los weil ich 24 km zu laufen hatte. Dann hatte ich mich allerdings beim Frühstück als deutsche geoutet und mich verquatscht. So wurde es dann wieder kurz nach 8 Uhr.

    Also dann… Aufstieg Teil 2.

    Es war wieder einmal schön kühl am Morgen. Der Weg nach O Cebreiro ging fast die ganze Zeit bergauf. Dies wurde mir ja schon angekündigt und dass es die schrecklichste Etappe auf dem ganzen Weg sei. Am Ende dachte ich mir: Hätte ich mir schlimmer vorgestellt.

    Auf dem Weg passiert man die Grenze nach Galizien. Nun soll sich das Klima ändern, denn der näherrückende Atlantik macht sich bemerkbar. Enrique, mit dem ich schon vor längerem auf dem Weg unterhalten hatte, prophezeite mir auch Regen. Ich hoffe doch nicht. Regen war am Anfang genug.

    O Cebreiro selbst ist ein kleines Dorf am Berg mit einer grandiosen Aussicht auf 1300 m Höhe und Steinhäusern in denen sich Herbergen und Bars verstecken. Hier wäre es nicht verwunderlich, wenn plötzlich ein Mönch mit einer Mittelalterlichen Kutte um die Ecke kommen würde.

    Leider war der Aufstieg hier noch nicht zu Ende. Es warteten noch 2 Pässe. So ging es weiter. Ein bisschen bergauf, dann wieder ein bisschen bergab, um gleich wieder bergauf zu gehen. Plötzlich war er dann da. Der Pilger, der gegen den Sturm kämpft, auf dem Alto de san Roque auf 1270 m mit grandioser Fernsicht. An der Straße ging es dann erst abwärts an der Landstraße entlang. Kurz vor dem Alto de polo gab es dann einen kurzen steilen Aufstieg in der prallen Sonne. Ich hatte wirklich zu kämpfen diesen Feldweg nach oben zu klettern. Das Beweisfoto sieht natürlich wieder aus, als ob der Weg fast waagerecht wäre.

    Jetzt war es endlich geschafft. Das waren die letzten Berge mit diesen Höhen. Es ging bis Triacastela fast nur noch bergab. Erst gemächlich. Dann steiler. Zum Schluss kam ich durch ein Geisterdorf mit höchstens 2 oder 3 Einwohnern. Das erkannte ich auch nur an einem abgestellten Rollator. Alle anderen Häusser sahen aus wie seit Jahren nicht bewohnt.

    Das Wetter war sehr seltsam. Von O Cebreiro sah man ja schon die dicken Wolken im Tal liegen. Durch die musste ich teilweise durch. Die Sonne schien über der Wolke, kam aber nicht ganz durch. Das ergab ein seltsames Wetter. Es war kühl und etwas nebelig, gleichzeitig merkte man aber die Wärme der Sonne.

    Wie erhofft war in Triacastela noch ein Bett in der Herberge frei. Dabei lernte ich Felix kennen. Schüler aus Oberndorf am Neckar und Fußballfans. Er ist in Leon losgelaufen und läuft auch mal 40 km am Tag. Ohne Wanderführer und ohne Smartphone. Respekt.
    Læs mere

  • La Faba

    29.–30. maj, Spanien ⋅ ☁️ 26 °C

    Warmer Tag, kurze Etappe für Fortgeschrittene. Heute mit Berg.

    Nachdem die Strecke nach O Cebreiro die schlimmste des Weges ein soll, habe ich sie geteilt. Zum einen wegen der Hitze, zum anderen weil die Herberge in La Faba von der Stuttgarter Jakobusgesellschaft betrieben wird und ich die Hoffnung hatte Landsleute zu treffen.

    So hatte die Etappe heute nur 15 km. Davon waren 11 km kein Problem. Ein bisschen hoch. Ein bisschen runter. Viel an der Straße. Die letzten 4 km hatten es dann in sich. Es ging teils an der Straße, teils durch den Wald, steil nach oben. Die Schweißtropfen liefen mir den Rücken runter und ich war froh als ich endlich oben ankam und den Wegweiser zur Herberge entdeckte.

    Obwohl es erst 13:45 war, stand schon eine Schlange vor dem Checkin. So viel zum Thema: Du brauchst dich nicht beeilen wir machen erst um 14 Uhr auf. Die Sache mit dem nicht reservieren steht auch nur auf dem Papier. Eine ganze Seite voll mit Namen hatten sie im Kalender.

    Trotzdem bekam ich noch ein Bett und die beiden Hospitalieras waren wirklich nett. Sie haben sich gefreut, dass sie mal wieder deutsch reden können. Allerdings kam eine aus Bayern und eine aus dem Rheinland. Es gibt wohl zu wenig Stuttgarter die hospitieren wollen.

    Den Nachmittag habe ich dann mit rumsitzen, unterhalten und ausruhen verbracht. Außerdem habe ich meine gekauften Vorräte endlich gegessen. Der Käse war schon ganz weich und die Mango war auch kurz vor den Exitus.

    Nach einer kurzen Runde durchs Dorf ging es dann auch schon wieder ins Bett. Ein Einelbett. Ganz für mich alleine.
    Læs mere

  • Trabadelo

    28.–29. maj, Spanien ⋅ ☀️ 31 °C

    Nach dem entspannten Tag gestern standen heute wieder 24 km auf dem Plan. Ich bin extra früher losgelaufen da ich die kühlen Temperaturen am Morgen ausnutzen wollte. Morgens um 7:30 Uhr hatte es schon 18 Grad und die Wetterapp sagte wieder über 30 Grad voraus.

    Zuerst ging es Richtung Cacabelos. Hier habe ich mir an einem Pilgerrastplatz einen Kaffee can leche gegönnt und ein Schokocroissant. Damit war das Frühstück erledigt. Nächster Stopp Villafranca del Bierzo. Ein netter Ort mit 2 Flüssen und vielen Kirchen.

    Für das Mittagessen hatte ich mir vorgestellt, dass ich am Fluss, der übrigens nur ca 30 cm tief war, eine Stelle finde an der ich ganz gemütlich mein Brot mit Käse und Obst essen kann. Währenddessen wollte ich meine Füße ins Wasser hängen. Pustekuchen. Nirgends gab es eine Stelle an der man ans Wasser kam. So musste eben eine Bank herhalten.

    Danach ging es weiter auf eine der wahrscheinlich hässlichsten Strecken des Caminos. 7 km immer an der N6 entlang. Die Sonne brannte vom Himmel und es gab keinen Schatten. Inzwischen gibt es daneben eine Autobahn. Somit fahren nicht mehr so viele Autos auf der N6. Dazu war die Straße jetzt mit einer Betonabtrennung vom Pilgerweg getrennt. Trotzdem gibt es schönere Strecken. Ich hätte in Villa Franca auch einen anderen Weg nehmen können dieser ist aber länger und hat einiges an Steigung nicht gerade das, was ich mir für einen Tag bei 34° vorgestellt hatte. Außerdem wären es dann nicht nur 24, sondern fast 30 km Strecke gewesen.
    An der N6 gab es tatsächlich 2 Rastplätze. Leider waren auch die in der prallen Sonne und der vorhandene Brunnen war außer Betrieb. Zum Glück hatte ich noch zwei Mandarinen, die ich essen konnte.

    So kam ich ganz schön durchgeschwitzt erst um 4:30 Uhr in der Herberge in Trabadelos an. Zum Glück hatte ich reserviert, denn das Haus war ausgebucht. Ich bekam das letzte Bett im 6-Bett Zimmer Nummer eins.

    So konnte ich endlich duschen und etwas trinken. Abends habe ich mir dann noch das Pilgermenü gegönnt. Das war wieder nicht so wirklich der Hit. In der Beschreibung der Herberge stand, dass sie auch für Vegetarier sei. Auf der Tafel stand aber Nix. Beim ersten Gang gab es noch einen Salat, für den 2. Gang mal wieder Hähnchen, Schweinefleisch oder Nudeln mit Bolognese zur Auswahl. Als ich nach einer vegetarische Alternative fragte, bekam ich Nudeln mit Tomatensoße. Wenigstens das Eis zum Nachtisch war lecker.

    Zurück in meinem Zimmer lagen alle schon im Bett. Ich habe also schnell noch Zähne geputzt und bin dann in mein schwankendes oberes Bett gekrabbelt um zu schlafen.
    Læs mere

  • Camponaraya

    27.–28. maj, Spanien ⋅ ☁️ 32 °C

    Warmer Tag, kurze Etappe. So lässt sich das Ganze heute zusammenfassen.

    Der Morgen begann entspannt. Der Wecker brummte und ich habe die Schlummertaste gedrückt. Durch die Ohrenstöpsel habe ich die anderen garnicht gehört und bin wieder bis kurz nach 7 liegengeblieben. Vielleicht sind Ohrenstöpsel garnicht so dumm.

    Ganz gemütlich habe ich dann den Rucksack gepackt und bin losgegangen. Bis nach Trabadelo waren es 7 km. Zuerst an der Straße lang, dann bog der Weg Richtung Feld ab und führte in einem Bogen Richtung Stadt.

    Im ersten Supermarkt habe ich mich dann mit Proviant eingedeckt. Es gab dort den kleinen Käsekuchen den ich mal probieren wollte. Dazu einen Kaffee Caramel aus der Kühlung. Es hatte ja schon wieder 25 grad. Dazu Obst.

    Ich suchte mir einen schattigen Platz an der Templerburg und ließ es mir schmecken. Danach ging es weiter durch Trabadelo. Im Park traf ich dann den Engländer von gestern. Was soll ich sagen? Daumendrücken hat nichts gebracht. Der Pool war zu. Öffnung erst ab Juni.

    Ich lief zügig meine 17 km bis zum Ende der Etappe. Nachdem ich fast 1 Stunde zu früh dran war, gönnte ich mir auf einer schattigen Bank im Park noch einen Salat mit extra Kösewürfel zum Mittagessen bevor ich vollends zur Herberge lief.

    Heute ein Zimmer mit 8 Stockbetten. Davon waren bis zum Abend allerdings nur 5 besetzt. Somit hatte ich wieder ein Bett für mich ganz alleine.
    Læs mere

  • Molinaseca

    26.–27. maj, Spanien ⋅ ☀️ 26 °C

    Die Nacht war trotz der Umstände gar nicht so schlecht. Laut Überwachung hatte ich sogar über 1h Tiefschlaf.
    Wie immer waren die ersten schon vor 5 auf um ihre Sachen zu packen.

    Ich blieb liegen bis um kurz nach 7. ich hatte offensichtlich den Wecker ausgemacht und weitergeschlafen. Als ich um 7:45 Uhr meine letzten Sachen packte kamen die gutgelaunten spanischen Zimmermädchen und fingen mit Musik aus dem Handy die Bude zu richten.
    Das war mir zu viel gute Laune am frühen Morgen. Vor acht ist da nichts mit Happiness.

    Ich habe also schnell meine Sachen zusammen gepackt und haben mich vom Acker gemacht. Heute ging es zum Kloster Ferro den höchsten Punkt auf dem Jakobsweg. Außerdem ist das größte Ferro ein besonderer Ort, da man dort seine Sorgen in Form eines Steins ablegt. Von Raval waren es allerdings nur noch 400 Höhenmeter. Der Weg führte als Naturpfad mehr oder weniger steil, den Berg nach oben. Zwischen Rabanal und dem Kreuz liegt Foncebadón. Ein ehemals verlassenes Dorf, das durch den Boom auf dem Jakobsweg wiederbelebt wurde. Unterwegs traf ich Axel wieder, und da er schneller ist als ich, haben wir uns für einen Kaffee in Foncebadón verabredet.

    Beim Kaffee gesellten sich noch zwei Engländer, die Axel bereits kannte, zu uns. Wir unterhielten uns angeregt, bis wohin wir heute laufen, während Axel und ich uns schon in Molinasechs ein Bett gebucht hatten, schwärmten uns die Engländer von ihrer Herberge in Al Acebo vor. Mit Swimmingpool! Wir bekamen ausführlich zu hören, wie er mittags im Swimmingpool liegen wird und uns zuwinken, wenn wir vorbeilaufen. Ich fragte sie noch, ob der wohl denn auch geöffnet ist. Sie wussten es nicht. Mit einem toi, toi toi löste sich die Kaffeerunde dann auf.

    Mit steigender Höhe wurde die Aussicht immer besser. Leider war die Fernsicht nicht vollkommen klar, aber man konnte deutlich sehen, wo wir die letzten Tage hergekommen sind.

    Kurz nach elf hatte ich den höchsten Punkt des Jakobsweg erreicht. Das kreuzleuchtete in der Mittagssonne, und es standen einige Pilger auf dem Steinhaufen. Also klettert auch ich auf den Berg und legte meinen Stein ab. Danach ließ ich mich auf der Bank daneben nieder und beobachte das Treiben. Auch hier gab es wieder die unterschiedlichsten Typen. Manche bestiegen den Berg hielten inne, leg den einen Stein ab und machten vielleicht noch ein Foto. Es gab aber auch hier wieder Menschen, die mich etwas irritierten.
    Da gab es einen Jungen Mann der seinen Rucksack auf die abgelegten Steine warf, ihn öffnete und einen riesigen Stein hervorholte. Keine Ahnung, welche Probleme er hatte, aber scheinen, etwas größer zu sein. Dann kamen Fahrradfahrer, die einen Verpflegungswagen dabei hatten und erst einmal verköstigt wurden. Die nächsten Fahrradfahrer stiegen mit ihren Fahrrädern auf den Berg und ließen sich dort von einem professionellen Fotograf ablichten.

    Irgendwann hatte ich genug gesehen und mich auf den Weg nach unten gemacht. Dieser war am Anfang noch recht gut zu gehen, wurde im Laufe der Zeit aber immer steiler und steiniger in El Acebo kam ich dann auch an dieser sagenhaften Herberge vorbei, die laut Werbeschilder am Weg tatsächlich Swimmingpool, Hammam und einen Whirlpool hat. Leider konnte man von außen nicht sehen, ob das Schwimmbad geöffnet hat.

    So lief ich weiter und war am Ende froh, die 1000 Höhenmeter endlich bewältigt zu haben. Es war fast ein bisschen schade dass es bereits 18:00 Uhr war, mir die Beine weh taten und die Herberge am anderen Ende des Ortes war, denn Molinaseca ist ein hübscher kleiner Ort. Ich hatte aber keine Lust und keine Energie mehr um die 500 m zurück zu laufen und eine Stadtbesichtigung zu machen.

    Ich versorgte mich und meine Ausrüstung und hing den Rest des Abends im Hotel. Unser Zwölfbettzimmer war mit nur fünf Menschen belegt. So hatte ich ein unteres Bett ohne Bettnachbar. Genau das Richtige nach dem anstrengenden Tag. Zur Sicherheit habe ich mir noch die Ohren verstöpselt.
    Læs mere

  • Rabanal del Camino

    25.–26. maj, Spanien ⋅ ☁️ 24 °C

    Zum Glück wollte ich gestern nicht gleich schlafen. Um halb elf, als eigentlich Ruhe sollte, fing auf dem Gang jemand an aufzuräumen. Dafür machte er natürlich das Licht im Flur an. Da wir ein Oberlicht in der Tür hatten, bei unser Zimmer dann auch wieder erleuchtet. Und um 5:30 Uhr fing der einzige Mann in unserem 4er Zimmer an seine Sachen zu packen. Manchmal alles nicht so einfach. Ich habe mir daraufhin meine Ohrhörer in die Ohren gesteckt und bin zu meinem Lieblingspodcast wieder eingeschlafen bis alle weg waren.

    Vielleicht hatte ich es schon erwähnt aber irgendwie sind es immer die männlichen Vertreter die sich mehr oder weniger rücksichtslos verhalten. Meist die Generation 70+. Ab und zu auch jüngere und natürlich gibt es auch die ein oder andere rücksichtslose Frau.

    Als alle weg waren habe ich wie meinen Rucksack gepackt. Auch hier hat ein Mitarbeiter (männlich) die Tür aufgerissen als ich mir gerade die Hose anziehen wollte…

    Dann Rucksack aufsetzen und loslaufen.
    Ich bin durch das am Morgen noch menschenleere, angenehm kühle Astorga gelaufen und habe die Stille genossen. Nach Rabanal waren es nur 20km und das Bett war gebucht. Auch wenn ich dessen zu dieser Zeit nur zu 90% sicher war, so hatte ich keinen Grund zur Eile. Im nächsten Dorf hieß es dann auch, Pause und Frühstück. Tortilla de Patas und einen Café con leche.

    Es war zwar warm aber leicht windig und nicht allzu steil. So konnte ich bis zu einer leicht skurrilen Cowboy-Bar laufen an der ich mir dann Curros con chocolate und einen Mangoshake gönnte. Somit war das Mittagessen auch erledigt.

    Nach weiteren knapp 2 Stunden war ich dann am Ziel. Rabanal del Camino ist ein kleines Mitelalterliches Dorf das aus ein paar Steinhäusern und wahrscheinlich genauso vielen Herbergen besteht.

    Von meiner Herberge hätte ich nach der Beschreibung und der Empfehlung in der Pilgerapp mehr erwartet. Eigentlich war sie genau so wie schon die Bestätigung der Reservierung: Etwas komisch. Die Herberge an sich ist ansprechend. Es gibt einen Innenhof mit Bar in dem man gut sitzen und etwas essen oder trinken kann. Trotzdem hatte ich schon nettere Begrüßungen auf dem Weg. Mir wurde lediglich das Schuhregal für die Wanderschuhe und mein Bett gezeigt. Dann bekam ich noch einen Stuhl weil das wackelige Stockbett auf dem ich oben schlafen sollte, keine Leiter hatte. That’s it. Bad, Waschgelegenheit usw. hab ich dann selber gefunden.

    Als ich nach dem Gang durchs Dorf auf einer Mauer saß, lief mir Axel wieder über den Weg. Er kam gerade an und war in einer anderen Herberge im Dorf. Wir begrüßten uns nur kurz. Er war irgendwie auf der Suche nach seinem Bett. Als ich später in den Schlafsaal kam war das Licht schon gelöscht und ein paar Menschen schliefen schon. Ich habe mich dann auch bettfertig gemacht und hingelegt.

    Und als ob sich mein Eindruck bestätigen müsste, kam um 21:30 ein Mann 70+ mit seinem Enkel? Noch in der Herberge an. Stellte seine Sachen in den Schlafsaal neben sein Bett (das neben mir) und verschwand wieder. 20 Minuten später (Bettruhe auch hier um 22:00 Uhr) kam er wieder. Ließ die Tür auf und machte das Licht im Schlafsaal an. Sein Enkel ging duschen, er richtete sein Bett, steckte seinen E-Bike Akku in die Steckdose am Bett und legte sich dreckig wie er war zum schlafen hin. Das Licht löschte jemand anderes.

    Ich hatte mir in der Zwischenzeit den Spaß gemacht und habe mich in meinem Bett in der Ecke des Schlafsaales hingesetzt und die Leute beobachtet. Das war durchaus interessant. Die einen spielten am Handy. Die anderen stritten sich mit ihrem Partner. wieder andere unterhielten sich ganz friedlich. Vielleicht sollte man den Jakobsweg mit Herbergspflicht ins Soziologiestudium aufnehmen.

    Ich habe mich dann zum Schlafen hingelegt. Leider schnarchte Mister 70+. Das Bett wackelte mal wieder wie Kuhschwanz und die Matratze war dieses Mal zu dünn. Viele Herbergen haben auf den Lattenrost einfach eine Spanplatte gelegt. So auch hier.
    Læs mere

  • Astorga

    24.–25. maj, Spanien ⋅ ⛅ 26 °C

    Wie geplant lief ich heute Morgen früher los. Da war es auch nicht schlimm, dass um 6:00 Uhr fast alle im Schlafraum versucht haben, ihre Sachen zu packen. Manchmal denke ich: „Bei dem Verhalten hätte ich auch zu Hause bleiben können. Alles ADS Kinder.“
    Leute verlassen den Raum, lassen die Türe offen, knistern mit allerlei Sachen durch die Gegend und machen sich überhaupt keine Gedanken, ob sie damit irgendjemand wecken. Egal. Ich wollte ja sowieso früher aufstehen.
    Nach dem Zusammenpacken gab es noch einen Kaffee und dann ging es los.
    Zuerst wieder an der Straße lang. Aber das Wetter war angenehm kühl und 2 Stunden später hatte ich schon über 10 km der Etappe hinter mir.
    Dann endlich bog der Weg ab. Durch Felder ging es bis zum nächsten Dorf.
    Irgendwie wollte ich immer irgendwo Pause machen, habe es dann aber immer nicht geschafft anzuhalten. Noch nicht. Alles besetzt. Zu viele Leute, irgendetwas anderes…
    An einem kleinen Rastplatz im Wald habe ich dann tatsächlich kurz angehalten und meine Schuhe ausgezogen. Dann ging es noch einmal den Berg Hochund schon konnte man Astorga in der Ferne sehen.

    Dauerte es noch einmal 1 Stunde, meist in der prallen Sonne, bis ich endlich an der Herberge war. Ich bekam ein Bett und es hieß mal wieder duschen gehen Bett beziehen ausruhen. Nur zum Wäsche waschen hatte ich heute keine Lust.

    Nach der Silvester habe ich mich noch einmal aufgerafft und bin in die Stadt gelaufen. Ich habe mir die Kathedrale von außen und den Bischof Palast von Gaudi von innen angeschaut. Dann habe ich mich zur Feier des Tages eine Paell mit Muscheln gegönnt. Leider ist vieles was die Spanier kochen sehr fettig und die Paella war leider auch keine Meisterleistung. Ich war auf jeden Fall satt und lief zurück zur Herberge.

    Nachdem es erst halb 9 war und ich schon seit Tagen Postkarten durch die Gegend schleppe, hatte ich nun die Zeit, diese zu schreiben. Währenddessen durfte mein Smartphone ein wenig Strom tanken. Um 20 vor 10 kam dann auch ein Mitarbeiter der Herberge und schickte alle ins Bett. Also trottete auch ich in den 2. Stock zu meinem 4-Bett Zimmer und legte mich schlafen.
    Læs mere

  • Villadangos del Páramo

    23.–24. maj, Spanien ⋅ ⛅ 25 °C

    Was ich die letzten Tage gefroren habe, schwitze ich jetzt. Die Nacht war anstrengend. Es war warm, das Fenster war auf um etwas kühle Luft in den Raum zu lassen und dadurch war es laut, weil die Herberge an einer Hauptstraße liegt. Mimimi

    Egal. Um 6:30 Uhr hat sich der Wecker bemerkbar gemacht und ich mich nochmal umgedreht. Ein Bett in der Herberge hatte ich schon am Vortag klar gemacht und bis dorthin waren es nur 22 km. Somit ging es wiedereinmal um ca. 8 Uhr los.
    Meine Bettnachbarin hatte sich schon eine halbe Stunde vorher auf den Weg gemacht. Sie ist aus Deutschland und mit dem Fahrrad von Wesseling bis nach Spanien gefahren. Sie braucht bis nach Santiago ebenfalls 6 Wochen. Ich habe ganz vergessen zu fragen wie sie heim kommt.
    Leider war der Weg auch in León, nennen wir es mal „dezent“ ausgeschildert. 2x bin ich falsch abgebogen. Kaum war ich in der Altstadt habe ich schon wieder andere Pilger gesehen und bin einfach hinterhergelaufen.

    Der Weg aus der Stadt war wie der Weg in die Stadt: Industriegebiet, Autobahnzubringer, Weg an der Straße entlang. Das war heute der letzte Tag. Ab Morgen geht’s wieder mehr in die Pampa. Leider gab es heute auch weniger Schatten als gestern. Egal. Ich bin einfach gelaufen. Die Füße machen das schon fast von alleine. Ab und zu kam sogar ein bisschen Wind auf. Das war sehr angenehm. Ärgerlich war allerdings, dass in den nächsten 2 Dörfern die Trinkwasserbrunnen abgestellt waren. Am dritten Brunnen gab es dann endlich Wasser. Und eine Bank! Im Schatten! Also ersteinmal Pause machen.

    Am Ziel angekommen war der Hospitalero schwer im Stress. Das erste was er mir dann sagte war: Es gibt keine Betten mehr. Ich habe innerlich schon mit den Augen gerollt und mich darauf eingestellt ihm zu erklären, dass ich reserviert habe. Es wurde aber schnell klar, dass er nur witzig sein wollte. Also Formalitäten abschließen, alles zeigen lassen, duschen, Wäsche. Und dann…
    Dann habe ich mich an die Bar gesetzt und einen Café von Leche getrunken. Ganz in Ruhe. Nebenher habe ich überlegt wo ich morgen übernachten will. Während dessen kamen neue Pilger an. Unter anderem auch Axel. Ihn hatte ich auf dem Weg nach Burgos getroffen und dachte, dass ich ihn durch meinen Tag Pause nicht mehr wiedersehe. Er war so dabei dem Hospitaliero zu folgen, dass er mich garnicht gesehen hat. Nebenbei hat ein Koreaner versucht sich mit mir per Übersetzer zu unterhalten. Er sprach leider kein Englisch und es hat weder mit ChatGPT noch mit dem Google Übersetzer wirklich funktioniert. Es war einfach zu laut im Raum. Da ich sowieso mein Handy laden musste, habe ich mich dann auch von ihm verabschiedet.

    Die Herberge hat sich gelohnt. Auch wenn sie 3,-€ teurer war als die durchschnittliche Herberge. Aber sie ist neu, sauber und sie ist durchdacht. Keine wackeligen Metallbetten bei denen man seekrank wird wenn der Bettnachbar sich umdreht. Stabile Kojenbetten mit Vorhang. Da wackelt nichts. So hat jeder seine Schuhschachtel mit Leselampe, Ablage und Steckdose. Unter jeder Einheit gibt es eine große Schublade für den Rucksack. An der Rezeption gab es auch schon 3 große Schubladen für Schuhe. Nur die Größe der Duschen… es könnte ein bisschen größer sein. Immerhin sind Männlein und Weiblein getrennt. Somit kann man sich dann auch außerhalb der Duschkabine umziehen.

    Ich habe dann noch eine Runde durchs Dorf gedreht. Dabei fing es tatsächlich an zu tropfen. Ich dachte an meine Wäsche und machte mich so schnell wie möglich auf den Rückweg. Der Hospitaliero war schneller. Er hatte alles abgenommen und in den Waschraum gepackt. Als ich meine Sachen auf einer Bank zusammengelegt habe lief plötzlich Axel ziemlich aufgeregt an mir vorbei. Er hatte auch Wäsche draußen hängen die er jetzt panisch suchte. Auf Englisch fragte er wo sie sei. Er merkte nicht einmal, dass ich ihm auf deutsch antwortete. Erst als er mit der Wäsche in der Hand wieder zur Tür reinkam war er wieder normal und wir haben uns kurz unterhalten. Wir waren uns einig, dass morgen früher loslaufen besser ist. Zum einen weniger warm, zum anderen sind es 30 km. Danach ging es auch schon ins Bett. Manch liegen doch tatsächlich schon um 20:30 Uhr in ihren Betten und schlafen. Ich nicht. Vor 22:00 Uhr ist sowieso keine Ruhe.
    Læs mere

  • León

    22.–23. maj, Spanien ⋅ ☁️ 29 °C

    Seit gestern ist das Wetter hier in Spanien so, wie man sich das Wetter in Spanien vorstellt. Fast 30 Grad und Sonne. Dazu ging auch heute der Weg fast die ganze Zeit an der Straße lang. Meist auf einem gelbgeschotterten Feldweg. Es gibt schönere Wanderungen.

    In Villarente habe ich mir dann etwas zu essen besorgt und eine schöne lange Pause am nächten Rastplatz gemacht. Von dort aus habe ich mir auch ein Bett im Hostel in Leon gebucht. Sicher ist sicher. Außerdem musste ich meine Sonnenbrille reparieren. So ging es gut gestärkt zum letzten Stück der heutigen Etappe: Durchs Industriegebiet und über den Autobahnzubringer nach Leon.

    Nachdem ich mich und meine Sachen versorgt hatte, ging es ins Einkaufszentrum gegenüber. Technikshopping. Zum einen habe ich vor ein paar Tagen meinen rechten Kopfhörer verloren, zu anderen hat mein Ladegerät für die Uhr den Geist aufgegeben. Zum Glück fand ich nach etwas Suchen das was ich brauchte.

    Ich hatte total Lust auf einen Burger. Zum Glück gab es nebenan einen BK. Ich habe mir ein Menü gegönnt und hatte mich danach am liebsten auf die Bank gelegt und geschlafen. So viel hatte ich schon lange nicht mehr gegessen. Irgendwann habe ich mich dann doch auf den Weg zu meinem Bett gemacht.

    Leider war es auch in der Herberge so warm, dass ich einige Zeit gebraucht habe um einzuschlafen.

    Die nächsten Tage werden laut Wetterbericht sehr warm. Mal sehen wie gut ich dabei vorwärts komme.
    Læs mere

  • Reliegos

    21.–22. maj, Spanien

    Die Nacht war trotz Einzelzimmer leider nicht so ganz entspannt, da mein Zimmer zum einen zur Straße rausging, wo immer wieder Autos und Menschen mit lautem Getöse vorbeikamen, zum anderen war diese Pilger Herberge sehr kalt. Ich hatte am Nachmittag schon das Fenster geöffnet, um ein wenig Wärme ins Zimmer zu lassen, leider hatte das nur mäßige Erfolg.

    Ich packe also wieder meine Sachen ein und machte mich auf den Weg. Heute gab es leider nur zwei Möglichkeiten: 15 km und somit drei Etappen bis nach Leon oder 30 km mit nur zwei. Ich habe mich für die zweite Variante entschieden. Da der Weg auch heute wieder recht flach war, war diese Entfernung kein Problem. Inzwischen wird es hier immer heißer und das gehen bei 25° teilweise in der prallen Sonne, machte mir schon etwas zu schaffen.

    So kam ich dann auch erst kurz vor 16:00 Uhr in der Herberge an. Ich bekam trotzdem noch ein Bett.
    Læs mere

  • Sahagún

    20.–21. maj, Spanien ⋅ ☀️ 22 °C

    Zum Frühstück gab es diesesmal nur den Becher Tiramisu vom Vortag. Noch einmal 20 km bei Sonnenschein hätte der Becherinhalt wahrscheinlich nicht durchgehalten.
    Los ging es. dieses Mal auf eine kurze Etappe von 22km bis nach Shagun. Halbzeit!
    der 20. Mai. Am 2. Mai bin ich losgelaufen. Minus 1 Pausentag macht 17 Etappen.
    Laut Camino-App sind es noch 370 km. Die App schlägt auch hier 17 Etappen vor. Damit wäre ich am 6. Juni in Santiago. Perfekt. Somit habe ich dann noch 1 Woche bis zum Meer und wieder nach Santiago zum Flughafen.

    Auf dem Weg nach Sahagún war das Wetter wieder optimal. Die Füße waren auch nach den 30 km am Vortag nicht beleidigt und so lief es ganz gut. Die Etappe war nur 22 km lang und das Zimmer reserviert, deshalb musste ich mich nicht beeilen.

    Im übernächsten Ort könnte ich mir eine Pause und traf zufälligerweise wieder auf den polnischen Pilger vom Vortag. Er lief dann glücklicherweise weiter und ich konnte in Ruhe meinen Kaffee in Ruhe genießen.

    In Sahagún angekommen, musste ich kurz nach meiner Pilger Herr Berge suchen, fand sie dann aber relativ schnell. Es gab einen herzlichen Empfang, bei dem mir alles erklärt wurde. Danach zeigte mir der Hospital Nero mein Zimmer. Ich hatte ein Einzelzimmer gebucht. Dies hatte sogar ein eigenes Bad. Es war ein bisschen komisch nach den ganzen Tagen in irgendwelchen Schlaf Seelen plötzlich ein Zimmer nur für sich zu haben.

    Abends gab es ein gemeinsames Abendessen. Die Herberge serviert im ersten Gang, Nudeln oder Suppe. Der zweite Gang wird von den Pilgern mitgebracht. So gab es eine bunte Mischung von Pizza Salat, Brot und anderen leckeren Dingen auf dem Tisch.
    Læs mere

  • Calzada de la queza

    19.–20. maj, Spanien ⋅ ☁️ 20 °C

    Nachdem der redewütige Herbergsvater morgens vor 7 wieder anwesend war und angefangen hat die Betten abzuziehen und die Pilger zu beaufsichtigen, habe ich geschaut, dass ich meine sieben Sachen packe und loslaufe. Zum Glück hat eine der Pilgerinnen italienisch gesprochen. Somit hatte er jemand mit dem er beschäftigt war.

    Der Weg ging auch weiterhin ganz unromantisch an der schnurgeraden Straße entlang. Irgendwann kam von hinten ein schnellerer Pilger der auf meiner Höhe langsamer lief. Er war Pole und wir uns eine Weile nett unterhalten. Irgendwann meinte er, dass er nun genug Pause gemacht und läuft weiter.

    Als Nächstes kam ein Spanier. Dieser sprach zu meinem Erstaunen deutsch. So haben wir uns bis nach Carrion de los Condes unterhalten. Dort angekommen ging er in eine Bar um seine Schwester zu treffen und ich in den Supermarkt.

    Nach Carrion tauchte der Pole wieder auf. Ganz plötzlich. Eigentlich hatte er mich ja überholt und ich hatte ihm am Ortsausgang noch vor mir gesehen. Dieses Mal wollte er auch nicht mehr gehen. Er lief mit mir fast bis zum Ziel. Das war leider etwas anstrengend. Die Unterhaltung war am Anfang ok. Leider sprach er etwas schlechter Englisch als ich und manche Dinge verstand er nicht. Das Smartphone als Übersetzungshilfe von Polnisch auf deutsch half auch nicht weiter. Es gab nicht so wirklich Sinn.
    Wir versuchten es also auf Englisch weiter. Er erzählte mir, dass er einen sehr eindrücklich Traum von Saantiaago hatte. Danach hat er zwei Tage überlegt und wusste dann, dass er nach Santiago laufen muss. Er ist von Polen bis Monaco gelaufen. Dort habe er dann erfahren, dass er den Jakobsweg von überall laufen kann. Daraufhin hätte er sich in Frankreich einen Pilgerpass besorgt und seit dem sei er ein Pilger.
    Irgendwo sei ihm dann sein Rucksack mit allem drin geklaut worden. Nette Menschen hätten ihm aber Sachen geschenkt und er konnte weiterfliegen. Inzwischen findet er es aber garnicht mehr schlimm. Jetzt sei er frei. Ob ich meine Herbergen verbuche wollte er wissen. Ich sagte ihm, dass ich das am Vortag mache. Daraufhin meinte er, dann könne ich ja garnicht so laufen wie ich Lust habe. Er läuft immer so lange wie er Lust hat.
    Richtig. Wenn man alle Zeit der Welt hat kann man das machen. Ich nicht. Mein Rückflug ist gebucht.
    Es stellte sich im laufe der Zeit heraus, dass er doch etwas abgedreht war und mich ziemlich nervte. Leider hatte er es plötzlich nicht mehr so eilig nach Santiago zu kommen. Bis zu folgendem Punkt:
    Nachdem die Sonne brannte ganze Zeit und ich hielt irgendwann an um meinen Sonnenschutz im Gesicht zu erneuern. An einer Stelle hatte ich die. René offensichtlich nicht gut verrieben und er kam auf mich zu und wollte mir helfen. Ich habe ihm ziemlich deutlich gemacht, dass er es ja nicht wagen soll mir ins Gesicht zu fassen. Ich hasse das. Egal von wem. Hab ich schon bei Mama gehasst…
    Er meinte dann noch was von „Das denkst du?“ und weg war er. Keine Ahnung was er verstanden hatte oder verstehen wollte. Die letzten 5 km konnte ich auf jeden Fall alleine geniessen.
    Calzadia versteckt sich wirklich bis kurz vorher. Man sieht zwar den Turm des Friedhofs der außerhalb liegt, nicht aber die Stadt. Als sie dann aufgetaucht ist, war meine Freude um so größer, weil meine Herberge gleich am Ortseingang lag. Wie jeden Abend wurde ich begrüßt und bekam eine kurze Einführung in die Regeln und die Örtlichkeit. Nachdem ich ins Bad kam, stand da tatsächlich der Spanier. Enrique heißt der Guteste. Er hat sich doch tatsächlich von seiner Schwester zur Herberge fahren lassen.
    Leider war der Pool im Garten (noch) geschlossen. Wobei ich nicht weiß ob er wirklich benutzt wird, so wie er aussah eher nicht.
    Læs mere

  • Población de Campos

    18.–19. maj, Spanien ⋅ ☁️ 18 °C

    Die Nacht war… interessant. In der Herberge gehen um kurz nach 21:00 Uhr die Lichter automatisch aus und um 6:00 Uhr wieder automatisch an. Leider hatte ein Mitpilger seinen Wecker auf 5:00 Uhr gestellt und 30 Pilger waren wach. Bis auf der Pilger dem der Wecker gehörte. Irgendwann ist jemand hingelaufen und hat ihn geweckt. Ich habe mir einen Podcast angemacht, denn mein Wecker vibriert eigentlich erst um 6:30 Uhr. Trotzdem konnte ich nicht mehr schlafen. Also irgendwann aus dem Bett gequält angezogen, Rucksack gepackt und zum Frühstück gewackelt. Ich hätte sogar noch ein paar Rühreier abbekommen, wenn der nette Pilger vor mir noch was übrig gelassen hätte. Hat er leider nicht. Wahrscheinlich hat er gedacht er ist der Letzte und kann sich mit dem Rest den Teller vollmachen. Ansonsten ist das Frühstück hier nicht wirklich erwähnenswert. Es ist überall ziemlich gleich. Kaffee, Saft, Toast, Margarine, Marmelade, Cornflakes und irgendwelche abgepackten süßen Küchlein. Jogurt und Obst gibt es auch noch ab und zu. Und heute hätte es Eier gegeben… Egal. Ich schleppe ja noch 2 im Rucksack durch die Gegend.

    Ich habe lange hin und her überlegt was ich machen soll und ein Bett in Fromista und in Bett in Población reserviert. Die Herberge in Población hat nicht die besten Bewertungen. Aus der anderen Seite wird die folgende Etappe dann extra lang. Am Morgen habe ich mich dann gegen Fromista entschieden und meine Reservierung dort storniert.

    Der Weg führte aus Castrojeriz heraus und dann auf einem Kilometer nach oben auf den Mirador del Alto de Mostelares. Ich versuche immer die aktuelle Etappe mit den Beschreibungen im Buch „Ich bin dann mal weg“ abzugleichen und höre dazu immer in die passende Stelle des Hörbuchs rein. Hier muss ich sagen hat er etwas übertrieben. Bergpass…
    Im Buch hört sich das an, als ob man zig Höhenmeter auf einen Bergpass überwinden müsste. In Wirklichkeit sind es gerade mal 150 Höhenmeter auf 1km Länge. Danach geht es auf der anderen Seite dann wieder hinunter und relativ flach durch die Felder.

    Verlaufen kann man sich hier wirklich nicht. Zum einen gibt es unzählige gelbe Pfeile, zum anderen wird man gleich zurückgepfiffen wenn man in eine andere Richtung läuft weil man z. B. einen Busch braucht. Das ist ein Ding das mich hier tierisch nervt. Keine öffentlichen Toiletten! Weder unterwegs an den Rastplätzen noch in den Dörfern durch die man kommt. Während Mann sich an den Baum lehnen und die Wiese düngen kann heißt das für mich immer: Geeignete Stelle suchen, Rucksack runter, hinter den Busch, Rucksack wieder aufsetzen, alles neu einstellen und justieren und dann weiterlaufen.

    Vor Fromista ging es ca. 5km immer an einem Kanal lang. Hier hätte man auch ein Boot nehmen können. Leider fährt es nur Mittwoch bis Sonntag. Also weiter zu Fuß. Die meisten haben heute in Fromista die Etappe beendet. Ich musste noch 4 km weiter. schnurgerade immer an der Straße lang.

    Am Ziel angekommen, gleich mal an der Herberge vorbeigelaufen. Zum Glück ist der Abend nicht so groß.
    Die Herberge war dann auch wie gedacht. Als erstes saß der Italienische Sunnyboy mit Joint im Aschenbecher vor der Tür und mich begrüßt. Soweit ganz nett, ich war trotzdem froh, dass andere Pilger anwesend waren. Ich fand ihn ein bisschen schmierig. Interessant war auch, dass die Übernachtung nur 13 € anstatt den üblichen 15 € kostete, dafür muss dir aber der Einmal Bettbezug für zwei Euro extra dazu gekauft werden. Die Herberge war bis auf die Küche sauber, aber ein bisschen abgewohnt. Auf meiner Matratze war zum Beispiel der Bezug schon abgerubbelt. Als Decken gab es nur kleine, dünne Kinderdecken, maximal 1,50 lang. Somit war das die erste Herberge, in der ich meinen Schlafsack mit Kopfteil voll ausnutzen konnte.
    Læs mere

  • Castrojeriz

    17.–18. maj, Spanien ⋅ ☁️ 14 °C

    Trotz zehn Bettzimmer und Schnarcher habe ich recht gut geschlafen. Bin nur zu früh aufgewacht. Nachdem die resolute Irin in unserem Zimmer gestern Abend noch eine Gemeinschaftsentscheidung gefordert hat, und alle sich für 6:00 Uhr Weckzeit ausgesprochen haben, hatte sie wohl überseheen, dass bei der Abstimmung die Koreanerin nicht anwesend war, und so begann diese dann kurz nach fünf ihre Sachen zu packen. Wenigstens war der Wecker lautlos.

    Der Weg geht heute wieder ein Stückchen nach oben und dann ziemlich flach durch eine Eintönige Landschaft mit viel Feldern und Windrädern. Man könnte meinen Mann wandert in Ostdeutschland. Der Weg führte auch durch Hontanas. Auf diesen Ort war ich gespannt. Hape schreibt in seinem Buch von einem mittelalterlichen Ort ohne Autos. Davon ist heute nichts mehr zu sehen. Es ist inzwischen ein ganz normaler Ort wie so viele durch die ich laufe. Mit mehreren Herbergen und Bars.

    Auf dem Weg treffe ich auch das Pärchen aus der Herberge wieder. Die beiden sind Kanadier und sie hatte so einen Muskelkater, dass sie am Vorabend nur mit den Wanderstöcken die Treppe hoch und runter kam, auf dem flachen Weg lief sie langsam mit ihrem Mann. Es ging wohl schon besser. Als ich in der Herberge ankam, starten die beiden gerade vor mir am Checkin. Ich wunderte mich noch kurz, erfuhr dann aber, dass ihr irgendwann die Beine weg gesackt sind und sie ein Taxi für den Rest des Weges bestellt hatten. Bin gespannt, ob ich sie noch mal sehe.

    Da der Weg heute nur 20 km lang war, bin ich auch schon um 13:00 Uhr in Castorjeriz angekommen.
    Seit Horrnillos habe ich endlich ein Management für meine Klamotten.
    Nachdem jetzt endlich gutes Wetter ist, hat die Kleidung auch die Chance, nach der Wäsche zu trocknen. So hatte ich dort alles, was ich die letzten Tage anhatte gewaschen. Jetzt kann ich die Sachen vom Wandern abends kurz von Hand waschen und habe die 2. Garnitur für danach.

    Das Wanderwetter ist perfekt Sonne aber nicht zu warm. Unter 20°. Das entschädigt für die ersten Regentage auf dem Weg. In der Herberge habe ich auch erfahren, dass ich wirklich Glück hatte mit Regen über die Pyrenäen. Vor ein paar Tagen gab es mindestens 10 cm Schnee. Da will ich mich doch nicht beschweren.

    Das Abendessen in der Herberge war so lala. Zuerst ein Rohkostsalat mit Kichererbsen für alle. Da ich kein Fleisch wollte, gab es für mich dann wabbeligen Tofu mit Erbsen und Möhren mit Ofenkartoffeln. Zum Glück haben die anderen von ihren Kartoffeln was übrig gelassen. So konnte ich da nochmal nachschlagen. Die waren nämlich lecker. Der Nachtisch war wieder etwas seltsam. Irgendeine dünne Creme die auf das dreifache aufgeschlagen war. Das sah auf den Bildern auch irgendwie leckerer aus.
    Læs mere

  • Hornillos de Camino

    16.–17. maj, Spanien ⋅ ⛅ 12 °C

    Aufstehen, Rucksack packen, frühstücken, laufen, ankommen, duschen, Wäsche waschen, ausruhen, Abendessen, schlafen.
    That‘s it.
    Ein kleiner Nachteil, der Herberge in Burgos war, dass es sich um ein normales Hostel handelt. Somit war ich die erste, die morgens um kurz vor sieben aus dem Bett gehüpft ist.
    Ich habe also versucht, möglichst leise, meine sieben Sachen zusammen zu packen, habe mich im Bad angezogen und bin in den Gemeinschaftsraum verschwunden, um meinen Rucksack ordentlich zu packen.
    Danach ging es bei kühlen, 1°C los durch die menschenleere Stadt. Leider ist auch der Weg aus der Stadt sehr schlecht beschildert, so, dass ich meine Camino App bemühen musste, um den Einstieg zu finden.
    Nachdem dieser Einstieg gefunden war, hieß es wieder: lauf einfach den anderen mit Muschel hinterher.
    Der Weg führte nach Burgos auf geschotterten Wegen euch Felder und Wiesen auf eine Hochebene. Hier gab es nicht viel zu sehen außer Felder und Weg. Ab und zu gab es andere Pilger die man beim Überholen nett grüßt. Durch meinen Pausentag in Burgos sind nun alle die ich vorher kennengelernt hatte weg. Vielleicht sieht man sich wieder, vielleicht auch nicht. Wer weiß das schon.
    Das gemeinsame Abendessen in der Herberge hatte ich nicht gebucht, da es keine fleischlose Alternative gab. Ich hatte sowieso noch ein paar Sachen in meinem Rucksack die weg mussten.
    Læs mere

  • Burgos

    14.–16. maj, Spanien ⋅ ☁️ 13 °C

    Der Morgen begann recht früh. Schon vor 5 Uhr! begannen die ersten ihr Zeug zu packen. Mein Wecker klingelt erst 6:30 Uhr. So lange blieb ich auch liegen. Um 7 Uhr waren wir dann noch zu dritt im Schlafsaal. Alle Anderen haben sich schon vom Acker gemacht. Die ham se doch nich alle. Die Wette habe ich übrigens gewonnen. Er ist einfach aufgestanden und gegangen.

    Ich hab wieder brav meine Siebensachen in den Rucksack gepackt und war noch Zähneputzen. Dann ging es kurz vor 8 los. Laut WanderApp nur 20 km bis Burgos. Easy living heute. Ich habe mir dann auch gleich im nächsten Dorf einen Kaffee und ein Croissant zum Frühstück geholt und mich in die Sonne gesetzt.

    Heute gab es viel Straßenrand zu laufen. Manchmal mit und manchmal ohne Trampelpfad bzw. Gehweg daneben. Dann ging es wieder einmal den Berg hoch und den Berg runter. Von oben konnte man schon Burgos sehen. Das sah natürlich wieder näher aus als es war. Unten am Berg gab es dann auch schon wieder die nächste Verpflegungsstation und ich gönnte mir noch einen Kaffee und eine Tortilla. War ja schon fast Mittag.
    Durch 2 weitere Dörfer bin ich dann am Stadtrand von Burgos gelandet. Einmal um dem kleinen Flughafen, muss man ersteinmal 3-4 km an einer Hauptstraße durch ein Industriegebiet, bevor man an den eigentlichen Stadtrand kommt.

    Zum Schluss waren es dann wieder 23 km bis ich am Ziel war. Im Hostel angekommen, hat mir der lustige Herr an der Rezeption erklärt, dass es ihm furchtbar leid tut und ich auch kostenfrei stornieren dürfte, aber sie haben heute kein warmes Wasser.
    Tollo. Bin trotzdem geblieben. Ich hatte einfach keine Lust mir ein anderes Bett für die 2 Nächte zu besorgen.

    Nachdem ich jetzt schon seit fast 2 Wochen am Laufen bin, gab es endlich einen Pausentag. Ich habe mir die Kathedrale und die Altstadt angeschaut. Momentan ist irgend ein Blumenfest in der Stadt. Mehrere Gebäude und Plätze sind mit Blumen geschmückt.

    Die Kathedrale ist gigantisch. Immer mal wieder wurde hier etwas angebaut und dort etwas ergänzt. Eine Attraktion ist z. B. Eine mechanische Uhr die ganz oben irgendwo hängt. Jede 1/4 Stunde schlägt die eine Figur die Glocken und zu jeder vollen Stunde bewegt die andere Figur den Mund.
    Die Altare sind über und über mit verschiedenen Figuren und Szenen aus der Bibel verziert. Echt beeindruckend.
    Læs mere

  • Agés

    13.–14. maj, Spanien ⋅ ☁️ 13 °C

    Der Rauchmelder hat sich zum Glück nicht mehr gemeldet. Somit war die Nacht recht ruhig. So ging es weiter immer den gelben Pfeilen nach.
    Die Überlegung zwecks Ziel war nicht so einfach. Entweder bis Villafranca laufen, nur 12 km oder bis nach St. Juan de Ortega laufen, ca 23 km. Dazwischen ist nichts. Nur ein Berg.

    Ich habe mich dann für St. Juan entschieden. Leider besteht der Ort aus ca 3 Häusern und einer Kirche. Die beiden Herbergen waren leider voll und so hießen weiterlaufen bis nach Agés.

    Hier kam ich in der städtischen Herberge unter. Ein Raum 38 Schlafplätze. Ein Träumchen. Die Füße taten weh, die Dusche war wie immer zu klein und dann lag unter mir auch noch ein ziemlich rücksichtsloser alter Mann, der garnicht merkte, wie er sich verhält wenn er mit seinem Gegenüber die Route bespricht und sich immer wieder aufs Bett fallen lässt. Er ging dann irgendwann zum Abendessen und ich hatte etwas Ruhe. Ich könnte wetten er geht morgen früh einfach ohne das Bettzeug abzuziehen.

    Keine Ahnung warum, die Füße taten heute besonders weh. Ich blieb also einfach im Bett liegen, hörte Podcast und versuchte herauszufinden was man in Burgos besichtigen kann.

    Um 22:00 Uhr war wie immer Schicht im Schacht. Licht aus. Schlafen.
    Læs mere

  • Belorado

    12.–13. maj, Spanien ⋅ 🌧 12 °C

    Trotz der vielen Menschen war die Nacht recht ruhig. Auch wenn ich mal wieder etwas gefroren habe. Bis ich meine Sachen gepackt hatte war es wieder 8 Uhr und ich stapfte fast als letzte los.

    Die Wettervorhersage prophezeite Regen. Dieser wusste aber offenbar nichts davon. Es blieb also trocken.
    Kurz nach 12 kam ich an einer Raststelle für Pilger vorbei. Ein niederländisches Pärchen hatte ein Haus gekauft und erst diese Woche die Verpflegungsstelle eröffnet. Es gab Obst, Gemüse, Kaffee, Brot usw. Gegen eine Spende durfte man sich stärken. Ich kam mit dem Hausherrn ins Gespräch und erfuhr, dass sie eigentlich ein Hostel kaufen wollten und dann bei dem jetzigen Haus gelandet sind. Damit sind sie jetzt total glücklich. Momentan öffnen sie ihre kleine Pilgeroase über die Mittagszeit und erhalten viel positive Rückmeldung.

    Natürlich ging es auf den restlichen 8 km dann doch noch an zu regnen. Zum Glück nicht allzu stark. In Belorado kam ich als erstes an der tollen Herberge mit Pool vorbei. Dafür hatte ich eigentlich meinen Badeanzug dabei. Nachdem das Wetter aber nun mal ist, wie es ist, habe ich mich entschlossen, noch bis ins Dorf runter zu laufen und mir dort eine Herberge zu suchen. Gleich neben der Kirche hat die Schweizer Jakobusgesellschaft eine Herberge. Diese ist es dann geworden. Zu dritt im 8er Zimmer. Bevor wir schlafen gehen konnten, wollte erst der Rauchmelder 2x Alarm schlagen. Keiner wusste warum. Vielleicht hätte ich die Schuhe anlassen sollen…
    Læs mere

  • Santo Domingo de la Calzada

    11. maj, Spanien ⋅ ⛅ 18 °C

    Die Nacht war ganz angenehm und so ging es weiter. Langsam verschwimmen die Wochentage ein wenig und man muss doch kurz nachdenken, welcher Tag heute ist.
    Eigentlich wollte ich nur bis nach Azofra laufen. Auf dem Weg habe ich es mir dann aber anders überlegt. Ich hatte die Aussicht, dass ich noch zu einer annehmbaren Zeit in Santa Domingo ankomme. So mussten meine armen Füße an diesem Tag wieder über 30 km laufen.
    Immerhin war es warm und sonnig, was mir auch gleich einen Sonnenbrand eingebracht hat. Aber nur links am Hals. Rechts ist alles ok. Ich konnte auch zum ersten Mal meinen Solarhut ausprobieren. Funktioniert einwandfrei. Hab während dem Laufen mein Handy geladen. War ja etwas skeptisch, aber es funktioniert überraschend gut.

    In Santo Domingo musste ich mich dann zwischen Zisterzienserkloster und städtischer Herberge entscheiden. Ich habe die städtische genommen. Eine große Herberge mit über 100 Betten. Ich war dann auch im 16er Zimmer untergebracht.

    In der Stadt war ganz schön was los. Vom 10. - 12.5. wird ein Fest zu Ehren des Stadtheiligen gefeiert. Es ging ein bisschen zu wie an Fasching. Nur mit mehr Kirche und mehr Böller. Ganz üble Dinger die von den jungen Männern gezündet werden.
    Dafür konnte ich mich einfach in die Kathedrale schmuggeln ohne Eintritt bezahlen zu müssen. Ich wollte doch unbedingt die Hühner anschauen die dort im Käfig sitzen. Der Nachschub residierte übrigens im Garten der Herberge. Zuerst dachte ich: „Oh nein! Das Zimmer geht in Richtung krähendem Hahn.“ Dann habe ich allerdings realisiert, dass auch Hühner nachts schlafen.

    Nach dem obligatorischen Abendessen ging es auch schon schlafen.
    Læs mere

  • Ventosa

    11.–12. maj, Spanien ⋅ ⛅ 17 °C

    Nächster Tag, neues Glück.
    Ich konnte ein bisschen länger schlafen. War nicht schlecht. Sogar mit einer richtigen Bettdecke und Kopfkissen. Ich wusste garnicht was ich mit soviel Decke anfangen soll. Nach dem mehr oder eher weniger guten Hostelfrühstück ging’s dann kurz nach 10 zur Busstation gerademal eine Türe weiter. Um 10:30 Uhr fuhr der erste Bus zurück nach Logroño.

    Während der Fahrt habe ich dann schon mal den Weg und die Pilgermenge begutachtet. Waren garnicht so viele. Keine Ahnung wo die in Logroño alle herkamen. Ich habe kurz überlegt, ob ich in Logroño einen Pausentag einlegen soll und der Stadt noch eine Chance geben, entschied mich dann aber dagegen. Schon beleidigt. Außerdem waren immernoch hunderte Menschen unterwegs.

    In Logroño hieß es dann erstmal 1-2 km bis zum Jakobsweg zurücklaufen. Dann ging’s auf dem offiziellen Weg weiter. Das Wetter war nicht schlecht. Leider hielt es nur bis ich aus der Stadt war. Bis zum Stausee war ich wieder pudelnass.

    Während ich so tropfte, wanderten meine Gadanken zum Tagesziel. Navarrete 12 km? Zu nah,
    Sotes 17 km? zu viel Umweg.
    Najera 30 km? Zu weit
    Also Ventosa. Kleiner Umweg. Ca. 20 km entfernt. Empfohlene Herberge.

    Der Regen hörte bieder auf und ich erreichte Naverrete. Danach hätte ic eigentlich durch das Tal der Steinmännchen kommen sollen. Bin ich aber nicht. Obwohl ich den offiziellen Weg gelaufen bin. Komisch. So blond kann ich ja nicht gewesen sein.

    18:30 endlich in Ventosa in der Herberge angekommen, bekam ich ein Bett im 8er Zimmer. 3 Französinnen, ein Franzose, die beiden Österreicherinnen und ich. Nach der Wäsche habe ich mich auf den Weg zur Bar gemacht, dort noch einen Salat mit Ziegenkäse bekommen und tatsächlich Brian wieder getroffen. Er war dann auch ganz perplex, dass ich in Logroño kein Bett mehr bekommen habe. Allerdings hat er um halb 2 auch nur noch eine Matratze abbekommen. Kein Wunder also dass bei mir nichts mehr frei war.
    Læs mere

  • Logroño (Burgos)

    9.–10. maj, Spanien ⋅ ☁️ 18 °C

    So gut geschlafen hatte ich schon lange nicht mehr. Trotz 10-Bett Zimmer und mindestens 1 Schnarcher.
    Am Morgen gab es dann ein süßes Frühstück mit Brot, Marmelade, Schokocreme und Kaffee. Dann ging es weiter Richtung Logroño. Das Wetter war wieder perfekt. wolkig ohne Regen bei 15-20 Grad. Natürlich gab es auch wieder ein paar Hügel. Ich habe aber das Gefühl. Jetzt, nach einer Woche Wandern geht es schon besser. Trotzdem werden Berge und ich keine Freunde.

    In Viana war ich schon kurz nach halb eins, deshalb beschloss ich, dass ich bis Logroño weiterlaufe. Dort war ich dann auch schon 2,5 Stunden später. Leider war dort alles voll. Keine Ahnung was dort los war. Alle Hostels waren. ausgebucht und die Alberges waren voll. Ich hätte mir für 150€+ ein Hotelzimmer buchen können. Ne ne ne. Da musste eine andere Lösung her.

    Weiterlaufen? Bis zum nächsten Ort wären es nochmal 10km. Ich war ja schon 30 km gelaufen. Das war genug. Also los. Denken.

    Recherche 1: Gibt es einen Bahnhof? Antwort: ja.
    Laut dem schlauen Apfel fuhr dort heute nur noch 1 Zug. Die Bahnstrecke ging dann auch noch in eine Richtung, wo ich garnicht hin wollte.

    Recherche 2: Gibt es einen Busbahnhof?
    Antwort: ja
    Ich wusste, dass es einen Bus nach Burgos gibt. Also den schlauen Apfel gefragt wo der Busbahnhof ist und dorthin gelaufen.

    Dort angekommen musste ich ersteinmal den richtigen Automat finden. Jede Busgesellschaft hat einen anderen. Bei meiner war der Drucker kaputt. Die Seite des Busunternehmens wollte meine Daten nicht fressen. Nachdem ich alles zum zweiten Mal eingegeben hatte und es beim Drücken des „weiter“ Buttons verschwand, war es mir zu doof. Ich kaufte die Karte über einen Drittanbieter. In Spanien muss man nämlich selbst für eine popelige Busfahrkarte die Sozialversicherungsnummer oder die Passnummer angeben.

    Der Bus fuhr dann auch brav die Strecke ab, die ich in der nächsten Woche laufen werde. Dabei habe ich auch gleich gelernt, dass ich garnicht bis nach Burgos hätte fahren müssen. Der Bus hielt nämlich auch in diversen anderen Orten entlang des Weges. Egal. Das Bett in Burgos war gebucht. So konnte ich mir die Strecke schon anschauen. Zurück wird noch besser. Da laufen dann auch Pilger.

    Die Idee rückwärts zu laufen wie ich es schon einmal in der Schweiz gemacht hatte, habe ich verworfen.

    Irgendwie ist es komisch jetzt mit 3 oder 4 Fremden in einem Zimmer zu liegen. Auf dem Weg fühlt sich das irgendwie besser an.
    Læs mere

  • Los Arcos

    8.–9. maj, Spanien ⋅ ☁️ 17 °C

    Die Nacht war 🍑-kalt. Auf der anderen Seite des Raumes hatte jemand die Balkontüre geöffnet. Draußen hatte es nicht einmal 10 Grad. Die Nacht war nicht wirklich angenehm. Dementsprechend ungern bin ich aufgestanden. Ich habe dann einfach meine Sachen schnell zusammengenommen und meinen Rucksack unten in der Halle gepackt. Auf dem Weg nach Unten habe ich gesehen, dass es in den Schränken im 1. OG Zusatzdecken gegeben hätte. Nach einem Kaffee aus dem Automaten ging es um 8:00 Uhr los. Das Wetter war wolkiger als am Tag davor. Trotzdem hielt das Wetter und es war sehr angenehm zu laufen. Auch, wenn es mal wieder bergauf ging.

    Kurz nach Estell kommt der bekannte Weinbrunnen von Irache. Natürlich stand davor eine Schlange. Als Biertrinker habe ich mich mit Bilder machen begnügt. Nach den Gesichtern der anderen zu urteilen war das auch gut so.

    So ging es weiter durch Felder und kleine Dörfer bis an der Straße der Food-Truck der Pilgeroase stand. Genau passend zur Mittagszeit kam ich dort an. Nach einer kurzen Pause und einem Bocadillo mit Ei und Käse ging es weiter.

    Das Wetter hielt bis ich in der Herberge war. Erst als ich Los Arcos besichtigen wollte, goss es wie aus Eimern. So musste das warten.
    Die Dorfkirche ist der Hammer. Jeder Quadratzentimeter ist bemalt, vergoldet oder sonstwie verziert. Im Supermarkt noch schnell ein Abendessen besorgt und dann zurück zur Herberge. Ich hoffe die nächste Nacht wird besser als die Letzte. Eine Zusatzdecke habe ich auf jeden Fall schon.
    Læs mere

  • Estella

    7.–8. maj, Spanien ⋅ ☁️ 18 °C

    Neuer Tag, Reise, Glück.
    Nach dem Ladekabelfiasko von gestern, blieb mir nichts anderes übrig, als mich in Puente de la Reina nach einem neuen Kabel umzuschauen. Leider musste ich die Herberge um 8:00 Uhr verlassen und die Läden öffnen erst um 9:00 Uhr. Im Ort unten angekommen traf ich zufällig auf die Jungs aus der Pfalz, Sie erzählen mir dann auch, dass sie im Supermarkt auf der anderen Seite des Dorfes an der Kasse welche gesehen hatten. Perfekt. Es war 8:45 Uhr und ich lief in Richtung Supermarkt. Kurz musste ich noch warten dann wurde geöffnet. Ladekabel gekauft. Tag gerettet.

    So starte ich recht spät zur nächsten Etappe. Dafür war das Wetter super. Sonne und Wolken haben sich den ganzen Tag abgewechselt. Die Temperatur lag bei angenehmen. 15 - 20 Grad. An 2 Abzweigungen musste ich kurz das Smartphone zücken um nicht falsch abzubiegen, ansonsten war der Weg gut ausgeschildert. Es liefen auch immer wieder andere Pilger vor mir. So konnte ich mich eigentlich nicht verlaufen.

    In Estella angekommen lief ich zur städtischen Herberge, fragte nach einem Bett und bekam eines zugeteilt.

    Das gute Wetter habe ich dann gleich genutzt um Wäsche zu waschen. Als ich in den Garten zu den Waschtrögen ging rief plötzlich jemand: „Die Isa.“ Es war Brian.
    Eine halbe Stunde später habe ich dann auch Günter entdeckt.
    Wir haben uns dann noch eine Weile unterhalten bevor es auch schon wieder ins Bett ging. Meistens ist in den Herbergen um 22:00 Uhr Bettruhe angesagt.
    Læs mere

  • Puente de la Reina

    6.–7. maj, Spanien ⋅ ☀️ 16 °C

    Heute war ein stressiger Tag. Trotz vier Bettzimmer habe ich beschissen geschlafen. Irgendwann in der Nacht bin ich aufgewacht und konnte nicht mehr einschlafen. Keine Ahnung warum, es lief nicht mal Kopfkino. Das Highlight des Tages war das leckere Frühstück und die herzliche Verabschiedung aus der Casa Paderborn.

    Nach Pamplona geht der Weg durch Vororte und Felder, dann geht es wieder steil nach oben auf den El Perdón mit der Pilgerskulptur und eine atemberaubenden Aussicht. Zu erwarten, ging es auf der anderen Seite umso steiler wieder hinunter.

    Eigentlich wollte ich ja nur bis Obanos laufen, aber es kam anders, schon morgens beim loslaufen. Im Pamplona bemerkte ich beim Blick auf das Handy, dass mein Akku nur 1 % hatte. Ich war etwas erstaunt, da ich es die halbe Nacht am Ladegerät hängen hatte. Ich dachte an nichts schlimmes, Stecker nicht richtig eingesteckt oder so und hänge es an meine zum Glück vollständig geladene Power Bank. Alles funktioniert soweit. Zur Abwechslung regnet es heute nur ab und zu ganz leicht komme ich trocken an leider ohne Akku. Das Telefon ist leer und lässt sich auch nicht mehr laden. Nach einigen Versuchen habe ich mein Kabel Verdacht. Dann eben ohne.

    Nachdem ich fast 1 Stunde lang ohne Erfolg versucht habe, ein Hostel/Alberge (von den ungefähr fünf an der Kirche angeschlagenen) zu finden die auch aufmacht, kämpfte der Schwabe kurz mit meinem Schweinehund, ob ich vielleicht doch die 60 € für ein Zimmer investieren sollte. Was soll ich sagen? Der Schwabe hat gewonnen. 🙈

    Es waren ja nur noch 1,5 km bis Puente de la Reina. Dort angekommen waren die ersten beiden Herbergen voll. Der Weg führte zufälligerweise an der Turiinfo vorbei. Die nette Dame dort, drückte mir dann ein Stadtplan in die Hand und erklärte mir den Weg zum Hostel mit freien Betten.
    Dort angekommen, gab es den obligatorischen Stempel in den Pilger. Pass die Anmeldung und die Frage, ob ich Abendessen und Frühstück mit buchen will. Dies tat ich dann auch gleich. Ich bekam ein Bett im hintersten Zimmer. Dieses Mal war es ein, acht Bettzimmer. Ich entschieden mich wieder für das obere Bett, ging duschen und danach gleich zum Abendessen. Mir wurde der letzte Blatt seiner einer langen Tafel zugewiesen. Als der Typ neben mir hello sagte, war mir fast augenblicklich klar, dass dies schon wieder ein Deutscher ist. So war es dann auch Günther aus dem Münsterland. Er läuft schon seit Frankreich. Eigentlich hat er letztes Jahr angefangen, ist dann leider umgeknickt und musste nach Hause fahren. Dieses Jahr ist er wieder dort gestartet, wo er letztes Jahr aufhören musste und will den Weg zu Ende laufen.
    Viel ist an diesem Abend nicht mehr passiert. Ich konnte mir zum Glück ein Ladekabel leihen um auf Vordermann zu bringen. Somit wusste ich jetzt sicher, es liegt an meinem Kabel Probleme, die die Welt nicht braucht.
    Læs mere