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Weltreise mit unserer Vitila

Ein Abenteuer von Doris & Uwe mit offenem Ende. もっと詳しく
  • Pazifik - Tag 10

    4月1日, Pazifischer Ozean ⋅ ☀️ 27 °C

    146 sm, sonnig, 29°

    Wir hatten uns heute auf wenig Wind eingestellt. Die Doldrums gehen ja ungefähr bis zum 6. Breitengrad, und wir waren gerade auf dem 3. Der Wetterbericht hatte auch nur wenig Wind in Aussicht gestellt. Werner hatte schon einen guten Vorsprung von 16 sm herausgesegelt. Dies war aber auch dem geschuldet, dass ich mit 45° ziemlich hoch am Wind segelte, Werner hingegen direkt auf das Ziel Gambierinseln zuhielt, und so um die 10° raumer fuhr. In Erwartung, dass der Wind nachließ, wollte ich auf diese Weise etwas Höhe für das Leichtwindsegel herausfahren, welches ich ja erst ab 70° Windeinfallswinkel nutzen kann.
    Aber wieder einmal hatte ich die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Der Wind hielt sich einfach nicht an die Vorhersage, sondern blies munter weiter mit 16 Ktn. Bei der ruppigen See einfach zu viel für den Reacher... Erst am Nachmittag ließ der Wind etwas nach, so dass ich kurz vor zwei unser blau/weißes Tuch hochzog. Nun sprintete ich Werner hinterher. Bei dieser Disziplin bin ich wieder im Vorteil. Von Werner und Resi war aber auf dem Plotter nichts mehr zu sehen. Erst am Abend, als wir unsere Koordinaten ausgetauscht hatten, wurde klar, dass ich schon 18 sm weiter südlich unterwegs war, in etwa gleicher Höhe wie unser Partnerboot.
    Was uns heute außerdem noch erwartet hatte war eine große Dünung von 3,0 m Höhe, die auf uns zuhielt. Gespannt warteten wir wie dieses sich anfühlen würde. Da die Wellen aber sehr gemächlich alle ca. 14 s sich erhoben und senkten, war gar nicht so viel davon zu spüren.
    Ein wirklich schöner Segeltag ging mit einem tollen Sonnenuntergang zu Ende.
    Zum Abendbrot gab es aufgewärmten Mahi Mahi, dazu die bald letzten Reste grünen Salat, von Doris liebevoll im Wasserbad aufgepäppelt (Doris meinte, sie sei zur „Salatflüsterin“ geworden) verbunden mit Cocktailtomaten, Orangenspalten, etwas Weisskrautstreifen und Feta. Alles mundete auch wieder sehr gut.
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  • Pazifik - Tag 9

    3月31日, Pazifischer Ozean ⋅ ☁️ 26 °C

    113 sm (46 Segel, 39 Motorsegeln, 23 Motor), wolkig, 29°

    Unser Plan war es, so schnell wie möglich unterhalb des 6° Breitengrades zu kommen. Den südlichen Kurs hatten wir auch schon gesetzt. Das Vorhaben verging uns aber, als wir in der Nacht die riesige Gewitterzelle vor uns sahen, in die wir direkt hineinsteuerten. Kurzer Erfahrungsaustausch mit Werner, und wir einigten uns, dass wir vorerst auf dem 2° Breitengrad blieben. In der weiteren Nacht erwischte Doris sogar eine Schicht mit ganz gutem Wind, der dann natürlich nachließ, als ich die Wache um 5:30 übernahm…. Was folgte waren sehr unangenehm schlagende Segel, die ich schließlich komplett barg. Gegen acht Uhr erschien dann wieder leichter Wind, und ich setzte unseren Gennaker. Bloß gut, dass wir dieses neue Leichtwindsegel noch rechtzeitig in Panamá von unseren Freunden mitgebracht bekommen hatten.
    Leider hielt der Wind nicht lange. Wir nutzen diese Gelegenheit, um uns im Meer kurz frisch zu machen. Herrlich war das mal wieder! Kurze Zeit später musste ich den Gennaker wieder bergen.
    Die Frage die sich nun stellte war, wann biegen wir nach Süden ab? Auf dem 2. Grad konnten wir nicht bleiben, da gab es keinen Wind. Unten war dieses blöde Wolkenband. Wären wir bloß gestern direkt nach Süden gefahren, da hätten wir es schon hinter uns und wären sogar unbeschadet durchgekommen. Hinterher ist man immer schlauer.
    Am Nachmittag gegen drei Uhr sah ich Richtung Süden eine blaue Wolkenlücke. Zwei Blicke auf die Wetterapp, das könnte etwas werden. Kurze Konferenzschaltung mit Werner, er war mit der Kurskorrektur einverstanden. Also ab in den Süden.
    Nach einer Stunde, wir waren immer noch mit dem Motor unterwegs, kam der Wind, aber genau auf die Nase, blöd. Wir rückten weiterhin nur langsam vor. Irgendwie kamen wir aus der Bannmeile der Galapagosinseln nicht heraus. Ein erneutes intensives Studium der Wetterapp ergab: Abfallen um 30° müsste jetzt möglich sein. Nach einem kurzen klärenden Telefonat mit Werner fielen wir wie geplant ab und bewegten uns mit Motorunterstützung und guter Geschwindigkeit weiter.
    Bis Mitternacht fand danach allerdings ein ständiger Wechsel zwischen Segeln und Motorsegeln statt: Zu langsam, der Kurs konnte nicht gehalten werden usw. Einige Squalls verlangten auch nach unserer Aufmerksamkeit, groß eingreifen mussten wir aber nicht. Erst nach Mitternacht wurde der Wind so beständig, dass wir durchweg segeln konnten. Das nutzte Werner auch gleich dazu, um uns wegzusegeln, der treulose Geselle. Wir sind in der Disziplin „hoch am Wind mit wenig Wind“ nicht die Schnellsten…
    Zum Abendessen gab es Shepherdˋs Pie. Es bestand aus 3 Schichten: Zuunterst gebratene Auberginen, dann 1 Schicht Hackfleisch mit Gemüse und darüber eine Schicht Kartoffelpüree. Und weil ich es so liebe obendrauf noch Röstzwiebeln. Megalecker.
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  • Pazifik - Tag 8

    3月30日, Pazifischer Ozean ⋅ 🌙 27 °C

    113 sm (65 sm Segel, 48 sm Motor), wolkig, Regen, Wind 3 - 22 Ktn

    Wir motorten noch bis ca. morgens um eins, da nahm der Wind wieder auf 8 Ktn zu und ich konnte den Motor abstellen. Später um sechs kam dann wieder unser Leichtwindsegel zum Einsatz.
    In der Ferne waren schon die Wolken der innertropischen Konvergenzzone (ITCZ) zu sehen. Diese sorgt für Regen und kräftige Gewitter. Der Wind blies immer noch ausreichend, und wir kamen gut mit unserem Gennaker voran. Doris hatte gut geschlafen und kam etwas später aus dem Schlafgemach. Alles ging dann seinen gewohnten Gang, Frühstück machen, schön essen, bisschen ins Handy schauen. Da dachte ich mir : kuck doch mal nach oben, wo Werner so bleibt, und wie ich auf meinen Plotter schaue, sehe ich ein gewaltiges Regenechos im Radar. Uff, der ganz Himmel vor uns war auch schon schwarz. Jetzt schnell das Leichtwindsegel rein und das erste Reff ins Groß, man weiß ja nie was kommt. Keine fünf Minuten später kamen die ersten Böen angeflogen, und im Nu war der Wind auf 18 Ktn geklettert. Der Regen ließ dann auch nicht mehr lange auf sich warten. Also immer, Holzauge sei wachsam.
    Nach Wochen ohne Regen und mit schwachem Wind kann es eben auch mal wieder anders kommen. Eine ganze Weile fuhren wir dann mit Genua und erstem Reff bis in die nächste Flaute. Und wenn Wind kam, war’s von der falschen Seite. Was dann folgte wünscht man sich nicht: Segel hoch, Segel runter, Schlagen der Segel, Motor an, Motor aus …
    Der einzige Lichtblick war das gute Essen. Es gab Kaiserschmarrn mit Apfelmus, Puderzucker und frischem Obst, ein Gedicht. Gegen 21.00 Uhr konnten wir dann sogar wieder die Segel setzen und der Wind hielt bis Mitternacht. Doris genoß auf diese Weise eine entspannte erste Wache mit wenig Geschaukel und gutem Vortrieb, teilweise über 5 Knoten.
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  • Pazifik - Tag 7

    3月29日, Pazifischer Ozean ⋅ ⛅ 27 °C

    109 sm (48 Segel, 61 Motor) , Wind 2 - 3 Bft, sonnig, 30°

    Heute ist es nun soweit, wir werden den Äquator überqueren. Doch zunächst motoren wir durch die ganze Nacht, mit Segelunterstützung. Dadurch kommen wir auch mit geringer Drehzahl gut voran. Das hilft Diesel sparen, man weiß ja nicht was noch kommt, und der Ozean ist weit.
    Wir timen die Überfahrt so, dass wir noch in Ruhe frühstücken können, und gegen 9:00 Uhr Panamesischer Zeit die Null-Linie überqueren. Galapagos hat nämlich schon wieder eine neue Zeitzone, und wir müssen erneut die Uhren umstellen. Also, wenn es in Deutschland um 12:00 Uhr mittags ist, liegen wir noch im Bett, weil es bei uns dann erst 5:00 Uhr anzeigt.
    Wie gesagt, um kurz vor neun überqueren wir den Äquator und stoßen mit einem Glas Sekt an. Kurze Zeit später treffen wir uns mit Werner und Resi, machen unsere Boote aneinander fest, und gratulieren uns zur geschafften Äquatorüberquerung. Aus dem geplanten gemeinsamen Neptunfest wird aber leider nichts, da die Festmacherleinen unserer Boote zu sehr an den Klampen reissen, so daß wir Angst um deren Stabilität haben. Also machen wir kurz danach die Leinen wieder los und segeln weiter Richtung Gambier. Die Taufe wird bald nachgeholt.
    Aber erst einmal müssen wir vorbei an den Galapagos-Inseln, die sich uns weiterhin in den Weg stellen. Beachten muss man hier, daß ein Mindestabstand von 40 sm eingehalten werden muss. Das wird akribisch überwacht. Dazu soll es eine AIS-Verstärkung auf den Inseln geben. Wir werden genug Abstand einhalten, um die armen Ordnungshüter nicht am Sonntag auf den Plan zu rufen.
    Die Weiterfahrt gestaltet sich aber dann doch etwas schwierig. Da Wind und Strömung uns eh schon Richtung Galapagos schieben, habe ich gleich am Autopilot die Windsteuerung mit dem höchsten Windwinkel von 70° für unser Leichtwindsegel eingestellt. Hier fährt man eben keinen eingestellten Kurs, sondern nimmt alle Winddreher mit und kann so auch günstigeren Wind nutzen. Das funktioniert anfangs auch prima, und ich kann den Kurs auch ganz gut halten. Dann kommt aber auf einmal eine derart heftige Strömung von links, die uns mit 1,5 Ktn zur Inselgruppe schiebt. Kurz vor 19 Uhr wechsle ich deswegen auf die Genua. Mit ihr kann ich 25° höher am Wind segeln. Leider sind wir aber damit auch gleich 1,5 Ktn langsamer unterwegs. Um kurz vor 20 Uhr muss ich dann doch noch einen Motor dazunehmen, da der Wind schon zeitig beschlossen hat, zu Bett zu gehen, und wir wieder drohen ins Naturschutzgebiet einzulaufen.
    Doris hat uns derweil zum Abendbrot mit karamelisierten und gebackenen Kochbananen (Plantains) verwöhnt. Außerdem ist nochmal aufgewärmtes Curry mit Reis aufgetischt worden, welches auch wieder sehr lecker schmeckt.
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  • Besuch bei Neptun persönlich !

    3月29日, Pazifischer Ozean ⋅ ⛅ 27 °C

    Heute haben wir Tag 9 unserer Überfahrt. Zum Frühstück wurde die letzte Passionsfrucht verspeist- welch trauriges Ereignis 😢.
    Aber danach gab es was Schönes zu Genießen: wir waren so langsam, standen fast mit 1,4 ktn., so dass Uwe den Anfang machte und das Duschen und die Körperpflege heute ins Meer verlegte. Das ließ ich mir nicht zweimal sagen und folgte nach. Natürlich erst als er wieder an Bord war. Festhalten an der Leine mit Schlaufe am Ende war Pflicht.
    Uwe zeigte sich entsetzt über die Menge der bereits angesiedelten Entenmuscheln: „Entsetzlich! Es ist ein Wunder, dass wir überhaupt noch fahren!“
    Es war für mich einprägsam, dass 1,5 ktn doch so einen Zug an der Leine im Wasser verursachen, dass man sich etwas anstrengen muss, sich wieder zur Leiter zu hangeln. Sehr erfrischendes Bad mit 3000 m Wasser unter uns.
    Danach war entspanntes Sitzen in der Slylounge angesagt. Nach erneutem Studieren der Wettervorhersagen entschlossen wir uns zusammen mit der „Bring me the Horizon“ den Kurs auf direkt südlich zu ändern. Wir wollen endlich zu den Passatwinden. Einmal muss man dabei durch die Innertropische Konvergenzzone durch. Warum also nicht heute, es sind keine größeren Gewitterzellen vorhergesagt 🙈. Um 15.17 Uhr Ortszeit wurde der neue Kurs angelegt.
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  • Pazifik - Tag 6

    3月28日, Pazifischer Ozean ⋅ ☁️ 27 °C

    109 sm, (41 sm Segel, Motorsegel 68 sm), sonnig 31°

    Es ist früh am Morgen. Vor zwei Stunden habe ich die Mitternachtsschicht übernommen. Der Wind dreht weiter auf Süd. Den Kurs kann ich schon lange nicht mehr halten. Ich ziehe den Gennaker noch etwas straffer, um auf 60° am Wind zu kommen. Empfohlen für das Segel sind 70°. Es ist machbar, aber zu welchem Preis? Als ich aufs Vorschiff gehe, sehe ich, dass das Segel am Kajak und am Seezaun reibt. Das tut mir in der Seele weh. Ich entscheide, die Genua muss raus. Ich versuche halbherzig Doris zu wecken, da wir Segelmanöver eigentlich zu zweit machen wollen. Sie schläft aber fest, und Segel einrollen, zumal mit unserem neuen Endlosfurler, und die Genua setzen ist ja auch kein Hexenwerk. Also Rettungsweste an und los. Keine fünf Minuten später ist alles gerichtet. Ich setzte nun Kurs 45° am Wind und kann den Kurs östliche Galapagosinsel wieder halten. Mit 4 - 5 Ktn geht es weiter.
    Auch heute begrüßt mich wieder ein schöner Sonnenaufgang. Das Gekneife um die Höhe am Wind geht allerdings weiter. An tolle Etmals ist dabei nicht zu denken, aber der Weg ist das Ziel, und wir haben es ja nicht eilig.
    Den Vormittag bestimmen dann Vorratsarbeiten den Ablauf: Lebensmittel müssen noch portioniert und vakuumiert werden, und so wandern Käse, Nüsse, Speck und Salami in die Tüten, um wenig später rigoros die Luft abgesaugt zu bekommen. Die so entstandenen Päckchen werden dem Tetris von Vorratsboxen und Kühl- und Gefrierschrank zugeführt…
    Gegen Mittag wird dann der Wind so wenig, dass wir kaum noch 3 kn segeln, und der Autopilot hat Mühe, den Kurs zu halten. Es ist Zeit, den Motor zu aktivieren, auch wenn es weh tut. Bei einer derart langsamen Geschwindigkeit versetzt es außerdem unser Boot so stark, dass an Kurshalten im Traum nicht mehr zu denken ist. Inzwischen bekommen wir 1,5 Ktn Strömung genau von der Seite. Da kann sich Jeder ausmalen, wo wir bei 2,5 Ktn Fahrt ankommen würden.
    Mit Motor und Segel als Unterstützung kommen wir wieder gut voran. Der Wind, unser „treuer“ Begleiter, bleibt den ganzen weiteren Tag mau, und so geht es mit Motorunterstützung in den Abend hinein.
    Zum Abendessen gibt es indess wieder ein Highlight. Doris zaubert aus unseren Vorräten lecker panierten Mahi Mahi mit Gemüse der Saison, Salat und Bratkatoffel.
    Die Nacht verläuft dann wieder sehr ruhig, abgesehen vom Motorgebrumme.
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  • Pazifik - Tag 3

    3月25日, Pazifischer Ozean ⋅ ⛅ 28 °C

    126 sm, Wind 2 - 5 Bft,, sonnig 28°

    Die ganze Nacht hindurch ist leichtes Segeln angesagt. Immerhin ist so viel Wind, dass unser Levante stehen bleiben kann. Weitere Vorkommnisse gibt es keine.
    Nach dem Frühstück legt der Wind wieder zu bis max. 19 kn und wir kommen gut voran. Die Sonne scheint den ganzen Tag und die Wellen halten sich im Zaum.
    Wir erledigen wieder einige Dinge. Doris widmet sich Steuerangelegenheiten, ich räume weiter auf und setze mich an die Buchhaltung, wozu ich in letzter Zeit nicht mehr gekommen bin.
    Kurz vor dem Sonnenuntergang entschließe ich mich noch, das Levante, welches uns so schön über den Ozean gezogen hat, durch das Groß und den Gennaker zu ersetzen. Der Wind soll in der Nacht drehen und da ist es mir lieber die neuen Segel schon oben zu haben.
    Zum Abendessen gibt es Eierkuchen. Mitten beim Essen bekommen wir plötzlich Besuch: Quer übers Cockpit kommt ein fliegender Fisch geschossen, landet plumpsend neben Doris auf der Bank und deckt sich gleich mal mit einem Kissen zu. Ca. 50 cm weiter rechts und er hätte Doris voll getroffen. Das hätte dann auch eine ordentliche Wirkung gehabt, handelt es sich doch um ein relativ großes Prachtexemplar dieser Gattung.
    Segeltechnisch geht es dann wieder ruhig in die Nacht. Unser Levante bleibt stehen und treibt uns wieder ruhig an.
    Als ich mich später noch einmal nach oben setze, hat sich doch noch einmal Besuch eingestellt. Sitzt doch ein Tölpel direkt neben mir auf dem Lazybag und genießt es, sich hier auszuruhen. Ich habe Mitleid mit ihm und lasse ihn gewähren …
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  • Pazifik - Tag 2

    3月24日, Pazifischer Ozean ⋅ 🌬 26 °C

    131 sm, Wind 2 - 5 Bft, 27° sonnig

    Wir haben heute Nacht gut geschlafen. Das ist ungewöhnlich. Normalerweise brauchen wir so 2-3 Tage, bevor wir entspannt schlafen können. Das macht Mut.
    Ansonsten gibt es heute nichts Spannendes zu berichten.
    Segelmäßig sind wir mit gerefftem Groß durch die Nacht gesegelt. Am Vormittag habe ich die Genua dazugenommen. Da der Wind direkt von hinten kam, habe ich die Segel als Butterfly gesetzt. Mit ca. 7 Ktn pflügten wir durchs Wasser.
    Am Nachmittag ließ der Wind nach, irgendetwas musste ich nun tun. Zuerst entschied ich mich, die Genua durch den Reacher zu ersetzt. Das Leichtwindsegel stand aber nicht gut und schlug immer wieder. Also nun doch die große OP. Groß und Gennaker runter und das Levante gesetzt. Mit diesem kann ich auch segeln, wenn der Wind nicht mehr genau von hinten kommt.
    Jetzt sitze ich hier , schaue wie das riesige rotweisse Tuch uns über das Wasser zieht und genieße den schönen Sonnenuntergang.
    Der Wind lässt allmählich nach bis auf 6 Ktn. Er wird auch immer unsteter. Wir entscheiden, dass ich heute ausnahmsweise die erste Wache übernehme und gegebenenfalls Änderungen am Segel vornehme. Wenig später muss ich auch das Segel aus der mittleren Postition in eine seitliche schiften. Hierzu muss ich die Schoten und Niederhalter neu anpassen. Die ganzen Nacht hindurch weht der Wind sehr schwach. Die Sterne prangen in überwältigender Schönheit am Himmel, v.a. nachdem der Mond untergegangen ist. Die heutige Nacht ist sehr lau.
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  • Pazifik - Tag 1

    3月23日, パナマ ⋅ ⛅ 26 °C

    75 sm (59 Segel, 16 Motor), sonnig, zwischen 0-23 kn Wind

    Heute geht es nun los, die große Fahrt zu den Gambier Inseln. Ungefähr 4000 sm müssen wir zurücklegen, um wieder einen Fuß aufs Land setzen zu können. Bis dahin sind uns wieder Seglerbeine gewachsen.
    Bevor es jedoch losgeht, gibt es noch Einiges zu erledigen. Den Motor vom Dinghi muss ich an der Reling verstauen und das Dingi fest verzurren. Die Filter vom Wassermacher will ich noch tauschen, diese sind durch das trübe Wasser total verschmutzt. Zwischendurch kommen Resi und Werner noch einmal kurz zu Besuch. Gemeinsam stimmen wir uns auf die Überfahrt ein und spendieren den Göttern der Meere einen ordentlichen Schluck Rum.
    Pünktlich um 12:00 Uhr starten wir unsere Reise. Was aber fehlt ist der Wind. Drei Stunden müssen wir motoren, bevor eine leichte Brise einsetzt. Der Wind kommt aus 90°, beste Voraussetzung für unser neues Leichtwindsegel. Also schnell alles klar gemacht und das Segel hochgezogen. Schön wie es so im Wind steht und unsere Vitila vorantreibt.
    Nun sind noch einige Dinge zu erledigen. Bald werden wir unser Starlink auf den Ozeanmodus umstellen müssen. Bevor dies geschieht, lade ich noch einige Karten für unseren Plotter und die Handys herunter. Zum Glück bleibt die unbegrenzte Internetverbindung lange genug für diese Downloads erhalten.
    Zum Abend hin wird der Wind immer stärker und ich setze die Genua. Dabei beobachte ich, wie neben mir Delphine im Wasser mit unserer Bugwelle spielen. In einiger Entfernung sehe ich einen Wal an die Oberfläche kommen. Viel zu weit weg, um ihn zu fotografieren.
    Was aber sehr unangenahm ist, eine seitliche Dünung wird immer höher und setzt Doris ganz schön zu. Sie nimmt eine Tablette, wird müde und legt sich etwas hin. Ich mache es mir derweil auf der Brücke bequem. Es ist schon dunkel, als etwas gegen unser Boot rumst. Mehrmals höre ich das Poltern. Böse Erinnerungen werden wach. Ein Bekannter von uns musste nach einer Kollision mit einem Baumstamm kurz hinter Panama sein Fahrt unterbrechen und seinen Katamaran reparieren lassen, was zu einer reinen Odyssee wurde. Ich schnappe mir also gleich eine Taschenlampe und leuchte ins Heckwasser, aber es ist nichts zu sehen. Die Bilgenkontrolle ergibt kein Wasser, also nochmal Glück gehabt. Die weitere Nacht verläuft dann ohne nennenswerte Ereignisse. Außer ein paar Frachtschiffen, die in einer Seemeile Entfernung an uns vorbeifahren. Wir achten darauf, dem Verkehrstrennungsgebiet, das von Panama City nach Westen führt, nicht zu nahe zu kommen.
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  • Durch den Panamakanal - und was dann?

    3月8日, パナマ ⋅ ⛅ 28 °C

    Dann war es endlich soweit…. Am 2. März waren unsere Freunde Annett und Andreas aus Bitterfeld an Bord gekommen. Sie waren auch 2 unserer 4 geforderten „Leinenhandler“.
    Am 3. März verließen wir die Shelterbay Marina und gingen im vorgeschriebenen Bereich der Bucht vor Anker. Unser Buddyboot, der Katamaran „Bring me the Horizon“ von Resi & Werner, lag schon dort. Am Abend saßen wir zu sechst noch ein letztes Mal zum Essen und gemeinsamen Feiern auf der VITILA zusammen.
    Am 4.3., dem Starttag, holte Uwe unseren 3. Leinenhandler mit dem Dinghi ab. Es war Jonas vom Boot NIKOLA. Er wollte vor seiner eigenen Passage in 2 Wochen erste Erfahrungen bei uns sammeln.
    Inzwischen ist er auch „durch“ und drüben bei uns vor der Playita Marina angekommen. Die 2 Videos zeigen euch anschaulich, was genau bei der Passage passiert (die Videos kann ich leider erst hochladen, wenn wir wieder „normales“, sprich unlimitiertes Internet haben. Also in etwa 6 Wochen….🙈).
    Zur angegebenen Zeit - oder auch mit karibischem Aufschlag - bringt ein schnelles Motorboot den Lotsen, der bei kleineren Schiffen wie Segelbooten „Advisor“ genannt wird, zum Boot. Es wird so perfekt manövriert, dass der Advisor mit einem großen Schritt übersteigen kann, ohne dass die 2 Boote aneinander fixiert werden.
    Nach einer halben Stunde Fahrt unter Motor, auch unter der majestätischen Atlantikbrücke hindurch, erscheint die erste der Gatun Schleusen, und die vorher bestimmte Anzahl von Segelbooten wird zusammengebunden. Dies ist je nach Wind und Wellen und Lenkkunst der Captains schon ganz schön aufregend.
    Durch die 3 Gatunschleusen erreicht man innerhalb von rund 2 Stunden 29 m höher das Niveau des Gatunsees. Immer ist dabei der große Frachter vor dem Segelboot in der Schleusenkammer.
    Es gibt aber auch vereinzelt Passagen mit nur Segelboot-Päckchen. Das ist zum Manövrieren vermutlich etwas schwieriger, und es mag länger dauern, bis diese alle an der Mauer „festgezurrt“ sind.
    Die Kapitäne im Segler-Päckchen müssen ihre Lenkungen gut und zartfühlend koordinieren, sonst liegt die Gruppe schnell schräg, wie bei Freunden von uns kurz darauf passiert.
    Auf den äußeren Segelbooten landen am Anfang der 1. Schleuse jeweils 2 Affenfäuste mit dünnen Leinen dran. Diese müssen von den Leinenhandlern mittels Palsteg an die auf dem Segelboot schon befindlichen dicken blauen Leinen gebunden werden. Unsere 2 Männer (Andreas und Jonas, von einem befreundeten Boot) fuchsten sich schnell rein: Mittels der 4 dicken Leinen, die über die dünnen Leinen nach oben gezogen werden, wird das „Päckchen“ an 4 kräftigen Pollern oben an den Seiten mittig in der Schleuse befestigt. Geht’s in den Schleusen nach oben, müssen die „Leinenangestellten“ die Taue immer wieder heranziehen und damit straffen. Beim Schleusen abwärts, wie in den 3 Schleusen im 2. Teil des Weges, müssen die Befestigungsleinen immer gefiert, also nachgegeben, werden.
    Startet man in einer Nachmittagsgruppe wie wir, übernachtet man an einer Riesenboje auf dem weit verästelten Gatunsee. Seine Fleischmahlzeit verzehrte Laurence, so hieß unser 1. Advisor, in der 3. Schleuse als Abendmahlzeit. Es gab Schweinegulasch mit Nudeln und gem. Salat, es schmeckte ihm sichtlich. Nach Anlegen an der Boje im See schon in Dunkelheit wurde Laurence abgeholt. Das Leinenwerfen an die Boje muss er noch ein bischen üben 😉. Nach 3 Fehlversuchen hatte Jonas erfolgreich gezielt….
    Während der Fahrt über den Gatun-See zu den Miraflores Schleusen am nächsten Vormittag standen Annett und ich wieder in der Kombüse: zum Frühstück und Mittags-Snacks zubereiten.
    Als unser neu-verschnürtes Schiffspaket an der Pedro-Miguel Schleuse eintraf, begann es aus dichten grauen Wolken zu schütten. Die 4 Leinenhandler wurden pitsche-patsche nass, konnten sie doch ihre Plätze an den Klampen gerade jetzt nicht verlassen! Wieder kamen Leinen an Affenfäusten geflogen. Gerne verhedderten sich diese im Genua-Fall oder anderen Streben.
    Wir befanden uns in der ersten Schleuse oben auf Gatunsee-Niveau, und der Sturm blies uns mit bis zu 25 ktn. entgegen. Aber die erfahrenen Skipper konnten die Boote gut mittig halten. Das braungrüne Wasser rauschte und gurgelte nach draussen sobald die Tore geschlossen hatten. Der Himmel klarte wieder auf, und schließlich öffnete sich in der 3. Schleuse das letzte Tor zum Pazifik, welch ein überwältigendes Gefühl!

    Bis zur einzigen halbwegs vernünftigen Ankerbucht vor der Playita Marina war es nicht weit. Dann mussten wir erstmal 6 dicke Fender und 6 blaue Seilpakete mit dem Dinghi zu unserem Agenten Stanley Scott zurückbringen. Es funktionierte nur, weil Uwe 4 dicke wuchtige Kugelfender außen ans Beiboot band.
    Und wer lag auch noch hier? Richtig, die MAHANA von Lutz & Jana sowie die MOMO von Volker & Carla, die wenige Tage später nachgerückt war. Mit beiden verbrachten wir noch lustige Abende, die die Freundschaften festigten. Jana ließ uns auf ihre PriceSmart Kundenkarte Lebensmittel einkaufen und „vermachte“ uns ihren Lieblingstaxifahrer Mario, der Einen von Geschäft zu Geschäft kutschiert und jeweils davor wartet. In 5 verschiedenen Supermärkten wurden wir gute Kunden, der letzte war wohl der beste 🙈, dumm gelaufen, Gefrierschrank war schon nahezu voll. Die Fahrten kosteten zwar 40-80 Euro pro Tag, meist teilten wir sie uns jedoch mit Resi&Werner.
    Es war unglaublich, wieviel sich in so einem Boot verstauen lässt, ohne dass es sinkt… Ich war mehrere Male kurz davor angesichts der Berge von Einkaufstüten an Bord zu verzweifeln.
    15 Tage verbrachten wir so noch in Panama City, dreimal abends in einer schönen Rooftop Bar, von wo wir die gewaltige Skyline gut bestaunen konnten.
    Haben wir wirklich genug Butter gekauft? Welche Kaffeebohnen sind von guter Qualität? vlt. finden wir doch noch Sonbenblumenkerne für unser Brotbacken? (Leider nein). Am allerletzten Tag fuhr uns Mario zum Obst- und Gemüsemarkt. Dort konnten sich Resi und ich nochmal richtig austoben. Wir mussten immer einen Kompromiss zwischen gewünschter Menge an Bord und realistischer Haltbarkeit der Früchte finden.
    Am Mittwoch den 18.3. segelten wir endlich zu den vorgelagerten Inseln las Perlas. 4 Tage verbrachten wir dort noch neben Resi & Werner. Leider ankerten wir vor einem sehr beliebten Strand für Ausflügler, die uns mit kleinen Motorbooten und auch großen Motorjachten von u.a. Azimut (Italien) am Wochenende umringten. Neben Musik und Kindergeschrei kreisten auch viele Jetskis um uns. Das dadurch ausgelöste Wellenschaukeln nervte mit der Zeit ziemlich. Was soll’s. Uwe tätigte noch Motorservice, tauschte Filter an Generator und Wassermacher, schaute mehrfach täglich ins Wetterrouting und räumte Werkzeug auf. Ich kochte, wischte und arbeitete am neuesten Youtube Werk, das schon die Panamakanalpassage verarbeiten sollte. Es gelang! Gestern am 23.3.26 um 12 Uhr fiel schließlich der Startschuss für die längste Pazifik Etappe zu den Gambier Inseln. Sechs Wochen kein Land sehen, in Wind und Wellen schaukeln- welch ein Abenteuer!

    hier der Link zu unserem neuesten Youtube Video 😊
    https://youtu.be/xsJTkOigIqg?si=9dgy0WUXPYSNMmF5

    Nachtrag: für die Geschichtsfans und Bauingenieure:

    Der Panamakanal wurde Ende des 19. Jahrhunderts erstmals von Frankreich unter Ferdinand de Lesseps begonnen, doch das Projekt scheiterte an Krankheiten, Technikproblemen und enormen Kosten.
    1904 übernahmen die USA den Bau und setzten auf ein Schleusensystem statt eines Meeresspiegeldurchstichs.
    Mit großem medizinischem Fortschritt gegen Malaria und Gelbfieber sowie gewaltigem technischem Aufwand gelang schließlich der Durchbruch.
    1914 wurde der Kanal eröffnet und entwickelte sich schnell zu einer der wichtigsten Handelsrouten der Welt.
    Nach jahrzehntelanger Kontrolle durch die USA ging der Kanal 1999 vollständig an Panama über.
    2016 wurde er durch neue, größere Schleusen erweitert, sodass heute auch deutlich größere Schiffe den Kanal passieren können.
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  • Im Guna Yala Land - die St. Blas Inseln

    2月11日, パナマ ⋅ ⛅ 26 °C

    Alle Fahrtensegler, die es schon mal bis hierhin geschafft hatten, haben davon in den höchsten Tönen geschwärmt- die St. Blas Inseln als Vorgeschmack auf den Pazifik… Deswegen hatten auch wir uns sehr darauf gefreut, und da waren wir nun!
    Vorbei nochmals an der Linton Bay, wo Uwe beim kurzen Landgang zum - als sehr gut bekannten - Chandler auch im kleinen Laden noch schönes Obst und Gemüse erstanden hatte, segelten wir neben Werner & Resi zur Insel El Providence. Wir waren nicht sicher, ob wir nochmal zu den Behörden mussten wegen des lokalen Cruising Permits. Das große von Panama aus Colon ließ ja noch auf sich warten.
    Mussten wir nicht. Einmal im Monat cruisen die örtlichen Guna Yala Beamten mit Motorbooten von Boot zu Boot und fordern die Gebühr ein - 80 USD für uns und unsere Vitila.
    El Providence bot nicht so viel, das Bördengebäude, eine nicht mehr benutzte Landebahn für kleine Inlandflüge, und ein ziemlich heruntergekommenes Hotel, in welchem auch kein Gast zu sehen war, für sage und schreibe etwa 450,- USD für 3 Nächte 🙈.
    Zügig segelten wir weiter zu weiteren mehr oder weniger einsamen Inseln. In den Lemmon Cays, wozu mindestens 5 kleine Eilande zählen, kehrten wir in einer idyllischen Strandbar ein. Es gab witzigerweise Sangria 🤣, sehr lecker ist dort aber auch der Pinacolada in der ausgehöhlten Ananas. Hier stehen auch Zelte zur Vermietung, wo man wohl einen wirklich abgeschiedenen Urlaub verbringen kann.
    Leider riss hier in den ersten Segeltagen unser Leichtwindsegel, Gennakerähnlich, aus dünnem Nylon, in Fahrt der Länge nach durch, und 1 Woche beschäftigten wir uns nur mit dem Aussuchen und Nachbestellen des Ersatzes. Da wir mit Sendungen meist schlechte Erfahrungen gemacht haben, bringt uns unser Besuch Andreas & Annett, die Anfang März auch mit durch den Panamakanal gehen werden, das neue Segel dann (hoffentlich) im Koffer mit.
    Auf den Holandese Inseln („ Swimming Pool“ = Spitzname) verbrachten wir gleich ein paar Tage. Wir wechselten uns ab mit Resi & Werner mit gemeinsamem Sundowner und Abendessen. Und Uwe genoss an zwei Nachmittagen die Freude am Beachvolleyball teilzunehmen. Er war ja in seiner alten Heimatstadt Oschersleben regelmäßig zum Volleyball gegangen. Das ist eines der wenigen Dinge, die er hier am Bootsleben sehr vermisst…
    Am hier regelmäßig anlegenden „Veggie-Boot“ deckten wir uns wieder mit Frischzeug ein. Das sehr hübsch gestaltete Restaurant „Ibin‘s“ kredenzte uns an einem Abend Cocktails, Bier und 2 gegrillte Langusten. Diese schmeckten so lala, aber wir waren zufrieden. Da hatten wir allerdings unsere selbstgegrillten Schalentiere noch nicht gekannt 😜.
    Mit einigen Zwischenstationen zog es uns dann weiter nach Osten, zur Insel mit einem recht ursprünglichen Dorf der Guna Yala, Mamitupu. Sie leben dort sehr einfach, haben viele Kinder, handarbeiten an ihren Molas, und wirken recht glücklich. Pablo Nuñez, der 7 Jahre in England gelebt hat, führte uns herum bis in sein eigenes Wohnhaus, und erzählte viel über die Gebräuche dieses ursprünglich indianischen Volkes, das von Panama im Volksaufstand 1925 fast komplette Eigenständigkeit erkämpfte. Die Menschen im Ort waren zugänglich und interessiert, aber nicht aufdringlich oder gar bettelnd, obwohl sie wirklich wenig Geld besitzen. Zu dieser ganz östlich gelegenen Insel schaffen es ( muss man sagen „leider“, oder „glücklicherweise“?) nur wenige Touristen im Jahr.
    An einem Vormittag fuhr Uwe mit Resi & Werner mit einem größeren Motorboot der Einheimischen mit hinüber ans Festland in einen Fluss hinein, wo Wäsche gewaschen und Süßwasser geholt wird. Die meisten Gunas besitzen hier ein Stück Land, das sie bewirtschaften, meist mit Anbau von Kokospalmen, Mangobäumen oder Zuckerrohr.
    Wegen Wetterverschlechterung verlegten wir uns danach hinter die schützenden Inselchen bei Nargana. Es regnete fast 10 Tage lang mehrfach täglich. Weil die Temperatur auf sage und schreibe 26 Grad abnahm, gönnten wir uns einen „Glühweinabend“ und tranken die Reste von Weihnachten 25 auf. Lecker!
    Auch diese Insel bei Nargana, Corazon de Jesus, wo es auch einen Flughafen für Kleinflugzeuge gibt, besuchten wir. Es gab kleine Lebensmittel-Verkaufsstellen, und wir erstanden neue Ananas, die hier einfach extrem lecker schmecken, sowie mehrere Passionsfrüchte mit hier mega viel Fruchtfleisch, nicht so wie in Deutschland oder auch im bisherigen Teil der Karibik, wo nach dem Aufschneiden an der Schale innen ein klein wenig Fruchtfleisch klebt...
    Ein Ausflug in den Fluss Diabolo mit dem Dinghi brachte uns vorbei an einem Friedhof sowie Waschstellen der Frauen. Ein Krokodil zeigte sich uns leider nicht.
    Aber es war trotzdem sehr schön, die üppige Vegetation spiegelte sich im Wasser, und die dichten, meterlangen Luftwurzeln der Mangroven sahen mystisch aus.
    An einem Abend hatten wir dann unser erstes Grillerlebnis auf unserem Boot mit einem Schalentier: Wir hatten von einem Boot eine größere Languste erstanden. Uwe zog sich, während diese noch im großen Eimer in Salzwasser schwamm, nochmal Videos über waidgerechte Tötung und Zubereitung derselben rein. Auch Eingeweide sind ja zu entfernen. Ich bereitete die Soße aus Butter, Salz, Pfeffer, Zitrone und Knoblauch zu, mit der die Schwanzhälften auf dem Grill mehrfach bestrichen wurden. Etwas Bratkartoffeln, ein grüner Salat - es schmeckte wunderbar.
    Allmählich zog es uns dann wieder Richtung Westen, wo am 11.2. mein Sohn Timon mit dem SUV aus Panama City eintraf, der relativ kurzentschlossen 2 Wochen bei uns an Bord verbringen möchte.
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  • Shelter Bay und Colon - erste Eindrücke

    1月21日, パナマ ⋅ 🌬 27 °C

    In der Nähe der sehr schönen Shelter Bay Marina gibt es ein weitläufiges Ankerfeld. Man liegt hier weit hinter den Beton-Wellenbrechern, in Sichtweite von Colon mit seinem riesigen Frachthafen und Werften. Ganz in der Ferne erblickten wir die „Atlantikbrücke“, erst 2019 eröffnet. Dort hindurch geht bald unsere Reise in die Panamakanal-Schleusen. Aber noch war nicht die Zeit dafür, erstmal galt es, in Panama offiziell einzuklarieren und unseren Termin für den Trip zum Pazifik festzuzurren.
    Wir nahmen an, dass unser Agent Stanley zu uns an Bord kommen und unsere Papiere mitnehmen würde. Fehlanzeige. Wir mussten ihn in der Marina aufsuchen. Das geschah am dritten Tag. Hier kostet alles extra: 12 Dollar Dinghi Anlegen, 4 Dollar für einen Müllsack, 1 Dollar tief Einatmen und 1 Dollar tief Ausatmen 🤣.
    Stanley erwartete uns schon, die Dame von der Immigration saß in seinem Büro, und - wupps - prangten die 4 Stempel in unseren Reisepässen. (Nun, wer die Karibik ein wenig kennt, wird schmunzeln, da er weiß, dass es ganz so flott natürlich nicht ging…).
    Der Shuttle Bus rüber nach Colon zum Proviantieren ist nur für Marinalieger verfügbar. Mist. Also buchten wir für den übernächsten Tag zu viert ein Auto für 80 Dollar. Am besagten Tag kam das Auto aber nicht wegen eines Platten ( alle Autos der Firma hatten offenbar diese Einschränkung auf 3 Reifen, Sabotage wurde gemunkelt). Also umsonst Dinghi-Parkgebühr entrichtet 🙄. Fast - wir besuchten stattdessen den Skipper eines Katamarans, der sich 2 Tage zuvor von einem Ankerplatz neben uns in die Marina verlegt hatte. Ich war mit ihm über die Segler-App Noforeignland sehr nett und informativ ins Gespräch gekommen, und er hatte uns - unvorsichtigerweise - eingeladen, in der Marina bei seinem Boot vorbeizuschauen… Denn, da waren wir nun unverhofft an seinem Steg, hoch vier, und blickten neugierig ins Cockpit…. Er, Wiardus, und seine Begleiterin Jutta auf einem eleganten italienischen Cat. des Herstellers COMAR, dessen Name ich noch nie gehört hatte, reagierten entspannt und offen und spendierten sogar Cola für alle. Es war ein lockeres Geplauder, in 4 Tagen wollten s i e durch den Panamakanal.
    Als wir tags drauf endlich einen Leihwagen mit 4 funktionstüchtigen Rädern „medium“ bekommen sollten, führte uns die Angestellte mit dem Schlüssel in der Hand zum Parkplatz. Wir starrten ungläubig auf das Objekt, das wir nun übernehmen sollten: Ein Pickup mit hinten offener Ladefläche. Was anderes wäre jetzt nicht da. Und die Reifen seien okay! Aber wo sollten wir die Einkäufe für 2 Boote ablegen? Auf die Ladefläche, wo es doch hier ständig regnete….? Alle waren ratlos. Glücklicherweise kam gerade ein anderes Ehepaar mit seinem Leihwagen, einer guten Limousine, zurück, und wir bekamen dieses Auto. Natürlich musste die Frau vorher wieder ins Büro, alle Formulare ändern, drei Kunden des Lädchens mit Bananen und Nudeln abkassieren, es dauerte und dauerte…
    Als wir mit eineinhalb Stunden Verspätung dann endlich im Wagen saßen, stürzten wir uns in den verkommenen Moloch COLON. Uwe hatte einen Obst- und Gemüsemarkt einprogrammiert. Die Straße dazu hin führte an total heruntergekommenen Häuserfassaden vorbei. Wir parkten vor einem Supermarkt und liefen die letzten Meter zu Fuß, darauf bedacht untereinander nicht den Anschluss zu verlieren. Polizisten auf einem Motorrad rieten Resi und mir doch die Handys besser gut zu verstauen, anstatt die trostlosen Fassaden abzulichten. Langfinger seien hier offenbar alltägliche Weggefährten.
    Die Verkaufshalle bot Fleisch und Fisch in den Auslagen feil, da trauten wir uns nicht ran, aber eine hübsche Menge frischer nicht gekühlter Obst- und Gemüsewaren wie Kartoffel, Karotten, Salat, Zucchini und Bananen wanderten in unsere Beutel und Rucksäcke. Preis günstig.
    Im Supermarkt ein Stück weiter und in einem anderen noch ein Stück weiter deckten wir uns mit Rum ein, erstmal testweise, auch mit Milch- und ein paar Dosenprodukten. Die große Proviantierung steht ja erst in Panama City bevor.
    Zur Stärkung strebten wir danach einem caféartigen Restaurant zu. Und wer saß davor mit Capucchino und Imbiss inmitten von Einkaufstüten? Wiardus und Jutta, die wir tags zuvor erst kennengelernt hatten. Das gab ein Hallo und Fortsetzung der Erstgespräche. Zur Entspannung gönnten wir uns abends ein Essen im Restaurant der Marina. Es war zufällig Pastaabend, und für 14 Dollar „all You can eat“. Und es wurde frisch vor den Augen zubereitet und schmeckte lecker.
    Wir warteten dann noch 2 Tage ab, bis wir über das Marinabüro zumindest die Kopien unserer Zollpapiere erhalten hatten, dann strebten wir Richtung Nordost zu den St. Blas Inseln. Gar zu schaukelig war es in der Shelterbay, und unsere Solarpanels bekamen eindeutig zu viel Regenwasser im Vergleich zu Sonne ab. Wetter in Shelterbay Note 4 minus.
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  • Unsere Zeit läuft ab

    1月7日, Karibisches Meer ⋅ 🌬 27 °C

    Nach vier Wochen in Kolumbien lief unsere Zeit in der Marina von Santa Marta ab. Am 5. Dezember angekommen, hatten wir bis 04. Januar gebucht und dafür einen sehr guten Rabatt erhalten, incl. Gebühren für den Agenten, der unsere Einreise organisiert hatte. Das Problem, an jedem weiteren Tag den wir blieben, würde der volle Preis fällig werden, anstatt 35,~ $, wären dann 90,- $ zu zahlen. Da mag manch Einer denken, dann fahrt doch einfach los und alles ist gut. Aber so einfach ist es leider im Seglerleben nicht. Im Bereich der Marina von Santa Marta erhebt sich ein hohes Gebirge, wodurch bei Ostwind eine sehr starke Winddüse entsteht. Aus 25 Ktn Wind werden dann mal schnell knapp 40 Ktn incl. der dann zugehörigen Wellen bis zu 3 m. Das Problem, es herrscht fast immer Ostwind…!
    Die Lösung für uns deutete sich an: Pünktlich zum 5. Januar drehte der Wind für 3 Tage auf Nord und die Düse ließ nach. Unsere Freunde von der IP hatten die gleiche Idee und verließen am 4. Januar gegen Mittag den Hafen, um ebenso wie wir in der Bucht vor Santa Marta vor Anker zu gehen. Vorher hatten wir natürlich noch im Marinabüro ausklariert, mit einiger Wartezeit, wie das in der Karibik so üblich ist, aber immer höflich und zuvorkommend.
    Der Nachmittag und der Abend in der Bucht hatten es aber noch einmal in sich: Ständig fuhren Partyboote links und rechts an uns vorbei mit ohrenbetäubend lauter Musik, und deren Wellen ließen unsere Kats nach deren Takt tanzen. Die Musik ging bis in die frühen Morgenstunden.
    Das war dann auch der Grund, warum aus der geplanten Abreise um 6:00 Uhr ein vorgezogener Frühstart um 3:00 Uhr wurde. Ich wachte nämlich ungewöhnlicherweise von der Musik auf, und da ich nicht mehr einschlafen konnte, verständigte ich mich mit Doris, sie war mit dem Start im Dunkeln auch einverstanden. Ein paar Gewissensbisse hatte ich gegenüber Peter und Iris, da wir gemeinsam am Morgen hatten starten wollen, aber letztlich ist jeder selbst für sein Boot verantwortlich, und 315 sm waren eine lange Strecke für 2 1/2 Tage.
    Mitten in der Nacht ging also der Anker hoch, und wir verließen die Bucht. Erstaunlicherweise bekamen wir nach einer halben Stund schon schönen seitlichen Wind von über 10 Ktn. Das hatten wir so nicht erwartet, der Wetterbericht hatte anderes verkündet. Also Genua raus, und so kamen wir zusammen mit dem Motor auf hübsche 6,5 Ktn gegen die Strömung. Mit der ersten Morgendämmerung weckte ich dann Doris, um das Groß dazuzunehmen. Ich hatte ihr versprochen, dies nicht allein in der Dunkelheit zu tun.
    Wir waren schon eine Weile unterwegs, die Strömung lief inzwischen mit uns - auch entgegen der Vorhersage - und das Wasser zeigte nicht das typische Blau, eher milchig grün bräunlich. Wir bewegten uns im Mündungsgebiet des Rio Magdalena, bewusst passierten wir das Kap in weitem Abstand von 15 sm, da bei starkem Regen öfters ganze Bäume vom Fluss ins Meer gespült werden. Dass die Flussströmung aber so weit draußen noch zu spüren war, unglaublich. Mit einem Mal entdecke ich am Horizont, wie sich das Wasser von schmutzig braun auf klar blau änderte, wie mit dem Messer gezogen. Genau an dieser Kante schwammen viele Grasbüschel. Das Wasser schäumte und war total unruhig. Die Strömung änderte sich von 1 Ktn mit uns auf 0,5 Ktn gegen uns, von jetzt auf gleich. Ich bin immer wieder überrascht, welche Geheimnisse das Meer in sich birgt. Würde man doch davon ausgehen, dass sich das Wasser eines mündenden Flusses gleich mit dem Meereswasser vermischt. Nein, noch Meilen weit hinein ins Meer gibt es eine klare Trennung.

    Der weitere Tag verlief ohne Probleme. Mit dem Sonnenuntergang wechselte ich vom Genakker auf die Genua. Doris kochte ein leckeres Gulasch, und so ging es mit angenehm vollem Magen in die Nacht. Hier hatten wir wieder einige Begegnungen mit größeren Schiffen, die bis auf einige sm an uns vorbei fuhren. Doris funkte eines davon sogar an, um sich zu vergewissern, dass es uns auf dem Schirm hatte. Und auch meine Nachtwache verlängerte sich, da einige Squalls an uns vorüberzogen.

    Der zweite Tag war von leichtem Wind aber chaotischen Wellen geprägt. Diese waren nicht sehr hoch, rollten aber aus unterschiedlichen Richtungen heran. Nennenswerte weitere Ereignisse gab es nicht, bis auf die Entscheidung, unseren Ankunftsort weiter westlich zu verlegen, um am Donnerstg in der Shelterbay einzutreffen. Dort würden wir auch Resi und Werner wiedertreffen, die von Norden kommend am gleichen Tag ihre Ankunft planten. Würden wir noch vor Sonnenuntergang eine geschützte Ankerbucht Richtung Shelterbay erreichen? Durchfahren hätte beutet in der Nacht anzukommen. Bis zur Lintonbay könnten wir es schaffen, dann hätten wir am Donnerstag nur noch 25 sm vor uns. Check.
    Abends gab es ein Meeresfrüchterisotto mit viel Parmesan, auch lecker.
    In die Nacht ging es mit wenig Wind, das Leichtwindsegel ließ ich diesmal stehen. Einen kleinen Schreck bekam ich in meiner Schicht. Das Radar hatte ich auf 12 sm eingestellt, um herannahende Squalls frühzeitig zu entdecken. Übersehen hatte ich dabei, dass sich direkt neben uns ein Squall gebildet hatte. Dieser schickte aber zum Glück keine starken Windböen zu uns, und auch vom Regen blieben wir verschont. Dies war aber der einzige Vorfall in der Nacht.
    Kopfzerbrechen machte mir hingegen im Weiteren der schwache Wind. Wer mich kennt weiß, der Motor geht nur im Notfall an. Auf der anderen Seite möchte ich immer gern im Hellen am Ankerplatz ankommen. Mit dem vorherrschenden Wind von 12 Ktn direkt von hinten war dies offenbar nicht zu machen. Sollte ich den Levante setzen? Die Wolken am Himmel ließen mich zögern…. Wir fuhren bis zum Frühstück noch auf Backbord, konnten aber das Ziel nicht genau anlaufen. Die Wind dreht weiter in die falsche Richtung.
    Nach dem Frühstück entschied ich auf Schmetterling zu gehen, der Wind kommt dabei idealerweise direkt von hinten: Ein Segel steht auf Backbord, eins auf Steuerbord. Ein Bullenständer muss gesetzt werden, damit das Groß bei einem Winddreher nicht durchschlägt.
    Dann passierte das, was ich nicht für möglich gehalten hätte: Nach einem leichten Squall nahm der Wind zu, soweit nicht ungewöhnlich. Der Wind hielt aber über Stunden an und wehte nun genau in die richtige Richtung. Da beim Schmetterlingssegeln das Spiel nach links und rechts sehr begrenzt ist, war ich gespannt, ob wir unser Ziel nun wirklich direkt würden anlaufen können.
    Was mir am Morgen noch unmöglich erschienen war, wurde dann jedoch tatsächlich wahr. Wir fuhren genau bis zur Einfahrt in die Bucht von Isla Grande unter Segel und ließen um 18:00 Uhr den Anker fallen. Die Sonne näherte sich gerade bilderbuchmäßig dem Horizont.
    Am nächsten Morgen ging es weiter in die Shelter Bay, wo wir gegen 12:00 Uhr eintrafen, vorbei an riesigen Frachtschiffen, die schon ein Stück vor dem Panamakanal in Warteposition ankern, und wurden von unseren Freunden Resi und Werner freudig winkend begrüßt.
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  • Comuna 13, Piedra de Peñol und Guatapé

    2025年12月30日, コロンビア ⋅ ☁️ 25 °C

    Unsere Tour durch die berühmt-berüchtigte Comuna 13 begann am nächsten Tag an einer Metrostation im Viertel Poblada um 14.00 Uhr. Die Zeit bis dahin wollten wir mit einem Spaziergang durch unser Viertel Laureles hin zum Museum de Antiochia am Botero Platz verbringen. Auf den 7 km kamen wir durch 2 winzige aber nette Parks, an hübschen Wohnhäusern aber auch städtischen Gebäuden und unzähligen einladenden Gaststätten vorbei. Alles war sehr sauber. Wir konnten auch die „Recicladores“ bei der Arbeit beobachten: Sie sammeln gegen kleines Geld (5-10 Dollar pro Tag) mit ihren Ziehwägen Metall, Pappe oder Plastik und liefern es an Recyclinghöfen ab. Sie sind teilweise organisiert und gesellschaftlich anerkannt. In einigen steilen Vierteln ersetzen oder ergänzen sie Müllwagen, die dort oft gar nicht hinfahren können.
    Leider reichte die Zeit nicht mehr für das Museum, aber der Figurenpark von Botero entschädigte etwas.
    Fernando Botero (1932–2023) war der bekannteste kolumbianische Künstler, er arbeitete als Maler und Bildhauer. Berühmt wurde er mit seinem unverwechselbaren Stil von voluminösen („aufgeblähten“) Figuren, die oft fälschlich als „dick“ angesehen werden. Ihm selbst ging es wohl mehr um das Spiel mit Formen und Volumen.
    Nach einer kurzen Seilbahnfahrt zu einem Aussichtspunkt rüber ins Viertel Comuna 13 brachte ein Kleinbus unsere Gruppe hoch in die Comuna 13.
    In den 1980er–90er Jahren war das Viertel von Guerillas, Paramilitärs und Drogenbanden kontrolliert, u.a. weil es einen strategisch wichtigen Fluchtkorridor aus der Stadt bildete. In einem Höhepunkt der Gewalt wurden 2002 in einer Militäraktion unzählige Menschen im Viertel getötet oder verschleppt. Niemand wollte danach mehr dort wohnen.
    Ab den 90er Jahren kam es infolge erfolgreicher Politik zu einem langsamen Wandel durch staatliche Sozialprogramme und verbesserte Infrastruktur. Symbolisch dafür sind die MetroCable, Kunst, Graffiti und die Rolltreppen (2011). Das Viertel steht aber heute auch für die Ambivalenz zwischen Tourismus und ungelösten sozialen Problemen.
    Der Tourismus schlug auch voll über uns zusammen… Die zentralen Gässchen und natürlich die lange Rolltreppe über 6 Etagen waren ziemlich überfüllt, und unser Guide hatte alle Hände voll zu tun, seine „Kükenschar“ zusammenzuhalten. Jedes der übereinandergestapelten Häuschen verkauft irgendwas an Souvenirs oder Essen. Wir bekamen ein lokales Eis, eine tolle Breakdance Show und ein kleines Abendessen von Kurzgebratenem. Ganz oben gelangten wir an das Rondell der Graffiti Bilder von den angesagtesten Künstlern, zu jedem konnte unser Guide was erzählen. Da allmählich die Dunkelheit hereingebrochen war, bekamen wir beim Abstieg sogar noch was vom Nachtleben mit, und die Graffitis mit z.T. Neonfarben leuchteten toll.
    Mir war es insgesamt etwas zu viel Trubel, aber man muss es wohl gesehen haben wenn man schon dort ist.
    Unser letzter Tag war ein Ganztagesausflug nach Guatapé, ein berühmtes Dorf etwas außerhalb, gut eineinhalb Stunden Anfahrt mit großem Reisebus. Nach einem Zweitfrühstücksstopp schaukelte unser Gefährt auf den Parkplatz vor dem 200 Meter hohen Monolith La Piedra de Peñol aus Granit. Eineinhalb Stunden hatten wir zum Aufstieg nur Zeit, und wir machten uns gleich dran. Erst noch eine kurvenreiche Straße hochlaufen, Ticket gelöst und ab durch die Schranke. 720 Stufen lagen vor uns, so viele wie zur Turmspitze des Ulmer Münsters. Mir war schon etwas bange gewesen. Aber das Wetter hier oben war ja nicht so heiß, und es kam durch die vielen Menschen immer wieder zum Stau auf der Treppe (= Ausrasten), so dass es gut schaffbar war. Der rundum Ausblick oben über den Guatapé Stausee war wirklich grandios. Dieser Stausee wurde in den 70er Jahren geflutet zur Elektrizitäts-
    gewinnung. Nicht alle Bewohner der überschwemmten Dörfer wurden wohl angemessen entschädigt oder umgesiedelt.
    Im Dorf Guatapé angekommen gab es etwas Freizeit zum Herumschlendern. Typisch und originell sind hier die Sockel der Häuser, die ursprünglich gegen Hochwasser angebracht worden waren. Sie wurden später mehr und mehr mit Mustern verziert, die mit der Person des Bewohners oder dem Gewerke zu tun hatten. Diese Tradition wird bis heute fortgeführt und hat das Dorf zur Touristenattraktion gemacht. Also, wenn man hier umzieht, oder nach einem Metzger ein Schreiner einzieht, muss man nicht nur das Namensschild wechseln, sonder das Relief der unteren Hauswand abklopfen und erneuern 🤣.
    Wir fanden etwas erschöpft ein süßes winziges Café für unseren Nachmittagsstopp. Zuletzt durften wir noch mit einem kleinen Ausflugsboot den Stausee befahren, was auch sehr interessant war. Reiche Medelliner haben hier am Seeufer ihre Villen stehen. Die Fahrt reichte bis hin zum - inzwischen halbverfallenen - Landhaus des Pablo Escobar. Damit schloss sich für uns irgendwie der Kreis.
    Zurück in Medellin, natürlich im Dunkeln, hatte Uwe für unseren letzten Abend etwas ganz Bedonderes herausgesucht: Wir speisten in einem noblen Dachterassen-Restaurant mit Rundum Ausblick auf das nächtlich beleuchtete Medellin. Ein Traum - auch bezogen aufs Essen.
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  • Medellin - Stadt des ewigen Frühlings

    2025年12月27日, コロンビア ⋅ ☁️ 20 °C

    Es ist der 25. Dezember 2025. Das Heiligabend-Essen im Steakhaus nahe der Marina mit Freunden ist ebenso vorbei wie die (sehr kleine) Bescherung auf der Vitila. Seit vorgestern wird bei uns Glühwein ausgeschenkt. Während dessen Zubereitung auf dem Herd kam durch den betörenden Duft doch noch schöne Weihnachtsstimmung auf. Uwe hatte im Supermarkt sogar noch Sternanis aufgetrieben! Zimtstangen und Nelken hab ich eh vorrätig, Orangen und Rotwein gab’s natürlich auch (Rezept ist bei mir erhältlich).
    Als wir am 1. Weihnachtsfeiertag bei Ente und selbstgemachten Kartoffelklössen saßen, entschieden wir, noch vor Silvester nach Medellin zu fliegen. Die Stadt reizte uns schon, v.a. wegen ihres Wandels in den letzten Jahrzehnten.
    Ein Flug für den 27.12. war rasch gefunden, ebenso ein schmuckes Hotel mit Balkon und 2 bequemen Stühlen dort. Da wir Anfang Januar schon nach Panama los wollten, wäre eine Reise dorthin später nicht mehr realisierbar gewesen.
    Wie angenehm war es, in den Flieger zu steigen und nach 1h 20 am Ziel anzukommen, und nicht 8 h mit dem Bus rumkutschieren zu müssen. Wir hatten die Sitzplätze so gewählt, dass wir die 2 höchsten schneebedeckten Berge der Sierra Marta auch kurz links im Blick hatten.
    Medellin liegt in einem grünen Andental auf 1300-1800 Metern Höhe, und wird wegen ihres milden Klimas als „Stadt des ewigen Frühlings“ bezeichnet. Sie ist umgeben von steilen Hängen. Als die Stadt immer mehr wuchs, waren die Häusermassen nach allen Seiten die Hänge hinaufgewandert. Dies führte über die Jahrzehnte zur Isolation ganzer Stadtteile, da der Weg dorthin zu beschwerlich geworden war.
    Das Hotel hatte ich bewusst im Stadtteil Laureles ausgesucht und nicht im touristischen Hotspot Poblada. Was sich im Verlauf als leichter Nachteil erwies, da so gut wie alle geführten Gruppentouren im Stadtteil Poblada starten 🙈.
    Da wir nun diesmal wirklich den Nachmittag des Ankunftstages zur Verfügung hatten, liefen wir gleich vom Hotel noch los - wie hätte es anders sein können, bergauf auf einen Aussichtshügel, der am Samstagabend offenbar als Naherholungsgebiet der Städter dient. Leider gaben die mächtig gewucherten Bäume den Blick auf die umliegenden Stadtgebiete im Abend-Sonnenschein nur eingeschränkt frei.
    Wir strebten weiter, dem Zentrum der weltbekannten Adventsbeleuchtung in einem Fußgängerbereich parallel zum Medellin-Fluss zu. Einige mehrspurige Straßen mussten dafür überwunden werden, das ganze Gelände war eingezäunt, aber schließlich fanden wir das Eingangstor und stürzten uns ins Getümmel. Neben den großen beleuchteten Figuren im Park und einem Mega-Weihnachtsbaum waren originelle Lichterwelten über den Fluss gespannt, die sich mehrfarbig in ihm spiegelten. Die riesigen Kunstgebäude und -türme aus Pappmaschee, Draht und Lichtern waren teilweise begehbar und zeigten oft Videoprojektionen im Innern.
    Allmählich regte sich trotz der vielen tollen Eindrücke der Hunger. Die angebotenen Esswaren der Dutzende Verkaufsbuden ähnelten sich stark: Fette Würste, riesenhafte dünne Steaks, immer wieder Chicharron (in Fett gebackene Schweineschwarte) und - Vieles für uns Undefinierbares. Uwe erstand mutig ein Pappschälchen mit Essen, aber glücklich wurden wir damit nicht. Auf dem Rückweg zum Hotel kehrten wir deshalb noch in einer Pizzeria ein, deren Essen den sehr guten Bewertungen voll entsprach. Die Besitzer sprachen italienisch. Untergebracht war das Restaurant ganz bescheiden aber nett dekoriert in einem schmalen länglichen Raum, einer nach vorne verlängerten - Garage. Erfinder-
    geist zahlt sich aus.
    Da das Angebot an Unternehmungen in Medellin erdrückend groß und die Wege weit sind, schlossen wir uns alle drei Tage Halb- oder Ganztagstouren von GetYourGuide an. Es sei schon mal vorweggenommen: Wir waren mit allen sehr zufrieden, aber unser Bedarf nach Gruppen im Sightseeing ist trotzdem für die nächsten Monate, wenn nicht Jahre gedeckt 🙈.
    Als erstes interessierte uns Pablo Escobar. Er hatte in den 70er und 80er Jahren das Medellin Drogen-Kartell aufgebaut, welches Unmengen an Kokain in die USA schmuggelte. Hauptgegner war das ähnliche Cali-Kartell. Der Kampf um die Vorherrschaft im Drogenhandel wurde immer brutaler, der heutige Gedenkstein „la Piedra de los Huecos“ enthält über 10.000 Löcher als Symbol der getöteten Opfer Escobars. Escobar inszenierte sich aber auch als Wohltäter für die Armen und baute ganze Wohnblocks für sie. Deswegen ist sein Andenken auch heute noch vielschichtig. Der Staat begann ihn bald bedingungslos zu jagen. Am Ende entwickelte sich aus dem Zweikampf Escobar gegen den Polizeiapparat ein hochkomplexer Mehrfrontenkrieg zwischen Kartellen, Guerillas, Paramilitärs und staatlichen Akteuren – mit der Zivilbevölkerung als größtem Verlierer. Am 2. Dezember 1993 fand er den Tod, ob erschossen von Polizisten oder durch Selbstmord, ist bis heute umstritten.
    Unser Guide war als Zeitzeuge selbst durch den Verlust von Freunden betroffen und konnte sehr anschaulich schildern. Er führte uns neben dem Escobar-Museum und dem Friedhof auch zu dem Haus, das Escobars letzter Zufluchtsort war, bevor er auf dem Dach des Nachbarhauses starb.
    Nach Jahrzehnten extremer Gewalt hat sich Medellin seit den 2000ern stark gewandelt. Es gilt heute als Vorzeigestadt für soziale Stadtentwicklung, u. a. mit Seilbahnen in armen Vierteln, moderner Metro und Kulturprojekten.
    Vor der Escobar-Führung waren wir schon mit der Metro zu einer Seilbahnstation gefahren und hatten uns, alleine in einer Kabine mit tollem Ausblick, über die Stadt hoch hinaustragen lassen. Die Metrostationen sind hell, modern und großzügig angelegt, irgendwie bedroht fühlten wir uns nie.
    Tag 2 und 3 folgen in einem eigenen Footprint. Es gibt so viel zu erzählen…🙈
    Aber nach einem Tag stand schon fest: Medellin ist eine unbedingte Empfehlung!
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  • Cartagena zu Weihnachten - ohne Glühwein

    2025年12月19日, コロンビア ⋅ 🌬 28 °C

    Nach einer erneut nur kurzen Pause wollten wir Cartagena, Weltkulturerbe und touristisch sehr bekannte Stadt an der Karibikküste Kolumbiens, besuchen. Freunde hatten u.a. von der tollen Weihnachtsbeleuchtung dort geschwärmt.
    Die Busfirma kündigte dreieinhalb Stunden Fahrt an - da sollten wir doch am Nachmittag noch eine erste Stadterkundung machen können. Fein.
    Leider fahren die großen Reisebusse aber nicht in den Stadtzentren ab, sondern es waren jeweils 45 min. Taxizubringer nötig. Die realistische Basisfahrzeit ist wohl mit 5 Stunden anzusetzen, wegen Vollsperrung wurde unser Gefährt allerdings noch zu einem größeren Umweg genötigt, teilweise über ungeteerte Straßen 🙈.
    Kurz gesagt, es war stockdunkel als wir in Cartagena ankamen, trotzdem zogen wir freudig in unser Maisonette-Zimmer, das wir uns für 3 Nächte gegönnt hatten, ein, und streunten noch zum Abendessen durch das Altstadtviertel Getsemaní. Laut und betriebsam ging es zu in der Vorweihnachtszeit, aber noch erträglich. Wir landeten im Baroca Rooftop-Restaurant, wo wir sehr gut speisten. Die Spaghetti carbonara müssen ja immer mit Timons (mein Sohn, er ist der Spaghetti Carbonara Meister - traditionell streng ohne Sahne) Vorlage konkurrieren. Und da schnitten sie recht gut ab (9,0 auf der Scala von 10.0 🤣.
    Das Frühstücksbuffet des GHL Collection Armería Hotels war gut. Frühstück im Hotel ist wohl so ein Thema in Kolumbien, so üppig wie wir es in Europa (Italien ausgenommen 😂) gewohnt sind, ist es hier wohl nicht üblich.
    Die weiteren Erkundungen der Stadt führten uns zunächst ins Goldmuseum, wo man viel über Goldschürfen und Schmuckherstellung zur Zeit der indigenen Vorfahren lernt. Natürlich gefiel auch den Kolonialherren dieser Schmuck und die Goldvorkommen, doch sie wollten offenbar nicht entsprechend dafür bezahlen 🫣. Eine z.T. grausame Zeit.
    In Juwelierläden sind die alten Formen und Legierungen der Anhänger und Ohrringe heute wieder modern.
    Schon tagsüber waren die riesigen Figuren aus der Weihnachtsgeschichte, die im und um das historische Stadtzentrum aufgebaut waren, sehr eindrucksvoll. Abends erstrahlten sie beleuchtet in ihrer vollen Schönheit. Große Bereiche der Stadtmauer und das Haupttor waren komplett mit mehrfarbigen Leuchtvorhängen geschmückt, die wellenförmig die Motive änderten. Trat man durch das Stadttor ein, befand man sich auf einer Art „Weihnachtsmarkt“ mit kleinen durchnumerierten Buden, die Essen und Geschenkartikel feilboten. Die Gerüche unserer deutschen Weihnachtsmärkte aus einer Mischung von gerösteten Mandeln, Glühwein und Fettgebackenem ziehen hier allerdings nicht durch die Gänge, und wir waren etwas enttäuscht. Man ist auch abends mit kurzen Sachen unterwegs, das ist wiederum schön….Auch finden sich nirgendwo echte Tannen, logisch. Alles besteht aus Kunststoff, Draht und Pappmaschée. So richtige Weihnachtsstimmung kam bei uns dementsprechend nicht auf, und in mir reifte der Entschluss, auf der Vitila selbst noch einen Glühwein anzusetzen. Dazu ein andermal mehr…
    In der Kathedrale fand während unserer Besichtigung eine Hochzeit statt, und es war stimmungsvoll, in angemessener Entfernung das glückliche Hochzeitspaar zu beobachten. Auf den Straßen und Plätzen finden immer wieder Musikdarbietungen statt, eine mit sehr guten Tänzern und Akrobaten konnten wir live miterleben. Natürlich spendet man hierfür gern etwas Geld.
    Am 2. Tag ließen wir wegen großer Hitze die Besichtigung des Forts aus und landeten direkt im jährlichen „Festival de Pasteles“: An vielen Fleiluftständen wurden die in große Bananenblätter gewickelten Mahlzeiten mit meist Fleisch und Reis angeboten. Wir wollten nur eine Portion davon kaufen, das gab’s aber nicht. Stattdessen erhielt Uwe das gesamte „Paket“ ausgehändigt… Teuer war es nicht, und es schmeckte lecker, als wir es in einem extra Sitzbereich zum Essen aufwickelten. Es soll auch eine Bewertung und Siegerermittlung geben, das bekamen wir aber nicht mehr mit.
    Nachmittags erholten wir uns die 2 Tage jeweils an und in unserem Hotelpool auf dem Hoteldach.
    An einem der Vormittage buchten wir eine Salsa-Unterrichtsstunde. Es war sehr angenehm, der junge Lehrer brachte uns geduldig die Basics bei. Abends herrscht in den Gassen der Altstadt ziemliches Remmidemmi, es sind hier schon viele Touristen versammelt. Es gab eine spezielle ganz enge Gasse mit lauter Musik aus unzähligen Lautsprechern mit Sitzmöglichkeiten an den Häuserwänden entlang. Das gefiel uns besonders. Die Bars unterboten sich dort abends mit den Preisen: Für 20.000 Pesos erhielt man 2 Cocktails anstelle einem (rund 5 Euro). Wir holten uns Mojitos und ließen entspannt die gut gelaunten Menschen an uns vorbeiflanieren.
    Am 2. Abend besuchten wir das sehr bekannte „Café Havanna“, nicht zuletzt wegen der Live-Musik, und um eventuell etwas Salsa zu praktizieren. Aber die live dargebotene Salsa-Musik war viel zu laut, einfach extrem. Uwe fielen seine neu gelernten Schritte gar nicht mehr ein…., und ich konnte es wirklich nur mit Uwes EarPods aushalten…
    Am letzten Abend gingen wir etwas nobler Essen ins Candé, auch mit Lifemusik, aber in dezenterer Lautstärke. Das Dinner war toll, die Bedienung sehr aufmerksam. Wenn nicht tags darauf die 8-einhalbstündige Busrückfahrt nach Santa Marta gewesen wäre, hätte es volle Punktzahl gegeben.
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  • Minca - Aussteigerdorf in den Bergen ?

    2025年12月15日, コロンビア ⋅ ⛅ 26 °C

    Wenige Tage später zieht es uns nach Minca hoch, 630 m über dem Meeresspiegel. Da es nur 45 min. von Santa Marta mit ordentlicher Bergauftendenz liegt, nehmen wir uns wieder ein Taxi. Dieses setzt uns Mitten im Ort ab, den Rest des Weges zum Eco-Hotel „Ecohabs“ müssen wir bergauf laufen. Ehrlich gesagt besteht das Dorf auf 4-5 sich im Ortskern kreuzenden Straßen und einer kennzeichnenden kleinen Brücke. Unaufgeregt. Unerwarteterweise recht wenig touristisch. Überall stehen „Motos“, Motorräder, herum, die man für Ausflüge mieten, oder mit denen man sich als Transportmittel wohin fahren lassen kann. Unsere Hotel-Hütte im Wald fällt recht hübsch aus, total aus dicken Bambusstämmen gefertigt, mit Terrasse und Stühlen draußen, umgeben von viel Grün mit Vogelgezwitscher. Das Bett ist wieder eingehüllt in ein Moskitonetzt. Sicher sinnvoll, da es keine Fensterscheiben, sondern nur Fliegengitter gibt. Nach oben zum Giebel ist allerdings vieles ganz offen, so dass sich wahrscheinlich nur „dumme“ Mücken abhalten lassen. Ich überprüfe gleich, ob diesmal Wasser aus der Dusche kommt…. Es kommt, mittelmäßig viel. Das Restaurant ist eine Bambushütte woanders im Wald, durch einen schmalen Fußweg bergab/bergauf erreichbar. In Minca geht irgendwie alles bergauf/bergab 😄.
    Am ersten Nachmittag absolvieren wir sogar noch eine Wanderung. Wie zu erwarten bergauf auf der z.T. feuchten und matschigen Schotterstraße. Es gefällt mir gar nicht. Als Ziel hat Uwe einen Waserfall mit idyllischem Café ausgesucht. Als unterwegs ein Bachlauf durchquert werden muss, streike ich. Mein Bein ist ja noch gewickelt, und ich müsste die Binden dafür abnehmen. Dazu habe ich keine Lust.
    Uwe watet also alleine durch zu Wasserfall und Gaststätte, ich ruhe mich ein wenig aus. Auf dem Rückweg kehren wir in einem anderen tollen Café ein „la Veranda“. Hier ist für uns eine „natural Lemonade“, typisch für Kolumbien, echt eine Offenbarung: Sie wird aus Limetten, Wasser, etwas Zucker und crushed ice hergestellt. Zusammen mit 2 Café con leche und 2 Riesen Schokoladenkuchen beläuft sich die Zeche auf 15 Euro. Unglaublich.
    Am nächsten Tag bin ich mehr auf Exkursionen bergauf eingestellt, und wir laufen einige Kilometer bis zum Wasserfall „Oigo el Mundo“. Ganz nett aber nicht überwältigend. Uwe entdeckt hier ein unscheinbares Schild zu einer Kaffee- und Kakaofarm, laut Internet heute geschlossen…. Wir klettern hoch- und der Familienbetrieb hat doch geöffnet. Der Vater, mit einer Indigenen verheiratet, erzählt uns sein Leben und zeigt uns nebenbei die Schritte der Verarbeitung der Kaffeebohnen, die hier noch sehr traditionell ist. Der Sohn führt vor, wie die traditionellen, hier überall angebotenen Taschen, die „Mochillos“ gefertigt werden. Danach stellt er für uns eine frische Kakaopaste aus getrockneten und fermentierten Kakaobohnen her, mit der man selbst unter Zugabe von Zucker ein Stück Schokolade kneten kann. Es gibt außerdem Café und Zimtschnecken. Abgerundet wird der Tag durch einen Walk durch die Pflanzenvielfalt der Plantage, die familiär betrieben wird und noch keine Monokultur ist. Auf dem Rückweg landen wir bei einem netten Mexikaner zum Abendessen.
    Danach schaffen wir es noch, für den nächsten Tag ein Quad zu mieten. Uwe hatte es am Straßenrand schon morgens stehen sehen… Sowas liebt er doch! Wir mieteten es für den gesamten nächsten Tag mit Guide- mit Anzahlung und einem Handschlag.
    Der junge Typ, der es vermietet hatte, machte auch unseren Guide, er fuhr mit dem Motorrad voran. Gott sei Dank hatten wir den Guide dazugebucht… Die Wege waren zum Teil sehr unwegsam, und alleine hätten wir uns dort nie entlangfahren trauen. Nachdem wir auf z.T. noch Teerwegen den höchsten einigermaßen gut erreichbaren Ort, la Tagua, besucht hatten - mit einer kleinen Jause, touristisch war nix los - ging es auf dem Rückweg noch 2 Stunden auf tief vom Regen ausgewaschenen Nebenwegen und Umwegen zurück nach Minca. Uwe kam dabei voll auf seine Kosten, musste steil bergauf und bergab manövrieren. Die Konzentration war extrem gefordert, und am Ende taten ihm die Hände ordentlich weh. Ich klammerte mich nur an ihm fest, und schloss bei Bedarf die Augen, wenn es mir zu waghalsig wurde. Einmal stieg ich kurz ab aus Angst. Das Motorrad kam hier erstaunlicherweise viel besser voran, es braucht ja immer nur e i n e Fahrspur. Im traumhaften Berghostel „Sierra Minca“ genossen wir unterwegs noch einen Kaffee mit Ausblick. Auch den Pool hätten wir nutzen können.
    Bevor wir uns am nächsten Nachmittag mit dem öffentlichen Bus, der natürlich noch billiger war als ein Taxi, nach Santa Marta aufmachten, besuchten wir noch einen lokalen Kochkurs von der Schweizerin Anja, die hier das erfolgreiche Business „ Stay and Spanish“ gegründet hat. Wir lernten dort einige Tricks des Faltend und Füllens von Empanadas kennen und verspeisten am Ende mit der netten Gruppe unsere Kunstwerke.
    Halt, beinahe hätte ich noch was vergessen: Um 7.30 absolvierten wir in der idyllischen Anlage vorher unsere erste Yogastunde. Der Lehrer Jeremias kam wie man sich ihn vorstellt: weite Hose, lange Haare mit buntem Tuch um den Kopf und sehr gelenkig. Tapfer machten wir alles mit. Mit leiser Musik und Räucherstäbchen, inmitten von Vogelgezwitscher geht es doch viel einfacher, es machte sehr viel Spaß. Ein echter Aussteiger, der vor 3 Jahren von den USA mit Kind und Kegel nach Minca übersiedelte. Es gibt sehr viele Yogasngebote hier, Kochkurse, Wandern, Basteln…. Es hat schon ein besonderes Flair dieses Minca. Und hat längst nicht so viele Touristenverkaufsstände, wie wir sie an anderen Locations noch antreffen würden 🫣.
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  • Kolumbien hat viel zu bieten …🤣

    2025年12月11日, コロンビア ⋅ 🌙 28 °C

    Seitdem wir innerhalb der Marina von Santa Marta vom lauten und zugigen T-Steg an einen besseren Liegeplatz hatten wechseln können, gefällt es uns sehr gut hier. Die Marina ist modern und sicher, der Duschbereich sehr schön.
    Außerdem darf man den Dachpool incl. Bar des nahen Marriott-Hotels mitbenutzen, ein sehr nettes Feature.
    Da uns Freunde hier vor dem nahenden Touristenansturm vor Weihnachten warnten, stürzten wir uns ziemlich schnell in unsere Land-Unternehmungen.
    Zunächst brachen wir mit 1-stündiger Taxifahrt auf in den bekannten Tayrona Nationalpark. Taxifahren ist hier sehr günstig. Und beim Erleben des wilden hupenden Verkehrs hier mit rechts und links ungestüm überholenden Mopedfahrern verging sogar Uwe die Lust auf einen Mietwagen.
    Innerhalb der Parkgrenzen gibt es zahlreiche sehr hübsche und idyllisch im Urwald gelegene Hostels. Wir liefen von der Park-Schranke zu unserem zu Fuß hin, und staunten auf dem Hauptweg schon über das seltsame Geschrei der Brüllaffen. Da wussten wir noch nicht, dass es das einzige Mal sein würde, diese so deutlich zu hören. Auf dem Weg zum Hotel gerieten wir immer tiefer ins üppig wuchernde Grün, und die einfachen Hütten der Unterkunft sind traumhaft gelegen. Von dort fuhren wir noch am gleichen Tag mit einem Minibus weiter bis zur Endstation, und wanderten am ersten Tag noch zu einem nahegelegenen Strand, an dem Baden verboten ist. Warum? Es sollen schon einige Ungehorsame in der Brandung ertrunken sein… Dass es durchaus berechtigt sein mag, bei noch höheren Wellen das Baden hier zu unterlassen, merkte ich am Beach nebenan (Baden offiziell erlaubt): Ich war mit meinem in Genesung befindlichen Bein etwas unsicher auf denselbigen, da wurde ich beim Rausgehen von einer Welle umgeworfen und von der nächsten sitzend überspült und wild im Sand herumgewirbelt. Selbiger fand sich danach in den Haaren in Massen wieder und in allen Falten des Badeanzuges. Puh!
    Am Tag darauf sollten wir das ultimative Abenteuer erleben. Es war nicht der 8 km lange Wanderweg bergauf und bergab mit Holzpfaden und vielen Treppen. Es war auch nicht der schöne Badestrand am Ende, wo wir eine ruhige etwas von der Brandung abgeschirmte Ecke ganz für uns allein entdeckten.
    Nein, es war der Rückweg zum Abfahrtspunkt der Minibusse zum Hotel im Wald. Um mein Bein zu schonen, gönnte uns Uwe einen Rückritt auf Pferdes Rücken. Dafür sollte es einen gesonderten Reitpfad geben. Gab es auch. Aber erst, nachdem wir uns ein Stück den unwegsamen und schlammigen Wanderweg mit den Wanderern geteilt hatten.
    Kurz gesagt, der einstündige Ritt war schrecklich und sicher nicht ungefährlich. Wir würden Jedem - es sei denn ein wirklich geübter Reiter - davon abraten. Die Pferde mussten lange Strecken durch tiefen, rutschigen Schlamm steigen. Dann ging es plötzlich auf engem steinigem Pfad hoch auf den Berg. Anfangs war Uwe mit seinem Tier noch vor mir, und das beruhigte mich ein wenig. Obwohl es sehr nah aufrückte und ich fürchtete, Uwes Pferd könnte deswegen scheuen. Aus meiner Zeit als aktive - wenn auch schlechte - Reiterin weiß ich noch, wie schreckhaft Pferde im Prinzip sind. Später setzte mein eifriges Tier zum Überholen an, und ich hoffte, ungewollt an die Spitze aufgerückt, das Pferd würde wohl den Weg kennen. Im Prinzip kannte es ihn auch… Aber es gab kleine „Unsicherheiten“. Von hinten schrie der Guide dann gelegentlich „a derecho !“, und ich musste zusehen, dass mein Pferd auch abbog. Und einmal gingen alle 4 Pferde der kleinen Gruppe unterschiedlich im Schlamm oder links und rechts vom Holzsteg entlang, und der einzige Guide musste kommen, und mein Pferd aus dem Schlamm praktisch mit lauten Ermahnungen auf den Holzsteg hochziehen. Einmal rief ich aus Angst nach Uwe, aber der konnte mir ja nicht zu Hilfe kommen, kämpfte selbst…
    Als der Abstieg kam musste ich öfters die Augen schließen vor lauter Angst, das Pferd würde mit seinen beschlagenen Hufen auf den Felsplatten ausrutschen. Aber - zurück konnten wir auch nicht! Uwes Pferd ging einmal so heftig durchs Gebüsch, dass er drohte, herabgerissen zu werden. Wir hatten wirklich nicht gewusst, dass Pferde so enge Wege und so steil bergauf und bergab gehen können. Wir hätten dies nur Eseln oder Ziegen zugetraut.
    Nach einer langen Stunde, wo ich mich erst dem Ende zu im flacheren Stück etwas entspannen konnte, kam endlich der Pferdesammelplatz in Sicht, und wir waren froh, dass alles gutgegangen war. Schweigend setzten wir uns danach im Hotel eine Weile in den Minipool, und mussten erst wieder runterkommen.
    Am nächsten Vormittag fuhren wir mit dem Linienbus nach Santa Marta zurück.
    Wir hatten schöne Strände, Affen, einige Vögel und ein großes Nagetier gesehen. Leider war das Bett in der Unterkunft so steinhart, dass sich nach Jahren mein Bandscheibenvorfall wieder zu Wort meldete, und ich seitdem an Schmerzen laboriere. Die nächsten Abenteuer in Kolmubien erwarten euch in Teil 2.
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  • Kolumbien ruft

    2025年12月3日, Karibisches Meer ⋅ ⛅ 27 °C

    Entgegen meinem ursprünglichen Plan erst am Nachmittag den Anker zu lichten starteten wir schon am Vormittag um neun Uhr Richtung Behörden, und das sollte sich noch als sehr wichtig erweisen. Aber nun der Reihe nach.
    Die Offiziellen waren heute ausnehmend freundlich, und nach einer halben Stunde hatten wir alle Formalitäten bei Zoll und Immigration schon erledigt. Bei geringen Wind setzten wir das Groß und wollten wenig später noch die Genua dazuholen. Aus diesem Plan wurde aber leider nichts. Der Wind kam nämlich ziemlich achtern, und so hätte das Groß die Genua nur abgedeckt. Also blieb es beim Groß als einzigem Windantrieb, wir hatten eh genug Fahrt, da uns die Strömung kräftig anschob. Schade war nur, dass das Segel fast die ganzen Solarzellen abdeckte, und wir so recht wenig Strömlinge in unsere Akkus leiten konnten. Glücklicherweise hatte ich aber schon am Morgen für eine Stunde Strom mittels Generator und Wasser mittels Watermaker produziert.
    Nach dem Kaffeetrinken tauschte ich dann das Groß gegen die Genua ein. Das war offenbar etwas zu früh, da wir doch mit der Genua weniger Fahrt machten, und Sonnenertrag kam auch kein wesentlicher mehr rein. Im Nachhinein ist man halt immer schlauer…
    Plötzlich klingelte bei Doris das Handy. Judith vom Marinaoffice Varadero von Aruba war dran und erkundigte sich, ob wir noch in der Marina seien. Der Zoll habe ein Problem mit unserem großen Paket mit dem reparierten Segel, und er müsse es noch einmal einkassieren. 😳😳. Wir machten ihr dann aber klar, dass wir schon seit Stunden unterwegs nach Kolumbien waren. Nach einer hitzigen Debatte auf Spanisch, die wir am Telefon mitverfolgen konnten, einigten sich die Parteien, dass wir drei Photos an Judith schicken mussten: Vom Paket, das noch ungeöffnet im Cockpit lag, von der Rechnung und dem Barcode auf dem Paket. Wir konnten unsere Reise zum Glück weiter fortsetzen. Auf meine spätere Nachfrage an Judith per Whattsapp, was denn los gewesen sei, kam heraus, dass DHL unser Paket vor der Auslieferung an die Marina und somit an uns dieses noch bei der Zollstelle Barcadero, wo wir ausklariert hatten, hätte vorbeibringen sollen. Das kam gar nicht in die Tüte. um nichts in der Welt wären wir wieder umgekehrt, lieber hätten wir einen „plötzlichen Motorschaden gehabt“. Wir beruhigten uns wieder und waren echt dankbar, dass wir tatsächlich schon weit weg waren…

    Kurz bevor die Sonne unterging, bemerkte ich dann etwas neben mir im Wasser. Bei genauerem Hinsehen konnte ich einen Delphin erkennen, und richtig, vor unserer Vitila schwamm eine ganz Delphinschule. Es mögen über 20 Tiere gewesen sein. Ein tolles Schauspiel, immer wieder schön.
    Die Nacht lief dann relativ entspannt. Ein Squall zog direkt über uns hinweg, einer knapp vorbei. Da wir schwachen Wind hatten, war dies aber kein Problem, da sich die kurzfristige Windzunahme, die ein Squall plötzlich heranführen kann, dann in Grenzen hält.
    Am nächsten Tag setzten wir nach dem Frühstück unser Levante. Zum Glück ist dieses wieder einsetzbar, denn bei diesen schwachen Winden wären wir sonst überhaupt nicht vorangekommen. Einige Squalls zogen wieder links und rechts vorbei und sorgten für ständige Winddreher, und ich musste dadurch immer wieder das Segel neu trimmen und den Kurs korrigieren. Am Nachmittag beruhigte sich dass Wetter, der Wind wehte aber weiterhin schwach. Nach dem Kaffeetrinken bekamen wir wieder netten Besuch von der Delphinschule.
    Diese Vorstellung wurde aber plötzlich durch ein Glockengeläut unterbrochen. Es war die Signalklingel am Gummi unserer Angelschnur. Ein Fisch hatte angebissen und diesen Gummi gespannt. Und wie es schien ein größeres Exemplar, denn der Zug war gewaltig. Ich ließ den Fisch eine Weile kämpfen, bevor ich versuchte, ihn ans Boot anzunähern. Lange Zeit kam er nicht an die Wasseroberfläche hoch, und ich hatte richtig zu arbeiten. Als er dann doch oben war, konnte ich einen Tuna erkennen, ziemlich groß. Leider befreite dieser sich dann durch ein paar kräftige Schläge von unserem Haken. Nichts mit Fischsuppe oder Fischsteak. Aber der Köder befand sich noch an unserer Schnur und steckte damit nicht im Fischmaul, das ist immer beruhigend.
    Die ganze Zeit schwammen und spielten weiterhin Delphine neben uns, ich hatte echt Sorge, dass sie selbst in den Haken beißen könnten. Dafür sin sie aber wohl zu klug.
    Eine Stunde später wieder Glockengeläut. Diesmal war es nicht so ein Brocken, ziemlich schnell bekam ich das Schuppentier ans Boot. Es war ein echter Bonito, eine Art Thunfisch. Petri Heil!
    Da in der Nacht der Wind stärker werden sollte, entschlossen wir uns, das Leichtwindsegel mit dem Sonnenuntergang herunterzuholen, und uns stattdessen in der Nacht mit der Genua zu begnügen. Das kostete uns zwar einiges an Meilen, aber ein zerrissenes Segel wollten wir kein zweites Mal riskieren. Die Nacht verlief ruhig, ein einziger größerer Squall zog an uns vorbei. Der Wind frischte allerdings wie vorher angekündigt auf, und es war gut, das Leichtwindsegel noch im Hellen geborgen zu haben

    Der nächste Morgen begann mit einem Segelmanöver: Dass Großsegel musste hoch. Der Wind fiel jetzt seitlicher ein, und damit ergab dies Sinn. Außerdem hatten wir noch über 100 NM vor uns bis zur Bucht von Santa Marta. Ich wollte so viel wie möglich Strecke im Hellen machen, da einiges an Unrat vor der Küste herumschwimmen soll, insbesondere werden riesige Äste und Baumstämme durch die Flüssen ins Meer hinausgespült, und damit will man ja nun wirklich nicht zusammenstoßen.
    Wir kamen gut voran, aber ob wir es noch im Hellen schaffen würden, ich hatte so meine Zweifel. Dazu kam noch, dass die Windvorhersage, im Gegensatz zu gestern, Wind bis zu 32 Ktn am Kap vorhersagte. Was soll’s, jetzt hieß es möglichst rasch vorankommen. Die Ankerbucht soll ja laut Peter ganz guten Halt bieten und nicht so schwierig sein. Bis gegen drei Uhr kamen wir gut voran, dann drehte der Wind achterlich, und ich musste ein Segel reinnehmen, da ich kein Schmeterlingssegeln (Genua auf der einen Seite und Groß auf der anderen) riskieren wollte, Wind und vorhergesagte Wellen luden nicht dazu ein.

    Etwa 10 Meilen vor dem Kap stieg dann der Wind wie vorhergesagt auf bis zu 32 Ktn an, und wir kamen auf einmal schnell voran. Die Zeit, die wir in der ersten Nacht verloren hatten, konnte ich aber nicht aufholen. Mit dem Sonnenuntergang erreichten wir die Isla de La Aguja. Hier ließen Wind und Welle merklich nach. Um 18:30 Uhr erreichten wir die Bucht von Santa Marta. Es war inzwischen stockdunkel geworden, aber die Lichter der Stadt reichten aus, um den Anker sicher fallen zu lassen.
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  • In Aruba wird alles gut?

    2025年11月21日, アルバ ⋅ 🌬 29 °C

    Gute 2 Wochen wurden es am Ende in Aruba, viel länger als geplant.
    Wir hatten es uns so vorgestellt: 3 Tage Marina incl. 3 Pakete abholen, den neuen Genuafurler mit Hilfe der Riggerin (Mastsicherung) einbauen, die neue Genau anschlagen, um zu sehen ob‘s passt- fertig. Schön, oder?
    Dann wäre das Kapitel hier aber schon zu Ende…😥 und ihr wärt traurig.
    Wenn ihr jemals was nach Aruba schicken lassen möchtet, plant 2-3 Wochen Zoll ein. Und dann nur mit DHL-Express senden, alles andere ist noch viel länger.
    Die erste Nacht verbrachten wir vor Anker vor dem Surfside Beach und reaktivierten am Abend die Bekanntschaft mit Peter & Irene von der Zapoli, die wir Anfang 2024 in Lanzarote kennengelernt hatten. Peter war lange Jahre Arzt in München als Gefässspezialist. Er hat sogar ein kleines Ultraschallgerät an Bord dabei. Damit bekam ich abends eine Extra-Privatsprechstunde, und er konnte eine Beinvenenthombose bei mir ausschließen. Damit war der Tag für mich schon gerettet.
    Die folgenden 3 Tage in der Marina kam natürlich k e i n e s unserer 3 Pakete an, obwohl 2 davon schon beim Zoll lagen. Wir nahmen uns stattdessen ein Auto und klapperten die wenigen Sehenswürdigkeiten der Insel ab. Die Hauptstadt Oranjestad vermieden wir, zu sehr schreckten uns die meist 2 Riesen-Kreutzfahrtschiffe am Steg ab.
    Es gibt einen großen weißen Leuchturm anzusteuern, der allerdings eingerüstet und nicht begehbar war. Immerhin waren der Capucchino und Kuchen im nahen italienischen Restaurant sehr lecker.
    Als nächstes folgte eine winzige gelbe Kapelle auf einem Hügel mit einem kleinen symbolischen Irrgarten davor. Nett.
    Zuletzt erreichten wir einen hübschen wilden Fesstrand im Osten der Insel sowie 2 Natursteinbrücken. Von diesen war leider eine schon vor 20 Jahren des Nachts zusammengebrochen.
    Hervorzuheben ist die sehr gute Infrastruktur der kleinen Insel mit tollem Supermarkt (Food & Plaza) und ein Laden für Restaurantausstattung, wo wir nach 2 Tagen tatsächlich die langersehnten Tüten für unseren Vakuumierer für Lebensmittel kaufen konnten.
    Wieder raus aus der Marina und mit täglichem Check der Sendungsverfolgungen sowie Bitten an Judith im Marinaoffice, sich telefonisch für unsere Pakete einzusetzen. Ihr Eifer hielt sich in Grenzen, obwohl die Marina jeweils 60,- Euro „Bearbeitungsgebühr“ für jedes Paket einstreicht.
    Schließlich rief ich selbst zweimal bei DHL-Express an, und am Tag vor unserer geplanten Abfahrt nach Kolumbien traf das Riesenpaket mit der Genua endlich in der Marina ein 🙄. Auspacken und Testen konnten wir nichts mehr, denn das gute Wetterfenster nach Kolumbien, vorbei am „Kap Horn der Karibik“, würde nicht für immer offen stehen bleiben.
    Erwähnenswert ist noch ein weiterer kleiner Ausflug mit Peter & Irene zu einer Anlage mit riesigen runden Felsblöcken, Ayo Rocks, und einem (meist) gut angelegten Rundweg. Anfangs hatten wir uns trotzdem kurz „verklettert“ 😁.
    Auch zwei sehr nette Spieleabende mit den Beiden, einerseits mit „codenames“, was zu siebt großes Tüfteln auslöste, und andererseits mit „Wizzard“, was für uns eine Neuentdeckung war, rundeten den Aufenthalt ab. Sie lassen den Zeiger für den Gesamtaufenrhalt rückblickend doch noch ins Grüne pendeln.
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  • Auf nach Aruba

    2025年11月17日, Karibisches Meer ⋅ ⛅ 28 °C

    Der Wecker ist heute auf 6:00 Uhr gestellt, aber ich brauche ihn nicht. Um fünf bin ich schon wach, checke die WhatsApp Nachrichten, und bin schon vor dem Klingeln auf den Beinen. Schnell noch den Wassermacher angemacht, denn wir haben noch ungewöhnliche 80% Energie in den Akkus.
    Heute steht die Passage von Curaçao nach Aruba an. Eine Strecke von ca. 55 sm ist zu bewältigen, eine schöne Tagesetappe. Es ist aber wenig Wind vorhergesagt, und so will ich jeden Lichtstrahl nutzen. Folglich geht es also schon um 6:15 in der Morgendämmerung „Anker auf“.
    Die erste Stunde ist Motoren angesagt. Das ist aber nicht schlimm, so kann ich ganz in Ruhe das Levante, unser Leichtwindsegel, vorbereiten. Das hatten wir ja leider seit den Bahamas nicht mehr nutzen können, da uns ein Horn komplett abgerissen war. Heute also nun wieder die Premiere. Wird alles gut gehen?

    Der Wind legt ganz langsam von 6 auf 8 kn zu. So um die 10 kn wäre gut. Bei 9 kn ziehe ich das Oxley-Segel hoch. Alles klappt auf Anhieb. Die Leinen müssen noch feinjustiert werden, aber ansonsten passt alles. Ich habe mir inzwischen solche Softschäkel aus Dyneema hergestellt, so fällt die Ungenauigkeit der Seillänge bei immer neu zu machenden Palstegs weg, und ich kann nun genaue Markierungen auf den Leinen anbringen. So habe ich dann immer auf Anhieb ein gut abgestimmtes Setting.
    Im Moment gleiten wir mit 5-6 kn dahin und genießen das Seglerleben. Die Fahrt verläuft recht ruhig, der Wind nimmt zu bis auf 14 kn und wir machen bis zu 7 kn Fahrt. Herrliches Segeln! Gegen Mittag nimmt die Bewölkung zu und der Wind fällt auf 10 Ktn ab. Der erste Squall zeigt sich. Er ist aber noch nicht gefährlich, denn er zieht vor uns ab. Ich muss aber auf der Hut sein, wir möchten nicht wieder einen Riss im Segel riskieren.
    Auf der Höhe von Aruba teilt uns dann Peter von der ZAPOLI mit, dass wir als Erstes bei Zoll und Immigration vorstellig werden müssen. Das hatten wir so nicht auf dem Plan. Meist sind wir erst am nächsten Tag, nach einer Nacht Ankern, zu den Behörden gegangen. Das bringt unseren ganzen Plan durcheinander. Zum Glück hat der Wind wieder aufgefrischt und wir steuern mit nunmehr 7 kn unserem Ziel entgegen, welches wir um 16:15 erreichen sollen. Tatsächlich legen wir um viertel nach 4 p.m. am Zollsteg an und können die Formalitäten erledigen. Nervend dabei ist, dass zusätzlich zu Sailclaer, welches strenggenommen nur den Zoll interessiert, noch ein Formular "ED-Card“ ausgefüllt werden muss. Dazu ist im Vorzimmer des Einwanderungsbüros direkt ein Computer aufgestellt. Mit Hilfe der freundlichen Beamtin tippen wir uns durch die 3 Seiten und werden 20 Dollar leichter. Tricky dabei ist, dass „Wohnen auf dem Boot“ gar nicht vorgesehen ist, und man stattdessen als Adresse irgendein Hotel antippen muss. Da muss man erstmal draufkommen.
    Beim Zoll dann die nächste Überraschung: die Beamten verlassen tatsächlich ihr gut gekühltes Büro und folgen uns direkt mit aufs Boot, um unsere alkoholischen Getränkevorräte zu kontrollieren. Zum Glück sind sie von unserer rollenden Bar so beeindruckt, dass sie von weiteren Nachforschungen absehen. Bereits geöffnete Flaschen scheinen nicht wirklich zu zählen. Unserem Freund Peter war es da schlechter ergangen. Er hatte vor kurzem 20 Flaschen Wein vorübergehend beim Zoll abliefern müssen. Nach einer Stunde Aufenthalt können wir weiterfahren und erreichen genau um 18:00 Uhr, pünktlich zum Sonnenuntergang, unseren Ankerplatz, direkt neben Peter und Irene von der ZAPOLI.
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  • 3 Wochen Zwangsaufenthalt auf Bonaire

    2025年11月10日, ボネール ⋅ 🌬 30 °C

    Am 22.10. waren wir also über Klein-Curaçao wieder nach Bonaire gesegelt, um uns die Wartezeit auf das reparierte Segel zu verschönern.
    Wir kannten uns hier ja schon etwas aus. Dem Problem mit dem fehlenden Internet durch Starlink-Blockade auf der Insel versuchten wir mit Bojen-Liegen vor der Marina zu begegnen. Die Verbindung war aber sehr schwach und lückenhaft. Eine Digicell Karte wurde trotzdem nötig 🙄.
    Schön waren die gemeinsamen Unternehmungen mit unserem Freund Lutz von der „Mahana“. Der nahm Uwe auch mit zu dem bekannten Surf-Strand Sorobon, einer Bucht, wo es viel Wind aber wenig Wellen gibt. In Tonky Frans fand Uwe einen tollen Lehrer in der dortigen Surfschule der Brüder Frans, der auch weltbekannter Showkünstler im Wingfoilen ist. Aber aller Anfang war schwer… Üblicherweise startet man mit einem Surfbrett mit Kiel, um zunächst den Umgang mit dem Wing zu üben. Zum Schluss konnte Uwe dann aufs Foilboard wechseln, allerdings ein deutlich größeres und damit standstabileres als sein eigenes hier an Bord.
    Einen großen Gefallen konnte Uwe dem Lutz tun. Dieser hatte sich bei der Teilnahme an einer Segelregatta auf Bonaire einen Schaden an einem Ruder zugezogen. Uwe half in seiner vollen Tauchmontur dabei, das Ruder unter Wasser von unten wieder einzusetzen. Peter und Lutz standen oben und befestigten es wieder. Wäre das nicht gelungen, hätte die MAHANA möglicherweise nochmals herausgehoben oder ein bezahlter Taucher engagiert werden müssen.
    Wir dehnten auch unsere Einkaufstouren aus, genossen den Van de Tweel Supermarkt und andere, wo es sogar mal wieder trinkbaren Wein im Tetrapack gab. Sonst hier in der Karibik nicht zu finden. Diese Lagerform entlastet etwas vom Gewicht der Glasflaschen, die wir auch bei anderen Getränken zu vermeiden versuchen. Auch eine kleine Rundfahrt über die Insel zu den überschaubaren „Sehenswürdigkeiten“ unternahmen wir mit Lutz.
    Einiges an Bootsarbeiten wurde erledigt, z.b. bekam unser Aussenborder eine neue Starterbatterie. Über Lutz lernten wir Peter kennen, einen ausgewanderter Allround-Handwerker aus Deutschland. Er fand endlich heraus, warum unser Wassermacher immer Luftblasen zog, obwohl Uwe schon alle erdenklichen Dichtungen gewechselt hatte: Die Vorpumpe arbeitete gar nicht mehr, die Hauptpumpe musste mit aller Kraft saugen, und dadurch kam Luft zwischen Vor- und Hauptpumpe ins System. Peter konnte eine Vorpumpe besorgen. Wir waren sehr glücklich!
    Leider ereignete sich 1 Woche nach Ankunft auf der Insel ein Unfall beim Ablegen von der Boje. Dabei wurde mein linker Unterschenkel bis zum Knochen, der allerdings standhielt, gequetscht. Durch starkes Einbluten und flächige Hautläsionen war ich danach ziemlich in der Mobilität eingeschränkt, dem Bein tat es am besten, wenn es im Stufenbett hochgelagert wurde.
    Uwe ging daraufhin mit Lutz alleine zum Wassersport, und ich ruhte mich aus. Besonders unangenehm war, dass ich gar nicht mehr ins Wasser durfte wegen Infektionsgefahr. Und das ist bis heute, dem 21.11. leider so geblieben. Bald darf ich aber wieder reinspringen!
    Wir lernten Cor & Lilian von der „Lucia“ kennen. Diese hatten vor etwa 2
    Jahren den Katamaran Lucia40 von unseren Freunden Andreas & Annett von einem Binnensee in Deutschland, der Goitzsche bei Bitterfeld, gekauft und über die Elbe in die Nordsee verlegt. Die beiden haben viele Jahre als Flussschiffer mit eigenem Lastkahn gearbeitet. Cor ist dadurch mit technischen Belangen von Schiffen gut vertraut und auch sehr lustig und ideenreich. Mit den beiden konnte Uwe noch ein paar Tauchgänge am schönen Riff von Bonaire absolvieren. Es gab kurzweilige Abende mit den Beiden, z.b. auch beim Salsa Abend im La Cubana. Aber ich war ja gehandicapt 💃.
    Da sich die Rücklieferung des Segels hinzog, leiteten wir es gleich nach Aruba, unserem nächsten Etappenziel, um. Ob wir gut daran taten, erfahrt ihr im nächsten Beitrag 😏.
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  • zurück im Paradies ?

    2025年9月30日, キュラソー ⋅ ⛅ 32 °C

    Nachdem Uwe den Langstreckenflug mit zu wenig Beinfreiheit von Amsterdam nach Curaçao ohne Wirbelsäulenschaden überstanden hatte, freuten wir uns, dass uns unser privater Taxifahrer Nisandro pünktlich am Flughafen abholte und an unserem Stadthotel „the Ritz Village“ absetzte.
    Dort blieben wir bis zum 14.10., dem Tag des Haul-in der Vitila. Mit einem schönen Pool, sehr gutem Frühstück und der Lage mitten in Willemstad bot es viele Vorteile, um sich nach getaner Arbeit in der Hitze auf der Werft abends zu entspannen und kühl schlafen zu können.
    Uwe besserte das Coppercoat der Rümpfe aus und versuchte, den Furler der Genua zu reparieren. Dieser stellte sich jedoch als irreparabel heraus. Ein Ersatzteil wurde nach Aruba bestellt. Der ganz normale Alltag der Langfahrtsegelei hatte uns wieder….
    Einen Tag vor unserer geplanten Abfahrt Richtung Bonaire kam dann tatsächlich die schon vor unserem 7-wöchigen Heimataufenthalt bestellte neue Genua von Doyle in der Marina an. Da war die Freude riesig! Unsere Freunde Peter und Iris, deren Catamaran „IP“ auch dort im Trockenen steht, halfen beim Hissen des neuen Tuchs. Doch o weh, das Vorleak ist 10 cm zu lang, so kann das Segel nicht durchgesetzt (= gestrafft) werden. Es wurde von der Segelmacherin, die auch ganz alleine ausgemessen hatte, wieder nach Barbados zum Hersteller zurückgeschickt. Der Aufenthalt in der Region wird sich um diese Wartezeit wohl verlängern.
    Nachdem wir erneut die schmucke Stadt Willemstad ein paar Tage genossen hatten - sie ist fussläufig oder mit unseren E-Rollern gut von der Marine Zone Marina erreichbar - segelten wir mit der alten Genua Richtung Bonaire. Segeln ist allerdings etwas übertrieben, wir motorten hin, immerhin ohne großen Gegenwind. Dieser bläst nämlich meistens kräftig von Bonaire nach Curaçao.
    Nach einem Bade-Zwischenstopp auf Klein-Curacao erreichten wir am Freitag den 17.10. wohlbehalten Kralendrijk auf Bonaire. Dort trafen wir noch am gleichen Abend unseren Freund Lutz Grundmann aus Leipzig, der auf demselben Bootstyp wie wir auch die Welt umrunden möchte und jetzt neben uns an einer Boje festgemacht ist. Da gab es doch viel zu erzählen!
    P.s.: über die Ausflüge in Curaçao gibt es noch einen extra Bericht ☺️.
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  • 12 Tage Bonaire

    2025年7月5日, ボネール ⋅ 🌬 30 °C

    Wie glücklich waren wir, als wir nach 3 Tagen und 3 Nächten Überfahrt von der Ostküste der Dominikanischen Republik, von der Marina Cap Cana, in der weitläufigen Bucht vor Kralendrijk auf Bonaire ankamen!
    Auf Bonaire ist man verpflichtet, an Ankerbojen anzulegen, um die Korallenriffe zu schützen. Nicht so mein Ding, nach den Bojen zu angeln und sie hochzuziehen. Aber in den 12 Tagen hier habe ich mich in diesem Job eingeübt, da wir zum Tauchen öfter nach Klein-Bonaire rübersegelten und an Tauchbojen für 2 Stunden festmachten. Mit Hilfe der Mastkamera kann Uwe auch sehr zielgenau an die Bojen heranfahren, das erspart Stress und minimiert Fehlversuche.
    35 USD kostet 1 Nacht an der Boje vor dem Hauptort Kralendrijk. Erst bezahlten wir 6 und verlängerten dann.
    Wenige Tage nach uns belegte der superschöne und geräumige Katamaran COGOA neben uns eine Boje. Michael und Axel hatten wir im Oktober 24 in Almerimar kennengelernt. Es handelt sich um 2 Freunde, ehemalige Bergleute, die mit 55 in den Ruhestand gehen durften, und sich jetzt mit der Segeltour einen Lebenstraum erfüllen. Das Wiedersehen war sehr herzlich, viel gab es zu berichten. Einen Abend verbrachten wir zusammen feucht-fröhlich im „la Cantina“, einer ehemaligen Holländischen Brauerei, wo frisch gezapftes Bier ausgeschenkt wird. Ja, Holländisch hört man hier oft Reden, wir sind ja in den niederländischen Antillen. Leider nicht EU, sonst wäre es mit den Warensendungen einfacher 😬.
    Die Cogoa bekam am nächsten Tag Besuch von 7 Gästen. trotzdem unternahmen wir mit Axel und Micha am Tag danach einen tollen, entspannten Tauchgang am Riff, praktisch beginnend unter unseren Booten.
    Die nächsten Tage verlegten wir uns vormittags meist an eine Taucherboje auf der kleinen vorgelagerten Insel Klein-Bonaire. Bei ordentlich Wind und Wellen war es oft schwierig, dort anzulegen. Einmal verlor ich 2 Bootshaken ins Wasser, die Uwe aber mit dem Dinghi wieder einsammeln konnte.
    Hätte es einen Buggy zum Ausleihen gegeben, hätten wir wohl einen Landausflug gemacht. Diese spaßigen Gefährte sind aber den gebuchten Touren vorbehalten. Und die normalen Leihwagen nicht für den Nationalpark zugelassen. Und auf die langsamen Golfcarts hatten wir auch keine Lust, dazu ist die Insel zu groß….
    Wir blieben etwas enttäuscht, auch von der unfreundlichen car-rental Dame, einfach beim Tauchen, und kehrten abends, wenn wir nicht kochten, in eine der wundervollen Kneipen des Städtchens ein. Gestern Abend gönnten wir uns zum Abschluss das „it rains fishes“, mit tollem Ausblick und fast schon Haute Cuisine. Heute trabten wir zum Ausklarieren und legten gegen half elf ab Richtung Klein-Curaçao.
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  • Motorfahrt Richtung Samana Bay

    2025年6月23日, ドミニカ共和国 ⋅ ⛅ 28 °C

    Etwas ganz Ungewöhnliches fand heute statt. Wir starteten morgens um 6 Uhr zu einer ganztägigen Motorfahrt. Kommt bei uns höchst selten vor, ließ sich aber leider nicht vermeiden. Ein Kreuzen Richtung Samana Bay auf der Dom. Rep. ist durch eine gegenläufige Strömung sehr ineffektiv. Da wir als Katamaran ja schon keinen guten Wendewinkel haben, würde dieser bei Strömung noch verschlechtert, und wir kämen kaum voran. Begünstigt wurde diese Entscheidung dadurch, dass Petrus mit uns ein Einsehen hatte und zumindest am Vormittag die Windmaschine auf klein gestellt hatte. So konnten wir mit 5 Ktn. Gegenwind mit nur einer Maschine gemütlich dahinfahren. Gegen Mittag, ich hatte mich gerade zu einem Schläfchen hingelegt, legte der Wind jedoch zu, 15 Ktn auf die Nase, und die Ankunftszeit, geplant war 19:00 Uhr gewesen, rückte weit nach hinten. Also Hebel nach vorn, die Geschwindigkeit erhöhte sich aber nur leicht. Hatten wir doch trotz Aufpassen, etwas aufgegabelt? Auf dem Weg zu unserer Bucht wimmelt es nur so von Fischerbojen und Netzen, wenn da eine in die Schraube kommt, gute Nacht Marie. Eine andere Möglichkeit war, dass sich das Sargassum, eine Algenart, die hier leider sehr häufig vor kommt, vor Ruder und Kiel gelegt hatte. Ich stoppte versuchsweise kurz die Maschine, ließ die Schrauben sogar rückwärts laufen, und siehe da, wir machten danach gleich wieder richtig Fahrt. Inzwischen kam der Wind auch nicht mehr genau von vorn, sondern leicht seitlich. Genug um die Genua zu aktivieren. Auch diese Maßnahme erbrachte gleich wieder 1 Ktn. zusätzlich an Fahrt.
    Es ging schließlich auf Nachmittag zu, aber es drohte neues Ungemach. Dunkle Wolken brauten sich zusammen. Es begann ein Wettlauf mit der Zeit. Laut aktueller Wettervorschau sollten um ca. 20 Uhr Gewitter über unsere Bucht ziehen, wir mussten unsere Ankunftszeit also unbedingt einhalten. Um 19:00 Uhr liefen wir in die Bucht Playa El Valle ein, und halb Acht lagen wir sicher vor Anker. Für die erfolgreiche Überfahrt spendierte uns Doris ein Festessen. Es gab Kalbsleber mit Kartoffelpürree und Röstzwiebeln. Nach dem Essen war ich total „breit“, und mir fielen noch vor dem ins Bett Gehen die Augen zu, obwohl rings um uns bereits die Blitze zuckten und tiefes Donnergrollen zu hören war.
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