• Inge Hohmeier

Von Afrika nach Europa

Pengembaraan 365hari oleh Inge Baca lagi
  • Great Zimbabwe Ruins

    6 Oktober 2022, Zimbabwe ⋅ ☀️ 34 °C

    Landschaftlich - wie schon erwähnt- ist Zimbabwe äußerst vielfältig: Feucht und grün in den Bergen der Eastern Highlands, tropisch heiß am Sambezi und dazwischen Savannenebene, unterbrochen von großen, malerischen Felsblöcken.
    Scheinbar schwerelos aufeinandergestapelte Gesteinsformationen aus Granit erheben sich links und rechts aus einer grünen Landschaft von Mopane- und Akazienbäumen und Miombowald.
    Durch diese Gegend fahren wir jetzt.
    Hier, südöstlich der Kleinstadt Masvingo liegt die nach den Pyramiden in Ägypten wohl interessanteste archäologische Stätte Afrikas: die circa 900 Jahre alten Ruinen von Great Zimbabwe, unser nächstes Ziel.
    Die Great Zimbabwe Ruins beanspruchen für sich, die größten und ältesten vorkolonialen Steinbauten Afrikas südlich der Sahara zu sein.
    Die Bauarbeiten begannen im 11. Jahrhundert und wurden bis zum 15. Jahrhundert fortgesetzt.
    Es gibt deutliche Hinweise, aber keinen zweifelsfreien Beweis dafür, dass die Erbauer und Bewohner der Stadt Vorfahren der heutigen Shona waren, jenes Bantuvolkes, das etwa achtzig Prozent der Bevölkerung der jetzigen Republik Simbabwe stellt.
    Da diese Kultur keine Schrift entwickelte, fehlt es allerdings an letzten Beweisen.
    Die Ruinen von Great Zimbabwe umfassen ein Areal von ca. 7,5 qkm, welches in drei Bereiche gegliedert ist:
    Auf dem Hügel thront als ältester und imposantester Teil der Anlage die Bergruine, die vermutlich einst den Königssitz und das geistige Zentrum darstellte.
    Zu ihren Füßen wurde etwas später die Great Enclosure, eine kreisförmige große Einfriedung erbaut.
    Auch dieser Bau war keine Festung oder Verteidigungsanlage, sondern diente den vielen königlichen Frauen als Wohnstätte.
    An diesen Ringbau schließen sich
    die weit verteilten Talruinen an, in denen die Privilegierten lebten.
    Das einfache Volk indes hauste am Fuße von allem in verfallenen Wohnhütten.

    Great Zimbabwe war einst das Machtzentrum des Königreiches der Shona.
    Auf dem Höhepunkt ihrer Herrschaft kontrollierte dieses Volk den gesamten Gold- und Elfenbeinhandel.
    Doch warum wurde gerade hier ein solches Machtzentrum erbaut? Wie viele Menschen lebten dort? Welche Funktionen hatten die Gebäude?
    Leider wurde von frühen Abenteurern, Hobbyarchäologen und Plünderern so viel zerstört, dass all diese Fragen nicht mehr verlässlich geklärt werden könnten.

    Heute am Morgen liegt eine ganz eigene, mystische Stimmung über dem Gelände und versetzt uns auf eine Reise in die Vergangenheit.
    Die nachgebaute Lehmhüttensiedlung in der Ebene lässt uns in deren Geschichte eintauchen und etwas von dem Leben dieser Menschen erahnen.
    Beim Anblick des konischen Turmes im Great Enclosure, drängt sich einem die Frage auf, was wohl der Zweck dieses
    extravaganten Bauwerkes gewesen ist. Nachweislich diente er weder als Verteidigung- noch Aussichtsturm.
    Das 20 Meter hohe Gebäude weist an der Basis einen Durchmesser von 5 Metern auf, die sich nach oben auf 2 Meter verjüngen.
    Einige Forscher mutmaßen, seine einzige Funktion lag darin, die Macht und den Wohlstand des Königs auszudrücken.
    Die Gebäude wurden in Trockenbauweise
    errichtet, mit kunstvollen Steinmustern verziert, wobei die massiven vorhanden Granitfelsen geschickt in die Architektur integriert wurden.
    Will man das gesamte Areal und die wunderbare Landschaft rundherum von oben bestaunen,
    muss man den 80 Meter hohen Hügel erklimmen.
    Etwa 15 Minuten
    dauert der kleine Aufstieg, die brennende Sonne macht das Ganze ein wenig anstrengend und beschwerlich.
    Der Weg führt teilweise durch schmale "Treppenhäuser“, zum Königssitz in den Bergruinen, der “Akropolis”.
    Die Zugänge wurden deshalb so eng gebaut, um Angreifer so besser separieren und überwältigen zu können.
    Oben angekommen genießen wir den tollen Rundum - Blick über das umliegende Gelände mit den unzähligen Ruinen.
    15000 Tonnen Stein und mehr als
    1 Millionen Granitblöcke wurden zur Errichtung dieses gigantischen Bauwerkes benötigt.
    Ein wahres Meisterwerk, bei dem man sich fragt, wie so etwas mit den
    einfachen Mitteln und Werkzeugen von damals möglich war und wie viele Jahre körperlicher Schwerstarbeit zu seiner Vollendung nötig waren.

    Der Name Simbabwe, so werden wir vom Parkguide aufgeklärt,
    stammt aus der Sprache der Shona. Man vermutet eine Zusammensetzung aus: „dzimba dza mabwe“, was etwa so viel bedeutet wie „ große Steinhäuser“ oder " Gräber von Häuptlingen ".
    Die Portugiesen, die als erste Europäer von den Steinbauten erfuhren, nannten sie in ihren Dokumenten „zimbaoe“.
    In den letzten Jahrzehnten generalisierte man die Bezeichnung und übertrug sie bei der Gründung der Republik 1980 auf das gesamte Land: Simbabwe.
    Wegen ihrer großen historischen Vergangenheit und der architektonischen Besonderheiten wurden die Ruinen von Groß-Simbabwe
    1986 von der UNESCO
    auf die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.
    Seit 1981 sind sie im Staatswappen Simbabwes abgebildet.

    Kleine Anekdote am Rande:
    Das Preisniveau in Simbabwe ist relativ hoch für das Gebotene, sowohl bei den Unterkünften, beim Sprit als auch beim Einkaufen und beim Essen.
    Für ein kleines Bier im Restaurant legst du locker 4 US Dollar auf den Tisch und die Speisen sind auch nicht gerade billig.
    Lebensmittel im Supermarkt sind irrwitzig überpreist, und am besten versorgt man sich an den zahlreichen Gemüseständen am Straßenrand. Als Wechselgeld bekommt man zwar keine Dollar, aber gerne mal ein Bonbon oder etwas mehr Obst. 🤣
    Als teuer stellt sich auch noch etwas Anderes heraus: Wäsche waschen.
    In der Lodge bei unserem Campingplatz frage ich nach einer Waschmaschine.
    Ja, kein Problem. Sie haben eine, und wir können die Wäsche in der Laundry abgeben.
    Gott sei Dank fragen wir nach dem Preis, bevor wir unsere inzwischen wieder prall gefüllten Säcke herschleppen.
    " Wir berechnen pro Stück ", erklärt mir die Dame an der Rezeption. Ah, ok. Das System kannten wir bisher noch nicht.
    Ein T Shirt kostet 1 US Dollar, und für eine Unterhose will sie 2 Dollar haben. Mit Mühe unterdrücke ich einen Schrei. WHAT???
    2 Dollar???
    Was, um Himmels willen, denkt die, in welchem Zustand sich unsere Unterhosen befinden? Oder beruhen die Preise vielleicht auf ( schlechten) Erfahrungswerten.
    Wir verzichten auf jeden Fall dankend auf das Angebot und waschen unsere Wäsche wieder einmal auf der Hand......auch, oder vor allem, die Unterhosen.
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  • Afrika ist nichts für Sissies

    8 Oktober 2022, Zimbabwe ⋅ ☀️ 33 °C

    Afrika ist nichts für Sissies.
    Das hat mein Schwager Kai vor ein paar Tagen geäußert.
    In Afrika ist alles ganz anders als in Europa .
    WIRKLICH ALLES.
    Es fängt an mit den Straßen, worüber ich ja schon mehrfach geschrieben habe.
    Es gibt auf jeden Fall gut ausgebaute, tolle Straßen.
    Aber es gibt auch die, wo ich bezweifle, dass unser Auto sie auf Dauer ohne bleibende Schäden wegsteckt.
    Das Essen ist anders, viel fleischlastiger als zu Hause. Deswegen freue ich mich immer wie ein König, wenn wir einfach mal nur Spaghetti mit Pesto oder alio olio essen.
    Getränke sind fast immer süß. Es gibt so gut wie nie Mineralwasser mit Kohlensäure, jenem Getränk, mit dem ich zu Hause fast ausschließlich meinen Durst lösche.
    Von den zig Kriech-, Flug- und Krabbeltieren habe ich auch schon berichtet und will euch nicht noch einmal damit auf den Wecker gehen.
    Nur ein kleiner Nachtrag: Karola hatte kürzlich an mehreren Tagen hintereinander Kakerlaken im Auto. Sie war natürlich nicht begeistert, hat aber auch kein großes Theater deswegen veranstaltet.
    Heute Nacht ist in der Nähe von unserem Auto ein Hund entweder tot geschlagen oder von anderen Tieren tot gebissen worden. Ich habe das furchtbare Spektakel Gott sei Dank verschlafen, doch nur allein der Gedanke daran ist nahezu unerträglich für mich.
    In den Städten herrschen andere Verkehrsregeln als bei uns. Ich weiß nicht genau, ob es überhaupt welche gibt. Auf jeden Fall wird gehupt, was das Zeug hält. Einer lauter und länger als der andere. Von vorne, von hinten, von der Seite, eigentlich von überall.
    Kann man die Stadt endlich .... hoffentlich unfallfrei ... verlassen , muss man versuchen, erst einmal wieder herunter zu fahren.
    Der Adrenalinspiegel ist auf ein weit über normales Maß angestiegen.
    Obwohl der US Dollar das einzig offizielle Zahlungsmittel in Simbabwe ist, kann man die Währung an keinem Automaten ziehen. Wir waren eben in einer Bank. Dank Karola haben wir uns an der hundert Meter langen Schlange vorbei gemogelt. Sonst hätten wir für eine Auskunft, dass wir hier keine Dollars kriegen, bestimmt 2 Stunden gewartet.
    An den Tankstellen und manchen Campgrounds akzeptieren sie keine Visa Karte. Nur Cash, vorzugsweise US Dollar. Wo bitte, soll man die herholen, wenn man bei der Bank keine bekommen kann? 😳
    Die meisten Menschen hier sind, wie beschrieben, sehr freundlich und nett.
    Nichtsdestotrotz geht manchmal alles ein wenig langsam voran.
    Gestern haben wir mehr als 2 Stunden gebraucht für den Check In, um auf dem Parkplatz eines Hotels
    zu übernachten. Noch einmal die gleiche Zeit beanspruchte die Bestellung unseres Abendessens. 4 x Hähnchen mit Fritten. Eigentlich kein Hexenwerk.
    2 Stunden haben wir dann nochmal auf dieses Mahl warten müssen.
    Ich könnte noch eine Weile fortfahren, will euch aber, wie gesagt, nicht mit meinen Stories langweilen.
    Trotz allem genieße ich diese Fahrt und empfinde ich sie als großes Geschenk, das alles andere als selbstverständlich und nur ganz wenigen Menschen vergönnt ist.
    Wir erleben wunderbare Dinge und Momente, die ich niemals vergessen und für immer in meinem Herzen behalten werde.
    Ein besonderes Geschenk ist dabei, dass ich dieses Abenteuer mit Viktorchen gemeinsam erleben darf.
    Trotzdem bin ich manchmal wirklich an meinen persönlichen Grenzen angekommen. Dann beiße ich mich durch und weiß und hoffe, dass es auch wieder besser wird.
    Ich finde mich manchmal richtig mutig, denn ich wage mich auf diese Reise, obwohl ich nicht so tough und hart im Nehmen bin wie die anderen.

    Auf jeden Fall betrachte ich mich nicht als Sissi.
    😍
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  • Chinhoyi Caves Recreational Park

    8 Oktober 2022, Zimbabwe ⋅ ☀️ 33 °C

    Die Chinhoyi-Höhlen sind eine Gruppe von Kalkstein- und Dolomithöhlen im Norden von Zentral-Simbabwe.
    1955 wurden sie zum Nationalpark und Nationaldekmal erklärt und von der Zimbabwe Parks & Wildlife Management Authority verwaltet.
    Die Hauptattraktion der Höhlenwelt ist der sogenannte „Sleeping Pool“.
    Er hat eine konstante Temperatur von 22 Grad, so dass Geologen davon ausgehen, dass er nur ein kleiner Teil eines unterirdischen Wasserreservoirs ist.
    Je nach Niederschlag differiert die Tiefe des Sleeping Pools zwischen 80 und 90 Metern.

    Über einen natürlichen Tunnel führt der teilweise recht enge und dunkle Weg zu dem unterirdischen See.
    Wir trauen unseren Augen nicht, welch unbeschreiblicher Anblick uns am Ende erwartet:
    Durch den besonderen Einfall des Lichtes, die Tiefe des Sees und den felsigen Untergrund strahlt das Wasser in einem unvorstellbar tiefen kobaltblau, es ist fast unwirklich schön.
    Die Einzigartigkeit und entspannende, tiefe Ruhe die dieser Ort ausstrahlt, wird ein wenig gestört durch eine Gruppe, die mehr an Selfie Fotografien als an dem außergewöhnlichen Platz interessiert ist.

    Doch wie kamen die Höhlen zu ihrem Namen?
    Vor langer Zeit dienten diese Caves den Bewohnern der Gegend als Vorratsspeicher. Einige gefundene Tongefäße datieren Experten bereits auf 300 n. Chr.
    Um das Jahr 1830 soll der nomadisierende Anguni-Stamm bei einem seiner Streifzüge durch die Gegend die eigentlichen Bewohner überrascht und in den See gestürzt haben. Der Tragödie zufolge erhielt er den Shona-Namen Chirorodziva , was so viel wie „See der Gefallenen“ bedeutet.
    Später wurde der ursprüngliche Name in
    Chinhoyi Caves umbenannt
    nach einem berühmten Häuptling der Shona.

    Am nächsten Tag machen wir uns auf zu unserem nächsten Ziel: Mana Pools Nationalpark.
    Die Fahrt dorthin gleicht ein wenig einem Himmelfahrtskommando: Eigentlich ist die Straße nur zweispurig. Doch das interessiert keinen. Es wird überholt, was das Zeug hält, von beiden Seiten.
    Leider kann man dem entgegen kommenden Verkehr nicht wirklich ausweichen, weil man dann auf den unasphaltierten Teil der Straße rutscht, der mindestens 15 cm tiefer liegt. Passiert das, gerät man leicht ins Schleudern und verliert die Kontrolle über das Auto.
    Als wir an der Zufahrt zum Parkeingang ankommen, atmen wir erleichtert auf. Doch nicht für lange, denn es erwartet uns Wellblechpiste übelster Art.
    Ich weiß nicht, welches die schlimmere Option ist.
    So sind wir total erschöpft und heilfroh, endlich um 16 Uhr beim Camp anzukommen.
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  • Mana Pools Nationalpark

    10 Oktober 2022, Zimbabwe ⋅ ☀️ 37 °C

    Der 2200 Quadratkilometer große Mana Pools Nationalpark im Norden
    Simbabwes ist DAS Highlight für jeden, der die Natur des Landes in ihrer ganzen Wildheit und Abgeschiedenheit erleben will.
    Es ist eines der noch unberührtesten und abgelegensten Wildschutzgebiete der Welt.
    Der Gedanke an den Park ruft Bilder vom Mighty Sambesi, von Elefantenherden und Löwen, von Wildnis und Ursprünglichkeit hervor.
    Ihre Einzigartigkeit hat auch diese Gegend 1984 zum UNESCO-Weltnaturerbe gemacht.
    In der Sprache der Shona bedeutet
    das Wort „Mana“ die Zahl
    " Vier " und steht für die vier, mit Wasser des Sambesi gefüllten großen Becken.
    In der Trockenzeit zwischen Mai und Oktober sind diese Tümpel die einzige Wasserquelle im weiten Umkreis, von der unzählige Tiere - große wie kleine - angelockt werden
    Bei unserem Besuch sind allerdings 3 Wasserlöcher fast komplett ausgetrocknet, nur am „Long Pool“, dem größten der durch den Fluss geformten
    Altwasserseen, können wir unzählige Hippos, Büffel, Krokodile und große Elefantenherden beobachten.
    An den Uferterrassen suchen Wasserböcke, Affen, Zebras, Elenantilopen und Impalas nach Nahrung.
    Löwen, Geparden und Leoparden halten sich überwiegend in den Dickichten auf, weshalb man sie nur äußerst selten zu Gesicht bekommt.
    Große Leberwurstbäume und Akazien säumen das Flussufer, riesige Baobab-Bäume ragen in den Himmel.
    Unser Campsite liegt direkt am Ufer des Mighty Sambesi.
    Was für ein Anblick, was für ein gigantischer Fluss mit großen Sandbänken, raschelndem Schilfbewuchs und den Sambischen Bergen im Hintergrund.
    Keine 5 Meter vom Wasser entfernt schlagen wir unser Lager auf.
    Man merkt gleich, dass dies kein normaler Campingplatz ist. Es gibt keinerlei Zäune im Park, und so laufen die Tiere kreuz und quer durch unser Camp.
    Auch die Geräusche, die wir wahrnehmen, sind anders als die bisher gehörten.
    Klar, wir kennen das eigentlich schon von früheren Urlauben in Afrika, und Kai und Karola sind erst recht damit vertraut.
    Doch man muss sich jedes Mal wieder von Neuem daran gewöhnen.
    Kaum haben wir das Auto verlassen, grunzt, rülpst, krächzt, brummt, röhrt und stöhnt es überall.
    Zunächst habe ich Kai in Verdacht, komische Töne von sich zu geben. 🤣
    Doch er ist diesmal unschuldig.
    Die seltsamen Laute kommen vom Wasser her. Es sind Hippos,
    die die meiste Zeit unter der Wasseroberfläche, für uns unsichtbar, flussabwärts treiben. Ab und zu tauchen sie auf und geben diese merkwürdigen Geräusche.....wie Pupsen in einem Riesentunnel... von sich.

    Als wir unser Abendessen vorbereiten, will Karola noch schnell duschen, bevor es dunkel ist.
    Während ich im Camper stehe und im Topf herumrühre, macht sich jemand von außen an unserem Fenster zu schaffen.
    Karola??? Nee, das kann nicht Karola sein, die würde bestimmt zur Tür herein kommen.
    Außerdem ist derjenige viel größer und schwärzer als Karola. Ein Arbeiter vielleicht? Dann geht mit einem Mal das Licht aus: Etwas Riesenhaftes schiebt sich vor unser Fenster und wedelt wie wild mit großen, dunklen Tüchern herum, es wird ganz plötzlich ganz dunkel.
    Um Gottes Willen, das sind keine Tücher, das sind OHREN!! Da steht ein ausgewachsener Elefantenbulle vor meinem Küchenfenster und wackelt mit seinen Riesenohren.
    NICHT SCHREIEN!!!
    Ich werfe mich schnell auf den Boden, damit er mich nicht sehen kann, ich will ihn auf keinen Fall aggressiv machen.
    Viktor und Kai sitzen derweil draußen, seelenruhig und grinsend.
    Die größte Angst habe ich, dass der Elefant seine meterlangen Stoßzähne durch das Fliegengitter haut und den Kopf in meine Küche steckt. Ich wage weder zu atmen noch um Hilfe zu rufen.
    Dann endlich, wendet er sich langsam ab und trottet im Zeitlupentempo von dannen.
    Es ist unglaublich, wie leise diese Dickhäuter auf ihren stempelartigen Beinen schleichen können. Wir haben ihn nicht kommen hören.
    Und schließlich erscheint auch Karola. Wir hatten uns schon gewundert, dass sie es so lange in der versifften Dusche aushält.
    Dabei hatte sich die Arme nicht mehr aus dem Waschhäuschen gewagt, weil auch sie den Elefanten gesehen hatte.
    Später hören wir noch Nilpferde durch das Camp streifen. Es knackt und kracht überall, und die schnaubenden und schnaufenden Grunzlaute sind noch Hunderte Meter weit zu hören.
    Als dann auch noch eine Hyäne mit meckerndem Lachen um unser Auto kreist, reicht es mir und ich verabschiede mich für diesen Abend.
    Gott sei Dank verläuft die Nacht erstaunlich ruhig.
    Bei unserem Game Drive durch den Park entdecken wir unzählige Tiere und sehen so Vieles, was wir so schnell nicht vergessen werden und hoffen, dass dieser Park sich seine Ursprünglichkeit noch lange Zeit bewahren kann.
    Allerdings sind wir entsetzt über die horrenden Preise, die wir bezahlen müssen.
    Leider hat es den Anschein, dass die eingenommen Gelder nicht in den Park oder dessen Instandhaltung fließen, sondern in die Taschen von einigen Wenigen, die sich daran maßlos bereichern.
    Die Camps und insbesondere die Sanitärbereiche sind unter jeglicher Kritik. Da wird jeder Toiletten- oder Duschgang zu einer
    Herausforderung der besonderen Art, und man wird gezwungen, Ekel und Abscheu höchsten Grades zu überwinden.
    Die Gründe für diese ignorante Vernachlässigung der Plätze haben wir nicht herausfinden können trotz Nachfrage beim Manager des Camps.
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  • Lake Kariba

    13 Oktober 2022, Zimbabwe ⋅ ☀️ 35 °C

    Der Sambesi ist nach dem Nil, Kongo und Niger mit 2574 Kilometern Fließstrecke der viertlängste Fluss in Afrika und der größte afrikanische Strom, der in den Indischen Ozean fließt.
    Auf seiner langen Reise durchquert er Sambia, Simbabwe, Angola und Mosambik.
    Er schlängelt sich durch Gebirge und Moorlandschaften, Regenwälder und Savannen.
    Zwischen Sambia und Simbabwe sowie zwischen Sambia und Namibia bildet er eine natürliche Grenze, und in Mosambik mündet der Fluss schließlich in einem grosen Delta in den Indischen Ozean.

    Die Kariba-Schlucht ist ein großer natürlicher Canyon, durch den der Sambesi einst floss. 1959 wurde der gewaltige Kariba-Damm aus Doppelbogenbeton fertiggestellt, der den Sambesi aufstaute,
    die Schlucht vollständig füllte und so
    den größten von Menschenhand geschaffenen Stausee der Welt bildete.
    Die imposante Betonmauer der Talsperre ist 128 Meter hoch, 617 Meter lang und 24 Meter breit.
    Mit einer Länge von ca. 290 Kilometern, einer Breite von bis zu 40 Kilometern und einer maximalen Tiefe von 120 Metern hat er das höchste Volumen aller Stauseen, weshalb er oft als Inländischer Ozean bezeichnet wird.
    Die Wasserkraftwerke des Staudammes liefern Strom für den größten Teil von Sambia und Simbabwe
    Einer Vielzahl von Tieren bietet der Karibasee Lebensraum, insbesondere in den Naturschutzgebieten an seinem südlichen Ufer in Simbabwe.
    Auch für Fischer und Angler ist er ein Paradies, denn es gibt hier Tigerfische, Barben, Karpfen, Brasse, Buntbarsche, Wels und den mächtigen Vundu Wels.
    An seinem Ufer leben Nilpferde, Krokodile und Elefanten, deshalb ist der See auf keinen Fall zum Schwimmen geeignet.
    Bei unserer Sundowner Tour auf dem Karibalake schippern wir vorbei an kleinen Buchten, an weitläufiger Savanne mit gelb und grün leuchtenden Gräsern.
    Dann wieder ist das Ufer felsig, gespickt mit rotem Sandstein. Dahinter ragen Berghänge empor, auf denen große Baoab-Bäume wachsen.
    Man kann sich nicht vorstellen, dass dies eine Landschaft im ehemaligen Rhodesien war, die noch unter britischer Kolonialherrschaft für den Stausee überflutet wurde.
    Ganz langsam schwoll der Sambesi damals an, und rund 57.000 Menschen vom Batonga-Stamm mussten ihre Heimat verlassen. An die vielen Wildtiere hatte niemand gedacht. Tausende Nashörner, Affen, Löwen und alle anderen, die nicht schwimmen konnten ertranken jämmerlich oder saßen auf Inseln fest.
    Weltweites Aufsehen erregte zu jener Zeit die Rettungsaktion „Operation Noah“ . Dramatische Szenen spielten sich ab bei den Versuchen, die tonnenschweren Nashörner mit Booten aufs Festland zu befördern.
    Bei der Aktion, die Rupert Fothergill leitete, wurden Tausende Wildtiere aus den steigenden Gewässern vertrieben und größtenteils in den Matusadona-Nationalpark und um den Kariba-See herum verlegt.
    So konnten mehr als 6.000 Elefanten, Antilopen, Nashörner, Löwen, Leoparden, Zebras, Warzenschweine, Vögel und Schlangen gerettet werden.

    Bei unserem Aufenthalt erfahren wir, dass der Kariba-Staudamm sich in einem kritischen Zustand befindet und in naher Zukunft brechen könnte.
    Die Sturzfluten des Abflusskanals haben im Laufe der vergangenen Jahren einen großen Krater in den Felsuntergrund gegraben, wodurch das Fundament des Damms stetig weiter ausgehöhlt wird.
    Ingenieure weltweit befürchten, dass der Damm zerbirst, wenn nicht dringend notwendige Reparaturen durchgeführt werden. Eine Tsunami-artige Flut würde im worst case innerhalb von rund acht Stunden die Grenze zu Mosambik erreichen und dort 800 Kilometer flussabwärts mit dem Cahora Bassa-Damm einen weiteren Damm zerstören. Es ist ein Wettlauf mit der Zeit: Experten geben dem Kariba-Staudamm ohne Reparaturen nur noch drei Jahre, dann könnte die Katastrophe eintreten und
    rund 3,5 Millionen Menschen gefährden – in Sambia, Simbabwe, Malawi und in Mosambik.
    Bleibt nur zu wünschen, dass auch die Regierung den Ernst der Situation realisiert und entsprechend handelt.
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  • Sambia

    17 Oktober 2022, Zimbabwe ⋅ ⛅ 36 °C

    Die Einreise nach Sambia gestaltet sich unproblematischer als befürchtet. Allerdings dauert die ganze Prozedur trotzdem wieder knapp 3 Stunden und kostet uns 95 US Dollar.
    Wir bleiben 2 Tage auf einem schönen Platz am Sambesi, dieses Mal auf sambischer Seite.
    Hier finden wir saubere Toilettenanlagen vor, es gibt sogar ein tolles Schwimmbad.
    Doch schon am übernächsten Tag brechen wir auf Richtung Lusaka, wo wir einiges zu erledigen haben : wir müssen zur deutschen Botschaft, zur malawischen Botschaft und obendrein sind wieder ein paar Reparaturen an den Autos durchzuführen.
    Schade, ich wäre gerne länger geblieben.

    Die Straßen nach Lusaka sind auf wenigen Kilometern gut, ansonsten erschweren uns alte Bekannte das Fahren.
    Riesen Potholes ..... so groß, dass sie teilweise unmöglich zu "umschiffen" sind. Eur müssen hindurch.😱
    Wenn man da mit 60 bis 80 kmh reinbrettert, zerreißt es einem fast das Auto. Ich habe inzwischen einen Griff gefunden, mit dem ich mit beiden Händen meinen Nacken stabilisieren kann. Ansonsten wäre mein Genick wahrscheinlich schon mehrfach gebrochen.
    Und für diese Straße müssen wir roadtax bezahlen, es ist unglaublich!
    Kai 78 USD, wir etwas weniger, weil unser Wagen aus Deutschland ist. Die Begründung haben wir zwar nicht kapiert, aber auch nicht nachgebohrt. Hauptsache, ein paar Dollar gespart.
    Eigentlich müsste man noch Geld rauskriegen für eine Straße in diesem Zustand: Schmerzensgeld!

    Manchmal sieht die Strecke für ein paar Kilometer trügerisch intakt aus.
    So fährt man locker daher und wiegt sich in Sicherheit.
    Die Bandscheiben entspannen sich, ruckeln sich zurecht, werden wieder geschmeidig.
    Da...... rrrrrrummmms, das nächste Loch.
    Wie aus dem Nichts tut sich ein Bombenkrater auf, der nicht zu umfahren ist.
    Da haut es einen mit Karacho rein. Die Zähne schlagen aufeinander, die Wirbel knacken, es ähnelt einem Tritt in die Magengrube, nur von hinten.
    Manchmal treibt es mir tatsächlich die Tränen in die Augen.

    Hatte man vorher gedöst, ist man spätestens jetzt wieder hellwach.
    Das Auto leidet unglücklicherweise genauso sehr wie ich. Am Anfang habe ich jeden neuen Kratzer beweint. Inzwischen ist mein einziger Wunsch, dass der Camper die Reise überlebt. Danach muss er nur noch in Europa fahren, versprochen.
    Die Potholes sind rund, oval, eckig, länglich, verlaufen mal längs, mal quer zur Straße, sie sind flach, tief, grubenmäßig, Kraterähnlich, von weitem sichtbar und wie aus dem Nichts auftauchend. Wir erleben Solitärpotholes, Double, Triples und ganze Holesansammlungen.
    Eins haben sie alle gemeinsam : ICH HASSE SIE AND I AM FED UP WITH THESE BLOODY POTHOLES!!!

    Lusaka.....wir sind angekommen.
    Tausend Eindrücke prasseln gleichzeitig auf uns ein.
    Nach dem Busch in eine große Stadt.
    Der Wechsel ist nicht so leicht zu verkraften. Riesenplakate hängen da haushoch und werben für Küchen aus Granit.
    Es gibt modernste Supermärkte, ein gigantisches Zara, einen
    Prunkpalast von einem Hotel......
    Und keine 100 Meter weiter hausen die Ärmsten der Armen unter einer Brücke.
    Müssen wir an einer roten Ampel stoppen, humpeln Bettler auf einem Bein um das Auto herum und Kinder betteln um Essen.
    Man kann die Eindrücke nicht alle aufnehmen. Es sind zu viele. Man wird stumm, und ich merke, dass ich auf dem sehenden, hörenden, riechenden und auch auf dem emotionalen Kanal, wenn es einen gibt, am Limit bin.
    Solch eine Menge an Reizen auf einmal kann man nicht verarbeiten.
    Heute Morgen habe ich mit Lars in Tokyo telefoniert. Er hat mir geraten: Mama, nimm dir nicht alles so zu Herzen. Du kannst nicht jedem helfen.
    Versuch zu chillen und alles mehr zu genießen.
    Ich werde mir Mühe geben, seinen Rat zu befolgen.
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  • Es läuft nicht rund

    22 Oktober 2022, Zambia ⋅ ⛅ 30 °C

    Nun sind wir seit 5 Tagen in Lusaka, wo ein paar wichtige Dinge zu erledigen sind.
    Von einem Freund von Kai und Karola werden wir sehr herzlich empfangen, dürfen unsere Camper dort parken, die sanitären Anlagen mit benutzen und 2 Partys als Gäste aus Übersee mitfeiern.
    Einen halben Tag verbringen wir in Lusaka auf der deutschen Botschaft, um eine eidesstattliche Erklärung für zu Hause beglaubigen zu lassen.
    Allerdings kommen wir ohne Termin. Den gibt es erst im November, und so lange können wir nicht warten.
    So stellen wir uns einfach mit in die Schlange der Wartenden, bis wir schließlich an der Reihe sind. Nein, wir haben keinen Termin, nur eine persönliche Einladung, behaupte ich frech und zeige eine Mail von der deutschen Botschafterin, in der sie mir mitteilt, dass sie keine eidesstattliche Erklärung beurkunden darf.
    Als die Security Beamtin die Unterschrift sieht - den Rest des Briefes versteht sie glücklicherweise nicht - dürfen wir mit der vermeintlichen Einladung rein in die Botschaft.
    Dort bekommen wir nach fast 2 Stunden Wartezeit plus zwei Stunden Fahrtzeit einen Ersatz für die Beurkundung der eidesstattliche Erklärung, die wir dann für 25 Euro nach Deutschland schicken. Bleibt nur zu hoffen, dass das Straßenverkehrsamt dieses Schreiben akzeptiert, sonst war der ganze Aufwand umsonst.
    Dann geht es weiter zu DHL, wo wir ein Päckchen mit dem Ersatz für den verlorenen Gasadapter in Empfang nehmen wollen.
    Leider ist er noch nicht angekommen, und dummerweise kann an drei verschiedenen Stellen in Lusaka - und die Stadt ist riiiiesig groß - keiner eine Auskunft geben oder im Internet einen Hinweis finden, wann, wo und ob überhaupt das Päckchen irgendwie einmal ankommt. Wird hier etwa noch getrommelt????
    Ich bin völlig genervt und habe die Nase gestrichen voll.
    Um mir etwas Gutes zu tun, erkundige ich mich in einem Hairdresser Shop, ob mir einer die Ponyhaare schneiden kann. Vielleicht bewirkt eine schönere Frisur einen Stimmungswechsel???
    Nein, es kann leider niemand mit der Schere die Haare schneiden?
    Hä??? Ich schiele verstohlen zum Fenster und vergewissere mich, dass ich nicht im falschen Laden gelandet bin. Nein, es ist wirklich ein Friseursalon. Womit, bitte, wird denn hier geschnitten? ✂️
    Da huscht ein Strahlen über das Gesicht der Angestellten: " I can do it with a lazer." Oh, das ist ja Wahnsinn. Wie fortschrittlich.
    Laserhaarschnitte, so was gibt es noch nicht einmal bei uns zu Hause. Sie verschwindet in einem Nebenraum, und ich erwarte, dass sie gleich mit einem großen Lasergerät zurückkommt.
    Sie erscheint ohne großes Gerät, hält nur etwas kleines Silbernes in der Hand.
    " Here is the laser, Madam."
    Mit Mühe kann ich mich auf dem Stuhl halten und nur mit großer Selbstbeherrschung einen Lachanfall unterdrücken: Sie hält eine einfache Rasierklinge in der Hand und meint razor, kann aber, wie die meisten Schwarzen kein " r " aussprechen. Also wird aus dem razor ein laser!!!🤣
    Das Schlimmste aber ist, dass mein Pony wirklich aussieht, als sei er mit einer Rasierklinge bearbeitet worden.🙈
    Ernsthafter als diese Ärgernisse des Alltags sind aber ganz andere Probleme, mit denen wir konfrontiert werden.
    Auf dem Weg hierher hatten wir schon von Holländern gehört, dass im Iran große Unruhen herrschen, ( ihr seid bestimmt besser darüber informiert als wir), so dass die deutsche Botschaft dringend von einem Besuch des Landes abrät.
    Den Iran zu durchqueren war aber unser Plan.
    Alternativ könnten wir über Saudi-Arabien und Jordanien nach Israel reisen und dann über das Mittelmeer in die Türkei oder nach Griechenland.
    Ohne Verschiffung wäre eine andere Route über Äthiopien, den Sudan und Saudi-Arabien möglich. Aber hier sind die politischen Verhältnisse unsicher und niemand weiß, wie sich die Situation in den Ländern weiter entwickelt.
    Als sei das noch nicht genug, erreicht uns eine neue Hiobsbotschaft, dass in Äthiopien unser Carnet de Passage seit kurzem nicht mehr akzeptiert wird. Man muss statt dessen eine Bürgschaft im Wert des Fahrzeuges hinterlegen : in US Dollar und in bar! Klar, die haben wir doch mal locker in der Portokasse😳
    Alle Ausweichmöglichkeiten sind neu für uns, anders als ursprünglich von langer Hand geplant und müssen nun durchdacht und geprüft werden. Wir hatten uns auf eine komplett andere Route vorbereitet und eingestellt.
    Hinzu kommt, dass uns von anderen Overlandern mitgeteilt wurde, dass in Uganda, einem unserer nächsten Reiseländer, Ebola ausgebrochen ist.
    Wenn alles schief läuft, müssen wir zurück nach Südafrika und von dort wieder nach Hause verschiffen. Das wäre wirklich schrecklich!
    Doch zunächst einmal möchten wir noch Malawi, Tansania, Kenia und Ruanda bereisen.
    Und dann will ich Weihnachten ja auch noch nach Hause, was ebenfalls geplant, organisiert und mit dem Rest der Gruppe getimed werden muss.
    Wir müssen abwarten, beobachten und dann entscheiden, wie es weitergeht mit unserem Abenteuer .
    Doch nicht zu wissen, was kommen wird und wohin der Weg uns führt - das zu akzeptieren, gehört nicht gerade zu meinen Stärken.
    Also, bitte: Keep your fingers crossed for us 🤞!!!
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  • Weiter geht's

    23 Oktober 2022, Zambia ⋅ ⛅ 32 °C

    Heute Nachmittag soll es weiter gehen.
    Die letzten drei Tage auf dem Lukasa Campingplatz in Lusaka waren wunderschön, und die Akkus sind wieder ein wenig aufgeladen.👍
    Der Gastank ist ebenfalls gefüllt, was echt schwierig war. Aber mit der Hilfe eines Arbeiters beim 4. Gashändler, den wir in Lusaka bei fürchterlichen Verkehrsverhältnissen angesteuert haben, und dem Adapter eines Schweizers ist die Flasche jetzt wieder voll.
    Das Päckchen mit dem bestellten Adapter aus Deutschland haben wir inzwischen abgeschrieben.
    Morgen ist in Sambia Independance Day, d.h. vor Dienstag läuft hier nichts mehr.
    Doch so lange wollen und können wir nicht warten. Es geht weiter nach Malawi, wo wir ab dem 23. Oktober ein gültiges Visum haben.
    Also verlassen wir dieses kleine Paradies bei Harry schweren Herzens. Wir haben hier unglaublich nette und beeindruckende Menschen kennengelernt. Die Gespräche mit ihnen haben mir gut getan und mich ein wenig aus dem Loch herausgeholt, in das ich zuletzt abgerutscht war.
    Ich fand Gehör für meine Sorgen und Ängste und fühlte mich verstanden, weil diese Leute genauso empfinden wie ich.
    Man ist sich einig, dass dieses große Abenteuer ein Riesengeschenk für jeden von uns und alles andere als selbstverständlich ist.
    Aber man ist sich auch einig darüber, dass so mancher Augenblick ein Kampf und eine enorme Herausforderung für die Psyche wie auch die Physis ist.
    Aufgebaut und voll neuer Energie fahre ich dankbar weiter. Jojo, Nadja, Urs und Ursula, wir sehen uns bestimmt nochmal im Laufe unserer und eurer Reise.
    Bis dahin macht' s gut und passt auf euch auf. ❤️
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  • Malawi, wir kommen

    25 Oktober 2022, Malawi ⋅ ⛅ 31 °C

    Am 25. Oktober fahren wir weiter nach Chipata. Die Stadt ist keinesfalls ein Highlight Sambias, sondern schlicht und einfach die letzte größere Ortschaft vor der Grenze zu Malawi. Wir kaufen noch ein paar Lebensmittel, Wasser und andere Dinge und tanken unsere Autos komplett voll. Diesel soll in Malawi teurer und - viel wichtiger - aktuell schwer erhältlich sein.
    An der Grenze angekommen, warten
    Hunderte Lastwagen, noch mehr Schlepper und noch viel mehr Geldwechsler vor dem uralten Gebäude auf sambischer Seite. Trotzdem, das Ausstempeln unserer Pässe und des Carnet de Passage klappt wider Erwarten schnell. Anschließend geht's weiter zum Gebäude der Immigration nach Malawi.
    Wir können sofort zum Schalter, wo wir unsere Pässe und unser e-Visum abgeben. Das haben wir alles vorbereitet, wir sind also optimal gerüstet 😎.
    Im Vergleich zu anderen Grenzen - ihr erinnert euch sicherlich - läuft es für afrikanische Verhältnisse echt gut.
    Zur Kasse gebeten werden wir allerdings auch hier, um diverse, für uns nicht nachvollziehbare, Beträge abzudrücken.😱. Das alles nervt uns zwar massiv, aber wir lassen uns nichts anmerken. Damit würden wir uns nur selbst schaden. Schließlich händigt uns die Dame am Schalter unsere Papiere aus, und wir halten nach zweieinhalb Stunden überglücklich unsere Pässe mit dem Visum für Malawi in den Händen🤓.

    Takulandirani!
    Willkommen in Malawi!
    Doch jetzt mal ganz ehrlich: Wer hat schon mal von Malawi gehört,
    jenem kleinen, langgezogenen Land, ausgestreckt auf einer Fläche, die einem Drittel Deutschlands entspricht und eingebettet zwischen Tansania im Norden, Mosambik im Osten und Süden, sowie Sambia im Westen.
    Malawi besitzt eine Nord-Süd-Ausdehnung von 850 Kilometern, während die Entfernung von Osten nach Westen nur 350 Kilometer beträgt.
    1964 erlangte die kleine Republik ihre Unabhängigkeit von Großbritannien.
    Die rund 17 Millionen Einwohner des Landes gehören verschiedenen Bantuvölkern an.
    Offizielle Amtssprachen sind Englisch sowie Chichewa, die Landeswährung ist der Malawi-Kwacha.

    Malawi gilt als eines der ärmsten Länder der Erde mit einem
    Pro-Kopf-Einkommen von rund 290 Euro und einer nach wie vor sehr hohen Aidsrate.
    Rund 91% der Bevölkerung sind in der Landwirtschaft beschäftigt und erwirtschaften 85% der Exporteinnahmen des Staates.
    Daher wundert es nicht, dass Malawi die meisten Devisen durch den Export
    agrarischer Güter erwirtschaftet.
    Die wichtigsten Ausfuhrprodukte sind dabei Tabak, Tee, Kaffee sowie Zuckerrohr und Baumwolle, für den Eigenbedarf wird größtenteils Mais angebaut
    An Bodenschätzen verfügt Malawi über Vorkommen von Bauxit, Uranerz, Steinkohle, Niob, Granat, Ilmenit, Phosphat, Ton, Graphit, Tantal und Monazit.

    Malawi, das warme Herz Afrikas.
    Diesen Beinamen trägt das Land, weil seine Bewohner als die freundlichsten und herzlichsten Menschen in ganz Afrika gelten.
    Einen ersten Eindruck erhalten wir bei den Straßenkontrollen durch die Polizei, die zwar nervig sind, doch
    die Officers sind alle unglaublich freundlich und heißen uns in ihrem Land herzlich willkommen ❤️
    Der Name grünes Herz Afrikas würde unserer Meinung nach ebenfalls perfekt passen, denn Malawi präsentiert sich mit unglaublich vielfältigen Landschaften und bis zu 3.000 Meter hohen Gipfeln. Der höchste Berg ist mit 3.000 Metern der Sapitwa.
    Man findet 5 noch wenig besuchte Nationalparks, den Malawisee und die Kapichira-Wasserfälle.

    Die Hauptstadt von Malawi ist Lilongwe mit etwa 770.000 Einwohnern. Die Stadt liegt auf einer Hochebene in rund 1.050 Meter über dem Meeresspiegel und bildet das Verwaltungszentrum des Landes.
    Lilongwe ist allerdings nicht die größte Stadt des Landes, das ist Blantyre mit fast 900.000 Einwohnern
    Lilongwe soll nach 1947 überwiegend auf dem Reißbrett entstanden und entsprechend angelegt worden sein, um die Entwicklung des südlichen Landesteils zu unterstützen.

    Alles in allem ist Malawi noch weitestgehend unberührt und authentisch..... und wir freuen uns auf einen Besuch
    eines der kleinsten Staaten im südlichen Afrika.
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  • Malawi Teil 2

    27 Oktober 2022, Malawi ⋅ ⛅ 39 °C

    Auch in Malawi wird links gefahren! Wir brauchen uns also nicht umzustellen.
    Die Straßen hier stellen den
    Hauptverkehrsträger des Landes dar.
    Mehr als 4.000 km sind asphaltiert, darunter die wichtige Nord-Süd-Verbindung von Mzusu über Lilongwe nach Blantyre in der Südprovinz, wo wir jetzt angekommen sind.
    Rund 11.400 km machen unbefestigte Wege und Pisten aus, die während der Regenzeit häufig unpassierbar sind.
    Busse – von großen Ungetümen für Überlandfahrten bis zum lokalen Minibus – verkehren in alle Himmelsrichtungen.
    Auch Tausende von Lastwagen düsen tagtäglich über die Strasse. Während die Lastwagen recht anständig fahren, muss man bei den Bussen mächtig aufpassen; mit massiv überhöhtem Tempo weichen sie den Schlaglöchern aus, egal wer oder was ihnen entgegen kommt. Das Motto ist: Der Stärkere gewinnt oder wohl eher: Wir sehen uns alle in der Hölle wieder😱!
    Für uns ist auf alle Fälle klar: Nicht einmal für viel Geld würden wir uns jemals in einen solchen Bus setzen 🙄!
    Aber das ist ja auch nicht nötig. Wir haben ja Gott sei Dank unsere rollenden Heime.
    Da wir wissen, dass überall im Land Geschwindigkeitskontrollen
    durchgeführt werden, sind wir extrem vorsichtig und stets darauf bedacht ordnungsgemäß zu fahren.
    Bis auf gestern, wo Viktor den Camper mit Karacho einen Berg hinunter rollen lässt. Ich bin gerade mit meinem Handy beschäftigt und insofern abgelenkt.
    Da springt wie aus dem Nichts ein Polizist mit einer roten Kelle auf die Fahrbahn und stoppt uns.
    So ein Mist; wir wissen sofort: Jetzt wird's ernst. Wir sind zu schnell gefahren.
    50 kmh sind erlaubt, wir waren mit 85 kmh unterwegs.
    Für die Verhandlungen hüpfe ich mit all unseren Papieren aus dem Auto und gebe Viktor die Anweisung, sitzen zu bleiben.
    Er gibt zu schnell auf, ich kämpfe länger.
    50.000 Kwachas sollen wir rausrücken, das sind mehr als 50 US Dollar.
    Und sie wollen das Geld in Landeswährung, obwohl wir noch gar keine malawischen Kwachas besitzen.
    Wir sollen deshalb zur Bank fahren (ungefähr eine halbe Stunde entfernt - eine Strecke- ), unser Geld wechseln, zurückkommen und unsere Strafe bezahlen.
    Kai und Karola, die vorschriftsmäßig gefahren sind, stehen ca 150 Meter weiter und legen erstmal eine Lunchpause ein.
    Sie wissen, das wird jetzt länger dauern.🥺
    Ich steige aus.......und gebe alles.
    Nach einer guten Stunde kennen die Beamten, ( zunächst war es einer, mittlerweile sind es 5!!!) unsere Namen, die Namen unserer Kinder,
    den Namen von Jonas Freundin und dass sie auch Polizistin ist.
    Sie erfahren von meinem Vorhaben, Weihnachten zu ihnen nach Hause zu fliegen und meiner Bewunderung für ihr schönes Land und die freundlichen Menschen.
    Wir führen ein richtig nettes Gespräch. 👍
    Zum Schluss verabschieden wir uns alle mit einem wirklich ernst gemeinten
    " God bless you" und einem herzlichen Handschlag. 🤝
    Mit 10 Dollar kommen wir davon! Danke vielmals Officers!!!🙏

    Das Klima in Malawi ist tropisch mit einer Regenzeit, die regional unterschiedlich lange anhält und auch unterschiedliche Niederschlagsmengen mit sich bringt. Im Norden sind es durchschnittlich 1.500 mm zwischen Oktober und Mai, im Süden unter 1.000 mm in den Monaten November bis April. In Gebirgslagen können über 3.000 mm niedergehen. Die Temperaturen sind dank der Höhenlagen (große Teile des Landes liegen über 1.000 m hoch) relativ moderat. Das Maximum liegt bei 32 Grad.
    Irgendwie scheint das aber hier heute aus dem Ruder zu laufen: Viktor misst 38.5 Grad im Schatten, Kai toppt das noch mit 43 Grad!!!!
    Aber der Platz, wo wir unser Lager für 2 Tage aufgeschlagen haben, bietet alle Annehmlichkeiten, diese Temperaturen heldenhaft zu ertragen.
    Wir hängen fast den ganzen Tag am und im Pool .... und der gehört uns alleine!
    Hinter dem Camp
    rauscht der Shire. Er ist der einzige Ablauf des Malawisees und mit
    402 km der längste Fluss des Landes.
    Auf dem Gebiet von Mosambik
    mündet er in unseren alten Bekannten, den Sambesi.
    So lässt es sich aushalten! 🏝🏖 🏊👍
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  • Majete Wildlife Reserve

    28 Oktober 2022, Malawi ⋅ ☀️ 38 °C

    Als ein biologischer Schnittpunkt wartete Malawi einst mit allen in Süd -, Zentral - und Ostafrika beheimateten Tierarten auf.
    Nach Jahrzehnten der Wilddieberei und allgemeiner Gleichgültigkeit waren sie schließlich nur noch in geringer Zahl in Nationalparks und anderen geschützten Gebieten anzutreffen.
    Da man aber ihren Nutzen für den Tourismus erkannte, wurde
    in den letzten Jahren wieder mehr für den Erhalt der Tierwelt getan.
    Bestes Beispiel ist das Majete Wildlife Reserve, ein Tierschutzgebiet im unteren Shire-Tal in Malawi, etwa 80 km westlich von Blantyre, nur wenig nördlich des Lengwe-Nationalparks.
    Das Reservat umfasst 700 km² und wurde 1955 gegründet, aber aufgrund mangelnder Ressourcen weder bewacht noch wirksam geschützt, so dass es durch massive Wilderei zum Aussterben der meisten Großtierarten kam.
    Gnadenlos gejagt wurden Elefanten, Nashörner, Löwen, Büffel und sogar Warzenschweine ........ bis schließlich nur ein paar Antilopen übrig blieben.
    In den 1980er-Jahren zählte man noch etwa 200 Elefanten im Gebiet, bis 1995 war die Population vollständig verschwunden.
    Der Park war nur noch Ödland, ohne wahrgenommenen Wert mit wenig bis gar keiner Hoffnung auf eine Wiederbelebung.
    Schließlich wurde das Majete Reserve ganz aufgegeben.
    2003 übernahm die African Parks Foundation in Partnerschaft mit verschiedenen Geldgebern und der malawischen Regierung das Management des Gebiets und führte im Rahmen eines wegweisenden Naturschutzprojekts umfangreiche Neuansiedlungen von Tieren durch.
    Aus dem Liwonde-Nationalpark wurden 2006 70 Elefanten geholt, 2008 erneut 62 Tiere.
    2011 erhielten acht Leoparden hier ihr neues Zuhause und im Spätsommer 2012 – 30 Jahre, nachdem der letzte abgeschossen worden war – kamen vier ausgewilderte Löwen hinzu als Grundstock für eine neue Löwenpopulation.
    Darüber hinaus können Antilopen (Impala, Kudu, Wasserbock und andere), Warzen- und Buschschweine, Zebras, Giraffen, Flusspferde und zahlreiche Vogelarten beobachtet werden.
    Es ist eine unglaubliche Erfolgsgeschichte im Naturschutz – vor weniger als 20 Jahren fast frei von Wildtieren ist er jetzt einer der besten Big Five-Parks Malawis mit blühenden Tierpopulationen und einer reichen Vogelwelt.
    Leider sehen wir von den Big Five ( einem Synonym
    für Löwen, Leoparden, Elefanten, Nashörner und Büffel ) nicht eines.
    Doch auch die kleineren Tiere, die wir bei unserer Fahrt durch den Park beobachten können sowie die traumhafte Landschaft am Shire mit riesigen Granithügeln und malerischen Flusstälern lassen uns diesen Ausflug als ein unvergessliches Erlebnis in unser Reisetagebuch aufnehmen.
    Am 29.10 22 verlassen wir den idyllischen Platz mit der Ng' ona Lodge und machen uns auf den Weg Richtung Mulanje Mountains.
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  • Mulanje Mountains

    1 November 2022, Malawi ⋅ ☁️ 25 °C

    Im südlichen Hochland von Malawi überrascht das Land plötzlich mit einer völlig unerwarteten Szenerie:
    Das Mulanje-Massiv, eine Gebirgskette 70 km südlich von Blantyre, erhebt sich aus den weitflächigen, bis hierher die Landschaft beherrschenden Teeplantagen, die bis zum Horizont in leuchtendem Grün erstrahlen.
    Ein englischer Missionsgärtner namens Henry Brown brachte das beliebteste Getränk der Kolonialherren im 19. Jahrhundert hierher. Heute ist Malawi der zweitgrößte Teeproduzent Afrikas.

    Das Mulanje-Massiv entstand vor circa 130 Millionen Jahren durch diverse Vulkaneruptionen und Magmaergüsse.
    Die Kraterwände des Phalombe und des Chambe sind noch heute gut zu erkennen und bieten mit ihrem blanken Granit geradezu spektakuläre Fotomotive.
    Erosionen haben zu tiefen Spalten geführt, die bis in das Herz des Berges reichen. So entstand eine wundersam schöne Kombination aus kesselartigen Mulden, Becken, Hochebenen, Flüssen, Schluchten, Wasserfällen und nicht weniger als 20 Gipfeln über 2.500 m.
    Wegen seiner Schroffheit, seiner gigantischen Granitwände und seiner beeindruckenden Höhe sind die Mulanje Mountains weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannt.
    So ragen ihre nackten Felsflanken steil bis zu 3.000 m hoch, weshalb das Mulanje Massiv von den Einheimischen als „ Insel im Himmel “ bezeichnet wird.
    Den höchsten Punkt erreicht mit 3004 Metern der Mount Mulanje
    – höher ist keine Bergspitze Zentralafrikas.
    Er erscheint unbezwingbar und sein Gipfel wird von den Einheimischen warnend "Sapitwa" genannt, was lose übersetzt soviel bedeutet wie: "Geh' dort nicht hin!"
    Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass die Männer trotzdem auf jeden Fall da hinauf wollen.
    Am liebsten ohne Führer, obwohl das gefährlich und obendrein auch noch verboten sein soll.
    Für the Hohmeier Brothers kein Kriterium.
    Die Fahrt zum Ausgangspunkt der Wanderungen gestaltet sich extrem mühevoll.
    Unten, am Boden, wird es zunehmend steiniger, zerklüfteter, ausgewaschener und sumpfiger und oben immer dichter, dschungelartiger, zugewachsener und insgesamt unwegsamer.
    Mit unserer enormen Höhe passen wir fast nirgendwo hindurch, reißen Blätter, Zweige, Äste und leider auch Früchte von den Bäumen.
    Ich schäme mich, als eine alte Frau realisiert, dass wir ein paar Mangos vom Baum fegen und sie auf ihren hungrigen Bauch zeigt.
    Aber es gibt kein Zurück mehr, Wenden ist hier keine Option.
    Obwohl ich das für unmöglich gehalten habe, wird der Trail sogar noch undurchdringlicher. Wir befinden uns längst nicht mehr auf breiteren Wegen, sondern auf Trampelpfaden, die keinesfalls für die Größe unserer Autos geeignet sind.
    Ein paarmal kommen uns Männer auf ihrem Fahrrad entgegen, so beladen, dass man sie kaum unter ihrer schweren Last ausmachen kann.
    Hier weichen wir dann mühsam auf die Böschung aus, weil die Ärmsten sonst keine Chance hätten, ihr wahrscheinlich zentnerschweres Gefährt wieder in Gang zu bringen.
    Schließlich erreichen wir unser Ziel, gestresst genervt und auch ein wenig beschämt.

    Nach über 2 Stunden Strapazen stellt sich hier heraus, dass wir auf einer anderen Straße wesentlich schneller und weniger mühsam zum Ziel gekommen wären.
    Unser Navi hat komplett verrückt gespielt und uns auf den schlechtesten Weg überhaupt gelockt.
    Morgen steht eine eher idyllische Bergwanderung zu nahe gelegenen Wasserfällen auf dem Programm.
    Den Männern wird der Marsch mehr als reine Aufwärmübung für größere Ziele dienen.
    😉
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  • Danke

    3 November 2022, Malawi ⋅ ☁️ 26 °C

    Es folgen Grüße und Wünsche von Euch, die Ihr mir im Laufe der Tour geschickt habt :
    ❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️

    Von Herzen alles Gute für eure Reise.

    Oh wie schön 🤩 das ist ja mal ne mega Tour 👍👍👍

    Wir wünschen euch eine tolle Reise und hoffen Euch heil und gesund nach so einer langen Zeit wieder zu sehen . 😘😘😘😘😘😘😘😘😘😘 viel Spaß 🍾🥂 passt gut auf Euch auf

    Ich drücke euch❤️ Wahnsinn es geht los, ich fiebere schon mit 😂

    Einen guten Flug und Start in euer tolles Abenteuer! Möge es mindestens so schön werden wie erhofft! Kommt gesund wieder und schreib ganz viel, das ist fast wie dabei sein🤭

    Boah cool dann geht es ja jetzt bald endlich los! Freue mich schon für euch :)

    Servus ihr Lieben und toi toi toi für die kommende wunderschöne Zeit die euch🥰 erwartet!✨🥂
    Alles Liebe C& K🙋🏼‍♀️🙅🏼‍♀️😘

    Bei euch sieht es immer ganz, ganz toll aus! Lese immer super gerne deinen Blog! Du schreibst das echt fantastisch, da fühlt man sich beim lesen so als wäre man dabei 🥰

    Vielen Dank für deine tollen Berichte. Man ist förmlich bei euch. Passt auch weiterhin gut auf euch auf 🍀🍀

    Ihr erlebt einen Traum. Danke, dass ich teilhaben darf 👍

    Dann wünschen wir euch eine gute Weiterfahrt ♥️♥️
    Fühlt euch gedrückt 😘

    Oh, Ännchen , wie ich dich vermisse ❤️
    Und ich dich♥️
    Aber umso größer wird die Freude auf den Dezember ☺️

    Kann mir richtig vorstellen, wie du die Polizisten weichgekloppt hast😂! Welch Wunder, dass SIE DIR nicht Geld gegeben haben😂

    Was für ein schönes Foto, liebes Ingelein! Ich danke euch😍😍

    Ja- u.was für ein Geschenk, dieses große Abenteuer mit der Liebe deines Lebens genießen zu können.

    Ich denk so oft an dich, Ingelein! Ihr erlebt so einzigartige Sachen! Grandios👍

    Ich hab richtig Gänsehaut Ingelein 🙏😘❤️! So schön zu lesen👍

    Wieder traumhafte Fotos! Das Abendessen😋........! Gut, dass Hanfkappe die Nerven behält👍!Aber er soll bitte, bitte vorsichtig sein auf dem Weg nach Simbabwe! Gute Fahrt🍀✊☀️😘😘

    Was für eine Welt! Jedesmal denk ich, ich seh nen Film! Wahnsinnseindrücke!

    Wie im Film! Traumhafte Fotos! Aber immer diese Baumsäge🙈! Gibt's in der Bar auch ein Aperölchen😉? Ich hoffe so sehr, dass es euch gut geht! Die Fotos lassen gar keine andere Annahme zu🙏! Passt auf euch auf u.weiterhin gute Fahrt u.tolle Eindrücke u.alles Liebe u.Gute euch Lieben😍😘🥰❤️

    Wie geht es dir denn, Ingelein? Ist das Heimweh weg? Wenn ich deinen Blog lese, hört es sich so fantastisch an u.ich denke u.hoffe jedesmal, dass es dir u.natürlich auch den anderen richtig gut geht🙏?!❣️❣️❣️❣️❣️

    Das hat mich sehr ergriffen... "...eins der ärmsten Länder... die freundlichsten und herzlichsten Menschen in ganz Afrika..."und dann das Bild mit dem Kind vor der Lehmhütte... Da wäre selbst unsere Garage eine bessere Unterkunft😔...
    Denke auf so einer Fahrt erlebt man die Demut. Vllt ist es das, was euch die Kraft und die Geduld für alle Probleme die euch wiederfahren schöpfen lässt. Wünsche euch weiterhin diese ganze Kraft und ganz besonders viel Glück und Spaß bei dieser tollen Tour❣️❣️❣️🙏🏼

    Das ist ja schön, dass sich alles wieder zum Guten wendet🥰. Habe die letzten beiden Berichte erst jetzt gelesen und finde auch, dass das eine wunderbare Lebenserfahrung ist, die man nie mehr vergisst 🫠 Also weiterhin...🤞🏼👍🏼 ganz fest ...und alles Gute und Gottes Segen💖🌈🌾

    Du bist Inge und nicht Sissi... Also einzigartig👍🏼🌈👍🏼
    Bist jetzt hast du dich so tapfer geschlagen! Das muss erstmal einer nachmachen❣️ Den Mut den Koffer zu packen und die Kunst für sich das Wunderschöne raus zu filtern besitzt nicht jeder. Also weiterhin Ohren🐺 steif und ganz viiiiiiel Spaß! Du machst das💪🏼😍

    Wahnsinn eure Abenteuer....🫠
    Und vor allem Respekt vor solchen Stimmungsschwankungen!
    Diese Nerven muss man erstmal haben👍🏼👍🏼🥰
    Weiterhin noch gutes Gelingen und viiiiiiel Freude ❣️

    💓 sehr ergreifend! Vielen Dank immer wieder für diese wundervollen Berichte🥰

    Das ist so wunderschön geschrieben... Traumhaft💖✨... Dass es solche Orte noch gibt🙌🏼🙏🏼💖💖💖

    Hoffentlich habt ihr euren Schutzengel auch weiterhin bei euch❣️🙏🏼 Auf dass es das einzige böse Erlebnis bleibe👍🏼😘

    Das lässt sich alles so wunderbar nachempfinden🫠
    Schon einmal Danke für diese wunderbaren Emotionen💓
    Und den neuen Blog finde ich von der Gliederung sehr schön🤗 Weiterhin gute Fahrt und viel Freude❣️

    Hallo Inge! Es ist total interessant, deine Reiseerlebnisse auf dem afrikanischen Kontinent zu verfolgen (in SA war ich auch schon einmal (Kapstadt, Durban)). Ich wünsche euch noch eine wunderschöne Zeit – und grüße dich aus Norwegen (ich mache gerade eine Kreuzfahrt) 🙋🏻 LG R

    Liebe Inge- denke wir sehen uns nicht mehr. Wir kommen am 07.08. wieder und da seid ihr ja schon weg.
    Ich wünsche euch allen eine tolle, aufregende, spannende, entspannte Zeit ohne Zwischenfälle!!!!

    Habt viel Spaß und Freude, bleibt vor allem gesund und kommt heil wieder nach Hause.

    Wir sind sehr neidisch-😂 aber finden es toll und beeindruckend was ihr vorhabt!!!! Alles alles Gute für euch!!! Liebe Grüße an Viktor!
    Ihr habt unseren Respekt 😘

    Danke für die wunderschönen Berichte und gute Fahrt 🚚! S & A

    Liebe Inge, jetzt habe ich auch endlich deine letzten beiden Erzählungen gelesen, leider komme ich nicht immer ppnktlich dazu. Joe hab ich auch länger nicht vorgelesen, mal sehen, was ich noch nachhole🤷🏻‍♀️ Aber ich hab mich wieder köstlich amüsiert, vor allem über die klauenden Affen🤣 Über mangelnden Spaß kannst du dich sicherlich nicht beschweren. Ganz liebe Grüße und bleibt alle gesund 🙋🏻‍♀️

    Prima, das ist schön zu hören😊 Ich freu mich schon auf Erzählungen und Bilder aus der Wildnis! Ich lese sie immer meinem Mann vor, der begeistert zuhört🤣

    Ohweia, Inge, du tust mir soooooo leid. Aber ehrlich gesagt, macht uns Lesern dieser Stress die Lektüre echt spannend 🤣
    🍀🍀🍀 Ganz liebe Grüße😘

    Liebe Inge, erfrischend deine Reiseberichte und auch sehr informativ! Ja…. Was deinen Mann anbelangt, ich bewundere dich für deinen Mut und deine Ruhe, gut, dass du vor eurer Reise auch in der Kardiologie warst🥳, mit so einem „ Draufgänger“ , und das meine mich wirklich liebevoll, verheiratet zu sein, würde ich nicht überleben….😘
    Das muss wahre Liebe sein, sich so auf den anderen einlassen zu können. 💫💫💫

    Liebe Inge, ich freue mich schon immer darauf, alles von dir zu lesen, deshalb hebe ich mir das für meine Bettlektüre auf! Ich hoffe, der Whisky geht euch nicht aus 🤪liebe Grüße

    Was für eine tolle Liebeserklärung. Habt ihr Hochzeitstag?
    Nein, aber er baut mich immer wieder auf ❤️
    Das ist ja wohl selbstverständlich, du machst das ganze ja hauptsächlich für ihn. Trotzdem ganz süss.
    Ihr seid auf jeden Fall, auch für Leute, die euch nur flüchtig kennen, ein tolles Paar. Lg😘

    Da seid ihr ja gut durchgeschüttelt worden. Gut, dass neben dir der ruhen Pol nicht aus der Fassung zu bringen ist. 😉😘

    Dein Mann lässt aber auch nix aus. Gute Besserung und einen besseren Schutzengel auf seinen Exkursionen wünsche ich ihm und dir auch. Lg

    Dein Göttergatte ist ja wirklich schmerzfrei. 👍👍👍😜😜😜

    Euch auch weiter gute Fahrt. Es macht Spaß zu lesen, auch wenn es manchmal für euch stressig ist.

    Du hast recht. So etwas ist nicht jedem vergönnt. Deshalb genieße es in voll Zügen mit Viktor, auch, wenn du schon mal an deine Grenze kommst. Du schaffst das schon 😍

    … und wieder ist alles gut gegangen 👍🏻
    Ich freue mich für Euch!!
    Ganz liebe Grüße aus der Heimat 😘😘

    Super Inge- wir haben uns gerade über den Horse Ride schlapp gelacht 🤣
    Ganz liebe Grüße 😘

    Liebe Inge, Du hast wieder alles soooo schön geschildert, es ist eine Freude, Deine Berichte zu lesen!!🤩
    Alles Gute für Euch und ganz viel Spaß 😘

    Was für eine traumhafte Landschaft! Und ihr mitten drin🤩. Und wir dürfen dran teilhaben 🤝🫶🏻🪄😘

    🫣Ich erinnere mich an die Grenze vom Niger nach Mali da war es genauso 🙈allerdings ist das schon fast 40 Jahre her 😉
    Ich drück euch die Daumen ✊dass ihr die Grenze bald hinter euch lassen könnt und nicht euer ganzes Hab und Gut dort lassen müsst 🍀🚐🪄

    Unglaublich schöön, euch🥰 auf eurer Reise begleiten zu dürfen 🍀🤝sind sehr gespannt wie es weitergeht 😘🙋‍♀️

    Das sieht doch deutlich nach Wellness Urlaub🪄 aus 😉🤗gute Erholung nach der Sandpiste und liebe Grüße an euch alle 🙅🙋‍♀️😘

    Liebe Inge, langsam solltest du ein Entspannungstraining buchen😉
    Du arme, aber Viktor und Kai wieder mal voll in ihrem Element mit hohem Einsatz 👏🏻
    Wie heißt es so schön ::
    Wenn einer eine Reise macht, dann kann er was erzählen 🤗😉Liebe Grüße und gute weiter Fahrt🛺

    😍
    Euch weiterhin so schöne Erlebnisse, ich freue mich täglich über Deine schönen, lustigen Geschichten!
    Alles Liebe K & C🙅😘

    🙈Was für ein 🦒Abenteuer 🍀💪🙋‍♀️😘🤗

    Ja stimmt, im Iran sind momentan revolutionsähnliche Zustände. Keine Ahnung ob es dann sicher ist. Dauert natürlich noch was bis ihr da seid, aber jetzt gerade würd ich da nicht einreisen.

    Und haltet euch auch ja von Ebola fern 😂

    Ach du kacke 😅😅😅 das mit der Fledermaus war ja genau das richtige für dich.

    Hm, das ist ja echt blöd :/ jetzt mussten schon die Drone und die Solarzelle dran glauben.

    Ach du kacke, das ist ja schlimmer als alles, was ich bisher von Grenzen von euch gehört hab 😂

    Wünsche dir übrigens alles Gute zum Geburtstag, liebe Mama! :)
    Macht euch ein schönes Jahr in Afrika! Viel Gesundheit und ganz viel Spaß! 🎉🥳🎊🎁

    Neuen Eintrag hab ich gelesen! Was für ein cooles Erlebnis mit den Elefanten :)

    Oje du arme 😅 dann hoffe ich mal es wird ein wenig unstressiger.

    Ach du kacke 😂😂😂
    Das ist ja ein Ding, dass Papa vom Pferd abgeworfen wurde.

    Danke liebe Inge
    ☺️
    Wunderhübsche Fotos. Ihr erlebt ja TOLLE Sachen.
    Danke für die "updates".
    ♥️♥️♥️

    Also ich brauche keinen Tatort mehr im TV... Deine Reiseberichte sind spannend genug🙈... Danke fürs Mitnehmen und liebe Grüße!

    Ich drücke die Daumen! ... und Dich!

    Guten Morgen, liebe Inge und danke für die tolle Lektüre ... Wir sind auf der Insel Poel und hatten auch tagelang schwer Internet... Nicht einmal Telefon Empfang... Nur an der Inselspitze oben dänisches Netz von gegenüber🙈... Darf jetzt immer beim Bäcker kurz ins WLAN, das Brötchen holen hat heute länger gedauert, weil ich deine Berichte gelesen habe😜... Grüße an Viktor! Ich freue mich auf und über jeden Bericht! Sonnige Grüße von der Ostsee🌊 G&M

    Schön, dass ihr mmer wieder Ziele habt zum entspannen und aufatmen.🏊‍♀️
    Eure vielfältigen Begegnungen mit der Natur, den Menschen und den abenteuerlichen Strecken sind ja spannend genug. Wir wünschen euch, dass die erholsamen Pausentage euch wertvolle Energie tanken lässt für eure 🚵🏻‍♀️ weiteren Pläne. LG von uns zweien.

    Hallo Inge. Eure Reise mit euren Erlebnissen (Natur, Aussichten und Begegnungen mit der Vielfalt an Menschen und deren Leben) wäre nichts für mich. Ich bin da Sissi und Schisshase.
    Aus der Ferne mit deinen Berichten und Bildern phantastisch und beneidenswert. Wir bewundern euch für eure Entscheidung dies zu erleben.
    Bleib mutig und kommt alle gesund zurück. Liebe Grüsse K und B

    Ihr meistert alles gemeinsam. Geniesst es weiterhin.

    Hallo Inge,
    🍺🍺🎂🎂
    Deine Fotos sind spektakulär und deine Berichte begeistern beim Lesen. Danke, dass wir so an eurem Abenteuer teilhaben dürfen. 🐊🐒🐍🐳😃

    Der Strand sieht traumhaft aus. Vielleicht sollte Viktor auch nur mal relaxen 😅. Aber so kennen wir ihn ja. Weiterhin eine gute Zeit ohne Blessuren 🙋🏻‍♀️❤️🥰

    Es ist immer wieder sehr schön nicht nur den Bildern zu folgen, sondern auch deinen Berichten über eure Erlebnisse, oder wie im Falle Malawi auch über das jeweilige Land selbst. Sehr informativ. 👍
    Es macht Spaß euch zu folgen.
    Alles Gute, C@N
    🍀👍☺️

    Danke liebe Inge.
    Euch noch ein tolles Abenteuer. Ich freue mich immer auf eure Bilder und euer Erlebtes. Viktors Fuß gute Besserung.
    Bleibt gesund. 🍀👍

    😂👍 so ist dein Mann halt 😂😘

    Viel Erfolg, gute Nerven und nur wohlgesinnte Menschen, denen ihr begegnet.👍
    LG T🙋‍♀️

    Hallöle zusammen, ja wir begleiten euch weiter auf eurer tollen Reise. Ich freue mich immer sehr über deine detailreiche Berichterstattung.
    Liebe Grüße von T 💕🙋‍♀️😘

    Ihr seht so glücklich aus 😄
    Weiterhin gute Reise 🫶🏻

    Ich bin gedanklich immer bei euch 🥰

    .....als wenn er etwas geraucht hätte 😂😂😂. Inge, ich liebe deinen Humor 😘

    Hallo ihr Lieben
    ...es ist unglaublich.
    Ich wäre vor Angst gestorben, aber ihr seid tapferer.
    Liebe Grüße aus Oldenburg

    Hat VIKTOR noch ein zweites Paar Schuhe mit?

    Hoffe ihr konntet entspannter einreisen. Wow was für eine Abenteuerreise und Nervenkitzel 🙈
    Du machst das trotzdem alles super 👍
    Toll, dass du gute Bekanntschaften machst mit denen du dich austauschen kannst. Mit Energie geladen geht deine/eure Reise weiter.
    Viele schöne Erlebnis werden auf euch warten 👏
    GLG 😘😘

    Hallo Inge, muss aber auch ausgerechnet bei dir passieren 🙈
    Wer braucht auch auf Klo oder beim Duschen solche Zuschauer 🤣. Ich muss das auch nicht haben, du arme 😘
    Morgen beginnt ein neuer Tag mit schöneren Erlebnissen, ganz bestimmt 💪
    Ich wünsche dir einen erholsamen Schlaf 😴 😘

    Wir denken sehr oft an euch ♥️

    Es sind traumhafte Bilder. Schön, dass ich von meinem Sofa aus "dabei" bin...😘 und weiterhin gute Reise🍀

    Nur Mut😀👍🏻 wird schon gutgehen🍀🍀🍀

    Ihr Lieben, herzlichen Dank für Eure spannenden Reiseberichte! Es ist ja nicht immer ein Spaziergang! Wir bewundern Euch alle sehr. Weiterhin wünschen wir Euch allen eine gesunde und sonnige Zeit! Herzliche Grüße Tante H und Onkel H 💋💋💋👍

    Liebe Inge wir lieben deine Berichterstattungen. Ich darf sie immer vorlesen, Juli hört immer aufmerksam zu. Danke dir, und wir wünschen euch safe travels ❤️

    Unfassbar der Typ, alles auf Badelatschen 🫣

    Alleine dafür hat sich doch alles gelohnt. So mega. Passt auf euch auf und weiterhin solche Eindrücke die wir , dank euch, auch mit genießen können. Aber ihr dürft es sogar erleben😘 LG A und A

    Hallo Inge und Victor,🙋‍♀️🙋‍♂️
    schön, dass ihr es wieder mal geschafft habt.🤗 Jetzt habt ihr euch ein Bier verdient.🍻 Es ist jedes mal so spannend und wir fiebern immer mit, wenn Inge eure Abenteuer schildert. Wir sind schon sehr gespannt, was als nächstes kommt. 🫣
    Weiterhin eine gute Reise, bleibt gesund und kommt heil wieder.🍀🍀🍀
    Das wünschen euch E👩‍🦳 und F👨‍🦳

    Hola, cómo estáis? Was für eine Frage ist das😂😂 super gut. Saludos desde Jülich 😘😘

    Inge.... sie schildert es einfach toll!!! muss ehrlich sagen das wäre nix für mich... aber ich warte immer schon sehnsüchtig auf die nächste story!!!😍😍😍

    Sollte ein Buch schreiben, Deine Schwaegerin. Wird ein Bestseller🤓

    Vielleicht schreibt sie ein lustiges Buch.
    Dann kaufe ich mir das Buch sofort.
    📕

    ich warte jeden zeiten Tag auf den Penguin... find das sooo classic... so herrlich geschrieben von Inge... ob es dann manchmal so harmonisch ist? scheiss egal... ich like das kwaai... und das nun für fast 200 Tage??!!! Yeah yeah!!! ich würde das nie machen ... schon gar nicht alleine... also freue ich mich um so mehr über euren Report.... aber die Giraffe......😅🤣🤣könnt ihr eurer Oma erzählen !!!🤩🤩💪😃😩😍🤣

    Ihr erlebt ja wirklich viel. Danke für die tollen Whatts Apps.
    Bitte sag Inge auch vielen Dank. Sie schreibt wirklich ganz TOLLE Berichte. Wir freuen uns dann schon mal auf ihr erstes Buch.
    😉😊

    Ich hoffe der Viktor hat andere Schuhe auch noch, außer seine Flipp Flops.

    Supi, noch viele tolle eindrucksvolle Momente ohne große Komplikationen ,aber das wäre ja für Vikelssschen wat zu langweilig 😜😜😉🤗🥰🥰😍😍

    Wir wünschen euch viel Erfolg für den morgigen Tag. Auf dass alles klappt. Was für Aufregungen. Ein Hoch auf Rescue Tropfen. 👍🤣❤️🥰

    Ich verfolge euch mit Begeisterung und auch Bewunderung, was ihr alles erleben dürft, aber auch "durchzustehen habt" - eben halt die berühmten 2 Seiten der Medaille. Oder man kann mit Recht behaupten: ihr begebt euch aus der Komfortzone👏👏👏 Toll😘

    Liebe Inge, deine Berichte sind immer ein Highlight, so klasse geschrieben, ich kann dein ( Angst)- Gefühle total nachvollziehen😘 LG Tina

    Ingelein, ich habe gerade den Blog von Sonntag gelesen- passt ganz gut auf euch auf! 💗💙

    Heute kam ich dazu, alle deine Blogeinträge der letzten Tage zu lesen- ein absoluter Lesegenuss. 💗 Ich habe mit dir auf den "Wegen" gezittert, aber am meisten habe ich über deine Beschreibung von "Hanfkappe" geschmunzelt- Viktor ist einfach herrlich amüsant🤭

    Ich gönne euch eure Abenteuer von Herzen, aber ich vermisse euch auch sehr!❤️❤️❤️❤️❤️❤️ö

    Ich freue mich so sehr, dich wiederzusehen.😍

    Ich vermisse dich auch!😘

    Freue mich auch, dich endlich wieder in die Arme nehmen zu können. ❤️❤️❤️

    ❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️

    Das sind einige, aber längst nicht alle Kommentare und Grüße aus der Heimat.
    Ihr glaubt gar nicht, wie sehr es mich aufbaut und freut, Euch Freunde und liebe Bekannte an unserer Seite zu haben.
    Manchmal lache ich mit euch oder schmunzle beim Lesen eurer Kommentare, und
    so manches Mal bin ich auch zu
    Tränen gerührt.
    Auf jeden Fall, egal welche Emotionen im Spiel sind, ich bleibe immer mit meinen Kindern, mit euch und der Heimat verbunden.
    Ich bin dankbar und demütig,
    diese Reise mit Viktor machen zu dürfen.
    Die Erfahrungen Erlebnisse, Eindrücke und Begegnungen werden wir niemals mehr vergessen.
    Schön, dass ihr alle bisher dabei wart......und danke dafür.

    Heute sitzen Karola und ich beim Campground am Fuße der Mulanje-Mountains.
    Unsere Männer sind um 4 Uhr in der Früh aufgebrochen, um den anspruchsvollen Sapitwa zu besteigen.
    Das Wetter ist durchwachsen ; immer wieder hört man Donnergrollen von den Bergen, deren Spitzen sich hinter dicken Wolken verstecken.
    Viktor hat sich Gott sei Dank überreden lassen, seine gefürchteten chinesischen Wanderschuhe gegen Turnschuhe einzutauschen.
    Und wir haben darauf bestanden, dass ein lokaler Guide sie auf der Tour begleitet.
    Trotzdem ist ihr Vorhaben riskant, wagemutig und leichtsinnig.
    Es ist eigentlich ein 2 Tage Hike mit Hüttenübernachtung, wo unsere Männer einen Tage
    Wenn etwas passiert, ist es für die Brüder schlimm, doch für Karola und mich unter Umständen eine Katastrophe.
    Karola hat es heute auf den Punkt gebracht: Meiner ist schon schlimm, doch deiner kann das immer noch toppen. Dem ist nichts hinzuzufügen.
    Bleibt zu wünschen, dass auch dieses Abenteuer einen guten Ausgang findet.
    🙏🙏🙏

    UPDATE: SIE SIND HEIL ZURÜCK GEKOMMEN ❤️❤️❤️🙏
    Topfnass von Regen- und Hagelschauern.
    Den Gipfel haben sie leider wegen des schlechten Wetters nicht erreicht.
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  • Zomba-Plateau

    6 November 2022, Malawi ⋅ ⛅ 29 °C

    Zwischen dem Liwonde Park und Blantyre erhebt sich das Zomba Plateau, zu seinen Füßen die kleine gleichnamige Stadt, vormals Sitz der britischen Kolonialverwaltung. Das alte Parlament und die Kasernen der „King`s African Rifles“ zeugen von der Kolonialherrlichkeit, die längst vergangenen Zeiten angehört.
    Das gut 2.000 m Höhe erreichende Plateau wartet mit unzähligen Wasserfällen, kleinen Seen, Bächen und Flüssen auf. Der Ausblick von hier oben galt schon zu Kolonialzeiten als „the best view in the British Empire“ . Damals wurde in dem Gebiet bereits geangelt und man unternahm Ausritte, so wie heute. Hinzugekommen sind in jüngster Zeit Wandertouren und Mountainbiking.
    Leider ist das Zomba-Plateau inzwischen durch exzessive Rodung der einst riesigen Urwaldbestände nur noch teilweise schön. Vielfach ist die Landschaft karg, hässlich und auf weiten Flächen abgebrannt.
    Noch vor ein paar Jahren fand man hier das letzte Fleckchen Regenwald Malawis. Inzwischen ist ein Großteil des Landes komplett abgeholzt.
    Ein Grund dafür ist, dass
    in Malawi fast ausschließlich auf offenem Feuer gekocht wird. Deshalb brauchen die Menschen das Holz und schlagen die letzten Bäume ab.
    Das kleine Land ist mittlerweile akut von Wüstenbildung und dem kompletten Verlust der heimischen Natur bedroht. Mit dem Wald verschwindet die einzigartige Artenvielfalt Malawis - und das für immer. Auch die Menschen spüren die Konsequenzen, denn
    immer öfter sind sie von Dürren in der Trockenzeit und Überschwemmungen in der Regenzeit betroffen.
    Viele Organisationen sind seit ein paar Jahren ambitioniert, nachhaltige Projekte vor Ort ins Lebenzu rufen, die direkt der Bevölkerung zugute kommen, von ihr angenommen und umgesetzt werden..... zum Beispiel
    CO2-neutral zu arbeiten, sinnvoll mit den vorhandenen Ressourcen hauszuhalten und langfristig eine nachhaltige Selbstversorgung der Communities zu ermöglichen.

    Wir unternehmen während unseres Aufenthaltes zwei Wanderungen auf dem Zumba Plateau.
    Am 1. Tag marschieren wir auf einem Rundweg, vorbei an einem idyllischen Wasserfall, einem Stausee, aber auch entlang riesiger Flächen, gerodet und abgebrannt.
    Immer wieder begegnen wir Einheimischen, die unvorstellbare Mengen an Holzscheiten mühevoll auf ihren alten Fahrrädern ins Tal transportieren. Es ist ein Wunder, wie sie mit den voll beladenen, schweren Rädern auf den holprigen Pfaden die Balance halten können .
    Diese Arbeit ist wahrscheinlich die einzige Einnahmequelle, um die Familie zu ernähren.
    Am Ende der Wanderung haben wir unseren kompletten Proviant weg gegeben : Möhren Äpfel, Nüsse und Wasser.....die Leute freuen sich, als hätten wir ihnen Reichtümer geschenkt.
    Mit wie wenig Menschen zufrieden sein können ...... oder müssen!

    Heute machen wir uns auf zur nächsten Wanderung: 2 Gipfel wollen wir besteigen. Wegen der unglaublichen Hitze und der fortgeschrittenen Zeit belassen wir es bei einem Summit und suchen einen Rückweg zum Campingplatz, doch der verläuft nur querfeldein.
    Dichte Brombeerbüsche machen den Marsch beschwerlich und lange wissen wir nicht, ob wir wirklich da ankommen werden, wo wir hinwollen.
    Doch Kai, der die Führung übernimmt, macht uns immer wieder Mut mit Sprüchen wie: " Oh, das wird hier gleich ein echter Highway " oder " Ich kann das Ende der Wildnis schon sehen."
    So hat er wahrscheinlich vor 20 Jahren die Drillinge motiviert, wenn die keinen Bock zum Wandern mehr hatten.🤣
    Letztendlich laufen wir eine gefühlte Ewigkeit durch Dornengewächse und Dickicht und kommen drei Stunden später dreckig und aus etlichen Wunden blutend am Campingplatz an.
    Zu allem Übel springt unsere Warmwasserheizung aus unerklärlichen Gründen nicht an, der Wassertank läuft versehentlich fast leer
    und wir waschen uns mit gefühlten 300 Millilitern Wasser den roten Staub und das Blut von den geschundenen Knochen.
    Für eine Entschädigung sorgt allerdings Karola, die uns mitten in der Wildnis mit einem köstlichen Kaiserschmarren überrascht.
    Vielen lieben Dank dafür❤️

    Morgen geht's weiter zu unserem nächsten Ziel, dem Lake Malawi.
    Auf dem Weg dahin müssen wir uns allerdings zunächst darum kümmern, unsere Tanks aufzufüllen.
    Das Land hat nämlich zur Zeit mit schweren Engpässen zu kämpfen.
    Die Benzinpumpen laufen in ganz Malawi trocken, da sich die Probleme beim Kraftstoffimport durch die
    globale Entwicklung
    verschärfen.
    Autofahrer in Malawi müssen mit Diesel Vorlieb nehmen, der aus dem benachbarten Mosambik eingeschmuggelt wird. Manchmal warten sie geduldig in endlos langen Schlangen, bisweilen fahren sie sogar unverrichteter Dinge wieder nach Hause.

    Das sind die neuesten Informationen in den Overlander Foren, in denen man sich gegenseitig Ratschläge und Tipps geben kann:

    Update on the Diesel situation in Malawi: there are still shortages but it is getting better. We were able to get Diesel last week in Lilongwe without a queue and now had to wait a day in Cape Maclear before a gasstation was about to be refilled. Locals can inform you the best where you can get it.
    Do fill up where you can because you never know where the next opportunity will be!!!

    That's what we did!!!
    Wir hatten richtig Glück. Die Tankstelle in Zomba war gerade am Morgen beliefert worden.......Jetzt sind unsere Tanks bis oben voll! Das sollte bis Tansania reichen. 👍🙏
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  • Zellenkoller

    8 November 2022, Malawi ⋅ ⛅ 29 °C

    In einem meiner ersten Blogs hatte ich die Vorteile erwähnt, die eine nur wenige Quadratmeter kleine Behausung hat.
    Mit einem einzigen Wisch ist alles sauber!
    Doch jede Medaille hat zwei Seiten: Inzwischen leben wir seit 101 Tagen 24 Stunden auf 4 Quadratmetern.......und das in guten wie in schlechten Zeiten.
    Dieses große Versprechen, das wir uns vor 36 Jahren vor dem Traualtar gegeben haben, wird auf dieser Reise immer wieder aufs Neue auf eine harte Probe gestellt.
    Sind die äußeren Bedingungen angenehm, ist alles gar kein Problem. Doch je mehr Faktoren instabil werden, desto heftiger gerät das gesamte System ins Wanken.
    Hält man sich zu zweit im Camper auf, muss jede auch noch so kleine Bewegung auf den anderen abgestimmt sein. Ohne viel zu sprechen, versteht sich.
    Kocht Viktor zum Beispiel einen Kaffee, stört es enorm, wenn ich dumm in der Gegend herum stehe, denn dafür reicht der Platz nicht aus.
    Entweder setze ich mich in der Zeit auf die Bank beim Tisch....oder, wenn diese zugepackt ist mit irgendwelchen nicht verstauten Dingen ( was leider sehr oft der Fall ist), aufs Bett.
    Aber auch das ist nicht unproblematisch, denn über Tag hängen wir das Fliegennetz vor unseren Schlafbereich, um uns vor Abertausenden bluthungrigen Mosquitos zu schützen.
    Diese sehr feinmaschige Gaze ist inzwischen vom ständigen Auf- und Abhängen arg in Mitleidenschaft gezogen worden und wird nicht mehr ewig halten.
    Letzte Ausweichmöglichkeit ist das Bad, wohinein ich mich verziehen kann, ohne herumgeschubst oder geschoben zu werden.
    Von allen Beteiligten ist in solchen, beinahe Klaustrophobie auslösenden Situationen, ein hohes Maß an Rücksichtnahme und Toleranz gefördert, was nicht immer einfach ist.
    Zum Schlafen muss das 1.55 Meter breite Bett für uns beide ausreichen.
    Das war letzte Nacht mehr als grenzwertig.
    Noch um Mitternacht zeigte unser Thermometer satte 31 Grad im Camper an, der Schweiß rann im Liegen.🥺
    Einer der Lieblingssprüche meines Vaters war: Leute, die beim Arbeiten frieren und beim Nichtstun und Essen schwitzen, sind mir höchst suspekt.
    Papa, gehören wir da jetzt auch zu???🤔
    Stundenlang haben wir tapfer versucht, die feuchte Hitze irgendwie auszuhalten. Der ganze Körper ist klamm, klebrig und überhitzt. Ich weiß jetzt genau, was es bedeutet, im eigenen Saft zu schmoren.😬
    Schließlich holt Viktor die Camping Berger Klimaanlage für Arme raus.
    Im Nachhinein hätten wir lieber ein bisschen mehr Geld investiert. 😬
    Da wir noch nicht am Strom angeklemmt sind, verbinden wir den Apparat mit der Autobatterie.
    Und dann strömt, kaum spürbar, ein zarter Hauch kalter Luft aus dem Gerät!!!!!
    Wie Schlangen kringeln wir uns um die Box, jeder will möglichst nah an der Quelle der kühlen Brise liegen.
    Dabei sind wir tunlichst drauf bedacht, uns nicht oder nur minimal zu bewegen, da sich ansonsten die Situation noch weiter verschlimmert.
    Abwechselnd hängen Viktor und ich mit der Nase am Fenster und vor der kleinen, schwachen Klimaanlage und inhalieren gierig jeden noch so kleinen Windhauch.
    Es ist beinahe drei Uhr in der Früh, wo ich noch einmal verzweifelt und erschöpft auf meine Uhr schaue.
    Mit letzter Kraft befördern wir noch eine Mücke ( nur eine einzige kann dich in den Wahnsinn treiben) mit Doom, einem hochwirksamen afrikanischen Insektenspray, ins Jenseits, bevor wir endlich gerädert und entnervt wegdämmern.
    Dann geht der Alptraum weiter.....oder fängt erst richtig an?
    Ein Riesenschlag, hör- und fühlbar, reißt uns brutal aus dem eben erst begonnenen Schlaf.
    Was ist passiert? Eigentlich würden wir kerzengerade im Bett sitzen, aber dazu reicht die Höhe im Alkoven nicht aus.
    Irgendwer oder - was ist auf unser Dach gestürzt. Ein Baum? Nein, der bewegt sich nicht. Ein Mensch? Nein, der wäre durchs Dach gebrochen und in unserem Bett gelandet.
    Es rappelt, rutscht, rumpelt und bollert weiter. Ich krieche mit äußerstem Widerwillen unter die warme Decke. Hier sieht mich keiner, es kann mir nichts passieren.
    Viktor, mutig wie immer, inspiziert die Lage, schaut aus der Dachluke......
    und steht ( oder liegt?) Auge in Auge einem blöden Affen gegenüber, der uns total erschreckt und des letzten Restes Schlaf beraubt hat.
    Die Nacht ist nun endgültig gelaufen, wir stehen frustriert und müde auf und nehmen erst einmal eine kalte Dusche als Start in den neuen Tag.
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  • Malawisee

    9 November 2022, Malawi ⋅ ☀️ 30 °C

    Knapp ein Fünftel des Staatsgebiets nimmt der bis zu 700 m tiefe Malawi-See ein und dominiert damit
    das kleine Land.
    Nach dem Victoria- und dem Tanganjika-See ist er Afrikas drittgrößter See und das neuntgrößte Großgewässer weltweit.
    Der See wird von nicht weniger als vierzehn Flüssen gespeist, besitzt aber - wie bereits erwähnt -
    nur einen einzigen großen Abfluss, den Shire, der sich durch den Süden des Landes windet und in den mosambikanischen Sambesi mündet.
    Der Malawisee-Nationalpark ist
    der erste Süßwasser-Nationalpark der Welt und seit 1984 Teil des Unesco Weltnaturerbes.
    Besucher erwartet ein abwechslungsreiches Gelände: Felsküsten und Sandstrände, bewaldete Hügel, Sümpfe und Lagunen.
    Es gibt verschlafene Fischerdörfer zu besuchen, Sandstrände zu genießen und im nördlichen Teil die Hunderte von Metern abrupt aufsteigenden Hänge zu bestaunen, die Vorstufen zum Zentralafrikanischen Plateau.

    Der Strand Cape Maclear ist der bekannteste auf der Halbinsel im Süden.
    Dort schlagen wir unser Lager für 2 Tage auf.
    Heute steht ein Tagesausflug mit dem Catamaran auf unserem Programm. Mit dem Boot fahren wir nach Mumbo Island, einer unberührten und menschenleeren tropischen Insel und dem unbestrittenen Juwel des Lake Malawi National Parks. Die Gewässer rund um die Insel sind glasklar und bieten Gelegenheit zum Kajakfahren, Schnorcheln und Tauchen.
    Wir wählen das Schnorcheln, was sich als gute Entscheidung erweisen soll.
    Es erwartet uns eine faszinierend bunte Unterwasserwelt.
    Fast tausend verschiedene Fischarten, darunter die große Familie der Buntbarsche, bevölkern das kristallklare Wasser - ein wahres Tropenfischaquarium, das seinesgleichen auf der ganzen Welt sucht.
    Unter den Fischen befinden sich zahllose endemische Arten, die oft nur in eng begrenzten Buchten anzutreffen sind.
    Viele der bunt glitzernden Schönheiten
    wandern von hier in Tausende Aquarien auf der ganzen Erde.
    Wir haben das große Glück, sie in ihrem natürlichen Lebensraum bestaunen zu dürfen.
    Sie präsentieren sich in den schillernsten Farben: Leuchtend gelbe, orange, blaue in nicht zählbaren Abstufungen, schwarze, gepunktete, quer- und längsgestreifte.
    Kleine, große und klitzekleine, nicht größer als ein Fingernagel.
    Die gepunkteten größeren Giraffen Barsche ( klärt uns unser Captain auf) haben eine Reihe von Punkten hintereinander, die ganz großen unter ihnen zieren sogar zwei Reihen übereinander.
    Ihre tausend Babys, die dort unten munter herumschwimmen, sind so klein, dass nur ein einziger Punkt auf ihren winzigen Körper passt.
    Einige von den Fischlein verstecken sich ängstlich unter bemoosten Steinen, andere schwimmen so neugierig nah an uns heran, dass wir sie fast berühren können.
    Unser Guide füttert sie mit Weißbrot und in Sekundenschnelle ist das Wasser leuchtend bunt von all den kleinen Fischlein.
    Als Moses eines mit seinen Händen vorsichtig umschließt, will er es an mich weitergeben.
    Ganz behutsam streiche ich mit einem Finger über seinen winzigen Körper. Das kleine Wesen schaut mich mit seinen großen Glubschaugen an und ich gebe Moses ein Zeichen seine Hände zu öffnen.
    Augenblicklich schwimmt Nemo auf und davon.......in die Weiten des Malawi-Sees.
    Wie schön, dass wir dich hier
    kennenlernen durften und nicht in irgendeinem Aquarium irgendwo auf der Welt. 🐟
    Unsere Fahrt führt uns weiter zur nächsten Insel, als Moses plötzlich anfängt, schrill zu pfeifen. Kennt er jemanden hier oder was führt er im Schilde?
    Da erscheint plötzlich am Himmel ein Schatten, der immer näher heranschwebt und größer und größer wird.
    Ein ausgewachsener Weißkopfseeadler gleitet lautlos und majestätisch auf unser Boot zu. 🦅
    Je mehr er sich nähert, desto klarer erkennen wir, wie riesig dieser Vogel ist.
    Unser Captain wirft ihm ein Stück Fisch ins Wasser.
    Pfeilgenau und blitzschnell taucht der Sea Eagle mit seinen riesigen Krallen ins Wasser, packt den Fisch, dreht elegant ab und fliegt von dannen.
    Dieses Schauspiel dürfen wir noch ein paar Mal beobachten. Noch nie vorher habe ich Seeadler so hautnah erleben dürfen.
    Einer fliegt ganz dicht an unser Boot, so dass wir wir am Ende seiner langen und breiten Schwingen sogar die so typisch "gefingerten" Flügelspitzen erkennen können.
    Jetzt erst wird mir klar, wie unser Campingplatz zu seinem Namen " Eagle's Nest " gekommen ist. So viele Seeadler habe ich noch nie an einem Fleck gesehen. Was für ein einmaliges, bemerkenswertes Schauspiel!
    Für ihren Nachwuchs errichten Seeadler gewaltige Horste aus Ästen. Zum Auskleiden verwenden sie Gras und Moos. Brutstätten, die über Jahrzehnte genutzt werden, können einen Durchmesser von zwei Metern und ein Gewicht von 600 Kilogramm erreichen.
    Es sind regelrechte Paläste verglichen mit den Nestern, die wir von zu Hause gewohnt sind.
    Nach einem kleinen Lunch mit Käsetoasts und Kartoffelsalat machen wir es uns auf dem Boot gemütlich und genießen die Rückfahrt zum Campingplatz .

    Leider treibt sich im Malawi Lake der Bilharziose-Erreger herum – das sind mikroskopisch kleine Würmer, die sich durch die menschliche Haut bohren und die Leber angreifen. Daher sollte man vor einem Sprung ins Wasser unbedingt aktuell abklären, ob das Gebiet bilharziose-frei ist. Da hier kein Schilf wächst, gilt Cape Maclear jedoch – wie auch andere erschlossene Strandabschnitte – als parasitenfrei.
    Wollen wir das Beste hoffen 🙏.

    Mit einem spektakulären afrikanischen Sonnenuntergang,
    bei dem die Sonne
    als orangefarbener Ball im Wasser versinkt, klingt wieder einmal ein schöner Tag aus.
    ❤️
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  • Kölle Alaaf

    11 November 2022, Malawi ⋅ ⛅ 32 °C

    Die Ngala Beach Lodge am nördlichen Seeufer des Malawisees liegt direkt am See – ein Traum.
    Es ist immer noch brüllend heiß, als wir am frühen Abend dort ankommen, und so beschließen wir, uns vor dem Abendessen nochmal abzukühlen.
    Im Hinterkopf lauert immer die Angst vor der gefährlichen Bilharziose.
    Zu dem Zeitpunkt wissen wir allerdings noch nicht, welch viel größerer Gefahr wir uns bei dem Badespaß ausgesetzt haben.🥺
    Doch dazu später.
    Viktor kocht Nudeln und wir freuen uns auf Spaghetti Alio und Olio, ein Leibgericht von uns Vieren auf dieser Reise. Doch leider passiert ein Missgeschick. Beim Abgießen der Pasta rutscht der Deckel zur Seite, und alle Spaghettis landen auf dem Rasen. Die drei anderen Hohmeiers essen unbeeindruckt mit Genuss, ich knirsche mit deutlich weniger Begeisterung auf Sandpartikeln mit Knoblauchsauce herum.
    Einbildung oder Tatsache? Ich weiß es nicht.......Sissi eben.
    Schlafen tun wir wider Erwarten gut, denn es weht ein Lüftchen über dem See, was sogar den Weg in unseren Camper findet.
    Weil hier keine Affen rumturnen wie auf dem letzten Platz, können wir alle Schotten aufreißen und dankbar die kühle Brise genießen.
    Am Morgen weckt uns ein heftiges Gewitter mit starkem Regen. Doch wir, und auch Gott sei Dank Karola und Kai, liegen im Trockenen und warten geduldig auf das Ende.
    Für ein Highlight sorgt wieder einmal Karola, die uns mit köstlichsten selbst gebackenen Brötchen überrascht. Der Morgen ist gerettet!
    Dann kommt die Eigentümerin, Patricia mit einer Hiobsbotschaft: Ein Dorf weiter haben Einheimische ein Krokodil im See entdeckt, ganz nah am Ufer! Mir werden die Knie jetzt noch weich, wenn ich an unser gestriges Bad hier im See denke. Da haben wir uns vor Bilharziose gefürchtet, wo eine viel größere, konkretere und gefräßigere Gefahr direkt vor unserem Camper lauerte
    🐊 😱.
    Nach dem Regen plagen uns unzählige Ameisen und Mücken, die jetzt aus allen Löchern und Ritzen kriechen. Es juckt und kratzt am ganzen Körper, man wird schier wahnsinnig.
    Als ich dann IN unserem Camper zu allem Überfluss noch eine riesige schwarze spinne entdecke, ist es vorbei. Viktor ist auf Entdeckungsrundgang und hört meinen verzweifelten Hilferuf nicht.
    Im hohen Bogen schmeiße ich den Handfeger mit dem grässlichen Tier aus dem Wagen und verbarrikadiere mich, bis Viktorchen zurückkommt.
    An diesem tiefen Punkt erhalte ich eine WhatsApp von meiner Chorfreundin Erika mit nur zwei Worten: Kölle Alaaf!🥳
    Und dann singe ich mitten auf dem Campground lauthals mit Wicky Junggeburth:
    " Eemol Prinz zo sen in Kölle am Ring", so inbrünstig, dass Viktor sich schon fast schämt.
    Mir ist das egal, ich kriege Heimatgefühle, Gänsehaut und habe Tränchen in den Augen. Mit einem Schlag ist alles wieder gut. Ein dreifaches, ganz herzliches, heimatliches KÖLLE ALAAF zu euch allen nach Hause 🥳 !! TSCHÖ und
    Bis bald!
    ❤️
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  • Typisch Afrika

    15 November 2022, Malawi ⋅ ☀️ 31 °C

    Nun touren wir schon dreieinhalb Monate auf diesem Kontinent herum. Da wird es Zeit, dass ich euch mit ein paar typisch afrikanischen Gegeben - und Gepflogenheiten vertraut mache:
    Baobab Tree,
    Braai und Road Blocks.

    Baobab:
    Afrika bietet fast überall üppige Landschaften mit dichtem Gebüsch und hohen Bäumen. Eine Baumart sticht dabei besonders hervor – der Baobab - auch Affenbrotbaum genannt.
    ( Dieser Name wurde von deutschen Forschern geprägt, die beobachteten, wie Affen die Früchte der Bäume ernteten).
    Er gehört zu den bekanntesten und charakteristischsten Bäumen des tropischen Afrika.
    Seine weit ausladende Baumkrone besteht aus kräftigen, oft unförmig erscheinenden Ästen und erinnert im unbelaubten Zustand an ein großes Wurzelsystem, weshalb manche Einheimische den Baobab auch „ upside down tree “ – der Baum, der auf dem Kopf steht, nennen.
    Viele Mythen und afrikanische Sagen
    ranken sich um die majestätischen Bäume, die wie Relikte aus uralten Zeiten der Evolutionsgeschichte unseres Planeten aussehen.
    Einer Legende nach hat der Teufel in einem Anfall von Wut einen Baobab heraus gerissen und mit der Krone nach unten wieder in den Boden gesteckt.
    Einer anderen Erzählung zufolge wollte der Affenbrotbaum bei seiner Erschaffung schöner sein als alle anderen Bäume.
    Als ihm dies von den Göttern verwehrt wurde, vergrub er den Kopf im Boden und streckt bis heute trotzig seine Wurzeln gen Himmel.
    Der in der Trockenzeit laubabwerfende Baum kann eine Wuchshöhe von bis zu 30 Metern erreichen und etwa 2.000 Jahre alt werden.
    Für das bizarre Aussehen der Affenbrotbäume sorgt auch ihr auffälliger, relativ kurzer, aber extrem dicker Stamm, der einen perfekten Flüssigkeitsspeicher darstellt, weshalb Baobabs mit sehr wenig Wasser in Dürreperioden überleben können.
    Der Baobab ist für die Einheimischen zudem eine wichtige Nutzpflanze. Das Fleisch enthält viele Vitamine und Kalzium, die Blätter werden wie Spinat oder als Suppe zubereitet. In der Volksmedizin verwendet man die Früchte, Blätter und Samen des Baobabs zur Heilung von Infektionen, Koliken, Durchfall oder Malaria-Erkrankungen. Unter der nachwachsenden Rinde wird der Bast des Baobabs gewonnen und zu Kleidern, Schnüren, Matten, Körben oder Papier verarbeitet.
    Ihr seht, dass der Baobab in der afrikanischen Welt eine sehr wichtige Rolle spielt, nicht zuletzt auch im sozialen Leben als Sammel- und Treffpunkt, ähnlich wie dies in Europa früher bei Eichen und Linden der Fall war. An zentral gelegenen Bäumen fanden und finden Märkte, Verhandlungen und Feste statt.

    Polizeikontrollen
    Wir haben im Laufe der Reise unsere Strategie am Roadblock ziemlich geändert. Anfangs versuchten wir noch, freundlich und ergeben zu lächeln, rechtzeitig zu stoppen, das Fenster schön runterzukurbeln, den Smalltalk auf der Zunge liegend. Wir vermuten, das könnte etwas zu einladend gewirkt haben.
    Besser fahren wir mit unserer neuen Taktik: forsch heranfahren, diplomatisch-wichtig winken und nur auf extrem nachdrückliche Handzeichen stoppen.
    Gut bewährt hatte sich in Simbabwe die Methode, die Dinge, die immer kontrolliert werden, ( Warnwesten, Warndreieck und Feuerlöscher) von Anfang an ungefragt aus dem Fenster zu halten.
    Dabei haben wir Viktors Löscher versteckt und gegen einen von Kai ausgetauscht. Unserer ist nämlich 1976 zum letzten Mal geprüft worden. Er durfte ihnen auf keinen Fall in die Hände fallen. 😫
    Dann hätten wir nicht nur Strafe zahlen müssen, sondern wären gleich in den Knast gewandert.
    Dabei hatte Viktor mir zu Hause mehr als einmal versichert, wir haben einen guten Feuerlöscher an Bord. Ich hätte es ahnen müssen!!! 😬
    Hier in Malawi sind die Road Blocks zwar extrem oft und entsprechend nervig, die Polizisten aber treten durchweg freundlich auf, winken uns meist durch und wünschen " a good and safe journey".

    Braai
    Beim Einkaufen bin ich immer wieder aufs Neue überwältigt von der Auswahl in der Fleischabteilung.
    Sie ist bestimmt 5 Mal so groß wie zu Hause. Wir wissen: Die Menschen im südlichen Afrika stehen auf Barbecue, das hier „Braai“ heißt und zu den Top- Freizeitbeschäftigungen gehört.
    Da denkt man vermessenerweise, dass man als Deutscher aus einem Land von Grill - Weltmeistern kommt – und dann kann man hier noch richtig was lernen.
    Die Südafrikaner sind so verrückt nach gegrilltem Fleisch, dass nicht nur jedes Hotel und Guesthouse eine designierte Braai-Stelle hat, sondern auch jeder Park, jeder See, jede Autobahnraststätte und
    jeder noch so herunter gekommene Campingplatz. Braaiplätze gibt es eher als eine warme Dusche. 😳
    Wir haben ja am Anfang unserer Reise den Winter hier erlebt, und es war de facto oft wirklich kalt ( also beileibe kein Grillwetter ), aber trotzdem hatte jedes Geschäft, jeder Baumarkt und Tankstellenshop Berge von Grillkohle und alle benötigten Accessoires für den echten Braai-Spezialisten.
    Das meistgenutzte Wort im Zusammenhang mit Braai ist übrigens „lekker“.
    Aber im Gegensatz zum Deutschen, wo das Wort „lecker“ nur „schmackhaft“ bedeutet und ausschliesslich für Essen und Trinken gebraucht wird, ist das „lekker“ in Afrikaans viel umfassender.
    Es kann wahlweise auch „cool“, „genial“, „schön “, „bezaubernd“ oder „abgefahren“ heißen. Ein „lekker“ Auto ist also eine coole Karre. Das würde in Deutschland keiner kapieren.
    Einzig und allein " ein lecker Mädsche" interpretiert man vielleicht in Afrika und bei uns im Rheinland gleichermaßen.

    Man sieht, es gibt länderübergreifende Gemeinsamkeiten, die uns trotz der Grenzen und großen Entfernungen verbinden.
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  • Mushroom Farm und Livingstonia

    19 November 2022, Malawi ⋅ ⛅ 30 °C

    Die im Norden Malawis gelegene Mushroom Farm gilt noch als echter Geheimtipp unter Overlandern.
    Wir hatten schon mehrfach von anderen Travellern gehört, dass ein Besuch dieser Lodge ein Muss ist. Also wird sie unser nächstes Ziel.
    In Mzuzu, einer größeren Stadt, finden wir alles, was das Camperherz begehrt: ein größeres Geschäft, um die leer gefegten Vorratsspeicher wieder aufzufüllen, eine Bank, um Geld abzuheben und sogar eine Tankstelle ⛽️ mit genügend Diesel!
    Wenig später kommt der Abzweig nach Livingstonia und zur Mushroom Farm.
    Was ......... da soll es lang gehen?😱
    Es ist leider tatsächlich die richtige und vor allem die einzige Straße, wie sich herausstellt.
    Zunächst fängt alles relativ harmlos an, doch je höher wir kommen, desto mühsamer kämpft sich unser Wagen in engen Serpentinen den steilen Berg hinauf. Vereinzelt passieren wir Frauen mit Bündeln von Brennholz auf dem Kopf. Sie quälen sich mit Sicherheit noch viel mehr als wir mit unserem Auto. Die fürchterliche Strecke scheint kein Ende zu nehmen.
    Endlich, kurz bevor die Sonne hinter den Bergen verschwindet, erreichen wir die Mushroom Farm.
    Aber was, bitte, ist das für ein Name? Echt irreführend, denn wir sehen weder Pilze noch ähnelt das Ganze einer Farm. Vielmehr erinnert es an einen trockenen Garten in Hanglage inmitten eines Waldstücks.
    Die Lodge selbst befindet sich auf einer Klippe mit traumhafter Aussicht.
    Ein kleines Paradies im Nirgendwo.
    Der Panoramablick zeigt eine 800 Meter tiefer liegende, unendlich scheinende Ebene, die auf der rechten Seite bis zum Lake Malawi reicht. Weiter links in der Ferne erstrecken sich die schroffen Livingstone-Berge am gegenüberliegenden tansanischen Ufer des Sees.
    Es gibt auf dem Gelände schattenspendende Bäume, verschlungene Pfade sowie
    verschiedene Arten von einfachen Bungalows mit hölzernen Aussichts-Plattformen davor.
    Die Toiletten erinnern uns an einen Bauernhof, auf dem wir vor gefühlt 50 Jahren bei einer Paddeltour übernachtet haben.
    Statt alter Zeitungen gibt es hier biologisch abbaubares Klopapier.
    Es sind Kompost-Toiletten ( Plumsklos, wohl gemerkt), bei denen man am Ende einen Becher Sägemehl und eine Tasse Asche in die Grube wirft. Das Ganze ist äußerst gewöhnungsbedürftig, selbst Kai ist nicht wirklich begeistert, und das will echt was heißen!
    Die Speisen auf der Lodge sind ausnahmslos vegetarisch und vom eigenen Permakulturgarten,
    in dem alles zur Selbstversorgung angebaut wird – sehr 😋 lecker!

    Da die Farm nur ein paar Kilometer von der Stadt Livingstonia entfernt liegt, wollen wir beides miteinander verbinden. Irgendwie gefiel mir der Name Livingstonia, doch gehört hatte ich noch nie von diesem Ort.
    Einst von schottischen Missionaren erbaut, bietet die Stadt einen faszinierenden Einblick in Malawis koloniale Vergangenheit.
    Aus dieser Zeit stammen das Stonehouse mit dem kleinen Dorfmuseum und die Kirche im viktorianischen Stil.
    Viele der alten Steingebäude stehen noch, die meisten werden von der örtlichen Universität verwendet, an der ca 500 Studenten eingeschrieben sind.
    Zugegeben, es gibt einen schönen, überschaubaren Campus und es herrscht eine nette, familiäre Atmosphäre, aber ich frage mich ernsthaft, welcher Dozent am Ende der Welt lehren will? Hier ist wirklich der Hund begraben 🤔.
    Man findet in dem Dorf nichts außer einem kleinen Markt, der Kirche, einer Maismühle und einem kleinen Krankenhaus.
    Doch wie ist dieser Ort entstanden?
    Nach zwei gescheiterten Versuchen, eine Mission in Cape Maclear und Bandawe zu gründen, verlegte die Freie Kirche von Schottland ihre Mission schließlich 900 Meter über dem See in das Dorf Khondowe. An den vorherigen Orten waren wegen der Nähe zum Wasser zu viele Missionare an Malaria gestorben. Das Städtchen erhielt schließlich seinen neuen Namen nach Dr. David Livingstone, einem schottischen Missionar, dessen Tod 1873 die britische Unterstützung für Missionen in Ostafrika neu entfacht hatte.

    So viel darüber gelesen sind wir nun auf das Örtchen neugierig und brechen deshalb am 17.11.22 gegen 10 Uhr auf nach Livingstonia .
    Auf dem Weg dorthin machen wir noch einen kurzen Abstecher zum Manchewe Wasserfall - dem höchsten Malawis - und den dahinter gelegenen „Höhlen“ .
    Als ein paar junge Männer mit ihren Motorrädern an uns vorbeisausen, lassen wir unseren Plan, zu Fuß nach Livingstonia zu marschieren, spontan fallen.
    Todesmutig klettern Kai und Karola auf das eine Moped, Viktor und ich springen auf das andere. Mit dem Fahrer zusammen sitzen wir eng gequetscht nun zu dritt auf dem Hobel. Aber was mir am Anfang ein wenig Angst eingejagt hat, entpuppt sich als ein Riesenspaß. Die Jungs haben ihre Zweiräder voll im Griff und manövrieren uns souverän durch Spurrillen, Schlaglöcher und jede Menge roten Staub. Ganz ehrlich: Ich sitze mindestens so bequem und sogar noch weicher gefedert auf dem Mopedsitz ( zu dritt!) als auf meinem
    Königinnenstuhl im Camper. Nur Viktor ist nicht ganz so zufrieden.
    Zum einen hängt er mehr oder weniger auf dem Rand des harten Gepäckträgers und zum anderen gibt er - besonders auf dem Motorrad - äußerst ungern die Führung aus der Hand 😉.
    Nach der Besichtigung von Livingstonia und einer Führung durch die Uni, den Campus und ein paar Hörsäle entscheiden wir uns für einen weiteren Motorradritt zurück zum Campingplatz.

    Für den Nachmittag haben Karola und ich eine Massage gebucht.
    Auf dem Weg dorthin fühle ich mich noch wie ein verknotetes Wollknäuel, verwickelt, verspannt und zusammengezurrt .... ein wenig wie Quasimodo, der Glöckner von Notredame.
    Die Masseuse führt uns einen langen Pfad entlang bis zum anderen Ende des Terrains, wo eine überdachte, aber zu den Seiten offene Holzterrasse auf hohen Stelzen auf uns wartet.
    Es gibt keine Massageliege, wir müssen es uns auf dem Boden bequem ( haha) machen.
    Dann beginnt die junge Frau mit der Behandlung. Jeder noch so kleine Teil des Körpers wird geknetet, gerubbelt, massiert und gedehnt.
    Es ist eine Wohltat, und ich wünsche mir, es würde nie mehr enden.

    Beim Verlassen des Platzes eine Stunde später kann man von einem kleinen Wunder und einer großen Verwandlung sprechen.
    Meine Haut, die sich in den vergangenen Monaten in harte, schrumpelige Elefantenhaut verwandelt hat, ist plötzlich weich, geschmeidig und glatt wie ein Kinderpopo.
    Meine Schultern waren durch die schrecklichen Horrorstraßen so übel verspannt und hoch gezogen, dass meine Arme nur noch bis zum Gürtel reichten.
    Jetzt komme ich mir vor wie ein Orang Utan.
    Der Nacken und die Arme sind von der Massage so entspannt, gelockert und gelängt, dass meine Hände fast über den Boden schleifen. Ich habe eigentlich gar keine Arme mehr, das sind Flügel! Zumindest fühlt es sich so an!!!
    Und dieses einmalige Erlebnis kostet gerade einmal umgerechnet
    8 Euro.
    Unglaublich ...... " and thanks a lot, Christina" ...... das war wunderbar!!!

    Am letzten Abend genießen wir noch einmal die schöne Aussicht über den See in Richtung Tansania und die
    magische Kulisse der Friedlichkeit und Ruhe.......
    und wünschten, die Zeit würde ein wenig stehen bleiben, bevor die Sonne untergeht und das Camp in der Dunkelheit verschwindet.
    Wir verbringen noch eine friedliche Nacht auf knapp 1000 Metern Höhe, wo wir noch einmal fantastisch ( kühl ) schlafen können.

    Und dann machen wir uns auf den Weg nach Tansania. 🇹🇿
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  • Und wieder eine Borderstory

    20 November 2022, Tanzania ⋅ ⛅ 25 °C

    Eigentlich wollte ich euch eine weitere Borderstory ersparen, aber es floss einfach so aus mir heraus.
    Wahrscheinlich, um das Ganze zu verarbeiten. 😉

    Am 19.11.22 um 12.30 Uhr erreichen wir die Grenze nach Tansania. Die Beamten sind freundlich, und die Ausreise aus Malawi gestaltet sich zügig und problemlos.
    Dann folgt die Einreise nach Tansania.
    Die Visagebühren können wir in amerikanischen Dollars bezahlen.
    Wir haben riesiges Glück, dass der Beamte den 100 Dollarschein, den sie uns in Mzuzu in einer Wechselstube untergejubelt haben, akzeptiert.
    Er ist nämlich aus dem Jahr 2003, und diese Noten werden in Afrika nirgends mehr angenommen.
    🐖 gehabt!!!🙏
    Als wir die Gebühren für den Camper bezahlen wollen, erfahren wir, dass wir diese am Bankschalter einzahlen müssen. Ok, wo ist denn dieser Schalter? Gleich da um die Ecke, heißt es, und es wird irgendwie diffus in eine Richtung gezeigt.
    Sehr schnell wird klar, dass der Counter sich NICHT in diesem Gebäude befindet.

    Die Schweizer machen sich kurz entschlossen zu Fuß auf den Weg und laufen 20 Minuten durch die unerträgliche Hitze bis zu der Einzahlstelle.
    Warum in aller Welt ist die denn nicht hier bei der Grenzstation?
    Die Antwort ist, dass eine neue Borderstation gebaut wird, von der niemand weiß, wann sie fertig sein wird. Aber die Zahlstation ist sinnigerweise schon mal dahin verlegt (outgesourced) worden! Zur Freude aller Overlander, welch ein touristenfreundlicher Service 😬😉
    Viktor und Kai schicken einen jungen Grenzhelfer los, der mit seinem Moped zu der Paystation braust, um den Betrag einzuzahlen.
    Vorher aber müssen wir noch auf dem schwarzen Markt tansanische Schillinge kaufen; Dollars nehmen die an dieser Zahlstelle nicht 🤔. ( Fürs Visum ausschließlich USD, jetzt unter keinen Umständen. Wer kann mir das erklären?)
    Für 35 Dollar ( unsere allerletzten) erhalte ich 67000 Schillinge.
    Wieder zurück im Gebäude erfahre ich von Karola, dass sie 77000 bekommen hat. 😡👹
    Ich bin stinksauer. Schon wieder hat mich so ein Lump, dem ich blind vertraut habe, übers Ohr gehauen,
    Ich schieße förmlich aus dem Gebäude und suche nach dem Typ. Obwohl er sich im Schatten einer Baracke versteckt, finde ich ihn.
    Er ist ca 2 Meter groß und 6 mal so dick wie ich. Aber das ist mir in dem Moment vollkommen egal.
    Mit meinen ganzen 1,61 Metern baue ich mich vor ihm auf und tobe und schimpfe, was das Zeug hält.
    Ich hätte ihm vertraut, und er habe mir in die Augen gesehen und mich trotzdem übelst beschissen. Ich würde mich schämen, wenn ich seine Mutter wäre. So etwas wäre nicht anständig, sondern im höchsten Maße verabscheuungswürdig. Meine wütenden Augen sind so weit aufgerissen, dass sie beinahe aus ihren Höhlen fallen.
    Ein Polizist mit schwerem Gewehr steht ein wenig abseits der Szene und tut scheinheilig, als habe er nichts bemerkt.
    Ich rufe ihn hinzu und berichte, dass ich schon bei meinem ersten Schritt in sein Land betrogen werde.
    Schnell begreife ich, dass die zwei unter einer Decke stecken.
    Das aber darf er sich unter keinen Umständen anmerken lassen. Wer will schon ein korrupter Cop sein?
    Zudem registriert er, wie maßlos empört ich bin und flüstert dem Geldtypen schließlich etwas zu. Der kramt umgehend in seiner Hosentasche, zieht einen 10000 Schilling Schein heraus, reicht ihn mir und entschuldigt sich für sein schlechtes Benehmen.
    Entschuldigung angenommen und Respekt vor dieser Reaktion!

    Während es anfänglich verdächtig schnell ging, haben wir durch die «Bank- ind Tauschaktion» weit über eineinhalb Stunden verloren😱.
    Doch schließlich knallt der Stempel in unseren Pass und wir haben unser 90- tägiges Visum für Tansania.
    Gerädert, aber trotzdem glücklich fahren wir von dannen.
    In Mbeya kämpfen wir uns durch den abendlichen Verkehr zur Utengule Kaffee Farm.
    Nach den Plumskloerfahrungen tauchen wir hier in eine andere Welt ein.
    Ich freue mich drauf🙏👍😉

    Noch eine kurze Erklärung des Wappens von Tansania:
    Das Gelb oben steht für die Bodenschätze des Landes,
    Grün soll das Land, Blau das Wasser und Schwarz die Menschen repräsentieren
    Die Fackel steht für Freiheit, Aufklärung und Wissen. Als so genannte Uhuru-Fackel wurde sie erstmals im Jahr 1961 auf dem Gipfel des Kilimandscharo gehisst und ist ein populäres nationales Symbol.
    Das rote Feld symbolisiert die fruchtbare rote Erde. Die Wellenbänder stehen für Land, Meer, Seen und Küstenlinien des Landes. Axt und Hacke stellen typische Werkzeuge der Menschen dar, die das Land aufgebaut haben, der Speer steht für die Verteidigung der Freiheit Tansanias. Die Schildhalter sollen die Gleichheit und die Kooperation beider Geschlechter andeuten, die beiden Pflanzen repräsentieren die Landwirtschaft;
    der Kilimandscharo unten und die Stoßzähne an den Seiten sind Beispiele für die Natur des Landes.
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  • Für eine Handvoll Dollar

    20 November 2022, Malawi ⋅ ⛅ 29 °C

    Immer wieder haben mich in Malawi die Tischlereien gleich neben der Straße erschüttert.
    Hier werden nämlich nicht nur schön geschnitze Stühle, Türen und Tische zum Verkauf angeboten, sondern auch Särge.
    Entsprechend nennen die Besitzer sich: "Mc Coffin" oder "Makers of the last home".
    Über einer kleinen Werkstatt, nicht mehr als ein offener Sandplatz, hängt Benzingeruch. Heftig schiebt der junge Tischler den Hobel über ein Brett, Späne rieseln auf seine Anzughose.
    Man sieht, dass dies seine alltägliche Arbeit ist, die er ganz selbstverständlich
    verrichtet.
    In der Regel verkauft er 4 bis 5 Särge pro Tag ........ eine ganze Menge.
    Es gibt sie für jeden Bedarf und jedes Alter.
    Die Menschen sterben in großer Zahl, denn sie trinken das schmutzige Wasser, weil es vielfach keine Alternative gibt. Sie essen verfaulte Früchte vom Boden, weil sie Hunger haben. Die Folgen sind: Cholera und Tuberkulose sowie Malaria und Aids - all diese Krankheiten verhindern, dass die Menschen in Malawi alt werden. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 59.8 bis 63.4 Jahren.
    Am Straßenrand werden Ausstellungsstücke von Särgen präsentiert.
    Der Tote nimmt die gesellschaftliche Stellung mit in sein letztes Bett.
    Ein Standardsarg aus braunem Holz mit goldfarbenen Beschlägen kostet umgerechnet rund 82 Euro, es gibt auch luxuriösere mit Schnitzereien und Ornamenten - die sind dann teurer.

    In den Dörfern Malawis, wird über offenem Feuer gekocht.
    Die Rauchentwicklung des oft noch nassen Holzes verursacht schwerste Herz- und Lungenerkrankungen bei den Frauen, die für das Kochen und somit auch das Feuer zuständig sind.
    Weil sich die Mütter mit ihren Kindern (meistens Säuglinge) viele Stunden am Tag an oder gebückt über der Feuerstelle befinden, haben alle enorme Lungenprobleme.
    Die Babys sind auf dem Rücken der Mama festgebunden und inhalieren praktisch vom 1. Atemzug an die giftigen Gase.
    Die so hervorgerufene Lungenbelastung entspricht einem Zigarettenkonsum von 100 bis 1600 Zigaretten
    ......unvorstellbar.
    Doch offene Feuer führen nicht nur zu Rauchschäden. Vielfach erleiden Frauen und Kinder schlimmste Verletzungen durch Verbrennungen, die sie oft nicht überleben.

    Und so lehnen an der Wand auch die Vier-Fuß-Särge für Kinder bis fünf Jahre. Und die winzigen für Babys bis acht Monate, beschlagfrei, in glanzlosem Holz.
    Sie bekommt man für eine Handvoll Dollar.
    😪
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  • Tansania

    23 November 2022, Tanzania ⋅ ⛅ 21 °C

    Nach dem beschaulichen Malawi erreichen wir jetzt wieder ein größeres, bekannteres Land: Tansania.
    Was gibt es hier außer dem Kilimanjaro, der Serengeti, Dar-Es-Salaam und Sansibar sonst noch?
    Lassen wir uns überraschen!

    Deutsch-Ostafrika war die Bezeichnung einer in der Zeit von 1885 bis 1918 bestehenden deutschen Kolonie. Das Gebiet umfasste die heutigen Länder Tansania (ohne Sansibar), Burundi und Ruanda sowie ein kleines Gebiet im heutigen Mosambik mit einer Gesamtfläche von 995.000 Quadratkilometern.
    Mit rund 7,75 Millionen Einwohnern war es die größte und bevölkerungsreichste Kolonie des Deutschen Reiches.

    Seit der Unabhängigkeit von Großbritannien 1961 ist Tansania Mitglied im Commonwealth of Nations. Der Name Tansania ist ein Kunstwort, das sich aus den Namen der ehemals eigenständigen Staaten Tanganjika und Sansibar sowie dem Wort Azania, einer alten Bezeichnung für die Küste Ostafrikas, zusammensetzt.
    Die Einwohnerzahl beträgt heute etwa 41 Millionen, die Hauptstadt ist Dodoma, der Regierungssitz befindet sich jedoch in Dar Es Salaam.

    Tansania hat unglaublich viele Grenzen: im Norden Kenia und Uganda; im Westen Ruanda, Burundi und die Demokratische Republik Kongo sowie im Süden Sambia, Malawi und Mosambik.
    Seine natürliche Ostgrenze ist der Indische Ozean mit einer Küstenlänge von 1.424 km.
    Tansania ist das größte Land in Ost-Afrika und bietet vielfältige und spektakuläre Kulissen mit
    unzähligen Möglichkeiten, es kennenzulernen.
    Neben einem flachen, fruchtbaren Küstenpanorama findet man weitläufiges Hügel - und Hochland, welches gegen Westen vom Zentralafrikanischen Graben begrenzt wird. Vulkanmassive, Bruchschollen und Salzseen beherrschen das nördliche Landschaftsbild.
    Plateaus unterschiedlicher Höhe, vor ca. 35-40 Millionen Jahren im Tertiär entstanden, prägen hier die Szenerie . Zu diesen Erhebungen gehört auch das Kilimanjaro - Massiv,
    dessen höchster
    Punkt auf 5.895 Metern über dem Meer liegt; damit ist der Kili der höchste freistehende Berg der Welt.

    Kurz hinter der malawischen Grenze hängen die Wolken schwer über den Höhenzügen. Die Hügel sind dicht und satt mit Teebüschen bewachsen, unterbrochen von Reisfeldern, Bananen - und Kaffeeplantagen.
    Es ist jedes Mal aufs Neue faszinierend, wie sich die Landschaft nach einer Grenze verändert.
    In der ersten großen Stadt, Mbeya, wird uns bewusst, wie aufgeräumt Malawi war. Hier geht es drunter und drüber. Alte, klapprige Busse, unzählige LKW und sonstige Fahrzeuge stehen kreuz und quer auf der Straße oder brettern unkontrolliert durch die Gegend.
    Vor allem von den kleinen Tuc Tucs geht eine enorme Gefahr aus, erscheinen sie doch plötzlich aus dem Nichts und schlängeln sich durch jede noch so schmale Lücke. Sie sind links und rechts neben, aber auch gefühlt über und unter uns.
    Diese aus Indien importierten 3-Rad-Kraftfahrzeuge, in Tansania Bajaji genannt,
    eignen sich perfekt für den Einsatz auf den lokalen Straßen. Maximal 2 Personen sollen hinter dem Fahrer sitzen, meist sind es mehr als doppelt so viele.
    Nicht nur die Landschaft ändert sich, auch die Leute.
    Von den grossen Seen im Norden bis nach Dar es Salaam findet man viele Masai und deren kulturellen Einflüsse.
    Ursprünglich waren sie mit ihren Herden umherziehende Hirten, die
    den Ruf hatten, gefürchtete Krieger zu sein. Weil sie glaubten, die Rinder seien ihnen von Gott versprochen, machten sie Jagd ..... auch auf die Tiere anderer Völker und Stämme.
    In Ostafrika gelten sie als das bekannteste
    Nomadenvolk.

    Heutzutage arbeiten Masai-Männer in den Städten, um ihrer Familie ein Einkommen zu sichern. Sie tragen meist auffallend rote oder blaue Kleidung, Sandalen und Piercings, die ihre Ohrläppchen strecken sollen.
    Den Massai ist es erlaubt, polygam zu leben. Ein Mann kann so viele Frauen haben wie er Rinder besitzt. Durchschnittlich sind das 1–2 Frauen, bis zu fünf sind auch nicht ungewöhnlich, einzelne Männer bringen es sogar bis zu 30 Frauen.
    Unsere Lodge, auf der wir gelandet sind, verfügt wie viele andere über eine hauseigene Kaffeeplantage. ( Utengelo Coffeelodge ).
    Also ist eine Führung für uns ein Muss.
    Wir erfahren,
    wie die jungen Kaffeepflanzen gezogen werden,
    wie die Kaffeebohnen oder - kirschen wachsen und geerntet werden, um schließlich zu echtem Kaffee verarbeitet zu werden.
    70% des angebauten Kaffees in Tansania ist Arabica, eine Kaffeesorte die vornehmlich in höheren Lagen gedeiht, während die zweit häufigste Kaffeesorte, Robusta, in den niederen Regionen wächst.
    Deutsche Missionare begannen bereits Anfang 1898 Kaffee am Fuße des Kilimanjaros einzuführen und seitdem ist Kaffee aus Tansania nicht mehr wegzudenken.
    Mittlerweile werden 265.000 Hektar für den Anbau von Kaffee genutzt und in den letzten 5 Jahren wurden durchschnittlich 51.777 Tonnen Kaffeebohnen produziert....Tendenz steigend.

    Kaffee ist neben Wasser das populärste Getränk der Welt – und eine beliebte Handelsware. Nur mit Erdöl wird weltweit mehr gehandelt. Der Markt ist dabei oft ungerecht: Vom Ernten der reifen Kaffeekirsche bis zur fertig gerösteten Kaffeebohne ist es ein langer Weg, vor allem aber eine enorme Wertsteigerung, von der in erster Linie die Unternehmen und Kaffeeröstereien profitieren
    – nicht aber die Pflückerinnen. Für ein Kilogramm bekommen sie nur wenige Cent und müssen deshalb täglich bis zu 45 Kilogramm ernten, um von ihrem Lohn leben zu können.
    Wenn man sich darüber Gedanken macht, bleibt einem bei der anschließenden Kaffeeprobe der Schluck im Hals stecken.
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  • Ngosi Krater

    23 November 2022, Tanzania ⋅ ⛅ 20 °C

    Der Ngosi ist ein zuletzt um 1450 ausgebrochener Vulkan in den Poroto-Bergen im südlichen Hochland von Tansania.
    Noch heute existiert ein imposanter Krater, der ein beliebtes Wanderziel von der Stadt Mbeya aus darstellt.
    In der Caldera ( dem Krater ) ruht ein 1.5 Kilometer breiter, 2.5 Kilometer langer und 75 Meter tiefer,
    malerischer See.
    Auf der Fahrt dorthin passieren wir üppig grüne Hügel und Täler, bedeckt von unzähligen Feldern voller Mais, Kartoffeln, Bohnen, Bananen, Kaffee und Tee. Jeder Zentimeter wird noch von Hand bestellt..... was für eine Knochenarbeit!

    Der Fußweg zum See ist auf beiden Seiten von saftig grünen Sträuchern, Bananenstauden und riesigen Bambussen eingerahmt.
    Affen und viele Vogelarten sind in diesem Urwald heimisch, und auch drei endemische Arten von gehörnten Chamäleons leben hier. Leider erspähen wir keines von ihnen.

    Mit unserem Guide zusammen stapfen wir den steilen Pfad hinauf bis zu unserem Ziel, dem zweitgrößten Kratersee Afrikas.
    Die Aussicht ist einfach atemberaubend!
    Spätestens, als Abdullah uns darauf aufmerksam macht, erkennen wir es ganz genau: Der See hat die Form einer afrikanischen Landkarte!
    Kein Wunder, dass er eine spirituelle Bedeutung für die Einheimischen besitzt.
    Sein Wasser ändert die Farbe ständig von grün über blau in verschiedenen Nuancen bis hin zu einem fast tiefen Schwarz.
    Es ist ein faszinierender Anblick, und in diesem Augenblick gehört
    der Kratersee
    uns ganz allein!
    Eine lokale Legende besagt, dass einige Soldaten während der deutschen Kolonialisierung Kästen mit Münzen in den See warfen und ihn dann verzauberten,
    um ihn vor Dieben zu schützen.
    Bis heute glauben die Einheimischen, dass in dem See eine furchterregende, zwölfköpfige Schlange haust, die über den Schatz wacht. Bei unserem Besuch sichten wir weder diese Kreatur noch Teile des versunkenen Schatzes.
    Der Rückweg verläuft etwas weniger anstrengend: Die Stechbremsen, die uns vorher übel geplagt hatten, sind erstaunlicherweise fast ganz verschwunden.
    Außerdem überrascht uns unser Ranger mit erfrischendem Wasser aus einem mit der Machete abgeschlagenen Bananenblatt. Unglaublich, so etwas hat noch keiner von uns erlebt.
    Heute, am 23.11. gibt es mehrere Highlights:
    Der Geburtstag unseres Kükens Kai 🐤, ein Volleyballturnier an der Lodge ( Schweiz, Namibia, Deutschland), das Weltmeisterschaftsspiel Deutschland gegen Japan ( mitten in Tansania) und zum Abschluss des Tages ein köstliches Abendessen in der Lodge.
    Besser kann es kaum laufen. ❤️🙏😉
    Nur schade, dass Deutschland verloren hat. ⚽️😬
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  • Isimila Stoneage Site

    25 November 2022, Tanzania ⋅ ⛅ 25 °C

    Auf unserem Weg zum nächsten Nationalpark besuchen wir am
    25. November die Isimila Stone Age Site, eine archäologische Fundstätte
    20 Kilometer südlich der Stadt Iringa.

    Ein kleines Museum, nicht besonders spektakulär, empfängt uns mit vielfältigen Ausgrabungsstücken.
    Es sind Relikte uralter Werkzeuge und Waffen, alte Speere, Schleudern, Handäxte, Faustkeile und Speerspitzen,
    von denen angenommen wird, dass sie
    in der Steinzeit, circa 300.000 bis 400.000 Jahre vor Christus hergestellt und für die Jagd verwendet wurden.
    Der großen Anzahl nach zu urteilen muss sich einst eine bedeutende steinzeitliche Siedlung hier befunden haben.

    Nur einen kurzen Fußweg entfernt erreichen wir den winzigen Canyon:
    Ein kleines „Monument Valley“ mit erstaunlichen Erosionsformationen, welche in Jahrtausenden entstanden sind, erwartet uns.
    Es könnte der kleine Bruder vom Bryce Canyon in Utah, Nordamerika sein:
    Eine Schlucht aus gelbbraunen Sandsteinsäulen, Türmen und Nadeln,
    die in unterschiedlicher Höhe über und neben uns aufragen. Verwundert fragen wir uns, ob das wirklich Afrika ist.
    Denn wenn wir an diesen Kontinent denken, sind es seine endlosen Savannen, die mit Akazien übersäten Weiten oder tropische Flussbecken, die einem in den Sinn kommen, nicht aber ein solch bizarrer Canyon.
    Funde fossiler Tierknochen von Nilpferden lassen Vermutungen aufkommen, dass in der Steinzeit ein See rund um Ismila existierte.
    Über Tausende von Jahren erodierte die Landschaft durch Regen und Wind immer weiter, und allmählich verwandelte sich das große Wasserbecken in eine gewaltige Schlucht.
    Aufgrund der unterschiedlichen Härte setzten die einzelnen Gesteinsschichten der Kraft des Wassers mehr oder weniger Widerstand entgegen. Die weicheren Elemente wurden schneller weg gewaschen als die harten,
    letztendlich blieben bizarre Formen schmaler Felspyramiden zurück.

    Wir erleben eine tolle Wanderung durch dieses skurrile Gelände aus einem Meer von Säulen und Wänden.
    Das ganze Gebiet ist in ein Farbenspiel von orange bis rot getaucht, die Spitzen der Felstürme leuchten gelblich - golden, dazwischen blitzt der ein oder andere grüne Baum ..... und sonst nichts außer Stein, Sand und Staub.
    Unglaublich ..... wir staunen über den Einfallsreichtum der Naturkräfte und müssen feststellen:
    Kein Künstler könnte diese Werke eindrucksvoller geschaffen haben.
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  • Ruaha Nationalpark

    26 November 2022, Tanzania ⋅ ⛅ 32 °C

    Der Ruaha Nationalpark ist nach dem Nyerere Nationalpark und der Serengeti der größte und älteste Nationalpark in Tansania. Er umfasst eine Fläche von über 20.000 Quadratkilometern. Dennoch gehört er nicht zu den bekanntesten Nationalparks Tansanias. Wie viele andere Reisende stoßen wir erst nach einiger Recherche auf dieses Juwel im Zentrum Tansanias.
    Aber gerade weil der Park etwas unbekannter und weniger berühmt ist, wollen wir ihn auf keinen Fall verpassen.
    Er gilt als noch so gut wie unberührt und vor allem unerforscht.
    Im Reiseführer steht: wenn Sie gerne abseits der ausgetretenen Pfade unterwegs sind, wird Ihnen die spektakuläre Wildnis im Ruaha Nationalpark sicher gefallen!
    Also machen wir uns auf den Weg, dieses Idyll im Herzen Tansanias kennenzulernen.
    Der Name des Parks leitet sich vom Great Ruaha River ab, der an seinem
    östlichen Rand das unwegsame, halbtrockene Buschland durchfließt und
    das überlebensnotwendige Wasser spendet.
    Der Park bietet mehr als 10.000 Elefanten und damit der größten Elefantenpopulation Ostafrikas einen Lebensraum.
    Wenn man Glück hat, erspäht man die seltenen afrikanischen Wildhunde und Säbelantilopen im Park und den Großen Kudu, den es nur hier gibt.

    Mit etwa 475 verschiedenen Vogelarten kommen auch Vogelliebhaber voll und ganz auf ihre Kosten. So kann man hier den rar gesäten Nashornvogel, den Eisvogel, den Nektarvogel oder auch einen Storch entdecken.
    Wir haben das Glück und bekommen sogar den größten von ihnen, den Marabu, zu Gesicht.

    Verschiedenste Landschaftsformen prägen das Bild im Park.
    Hügel, Berge, Feuchtgebiete, und der quer durch den Park verlaufende Grabenbruch zeichnen die Gegend aus.
    Kaum haben wir unseren Game Drive begonnen, geht es auch schon los:
    Anmutig schreitet eine Giraffe über die Ebene.
    Unglaublich, wie elegant sich diese große Tiere bewegen können. Aber gleichzeitig sind sie auch tollpatschig und ungelenk, wenn es darum geht, trinken zu wollen......was wir auch einmal aus sicherer Entfernung erleben dürfen.
    Die Beine auseinander gespreizt, den Rücken gestreckt und den Kopf weit nach vorn unten gebeugt: Um zu trinken, müssen Giraffen einen wahren Balanceakt hinlegen. In dieser Position sind sie besonders gefährdet, wenn sich potentielle Feinde anschleichen. Zum Glück kommen die bis zu sechs Meter hohen Tiere im Zweifel auch wochenlang ohne einen Schluck Wasser aus.

    In ihr Gefolge reiht sich eine Gruppe Zebras. Und nur wenige Meter entfernt drängt sich eine Elefantenfamilie in den kühlen Schatten eines Affenbrotbaumes, die Jungen schützend in die Mitte, manchmal sogar zwischen die Beine der Mama genommen.

    Je nach Jahreszeit präsentiert sich der Ruaha Fluss in unterschiedlichen Bildern: mal üppig, wasserreich und bis über die Ufer hinaus gefüllt oder aber schmal und zu einem kostbaren, von blendenden Sandflächen umgebenen Wasserstreifen zusammengeschrumpft.
    Auf die letztere Art zeigt er sich uns aufgrund der extremen Trockenheit, die zur Zeit hier herrscht.
    Es wird wirklich höchste Zeit, dass die Regenperiode ihren Einzug hält.
    Das Leben der Tiere spielt sich zum größten Teil nahe dieser Lebensader ab und bietet dem Beobachter immer neue imposante Tierschauspiele.
    So tummeln sich unzählige Flusspferde und Krokodile im kühlen Nass, während Wasserböcke, Impalas und andere Antilopen unter Umständen ihr Leben für einen Schluck Wasser riskieren.
    Die Bedrohung kommt jedoch nicht nur aus dem Wasser – in den dichten Büschen lauern auch
    Geparden, Wildhunde sowie Streifen- und Tüpfelhyänen und Löwen.

    Und dann sehen wir ihn, den König der Tiere.
    Nein, der wartet nicht auf Beute. Der ist satt, voll gefressen und zufrieden, wie er da im Schatten eines Baumes döst.
    Lässig liegt er da ..... er ist sich seiner Position, die er im Tierreich innehat, mehr als bewusst.
    Das Menschengefährt, also unser Auto, scheint ihn nicht im Geringsten zu beeindrucken, ist es aus Erfahrung doch weder Gefahr noch Beute.
    Während sich in den berühmten Schutzgebieten nicht selten ein Dutzend Safari-Jeeps um eine Raubkatze staut, hat man die Tiere hier im Ruaha Park ganz für sich allein.

    Von den Big Five: Büffel, Elefant, Leopard, Löwe und Nashorn haben wir auf unserer Reise bis auf den Leoparden schon alle gesehen.
    Was für ein Riesenglück!!!

    Mehr als zufrieden mit den Eindrücken von Tier und Landschaft verlassen wir das „Paradies der Tiere“ am Morgen des 28. November, denn unser nächstes Ziel wartet schon auf uns.

    Doch bis zum Parkgate gilt es noch 15 Kilometer übelster Wellblechpiste zu bewältigen.
    Es reißt uns beinahe das Auto auseinander. Wir probieren es mit hoher Geschwindigkeit, wir versuchen es langsam und im Schritttempo.... Nichts hilft!
    Mein Kiefer klappert und krampft vom Zähne zusammen beißen, mein Nacken zerbricht schier, und mein Rücken windet sich vor Schmerzen.
    Doch nichts macht das Martyrium erträglicher,
    nichts mindert die Qualen.
    Das müssen wir jetzt aushalten.
    Es reißt mir den Kopf vom Hals, es dreht die Wirbelsäule korkenzieherartig verkehrt, herum, es gibt Tritte in die Magengrube und in den Unterleib. So stelle ich mir Folter vor.
    Und plötzlich laufen dieTränen. Ich kann einfach nicht mehr.
    12 Kilometer und 2 Stunden später erreichen wir das Gate und steigen um gefühlt 10 Jahre gealtert aus dem Camper.

    Als wir uns am Parkausgang registrieren, werden wir nach den Wagenpapieren gefragt. Der Grund dafür ist, dass die Eintrittsgelder für Autos nach dem Leergewicht des Fahrzeuges berechnet werden.
    Im internationalen Fahrzeugschein sind die Maße verzeichnet.
    Oh Gott, das wird teuer!!!!

    Eintritt pro Person: 30 USD für 24 Stunden
    Camping pro Person: 30 USD pro Nacht
    Gebühr fürs Fahrzeug:
    40 USD bis 2 Tonnen,
    150 USD bis 3 Tonnen und 250 USD über 3 Tonnen.
    Und auf diese Preise kommen noch 18 % Steuer dazu.
    Und dies sind nur die Preise für die günstigeren Nationalparks…
    Nein, das ist entschieden zu viel!!!
    In unserem internationalen Fahrzeugschein steht der Vermerk 3.5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht. Das wären 250 US Dollar.
    Im Carnet de Passage steht 2.1 Tonnen Leergewicht. Das sind 150 US Dollar.....immer noch zu teuer!
    In unserem zerfledderten deutschen KFZ Schein sind die unterschiedlichsten Zahlen aufgelistet: Eine davon ist die Höhe: 1.97 Meter.
    Und dann, ich kann unser Glück kaum fassen, nimmt er diesen abgewetzten Schein und trägt die Höhe des Wagens als Gewicht ein.
    Wir kommen mit 40 USD statt mit 150 pro Tag davon!
    Insgesamt 383 US Dollar für 48 Stunden, das ist immer noch schweineteuer
    und mehr als genug......

    Aber das Beste ist: Der Camper ist nun in der untersten Kategorie gelandet und dementsprechend für ganz Tansania so registriert. Wenn wir Glück haben, gilt die Berechnung jetzt in jedem Park – 🤩!
    Ein klein wenig entschädigt uns das für die Qualen auf der Horror-Piste!
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