Doris Jäger
Bis 2022 selbständige Ärztin in Halle. Facharzt für Pneumologie, Schlafmedizin, innere medizin Læs mere🇩🇪Deutschland
  • Im Ort StromboliDreiräder unterwegs in StromboliHaus von Ingrid Bergmann und R. Rossellini während der DreharbeitenDie Insel Strombolicchio mit LeuchtfeuerStromboli vom Ankerplatz ausIn der Nacht fuhren wir zur Sciara del fuocoDer Tag bricht an...

    Nachts fließt am Stromboli die Lava

    6. oktober 2023, Italien ⋅ ☀️ 24 °C

    Am Freitagmittag den 6. Oktober starteten wir von den 2 winzigen der Insel Stromboli etwa 12 sm vorgelagerten Inselchen Lisca bianca und Bottaro nun doch Richtung Stromboli selbst. Die winzigen Feuerfleckchen an der Spitze des Stromboli in der Nacht zuvor vom Dinghi aus waren uns doch zu mickrig gewesen.
    Uwe hatte herausgefunden, dass es im Nordosten der Insel Stromboli eine geschützte Ankerbucht direkt vor dem Ort Stromboli gibt. Von dort waren die aktiven Krater des Vulkans zwar nicht direkt zu sehen. Aber der Track eines anderen Katamarans hatte uns auf eine Idee gebracht: dieser hatte sich nachts ganz langsam um die interessante Nordseite der Insel herumbewegt… vlt. dabei nur Treiben lassen.
    So hatten wir es auch vor. Eine kurze Stippvisite führte in den Ort Stromboli, wo keine Autos sondern nur Mopeds und Dreiräder fahren dürfen. Hier ist das Haus zu besichtigen, in dem Roberto Rosselini und Ingrid Bergmann während der Dreharbeiten zum Film „Stromboli“ gewohnt haben sollen. Dann bimmelte am 07.10. der Wecker mitten in der Nacht um vier Uhr, und kurz danach waren wir auf unseren Posten zum Aufbruch.
    Es war so gut wie kein Wind, und so konnten wir vor der Sciara del Fuoco sogar den Motor ausschalten. Wir wollten doch den Vulkan auch hören!
    Und tatsächlich, alle 15 Minuten ließ der Berg eine Art Fauchen und Poltern hören! Als wir in der richtigen Position vor der „Feuerrutsche“ dahindümpelten, sah man die regelmäßigen Ausstöße von Feuer und Lava, und im Anschluss daran konnte man das Herunterpurzeln der glühenden Gesteinsbrocken verfolgen, einmal sogar bis zum Meer hinunter.
    Schön dass wir 2 Stunden bis zum Sonnenaufgang Zeit hatten. Auch die Kontur der Insel, die ja fast nur aus dem Vulkan besteht, die sich dann bei allmählich aufhellendem Himmel im Morgengrauen zeigte, war mit den wiederkehrenden Ausbrüchen immer noch eindrucksvoll.
    Gerade in den Tagen ab Anfang Oktober war eine verstärkte Aktivität des Stromboli auch in den einschlägigen Medien berichtet worden: aus ein bis zwei Kratern floss die Lava regelmäßig herunter.
    Wir waren noch ganz betäubt von den Erlebnissen, auch als der Stromboli allmählich am Horizont verschwand und wir Kurs auf Cefalù nahmen. Dies sollte ein weiteres Highlight unseres Sizilienbesuches werden.
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  • Heiße Begegnung

    5. oktober 2023, Italien ⋅ ☀️ 24 °C

    Am Morgen um 9:00 Uhr ging es wieder Anker auf bei Scilla, und wir segelten anfangs bei leichtem Wind mit dem Gennaker. Leider verließ uns der Wind bald wieder, und ich musste den Moror dazuschalten. Um 11:30 reichte das auch nicht mehr und ich nahm die Segel komplett runter. Das letzte Stückchen durfte nochmal das Leichtwindsegel mitarbeiten. Es immer wieder schön, den Motor abzustellen. Leider geht ohne Wind aber nichts mit der Segelei.
    Um halb sechs kamen wir an unserem Ziel, einer kleinen Inselgruppe nahe Panarea, an. Diese gehört schon zu den Liparischen Inseln. Hier gab es laut Google Maps nur einen kleinen Sandflecken, wo der Anker hinfallen sollte. Alles drumherum ist mit Steinen übersät. Wir mussten also darauf hoffen, dass noch keine Segelboote vor Ort waren, und wir hatten Glück. Es lag nur ein Kat da, aber an einer anderen Stelle. Mit Hilfe meiner neuen Mastkamera fanden wir unseren Sandfleck schnell und konnten den Anker zielsicher platzieren. Jetzt schnell noch den Kontrolltauchgang und dann das Abendessen bereitet. Doris gab mit noch die GoPro mit für ein Ankerfoto.
    Wenn ich mit der Kamera ins Wasser gehe, ziehe ich immer Flossen an und hopse dann rein, so auch diesmal. Aber was war das? Sofort ein stechender Schmerz an meiner empfindlichsten Stelle. Es brannte wie Feuer!
    Wir waren schon gewarnt worden, dass es in dieser Bucht Feuerquallen gebe, und tatsächlich tummelte sich - bei genauerer Inspektion glücklicherweise nur ein kleines Exemplar - eine im Wasser nahe unserer Badeleiter. Ich erklomm diese schnell wieder und spülte die geschädigte Stelle gründlich mit Salzwasser, damit nicht noch mehr Nesselzellen explodierten. So eine Begegnung ist echt nicht angenehm! Den zweiten Tauchgang unternahm ich dann vorsichtshalber mit einem Shorty (Neoprenanzug mit kurzen Armen und Beinen), sah aber keine der gefährlichen Meereslebewesen mehr.
    Nach dem Schnorcheln zum Ankercheck unternahmen wir noch eine Erkundungsfahrt mit dem Dinghy um die kleine Insel herum, welche uns die direkte Sicht zum Stromboli versperrte. Auch untersuchten wir noch die Stelle, an der wir am nächsten Tag einen Tauchgang absolvieren wollten.
    Nach unserem Ausflug gab es erstmal unser Abendessen, und danach starteten wir in der einbrechenden Dunkelheit wieder mit dem Beiboot, um den Stromboli zu beobachten. Der ließ sich erst einmal viel Zeit, ehe er ein Lebenzeichen von sich gab. Die Entfernung zu dem Vulkan war aber doch noch recht weit, und man sah etwa alle 6-8 Minuten nur einen kleinen gelben Schein an der Vulkanspitze, so dass wir entschieden, am nächsten Tag noch etwas näher heran zu fahren.
    Am nächsten Tag stand aber erst einmal ein Tauchgang an. Wir wollten an den Schwefelgasquellen „Solfatara Lisca Bianca“ tauchen, welche wir bei der Erkundungsfahrt mit unserem Schlauchi ausfindig gemacht hatten, und für die der Platz bekannt ist. Wir hatten uns entschieden, direkt von unserer Vitila dahin zu tauchen. Da es doch eine ganz schöne Strecke war, hatte Doris schon Bange, dass wir uns „vertaucht“ hätten. Kurze Zeit später tauchten endlich die Luftsäulen im blauen Wasser auf….Es war wirklich imposant, die vielen aufsteigenden Gasblasen zu beobachten und hindurchzutauchen. Man hört unter Wasser auch das Rauschen der Schlote, toll! Nachdem wir das Schauspiel zur Genüge aus allen Winkeln und völlig ungestört beobachtet hatten, machten wir uns auf den Rückweg. Dabei waren unterwegs auch einige recht bunte Fische zu sehen, die in dieser Ecke offenbar häufig anzutreffen sind. Nach 45 min. waren wir wieder aus dem Wasser. Es passte genau mit dem Luftvorrat in unseren kleinen 7 kg Tauchflaschen. Ein eindrucksvoller Tauchgang, den wir lange in Erinnerung behalten werden.
    Nachdem wir uns aufgewärmt hatten, machten wir uns auf den Weg nach Stromboli.
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  • Man sieht das kabbelige Wasser und die Strömungsgrenze in der Meerenge (3 km)
    Links unten Fahrt des Bootes über GPS. Rechts Fahrt durchs Wasser. Diff. von 1,7 kn ist GegenströmunSkilla von obenIn den Gassen...Boot neben dem Haus aufs Trockene gebrachtAuf der FestungCastello Ruffo im HintergrundSpaggia di SkillaLeuchtfeuer auf dem Gelände der FestungEin SchwertfischfängerbootSolche Mini Autos sind hier angesagtBronce der ScyllaIm Fischrestaurant mit Terrasse über dem WasserTartuffo Eisspezialität

    Gefahr durch Skylla und Charybdis

    3. oktober 2023, Italien ⋅ ☀️ 24 °C

    Nach unserer 2 Tage und 2 Nächte dauernden Überfahrt vom Peloppones Richtung Süditalien strebten wir nach der Ausfahrt aus der engen Strasse von Messina einen ruhigen Ankerplatz vor Scilla an. Wir machten bei 10 Meter Tiefe auf schönem sandigem Untergrund mit Blick auf den Ort, der sich malerisch den Berghang hochzieht, fest. Endlich mal wieder komplette Ruhe auf dem Boot, nicht mehr Festhalten bei jedem Schritt, wie man es sich bei der Überfahrt mit echt hohem Wellengang schon angewöhnt hatte.
    Skylla und Charybdis, wer kennt sie nicht die Geschichte von den Irrfahrten des Odysseus aus der Feder von Homer?

    Zurück aus den Gefilden des Hades schiffte Odysseus mit seinen Mannen in Richtung der Meerenge zwischen Sizilien und italienischem Festland: Rechts drohte Skylla, ein menschenfressendes Seeungeheuer mit 6 Köpfen und 12 Armen, links Charybdis, die wasserstrudelnde Göttin, die jedes Schiff zerschellen ließ, indem sie Wasser in großen Mengen einsog und wieder ausspie. Odysseus machte einen Bogen um die Strudel und ließ seine Gefährten Rudern was das Zeug hält, dicht am Rachen der Menschfresserin vorbei. Sechs von ihnen verschlang sie trotzdem, die übrigen entkamen.

    Die Redewendung „sich zwischen Skylla und Charybdis befinden“ bedeutet eine Dilemma-Situation, in der man zwischen zwei Gefahren wählen muss, wobei man unweigerlich nur mit Schaden herausgehen kann.

    Auch wir haben strudelndes Wasser in der Meerenge von Messina gesehen und hatten bei unserer Durchfahrt 1,7 kn Gegenströmung. Da es heutzutage jedoch - im Gegensatz zur Antike - online Wetter- und Strömungsvorhersagen gibt, haben die mythologischen Gefahren an Schrecken verloren, denn man kann die Passagezeit entsprechend dieser Vorgaben wählen. Aber berührt hat es uns trotzdem, Naturgewalten zu beobachten, die schon vor 5000 Jahren in der Seefahrt berüchtigt waren und Homer’s Phantasie angeregt haben.
    Durch die Legenden bekam das heutige Skilla seinen Namen. Es ist ein sehr beschaulicher und ruhiger Ort im Süden Kalabriens mit etwa 5000 Einwohnern. Er wird überragt vom Kastell der Familie Ruffo, die vom 16. bis Anfang des 19. Jahrhunderts über die Stadt herrschte.
    Das Fischerviertel Chianalea befindet sich direkt unterhalb des Castells und wird durch den Felsen von den restlichen Stadtteilen regelrecht abgeschnitten.
    Das nachmittägliche Schlendern durch die sehr engen Gassen führte uns an Häusern direkt am Wasser vorbei, wo die Fischer direkt davor oder daneben ihre Boote „parken“ können. Für die engen Durchfahrten eignen sich am besten Motorräder oder ganz kleine Autos, die hier auch tatsächlich im Straßenbild überwiegen. Schon wenn Mopeds durchbrausen - italienischer Fahrstil 😱 - muss man ganz an die Seite springen.
    Leider war gerade nicht die Saison des berühmten Schwertfischfanges in der Meerenge von Messina. Dies ist eine Tradition seit Tausenden von Jahren, wobei die Fischer auf ihren Booten von Ausguckern auf hohen Türmen der Boote zu den Großfischen geführt werden. Ein solches Boot lag tatsächlich in dem kleinen Hafen zum Bestaunen.
    Trotzdem durfte auch Schwertfisch auf der Speisekarte des Restaurants „Il Casato“nicht fehlen, und ich ließ ihn mir schmecken. Wunderbar! Eine zweite Spezialität der Region, das Tartuffo, ließen wir uns auch nicht entgehen: Es hat nichts mit Trüffel zu tun, sondern ist eine große Eiskugel, bepudert mit Kakao und gefüllt mit flüssiger Schokolade. Man hätte durchaus eine zweite Portion verputzen können.
    Im Dunkeln brachte uns unser braves Dinghi schließlich an Bord zurück.
    Hier entdeckte Uwe so nebenbei noch ein kleines Gasleck einer älteren angerosteten Gaskartusche für den Gasgrill, die unter dem Sitz gelagert war. Weg mit den alten Dingern! Durch unsere verlegte Gasleitung vom großen Gasvorrat zum Grill sind sie auch gar nicht mehr nötig.
    Auf einem Boot ist man vor - unangenehmen - Überraschungen nie sicher. Man hat es heutzutage allerdings eher weniger mit Meeresscheusalen, sondern mehr mit den Gefahren der Neuzeit zu tun.
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  • 3. Tag, die Straße von Messina

    3. oktober 2023, Italien ⋅ ☀️ 25 °C

    Da ich bei meinen letzten beiden Schichten immer von allein aufgewacht bin, hatte ich mir zu der kommenden Schicht keinen Wecker gestellt, was ein Fehler war. Ich hatte geschlafen wie ein Murmeltier, und als Doris mich weckte, holte sie mich von ganz weit her. Also schnell auf meinen Posten und kurze Übergabe, damit Doris gleich in die Federn konnte. Als meine Schicht zu Ende war, gab ich Doris auch ein paar Minuten zu, bevor ich nach ihr schaute. Doris hatte sich den Wecker gestellt, dieser hatte aber nicht geklingelt. Grund war die Zeitverschiebung zwischen Griechenland und Italien. Beide Schichten verliefen ohne Zwischenfälle.

    Wenn man durch die Straße von Messina will, müssen einige Dinge beachtet werden. Zum einen ist da der Fährverkehr zwischen dem italienischen Festland und der Insel Sizilien. Eine Brücke gibt es hier noch nicht, auch wenn dies schon einige Male beauftragt wurde. Aktuelle wurde der Bau wieder beschlossen und soll Anfang 2024 beginnen. Wir werden sehen …

    Für uns Bootsfahrer sind aber die Strömungen, die hier durch Ebbe und Flut entstehen, zu beachten. Die Strömung kann bis zu 6 Ktn betragen. Steht dann noch der Wind gegen die Strömung entstehen gefährliche kurze Wellen. Heute Abend sollte nun ein günstiger Zeitpunkt sein. In dem Moment wo ich dies hier schreibe, sind wir noch nicht durch, schauen wir mal …

    Einige Stunden später: Das Timing für die Durchfahrt war perfekt. Wir hatten nur sehr wenige Strudel. Eigentlich zu wenig um ein paar spektakuläre Bilder zu schießen. Aber Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Die Gegenströmung betrug max. 1,7 Ktn, genau wie vorausgesagt.

    Vor der schönen Silhouette der Stadt Scilla ließen wir dann bei untergehender Sonne unseren Anker fallen. Damit war unsere erste große Überfahrt gemeistert.

    Fazit: unsere Wacheinteilung hat sich bewährt ( Doris bis Mitternacht, ich dann von Mitternacht bis drei, Doris von drei bis sechs und ich dann wieder von sechs bis acht). Wir werden sehen, ob das bei längeren Reisen auch praktikabel ist.
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  • Überfahrt nach Italien, Tag 2,

    2. oktober 2023, Ionian Sea ⋅ 🌬 23 °C

    Es war kurz vor Mitternacht, als ich hörte, wie Doris den Motor startete. Der Wind hatte so weit nachgelassen. Ich war ganz gut ausgeruht und ging etwas vorzeitig zu meiner Wache. Diese ging von null bis drei Uhr morgens. Es war meine erste richtige Nachtschicht auf der Vitila. Ich war gespannt, wie dass mit der Müdigkeit werden wird. Hörbücher, Kindle und Kopfhörer hatte ich dabei. Für Ablenkung war also gesorgt.

    Da der Wind weiterhin sehr schwach war, lief die ganze Zeit der Motor mit. Ansonsten gab es keine weiteren Vorkommnisse, die Zeit ging trotzdem recht schnell vorbei. Doris nächste Wache ging von drei bis sechs Uhr. Gegen fünf Uhr machte Doris den Motor aus, der Wind hatte auf 15 Ktn aufgefrischt. Ich übernahm um 6 Uhr meine nächsten Wache und fuhr in meinen ersten Sonnenaufgang bei einer Nachtfahrt. Ein sehr schönes Erlebnis.

    Um acht machte ich Frühstück, die erste Nacht war gut überstanden. Gemächlich segelten wir weiter dahin, bis gegen elf die Wellen und der Wind kam. Als der Windmesser das erste mal längere Zeit über 20 Ktn lag, band ich das erste Reff ein, frei nach der Weisheit, wenn du das erste mal ans Reffen denkst, tu es. Angesagt waren Wellen bis ein Meter, was kam waren zwei. Wind war in der Spitze 23 Ktn. Es wurde eine richtige Rauschefahrt. Gegen 20 Uhr sollte der Wind etwas nachlassen, aber er tat uns den Gefallen nicht. Um 21:00 Uhr ging Doris ins Bett und ich trat meine Schicht an. Die Wellen waren immer noch sehr hoch und der Wind blies noch mit knapp über 20 Ktn. Ich überlegte noch das zweite Reff rein zu nehmen, entschied mich aber dagegen. Eine halbe Stunde später ließ der Wind langsam nach. Zum segeln sehr angenehm, nur die Wellen, die von der Seite kamen schüttelten unsere Vitila immer nochmal durch. Kurz nach Zwölf kam dann Doris zu ihrer Schicht. Die Bedingungen zum segeln hatten sich weiter verbessert und sie brauchte jetzt keine Bange mehr haben. Außer einer Begegnung mit einem großen Containerschiff gab es in ihrer Schicht nichts nennenswertes zu berichten.
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  • Überfahrt nach Italien, Tag 1

    1. oktober 2023, Ionian Sea ⋅ ☀️ 24 °C

    Heute Morgen hieß es um 6:00 Uhr aufstehen. Danach gab es ein kleines Frühstück und um 7:00 Uhr lichteten wir den Anker. In der Morgendämmerung verließen wir die Bucht von Methoni und verabschiedeten uns von Griechenland.

    Anfangs blies der Wind noch sehr zaghaft und wir mussten erst ein ganzes Stück Motoren. Zur Unterstützung holte ich aber schon das Groß mit raus. Bald legte Der Wind auf ca. 10 Ktn zu und er blies so günstig, dass ich sogar den Gennaker hochnehmen konnte. Wir glitten mit ca. 7 Knoten dahin. Leider dauerte der Spaß nicht sehr lange und der Wind dreht wieder auf NNW. Gennaker wieder rein und Genua raus. Der Wind pendelte sich dann auf 10 Ktn ein und wir bewegten uns mit 5 Ktn fort.

    Zum Nachmittag nahm der Wind weiter zu, änderte jedoch seine Richtung immer westlicher. Die Wellen wurden auch immer höher und die Kämme begannen sich gischtweiss zu überschlagen. Diese Wellen bremsten das Boot derart ab, dass die Geschwindigkeit immer wieder auf unter drei Ktn abfiel. Ich entschied mich daher den Motor als Unterstützung mitlaufen zu lassen. Wir erreichten hierdurch einen höheren Winkel am Wind und hopsten mit knapp sechs Knoten über die Wellen.

    Gegen fünf ging der Motor dann in Ruhestellung. Wir hatten einigermaßen Wind. Der kam zwar nicht aus der gewünschten Richtung, aber so ist das nun mal. Der Autopilot hatte es unter diesen Bedingungen allerdings recht schwer, die Richtung zu halten. Er kurbelte und kurbelte rasch hin und her. Durch Erläuterungen aus dem Internet - dank Starlink haben wir jetzt auch auf hoher See Empfang - konnte ich mir einige Tipps für die Einstellung des Piloten holen.

    Was man nicht apriori für möglich hält: um so weniger man den Piloten permanent eingreifen lässt, um so besser läuft das Boot. Es setzt natürlich einen guten Trimm der Segel voraus. Jetzt arbeitet unser Kurshalter viel besser und verbraucht auch noch weniger Strom!

    So langsam wurde es nun Abend, Zeit für das Abendbrot. Es gab leckeren Auflauf, wenn auch nur Resteessen in Mikrowelle warm gemacht. Bei den schaukelnden Bedingungen auf See aber genau das richtige.

    Nun kam unsere erste Nacht auf See. Wir waren schon sehr gespannt, wie das wohl werden wird. Doris übernahm die erste Schicht bis Mitternacht.
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  • Korfu
    Festung von NafpaktosKorinthkanalKap SounionPoseidontempelBucht auf Rinia, hier waren wir viele Tage eingewehtMit Irmi und Peter auf NisyrosSonnenuntergang Klosterbucht SymiUnterwegs mit meinem Freund Sven und FamilieElefantenmuseum auf TilosSteffen bei der MotorwartungBeim Antifouling entfernen entstand viel Staub ...Das Coppercoat kommt draufGlücklich, wieder auf dem Boot zu seinErster Besuch im Jahr 2023 auf unserer VitilaMit lieben Freunden auf Santorin unterwegsMethoni, Abschied von Griechenland

    Goodbye Griechenland

    1. oktober 2023, Grækenland ⋅ ☀️ 22 °C

    Heute ist es nun soweit, wir verlassen Griechenland. Ein bisschen Wehmut ist da schon dabei. Die schöne Inselwelt, die tollen Menschen und das gute Essen werden wir gern in Erinnerung behalten.

    Letztes Jahr im Juli sind wir von Italien kommend in Korfu eingereist und haben ein wenig das Ionische Meer erkundet. Weiter wollten wir herum um den Peloponnes. Dies fiel aber wegen stürmischen Winden aus, und so sind wir durch den Kanal von Korinth Richtung Athen aufgebrochen. Dann ging es zu den Kykladen, immer verfolgt von viel Wind und technischen Problemen. In den Dodekanes erwarteten wir unsere ersten Gäste auf unserer Vitila, und wir verbrachten hier auf bekanntem Territorium eine schöne Zeit.

    Im Herbst stellten wir unsere Vitila auf der Artemis- Werft im Norden der Insel Leros ab. Im Frühjahr 2023 begannen dann die ersten Arbeiten an unserem Boot. Es kam ein neues Antifouling als Schutz vor Bewuchs auf die beiden Rümpfe. Diese Arbeit war sehr aufwändig, da erst das alte Hartantifouling entfernt werden musste. Hier möchte ich mich noch einmal für die tolle Mithilfe durch meinen Bruder Steffen bedanken, ohne ihn hätte ich diese Arbeit allein nie geschafft. Außerdem wurde ein neuer Geräteträger für unsere Solarzellen montiert, und die Vitila bekam ein Kunststoff Hardtop für den Steuerstand.

    Im Juni ging dann die Reise auf dem Wasser weiter, wobei wir uns noch längere Zeit in der Nähe von Leros aufhielten, weil immer wieder Handwerker Arbeiten ausführen mussten. Anfang September bekamen wir wieder Freunde aufs Boot, und wir verließen nach einem nochmaligen Zwischenstopp dort die Insel Leros wohl endgültig. Mitte September kamen wir auf der Insel Kreta an, wo wir unser Gäste verabschiedeten. Von da an ging es Richtung Westen, um unsere Weltreise zu beginnen. Der letzte Hinderungsgrund konnte nämlich abgehakt werden, der Verkauf unseres Hauses in Deutschland.

    Soweit ein kleiner Rückblick auf unsere schöne Zeit in Griechenland. Nun freuen wir uns auf Italien und die Länder die dann folgen.
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  • Da war das Windfähnchen gerade ab...
    Das mit den Löchern und Nieten war sehr mühseligGuter überblick mit der beweglichen von unten steuerbaren MastkameraDas 30 m NMEA2000 KabelAch wie schön ist eine Windanzeige 😀Die Gewitterzellen umkreisen unsUnser Lieblings AB Supermarkt in KalamataSunset in Methoni 30.9.23

    Jippie - wieder und wieder in den Mast!

    27. september 2023, Grækenland ⋅ ☁️ 22 °C

    Nachdem am Dienstag den 26.09. klar geworden war, dass der Windsensor
    selbst nicht defekt war sondern das Kabel im Mast, ging am Mittwoch die Suche im Internet nach diesem NMEA2000 Kabel von 25 Meter Länge los. Da Uwe dachte, so ein Kabel sei nicht schwierig aufzutreiben, stellte er am Mittwoch früh noch in relativer Ruhe die Teile der neuen Mastkamera inclusive der von Georgios von Boat & Parts in Lakki für uns gratis hergestellten Halterung zusammen. Beim nächsten Mastausflug sollte die Überwachungskamera gleich mit oben installiert werden.
    Doch im Internet waren zunächst nur Kabel in 10 Meter Länge zu finden. Uwe wollte aber nicht stückeln, das hätte eine höhere Störanfälligkeit bedeutet.
    George vom Chandler Messinani in Kalamata, den wir tags zuvor erst kennengelernt hatten, hatte auch nur entmutigende Nachrichten, denn seine Recherchen bei 3 Händlern und zwei „Elektrofachläden“ in Kalamata waren negativ ausgefallen: „The Cable is something very special. You won‘t get it here.“
    Uwe stieg daraufhin nochmal mit in die Recherche ein und fand ein 30 m Kabel bei Amazon über einen Vertrieb in Bayern. Den wollten wir Donnerstag morgens anrufen und bitten, das „Teil des Begehrens“ mit Express nach Kalamata auf die Reise zu schicken.
    Gott sei Dank war es in unserer Bucht vor Petalidi am Mittwoch wind- und wellenarm, obwohl einige kräftige Gewitterzellen um uns herum streunten. Uwe war an diesem Mittwoch noch 4 mal im Mast, um oben zwei Maststufen anzubringen. Erst damit würde es ihm möglich sein, sich ganz oben noch hochzustemmen, um den Windsensor und das obere Kabelende unter Sicht zu installieren. Jede Mastufe benötigte aber am oberen Mastende drei Löcher und drei Nieten. Dafür mussten die Bohrmaschine und der Nietaufsatz sowie diverses Werkzeug im Supermarkt Plastikbeutel von REAL an der Dirk extra mit hochgezogen werden. Die neue Hüft-Werkzeugtasche sollte auch erst am Wochende da sein.
    Am Donnerstag früh, den 28.09., traf die erlösende Nachricht von George ein: er konnte das Kabel in voller Länge von einem Garmin Händler bei Athen per Express bis Samstag bekommen. Wie waren wir erleichtert!
    Auch Freitag früh startete Uwe wieder zu diversen Mastkletteraktionen: er begann die Mastkamera mit 4 Nieten zu befestigen. Leider funktionierte der Nietaufsatz mit den etwas dünneren Nieten nicht so gut. Die abgeschnippten Stifte lösten sich nicht aus dem Gerät. Jedesmal musste Uwe dafür nach unten abgeseilt werden. Aber das Hoch und runter war schon Routine geworden: Ich bediente und sicherte die Leinen, und Uwe schlängelte sich geschickt um die Wanten und Salinge.
    Als die Nachricht kam, dass alles doch schon am Freitag in Kalamata eingetroffen war, motorten wir eilig im strömenden Regen dorthin hoch um es noch vor Ladenschluss bei George abzuholen. Es war der erste Regen seit langem. Vitila freute sich über die ausgiebige Süsswasserdusche.
    Es dauerte aber am Samstag Vormittag noch 5 Stunden, bis das neue Kabel und der alte Windsensor oben montiert waren. Der Kabelkanal im Mast war einfach zu eng für 2 neue Kabel, denn auch die Kamera will mit Strom versorgt sein. Also baumeln jetzt beide Leitungen frei innen im Mast…. Nicht ideal, aber was sollte Uwe machen?
    Als das NMEA Kabel endlich unten angesteckt war ergab der Gerätetest, dass die Windmessung nach nun 5 Tagen endlich wieder funktionierte! Wie schön war es, die sonst selbstverständlichen Zahlen für wahren und scheinbaren Wind sowie die Windrichtung wieder in der Anzeige zu haben.
    Schnell machten wir uns Samstag Nachmittag noch nach Methoni runter. Auf dem Weg dorthin mussten wir noch einige Gewitterzellen umschiffen. Am Sonntag war ein neues und sogar noch besseres Wetterfenster nach Süditalien vorhergesagt. Das wollten wir nutzen.
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  • GroßeinkaufMasttop

    Die Pläne von Seglern sind geschrieben…

    26. september 2023, Grækenland ⋅ ☁️ 21 °C

    Die Pläne von Seglern sind geschrieben in den Sand bei Niedrigwasser. Das ist unser Sprichwort, denn es kommt immer etwas dazwischen. Entweder funktioniert am Boot was nicht richtig oder das Wetter stimmt nicht.
    Eigentlich war heute unser Plan, von Kalamata nach Methoni zu segeln und am Dienstag den großen Schlag nach Italien in Angriff zu nehmen. Daraus wurde aber nichts!

    Als ich heute, nach dem großen Einkauf den Autopiloten einschalten wollte, ging gar nichts. Die Anzeigen blieben dunkel, nichts zu machen. Manchmal verstellt sich die Helligkeit und man kann auf dem Display fast nichts mehr erkennen, Fehlanzeige, das war es nicht. Was könnte der Fehler sein?
    Erstmal alle Sicherungen überprüfen… Aber wo sind die nun wieder versteckt? Die Community half bei den ersten Überprüfungen.
    Die Sicherungen waren aber alle okay. Bloß gut, dass wir einen kompletten Ersatzautopiloten dabeihaben. Ich wechselte nach und nach alle Komponenten, die Displays konnte ich dadurch jedoch nicht zum Leben erwecken. Ratlosigkeit.

    Vielleicht lag das Problem am NMEA-Bus (das ist die zentrale Datenleitung, die alle Infos zusammenfasst). Irgendwo muss doch die Stromversorgung für diesen sein. Doris gab mir den richtigen Hinweis aus einer allgemeinen Installationsanleitung für das NMEA-Netzwerk: das Netzkabel ist auch im Verpackungsinhalt des neuen Autopiloten enthalten. Aha, das Kabel ist gelb und verfügt über eine eigene Sicherung.
    Kippt man die obere Verkleidung vom Navigationstisch nach vorne, blickt man in ein Kabelgewirr und sieht auch die T-Stück Leiste des NMEA-Busses. In einem grauen Kasten fand ich dann auch die Sicherung und diese war durchgebrannt.

    Zum Glück verfüge ich über eine größere Sicherungssammlung. Und tatsächlich, der Sicherungswechsel brachte die Displays wieder zum Leuchten. Das Glück währte jedoch nicht lange, da nach kurzer Zeit die Sicherung wieder flöten ging. An dem Bus sind viele Geräte angeschlossen, jedes konnte der Übeltäter sein. Aber wo sitzen die ganzen Geräte? Wo geht der Bus überall hin? In dieser Situation wünschte ich mir, dass Boot wäre nicht so groß.

    Die Strategie war nun, alle Geräte vom Bus zu trennen und nacheinander wieder einzustecken. Ich musste aber sehr aufpassen, da mein Vorrat an passenden Sicherungen nicht unendlich war. Ich versuchte also das fehlerhafte Teil schnell wieder auszustecken, bevor die Sicherung anschlug. Nach einiger Zeit fand ich den verantwortlichen Stecker. Das zugehörige Kabel war aber unbeschriftet, und es galt es jetzt herauszufinden, welche Geräte nicht funktionierten. Windmesser und GPS gingen nicht. Wo zum Kuckuck sitzt das verdammte GPS? Ein Anruf bei unserem Freund Martin, der sich auf seiner Helia sehr gut auskennt, half uns weiter: vorne in der rechten Backskiste. Hätte ich nie gefunden! Ein grauer Kasten kam auch zum Vorschein, und in diesem war auch noch ein Verteiler für zwei Geräte: GPS und Windmelder. Nur beim Einstecken des Windsensors wurde die Sicherung warm. Übeltäter gefunden!

    Windmelder von Garmin machen öfters mal Probleme, so berichtete es das Internet. Ein Bestellversuch des Windmessers im Internet ergab, dass es das Modell nicht mehr gibt. Na toll! Von dem Wechsel auf das neuere, kabellose System war ich aber nicht überzeugt, viele User hatten von einer Reihe von ernsten Problemen damit berichtet.

    Zunächst galt es zu klären, ob der Windmesser wirklich hinüber war. Ich mußte also ganz in den Mast hoch und das Teil bergen. Uff, ich war noch nie da oben gewesen! Wir hatten zwar kürzlich den Bootsmannstuhl ausprobiert, aber ich hatte mich nur bis zur ersten Saling hieven lassen. Hilft alles nichts, einmal ist immer das erste Mal. Doris war auch ganz schön angespannt und bediente und überwachte die Elektrowinsch, mit der das Großfall, an dem ich den Sicherungssitz dann einklinke, bis zur Mastspitze hochgezogen wird.

    Die Aktion war eine ganz schöne Herausforderung, da der Stuhl zu weit unten endet, und ich an der Mastspitze nur fühlen aber nicht sehen konnte, was ich tat. Irgendwie schaffte ich es aber, den Dreiflügler zu demontieren und heil an Deck zu bringen. Ein erster Test unten ergab eine einwandfreie Funktion des Windsensors . Die Überprüfung des 20 Meter langen Mastkabels ergab hingegen einen Kurzschluss zwischen Plus- und Minuspol.

    Wie die Story weiter geht lest ihr im nächsten Bericht.
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  • Auf zum zweiten Finger des Peloponnes

    23. september 2023, Ionian Sea ⋅ ☀️ 25 °C

    Ein Wetterfenster winkt am Dienstag in Richtung Sizilien und das heißt, wir müssen uns schon jetzt weiter nach Westen bewegen. Beat, ein Segelfreund aus der Schweiz, hatte uns noch einige schöne Plätze hier auf dem Peloponnes verraten, einen davon wollen wir heute ansteuern.
    Anfangs konnten wir mit leichtem Wind unter Gennaker und Groß ganz gemächlich dahinsegeln. Später verließ uns der Wind fast komplett. Ich barg den Gennaker, das Groß beließ ich. Durch den Traveller konnte ich es so trimmen, dass noch ein leichter Bauch entstand und es damit noch einen gewissen Vortrieb brachte. Später frischte der Wind durch den Kapeffekt des Kap Tenaro wieder auf, er kam aber leider direkt von vorn. Das zwang mich jetzt auch noch das Groß zu bergen. Wir hatten keine Lust, die letzten paar Meilen noch zu kreuzen.
    Gegen fünf erreichten wir unser Ziel, die Bucht Ormos Marmariou. Diese ist wunderschön. Feiner Sandstrand und am Berghang ein zum Hotel ausgebautes altes Castle mit einer sehr schönen Gaststätte. Wir waren das einzige Boot in der Bucht. Bevor wir fest am Haken hingen brauchten wir aber zwei Ankermanöver: In der ersten Kurve der Bucht kamen wir großen Steinen ziemlich nah, die bis kurz unter die Wasseroberfläche reichten. In der anderen Buchthälfte hingegen gab feiner Sand festen Halt.

    Gegen 19:00 Uhr ging es dann hinauf in das besagte Restaurant. Nicht ganz ohne Schwierigkeiten vorher... Der Wind hatte doch noch etwas aufgefrischt, und es stand eine ziemliche Welle in die Bucht. Das machte unserer Vitila nicht viel aus, wir haben aber noch nicht so viel Erfahrung mit dem Beachen (Anlanden mit dem Dinghi an einem Sandstrand). Außerdem ist unser Dinghi mit dem 20 PS Außenborder ganz schön schwer und lässt sich nicht so leicht den Strand hochziehen. Bevor wir uns versahen waren schwuppdiwupp die ersten Wellen im Boot. Ein netter Franzose half uns zum Glück dabei, das Boot schnell höher den Strand hinauf zu hieven.
    Jetzt flugs noch die Treppen hoch zur Gaststätte, wir wollten ja noch den Sonnenuntergang sehen. Daraus wurde aber leider nichts. Es war sehr diesig und ein Felsvorsprung versperrte die Sicht. Dennoch hatten wir schöne Plätze mit einem wunderbaren Ausblick.
    Nach dem Essen eines unserer Lieblingsgerichte hier in Griechenland (lamb in the oven), das leider nicht ganz so lecker schmeckte wie wir es von Alinda auf Leros in Erinnerung hatten, kehrten wir noch in der Bar auf einen Cocktail ein. Gegen zehn tuckerten wir im Dunkeln mit Dinghi und Stirnlampe zurück zum Boot. Es sollte am nächsten Morgen wieder früh weitergehen.
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  • Auf nach Elafonisos

    21. september 2023, Ionian Sea ⋅ ☁️ 26 °C

    Heute sollte es nach Elafonisos gehen, genauer gesagt in die Ormos Fragko. Eine traumhafte Bucht mit karibischem Flair. Glasklares blaues Wasser war beschrieben.
    Da der Weg nicht so weit war, begannen wir den Tag ganz normal, standen etwas später auf, machten in aller Ruhe unseren Frühsport und genossen das Frühstück. Für heute war kaum Wind angesagt, deshalb hatte ich mich schon aufs Motoren eingestellt.
    Als wir uns zur Abfahrt fertig machten, es war bereits gegen elf Uhr, hatte sich doch ein bisschen Wind erhoben. Also Vollzeug hoch und erst einmal raus aus der Bucht gekreuzt. Der Wind nahm dann auf 14 Ktn zu und ermöglichte uns ein schönes Segeln hart am Wind. Nach ca. fünf Meilen fuhren wir eine Wende und es ging auf direktem Weg weiter in unsere anvisierte Bucht. Auf Höhe des Festlandes verließ uns dann leider durch die Landabdeckung der Wind. Ich musste den Motor einschalten, ließ das Groß aber noch zur Unterstützung gehisst. Drei Meilen vor dem Ziel kam erneut eine kleine Brise auf. Ich nahm schnell die Genua raus und konnte wieder auf den Motor verzichten. Mit knapp drei Knoten ging es weiter dem Ziel entgegen.

    Das Schöne beim Segeln ist die Entschleunigung. Diese muss man bewusst erleben und leben. In der heutigen Zeit, die von Hektik geprägt ist, ist dies eine wohltuende Erfahrung.

    Ganz gemütlich liefen wir in unsere Traumbucht ein. Wir waren natürlich nicht allein, fanden aber auf Anhieb ein schönes Plätzchen. Nach dem Kontrolltauchgang, es gibt in dieser Bucht viele Felsplatten, ließ ich gleich noch die Drohne aufsteigen. Sie liefert immer traumhafte Bilder aus der Vogelperspektive.
    Zum Abendbrot standen heute Hähnchenfilet mit Gorgonzola-Sahnesoße und Paprikastreifen sowie Steinpilz-Tortellini auf der Speisekarte.
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  • Großbaustelle, von 7:00 bis 22:00 Uhr Lärm
    Flughafen gleich um die EckeSonnenuntergang in der Saint Nikolo Bay

    Flucht von Kreta mitten in der Nacht

    20. september 2023, Ägäisches Meer ⋅ ☀️ 24 °C

    Nachdem es uns in der Bucht von Chania nach zwei Nächten viel zu laut geworden war wollten wir nur noch weg. Das laute Dröhnen der Düsenjäger und der Baulärm, der von 6 Uhr morgens bis in die Nacht ging, nervten schon ganz schön. Es gab nur ein Problem: seit dem 18.09. finden vor Chania militärische Schießübungen statt, und unsere Versuche mit der Navi-Control wegen Durchfahrterlaubnis Kontakt aufzunehmen schlugen alle fehl. Wettertechnisch war mit sehr wenig Wind zu rechnen und die Wellen ließen auch nach, nachdem am Vortag noch bis zu 2,0 m vermeldet waren. Wir peilten den Peloponnes an, also hatten wir eine Strecke von über 70 sm vor uns. Deshalb stand der Wecker auf 5:30 Uhr, denn spätestens um 6.00 Uhr sollte der Anker gelichtet werden. Das Manövergebiet mussten wir bis 9:00 Uhr verlassen haben, so stand es zumindest auf dem handschriftlichen Zettel, den uns ein netter österreichischer Bootsnachbar gegeben hatte.
    Meine innere Uhr wollte es allerdings anders. Um drei Uhr wachte ich bereits auf und Doris war auch schon munter. Wir einigten uns schnell, gleich unser Nachtlager zu verlassen, um den Tag besser zu nutzen. Um 3:30 Uhr ging es schon Ankerauf, und wir motorten in stockdunkler Nacht aus der Ankerbucht. Nicht einmal der Mond leistete uns Gesellschaft, denn dieser war schon um 21.30 Uhr untergegangen. Es war auch ziemlich kühl auf der Brücke, sodass wir uns nach und nach immer wärmer anziehen und schließlich sogar unter unsere roten Kuscheldecken schlüpfen mußten. So warm eingemummelt beobachteten wir, wie sich der Himmel ganz allmählich aufhellte und der Horizont im Osten dann rot einfärbte. Doris hörte dabei Musik. Es war ein sehr schönes Erlebnis. Schon um 8:00 Uhr konnten wir so das Manövergebiet verlassen. Hätten wir bis 6 Uhr mit dem Aufbruch gewartet, wären wir zu spät dran gewesen.

    Wir hatten uns schon auf eine reine Motorfahrt zu unserem heutigen Ziel, der Insel Kithira, eingestellt. Das tut einem Segler wie uns natürlich weh, aber was soll‘s, wir müssen ja auch weiter kommen. Erfreulicherweise kam es aber anders. Nach 33 sm stellte sich ein Windhauch ein, und ich zog zusätzlich zum Motor die Genua hoch. Das brachte uns schon mal einen knappen Knoten mehr an Geschwindigkeit. Das frühe Aufstehen forderte jetzt aber seinen Tribut, und so legte ich mich oben in unserer Skylounge in die Sonne und schlummerte ein. Als ich wieder aufwachte hatte sich der Wind auf 8-9 Knoten verstärkt. Nicht viel, aber immerhin. Schnell zog ich das Groß hoch und machte den Motor aus. Herrlich diese Ruhe! Nur noch das Plätschern des Wassers war zu hören. Der Wind hielt bis gegen vier, dann wurde er so schwach, dass ich wieder einen Motor zu Hilfe nehmen musste. Pünktlich um 18:00 Uhr liefen wir in der Bucht von Kithira ein und warfen den Anker in den Sandboden. Wir genossen dann noch den Sonnenuntergang und gingen bald ins Bett.
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  • Wunderschönes Kleftiko

    16. september 2023, Grækenland ⋅ ☀️ 27 °C

    16,5 SM, sonnig, 32°C

    Heute ging es in den Süden der Insel Milos. Vorhergesagt waren leichte Winde bis zu 12 Ktn. Los ging es unter Gennaker, der Wind kam genau von hinten, das Segel killte ab und zu. Abfallen konnte ich aber nicht, denn da war Land. Die Landschaft indes war atemberaubend. Eine Steilküste in den unterschiedlichsten Farben und Formationen wechselte sich ständig ab.
    Im Süden der Insel nahm dann der Wind immer mehr zu, und durch den neuen Kurs kam er immer seitlicher. Es war Zeit, den Gennaker reinzunehmen und die Genua hervorzuholen. Da der Wind ständig zunahm, musste ich sogar noch das erste Reff einbinden. Wir schossen teilweise mit 9,5 Ktn dahin. Dann kam uns der Profitis Ilias in die Quere, ein 748 m hoher Berg, der uns kompletten den Wind nahm. Im nu war er von 25 Ktn auf 5 eingebrochen. Also Segel runter und den Rest mit Motor gefahren, wir hatten ja noch etwas vor.
    Ziel waren für heute die Buchten von Kleftiko. Wir hatten schon einiges davon gehört. Was wir aber sahen übertraf unsere Erwartungen.
    Am Ankerplatz angekommen, ging es erst einmal ins Wasser, um den Anker zu kontrollieren. Er lag in 10 m Tiefe in feinem Sand und hatte sich gut eingegraben, somit konnte die Erkundungstour starten.
    Die Steilküste ist von unterschiedlichen Gesteinsformationen und Strukturen geprägt. Frühere vulkanische Aktivitäten haben dieses Naturschauspiel hervorgebracht. Schon allein diese Küste entlang zu Segeln war faszinierend. Spannend war dann die Erkundung der Höhlen mit dem Dinghi. Öfters kamen uns hier andere Schlauchboote mit Passagieren von den Ausflugsbooten entgegen. Das machte das Manövrieren etwas schwierig, waren doch die Höhlen teilweise sehr eng. Besonders beeindruckt hat uns eine Höhle, in der immer wieder ein lautes Fauchen zu hören war. Das wirkte schon etwas gruselig. Nach einer kurzen Pause - Elli wollte noch ihren Kuchen fertig backen - ging es zur zweiten Runde auf der anderen Seite der Bucht. Hier stießen wir in eine riesige Höhle vor, die wir gar nicht ganz durchleuchten konnten. Ich musste aber besonderes aufpassen, da an verschiedenen Stellen Steine bis dicht unter die Oberfläche ragten. Am Ende dieser Tour schauten wir noch ein paar Klippenspringern zu, die wahrscheinlich eine „Jump-Tour“ gebucht hatten.
    Uns hat dieser Ausflug wahnsinnig gut gefallen, und wir können diesen Ort gern weiterempfehlen.
    Zum Abendbrot gab es selbstgemachte Käsespätzle mit dem von unseren Besuchern mitgebrachten Bergkäse. Der Abend endete dann auf unserer Skylounge, wo wir bei einem Cocktail Sternbilder zu benennen versuchten. Es war Neumond, und so konnte man viele Sterne sehen. Relativ zeitig ging es dann ins Bett, da am nächsten Morgen der Wecker früh klingeln würde.
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  • Einfahrt in die Kaldera von Santorini
    Blick auf Oia auf dem BergkammDie Kreuzfahrtschiffe parken in der KalderaDie roten Felsen von SantoriniOiaOiaOia, das PostkartenmotivGassen von OiaDie Kirche von OiaSantorini im Rundumblick... am anderen Ende waren die Gassen leerer...😄Blick von Spitze Santorini auf den kleinen HafenRuine von OiaIm Restaurant Lotza in OiaUnterwegs in FiraIrish Pub "Murphy's" in FiraAlte Festung AkrotiriKirche in Akrotiri

    Santorini - Augen zu und durch…..!?

    11. september 2023, Ägäisches Meer ⋅ 🌬 23 °C

    Am 11.9., ein sonniger Montag, lichtete sich der Anker schon am frühen Vormittag, denn wir hatten uns vorgenommen, es bis zur Vulkaninsel Santorini zu schaffen. Der Wind blies frisch, und die kräftigen Wellen gaben uns von fast achtern ziemlichen Speed. Wir setzten nur die Genua, um aber trotzdem 9 ktn Fahrt bei bis zu 28 ktn Windstärke zu machen.

    Am Nachmittag segelten wir schon in die Kaldera unserer Zielinsel ein. Santorini ist ein fast ringförmiges Eiland, dessen Landmasse der obere Rand eines vom Meer gefluteten Vulkans bildet. Durch einen Vulkanausbruch im 16. Jahrhundert v. Chr. wurde die heutige zerklüftete Landschaft der Insel geformt. Die weissen würfelförmigen Häuser der beiden Hauptorte Oia und Fira liegen malerisch auf die Bergkämme der Steilküste hingestreckt.
    In der Kaldera war der Wellengang etwas geringer, und wir glitten mit dem Segelboot entspannt und staunend an den schwarzen, gelegentlich weissen und oft roten Klippen vorbei. Drei vor Anker liegende Kreuzfahrtschiffe ließen eine Ahnung davon aufkommen, was uns bei unserer Besichtigung am nächsten Tag erwarten würde. Wir stoppten schließlich außerhalb der Kaldera mit Blick auf die berühmten „roten Felsen“ und den „roten Strand“.
    Am nächsten Morgen ankerten wir um in eine der nächsten, auch sehr belebten Buchten. Wir konnten das Dinghi am Steg des Restaurants „the Dolphins“ festmachen. Hierher wurde auch unser Leihwagen für diesen Tag geliefert.

    Damit starteten wir gleich nach Oia durch, ein Traumziel, das weltweit Touristenherzen höher schlagen läßt….. Als wir die Gassen des Ortes betraten, waren wir entsprechend auch auf das Schlimmste gefasst. Und tatsächlich, in dichter Reihe drängten sich die Menschentrauben auf dem Höhenweg des Ortes entlang von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt. Menschen aus aller Herren Länder waren unterwegs, und ihre Sprachen mischten sich in friedlicher Weise. Das war für mich das Eindrucksvolle, wie ohne politische Einflüsse unterschiedlichste Menschen sich an gleichen Dingen erfreuen und respektvoll miteinander umgehen.
    Man konnte natürlich beobachten, wie reihum gegenseitigdie Hochkant-Aufnahmen für die fällige Instagram-Story geschossen wurden. Zugegeben, auch selbst wollte man sehr gerne vor den weissen Kubushäusern, typisch für die Architektur der Kykladen, mit den eingestreuten blauen Kuppeldächern fotografiert werden. Unsere Freunde waren vorher schon zweimal auf Santorini gewesen. Die beim ersten Mal erlebte Begeisterung für das Plätzchen wollte jedoch nicht mehr so Recht aufkommen. Aber da wir uns ohne Termindruck Zeit lassen konnten, erreichten sie mit uns an diesem Tag ein paar neue Punkte, z.B. die Windmühlen.
    Zur Erfrischung und nötigen Erholung kehrten wir in das Restaurant Lotza mit atemberaubendem Blick auf die Dächer und die Kaldera ein. Es war allerdings recht teuer und mit „Speisezwang“. Das war aber schon beim Betreten der Terrasse gesagt worden. Ein Tzatziki kostete 8 Euro, ein Thunfischsalat 15 Euro, und einen gebackenen Käse im Blätterteig gab für 13 Euro. Nun ja, wenn man schon mal zu den Glücklichen zählt, die hierher kommen…. Lecker wars allemal.
    Ein weiterer sehr bekannter Ort, Fira, war eher enttäuschend. Schöne Boutiquen luden zwar zum Shoppen ein, aber die Gassen erreichen nicht den Flair von Oia. Wir fanden zu unserem Erstaunen in Fira allerdings ein „Irish Pub“, genannt „Murphy‘s“. Voller Vorfreude auf das gleichnamige Bier vom Fass gingen wir hinein. Auch da wurden wir enttäuscht. Das Murphy‘s Bier gabs nur auf den Plakaten, und auch vom Guinness erfrischten uns nur einige mühsam hervorgekramte Flaschen. Noch dazu völlig überteuert. Aber die Innendekoration und der irische Besitzer waren authentisch.

    Um etwas vom Touristenstrom wegzukommen fuhren wir noch nach Akrotiri. Da waren wir zwar fast allein unterwegs zur alten Festung hoch, wo es sehr windig war. Aber sonst hat der Ort auch nicht so viel zu bieten. Müde ließen wir uns am Ende von unserem Dinghi zurück an Bord bringen. Bei einem Grillabend mit Thüringer Bratwürsten und abschliessendem Ouzo liessen wir den Tag nochmal Revue passieren. Die Touristenmassen sind wahrscheinlich mitten in der Hauptsaison noch wesentlich größer, aber wir waren uns einig, dass einmal Santorini reicht und wir alle beschaulichere und ursprünglichere griechische Inseln und Orte bevorzugen.
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  • Abwechslungsreiches Segeln nach Ios

    9. september 2023, Grækenland ⋅ 🌬 25 °C

    Nach der schönen Sightseeingtour auf Amorgos standen nun wieder zwei Segeltage auf dem Programm, und die sollten es in sich haben. Nach dem Start am Samstag, den 9.9. kurz nach halb zehn mussten wir noch etwas in der Windabdeckung der vorgelagerten Insel segeln. Ständig drehte der Wind, und so richtig Spaß machte das Keinem. Als der Wind dann auch noch von vorn kam, musste ich kurz den Motor zu Hilfe holen. Als wir dann auf die freie See kamen, wehte dann der Wind konstant von der Seite. Auf der Höhe von Keros verstärkte er sich immer mehr, wir kamen gut voran, und um 13:45 Uhr fiel schon der Anker in einer Bucht vor Ofidousa. Ich schnorchelte zum Anker und mußte allerdings feststellen, dass dieser nur in einem Steinhaufen lag. Auch sah ich sehr viele Schleifspuren von Ankern, die darauf hindeuteten, dass der Ankergrund nicht gut ist. Wir einigten uns schließlich darauf, nach dem Kaffeetrinken in eine andere Bucht zu wechseln. Leider war der Ankerplatz vor Schoinoussa aber weniger idyllisch , aber wir waren fest verankert.
    Am nächsten Morgen holten wir den Anker wieder nach dem Frühstück auf und es ging in Richtung der Insel Ios. Um den Wind etwas seitlicher zu bekommen, hatte ich mich entschlossen, die Insel Iraklia nördlich zu umfahren. Der Weg war zwar etwas länger, der Wind stand aber dann etwas günstiger, und diese Entscheidung erwies sich als richtig. Wir konnten nach der Umrundung des Nordkaps die Segel setzen und der Windgott meinte es sehr gut mit uns. Teilweise konnten wir über 9 Ktn segeln. Der Wind stand so günstig, dass wir direkt bis in eine Bucht von Ios segeln konnten. Kurz vor unserer Ankerbucht bekam ich dann einen Anruf von „Unbekannt“. Es war Martin von der Smeralda, die genau in dieser Bucht lagen und gerade ihren Anker lichten wollten. Nach einer kurzen Rücksprache entschieden sie sich dann doch noch zu bleiben. Ich fuhr noch kurz mit meinem Freund André zur Begrüßung zu ihrer Lucia hinüber. Da es noch früher Nachmittag war, erkundeten wir noch die Insel Ios. Unser Vorhaben zur Chora zu laufen gaben wir aufgrund der Hitze und der engen, steilen und dicht autobefahrenen Straße schnell auf und nahmen den Bus, der gerade ankam als wir an der Bushaltestelle vorbei liefen. In der Chora besichtigten wir die schönen Gassen und erstiegen den Berg, wo noch eine Kirche und drei Kapellen stehen. Wir genossen die tolle Rundumsicht und stiegen dann wieder hinab, um noch eine weitere Anhöhe mit Kapelle zu erklimmen. Von hier konnten wir bis zu der Bucht schauen, wo unsere Vitila lag.
    Nach einem Einkauf brachte uns der Bus wieder zurück zur Badebucht, und wir aßen in einem Restaurant Abendbrot.
    Abends hatten wir noch Diana und Martin zu Gast, es war eine feuchtfröhliche Runde. Leider stürzt Martin die drei Stufen zum Toilette im Eignerbereich hinunter, wobei er sich doch ganz schön weh tat. Tapfer hielt er noch bis Mitternacht durch, dann wurden wir aber alle müde und gingen zu Bett.
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  • Eine kleine Erfrischung nach 300 Stufen in der HitzeDer Ort Chora auf AmorgosStart der Highspeed Fähren in KatapolaSchwimmende Imbissbude in KatapolaDer idyllische Ort Chora

    Ein an den Berg geklebtes Kloster

    8. september 2023, Grækenland ⋅ ☀️ 26 °C

    Am 5. September starteten wir vormittags wieder mal Richtung Leros in die Bucht von Lakki. Grund: ein von unserem Freund Martin bei „Richard vom Holzboot“ hinterlegtes Päckchen sowie Ausbesserungsarbeiten von Georgios an unserem Hardtop, wo Risse sichtbar geworden waren.
    Dafür ging leider fast der gesamte Mittwoch am Boot drauf😢. Unsere Freunde nutzten den Tag auf Leros zu einer Wanderung zum Burgberg. Der Abend gehörte einmal wieder den super leckeren Pizzen bei „la Nostra“. (Wenn wir schon nochmal zwangsweise hier sind).
    Da die Nacht zuvor hier in der Bucht vorm Ort jedoch geräuschmässig etwas unangenehm gewesen war, fuhren wir am Spätnachmittag zu dem kleinen Inselchen Archangelos. Hier ließen wir uns zum Sonnenuntergang in einer stillen Bucht Würstchen und Steaks vom Grill schmecken.
    Am Donnerstag den 7.9. stand ein längerer Segeltörn zur östlichsten Kykladeninsel Amorgos auf dem Plan. Frühstück gabs erst unterwegs, da knapp 50 sm vor uns lagen. Nach anfangs entspanntem Segeln mit vollem Tuch entwickelte sich ein stärkerer Wellengang, sodass wir innen im Salon nochmal alles Bewegliche und die Schrankverschlüsse nachsichern mussten. Wegen des weiterhin starken Schwells suchten wir uns ein geschütztes Ankerplätzchen vor dem Inselchen Nikouria.
    Am nächsten Tag, also am Freitag den 8.9., stand der Besuch des berühmten Klosters Panagia Hozoviotissa von Amorgos auf dem Programm. Außerdem die Orte Aegiali und Katapola.
    Bis zum Anfang der 300 Stufen hohen Treppe zum Kloster konnten wir mit dem Leihwagen fahren. Der Anstieg war ganz schön anstrengend, aber das Ziel und die atemberaubenden Ausblicke zwischendurch belohnten.
    Gründer des Klosters waren wahrscheinlich Mönche, die im 8. Jahrhundert aus Palästina fliehen mussten. Auf ihrer langen Irrfahrt kamen sie auch nach Amorgos. Die Steilwand erinnerte sie, so wird berichtet, so sehr an ihr heimisches Kloster, dass sie hier ihre neuen Zellen errichten wollten.
    Imposant und unantastbar gilt Panagia Hozoviotissa als das beeindruckendste Kloster der Ägäis. Es zeigt eine auffällige vertikale Architektur, und die einzigartige Befestigung der 8 Stockwerke am Felsen resultierte in einem asymmetrischen Bauwerk, das wie an den Felsen geklebt wirkt. Es wird oft mit den Meteora Klöstern verglichen. Während die Breite des Klosters 40 Meter überschreitet, ist die Ostwand mit dem Eingang des Klosters nicht breiter als 5 Meter.
    Das Kloster verfügt über mehr als 100 Räume. Zugänglich für den Besucher sind aber nur eine Kapelle mit der Marienikone und Austritt auf den Aussichtsbalkon, ein Speiseraum mit Blick in einen angrenzenden Küchenbereich und ein Andachtsraum. Wegen der Enge der Räume begegnet man auch durchaus einem Mönch. Von 13 - 17 Uhr ist keine Besichtigung.
    Vom Hafenort Katapola konnten wir die highspeed Fähre starten sehen. Der Hauptort Chora in den Bergen bezieht seinen Charme durch enge verwinkelte Gassen, die sich immer wieder zu kleinen Plätzen mit buntbestuhlten Tavernen erweitern. Die Nacht verbrachten wir wieder in der schönen Bucht vor Nikouria. Ein erlebnisreicher Tag!
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  • Sonnenaufgang über Gyali
    Blick von Nikia auf die KraterBlick auf Nikia"Natürliche Sauna": ein Raum, der über Vulkanaktivität auf über 60 Grad erwärmt ist.Die Kratzer, die sich unser Boot an der Hafenmauer zugezogen hat.

    Die Vulkaninsel Nisyros

    4. september 2023, Grækenland ⋅ ⛅ 27 °C

    Heute ging es schon gegen 8:00 Uhr von Gyali nach Nisyros. Der Wind stand gut und so kamen wir unter Genua gut voran. Gefrühstückt wurde während der Überfahrt. Pünktlich um neun kamen wir im Hafen an und Nicki, die Frau vom Autoverleih Petastra, begrüßte uns schon an der Hafeneinfahrt und wies uns einen Platz zu. Nach erfolgreichem Anlegemanöver ging es zum Car rental. Wir bekamen einen großen Quad und unsere Freunde einen Beach Buggy. Am Anfang unserer Inselrundfahrt stand der Krater auf dem Programm. Der Vulkan auf der Insel ist der jüngste in der Geschichte Griechenlands, und er ist immer noch aktiv. Den Schwefelgeruch kann man schon vom Meer aus wahrnehmen. Im Hauptkrater Stefanos ist der Geruch sehr intensiv, überall sieht man gelbe Dämpfe aufsteigen. Wir besuchten dann noch drei weitere Nebenkrater, was in der Hitze nicht ganz unbeschwerlich war.
    Als nächstes ging es in das Örtchen Nikia, welches wegen seines malerischen Marktplatzes sehr bekannt ist. Wir bummelten durch die Gässchen, genossen den Ausblick auf die Kaldera und das Meer. Zu Mittag ließen wir uns einen Yoghurt mit Honig und Nüssen auf dem Zentralplatz schmecken.
    Weiter ging es dann zu dem verlassenen Fischerdorf Avlakion, wo wir eine Badepause einlegten. Dieser Ort ist sehr romantisch. Leider sind aber fast alle Häuser schon verfallen. Das Schwimmbecken, in dem wir uns erfrischten, gleicht einem Meerwasserpool. Nach dieser Abkühlung ging es wieder ganz hinauf zu der Kapelle über dem Ort Nikia. Hier waren wir schon des Öfteren, aber nie konnten wir sie von innen besichtigen. Diesmal hatten wir Glück, André und Elli haben die offene Tür gefunden.
    Auf unserer Erkundungstour folgte jetzt der Ort Emporios. Dieser wurde im Jahr 1953 durch ein Erdbeben weitgehend zerstört. Mit Hilfe von EU-Mitteln wird die Ansiedlung nun nach und nach teilweise wieder aufgebaut. In einer Gaststätte namens „Balkon“ haben wir uns nochmal gestärkt und den tollen Ausblick auf den Krater genossen.
    Die letzte Station war die Stadt Mandraki, die größte Stadt auf Nisyros. Wir schlenderten etwas durch die Gassen. Zum Kloster hochsteigen wollte aber Keiner mehr.
    Nun ging es zurück zum Hafen, nach einem kleinen Zwischenstopp an der Tankstelle. Schnell noch einen Platz bei „Aphrodite“ reserviert, denn in dieser beliebten Taverne wird es immer ziemlich voll.
    Als wir dann bei unserer Vitlia ankamen, wunderte ich mich, dass das linke Heck sehr nah an der Hafenmauer war. Wie ich leider erkennen musste, hatte das Heck auch schon Bekanntschaft mit der Hafenmauer gemacht. Die Mauer besteht aus sehr grobem scharfkantigen Kies, und dieser hatte schon einige unschöne Kratzer hinterlassen. Wahrscheinlich hatte sich der Anker gelockert, weil ein anderer Ankerlieger diesen angehoben hatte. Das kann leider immer in diesen Häfen passieren, wo „römisch-katholisch“ geankert wird. In Zukunft werden wir am Heck immer noch große Fender ausbringen!
    Nachdem wir uns dann alle frisch gemacht hatten, ging es zu Aphrodite. Gut, dass wir reserviert hatten: alle Plätze, bis auf unseren Tisch waren schon besetzt.
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  • Im Pelagos
    Die Schnur eines Anglers hatte sich in unserer Schraube verfangen..Schönes Segeln nach GyaliDie zwei "Jungs" oben auf der Brücke ....Entspannung pur...Einfahrt in die bucht von Gyali..Elli's LieblingsplatzWas trinkst Du so ...?Das Abendessen bruzzelt..😌

    Wieder mal in der grünen Bucht von Gyali

    3. september 2023, Grækenland ⋅ 🌬 28 °C

    Gestern Nachmittag kamen unsere lang erwarteten Gäste Sylke, André und Elli aus dem Richard-Wagner Städtchen Graupa auf Kos an. Wir gingen zum Einstand ins Pelagos lecker zu Abend Essen und anschließend in die Bar „Pegasus“ auf einen Cocktail. Wir fanden trotzdem unser Dinghi wieder und setzten zu fünft zur Vitila, die in der Bucht vor Kardamena ankerte, über.
    Leider wurde es in der Nacht noch recht schauklig durch Schwell von der Seite. Auch morgens setzte sich vor Anker die unangenehme Schuckelei fort. Das Meer war so bewegt, dass es schwierig war, das Dinghi zu besteigen.
    Es musste aber noch ein größerer Lebensmitteleinkauf getätigt werden…🙈. Drei setzten dann über und kauften Metzgerei und Supermarkt (halb-) leer.
    So schnell es ging segelten wir danach los zur Insel Gyali. Dort werden noch aktiv Bimsstein und Perlit abgebaut. Der aktuell zu beladende Schüttgutfrachter setzte auch eine ordentliche Staubwolke frei. Hinten in der Bucht war’s aber sehr angenehm, und alle waren mehrfach Schwimmen im klaren Wasser. Für Kuchen zum Capucchino war gesorgt. Zum Abendessen wurde von Uwe gegrillt. Die Gäste hatten auch Bratwürste im Schlepptau… daneben noch einige fehlende kleinere Ausrüstungsgegenstände und eine Flasche Whiskey. Die Tagesausflugsschiffe zogen allmählich nach und nach aus der schönen Bucht ab, nur wenige blieben übrig, den Sunset zu genießen. Hoffentlich wird die Nacht hier entspannter als die letzte. Morgen gehts früh Richtung Nyssiros, wo neue Abenteuer auf uns warten
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  • Der alte Herd
    Da ist jemand glücklichBrezen, Weißwürste und Weißbier

    Endlich ist der neue Hybrid-Herd drin!

    1. september 2023, Grækenland ⋅ 🌙 27 °C

    Heute war es nun soweit, eine Arbeit, vor der ich mich schon ewig gedrückt hatte. Wir hatten sogar schon andere Geräte an Bord, aber mein Bauch sagte immer NEIN! Nach längerer Suche hatte ich dann doch noch eine Herdplatte gefunden, zu der mein Bauch JA sagte. Es handelt sich um eine Hybridherdplatte der Firma AEG, eine Seite Gas, die andere Induktion. Da wir mit AEG schon beste Erfahrungen gemacht hatten, war ich froh, diese gefunden zu haben. Nun ging es aber an die Umsetzung.

    Ich wollte unbedingt die alte Platte zerstörungsfrei herauslösen, dann die neue testen, und erst dann den größeren Ausschnitt aussägen. Wir sind ja gebrannte Kinder, siehe Backofen! Das Entfernen hatte es aber in sich: Die Platte war mit reichlich Silikon eingeklebt, so dass die Demontage recht beschwerlich war. Letztlich habe ich sie aber doch rausbekommen. Der Test des neuen Gerätes verlief erfolgreich. Nun hieß es den neuen Ausschnitt auszumessen und dann das Loch auszusägen. Das war sehr mühsam, da drei Materialen gesägt werden mussten. Eine Schicht war GfK, und die Glasfasern machen Sägeblätter sehr schnell stumpf. Zwei Blätter brachen ab und drei waren am Ende unbrauchbar, aber das Loch war drin. Würde die Platte jetzt passen? Sie passte, Aufatmen! Nun musste ich nur noch die Dichtung aufkleben, die Herdplatte einpassen und die Gasleitung bzw. E-Kabel anschließen. Das war nur noch eine Kleinigkeit. Beim Test waren die Flammen noch sehr groß, also schnell noch die mitgelieferten kleineren Düsen rein, dann war die Arbeit geschafft.
    Einer Fix und Foxi🥵, Eine ganz glücklich 😊. Was tut man nicht alles für die Liebste.
    Anmerkung der Liebsten: von gut gelungenen Menüs profitieren alle an Bord..😜. Der neue duale Herd ist aber wirklich super chic und auch größer, und ich freu‘ mich sehr.

    Auf der Induktionsseite erwärmten wir dann gleich die bayrischen Weisswürste, die es zu den ersten selbstgebackenen Laugenbrezen gab.
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  • Da kamen sie an...
    Gästekabine in Achtern BackbordGästebadDusche mit BadVordere GästekabineBeim Posen....☺️

    Die Anthony Quinn Bucht auf Rhodos

    31. august 2023, Ägäisches Meer ⋅ ☀️ 25 °C

    Vorgestern früh ankerten wir nach dem Frühstück erstmal um in die Faliraki Bucht. Dort nahmen wir um elf unsere Bekannten aus Leipzig, Lydia und Daniel samt Hündchen an Bord. Sie wollten so gern mal die Vitila kennenlernen. Sie waren noch nie auf einem größeren Segelboot. So bestaunten sie die gut durchdachte technische Ausrüstung, die doch einigen Komfort an Bord ermöglicht, und stellten viele interessierte Fragen. Auch die Nutzung der Stauräume bis in den kleinsten Winkel beeindruckte sie sehr.
    Noch vor unserer „privaten Roomtour“ gab ich Lydia eine Tablette Stugeron. Sie hatte nämlich kürzlich auf den Malediven auf einem Schnorcheltrip die Seekrankheit von ihrer unangenehmsten Seite kennengelernt und hatte deswegen etwas Angst vor den Reaktionen ihres Körpers heute. Wir gaben den Mägen ein wenig zu tun - ganz leerer Magen fördert die Seeübelkeit - in Form von Tomate/ Mozarella mit selbstgemachtem Basilikum Pesto vom bordeigenen Kräutergarten und etwas Honigmelone mit Parmaschinken. Auch sollte man bei diesen Temperaturen auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr achten. Zu diesem Zeitpunkt stand hier aber erstmal nur Wasser zu Gebote 💦…
    Vor dem Segelstart musste Daniel noch ein paar „stunning Photos“ von seiner Freundin schießen… sie wusste nicht, ob sie später noch dazu fähig sein würde….😜.
    Dann hieß es Anker auf, und wir segelten eine gute Stunde an Rhodos entlang. Der Wind war frisch, um die 20 ktn. und blies von der Seite, das ist angenehmes Segeln. Zudem war wenig Seegang. Die beiden Gäste vertrugen alles gut, entspannten immer mehr und hatten sichtlich Spaß an dieser Art der Fortbewegung.
    Nach zwei Wenden, wobei auch Daniel mal seine Muskeln an der Winschbedienung testen durfte, bogen wir in die berühmte „Antony Quinn Bay“ ein. Hier hatte der Schauspieler vor vielen Jahren in dem Film „die Kanonen von Navarone“ die Hauptrolle gespielt. Er verliebte sich in Rhodos und speziell in diese Bucht mit den einzelnen verstreuten Felsen am sandigen Strand und dem glasklaren türkisfarbenen Wasser. Griechenland soll ihm daraufhin sogar die Bucht geschenkt haben (sie wurde aber später wieder entzogen). Bis heute blieb der Name und die Schönheit der Bucht.
    Nachdem Louis, das mitgeführte Hundchen, kurz an Land zum Gassigehen gebracht worden war, genossen wir alle das Schwimmen in dem tollen 27 Grad warmen Nass. Daniel zog sogar ein paar Bahnen mit der Schnorchelausrüstung.
    Danach gabs den verdienten Kaffee mit mitgebrachten leckeren Muffins und selbstgebackenen Zimtschnecken.
    Daniel sagte:“ich saß glaube ich noch nie mit so schönem Ausblick beim Kaffeetrinken“.
    Auf dem Rückweg in die Faliraki Bucht, wo sich das Hotel der beiden befindet, hatten wir sogar noch etwas mehr Wind, 6-7 Beaufort. Aber alle fühlten sich super wohl und ließen sich den Wind durch die Haare wehen.
    Als der Anker gefallen war und die Sonne schon allmählich hinter den Bergen verschwand, wurde nochmal im flatternden Hosenanzug für die Erinnerungen gepost…. Einen Ventilator mussten wir hierfür nicht aufstellen…😂.
    Ich gab in der Zwischenzeit die letzten Zutaten in den Nudelsalat. Dann schaltete Uwe schon den Gasgrill an, und 4 Steaks und 4 Hähnchenschenkel verbreiteten bald einen leckeren Bratenduft… was durfte da nicht fehlen? Richtig! Ein Aperol Spritz für die Damen und ein Bier oder Gin Tonic für die Herren.
    Nach einem sehr unterhaltsamen Tag mit schönem Segeln brachte Uwe unsere Gäste dann gegen halb zwölf mit dem Dinghi rüber zu ihrem Hotel.

    Der gestrige Tag bestand dann in einer längeren Segeltour von 48 sm nach Symi, der Klosterinsel. Bei Gegenwind war Kreuzen angesagt. Bei zusätzlich ziemlich hohem Wellengang schepperte und schlug unser tapferer Katamaran schon ordentlich in die Wellentäler und wieder hinauf. Nach 8 Stunden hatte man dann auch irgendwie erstmal genug davon 🤯. Man liegt hier in dieser Bucht zwar sehr geschützt, und das Klostergebäude und die alte Windmühle sind malerisch wie eh und je. Aber das Wasser war erwartungsgemäß eher leicht trüb, und das gefällt uns weniger hier. Am nächsten, also heutigen, Tag streben wir in die Richtung der Insel Kos. Dort kommen am 2.9. unsere Freunde aus Graupa, André, Sylke mit Tochter Elli an.
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  • Rhodos ist das Ziel

    28. august 2023, Ägäisches Meer ⋅ ☀️ 28 °C

    Heute stand der Wecker wieder auf 6:30 Uhr, aber den brauchten wir nicht. Um viertel nach sechs war ich munter und es ging raus aus den Federn. Die Nacht war nicht sehr angenehm, Doris hat schlecht geschlafen, da ein unangenehmer Schwell in der Bucht stand. Im Moment läuft in der Nacht auch nurmehr der Ventilator. Da die Sonne doch schon um Einiges tiefer steht, reicht im Moment der Strom nicht für die AC. Die Nachttemperaturen liegen aber immer noch um die 27°C.

    Kurz nach sieben ging es dann los. Anfangs war noch wenig Wind, aber noch ordentlich Schwell, so daß wir ganz schön schaukelten. Das Segelboot vor uns warf es richtig hin und her. Als dann langsam der Wind kam, zogen wir den Gennaker hoch. Wir hatten nur kurz Spaß, dann schlief der Wind wieder ein. Erst als wir aus der Landabdeckung von Tilos raus kamen, nahm der Wind wieder zu. Gemächliches Segeln war angesagt, das verschaffte mir die Zeit, mich um den defekten neuen Backofen zu kümmern. Der Fehler war ja eingegrenzt. Es sollte sich um einen Fehler rund um das Thermostat handeln. Im Backofen Auseinanderbauen war ich ja schon geübt, also kein Problem. Auf den ersten Blick schien alles in Ordnung. Die Stecker saßen fest. Als ich aber den kleinen Ministecker rauszog, sah ich das Problem: der eine Stift saß nicht da, wo er sitzen sollte und war außerdem verbogen. Ich musste den Ofen noch weiter auseinandernehmen, um an die kleine Buchse ran zu kommen. Den Stift gerade gebogen, Stecker richtig drauf gesetzt, alles wieder zusammengebaut und voilà, der Ofen lief. Operation erfolgreich.

    Der Tag ist gerettet und so können wir nun das Segeln wieder genießen. Gerade segeln wir an der Insel Symi vorbei. Der Wind weht von hinten mit 15 Ktn und wir fahren um die 5 Ktn, was will man mehr. Umso mehr wir uns dem östlichen Kap von Rhodos nähern , um so mehr nimmt der Wind zu. Bei 23 Ktn nehme ich den Gennaker rein und die Genua geht raus. Wir haben auch so noch gut 6 Ktn Speed. Als wir vorm Fährhafen vorbeisegeln macht gerade eine große Fähre los und kommt zügig genau auf uns zu. Ich zögere erst kurz, eigentlich habe ich Vorfahrt, drehe aber dann doch bei. Sicher die richtige Entscheidung, denn die Fähre macht keine Anstalten, mir auszuweichen.
    Der Wind nimmt unterdessen immer weiter zu und wir machen mit gereffter Genua sieben Ktn Fahrt, aber nicht lange, denn es nähert sich die Bucht, wo wir vor Anker gehen wollen, um noch einen Einkauf zu erledigen. Und was sehen wir da, eine Helia ohne Namen. Das kann nur Martin sein, ein Freund, denn wir in Lakki kennengelernt haben. Er ist gern etwas inkognito unterwegs. Und richtig, Martin kam auch gleich mit dem Dinghi vorbei, um uns zu begrüßen. Wir sind schnell zu Fuß Einkaufen gegangen, obwohl Martin uns auch die Schlüssel für sein Auto angeboten hat. Eine böse Seglerkrankheit ist wirklich, dass die Beinmuskulatur verkümmert. Man muss sich kontinuierlich zwingen, regelmäßig größere Strecken zu laufen.

    Abends gab es Kalbsbraten mit Gnocchi. Sehr lecker….! Danach kam Martin noch auf einen Drink vorbei. Leider musste er uns dann ganz plötzlich verlassen, seine Helia entfernte sich immer mehr. Durch den starken Wind hielt sein Anker nicht mehr und so musste er erst einmal umankern.
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  • Segeln nach Rhodos.Der neue Grill ärgert

    28. august 2023, Ägäisches Meer ⋅ ☀️ 27 °C

    Da wir beschlossen hatten, nette Bekannte für einen Tagestrip auf unseren Katamaran zu nehmen, machten wir uns gestern in aller Früh gegen sieben von Lakki aus auf in den Süden. Ohne Frühstück, aber nach einem kurzen Erfrischungssprung ins 27 Grad warme Wasser, hieß es Anker auf. Der Wind blieb den ganzen Tag im Leichtwindbereich, so dass das entsprechende Segel die vorhergesehene beste Wahl war. Uwe hatte alle Leinen schon abends vorbereitet, so dass es problemlos gehisst werden konnte. Damit zogen wir dann mit 4,5 bis 6,0 ktn dahin, und es gab ein nachträgliches Müslifrühstück mit frischem Obst.
    Der Segeltag war völlig entspannt. Ich konnte ein ausführliches Tutorial zur INSTA360 anschauen - und bekam schließlich auch die Installation der Apps auf Handy und MacBook hin. Ich wagte sogar vom sicheren Sitzplatz aus den 3-Meter Stick auszufahren und eine erste Sequenz vom Boot während des Segelns zu drehen. Der Clou des Systems ist wohl, dass man aus einer einzigen Aufnahme durch vielfältige Nachbearbeitung mit framing und Ziehen der Perspektive auf dem Touchscreen des Handy u.v.m. noch viele interessante unterschiedliche Videos generieren kann. Ich war erstmal froh, dass ich überhaupt eine Aufnahme hinbekam 🙈. Ihr werdet sie in den Photos sehen.
    Wir kamen kurz nach 19.00 Uhr in einer recht einsamen Bucht von Tilos an, es begann schon dunkel zu werden. Uwe freute sich jetzt auf sein Ankerbier und die im neuen Backofen aufgewärmte Pizza von gestern.
    Leider musste er sie aber doch schließlich kalt essen, da der vorgestern eingebaute Ersatzgrill nach dem Anschalten nach 20 sec. immer wieder ausging und die Fehlermeldung „E2“ im Display zeigte.
    Wir ärgerten uns, dass Uwe das alte, aber nach seinen neuen Erkenntnissen wohl noch reparable, Heizgerät schon ausgeschlachtet und entsorgt hatte, ohne das Neugerät getestet zu haben.
    Was tut man in so einem Falle? Richtig! Man durchforstet das Internet nach findigen Leidensgenossen, die den Fehler fanden und repariert bekamen. Viele hatten schon die Störung „E2“ erlebt. Alles wies auf einen Fehler des Thermostats hin. Die Laune war aber erstmal im Keller und die Abendgestaltung durcheinander geworfen. Eigentlich war noch Aufräumen angesagt gewesen...
    Heute Morgen ging’s erneut kurz nach 7 los, um das zweite Stück Wasserweg nach Rhodos zu schaffen. Da wir ab 11 Uhr wieder relativ ruhig dahinsegelten, übernahm ich den Steuerstand und Uwe baute den Grill wieder aus. Das Ergebnis seiner Recherche liefere ich sobald als möglich nach…
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  • Da fällt die Auswahl schwer....
    INSTA360. Morgen werden Tutorials gekuckt...😜Bei "la nostra": authentic italian 🍕Marietta schaut immer aufmerksam nach den GästenDer Chef selbst hat abgeschnitten, eingepackt und kassiert. Die Griechen sind eben wahnsinnig nett..

    Die letzten Tage auf Leros

    25. august 2023, Grækenland ⋅ ☀️ 27 °C

    Gestern und heute lagen wir noch in der Bucht von Lakki. Doris hat einiges an Wäsche weggebügelt und noch weiter die Taschen ausgeräumt und Mitbringsel weggeräumt. Außerdem hat sie sich weiter mit ihrer neuen Kamera beschäftigt. Ich habe unseren neuen Backofen eingebaut. Bei dem alten war ein Scharnier defekt, und wir haben kostenlos Ersatz bekommen. Es ist schon verrückt, wie genau dieser in den Schrankausschnitt passt: Der Ofen ist 58,2 cm breit und ich habe 59,0 cm Platz, passt. Ich habe dann noch den zweiten mit der Post in Lakki angekommenen Scubajet zusammengebaut. Dieser hilft uns beim Tauchen, wenn uns mal die Strömung einen Strich durch die Rechnung macht.
    Am späten Vormittag waren wir Einkaufen und haben eine wundervolle Seebrasse (1 kg) erstanden. Diese habe ich dann abends schön langsam gegrillt. Hat super geschmeckt zusammen mit einem leckeren gemischten Salat mit Feta.

    Heute waren wir morgens gleich wieder einkaufen. Es ist immer noch so warm, dass wir gleich die Morgenstunden genutzt haben. Neben Obst und Gemüse haben wir noch eine Dreifarbenlaterne für das Dinghy erstanden. Dies ist in den USA Vorschrift . Am Nachmittag habe ich dann den alten Backofen ausgeschlachtet. Sind ja einige Teile dran, die man noch gebrauchen kann. Den Genacker habe ich auch noch fertig gemacht, denn morgen soll es früh auf die Reise gehen. Da nicht so viel Wind angesagt ist, wäre das der richtige Zeitpunkt für dieses Leichtwindsegel.

    Heute Abend haben wir uns noch eine leckere Pizza bei „La Nostra“ gegönnt. Wer mal nach Leros kommt, sollte sich diese Adresse merken. Zum Abschluss statteten wir „Marietta‘s“ noch einen Besuch ab. Hinter der zu Recht sehr gut frequentiertenTaverne betreibt Marietta einen kleinen Laden, wo man u.a. frische italienische Spezialitäten findet. Der Laden ist abends genauso lange offen wie das Restaurant, das ist praktisch. Wir kauften tollen Prosciutto cotto und Prosciutto di Parma. Roher Schinken ist in den Supermärkten hier selten zu finden, und wenn, dann sündhaft teuer.
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  • Erst mal Koffer ausräumen
    defekte ArmaturDie Kartusche, nach einem Jahr hin ...Riss von außenRiss von innenHier spritzte vorher ganz fein das Wasser heraus.INSTA360 X3 ActionkameraINSTA360 mit bullet stick. Zum Rotieren

    Arbeitstag

    24. august 2023, Grækenland ⋅ 🌙 27 °C

    Heute waren einige Arbeiten zu erledigen. Aus Deutschland hatten wir uns einige Ersatzteile mitgebracht und so konnte ich endlich unsere Mischbatterie von der Außendusche reparieren. Vorher mussten aber die Tasche und der Koffer ausgeräumt werden. Dies hat auch schon einige Zeit in Anspruch genommen. Der Austausch der Kartusche war dann schnell erledigt. Als Nächstes war das Warmwasserrohr vom Boiler dran. Dieses war ja auch defekt, hier hatte ich nun auch Ersatz dabei. Diese Reparatur war etwas beschwerlicher, hat aber auch gut geklappt. Nun ist unser Wassersystem wieder voll einsatzbereit incl. Warmwasser.

    Bei unseren Ankermanövern fahren wir oft im Standgas, dabei kommt öfters ein Warnton der ordentlich nervt. Ich nehme an, dass die Lichtmaschine zu wenig Strom bringt. Hab mal die Leerlaufdrehzahl der Motoren etwas erhöht. Mal sehen ob es was bringt.

    Als letztes habe ich noch ein paar Haken für unsere zusätzliche Wäscheleine montiert. Morgen kommt dann die Leine dran.

    Doris war heute mit ihrer neuen Kamera beschäftigt: Sie hat sich eine INSTA360 geleistet.
    Zur Aktivierung mußte sie erstmal die zugehörige App aufs Handy laden. Ohne irgendeine Bedienungsanleitung gelesen zu haben schaffte sie die Aktivierung der Kamera und eine erste 360° Videoaufnahme mit dem 1-Meter Teleskopstab. Das Ganze ist schon erfreulich intuitiv. Das Besondere an dieser Aktionkamera der neuen Generation ist, dass sie mit 2 gegenüberliegenden Objektiven gleichzeitig filmt und der Selfiestick dann unsichtbar gerechnet wird. Toll! Sie soll zum Teil Drohnenaufnahmen vom segelnden Boot ersetzen. Hierzu haben wir auch einen 3,0 m langen Stab. Mal schauen…
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  • Wagners Hof in Leipzig. Haben immer schönes SommertheaterSommernachtstraum "light"Freunde verabschiedenAbschied von LeipzigBeerdigung meiner MutterMein Sohn Timon. Mit Hut vom Opa...Abschied vom HausEssen mit Kim und TimonLetzte Tage im BlockhausLeros mit Artemis Werft und FlughafenBucht von Lakki auf LerosAnkunft Kos am 22.8.

    Power-Kurzurlaub in Halle

    23. august 2023, Grækenland ⋅ 🌙 27 °C

    Am 15.8. waren wir schließlich nach Mitternacht mit unserem „kleinen Gepäck“ für einen 1-wöchigen „Urlaub“ in Halle angekommen. Die Vitila hatten wir in den Stadthafen sicher an die Moorings gelegt.
    Für die 4 Werktage und ein Wochenende hatten wir uns selbst einen gewaltigen Terminkalender reingewürgt: Auto Abholen, zwei Termine im Einwohnermeldeamt, Notartermin, Beerdigung meiner Mutter, Sommertheater in Leipzig in „Wagners Hof“ (es wurde eine leichte Version von Shakespeares Sommernachtstraum gegeben), mehrere Routine-Arzttermine, 3 x Abendessen mit Freunden aushäusig… Zu unserer Freude wurden wir einmal von meinem Sohn Timon und seiner Freundin Kim lecker bekocht 😃 und konnten nochmal auf unserer Terrasse einen lauen Sommerabend genießen.
    Dann hatte ich noch einen kleinen Einkaufsbummel in Leipzig geplant für wichtige Dinge, z.b. Wanderstöcke und eine neue Handtasche sowie Outdoor- Sandaletten. Des Weiteren hatten wir zweimal den Elektriker da, um die Zisterne mit einer neuen Pumpe instand zu setzen. Zwischendurch kamen Kaufinteressenten fürs Haus und ein Baufachmann zum Gutachten. Am Montag trat noch die Denkmalbehörde auf den Plan, um die Möglichkeit einer energetischen Sanierung unseres Hauses zu diskutieren. Zwischendurch hieß es, die letzten „Gruschelecken“ des Hauses freizuräumen und in Kisten zu packen, sowie mehrere Putzeinsätze…. Schön war, dass hier auch Kim und Timon nochmal einsprangen und die Vileda Stangen schwangen.
    Fix und fertig stiegen wir am Dienstag Nachmittag wieder in den Flieger…. Auch das war noch knapp gewesen, da die Zubringer S-Bahn wegen einer Signalstörung geschlagene 30 Minuten auf der Strecke Pause machte.
    Auf dem dann ruhigen Rückflug (abgesehen von einem schlaglochartigen Absenker und Holperer mittendrin 🙈) hatte Uwe vom Fensterplatz einen Super Blick auf die Inseln des Dodekanes, die wir letztes Jahr schon besegelt hatten. Von Kos ging’s dann mit der großen Fähre rüber nach Leros zu unserem wartenden Boot. 51 kg schleppten wir (d.h. zugegeben Uwe..) jetzt an diesem Tag hinter uns her plus 18 kg Rucksäcke…. Wo das wieder alles hin soll?
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