Argentina
Departamento de Futaleufú

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10 travelers at this place:

  • Day58

    Gravel and Punk

    February 27 in Argentina

    Von El Bolson nach Esquel gibt es eine schöne Variante zur Ruta 40, die mitten durch den Nationalpark Alercen führt. Definition Nationalparks Argentinien: kosten Geld, viel Natur, kaum Besucher, gravel roads. Insgesamt also eine staubige Angelegenheit. Am Parkende findet sich ein (ebenfalls wenig frequentierter) Campingplatz, dessen Restaurant von Antonella aus Buenes Aires betrieben wird. Sie spricht bombig englisch, ist in der Welt herumgekommen, serviert frische Zitronenlimonade und gibt sich über ihr T-Shirt als Musikexpertin zu erkennen. Bislang dachte ich immer, die Sex Pistols hätten den Punk begründet, aber Antonella und Phil sind sich schnell einig, dass die (US-Band) Ramones die ersten wahren Punks waren. Was für herrlich unnütze Dinge man mittags auf argentinischen Campingplätzen lernen kann.Read more

  • Day199

    Esquel, Argentina

    May 4, 2017 in Argentina

    Tea, treats and trees.

    Esquel is one of many stop-offs we'll have on our way north. We didn't intend on being here specifically but we've got a lot of ground to cover so may as well enjoy it (or at least make an effort to disperse the long and boring bus trips as best as possible). It's the advantage we gain from not flying - an opportunity to see the little things.

    Esquel is a small town in Patagonia which exists solely to service the farmers who capitalise on the rich soils of the valley in which it lies. There's a small tourist industry but you wouldn't pick it. Esquel is the largest town within reach of Las Alerces National Park - home of some of the biggest and oldest trees in the world. But, that's the second reason we chose here. The main reason we're here is for tea. Trevelin is a blip on the map, a mere stones throw from Esquel and it's famous for high tea. That's right, we travelled 1200km for tea. Not dinner. The drink.

    Trevelin is tiny, but remarkable for the fact that it's Welsh. The primary language might be spanish if you're speaking to a shop keeper, but the town will have it otherwise; the landmarks are titled in Welsh, as are momuments, museums and street names. The culture is welsh - high tea is at five daily and baking and cooking competitions litter the monthly calendar. Cat dragged my sorry soul to this miniscule town on a very wet afternoon for a brief visit to the museum followed by high tea. The museum was relatively unexciting (as we expected) and the tea was just tea, but the sweet treats - they were worth the trip and some! Cake, custard pie and raspberry slice were the highlights of a table full of delicious afternoon snacks which left both of us feeling slightly ill and heavily flooded with tea - specifically in the bladder. It didn't help that we'd already indulged in sweet treats and tea earlier that morning as well as wine with lunch. Yes, we're getting piggy but food is one of the few delights we can find in the continuous days of buses, rain and exhausting hikes. Don't judge.

    In fact, as if to justify the gluttony, the next day we picked up a rental car and headed out to Las Alerces National Park to burn off the cakes on the trail. It was still raining on and off, and the thought of venturing into the wild was unappealing. However, on our way out there we picked up some younger and more enthusiastic hitchhikers, who boosted our enthusiasm and with with whom we spent the remainder of the day - hiking short trails to lakes and waterfalls and rivers. Although it did rain for most of the day, it was light rain and the hope of sunshine lured us on. Unfortunately, to get to the really old Alerces trees, you need to take a boat ride. Said boat was no longer operating and there was no other way to get to that part of the park - much to our dismay. Of course, they take no shame in advertising a wonder you physically cannot see. The park was beautiful nonetheless and despite the rain we thoroughly enjoyed the day. We did not see the sun but we witnessed plenty of flora including apples (delicious), blackberries (also delicious) and mushrooms (too scared to try). As far as fauna goes - cows and birds were about the only things dumber than us to brave the autumn weather.

    We were also reminded that we're not really travelling on a budget - rental cars, hostels and wine for dinner are a far cry from hitchhiking, tents in the rain and plain couscous on a portable stove. Lucky us! Speaking of luck, our exit plan landed us on the flashest coach I have ever seen. Virtually brand new with all the gadgets including wifi, power outlets, blankets, pillows and a tea/meal service. Not willing to admit we may have bought tickets with the wrong bus company, we sat back and enjoyed the ride through yet more of the endless RN40.

    Don't be fooled by the pictures. They're all taken in the tiny absences of the rain - it really is bad weather!
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  • Day12

    Frühstück im Hostel in Esquel

    December 21, 2017 in Argentina

    Nachdem ich gestern Abend nicht mehr online gehen konnte - mein Handy wollte irgendwie nicht - hat es heute morgen doch noch geklappt.
    Wir sind in einem kleinen gemütlichen Hostel mitten in der Stadt - leider sind es bis zum Busbahnhof fast 2 km...
    Die Weiterreise ist für morgen gebucht - ca. 22 Stunden bis El Chalten. Jetzt können wir in aller Ruhe den Cerro La Cruz erklimmen und uns auf den Ausblick freuen.
    Es hat uns oben fast weggeblasen - selten so einen Sturm auf dem Gipfel erlebt. Aber phantastische Rundsicht...
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  • Day56

    Esquel - ein Traum wird wahr

    January 24, 2017 in Argentina

    Nach 26h Busfahrt im bisher bequemsten Bus, den wir bisher überhaupt hatten, liegen nun hinter uns. Die Liegesitze sind allererste Sahne. Das Unterhaltungsprogramm auf dem TV naja, lässt zu wünschen übrig. Auf der gesamten Fahrt gab es nur Horror- und Sciencefictionfilme zu sehen. Der kleine Junge hinter uns fand die Vorstellung mit den enthauptetetn Bösewichten scheinbar weniger amüsant. Er hat in dem Moment ziemlich verstört geschaut.

    Wir sind die einzigen die hier den Bus verlassen. Der Busbegleiter ist uns auf der langen Fahrt schon zum guten Bekannten geworden und bekommt für sein besonders fürsorgliches und sympathisches Kümmern um die Gäste im Bus noch ein kleines Trinkgeld.

    Es ist schon gegen sechs Uhr abends und wir haben uns schon in unseren super OfflineApps iOverlander und MapsMe schlau gemacht wo unsere nächste Anlaufstelle ist. Der Campingplatz La Colina am Rande der kleinen Stadt wird unser nächstes Domizil und als wir ankommen finden wir noch ein super Plätzchen im hinteren Eck zwischen riesigen alten Bäumen.

    Bei der Sonne die hier scheint ist ein Schattenplatz ein absolutes Muss. Sonst geht man im Zelt absolut ein. Über die Sonne wollen wir garnicht meckern. Wir sind froh, dass jetzt für uns endlich der Sommer eingeläutet wird.
    Die Sonne soll die nächsten Tage scheinen und es sollen tagsüber 34 Grad werden. Nachts ist gerade genau die richtige Temperatur zum schlafen. Hier in Esquel sind wir erst einmal am richtigen Fleck gelandet. Ein grünes Idyll mit viel Sonne und einer leichten Brise die durch die Strassen weht. Der Wind den wir bisher hatten, konnte man eher als Sturm bezeichnen und hat uns mit der Zeit auch so langsam genervt.

    Da wir es nicht mehr schaffen einzukaufen, essen wir heute auch gleich hier auf dem Campingplatz. Es gibt heute ein typisch argentinisches Gericht. Asado Al Horno, also gegrilltes Fleisch mit Kartoffeln und Salat. Wir haben beide Lust auf etwas deftiges und bestellen das Essen auf 22 Uhr, was hier normale Abendessenszeit ist, vor. Was wir serviert bekommen ist ein geschmacklich sehr gut zubereitetes Stück Fleisch, aber eben auch typisch argentinisch fettdurchzogen. Wir sind nun erst einmal geheilt von Fleisch und geniessen die nächste Zeit wieder vegetarische Küche.

    Das Land auf dem wir nun sind ist recht idyllisch angelegt. Wie gesagt zwischen den Bäumen kann man sein Zelt aufschlagen, direkt neben den Zeltplatz ist auch gleich noch ein Tisch mit Bänken und eine kleine Feuerstelle zum Grillen. An dem kleinen Wald grenzt eine riesengrosse Wiese an, auf der ein Pferd durch das lang gewachsene Gras weidet.

    Das Grundstück liegt auf einer kleinen Anhöhe und man hat am Abend einen herrlichen Blick auf die Berge und den Sonnenuntergang. Wir entscheiden noch ein bisschen länger hier zu bleiben.
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  • Day57

    Tagestour durch Esquel

    January 25, 2017 in Argentina

    Nach einem ausgiebigen Frühstück werden wir uns heute einmal die Stadt anschauen und ausserdem wollen wir uns noch ein paar Informationen über den Nationalpark Los Alerces in der Touristeninformation holen. Im Internet bekommt man fast keine Infos, da der Park bisher noch ziemlich unberührt und nicht touristisch erschlossen ist. Es gibt ein paar Campingplätze, aber man kann keine Informationen über Wanderwege im Internet finden.
    Auch die Einheimischen sagen uns, dass es kaum Wege gibt und uns kommt die Idee, die durch den Park führende Strasse mit dem Fahrrad zu fahren. Im Zentrum gibt es einige Bike Rentals, aber leider sind das alles Fahrräder ohne Fahrradtaschen oder Gepäckträger. Mit unseren riesen Rucksäcken, macht eine Radtour so keinen Spass. Nun, also stirbt der Plan vorerst und wir überlegen andere Möglichkeiten.

    Zum kreativeren Gedanken schweifen lassen, holen wir uns erst einmal frisches Obst. Nachdem wir so lange verzichten mussten, ist es eine wahre Freude für uns in der Fruteria, eine grosse Auswahl an frischen Obst und Gemüse zu haben. Als Dessert gönnen wir uns noch ein leckeres Eis. Die Auswahl fällt bei so vielen speziellen Kreationen, wie Dulce de Leche mit Schokolade, ganz vielen Früchtemischungen und einigen Klassikern nicht einfach. Man darf sogar kostenlos einen Löffel einer Sorte probieren.

    Wir überlegen nach der Schlemmerei nun weiter und sind uns einig, dass wir auf jeden Fall erst einmal noch eine Nacht hier verbringen werden. Der nächste Ort Richtung Nationalpark ist Trevelin und genau da schauen wir, ob wir eine Farm oder etwas interessantes finden, wo wir vorübergehend unser Zelt aufschlagen können. Dank Google werden wir fündig und finden eine Permakultur Farm und ausserdem noch ein Pärchen, was einen Schlafplatz bei Couchsurfing anbietet. Wir kontaktieren beide und bekommen auch noch am gleichen Tag eine Antwort, dass es Möglichkeiten gibt, jeweils sind aber ein paar kleine Haken an dem Aufenthalt.

    Bei dem Pärchen bei dem wir Couchsurfen könnten ist das Problem, dass sie etwas außerhalb von Trevelin wohnen und wir da lediglich mit einem der 4 Busse hinfahren können die in dieses kleine Örtchen am Rande des Nationalparks, fahren. Ausserdem hat einer der beiden Geburtstag, wobei wir mit unseren Aufenthalt natürlich nicht stören wollen. Nach ein paar Nachrichten hin und her möchten uns die beiden gern aufnehmen und es scheint auch kein Problem zu sein dass wir da sind, weil sie an dem Geburtstag nicht zu Hause sind. Sie würden sich freuen uns kennenzulernen und haben außerdem noch ein paar Tips für den Nationalpark für uns parat.

    Gleichzeitig bekommen wir auch Antwort von der Permakultur Farm. Sie freuen sich auch sehr über unsere Anfrage und sagen uns im ersten Moment leider ab, da sie eine Projektwoche im Februar veranstalten, bei der einige Kurse und Workshops stattfinden und ausserdem schon einige Volunteers bei sich untergebracht haben. Später melden sich die Farmer doch noch einmal und laden uns zu der Projektwoche ein und würden sich ebenso freuen, wenn wir doch noch kommen. Im erden Moment freuen wir uns über die Angebote und würden nun gern auch an den Workshops zu Meditation, Yoga, Biokonstruktion, Permakultur, gesunde Ernährung, usw. teilnehmen, aber das liegt leider nicht in unserem Budget. Wir bekommen sogar das Angebot für den Preis für die Einwohner teilnehmen zu können, was ca. 290 Euro entspricht. Dafür bekommen wir Unterkunft, Essen und die Kurse. Das ist eigentlich ein super Angebot und dem Flyer und dem Demonstrationsvideo mach zu urteilen ist es wirklich eine ganz besondere Erfahrung die man da macht, aber das passt gerade leider nicht in unsere Planung.
    Erstens vom Geld her und zweitens wollen wir auch weiter Richtung El Bolson und Bariloche, um dann Mitte Februar auf der nächsten Ökofarm zu helfen. Leider wird das alles etwas knapp. Ausserdem ist es auch schade, wenn wir auf Grund der Sprache nicht alles verstehen können und somit dann auch etwas gehandicapt sind.

    Wie es der Zufall so will, kennen sich die Leute von der Farm und vom Couchsurfen. Da wir bei beiden auch über unsere Permakulturerfahrungen gesprochen haben, haben sich die beiden wiederum auch über uns ausgetauscht, ob es irgendwelche Möglichkeiten gibt uns noch mit bei sich einzuquartieren. Mit etwas schlechten Gewissen, sagen wir den Leuten von der Permakulturfarm ab und werden nun in Aldea Escolar couchsurfen.

    Wir werden dann sehen, was die beiden uns noch für Tips für den Nationalpark geben können 😉
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  • Day58

    Laguna la Zeta

    January 26, 2017 in Argentina

    Esquel ist eine richtig gemütliche Stadt, die einen besonderen Charme versprüht. In den Strassen stehen alte riesige Bäume, die in der Hitze als Schattenspender dienen. Auf den Verkehrsinseln stehen Kirschbäume, an denen man sich bedienen kann.
    Die hier umherfahrenden Oldtimer geben einem das Gefühl in einem Museum der Automobilgeschichte unterwegs zu sein. Es gibt alles, aber nichts zu viel.

    Wir haben das Gefühl, dass hier das Maß genau das Richtige ist. Die Stadt ist belebt, aber nicht überfüllt, es gibt Busse, aber nicht alle 2 Minuten, es gibt Supermärkte, aber die kann man auch an einer Hand abzählen. Es fühlt sich entspannt an. Jeder achtet einander und man grüsst sich hier auffällig oft. Man kennt sich eben.
    Wenn wir hier begrüßt werden, hängt man oft noch die Floskel, Amigo hinten an, was so viel heisst wie Freund. Man kann sich hier sehr willkommen und geschätzt fühlen, was ein richtig schönes Gefühl ist.

    Auch die Umgebung hat einiges zu bieten. Wir nehmen uns heute die Lagune la Zeta ins Visier und überlegen eine Art Rundtrip zu machen. Erst zur Lagune und dann noch auf den Berg Cerro la Cruz. Vom Campingplatz aus, geht's ca 45 min bergauf zur Lagune. Man läuft immer die Serpentinen entlang, bis man schließlich auf einen Wanderweg trifft, der durch den Nadelwald führt.

    Am Horizont tauchen dunkle Wolken auf und wir haben schon die Befürchtung nass zu werden, da wir nichts weiter mitgenommen haben, als Essen und Wasser.

    Da wir das Wetter aber auf unserer Seite haben, verziehen sich die Wolken und wir geniessen unseren Mittagssnack mit frischen Brot, Käse und Avocado in dieser idyllischen Landschaft. Die Sonne brennt so stark, dass wir am Liebsten baden würden, aber auch Badesachen haben wir keine dabei und müssen somit den anderen beim Badevergnügen zuschauen.

    Nach der Erholung und unserem Mittagssnack an der Laguna, machen wir uns auf den Rückweg. Es gibt zwar hin und wieder ein paar Symbole, die ab und an einmal auf den Weg hinweisen, aber grundsätzlich ist hier der eigene Orientierungssinn gefragt. Am Weg gibt es immer wieder ein paar Infotafeln auf denen auch etwas zur Entstehung des Nadelwaldes geschrieben steht. Man kann unter anderem Nachlesen, dass dieser Wald in den 60er Jahren aufgeforstet wurde, um die Bodenerosion aufzuhalten. Durch Brände und Rodung der Wälder entstehen grosse Angriffsflächen auf denen Regen und Wind, alles abtragen, was nicht festgehalten wird. Wenn keine Bäume mehr da sind, gibt es eben auch nichts mehr zum festhalten.

    Man kann es dem Wald auch deutlich ansehen, dass hier alles linear gepflanzt wurde und auch immer noch jeder Baum, der hier abbricht oder im Weg steht abgeschnitten wird und vermutlich als Baumaterial oder Brennholz verwendet wird. Somit wird da nie ein natürlicher Kreislauf entstehen, da sich keine Humusschicht, bilden kann. Nun ja und leider wird dieser Wald auch als Müllkippe missbraucht. Binnen einer viertel Stunde ist unser Müllbeutel voll mit Bierdosen und Plastikzeugs. Leider haben wir nur einen dabei und müssen den Rest liegen lassen.

    Der Wanderweg ist eine kleine Gratwanderung. Man läuft grösstenteils an einer Bruchkante entlang und hat die ganze Zeit die Stadt Esquel im Blick. Die Stadt schmiegt sich schön zwischen diese Berglandschaft und wir geniessen unseren Spaziergang im Schatten der Bäume. Wie wir erfahren ist das Wetter gerade so richtig sommerlich. Normalerweise gibt es hier viel Sonne, dazu aber auch viel Wind, welchen wir bisher noch nicht vermissen.
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  • Day58

    Cerro la cruz

    January 26, 2017 in Argentina

    Der Wanderweg zur Lagune und wieder runter war anstrengender als erwartet. Fabi hat sich mit Sandalen ins Abenteuer gestürzt, aber nun leider auch gemerkt, dass dies die falschen Schuhe für den Aufstieg zum Hausberg sind. Die Hitze schlaucht auch ganz schön und Fabi entscheidet sich, zurück in der Stadt, für einen entspannten Nachmittag auf dem Campingplatz. Olli hat noch Bewegungsdrang und nimmt sich der Herausforderung noch an. Wir schlendern gemeinsam zur Zugstation, um uns den Patagonienexpress anzuschauen. Dieser ist von seiner täglichen Ausfahrt aber leider noch nicht zurück und wir können uns lediglich die alten Waggons anschauen.

    Wir verabschieden uns nun erst einmal und ich mach mich alleine auf den Weg zum Gipfel. Je weiter man aus der Stadt raus kommt, desto interessanter wird die Gegend. Die Menschen, die hier im Randgebiet wohnen, leben grösstenteils in selbst zusammen gezimmerten Hütten. Da die Häuser in Hanglage stehen, ist es mit der Abfallentsorgung noch ein größeres Problem. Dieser bleibt in der Regel auf der Strasse liegen. Die kleinen Vorgärten schmücken die kleinen Häuschen und sind richtig saftig-grüne Oasen. Durch den Eigenbau ist jedes Haus sehr individuell und auf seine Art schön anzusehen.

    Gleich nach der Stadtgrenze beginnt dann auch schon der anstrengende Teil. Die Sonne und der Aufstieg sorgen nun auch für regelrechte Schweißausbrüche. Auf mittlerer Höhe kommt man an einem Schriftzug vorbei, der einem hier überall begegnet.

    "No a la Mina!"

    Seit 2003 leisten die Bürger hier offensiven Widerstand gegen die Erschließung einer Mine. Für was sie dienen soll wissen wir nicht genau. Jedenfalls ist dieser Schriftzug an sämtlichen Mauern der Stadt und eben auch auf dem Berg anzutreffen.

    Der Weg geht weiter bergauf und schlängelt sich bis zur Bergspitze durch den Wald. Teilweise kann man hier auch ein paar Sprungschanzen von Downhillfahrern entdecken. Bei der Aussicht macht es sicher Spass sich in die Kurven zu legen.

    Kurz vor dem Gipfel führt der Weg auf der Rückseite des Berges entlang und der Wind weht einem den Duft von verbrannten Holz in die Nase. Hier hat es wohl vor einiger Zeit richtig übel gebrannt. Die komplette Hangseite ist gesäumt von Baumgerippen und schwarzen, verkohlten Büschen. Traurige Realität.

    Oben angekommen kann man auch gegenüber am Hang dicke Rauchschwaden aus dem Wald aufsteigen sehen. Sirenen von Feuerwehr und Polizei sind gut hörbar. Wie es scheint, haben sie es aber binnen einer halben Stunde in den Griff bekommen. Es qualmt nur noch ein bisschen.

    Zu meiner Überraschung steht hier oben eine kleine Hütte, in der 2 junge Männer Mate trinken. Was auch immer die Hütte hier oben macht und was auch immer die Jungs für eine Aufgabe hier haben. Vermutlich ist es eine Notunterkunft bei schlechten Wetter.
    Der Blick von hier oben ist genial. Man kann in alle Richtungen ins Tal schauen und von weitem auch schon den Nationalpark erkennen. Der schweißtreibende Aufstieg hat sich definitiv gelohnt.

    Bergab geht's rasanten Schrittes wieder zurück in die Stadt. Wieder durch ein sehr entspanntes Vorstadtviertel. Dieses entspannte Lebensgefühl steckt einen sofort an. Grossartig!
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  • Day59

    Hitchhike nach Trevelin

    January 27, 2017 in Argentina

    Im Camp La Colina haben wir fleißig Pläne geschmiedet. Wir sind nun drei Tage hier gewesen und es wird Zeit weiter zu ziehen. Wir geniessen unser letztes Frühstücksbuffet mit richtig leckeren Kaffee und quatschen noch mit ein paar Franzosen und Israelis, die wir hier getroffen haben. Das Pärchen aus Frankreich hat sich schon gestern Abend zu uns gesellt und wir sind ziemlich schnell ins Gespräch gekommen. Sie verbringen ihren Urlaub hier und sprechen beide ein gutes Deutsch, Englisch und können auch ebenso Spanisch. Beneidenswert. Sie sind 2 sehr gesellige Menschen und man kann sich sehr entspannt mit den beiden unterhalten. Sie sind beide Tanzlehrer und arbeiten in Marseille. Wenn wir einmal in der Gegend sind, haben wir auch da eine Schlafgelegenheit. Die beiden machen sich auf in Richtung Nationalpark. Wir packen unsere 7 Sachen und laufen ebenso zur Straße, die Richtung Trevelin führt.

    Wir stehen gerade einmal 5 min an der Strasse und schon hält ein Herr mit seinem betagten Ford Pickup neben uns. Er nimmt uns mit nach Trevelin und wir lassen Esquel damit auch endgültig hinter uns.

    Die Fahrt wird ziemlich unterhaltsam und gestaltet sich sehr kurzweilig. Wieder haben wir etwas Geld gespart und werden bis in die Stadt gefahren. Trevelin hat an sich nicht so viel zu bieten.

    Es gibt einen kleinen Park, der sich im Kreisverkehr der Hauptstraßen befindet. In diesem befindet sich gleich die Touristeninfo und von da aus führt die Hauptstraßen durch die gesamte Stadt. Wir lassen uns an einer Tankstelle raus werfen und laufen durch die Stadt, zum Park. Es gibt hier richtig gute Bäckereien, in denen wir uns mit jeder Menge Backwaren eindecken und auch für Davide und Florinda noch ein Willkommensgeschenk mitbringen. Zu den beiden geht es heute zum Couchsurfen. Sie wohnen nochmal 9 km außerhalb von Trevelin und ziemlich am Südeingang des Nationalparks.

    Dieses Wochenende findet hier in der Stadt ein Rodeo- und Cowboyfest statt. Man kann überall Reiter mit ihren Pferden durch die Stadt galoppieren sehen. Für uns ein eher ungewohntes, aber amüsantes Stadtbild.

    Als wir an einer Mauer vorbei kommen, finden wir dieses interessante Bild und die Aussage sehr ansprechend:

    "Auf der Welt gibt es nur eine Rasse...die Menschliche!". Einfach und prägnant auf den Punkt gebracht.

    Im Park angekommen, kochen wir erst einmal Mittagessen und chillen hier ein bisschen in der Sonne. Wir haben genügend Zeit, bis wir uns dann weiter auf den Weg nach Aldea Esolar machen.

    Wir probieren es wieder per Hitchhike, was aber nicht so richtig funktionieren will. Es kommt aber auch bald der Bus, also lassen wir den Versuch und fahren mit dem Bus weiter nach Aldea Escolar.
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  • Day60

    Aldea Escolar - Wohnen auf dem Land

    January 28, 2017 in Argentina

    Wie mit Florinda besprochen fahren wir bis zur Endstation und werden von Florinda in Empfang genommen. Sie begrüßt uns sehr herzlich und drückt uns beide und auch ihre Hündin begrüßt uns mit einem aufgeregten auf- und niederhüpfen. Wir sind angekommen.

    Aldea Escolar ist ein Dorf. Es gibt einen Fußballplatz und eine Schule. Im Dorf verteilen sich hier und da ein paar Kioske und ansonsten gibt es nicht viel mehr. Tiere, Land und vor allem, kein Verkehr. Wir freuen uns über die Ruhe und die entspannte Atmosphäre, die wir hier vorfinden. Am Haus angekommen nehmen uns Davide und die anderen 4-Beiner herzlich in Empfang. Hier leben noch 2 weitere Hunde, drei Katzen und ein paar Hennen, zusammen mit Arnold Schwarzenegger, ihrem Hahn.

    Dieser hat den witzigen Namen bekommen, weil er schon so einige Angriffe der Hunde überstanden hat. Lediglich ein Humpeln ist von den ganzen Attacken noch zu erkennen und Florinda und Davide haben das Gefühl, dass er etwas depressiv geworden ist. Seit der Attacke auf ihn, kräht er nämlich nicht mehr. Irgendwie traurig für den Hahn. Für die Hunde ist es wohl eher ein spielen, was die Hühner nicht ganz so einfach weg stecken. Sie legen aber immerhin fleißig Eier.

    Das Haus in denen die beiden wohnen, ist komplett aus Holz gebaut und entspricht so ziemlich den Vorstellungen, wie wir beide uns in Zukunft vorstellen können, zu wohnen. Die Küche ist offen zum Wohnzimmer. Es gibt ein kleines Bad mit Badewanne und ein Schlafzimmer. Alles ist sehr offen, aber doch abgegrenzt. Die Fenster sind sehr grossflächig und lassen viel Licht ins Haus fallen. Am Abend als wir ankommen, sitzen wir bis zum Sonnenuntergang in der Küche und quatschen über alles mögliche.

    Wir kommen auf die Beweggründe der beiden zu sprechen, warum sie von Italien nach Argentinien ausgewandert sind. Wir reden über unsere Jobs und warum sie auf Reisen waren und warum wir auf Reisen sind. Wir reden über die Eigenheiten unserer und der argentinischen Kulturen. Es ist interessant wie gleich die Ansichten in unseren unterschiedlichen Kulturen sind.

    Wir reden über die Erfahrungen beim Volunteering und übers Bierbrauen. Davide hat begonnen sich mit der Bier- und Likörherstellung zu beschäftigen. Sie haben sich mittlerweile professionelles Equipment gekauft und wir hatten das Glück vom leckeren Bier und vom Likör probieren dürfen. Beides wirklich sehr lecker und vor allem das Bier hat einen sehr frischen Geschmack. Sie verkaufen es mittlerweile in kleineren Mengen an Freunde, die diese exklusiven Getränke sogar vorbestellen, da jeder Kunde nur maximal 2 Getränke bekommen kann. Ziemlich gutes Konzept. Wenn es nicht viel davon gibt, ist die Nachfrage stehts hoch. Man bekommt alles verkauft uns hat einen fixen Gewinn. Vielleicht sollte man die Grundsätze unserer Marktwirtschaft auch noch einmal überdenken.

    Die beiden sind selbst erstaunt zu was sie alles in der Lage sind, sich anzueignen. Sie merken eben auch, seitdem sie hier wohnen, dass sie Zeit für diese Dinge haben. Das ist auch der Hauptgrund, was sie dazu bewogen hat, auszuwandern. Sie wollten nicht mehr länger Zeit damit verbringen, ständig arbeiten zu müssen und dafür aber keine Freizeit mehr zu haben. Nun ja. Genau diesen Weg versuchen auch wir irgendwie zu finden. Das muss auch bei uns möglich sein.

    Wir denken in vielen Dingen sehr gleich. Nach einem gemeinsamen Abendessen ist dann auch bald Zeit ins Bett zu gehen. Die beiden laden uns mit ein zu einer Geburtstagstrekkingtour mit Freunden. Sie wollen einen Berg in der Nähe besteigen und den Wanderweg dorthin markieren. Klingt nach einer super Idee und wir sind glücklich, dass sie uns mitnehmen wollen. Um halb sechs klingelt der Wecker. Also, ab ins Bett.
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  • Day60

    nach der Bergwanderung sind wir platt...

    January 28, 2017 in Argentina

    Zu Hause bei Davide und Florinda angekommen, springen wir erst einmal unter die Dusche, um die dicke Staubschicht abzuwaschen. Wir sind alle fix und fertig und Davide lädt uns anlässlich seines Geburtstages noch zu Empanadas ein. Und na klar, es gibt auch selbst gebrautes vorzügliches Bier.

    Heute reden wir nicht viel, da wir alle auch richtig erschöpft sind. Dafür reden wir aber über ein richtig interessantes Thema. Wir kommen auf unsere Generation zu sprechen. Wir fragen die beiden, wie ihre Eltern mit der Auswanderung so zurecht kommen und was ihre Meinung dazu ist. Sie sagen, dass sie geteilter Meinung sind. Einerseits ist die Meinung, dass man etwas aus seinem Leben machen muß und die andere Seite ist eher unverständlich und meint, dass die beiden ihre Zeit verschwenden. Wir können die Argumentationen der beiden sehr gut nachvollziehen und wir diskutieren darüber warum wir so anders denken als unsere Vorfahren, bzw. die Generationen, die vor uns gelebt haben.

    Davide hat einen sehr interessanten Einwand zu dieser Diskussion und und meint, dass es uns erst möglich geworden ist, durch die Generationen unserer Vorfahren ein solches Leben zu führen, wie wir es führen. Dafür sind wir alle sehr dankbar und einig. Was wir für uns festhalten ist aber auch, dass sich Geschichte bisher immer wiederholt. Es gibt schwere Krisen, danach gibt es einen Aufschwung und goldene Zeiten, danach kommt wieder ein Niedergang. Es ist wie eine natürliche Wellenbewegung, die unaufhaltsam vor sich hinrollt. Dies ist, eben genau das, was wir nicht mehr wollen. Dass sich die Menschheit immer wieder in Krisen manövriert die einfach nicht sein müssen. Wir wollen ein konstantes, entspanntes, glückliches Leben. Dafür braucht es unserer Meinung nach nicht viel.

    Es war eine andere Zeit und es waren andere Umstände, die das Leben unserer Grosseltern und Eltern geprägt haben. Die Aufgaben zu diesen Zeiten waren auch andere und damit hat man einen Fokus auf die wichtigen Dinge im Leben gehabt. In den Generationen vor unserer Zeit lag der Fokus darauf, zerstörte Städte wieder bewohnbar zu machen, Land zu bewirtschaften, um sich ernähren zu können, Wirtschaft zu stärken, um ein Gesundheits-, Versicherung-, Renten- und Finanzsystem aufzubauen. Ein riesiger Bildungsapparat wurde geschaffen und ein jeder kann in Deutschland unbesorgt aufwachsen.

    Unsere Generation geniesst eine Bandbreite an Auswahl. Wir sind hoch entwickelt und können uns in alle möglichen Richtungen weiterbilden. Die Auswahl ist riesig. Wir sind damit so überfordert, dass wir uns dafür entscheiden, sich zu dem zu entwickeln, was wir für wichtig empfinden.

    Was wir wollen ist mehr Zeit für Familie und für eigene private Ziele. Diese sind verknüpft mit mehr Selbstverwirklichung und Eigenständigkeit innerhalb eines dementsprechend passendes Umfeldes, in dem man wiederum ein Teil einer Gemeinschaft sein kann, in der ein jeder seinen Platz hat und gewertschätzt wird, unabhängig von seiner Arbeit, seines Alters und seiner Herkunft.

    Wir reden ausserdem über Patriotismus, den es scheinbar auch auf der ganzen Welt gibt. Vor allem dieser Lokalpatriotismus ist in Italien genau so vertreten wie in Deutschland zwischen den Schwaben und den Badenern, den Ober- und den Niederbayern, den Deutschen und den Schweizern usw. Da stellen wir also auch immer wieder Parallelen auf der ganzen Welt fest. Auch hier in Südamerika gibt es diesen Lokalpatriotismus, nützen tut er keinem etwas, ausser dass er Neid und Missgunst verursacht.

    Zuletzt fragt uns Davide wie wir über den Terrorismus in Europa denken. Wir haben dazu garkeine richtige Meinung, da wir keinen Fernseher haben bekommen wir von den meisten Nachrichten garnichts mit und haben dementsprechend auch keine Angst davor. Davide erzählt uns dass seine Eltern extrem eingeschüchtert sind seitdem sie immer wieder davon hören. Unser Fazit dazu ist, dass einen die Massenmedien nur in Angst und Schrecken versetzen. Sie bekommen ihre Informationen aus Zeitungen und Nachrichten im Fernsehen. Das ist wohl der Grund warum wir alle nicht solche Befürchtungen haben, da wir uns mit diesen Nachrichten nicht beschäftigen.
    Auch die beiden haben keinen TV und lesen keine Klatsch- und Tratschnachrichten.

    Wir freuen uns immer mehr darüber, Gleichgesinnte in der Welt anzutreffen. Immer wenn man so über die Lebenseinstellung und Visionen redet, kommt man an ähnliche Punkte und dann hört man den Satz: "Irgendwie ist es schön, Menschen zu treffen, die genau so denken. Dann fühlt man sich nicht so alleine."
    Wenn aber doch viele so denken, dann kann man doch auch etwas bewegen. Wir freuen uns schon sehr, auf das was uns noch so erwartet und was wir noch so erleben.

    Es ist Zeit ins Bett zu gehen. Gute Nacht.
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You might also know this place by the following names:

Departamento de Futaleufú, Departamento de Futaleufu

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