Istanbul IV- Galata Turm
17. september 2021, Tyrkia ⋅ ☀️ 24 °C
Auch am heutigen Tag begeben wir uns nach dem Frühstück auf einen vorgeschlagenen Spaziergang aus dem Reiseführer namentlich "Kunst und Kultur im Herzen der Stadt", der durch den Stadtteil Beyoğlu nördlich des Goldenen Horns führt. Zum Ausgangspunkt fahren wir mit der Tramvay, erstes Ziel für heute ist der Galata-Turm auf dem gleichnamigen Hügel. Im Jahr 1348 als Wachturm erbaut diente er in osmanischer Zeit u.a. als Feuerwehrturm und als Gefängnis. Heute freuen wir uns darüber, dass der Turm eine weitere Umnutzung erfahren hat: Wir kaufen ein Ticket und fahren mit dem Fahrstuhl auf den Aussichtsumgang des 62m hohen Turms, der einen phänomenalen Panoramablick eröffnet. Während Claudia auf dem schmalen Balkon etwas mulmig zumute ist und sich eher wandnah um den Turm bewegt, kann Heiko vor lauter Faszination kaum den Finger vom Auslöser der Kamera fernhalten. Wieder unten führt unsere Route bergab durch das ehemalige Bankenviertel bis zum Eingang einer historischen unterirdischen Standseilbahn. Mit dieser im Jahr 1875 in Betrieb genommenen "Tünel"-Bahn, die zu den weltweit ältesten ihrer Art gehört, fahren wir wieder hinauf und schlendern weiter unseres Weges durch die Straßen und Gassen. Wir passieren verschiedene Museen und Kunstgalerien, während unsere Augen jedoch vorrangig Ausschau nach einem netten Café oder Restaurant zur Pauseneinkehr halten. Fündig werden wir im sogenannten französischen Viertel, wo sich in der steilen Cesayir-Gasse in schrillen Farben ein Lokal an bzw. über das nächste reiht. In sehr angenehmer Atmosphäre und mal wieder in Gesellschaft diverser Katzen lassen wir uns Tee und Kuchen schmecken, bevor das nächste Highlight des Tages auf uns wartet.Les mer
Istanbul III - Süleymaniye Moschee
16. september 2021, Tyrkia ⋅ ⛅ 23 °C
Die Hoffnung auf ein wirklich ruhiges Plätzchen geben wir aber noch nicht auf, vielversprechend klingt die Ankündigung von gemütlichen Teegärten, die sich laut Reiseführer direkt nach Durchschreiten unseres nächsten angepeilten Ziels, dem Serasker-Tor zur Universität, im Schatten einiger Bäume befinden sollen. Im Reiseführer wurde allerdings nicht berücksichtigt, dass nur Studierende Zugang zum Gelände haben, wir hingegen müssen am imposanten Tor unverrichteter Dinge wieder umkehren. Außerhalb der Mauern zur Universität, auf denen sich mal wieder viele Katzen tummeln, spazieren wir weiter. Und tatsächlich ergibt sich nun doch noch die Möglichkeit einer schönen Rast. Im nicht stark frequentierten Lokal "Tiffany's Burger" sitzen wir im Schatten, schreiben Postkarten und genießen Getränke sowie einen exzellent schmeckenden San Sebastian Cheesecake. Gestärkt und etwas ausgeruht wartet der nächste Punkt auf unserer Runde, der sich unerwartet, aber eindeutig und einstimmig als Höhepunkt herausstellen wird. Die Rede ist von der Süleymaniye Moschee, dem "Gesellenstück" des berühmten Architekten Mimar Sinan. Sultan Süleyman I. hatte ihn Mitte des 16. Jahrhunderts mit dem Bau einer Moschee beauftragt, die "so lange aufrecht stehen bleibt wie die Welt besteht". Wir gehen zwar nicht in die Moschee hinein, sondern beschränken uns auf die Außenansicht dieses prächtigen Gebäudes und der umgebenen Anlagen, das tut unserer Begeisterung aber keinen Abbruch. Uns imponiert beiden gleichermaßen dieses bauliche Meisterwerk sowie die einzigartige Lage. Majestätisch thront die Moschee auf einem Hügel der Istanbuler Altstadt inmitten eines riesigen Gartens und umgeben von mehreren Säulengängen. Beim Rundgang eröffnet sich hinter der Moschee ein traumhafter Ausblick auf das Goldene Horn (Haliç), den elf Kilometer langen Seitenarm des Bosporus, der die historische Altstadt Istanbuls in einen nördlichen und einen südlichen Teil trennt. Eine ganze Weile halten wir uns hier auf und machen Bilder, bevor wir abschließend den Friedhof entlang der Säulengänge auf uns wirken lassen. Auf diesem befindet sich neben den Mausoleen des Sultans und seiner Familie auch die unscheinbare Grabstätte (Türbe) des Baumeisters Sinan selbst. In dem festen Vorhaben, noch einmal an diesen Ort zurückzukehren, setzen wir schließlich unseren Spaziergang fort. Es geht abwärts in Richtung des quirligen Stadtteils Eminönü, wo dann auch die "Reiseführer-Route" endet. Unabhängig vom Sightseeing haben wir in diesem Bezirk aber noch ein Ziel von für uns persönlich wichtigem Interesse ausgemacht: Mehrere Fahrradgeschäfte sind hier ansässig, die wir in der Hoffnung ansteuern, zwei große Kartons zum Verpacken unserer Räder für den Rückflug ergattern zu können. Die Läden sind schnell gefunden und tatsächlich sind wir auch schnell erfolgreich. Händler Ali sagt uns zwei Kartons zu, wir verabreden eine Abholung am Samstag. Guter Dinge spazieren wir durch die Altstadt zurück zu unserem Hotel, wo wir zum Ausklang des Tages eine große Portion Obst mit Joghurt auf der Terrasse genießen.Les mer
Istanbul II - Rund um das Hippodrom
16. september 2021, Tyrkia ⋅ ⛅ 25 °C
Während des Frühstücks im Hotel schmieden wir Pläne für den heutigen Tag, die Wahl fällt auf eine im Reiseführer vorgeschlagene Spaziertour namens "Kult(o)ur und Shopping", die wir uns in umgekehrter Richtung vornehmen. Das erste Ziel ist die Zisterne Yerebatan Sarayı, die zu den am besten erhaltenen "versunkenen Palästen" von Istanbul zählt. Leider bleibt uns die mystische Atmosphäre der Unterwelt verwehrt, da die Zisterne aktuell restauriert wird und entsprechend für Besucher geschlossen hat. Also ziehen wir weiter zum historischen Hippodrom, wo in byzantinischer Zeit Wagenrennen und Gladiatorenkämpfe abgehalten wurden. Wir erkunden den großzügigen Platz sowie einige Zeugnisse der Vergangenheit wie z.B. den 32m hohen ägyptischen Obelisken aus Kalkquadern, die kläglichen Reste der ursprünglich in Delphi beheimateten Schlangensäule und den von Kaiser Wilhelm II. im Jahr 1898 gestifteten Deutschen Brunnen. Unsere Route führt uns auf dem weiteren Weg in den Kapalı Çarçı, den Bedeckten oder Großen Basar. Dieser erstreckt sich über eine Fläche von mehr als 200 000qm, in mehr als 60 überdachten Gassen herrscht buntes Treiben vor und in den rund 4500 Verkaufsstellen. In diesem Trubel und Gewirr stellt bei uns nach nicht allzu langer Zeit so etwas wie Reizüberflutung ein und es zieht uns an einen ruhigeren Ort. Ein richtig ruhiges Fleckchen sucht man in dieser quirligen Umgebung vergeblich und so machen wir es uns mit einem Sesamkringel vom Straßenstand auf der nächstbesten freien Bank in einer Seitengasse bequem. Pause!Les mer
Istanbul I - Erster Eindruck
15. september 2021, Tyrkia ⋅ ☁️ 23 °C
Ohne Ziel machen wir uns auf den Weg, wollen uns einfach von den ersten Eindrücken treiben lassen. Es zieht uns zunächst ans Wasser, wo wir an der Uferpromenade entlangschlendern, die Aussicht im Abendlicht genießen und den zahlreichen Anglern und mindestens genauso zahlreichen Katzen bei ihrem Treiben zuschauen - ein erstes Eintauchen in das Lebensgefühl am Bosporus. Es wird bereits dunkel, als wir vom Wasser aus in Richtung Altstadt weiterziehen, das schmälert aber die Begeisterung des ersten Rundumblicks im Sultanahmet Parkı in keiner Weise. Schwer beeindruckt sind wir beim Anblick des Wahrzeichens der Stadt, der Ayasofya Camii oder auch Hagia Sophia. Bei abendlich milden Temperaturen saugen wir die Atmosphäre auf, während wir auf einer Bank an dem in wechselnden Farben beleuchten Brunnen zwischen einem mit der Hagia Sophia wichtigsten Kulturdenkmäler der Welt der mit der Blauen Moschee (Sultan Ahmet Camii), der größten und bekanntesten Sultansmoschee, sitzen. Auf unserem weiteren Streifzug durch die Straßen und Gassen stellen wir fest, dass wir im Schlaraffenland angekommen sind. Speziell die Auslagen der vielen Läden mit türkischen Süßwaren lassen einem das Wasser im Mund zusammenlaufen, dazu die unterschiedlichen Gerüche von gegrillten Maronen, Dönerspießen, Tee etc., die einem aus allen Richtungen in die Nase strömen. Um auch einen geschmacklichen Eindruck zu bekommen, kehren wir in bzw. vor einem Restaurant ein und schlagen und den Bauch mit Iskender Kebab, Künüfe, Baklava und natürlich türkischem Tee voll. Parallel läuft passend der Fernseher und es wird das Champions League Spiel zwischen Beşiktaş JK und Borussia Dortmund gezeigt. Es ist schon spät, als wir irgendwann zurück ins Hotel gehen und uns schon jetzt auf die kommenden Tage freuen.Les mer
Havalimanı
15. september 2021, Tyrkia ⋅ ☁️ 24 °C
Nach dem Frühstück flanieren wir noch etwas über das Gelände der Club-Anlage, um uns auch bei Tageslicht einen Eindruck von unserem Aufenthaltsort zu verschaffen. Es handelt sich um ein sehr großes auf einem Hügel gelegenes Anwesen mit Blick auf den Durusu-See mitten im Grünen trotz der Nähe zu Istanbul. Nachdem wir ein weiteres Mal all unser Hab und Gut in den Packtaschen verstaut haben, checken wir gegen 11 Uhr aus.
Zu radeln haben wir heute lediglich eine kurze unspektakuläre Etappe. Entlang der Hauptstraße geht es in Richtung Havalamanı, dem Flughafen von Istanbul, den wir nach 18km erreichen. In drei Tagen, also am kommenden Samstag, haben wir hier in einem Hotel ein Zimmer für die Nacht vor unserem Heimflug reserviert. Die Idee, unsere Fahrräder und einen Großteil des Gepäcks schon an Ort und Stelle zu lassen, um mit leichtem Gepäck per Bus zu unserem abschließend geplanten Städte-Trip nach Istanbul zu starten, müssen wir leider verwerfen. Eine Gepäckaufbewahrung ist nicht möglich, nun muss ein Plan B her...Les mer
Durusu-Club-Hotel
14. september 2021, Tyrkia ⋅ 🌙 20 °C
Nach einem guten Frühstück lassen wir es heute ruhig angehen, erst um halb elf schieben wir unsere Fahrräder aus dem Hotel, bekommen vom freundlichen Herrn an der Rezeption noch einen Apfel mit auf den Weg. Nach den Erfahrungen der letzten Tage hat Heiko das W-LAN des Hotels genutzt, um eine feste Unterkunft als heutiges Ziel ausfindig zu machen. Auch an diesem Tag beginnt unsere Etappe an der ungeliebten Hauptstraße, heute verlassen wir diese aber immerhin nach etwa 10 Kilometern. Wir zweigen in einen Ort ab, wo wir direkt etwas Verpflegung in Form von reichlich Obst und Joghurt in einem Supermarkt und an einem Stand an der Straße erwerben. Auf einer deutlich ruhigeren Straße geht es weiter, laut ist nun nur noch der Gegenwind. An einem Waldweg lassen wir uns schließlich unser Proviant schmecken, während ein Hirte mit seiner Kuhherde und seinen Hunden vorbeizieht. Weiter geht es durch eine waldige Region, die zum Teil auch Militärgebiet zu sein scheint. Wir sind bereits wieder gute 20km geradelt, als wir am Straßenrand auf einen sehr herzlichen Melonenverkäufer treffen. Heikos Türkischkenntnisse ermöglichen so etwas wie eine kleine Unterhaltung und reichen vor allem aus, um den Verkäufer davon zu überzeugen, dass wir wirklich nur eine und nicht fünf Melonen haben möchten. Lange fährt die gelbe Frucht nicht im Gepäck mit, bei nächstbester Gelegenheit lassen wir uns etwas abseits der Straße nieder und genießen den seeehr köstlichen Pausen-Snack. Unser angepeiltes Ziel erreichen wir schließlich nach 65 Kilometern gegen 18 Uhr, leider bietet sich uns ein trauriger Anblick. Nur das teilweise zerstörte Schild mit der Aufschrift "Kleopatra" und eine Ruine erinnern daran dass hier mal ein Hotel gestanden haben könnte. "Hotel finished" ruft uns ein Anwohner zu und gibt uns zudem gestikulierend zu verstehen, dass in diesem Ort auch keine alternative Option existiert. Die folgende Recherche ergibt, dass nach weiteren 19km auf unserer eigentlich für morgen geplanten Route ein Hotel sein soll, was Heiko durch einen Anruf sicherheitshalber verifiziert. Kurz vor Anbruch der Dunkelheit erreichen wir nach 85 Kilometern und immerhin knapp 900 Höhenmetern unsere Zielgebiet, durften aber immerhin während des letztem fiesen Anstieges in der Ferne die Skyline von Istanbul, einen traumhaften Sonnenuntergang sowie den ersten Blick auf das Sc1hwarze Meer am Horizont bestaunen. Erst vor ein paar Tagen haben wir uns an den Moment erinnert, als wir in Bosnien-Herzegowina auf dem Gipfel des letzten Passes kurz vor der kroatischen Grenze angekommen sind und zum ersten Mal das Mittelmeer vor Augen hatten. Zu wissen, dass man tatsächlich von der Ostsee bis ans Mittelmeer geradelt ist, das war schon ein tolles Gefühl. Und hier und heute schauen wir nun auf das Schwarze Meer - verrückt!
Schon beim Einbiegen in die Straße zu unserem Hotel müssen wir eine Schranke zum sogenannten "Durusu-Park" passieren und dem Pförtner erklären, wo wir hin wollen. Wir fragen uns, wo wir hier gelandet sind, während wir über weitere knapp 2 Kilometer diverse ziemlich nobel aussehende Privatanwesen passieren. Schließlich erreichen wir die Hotelanlage und werden auch gleich von einem sehr freundlichen, aber auch wahrlich skurrilen Rezeptionisten empfangen. Der Prozess des Eincheckens hat Comedy-Charakter, man hätte fast auf die Idee kommen können, Opfer einer Sendung mit versteckter Kamera zu sein. Dies ist glücklicherweise nicht der Fall und wir beziehen unser riesiges Zimmer mit Terasse in Sichtweite zum beleuchteten Pool. Manchmal wundern wir uns selbst drüber, an was für Orte es uns so verschlägt. Vergleichsweise "underdressed", aber wenigstens frisch geduscht, suchen wir noch das Restaurant des Anwesens auf und gönnen uns ein sehr üppiges und leckeres Abendessen inklusive Baklava zum Nachtisch.Les mer
Shilla-Hotel Çorlu
13. september 2021, Tyrkia ⋅ ☁️ 19 °C
Vergleichsweise früh sind wir wach, frühstücken etwas Obst mit Müsli und fangen dann auch recht bald an, unsere sieben Sachen zu packen und den Feldrand zu räumen. Uns erwartet in Ermangelung von Alternativen ein Tag an der Hauptstraße, positiv abgewinnen kann man dem Umstand einzig die Tatsache, dass der vorhandene breite Seitenstreifen zumindest ungefährliches Radeln ermöglicht. Dennoch macht uns der Verkehrslärm mit der Zeit ziemlich mürbe. Nach etwa 30km ist es Zeit für eine Mittagspause, für die wir kurzfristig in ein kleines Dorf abschwenken. Wir stellen unsere kleinen Campingstühle auf, die in diesem Jahr als neuer Luxus erstmals im Gepäck sind, und stärken uns mit Obstsalat und Joghurt sowie einem Milchreis-Dessert. Um uns herum herrscht reges Hühner- und Gänsetreiben. Den Ort Lüleburgaz, dessen Name uns spontan an Lüneburg erinnert, nutzen wir später wie gestern schon Havsa für eine weitere temporäre Flucht von der Hauptstraße. Andere Eindrücke, andere Geräusche, andere Reize - wenigstens für ein paar Kilometer. Als wir bereits wieder im Begriff sind, aus der Stadt herauszurollen, drosselt neben uns ein Auto das Tempo und der Fahrer spricht uns durch die offene Scheibe an. Wo wir herkommen fragt er, und ob er uns zu sich einladen darf, er würde so gerne englisch mit uns sprechen. Nach einigen Versuchen des höflichen Ablehnens ergeben wir uns seiner Hartnäckigkeit, kehren um und folgen ihm ca. 2km die Straße zurück zu seinem kleinen Imbiss. Da unsere Mittagspause noch nicht lange her ist, verzichten wir auf die Einladung zum Essen, nehmen aber gerne den Tee, der uns serviert wird. Bilal heißt unser Gastgeber, der sich seit einiger Zeit von einem Freund die englische Sprache beibringen lässt. Der Erfolg ist noch recht dürftig und die Konversation entsprechend erschwert. Auf jeden Fall ist Bilal aber ein sehr netter Zeitgenosse. Irgendwann signalisiert Heiko, dass wir uns angesichts der fortgeschritten Zeit und des noch vor uns liegenden Weges langsam verabschieden müssen. Noch schnell ein Abschiedsfoto geknipst, dann starten wir den nächsten Versuch, den Ort zu verlassen. Laut Karte soll auch bald unsere Fahrt auf der Hauptstraße enden, diesen Moment sehnen wir sehr herbei. Leider wird unsere Hoffnung auf auf ruhigeres Fahren durch idyllische Landschaft jäh zerstört. Mit dem Ende der Hauptstraße endet auch der für uns gut befahrbare Seitenstreifen, gleichzeitig nimmt der Verkehr jedoch noch zu. Fast Stoßstange an Stoßstange fahren vor allem unzählige weiße Lieferwagen an uns vorbei. Heikos Vermutung liegt nahe, dass die Angestellten der riesigen Industrieanlagen und Fabriken in der Umgebung an ihre Wohnorte gebracht werden. Die Tageszeit würde zum Feierabendverkehr passen und Heiko war zuvor bereits aufgefallen, dass trotz der vielen großen Gebäude keine Parkplätze zu sehen sind. Reichlich genervt von dieser Straße müssen wir auch erneut zur Kenntnis nehmen, dass die Chance auf einen geeigneten Platz zum Wildzelten äußerst gering ist. Als wir durch einen kleinen Ort kommen und Wasser kaufen, nutzen wir ein offenes W-LAN, um zu recherchieren, ob es als Plan B auch Zimmer in der Umgebung gibt. Dies ist in etwa 10km Entfernung der Fall und scheint uns recht bald die beste Lösung zu sein. Ohne Probleme finden wir das Shila-Hotel und freuen uns sehr, diese Entscheidung getroffen zu haben. Die Fahrräder dürfen wir direkt im Eingangsbereich parken, dann beziehen wir unser extrem großzügiges Zimmer mit Balkon und Blick ins Grüne, für welches wir inklusive Frühstück gerade einmal 25 Euro bezahlen sollen. Heiko brutzelt noch das Gemüse aus unseren Packtaschen und nach Verzehr desselben beschließen wir den heutigen Tag.Les mer
Erste Zeltnacht in der Türkei
12. september 2021, Tyrkia ⋅ ⛅ 25 °C
Zeitig stehen wir heute auf und packen unsere Taschen, es soll schließlich weitergehen gen Südosten. Nach dem Frühstück verabschieden wir uns von den Gastgebern unseres netten Hotels und von dem Ort Edirne. Nach einem letzten Blick zurück auf die Stadt lotst unsere Wegführung uns recht bald auf eine sandige Schotterpiste. Da diese wegen einer großen Baustelle nicht wie auf der Karte angegeben nach einigen Kilometern auf die Straße trifft, müssen wir einen eher beschwerlichen Umweg über unbefestigtes Terrain in Kauf nehmen. Als wir dann doch noch die Straße erreichen, wird es auf andere Art ungemütlich. Auf der Hauptstraße herrscht sehr reger Verkehr, besonders die vielen LKW empfinden wir als sehr lästig und anstrengend. Wir fahren durch bis zum Ort Havsa, wo wir uns eine Verschnaufpause von Autolärm und Abgasen gönnen und Proviant einkaufen wollen. Einen ersten Einkauf erledigen wir in einem Supermarkt, später verleitet uns noch die Auslage einer Bäckerei zum Anhalten. Wir blicken noch durch das Schaufenster, als der Inhaber hinauskommt und quasi darauf besteht, dass wir auf einen Kaffee hineinkommen. Er serviert uns mit Käse bzw. Oliven gefüllte Brötchen, Baklava und Kaffee, erzählt von seinen Reisen durch Europa, seinen beiden Töchtern und von seiner etwas wirren Überzeugung zu Corona. Geld möchte er vehement keines von uns, Reisende ließe man nicht ohne gastfreundlich Bewirtung vorbeiziehen, so sage es der Prophet. Nun gut, wir bedanken uns herzlich für die Einladung und radeln weiter, und zwar leider zurück an die lästige Hauptstraße. Stumpf spulen wir unsere Kilometer ab, sind dabei zusehends genervt von dem dauerhaft an uns vorbeirauschenden Verkehr. An einer Tankstelle füllen wir unsere Wasservorräte auf, als es irgendwann langsam Zeit wird, Ausschau nach einem Schlafplatz zu halten. Die Suche gestaltet sich schwieriger als erwartet, rechts und links der Straße sind entweder Gebäude oder aber weite Felder und Äcker ohne auch nur einen einzigen Baum. Die Bedingungen, um sich mit einem kleinen Zelt "unsichtbar" zu machen, sind entsprechend denkbar schlecht. Wir biegen schlussendlich in einen Schotterweg ein und schwenken nach wenigen Metern auf ein Feld, an dessen Rand wir uns postieren. Da selbst auf dem Schotterweg noch regelmäßig Autos und LKW verkehren, widmen wir und erst dem Abendessen und stellen unser Zelt erst bei Anbruch der Dunkelheit auf. Um halb neun ist draußen bereits zappenduster und wir liegen in unseren Schlafsäcken.Les mer
Historischer Bahnhof
11. september 2021, Tyrkia ⋅ ⛅ 27 °C
Auf unserem Weg zur nächsten Sehenswürdigkeit steuern wir die bereits gestern schon besuchte Tunca-Brücke an. Heute wissen wir, dass kurz nach dieser Brücke eine weitere folgt, die noch etwas größer ist und den Namen Meriç-Brücke trägt. Nach Überquerung der Flüsse Tunca und Meriç spazieren wir entlang einer breiten Allee ins die ca. 3km entfernte Ortschaft Karaağaç, kommen u.a. vorbei an einem Denkmal zum Andenken an Şükrü Paşa und die Gefallenen des Balkankrieges. Schließlich erreichen wir den historischen Bahnhof, in dem heute das Rektorat der Trakya-Universität untergebracht ist. Wir besichtigen die sehr schöne Anlage einschließlich der alten Lokomotive nebst Eisenbahnwaggon, die vor vor den Gebäuden auf einem Stück Schienen stehend präsentiert wird. Nur wenige Schritte weiter ragt das Lausanne-Denkmal in den Himmel, welches ein Symbol des Weltfriedens darstellt. Der im Jahr 1923 in Lausanne unterzeichnete Friedensvertrag gilt als Anerkennung des unter der Führung von Atatürk durchgeführten Unabhängigkeitskampfes und belegt die damit errungene Unabhängigkeit des türkischen Volkes. Im Abendlicht spazieren wir zurück, vorbei an verschiedenen großen und festlich vorbereiteten Hochzeitslokalitäten. Samstags scheint in der Türkei geheiratet zu werden... ! Zurück im Zentrum der Stadt wiederholen wir das Procedere vom Nachmittag: Leckeres Essen im bzw. vor einem Restaurant mit Live-Musik und zum Abschluss Tee und Baklava an inzwischen bekannter Stelle - selbst die Kellner kennen uns schon. Schon deutlich übersättigt wartet dann im Hotelzimmer noch eine halbe Melone auf uns, wir können sie ja morgen schlecht auf dem Fahrrad transportieren...Les mer
Ruhetag in Edirne
11. september 2021, Tyrkia ⋅ ☀️ 27 °C
Heute ist Ruhetag und damit fangen wir auch direkt an, indem wir zunächst mal ohne Wecker ausschlafen. Nach gutem Frühstück im "Garten" unseres Hotels und etwas Beschäftigung und Tagesplanung im Zimmer starten wir gegen Mitag unsere Touri-Runde. Unser erstes Ziel ist nach einem Schlenker durch Fußgängerzone und Markthallen die prächtige Selimiye-Moschee, die der Architekt Sinan im Alter von 80 Jahren im Auftrag des Sultans entworfen hat und heute als Symbol der Stadt gilt. Schon aus der Ferne sind die Minarette dieses imposanten Bauwerks osmanischer Architektur zu sehen. Nachdem wir uns einen ersten Eindruck von außen verschafft haben, entledigen wir uns unserer Schuhe und begeben uns in den Innenraum des Gebäudes. Uns überrascht das lebendige Treiben in der Moschee: Kinder toben ausgelassen über den Teppich, Menschen filmen und fotografieren oder lassen sich zu einem Plausch auf den Treppenstufen nieder, während sich in abgetrennten Bereichen gläubige Frauen und Männer ihren Gebeten widmen. Wir bestaunen die innere Ausgestaltung und Ausschmückung der Moschee, lassen die Eindrücke auf uns wirken und schlendern im Anschluss noch über den großen Vorhof und den Außenbereich, bevor unsere Mägen einen ersten kleinen Hunger anmelden. So wählen wir einen freien Tisch im Außenbereich des nächstbesten Restaurants an der Straße und bestellen Linsensuppe, Köfte und gegrilltes Hähnchenfilet. Üblich scheint es in Edirne überall zu sein, dass man vorab sehr scharfe getrocknete Peperoni mit ebenso scharfer Sauce serviert bekommt. Nach dem verbrannten Gaumen von gestern lassen wir heute lieber die Finger davon. Ebenfalls in allen Restaurants auf der Karte und auf fast allen Tellern der Einheimischen befindet sich gegrillte Leber, scheinbar eine Spezialität in dieser Region. Wir verzichten aber auf einen Test und bleiben lieber bei dem, was wir kennen und mögen. Apropos mögen: Nur wenige Schritte entfernt liegt das Café, in welchem wir gestern dem Baklava nicht widerstehen konnten. Kurzerhand wechseln wir also die Lokalität und genehmigen uns noch einen üppigen Nachtisch und den einen oder anderen Tee, bevor wir unsere Sightseeing-Tour fortsetzen.Les mer
Hotel Kalerooms
10. september 2021, Tyrkia ⋅ ⛅ 23 °C
Unser erstes Ziel in der Türkei ist die Stadt Edirne, von der uns an der Grenze nur etwa 15 Kilometer trennen. Glücklicherweise verfügt die recht stark befahrene Hauptstraße nach Edirne über einen breiten Seitenstreifen, so dass die regelmäßig von hinten vorbeidonnernden LKW kein allzu großes Problem darstellen. Bereits am frühen Nachmittag erreichen wir unser Hotel, dass zwar sehr zentral, aber dennoch in einer recht ruhigen Seitenstraße liegt. Wir werden sehr freundlich aufgenommen, dürfen unsere Räder für die Dauer unseres Aufenthaltes im Keller des Hauses abstellen. Das uns zugewiesene Zimmer gefällt uns ebenfalls sehr gut, angesichts des für morgen geplanten Ruhetages und folglich zwei Nächten vor Ort freuen wir uns um so mehr über die gelungene Wahl unserer Bleibe. Nach Bezug des Zimmers werfen wir uns rasch in frische Klamotten und begeben uns direkt auf einen ersten Erkundungsspaziergang in die Stadt. Wir schlendern durch die lebendige Fußgängerzone, lassen uns mit der Menge über den einen oder anderen Basar treiben, gönnen uns köstliches Baklava, machen Fotos von der beeindruckenden Selimiye-Moschee und kehren schließlich zum Essen in einem kleinen Restaurant ein. Auf dem Heimweg kaufen wir an einem Stand an der Straße eine Kırkağaç-Melone (türkische Honigmelone), die wir uns im ausgesprochen nett hergerichteten Hinterhof unseren Hotels schmecken lassen. Bei herrlichem Abendlicht begeben wir uns auf die zweite Runde durch die Start, erstes Ziel ist die historische Meriç-Brücke. Von dort aus zieht es uns wieder in die Innenstadt, bei auch um 20 Uhr noch sommerlichen Temperaturen können wir beim Anblick der Auslage eines Straßencafés der Versuchung nicht widerstehen, uns niederzulassen und eine weitere üppige Portion Baklava mit Çay zu ordern. Sehr satt und zufrieden treten wir den Rückweg zum Hotel an und freuen uns auf einen weiteren Tag mit Sehenswürdig- und Köstlichkeiten in Edirne.Les mer
Grenze Bulgarien -Türkei
10. september 2021, Tyrkia ⋅ ⛅ 21 °C
Auch im "Complex Monaco" sind wir scheinbar die einzigen Gäste. Das Frühstück bekommen wir im im Eingangsbereich des Hotels serviert. Das Ambiente ist gewöhnungsbedürftig, das Frühstück aber durchaus schmackhaft. Nachdem es in der Nacht geregnet hat, macht das Wetter beim Verlassen des Hotels nun einen sehr freundlichen Eindruck. 12 Kilometer sind es bis zur türkischen Grenze, zusammen mit den zwei Kilometern vom gestrigen Tag auf bulgarischem Boden wird unser Eindruck von diesem Land folglich sehr begrenzt bleiben. Und dennoch sind wir froh, den Schlenker gemacht und diesen Hauch bulgarische Luft geschnuppert zu haben. Auf der wenig befahrenen Hauptstraße rollen wir in Richtung Grenze, mal kommt uns ein Pferdegespann entgegen, mal steht ein Esel am Wegesrand in dieser deutlich heruntergekommen wirkenden dörflichen Umgebung. Ähnlich reibungslos wir gestern verläuft auch das heutige Grenz-Procedere. Ohne dass wir besonders lange in der Schlange stehen müssen, werden erst die Impf- und am folgenden Schalter dann die Reisepässe kontrolliert. An der letzten Station, und zwar der des Zolls, winkt uns ein freundlicher Beamter sogar an der Autoschlange vorbei. Als wir seine kurze Frage nach zollpflichtigen Waren verneinen, dürfen wir unsere Fahrt direkt fortsetzen. Ein weiterer Halt dient dann noch der Pflege unserer Tradition: Fototermin an Schild oder Flagge bei Einreise in ein neues Land. Als die Bilder im Kasten sind, lassen wir die Grenzstation hinter uns und freuen uns auf das neue Land, neue Abenteuer, neue Eindrücke, neue Sitten und Bräuche, neue Gerüche und nicht zuletzt auf die gute türkische Küche. Tschüß Bulgarien, hallo Türkei!Les mer
Svilengrad
9. september 2021, Bulgaria ⋅ ☁️ 22 °C
Nur wenige Kilometer sind es von der Grenze bis zum Ort Svilengrad, wo wir ein Zimmer für die Nacht gebucht haben. Die kleine Stadt, die in unmittelbarer Nähe der Grenzen nach Griechenland und zur Türkei liegt, scheint in der Hauptsache aus Casinos zu bestehen. Riesige Hinweisschilder auf die verschiedenen Spielhöllen reihen sich am Straßenrand aneinander, die großen Gebäude mit ihrer Leuchtschrift prägen das Bild des Ortes. Auf dem Weg zu unserem (Casino-)Hotel "Complex Monaco" überqueren wir die im Jahr 1529 erbaute Mustafa-Pascha-Brücke. Ein paar Fotos und Radfahrmeter später checken wir gegen 19 Uhr im Hotel ein und verlassen dieses auch nicht mehr. Das Abendessen kocht Heiko auf dem Balkon vor dem wechselnd-schillernden Farbenspiel der Leuchtschrift des großen Casinos auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Griechenland ist nur 2km entfernt und doch ist hier schon alles irgendwie anders.Les mer
Grenze Griechenland - Bulgarien
9. september 2021, Bulgaria ⋅ ☁️ 23 °C
Statt unserem Standard-Zelt-Frühstück bestehend aus Porridge und Obst in köstlichem Wasser laben wir uns als einzige Gäste am Buffet des Hotels. Gut gestärkt starten wir anschließend in die heutige Etappe, die keine Fortsetzung der gestrigen Grenzroute wird. Wir haben beschlossen, etwas ins Landesinnere zu schwenken, um unter Inkaufnahme einiger zusätzlicher Höhenmeter auf kleineren Straßen und direkterem Kurs die bulgarische Grenze kurz vor Svilengrad anzusteuern. Zunächst durchqueren wir eine Region mit riesigen Sonnenblumenfeldern auf sanften Hügeln und stellen uns vor, wie schön es wäre, diese in voller Blütenpracht zu sehen. Dafür ist es jedoch zu spät, trocken und blütenlos lassen die Pflanzen ihre Köpfe hängen. Als wir uns zur Mittagspause an einem Feldrand niederlassen, strahlt dann aber doch noch ein einzelnes Exemplar, das dem Verfall erfolgreich Widerstand geleistet hat, in leuchtend gelber Farbe. Weiter geht es durch das hügelige Gelände und über einen breiten Flusslauf, an welchem sich zahlreiche Wasservögel tummeln. Das Wetter kann sich heute nicht recht entscheiden: Der Wind ist heute milder und kommt auch nicht so garstig von vorne, dafür zeigt sich der Himmel mal mehr und mal weniger stark bewölkt und hin und wieder fallen ein paar Regentropfen bei leicht schwüler Luft. Irgendwie passen diese äußeren Bedingungen zu den Eindrücken, die wir in den Dörfern des weiteren Streckenverlaufes sammeln. Alles wirkt einsam und verlassen, fast wie ausgestorben. Unsere Hoffnung, noch etwas Proviant für den morgigen Tag einkaufen zu können, um in Bulgarien kein Geld wechseln zu müssen, erfüllt sich nicht. Die meisten Häuser scheinen unbewohnt zu sein, viele Gebäude sind verrammelt, offene Geschäfte sucht man vergebens. Bis auf sehr vereinzelte Ausnahmen älterer Bewohner sind die Straßen menschenleer, es ist fast eine gespenstische Atmosphäre. Ob diese Dörfer in ein paar Jahren noch existieren? Man kann es sich kaum vorstellen. Die letzten Kilometer bis zur Grenze legen wir auf der Schnellstraße zurück. Hat uns der Gedanke an das Radfahren auf dieser Trasse vorab noch etwas Unbehagen bereitet, stellt sich dies nun als völlig unbegründet dar: Die Straße ist ähnlich leergefegt wie die zuletzt durchquerten Dörfer, fast allein sind wir auf dem "Highway" unterwegs. Etwas wehmütig spulen wir unsere letzten griechischen Meter ab, viele schöne Erlebnisse und Erinnerungen an dieses Land nehmen wir mit. Ja, und dann geht alles ganz schnell: Kurzer Check des Personalausweises bei der Ausreise, das obligatorische Foto am Grenzschild, schnelle unproblematische Einreise nach Vorlage von Reise- und Impfpass und schwupps, nun sind wir in Bulgarien.Les mer
Hotel Ermis
8. september 2021, Hellas ⋅ ⛅ 23 °C
Das laute Flattern der Zeitplanen sorgt schon beim Aufwachen für die Erkenntnis, dass auch am heutigen Tage der Wind unser Begleiter sein wird. Soviel Treue wäre doch gar nicht nötig gewesen....! Und damit wir uns nicht umgewöhnen müssen, bläst er uns wie gehabt direkt von vorne um die Nase. Kurz vor dem Abzweig zur Grenze bei Kipoi fällen wir endgültig die vorab bereis vage angedachte Entscheidung, noch einen Schlenker über Bulgarien und den Ort Svilengrad einzubauen. So fahren wir also an dieser Stelle auf griechischer Seite nordwärts anstatt nach Osten in die Türkei. Unser Weg führt entlang der Hauptstraße, deutlich nehmen wir eine zunehmende Zahl an Militärfahrzeugen wahr. Bei weiterhin kräftigem Gegenwind arbeiten wir uns vorwärts, immer entlang der natürlichen griechisch-türkischen Grenze in Gestalt des zu unserer Rechten fließenden Flusses Evros. Mit der natürlichen Grenze allein ist es jedoch nicht getan. Neben der deutlich spürbaren Militärpräsenz prägen Zäune und zusätzliche Gräben das Bild dieser EU-Außengrenze. In regelmäßigen Abständen weisen Schilder darauf hin, dass das Fotografieren hier verboten ist. Schließlich werden wir auch Zeugen einer Szene, die uns noch länger nachhängt. Etwa 20 junge Menschen hocken in einer Reihe nebeneinander, vor ihnen stehen in machtvoller Postion zwei griechische Soldaten, die im Umgang mit den wahrscheinlich auf der Flucht Aufgegriffenen alles andere als zimperlich sind. Die Szene stimmt uns sehr nachdenklich, vor allem angesichts der Tatsache, dass wir an selber Stelle entlangradeln und Urlaub machen. Stets ist doch das Reisen mit Rad und Zelt mit einem enormen Freiheitsgefühl verbunden, hier bekommt der Begriff Freiheit eine ganz andere Bedeutung. Mal wieder wird uns in aller Deutlichkeit ins Bewusstsein gerufen, wie privilegiert wir sind mit unserem deutschen Pass im Gepäck, den wir lediglich angesichts der Tatsache, dass wir zufällig zur richtigen Zeit am richtigen Ort geboren sind, unser Eigen nennen dürfen. Die Fahrt unmittelbar entlang dieser Grenzregion ist bedrückend und dennoch eine wichtige Erfahrung. Neben allen anderen Eindrücken von touristischer Küste und verschiedenen Inseln bis hin zu einsamen Bergdörfern und wilder Natur, die wir in vielen Wochen in Griechenland sammeln durften, gehört eben auch dieser Teil dazu. Im Windschatten der Mauer eines Industriegeländes verbringen wir unsere heutige Mittagspause und treffen die Entscheidung, weiter als vorgesehen zu fahren. Neues Ziel ist der Ort Didymoticho der auf der Karte einen recht ansprechenden Eindruck macht. Angesichts der Etappenlänge und der eher schwierigen Windbedingungen buchen wir schon von unterwegs ein Zimmer in einem Hotel im Zielort, so ist uns ein Schlafplatz auf jeden Fall gewiss. Zu unserer Freude nimmt der Wind im Tagesverlauf etwas ab, nur noch einen Zwischenstop legen wir auf unserer Fahrt an einer Tankstelle ein. Beim Verzehr einer kalten Cola stellen wir fest, dass die ursprüngliche Planung einer Wildübernachtung in dieser Gegend wahrscheinlich schwierig geworden wäre: Hauptstraße, Zäune rechts wie links sowie reichlich Militärpräsenz..., keine perfekten Bedingungen zum Campieren. Gegen 18 Uhr rollen wir in Didymoticho ein, Heiko navigiert uns sicher und zügig zum Hotel. Der Ort präsentiert sich in der Realität dann doch nicht so attraktiv wie wir ihn erwartet haben, aber was soll's. Immerhin haben wir von unserem Balkon aus einen direkten Blick auf den Stadthügel mit beleuchteter Festung. In einem Restaurant um die Ecke gehen wir ein letztes Mal auf griechischem Boden essen, genießen traditionellen Salat, Bifteki und Souvlaki. Bedient werden wir von einem deutschsprachigen Kellner, der 8 Jahre in Deutschland in Holzminden gelebt und deutsch gelernt hat. Die köstliche Honigmelone mir Walnusseis, die wir auf Kosten des Hauses erhalten, rundet diesen sehr gelungenen und schmackhaften Restaurantbesuch ab. Nun heißt es ein letztes Mal "Gute Nacht' in Griechenland, morgen wartet Bulgarien...
Kleiner, aber feiner Nachtrag: Heiko hatte heute KEINEN Platten!!!Les mer
Irgendwo im Nirgendwo bei Alexandroupoli
7. september 2021, Hellas ⋅ ⛅ 21 °C
Schon während unseres Frühstücks um sieben Uhr in der Frühe stellen wir mit Unbehagen fest, dass der Wind heute noch einmal an Intensität zugenommen hat. Zu allem Überfluss wird es auch weiterhin so sein, dass dieser fiese unsichtbare Gegner uns wieder direkt von vorne erwarten wird. Gegen 9 Uhr beginnt unsere Fahrt, selbst bei ebener Straße kommen wir angesichts des Windes teilweise nicht mit mehr als 8-10kmh vorwärts. Äußerst positiv empfinden wir dabei aber die unerwartet schöne Strecke ohne Verkehr entlang der Küste, die an diesem Abschnitt scheinbar vom Tourismus (noch) unentdeckt ist. Im weiteren Verlauf folgen wir der Hauptstraße durch das bergige Hinterland, auch hier herrscht erfreulicherweise kaum Verkehr, lediglich alle paar Minuten kommt mal ein einzelnes Auto vorbei. Wir sind immer wieder begeistert von der Gegend und der traumhaften Landschaft, erwartet hatten wir das hier in dieser Form tatsächlich nicht. In einem netten, kleinen Dorf füllen wir unsere Taschen mit reichlich Proviant auf, bald darauf ereilt uns das, was scheinbar zur lästigen Routine werden will: Heiko hat einen Platten! Während der Reparatur kommen nicht viele Autos vorbei, aber diese (inklusive griechische Polizei) halten allesamt an und die Fahrer erkundigen sich, ob alles okay ist oder wir Hilfe brauchen, sehr nett! Wieder auf dem Rad werden wir von der Drohne begleitet, die Heiko vorher in den Himmel geschickt hat. Vier freundliche Hunde, auf die wir einige Kurven später treffen, zeigen sich sehr interessiert und scheinbar reichlich verwirrt ob des unbekannten Flugobjekts. Nach etwa 30km mit 500hm genehmigen wir uns eine Pause am Straßenrand, bevor wir gestärkt die herrliche Abfahrt in Richtung Alexandroupoli in Angriff nehmen. Kaum in die Stadt eingerollt, vermeldet Heiko zur Abwechslung mal wieder Luftverlust, die Plattenserie nimmt ihren unerfreulichen Lauf. Diesmal Hat Heiko beim Flicken sogar Publikum, zwei kleine Jungs verfolgen sehr interessiert das Geschehen und inspizieren ganz genau unsere Räder. Da wir schon einmal in einer Stadt sind, kaufen wir sicherheitshalber noch einen neuen Schlauch und eine Ladung Flicken. Der Rest der heutigen Etappe verläuft ohne besondere Vorkommnisse. Wir verlassen Alexandroupoli, die Fahrt führt vorbei am Flughafen und durch so etwas wie ein Gewerbegebiet, das sich über viele Kilometer erstreckt. Weiterhin bläst uns kräftiger Gegenwind ins Gesicht, so dass wir uns freuen, im Windschatten einiger kleiner Bäume etwas abseits der Straße einen Platz zum Zelten und somit dem wohlverdienten Feierabend zu finden. Das letzte Tageslicht wird zum Kochen und Essen sowie dem anschließenden Zeltaufbau genutzt, nicht viel später dürfen wir einen beeindruckenden Sternenhimmel mit leuchtender Milchstraße bestaunen.Les mer

HALKE ZEPF
moin ihr Zwei, wir sind neugierig auf eure schönen Berichte und wünschen euch einen flickenfreien Tag. Liebe Grüße nach Griechenland
Camping Kryoneri
6. september 2021, Hellas ⋅ ☀️ 26 °C
Für unsere Verhältnisse recht früh verlassen wir um 9 Uhr nach Frühstück, Zeltabbau und dem üblichen Packprocedere unseren Wildcampingplatz. Der Wind bläst uns ziemlich kräftig entgegen, so dass wir nicht allzu flott vorankommen. Teilweise haben wir auch wieder Schotterpisten unter den Reifen, die aber heute zumindest weitestgehend gut befahrbar sind und uns durch wahrlich schöne Landschaften führen. Nach etwa 25km pausieren wir erstmals und genießen frisches Obst mit Joghurt, bevor wir es wieder mit dem nach wie vor starken Gegenwind aufnehmen. Ein Highlight im Verlauf des Tages ist sicher die Fahrt durch einen Teil des Nestos-Nationalparks. Wir radeln entlang des Sees Vistonida, dem viertgrößten See Griechenlands und entdecken u.a. mehrere Reiher, Flamingos und sogar einen Pelikan. Mitten im See liegt das über eine Brücke erreichbare Kloster von Agios Nikolaos auf einer kleinen Insel. Eine ganze Weile halten wir uns hier auf, machen Fotos und auch die Drohne kommt zum Einsatz. Ein paar Kilometer weiter quert eine riesige Kuhherde die Straße und verteilt sich in der Weite der staubigen Landschaft. Es ist ein tolles Bild, das sich uns bietet, wir könnten auch mitten in der Kulisse eines alten Western-Films stehen. Ansonsten wirkt die Gegend hier insgesant sehr einsam und dünn besiedelt, sehr rar sind die winzigen Dörfer, die wir durchqueren. Als wir in Richtung Küste schwenken, dürfen wir tatsächlich für einige wenige Kilometer Rückenwind genießen, was wir als echte Wohltat empfinden. Wir steuern einen kleinen Campingplatz im Ort Kryoneri an, wo wir auch freundlich aufgenommen werden. Frisch geduscht ist dann auch bald Zeit für unser Abendessen, heute stehen drei Gänge auf der Karte: Gefüllte Weinblätter, Gemüsetopf mit Kidneybohnen und Olivenbrot sowie den einen oder anderen Keks zum Nachtisch. Bei herrlichem Abendlicht sitzen wir noch eine Weile vor dem Zelt und trinken Tee, bevor uns die Dunkelheit und der kühle Wind in den Schlafsack treiben.Les mer
Vor den Toren Xanthis
5. september 2021, Hellas ⋅ ☁️ 26 °C
Es hat sich gestern schon angedeutet, heute früh bestätigt es sich: Heikos Hinterrad ist schon wieder platt. Etwas übermüdet nach der lauten Nacht (die Hochzeitsparty war auch um vier Uhr morgens noch nicht beendet...) frühstücken wir aber erst in Ruhe, bevor Heiko sich abermals an die Reparatur macht. Gegen halb zehn sind schließlich die Räder beladen und wir machen uns auf den Weg. Nach 20km erreichen wir die Küstenstadt Kavala, wo wir das erste Mal ein Schild entdecken, welches den Weg nach Konstantinopel/ Istanbul weist. An dieser Stelle am Hafen haben wir auch einen schönen Blick auf die Anhöhe der Landzunge Panagia, auf der die Akropolis-Festung, das Wahrzeichen der Stadt Kavala, thront. Wir stellen unsere Räder ab, machen diverse Bilder und füllen an der öffentlichen Wasserstelle unsere Trinkflaschen. Auf der Weiterfahrt durchqueren wir mit dem im 16. Jahrhundert von den Osmanen erbauten Kamares-Aqädukt mit seinen 60 Bögen eine weitere Sehenswürdigkeit der Stadt. Als Kavala hinter uns liegt, geht es unspektakulär weiter. Wir fahren viele Kilometer entlang einer schnurgeraden Straße, zu sehen bekommen wir hauptsächlich Industrieanlagen und Olivenhaine. Den Schatten eines Olivenbäumchens nutzen wir auch mal wieder für unsere Mittagspause, mit unseren geschätzten Spanakopita sowie Bougatsa hatten wir uns bereits eingedeckt. Auch den Rest des Tages fühlt es sich so an, als würden wir nur geradeaus fahren, allerdings wird die Landschaft rechts und links der Straße reizvoller. Vor einer Kulisse aus Bergen, Fluss, Feldern und Wiesen und begleitet von kräftigem Gegenwind radeln wir dem Abend entgegen. Nicht ganz so einfach gestaltet sich heute die Suche nach einen Schlafplatz. Während Heiko gerade in einem Feldweg verschwunden ist und nach einem geeigneten Platz Ausschau hält, bekommt Claudia Gesellschaft von einem älteren Bauern, der sogar einige Worte deutsch spricht. Er schenkt uns drei große, leckere Feigen und will uns klar machen, dass wir unbedingt in den wenige Kilometer entfernten Ort Xanthi fahren sollen, um dort ein Zimmer für die Nacht zu nehmen. Er begleitet uns sogar noch mit seinem Moped, damit er uns den Weg weisen kann und bittet eine fließend deutsch sprechende Griechin aus dem Ort noch, seine Wegbeschreibung für uns zu übersetzen. Wir schaffen es leider nicht, ihm klar zu machen, dass wir weder nach Xanthi noch in ein Zimmer wollen, sondern lediglich ein Stück Wiese für unser Zelt suchen. Entsprechend schaut er sehr verdutzt und ungläubig, als er mit seinem Moped vorfährt und uns nach links lotsen will, wir aber freundlich wirkend nach rechts abbiegen. Kurz darauf entdeckt Heiko dann auch tatsächlich ein Plätzchen an einem Feldrand, dass von der Straße nicht einsehbar ist. Als erstes widmen wir uns unserem Hunger, Heiko köchelt wieder ein leckeres Gericht aus frischem Gemüse, dazu knabbern wir Olivenbrot. Pünktlich zum Sonnenuntergang bauen wir unser Zelt auf und besonders Heiko freut sich auf eine Nacht ohne Campingplatzbeschallung.Les mer
Hochzeit auf dem Campingplatz
4. september 2021, Hellas ⋅ ⛅ 22 °C
Wir genießen wir den letzten Teil des schönen Küstenweges, bevor wir zurück auf der Hauptstraße das Tempo anziehen. Ohne weitere Vorkomnisse absolvieren recht zügig wir die folgenden 20km in Richtung Kavala und erreichen noch vor Einbruch der Dunkelheit den Campingplatz Paradiso in Nea Iraklitsa. Ganz so paradiesisch wie der Name anmutet, ist der Platz jedoch nicht - eine kleines staubiges Fleckchen für Zelte zwischen zwei Sanitärgebäuden wird uns für die Nacht zugewiesen. Unser Abendessen können wir leider auch nicht wie geplant in der Campingplatz-Taverne zu uns nehmen, hier findet am heutigen Tag eine große Hochzeit mit geschlossener Gesellschaft statt. Also spazieren wir in den Ort und essen in einem mittelmäßigen Restaurant am Hafen. Zurück am Campingplatz wird gerade ein Feuerwerk zu Ehren des Brautpaares in Himmel geschossen, die Musik der Veranstaltung wird uns noch in den Schlaf begleiten...Les mer
Küstenbegeisterung
4. september 2021, Hellas ⋅ ⛅ 24 °C
Wir lassen den Tag ruhig angehen und frühstücken verhältnismäßig spät. Die Abfahrt verzögert sich dann leider noch zusätzlich, da Heiko einen Platten an seinem Vorderrad entdeckt. So ist es, als der Schaden behoben ist und wir vom Campingplatz rollen, bereits halb zwölf. Eine ganze Weile radeln wir eine asphaltierte und noch dazu ebene Straße entlang - dieses Phänomen hatten wir bislang kaum und empfinden es als sehr angenehm. Die Halbinsel Chalkidiki liegt nun hinter uns, es geht weiter Richtung Osten. Wir steuern in einem kleinen Ort einen Supermarkt und einen Bäcker an, um uns mit Proviant für die nächste Pause einzudecken. Der griechische Eigentümer des Supermarktes identifiziert schnell unsere Herkunft und beginnt, deutsch mit uns zu sprechen. Es stellt sich heraus, dass er eine deutsche Ehefrau hat und beide gemeinsam vor 16 Jahren von Deutschland nach Griechenland gekommen sind. Kurz sitzen wir mit den beiden zusammen und erfahren u.a., dass die Straße, auf der wir unterwegs sind, bis zum Bau der Autobahn die Haupttrasse für den gesamten Verkehr in die Türkei war. Auch an dieser Stelle verzögert nicht nur die Plauderei unsere Ab- bzw. Weiterfahrt, sondern abermals ein Platten an Heikos Fahrrad - diesmal hinten...! Nach der Reparatur desselben schwingen wir uns in den Sattel und bringen noch einige Kilometer hinter uns, bevor wir an der Küste im Schatten einiger Bäume einen Tee trinken und unsere erworbenen Köstlichkeiten vertilgen. Es folgt ein wunderschöner Küstenabschnitt, den wir auf einer weitestgehend gut befahrbaren Schotterpiste erradeln. Die Kulisse ist grandios und alle Technik in Form von Kamera, GoPro und Drohne wird zum Festhalten der Eindrücke ausgepackt, so dass von zügigem Vorankommen mal wieder nicht die Rede sein kann. Auch ein Verbleiben in dieser reizvollen Gegend wäre gut vorstellbar, leider verfügen wir jedoch nicht über ausreichend Wasserreserven für eine "Wildübernachtung".Les mer

HALKE ZEPF
das können wir gut verstehen, dass ihr dort bleiben wolltet. Die Küstenbilder erinnern uns an Portugal. Weiterhin gute Reise ohne P
Camping Asprovalta
3. september 2021, Hellas ⋅ ☀️ 25 °C
Heiko hält es mal wieder nicht im Zelt und so entstehen bereits mit dem Aufgang der Sonne die ersten Fotos am Strand. Als auch Claudia den Weg aus dem Schlafsack gefunden hat, gibt es Frühstück und gegen halb zehn ist unser Lager geräumt. Wieder im Fahrradsattel erwartet uns nach einem kurzen Abschnitt entlang der Hauptstraße ein Weg der eher abenteuerlichen Art. Zunächst ist lediglich der Untergrund aus grobem Schotter beschwerlich, aber diesbezüglich sind wir ja inzwischen geübt. Wir treffen noch zwei sehr hübsche Pferde, bevor wir beim Anblick des sich uns bietenden Verlaufs des weiteren Weges ratlos vom Rad steigen und fast kapitulieren. Ein großer Stock dient dazu, einen halbwegs gangbaren Weg durch dichtes Dornengestrüpp zu bahnen, um dann unsere Räder über Stock und Stein sowie unter Inkaufnahme der einen oder anderen Schramme zur Straße zu schieben. Weiter geht es auf der asphaltierten Hauptstraße, es steht ein Anstieg auf 290m an. Zu unserer Rechten können wir stets tolle Ausblicke auf Meer und Küste genießen und so rollen wir langsam aber sicher zum höchsten Punkt. Die für diesen Zeitpunkt geplante Pause gestaltet sich zwar sehr lecker, aber auch unerwartet kurz. Uns wehen ziemlich unangenehme Gerüche um die Nase, so dass es uns zügig nach Verzehr unserer Köstlichkeiten wieder auf die Räder zieht. Es folgt eine herrliche, lange Abfahrt, die fast bis zu zu unserem heutigen Zielort führt. An der quirligen Küstenpromenade angekommen müssen wir jedoch ein weiteres Mal feststellen, dass der auf der Karte verzeichnete Campingplatz nicht existiert. So verschnaufen wir hier nur kurz bei einer kalten Cola und steuern den nächsten Campingplatz an. Nach sechs Kilometern ist das Ziel erreicht und zu unserer Freude nimmt man uns auch auf. Das weitere Procedere ist inzwischen schon fast zur Routine geworden Einchecken, Zeltaufbau, Bad im Meer (heute mal mit ordentlichen Wellen), Dusche. Abendessen. Letzteres kommt heute mal nicht aus der Büchse, sondern Heiko bereitet eine leckere Mahlzeit aus frischem Gemüse und Thunfisch zu, die wir auf einer Bank mit Meerblick genießen. Die erste Kniffelrunde dieser Reise gewinnt Claudia, dies stört Heiko aber bei weitem nicht so sehr wie der Lärm aus Musik und Hundegebell, der bis in die Nacht über den Campingplatz schallt...Les mer

HALKE ZEPFWenn wir noch jung wären rüden wir so etwS auch machen. Jetzt aber planen wir eine Tour nach Schilksee. Wir. müssen auch zurück, da nur Schienennetz eingerichtet ist
Ierissos Beach
2. september 2021, Hellas ⋅ ☀️ 26 °C
Auch der weitere Streckenverlauf nach unserer Mittagspause enttäuscht uns nicht. Er hält zwar einige Anstrengungen angesichts diverser Höhenmeter und teilweise ziemlich steilen Anstiegen bereit, das tut aber dem Genuss keinen Abbruch. Die spektakulären Aussichten, u.a. auf den Berg Athos auf dem gleichnamigen östlichen Finger von Chalkidiki, und die anschließende Abfahrt entschädigen für den schweißtreibenden Aufstieg. In einem kleinen Dorf genehmigen wir uns als einzige Gäste eines Restaurants eine eiskalte Cola, bevor die letzten 10 Kilometer des Tages in Angriff genommen werden. Noch einmal gilt, es 150hm zu überwinden, danach rollen wir fast nur noch abwärts bis zum Zielort Ierissos. Wir checken auf dem direkt am Strand gelegenen Campinplatz ein und finden uns bald nach dem Zeltaufbau im Meer wieder. Interessanterweise ist das Wasser hier deutlich kälter als bei bei unserem letzten Bad, warum auch immer. Die anschließende warme Mahlzeit haben wir uns heute nach ca. 850 erklommenen Höhenmetern wahrlich verdient und bei anständigem Hunger wird auch "Dosenfutter" zur Delikatesse...Les mer
Panorama-Pause
2. september 2021, Hellas ⋅ ☀️ 26 °C
Heute fällt der Startschuss um 10 Uhr, zunächst geht es auf demselben Weg hinauf, den wir gestern Richtung Campinplatz hinuntergerollt sind. Schon bald können wir erfreut feststellen, dass wir heute auf der landschaftlich schönsten Etappe unserer noch jungen Reise unterwegs sind. Leuchtend grüne Bäume vor blau-glitzerndem Meerespanorama, wunderschöne kleine Buchten und felsige Küstenabschnitte, und das ganze auf einer verkehrsarmen, asphaltierten und somit perfekt befahrbaren Straße, herrlich! Dafür nimmt man die notwendigerweise zu überwindenden Höhenmeter gern in Kauf. An einem netten Pausenplatz mit wunderbarem Panorama-Blick legen wir gegen Mittag eine Rast. Heiko schickt seine Drohne zum Rundflug über das Meer und wir verspeisen Köstlichkeiten in Form von Spanakopita und Bougatsa, mit denen wir uns am Morgen im Mini-Markt des Campingplatzes eingedeckt hatten. So darf der Tag gerne weitergehen.Les mer
Camping Rea
1. september 2021, Hellas ⋅ 🌙 24 °C
Um kurz nach neun verlassen wir den Campingplatz und hoffen für heute auf einen "fahrbareren" Untergrund. Tatsächlich rollen wir die ersten Kilometer auf Asphalt und so haben wir mittags bereits mehr Strecke zurückgelegt als am gestrigen Tag. Im Schatten eines kleinen Olivenbäumchens lassen wir uns zur Pause nieder und genießen frisches Obst mit Joghurt sowie den Blick auf Meer, Palmen und Berge am Horizont. Der Rest der Etappe lässt sich als durchwachsen beschreiben. Kurze, sehr schöne Abschnitte wechseln sich ab mit Schotterpisten durch seltsame Gegenden und auch ziemlich stark befahrener Hauptstraße. Über den Bergen ziehen zwischendurch finstere Wolken auf. Obwohl wir den Donner des Gewitters deutlich hören und den Regen in der Ferne erahnen können, bleiben wir aber glücklicherweise verschont. Als wir uns unserem für heute angepeilten Zielgebiet nähern, sind die Wolken schon wieder im Begriff, sich in Wohlgefallen aufzulösen. Wir erreichen die touristisch geprägte Küste, an der wir einen Campingplatz ansteuern wollen, auch liebäugeln wir mit einem leckeren Tavernenessen. Dieser Plan geht jedoch nicht auf, die Campingplätze, die wir passieren, sind entweder geschlossen oder gar nicht mehr vorhanden. Also müssen wir uns vom Ort Nikiti an der Westseite des mittleren "Fingers" Sithonia in der Region Chalkidiki auf die östliche Seite desselben begeben, wo der nächste Campingplatz verzeichnet ist. Sicherheitshalber stellt Heiko telefonisch sicher, dass dieser Platz auch existiert, geöffnet ist und Kapazität für uns hat. Gegen 20 Uhr erreichen wir nach heutigen 83 geradelden Kilometern schließlich unser Ziel, wo unser Zelt an einer kleinen Bucht zum Stehen kommt, in der unzählige kleine Boote vor Anker liegen und im Abendlicht auf dem Wasser schaukeln. Auch auf eine warme Mahlzeit müssen wir nicht verzichten, auf der Terrasse des Campingplatz-Restaurants, die wir mit einigen Gästen und sehr vielen ausgesprochen niedlichen Katzen teilen, genießen wir griechische Küche und abschließend einen Teller 🍉, sehr lecker!!!Les mer

HALKE ZEPF
oh je, wir sind heute 55 km geradelt und ihr habt über 80 km geschafft! tolle Leistung!
Ageas-Camping
31. august 2021, Hellas ⋅ 🌙 26 °C
Die OP ist gelungen, das Fahrrad lebt und Heiko hat wieder mehr als einen Gang zur Verfügung! So können wir also gegen 13 Uhr auf die bepackten Räder steigen und in die diesjährige erste Etappe starten. Wir verlassen Thessaloniki, erhaschen einen letzten Blick auf die Landebahnen des Flughafens und freuen uns, nun unterwegs zu sein. Bei Temperaturen um die 30 Grad erwarten uns heute interessante und bisweilen recht herausfordernde Wegführungen. Schotter in verschiedenen Ausprägungen sowie Abschnitte durch weichen Sand sorgen nicht immer für pure Radelfreude, die gleichzeitig zu bewältigenden Steigungen machen das Unterfangen nicht leichter. Und so kommen wir nur seeehr langsam voran, unser abendlicher Tachostand zeigt entsprechend magere 32km. Wir checken auf dem an der Küste gelegenen Campingplatz Ageas ein und schlagen unser Lager auf, bevor wir uns anschließend ein erstes Bad im Meer gönnen. Die Wassertemperatur erinnert stark an Badewanne, Erfrischung geht anders, herrlich ist trotzdem...! Es ist bereits dunkel, als wir unseren abendlichen Salat verspeisen und zum Abschluss des Tages noch einen kurzen Spaziergang zum nahegelegenen Hafen unternehmen.Les mer

























































































































































































Reisende
Auf dem waren wir auch vor etlichen Jahren