Colombia
Cartagena

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185 travelers at this place:

  • Day62

    Cartagena

    December 11 in Colombia

    Cartagena ist mit seinem kolonialen Centro sicherlich die schönste Stadt Kolumbiens. Kein Wunder, dass hier massenweise Kreuzfahrtschiffe anlegen und es hier dementsprechend touristisch zugeht. Da wir bislang in Kolumbien nur das kühlere Hochland bereist haben, genießen wir hier eine karibische Priese bei sonnigen 30 Grad.Read more

  • Day75

    Ein Resumee, Zentralamerika

    October 25 in Colombia

    Hola!

    Wir haben Zentralamerika hinter uns gelassen - Zeit für einen Rückblick. Oft unterhalten wir uns über die Unterschiede, die wir von Land zu Land, von Kultur zu Kultur gesehen haben - und vergleichen diese mit unserem zu Hause.

    Es ist einfach ein unheimlich großes Privileg in einem Land zu leben, in dem man einfach nur den Wasserhahn öffnen muss und so viel Trinkwasser wie man braucht zur Verfügung hat! Costa Rica hat es als einziges Land geschafft ein gutes Versorgungsnetz aufzubauen.

    Hier in Zentralamerika haben sich auch alle schon daran gewöhnt, immer mal wieder keinen Strom zu haben. Und Toilettenpapier kommt nicht in den Klo, sondern in einen Mülleimer. Hier wird mit kaltem Wasser gespült - das wäre ja gar nichts für die Tante Irma ☺️!

    Als ein weiteres Privileg sehe ich es mittlerweile an, dass wir in Deutschland einen "Sonntag" haben! Und dass viele, außer diejenigen, die Schicht arbeiten, ein Wochenende haben, das sich vom Rest der Arbeitswoche abhebt. Hier ist nicht nur jeder Tag ein Arbeitstag, es unterscheidet sich auch in der Jahreszeit kaum etwas-also jeden Tag im Jahr das Gleiche!

    Hier kann man bauen wie und wo man will. Das würde ja gut funktionieren, wenn die Ausbildung bei Planern und Handwerker entsprechend wäre. Es ist für meine (Marcos) Augen ein Graus. Ich sehne mich so nach überlegter und guter Architektur. Ich kann einfach nicht im Ansatz erkennen, dass sich die Menschen an schönen Dingen erfreuen und bereit sind dafür auch Zeit und Hirn zu investieren... Und wenn einen mal ein schmuckes Haus anlacht, ist es aus spanischer Kolonialzeit. Ein Unterschied der Bauart zwischen einem Urnengrab auf dem Friedhof und einem Wohnhaus ist nur an den Fenstern zu erkennen ;-) Hinzu kommt: Instandhaltung wurde hier noch nicht erfunden. Furchtbar!

    In allen zentralamerikanischen Ländern gibt es unheimlich viele Kirchen und unterschiedliche Glaubensgemeinschaften - in dem kleinen Crooked Tree (Belize) mit ca. 1000 Einwohnern gab es 7 Kirchen! Das sind zum Teil nur Blechhallen oder größere Räume, aber zu den Gottesdiensten sind diese voll und laute Musik dröhnt aus ihnen heraus.

    Mit Pünktlichkeit haben es die Zentralamerikaner nicht. Beginnt der Gottesdienst um 10:00h, kommen die Leute noch um 11:00h. Soll um 8:30h eine Schulveranstaltung beginnen, trudeln die Eltern mit den Kindern um 9:00h noch gemütlich ein.

    Vor allem in Guatemala lieben es die Menschen ihre Zähne mit Gold oder Silber zu "verschönern". Es gibt ganze Zähne mit Metall, Zähne mit Umrandungen oder Zähne mit bestimmten Formen wie Sternchen - eine junge Frau hatte auf ihren beiden Schneidezähnen jeweils einen Stern **. Mich (Ariane) hatte das an die 90er erinnert, als viele Spätaussiedler in den Hunsrück kamen. Viele der älteren hatten auch goldene oder silberne Zähne. Ich weiß aber nicht mehr, ob es damals dort auch als "schön" galt, oder damit Gold für schlechte Zeiten gebunkert wurde?!?

    In den meisten der zentralamerikanischen Ländern ist die Machete ein ganz wichtiges Werkzeug - ein Allround-Gerät, das Kaefers Küchenmaschienen und Herbstreuthers komplettes Sortiment scheinbar ersetzen könnte. Mit der Machete werden Obst und Gemüse geschält und portioniert, oder auch Rasen gemäht - ganze Straßenrabatte werden fein säuberlich mit der Machete gemäht. Eine Motorsense haben wir erst in Costa Rica gesehen. Mit Traktoren oder anderen hilfreichen Geräten sieht es ähnlich aus. Interessant sind die Berufe. Sind es doch die selben wie zu Hause, ist es die Art der Umsetzung, die in uns oft Erstaunen, oder auch Bewunderung auslöst. Haben wir doch in Guatemala Männer gesehen, die für das Bauhandwerk Schotter herstellen. Höret und staunt: Man sitzt auf dem Allerwertesten, hält zwischen den Knien einem großen Wacker und klopft diesen mit Fäustel und Meißel über Stunden klein! Einen nach dem anderen, Tag für Tag! Hier darfst du kein Atheist sein! Welch' Berufe es allein auf den Straßen zu sehen gibt: Die Straßenpolizisten auf Kreuzungen, die Schuhputzer, die Eis- und Kaffeeverkäufer, sogar die Schreiner und Schlosser verrichten ihre Arbeit mit einfachsten Hilfsmitteln auf der Gasse. Die Obst- und Gemüseverkäuferinnen tragen ihren Waren auf dem Köpft und zwängen sich zwischen Autos, Mopeds und Tuktuks.

    Als Fremder im Land ist man ohne Navi total aufgeschmissen - es gibt keine Straßennamen, keine Straßenschilder, man weiß eigentlich nie, in welche Ortschaft man gerade hineinfährt, geschweige denn, wohin man fahren müsste, würde man selbst fahren. Witzig ist auch: fragt man die Einheimischen nach dem Weg, wissen die immer wo es ist. Es kam aber schon oft vor, dass uns ein Einheimischer in die eine und der nächste in die andere Richtung geschickt hat.

    Tragisch und unvorstellbar sind die Infos, die wir von Terry haben - sie erzählte von Guatemala. Ob und wie dies auch in den anderen zentralamerikanischen Ländern zutrifft, kann ich nicht sagen. In Guatemala werden noch immer Menschen verschleppt - für den Organhandel. Organe von Kindern seien am meisten gefragt. Uns sind in Guatemala außerdem die vielen noch sehr jungen Mädchen mit kleinen Babys, die auf den Rücken gebunden waren, aufgefallen. Guatemaltekische Frauen sehen mit 30 Jahren gut doppelt so alt aus.

    Im Ländervergleich hat sich für uns das Bild ergeben, dass Belize weit abgeschlagen, ganz hinten liegt. Für uns hat Belize ein wirklich trauriges Bild gezeigt. Gibt man im Internet den Ländernamen als Suchbegriff ein, so erhält man grandiose Bilder der Küste, das "Blue Whole" mit gigantisch schönen Bildern, traumhafte Sandstrände und noch tollere Hotels. Diese gehören jedoch ausländischen Investoren. Einheimische Arbeiter verdienen kaum etwas und so gelangt nichts, was die Touris an Geld mit ins Land bringen, wirklich ins Land. Belize hat seine Unabhängigkeit von Großbritannien gefeiert, es scheint jedoch nicht auf eigenen Beinen stehen zu können. Die Kolonialmacht scheint sich reichlich bedient zu haben. Das Land hat für sich keine Ideen und Eigeninitiative entwickelt. Es produziert außer ein wenig Obst im Süden scheinbar nichts. Die Supermarktregale sind leer, außer aus den USA importierte Waren werden teuer verkauft. Wenn es etwas gibt, ist dies meist in Pulver-Form (Milch, Kaffe...). Die lokalen Tiendas (Geschäfte) werden fast ausnahmslos von Chinesen übernommen (wie auch in Panama), weil sie früher, länger aber auch verlässlicher geöffnet haben als die Tiendas von Einheimischen, die dann aufmachen, wenn sie Lust dazu haben. Schnell lohnt es sich dann gar nicht mehr, weil die anderen Einheimischen ihr Bier und die Chips zum Chinesenladen kaufen gehen. Mit dem Bier sitzen sie dann ohne irgendeinen Ausdruck in den Augen zu haben auf ihren kleinen ungepflegten Grundstücken und versinken im Müll und Drogenrausch. Sie scheinen keine Idee zu haben, was sie mit sich, ihrem Leben und ihrer Zeit anfangen sollen. Während in Guatemala an den kleinsten Stellen Mais angebaut wird und in anderen Ländern sogar Viehaltung das Einkommen aufbessert und der Wirtschaft Milch- und Käseprodukte liefert, haben die Belizianer hektarweise Urwald und Dschungel abgeholzt um nichts mit den verbliebenen Landflächen zu machen.

    Das Grün und die Vegetation Costa Ricas erinnert an das satte Grün in Irland, wo auch Palmen wachsen...
    Es gibt Straßenschilder und geteerte Straßen!
    Häuser und Grundstücke sind sehr viel gepflegter
    Es gibt Flächen, die landwirtschaftlich genutzt werden und andere, die Naturparks sind - Costa Rica versucht den Spagat zwischen Landwirtschaft (leider auch hier wie in Deutschland mit viel Einsatz von Spritzmitteln aller Art) und Naturschutz. Die vielen Naturparks wurden schon früh etabliert, die zahlreichen Touristen unterstützen dies durch die doch recht knackigen Eintrittspreise. Costa Rica sticht als Land hervor. Wir haben uns gefragt, wie es sein kann, dass Menschen auf einmal keinen Müll mehr auf die Straßen werfen?!?

    Was wir zu Hause von den Ländern lernen können: sie haben ein super ausgebautes, flexibles öffentliches Verkehrsnetz mit kleinen Bussen, die dort anhalten, wo jemand steht.

    Und noch ein Riesen-Vorteil in Zentralamerika: es gibt keine Nacktschnecken! Grüße an Norbert und Winters Volker ;-)

    Adios America Central
    Ariane & Marco
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  • Day435

    Cartegena

    July 15 in Colombia

    A quick flight brought us to Cartegena - once the main port for shipping Spanish plunder to Europe and an incredibly rich city in its’ day.
    The original city walls are still intact and make a stark contrast between the old, stately Spanish architecture vs. the huge high-rise apartments that dominate the nearby shoreline. While the city is very beautiful, it was stinking hot (up to 100 degrees some days), so we limited our time out-of-doors to morning and evening, when it was still hot, but almost bearable. The feel of the city reminded us of New Orleans, with lots of horse-pulled carriages trotting through the narrow streets, and many, many restaurants and bars with some people walking through the streets with drinks-in-hand. It also reminded us of Galle in Sri Lanka, with its’ spectacular walls and beautiful old buildings. We particularly enjoyed eating delicious ceviche and indulging in a few very well-made martinis in several of the city’s charming, old bars.Read more

  • Day7

    Cartagena, Colombia

    December 24, 2014 in Colombia

    This morning we sailed into Cartagena, Colombia. Colombia conjures up many images for me including drug cartels and the places and activities we all saw in "Romancing the Stone". It was unexpected in that the people were friendly and the old town was rich with lovely architecture, fruit vendors and some of the most saturated paint colors I have ever seen.
    As you can see from the photos, there is an interesting juxtaposition of old and new. Jim and Nancy were anchored in their boat here 20 years ago at which time there were virtually no highrises.
    We keep reminding ourselves that it is Christmas Eve. We will be entertaining the Kleinschmidt's in our suite tonight with room service pizza and a movie-our schedule has been so busy, we need a quiet night while we wait for Santa. We have visions of emeralds dancing in our heads (we are in Colombia after all)! We will toast Christmas with a glass of Limoncello, because nothing says Christmasm like Limoncello.
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  • Day104

    Von echter Liebe und Hollywood

    April 30 in Colombia

    Im ganzen Medellin Trubel wäre beinahe untergegangen, dass wir nun schon über 100 Tage auf Reisen sind. Gut möglich, dass diesem besonderen Jubiläum noch ein eigener Post gewidmet wird. Ziemlich sicher sogar. Sonst würden die ganzen Statistiken die wir führen ja gar keinen Sinn machen. Die Zeit vergeht schnell und doch realisiert man(n), wie sehr Freunde und Familie einem fehlen. Sue ist natürlich auch ganz toll, aber ihr wisst schon was ich meine. Oder auch nicht. Beispiele? Hm, bei Familie Fischer verpasst man, wie bereits das zweite Kind schon vor dem Kindergarten zwar sauber blinken und abbiegen kann, aber nie lernt Fahrrad zu fahren und der Nachwuchs von Familie Stauber wird bei seiner Taufe wohl bereits die Einschulung und das erste fehlerfreie Diktat hinter sich haben. Und von all den noch zu gründenden Vereinen, bei denen ich zwar im Vorstand aber dann doch nicht aktiv sein werde, fange ich gar nicht erst an.

    Um so mehr haben wir uns hier in Cartagena über den ersten echten Liebesbeweis gefreut. Keine gut gemeinten Nachrichten von total schönen Wein-Abenden unter Freunden, zu denen man doch nicht eingeladen war. Keine zuckersüssen Videos von kleinen Menschen, die man dann doch nicht auf den Arm nehmen kann. Und keine schmerzenden und kaum verständlichen Video-Chats während dem Stimmungshöhepunkt am Karfreitags-Jass, bei welchem man doch nicht wie gewohnt an Tisch 1 sitzt. Und auch nicht an Tisch 2, dort aber in erster Linie wegen dem bedenklichen Jass-Niveau. Nein, echte Zuneigung zeigt sich durch physische Präsenz. Und so hoffen wir, es werden noch viele dem Beispiel von Lea folgen und uns effektiv und in Person auf unserer Reise besuchen. Extra für uns und nur für zwei Tage ist unser Lieblingsmensch Lea den weiten Weg von Zürich nach Cartagena in Kolumbien gereist. Nur um uns zu sehen. Zumindest habe ich das so verstanden. Echt schön von ihr. Wir haben uns natürlich tierisch gefreut und zur Feier des Tages ein frisches T-Shirt angezogen. Also Sue. Meins war noch ganz ok.

    Unsere gedankliche Spontanbewerbung als Statisten am Set von Will Smith‘s neuem Film „Gemini Man“ war nicht sonderlich erfolgreich. „Too gorgeous and glamorous“ hiess die zwar unausgesprochene aber sicherlich zutreffende Begründung. Und für tragende Rollen haben wir ganz einfach keine Zeit. Sorry. Cartagena - an der Karibikküste gelegen - markiert ja auf eine gewisse Art den Abschluss unserer Südamerika-Reise, wo dank karibischen Temperaturen und ständigen Salsa-Klängen auch bei uns ein wenig Ferien-Feeling aufkommt. Denn bevor wir uns auf den Weg nach Zentralamerika machen, steht noch der vor einigen Wochen geheimnisvoll angedeutete und höchst verdiente „Urlaub“ an. Also keine Zeit für Hollywood. Doch vor dem längst überfälligen Urlaub geht es noch für eine letzte Woche voller südamerikanischer Surf- und Hiking-Abenteuer zum Tayrona Nationalpark. Also Sue surft. Ich saufe. Wahrscheinlich. Ausser Will will uns doch noch. Wobei, auch dann.
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  • Day4

    Demorado

    January 4 in Colombia

    Darf man als Reisender die Zustände in seinem Gastland beklagen? Zumindest in den ersten Tagen neigt man zu wohlwollender Romantik und nachsichtiger Verklärung. Muss ja auch nicht alles immer so perfekt organisiert sein wie in Deutschland. Aber es hilft nichts: In Kolumbien ist alles etwas langsamer. Ich korrigiere: viel langsamer. Schon von den Anzeigetafeln in den Flughäfen leuchtet verdächtig oft: Demorado (delayed, verspätet). Ebensowenig ist es heute zu schaffen, die Motorräder aus den Containern zu holen. Den gesamten Vormittag verbringen wir im Zollgebäude, ohne erkennbaren Fortschritt. Immerhin bringt ein blau-gelber Papagei auf dem Zollgelände etwas Farbe in die Tristesse des Wartens. Auch schön: Ein mit Pinguinen geschmückter Weihnachtsbaum, der den Warteraum der Zollbehörde wenn nicht verschönert, aber doch irgendwie bereichert. Dennoch brechen wir ab, als die Zollbehörde zur Lunchtime den Dienst erst einmal beendet. Morgen geht es dann weiter in Sachen Befreiung der Bikes aus dem Container.

    Immerhin: Ein deutscher Alleinreisender beeindruckt nicht nur durch seine Gelassenheit mit den Zollbehörden, sondern vor allem mit seiner Geschichte. Er ist seit ein paar Monaten von Halifax in Richtung Süden unterwegs, allein in seinem VW-Bus (T6) und wird auf seiner Reise abschnittsweise von seinen Enkeln begleitet. Nota bene: Er dürfte Mitte 70 sein. Eine Hoffnungsschimmer für den Fall, dass man angesichts zunehmender Ungelenkigkeit einmal nicht mehr auf das Motorrad kommt.

    Um die Stimmung aufzuhellen, nehmen wir ein Taxi, das uns vom Containerhafen in die Altstadt von Cartagena bringt. Alte koloniale Pracht versammelt sich um eine Reiterstatue des Befreiers Bolivar. Bunte, fröhliche Hausanstriche und blumenumrankte Balkone prägen das Stadtbild. In die Fröhlichkeit mischt sich jedoch Melancholie: Zwei Künstler stellen aus unter den Headlines "nothing´s not an awful lot" bzw. "equilibrium en tempios de crisis" - ihre Werke fallen entsprechend aus. Eine Straße weiter eine schillernde Kneipe namens KGB, die gerade auf einem Handkarren in den Farben Boliviens mit dem lokalen Bier Club Colombia beliefert wird. Noch eine Straße weiter probieren wir Ceviche ("fresh fish in citric juices, with avocado & crunchy toppings"). Erkenntnis des Tages: Roher Fisch macht keinen Sinn.

    Marc stimmt uns in einem ersten Fahrermeeting um 17 Uhr auf die nächsten Wochen ein, zugleich taucht das erste größere technische Problem auf. Jeff hat sein (neues) Bike zwar aus dem (amerikanischen) Container herausbekommen, aber die Elektronik ist beim Wiederanschließen der Batterien abgeraucht und das Motorrad muß nun zum nächsten Händler nach Medellin, bevor wir auch nur einen KM gefahren sind.
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  • Day5

    Morgen ist endlich der erste Fahrtag, heute wird noch gewerkelt und gepackt. Wir können uns also mit dem Thema Ausrüstung beschäftigen.

    Das Equipment auf Reisen ist ein vielschichtiges Thema. Beim Wandern hat man in der Regel zu viel oder zu wenig dabei, beim Skifahren ist der Anorak zu warm oder zu kalt und beim Motorradfahren sind eine Vielzahl von Entscheidungen zu treffen, denen gemein ist, dass sie sich am Ende doch im ungewinnbaren Kampf mit den äußeren Einflüssen als falsch erweisen. Allerdings wäre es zu kurz gesprungen, die Reiseausrüstung nur mit Blick auf den vermeintlichen Nutzwert zu diskutieren. Denn mit allem was ich anhabe oder benutze, will ich natürlich meiner Umgebung etwas sagen - den Daheimgeblieben per Foto und den Menschen vor Ort live und in Farbe.

    Meine Erfahrung ist, dass der Motorradfahrer in dieser Disziplin sich vor allem seines Motorrads selbst als Kommunikationsmittel bedient, zumal es in der Regel optisch mehr hergibt als der Fahrer selbst. Am heutigen letzten Tag der Vorbereitung und des Packens spielt sich entsprechend viel in der Tiefgarage an den Motorrädern ab. Zwar bin ich durchaus selbst anfällig für spektakuläre Lackierungen und blitzenden Chrom, für die Südamerikatour mit Enduros schien mir jedoch eine tiefgreifende optische Vorab-Verschönerung unsinnig, da ich damit rechne, dass die Karre in Punta Arenas ohnehin ziemlich fertig aussehen wird. Davon abgesehen hatte ich genug damit zu tun, überhaupt ein geeignet ausgerüstetes Fahrzeug in der Kürze der Zeit vorbereitet zu bekommen.

    Das sehen meine Mitfahrer anders.

    Vor allem die beiden Kollegen aus Thailand kleben und verschönern Ihre Mopeds in einem Ausmaß, dass sie kaum mehr durch die Scheibe gucken können. Manfred als eingefleischter Harley-Fahrer hat es sich nicht nehmen lassen, Original Harley Fußrasten zu montieren (zusätzlich und um eine choppertypische Sitzposition einnehmen zu können). Phils Nummernschild wiederum gefällt einfach durch seine US-typische Aufmachung.

    Dem kann ich nicht viel entgegensetzen. Ich klebe etwas verschämt meinen Solingen Aufkleber auf den Koffer (danke, meine Süße) und die kolumbianische Fahne darüber (gelb steht angeblich für die Bodenschätze, blau für Meer und Himmel und rot für das vergossene Befreiungsblut). Außerdem bekommt Christophorus einen Ehrenplatz direkt unter den headlights (vielen Dank dafür, lieber Norbert, auch für Deine logistische Hilfe, und hier die Werbung: Schnug-Leven Logistik bekommt es hin!). Rikes Stoffpinguin, der wieder nach Patagonien möchte, lasse ich aber vorsichtshalber noch in Tasche. Und auch die Solingen-Ente bleibt vorerst im Tankrucksack, da ich ahne, dass diese Art von Symbolik - zumindest zu diesem Zeitpunkt - bei meinen Mitfahrern auf Unverständnis stoßen könnte.
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  • Day2

    Am Neujahrstag von Solingen nach Frankfurt zum Flughafen zu fahren ist perfekt, die Strassen sind leer. Und die Sonne scheint auch noch. Natürlich sind Rike (danke, meine Süße) und ich zu früh da, und natürlich trinken wir einen völlig überteuerten Capuccino. Auch wenn uns der Kellner (warum eigentlich?) direkt erklärt, dass er die Silvesternacht hindurch kein Auge zu gemacht hätte, so begründet dies kaum die Euro 4,30 pro Tasse. Ein erster Aufreger dann noch vor der Sicherheitskontrolle: Wo denn mein Visum sei? Nun, nach Kolumbien benötigt man kein Visum, aber der Sicherheitsmensch ist der Auffassung, ich wolle nach Philadelphia. Erkenntnis des Tages, die sich noch mehrmals während des Flugs bestätigt: Das Personal ist nicht immer gut orientiert.

    Meine Sitznachbarin im Flug nach Bogota kommt aus Kolumbien und führt eine erstaunliche Anzahl von Tüten und Handgepäckstücken mit sich, die sie um sich herum verteilt. Mein in Englisch vorgetragenes Angebot, das eine oder andere davon für sie in die overhead lockers zu tun, fällt nicht auf fruchtbaren Boden. Sie scheint allerdings auch so gut wie nichts zu verstehen. Da ihr Null-Englisch und mein Null-Spanisch somit keine weiterführende Konversation zulässt, stößt der Sitzpartner von der anderen Seite des Ganges in die Lücke. Ich erfahre, dass er seine Freundin in Medellin besucht und erhalte jede Menge Sicherheitstipps für Kolumbien. Dann legt er sich über die gesamte mittlere Sitzreihe und schläft ein.

    Es ist verlockend, auf das Flugticket zu schauen. Frankfurt-Bogota, 13.15 bis 19.15 Uhr steht da drauf. Allerdings kommen 6 Stunden Zeitumstellung hinzu, und die Aussicht auf 12 Stunden in dieser Blechbüchse senken meine Stimmung. Der (das?) neu erworbene Kindle kommt zum Zug, ich lese alles über Cartagena, was im Lonely Planet zu finden ist. Übrigens lohnt hier das Kindle Unlimited Abo, da alle Lonely Planet Reiseführer auf diese Weise ohne Aufpreis zur Verfügung stehen. Ansonsten ist die kostenlos verfügbare Substanz eher gering. Aber zurück zu Cartagena: aufgrund der strategisch günstigen Lage ist die Hafenstadt historisch und bis heute von Bedeutung, karibisch und von Kolonialstil geprägt und wurde 1811 (oder eigentlich erst 10 Jahre später) aufgrund des Wirkens von Simon Bolivar unabhängig. Morgen oder übermorgen dazu mehr, wenn ich einen Eindruck habe.

    Aus dem Filmprogramm wähle ich "Lost in Translation". Bill Murray und Scarlett Johansson gelangweilt und irgendwie einsam in Japan, der Sprache nicht mächtig und staunend über das bizarre Treiben. @Felix: Solltest Du Dir einmal ansehen, ich denke, da gibt es Ähnlichkeiten zu Deinen aktuellen Erfahrungen in HongKong. Schöne Szene, wie Bill Murray dem grotesken Treiben an japanischen Spielautomaten zusieht. Schön auch, wie er mit seiner Frau telefoniert, die mit ihm die Farbe der neuen Vorhänge zuhause abstimmen will. Manche Dinge ändern ihren Stellenwert sehr schnell in Abhängigkeit des Standorts ...

    Und weil 12 Stunden lang sind, rufe ich auch noch "Valerian, die Stadt der Tausend Planeten auf". Mit Cara Delevingne und wunderbar trashig. Herrlich bunte Wesen und Welten, wie man sie von Starwars 8 hätte erwarten können, doch die Folge blieb aus meiner Sicht matt. Wenn schon die Hauptdarsteller Ray und Ben heißen, dann drückt sich darin aus, dass das Ganze nur noch ein einziges Product Placement und Vermarktungsspektakel ist. Disney lässt grüßen. Dann lieber Frau Delevingne mit ihren Augenbrauen, da ist es egal, wenn auch hier die Story fehlt.

    Die drei Stunden Zwischenstopp in Bogota erweisen sich als knapper bemessen als gedacht. Eine gute Stunde allein kostet die Schlange vor der Immigration. Der Sitznachbar mit Ziel Medellin gerät in Zeitnot und tankt sich durch die Reihen, aber alle bleiben gelassen, einige unterstützen ihn sogar verbal bei seinem freundlichen Vordrängeln ("I know exactly how you feel" flötet eine Engländerin). Statt seiner gesellt sich ein Franzose zu mir, der auf meinem Boardingpass gelesen hat, dass ich auch nach Cartagena will. Aber ob wir das Gepäck nun holen und wieder einchecken müssen, kann ich ihm nun wirklich nicht sagen.

    Ein komplett englischfreier Flughafenmitarbeiter schickt uns (vermutlich) jedenfalls zum Gepäckband, dort ist aber nichts, und ich beschließe, dass ich mich darauf verlasse, was die Servicemitarbeiterin in Frankfurt sagte, nämlich dass das Gepäck automatisch umgeladen wird. Nach verschiedenen weiteren Zoll- und Sicherheitskontrollen, deren Abfolge und Wiederholungen mir unlogisch erscheinen (aber es scheint mir auch nicht klug, in eine Optimierungsdiskussion einzutreten) erreichen der Franzose und ich nach knapp 2 Stunden unser Gate. Meinen bereits gebuchten Rückflug gilt es insofern nochmals zu überdenken, da ich zwei Stopps mit jeweils gut 2 Stunden Aufenthalt habe - das könnte knapp werden.

    Gegen Mitternacht Ortszeit bzw. ca. 6 Uhr morgens deutscher Zeit komme ich in Cartagena an, der Transport zum Hotel ist easy. Warum bin ich jetzt eigentlich nicht mehr müde? Mit meiner Ortovox-Weste komme ich mir bei 27 Grad reichlich falsch am Platz vor, aber im Hotelzimmer kann ich sie wieder gebrauchen, denn - wie in solchen Fällen üblich - ist das Zimmer mithilfe einer sehr lauten Klimaanlage ordentlich heruntergekühlt. Das Ausschalten der AC führt allerdings zu einem sofortigen Temperaturanstieg auf 25 Grad, und das ist selbst mir etwas kuschelig. Ich wähle also kalt und laut und schlafe ein paar Stunden.
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  • Day3

    Gringo

    January 3 in Colombia

    "Oh, you are a Gringo?" antwortet der Mann vom housekeeping im Lift, als ich ihn mit "good evening" begrüße. Das macht mich nachdenklich, denn dieses Wort kennt man üblicherweise nur aus schlechten Cowboyfilmen, wenn derbe aussehende mexikanische Revolverhelden mit Sombrero und Zigarrenstummel auf wohlerzogene Westernhelden treffen. Ich lese es also nach und komme dank Wikipedia zum Schluss, dass aus Perspektive der Südamerikaner vermutlich alle Englischsprechenden Gringos sind, die Bezeichnung nicht immer abwertend ist und vor allem Amerikaner damit gemeint sind. Ich oute mich dennoch lieber als Deutscher, was mit höflicher Zustimmung quittiert wird.

    Der Tag ist geprägt durch das Ankommen der beiden Guides, der meisten Mitreisenden, erstes Kennenlernen und Jetlag. Phil aus Florida verschwindet mit Oliver erst einmal einen halben Tag im Containerhafen - das steht uns Deutschen mit unserem Container morgen bevor.

    Von der Liege aus beobachte ich das kolumbianische Strandleben. Die zugehörigen Bilder sehen etwas trübe aus, und meist ist es auch trübe, wenngleich ordentlich warm. Am Auffälligsten sind die Anbieter von Strandzelten, obwohl man im Grunde an diesem Tag keinen Sonnenschutz benötigt. Das Ganze ähnelt der Strandkorbvermietung an der Ostsee, zumindest preislich, allerdings mit einem markanten Unterschied: Hier gibt es pro Zelt nur einen Vermieter. Das führt zu einem sichtbaren, aber nicht unentspannten Wettbewerb um die wenigen potentiellen Kunden und erinnert an die Strände vor Kapstadt, wo man eine all-day-long-one-to-one Betreuung von Eisverkäufern erhält und man von seinem persönlichen Eisverkäufer systematisch abgeschottet wird ("go away, this is my family") .
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  • Day5

    Nothing is hurt but my pride

    January 5 in Colombia

    Phil erwischt es als ersten, er fällt mit seiner herrlichen, blau-weiß bemalten GS1200 ("frisch vom Händler aus Miami") mitten im Nachtverkehr von Cartagena um. Zum Glück hat er sich nichts getan, zumindest nicht körperlich. Aber jeder, der mit seiner Kiste schon auf dem Boden lag, weiß wovon er spricht, wenn er sagt: "Nothing is hurt but my pride". Es wird nicht der einzige Umfaller auf der Tour bleiben, die Sturzbügel werden zum Einsatz kommen.

    Doch der Reihe nach, denn die 15 km vom Containerhafen ins Hotel bezeichnen das Ende eines langen Tags mit Höhen und Tiefen. Erneut verbringen wir viel Zeit mit Warten, aber dann geht es endlich los. Wir werden zu unserem Container gebracht,das Siegel aufgebrochen und Tourguide Oliver nimmt mit breitem Grinsen als erster die Bikes in Empfang. Alles heile! Nachdem alle Batterien angeklemmt, alle Windshields befestigt und die Reifen aufgeladen sind, herrscht ausgelassene Aufbruchstimmung. @Christine, Du würdest sagen "highest high". Doch es dauert dann doch noch bis zum Abend, bis wir die Bikes endlich aus dem Hafen fahren dürfen. Nochmal @Christine: Da war dann nachmittags auch viel "lowest low" dabei.

    An dieser Stelle einmal eine grundsätzliche Ausführung für alle Mitleser: Solltet Ihr in Bild oder Text zuviel ausgestellten Frohsinn entdecken, so mahnt mich zur Umkehr. Denn Ihr wisst ja aus eigenen Reisen: es läuft nie alles glatt, keineswegs gelingt immer alles und es ist auch nicht überall schöner als zuhause. Dies möchte ich doch allen weiteren Blogbeiträgen voranstellen, damit bei Euch keine falsche Stimmung aufkommt.

    In diesem Sinne zurück in den Containerhafen von Cartagena und hier zu einem kleinen Detail: Es stellt sich heraus, dass wir die Ersatzreifen auf den Mopeds aus der Zollzone bringen müssen, um sie dort endlich in den Edelweiss-Begleit-Van umzupacken. Die Motorräder errinnern mit den aufgezurrten Reifenstapeln ein wenig an das Transportwesen in Bangladesh und wir wackeln vom Hafengelände. Ein hübsche Anekdote, wenn alles klappt, eine Shitepisode, wenn nicht ...

    Und dann geht es erstmals in die bunte Welt des südamerikanischen Abendverkehrs. Sagen wir so: Der Kolumbianer ist ein temperamentvoller Fahrer, der sich mit großer Freude wenige Zentimeter vor dir in die Lücke drängt, aber auch eigene Niederlagen ertragen kann. Kein Verkehr für deutsche Rechthaber oder amerikanische Gelassenheitsfans, aber es wird bereits auf den ersten gemeinsamen Metern klar, dass unsere zusammengewürfelte Reisegruppe ein gemeinsames fröhliches Fahrverständnis entwickelt. Angeführt von Will und seinem bereits funktionierenden Navi schlängeln wir uns an beachtlichen Schlaglöchern und verschrammten gelben Kleintaxis vorbei in Richtung Cartagena-La Boquilla, und man merkt Will an, dass ihn der thailändische Verkehr aufs Beste vorbereitet hat.

    Irgendwann übernimmt Oliver die Führung und interpretiert angesichts des langen Rückstaus auf der Straße vor unserem Hotel den geteilten Fußgänger- und Fahrradweg (ob es davon noch viele geben wird?) als angemessene Spur für Biker. Ich finde das - ehrlich gesagt - alles prima, freue mich aber auch, dass ich meine Koffer nicht an den Pollern neben dem Radweg abstreife. Irgendwie baut diese für die Tour präparierte GS schon ziemlich breit im Vergleich zu meinem mir vertrauten Moped. By the way @Motorradkumpels Solingen: temperaturmäßig bewegt sich das hier so etwa auf dem Niveau unseres Trips von Antalya ins Taurusgebirge. Wäre genau Dein Wetter, Wollo!

    Erkenntnis des Tages: Alles gestern auf der Fahrerbesprechung vereinbarte ("nur in vollem Ornat, nie bei Nacht") ist bereits bei der ersten Fahrt Makulatur, denn es gibt schlichtweg keine Alternative dazu, als die Bikes im T-Shirt, bei tiefster Dunkelheit und während der Rushhour zum Hotel zu bringen. @Family: Keine Sorge, das wird ab morgen anders, Ehrenwort. Ein erstes "boot-beer" (obwohl wir unsere Motorradstiefel ja gar nicht anhatten) an der Hotelbar beschließt den Tag fast, aber noch nicht ganz, in der Streetfood Kneipe neben dem Hotel kommt dann jedoch eine gewisse Müdigkeit auf. Bernd sucht noch Mitreisende für den Trip zur Corona-Bar auf dem Hoteldach, doch er bleibt mit diesem Gedanken allein, ohne sein Vorhaben deshalb aufzugeben. Er wird am nächsten Morgen den Frühstückssaal mit leichtem Triumph-Lächeln betreten. Gruppenreisen unter Männern haben ihre eigene Dynamik.
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You might also know this place by the following names:

Cartagena, قرطاجنة, Картахена, Cartagena de Indias, Kartageno, کارتاگنا, Carthagène des Indes, Cartaxena de Indias, קרטחנה, カルタヘナ, კარტახენა, 카르타헤나, Kartachena, Caratagena de Indias, Cartagena i Colombia, کارتاجینا, Cartagena das Índias, Картахена де Индијас, การ์ตาเคนา, Картагена, کارتاخینا، کولمبیا, 卡塔赫纳

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