• Aaron Winkler
  • Aaron Winkler

Zwei Jahre Lateinamerika

Een 695-daags avontuur van Aaron Meer informatie
  • Het begin van de reis
    30 oktober 2023
  • Rio de Janeiro Teil 1

    30 okt.–2 nov. 2023, Brazilië ⋅ ⛅ 27 °C

    Nach einem langen, aber nicht allzu unbequemen Flug mit Zwischenstopp in Lissabon, erreiche am späten Abend Rio de Janeiro.
    Hier habe ich ein kleines Zimmer bei dem sehr netten Paar Larissa und Igor gemietet. Die zentrale Lage bietet einen guten Ausgangspunkt, um die Metropole zu erkunden und aus meinem Fenster kann ich in der Ferne sogar die berühmte Christusstatue sehen.

    In den ersten Tagen besuche ich unter anderem das traditionelle Künstlerviertel Lapa mit seiner farbenfroh gefliesten Treppe und vielen Straßenmusikern. Auch an den kilometerlangen Sandstränden kann ich rhythmischen Klängen lauschen und nebenbei Caipirinha genießen.
    Im schön angelegten und umfangreichen botanischen Garten komme ich erstmals mit der heimischen Flora und Fauna in Kontakt und bin sofort begeistert.
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  • Parque Nacional da Tijuca

    3 november 2023, Brazilië ⋅ ☀️ 32 °C

    Der erste Vorgeschmack im botanischen Garten hat Lust auf mehr gemacht und so unternehme ich heute eine Wanderung auf den Pico da Tijuca, der den höchsten Punkt des gleichnamigen Nationalparkes darstellt.
    Der Weg ist gut ausgeschildert und größtenteils einfach zu begehen und führt mich mitten durch den tropischen Regenwald namens Mata Atlantica, der ausschließlich entlang der Atlantikküste Brasiliens vorkommt.
    Die dichte, artenreiche Vegetation kenne ich bisher nur aus den europäischen Tropenhäusern und komme nicht mehr aus dem Staunen, als ich sie hier in großem Maßstab und natürlicher Umgebung zu Gesicht bekomme.
    Ich passiere mehrere idyllische Kaskaden und Wasserfälle und unter einem kann ich eine herrlich erfrischende Dusche nehmen, die mich von der Hitze und den Anstrengungen kurz vergessen lässt.
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  • Rio de Janeiro Teil 2

    4–8 nov. 2023, Brazilië ⋅ ☀️ 28 °C

    Während meiner letzten Tage in Rio entdecke ich im historischen Zentrum der Stadt einige Spuren der kolonialen Vergangenheit und auch im gehobenen Viertel von Santa Teresa treffe ich auf eine alte Straßenbahn, die mich stark an Lissabon erinnert. Hier habe ich außerdem das Glück, auf ein kleines Konzert zu stoßen und nebenbei eine schönen Ausblick genießen zu können.

    Nachdem ich sie nun solange von meinem Fenster aus sehen konnte, will ich schließlich auch der Christusstatue einen Besuch abstatten. Sie zählt zu den sieben Weltwunder der Moderne und ist wohl auch das Wahrzeichen ganz Brasiliens.
    Statt mit dem Bus oder der Zahnradbahn zu fahren, entscheide ich mich dafür, den Weg auf den etwa 700 Meter hohen Berg Corcovado zu Fuß zu absolvieren. Ausgangspunkt ist der wunderschöne Parque Lage und von da an geht es stetig bergauf durch den dichten Regenwald und vorbei an vielen kleinen Kaskaden.
    Oben angekommen ist der Anblick der kolossalen Statue wahrlich atemberaubend und wird durch einen traumhaften Ausblick auf die Bucht von Rio ergänzt.

    Die gigantische Stadt mit über 13 Millionen Einwohnern in der Metropolregion unterscheidet sich grundlegend von allem, was ich bisher in Europa gesehen habe und steckt voller spannender Kontraste. Zwischen modernen Hochhäusern, schicken Kolonialbauten und baufälligen Baracken herrscht ein chaotischer Verkehr und zahllose Händler bieten auf dem Gehweg und in Geschäften alles möglich zum Verkauf. Zusammen mit der üppigen Vegetation entlang der Straßen, bilden die oberirdisch verlegten Leitungen an vielen Stellen ein undurchschaubares Wirrwarr.
    Mit seiner einzigartige Kombination aus Großstadt, Stränden und Bergen, die mit Regenwald überzogen sind, hat mich Rio de Janeiro direkt in seinen Bann gezogen und mir einen tollen Start in die Reise ermöglicht.
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  • Cataratas do Iguaçu

    8–13 nov. 2023, Brazilië ⋅ ☀️ 34 °C

    Im Dreiländereck zwischen Brasilien, Argentinien und Paraguay stürzt der Rio Iguaçu bis zu 84 Meter in die Tiefe und bildet hier die gleichnamigen Wasserfälle, die zu den sieben Weltwundern der Natur gehören. Auf einer Länge von etwa 2,7 Kilometern verteilen sich 20 größere und 255 kleinere Wasserfälle. Während im Norden des Landes der Amazonas von extremer Trockenheit bedroht wird, haben starke Regenfälle hier dazu geführt, dass der Durchfluss einen Höchstwert von 24 Millionen Liter pro Sekunde erreichte.
    Schwer vorstellbare Zahlen und auch Bilder können kaum vermitteln, welch gewaltiges Ausmaß die Wasserfälle haben. Im ohrenbetäubenden Lärm und eingeweicht von der allgegenwärtigen Gischt komme ich angesichts dieser beeindruckenden Naturgewalt nicht mehr aus dem Staunen.

    Direkt nebenan liegt der ebenfalls sehenswerte Parque das Aves, den ich am darauffolgenden Tag besuche. Hierbei handelt es sich um eine Mischung aus Zoo und Tierauffangstation mit dem Schwerpunkt auf heimischen Vogelarten. Eingebettet in den Regenwald leben hier zahllose Arten in großen Volieren und viele Wege führen direkt durch diese hindurch. So haben die Tiere jede Menge Platz und man kann ihnen sehr nahe kommen. Dazu gibt es noch einige Reptilien, viele Schmetterlinge und hübsche Pflanzen zu sehen.
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  • Buenos Aires

    13–16 nov. 2023, Argentinië ⋅ ☀️ 25 °C

    Nach einer ziemlich umständlichen und zeitaufwändigen Grenzüberquerung mit dem Bus vom brasilianischen Foz do Iguaçu ins argentinische Puerto Iguazú, bringt mich ein weiterer Flug in die Hauptstadt Buenos Aires.
    Hier erwartet mich erneut eine gigantische Stadt, in deren Ballungsraum etwa 14 Millionen Menschen und damit rund ein Drittel der gesamten Landesbevölkerung leben.
    Mein Gastgeber Leandro empfängt mich mich sehr freundlich in seiner gut gelegenen Wohnung und nach den portugiesischen Sprachschwierigkeiten der letzten Tage kann ich hier endlich meine Spanischkentnisse anwenden und verbessern.
    Die Stadt wird teilweise auch als das Paris von Südamerika bezeichnet und ist tatsächlich sehr europäische geprägt. Das lässt sich vor allem rund um den zentralen Plaza de Mayo und entlang der breiten Avenidas gut erkennen.
    Im deutlich ärmeren Viertel La Boca zeigt sich ein ganz anderes Bild. Einfache Häuser aus Holz und Blech wurden hier knallbunt gestrichen und bilden einen unverwechselbaren Anziehungspunkt für zahlreiche Touristen.
    Da hier gerade gerade der Übergang von Frühling zu Sommer stattfindet, sind in der der ganzen Stadt die auffälligen lila Blüten der Jacaranda Bäume zu sehen. Diese stehen auch in den schön angelegten und sehr gut gepflegten Parkanlagen, zu denen unter anderem ein kostenfreier Ökopark/Zoo zählt.
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  • Granja 'La Orientala'

    16 nov.–9 jan. 2024, Uruguay ⋅ ☀️ 26 °C

    Noch kurz vor meiner Abreise aus Deutschland habe ich über die Plattform workaway eine Stelle als Volontär auf einer kleinen ökologischen Farm in der Nähe von Montevideo organisiert.
    Sie trägt den Namen 'La Orientala' und wird von einer unglaublich liebenswürdigen Familie geführt und bewohnt.
    Ein Teil von ihnen pendelt unregelmäßig zwischen ihren Wohnsitzen in der Schweiz und Uruguay und ich habe das seltene Glück die gesamte Familie auf einmal hier anzutreffen. Neben den Eltern Mathias und Serena (Mitte 40) zählen dazu auch die drei liebenswerten Kinder Benicio (16), Ramiro (12) und Cielo (7) sowie ihr Opa Germán.

    Es werden diverse Obst- und Gemüsesorten angebaut sowie Hühner zur Eierproduktion gehalten und die rüstigen Arbeiter Alberto und Cayetano übernehmen einen Großteil der täglichen Aufgaben. Zusammen mit hausgemachtem Brot und Pasta werden die Erzeugnisse auf einem Wochenmarkt in der Stadt verkauft.

    Zu Beginn meines Aufenthaltes arbeitet ebenfalls ein junges Paar aus Deutschland hier, allerdings reisen sie nach einer Woche wieder ab. Die restliche Zeit der knapp zwei Monate werde ich von der überaus sympathischen Brasilianerin Vívian begleitet.
    Unsere Aufgaben sind sehr abwechslungsreich und umfassen unter anderem das Ernten verschiedener Früchte, das Schneiden von Bäumen und Hecken, Pferdemist als Dünger verteilen, Rankgerüste und Sichtschutzwände aus Bambus herstellen oder eine Natursteinmauer als Beeteinfassung errichten. Ich genieße die körperliche Arbeit an der frischen Luft und freue mich jedesmal über das Resultat meines Tagewerks. Außerdem gebe ich den beiden älteren Kindern ab und zu etwas Deutschunterricht.

    Für 25 Stunden Arbeit pro Woche erhalten wir eine kostenlose Unterkunft und werden mit hervorragendem Essen versorgt, das zum Großteil mit Zutaten von der Farm zubereitet wird.
    Bei der Auswahl meiner Bleibe entscheide ich mich für einen umgebauten Hühnerstall und lerne diesen Ort sehr schnell zu lieben. Er steht mitten im Garten und vermittelt mir das naturnahe Gefühl von Camping, aber mit deutlich mehr Komfort.

    Ich fühle mich hier auf Anhieb sehr wohl und gut aufgehoben in der Familie und werde beinahe nahtlos integriert. So muss ich nicht lange überlegen, um den ursprünglich für 4 Wochen geplanten Aufenthalt bis ins nächste Jahr zu verlängern. Dadurch habe ich auch die tolle Möglichkeit, Weihnachten und den Jahreswechsel gemeinsam mit ihnen in einer entspannt harmonischen Atmosphäre zu verbringen.

    Neben der deutlichen Verbesserung meiner Spanischkentnisse lerne ich auch jede Menge über ökologische Landwirtschaft und die Kultur Uruguays. So wird beispielsweise unter der Leitung von Germán gelegentlich ein Asado zelebriert, bei dem Rindfleisch und Chorizos langsam über einem Holzfeuer gegart werden. Außerdem lerne ich das Ritual der Mate-Tee Zubereitung kennen und schätzen und kann gut nachvollziehen, wieso es einen so hohen Stellenwert im alltäglichen Leben der Uruguayos hat.

    Die liebevollen Menschen und der schöne Ort haben mir eine wunderbare Zeit und Erfahrungen ermöglicht und der Abschied fällt mir schwer, denn ich habe sie allesamt ins Herz geschlossen.
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  • Montevideo

    26 november 2023, Uruguay ⋅ ☀️ 29 °C

    Am Wochenende fahre ich ab und zu mit dem Bus ins Zentrum und erkunde die Hauptstadt Uruguays.
    Einiges erinnert mich an Buenos Aires das nur etwa 200 Kilometer entfernt am gegenüberliegenden Ufer des Rio de la Plata liegt. Jedoch geht es hier deutlich entspannter zu und die Straßen und Plätze sind beschaulicher. Die gemeinsame Vergangenheit der beiden Länder und auch der starke Einfluss Europas lassen sich im Stadtbild gut erkennen.
    Mir gefällt es sehr gut, dass es auffallend viele Straßenbäume und Parkanlagen verschiedener Größen gibt. Sie verleihen der Stadt einen lebenswerten Eindruck, zu dem auch die zahlreichen Strände und ihre angrenzenden Promenaden beitragen.
    Allerdings entseht auch etwas Monotonie, da die meisten Straßen schachbrettartig angeordnet und homogen bebaut sind.
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  • Llamadas und Playa El Pinar

    6 januari 2024, Uruguay ⋅ ⛅ 30 °C

    Jedes Jahr finden am 06. Januar die Llamadas de San Baltasar im Zentrum Montevideos statt und ich habe das Glück gemeinsam mit der Familie und ihren Gästen daran teilzunehmen zu können.
    Es ist die erste und traditionellste Karnevalsveranstaltung des Landes, bei der 37 Gruppen nach einem festen Prozedere auftreten. Trommler, Tänzerinnen, Fahnenschwinger und klassisch kostümierte Charaktere präsentieren ihre jeweilige Gruppe und ziehen nacheinander durch die Straße. Die Parade soll an die Sklavenvergangenheit der afro-uruguayischen Gemeinschaft erinnern und ich bin wahnsinnig beeindruckt von der ohrenbetäubenden Musik und dem farbenfrohen Spektakel. Dieser Moment lässt mich vollkommen in die Kultur und Lebensart Südamerikas eintauchen.

    Ende des vergangenen Jahres haben wir einen weiteren, sehr schönen Ausflug mit der gesamten Familie unternommen und diesmal besuchten wir den Strand El Pinar, der etwas außerhalb Montevideos liegt.
    Es herrscht kaum Andrang und der weitläufige und idyllische Strand lädt zu einem ausgiebigen Spaziergang ein, bei dem mich Vívian begleitet. Dabei entdecken wir wunderschöne, artenreiche Dünen, die einen tollen Ausblick bieten, viele kleine Krebse und Wasservögel und am Ende auch eine Flussmündung.
    Im Anschluss werden wir sogar noch zu einem Restaurantbesuch in der Nähe eingeladen.
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  • Punta Arenas

    9–12 jan. 2024, Chili ⋅ 🌬 8 °C

    Per Flugzeug reise ich, mit kurzem Zwischenstopp in Santiago de Chile, ans südliche Ende des Kontinents. Hier komme in Punta Arenas, der weltweit südlichsten Großstadt, an und finde ein schönes Zimmer beim freundlichen Chilenen Manuel. Das Klima hier ist deutlich kühler und so muss ich mich erst einmal an die knapp 20 Grad Temperaturunterschied gewöhnen.
    Gleich am nächsten Morgen stehe ich sehr früh auf und kann einen wunderschönen Sonnenaufgang über der Stadt bewundern. Danach geht es erst perfect Bus und schließlich mit einem kleinen Boot hinaus in die Magellanstraße, um zwei Inseln zu besuchen.
    Auf der Isla Magdalena befindet sich das "Monumento Natural Los Pingüinos“, denn hier brüten etwa 60.000 der kleinen Magellanpinguine sowie andere Wasservogelarten. Ein markierter Rundweg führt mitten durch die Kolonien und ich kann die putzigen Tiere aus nächster Nähe beobachten. Dieser besondere Moment macht mich sehr glücklich.
    Anschließend geht es weiter zur Isla Martha, auf der etwa 1.500 Seelöwen leben. Hier bleiben wir allerdings auf dem Boot und halten etwas Abstand zu den Tieren, können sie aber dennoch für eine Weile beobachten.

    Am darauf folgenden Tag unternehme ich einen Ausflug in das nahe gelegene "Reserva Nacional Magallanes" und begebe mich auf eine Wanderung durch das geschütze Waldgebiet.
    Die mir unbekannte Pflanzenwelt fasziniert mich sehr und der abwechslungsreiche Weg führt mich durch dichte Wälder und offene Strauchflächen. Mehrerer Aussichtspunkte ermöglichen mir tolle Weitblick über das Reservat, die Stadt und bis zum Meer.
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  • Parque Nacional Torres del Paine

    20 januari 2024, Chili ⋅ ☀️ 13 °C

    Punta Arenas war der südlichste Punkt meiner Reise und so führt mich mein Weg von hier an in Richtung Norden. Nach einer etwa dreistündigen Busfahrt erreiche ich die Kleinstadt Puerto Natales. Hier helfe ich als Volontär im Hostel San Agustín und unterstütze Editha bei ihren täglichen Aufgaben wie Betten machen, Reinigen und Gäste empfangen.

    Die Stadt ist vorallem durch ihre Nähe zum Nationalpark Torres del Paine bekannt und dient vielen Reisenden als Ausgangspunkt für einen Besuch. Auch für mich ist dieses Gebirge ein lang ersehntes Ziel und so steige ich heute früh morgens in einen Bus, um den etwa 150 Kilometer weiter nördlich liegenden Park zu erreichen. Bereits auf der Fahrt kann ich einige der riesigen Andenkondore sowie zahlreiche Guanacos, die Wildform der Llamas, sehen.
    Es handelt sich um meine erste Wanderung in den Anden und sie wird zum Großteil vom Río Ascencio begleitet. Sie hat ist sehr abwechslungsreich und führt durch steppenartige Felder, dichte Wälder und über steile Schotterwege entlang der Talflanken. Am Ende des Anstiegs erwartet mich ein atemberaubender Blick auf das Wahrzeichen des Nationalparkes, die Torres del Paine. Am wunderschönen türkisen See zu ihren Füßen tummeln sich zahllose Wanderer und auch die Wege sind sehr stark frequentiert, was dem Wandererlebnis an manchen Stellen durchaus schadet.
    Die Strecke ist über 20 Kilometer lang und so nimmt der Ausflug den gesamten Tag in Anspruch. Am späten Abend erreiche ich das Hostel erschöpft, aber glücklich von dem tollen Erlebnis.
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  • Parque Nacional Los Glaciares

    26 januari 2024, Argentinië ⋅ 🌬 11 °C

    Die Zusammenarbeit mit Editha im Hostel in Puerto Natales ist leider nicht ganz so angenehm und so bin ich froh, als zufällig eine junge Französin vor der Tür steht und mich ablösen möchte.
    Also buche ich spontan einen Bus und fahre am nächsten Morgen etwa 10 Stunden lang bis über die Grenze nach Argentinien. Nach einem Umstieg in El Calafate erreiche ich am Abend das malerisch gelegene El Chaltén, das von zahlreichen Bergtouristen besucht wird.
    Auch ich bin hergekommen, um eine Wanderung im Nationalpark Los Glaciares zu unternehmen. Sie beginnt direkt am Dorfrand und ähnelt in ihrem Verlauf meiner letzten Wanderung zu den Torres del Paine. Allerdings gefällt sie mir deutlich besser, denn hier ist die Natur wilder, unberührter und nicht so stark von den Spuren des Massentourismus zerstört.
    Zu Beginn führt der Weg entlang eines breiten Gletschertales, in dessen Sohle sich ein Fluss in weiten Bögen schlängelt. Anschließend folgt ein Stück durch einen alten, dichten Wald bis man schließlich zum ersten Mal einen Blick auf den Hauptdarsteller, das Fitz Roy Massiv, werfen kann. Diese spektakuläre Gruppe gezackter Berggipfel ist wohl eine der schönsten, die ich bisher gesehen habe und begleitet mich auf dem Großteil der Strecke in malerischen Szenen. Beim anschließenden Durchqueren eines Sumpfgebietes lässt sich in der Ferne sogar das Ende einer Gletscherzunge erkennen.
    Der anstrengende Schlussanstieg ist schnell vergessen, denn er endet an einem fantastischen und windgepeitschten Aussichtspunkt auf zwei Lagunen in surrealen Blautönen zu Füßen der steilen Felswände. Ich hätte kaum später kommen dürfen, denn die Zeit reicht gerade noch für ein Foto, bevor die Bergspitzen in dicken Wolken verschwinden.
    Der Rückweg ist weitestgehend identisch, aber führt mich noch an einer weiteren, tiefer gelegenen Lagune vorbei.
    Mit über 24 Kilometern Länge und etwa 1.000 Höhenmetern ist sie eine der anstrengendsten, aber auch schönsten Wanderungen, die ich bisher gemacht habe.
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  • Capillas de Mármol

    31 januari 2024, Chili ⋅ ☀️ 17 °C

    Eine 10 stündige und recht komfortable Busfahrt über Nacht bringt mich von El Chaltén nach Los Antiguos. Dort muss ich die Grenze nach Chile auf einem langen Fußmarsch mit all meinem Gepäck überqueren und erreiche die Kleinstadt Chile Chico. Zwei Tage später geht es von da aus weiter mit einem Minibus auf einer holprigen Schotterstraße entlang des sehr schönen und riesigen Lago General Carrera, der als zweitgrößter Süßwassersee Südamerikas gilt.
    An dessen Westufer komme ich schließlich im kleinen Dorf Puerto Río Tranquilo an. Der Ort wird von zahlreichen Touristen besucht, denn ganz in der Nähe befindet sich eine geologische Besonderheit: die Capillas de Mármol. Dabei handelt es sich um Felsen und Inseln aus Marmor, die durch die Errosion in skurrile Gebilde verwandelt wurden.
    Mit einem Motorboot werden wir über das wunderschön trükise Wasser zu verschiedenen Stellen auf dem See gefahren und können die Felsen aus nächster Nähe betrachten. Sie bestehen aus verschiedenfarbigen Schichten und an ihrer spannend strukturierten Oberfläche werden die Blautöne des Wassers auf einzigartige Weise reflektiert. Das kleine Boot fährt in mehrere Höhlen hinein und durch einen Tunnel, sodass man sehr gut in diese sonderbare Welt eintauchen kann.
    Ein tolles Spektakel von Farben und Formen, das auf dem Rückweg von einem rasanten Ritt über die Wellen abgeschlossen wird.
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  • Futaleufú

    3–7 feb. 2024, Chili ⋅ ⛅ 17 °C

    Ich verlasse den Lago General Carrera und fahre etwa 6 Stunden mit dem Bus auf der teils unbefestigten Carretera Austral durch schöne Landschaften bis nach Coyhaique. Sie ist die größte Stadt der Region, aber eher nichtssagend und so lege ich nur einen eintägigen Stopp ein.
    Im Anschluss bringt mich eine weitere, 7 stündige Busfahrt zu einem Umstiegspunkt im Nirgendwo. Aber statt auf den nächsten Bus zu warten, habe ich das Glück, dass mich zwei nette Bauern in ihrem Pickup mitnehmen und ich so schneller an mein Ziel, nach Futaleufú, komme.
    Etwas außerhalb der kleinen Stadt finde ich eine idyllisch gelegene Unterkunft auf einem Bauernhof mit tollem Ausblick und verbringe hier ein paar ruhige Tage.

    Mit dem Deutschen Oliver unternehme ich eine kleine Wanderung zum Río Futaleufú, der durch seine zahlreichen, starken Stromschnellen bei Wassersportlern sehr beliebt ist. Die Route bietet mehrere schöne Aussichtspunkte auf den Fluss und die Berge und am Ende können wir uns in einem ruhigeren Abschnitt auch noch etwas abkühlen.
    Außerdem kommen wir zufällig beim alljährlichen Rodeo Fest vorbei und können die chilenische Variante des traditionellen Wettkampfes beobachten. Hierbei wird ein Kalb von zwei Reitern bedrängt und so entlang der Außenwand der Arena im Halbkreis hin und her getrieben. Währenddessen können verschiedene Punkte erzielt werden, die am Ende die Platzierung der Reiter bestimmen.
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  • El Bolsón

    8–14 feb. 2024, Argentinië ⋅ ☁️ 20 °C

    Für mich geht es wieder nach Argentinien und diesmal läuft die Grenzüberquerung deutlich einfacher. Zwei Busse und ein kurzer Fußweg dazwischen bringen mich bis nach Esquel, wo ich allerdings nur eine Nacht bleibe. Am nächsten Morgen fahre ich weitere drei Stunden mit dem Bus nach Norden und erreiche El Bolsón.

    Die kleine Stadt ist als Zentrum der argentinischen Hippiebewegung bekannt und erwartet mich mit einer sehr angenehmen Atmosphäre. Rund um den zentralen Plaza Pagano treffen sich viele Touristen und Einheimische, unter anderem, um den schönen Handwerksmarkt zu besuchen.
    Die Lage in einem weitläufigen Andental ermöglicht viele Wandermöglichkeiten und ich nutze eine davon. Die sehr beliebte Route ist stark frequentiert und führt entlang des Río Azul, wobei dieser auch mit mehreren Hängebrücken überquert wird. Das wunderschöne blaugrüne Wasser ist zweifelsfrei der Hauptdarsteller und bietet an einigen Stellen sogar die Möglichkeit darin zu baden.
    Ein langer, kräftezehrender Anstieg bringt mich weg vom Besucherstrom und hinauf zum idyllischen Lago Natación. Durch einen urigen Wald und vorbei an Kaskaden kann ich die Natur in Ruhe genießen. Der Rückweg ist weniger spektakulär, aber bietet einige tolle Ausblicke auf das Tal von El Bolsón.

    In unmittelbarer Nähe liegt die Kleinstadt Lago Puelo am gleichnamigen See und hier verbringe ich zwei weitere Tage. Da es ziemlich heiß ist, genieße ich die Erfrischung des kühlen Seewassers und den Ausblick auf die Berglandschaft sehr.
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  • Bariloche - Refugio Frey

    14–18 feb. 2024, Argentinië ⋅ ☀️ 24 °C

    Meine nächste Station ist die nur zwei Stunden entfernte Großstadt Bariloche. Um dem Trubel des Zentrums zu entgehen, suche ich mir ein Hostel etwas außerhalb und in direkter Nähe zu einem der vielen Seen, die die Stadt umgeben. Sie gilt als einer der meistbesuchten Orte Argentiniens, denn die angrenzenden Berge bieten sowohl im Sommer als auch Im Winter zahlreiche Aktivitäten.

    Eine der beliebtesten ist die Wanderung zum Refugio Frey, die ich heute in Angriff nehme. Nach einem unspektakulären Beginn folgt bald eine ausgesetzte Passage am Hang, die schöne Ausblicke auf den Lago Gutiérrez bietet.
    Der anschließende Wald überrascht mich mit einigen zauberhaften Orten, denn an vielen Stellen wird sein Boden von einem leuchtenden Teppich aus goldenen Inkalilien bedeckt.
    Am Ende des moderaten Schlussanstieges erwartet mich das urige Refugio Frey vor einer beeindruckenden Kulisse aus spitz gezackten Granitfelsen. Die benachbarte Laguna Toneck bietet eine willkomme Abkühlung für meine strapazierten Beine und einen idealen Pausenplatz.
    Wieder bei Kräften, entschließe ich mich dazu, einen weiteren, diesmal sehr steilen und anspruchsvollen Anstieg zu erklimmen. Dieser bringt mich auf knapp 2.000 Meter Höhe und belohnt mit einer Begnung mit Graugänsen, einer weiteren Lagune und meinem ersten Kontakt mit Schnee in den Anden.
    Der Rückweg erfolgt auf selber Strecke und endet mit langem Warten auf den Bus zurück zum Hostel, denn dieser fährt nur alle zwei Stunden.
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  • Bariloche - Llao Llao

    18–20 feb. 2024, Argentinië ⋅ ☀️ 29 °C

    Insgesamt bleibe ich eine Woche im Hostel La Casona und genieße hier nicht nur den tollen Ausblick auf den Lago Nahuel Huapi und die Berge, sondern auch die Nähe zum beliebten Kiesstrand Playa Bonita. Hier verbringe ich viele der heißen Nachmittage und das 13 °C kalte, kristallklare Wasser dient als herrliche Abkühlung.

    Die westlich von Bariloche gelegene Halbinsel Llao Llao lädt mit einem langen, aber nicht anspruchsvollen Rundweg zu einer weiteren Wanderung ein.
    Der erste Höhepunkt ist der gleichnamige und nur 1.050 Meter hohe Gipfel. Von hier bietet sich ein sehr schöner Ausblick auf die umliegenden Berge, die teilweise steil in die tiefblauen Seen abstürzen.
    Auch hier treffe ich auf den Lago Nahuel Huapi, der Namensgeber für den hiesigen Nationalpark ist und an dessen Ufer zahlreiche, türkis schimmernde Buchten zum Verweilen und Schwimmen einladen.
    Am Ende der Wanderung stoße ich noch auf die regionaltypische Baumart der Arrayánes, die mich mit ihrer zimtfarbenen Rinde und bizarren Wuchsformen begeistern.
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  • San Martín de los Andes

    20–26 feb. 2024, Argentinië ⋅ ⛅ 21 °C

    Von Bariloche fahre ich knapp vier Stunden mit dem Bus entlang der Ruta de los 7 lagos durch eine sehenswerte Landschaft aus Seen und Bergen bis nach San Martín de los Andes.
    Hier erwartet mich eine hübsche und sehr touristische Kleinstadt, die vor allem bei Argentiniern sehr beliebt ist. Ihre Architektur zeigt deutliche Einflüsse aus der europäischen Alpenregion und die hochwertigen Grünanlagen werden von zahllosen Rosen verschönert.
    Auch hier bleibe ich eine Woche, um die Zeit bis zum nächsten Volontariat zu überbrücken. Dabei muss ich zweimal zwischen einem günstigen Hostel im Zentrum und einem schönen Aribnb etwas außerhalb wechseln, da beide nicht durchgängig verfügbar sind.
    Die Tage verbringe ich unter anderem mit Ausflügen in die bergige Umgebung. Eine erste Wanderung zur Laguna Rosales ist etwas ernüchternd, denn sowohl der Hin- als auch der Rückweg sind relativ monoton und bieten kaum Sehenswertes. Die Lagune selbst ist allerdings sehr idyllisch und herrlich ruhig. Lediglich ein paar freilaufende Pferde am andern Ufer leisten mir Gesellschaft.
    Ein weiterer Ausflug bringt mich nach einem kurzen Fußweg zum Mirador Bandurrias. Hier kann ich den herrlichen Ausblick auf die Stadt und den Lago Lácar genießen und verbringe dort einen angenehmen Nachmittag mit Lesen.
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  • Villa Meliquina - Cinco Sentidos

    26 feb.–12 mrt. 2024, Argentinië ⋅ ☀️ 19 °C

    Etwa 40 Kilometer südlich von San Martín de los Andes liegt das kleine Dorf Villa Meliquina, das ich mangels Busverbindung per Anhalter erreiche.
    Hier habe ich relativ kurzfristig, vor etwas mehr als einer Woche, ein weiteres Volontariat gefunden. Ich unterstützte die liebenswerte Familie von Mauro und Yose mit ihren beiden Kindern Salvador und Valentin bei ihren diversen alltäglichen Aufgaben. Sie kauften hier vor etwa 10 Jahren ein Stück Land und haben seitdem vorallem in Eigenregie eine beachtliche Entwicklung erreicht. Neben dem großen Haupthaus mit einem gemütlichen Café im Erdgeschoss, vermieten sie im Nebengebäude einige Zimmer und unterhalten zudem einen liebevoll angelegten Garten.

    Wir sind insgesamt fünf Freiwillige und leben gemeinsam in einem kleinen Holzhaus auf dem Grundstück. Mit dem italienischen Paar Giulia und Cosmio, dem Engländer Max und dem Argentinier Lautaro verbringe ich hier reichlich zwei Wochen. Wir bekommen sämtliche Lebensmittel gestellt, aber sind selbst für das Kochen verantwortlich, was zu leckeren Kreationen und einem kreativen Rezeptaustausch führt.
    Die kalten Abende verbringen wir im kleinen Wohnzimmer vor dem Kamin, der unsere einzige Wärmequelle darstellt und auch zur Warmwasserbereitung müssen wir ein Feuer unter dem Heizkessel entzünden.

    Da wir die Mahlzeiten nicht mit der Familie teilen und auch sonst wenig Zeit mit ihnen verbringen, findet der kulturelle und sprachliche Austausch vorallem zwischen uns Volontären statt.
    Trotzdem verbringen wir einige sehr schöne Momente in großer Runde, wie zum Beispiel den amüsanten Geburtstag von Yose, einen Ausflug zum See mit leckerem Eis und Kayakfahren und auch ein traditionelles Asado darf nicht fehlen.

    Der Ort ist etwas Besonderes, denn das Dorf ist keine 50 Jahre alt und zählt nur wenige hundert Einwohner. Es verfügt weder über ein Stromnetz noch eine Kanalisation und so müssen die Bewohner kreativ werden und sich autark versorgen.
    Belohnt wird man dafür wird man mit traumhafter Ruhe, vor allem am nahegelegenen Fluss, Wildwest-Romantik vor einer tollen Berglandschaft und einem unfassbar schönen Sternenhimmel.
    Nach den intensiven letzten Reisewochen, genieße ich die entspannte Zeit an solch einem idyllischen Ort sehr und kann hier in Ruhe die Erlebnisse verarbeiten und mich auf kommende Abenteuer vorbereiten.
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  • Mendoza

    12–15 mrt. 2024, Argentinië ⋅ ☀️ 32 °C

    Um das abgelegene Dorf Villa Meliquina zu verlassen, muss ich wieder per Anhalter bis zur nächsten Fernstraße fahren und ab dort habe ich eine Busverbindung gebucht. Da es sich hier aber nicht um eine offizielle Haltestelle handelt, verpasse ich ärgerlicherweise den Bus und muss erneut mein Glück mit dem Daumen am Straßenrand versuchen. Diesmal dauert es geschlagene zwei Stunden, die ich frustriert im Nieselregen verbringe, bis mich drei Italiener in ihrem Mietwagen mitnehmen. Daraus entwickelt sich eine amüsante und kurzweilige Fahrt zurück bis nach Bariloche. Hier steige ich am Abend in ein Flugzeug und reise weitere zwei Stunden bis nach Mendoza.

    Im hübschen Haus meiner überaus freundlichen Gastgeber Melisa und Mariano finde ich eine schöne Unterkunft und kann von hier aus die Stadt erkunden.
    Das Zentrum präsentiert sich modern, gut gepflegt und lebenswert, mit grünen Fußgängerzonen, vielen Plätzen und großen Parkanlagen. Zudem sorgen zahlreiche Straßenbäume und aufwendige Wasserspiele für zusätzliche Abkühlung. Das alles lässt einen schnell vergessen, dass wir uns mitten in einer äußerst trockenen Region befinden und jedes Stück Grün einer Menge Wasser und Logistik bedarf. So wird die Stadt von einem ausgeklügelten Netz aus Kanälen und Gräben durchzogen, um deren Bewässerung sicherzustellen.

    Mendoza ist international vor allem als Weinbauregion bekannt und so besuche ich im Vorort Luján de Cuyo das kleine Familienunternehmen von Carmelo Patti. Eine seiner Töchter gibt mir eine interessante Führung durch die Produktion und anschließend folgt eine Verkostung von vier verschiedenen Rotweinen im Alter von 5 bis 11 Jahren. Auch durch ihre lange Reifung haben sie allesamt eine hohe Qualität und hervorragenden Geschmack. Besonders der regionaltypische Malbec von 2013 ist ein wahrer Genuss.
    Anschließend spaziere ich durch die umliegenden Weinberge, die sich mitten in der Erntezeit befinden und voller reifer Trauben hängen. Dabei zeichnen sich im Hintergrund die gigantischen Gipfel der Anden ab, denen ich am folgenden Tag ganz nahe kommen werde.

    Mein Weg führt mich wieder nach Chile und auf der 8 stündigen Busfahrt bis in die Hauptstadt Santiago müssen die Anden überquert werden. Es geht hinauf bis auf 3.200 Meter und hinein in eine spannende und unwirkliche Landschaft aus Felsen. Aus dem Fenster kann ich sogar einen kurzen Blick auf den Aconcagua werfen, der mit 6.961 Metern der höchste Berg der Anden, beider Amerikas und außerhalb Asiens ist.
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  • Santiago de Chile

    15–19 mrt. 2024, Chili ⋅ ☀️ 30 °C

    Es ist schon eine Weile her, dass ich eine Metropole besucht habe und nach den eher ruhigen Orten der letzten Wochen, fällt mir das Chaos und die Hektik hier umso deutlicher auf. Über sieben Millionen Menschen und damit fast die Hälfte aller Chilenen leben im Ballungsraum der Hauptstadt.
    Auf den Hügeln im Zentrum wurden sehr schöne Parks angelegt, die ähnlich wie Mendoza viel Bewässerung benötigen. Außerdem bieten sie tolle Ausblicke auf die Stadt und die modernen Hochhäuser aus Glas, die sich vor den Gipfeln der Anden abheben.
    Durch starke Erdbeben in der Vergangenheit gibt es kaum historische Gebäude, aber einige neoklassizistische Bauten, die an großzügigen Plätzen und bunten Fußgängerzonen liegen.
    Ebenso farbenfroh ist das hübsche Barrio Italia mit viel Streetart und hippen Markthallen und Gastronomien.
    Etwas außerhalb des Zentrums stoße ich auf ein Freiluftmuseum der etwas anderen Art. Hier wurden in einem kompletten Viertel über 40 großformatige Graffitis von verschiedenen Künstlern an den freien Häuserwänden verwirklicht.
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  • Valparaíso

    19–22 mrt. 2024, Chili ⋅ ☀️ 19 °C

    Nur knappe zwei Busstunden entfernt und direkt an der Pazifikküste liegt Valparaíso, die durch den Seehandel ehemals bedeutendste Stadt Chiles.
    Heute ist sie nur noch ein Schatten ihrer selbst und wird von viel Armut geprägt. Vorallem im Hafenviertel und auf den weniger touristischen Hügeln leben viele Menschen auf den Straßen oder in sehr einfachen und teils maroden Unterkünften. Das Stadtgebiet umfasst 44 dieser Hügel, die beinahe flächendeckend bebaut sind und im spanischen Cerro genannt werden. An ihren Hängen sorgen mehrere, teils historische Schrägaufzüge für eine bessere Erreichbarkeit der Viertel und bieten gleichzeitig schöne Ausblicke.
    Neben den farbenfrohen Häusern ist Valparaíso vor allem für seine vielfältige Streetart bekannt. Zahllose Fassaden, Mauern und Treppen werden von Graffitis und anderer Kunst verziert und hinter jeder Ecke gibt es etwas Neues zu entdecken.
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  • La Serena

    23 maart 2024, Chili ⋅ ☀️ 21 °C

    Es zieht mich weiter in Richtung Norden und um die Reise bis in die Atacamawüste nicht übermäßig lang zu gestalten, lege ich nach etwa sieben Stunden Busfahrt einen Stopp in La Serena ein.
    Die Stadt überrascht mich mit sehenswerten Kolonialbauten aus dem 20. Jahrhundert, schönen Plätzen und gemütlichen Fußgängerzonen. Mein Highlight ist jedoch der endlos lange Strand, der von zahllosen Möwen brütenenden Möwen besiedelt und von einem markanten Leuchtturm dominiert wird. Hier komme ich dem Pazifik zum ersten Mal richtig Nahe und auch wenn das Wasser zum Baden etwas zu kalt ist, genieße ich die Strandidylle sehr.Meer informatie

  • San Pedro de Atacama - Valle de la Luna

    25 maart 2024, Chili ⋅ ☀️ 30 °C

    Gleich am nächsten Abend setze ich mich wieder in einen bequemen Bus und fahre über Nacht mitten durch die Atacamawüste. Als am darauffolgenden Morgen das Tageslicht zurückkehrt, bemerke ich, dass ich nicht viel verpasst haben kann. Denn vor dem Fenster zieht eine monotone, lebensfeindliche Landschaft aus Sand und Felsen vorbei. Nach einem Umstieg in Calama und insgesamt 16 Stunden Fahrt erreiche ich schließlich San Pedro de Atacama.
    Die Stadt liegt in etwa 2.500 Metern Höhe und ist eine Oase wie aus dem Bilderbuch, die vom gleichnamigen Fluss am Leben erhalten wird. Sie hat sich zu einem touristischen Zentrum für Ausflüge in die einzigartige Landschaft in ihrer Umgebung entwickelt und profitiert auch von der Lage nahe der argentinischen und bolivianischen Grenzen.

    Um diese so besondere Landschaft besser kennenzulernen, leihe ich mir ein Mountainbike aus und fahre in das etwa 15 Kilometer westlich gelegene Valle de la Luna. Dieses riesige Becken fasziniert mich vom ersten Augenblick an und ist wohl zu einer der beeindruckendsten Orte, die ich je gesehen habe.
    In Folge starker Errosion entstand hier eine Vielzahl bizarrer Felsformationen, die von gewaltigen Dünen begleitet werden. Die einzigartige Schönheit dieses Ort ergibt sich aus der absoluten Stille, der fast vollständigen Abwesenheit von Feuchtigkeit und Leben, dem starken Kontrast zwischen rauem Gestein und weichem Sand sowie dem harmonischen Farbspiel in Ockertönen. An einigen Stellen ist die Oberfläche von einem hellen Film aus Salz überzogen und zudem lassen sich Einschlüsse von Steinsalz entdecken.
    An solch einem Ort Fahrrad zu fahren ist ein unvergessliches Erlebnis und bietet außerdem den Vorteil den kühlenden Fahrtwind genießen zu können. Durch zeitiges Aufbrechen konnte ich die morgendlichen Kühle nutzen, aber nur wenig später brennt die Sonne erbarmungslos vom Himmel. Durch die sehr geringe Luftfeuchtigkeit von unter 20 % gerät man zwar kaum ins Schwitzen, aber auch durch die Verbindung mit der Höhenlage ist der Ausflug ziemlich anstrengend.
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  • San Pedro de Atacama - Catarape

    26 maart 2024, Chili ⋅ ☀️ 28 °C

    Die Fahrradtour hat mir so gut gefallen, dass ich sie am nächten Morgen gleich noch einmal wiederhole. Diesmal fahre ich in Richtung Norden und folge dem grünen Tal des Río San Pedro de Atacama.
    Nach wenigen Kilometern erreiche ich bereits die Ruinen des Pukará de Quitor. Hierbei handelt es sich um eine historische Wohn- und Fluchtburg der indigenen Atacameños, die vor über 700 Jahren an einem Steilhang errichtet wurde. Oberhalb befinden sich mehrere Aussichtspunkte, die einen herrlichen Blick in das Flusstal und auf die umliegenden Berge ermöglichen. Zudem befindet sich am höchsten Punkt ein Denkmal für die indigene Bevölkerung der Region.
    Weiter flussaufwärts liegt die kleine Gemeinde Catarape, die vom fruchtbaren Boden auf beiden Seiten des Flusses profitiert und hier Landwirtschaft betreibt. So können sogar kleine Bäume wachsen und der Kontrast zwischen dem Grün der Vegetation und den Rottönen der Felsen fasziniert mich sehr.
    Außerdem befindet sich dort eine Schlucht namens Garganta del Diablo, die sich auch mit dem Fahrrad erkunden lässt. Ein heute ausgetrockneter Flusslauf hat sich mit vielen engen Kurven tief in die Berge gegraben und ermöglicht eine spannende Passage zwischen den steilen Felswänden. Am Ende wartet noch ein anstrengender Aufstieg zu Fuß, um einen weiteren tollen Rundumblick auf die Wüstenlandschaft genießen zu können.
    Wiederum einige Kilometer weiter, bildet die einsame Kirche von San Isidro den Umkehrpunkt meiner heutigen Tour.

    Die Atacamawüste gilt als trockenste Region der Erde außerhalb der Antarktis und erhält nur sehr wenig Niederschlag pro Jahr. In meiner geschützten Unterkunft habe ich das seltene Glück, gleich an zwei Abenden heftige Gewitter und Regengüsse mitzuerleben. Diese sorgen sogar für einen zeitweisen Stromausfall sowie die Überflutung vieler Schotterstraßen.
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