• Ila Richter
  • Ila Richter

Peru

Ila tarafından 32 günlük bir macera Okumaya devam et
  • Gezinin başlangıcı
    27 Ağustos 2025
  • Lima

    28 Ağustos 2025, Peru ⋅ ☁️ 16 °C

    Bei der Landung in Lima empfängt uns zunächst eine eher enttäuschende Aussicht. Wir fliegen über weitläufige Industriegebiete in der Nähe des Hafens, umzingelt von Containern und ohne jegliche Bäume oder Pflanzen in Sicht. Es ist Winter und der Himmel zeigt sich in einem trüben Grau. Während ich zum Uber gehe, frage ich mich, ob es an den 36 Stunden Reisezeit liegt, dass mir so kalt ist und ich nicht gerade in Urlaubsstimmung bin. Später erfahre ich, dass das Kälteempfinden durch die hohe Luftfeuchtigkeit von über 80% verstärkt wird.

    Am nächsten Tag führt uns Paul durch die Altstadt und erzählt viel über die Geschichte Limas. Das Zentrum der im Jahr 1535 gegründeten Stadt ähnelt anderen südamerikanischen Städten und ist tagsüber relativ sicher. Nach Einbruch der Dunkelheit sollte man jedoch vorsichtig sein.

    Lima hat heute etwa 12.000 Einwohner. Während wir die Entstehungsgeschichte des Landes erfahren, bewundern wir zahlreiche, teils gut restaurierte Gebäude, darunter die beeindruckende Kathedrale und das Rathaus. Am nächsten Tag steht ein Feiertag an, bei dem die Heilige Rosa, die Polizeipatronin, geehrt wird. Überall in der Altstadt sind festlich gekleidete Polizisten zu sehen, die sich in den Kirchen und auf den Straßen tummeln – und alle scheinen beschäftigt mit ihren Handys zu sein ha ha ha 😀

    Leider bleibt uns nicht genug Zeit, um die Katakomben zu besuchen. Mit unserem Guide verlassen wir das Zentrum und überqueren die Steinbrücke ins Rímac-Viertel. Hier verirren sich nur selten Touristen, obwohl es nur wenige Meter vom Stadtzentrum entfernt liegt. Ich bin so in Gespräche und Übersetzungen vertieft, dass ich keine Bilder machen kann.

    Das Viertel würde ich als deutlich ärmer beschreiben, aber auch authentischer als das touristische Zentrum. Die überwiegend gelb gestrichenen Häuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert sind renovierungsbedürftiger als die in den touristischen Gegenden, aber das schmälert ihren Charme keineswegs. Am Ende der Straße erblicken wir eine Kirche, und dahinter erhebt sich der Hügel des Heiligen Christopher. Unten am Berg erstreckt sich eine Siedlung bunter Häuser, die mich an Valparaíso in Chile erinnern. Die meisten Bewohner sind Peruaner, die nach Lima gekommen sind, um Arbeit und bessere Lebensbedingungen zu finden. Um von dem Viertel der bunten Häuser auf den Hügel zu gelangen, benötigt man einen einheimischen Guide und muss der Polizei Schutzgeld zahlen. Wir haben uns entschieden, den Hügel diesmal nicht zu besuchen.

    Im Rímac befindet sich auch die Stierkampfarena, in der an jedem Wochenende im Oktober Stierkämpfe stattfinden. Der Eintritt ist kostenintensiv; eine Ticket kostet 100 USD, was umgerechnet etwa 350 Sol entspricht. Ein ziemlich lukratives Geschäft, wie unsere Guide uns erklärt. Der Mindestlohn beträgt 1.200 Sol. Zum Mittagessen haben wir heute mit einheimischen Arbeitern für nur 16 Sol (ca. 4 EUR) gegessen. Abends genießen wir in einem sichereren Viertel, wo die Touristen wohnen, eine Kleinigkeit. Dasselbe Essen kostet dort 60 Sol (ca. 15 EUR).

    Ich fühle mich erneut privilegiert, da wir in Lima in einer der sichersten Gegenden wohnen. Überall ist Sicherheitspersonal präsent, und die Polizei steht an jeder Ecke bereit – und das nicht, weil es morgen ein Feiertag ist, sondern um die Touristen zu schützen. Miraflores und Barranco sind beliebte Viertel für Touristen und wohlhabende Bewohner, in denen man auch nachts sicher durch die Straßen laufen kann

    Nun verlassen wir Lima. Auf dem Weg zum Flughafen stoßen wir auf die geschlossene Autobahn – wahrscheinlich wegen des heutigen Feiertags. Nicht schlimm, wir haben genügend Zeit, denke ich. Unser Fahrer ist sehr gesprächig. Der gebürtige Venezolaner erklärt uns den Umweg. Trotz des Umwegs ist die Fahrt sehr kurzweilig. Er erzählt viele Anekdoten und interessante Redewendungen, die je nach Land benutzt werden. Sehr interessant. Die meisten Uber-Fahrer sind die besten Informationsquellen.

    Er führt uns durch einen der gefährlichsten Teile Limas – sagt er. Er ist seit 3 Jahren nicht mehr hier gewesen. Wir fahren tagsüber; nachts hätte er eine andere, viel längere Route gewählt, um zum Flughafen zu gelangen. Früher hat er mit Gemüse und Obst die Supermärkte in Lima versorgt. Dadurch kennt er sich hier gut aus. Er macht uns auf die Polizei aufmerksam, die den Umleitungstransfer bewacht. Schon krass. Ich habe sie nicht mal wahrgenommen.

    Die Straßen sind fast leer. Doch hin und wieder sehen wir Menschen. Meistens Männer, aber auch Frauen mit ca. 2-jährigen Kindern, die auf dem Gehweg laufen. Aus dem Auto sieht die Gegend nicht viel anders aus als der Rest von Südamerika.

    Diesmal gelingt es mir, Bilder zu machen. Sind die letzten im Verlauf;)

    Der Flughafen in Lima wurde erst vor 3 Monaten eröffnet. Alles ist neu und schick. Die Gringos sind hier jedoch nicht besonders gemocht. In erster Linie bezieht sich das natürlich auf die Amerikaner. Da wir aber weiß sind, gibt es für die Einheimischen keinen Unterschied. In einem Café werden wir nur widerwillig bedient.

    Das Leben ist doch überall gleich...
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  • Arequipa 2350 m

    30 Ağustos 2025, Peru ⋅ 🌙 13 °C

    In Arequipa wurden wir mit klarem Himmel und strahlendem Sonnenschein empfangen. Was für ein Kontrast zu Lima! Wie gewöhnlich erwies sich unser Taxifahrer als ein erstklassiger Guide. Obwohl wir im Voraus den Preis festgelegt hatten, machte er eine extra Runde um das Zentrum, um uns zu zeigen, wo wir die Supermärkte usw. finden können. Während der ca. 30-minütigen Fahrt erfuhren wir außerdem, wie wir am besten unsere Weiterreise gestalten sollten, was wir gegen die Höhenkrankheit unternehmen können und dass Arequipa mit 1.800.000 Bewohnern nach Lima die zweitgrößte Stadt in Peru ist.

    Tja, so einfach kann Reisen und Leben manchmal sein...

    Im Hotel angekommen, erwartet uns ebenfalls eine super schöne Überraschung: Das Zimmer ist schöner als gedacht, direkt vor der Tür blüht ein üppiger Strauch, und ich kann mich wieder aufwärmen und Sonne tanken. Außerdem wird morgen die Wäsche gewaschen. Hier kann man sie nämlich super gut trocknen lassen.

    Schon bei der geringen Anstrengung merkten wir allerdings auch die 2.350 m Höhe. Beide haben wir ein wenig Druck auf der Brust und uns ist auch etwas schwindelig. Nach der ersten Tasse Mate de coca und nach dem Kauf des Sauerstoffs für Alfred sind die Beschwerden etwas weniger geworden. Vielleicht haben wir uns die nur eingebildet. ...;))

    Übrigens zum Abendessen haben wir nach empfangen des Taxifahrer die typischen Gerichte ausprobiert:
    Chupe de Camarones, eine Suppe mit Garnelen, Gemüse und Reis.
    Lomo salado, Fleisch mit Reis und Pommes.
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  • Cañon del Colca 4900 m

    1 Eylül 2025, Peru ⋅ ⛅ 7 °C

    Um 3 Uhr morgens geht es zu dem ca. 160 km entfernten, tiefsten Canyon in Peru und einem der tiefsten der Welt – dem Colca-Cañon. Die Nacht ist frostig, die Tour ist organisiert. Für die Hinweise sind ca. 3 Stunden eingeplant. Allerdings dauert allein das Tanken ca. 30 Minuten...

    Wir machen die Tour aus zwei Gründen. Vorrangig möchten wir den Cañon sehen, der in einem Nationalpark liegt. Zweitens werden wir die Anden auf ca. 5000 m durchqueren, was für uns der nächste Schritt zur Akklimatisierung ist.

    Eine Stunde später lassen sich in der Dunkelheit der Nacht die ersten Konturen der Berge erkennen. Der Tag bricht an. Es ist schwer vorstellbar, dass in dieser gottverlassenen, kahlen Landschaft ein Leben existieren sollte. Inzwischen ist der Himmel babyblau mit zarten rosa-weißen Farben überzogen. Majestätisch erheben sich die Berge vor uns. Jetzt lässt sich auch die Flora der Gegend erkennen. Der Boden ist gefroren, was man an den Eiszapfen sieht, die an den Rändern der Bäche hängen. Bei jeder Kurve der Serpentinen ändert sich die Landschaft. Keine Kamera, oder zumindest keine unserer Handykameras, kann diese Eindrücke erfassen.

    Die erste 5000-m-Passage merke ich nur daran, dass mir wieder schwindelig ist und es in den Ohren knallt. Ich habe meinen Coca-Tee dabei. Das Kauen der Coca-Blätter hilft auch. Nach nur ca. 10 Minuten sind die Beschwerden fast weg, bis sie bei der nächsten Anstrengung zurückkommen. Mit Anstrengung meine ich, auf die Toilette zu gehen oder ein paar Schritte zu laufen.

    Irgendwann geht es wieder nach unten. Vom Weiten erkennt man die Siedlungen. Mein Staunen darüber, dass hier Menschen leben, nimmt kein Ende. Es ist schon hell, ca. 7 Uhr. Wir sind die Ersten in dem Restaurant, wo uns unser Frühstück serviert wird. Die Brötchen sind so kalt, dass man denkt, sie seien gefroren, obwohl sie frisch sind. Doch die Portion kultureller Unterhaltung wärmt mich schnell auf. Bei der Vorführung eines Tanzes werde ich zum Mitmachen eingeladen. Das kurze Hüpfen fühlte sich in der Höhe von 3200 m wie ein Marathonlauf an.

    In diesem Teil von Peru beginnt jetzt der Frühling. Mit Ende August ist die kälteste Zeit vorbei. Im Tal sehen wir viele Felder, die aber erst im Dezember bestellt werden können, damit die Pflanzen während der 3 Monate Regenzeit (Januar-März) wachsen können. Es werden Kartoffeln – bis zu 200 Sorten, Mais und Quinoa – angebaut. Weiter in den tropischen Gebieten wachsen Avocados, Orangen und Äpfel.

    Am Cruz del Condor könnten wir Kondore in ihrem natürlichen Lebensraum sehen. Wir haben Glück: Zwischen Mai und September fliegen die Kondore in der Colca-Schlucht von 8 bis 10 Uhr morgens. Das verschafft uns mehr Zeit für die weiteren Aktivitäten des Tages. Kurz nach unserer Ankunft kreisen auch schon die Kondore, zusammen mit anderen Aasfressern, majestätisch über unseren Köpfen. Sie erscheinen mir kleiner als die in Patagonien. Trotzdem sind sie mit 2,5 m Spannweite und 1,7 m Körpergröße riesig. Kondore sind monogam; stirbt eines der Paare, suizidiert sich das andere. Sie leben ca. 80 Jahre und ernähren sich ausschließlich von Aas.

    Auf dem Rückweg besuchen wir ein kleines Dörfchen namens Maka. Hier probieren wir den Saft, der aus den Kakteen gewonnen wird. Also genieße ich am frühen Morgen einen Pisco Sour. Trotz der frühen Stunde bevorzuge ich die alkoholische Variante. :) Eine der Zutaten des typisch peruanischen Getränks ist der Kakteensaft. Er sieht aus wie Kiwi-Saft und schmeckt etwas säuerlich.
    Übrigens; seit einiger Ewigkeit streiten die Peruaner mit den Chilenen von wem der Pisco Sauer eigentlich stammt;))

    Mittlerweile ist es fast Mittag. Die Sonne scheint, und ohne es zu merken, droht ein Sonnenbrand. In den Thermalquellen von La Calera ist Entspannung angesagt. Und ich habe meinen Bikini vergessen. :(

    Neben dem Baden kann man hier auch Kajak und Quat fahren und auf einer Leine in der Luft Fahrradfahren. Verrückt!

    Wir haben eine Verzögerung von ca. 30 Minuten. Einige der peruanischen Reiseteilnehmer kommen immer zu spät. Liegt das an der Nationalität? Unser Guide nimmt das sehr gelassen.

    Es bleibt genügend Zeit für ein Mittagessen in Form eines Buffet.
    Mein Fazit: Die peruanische Küche ist die beste, die ich in Südamerika probiert habe.

    Auf dem Rückweg gibt es noch viel Wissenswertes über die Vulkane, Kultur und zahlreiche Gelegenheiten, in der Höhe von fast 5000 m Fotos zu machen und Inka-Mate zu trinken. Jeder Schritt fühlt sich an wie zehn Minuten Joggen. Das Kauen der Coca-Blätter hilft wieder. Mein Coca-Tee ist bereits alle.

    Zurück in Arequipa geht es zunächst in die Apotheke. Dort gibt es Kräuterkapseln, die auch "Touristenkapseln" genannt werden. Sie enthalten eine Reihe von Kräutern, die helfen, die Beschwerden der Höhenkrankheit zu lindern und die Akklimatisierungsphase besser zu meistern. Ich frage mich, wie das die Touristen machen, die nur 14 Tage zur Verfügung haben....
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  • Cusco

    3 Eylül 2025, Peru ⋅ ☀️ 11 °C

    Cusco ist die dritte Stadt, die wir bis jetzt in Peru gesehen haben, und die schönste. Wobei die Schönheit der Stadt im Vergleich zu Lima und Arequipa gemessen wird, die eher unattraktiv sind.

    Cusco liegt, wie eine Tasse, im Tal, umgeben von Hügeln, an denen sich die Siedlungen der Stadt erstrecken. Am schönsten ist es am Abend, wenn alles beleuchtet ist.

    Um 6:30 Uhr kommen wir mit dem Nachtbus in Cusco an. Den ersten Blick aus dem Bus Terminal habe ich auf dem ersten Bild festgehalten.

    Nachdem ich meine Akklimatisationsphase überstanden habe, ( den ersten Tag war ich außer Gefecht)
    war es auch möglich, endlich Cusco zu erkunden. Allerdings haben wir soviel außerhalb der Stadt besucht dass wir keine Zeit hatten sie zu genießen.

    Die Gassen Cuscos sind sehr eng. Man muss aufpassen, auf dem Gehweg zu bleiben, um nicht von den vorbeikommenden Autos erfasst zu werden. Wie überall gibt es auch in Cusco große Kontraste: gut restaurierte Gebäude, teure Hotels und gleich daneben fast auseinanderfallende Ruinen.

    Zuerst besuchen wir nur die Qorikancha, den Inkatempel in Cusco – den Sonnentempel. Nach der Ankunft der Spanier wurde der Tempel sowie sein Garten bis auf kleine Fragmente zerstört. Der Konvent Santo Domingo wurde an deren Stelle erbaut. Heute kann man beide Architekturen an einem Ort bewundern: die Präzision der Inkas und die Baukunst der Spanier.

    Auf dem Weg zu den Ausgrabungen der archäologischen Ruinen der Hochkultur musste ich an deren solide und präzise Architektur denken, während ich die heutigen Gebäude in Cusco sah. Diese liefern ein Armutszeugnis der heutigen Architektur. Wahrscheinlich werden die meisten Gebäude in eigener Regie errichtet.

    Um möglichst viel zu erfahren, buchen wir eine geführte Tour. Unser Guide Leo begleitet uns zuerst zu Saqsaywaman, einer imposanten Anlage. Leo erklärt mit Nachdruck, dass dieser Platz ausschließlich religiösen Zeremonien diente und nicht als Fortifikation genutzt wurde. Die beeindruckende Bauweise und die Höhe bieten einen schönen Blick auf Cusco von oben.

    Nur ein paar Autominuten entfernt liegt der nächste archäologische Komplex, Q'enco. Hier kann man einen weiteren Zeremonienort samt dem Opfertisch sehen. Die Mutter Erde wurde hier gewürdigt. Unser Guide versichert uns, dass die Inkas keine Menschenopfer durchgeführt haben. Laut anderen Quellen wurden allerdings kindliche, gut erhaltene mumifizierte Leichen in der Region des heutigen Argentinien gefunden. Im Mund der Kinder wurden Coca-Blätter gefunden, und die Leichnam zeigte keine weiteren Gewalteinwirkungen.

    Eigentlich hat Cusco einen recht schönen Plaza de Armas, den wir nur flüchtig am Abend gesehen hatten. Am letzten Tag ist Alfred krank. Ich kam totmüde von einem Tagesausflug zum Vinicunca zurück und habe keine Kraft mehr, um noch einmal durch die Stadt zu laufen. Es bleibt mir noch zu viel regeln, bis wir am nächsten Tag zurück nach Arequipa geflogen waren.
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  • Die Höhenkrankheit

    3 Eylül 2025, Peru ⋅ ☀️ 15 °C

    Laut Wikipedia bezeichnet man als Höhenkrankheit ein Syndrom bei Menschen, die sich in große Höhen begeben, ohne sich physiologisch an die verminderte Sauerstoffkonzentration der Atemluft anzupassen. Eine andere Bezeichnung ist D’Acosta-Krankheit (nach José de Acosta). Die Höhe, bei der erste Symptome auftreten, ist individuell verschieden und stark konstitutionsabhängig; sehr selten kann eine Höhenkrankheit bereits zwischen 2000 und 2500 m auftreten.

    Leitsymptome sind Kopfschmerzen. Dazu kommen häufig Appetitverlust, Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit, Schwäche, Atemnot, Schwindel, Tachykardie, Benommenheit bis zur Apathie, Tinnitus und Schlafstörungen.

    Die Höhenkrankheit kann in ein akutes und lebensbedrohliches Höhenhirnödem (HACE) übergehen; auch kann sich ein ebenfalls lebensgefährliches Höhenlungenödem (HAPE) bilden.

    So viel zur Theorie...

    Und hier sind meine Erfahrungen...

    Tatsächlich haben wir uns gleich nach der Landung in Arequipa "komisch" gefühlt. Der Ausdruck "komisch" trifft es am besten. Ein leichter Schwindel, etwas Druck in der Brust – aber nichts wirklich Greifbares. Das "komische Gefühl" verstärkte sich bereits bei der kleinsten Belastung, wie zum Beispiel, wenn ich mich schnell ins Bett legen oder ohne darüber nachzudenken ein paar Schritte schneller zur Toilette gehen wollte.

    In Cusco wachte ich bereits mit diesem "komischen Gefühl" auf. Das Kauen der Coca-Blätter hilft, zumindest bedingt, egal was die Wissenschaft dazu sagt. Einfach kauen, sich setzen oder hinlegen und abwarten. Irgendwann merkt man, dass es wieder besser wird… dachte ich…

    Am ersten Tag in Cusco endete unser Spaziergang zum Zentrum in der ersten Bar, die nur ca. 50 m vom Hotel entfernt war. Auf dem Weg von der vierten Etage nach unten musste ich in der dritten Etage eine Pause einlegen. Ich hatte das Gefühl, als läge ein Stein auf meiner Brust, mir war schwindelig, die Luft war knapp, und ich konnte einfach nicht weitergehen. Einige Minuten später legte ich an der Rezeption die nächste Pause ein. Auf der Suche nach einem Restaurant schaffte ich es dann zur nächsten Bar, Gott sei Dank war die nur drei Häuser entfernt. Schließlich war ich froh, satt wieder ins Zimmer und ins Bett geschafft zu haben, begleitet von vielen Coca-Blättern, Inka-Mate, Touristenkapseln und der liebevollen Fürsorge unserer Gastgeberin.

    Erstaunlicherweise ging es Alfred recht gut. Mit wenigen Verschnaufpausen, ein paar Touristenkapseln und ein paar Coca-Blättern hatte er die Akklimatisationsphase problemlos überstanden.

    Drei Tage später machten wir eine Tour zu sämtlichen archäologischen Stätten der Inkas. Mit dem Auto wechselten wir innerhalb von wenigen Minuten mehrere Hundert Höhenmeter. Eine der Sehenswürdigkeiten lag plötzlich 300 Meter tiefer als unser Hotel. Beim Aussteigen aus dem Auto bekam auch ich wieder dieses "komische Gefühl". Offensichtlich gibt es die Symptome des "komischen Gefühls" auch beim Absteigen… Das dachte ich. Diesmal verging das Gefühl schnell. Heute erklärte uns unser Guide, dass die Coca-Blätter nur einen Placebo-Effekt haben und nicht wirklich helfen…

    Wie auch immer, ich finde, sie haben mir schon etwas gebracht, auch wenn es nur für meinen Kopf war ;) und außerdem hatte ich gaaanz viel Durst ;)))

    Auf der Route über die archäologische Stätte warf ich so manchen Blick in die Räumlichkeiten der Service-Center. Es scheint, als wären sie tatsächlich gut auf Notfälle vorbereitet… Trotzdem hatten wir unseren Sauerstoff immer dabei.

    Ein paar Tage später.

    Um Machu Picchu zu besuchen, mussten wir wieder auf ca. 2400 m hinuntergehen. Heute geht's zurück nach Cusco: 3400 m.

    Morgen steht einer meiner absoluten Träume auf dem Programm: Vinicunca – der Berg der sieben Farben in 5000 m Höhe.

    Auf 4600 m über dem Meeresspiegel kommen wir mit dem Auto. Beim Aussteigen aus dem Van wird mir ein wenig schwindelig. Ich habe vorsichtshalber ca. 2 Stunden vor Ankunft auf dem Parkplatz zwei "Touristenkapseln" eingenommen. Unser Guide gibt uns einen Überblick über das Zeitmanagement.

    Während wir über 3 Stunden auf einer Distanz von 2 km einen Anstieg von 400 m bewältigen müssen – inklusive Rückweg – wird die Luft mit jedem Schritt wörtlich dünner. Der Schwindel ist weg, ich bin aber tachykard. Ich versuche, sehr langsam zu laufen, bin aber immer noch zu schnell für meinen Körper. Nach nur ein paar hundert Metern wird mir klar: Ich muss auf ein Pferd umsatteln. Andernfalls komme ich nicht rechtzeitig an. Durch das Ausweichen auf das Pferd gewinne ich 30 Minuten Zeit, was mir oben am Aussichtspunkt ermöglicht. Bei den letzten Schritten, kurz vor 5000 m, fühle ich mich eigentlich gut. Aber nach fast jedem Schritt brauche ich eine Pause, sonst habe ich das Gefühl, umzufallen. Diese Pausen nutze ich, um die Aussicht zu genießen und Fotos zu machen.

    Der Abstieg geht erstaunlich leicht. Trotzdem muss ich mich abbremsen. Ich fühle mich einfach nur unendlich müde. Irgendwann, auf dem halben Weg zurück zum Parkplatz, fällt mir das Atmen wieder schwer. Für die 2 km nach unten zurück brauche ich eine ganze Stunde. Auf meiner Brust liegt ein virtueller Stein. Ich habe Kopfschmerzen. Ob die vom Schlafmangel, der Höhe oder der Erschöpfung kommen, ist mir in diesem Moment egal.

    Zurück in Cusco sind wir immer noch auf 3500 m. Irgendwie merkt man die Höhe trotzdem, obwohl wir schon ein paar Tage hier wohnen.

    12.9.25 Zurück in Arequipa geht es Alfred aufgrund der Luftverschmutzung schlecht. Wir fahren am nächsten Tag wieder auf 4000 m, um die Salineras zu besichtigen. Es scheint, als ob er immer noch nicht an die Höhe adaptiert ist. Er hat Schwindel. Anderseits weigert er sich, ausreichend isotonische Getränke zu trinken, und provoziert mit seinem unvernünftigen, sturen Verhalten eine Verschärfung der Symptome. Allerdings kann er gut atmen, sagt er. In der Höhe angekommen, bleibt er aufgrund des Schwindels in der Nähe des Vans. Das Laufen ist ihm zu viel. Mir ist ein wenig schwindelig, ich kann aber gut langsam gehen.

    13.9.25 Der Besuch des Titicaca-Sees wird ein Marathon für uns beide. Da Alfred mit zum See will, aber nicht auf 4000 m übernachten möchte, verbringen wir 2 Nächte im Nachtbus. Zwar sind die Busse mit (fast) Betten ausgestattet, aber wir sind kontinuierlich unterwegs. Es geht ihm sehr schlecht, sowohl aufgrund des Schwindels als auch von der Seite der Lunge. Deshalb bleibt er während des gesamten Ausflugs auf dem Boot, ohne die Inseln zu erkunden. Ich werde immer fitter.

    15.9.25 Nach ca. 2 Wochen kommen wir zurück auf Meeresspiegelhöhe. Der Schwindel begleitet uns. Die letzten 3 Nächte haben wir im Bus verbracht und kaum gefrühstückt. Vielleicht liegt es am Druck des Meeres oder an der Höhe, die hier unten herrscht.

    Wie auch immer, die hohen Gebiete, vor denen wir Respekt hatten, haben wir hinter uns gelassen. An den Druck des Meeresspiegels muss ich mich wieder gewöhnen.

    Alfred hat die dünne Luft mit wenig Sauerstoff für seine Verhältnisse sehr gut überstanden. Die Sauerstoffflasche mussten wir nicht benutzen, wir haben sie in Arequipa an ein Krankenhaus verschenkt. Wir beide hätten nicht gedacht, dass er zu vielen unserer Reiseziele mitkommen würde. Was Alfred zusetzt, ist die Umweltverschmutzung. In dem Smog der großen Städte fällt ihm das Atmen schwer
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  • Auf den Spuren der Inkas

    4 Eylül 2025, Peru ⋅ 🌙 11 °C

    Heute war ich in Cusco auf den Spuren der Inkas.

    Als Erstes ging es zur Qorikancha, dem wichtigsten Tempel der Inkas in Cusco, auch bekannt als der Sonnentempel. Dieser wurde um 1500 von den Spaniern zum Convento Santo Domingo umgebaut, bzw. abgerissen und das Kloster darauf erbaut. Danach ging es zu weiteren Tempeln. Hier wurden unter anderem die Götter des Regens, die Mutter Erde und viele andere verehrt, deren Namen ich mir leider nicht gemerkt habe.Okumaya devam et

  • Rum um Cusco Teil I

    5 Eylül 2025, Peru ⋅ ⛅ 6 °C

    Um 5:30 Uhr klingelt der Wecker. Zu Hause kann ich länger schlafen. 🤔 Ein neuer Tag, ein neuer Guide. Eine neue Sichtweise auf die Geschichte des Landes und der Inka.
    Um 6:30 Uhr geht es mit Benjamin und ein paar anderen Touristen zuerst Richtung Chinchero, einem auf 3760 m Höhe liegenden Dörfchen. Wir laufen an einem Pfarrheim vorbei, deren Fassade wir uns merken sollten. Später erkannen wir, dass für das bauen des Pfarrheims und der Kirche wurden im 16. Jahrhundert die Bauten der Inkas abgerissen. Im Laufe der Zeit haben die Menschen hier – die Indios und die Spanier – einen Kompromiss für das Zusammenleben gefunden. Das Zeugnis dafür finden wir an einem Kreuz mit der Sonne mitten drauf. Zum großen Missfallen der katholischen Kirche, versteht sich. Doch das ist ein Zeichen für das friedliche Zusammenleben. Wer mag schon darüber urteilen, was wohl wichtiger ist?

    Unweit von Chinchero liegt Moray, eine großflächig rund angelegte, nach innen kleiner werdende Struktur. Die runden, breiten Flächen bilden sogenannte Terrassen. An den Terrassen angekommen, erklärt uns Benjamin deren Funktion. Zuerst hatte man angenommen, dass sie dem Anbau von Nahrungsmitteln dienten. Es gibt allerdings kein Bewässerungssystem, mit dem die Pflanzen hätten versorgt werden können. Höchstwahrscheinlich wurden hier Kartoffeln ausgelegt. Tagsüber trocknete die Sonne die Kartoffeln aus, nachts wurden sie durch die Kälte gefriert. Nach ein paar Tagen trockneten die Kartoffeln dermaßen, dass sie kleinen Steinen ähnlich wurden. In dieser Form waren sie über 30 Jahre haltbar. Nach kurzem Einweichen im Wasser waren sie wieder essbar.

    In Peru existieren laut Benjamin weit über 4000 Arten von Kartoffeln. Sie blieben, zusammen mit Mais und Quinoa, die Basis der Nahrung im ganzen Land. Selbst viele Redewendungen und lokale Ausdrucksweisen sind mit Kartoffeln verbunden.

    Eine peruanische Frau erzählt mir dann, wie sie weiterverarbeitet werden. Man reibt die harten Kartoffeln zu einem Pulver. Das Pulver entspricht unserem Kartoffelstärke oder Kartoffelmehl. Es ist geschmackneutral und kann zum andiecken von Speisen genutzt werden. Des Weiteren ist das Pulver reichhaltig an Calcium, was sich positiv auf die Muskeln auswirkt. Am Herzen wirkt es entgegen der Tachykardie, die bei der Höhenkrankheit häufig vorkommt.

    Wir verlassen die hohen Regionen der Berge. Auf dem Weg nach unten wechselt die braune Farbe. Die Berge glitzern in warmen Rottönen.
    Wir besuchen die Salineras Maras. Das aus den Bergen fließende, ca. 30 °C warme Wasser ist sehr salzhaltig. Die Methode der Salinen brachten die Spanier mit. Das Ausbrennen des Salzes brachte ein Sohn des Landbesitzes aus Frankreich – wo er zum Studieren war – nach Peru mit. Seitdem wird von hier aus das Salz in die ganze Welt exportiert. Die ganze Gemeinde verdient damit ihren Lebensunterhalt. Laut unserem Guide funktioniert hier die Idee des Kommunismus seit mehr als 1000 Jahren gut. Demzufolge werden die Menschen der Region Cusco vom Rest der Peruaner „die Roten“ genannt. Dank meiner Erfahrungen aus der Kindheit bezüglich des Kommunismus fällt es mir sehr schwer zu glauben, was Benjamin erzählt... Allerdings ist der Gedankenaustausch mit ihm sehr interessant.

    Benjamin selbst lebte 8 Jahre in der Schweiz. Er spricht ein wenig Deutsch. Nach 8 Jahren kehrte er aufgrund seiner Heimweh nach Cusco zurück. Seine Frau konnte sich wiederum an die peruanische Lebensweise nicht gewöhnen. Die Trennung folgte.

    Benjamins Vater ist ein Indio, die Familie – wie alle hier – ist streng katholisch. Trotz alledem scheint Benjamin recht objektiv über die Geschichte des Landes zu berichten. Er hinterfragt vieles. Seine Version über die Spanier, Inkas und die Entwicklung von Peru gefällt bestimmt nicht allen im Van. Die meisten sind Peruaner aus Lima.

    Die ersten Konquistadoren, die aus dem heutigen Europa kamen, waren die Kastilier. Meistens Männer und Soldaten, auf der Suche nach Gold. Sie verwüsteten die Tempel der Inkas auf der Suche nach Reichtum. Im 16. Jahrhundert kam dann der Kler dazu. Die katholische Kirche erklärte die Indios zu seelenlosen Tieren. Und so hatten zum Beispiel bis vor 55 Jahren die Kinder der Indios keinen Zugang zur Bildung. Um zur Schule zu gehen, wechselten viele die Namen auf spanische. Um zu studieren, mussten viele das Land verlassen.

    Im Grunde genommen waren die Spanier nicht viel anders als die Inkas selbst. Denn auch die Inkas waren gnadenlose und brutale Eroberer. Sie eroberten andere Kulturen, vernichteten oder unterdrückten sie. Unumstritten ist jedoch deren faszinierende Architektur und Kultur. Benjamin meint, sie waren gute Verwalter, aber in ihrer invasiven Art gleichen sie den Spaniern. Das Imperium der Inka, in vier große Teile geteilt, wurde streng von Soldaten kontrolliert und überwacht. Ca. alle 10 km existierte ein Kontrollpunkt. Auch die mächtigen Inkas hatten wohl Angst vor den Aufständen der unterdrückten Völker...

    Mittlerweile ist es Mittagszeit. Im Valle Sagrado, was so viel bedeutet wie „das Heilige Tal“, kehren wir in ein Restaurant ein. Das Essen hier ist gnadenlos überteuert und wird in Form eines Buffets serviert – typisch touristengerecht. Auf diese Weise können wir jedoch viele verschiedene Speisen probieren, ohne dass wir alle Speisen extra kaufen müssen.

    Alles ist sehr lecker. Tatsächlich sind die Basiszutaten für die Gerichte Kartoffeln, Mais und Quinoa, ferner Fleisch und Fisch – spricht: Ceviche.

    Eine Stunde später sind wir mit unserem Van durch das Heilige Tal Richtung Ollantaytambo unterwegs. Die Straße verläuft entlang des Flusses, einer der Quellen des Amazonas auf dieser Seite der Anden. Dank des Flusses ist das Tal selbst jetzt in der Trockenzeit grün.

    Unterwegs statten wir den lokalen Menschen einen kurzen Besuch ab. Hier wird uns präsentiert, wie aus Alpaka-Haaren (Alpakas haben keine Wolle) Wolle gewonnen wird. Sehr interessant! Aus einer einheimischen Wurzel wird Shampoo hergestellt, und das Rohmaterial wird mit diesem Shampoo gewaschen. Aus Pflanzen werden natürliche Farben gewonnen. Unglaublich, wie viele verschiedene Töne da entstehen können. Das Erstellen von Stoffen ist reine Knochenarbeit. Sie ist so anstrengend, dass nur 5 Stunden am Tag gearbeitet wird. Dafür wird ein Instrument aus Alpakaknochen verwendet. Dadurch ist der hergestellte Stoff wasserdicht.
    In der " Küche " der vorzeige Werkstatt werden Meerschweinchen gezüchten. Eine Delikatesse hier. Nur sie zu probieren habe ich mich noch nicht getraut. 😀
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  • Rund um Cusco Teil II

    6 Eylül 2025, Peru ⋅ ☁️ 16 °C

    Ollantaytambo ist eines der sehr gut erhaltenen Dörfer der Inkas. Wir verlassen den Van, und vor uns erstreckt sich ein gewaltiger Berg von Terrassen. Und ich denke: Ach du Sch... sollen wir da etwa wirklich hochsteigen??? Doch, das sollen wir. Alfred bleibt unten.
    Tatsächlich schaffe ich es bis nach oben. Belohnt werde ich dafür mit Benjamins interessanten Erzählungen.

    Alle Häuser des Dorfes bis zur ersten Etage bestehen aus Mauerwerk aus der Inka-Zeit. Eigentlich gar nicht so lange her – erst 600 Jahre. Das Dorf verfügt über offene Wasserkanäle, die die Straßen noch schmaler machen, ihnen aber einen gewissen Charme verleihen. An den vielen Verkaufsständen vorbei laufen wir auf die Terrassen zu. Mit einer Breite von etwa 4 m und einer Höhe von ca. 3–4 m wurden sie zum Anbau von Nahrungsmitteln genutzt. In den Bergen rund um Ollantaytambo sehen wir die Speicherräume. Dank dem warmen und starken Wind, der in der Höhe weht, blieben die dort gelagerten Lebensmittel lange haltbar.

    Ganz oben angekommen, sehen wir aus nächster Nähe die enormen Steine der weiteren Ruinen. Man weiß nicht, was die Inkas hier bauen wollten. Der Bau wurde zuerst von den Soldaten während der Suche nach Gold zerstört. Dann kamen die Priester und veranlassten, die Steine aus der Inkastadt für den Bau der Kirche zu verwenden.

    Aufgrund der Beschaffenheit der riesigen Steine lässt sich sagen, dass sie aus dem gegenüberliegenden Berg stammen. Über Rampen wurden sie dann hinauf befördert. Heute ist es eigentlich verboten, sie zu berühren. Die Bakterien unserer Hände verursachen Erosionen des Materials. Aus nächster Nähe lässt sich die faszinierende Architektur erkennen. Die Inkas bauten erdbebensicher. Die Steine sind in sich selbst verankert. Unglaublich!

    1,5 Stunden und ein paar hundert Höhenmeter später kommen wir in Pisac an. Benjamin ist unglücklich. Wir sind spät dran, sagt er. Auf meine Frage, wie viel Verspätung wir haben, antwortet er: 5 Minuten. Ich lache. Wir laufen weiter und unterhalten uns über seine Arbeit, Ansichten und Glaubensansätze.

    Das archäologische Zentrum in Pisac ist Machu Picchu im Kleinformat, sagt Benjamin. Allerdings kann man dort viel besser die Lebensräume der Inka nachvollziehen. Viele der Häuser sind noch perfekt erhalten, nicht bewohnt, aber begehbar. In Machu Picchu selbst ist das nicht mehr möglich.

    Ca. 100 m vor unserer Nase wird das Zentrum geschlossen. Jetzt verstehe ich, was 5 Minuten Verspätung bedeuten. Eine der interessantesten Sehenswürdigkeiten des Tages können wir streichen. Zwei peruanische Pärchen haben den ganzen Tag wertvolle Minuten gestohlen, indem sie immer zu spät waren. Von unten sehen wir noch den in den Berg eingebauten Friedhof und laufen dann zurück zum Van.

    In Cusco kommen wir erst um 19 Uhr zurück. Es ist bereits dunkel. Die Stadt ist voller Leben, Autos und pfeifenden Polizisten, die versuchen, den Verkehr zu regeln. Das Einzige, was ihnen gelingt, ist jedoch viel Lärm zu machen, denke ich beim Passieren der Straßen.

    Hundemüde, aber glücklich, viel gesehen und gehört zu haben, kommen wir erst um 21 Uhr im Hotel an.

    Angela, unsere Gastgeberin, hat bereits Wärmeflaschen in unsere Betten gelegt, damit wir besser schlafen können. Auch der Taxifahrer für morgen um 6:30 Uhr wurde für uns bestellt, damit wir pünktlich unseren Zug Richtung Machu Picchu erreichen. So sind die Menschen hier...
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  • Machu Picchu

    7 Eylül 2025, Peru ⋅ ☁️ 20 °C

    Um 7 Uhr morgens checken einige Touristen aus, ohne zu berücksichtigen, dass manche gerade heute ausschlafen können. Wie asozial ist das denn?!

    Um nicht zu spät am Eingang unseres Zieles zu sein, gehen wir schon gegen 9:00 Uhr zur Bushaltestelle. Man kann die 11 km nach oben auch zu Fuß laufen. Davon sehen wir beide ab. Momentan bin ich nur glücklich, das ich mich überhaupt bewegen kann. Bei Alfred entfällt die Idee sowieso.
    Es scheint, als ob alle anderen Touristen die gleichen Gedanken haben. Die Schlange vor der Bushaltestelle ist riesig. Wir, ebenso wie viele andere, sind maßlos zu früh. Nachdem wir mehrmals in der Schlange nach hinten gerutscht sind, möchte ich von einem der Servicekräfte eine gescheite Erklärung. Auf Spanisch funktioniert eben alles besser! ;)

    Der Eintrittsbereich oben am Berg ist momentan aufgrund von Überfüllung gesperrt. Die Situation wird gerade geregelt. Wir haben noch 1,5 Stunden Zeit.

    Tatsächlich ist die Situation unter Kontrolle, als wir eine Stunde später wieder kommen.
    Oben angekommen, treffen wir auf Jorje. Wir hätten sowieso einen Guide engagiert. Nach kurzen Handeln steht auch schon der Preis ;)

    Und auf einmal sind wir mitten im MACHU PICCHU ❤️🧡💛
    So lange geträumt und doch irgendwie so unvorbereitet. So unglaublich einfach !

    Bereits 1983 wurde Machu Picchu von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. 2007, nach einer weltweiten Online-Abstimmung, wurde Machu Picchu als eines der neuen 7 Weltwunder ausgezeichnet. Seitdem strömen die Menschen – 5600 pro Tag, bzw. 500 pro Stunde – in das archäologische Zentrum. 60% des Areals bleiben den Besuchern vorenthalten, zum einen, um das Gebiet zu schützen, zum anderen, um die Besucher zu schützen. Aufgrund der geologischen Risiken in der Region drohen bestimmte Teile mit dem Einsturz. Des Weiteren kontrolliert die UNESCO alle 4 Jahre, ob der Status des Weltwunders noch gerechtfertigt ist. Um diesen zu erhalten, ist das peruanische Ministerium für Kultur verpflichtet, es zu schützen.

    Seit 2024 hat das peruanische Ministerium für Kultur neue Regelungen herausgegeben, die übrigens laufend angepasst werden.

    Unser Guide Jorge erzählt uns, dass er als Kind auf den Terrassen des Komplexes Fußball gespielt hat. Heute ist die 13 Quadratkilometer große Inka-Ruinenstätte in 3 Gruppen und insgesamt 10 Routen unterteilt. Man muss für jede Route ein separates Ticket kaufen. Die Tickets sind zeitgebunden. Um auf der sicheren Seite zu sein, muss man 2-3 Monate im Voraus ein Datum und eine Uhrzeit für den Besuch auswählen. Wir haben tatsächlich einen jungen Mann aus Spanien getroffen, dem es nicht gelungen ist, vor Ort ein Ticket zu kaufen. Die früheren Zeitfenster für den Eintritt waren bereits vor 2,5 Monaten ausgebucht. Echt verrückt!

    Viele der Angaben über das Leben der Inkas und deren Volk, die Quechua, basieren auf Vermutungen.

    Über das Volk der Quechua werde ich noch schreiben...

    Jorge erzählt, dass die Terrassen des Komplexes etwa 50% der Nahrungsmittel für die in den umliegenden Bergen lebenden Gemeinden der Quechua produzierten.

    „Wie muss ich mir das Leben in der Stadt eigentlich vorstellen?“ frage ich Jorge.

    „Also:“

    „Eigentlich stehen wir hier vor 2 Städten. Die linke im Bild ist die wichtigere. Hier lebte der Inka, den man auch als den Boss bezeichnen kann. Hier befanden sich der Sonnentempel, die Wasserquellen. Dem gehörte ein großes Haus mit mehreren Zimmern. Das Quechua-Volk, also die armen Leute, die arbeiten mussten, wohnten in kleinen Häusern daneben. Viele Menschen lebten auf einem Raum. Oben in den Häusern hatten die Menschen ihre Vorräte, die dank der Fenster gut belüftet waren.

    Der Zugang zu diesem Teil der Stadt war nur der einheimischen Bevölkerung über die Hauptpforte gestattet. Die Ruinen im rechten Teil des Bildes gehören eher zu dem weniger wichtigen Teil der Stadt. Hierzug hatten die Besucher Zugang, denen der Zugang zur Hauptstadt verwehrt blieb.

    Machu Picchu ist eigentlich der Name des größten Berges, den die Inkas vergötterten. Die Berge bedeuten immer Leben, denn das Wasser, das die Inkas nutzten, kam aus den Bergen, nicht aus den Flüssen. Der Berg schützte und nährte, deshalb der Kult der Berge.

    Hier oben wurde der Ort als Kalender genutzt. Aber das wird morgen ein Thema sein, wenn ich über die Puerta del Sol schreibe.))

    Als Hiram Bingham 1911 auf der Suche nach Geschichten zufällig den Ort entdeckte, lebte am Rande des Komplexes eine Familie. Der Rest war mit dichter Vegetation bewachsen, von Bären, Pumas und Kojoten bewohnt – für die Menschen unerreichbar. Ein Jahr später entschied sich die peruanische Regierung, die Natur durch Feuer zu beseitigen.

    ...so vieles mehr könnte ich noch erzählen...

    Aber morgen ist auch noch ein Tag. Und was für ein! Morgen geht's wieder nach oben.

    Heute sind wir um 18:00 Uhr unten in Aguas Calientes zurück gewesen. Es hat angefangen zu regnen. Was für ein Glück, dass wir auch so viel Glück hatten! Denn der Sonnenschein ist hier nicht selbstverständlich...
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  • Puerta del Sol und mehr 😉

    8 Eylül 2025, Peru ⋅ ☁️ 14 °C

    Dieser Tag gehört nur mir und Machu Picchu. Keine Menschen, kein Dolmetschen, keine Regelungen irgendwelcher Art.

    Um 9:15 stehe ich vor dem geschlossenen Eingang des einsamen Pfade. Am Eingang zur Sehenswürdigkeit werden die Eintrittskarten zusammen mit dem Reisepass mehrmals kontrolliert. Die ersten Kontrollen habe ich bereits hinter mir. Die Wanderwege des Circulo 1 liegen jedoch ein wenig abseits. Auf eigene Faust traue ich mich nicht, hineinzugehen. Ich beschließe, zurück zu einem Kontrollpunkt zu laufen, um zu fragen, ob ich weitergehen kann.

    Ja, ich darf rein!

    Ich stehe ganz alleine auf dem Inka-Pfad und schaue mich um. Es ist einfach fantastisch! Sonnenschein pur, und ich laufe im Schatten der üppigen Pflanzen. Unten im Tal erstreckt sich vor mir das Dorf Machu Picchu. Von hier oben kann ich die Terrassen bis hinunter zum Fluss sehen, genau wie Jorje gestern gesagt hat. Um die nächste Kurve kann ich die Spitze des Berges Machu Picchu sehen. Mit jedem Schritt genieße ich das Zwitschern der Vögel und die Aussicht.

    Peru hat ca. 35 Millionen Einwohner. Laut Jorje leben ca. 9 % der Menschen in den Bergen von der Landwirtschaft. Reines Inka-Blut lässt sich jedoch nur noch bei den Ceros nachweisen. Dieses Volk lebt über 5000 m in den Anden. Es gibt nur noch ein paar Hundert von ihnen, die unter dem Schutz der UNESCO stehen. Mich interessiert, ob sie gelegentlich in die Städte kommen und was passiert, wenn sie Mitglieder anderer ethnischen Gruppen heiraten. Jorje meint, das dürfen sie nicht. Ob das so ist, weiß ich nicht, trotzdem finde ich das irgendwie schrecklich.

    Nach vielen Pausen komme ich beim Puerta del Sol - dem Sonnentor an. Kurz nach mir kommt eine junge Frau aus Chile. Jedes Jahr am 21. Dezember scheint die Sonne durch dieses Tor. Das war das Zeichen des Sommers für die Inkas. Auf diese Weise funktionierte deren Kalender, und die Bauern wussten, wann sie mit den Arbeiten beginnen sollten. Allerdings gibt es drei Öffnungen in den Ruinen. Welches das richtige ist, möchten wir von einem Mitarbeiter des peruanischen Ministeriums für Kultur wissen. Wie überall steht auch hier in totaler Abgeschiedenheit jemand.

    Schnell entwickelt sich eine nette Konversation. Früher - so der Mann - in den 60er Jahren waren hier viele Touristen auf eigene Faust unterwegs. Es gab keine Kontrollen und keine Regeln. Die Touristen haben viel Müll hinterlassen und die Natur zerstört. Manche haben sich in der Wildnis verloren. Erst als ihre Angehörigen sie suchten, machte man auf die Vermissten aufmerksam. Seit die UNESCO 1983 Machu Picchu zum Weltkulturerbe erklärt hat, hat sich hier alles geändert. Die Berge sind voll mit schmalen Inka-Pfaden. Auf eigene Faust ohne einen Guide darf jedoch kein Tourist hier gehen. Es ist möglich, in 4 Tagen und 3 Nächten den Inka-Trail zu Fuß zu gehen. Das kostet ca. 500 Dollar. Man geht mit einer kleinen Expedition, die aus einem Guide, einem Koch und zwei Trägern besteht, die das Equipment tragen. Übernachtet und gekocht wird auf ausgezeichneten Campingplätzen. Als ich mich dafür interessierte, musste ich feststellen, dass der Ticketpreis den Eintritt zu Machu Picchu nicht beinhaltete. Hier beim Sonnentor kann man auch den Inka-Pfad hinunterblicken – Gänsehaut pur! Gerade kommt eine der 4-tägigen Expeditionen hoch.

    Alles Schöne hat ein Ende. Wir beenden unsere nette Runde. Nach einem Abschlussfoto geht es wieder nach unten. Um 13 Uhr scheinen die Kontrollstellen weniger überwacht zu sein. Laut meinem Ticket darf ich noch die oberen Aussichts-Terrassen besuchen. Ich laufe an einigen Alpakas vorbei, die gerade ihre Siesta machen.

    Von hier aus bietet sich eine andere Perspektive auf das Pueblo Machu Picchu. Man kann sehen, was sich auf der anderen Seite der Berge befindet. Aus Neugier folge ich unwillkürlich einem weiteren Inka-Pfad – für den mir allerdings das Ticket fehlt. Der Pfad ist nicht lang; er führt zu einer Brücke, die an der Wand des Berges Machu Picchu hängt. Nach einer Weile komme ich schließlich an einem besetzten Kontrollpunkt an. Ein Ausweichen ist nicht mehr möglich.

    Mit einem etwas naiven und unschuldigen (ich glaube, ich kann das tatsächlich!) Gesicht beichte ich dem älteren Mann, dass mir wohl das Ticket für den weiteren Weg fehlt. „Möchtest du die Brücke sehen?“ fragt mich der Señor. „Würde ich sehr, sehr gerne“, ist meine Antwort, während ich mental meine Wasserreserven überprüfe. Ich habe kaum etwas zu trinken und nichts mehr zu essen. Zwar ist das Essen hier verboten, aber etwas dabei sollte man IMMER haben. Egal. „Dann geh, komm aber wieder“, sagt er zu mir und lächelt. Ich schicke ihm einen Handkuss und gehe durch den Kontrollpunkt.

    Das ist MEIN Tag!!!

    Ohne Ticket komme ich zu den Füßen von Machu Picchu. Der Weg ist nicht lang, aber spektakulär. Die Brücke kann man nur von weitem sehen – so ein NIX an einer riesigen Wand des Berges!

    Zurück an der Aussichtplattform begegne ich den Alpakas, die inzwischen ihre Mittagspause beendet haben. Noch ein paar Minuten den Blick genießen. Nie werde ich hierher zurückkommen! Die Schlange, um in den Bus nach unten zu steigen, ist mehrere Hundert Meter lang. Erst als ich mich setze, um einen Kaffee zu trinken, bemerke ich, wie müde ich tatsächlich bin. Ob es an der Wirkung des halb verschütteten Kaffees liegt oder an
    meiner Faulheit, so lange auf den Bus zu warten, entscheide ich mich, zu Fuß zurück ins Dorf Aguas Calientes zu gehen.

    Es sind viele Touristen unterwegs. Auf dem halben Weg nach unten holt mich Pablo ein. Der 51-jährige Pilot macht mit seinen drei Freunden eine Motorradtour. Aus Argentinien sind sie über Chile nach Peru gekommen. Morgen geht es für sie weiter Richtung Bolivien und dann zurück nach Hause – nach Argentinien. Da seine Freunde den Bus bevorzugen, ist er – wie ich – allein auf dem Weg ins Dorf.

    Die restliche Strecke vergeht wie im Flug. Pablo interessiert sich für die Einstellung der Deutschen zum Krieg in der Ukraine. Wir quatschen über Mileni und die Entwicklung der Wirtschaft in Argentinien während der 1,5 Jahre unter seiner Regierung. Pablo bringt mir ein paar neue Ausdrücke auf Spanisch. Es ist sehr unterhaltsam. Unterwegs treffen wir auf einige andere Deutsche und lästern auf Spanisch über sie. Die kulturellen Unterschiede der Menschen fallen sehr schnell auf.

    Solche Begegnungen machen das Leben bunt. Das sind die wertvollsten Erlebnisse auf Reisen. Auf Instagram bleiben wir in Kontakt
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  • Aquas Calientes

    9 Eylül 2025, Peru ⋅ ⛅ 18 °C

    Eine Routine scheint sich einzustellen. Der Wecker klingelt schon wieder um 5:30 Uhr. Die Nacht war kurz. Habe ich wirklich Urlaub???

    Unser Taxifahrer ist überpünktlich. Der Zug auch. Das Reisen wird leichter. Wir müssen unser Gepäck bis auf einen kleinen Rucksack zurücklassen. Angela kümmert sich darum... Unser Engel eben...

    Der Zug verlässt Cusco in einer Art Zickzackfahrt. Immer wieder fahren wir in entgegengesetzte Richtungen. So bewegen wir uns bergaufwärts. An unseren Fenstern ziehen sich ziemlich öde Landschaften mit nicht zu Ende gebauten Häusern vorbei. So leben die Menschen eben hier. Unwillkürlich denke ich wieder an die Nachrichten aus den Kriegsgebieten. Die Landschaften in Peru erinnern mich an Bilder aus den Nachrichten von Syrien, das sich gerade im Krieg befindet. Obwohl ich, je länger ich hier bin, desto weniger erschreckend finde.

    Wir sind erst ein paar Minuten unterwegs und schon sind von oben nur noch die Dächer der Stadt zu sehen. Ca. 2 Stunden später ändert sich die Landschaft. Wir fahren hinunter, entlang eines Flusses, in einem grünen Tunnel, umzingelt von reicher Vegetation. Zum Glück haben wir mal eine schöne Landschaft. Wobei die Entspannung wirklich nur von der Landschaft kommt. Ein Zug vor uns hatte einen Unfall. Wir haben über 1 Stunde Verspätung...

    In Aguas Calientes angekommen, glauben wir beide kaum, dass wir, vor allem Alfred, hierher geschafft haben. Der Traum von Machu Picchu ist zum Greifen nah. Die ursprüngliche Idee all unserer Reisen. Einer der Gründe, Spanisch zu lernen. Doch dann, aufgrund gesundheitlicher Probleme, schien es fast unerreichbar. Und jetzt plötzlich sind wir da. Unkompliziert, ganz easy spazieren wir durch das vor ca. 50 Jahren nur für Touristen angelegte Dorf Aguas Calientes. Das Dorf ist der Ausgangspunkt für Machu Picchu. Eine Touristenhochburg durch und durch. Die Preise sind wie in Deutschland. Für Peru sind sie kosmisch. Auch die Preise der deutschen Reisebüros für derartige Reisen erscheinen mir kosmisch. Aber egal. Nicht unser Bier.

    Heute gilt es, ein paar Dinge für morgen zu regeln. So können wir ganz entspannt schlafen und morgen Machu Picchu genießen.

    Tatsächlich hat die bereits geschlossene Nationalbank noch einen Geldautomaten, wo wir ohne Gebühr Bargeld abheben können. Auch die Tickets für den morgigen Bus zum Berg kaufen wir, ohne anstehen zu müssen. Was soll ich sagen: Wenn's läuft, dann läuft's! ;))))

    Sogar für meinen "Alleingang" für den Eintritt am Montag kann ich jetzt schon vorsorgen. Geil!

    Alles erledigt!!!

    Jetzt machen wir ein wenig Urlaub.

    An der Kirche stehen viele Menschen. Einheimische. Obwohl ich solche Kontakte liebe und sie als die wertvollsten betrachte, bin ich zu müde, um zu fragen, wohin sie alle möchten. Im Gegensatz zu manchen Kathedralen scheint es mir schwierig, Gott zwischen dem bunten Trubel zu finden...

    Ich muss etwas essen. Währenddessen entsteht der Plan für den Rest meines Tages. Ich gehe in den riesigen Verkaufsbereich vor dem Bahnhof. Dort befindet sich eine Art Markthalle, wo man bis in die Ewigkeit stöbern kann. Danach lasse ich mich massieren. Alfred bevorzugt es, die Zeit im Hotelzimmer am Handy zu verbringen. Der Tag ist vorbei, und wir sind froh, dass alles so gut geklappt hat.

    In den nächsten paar Tagen dürfen wir ein wenig mehr von Aguas Calientes kennenlernen. Die Menschen des vor ca. 60 Jahren gegründeten Dörfchens sind mit dem bereits 30 Jahre währenden Monopol der lokalen Transportunternehmer nicht mehr einverstanden. Es gibt Proteste. Wir sind mittendrin. Zunächst protestieren sie friedlich: Sie marschieren durch die Straßen, mit Plakaten und halten Wache vor der Kirche. Das Ticket für den Bus kostet pro Person hin und zurück 24 Dollar für die Ausländer. Für die Einheimischen etwa die Hälfte. Trotzdem ist das viel. Die Einwohner möchten einerseits weitere Unternehmen gründen können, andererseits möchten sie, dass die Gemeinde davon profitiert. Erscheint irgendwie logisch...

    Woher kommt eigentlich der Name Aguas Calientes, frage ich mich und jemanden im Dorf. Die Dame kann meine Frage nicht beantworten, erzählt mir jedoch, dass ich oben, am Ende der Straße, in den heißen Quellen baden kann. Die Antwort liegt auf der Hand. Aguas Calientes bedeutet nämlich „heißes Wasser“ ;)

    Am letzten Tag, kurz vor der Abreise, geht's tatsächlich noch zu den heißen Quellen. Ein netter Relax vor den weiteren Abenteuern in Peru.

    Am späten Nachmittag verlassen wir Aguas Calientes mit dem Zug Richtung Cusco. Die Fenster der Waggons befinden sich nicht nur an den Seiten, sondern auch in der Decke. Zunächst fahren wir in einer Art Tunnel aus üppigen Pflanzen. Schon bald hängen riesige Gesteinsbrocken über unseren Köpfen. Nur selten fahren wir im Tunnel. Der Blick zum Himmel ist frei. Die schneebedeckten Spitzen der Berge sind von der Sonne warm und hell beleuchtet. Unterhalb hängen weiße Wolken. Und ganz unten fährt unser Zug. Grandiose Aussichten auf die massiven Anden begleiten uns für ca. 2 Stunden, bis es schließlich ganz dunkel wird.
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  • Vinicunca

    10 Eylül 2025, Peru ⋅ ☀️ 0 °C

    Vinicunca ist eine meiner persönlichen Favoriten der Reise.

    Um 3:30 Uhr, nach nur 4,5 Stunden Schlaf mit vielen Unterbrechungen, klingelt der Wecker.

    Die Anfahrt zu den bunten Bergen dauert fast 4 Stunden. Beim Abholen im Hotel freut sich Christian – unser Guide für heute – über mein Spanisch.

    „Setz dich zu uns nach vorne, dann können wir unterwegs quatschen“, sagt er im Auto.

    Obwohl ich eigentlich hinten im Van schlafen bevorzugen würde, kann ich das Angebot nicht abschlagen.

    Auf diese Weise erfahre ich von Jaime – unserem Fahrer – und Christian eine Menge über das Land und die Leute.

    Hinter den Städten ändert sich die asphaltierte Straße. Rechts geht der rote Schotterweg über die Dörfer. Unterwegs begegnen wir deren Einwohnern, die traditionell gekleidet sind.

    Dieser Distrikt wird von Quechuas bewohnt. Quechua ist hier die Amtssprache und Spanisch die Zweitsprache. Seit etwa 10 Jahren findet in der Region von Cusco ein Umdenken statt. Früher galten die Quechuas als ärmliche, ethnische Untergruppe und wurden von den restlichen Peruanern eher diskriminiert, so Christian. Die Touristen spendeten dem Volk Kleider, wodurch die Einheimischen ihr authentisches Erscheinungsbild aufgaben. Schnell wurde klar, dass dies weder von den Touristen noch von den Menschen vor Ort gewünscht ist. Nach und nach entwickelt sich ein ethnisches Bewusstsein. Die Menschen sind stolz auf ihre Kultur, Bräuche und Sprache.

    Erstaunlicherweise sind die kleinen Dörfchen, die häufig nur aus wenigen Häusern bestehen, sauberer als die Städte. Obwohl es schwer fällt, sich vorzustellen, wie in so einem kleinen Häuschen eine ganze Familie leben kann.

    Die Menschen hier in den Bergen leben von der Landwirtschaft, vor allem vom Anbau von Kartoffeln und Mais. Das Wasser kommt aus dem nahe gelegenen Gletscher. Internet gibt es hier oben nicht. Für die Arbeit ist es Pflicht, Quechua zu beherrschen, so Christian.

    Am Rande der Schotterstraße grasen Alpakas und Lamas. Ich kann mich nicht sattsehen an den Wänden der Berge, die immer höher werden. Die Erde ist hier rot mit grünen Pflanzen bewachsen. Unten verläuft ein Fluss, an dem ich jetzt am liebsten eine Pause machen würde. Spektakuläre Kulissen! Die Aussicht ist atemberaubend, und der Weg wird immer abenteuerlicher. Eigentlich passt hier nur ein Auto. Hin und wieder gibt es eine kleine Fläche, damit der Gegenverkehr passieren kann. Es gibt aber keine Leitplanken. Es fällt mir auf, dass ich nicht angeschnallt bin. Eigentlich ist das fällig, egal. Wenn wir hier einen Unfall haben, kommt wohl keiner lebend heraus. Das Leben kann so einfach sein.

    Genauso einfach ist es hier in Peru, den Führerschein zu machen. Es gibt außerhalb der Stadt einen Platz, wo man die Prüfung ablegt. Ganz fern vom Verkehr, versteht sich. Daneben gibt es einen weiteren Platz, wo man bei Bedarf ein wenig das Autofahren üben kann, vor oder nach der Prüfung. Das könnte vielleicht den Verkehr und die Fahrweise in Peru erklären. Der Verkehr in Paris und Süditalien ist nichts im Vergleich zu Peru. Vielleicht könnte Vietnam noch dicht dran kommen.

    Wir kommen immer näher dem berühmten Berg Vinicunca, der als einziger von den Touristenattraktionen nicht von der Regierung verwaltet wird, sondern von den umliegenden Gemeinden. Jedes Tag besuchen zwischen 2.000 und 3.000 Touristen Vinicunca. Der Gewinn kommt somit direkt den Menschen vor Ort zugute. Die Bewohner der weiter liegenden Gemeinden finden ebenfalls Beschäftigung, sei es beim Verkauf von Souvenirs oder beim Verwaltens der sanitären Anlagen (eine Toilette oben am Berg kostet fast genauso viel wie eine Empanada in der Stadt). So verdienen hier alle Menschen ihren Lebensunterhalt.

    In Cusco gibt es neben dem Tourismus auch noch den Abbau von Kupfer. Allerdings ist die Kupfermine in der Hand der Chinesen. Des Weiteren bedarf es an entsprechender Bildung, um dort beschäftigt zu sein. Gleichzeitig mangelt es an Studienplätzen und an den entsprechenden Fakultäten in Cusco. So bietet die Mine nur wenige Arbeitsplätze für die Region.

    Die Vans, die ebenfalls zur Vinicunca fahren, werden immer kleiner unter oder über uns. Das spricht für die zunehmende Höhe, die zwischen uns liegt. Einfach nur krass! Um 9:30 kommen wir am Parkplatz an. Christian stellt das Zeitmanagement vor. Insgesamt stehen uns 3 Stunden zur Verfügung, um an die Spitze zu gelangen und wieder am Auto zu sein. Für nur 4 km hin und zurück scheint es zunächst viel Zeit zu sein, doch die 400 m Höhenunterschied auf fast 5.000 m machen die Sache schwierig. Wörtlich wird die Luft mit jedem Schritt dünner und das Herz schlägt schneller. Nach nur wenigen hundert Metern ist mir klar: Ich muss ein Pferd mieten, sonst komme ich mit der Zeit nicht zurecht. Der Ritt verschafft mir 30 Minuten mehr Zeit.

    Den letzten Anstieg – vielleicht nur noch 100 m – lege ich zu Fuß zurück. Dafür ist es am steilsten. Ich brauche dafür ca. 30 Minuten, bin aber glücklich, oben auf 5.000 m über dem Meeresspiegel angekommen zu sein. Die Aussicht ist grandios! Mit Abstand das Spektakulärste, was ich je gesehen habe. Keine Kamera und kein Bild können die Schönheit der Landschaft eins zu eins wiedergeben, wie sie das Auge erfasst.

    Es gibt 3 Zugangswege, um diese Kulissen zu genießen. Einer davon dauert ein paar Tage. Wenn das sich nicht verführerisch anhört... 😄 Vorerst muss ich aber wieder zurückFür die 2 km nach unten brauche ich eine Stunde. Die Reaktion meines Körpers auf die Höhe fand ich schon interessant. Wäre dann unter "Höhenkrankheit" zu lesen.

    Unten angekommen müssen wir die Rückreise starten. Am Nachmittag ist Cusco völlig verstopft. Wir kommen erst gegen 17:30 Uhr an. Die lange Rückfahrt bietet Zeit zum Dösen, aber auch zum Quatschen.

    Jaime erzählt mir, wie man das Reisen kostengünstig gestalten kann. Für uns zu spät, aber seine Tipps sind trotzdem wertvoll. Christian berichtet viele Details aus dem alltäglichen Leben, die wir wegweisend für unsere Sicherheit nutzen können.

    Meine Neugier kennt keine Grenzen. Christian ist noch nicht verheiratet. Er hat eine Freundin. Früher haben die Eltern die Ehe arrangiert. Heute ist das anders, meint er. Das Umdenken findet in allen Facetten des Lebens statt. Die jungen Menschen verhüten, und die LGBT-Community findet langsam Raum in der Gesellschaft, zumindest in der Theorie. Praktisch unverheiratet zusammenzuleben, ist hier jedoch nicht einfach. Ich frage mich, woher sie hier die Pille bekommen, wenn es einen Arzt, eine Apotheke oder ein Krankenhaus nur in den Städten gibt...

    Wenn es um die Ausrichtung von Festen geht oder um Hilfestellungen, hält die Bevölkerung zusammen. So sind die Sitten hier. Wobei die Region Cusco nicht so reich ist wie die in Puno an der bolivianischen Grenze. Dort haben die Menschen viel mehr Geld, nicht zuletzt aus dem Narco-Handel.

    Schließlich frage ich Christian, warum die meisten Häuser hier nicht fertig gebaut werden. Die Erklärung: Das größte Problem ist schlechte Planung. Die Eltern bauen die erste Etage, um drinnen zu wohnen, und nehmen an, dass die Kinder irgendwann weitermachen. Die Kinder ziehen aber weg, wenn sie erwachsen sind. Manchmal fehlt das Geld, um weiterzubauen. Nur wenige der Häuser sind halbwegs fertig. Und selbst dann sehen sie aus, als ob vor kurzem eine Bombe eingeschlagen hätte
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  • Salineras

    12 Eylül 2025, Peru ⋅ ⛅ 5 °C

    Über die Salineras habe ich erst ziemlich spät gehört. Deren Besuch ist sozusagen dazwischen gequetscht.

    Die vergleichbaren Salinen liegen in Bolivien, in etwa auf der gleichen Höhe von ca. 4000 m über dem Meeresspiegel. Jetzt sind wir schon ein wenig an die Höhe adaptiert. Wir kommen nicht drumherum, den Nachtbus zu nehmen. Alfred möchte nicht auf 4000 m übernachten. Seitdem wir aus Aguas Calientes weg sind, geht es ihm nicht gut. Er hat einen Infekt, und die Luftverschmutzung sowie die Höhe tun das Übrige.

    Trotzdem möchte er mit zu den Salinen. Die Fahrt ist in etwa die gleiche wie zu Vinicunca: Schotterweg, staubig und kurvig.
    Diesmal nicht so malerisch.

    Unsere erste Stop machen wir, um die Vulkane El Misti (5822 m) gut sehen zu können. Und er steht steht vor unseren Augen, riesig und stolz. In der Ferne erscheinen die schneebedeckten Spitzen des Chachani (6057 m) recht niedlich, obwohl der größer ist. Zwei junge Deutsche aus unserer Reisegruppe überlegen, ob sie den Chachani besteigen. Sie sind jung und fit, aber die Höhe macht sie zu schaffen.

    In Chiguata, einem Dörfchen, machen wir unser Frühstücks-Stopp. Kurz davor werfen wir noch einen Blick auf die Kirche, deren Fassade mit Motiven der schpanieschen Traube und peruanischen Kartoffeln geschmückt ist.
    Die traditionellen Stierkämpfe finden hier im September statt. Hier kämpfen zwei Stiere gegeneinander und nicht wie anderswo Mensch gegen Stier. Dieses Motiv schmückt das Eingangstor des Dorfes.

    An Alpakas vorbei geht es dann zu den Salinen. Um diese Jahreszeit ist der See fast ausgetrocknet. Ich bin ein wenig enttäuscht. Ich habe mir die Aussicht anders vorgestellt. Trotzdem ist es sehr spektakulär. Sogar einige Flamingos treffen wir an. Während der Regenzeit gibt es sehr viele von ihnen. Sie haben hier ihren natürlichen Lebensraum.

    Auf dem Weg zu den Salinen fahren uns unzählige Lkw entgegen, alle vollbeladen. „Was transportieren Sie nach unten?“ frage ich. Seit ein paar Jahren gibt es eine italienische Firma, die hier Borax, einen Rohstoff, gewinnt. Salz wird hier ebenfalls abgebaut.

    Wir befinden uns auf 4000 m. Es scheint, als ob hier keine Menschen leben würden. Allerdings, wem gehören die vielen Alpakas und Lamas? Tatsächlich gibt es hier Dörfer. Sie wurden meistens aus einer Mischung aus Erde und dem hier überall wachsenden Gras gebaut.
    Für peruanische Verhältnisse alles sehr sauber.

    Nach ein paar Bildern geht es zu den Thermalquellen. Göttlich!!

    Zum Mittagessen habe ich mich heute getraut, den Cuy zu probieren. Das Meerschweinchen gilt in Peru als Delikatesse. Lecker ist das Fleisch auf jeden Fall. Allerdings hätte ich es bevorzugt, das Tier ohne den Kopf serviert zu bekommen. Ich hoffe, ich habe keine Ratte gegessen. ;)

    Zum Mittagessen habe ich mich heute getraut den Cuy zu probieren. Das Meerschweinchen gilt in Peru als Delikatesse.
    Lecker ist das Fleisch im jeden Fall. Allerdings hätte ich bevorzugt das Tier ohne den Kopf serviert zu bekommen.
    Ich hoffe, ich habe keine Rate gegessen ;)
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  • Lago Titicaca

    13 Eylül 2025, Peru ⋅ 🌙 10 °C

    Lago Titicaca ist mit seinen über 8000 Quadratkilometern der größte und am höchsten gelegene See der Welt. Titi bedeutet Puma, Caca bedeutet Fisch. Soweit zum Namen. Als wir am Morgen ankommen, ist das Wasser ruhig und die Sonne scheint. Doch der Schein trügt. Ab 16 Uhr ist es verboten, über den See zu navigieren. Der heftige Wind formt gefährliche Wellen, die verhängnisvoll sein können.

    Hierher zu kommen und auf den schwimmenden Inseln zu übernachten, habe ich immer geträumt. Auf das Übernachten muss ich allerdings verzichten. Dennoch bin ich hier. Dennoch habe ich einen Blick in den Lebensraum der Uros werfen dürfen. Was für eine Geschichte! Seit ca. 1000 Jahren leben die Uros in ihren schwimmenden Häusern auf dem Titicaca-See. Anfangs lebten sie auf schwimmenden Boten, deren Häuser noch kleiner und rund waren. Nachdem die Inkas sie versklavt hatten, bauten sie Inseln auf dem Wasser, immer weiter weg vom Festland. Laut der Geschichte nutzten die Inkas ihre Boote, um die Osterinsel zu erreichen. Neben den Uros gab es wohl auch andere ethnische Gruppen, die aber ausgestorben sind.

    Auf die schwimmenden Inseln flüchteten sich die Uros vor etwa 800 Jahren, um den Konquistadoren und Königen zu entkommen, und weil diese Lebensform kostengünstig ist. Bis 1990 lebten sie in Abgeschiedenheit. 1990 wollte die peruanische Regierung ihnen einen Lebensraum auf dem Festland anbieten. Dies lehnten sie ab. Die Uros bevorzugen es weiterhin, auf den schwimmenden Inseln zu leben und zu wohnen. Heute gibt es 130 Inseln, auf denen ca. 2600 Menschen leben. Auf jeder Insel leben 4 bis 5 Familien. Die Häuschen sind klein. Auf engstem Raum wird gelebt, und sie sind geschaffen, um der Kälte entgegenzuwirken. So wärmen sich die Menschen gegenseitig. Die Küche ist der zentrale Punkt.

    Natürlich kann man sich als „Landratte“ so ein Leben nicht vorstellen. Die Nächte sind kalt, häufig regnet es, und der starke Wind ist wohl auch immer präsent. Dennoch entscheiden sich immer mehr junge Menschen, so wie ihre Vorfahren auf dem Wasser zu leben. Die Rollen der Geschlechter sind hier klar deklariert. Auf der Insel treffen wir nur Frauen und Kinder. Die Uros-Frauen hüten die Kinder, das Feuer und... Seit die Touristen kommen, machen sie ein gutes Geschäft. Die Männer widmen sich dem Jagen (nach Vögeln) und dem Sammeln (Eier). Wir haben unterwegs tatsächlich auch auf dem See grasen Schweine gesehen.

    Als unser Schnellboot die schwimmenden Inseln erreicht, wird uns eine bestimmte Route zwischen den Inseln zugewiesen, damit alle Mitglieder der Uros an den Touristen verdienen können. Dann darf auf einer Insel eine kleine Touristengruppe aussteigen. Beim Betreten der Insel ist der Untergrund ein wenig instabil. Es fühlt sich so an, als ob meine Füße gleich nass werden würden, weil das Wasser von unten hochkommt. Aber nichts dergleichen passiert. Wir dürfen uns mitten auf dem Platz setzen. Alles fühlt sich wackelig und instabil an. Die Bewohner laufen barfuß. Den Untergrund würde ich mit trockenem Stroh vergleichen.

    Melanie, meine Gastgeberin, erklärt uns während einer Vorführung, wie die Inseln gebaut werden. Sie hält den Vortrag in der Uro-Sprache. Abel, unser Guide, übersetzt auf Spanisch.

    Als Basis für den Bau der Inseln werden die schwimmenden Wurzeln der hier wachsenden Totora-Pflanzen genutzt. Daraus bilden die Uros ca. 1x1 m große Blöcke, die ca. 3 m tief ins Wasser reichen. Die Blöcke werden dann mit den trockenen Trieben der Totora bedeckt. Obenauf werden die Häuser gebaut. Der Bau einer Insel dauert ca. ein Jahr. Die Lebensdauer einer solchen Insel beträgt ca. 50-60 Jahre, eine Generation. Nach dem Vortrag sucht Melanie mich und zwei weitere Gäste aus. Sie lädt uns in ihr Haus ein. Das Haus ist ca. 2x5 m groß. Wir sind eingeladen, uns auf die am Boden liegenden Matratzen zu setzen, die gleichzeitig das einzige und beste „Möbelstück“ in dem Haus sind. Melanie setzt sich uns gegenüber auf den Boden. Dann kommen zwischendurch ihre Töchter rein.

    Erstaunlicherweise spricht Melanie mit uns Spanisch. Sie kann schreiben und malen – erzählt sie uns. Es ist ihr wichtig, dass ihre Kinder zur Schule gehen und eine Ausbildung machen können. Sie wollen eine Ausbildung zum Guide machen. Aber bei sieben Geschwistern konnten ihre Eltern das nicht bezahlen.

    Zwischen den einzelnen Inseln gibt es eine Schule, einen medizinischen Versorgungspunkt und sogar einen Fußballplatz. Zur Schule gehören mehrere Häuschen. Jedes Kind benutzt selbstständig ein Boot, um zur Schule zu kommen. Was die medizinische Versorgung angeht, war es früher besser – sagt uns Melanie. Seit der neuen Regierung kommt der Arzt leider nur einmal pro Woche aus Puno hierher. Die meisten gesundheitlichen Probleme haben die Menschen hier wegen der vielen Feuchtigkeit: Arthritis, Pneumonie, Husten und Grippe.

    Mit fünf Jahren schwamm die 32-jährige Melanie wie ein Fisch. Ihre Kinder gehen heute nicht mehr ins Wasser. Der See ist zu kalt. Um sich zu waschen, wärmen sie das Wasser auf. Ich gebe vor, zur Toilette gehen zu müssen. Das versetzt die Frauen in Stress. Nach 10 langen Minuten darf ich schließlich auf die für Touristen gemachte Toilette. Die Einheimischen erledigen ihre Geschäfte auf kleinen extra Inseln, wird mir gesagt. Schade, ich wollte wissen, wie das genau funktioniert. Es bleiben viele Fragen offen. Nachdem Isabel, eine andere Touristin, die mit mir ins Haus von Melanie durfte, und ich ein paar Sachen, die wir nicht brauchen, zu völlig überteuerten Preisen gekauft haben, geht es weiter auf ihre großen, gelben Boote. Wir sind uns mit Isabel einig, dass wir die Dinge nur gekauft haben, weil es der Bildung der Kinder zugutekommt. Wollen wir mal hoffen...

    Die Uros betrachten sich als arm. Die Bootsfahrt kostet extra. Auf dem Boot begleiten uns zunächst viele Kinder. Sie singen und tanzen. Nachdem sich schließlich ihre Spenden gesammelt haben, wird ein kleines Boot mit ca. 8 Kindern, davon das kleinste ca. 2 Jahre alt, einfach abgeseilt. Mit Isabel glauben wir unseren Augen nicht. Die Kinder können nicht schwimmen, das Wasser ist sehr kalt, und die Kinder driften unbeaufsichtigt davon... „Die können das seit klein auf“, sagt mir später Melanie, als ich sie darauf anspreche. Einfach unglaublich!!!

    In meinen Augen verdienen die Uros ganz gut an der Vermarktung ihres Lebens. Denn es gibt sogar die Möglichkeit, dort zu übernachten. Die Touristengebäude gleichen allerdings dem Standard, den wir gewohnt sind.

    Unser Reise geht weiter zur nächsten Insel.
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  • Tequile

    13 Eylül 2025, Peru ⋅ 🌙 11 °C

    Mitten auf dem Titicaca-See liegen mehrere Inseln. 1,5 Stunden nachdem wir die Uros verlassen haben, kommen wir an Taquile an. Schon die Inkas nutzten die vorteilhaften Wetterbedingungen dieser Insel und bewirtschafteten die Terrassen. Mit lockerer Folklore werden wir nach steilem Anstieg im Dorf empfangen. Alles ist sauber. Die Menschen tragen saubere Trachten, die Kellner beim Bedienen Mundschutz. Das Essen ist lecker und sehr authentisch serviert. In über 4000 m Höhe nehmen wir unser Mittagessen in einer spektakulären Kulisse ein. Der See gleicht einem Meer. Die Aussicht ist atemberaubend schön.

    Hier leben nur 3000 Menschen. Mit der Farbe ihrer Mütze signalisieren die Männer ihren Status. Die Unverheirateten tragen weiße Mützen, die Verheirateten bunte. Diese bedeuten für die Persönlichkeiten der Insel entsprechend etwas anderes. Scheidungen existieren hier nicht. Bevor die Jungen heiraten, dürfen sie allerdings 2 Jahre auf Probe zusammenleben. Am Nachmittag verlassen wir unsere Gastgeber Richtung Puno
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  • Arequipa- Puno- Arequipa

    14 Eylül 2025, Peru ⋅ ☁️ 9 °C

    Nach Puno kommen wir mit dem Nachtbus. Am Abend werden wir mit demselben Nachtbus die Stadt verlassen. Mittlerweile können wir gut darin schlafen, während wir unterwegs sind. Die Busse verfügen über Betten.

    Puno – die kleine Hafenstadt am Rande des Titicaca-Sees – ist unser Ausgangspunkt, um die Inseln auf dem Titicaca zu besuchen. Die Stadt erinnert mich an Valparaíso in Chile. Wir haben hier, genauso wie damals, zu wenig Zeit, um den Ort zu genießen. Auf den Straßen wird getanzt und gefeiert. Heute Abend findet hier zum Beispiel ein Theater-Spektakel statt, das wir aber nicht sehen können, da wir zurück nach Arequipa müssen.

    Zurück in Arequipa sind wir morgens um 4:30 Uhr. Heute Abend geht es mit dem nächsten Nachtbus in die Wüste
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  • Nasca

    15 Eylül 2025, Peru ⋅ ☀️ 25 °C

    Die Ereignisse überschlagen sich. Nach 10 Stunden recht effektivem Schlafen kommen wir morgens um 7:30 in Nasca an. Unser Flug über die Inka-Zeichnungen ist eigentlich erst für 10:30 geplant. Nachdem wir jedoch am Busterminal abgeholt werden, geht es direkt zum Aero-Terminal.

    Nasca erscheint mir schön, recht sauber und gepflegt, natürlich im Vergleich zu den anderen Städten Perus, die wir besucht haben. Es ist warm und nicht so staubig wie im Süden des Landes, wo wir herkommen.

    Am Aero-Terminal werden wir gewogen, da die Flugzeuge sehr klein sind. Insgesamt passen 8 Personen rein: der Pilot, Co-Pilot und 6 Fluggäste. Mir ist jetzt schon schwindelig, und ich habe noch keinen Kaffee und kein Frühstück gehabt. Unsere Flugzeit steht noch nicht fest. Cool, denke ich, das gibt uns noch ein paar Minuten für einen Kaffee.

    Um 9:30 werden wir von unserem Co-Pilot zur Avionette über den Flugplatz begleitet. Mein Gott, wie klein die Maschine ist. Der Adrenalin-Pegel steigt. Alles ist sehr aufregend. Nach zahlreichen Fotos steigen wir ein. Alfred passt kaum auf seinen Sitz, sein Bauchgurt zu klein ist, was jedoch kein Problem darstellt.

    Unser Co-Pilot gibt uns ein paar Instruktionen und erklärt Referenzpunkte, um die Figuren von oben besser erkennen zu können. Wir sitzen direkt hinter dem Piloten und starten.

    Wir heben ab und fliegen anfangs über grüne Plantagen. Schon nach ein paar Minuten wechselt die Landschaft. Überall sind dürre, kahle Berge. Durch dieses „Nichts“ zieht eine endlos lange Straße, die manche der Figuren kreuzt.

    Die Figuren sind kleiner, als ich gedacht habe. Die Avionette ändert immer wieder die Neigung. Die Figuren lassen sich sehr gut erkennen. Der Pilot gibt viele Hinweise, alles geht jedoch sehr schnell. Es ist schwierig, Bilder zu machen. Schließlich fotografiere ich im Blindflug. Mal sehen, was dabei herauskommt.

    Nach ca. 40 Minuten bin ich froh, wieder auf dem Boden zu sein. Meine Reisekrankheit hat die Oberhand gewonnen.

    Nach ein paar weiteren Touristenkapseln sitzen wir um 11:30 im Bus Richtung Ica. Während der dreistündigen Reise fahren wir genau über die Straße, die von oben zu sehen war. Die meiste Zeit fahren wir durch ausgetrocknete, sandige, wüstene ähnliche Landschaften. Plötzlich in diesem Niemandsland steigt ein Kontrolleur ein, unsere Tickets werden überprüft, dann steigt er wieder aus, zurück in das gleiche Niemandsland.

    Hin und wieder kommen wir an einem Dörfchen vorbei mit Kaktus-, Kartoffel-, Mais- und anderen Baumplantagen.

    Am Nachmittag kommen wir in der Huacachina-Oase an. Es ist wunderschön hier.
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  • Huacachina

    16 Eylül 2025, Peru ⋅ ☀️ 27 °C

    Drei Busstunden und zehn Taximinuten von Nasca entfernt kommen wir in eine 80 km lange Wüste. Bis zum Südpazifik sind es 40 km. In den Sandbergen liegt eine kleine Oase eingebettet. Früher gab es fünf von diesen Oasen, Huacachina ist die letzte, die noch geblieben ist. Diese Lagune wird zusätzlich durch unterirdische Strömungen versorgt, was sie vor dem Austrocknen schützt. Es ist außerdem die einzige der Lagunen, die bewohnt ist.

    Nur noch 30 % des Wassers sind in der kleinen Lagune geblieben, der Rest wird künstlich hinzugefügt, um dieses kleine Paradies zu erhalten. Um den Teich zieht sich eine schöne Promenade. Viele kleine Restaurants und Bars laden zum Einkehren ein, die Gäste sind ausschließlich Touristen.

    Unsere Zimmer haben wir, ohne es zu wissen, im ältesten Hotel der Oase gebucht. Mittendrin befindet sich ein schöner Garten. Die Palmen und Bäume spenden Schatten, und die Blüten der Sträucher erfreuen unsere Augen. Nach den Strapazen der letzten Wochen gönnen wir uns ein wenig Ruhe.

    Während Alfred Borussiaspiel guckt, gehe ich alleine los.
    Unten am Wasser finde ich ein Plätzchen abseits von den weißen Touristen. Nach ein paar Minuten setzt sich Luis, einer der Kellner, zu mir. Er erzählt mir die Geschichte unseres Hotels. Heutzutage gehört das Gebäude der Stadt; davor hatte der Komplex sechs Besitzer. Der etwa 70-jährige Luis kennt alle Vorbesitzer beim Namen. Anfangs, um 1910, war der Bau ziemlich primitiv – eher wie eine Dorfschenke, sagt Luis – und dann wurde es immer weiter ausgebaut. Ich spreche ihn darauf an, dass hier fast ausschließlich Touristen zu sehen sind.

    „Ja, nur 100 Menschen leben in Huacachina. Sie versorgen die Touristen und leben davon.“

    Weiter Richtung Ica befindet sich eine bekannte Pisco-Route. Das sonnige Klima begünstigt das Wachstum von Wein. Eine Tour mit Verkostung und traditionellem Essen wäre mit Sicherheit interessant gewesen. Trotzdem entscheide ich mich, einfach nur die Oase zu genießen.

    Die Laguna ist wirklich sehr klein. Man wird ständig von Verkäufern angesprochen, die ihre Reisen verkaufen wollen. So treffe ich den ganzen Tag auf Mario. Er ist ziemlich nervig, hat mir aber inzwischen einen guten Preis für Trip über die Wüste angeboten. Kurz bevor es losgehen soll, kaufe ich bei ihm die Tickets und treffe Nora. Sie ist reist ihrer Tochter seit fünf Monaten durch Südamerika. Die beiden kommen aus Ungarn, sind sehr sympathisch. Schnell entwickelt sich eine nette Unterhaltung. Austausch ist immer sehr wichtig; auf diese Weise kommt man einfacher weiter. Nora bekommt von mir die Nummer von Christian.

    Mit Christian war ich zu Vinicunca gefahren. Er und sein Fahrer haben erzählt, wie man mit dem Auto zum Machu Picchu Pueblo gelangt. Die Züge, die nach Aguas Calientes fahren, streiken momentan und Nora wusste nicht, wie sie dorthin kommen sollte. So kann sie vielleicht auf eine gute Alternative zurückgreifen.

    Die Tour über die Wüste findet in speziellen Autos statt. Wir drei Mädels sitzen ganz vorne neben unserem Fahrer Javier. Als ich die Tickets kaufte, war nur von zwei ständigen Trips und dem Sonnenuntergang die Rede. Dass wir kreuz und quer über die Sandberge mit Lichtgeschwindigkeit düsen und wie verrückt nach dem Tod suchen, hat niemand gesagt. Wenn wir da hier lebend herauskommen, wäre das ein Wunder, denke ich, während das Auto steil nach oben fährt, um sich gleich wieder in die Tiefe zu stürzen. Aus Angst, dass mir das Handy aus der Hand fällt, kann ich die Fahrt nicht filmen.

    Nach gefühlten Ewigkeiten des höllischen Karussells bleibt Javier oben stehen. Wir dürfen jetzt mit dem Bord nach unten gleiten. Verrückter geht's nicht!

    Javier möchte Deutsch lernen. Den Sonnenuntergang sehen wir beide, am Dach des Fahrzeugs sitzend. Wir plaudern über die Latinos, unsere Hautfarbe, Gott und die Welt. „Diese ist meine Heimat“, sagt Javier. Der 32-Jährige kommt jeden Tag hierher. Für ihn sind die Sonnenuntergänge zur alltäglichen Routine geworden. Ich finde, manchmal vergessen wir, das Schöne um uns herum zu sehen und muss an Deutschland denken. Für einen Moment habe ich vergessen, wie wir hierher gekommen sind, und das war auch gut so. Denn sonst hätte ich den Augenblick nicht genießen können. Die Rückfahrt ist genauso schlimm.

    Wieder unten im Tal angekommen, endet der Abend für mich mit drei Pisco Sour, was definitiv kein gutes Ende ist – ha ha ha!
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  • Máncora

    17 Eylül 2025, Peru ⋅ ⛅ 19 °C

    16 Stunden mit Taxi, Bus und Flugzeug sind wir heute unterwegs gewesen. Von Huacachina bis Máncora sind es 1486 km. In den letzten 4 Tagen haben wir ca. 2500 km zurückgelegt und das Land von der bolivianischen Grenze fast bis nach Ecuador durchquert.

    Heute um 4 Uhr morgens ging unser Bus Richtung Lima. In Lima angekommen, fanden wir die Stadt noch dreckiger als beim ersten Mal, als wir sie besucht hatten. Alfred meinte, er hätte das Gefühl, über eine zum Abbau vorgesehene alte Fabrik zu fahren und nicht über eine Hauptstadt. Diesmal war der Smog so stark, dass wir überhaupt keine Berge sehen konnten. Die Luft war wörtlich dick. Dazu kamen die schrecklichen, nicht zu Ende gebauten Häuser.

    Am Nachmittag hatten wir den Flug nach Piura, einer Stadt im Norden des Landes. Von dort aus haben wir den sichersten und schnellsten Transport gewählt - ein Uber. Wir hatten noch 180 km vor uns, die wir in 4 Stunden zurücklegen mussten. Die ersten 30 Kilometer fühlten sich an, als würden wir über eine Müllkippe fahren. Überall am Rande der Schnellstraße tummelte sich Plastikmüll. Da wurde mir bewusst, wie wir, die Menschen, die Erde kaputt machen. Überall war es staubig und dreckig.

    Weiter hinten, in den wenig besiedelten Regionen, war es nicht mehr so schlimm. Es gab nicht viele Bäume unterwegs. Unser Fahrer meinte, hier wird nicht viel Wert auf Bäume oder die Natur gelegt. Dazu kommt, dass die Trockenzeit hier unserem Winter entspricht. Bei uns sieht es im Winter auch nicht gerade wunderschön aus.

    Um 20:30 sind wir endlich im Hotel angekommen. Gerade noch etwas zu essen bekommen, bevor die Köchin nach Hause ging. Wir sind müde und erschöpft. Eigentlich ist hier Ruhe geplant, bevor wir wieder nach Hause fliegen. Was daraus wird, werden wir mal sehen.

    Das an der Panamericana gelegene Städtchen Máncora ist sehr touristisch. Wir sind den Einheimischen gleichzeitig so nah, dass ich neugierig bin, in deren Wohnungen zu schauen. Meine Neugier kann ich schlecht mit Bildern hinterlegen. Andererseits sind das wirklich keine Aussichten, die man festhalten möchte
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  • Den Walen auf der Spur.

    19 Eylül 2025, Peru ⋅ ⛅ 21 °C

    Von August bis Oktober ziehen die Buckelwale vor Máncora zurück in ihre südlichen Lebensräume. In dieser Zeit kann man sie hervorragend vom Boot aus beobachten.

    Der Buckelwal wird bis zu 18 Meter lang und bis zu 30 Tonnen schwer. Er ist durch seine extrem langen Brustflossen, die warzenförmigen Ausstülpungen am Kopf und sein einzigartiges Schwanzflossenmuster gekennzeichnet. Buckelwale sind bekannt für akrobatische Sprünge und komplexe Gesänge. Sie leben in allen großen Ozeanen und wandern zwischen kalten Nahrungsgründen und warmen Winterquartieren zur Fortpflanzung.

    Jahrelang haben wir versucht, diese Tiere weltweit zu beobachten, doch immer wieder haben wir sie verpasst, selbst wenn sie eigentlich zu sehen sein sollten. Wir haben das schon fast den Tieren persönlich angerechnet.

    Nun haben wir sie tatsächlich hier im Norden von Peru gesehen, wenn auch nur aus der Ferne.

    Auch das Singen der Tiere haben wir über eine Sonde gehört – unglaublich! Der Ozean ist voller Geräusche.

    Die Tour beinhaltete auch das Schwimmen mit Meeresschildkröten, worauf wir beide verzichtet haben
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  • Poza de Barro

    22 Eylül 2025, Peru ⋅ 🌙 20 °C

    Gerne, hier ist eine korrigierte Version Ihres Textes, die den Lesefluss verbessert und kleine grammatikalische Fehler behebt, ohne den Inhalt zu verändern:

    "Etwa 12 km von Máncora entfernt, abseits des touristischen Zentrums, gibt es eine Thermalquelle. Eine weitere befindet sich circa 50 km weiter in Richtung Ecuador.

    Wir entschieden uns, die nähere Quelle zu besuchen. Die peruanische Version des Tuk-Tuks ist motorisiert. Den Preis muss man aushandeln. Für 80 Sol (circa 20 €) erklärte sich unser Tuk-Tuk-Fahrer bereit, uns hin- und zurückzufahren. Zwei Stunden Wartezeit waren inklusive. Schon alleine die Fahrt war ein Abenteuer!

    Recht schnell verließen wir die Stadt. Rechts ging ein Weg ab, den man als solchen kaum erkennen würde. Wir fuhren durch eine staubige Landschaft, begegneten ein paar Schafen und vereinzelten Kühen. Alle Tiere waren abgemagert. "So muss das in Afrika aussehen", dachte ich. Während der Regenzeit ist das alles bestimmt wunderschön...

    In der Poza angekommen, bezahlten wir umgerechnet 1,25 € pro Person und durften hinein. Die "Wasserpfütze" war großflächig umzäunt. Der Zuständige erklärte mir, wie ich am besten hineingehen sollte und wo es am tiefsten war.

    Das Wasser war salzig und warm. Es roch leicht nach vulkanischem Gas. Tatsächlich fühlte es sich sehr entspannend und angenehm an, darin zu schwimmen. Der Schlamm soll gut für die Haut sein. Als Peeling war er wirklich nicht schlecht.

    Eine Stunde später kamen ein paar Einheimische. Sie erzählten, dass vor Jahren eine Firma hier nach Erdöl suchte, dieses aber nicht fand. Stattdessen sprudelte die warme Quelle hervor. In Máncora regnet es nur selten, etwa alle sieben Jahre. Dann erholt sich die Natur und alles wird grün. Leider behalten die Pflanzen ihre Blätter nur für drei Monate, dann vertrocknen sie wieder.

    Auf dem Rückweg achtete ich genauer auf die Umgebung der Häuser. Man erkannte direkt, wo die Pflanzen gegossen wurden. Fast eine Wasserverschwendung, aber dafür blühten die Sträucher schön
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  • La comida peruana

    23 Eylül 2025, Peru ⋅ ⛅ 19 °C

    Die peruanische Küche ist mit Abstand die beste, die wir bis jetzt in Südamerika gegessen hatten. Auf Basis von Mais und Kartoffeln zaubern die Peruaner eine Vielfalt von leckeren Köstlichkeiten. Ich bin kein Experte, was Ökotrophologie angeht, würde aber behaupten, dass das Essen trotz der vielen frittierten Speisen gesund ist. Fisch und Meeresfrüchte sind im ganzen Land sehr beliebt, obwohl man mir empfohlen hat, Ceviche liebe an der Küste zu essen. Da ist der Fisch eben ganz frisch.
    Für Austernliebhaber ist Peru definitiv das richtige Land. Sie sind gut bezahlbar und frisch. Fleisch ist gut vertreten, aber nicht so präsent wie in Argentinien.

    Häufig gleicht das servierte Menü einem Kunstwerk, so schön wird es auf dem Teller hergerichtet. Und wir waren bei Gott in keinem 5-Sterne-Restaurant gewesen.
    Der Cuy mit dem aussehen einer Rate stellte hier natürlich eine absolute Ausnahme;))
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  • Zurück im Lima

    24 Eylül 2025, Peru ⋅ ⛅ 17 °C

    Zurück in Lima sind wir nur, um den nächsten Flug Richtung Panama zu bekommen.
    Anfang war es geplant, die restlichen Sehenswürdigkeit zu besuchen. Worauf wir in Angesichts der Luftverschmutzung verzichten.
    Bei der landeanflug ist hier wieder bewölkt. Alles grau in grau.
    Es sieht wirklich nicht einladend aus.
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  • Panama

    25 Eylül 2025, Panama ⋅ 🌧 25 °C

    In Panama regnet es, als wir am frühen Morgen landen. Heute sieht die Durchreise anders aus als beim letzten Mal. Die Sicherheitskontrolle ist außergewöhnlich streng. Offensichtlich wird nach Drogen gesucht. Alfred geht fast „unausgekleidet“ durch. Ich bin ja schon nur in T-Shirt und Leggings, trotzdem werde ich zusätzlich durchsucht. Meine Hände und der Rucksack werden abgestrichen. Ich muss wohl gaaanz verdächtig aussehen, denke ich, und bin mir gerade unsicher, ob ich das amüsant oder beängstigend finde.

    Gut, dass mein Kokablätter-Konsum schon etwas länger her ist. Sonst hätten sie tatsächlich noch Kokareste gefunden. Ich bin mir nicht sicher, wie lange das Ausscheiden der Substanz andauert.

    Sechs Stunden Wartezeit haben wir in Panama. Essen, duschen und ein wenig dösen.

    Zu Hause ist schon Nachmittag
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