Antigua Guatemala
14.–17. apr. 2025, Guatemala ⋅ ⛅ 26 °C
Mexiko verlasse ich schweren Herzens. Nach einer intensiven, wunderschönen Zeit voller Eindrücke und Erlebnisse muss ich das Land früher verlassen als gewünscht. Ein schneller Flug bringt mich von Mexiko-Stadt in die guatemaltekische Hauptstadt, doch dort halte ich mich kaum auf. Direkt nach der Ankunft steige ich in den Bus und fahre weiter nach Sumpango, eine kleine Stadt ein paar Kilometer im Westen.
Hier verbringe ich zwei Wochen bei Andy und Lucky, die ein kleines Haus mit Garten bewohnen und über workaway helfende Hände aufnehmen. Die Aufgaben sind überschaubar: ein paar kleine Reparaturen, etwas Gartenarbeiten und den Hund und die beiden Katzen versorgen. Meistens arbeite ich nicht mehr als zwei, drei Stunden am Tag, oft sogar weniger. Es bleibt viel Zeit, um durchzuatmen und die letzten Monate Revue passieren zu lassen. Monate, die geprägt waren von intensiven Begegnungen, zahllosen Ortswechseln und einer nie abreißenden Flut an Eindrücken.
An einem der Wochenenden unternehmen wir einen Ausflug nach Amatitlán. Die Stadt liegt südlich der Hauptstadt, wirkt geschäftig und chaotisch, lässt aber kaum Charme erkennen. Besonders traurig ist der Zustand des gleichnamigen Sees, der früher als Naherholungsgebiet diente. Heute ist er gekippt, durch massive Verschmutzung ist das Wasser biologisch tot. Statt Idylle erwartet einen ein stinkendes Gewässer, das mehr an eine offene Kloake erinnert. Ein Sinnbild für verpassten Umweltschutz.
Wenig später bin ich wieder am Flughafen, diesmal nicht zum Abflug, sondern um Vívian abzuholen. Drei Monate lang haben wir uns nicht gesehen, jetzt können wir endlich wieder gemeinsam reisen.
Unser erstes Ziel ist Antigua, die ehemalige Hauptstadt der spanischen Kolonie. Wir nehmen einen der berühmten Chicken Busse, ausrangierte, bunt lackierte amerikanische Schulbusse, die nun mit viel Musik, Tempo und Gepäck durch ganz Zentralamerika rollen. Der Bus ist voll, die Straßen kurvig, doch die Stimmung fröhlich.
Antigua liegt umgeben von Vulkanen auf etwa 1.500 Metern Höhe. Die Stadt wurde 1543 gegründet und entwickelte sich schnell zu einem politischen, wirtschaftlichen und religiösen Zentrum. Im späten 18. Jahrhundert wurde sie jedoch von mehreren Erdbeben schwer beschädigt und schließlich aufgegeben. Die neue Hauptstadt wurde nicht weit entfernt gegründet. Antigua hingegen blieb zurück: zerstört, aber nicht vergessen.
Heute ist es gerade dieser Kontrast zwischen Verfall und Wiederaufbau, der den Reiz Antiguas ausmacht. Viele Kirchen liegen in Ruinen, eingestürzt und doch majestätisch. Zwischen ihnen wachsen Palmen, Bougainvillea und das Gefühl von Zeitlosigkeit. Andere Gebäude wurden liebevoll restauriert, mit bunten Fassaden, verzierten Holztüren und schattigen Innenhöfen. Besonders vom Cerro de la Cruz, einem Hügel oberhalb der Stadt, eröffnet sich ein wunderschöner Blick über die Dächer und auf den im Hintergrund thronenden Volcán de Agua.
Wir haben das Glück, zur Semana Santa, der Osterwoche, in Antigua zu sein, ein Ereignis, das weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist. Die Stadt füllt sich mit Besuchern, Gläubigen und Pilgern. Überall werden violette Fahnen aufgehängt, Altarbilder aufgebaut und Teppiche aus farbigem Sägemehl kunstvoll auf die Straßen gestreut.
Mehrmals erleben wir Prozessionen, die sich langsam durch die Stadt bewegen. Dutzende Männer, Frauen und sogar Kinder tragen auf ihren Schultern schwere Holzplattformen mit Jesusfiguren oder Marienstatuen, umgeben von Weihrauch, Musik und stiller Andacht. Die Umzüge dauern oft viele Stunden, ziehen sich durch Tag und Nacht und sind geprägt von tiefer Religiosität, aber auch von einem ganz eigenen Rhythmus der Stadt.Læs mere
Lago de Atitlán
17.–26. apr. 2025, Guatemala ⋅ ☀️ 25 °C
Auch wenn der Lago de Atitlán nur etwa 80 Kilometer von Antigua entfernt liegt, gestaltet sich die Anreise unerwartet kompliziert. Wir müssen 4 Busse und schkieslich ein Boot nehmen, um in unserer Unterkunft in Paxanax anzukommen.
Unser deutscher Gastgeber Mathias empfängt uns freundlich und das Haus, das wir für die nächsten Tage beziehen, ist eine Oase: komfortabel, großzügig, mit Blick auf das Wasser und einem Garten voller Blumen und Vögel. Vom kleinen Anleger aus können wir jederzeit ins angenehm kühle Seewasser springen und schwimmen.
Der Lago de Atitlán gilt als einer der schönsten Seen der Welt, umrahmt von den drei majestätischen Vulkanen San Pedro, Atitlán und Tolimán, liegt er auf rund 1.500 Metern Höhe im guatemaltekischen Hochland. Der See füllt die Caldera eines vor Jahrtausenden kollabierten Supervulkans und ist von 1w Dörfern umgeben. Zwischen denen verkehren in hoher Frequenz kleine Boote, die als Hauptverkehrsmittel dienen. Jedes Dorf hat seinen eigenen Charakter, seine Sprache, seine Farben und Traditionen.
Die Semana Santa ist noch in vollem Gange und so besuchen wir San Juan La Laguna, wo wir diekunstvollen Alfombras (Prozessionsteppiche) bewundern können. Aus Sägemehl, Blüten, Piniennadeln und anderen Naturmaterialien entstehen detailreiche Bilder, religiöse Symbole, florale Ornamente. Stundenlang gearbeitet und dann binnen Minuten zertreten. Eine feierliche Prozession zieht darüber hinweg: Männer in lila Gewändern tragen Heiligenfiguren, Frauen folgen betend, eine Kapelle spielt schwermütige Musik. Gleich danach wird der gesamte Teppich mit Besen zusammengekehrt, als wäre nichts gewesen. Es ist eine flüchtige Kunstform, ein Bild für die Vergänglichkeit und zugleich ein fester Bestandteil der Ostertradition.
Außerdem unternehmen wir eine kleine Wanderung entlang des Nordufers von Paxanax bis nach San Marcos La Laguna. Dabei lernen wir die kleinen, weniger bekannten Dörfer kennen und können malerische Ausblicke auf den See und die Vulkane genießen.Læs mere
El Remate & Flores
26. apr.–3. maj 2025, Guatemala ⋅ ☀️ 39 °C
Noch vor Sonnenaufgang verlassen wir den Lago de Atitlán. Ein kleines Boot holt uns am Anleger in Paxanax ab und bringt uns in tiefer Dunkelheit nach Panajachel. Von dort geht es mit einem Minibus weiter nach Guatemala-Stadt. Später steigen wir um in einen bequemen Überlandbus, der uns stundenlang durch das Land trägt. Über Berge und Hochebenen, vorbei an sattgrünen Tälern, trockenen Landstrichen und endlosen Feldern. Als wir in der Nacht Santa Elena erreichen, haben wir fast das gesamte Land durchquert und waren insgesamt über 18 Stunden unterwegs.
Am nächsten Vormittag erkunden wir die Insel Flores. Die kleine, farbenfrohe Altstadt liegt mitten im Lago Petén Itzá und ist über einen schmalen Damm mit dem Festland verbunden. Sie wirkt wie eine Welt für sich: enge Gassen mit bunten Häusern, gemütliche Restaurants mit Blick aufs Wasser, langsam schaukelnde Boote am Ufer.
Ursprünglich war Flores das Zentrum der Itzá-Maya, deren Widerstand bis weit ins späte 17. Jahrhundert anhielt – als eine der letzten Hochkulturen, die sich den Spaniern unterwarfen. Noch heute spürt man eine gewisse Abgeschiedenheit, eine stille Widerständigkeit zwischen den Kolonialbauten und Kokospalmen.
Am Nachmittag fahren wir weiter nach El Remate, ein ruhiges Dorf am östlichen Ufer des Sees. Hier beziehen wir ein kleines Holzhaus direkt am Wasser, in dem wir eine Woche verbringen. Einfach, aber gemütlich und umgeben von Bäumen, Vogelstimmen und der langsamen Bewegung des Sees.
Die Region Petén ist für ihr heißes, tropisches Klima bekannt und wir erleben es in voller Intensität. Die Temperaturen klettern auf knapp 40 Grad und die Luft steht flirrend über den staubigen Wegen. Der See lädt dennoch zum Baden ein, auch wenn das Wasser mit über 30 Grad eher lauwarm als erfrischend ist. Trotzdem springen wir jeden Tag hinein und genießen das lautlose Treiben im flachen Wasser, das von warmem Wind und fernen Geräuschen begleitet wird.
El Remate ist kein klassisches Reiseziel. Es ist eher ein Ort zum Verweilen. Kein Trubel, keine Eile. Hier vergeht die Zeit langsam, zwischen Hängematte, See, Mangobäumen und Gesprächen in der Nachmittagshitze. Und vielleicht ist es gerade das, was diesen Ort so besonders macht.Læs mere
Tikal
1. maj 2025, Guatemala ⋅ ☀️ 36 °C
Von El Remate aus ist es nur eine knappe Stunde bis Tikal, einer beinahe vergessenen Ruinenstadt der Maya mitten im Dschungel Guatemalas. Wir brechen früh auf, um der Hitze des Tages zu entgehen und sind überrascht, dass wir relativ wenige andere Besucher treffen.
Der Ort wurde schon vor über 2.500 Jahren besiedelten und in der Blütezeit zwischen dem 4. und 9. Jahrhundert war Tikal eine der mächtigsten Städte ganz Mesoamerikas. Über 3.000 Gebäude wurden hier errichtet und Schätzungen zufolge lebten damals bis zu 100.000 Menschen in und um die Stadt.
Wir verbringen viele Stunden in der Anlage, steigen steile Stufen zu den Tempeln hinauf und genießen den Blick von oben über die endlose Dschungeldecke. Besonders beeindruckend ist Tempel IV, mit 70 Metern eines der höchsten erhaltenen Bauwerke der Maya-Welt. Von dort schweift der Blick über die Spitzen anderer Tempel, die wie steinerne Inseln aus dem grünen Ozean ragen.
Während wir durch das Gelände streifen, begegnen wir einer Vielzahl wilder Tiere. Mehrmals kreuzen Nasenbären unseren Weg. In den Bäumen sehen wir zahlreiche Spinnenaffen, die mit beachtlicher Eleganz von Ast zu Ast schwingen.
Tikal fasziniert nicht nur durch seine Architektur, sondern durch die Kombination von Natur und Geschichte. Hier ist nichts museal abgesperrt oder künstlich hergerichtet – man bewegt sich zwischen Ruinen, die vom Dschungel langsam zurückerobert werden, begleitet vom Pfeifen, Rascheln und Rufen eines Waldes, der lebt. Und genau das macht diesen Ort so einzigartig: Er ist nicht nur Zeugnis einer vergangenen Hochkultur, sondern ein Ort, an dem Vergangenheit und Gegenwart ineinander übergehen.Læs mere
Río Dulce
3.–4. maj 2025, Guatemala ⋅ ☀️ 35 °C
Eigentlich hatten wir Río Dulce nur als praktischen Zwischenstopp auf dem Weg nach Honduras eingeplant. Eine Übernachtung, nicht mehr. Doch schon kurz nach unserer Ankunft merken wir, dass dieser Ort viel mehr zu bieten hat, als wir erwartet hätten.
Nach etwa fünf Stunden Busfahrt erreichen wir die gleichnamige Kleinstadt am Río Dulce. Es ist heiß, feucht, und die Straßen sind belebt. Doch unser eigentliches Ziel liegt etwas abseits. Mit einem kleinen Motorboot werden wir abgeholt und gleiten wenig später über einen Seitenarm des Flusses. Vorneweg sitzt der Hund des Hotels auf dem Bug, als wäre er die tierische Galionsfigur. Rechts und links wächst dichter Dschungel bis ans Wasser heran, Lianen hängen von den Bäumen, Reiher stehen reglos im Ufergras. Nach etwa zehn Minuten erreichen wir unsere Unterkunft: ein kleines Hotel mitten in der Natur, umgeben von sattem Grün und sanftem Vogelgezwitscher.
Wir nutzen die Gelegenheit und leihen uns zwei der hauseigenen Kajaks aus, um die Umgebung vom Wasser aus zu erkunden. Lautlos gleiten wir durch schmale Kanäle und beobachten dabei das Leben am und im Fluss. Immer wieder sehen wir gepflegte Holzhäuser mit Bootsstegen, eingebettet in die tropische Landschaft. Einige schlicht, andere wie kleine Paradiese.
So ruhig und abgeschieden dieser Ort wirkt, gehört er doch zu einem wichtigen Natur- und Wasserweg Guatemalas. Der Río Dulce verbindet den Izabal-See mit der Karibikküste und schlängelt sich dabei durch eine der grünsten Regionen des Landes.
Viel zu schnell vergeht die Zeit. Am nächsten Morgen müssen wir schon wieder aufbrechen. Dabei hätten wir gern länger in dieser stillen Ecke verweilt, zwischen Dschungel, Fluss und der beruhigenden Langsamkeit des tropischen Wassers.Læs mere
Copán Ruinas
4.–11. maj 2025, Honduras ⋅ ☀️ 34 °C
Nach etwa sieben Stunden Fahrt erreichen wir Copán Ruinas, eine kleine Stadt im Westen von Honduras, nur wenige Kilometer von der Grenze zu Guatemala entfernt. Die Grenzüberquerung verläuft unkompliziert und auch der Ort selbst vermittelt sofort ein Gefühl von Ruhe und Sicherheit. Copán Ruinas gilt als einer der sichersten und touristisch freundlichsten Orte des Landes. Die Menschen hier sind offen und herzlich, das Tempo entspannt.
Ein Highlight ist der Besuch des Macaw Mountain Bird Park, einer weitläufigen tropischen Anlage, die sich dem Schutz und der Wiederauswilderung heimischer Vogelarten widmet. Besonders die farbenprächtigen Aras, die Nationalvögel von Honduras, sind hier allgegenwärtig. Im Park dürfen einige Vögel, die sich an Menschen gewöhnt haben und nicht mehr ausgewildert werden können, frei auf Ästen sitzen. So kommen wir ihnen aus nächster Nähe ganz nah. Auch im Ort selbst sind die Aras präsent. Auf dem zentralen Platz wurde ein großes Holznest installiert, das regelmäßig von frei fliegenden Papageien besucht wird. Ihre schrillen Rufe hallen über die Dächer der Stadt.
Wenige Kilometer außerhalb liegt die bedeutende archäologische Stätte von Copán. Die einstige Maya-Metropole erreichte ihre Blütezeit zwischen dem 5. und 9. Jahrhundert nach Christus und war ein wichtiges Zentrum für Kunst, Wissenschaft und Astronomie. Besonders bekannt ist Copán für seine feinen Steinmetzarbeiten, reich verzierten Tempel und die monumentale Hieroglyphentreppe, ein einzigartiges Zeugnis der Maya-Schrift und ihrer Geschichtsschreibung. Anders als an vielen anderen Ausgrabungsstätten begegnen wir hier nur wenigen anderen Besuchern. In aller Ruhe schlendern wir durch die großzügige Anlage, beobachten Brüllaffen in den Baumwipfeln und lassen die Atmosphäre dieses geschichtsträchtigen Ortes auf uns wirken.Læs mere
Santa Ana
11.–20. maj 2025, El salvador ⋅ ⛅ 31 °C
Unsere Reise nach Santa Ana in El Salvador beginnt mit einem weiteren Bus-Marathon: Fünf verschiedene Fahrzeuge und zwei Grenzübertritte bringen uns vom honduranischen Copán Ruinas zurück nach Guatemala und schließlich über die südliche Grenze nach El Salvador. Nach einem langen Tag voller Umstiege und Wartezeiten erreichen wir am Abend schließlich Santa Ana.
Die zweitgrößte Stadt des Landes liegt im Westen El Salvadors und auch wenn sie kein touristisches Highlight ist, hat sie einen gewissen Charme. Vor allem der zentrale Platz, der Parque Libertad, ist belebt und von einigen eindrucksvollen Bauwerken umgeben, etwa der Kathedrale, dem Theater und dem Rathaus. Straßenverkäufer bieten Früchte an, Kinder spielen und auf den Bänken genießen die Einheimischen den Schatten der Bäume.
Ein echtes Abenteuer ist unser Ausflug auf den Vulkan Santa Ana, auch Ilamatepec genannt. Mit 2.381 Metern ist er der höchste Vulkan des Landes und gehört zum Naturpark Los Volcanes. Der Aufstieg beginnt auf rund 1.800 Metern und führt über einen schmalen, teils steilen Pfad durch Nebelwald und später über Lavafelder zum Kraterrand. Die Wanderung dauert etwa zwei Stunden und ist anstrengend, aber gut machbar. Oben angekommen, erwartet uns zwar keine Aussicht, denn dichte Wolken hüllen die Landschaft in Weiß, doch allein der Blick in den Krater entschädigt. Am Grund liegt ein intensiv grün schimmernder Kratersee, fast unwirklich in Farbe und Form. Der Kontrast zur dunklen Kraterwand ist eindrucksvoll und die dampfenden Felsspalten zeugen davon, dass der Vulkan noch immer aktiv ist.
Auf dem Rückweg gibt es noch eine kleine Überraschung: Der Bus fährt nicht wie geplant, also halten wir per Anhalter einen Pick-up an und dürfen auf der Ladefläche mitfahren. Der Fahrtwind ist kühl und die Aussicht auf die umliegenden Berge grandios, ein Erlebnis, das den Tag perfekt abrundet.
Ein paar Tage später machen wir einen Ausflug entlang der Ruta de las Flores, einer landschaftlich reizvollen Strecke, die mehrere kleine Dörfer im Hochland miteinander verbindet. Die Region ist bekannt für ihre Kaffeeproduktion, koloniale Dörfer und ein angenehmes Klima. Besonders Juayúa und Ataco gefallen uns gut. Jedes Dorf hat seinen eigenen Charakter, farbenfrohe Wandmalereien und gemütliche Plätze. Am Wochenende findet in einigen Orten ein kleines Straßenfest statt, auf dem regionale Spezialitäten angeboten werden, die wir probieren können.Læs mere
Santa Tecla
20.–24. maj 2025, El salvador ⋅ ⛅ 29 °C
Nach unserer Zeit in Santa Ana entscheiden wir uns, in Santa Tecla für ein paar Tage Station zu machen. Die Stadt liegt am westlichen Rand der Hauptstadtregion und bietet den idealen Mix: Sie ist ruhiger, sicherer und deutlich günstiger als das benachbarte San Salvador, gleichzeitig aber zentral genug, um Tagesausflüge in verschiedene Richtungen zu unternehmen. Die Anreise aus Santa Ana verläuft unkompliziert. Ein direkter Linienbus bringt uns in weniger als zwei Stunden in die Stadt.
Santa Tecla selbst hat kein großes touristisches Profil. Dennoch ist der historische Kern rund um die beiden großen, gepflegten Plätze angenehm lebendig. Palmen, Springbrunnen und bunte Marktstände sorgen für eine entspannte Atmosphäre. Viel mehr gibt es in der Stadt zwar nicht zu entdecken, doch dafür ist sie ein guter Ausgangspunkt für unsere Erkundungen in der Umgebung.
Ein Tagesausflug führt uns an die Pazifikküste, genauer gesagt nach El Tunco. Der kleine Küstenort ist El Salvadors beliebtester Surfspot und bei Backpackern bekannt für seine entspannte Stimmung. Schwarzer Vulkansand, markante Felsformationen im Wasser und konstante Wellen machen El Tunco zu einem besonderen Ort. Zwar ist der Ort recht touristisch, aber gerade unter der Woche hält sich der Trubel in Grenzen. Wir verbringen ein paar entspannte Stunden am Wasser, beobachten die Surfer und lassen uns vom Pazifikwind durchpusten.
An einem anderen Tag fahren wir in die Hauptstadt San Salvador. Mit über zwei Millionen Einwohnern ist sie die größte Stadt des Landes und politisches sowie wirtschaftliches Zentrum. Die Innenstadt wirkt an manchen Ecken etwas heruntergekommen, doch zwischen den kolonialen Gebäuden und modernen Hochhäusern finden sich interessante Orte. Besonders beeindruckend ist die Iglesia El Rosario mit ihrer ungewöhnlichen Betonarchitektur und dem farbenprächtigen Lichtspiel im Inneren. Auch die zentrale Plaza Gerardo Barrios mit dem Nationalpalast und die Kathedrale sind sehenswert.
Ein ganz anderes Flair hat Suchitoto, ein koloniales Städtchen etwa 2 Stunden nordöstlich von San Salvador. Die Fahrt führt durch grüne Hügellandschaften und endet in einem Ort, der wie aus der Zeit gefallen scheint. Kopfsteingepflasterte Straßen, weiß getünchte Häuser und ein hübscher zentraler Platz mit einer schlichten weißen Kirche prägen das Bild. Vom Aussichtspunkt am Rand des Ortes blicken wir über den Lago Suchitlán, ein großer Stausee, der die ruhige Szenerie perfekt ergänzt. Kunsthandwerk, Galerien und kleine Cafés sorgen dafür, dass man gerne etwas länger bleibt.Læs mere
León
24.–31. maj 2025, Nicaragua ⋅ ⛅ 35 °C
Nach unserer Zeit in El Salvador führt uns unsere Reise weiter nach Süden. Da uns gleich zwei Grenzüberquerungen bevorstehen, erst von El Salvador nach Honduras und dann weiter nach Nicaragua, entscheiden wir uns erneut für ein Shuttle. Die Strecke ist lang, die Formalitäten sind mitunter umständlich und so sind wir froh, uns um nicht all zu viel kümmern zu müssen. Nach über zwölf Stunden Fahrt erreichen wir schließlich León im Nordwesten Nicaraguas.
Die Stadt liegt eingebettet zwischen Vulkanen und gilt neben Granada als kulturelles Zentrum des Landes. León war viele Jahre lang die Hauptstadt Nicaraguas und spielte eine zentrale Rolle in der Geschichte des Landes, insbesondere während der sandinistischen Revolution. Noch heute zeugen zahlreiche Wandgemälde und Denkmäler vom politischen Erbe der Stadt. Die Atmosphäre ist jung und lebendig, geprägt von vielen Studierenden und einem kreativen Geist.
Architektonisch fällt León durch seine niedrigen Häuser mit massiven Holztüren auf, die oft direkt an der Gebäudeecke liegen, eine Besonderheit, die dem Stadtbild einen eigenen Rhythmus verleiht. Der zentrale Platz ist weniger grün, aber belebt mit kleinen Ständen und Musikern. Dort findet sich auch die mächtige, reinweiße Kathedrale, die als das größte Kirchengebäude Mittelamerikas gilt.
Abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten entdecken wir zufällig das Restaurant Coco Calala eine kleine Oase mitten in der Stadt. In einem üppig begrünten Innenhof mit alten Bäumen, hängenden Pflanzen und bunten Blüten gibt es nicht nur leckeres Essen, sondern auch einen kleinen Pool. Die perfekte Abkühlung an den heißen Nachmittagen, wenn die Temperaturen in León regelmäßig über 35 Grad steigen.
An zwei Tagen fahren wir mit dem Linienbus zum etwa 20 Kilometer entfernten Playa Poneloya. Der Strand ist lang, fast menschenleer, mit feinem Sand und einer Reihe von Kokospalmen, die Schatten spenden. Das Wasser des Pazifik ist angenehm warm, die Wellen sind stark und genau deshalb macht das Baden hier so viel Spaß. Wir lassen uns von der Brandung durchwirbeln, lachen viel und genießen das Gefühl, in diesem wilden Stück Paradies ganz im Moment zu sein. Da wir den Bus zurück in die Stadt verpassen, fahren wir wieder per Anhalter auf der Ladefläche eines Pickups mit und können dabei den Sonnenuntergang beobachten, während uns der warme Fahrtwind ins Gesicht weht. Bei unserem nächsten Besuch am Strand können wir dann einen traumhaften Sonnenuntergang über dem Meer genießen.Læs mere
Granada
31. maj–7. jun. 2025, Nicaragua ⋅ ⛅ 34 °C
Unsere nächste Station ist Granada, eine der ältesten und bekanntesten Kolonialstädte Mittelamerikas. Die Anreise führt uns zunächst per Bus in die nicaraguanische Hauptstadt Managua, wo wir umsteigen. Insgesamt dauert die Fahrt etwa vier Stunden und verläuft reibungslos.
In Granada angekommen, beziehen wir ein wunderschönes kleines Haus mit üppigem Garten und einem großen Pool. Die tropischen Pflanzen und das ruhige Ambiente sorgen sofort für ein Gefühl von Erholung und wir fühlen uns auf Anhieb wohl.
Granada liegt am Ufer des riesigen Lago Cocibolca, auch Nicaraguasee genannt, und wurde bereits 1524 von den Spaniern gegründet. Ihre koloniale Geschichte ist überall sichtbar. Pastellfarbene Fassaden, Kopfsteinpflaster, reich verzierte Kirchen und weite Plätze prägen das Stadtbild. Die Kathedrale mit ihrer leuchtend gelben Fassade überragt das Zentrum und ist eines der markantesten Wahrzeichen der Stadt.
Ein besonderes Highlight ist unser Ausflug zu den Isletas de Granada, einer Gruppe von 365 kleinen Inseln, die beim Ausbruch des nahegelegenen Vulkans Mombacho vor Jahrtausenden entstanden sind. Wir mieten ein Kanu und paddeln auf eigene Faust durch die Inselwelt. Um uns herum spiegeln sich Palmen im ruhigen Wasser, Reiher und andere Wasservögel fliegen zwischen den Uferbüschen, und immer wieder entdecken wir kleine Häuser auf den teils winzigen Inseln. Manche sind einfache Holzhütten, andere luxuriöse Anwesen mit gepflegten Gärten und Bootsstegen. Fast alle Isletas sind heute in Privatbesitz.
Ein kurzer Stopp führt uns zur Isla de los Monos, wo wir vom Wasser aus zwei Spinnenaffen beobachten können, die auf den Bäumen herumturnen. Schließlich gleiten wir am alten Fuerte San Pablo vorbei, einer kleinen Festung aus der Kolonialzeit, die einst zum Schutz der Stadt diente.Læs mere
Ometepe
7.–15. jun. 2025, Nicaragua ⋅ ⛅ 29 °C
Ometepe fühlt sich von Anfang an besonders an. Schon auf der Fähre vom Festland aus zeigt sich die Silhouette der beiden Vulkane, die wie Wächter über dem See thronen: der perfekt geformte, aktive Vulkan Concepción und der sanftere, grün bewachsene Maderas. Zusammen bilden sie die Insel Ometepe, die mitten im riesigen Nicaraguasee liegt und weltweit einzigartig ist. Entstanden durch vulkanische Aktivität, ist sie heute nicht nur eine geologische Besonderheit, sondern auch UNESCO-Biosphärenreservat. Ein Ort voller Natur, Mythen und Ruhe.
Gleich nach der Ankunft leihen wir uns einen Roller und machen uns auf den Weg zu unserer Unterkunft. Sie liegt abgelegen, direkt am Ufer des Sees, mit weitem Blick über das Wasser und einem kleinen privaten Strand. Es ist ein Ort zum Durchatmen. Der Roller erweist sich als perfektes Fortbewegungsmittel. Der Verkehr ist spärlich, und immer wieder begegnen uns Kühe und Pferde, die gemächlich über die Straße ziehen. Die Straßen sind zum Großteil gut ausgebaut, doch zwischendurch geht es auch über holprige Schotterpisten.
Einer unserer ersten Ausflüge führt uns in den Naturpark Charco Verde. Hier spazieren wir durch dichten, grünen Wald, beobachten bunte Schmetterlinge und hören die markanten Rufe der Brüllaffen. Der Park liegt direkt am See und bietet traumhafte Ausblicke auf beide Vulkane.
Später mieten wir in der Nähe von Mérida ein Kanu. Zuerst gleiten wir ein Stück über den offenen See, dann folgen wir dem schmalen, urwaldgesäumten Rio Isitián. Es ist still, wir sind allein. Reiher stehen am Ufer, Wasservögel fliegen vor uns auf. Dann entdecken wir plötzlich ein Krokodil. Über zwei Meter lang, reglos auf einer Sandbank liegend. Ein Moment voller Staunen und Respekt.
Eigentlich wollten wir den imposanten Volcán Concepción besteigen, aber sein Gipfel bleibt tagelang wolkenverhangen. Stattdessen wandern wir zur Cascada de San Ramón, einem hohen Wasserfall am Hang des Volcán Maderas. Die Anfahrt mit dem Roller ist herausfordernd: steil, steinig, holprig, aber machbar. Nach einem kurzen Fußmarsch durch tropischen Wald stehen wir schließlich vor dem rauschenden Wasserfall, der über moosige Felsen in die Tiefe stürzt.
Mit dem Roller umrunden wir schließlich die gesamte Insel. Dabei passieren wir kleine, verschlafene Dörfer, dichte Bananenplantagen, Lavagestein und einsame Uferstellen. Ometepe entschleunigt. Die Insel scheint ihr eigenes Tempo zu kennen und für ein paar Tage folgen wir ihm gerne.Læs mere
Nicoya
15. jun.–10. aug. 2025, Costa Rica ⋅ ⛅ 30 °C
Unsere nächste Station ist Nicoya in Costa Rica, wo wir ein weiteres Mal ein Volontariat machen. Die Anreise von der Insel Ometepe und die Grenzüberquerung verlaufen erstaunlich unkompliziert. In Nicoya warten schon unsere beiden Gastgeber Kris und Julia auf uns, die uns mit ihrem Pickup abholen und zu ihrer Finca bringen. Sie liegt etwa zwanzig Minuten außerhalb der Stadt, umgeben von viel Grün und voller Leben.
Unsere Unterkunft ist ein umgebauter Schiffscontainer. Von außen schlicht, innen praktisch eingerichtet und mit allem Komfort, den wir brauchen. Das Besondere ist die Dachterrasse, die direkt in die Baumwipfel hineinragt. Von hier oben sehen wir fast täglich eine Familie Brüllaffen, die gemächlich von Ast zu Ast hangelt. Auch Gürteltiere, Leguane und unzählige Vögel lassen sich auf dem Grundstück beobachten, sodass wir das Gefühl haben mitten in einem kleinen Naturreservat zu wohnen.
Kris und Julia haben ein großes Herz für Tiere. Neben Enten, Tauben, Hühnern und Fischen versorgen sie siebzehn Hunde, die ohne sie auf der Straße leben müssten. Anfangs sind wir unsicher, wie es wohl sein wird mit so vielen Hunden zusammen zu wohnen, doch schon nach kurzer Zeit merken wir, wie friedlich und freundlich sie alle sind.
Die Arbeit auf der Finca ist abwechslungsreich. Wir pflanzen neue Bäume, schneiden Gras, schaffen Ordnung, reparieren Kleinigkeiten und kümmern uns um das Gewächshaus. Die Hitze macht vieles anstrengender, aber durch die freie Zeiteinteilung bleibt es entspannt und wir finden immer wieder ruhige Momente, um einfach die Umgebung zu genießen.
Mit Kris und Julia verbringen wir weniger Zeit als mit anderen Gastgebern zuvor. Meistens sehen wir sie nur zwischendurch für kurze Gespräche oder einmal pro Woche, wenn wir gemeinsam in die Stadt fahren, um einzukaufen und danach in einem Restaurant zu essen. Trotzdem fühlen wir uns sehr willkommen. Sie sind herzlich, geben uns viele Freiheiten und stellen uns sogar einen ihrer Pickups zur Verfügung. So können wir in Nicoya die Feierlichkeiten zum Día de la Anexión de Guanacaste erleben, an dem die Halbinsel 1824 offiziell Teil Costa Ricas wurde. Musik, Tanz, bunte Kostüme und ein kleiner Umzug erfüllen an diesem Tag die Straßen.
Nicoya selbst gilt als eine der ältesten Städte Costa Ricas und liegt im Herzen der Halbinsel Guanacaste, die bekannt ist für ihre trockenen Tropenwälder, ihre langen Strände am Pazifik und ihre lebendige Kultur. Besonders spannend ist, dass die Region als eine der wenigen Blue Zones der Welt gilt. So nennt man Gebiete, in denen die Menschen nachweislich besonders alt werden und dabei erstaunlich lange gesund bleiben. Forscher führen dies auf eine Kombination aus Ernährung, Bewegung, Gemeinschaftssinn und Lebensstil zurück. Auch wenn wir nur kurze Zeit hier sind, spüren wir etwas von dieser Gelassenheit und dem ruhigen Rhythmus des Alltags.
Ursprünglich wollten wir nur einen Monat bleiben, doch schließlich werden es zwei. Die Finca, die Tiere und die entspannte Atmosphäre gefallen uns so sehr, dass wir uns einfach nicht früher trennen wollen.
Allerdings entschließe ich mich auch dazu, dass dieses mein letztes Volontariat in Lateinamerika sein wird. Während der Wochen auf der Finca reift in mir der Entschluss, die Reise schon bald zu beenden und nach Deutschland zurückzukehren. Der Gedanke kommt nicht plötzlich, sondern wächst leise in den vielen stillen Momenten hier, wenn ich auf der Dachterrasse sitze, den Affen zusehe oder durch den Dschungel laufe. Nach Monaten voller Eindrücke und Begegnungen fühlt es sich richtig an, die Reise an diesem Punkt ausklingen zu lassen und einen neuen Abschnitt zu beginnen.Læs mere
San José
10.–18. aug. 2025, Costa Rica ⋅ ⛅ 23 °C
Der Wechsel von der ruhigen Finca in Nicoya in die lebendige Hauptstadt San José könnte kaum größer sein. Plötzlich sind wir umgeben von hupenden Autos, vollen Straßen und Menschenmengen. San José liegt im Zentrum des Landes in einem von Bergen eingerahmten Tal und ist mit rund 350.000 Einwohnern das politische, wirtschaftliche und kulturelle Herz Costa Ricas. Die Stadt entstand im 18. Jahrhundert und entwickelte sich rasch, vor allem durch den Kaffeehandel, der lange Zeit die wichtigste Einnahmequelle des Landes war. Durch die Höhenlage auf etwa 1.200 Metern ist das Klima hier deutlich kühler als in den Küstenregionen, was eine willkommene Abwechslung zu der oft drückenden Hitze darstellt.
San José gilt sicher nicht als die schönste Hauptstadt Lateinamerikas, doch wer sich auf sie einlässt, entdeckt einige interessante Seiten. Wir spazieren durch verschiedene Stadtviertel, besuchen einige der zahlreichen grünen Parks und stoßen immer wieder auf Kolonialbauten, die von der Geschichte der Stadt erzählen. Besonders gut gefallen hat uns der Besuch im Museo de Arte Costarricense, das in einem ehemaligen Flughafen untergebracht ist und spannende Einblicke in die Kunst des Landes gibt. Ein weiterer schöner Moment war unser Besuch im Centro de Estudios Brasileños, dem „Zentrum für brasilianische Studien“, wo wir einige Snacks aus Vívians Heimat probieren konnten. Auch wenn uns der Lärm und die Hektik manchmal etwas überfordern, genießen wir es, die urbane Seite Costa Ricas kennenzulernen und das bunte Treiben zu beobachten.Læs mere
Cahuita
18.–23. aug. 2025, Costa Rica ⋅ ⛅ 29 °C
Von San José aus bringt uns der Bus in rund vier Stunden an die Karibikküste. In Cahuita angekommen spüren wir sofort das entspannte Flair des kleinen Ortes. Alles wirkt gelassener, das Leben läuft hier in einem langsameren Takt. Unsere Unterkunft liegt nur wenige Minuten vom Meer entfernt, und schon nach dem ersten Spaziergang stehen wir am Strand. Der schwarze Sand bildet einen spannenden Kontrast zum tiefen Grün des Waldes, der bis fast an die Wellen heranreicht. Wir verbringen hier einige ruhige Tage, schwimmen im warmen Wasser und lassen uns von der entspannten Atmosphäre treiben.
Der Parque nacional Cahuita grenzt direkt an den Ort und wird das Highlight. Dass der Eintritt frei ist, macht ihn zu einer Ausnahme in Costa Rica, wo viele Nationalparks sehr teuer sind. Auf den schmalen Wegen durch den Regenwald begleitet uns ständig das Rauschen des Meeres. Immer wieder öffnet sich der Wald und gibt den Blick auf weite Strände frei, an denen fast niemand außer uns unterwegs ist. Im Wasser vor der Küste liegt eines der größten Korallenriffe des Landes, und auch wenn wir nicht schnorcheln, spüren wir, dass hier ein ganz besonderer Reichtum an Leben verborgen ist. Für uns ist Cahuita eine perfekte Mischung aus Natur, Meer und Gelassenheit und gleichzeitig ein wunderschöner Abschluss unserer Zeit in Costa Rica.Læs mere
Bocas del Toro
23.–30. aug. 2025, Panama ⋅ ⛅ 29 °C
Von Cahuita aus ist es nur ein kurzer Weg bis zur Grenze, und nach der unkomplizierten Einreise nach Panama geht es für uns weiter mit einem Minivan nach Almirante. Von dort bringt uns ein kleines Boot über das glitzernde Wasser hinaus zur Isla Colón, der Hauptinsel des Bocas del Toro Archipels. Damit erreiche ich Panama, das letzte Land meiner Reise durch Lateinamerika. Unser Zuhause für die kommende Woche ist ein kleines Holzhaus etwas außerhalb des Zentrums von Bocas Town. Umgeben von einer ruhigen und freundlichen Nachbarschaft genießen wir hier die karibische Gelassenheit, die sofort spürbar ist.
Das Archipel von Bocas del Toro umfasst rund 200 Inseln, unzählige Mangroven und weite Korallenriffe. Viele der bunten Holzhäuser stehen direkt am Wasser und sind auf Stelzen gebaut, was dem Ort sein charakteristisches Bild verleiht. Auch die Einflüsse der afro-karibischen Kultur prägen die Region und tragen zu der entspannten Atmosphäre bei, die Bocas so einzigartig macht.
Unsere Tage hier vergehen ruhig, aber abwechslungsreich. Gleich um die Ecke liegt der kleine Flughafen, wo wir aus nächster Nähe beobachten können, wie Propellermaschinen starten und landen. Ein Ausflug führt uns mit dem Boot hinüber zur Isla Carenero. Hier gibt es keine Autos, nur sandige Wege, Kokospalmen und weite Strände, die wir fast für uns allein haben. Ein anderes Mal nehmen wir den Minibus nach Boca del Drago im Norden der Isla Colón und laufen von dort weiter zum Playa Estrella. Der Strand trägt seinen Namen zu Recht, denn im flachen Wasser liegen überall große orangefarbene Seesterne, die wir aus nächster Nähe betrachten können. Den Rückweg treten wir entspannt mit dem Boot an, das uns entlang der grünen Küste zurückbringt.
Bocas del Toro ist für uns ein Ort zum Durchatmen, ein Stück Karibik wie aus dem Bilderbuch, an dem die Tage langsam vergehen und alles ein wenig leichter wirkt.Læs mere
Boquete
30. aug.–6. sep. 2025, Panama ⋅ ☁️ 25 °C
Von Bocas del Toro machen wir uns auf den Weg nach Boquete. Zuerst bringt uns ein Boot zurück zum Festland, anschließend geht es mit zwei Bussen hinein in die Berge der Provinz Chiriquí. Boquete liegt auf etwa 1.200 Metern Höhe am Fuß des mächtigen Vulkans Barú und ist bekannt für sein kühles, angenehmes Klima, die umliegenden Kaffeeplantagen und seine beeindruckende Berglandschaft. Viele Auswanderer haben sich hier niedergelassen, und der kleine Ort gilt als einer der beliebtesten Rückzugsorte in ganz Panama.
Die Umgebung lädt förmlich zum Wandern ein, und so unternehmen wir drei sehr unterschiedliche Touren. Die erste führt uns auf den El Pianista. Der Weg beginnt in sanftem Weideland, ehe er in dichten Nebelwald übergeht. Durch enge Schluchten steigen wir stetig hinauf, bis wir schließlich den Gipfel erreichen. Leider hüllt sich dieser in dichte Wolken, sodass es keinen Ausblick gibt, doch gerade der Nebel macht den Wald mystisch. Farne, Moose und Bromelien wachsen üppig, und zwischendurch huscht immer wieder ein Vogel durch die dichten Äste.
Die zweite Wanderung führt uns nach Jaramillo. Hier geht es gemächlicher zu, ohne viele Höhenmeter. Der Pfad schlängelt sich durch Weideland und Kaffeeplantagen, und immer wieder öffnen sich Blicke auf die umliegenden Gipfel. Eigentlich wollte ich noch den markanten Berg India Vieja besteigen, doch das Wetter macht mir einen Strich durch die Rechnung. Der Weg ist trotzdem lohnenswert und gibt einen schönen Einblick in das ländliche Leben rund um Boquete.
Für die dritte Wanderung fahren wir mit einem Kleinbus nach Los Naranjos. Von dort laufen wir bergab zurück ins Zentrum von Boquete, meist entlang des Rio Caldera. Unterwegs entdecken wir einen Wasserfall, sehen erneut Kaffeeplantagen und bleiben bei den eigenwilligen Felsformationen Los Ladrillos stehen, die durch ihre Linienstruktur sofort ins Auge fallen. Besonders spannend ist der kulinarische Teil des Weges, denn wir kehren in zwei Cafés ein, die sich ganz auf Erdbeerspezialitäten konzentrieren. Die frischen Früchte werden hier in der Region kultiviert und klassisch mit Schlagsahne und Eis kombiniert.
Das Wetter in Boquete ist wechselhaft. Oft ziehen Wolken auf, und Regen gehört fast zum Alltag. Doch gerade dadurch entstehen immer wieder beeindruckende Stimmungen, wenn sich die Wolkenin den dicht bewaldeten Bergen verfangen und die Landschaft in eine fast märchenhafte Atmosphäre tauchen.Læs mere
El Valle de Antón
6.–13. sep. 2025, Panama ⋅ ☁️ 25 °C
Nach unserer Zeit in Boquete fahren wir weiter nach El Valle de Antón. Die Anreise ist lang und dauert rund acht Stunden, mit gleich drei verschiedenen Bussen, die uns schließlich in das Herz der panamaischen Berge bringen. El Valle liegt in einem riesigen Vulkankessel und ist damit einer der größten bewohnten Krater der Welt. Die fruchtbaren Böden, das angenehm kühle Klima und die besondere Lage verleihen dem Ort eine ganz eigene Atmosphäre. Es erinnert uns ein wenig an den Lago Atitlán in Guatemala, der ebenfalls durch vulkanische Kräfte entstanden ist, doch El Valle ist deutlich kleiner, entspannter und weniger touristisch als Boquete.
Wir unternehmen zwei Wanderungen, die beide unvergesslich bleiben. Die erste führt uns auf die India Dormida, die „schlafende Indigene“. Von weitem erkennt man im Profil des Bergkamms die Gestalt einer liegenden Frau und um diese Form ranken sich zahlreiche Legenden. Der Aufstieg lohnt sich doppelt, denn oben angekommen bietet sich ein weiter Blick bis hinunter zum Pazifik auf der einen Seite und auf der anderen Seite hinab in den grünen Kessel von El Valle. Der Weg führt uns über einen offenen Grat durch Graslandschaften, ehe es im Abstieg durch den Wald geht. Wir passieren kleine Wasserfälle und Felsen mit alten Petroglyphen, die von den Ureinwohnern stammen und die Landschaft noch geheimnisvoller wirken lassen.
Die zweite Wanderung bringt uns auf den Gipfel der Cara Iguana, der „Leguan-Gesicht“ bedeutet. Auch hier sind die Ausblicke spektakulär, doch wir werden von einem plötzlichen Gewitter überrascht, während wir noch auf dem Grat unterwegs sind. Die Blitze zucken in den Wolken ringsum, der Donner hallt dröhnend durch das Tal, und für einen Moment ist es ein faszinierendes Schauspiel. Gleichzeitig spüren wir die Gefahr, denn auf dem ungeschützten Grat sind wir dem Wetter ausgeliefert. So beeilen wir uns, um im strömenden Regen den Abstieg zu bewältigen und sind erleichtert, als wir wieder sicher im Tal ankommen. Am Ende geht alles gut und gerade diese Mischung aus Staunen und Anspannung macht die Tour unvergesslich.
Auch der Ort selbst hat seinen Charme. Auf dem kleinen Markt gibt es frisches Obst, Gemüse und exotische Pflanzen zu kaufen und in den ruhigen Nebenstraßen stehen prachtvolle Anwesen, die zeigen, dass El Valle nicht nur ein einfacher Bergort ist, sondern auch ein beliebter Rückzugsort für wohlhabende Städter.Læs mere
Ciudad de Panamá
13.–22. sep. 2025, Panama ⋅ ⛅ 31 °C
Von El Valle de Antón aus erreichen wir Panamá-Stadt nach einer kurzen, unkomplizierten Busfahrt. Schon auf den letzten Kilometern kündigt sich die Metropole an: zwischen den grünen Hügeln ragen plötzlich gläserne Türme auf, und der Verkehr wird dichter. Der Kontrast zum stillen, von Bergen umgebenen El Valle könnte kaum größer sein.
Panamá-Stadt zählt kbapp 1,5 Millionen Einwohner und ist das wirtschaftliche, kulturelle und politische Zentrum des Landes. Sie ist ein Ort der Gegensätze, an dem Geschichte und Moderne direkt nebeneinander existieren. Auf der einen Seite stehen mächtige Hochhäuser aus Glas und Stahl entlang der Pazifikküste, auf der anderen die engen Gassen des Casco Viejo mit ihren bunten Fassaden, alten Balkonen und liebevoll restaurierten Kolonialbauten. Dazwischen liegen Plätze voller Leben, Straßenmusik und Händler, die Molas verkaufen, kunstvoll genähte Stoffarbeiten aus der Kultur der indigenen Guna.
Wir verbringen viele Stunden im Casco Viejo, schlendern durch die kopfsteingepflasterten Straßen, genießen den Blick auf die Skyline am Horizont und lassen uns vom Wechselspiel zwischen alt und neu einfangen. Die Cinta Costera, eine lange Uferpromenade, lädt zu Spaziergängen bei Sonnenuntergang ein, während auf der gegenüberliegenden Seite das Meer in warmen Farben schimmert. Ein weiteres Highlight ist die Calzada de Amador, eine aufgeschüttete Landzunge mit kleinen Inseln am Ende, von der aus man einen herrlichen Blick auf die Stadt und den Eingang des berühmten Panamakanals hat. Wir mieten Fahrräder und erkunden die Strecke gemütlich, begleitet vom Wind des Meeres und dem stetigen Panorama der Skyline.
Ein besonders schöner Aussichtspunkt ist der Cerro Ancón. Vom grünen Hügel aus überblicken wir die gesamte Stadt, die glitzernden Hochhäuser, die Altstadt, den Kanal und die mächtige Puente de las Américas, die sich weit über das Wasser spannt. Hier oben wird mir noch einmal bewusst, welche Bedeutung Panamá als Verbindung zwischen zwei Ozeanen, zwei Kontinenten und zwei Welten hat.
Zwischendurch kehren wir immer wieder im Mercado San Felipe Neri ein, einer modernen, sauberen Markthalle im Herzen der Stadt, wo es köstliche lokale Gerichte und frische Säfte zu kleinen Preisen gibt.
Vívians Freundin Heidy lebt hier und zeigt uns einige ihrer Lieblingsorte. Mit ihr erleben wir die Stadt noch einmal aus einer anderen Perspektive. Eines Abends nimmt sie uns mit zu einer Tanz- und Musikaufführung der Guna, bei der traditionelle Rhythmen, bunte Kleidung und Geschichten aus der Mythologie ihrer Gemeinschaft die Bühne erfüllen. Es ist ein eindrucksvoller Abschluss unserer Zeit in Panamá-Stadt und zugleich ein symbolischer Moment für mich.
Denn hier endet meine Reise durch Lateinamerika. Hinter mir liegen unzählige Kilometer, Begegnungen, Erlebnisse und stille Momente, die sich zu einem großen Ganzen fügen. Jedes Land hat mich auf seine Weise geprägt, jedes hat Spuren hinterlassen. Es ist schwer, all das in Worte zu fassen. Ich fühle Dankbarkeit, etwas Wehmut, aber vor allem Frieden. Denn ich weiß, dass diese Monate mich verändert haben und immer ein Teil von mir bleiben werden.Læs mere









































































































































































































































































































































































