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Eine kleine Welt-Reise

Mit Radlust unterwegs Richtung Osten. Leia mais
  • Tag 319: Bluff bis Montezuma Creek

    22 de janeiro de 2024, Estados Unidos ⋅ ⛅ 9 °C

    Wir stehen um 7 Uhr auf und packen weitestgehend zusammen. Um 8 Uhr werden wir dann von Ron und Kyle im Truck abgeholt. Gestern Abend hatten wir noch darüber gescherzt, dass die beiden immer einen Cowboyhut tragen. Also sage ich, als wir in den Truck einsteigen: "Two Cowboys in a truck. You must be Ron and Kyle." Wir scherzen etwas und fahren dann ein wenig aus Bluff hinaus, in die Richtung aus der wir gestern gekommen sind. Als die beiden nämlich gestern Abend erfahren haben, dass wir bei der Herfahrt die in den Stein gemeiselten indianischen Inschriften abseits der Straße verpasst haben, wollten sie uns diese noch zeigen. Manche von ihnen sind tatsächlich noch sehr gut zu erkennen, andere leider durch Vandalismus übermeiselt. So können wir ein paar alte Ziegen oder Rehe ausmachen, die teilweise jedoch in jüngster Zeit um ein paar Details erweitert wurden. Schade, dass manche selbst vor solch bedeutenden Kulturgütern keinerlei Achtung haben! Die beiden Brüder erzählen uns auch, dass hier in der Region noch viele alte Felswohnungen verschiedener Stämme zu finden sind. Allerdings werden diese nicht ausgeschrieben und auch auf keiner Karte markiert, da auch sie sonst Opfer von Vandalismus und respektlosem Umgang werden würden.
    Wir fahren von den Felsinschriften wieder zurück und zu Ron und Bev nach Hause. Dort wurden wir nämlich gestern Abend noch zum Frühstück eingeladen. Zusätzlich zu den vier Batemans stößt noch Ted Hill dazu, der Urenkel des Missionsleiters. Es ist wieder einmal schön und gleichzeitig witzig. Mit den fünf ist es so einfach ins Gespräch zu kommen, ganz so als würden wir uns schon eine Weile kennen.
    Bevor wir gemeinsam zum Fort zurück gehen überreicht uns Ron noch als Geschenk das "Book of Mormon" über das wir schon virl erzählt haben und alle hinterlassen uns noch eine kleine Nachricht und ihre Adressen. Weil Bev mitbekommen hat, dass der Reißverschluss meiner Regenjacke nun vollständig kaputt ist, nachdem er die letzten Wochen schon sehr oft gehakt hat, schenkt sie mir kurzerhand noch eine ihrer Jacken, die sie so gut wie nie anzieht, wie sie mir versichert. Jegliche Ablehnungsversuche meinerseits bleiben vergebens und so nehme ich die grüne, deutlich zu große Jacke mit Inschrift des "Grand Canyon" auf der Brusttasche mit und bin sehr froh darum eine wetterfestere Alternative zu meiner kaputten Regenjacke zu haben.
    Gemeinsam gehen wir wieder zum Fort in dem eine Predigt und Art Fortbildung für die Freiwilligen stattfindet. Auch zu dieser wurden wir eingeladen und sind gespannt mal etwas tiefer in diese uns so unbekannte Glaubensrichtung einzutauchen. Die Treffen unter den Freiwilligen finden täglich statt. Es wird gebetet, geschichtliche Hintergründe einzelner an der Mission beteiligter vorgestellt und die Aufgaben und Ziele des Tages besprochen.
    Am Ende des Treffens lernen wir noch Lisa Hill, Teds Frau kennen. Abwechselnd dürfen wir einen Blick hinter die Kulissen werfen, uns die Werkstatt anschauen und die Näherei. Es ist wirklich unfassbar was hier geschaffen wird!
    Wir führen lange Gespräche mit den sechs, machen Bilder und scherzen. Es ist manchmal verrückt wie schnell man sich doch mit uns vor einem Tag noch Wildfremden jetzt schon so verbunden fühlt.
    Wir essen noch auf dem Gelände zu Mittag, was noch um ein paar Cookies, Müsliriegel und Sandwiches von den Batemans ergänzt wurde und verabschieden uns dann schweren Herzens. Der Besuch bei Lisa und Ted in Phoenix und den Batemans auf der Farm im Norden Utahs muss leider bis zu unserem nächsten Urlaub in den Staaten warten.
    Da wir den Großteil des Tages noch im Fort verbracht haben, kommen wir heute nicht mehr so weit. Trotzdem sind die Felsformationen allein auf diesem Stück überwältigend.
    In Montezuma Creek kaufen wir noch für die nächsten Tage ein und finden kurz danach in einer Kurve der Straße, in der die Felsen etwas zurück weichen, ein ganz nettes Plätzchen.
    Wir bauen das Zelt auf, essen zu Abend und lauschen dem Geheule naher Coyoten.
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  • Tag 318: Goosenecks bis Bluff

    22 de janeiro de 2024, Estados Unidos ⋅ ☁️ 9 °C

    Im Gegensatz zu den Tagen zuvor, wachen wir heute zu etwas Regen auf. Bis wir allerdings alles eingepackt und die Regenkleidung angezogen haben, ist es wieder weitestgehend trocken.
    Wir fahren mit der Erwartung los, dass es von nun an weniger zu sehen gibt und wir nun "endlich" mal etwas voran kommen. Wie man sich nur so täuschen kann!
    Die Landschaft wird alles andere als öde und bleibt stattdessen abwechslungsreich. Kurz bevor wir den kleinen Ort Bluff erreichen, werden wir auf ein Schild aufmerksam. "Bluff Fort 3 Miles" heißt es hier. Vermutlich nur eine Ruine von der nicht mehr viel übrig ist oder sogar nur ein Schild mit einem kleinen Infotext, denken wir.
    Wir fahren also nach Bluff hinein, machen Mittagspause auf einer trockenen Bank und fahren dann noch weiter. Wir haben schon fast wieder vergessen, dass hier noch das Fort angeschrieben war, als es plötzlich neben der Straße auftaucht. Von wegen Ruine! In liebevollster Detailarbeit wurde hier der ehemalige Ort von Nachfahren der frühen Siedler nachempfunden.
    Im Oktober des Jahres 1879 brachen insgesamt 260 Mitglieder der "Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage", damals bekannt als Mormonen, vom Süden Utahs auf. Sie hatten von ihrer Kirche die Aufgabe bekommen eine Siedlung in der Region der vier Bundesstaaten Arizona, Utah, Colorado und New Mexico (auch bekannt als "Four Corners") zu errichten. Grund hierfür war wohl, sich die Region zu sichern und die herum streundenden Banditen in Zaum zu halten. Außerdem sollte eine bessere Beziehung zu den Diné, Anasazi Pueblos, Utes und Paiutes aufgebaut werden. Damit waren diese Siedler wohl die einzigen, die von Westen her auf eine Mission loszogen, um weiter im Osten eine Siedlung zu errichten.
    Bisher gab es bereits einen Weg über den Süden (und damit durch das Gebiet der Diné) und über den Norden. Der Letztere war allerdings für die Siedler zu lang und da der Aufbruch im Winter statt fand ebenfalls zu hoch gelegen und damit zu sehr dem Winter ausgesetzt. Der Weg über den Süden war dagegen zwar leichter und von den Diné durchaus geduldet, allerdings durften hier keine Rinder mitgebracht werden, die die Nahrungsquellen der Tiere der Diné auf der Durchreise abfressen würden.
    Daher mussten die Pioniere einen direkteren Weg finden. Die Reise war auf nur sechs Wochen ausgelegt, dauerte stattdessen allerdings sechs Monate. Die 260 Männer, Frauen und Kinder stießen auf der Reise auf einige unvorhergesehene Hindernisse. Das wohl berühmteste dieser Hindernisse war eine Felsspalte, die nun als "Hole in the Rock" bekannt ist. Diese Felsspalte war zu der Zeit allerdings so schmal, dass sie über Wochen verbreitert werden musste, damit die Pferde und Planwägen durch sie hindurch kommen. Auch Abhänge mit irrsinnigen Steigungen mussten mit den Tieren überwunden werden. Ein Wunder, dass immerhin alle menschlichen Teilnehmer der Mission lebend an ihrem Ziel ankamen.
    Um sich der Taten und Geschichten der Pioniere zu erinnern, wurde dieses Fort möglichst wahrheitsgetreu nachgebildet. In einer Art "Wagenburg" aus kleinen Hütten werden die Geschichten der damals beteiligten Familien erzählt. An jeder Hütte hängt ein Lautsprecher mit kurzen Texten in Englisch, Deutsch, Italienisch und weiteren Sprachen. Dadurch ist man praktisch mitten drin im Geschehen von damals.
    Auf dem Gelände steht ebenfalls ein Tipi der Ute. Es ist ziemlich geräumig mit einer Feuerstelle in der Mitte, einem kleinen Regal und ein paar Bildern von bedeutenden Kriegern der hier lebenden Stämme.
    Direkt daneben steht ein Hogan das ebenfalls sehr geräumig ist. Ein bisschen erinnert es mich tatsächlich an eine Jurte. Auf dem Boden liegen ein paar Felle. Auf diese Weise wurde wahrscheinlich in so einem Hogan geschlafen. Auch eine Babywiege mit einer Puppe steht im Raum. Das Kind wird hierrauf der Länge nach festgebunden und ähnelt damit einer Babywiege wie wir sie in Kirgistan gesehen haben.
    Als wir so über den Platz schlendern und uns über das Fort informieren, kommt in schnellen Schritten ein Mann auf uns zu. Er ist Volunteer in dem Fort und spricht uns auf Deutsch an. Vor Jahren hat Ted in Deutschland gearbeitet und dort sehr gut Deutsch gelernt. Er erklärt uns, dass er der Urenkel des Leiters dieser Mission durch das "Hole in the Rock" sei. Welche Tour wir machen, will er wissen. Als wir es erklären kann er es gar nicht fassen. Wir seien die modernen Pioniere und wir würden ihn an die Geschichten seiner Vorfahren erinnern. Dann will er uns vorerst nicht weiter stören und verabschiedet sich.
    Da es zu schütten beginnt entscheiden wir uns dazu, unter dem Dach des Forts auszuharren. Dabei kommen wir mit Ron und Bev (Beverly) ins Gespräch, zwei weiteren Freiwilligen des Forts. Beth erzählt uns, dass sich die Besucher im Sommer fast über den Haufen rennen, so viele kommen hier her. Die Männer des Teams sind dann meist im Hof und führen die Gäste umher, die Frauen verkaufen selbstgebackene Kekse und selbstgenähte Kleidung und andere Nähware. Das Fort hat auch eine Werkstatt in der die Freiwilligen (die meist ein Jahr, teilweise aber auch länger bleiben) verschiedene Verkaufsgegenstände für den Souvenirshop herstellen. Alle Freiwilligen sind hauptsächlich Mitglieder der "Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage" und sind hier auf Mission.
    Draußen wird der Regen nicht weniger und so schauen wir uns noch einen Film über die Reise der Pioniere an, in dem man nochmal ganz gut sieht, was die Siedler früher leisten mussten. Was uns allerdings vollkommen überrascht hat war die Aussage einer der damals an der Mission beteiligten Frauen, dass sie im Fort manchmal Popcorn gemacht haben. So einen Luxus haben wir nicht, denke ich daraufhin amüsiert.
    Das Wetter scheint sich nicht zu bessern und so laden uns Beth und Ron zu sich nach Hause ein, um mit ihnen zu Abend zu essen. Gerne nehmen wir das an, denn mittlerweile sind wir schon ganz schön durchgefroren.
    Die beiden wohnen nicht weit entfernt in einem Haus, das ihnen zwar gestellt wird, für das sie aber dennoch Miete bezahlen. Zum Abendessen kommen auch Rons Bruder Kyle und seine Frau Ranae. Auch sie sind Freiwillige des Forts. Beide Familien kommen aus dem Norden von Utah, nahe Salt Lake City. Wir sitzen zusammen und genießen das leckere Essen, das Bev zubereitet hat. Da es draußen schon zu dämmern beginnt, steht noch die Frage offen, wo wir unser Zelt aufbauen können. Ein ursprünglicher Gedanke Rons in der Nähe des Forts zu schlafen, ist leider nicht möglich. Daher telefoniert Ron mit Ted (dem Deutschsprechenden), um einen Unterstand für uns zu finden. Stattdessen teilt er uns jedoch nach seinem Telefonat mit, dass Ted für uns eine Hütte hat in der wir schlafen können. Wir sind unfassbar dankbar und erfahren erst im Laufe des Abends, dass Ted uns in einer Art Motel gegenüber des Forts eine Cabin auf seine Kosten gemietet hat. Eine unfassbare Geste!
    Nach dem Essen werden wir also von Ron und Kyle, die gemeinsam eine Ranch im Norden Utahs besitzen, zu dieser Cabin gebracht. Was wir sehen übertrifft nochmal unsere Erwartungen. Das kleine Häuschen besteht aus einem Badezimmer mit (!) zwei Duschen, einer gut ausgestatteten Küche, einer Terrasse, einem Wohnzimmer und einem Schlafzimmer mit zwei Kingsize-Betten.
    Wir können es gar nicht wirklich fassen! Eigentlich wollen wir noch das Beste aus der Übernachtung in der Cabin mitnehmen, aber sind zu müde um noch irgendetwas zu machen.
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  • Tag 317: Monument Valley bis Goosenecks

    20 de janeiro de 2024, Estados Unidos ⋅ ☁️ 9 °C

    Nach gigantischem Sonnenaufgang fahren wir langsam aus dem von Felsmassiven gerahmten Tal heraus.
    Alle Felsmassive hier haben Namen, die wir über die Kartenapp Mapsme erfahren. Ein Fels ist ein brühtendes Huhn, ein anderer ein Indianer und wieder ein anderer ein König auf einem Thron mit seinem Schloss. Manche sind direkt zu erkennen, andere benötigen dann doch etwas mehr Fantasie.
    Völlig unerwartet kommen wir an einem der bekanntesten Filmorte vorbei. Wer "Forrest Gump" einmal gesehen hat und sich an die Szene erinnert, in der die Hauptfigur ewig rennt und kein Ende zu finden scheint, dem kommt vielleicht der Ort auf den Bildern bekannt vor.
    Wir sind nicht die einzigen, die hier anhalten um Bilder zu machen. Ich will nicht wissen, wie diese Straße hier in der Hauptsaison aussieht!
    Im Ort "Mexican Hat" verlassen wir das Reservat der Diné und kommen wenig später an einen weiteren atemberaubenden Aussichtspunkt. Der Anblick des "Goosenecks" begeistert durch seine drei Windungen, die alle von einem einzigen Aussichtspunkt aus zu sehen sind.
    Unweit des Aussichtspunkts bauen wir unser Zelt auf. Wir haben Glück, denn ausgerechnet hier ist sogenanntes BLM Land, also das Gebiet des Bureau of Landmanagements, auf dem man problemlos zelten kann.
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  • Tag 316: Poccis Home bis Monument Valley

    19 de janeiro de 2024, Estados Unidos ⋅ ☁️ 8 °C

    Der Abschied von Pocci an diesem Morgen ist schwer. Aber so ist das auf einer Reise. Wir treffen herzliche Menschen, interagieren mit Tieren und sehen atemberaubende Landschaften, aber irgendwann kommt der Moment, an dem wir uns wieder von ihnen abwenden müssen und nur hoffen können, sie eines Tages wieder zu sehen.
    Zurück auf der Straße und nach ein paargeradelten Kilometern steht uns mal wieder der Mund offen. Was für eine Landschaft! Rechts und links der Straße ragen sogenannte "Mesas" empor, in anderen Worten freistehende Steinplatteaus. Was muss dieser Anblick doch für einen Eindruck auf die ersten Siedler gemacht haben, die hier durch kamen und nicht wussten was sie erwartet. Genauso ist es nicht verwunderlich, dass die Diné diese Region schützen wollen.
    Wir machen einige Bilder und überqueren dann die Grenze in unseren dritten Bundesstaat, Utah. Am Gate zum wirklichen Monument Valley holen wir uns für 8 Dollar eine Ticket und erfahren dann, dass wir mit den Fahrrädern zwar auf den Aussichtspunkt, aber nicht hinunter ins Tal fahren dürfen. Einen Grund erfahren wir nicht. Normalerweise führt vom Aussichtspunkt aus noch eine Straße hinunter ins Tal und teilweise zwischen den Mesas hindurch. Mit dem Privatauto dürften wir hier jetzt problemlos fahren.
    Wir radeln also noch die letzten Meter und erreichen dann den Aussichtspunkt. Der Ausblick ist gigantisch! Allerdings müssen wir eingestehen, dass uns das Monument Valley im Vergleich zum Grand Canyon doch nicht mehr so sehr vom Hocker haut. Vielleicht sind wir einfach etwas überreizt.
    Wir machen natürlich unzählige Bilder uns Videos, mit uns ohne Fahrrädern, und versuchen dann, ob wir nicht mit Privatleuten durch das Tal fahren können. Leider sind die Autos meist schon voll oder sie kommen bereits von der Tour durch das Tal zurück. Da der Weg mit dem Fahrrad und der mit dem Auto also keine Option ist, entscheiden wir uns dazu ein Stück zu Fuß hinunter zu laufen. Von einem Tourist werden wir noch vor herum streunenden Hunden gewarnt, die sich unten im Tal scheinbar über irgendeine Beute hermachen, aber davon bekommen wir nichts mit.
    Stattdessen machen wir ein paar Bilder an der wohl berühmtesten Stelle des Parks, an der Aussichtsstelle auf den "West Mitten" und "East Mitten". Die beiden Monolithe haben mit etwas Fantasie die Form von aufrechtstehenden Fäustlingen und sind DIE Attraktion schlechthin.
    Aus geologischer Sicht entstanden diese Felsmassive auf folgende Weise:
    Ursprünglich war dieses Gebiet von vielen Sedimentschichten bedeckt. Durch kleine Bäche aus nahegelegenen Gebirgszügen wurden Sedimente abgelagert die sich zu Schluffstein und Schiefer verfestigten. Diese bilden nun den Boden des Tals. Vom Wind verwehte Sanddünen lagerten sich anschließend auf diesem verhärteten Grund ab. Daraufhin sank das Gebiet ab und weitere Sedimente wurden durch Wasser und Wind in diese Region befördert und verfestigten sich zu Gestein.
    Diese wurden dann wiederum angehoben und seither durch Winderosion in die jetzigen Steinmassive geformt.

    Der Sage der Diné nach bildete sich die Erdoberfläche durch Überschwemmungen aus der Tiefe. Daraufhin stiegen ebenfalls aus der Tiefe Götter, Tiere und die Vorfahren der Menschen durch ein riesiges Schilfrohr empor. Um das überschwemmte Land zu trocknen gruben sie mit Steinwerkzeugen Gräben in die Erdoberfläche, durch die das Wasser abfließen konnte. Diese Gräben sind heutzutage die Flüsse und im Gestein sieht man der Sage nach noch heute die Spuren des einstigen Wassers, das hier gewesen sein soll. Nachdem das Wasser abgeflossen war, blieb nur noch feuchter Grund zurück, der nun den Schluff des Talbodens bildet.
    Die zuvor erwähnten Götter formten daraufhin die Berge, ließen Wälder wachsen und gestalteten die Erde wie sie heute ist.

    Es ist wenig erstaunlich, dass um die Entstehung dieser Felsmassive zahlreiche Geschichten kreisen.

    Unser ursprünglicher Plan war es eigentlich, auf dem Campingplatz am Aussichtspunkt zu zelten. Leider hat dieser allerdings über den Winter geschlossen und die Hotelzimmer überschreiten mit dem niedrigsten Preis für 160€ pro Nacht leicht unser Budget.
    Deshalb fahren wir noch ein paar Kilometer aus dem Park heraus und finden dann ebenfalls problemlos ein schönes Zeltplätzchen.
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  • Tag 315: Navajo Monument bis Poccis Home

    18 de janeiro de 2024, Estados Unidos ⋅ ☁️ 10 °C

    Wir freuen uns am nächsten Morgen, als es wieder bergab und in die schneefreien Höhenlagen geht. Innerhalb kurzer Zeit ändert sich die Landschaft von mit Bäumen und Schnee bedeckten Hügeln zu baumloser Wüste. Je näher wir uns dem Monument Valley nähern, desto mehr Sandsteinmassive tauchen auf.
    In Kayenta kaufen wir nochmal für die nächsten vier Tage ein, da es vorher keine Supermärkte mehr geben wird. Dabei kommen wir an einer Art Freilichtmuseum vorbei, in dem nochmal ein Hogan und ein Schwitzhaus gezeigt werden und außerdem erklärt wird, wie eine Erungenschaft der Navajos deren Leben grundsätzlich änderte.
    Bis Anfang des 20. Jahrhunderts hatten die Navajos und Weißen nur wenig Kontakt und im Reservat war man hauptsächlich auf dem Pferderücken unterwegs.
    Die Navajos in New Mexico waren unter ihnen die ersten, die Wagen besaßen. Damit waren sie nicht mehr an eine Quelle oder an eine andere Art des Wasserzugangs gebunden und konnten überall über das Reservat verteilt leben. Die in Arizona lebenden Navajos kamen erst in den Besitz von Wagen, nachdem einige wohlhabendere Navajos in New Mexico bereits ihre ersten Autos besaßen. Dies geschah größtenteils im Zeitraum von 1920 bis 1930. Kaum zu glauben!
    Nach dem Freilichtmuseum fahren wor noch weiter und fragen dann an einem Haus, ob wir dort in der Nähe zelten dürfen. Für die Bewohner ist das kein Problem, weshalb wir bald unser Zelt aufgebaut haben. Allerdings gibt es eine Schwierigkeit: Wir haben tierische Beobachter, die sehr verzückt darüber sind, dass wir hier zelten. Deshalb baut jeweils einer von uns das Zelt auf, während der andere die Hunde durch intensives Streicheln ablenkt. Die jüngere der beiden nennen wir Pocci. Sie trennt sich auch nicht von uns, als wir schon im Zelt sitzen und essen. Stattdessen liegt sie Schwanz wedelnd davor und freut sich jedes Mal, wenn wir aus dem kleinen Netz im Zelteingang zu ihr heraus schauen.
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  • Tag 314: Sand Spring bis Navajo Monument

    17 de janeiro de 2024, Estados Unidos ⋅ ⛅ 4 °C

    Es ist mal wieder ganz schön kalt morgens. Bei Minusgraden im Zelt frühstücken wir uns machen uns dann abfahrbereit.
    Bald schon kommen wir an einer verlassenen Tankstelle vorbei, die wirklich gut bemalt ist. Dort biegen wir ab, um Richtung Navajo National Monument zu fahren.
    Auf dem Weg nach oben ergeben sich herrliche Blicke ins Tal, während um uns herum alles verschneit ist.
    Je höher wir kommen, desto häufiger zeigt sich auch die Sonne und umso mehr Kleidung müssen wir ablegen.
    Bald kommen wir an einen kleinen Aussichtspunkt, von dem wir in einen Canyon hinab blicken. Interessant ist hier, dass der Canyon durch die schmale Schlucht eine Flora und Fauna eines Berges dieser Region hat der auf dem Kopf steht. Während hier die Dichte und Variation an Tieren und Pflanzen zunimmt, je höher man kommt, passiert genau das selbe je tiefer man in den Canyon hinabsteigt. Grund hierfür ist größtenteils die Sonne, die bei diesem engen Canyon nur den oberen Rand berührt und somit nicht die Pflanzen und Tiere im schattigen Canyongrund vom Leben abhält.
    Ein kurzes Stück fahren wir noch und sind dann am Visitor Center angelangt. Dort schauen wir uns erstmal im Inneren um, essen etwas und wärmen uns dabei auf.
    Dann wandern wir hinab zum Aussichtspunkt, von dem aus wir einen Blick auf die von 1267 bis 1286 erbaute Indianersiedlung haben. Bestehend aus Holz, Sandstein und Mörtel wurden die ehemals 120 Räume in einer großen Höhle erbaut, um im Sommer vor der brennende Sonne und im Winter vor den kalten Winden zu schützen. Normalerweise gibt es auch eine Tour in die Höhle hinunter, da allerdings Wintersaison ist, wird der Zutritt untersagt.
    Nicht nur die Gebäude sondern auch der Weg hinunter zum Aussichtspunkt ist sehr interessant, da hier viele Schilder über die Nutzung einiger Pflanzen durch die Navajos und Hopi informieren. Es ist wirklich immer wieder erstaunlich, gegen was Pflanzen alles helfen können und dass die Menschen das damals so wussten.
    Einige Beispiele und deren Nutzung:
    -Große Wüsten-Beifuß: bei Bauchschmerzen, Kopfschmerzen und Erkältung
    -Feigenkaktus: Nahrungsmittel
    -Rundblättrige Büffelbeere: Augensalbe für Schafe
    -Pinyon-Kiefer: Nuss (als Nahrungsmittel); Harz (Befestigung von Pfeilspitzen am Pfeil, Reperatur von leckenden Töpfen, um Körbe wasserdicht zu machen, Kaugummi)
    -Cliff Rose: Pfeile, Wundsäuberung
    -Blaue Palmlilie: Frucht (Nahrungsmittel), Blätter (Herstellung von Seilen), Wurzeln (Seife)
    -Utah-Wacholder: Holz (Dachbalken, Feuerzunder, Feuerbohrer, Anzünder), zerkleinerte Rinde (Windeleinlage, Seile, Stabilisierung für Töpfe), Blätter als Brei (Abführmittel), Beeren (Nahrungsmittel)

    Dem Vorbild der Menschen von damals folgend, probieren wir natürlich auch mal von dem Harz, dem historischen Kaugummi. Eine schlechtere Idee hatten wir selten, da wir den recht bitteren Geschmack bis zum Zähneputzen nicht mehr los wurden.

    Direkt neben dem Visitor Center können wir auch ein Hogan genauer anschauen. Dieses männliche Hogan ist etwas langgezogen, nach oben hin spitz und wird ausschließlich für religiöse und private Zeremonien verwendet. Ein weibliches Hogan ist dagegen rund mit flacherem Dach, ist groß genug, dass eine Familie darin überwintern kann und dient im Sommer als Lager. Es gibt auch einige Regeln, die sich um die Hogans gefestigt haben:
    1. Bei einem Todesfall im Hogan wird der Verstorbene darin begraben und der Eingang versperrt, um andere abzuhalten oder der Verstorbene wird durch ein extra für diesen Zweck im Norden hinein geschlagenes Loch nach draußen gebracht und das Hogan verbrannt.
    2. Ein Hogan wird verlassen, wenn in der Nähe ein Blitz einschlägt.
    3. Wenn sich ein Bär am Hogan reibt, ist es ebenfalls nicht mehr bewohnbar.
    4. Das Holz eines Hogans wird nicht ein weiteres Mal verwendet, egal für welchen Zweck.

    Wenn früher Krankenbesuche statt fanden, kamen die Besucher durch den nach Osten weisenden Eingang, sind an den im Süden sitzenden Männern vorbei, haben ihre Gaben den Kranken gegeben, die gegenüber des Eingangs im Westen saßen und gingen dann an den im Norden sitzenden Frauen vorbei nach draußen. Somit wurde der Verlauf der Sonne beachtet.

    Bevor wir wieder zum Visitor Center zurück kehren schauen wir uns noch das Schwitzhaus an, eine Miniaturversion des Hogans. Dieses besitzt keinen Kamin und diente damals als Bad sowie für besondere Rituale. Da in dieser Gegend Wasser knapp war, mussten die Menschen diese Art der Reinigung wählen. Dazu wurden Steine im Feuer erhitzt und ins Schwitzhaus gebracht. Die Badenden entkleideten sich und kriechten hinein. Dann wurde das Loch mit einer Decke abgedeckt und die Sauna began. Das Schwitzhaus diente auch als Versammlungsort um Lieder zu singen oder eine anstehende Jagd zu planen. Am Ende wusch man sich noch, falls vorhanden, mit etwas Wasser ab oder trocknete sich mit Wüstensand.

    Zum Glück haben wir es nicht mehr weit bis zum Zeltplatz, da wir uns entscheiden auf dem kostenlosen Campingplatz zu zelten den es hier dabei gibt.
    Wir bauen auf und kochen dann nach alter Gewohnheit im Toilettenhäuschen, in dem es viel wärmer ist als außerhalb.
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  • Tag 313: Veterans Tree bis Sand Spring

    16 de janeiro de 2024, Estados Unidos ⋅ ☀️ 6 °C

    Der Wecker klingelt. Es ist noch ziemlich kalt. Das Thermometer im Zelt zeigt -5 Grad an. Wir entscheiden uns gerade dazu, noch ein kleines bisschen liegen zu bleiben, um uns für das Frühstück aufzuwärmen, als sich Schritte nähern. So etwas sind wir eigentlich nicht gewohnt. Klar kam in den Stan-Ländern oder der Mongolei auch mal jemand zu unserem Zelt, aber da hat es auch fast schon dazu gehört.
    Wir lauschen also und hören dann eine Stimme sagen: "Good morning. Wake up! Rise and shine!" Das erinnert uns direkt an einen Moment in Usbekistan, genauer gesagt in Mekhnatobod im Ferganatal. Dort wurden wir eingeladen die Nacht im Laden des Besitzers zu schlafen und morgens (allerdings damals um 5 Uhr statt jetzt um 7 Uhr) wurden wir lautstark geweckt. Eine recht ähnliche Situation, nur dass uns diesmal kein muslimischer Ladenbesitzer weckt. Es ist Jeffrey.
    Er lädt uns ein mit ihm gemeinsam im Haus zu frühstücken und uns warm zu duschen. Angespornt von der Aussicht auf ein warmes Zimmer packen wir so schnell wie möglich zusammen und schieben dann zum Haus.
    Wir werden direkt freudig von den beiden Hunden begrüßt, die wir gestern schon kurz kennen gelernt haben. Jeffrey öffnet uns die Tür und wir betreten sein Haus. Gemeinsam frühstücken wir Navajo Brot (aus Mehl, Wasser und Salz; allerdings nicht frittiert, wie es hier für Navajo Tacos verwendet wird), Tost mit Butter und bekommen beide einen Teller mit angebratenen Kartoffelraspeln und Schinken. Dazu probieren wir Navajo Tee. Die Thelesperma-Pflanze (auch Grünfaden, aus der der Tee gemacht wird) gehört zur Gattung der Sonnenblumen und wächst hier um das Haus herum. Leila, Jeffreys Frau, trocknet diese und macht daraus dann den Tee. Im Gegensatz zu Grün- und Schwarztee, die aus einer anderen Pflanze hergestellt werden, enthält der Navajo Tee (manchmal auch unter anderen Stammesnamen wie "Hopi Tee" oder "Zuni Tee" bekannt) kein Koffein. Deshalb konnten ihn auch damals die Mormonen trinken und haben ihn selbst daher auch als Mormonen Tee bezeichnet.
    Jeffrey erzählt uns, dass seine Frau im nahen Flagstaff an einer Schule mit Inklusionskindern arbeitet und dass sie gestern Abend zu Jeffrey meinte, er solle uns doch ins Haus holen und dort schlafen lassen, da ss viel zu kalt sei. Er meinte allerdings, wir wären stark genug und können auch draußen schlafen. Recht gehabt hat er zwar, doch hätten wir sicher auch kein warmes Bett abgelehnt.
    Wir erfahren auch, dass die runden Häuser auf dem Reservat moderne Hogans sind, ein typisches Haus der Diné. Normalerweise wurden solche Hogans nur mit Erdmaterialien gebaut, aber aufgrund der geringen Langlebigkeit bevorzugen viele heutzutage andere Materialien.
    Jeffrey zeigt uns auch noch einen moderneren Moccassin seiner Frau, einen geflochtenen Korb, in dem ein Hochzeitspaar den Kuchen serviert und anschließend der Tradition nach an eine wichtige Person weiter gibt, einen Kamm aus getrockneten Getreidestielen, den ein Mädchen bekommt, wenn sie volljährig wird und einen Webrahmen, auf dem die typischen Teppiche gewebt werden.
    Als uns Jeffrey all diese traditionellen Dinge zeigt, sprechen wir ihn darauf an, was für ein Aufsehen seine Kultur und die anderer Stämme in letzter Zeit in Deutschland erregt hat. Er erklärt uns, dass er (und seiner Meinung nach auch viele andere Ureinwohner) sehr stolz darauf sind, wenn Weiße ihre Kultur verehren und auch Kleidungsstücke, wie Moccassins, oder traditionellen Schmuck tragen. Wir gehen noch weiter und fragen ihn danach, welcher Ausdruck für ihn am respektvollsten ist. Er erklärt uns, dass für ihn persönlich "Native American Indian" (dt. indianischer Ureinwohner von Nordamerika) sehr respektvoll ist. In Amerika wird meist "Native American" (dt. Ureinwohner Nordamerikas) verwendet, beliebter als Selbstbezeichnung ist wohl allerdings der Ausdruck "American Indian", zu Deutsch also "Indianer". Manche fühlen sich durch das Wort "Native" nicht angesprochen und lassen dieses daher lieber weg. Uns ist auch schon oft aufgefallen, dass die Betroffenen selbst das Wort "Indian" in einigen Bezeichnungen und sogar Gruppennamen verwenden. Da das Wort für den Großteil der Personen selbst keine Beleidigung zu sein scheint, haben wir beschlossen es auch weiterhin so zu verwenden.
    Gesagt sein sollte allerdings, dass manch einer mit diesen Begriffen auch an die vielen Unrechte erinnert wird, die den einzelnen Stämmen widerfahren sind. So haben wir gelesen und auch von Jeffrey nochmal erfahren, dass in den USA bis 1969 und in Kanada sogar noch bis 1996 sogenannte Boarding Schools für die Eingeborenen bestanden. Seit etwa 1880, zu der Zeit wurden einige der Reservate zugewiesen, mussten die Kinder der einzelnen Stämme für einige Zeit in diese Internate, um zu lernen "weiß" zu sein. Oft wurden diese Internate in Zusammenarbeit mit den Kirchen geführt, die dort eingewiesenen Kinder geschlagen, misshandelt und psychisch gedehmütigt. Eine Methode um den Kindern ihre Sprache oder Kultur auszutreiben war es, ihnen Seife in den Mund zu legen, sobald sie ihre Muttersprache verwenden. Und erst vor kurzem sind einige Massengräber nahe solcher Schulen gefunden worden. Sie arbeiteten stets nach dem Motto: "Töte den Indianer, aber rette den Menschen!". Leider hat es wohl häufig mit dem ersten Teil geendet.
    Auch Jeffrey hat uns einiges davon bestätigt. Die Kinder kamen oft verstört zurück und bis heute haben viele Erwachsene dadurch noch Identitätsprobleme, auch die Nachfahren, die von diesen Erfahrungen geprägt wurden. Kein Wunder, dass manche auf die Diskussion um die richtige Bezeichnung also etwas sensibel reagieren. Wie wir es bisher mitbekommen haben, wird eine Sammelbezeichnung als Indianer grundsätzlich nicht negativ aufgefasst, dennoch bezeichnen sich die Betroffenen selbst lieber mit ihrem eigenen Stammesnamen. Generell gilt doch: Egal welche Bezeichnung man auch verwendet (solange sie nicht allzu harsch ist), entscheidend ist doch, auf welche Weise sie Verwendung findet. Solange es mit Respekt geschieht und allen Beteiligten (früher oder später) klar ist, dass es nicht "den Indianer" gibt, sondern sich jeder Stamm von grundauf unterscheidet, ist doch allen mehr geholfen, als das Thema zu ignorieren oder gar Angst zu haben über die Vergangenheit aufzuklären, weil eventuell nicht die beste Bezeichnung genutzt wurde.
    Jeffrey gibt uns auch eine Führung durchs Haus und zeigt uns seine sehr große Familie. Dabei erzählt er auch von den Geschwistern seiner Frau. Von ihren insgesamt über 10 Geschwistern sind bereits zwei an Alkoholmissbrauch gestorben und einer sitzt im Gefängnis ein. Besonders der Alkohol macht hier vielen zu schaffen. Jeden Tag werden wir angesprochen, ob wir nicht etwas Geld haben. Allerdings geschieht dies immer auf so freundliche Weise, wie wir es selten erlebt haben. Meistens werden wir erstmal gefragt, wohin wir fahren und was wir schon alles gesehen haben, bekommen dann Lob zu hören, werden nach ein bisschen Kleingeld gefragt und wenn wir keines für sie haben, sagen sie es sein überhaupt kein Problem und wünschen uns dann noch eine schöne und sichere Weiterfahrt. Nicht ein einziges Mal wurde es komisch!
    Wir unterhalten uns auch kurz über die Präsidentschaftswahl und erfahren, dass Jeffrey die Republikaner wählt, weil diese seiner Meinung nach in seiner Region mehr gemacht haben, wie beispielsweise Arbeitsplätze geschaffen. Mit der Parteienauswahl ist er nach seinen eigenen Worten allerdings im Reservat die Ausnahme.
    Nach all den sehr interessanten Gesprächen duschen wir dann auch mal und bedanken uns bei Jeffrey für alles.
    Wir fahren weiter, wieder einmal durch herrliche Landschaft, essen zu Mittag und werden dann von einem Spaziergänger herbeigerufen, der uns ebenfalls Dinosaurierspuren zeigen möchte. Diese sind ziemlich verwaschen und nur schwer zu erkennen. Am Ende bittet er um eine Spende und meint, sie sei für seine Familie, damit sie Essen bekommen. Wir lehnen allerdings ab, bieten ihm dafür aber direkt von unserem Essen an. Als er dieses nicht annimmt, bestätigt sich, dass er das Geld vermutlich nicht für Essen für die Familie ausgegeben hätte.
    Wir verabschieden uns, fahren weiter und kommen dabei immer höher. Mit der zunehmenden Höhe sinken die Temperaturen immer weiter.
    Wir fahren eine Einfahrt hinein, die allerdings sehr verschneit ist. Durch den recht hohen Schnee laufen wir umher, um nach einam geeigneten Platz zu suchen. Das einzige das wir allerdings erreichen ist, dass unsere Schuhe nass und unsere Füße immer kälter werden.
    Ohne fündig zu werden, fahren wir noch ein Stück weiter und nehmen dann wieder eine Einfahrt. Hier ist es allerdings flacher und dadurch etwas weniger verschneit.
    Wir befreien unseren ausgewählten Platz vom Schnee, damit sich das Wasser nicht über Nacht durch den Zeltboden drückt, bauen dann schnell auf, ich räume drinnen ein, Lukas kocht und dann genießen wir das warme Essen während wir eingepackt im Schlafsack sitzen.
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  • Tag 312:Mini-Usbekistan bis Veteranstree

    15 de janeiro de 2024, Estados Unidos ⋅ ⛅ 8 °C

    Heute morgen ist es mal wieder trotz des Sands um uns herum ziemlich frisch. Auf dem weiteren Weg begleiten uns Berge mit vielen verschiedenen Schichten und um uns herum scheint alles in einem rötlichen Licht. Nicht etwa wegen der aufgehenden Sonne, sondern eher wegen des rötlichen Sandsteins, der hier sehr verbreitet ist.
    Wir fahren nicht weit und kommen dann an einen weiteren Sightseeing-Punkt, der nicht sehr bekannt zu sein scheint. Dass nicht allzu viele hier sind mag allerdings auch an der Jahreszeit liegen. Ein großes Schild auf der rechten Seite der Straße weist uns den Weg. Die dort ausgewiesenen "Dinosaur Tracks" liegen direkt neben der Straße. Nur wenige kleine Holzverschläge stehen dort und dienen im Sommer den Diné als Verkaufstheke für handgemachten Schmuck und Souvenirs. Heute ist nur einer der Tische belegt.
    Sobald wir uns den Verschlägen nähern, ist auch schon ein Mann bei uns und bietet uns eine Tour gegen eine kleine Spende an. Wir hatten schon davon gehört, dass sich hier einige Diné als Führer anbieten, um etwas über die Dinosaurierspuren zu erzählen. Da wir uns allerdings erst einmal selbst ein Bild davon machen wollen, lehnen wir zunächst höflich ab und suchen einen Platz für die Räder.
    Dann machen wir uns auf die Suche nach den im Gestein verteilten Spuren, die nicht im Geringsten zum Schutz abgesperrt sind. Tatsächlich finden wir recht schnell Spuren und erfahren nach einer Weile, dass dies Raptorspuren sind, vermutlich von einem einzigen. Es ist unvorstellbar wie hier damals die Saurier durch liefen und vor allem, dass bis heute deren Spuren noch so gut erhalten sind!
    Auch ein versteinertes Skelett finden wir. Das ist allerdings nicht mehr so gut erkennbar.
    Immer wieder bieten uns die hier wartenden Diné ihre Führung an, fragen dann allerdings auch nach einer Spende. Knapp 40% der auf dem Reservat ansäßigen Diné leben unterhalb der Armutsgrenze. Diese Zahl hat uns sehr überrascht, als wir sie das erste Mal hören. Leider sind hier viele von Arbeits- und Perspektivlosigkeit und somit auch von hohem Alkoholismus betroffen. Daher zögern wir, hier unsere Hilfe in Form von Geld anzubieten. Ein Ablehnen unsererseits führt allerdings keinesfalls dazu, dass uns unfreundliche Worte entgegnet werden. Ganz im Gegenteil wünschen sie uns sogar noch eine gute und sichere Weiterreise.
    Nachdem wir die Saurierspuren angeschaut haben dauert es nicht mehr lange, bis wir an das Ortsschild von Tuba City kommen. Wie so häufig hier in den Staaten ist auch dieses von Kugeln durchlöchert. Sehr verwundern tut uns das mittlerweile nicht mehr. Ganz interessant ist allerdings das Schild daneben, das auf die Navajo Code Talker des 2. Weltkrieges hinweist. Um Informationen sicher zu übermitteln und nicht zu riskieren, dass die Deutschen oder Japaner diese abfangen, wurde die Sprache der Navajo (Diné) verwendet. So saßen auf beiden Seiten Navajo, die die Informationen in ihrer Sprache übermittelt beziehungsweise auch empfangen haben. So wurde beispielsweise das Codewort "Beshbechahe" (dt. Eiserner Hut; heutzutage eine andere Schreibweise) für Deutschland verwendet und "Nehemah" (dt. Unsere Mutter) für Amerika. Witzigerweise wurden die Franzosen schlichtweg als "Daghahi" bezeichnet, was soviel heißt wie "Bart". Auch das Alphabet wurde mit mehreren Navajobegriffen verbunden. So gab es für den Buchstaben A drei verschiedene Übersetzungen, die variabel genutzt werden konnten. Musste also beispielsweise der Ort "Guadalcanal" durchgegeben werden gab es für den Buchstaben A drei verschiedene Begriffe, sodass der Feind nicht so leicht den Code knacken konnte.
    In Tuba City kaufen wir ein und treffen noch vor dem Laden den ehemaligen Präsident der Navajo Nation, der Unterschriften sammelt, um für den US Congress gewählt werden zu können. Auch wir werden um Unterschriften gebeten, erklären dann aber, dass diese nichts helfen werden, da wir aus Deutschland sind.
    Wir fahren wieder aus dem Ort heraus. Rechts und links der Straße liegen nun vereinzelt Häuser, manche davon sind auch achteckig.
    Als es an der Zeit wird einen Zeltplatz zu suchen, fahren wir in einen Weg hinein. Zunächst sehen wir noch kein Haus, dann tauchen ein paar auf. Wir entscheiden uns noch an diesen vorbei zu fahren und dann einen Zeltplatz zu suchen. Als wir das letzte der Häuser erreichen und von diesem die Straße eigentlich noch weiter geht, wird unsere urspüngliche Entscheidung dann doch recht schnell hinfällig, als mehr als zehn Hunde uns entgegen gerannt kommen und wie verrückt bellen. Wir bewegen uns zunächst rückwärts und dann nach einer Weile vorwärts wieder von dem Hof weg und entscheiden uns lieber, an einem der anderen Häuser nachzufragen, ob wir dahinter unser Zelt aufstellen dürfen. Wir finden schnell welche die draußen sind und die zur Not ihre Hunde (hoffentlich) zurück rufen könnten und fragen dort nach. Als wir auf den Hügel hinter dem Haus deuten und nachfragen, ist die Reaktion erst einmal etwas zögerlich. "Wir könnten schon dort zelten, aber nachts geschehen dort merkwürdige Dinge auf dem Hügel, weshalb sie uns eher davon abraten." Was genau dort vor sich geht und ob es eventuell nur etwas spirituelles ist, erfahren wir nie. Wir entscheiden uns doch lieber weiter zu fahren und es nicht selbst heraus zu finden.
    Als wir am nächsten Haus vorbei kommen, werden wir von dem Besitzer herangewunken. Er habe gesehen, dass wir von den Hunden zurück gedrängt wurden und wir am Haus unterhalb waren und fragt uns, ob wir einen Zeltplatz suchen. Er bietet uns an, um das Haus herum oder unter einem nahegelegenen Baum zu zelten. Jeffrey, ein Diné und ehemaliger Navysoldat, erzählt uns ein bisschen von sich und fragt uns nach unseren Erlebnissen mit dem Rad. Er deutet auch auf einen alten Baumstamm, der zwischen seinem Haus und unserem Campingplatz liegt und erklärt, dass dort einmal ein Diné gewohnt hat, der in hohem Alter im Haus gestorben ist. Die Angehörigen haben ihn dann darin zurück gelassen und sind weiter gezogen. Vermutlich war das Haus aus spiritueller Sicht nicht mehr bewohnbar. Mit der Zeit ist das Haus dann in sich zusammen gestürzt und hat den Mann dort begraben. Scheinbar ist es keine Seltenheit, dass Häuser nach einem Todesfall verlassen werden.
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  • Tag 311: Desert View bis Mini-Usbekistan

    14 de janeiro de 2024, Estados Unidos ⋅ ☀️ 13 °C

    Zwar war die Nacht schon etwas wärmer als die letzte, aber als der Wecker klingelt will keiner von uns so wirklich den ersten Schritt aus dem Schlafsack machen.
    Egal wohin wir dann doch nach einer Weile um das Zelt herum treten, es geht immer durch minimum 10 cm Schnee. Da ist es nicht verwunderlich, dass unsere Schuhe bald nass sind. Die selben Schuhe, die uns in Usbekistan durch die Wüste gebracht haben, dienen uns jetzt immer noch, wenn auch deutlich abgenutzter und, wie wir schon so manches Mal feststellen durften, definitiv nicht wasserdicht!
    Zusätzlich zu der Feuchtigkeit spühren wir auch die Kälte des Schnees durch die Sohlen durch. Das bessert sich auch nicht gerade, als wir die Fahrräder dann durch den hohen Schnee wieder gen Straße schieben.
    Wir lassen es von der Höhe des Grand Canyons eine Weile rollen, halten dann nochmal an, um unsere Füße ein bisschen warm zu treten und fahren dann weiter.
    Wir fahren an einem Schild vorbei, das uns Auskunft darüber gibt, dass wir nun wieder im Kaibab National Forest sind und somit den Nationalpark verlassen. Ups! Dann waren wir also noch gar nicht aus dem Park draußen, in dem das Wildzelten strengstens verboten ist. Naja, das Eingangstor hatten wir gestern noch passiert, also halb so wild.
    So schnell wie wir im National Forest drin sind, verlassen wir ihn auch schon wieder und betreten damit das nächste Reservat. Die Navajo Nation erstreckt sich über vier verschiedene Bundesstaaten und ist Lebensraum für den Großteil der Diné, besser bekannt als Navajo, und der Hopi. Wir werden dieses Gebiet über mehrere Tage auf dem Weg zum Monument Valley durchradeln.
    Gleich zu Beginn der Reservatsgrenze kommen wir an einigen Ständen vorbei, an denen zum Teil handgemachter Schmuck verkauft wird. Wir erfahren, dass bestimmte im Schmuck verwendete Perlen die Kerne von Blaubeer-artigen Beeren sind. Das Fruchtfleisch wird von Vögeln abgefressen und die heruntergefallenen Kerne dann eingesammelt und weiter verarbeitet.
    Hier kaufen wir uns einen kleinen Traumfänger (typisch für manche, aber nicht alle Stämme!), der zum einen tatsächlich auch bei den hier ansäßigen Diné Verwendung findet und zum anderen auch die Navajo Nation finanziell unterstützt. Der Traumfänger wird im Schlafzimmer aufgehängt und fängt sowohl die bösen als auch die guten Träume im Netz ein. Wenn dann am Morgen die Sonne auf das Netz scheint, werden die bösen Träume vom Sonnenlicht verbrannt und die guten sammeln sich im Zentrum des Netzes und wandern dann nach einer Weile gefiltert in die Federn. Dort bleiben sie und können von da an immer wieder geträumt werden.
    Die Fahrt weiter nach Cameron ist atemberaubend. Immer wieder werden uns Blicke in kleinere Canyons ermöglicht, von denen die Ebene hier übersäht ist.
    Wir kaufen eine Kleinigkeit in einem kleineren, etwas teureren Supermarkt ein und werden auch hier häufiger angesprochen. Aufmerksamkeit erwecken wir, als einzige Radfahrer im Winter.
    Wir fahren noch ein Stück und kommen dann an einen ehemaligen Handelsposten, eine Trading Post. Hier steht heute ein Motel, eine Poststelle und ein Souvenirladen mit einigen Souvenirs der Diné, wie Traumfänger, Tongefäße oder Zeichnungen. Auch eine Teppichwebecke gibt es hier. Dort erklärt uns der junge Mann, dass er die Tradition seiner Großmutter aufgegriffen hat, nachdem diese verstorben war. Für die knapp 30 cm hat er bereits 10 Tage daran gearbeitet, wobei er die Muster im Kopf hat. Er erklärt uns weiterhin, dass je nach Region innerhalb des Reservats auch ganz unterschiedliche Teppiche als Wanddeko typisch sind. So hängen dort Teppiche mit roten Hintergründen, manche sind grau und braun gehalten und wieder andere sehr bunt.
    Vor der Trading Post unterhalten wir uns dann noch mit einem Diné, der im Grand Canyon National Park arbeitet. Er erzählt, dass seine Tochter mal mit einem Tobi aus Kaiserslautern zusammen war und er als Vater Tobi ihrem jetzigen Freund vorgezogen hätte. Außerdem erfahren wir von ihm, dass wir auf dem Reservat jede Straße beziehungsweise jeden Feldweg ohne Bedenken hinein fahren und dort unser Zelt aufbauen dürfen, wenn diese nicht ausdrücklich als privat ausgeschildert sind.
    Mit dieser guten Nachricht im Gepäck fahren wir nur noch ein kurzes Stück und folgen dann einem holprigen Weg, der von der Straße wegführt.
    Wir schauen uns nach einem guten Platz zum Zelten um und entdecken ein Auto, das etwas entfernt geparkt hat. Langsam fahren wir dort hin, weil wir die Fahrer nochmal fragen wollen ob es wirklich ok ist hier zu zelten und sehen dabei, dass die beiden drei Hunde dabei haben. Sobald diese uns entdeckt haben, kommen sie auch schon verteidigend auf uns zugerannt. Erst nach dem dritten Ruf hören sie auf den Besitzer. Dieser packt die Hunde nacheinander und bringt sie zum Wagen. Dabei ruft er uns noch die Worte "Don't let them attack you, they'll bite!" zu. 'Das Kennenlernen lassen wir dann mal besser', denken wir und fahren noch ein Stück weiter.
    Wir finden einen Hügel, hinter dem uns keiner von der Straße aus sehen kann und bauen dort im Sand unser Zelt auf.
    Wenn uns die Temperatur nichts anderes sagen würde, könnten wir glatt denken wir seien zurück in Usbekistan. Heute morgen noch im Schnee aufgewacht und jetzt mitten in der Wüste. Schon verrückt!!
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  • Tag 310: Grand Canyon bis Desert View

    13 de janeiro de 2024, Estados Unidos ⋅ ☀️ 7 °C

    Es wird immer wärmer. Jetzt sind es sogar schon einstellige Minusgrade im Zelt als wir aufwachen. Verrückt!
    Wir packen ein und folgen dann dem Desert View Drive, der am Rande des Grand Canyons entlang führt.
    Von diesem haben wir immer wieder herrliche und nochmal ganz andere Blicke auf den Canyon.
    Abends bauen wir dann hinter den Parktoren unser Zelt auf.
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  • Tag 308 & 309: Grand Canyon

    11 de janeiro de 2024, Estados Unidos ⋅ ☀️ -1 °C

    Über Nacht hat es nochmal gut geschneit, worauf wir aber schon vorbereitet waren.
    Bei Eis und Schnee sieht der Grand Canyon nochmal eindrucksvoller aus und liegt auf einer Weise vor uns, wie wir sie von Bildern eher weniger kennen.
    Wir wandern ein Stück des Bright Angel Trails, gehen einen Burger essen um uns bei den -5 °C Tagestemperatur wieder aufzuwärmen und die Schuhe halbwegs trocken zu bekommen und laufen noch den Rim Trail entlang. Dann geht es zurück ins warme Toilettenhäuschen, wo wir wieder zu Abend kochen und am Heißluftfön unsere Füße für die Nacht vorwärmen.
    Mit knapp -18°C ist die Nacht die bisher kälteste. Ein bisschen Bammel hatten wir schon davor. Nicht etwa, dass wir wirklich von Schaden nehmen würden, denn dafür sind wir doch gut vorbereitet und das Toilettenhäuschen könnte zur Not als Zufluchtsort dienen. Nein, es geht eher darum, dass es nicht gerade die gemütlichste Nacht werden könnte.
    Wir tragen 5 Oberteile, 2 Hosen, 2 Paar Socken (mit Fußwärmern) und zwei Schichten am Kopf. Dazu liegen wir im Schlafsack mit Inlet, die Regenjacke liegt über den Füßen, die Fleecedecke (ursprünglich für die Mongolei) liegt über der Körpermitte und oben liegt die alte Rettungsdecke. Ich habe zusätzlich noch den Regenponcho um den Oberkörper gewickelt, weil mein Schlafsack etwas dünner ist als Lukas'.

    Fazit nach etwa einer Stunde:
    Fast schon panisch entledigen wir uns ein bis zwei Schichten, weil es einfach viel zu warm ist. Rückblickend wir das wohl eine der wärmsten Winternächte. Selbst im Motel in Williams war es nachts gefühlt frischer.
    Allerdings ist das schon die zweite Nacht, in der sich das Kondeswasser, das sich normalerweise bei hoher Luftfeuchtigkeit am Innenzelt ansetzt, nun als Schnee niederlässt. Das bedeutet wiederum, dass bei der kleinsten Berührung des Innenzelts mit zum Beispiel dem Schlafsack der Schnee auch auf unsere Gesichter niederrieselt. Ein Traum!
    Zusätzlich gefriert auch das Wasser, das wir mit im Zelt dabei haben teils vollständig in den Flaschen. Morgens muss sich dann erstmal eine noch flüssige Flasche finden, mit der die Haferflocken aufgegossen werden können.

    Gut ausgeschlafen geht es am nächsten Tag bei nun wärmeren Temperaturen (knapp über Null) noch über einen anderen Wanderweg etwas in den Canyon hinein. Etwas erstaunt sind wir über die vielen Wanderer, die uns mit Zelt aus dem Canyon heraus entgegen kommen.
    Die darauffolgende Nacht ist dann mit -11°C schon fast wieder standardmäßig für uns und nach den warmen Erfahrungen aus der letzten Nacht nicht mehr mit einer vorherigen Unruhe verbunden. Auch Schnee setzt sich in dieser Nacht nicht mehr am Innenzelt an.
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  • Tag 307: Borrow Pit bis Grand Canyon

    10 de janeiro de 2024, Estados Unidos ⋅ ☀️ 5 °C

    Heute morgen beim Frühstück ist der Hummus gefroren. Ok, dann war es wohl ziemlich kalt!
    Nach kurzer Fahrt kommen wir ans Gate das Nationalparks. Bereit den Eintritt zu bezahlen rollen wir zum Schalter und werden direkt überrascht. Wir dürfen kostenlos in den Park, müssen aber über den zugeschneiten Fahrradweg fahren. Naja, ok, das Geld sparen wir uns. Wir rollern also mit den Rädern zum Weg und müssen erst einmal schieben, weil der Untergrund ein Fahren mit den schwer bepackten Rädern nicht möglich macht. Bald wird der Weg besser und wir fahren durch den teils recht tiefen Schnee. Generell ist es hier sehr idyllisch, aber auch ziemlich anstrengend.
    Deshalb wechseln wir bald wieder auf die Straße, wo es deutlich leichter geht und wo auch niemand mehr danach schaut, ob wir bezahlt haben oder nicht.
    Dann sehen wir das erste Schild, das uns den Weg zum Mather Point, einer der bekanntesten Aussichtspunkte auf den Grand Canyon, weist. Diesem folgen wir bis wir schon den oberen Rand des Canyon sehen können. Dann ist er plötzlich da! Was für ein Anblick! Wir haben zwsr schon viele Bilder vom Canyon gesehen, aber das Original übertrifft nochmal jegliche Erwartungen. Einfach atemberaubend!
    Nachdem wir dann einige Bilder und Videos gemacht haben, suchen wir uns ein schönes Plätzchen am Canyonrand und machen dort Mittagspause. Die Nudeln vom Vorabend sind gefroren und auch der Hummus ist nicht gerade streichzart.
    Nach dem Essen machen wir uns auf Richtung Campingplatz, der nicht weit weg liegt. Weil es doch recht frisch ist und wir uns nicht vorstellen können, dass die Unterkünfte an denen wir vorbei kommen solch horrende Preise haben sollen, fragen wir einfach mal nach. Das günstigste Zimmer der einen Unterkunft kostet 139 $. Ok, dann stimmt es wohl doch mit den Preisen. Da uns das deutlich zu viel ist, fahren wir weiter zum Campingplatz, auf dem wir zusammen 12 $ bezahlen. Duschen gibt es auch, aber die machen um 16 Uhr schon zu. Außerdem liegen sie ziemlich weit weg. Mit den kalten Temperaturen hätten sie dann keinen Wärmeeffekt mehr. Wir bauen schnell das Zelt auf und fahren dann nochmal mit den nun deutlich leichteren Rädern zum Mather Point zurück, um uns dort den Sonnenuntergang über dem Canyon anzuschauen.
    Danach geht es wieder zurück. Weil es immer frischer wird (wie die Nächte zuvor auch) und wir diese Option hier auf dem Platz haben, kochen wir im warmen Toilettenhäuschen.
    Essen tun wir im Zelt, wo es in den Schlafsäcken dann auch gut warm ist.
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  • Tag 306: Williams bis Borrow Pit

    9 de janeiro de 2024, Estados Unidos ⋅ ☀️ 4 °C

    Ein bisschen aufgeregt sind wir heute Morgen. Werden die Straßen frei und befahrbar sein? Und sind wir warm genug angezogen?
    Wir frühstücken noch im Bett und packen dann zusammen. Danach geht es um die richtige Kleidung, um nicht zu wenig, aber auch nicht zu viel an zu haben. Wir entscheiden uns schließlich für lange Unterhosen, darüber normale Hosen, ein T-Shirt, ein Langarmshirt beziehungsweise ein Pulli, ein Fleece, ich noch die Daunenjacke, und wir beide über alles unsere Regenjacken. Ob das reicht oder gar vollkommem übertrieben ist bleibt abzuwarten.
    Draußen scheint die Sonne und der Himmel ist klar. Wir füllen unsere Thermoskannen mit heißem Wasser vom Automaten des Motels, kaufen noch kurz eine Flasche und eine neue Rettungsdecke für unter den Matten ein (die andere löst sich schon immer mehr auf) und fahren dann durch den Ort nach draußen. Tagsüber sollen es um die 2°C werden. Das klingt erstmal ziemlich kalt, aber mit den ganzen Klamotten ist uns warm. Außerdem haben wir noch einige Handwärmer besorgt, die wir uns zur Not an die Füße oder Hände halten können. Damit fühlen wir uns gut gewappnet.
    Im Ort liegt noch einiges an Schnee und Eis auf den Straßen, weshalb wir langsam fahren. Auch der Anfang der Route 64, der wir nun folgen, ist zunächst nur zum Teil geräumt, erst später dann vollständig.
    Am Anfang geht es nur sehr leicht den Berg hoch und ziemlich schnell merken wir, dass wir doch deutlich zu warm angezogen sind. Lieber so als anders herum, denken wir.
    Je weiter der Tag voran schreitet, desto wärmer wird es und desto mehr müssen wir schließlich von unserer morgendlichen Garderobe abweichen.
    Zu beiden Seiten der Straße ist der Wald durchgehend mit Schnee bedeckt und erstaunlich viele Autos überholen uns, teilweise mit recht hoher Geschwindigkeit und ohne unbedingt darauf zu achten, ob wir den aufgewirbelten Schneematsch abbekommen. Zum Glück passiert das nicht allzu oft.
    Auf den mittlerweile freien Straßen kommen wir sehr gut voran, sodass wir gegen halb 4 die Grenzen des Kaibab National Forests erreichen. Hier dürfen wir bedenkenlos Wildzelten und jedem von der Straße abzweigenden Weg in den Wald folgen. Das bedeutet wiederum eine hoffentlich ruhige Nacht.
    Auf der Karte haben wir schon einen Ort im Wald ausgemacht der nicht mehr allzu weit weg ist. Wegen der Kälte wollen wir heute nicht zu spät ins Zelt, damit wir erdt gar nicht herunterkühlen.
    Als wir uns schließlich zu den letzten Kilometern des Tages aufmachen, komme ich in einem Moment ins Straucheln, mein Vorderrad rutscht in den flachen verschneiten Straßengraben und ich lande bäuchlings darüber. Ich kann mich zum Glück mit den Händen abfangen und trage außer ein paar kleinen blauen Flecken und einem etwas empfindlichen Handgelenks nichts weiter davon.
    Wir schieben etwas später in den ausgewählten, mit Tiefschnee bedeckten Waldweg hinein und finden bald ein Plätzchen mit nicht allzu viel Schnee. Dort bauen wir das Zelt auf und sitzen sogar noch vor Sonnenuntergang mit warmem Essen in unseren Schlafsäcken im Zelt.
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  • Tag 304 & 305: Williams (Winterpause)

    7 de janeiro de 2024, Estados Unidos ⋅ ☁️ -4 °C

    Wir machen Winterpause. Gezwungenermaßen, denn draußen schneit und schneit es (um diese Jahreszeit auf 2000 m auch nicht undenkbar) und es scheint kein Ende in Sicht.
    Wir schauen uns den Ort an, der sehr idyllisch aussieht, kaufen mir noch einen Geldbeutel, da meiner schon seit ein paar Monaten den Geist aufgibt und essen ein quasi typisch amerikanisches Mittagessen, Burger mit Pommes, allerdings die vegetarische Variante. Etwas ungewohnt ist die Maccaroni and Cheese Beilage, die man auswählen kann. In Deutschland undenkbar zu Burger noch Käsenudeln dazu zu bestellen.
    Mit der Zeit klart es allerdings immer mehr auf, der Schnee lässt nach und die Hoffnung steigt, dass wir morgen weiter können.
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  • Tag 303: Seligman bis Williams

    6 de janeiro de 2024, Estados Unidos ⋅ ⛅ 3 °C

    Das Thermometer im Zelt zeigt -2°C an. Noch warm eingewickelt frühstücken wir und bauen dann möglichst schnell das Zelt ab. Nachdem wir das Thermometer eine Weile vor dem Zelt platziert haben, zeigt es nur noch -8°C an. Die Zeit zwischen dem Schlafsack bis wir auf dem Fahrrad sitzen ist am unangenehmsten. Danach wird es schon wärmer. Um den kalten Wind abzuhalten ziehen wir unsere Regenhosen über. Das ist schon besser!
    Die Sonne kommt leider nicht hinter den Wolken hervor, aber durch die Bewegung wird es recht angenehm.
    Bald kommen wir nach Seligman, einem weiteren Ort an der Route 66. Während die Straße in dieser Form erst 1926 bis 1985 fertiggestellt wurde, besteht dieser Ort seit 1886 und ist mittlerweile ein beliebter Tourispot. Mit kurzen Geschichten beziehungsweise Überbleibseln informiert der Ort über dessen Geschichte. Bevor wir Seligman Richtung Osten wieder verlassen gönnen wir uns noch eine mächtige heiße Schokolade und erfahren von der Wirtin, dass wir, ganz im Gegensatz zum Sommer, zu dieser Jahreszeit die einzigen Fahrradfahrer auf dieser Strecke sind. Außerdem erzählt sie, dass vor der Pandemie hauptsächlich Deutsche und Japaner zu Gast waren und jetzt eher Franzosen und Italiener.
    Nun bis auf die Knochen aufgewärmt radeon wir weiter und müssen uns direkt ein paar Schichten ausziehen, weil es dann doch zu warm wird.
    Wir kommen vorbei an ein paar Ranches und fahren immer höher und höher hinauf. Seit ein paar Tagen macht mein einer Oberschenkelmuskel immer wieder zu und besonders heute macht er mir sehr zu schaffen.
    Für die nächsten zwei Nächte haben wir nächsten Ort Williams eine Unterkunft, da es morgen den ganzen Tag schneien soll. Je weiter wir kommen, desto mehr Schnee findet sich nun auch am Straßenrand, bis schließlich der gesamte Wald bedeckt ist. Auch hier fällt uns auf, dass überall Zäune sind und ein Camping tief im Wald gar nicht so einfach wäre.
    Wir erleben einen herrlichen Sonnenuntergang und kommen kurz nach Dunkelheit bei unserem Motel an. Hier liegt nun auch ein wenig Schnee und Eis auf der Straße, weshalb wir nicht allzu schnell fahren.
    Wir checken ein, gehen im Supermarkt nebenan noch einkaufen, essen und legen uns dann hin.
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  • Tag 302: Crozier bis Seligman

    5 de janeiro de 2024, Estados Unidos ⋅ ⛅ 6 °C

    Der Wecker klingelt wie gewohnt eine dreiviertel Stunde vor Sonnenaufgang, damit wir den Tag auch gut nutzen können. Statt allerdings aufzustehen bleiben wir eingepackt in unseren Schlafsäcken liegen. Man ist das kalt! So langsam ahne ich, dass wir nicht mehr nur landschaftlich wieder in der Mongolei sind.
    Das Zelt ist gut gefroren, selbst auf dem Innenzelt sind die Kondeströpfchen festgefroren. Ein Blick aus dem Zelt verrät auch, weshalb es nicht wirklich wärmer wird. Der Himmel ist von einer dicken Wolkenschicht bedeckt, die Sonne wird sich also erstmal nicht zeigen.
    Es bleibt uns nichts anderes übrig als irgendwann dann doch mal aufzustehen.
    Bis alles eingepackt ist, sind die Füße und Hände ganz schön kalt. Jetzt gilt es einfach loszuradeln, um alle Gliedmaßen wieder aufzuwärmen.
    Seit Kingman hat sich die Landschaft verändert. Statt Wüste ist um uns herum nun Graslandschaft und teilweise Flächen mit kleineren Bäumen. Immer wieder zeigen wir rechts oder links neben die Straße und sagen so etwas wie: "Hier könnten früher die Indianer herunter geritten sein." Innerhalb dieser kurzen Zeit sind wir quasi im Wilden Westen angelangt.
    So fernab von der Wahrheit ist das auch gar nicht, denn nach etwa 20 km radeln wir in das erste Reservat hinein. Angezeigt wird das nur durch ein schlichtes Straßenschild, aber ab diesem Punkt stehen neben der Straße immer mal wieder Schilder mit beispielsweise Federn oder besonderen Sprüchen (bezüglich der Verbundenheit mit der Natur). Auch erkennen wir in den Autos nun vorwiegend indianische Gesichtszüge. Es hat mich sehr erstaunt, dass wir bis zu dissem Zeitpunkt nicht eine Person gesehen haben, die wir von der Abstammung her den Ureinwohnern zugeordnet hätten.
    Auch wenn sich seit dem Schild nichts vollkommen verändert hat, für mich ist es ein ganz besonderes Gefühl hier in einem Reservat zu sein. Von Kindeszeiten an war das Thema Indianer für mich besonders wichtig. Ob eher die fiktiveren Karl May Filme und Bücher und Lederstrumpf oder wahrheitsgetreuere Filme wie "General Custers letzte Schlacht", sie alle haben mich immer sehr beschäftigt und nun hier durch diese Gebiete zu radeln, die Schauplatz der ganzen Geschichten waren, ist ein ganz neues Gefühl.
    Das Reservat der Hualapais, deren Name soviel bedeutet wie "Menschen der hohen Kiefern", besteht seit 1883 und wird von knapp 1350 Stammesmitgliedern bewohnt. Der Stamm selbst umfasst knapp 2300 Mitglieder. Zusätzlich leben knapp 300 nicht indianisch stämmige Personen auf dem Reservat, das etwa doppel so groß wie das Saarland ist. Der Großteil der Bewohner lebt in Peach Springs, einem Ort, der nach den ehemals in der Nähe wachsenden Pfirsichen benannt wurde. Dort füllen wir unsere Flaschen auf und fahren dann weiter.
    Immer wieder sehen wir das Stammessiegel im Reservat. Die Frau und der Mann stehen hierauf für die Gleichberechtigung der Geschlechter und die Abhängigkeit beider Seiten voneinander. Der Hintergrund steht für die Canyons und das Land, das die Menschen erschaffen hat, ihnen heilig ist und demnach für ihre Nachfahren geschützt werden muss; und die Sonne ohne die kein Leben möglich wäre. Die Zeichen in der Mitte stehen für die Coyoten und weiteren Tiere, die schon vor dem Stamm hier gelebt haben und die Bäume symbolisieren Kiefern, die gleichzeitig für die Stammesmitglieder selbst stehen.
    Kurz nach dem Ort machen wir Mittagspause und endlich klart der Himmel fast vollständig auf und es wird fast schon zu warm in den ganzen Klamotten.
    Die Landschaft ist echt gigantisch und während wir von einer Kuppe wieder herunter rollen müssen wir beide vor Erstaunen den Kopf schütteln.
    Wir verlassen wieder das Reservat und werden direkt wieder einmal davor gewarnt, dass Schnee und Eis auf der Straße liegen könnten. Quatsch, davon sind wir dann doch noch weit entfernt, denke ich.
    Leider sind auch hier überall Zäune nahe der Straße. Sehr schade eigentlich. Hier ist so viel Platz, von dem jeder profitieren könnte, wenn alle respektvoll damit umgehen. Stattdessen zäunt sich jeder ein. In der Mongolei hätten sie hierüber nur den Kopf geschüttelt.
    Kurz vor dem Örtchen Seligman bauen wir links der Straße zwischen Bäumen das Zelt auf. Leider ist es wegen den vorbeifahrenden Autos und besonders den Zügen nicht wirklich leise, aber weiter weg können wir nicht da uns ein Stacheldrahtzaun davon abhält.
    Durch den Wind, der seit kurzem wieder weht, ist es ziemlich kalt. Wir bauen also schnell das Zelt auf und essen, eingewickelt in unseren Schlafsäcken. Als wir auf das Thermometer schauen sind es knapp 3 Grad. So tief wie wir in die Schlafsäcke eintauchen wird es uns schnell ziemlich warm, sodass wir sogar wieder etwas aufmachen müssen, um nicht darin zu schwitzen.
    Draußen legt sich der Wind so langsam und wir hören noch etwas an, bevor wir dann einschlafen.
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  • Tag 301: Kingman bis Crozier

    4 de janeiro de 2024, Estados Unidos ⋅ ⛅ 6 °C

    Checkout-Zeit ist erst um 11 Uhr und das nutzen wir vollständig aus. Zwar stehen wir um 7 Uhr auf, also eine dreiviertel Stunde vor Sonnenaufgang, doch lassen wir es gemütlich angehen und erledigen noch ein paar Dinge, die über die Zeit angefallen sind.
    Tatsächlich haben wir schon festgestellt, dass eine Nacht in einer Unterkunft stressiger ist als eine im Zelt. Bei einer Zeltnacht bauen wir nur das Zelt auf, kochen, essen und sind dann eigentlich schon schlafbereit, weil wir Internet und Akku sparen müssen und vor allem die Dunkelheit um uns herum ganz von selbst dafür sorgt, dass wir müde werden.
    In einer Unterkunft läuft das etwas anders ab. Zuerst einmal checken wir ein, gehen noch einkaufen (weil wir ja dann wieder in einem Ort sind), duschen (was wir dann meistens nötig haben), essen, waschen Wäsche (meistens auch überfällig) und googlen dann mal noch Dinge für die weiteren Tage, telefonieren, flicken Reifen, laden neue Hörbücher herunter, schreiben Hosts auf WarmShowers an, suchen den Wetterbericht heraus oder schauen uns auch einfach mal nur noch einen Film an. Bis das Wichtigste gemacht ist, wird es dann meistens schon recht spät.
    Deshalb haben wir beschlossen einen ruhigeren Start an den Tag zu legen und noch ein paar Dinge zu klären und sie nicht weiter aufzuschieben.
    Als wir dann ausgecheckt haben, fahren wir zum Supermarkt, kaufen noch Proviant für die nächsten Tage und dann geht es aus der Stadt.
    Heute ist es knackig kalt, zumindest da wir uns an den warmen Temperaturen vor unserem Zimmer orientiert haben, wo die Sonne schien und kein Wind geweht hat.
    Mit Fahrt-, Gegenwind und teils Wolken ist es dann doch frischer, zumal es auch ein wenige bergab geht.
    Das hat allerdings bald ein Ende, die Steigung nimmt wieder zu und so wird uns auch recht schnell warm. Wir essen neben der Straße ein paar gekochte Eier (aus der Mikrowelle, eine für uns ganz neue Erfahrung), Brot und Erdnussbutter. Dann geht es weiter bergauf, während wir noch gut gegen den Wind anzukämpfen haben.
    Immer mal wieder werden wir mit Schildern gewarnt, dass wir auf Schnee oder Eis treffen könnten. Zwar hat es gestern auf den höchsten Bergen um uns sehr leicht geschneit, doch ist alles schon wieder weg und von Schnee und Eis auf unserer Höhe sind die Temperaturen noch weit entfernt.
    Schwierig ist es heute mit der Zeltplatzsuche, da auf der rechten Seite der Zug fährt und links durchgehend ein Zaun verläuft.
    Letztendlich finden wir einen Platz zwischen Bäumen, an dem der Zaun etwas weiter von der Straße entfernt verläuft und der Zug glücklicherweise ein Seitental hinaufsteigt.
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  • Tag 300: Boundary Cone bis Kingman

    3 de janeiro de 2024, Estados Unidos ⋅ ☁️ 5 °C

    Die Nacht war deutlich ruhiger als die letzte. Als wir aus dem Zelt kommen ist der Himmel dicht bewölkt, regnen tut es zum Glück nicht.
    Auf unserem Weg nach oben fahren wir entlang mehrerer mit Weihnachtsdeko geschmückter Büsche und werden immer wieder vor möglichen Überschwemmungen gewarnt, die es hier vermutlich im Frühjahr häufig gibt. Kaum zu glauben eigentlich, dass in so einer trockenen Gegend so viel Wasser herunter kommen kann.
    Ein Auto hält gegenüber. Der Fahrer ruft uns etwas entgegen, wir bleiben stehen. Vor ein paar Jahren hat er mal drei Frauen in den Bergen gerettet, die mit ihren Rädern unterwegs waren. Sie sind in einen Sturm geraten und er hat sie mit dem Auto da raus geholt. Außerdem warnt er uns noch vor den engen Kurven, die noch vor uns liegen, den Eseln, die einem sogar das Essen aus der Hand fressen und erzählt uns von einer Inszenierung eines Banküberfalls, die in einem Ort etwas weiter aufgeführt wird. Dann wünscht er uns noch eine sichere Fahrt und eine gute Reise.
    Generell haben wir hier in den USA schon sehr viele getroffen, die sehr besorgt um uns waren oder uns einfach nur mit Bewunderung begrüßt haben.
    Wir fahren also weiter nach oben und kommen tatsächlich bald in einen kleinen Ort, der wie eine Filmkulisse eines Westernfilms aussieht. Der ehemalige Goldrausch-Ort Oatman, benannt nach einem Mädchen, das einst von dem Yavapai Stamm versklavt wurde und anschließend ein paar Jahre im Einklang mit dem Mohave Stamm lebte, zieht in den Sommermonaten vermutlich zahlreiche Touristen an. Jetzt sind die meisten Attraktionen (Axtwerfen, Saloons, eine Musikbühne und noch vieles mehr) fast wie leergefegt. Nur wenige schlendern durch die Straße.
    In dem kleinen Ort sieht man noch die Überreste einer Mine und eines Gefängnisses und bekommt dadurch einen ganz guten Eindruck, wie das Leben hier früher aussah.
    In der Hauptsaison finden hier auch täglich kleine Theaterstücke eines Bankraubs statt, wie diese in der damaligen Zeit vermutlich das ein oder andere Mal abgelaufen sind.
    Als wir gerade wieder den Ort verlassen, kommen wir noch mit einem Paar ins Gespräch, das mit einem Jeep und Kajak unterwegs ist. Sie sind von Washington (dem Staat) aus hier im Urlaub und erzählen uns unter Gelächter, dass sie sich im Ausland meist als Kanadier ausgeben, weil sie nicht so wirklich die Ansichten der USA teilen.
    Die weitere Fahrt ist anstrengend aber sehr schön. Die Route 66 schlängelt sich durch die Berge und immer wieder wird der Blick auf kleine Höhlen frei, die vermutlich damals auf Gold hin untersucht wurden. Die wenigen Autofahrer, die zu dieser Jahreszeit hier unterwegs sind, grüßen freundlich oder zeigen uns einen Daumen nach oben. Teilweise überrascht mich das, da die meisten in ihren großen Pick-Ups unterwegs sind und ich gar nicht gedacht hätte, dass sie sich für uns interessieren.
    Je weiter wir nach oben kommen, desto grauer werden auch die Wolken hinter uns. Als wir gerade den Gipfel erreichen beginnt es zu regnen.
    Erst noch wenig, weshalb wir es zunächst rollen lassen, dann immer mehr. Wir ziehen also unsere ganzen Regensachen an und fahren weiter. Zum Glück hat es erst jetzt angefangen, trotzdem ist es ärgerlich, da der Blick auf das vor uns liegende Tal im Regen nur noch halb so genial aussieht und wir eigentlich gerade unsere Mittagspause antreten wollten. Leider gibt es auf dem ganzen Weg keinen Unterstand. Naja, mit dem Fahrrad müssen wir uns halt anpassen.
    Unten im Tal, als der Regen abgeklungen ist, machen wir unsere Pause und werden direkt von einem Autofahrer gefragt, ob bei uns alles ok ist. Sehr nett!
    Während wir da stehen und unser typisch amerikanisches Erdnussbutterbrot essen klart der Himmel ein wenig auf und wir sehen die leicht bepuderten Berge um uns herum. Damit sind dann wohl die sommerlichen Tage vorerst vorbei!
    Ein weiteres Mal geht es bergauf, dann stehen wir in Kingman, ebenfalls geprägt durch die Route 66 mit zahlreichen Motels entlang der Straße.
    Hier checken wir in ein Motel ein, preislich mit 42 Euro für diese Region noch ok. Während Lukas noch einkauft, gehe ich schonmal duschen und bringe dann wiederum unsere Wäsche ins Hotel nebenan, in dem wir für insgesamt 3,25 $ waschen und trocknen können. Perfekt!
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  • Tag 299: Fenner bis Boundary Cone

    2 de janeiro de 2024, Estados Unidos ⋅ ☀️ 16 °C

    Nach sehr unruhiger Nacht durch die vorbeifahrenden Züge machen wir uns erstaunlicherweise doch sehr ausgeschlafen auf den Weg.
    Wir folgen weiter der Route 66, kommen bald am sehr kleinen Örtchen Goffs vorbei, kreuzen die Gleise und lassen es dann erstmal rollen, zumindest soweit es uns der Gegenwind erlaubt.
    Unten im Tal, in der Nähe des Ortes Needles überqueren wir den Colorado River und damit unsere erste Staatengrenze innerhalb der USA. So viel haben wir schon über den Colorado gehört, in zahlreichen Western war er Thema und jetzt sind wir hier, mit dem Fahrrad, einfach so. Es fühlt sich irgendwie surreal an!
    Auf der anderen Seite kaufen wir erstmal ein und suchen uns dann auf unseren ersten Metern in Arizona einen Platz für das Mittagessen.
    Es ist noch ein bisschen verwirrend, denn hier im neuen Bundesstaat ist auch eine neue Zeitzone, weshalb unsere Uhren noch verrückt spielen.
    Nach dem Essen fahren wir weiter und während sich unsere Uhren an die neue Zeit gewöhnen, geht es für uns bergauf Richtung Boundary Cone, einem sehr imposant aus der Bergwand herausragenden Felsmassiv.
    Unweit davon bauen wir bei Sonnenuntergang unser Zelt auf und essen eine große Portion Mac&Cheese. Typisch amerikanisch!
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  • Tag 298: Amboy bis Fenner

    1 de janeiro de 2024, Estados Unidos ⋅ ☀️ 17 °C

    Wir wachen auf im neuen Jahr. Jetzt ist dieser Moment gekommen. Wenn wir von nun an gefragt werden, wann wir wieder nach Hause kommen, können wir guten Gewissens sagen: Noch dieses Jahr!
    Nicht weit von unserem Schlafplatz entfernt ist die Route 66 abgesperrt, aber zum Glück wussten wir das schon. Wir wollen auf ein Auto warten um herauszufinden, ob wir mit den Rädern nicht doch durch die Baustelle fahren können.
    Wir nutzen die Zeit und pumpen meinen vorderen Reifen auf, der etwas mehr Luft vertragen könnte. Als wir da sitzen und derweil auf ein Auto warten, kommt ein Sportwagen angefahren. Wir halten ihn an, um ihn bezüglich der Baustelle zu fragen. Eine wirkliche Antwort bekommen wir nicht, da der Fahrer Italiener ist und deshalb selbst nichts über die Baustelle weiß. Er und sein Sohn sind hier, da der Sohn ein Video vom Auto machen will, wie dieses über die Wüstenstraße heizt. Aus diesem Grund hat der Vater extra die verlassene Sackgasse statt der normalen Straße gewählt.
    Da kein weiteres Auto hält, das uns eine Antwort geben könnte, fahren wir sicherheitshalber über den Freeway-Zubringer auf die schnellere Straße. Dabei kommen wir an vielen kleinen Kreuzen vorbei, die neben der Straße stehen.
    Bevor wir auf den Freeway kommen merke ich, dass jetzt mein hinterer Reifen nicht mehr viel Luft hat. Also pumpen wir diesen auf. Das müssen wir dann auf den nächsten Kilometern leider noch ein paar Mal wiederholen, wodurch ich mir sicher bin, dass ich zumindest ein kleines Loch habe.
    Wir essen neben dem Freeway zu Mittag (unsere letzte Packung Instant-Nudeln aus Japan und Toast mit Schokolade), pumpen nochmal auf und fahren dann weiter.
    Kurz vor der Tankstelle, bei der wir nochmal Wasser und Proviant nachfüllen wollen, ist allerdings eine Spur des Freeways gesperrt, weshalb die Autos gedrängter beieinander fahren. Wir wollen gerade schauen, ob wir mit den Rädern um die Absperrung herum kommen, als ein Auto der Highway Control anhält. Eine Frau steigt aus, wir erklären ihr unser Anliegen und sie bietet an für uns nachzusehen, ob wir den engen Verkehr über die Baustelle umgehen können. Als sie harausgefunden hat, dass dies aufgrund der Zäune nicht möglich ist, geleitet sie uns mit dem Auto sicher durch die enge Spur, sodass sie den restlichen Verkehr von uns fern hält. Sehr freundlich!
    An einem Rastplatz halten wir an und füllen dort an den kostenlosen Trinkwasserbecken unsere Flaschen. Außerdem nutzen wir den Platz und das hier vorhandene Wasser und flicken meinen Schlauch. Dabei erhalten wir von verschiedenen Autofahrern so viel Aufmerksamkeit, dass diese uns unter anderem Obst, Gemüse und Snacks schenken. Echt der Wahnsinn!
    Mit der Zeit im Nacken fahren wir die letzten Kilometer zur Tankstelle, kaufen dort noch Brot ein und suchen uns dann einen Schlafplatz, als es bereits dunkel wird. Leider können wir uns diesen nicht sorgfältig aussuchen und so zelten wir diese Nacht doch sehr nahe an der Zugstrecke. Zu den Güterzügen hierzulande sollte erwähnt werden: Wenn der Zug in ein Gebiet einfährt wird meist mehrfach in einer höllischen Lautstärke gehupt, damit sich auch niemand auf den Gleisen befindet. Leider sind selbst die besten Oropax dagegen machtlos.
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  • Tag 297: Am Krater bis Amboy

    31 de dezembro de 2023, Estados Unidos ⋅ ☁️ 15 °C

    Regnen tut es nicht mehr. Schonmal eine gute Nachricht!
    Wir fahren weiter und trennen uns bald von der Autobahn, da die Route 66 einen Bogen von ihr weg macht.
    Es ist angenehm zu fahren, kaum Autos und dadurch sehr entspannt.
    Um 15 Uhr halten wir an. Es ist genau Mitternacht zu Hause und damit der Start ins neue Jahr. So lange sind wir jetzt also schon gefahren, dass wir das "deutsche Jahr 2023" fast vollständig erradelt haben!
    In Amboy, mittlerweile nur noch eine Tankstelle, wollen wir Wasser auffüllen, damit wir ganz sicher genug dabei haben. Allerdings sagt uns die Dame hinter dem Tresen, dass das Leitungswasser hier nur orange ist. Ein Kunde überhört unser Gespräch und bietet uns direkt Wasser aus seinem Wagen an. Leider sind dessen Vorräte dann allerdings schon aufgebraucht.
    Nicht so schlimm, wir haben ja noch genug übrig. Wir bedanken uns für die Hilfsbereitschaft und machen uns dann auf den Weg zu unserem Zeltplatz.
    Die Silvesternacht verbringen wir unspäktakulär im Zelt und waren an einem Neujahreswechsel vermutlich nie früher schlafen als heute Nacht, nämlich um 19:30 Uhr. Ohne Feuerwerk und mit einigen Kilometern in den Beinen eine Leichtigkeit!
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  • Tag 296: Quadtreff bis Am Krater

    30 de dezembro de 2023, Estados Unidos ⋅ ☁️ 12 °C

    Die Wolkendecke ist dicht heute morgen. Als wir dann alles zusammen gepackt haben geht es weiter auf dem Weg quer durch die Wüste. Camper sehen wir hier nicht mehr.
    Eine Weile geht es relativ flach durch ein langgezogenes Tal, dann kommt der erste Anstieg. Immerhin gibt es eine Fahrspur. Über was man sich doch schon freut, wenn man ganz anderes gewohnt ist!
    Die Fahrspur ist zwar deutlich zu sehen, aber leider gibt diese wenig Aufschluss darüber, wie gut der Weg zu bewältigen ist. Wir müssen die Räder und Taschen zwar nicht einzeln tragen, dafür aber jeweils ein Rad zu zweit hochschieben. Alleine ist das nicht zu bewältigen! Lukas nimmt das Rad jeweils vorne, während ich von hinten schiebe. Es ist echt eine Tortur und das nach dem harten Tag von gestern!
    Nach dem Anstieg geht es auf der anderen Seite runter, die ich allerdings schieben muss, weil meine Bremsen nicht mehr das Gewicht des Rades bei dieser Steigung halten können. Es ist Millimeterarbeit und jeder Schritt muss sorgfältig gesetzt werden.
    Danach geht es eine Weile leicht bergab, aber auch hier ist höchste Konzentration gefragt, um die losen Steine und teils tieferen Sandgruben nicht zu übersehen, die uns teils ganz schön ins Wanken bringen.
    Dann kommt wieder ein Anstieg, nicht so steil wie der letzte, aber mittlerweile sind wir von der Anstrengung doch schon geschwächt.
    Die letzten 13 km bis zur Straße führen dann in einem Flussbett entlang. Dieses umgeht zwar jegliche Steigung, allerdings sind wir mit Sand- und Kiesgruben konfrontiert. Ab einem Punkt habe ich einfach zu viel und schiebe nur noch, bis wir auf etwas festerem Untergrund kommen.
    Meine Nerven liegen plank, also machen wir eine kurze Pause, in der es dann leicht zu regnen beginnt.
    Endlich kommen wir an die asphaltierte Straße und somit an die Route 66 zurück.
    Wir fahren eine Tankstelle an, füllen unsere Flaschen auf, kaufen ein, essen noch ein Eis, dass wir uns gegönnt haben und machen uns dann bereit weiter zu fahren.
    Es hat aufgehört zu regnen. Wir stehen noch neben der Tankstelle und unterhalten uns mit einem Mann, der mit seiner Frau vor Geburt des gemeinsamen Kindes zwei Jahre mit dem Fahrrad in Südamerika unterwegs waren. Sie laden uns ein, wenn wir dann in New Mexico sind, zu ihnen nach Hause zu Besuch zu kommen.
    Die nächsten Kilometer auf der Straße gehen so schnell vorbei, dabei müssen wir kaum eintreten.
    Wir bauen unser Zelt etwas abseits auf, müssen uns allerdings hier wieder an die Lautstärke der Autos gewöhnen, die durch das Zelt schallen. Alles kann man wohl nicht haben.
    Während wir essen regnet es noch ein bisschen auf das Zelt. Dann schlafen wir bald nach einem weiteren sehr anstrengenden Tag ein.
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  • Tag 295: Black Mountain bis Quadtreff

    29 de dezembro de 2023, Estados Unidos ⋅ ☁️ 14 °C

    So wirklich ausgeschlafen sind wir nach unseren 9 Stunden Schlaf immer noch nicht. Trotzdem machen wir uns auf, um die Stunden mit Sonnenlicht gut zu nutzen.
    Wir schieben zurück zum Weg, dem wir durch die Wüste folgen und kommen dabei an einer kleinen Tonne mit Einschusslöchern vorbei. Auch gestern haben wir schon eine Dose mit Schusslöchern gesehen. Große RVs, breite getunte Quads und Waffen - eigentlich überrascht uns das hier in den USA nicht. Das Klischee, das wir bei Susan und Ken in keinster Weise antreffen konnten, trifft hier wohl doch auf einige zu.
    Zurück auf dem Weg geht es stehts geradeaus, nichts was wir nicht schon von vielen Ländern vorher kennen würden. Allerdings ist es deutlich abwechslungsreicher. Die Wüste ist von zahlreichen Büschen und leicht gelblichem Gras bedeckt. Immer wieder entdecken wir zu beiden Seiten RVs, teils alleine und teils im Sinne ihrer Vorfahren, gruppiert in einer Art Wagenburg.
    Die Pipeline Road, der wir folgen, verläuft kerzengerade, was aber auch bedeutet, dass sie nicht vor steilen Anstiegen zurück schreckt. Teilweise müssen wir schieben, weil unsere Reifen keinen Grip mehr haben und einfach durchdrehen.
    Wir genießen die Fahrt durch die einerseits von der Mongolei bekannte und doch mit ihren vielen unterschiedlichen Pflanzen ganz neue Landschaft.
    Kurz vor Mittag kommen wir an einen weiteren Anstieg, der noch deutlich steiler ist als der vorherige. Allerdings ist die Steigung nicht das einzige Problem. Vor uns liegt ein knapp 100 Hm hoher Hang mit teilweise (nach Komoot) bis zu 24% Steigung. Dadurch, dass aber kein Weg ausgetreten ist und große, teils lose Steine den Hang bedecken, ist dieser nicht mit einer ähnlichen Steigung auf einer asphaltierten Straße zu vergleichen.
    Da dieser "Weg" allerdings der einzige direkte Weg (ohne 100 km zusätzlich) ist, entscheiden wir uns für folgenden Plan: Die Fahrräder und Taschen einzeln hochtragen. Eine Runde laufen wir gemeinsam mit den Rucksäcken und ein paar Taschen, dann trägt Lukas die nun leeren Räder und ich die restlichen Taschen. Nur knapp 3 Stunden später haben wir es dann auch schon geschafft und sitzen ziemlich fertig oben auf dem Kamm.
    Dort essen wir erstmal zu Mittag, gratulieren Lukas' Tante zum Geburtstag und genießen die Aussicht auf die weiten Täler.
    Dann geht es an den Abstieg. Weil es dort auch sehr rutschig und steil ist und ich zusätzlich noch einen Platten durch eine Dorne habe, schieben wir auch dort hinunter.
    Unten angekommen flicken wir meinen Reifen, bitten einen Camper (mit riesigem Wohnwagen mit seitlich ausfahrbarem Wohnzimmer) um etwas Wasser und fahren dann weiter.
    Hier fahren wieder mehr Quads an uns vorbei, die die Berge ringsherum als abenteurliche Wege nutzen.
    In einer Ebene bauen wir dann unser Zelt auf und genießen den herrlich farbenfrohen Sonnenuntergang.
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  • Tag 294: Cajon Forest bis Black Mountain

    28 de dezembro de 2023, Estados Unidos ⋅ ☀️ 15 °C

    [Um wieder einigermaßen aktuell zu sein, lade ich zunächst die fertiggestellten Beiträge hoch und hole nach und nach die anderen Beiträge nach.]

    Es ist doch noch recht frisch als wir aufwachen. So wirklich wach werden wir erst nach einer ganzen Weile. Unser Körper hat in der Zeit in Tokio und über Weihnachten wohl in den Ruhemodus geschalten und hat jetzt noch Schwierigkeiten sich wieder umzustellen.
    Wir frühstücken (seit langem haben wir mal wieder Äpfel, da sie hier, im Gegensatz zu Japan, recht preiswert sind) und packen zusammen.
    Dann geht es wieder zurück, über den kleinen Canyon auf dem Weg und auf die Straße, die Route 66. Heute morgen ist dort fast gar nichts los.
    Wir folgen einer Weile den Gleisen bis wir plötzlich vor einem Graben stehen. Hier geht es wohl nicht weiter. Also müssen wir auf den Freeway wechseln, der je 4-5-spurig in eine Richtung verläuft und einen breiten Seitenstreifen hat. Auf dem ist es eigentlich ganz angenehm zu fahren und die Autos bleiben uns fern. Da wir allerdings in Amerika sind, überholen uns einige Autos mit extra getunten Motoren, die doppel so laut sind.
    Erstaunlich ist auch, welche Arten von Autos uns überholen. Nicht nur sind zahlreiche typisch amerikanische Langhauber-LKWs mit doppel so langen Anhängern wie in Deutschland unterwegs, auch ungewöhlich viele RVs und Pickups mit überdimensionalen Wohnwägen fahren vorbei. RVs, so haben uns Ken und Susan erklärt, Recreationel Vehicles, sind ebenfalls überdimensional, teilweise zur Seite hin noch ausfahrbar und bestehen teils aus verschiedenen Zimmern. Manche haben auch eine Garage für Quads oder Boote. Ganz interessant wird es, wenn RVs noch einen großen Wohnwagen oder sogar einen Jeep hinterher ziehen.
    Wir fahren bald wieder aus dem National Forest heraus und kommen in die "High Desert" und damit in ein paar Orte.
    An einer Tankstelle füllen wir unsere Flaschen auf und suchen dann einen Supermarkt. Der "Food 4 Less" stehtit Aldi und Lidl auf einer Liste der wohl günstigsten Supermärkte. Auch hier sammeln sich vermehrt Alkoholisierte und (wie wir vermuten) Drogenabhängige, allerdings in kleiner Zahl.
    Während Lukas einkauft werde ich von einem Paar angesprochen, die interessiert die Fahrräder betrachten. Sie können nicht wirklich glauben, welche Strecke wir schon zurückgelegt haben.
    Beim herausfahren halten wir noch an einer Tankstelle, um dort unsere Flaschen aufzufüllen. Dort werden wir abgelehnt, was allerdings auch verständlich ist, da sich vor dem Gebäude mindestens fünf von Drogen Heimgesuchte und vermutlich Obdachlose aufhalten. Auch in anderen Ländern haben wir in Städten Obdachlose gesehen, unter denen wir uns nicht so unwohl gefühlt haben. Hier liegt es hauptsächlich an dem Drogenkonsum, der uns in solchen Gegenden ein bisschen in Habachtstellung bringen lässt.
    Nach der Stadt fahren wir hinaus in die Mojave Wüste und kehren Route 66 vorerst den Rücken zu. Auf festgefahrenen Wüstenstraßen entfernen wir uns immer weiter von der Zivilisation und kommen an einigen unweit der Straße geparkten RVs vorbei. Neben den meisten stehen Quads und Motorcross-Maschinen, mit denen deren Besitzee durch die Hügel fahren. Immer wieder kommen wir an RVs und Quads vorbei, während wir tiefer in die Wüste hinein fahren.
    Kurz vor Sonnenuntergang bauen wir unser Zelt auf, von wo aus wir noch immer RVs sehen können, allerdings nun in einiger Entfernung. Die Landschaft hier erinnert uns ein wenig an die Mongolei und auch die in dee Wüste verteilten RVs haben eine gewissen Ähnlichkeit mit den Yurten der Mongolen.
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