Tag 4 Die Überfahrt mit der Fähre
28. juni 2024, Tyskland ⋅ ⛅ 20 °C
Heute bin ich erst um 7:00 aufgestanden, naja bin ja erst um halb zwei ins Bett gekommen nach der Aktion mit der Kieler Woche. Frühstück noch kleines Ratscherl mit Knut und später mit Norma gemacht. Abflug 🛫 Richtung Laboe zu meiner Mainzer Ex Kollegin Regina. Sie ist letztes Jahr umgezogen von Mainz an die Ostsee.
Es hat Spagetti carbonara gegeben, mei waren die lecka. Ich habe es dann nicht mehr erwarten können und bin nach Kiel zum Anleger. Elise zeigte mir im Stau stehend, 32,5 Grad. Ich zerfließe in meinem Motorradkombi.
Am Schweden Kai angekommen, sehe ich dass schon ganz viele gute Deutsche warten. Einlass in den Abfertigungsparkplatz ist 15:00 Uhr. Es ist 15:15 Uhr und das Schiff legt um 18:45 ab. Eigentlich Zeit noch irgendwo im Schatten zu warten, denn die Warteschlange steht in der prallen Sonne. Ich will umdrehen, winkt mir doch so ein wichtiges Glühwürmchen von Stena Line … ich soll ganz vor fahren, die paar Motorräder werden jetzt schon aufs Schiff gelassen wegen der Hitze. Es ist 15:16 Uhr. Apropos Glühwürmchen, ich bin vorgestern von Sanne wegen meiner Warnweste als Glühwürmchen bezeichnet worden.
Motorrad festgezurrt und Foto vom Deck gemacht „5Green“ muss man sich merken. Sonst sucht man, wenn es am nächsten Tag wieder los geht.
Auf zur Kabine, Innenkabine mit einem Pullmannbett. Mir langt aber das untere Bett. Kurz duschen, habe mir sagen lassen dass das warme Wasser irgendwann weg ist. Erster ! Dann das Schiff erkundigt, am Oberdeck war es unerträglich. Gleich mal gucken, wo das Hundeklo ist. Bella, mein Nachbarhund hat mir den Auftrag gegeben, dies mal zu checken. Das ist ein bisschen Plastikkunstrasen. Im Shop haben die Schweden Bier, Wein und Schnaps gekauft als ob es kein Morgen mehr gibt. Ich glaub die haben bei der Überfahrt schon Komasaufen gemacht.
Endlich ist es draußen kühler, ein Gewitter ist jetzt um 18:00 Uhr im Anzug. Ich gönne mir ein Bier und eine Bratwurst. Netterweise ist die Halbe 🍺 0,568 und bis obenhin eingeschränkt, von der Menge also eine schlecht eingeschränkte Wiesenmass.
Die Schweden sind ein geselliges Volk. Mir ist aufgefallen, dass sie sehr gerne Karten spielen. Das Unterhaltungsprogramm am Bord lief auf schwedisch und englisch. Nix Deutz. Es gab Kinderdisco, Bingo, Quiz und später Mumienschieben, wobei ich mit meinen Badeschlappen nicht mitmachen durfte.
Nachdem beim check in alles so Ratzfatz ging, habe ich ja nur meine Badehose und Duschschlappen mitgenommen. Eigentlich wollte ich beim warten in der Schlange meinen Rucksack packen. Sodas ich an Bord nun die Wahl hatte zwischen Motorradkombi oder sehr lässig. Bin immer mit dem Handtuch über der Schulter rumgelaufen, dann ist die Badehose nicht so aufgefallen.
Die Nacht war Supa , leichtes gegrummel vom Motor, kein Wellengang. Aber wegen der schmalen Koje wäre ich fast zwei mal rausgefallen.
Ab 6:00 Uhr war ich am Aussichtsdeck und habe alles kontrolliert. Dabei ist mir aufgefallen, dass es Kabinen am Aussichtsdeck gibt mit Balkon … aufs Aussichtsdeck. Supa da sind die Passagiere die extra einen Balkon gebucht haben gesessen wie die Tiere im Zoo.
Irgendwann, so um 9:30 Uhr konnten wir dann von Bord fahren. Alles in allem ein Supa Erlebnis. Ja ich weiß, das ist keine Aida gewesen, so wie ihr Kreuzfahrtschiffspezialisten immer unterwegs seit. Aber für mich war sehr es aufregend.Læs mere
Tag 5 Göteborg nach Mora
28. juni 2024, Sverige ⋅ ☁️ 22 °C
Die alten Cowboys satteln ihr Pferde und warten, dass sie rausgelassen werden. Es waren dann doch nur 12 Motorräder bei der Überfahrt. Einreise verlief problemlos, obwohl ich keinen Reisepass für den Stofftiger habe.
Hat sich ein bisschen gezogen durch die Stadt, danach lief es auf der Autobahn und dann sowas ähnliches wie eine Bundesstraße.
Pause gemacht und meinen ersten grünen Elch gesehen. Naja war halt Gemälde . Rastplatz für Kampfjets und mich 🤣.
Die Straßen sind noch nicht so prickelnd … eher immer gerade aus …. Und dann ups … auf einmal ein Kreisverkehr.
Mittagspause habe ich mir eine Kleinigkeit im Supermarkt gegönnt und den Regenschauer abgewartet. Im Vergleich was noch kommen sollte war der Schauer ja gar nichts. Grad mal Pillepalle.
Es gab feinen Salat mit kleinen Shrimps und Salami Chips. Coole Kombi. Ja genau, den Regenkombi angezogen schon mal zur Vorsorge. Die Handschuhe und Überschuhe habe ich noch nicht angezogen. Unbeirrt auf die Autobahn, ja hat dass das regnen anfangen, bis ich die nächste Ausfahrt raus bin, waren die Handschuhe schon durch nass. Die Stiefel halten ja ein bisschen was aus. Trotzdem habe ich dann die Überzieher für die Schuhe angezogen. Immer wenn ein LKW entgegen gekommen ist, habe ich mich hinter der Windschutzscheibe verkrochen, weil die Fontäne war so wie ein C-Rohr der Freiwilligen Feuerwehr Haimhausen. Das ging so ungefähr 6 Stunden bis kurz vor Mora. Beim ersten Campingplatz fragte ich dann nach, ob sie eine Hütte frei haben. Der Besitzer hat mich aber nicht verstanden und deutete in Richtung Ort und sagte Camping.
Okay ich kann jetzt fließend schwedisch : Camping. Ich irrte noch ein bisschen in Mora rum, bis ich dann den Eingang in das Camping Ressort gefunden habe. Stolze 350 Kronen für ein Einmannzelt , Motorrad und einen alten Mann (ca. 31€ ) auf der lauten Zeltwiese ohne Strom. Ich habe mich dann einfach auf einen schönen Stellplatz mit Strom gestellt , sollen sie mich doch umziehen, wenn es ihnen nicht passt. Ich dachte der Stellplatz ist angemessener für den Preis und nicht die Zeltwiese.
Es war duschen angesagt und Abendessen. Es gab nur eine Reispfanne ohne Fleisch, Einkaufen habe ich mir gespart. Zeltaufbau war ratzfatz., bin ja geübt. Ab auf die Luma und einen auf Fiftiy Shades of Grey gemacht und die Augenklappe gegen die Helligkeit aufgesetzt. Ich glaub das waren heute 500 paarzerquetsche Kilometer. Bis zum Nordkap sind es aber noch einige.Læs mere
Tag 6 Mora nach Strömsund
30. juni 2024, Sverige ⋅ ☁️ 10 °C
In Mora das Zelt abgebaut, ich war gespannt, ob ich alles wieder in die Koffer und den Packsack rein bekomme. Es hat alles geklappt, nochmal Zähneputzen und meine Brille suchen, dann Abflug von diesen Schickimicki Campingplatz für 350 Schwedische Kronen.
Ab zur Tanke, die stehen hier einfach nur so rum. Ohne Häuschen, ohne Shop, ohne irgendwas. Ich habe nur einen Kaffee getrunken und wollte noch was zum beißen haben, aber so früh war noch nichts offen. Es ist 8:00 und ich komme auf die erste off-road Strecke. Gott sei Dank nicht lange, man kommt da einfach nicht vorwärts. Aber die Aussicht war grandios. Ich bin kleine Straßen gefahren, Brücken konnten nur einspurig gefahren werden manchmal Ampelanlage und zwischendurch mal sowas ähnliches wie eine gut ausgebaute Bundesstraße. Mal 50, mal 70, mal 80 und viel 90 Km/h. Die Schweden fahren sehr vorsichtig, also die einen … die anderen halten sich für Rallyfahrer. Mittag gab es einen Salat und eine Banane, das Entrecote war für das Abendessen. Irgendwann nach einer herrlichen Fahrt, es waren sogar ein paar Kurven dabei, bin ich im Strömsund angekommen. Campingplatz gesucht, gefunden, 210 Schwedische Kronen bezahlt und aufgebaut. Beim einchecken muss man immer seine Handynummer abgeben. Gestern und heute habe ich jedesmal eine sms danach bekommen. Bier und einen großen Caesar Salad holen gefahren. Ich hatte mir gleich einen Zeltplatz neben der Bank und Tisch ergattert. Lässt sich einfacher Essen zubereiten. Obwohl der Campingplatz eine vollausgestattete Küche hatte, habe ich meinen Gaskocher ausgepackt und gebrutzelt. Noch ein kleines Schwätzchen mit dem Zeltnachbarn, waren Norweger. Dann war duschen und Stromklauen angesagt. Nach 522 Km falle ich in die Luftmatratze. Irgendwie wache ich um 3 Uhr auf, ein Höllenlärm irgend eine Party lief letztendlich bis 4:30 Uhr. Laut Rave Musik lässt mich nicht schlafen, ich war ein bisschen genervt.Læs mere
Tag 7 Strömsund nach Arvidsjaur
30. juni 2024, Sverige ⋅ ☁️ 16 °C
Für heute habe ich mir die Wildnissstrasse vorgenommen, hier eine sehr schöne Beschreibung https://wildnis-wandern.de/vildmarksvaegen-wild…
Ich bin um 5:30 von der Luftmatratze gefallen. Schlafen war ab 3 wegen der lauten Musik eh nicht richtig möglich. Bin in die Gemeinschaftsküche und habe gefrühstückt, Müsli mit Hafermilch. Die braucht man wenigstens nicht kühlen. Packen und Abflug. Es war schon zapfig wie ich auf die Straße 342 abgebogen bin. Etwas 130 Kilometer geht die Straße erstmal Richtung Berge. Eigentlich ist es ein Rundweg von 500 km und im Winter gesperrt. Ich fahr ungefähr Dreiviertel also 370 km bis Vilhelmina und dann weiter nach Norden. Auf jeden Fall ist es sehr kalt und nass, ich tanke und wärme mich im Supermarkt auf. Danach zieh ich doch noch ein paar Sachen extra an, denn Glühwürmchen Strampelanzug hatte ich eh schon an. Es geht eine wunderschöne Straße entlang, immer wieder bin ich begeistert von den wilden Lupinien. Links ein See rechts eine Wildblumenwiese . Nächste Kurve und dann ist es andersrum. Einst war hier Wildniss, aber jetzt fahren viele Wohnies hier rum und ein blaues Motorrad. Höhepunkt ist dann die Passstraße auf einen Plateau. Es liegt noch ein bissi Schnee, gut dass meine Reifen eine M+S Kennung haben. Auf den Passhöhe ist eine Betonröhre mit Roten Kreuz. Neugierig wie ich nun mal bin schau ich rein. Es ist eine Notunterkunft mit Decken, Regenbekleidung, Medikamente, Betten und etwas zum Essen in Dosen. Okay, ich denke mir Wildniss. Am Treppenstufenwasserfall vorbei wird es auch wieder sonnig. Früh Regen und kalt, Vormittag bewölkt und Nachmittag Sonne ja fast schon heiß. Am See stehen zwei verliebte Volvos und schauen aufs Wasser .. voll der Kitsch.
Ich entscheide mich, dann doch noch weiter zu fahren und bleibe nicht in Vilhelmina. Einmal das Internet nach Campingplätze am Weg abgesucht und dann gestartet. Gut dass ich nach einer Stunde Fahrt eine Pause zum einkaufen ( Fransen Rindfleisch ) und Biselstop genutzt habe, weil auf einmal eine Baustelle das Weiterkommen verzögerte. 12 Kilometer Schotterstraße, es wird gerade neu geteert. Ganz vorne ein Wohnwagen der mit maximal 20km/h gefahren ist. Ja, okay … Schotter … nicht jeder hat sich extra vor Urlaub einen neuen Reifen aufziehen lassen Continental TKC 70 , leichte Stollen, Mittelsteg hinten und M+S Kennung.
Also die 12 Kilometer war über eine halbe Stunde aufmerksames Fahren gefragt.
Campingplatz gefunden und nach einer Hütte gefragt, es war aber nur die Suite Hütten für 6 Personen frei. Ca 150€
Ich habe dann den Zeltplatz genommen für 260 Schwedische Kronen. Das sind 23€.
Platz mit Bank und Tisch organisiert und Essen gemacht. Es gab Reispfanne mit Rindfleisch, grad das ich es gepackt habe so viel was es. Ich freue mich, dass ich doch noch den Gardinenhut für 7€ bei EBay gekauft habe, der ist hier bei den 3,5 Millionen Mücken richtig nötig. Ich habe zwei Zeltnachbarn bekommen eine Norwegerin und eine Schweizerin mit Fahrrad. Smslltslk ind dann falle ich todmüde nach 586 km in die Luma.Læs mere
Tag 8 Finnland
1. juli 2024, Finland ⋅ ⛅ 17 °C
Ach, was soll ich zu Finnland sagen? Ich bin so ungefähr 60 km durch Finnland gefahren und es sieht eigentlich genauso aus wie in Schweden. Also aus Schweden raus durch Finnland durch und dann nach Norwegen rein. Ich war in Finnland auch tanken. Ich wollt schon fast sagen, da gibt es noch die D-Mark … nein ich hab in Euro bezahlt. Mir ist aufgefallen, dass in Finnland der Straßenbelag viel rauer ist wie in Schweden. Wahrscheinlich haben sie sich ein bisschen was dabei gedacht, vielleicht ist im Winter bei Schnee oder bei Eis der raue Asphalt doch ein bisschen griffiger. Ich habe wieder mal versucht ein paar Rentiere zu fotografieren, aber immer wenn ich stehen geblieben bin und mein Handy ausgepackt hab zum Fotografieren sind die Viecherl wieder weitergelaufen und haben sich im Dickicht versteckt. Manchmal stehen die Rentiere links und rechts am Fahrbahnrand und genau auf der Höhe, wenn man bei Ihnen vor beifährt, fangen sie an wie wild loszulaufen. In dem Moment muss man enorm aufpassen, weil die Rentiere ohne viel denken in irgendwelche Richtungen los traben und das kann auch genau vors Auto oder vors Motorrad sein. Spatzenhirn.Læs mere
Tag 8 Arvidsjaur nach Finnland
1. juli 2024, Sverige ⋅ 🌧 10 °C
Ich war heute wieder um 5:30 Uhr putzmunter und bin aufgestanden. Mein Frühstück habe ich in der kleinen Küche zu mir genommen, da außerhalb schon die Mücken auf Touristenpatrouille waren. Ich war auf der Zeltwiese nicht allein. Spät abends sind noch einige gekommen und haben aufgebaut. Nach dem packen, ging es dann auf Richtung Norden. Auf der Landstraße habe ich dann ein paar Rentiere fotografieren können. Ich war dieses Mal schnell genug mit dem rausholen von dem Handy. Mein erster Stop war das Polarkreis Center in Jokkmokk. Nachdem ich immer schon so früh von der Luftmatratze falle und loskomme, bin ich auch hier wieder sehr früh aufgeschlagen. Leider macht das Café, der Souvenirladen und die Ausstellung erst um 10:00 Uhr auf. Ich hab mich hier erst mal kurz um mein Navi gekümmert. Kurz dem Polarkreis Center ist es auf einmal dunkel geworden, wie ich gerade über einen Bahnübergang gefahren bin. Ich hab mir gedacht, ohne Navi ist es jetzt doof, aber was soll’s ich hab ja noch die tollen Karten vom Werner dabei. Im nächsten Ort hab ich dann einen Optiker gesucht, weil von meiner Brille so ein kleiner Nasenpad abhanden gekommen ist.
Der kleine Hunger meldet sich. Im Supermarkt hatten sie auch eine warme Theke. Ich habe mir ein großes Hähnchenbein naja es war schon fast ein halbes Hähnchen mitgenommen, eine Banane und ein bisschen was zu trinken. Danach hab ich mir mal das Navi angesehen. Heute ist Repairday. Ganz dummer Fehler. Die Einstellung für Tag und Nacht war auf Automatik. Nur ist sie mit dem Polarkreis vollkommen durcheinander gekommen und hat den Nachtmodus eingeschaltet. Nachtmodus heißt Bildschirm auf schwarz gestellt und die Helligkeit auf 20 %. Beim Sonnenschein hat es dann so ausgesehen als ob das Navi aus ist. Nachdem ich ihm jetzt gesagt hab -> du bist jetzt Tag, Lief wieder alles wie gewohnt. Es ist nicht schlecht, wenn einem das Navi sagt, wo die nächste Tankstelle ist oder wie weit es noch zum anvisierten Ziel ist. Ich frag mich immer wie wir das früher gemacht haben ohne Navi. An einem Stausee hab ich dann eine alte Telefonzelle gesehen und fotografiert. Der Münzfernsprecher war leider nicht mehr drin, aber das Holzgestell sah schon ein bisschen futuristisch aus … wie eine kleine Rakete. Es gibt hier so viele kleine Bäche und Seen, links und rechts mit Flussläufen und man könnte alle 200-300 m anhalten und Fotos machen. Die Landschaft ist traumhaft. Wenn der Russe uns überfallen sollte, dann werde ich mich hier verstecken, Ich bin grad so des Weges und träum vor mich hin. Dann denke ich mir, ich könnte eine kleine Pause machen und ein Eis wäre nicht schlecht. Gesagt getan … ein Magnum war meins. Den extra Zucker brauch ich jetzt einfach. Ach und dann kommt auch bald schon die Grenze zu Finnland.Læs mere
Tag 8 Moskito Campingplatz gefunden
1. juli 2024, Norge ⋅ ⛅ 16 °C
Grenzübergang von Finnland zu Norwegen war eigentlich sehr unspektakulär eine Steinbude und ein Schild und das war’s. Ich fahre weiter über eine kleine Hochebene, schau nach rechts und sehe ein fürchterliches Gewitter. Gott sei Dank weht der Wind in eine andere Richtung, so dass ich verschont bleibe wieder meinen Strampelanzug anzuziehen. Bei jedem kleinen Halt am Straßenrand überfallen mich gleich die Mücken, man ist ja mit der Motorrad Kombi ziemlich geschützt, aber das Gesicht schaut beim Helm raus und wenn sich eine Mücke in den Helm verirrt, ist es nicht gerade so prickelnd. Ich versuch dann mit meinen Wurstfingern im Visirbereich rum zu stochern, damit ich sie wieder aus dem Helm rausbekomme oder zumindestens irgendwo dabatz. Ich fahre an einem See mit einem netten Campingplatz vorbei, aber das Navi sagt ich muss noch 5 km geradeaus. Schade, der war schön. Angekommen in dem kleinen Ort schaue ich mich um und finde gar nicht den Campingplatz, der mit dieser Adresse angegeben war. Dann war es doch der, den ich vorhin gesehen hab. Einmal einen Wendolin gemacht und zurück zum Campingplatz. Ich werde hier nett empfangen vom Campingplatzinhaber und etwa 4 Millionen Mücken, bekomme einen Platz auf der Zeltwiese zugewiesen. Freu mich, dass eine Bank und einen Tisch in der Nähe ist und bauen mein Zelt auf. Danach muss ich noch jagen gehen und fahre in den nächstgelegenen Supermarkt und kauf mir ein schönes dickes Stück Entrecote, einen Kraut Karotten Salat und ein Leichtbier ( Lettöl) Mit 4,5€ ist die Dose billiger wie ein scharfes Bier mit 5 Volt das liegt bei 7,5€ im Supermarkt namens Extra.
Flux das Essen zubereitet, es war wieder ein Festmahl. Ich liebe dieses kurz gebraten Rindfleisch. Das anschließende Essen ist aber nicht ganz so einfach, da ich meinen Gardinenhut auf habe. Jedes Mal, wenn ein Stück Fleisch in die Futterluke muss, muss ich mit einer Hand die Gardine hoch heben, das Fleisch rein in den Mund, Gardine wieder runter. Ein oder zweimal kam dabei auch eine Mücke unter meinen Hut, dann ist Party angesagt.
Zur Nachspeise bin ich dann in eine kleine Hütte, innen drinnen brannte ein Lagerfeuer. Und räucherte so gut wie jeder Mücke weg. Dort saßen der Campingplatzinhaber, ein älteres Pärchen aus Norwegen und eine nette Dame aus Dänemark. Ich hab mich gleich bei der Dänin entschuldigt für das Fußballspiel Deutschland hat ja Dänemark in der K.O. Runde herausgeworfen Ich bin dann früh schlafen gegangen früh deshalb, weil er noch hell war. Auf die Uhr gesehen und es war schon 23:30 Uhr. Wenn es den ganzen Tag hell ist verliert man komplett den Überblick über die Zeit. Es ist zwar bewölkt gewesen, aber total hell. Gerne hätte ich kurz vor Mitternacht die Sonne am Horizont gesehen.. Aber es waren halt heute bewölktLæs mere
Tag 9 Kautokeino - Nordkap
2. juli 2024, Norge ⋅ ☁️ 11 °C
Leute, Leute, ich sag’s euch ich hab so viele Mückenstiche. Die Jucken ganz furchtbar und auf dem Kopf sind richtige Beulen geworden. Das gute am Helm ist, dass ich nicht kratzen kann und das Jucken so richtig schön genieße. Ich hab zwar den Gardinenhut, aber ich hab festgestellt, dass der oben Lüftungsklappen hat und bei diesen Lüftungsklappen ist nur ein grobmaschiges Netz. Da gehen die Moskitos rein und stechen und saugen mich fast blutleer. Mistdinger, elendige.
Ich fand den Campingplatz (15€) eigentlich ganz nett, ja gut okay Moskitos. Er war ziemlich nah an der Straße und jedesmal dachte ich, ein LKW fährt durch mein Zelt wenn der 40 Tonner auf der Straße vorbei rollte. Nach dem aufstehen habe ich gleich mein Müsli geschnappt und bin in die kleine Küche. Da konnte man wenigstens in Ruhe frühstücken. Die paar Moskitos waren übersichtlich und man konnte sie gut erschlagen. Im Zusammenpacken bin ich jetzt mittlerweile schon ein Weltmeister geworden. Es geht alles schon ziemlich flugs in die Koffer rein, das Zelt in die eine Rolle, die restlichen Sachen in die andere Rolle und gleich ist alles verschnürt und verpackt auf dem Motorrad. Auf geht’s Richtung Alta, zwischendurch habe ich an einem Rastplatz angehalten und von dort die Moskitoaufzuchtfarmen fotografiert. Es ist unvorstellbar, wie viel Mücken hier rumfliegen. Zu was sind diese Drecksviecher eigentlich gut ? Zurück zum Rastplatz, bei einer Banane habe ich immer wieder versucht, den Namen vom Rastplatz flüssig auszusprechen: Kautokeinovassdraget . Irgendwann ist es auch gegangen und ich war mit der Banane fertig. Noch schnell was trinken, aufsatteln und weiter Richtung Alta.
Hier ist die ganze Strecke auf 80 km/h begrenzt, aber ich werde immer schneller. Irgendwie zieht es mich an das Nordkap und ich möchte auch keine Übernachtung mehr machen. Die Straße ist gerade und frei. Eigentlich könnte man aufdrehen, doch wenn man hier in Norwegen ein paar Stundenkilometer über die erlaubte Geschwindigkeit fährt, kann man wahrscheinlich gleich sein Haus zu Hause verkaufen, damit man die Strafe bezahlen kann.
Man kommt von den Bergen etwa in einer Höhe von 350 m und fährt durch eine Schlucht, eine sehr kurvige Straße hinab bis auf Meereshöhe. Die Straße war vor mir frei und ich habe mich so richtig schön durch die Kurve geschlängelt. Durch das lange geradeaus fahren in Schweden sind die Reifen auch schon ein bisschen eckig geworden, so tut jede Kurve gut die Flanken der Reifen ein bisschen abzufahren.
In Alta angekommen, muss ich tanken und etwas wärmeres anziehen. Ich habe einen Rollkragenpullover und eine Jogginghose aus Schurwolle die ich unten drunter ziehen will. Genau das ist das Problem unten drunter. Ich mach an einer Tankstelle erst mal richtig Striptease und zieh mich aus, lass die Hosen runter und kann meine warme Jogginghose über die lange Unterhose, die ich eh schon an hatte anziehen. Ich hüpfe in meinen Motorradhose rein und ich sehe Leute vorbeigehen. Die Leute schauen mir zu und lachen und heben den Daumen. Mir macht das nix aus, weil hier kennt mich ja keiner. Den extra Pullover noch drüber, noch ein bisschen Benzin in die Elise und weiter geht’s Richtung Nordkap. Hab ich schon erwähnt, dass das Nordkap irgendwie zieht. Ich muss aufpassen, dass ich nicht zo schnell werde. Immer wieder muss ich den Tacho kontrollieren. Die erlaubte Geschwindigkeit überschreite ich zwischendurch. Bei einer kleinen Pause Google ich ein bisschen nach Übernachtungsmöglichkeiten und frag mich, ob ich vorab irgendwo anrufen soll oder einfach irgendwo aufschlag. Bevor ich jetzt alle möglichen Campingplätze nach Hütten abtelefoniere, denke ich mir, ich fahr lieber zu und frag dann vor Ort. Auf einmal kommt es mir, Sacklzement, das wird jetzt arg kalt. Ich friere besonders an den Füßen, damit es ein bisschen besser wird, zieh ich die Regenüberschuhe über meine Stiefel. Schaut irgendwie komisch aus, hält aber ein bisschen wärmer. Das mit den kalten Füßen hab ich schon herausgefunden. Das Problem ist, dass ich in den Stiefeln das schwitzen anfange und dadurch wird der Stiefel feucht und durch den Fahrtwind wird es richtig kühl. Da hilft nur eins zwischendurch Socken wechseln. Ich hab die guten Schurwollsocken dabei, die sollten eigentlich warm halten und auch Feuchtigkeit aufnehmen. Aber irgendwie bleibt die Feuchtigkeit durch die Membran im Stiefel. Ist ja auch fast einleuchtend. Wenn kein Wasser von außen nach innen kommen soll. Dann kommt das Wasser von innen nach außen auch nicht richtig.
Ab Olderfjord, wird es richtig zapfig und man braucht schon einen Willen um das durchzustehen. 7 Grad und die Frisur sitzt. Ich habe zwischendurch das weinen angefangen, so überwältigt war ich von der Stimmung und vor diesem Erlebnis bald am nördlichsten Punkt vom europäischen Festland zu stehen. Das wollte ich schon seit einiger Zeit. Und dass ich es für mich schaffe.
Aber noch härter ist es mit dem Fahrrad. Ab Alta habe ich ganz viele Fahrradfahrer gesehen, die gut bepackt sich auch auf den Weg zum Nordkap machen.
Ich schlängle mich die Küste entlang. Es ist eine sehr karge Gegend. Ich glaub ich hab keinen einzigen Busch gesehen. Wenn, sind nur Gräser und irgendwelche Moose die hier wachsen. Die Rentiere laufen über die Straße von links nach rechts und gucken nicht ob ein Auto, Wohnmobil oder Motorrad kommt. Man muss immer bremsbereit sein, weil die Viecher unvermittelt die Richtung ändern und teilweise auf dich zutraben.
Irgendwo zwischendrin hab ich noch mal getankt, weil ich nicht gewusst habe, ob ich nicht doch den Weg wieder zurückfahren muss, falls ich keine Unterkunft bekomme.
Mensch ich sage euch, die Norweger können Tunnel bauen. Da geht doch glatt das letzte Tunnel 212 Meter unter dem Meer durch und ist knapp 7 Kilometer lang. Bei uns hätten sie irgend ein Wurm, Käfer oder Ameise gefunden und den Bau verhindert. Am ersten Campingplatz angekommen, frage ich nach einer Hütte, ja klar sie haben noch eine exklusive frei für 260 €. Die ganzen anderen kleinen Hütten sind schon vor Wochen reserviert worden. Ich habe mich mit der netten hübschen Norwegerin unterhalten, ob sie mir einen Tipp geben kann, bei wem ich denn noch fragen kann. Sie hat dann gemeint, wenn man eh alleine unterwegs ist, ist Hotel das beste und billigste. Die Hütten sind teilweise für bis zu sechs Leute, d.h. wenn man sich die 260 € aufteilt ist es dann für die einzelne Person nicht mehr so viel. Aber wo bekomme ich jetzt die fünf anderen her. Von euch wollte ja keiner mit. Ich bin dann zu dem Hotel Scandic Nordkapp und hab gefragt, ob sie mir denn Asyl geben. Ich würde Ihnen auch bisschen Geld für ein Zimmer da lassen. Gesagt, getan, Zimmer reserviert und ein viertelstündchen in der Lobby aufgewärmt. An der Rezeption nach dem Wetter für den Nachmittag und Abend gefragt, weil man sich hier vielleicht besser auskennt mit dem kommen und gehen der Wolken und Nebel. Der nette junge Mann meinte, lieber heute wie morgen, lieber jetzt wie später. Okay, dann jetzt und nicht später.Læs mere
Tag 9 Nordkap
2. juli 2024, Norge ⋅ ☁️ 8 °C
Ich bin die 25 km vom Hotel aus in höchster Aufregung Richtung Nordkap gefahren. Ich hab eigentlich nicht links und rechts geguckt. Wenn jetzt ein Rentier … naja platt. Ich hab auch keine Fotos mehr gemacht. Es hat mich nur zum Nordkap gezogen, hab ich das eigentlich schon erwähnt ? Das Navi sagt noch 3 km, dann kommt auf einmal Nebel auf und noch mehr Nebel und ganz viel Nebel. Ich war froh, dass ich am Navi sehen konnte, dass die Straße nur gerade aus geht und keine Kurve, denn ich glaub man hat keine 10m gesehen.
Beinah hätte ich das Häuschen umgefahren, wo man die Parkplatzgebühr bezahlen muss. Mittlerweile kostet der Parkplatz etwas, circa fünf Euro. Die nette Kassiererin habe ich dann gefragt, in welche Richtung ich denn überhaupt laufen muss, weil man sieht ja bei dem Nebel überhaupt nichts. Sie lachte und deutete in eine Richtung. Ich lief zur nächsten Zahlstelle .. Eintritt zahlen. Für die 30 € bekommt man dann einen Kinofilm, ein sehr gut geheizte Halle, eine Ausstellung und ein riesengroßen Souvenir Shop, Restaurant und Imbiss.
Ich stolpere hinten wieder aus dem Gebäude raus und wusste ja ungefähr, wo die Weltkugel ist. Durch den Nebel einfach drauf los gestapft …. und … da war sie auf einmal : Die Weltkugel,. Im Nebel. richtig mystisch hat es ausgesehen.. Ich hab mich gleich neben die Kugel gestellt und mich fotografieren lassen, weil ich nicht wusste, wie sich das Wetter verändert. Dienstag 2.Juli 2024 15:08 Uhr. Es hätte ja noch schlimmer werden können, zum Beispiel noch mehr Nebel .. so Sichtweiten um die 5 m. Oder dass es regnet oder schneit.
Ich sag’s euch, es war so kalt. Es hat ungefähr 6° gehabt und ein Windchill von 1°. Ich bin ja etliches gewohnt an Wind vom Motorrad fahren, aber der hier oben war wirklich so eiskalt, dass es mich wieder zurück in die Nordkap Kathedrale getrieben hat.
Ich habe dann Elke angerufen und musste gleich weinen. Elke auch, dann haben wir zusammen ein paar Tränen verdrückt.
Ich habe das geschafft. Ich habe das nur für mich gemacht. Für niemand anderes, nur für mich. Ein tolles Gefühl. Nach all der Zeit mit Burnout und Depression. Einfach was für mich gemacht.
Ich hab mir dann den Kinofilm angeguckt. Während den 25 Minuten habe ich die Stiefel ausgezogen, damit ein bisschen Wärme innen reinkommt und Feuchtigkeit raus. Das hat richtig gut getan. Danach noch eine Ausstellung und wie ich wieder an die Oberfläche komme, hat sich der Nebel verzogen. Ich bin gleich wieder total aufgeregt zur Kugel gelaufen und hab mich gleich nochmal fotografieren lassen. Die Handys werden hier einfach nur rum gereicht. Man muss nicht viel sagen, die Leute wissen was sie damit machen müssen. Einfach ein Foto. Ich hab dann mit WhatsApp Elke und Thommy angerufen und habe einen Video Call gemacht und die beiden waren live dabei, wie ich an der Kugel gestanden bin.
Ach, war das alles ergreifend. Danach bin ich noch ein bisschen rumgelaufen und hab MEIN Steintürmchen gebaut und fotografiert.
Langsam habe ich wieder das frieren angefangen und ich bin wieder in das Gebäude hinein. Was sehe ich da im Imbiss? Ein Hotdog schöner, größer und wärmer wie das vom IKEA. So ein Hotdog hat mir gehört und während ich es gegessen habe, hab ich immer wieder durch die Scheibe zur Weltkugel rausgeguckt.
Nach 3,5 Stunden habe ich mich entschieden zum Hotel zurück zu fahren. Die Wetteraussichten für die nächste Stunde war nicht gerade prickelnd. Es sollte wieder Nebel und starker Wind kommen, ja eher schon ein Sturm aufkommen und deswegen war es eine gute Entscheidung zurück zum Hotel zu fahren. Am Rückweg sind die Rentiere wieder wie dusselig über die Straße gelaufen. Einen kleinen Umweg habe ich noch gemacht. Ich bin zum Rema Supermarkt und hab mir was zum Essen mitgenommen und eine Dose Bier. Fatøl … zur Feier den Tages kein Dünnbier, sondern richtig mit Drehzahl. Im Hotel angekommen hab ich dann erst mal heiß geduscht, meinen Salat gegessen und danach das Bier getrunken. Ich habe Elke angerufen und das alles nachwirken lassen. Ich war richtig froh, mich dann in dem warmen Bett einzukuscheln und hatte meine Office time. WhatsApp Status pflegen und den Block vom Vortag vervollständigen.Læs mere
Tag 10 Nordkapp - Hammerfest
3. juli 2024, Norge ⋅ ☁️ 7 °C
Heute früh aufgestanden, richtig lange geduscht und …… frische Unterwäsche angezogen. Die Merinounterewäsche hält zwar lange her, durch regelmäßiges Lüften beim Motorradfahren sogar noch länger. Nicht dass noch nach den Mücken, auch noch die Fliegen zu mir kommen … habe ich mich heute entschieden richtig frisch unterwegs zu sein. Lange Unterhose und Unterhemd wurden mal wieder gewechselt. Auch war heute mal wieder Beine rasieren angesagt. Das Hotel hat einen besonderen Charme, so eine Mischung aus Kantine und Rehaklinik.
Es gab warmes Frühstück, Kartoffeln, Rührei, Schinken und Würstl. Das habe ich noch mit ein paar Tassen Kaffee runtergespült. Wir waren ein paar Motorradfahrer am Tisch und wir haben über Benzin und das Wetter hier oben gesprochen. Den Nebenmann habe ich 10 Minuten auf Englisch zugetextet. Nach seinem holprigen Englisch habe ich ihn nach Frankreich oder Benelux gesteckt. Irgendwann habe ich ihn dann gefragt, wo er her kommt. Germany Düsseldorf … nachdem ich dann gesagt habe, wo ich her komme haben wir beide herzhaft gelacht.
Die Elise meldet den Status „Service“ . Ich habe versucht meine Werkstatt in Dachau zu erreichen, aber es war noch zu früh am Tag . Brauche ich jetzt einen Ölwechsel ? Hier im nirgendwo. Eigentlich wurde für viel Geld vor der Abfahrt alles erledigt. Eine Motorradwerkstatt gibt es hier oben nicht, aber eine Snowmobilwerkstatt. Ich habe Klaus angefunkt, weil ich das Drehmoment von der Ölablassschraube nicht weiß und habe eine Werkstatt in Alta klar gemacht. Irgendwann hat sich dann meine Dachauer Werkstatt via sms gemeldet, dass sie das Service Flag wahrscheinlich nicht richtig zurück gesetzt haben und ich keinen Ölwechsel brauche. Puuh. Na dann doch nach Hammerfest. Wo schlafe ich heute, bei 6 oder 7 Grad ? Auf jeden Fall ist kein Campen angesagt. Ggf. Bushäusl … habe mir da schon ein nettes rausgesucht. Dann doch beim Campingplatz in Hammerfest anrufen. Voll, keine Hütte verfügbar. Ich mache einen auf frierenden deutsch Motorradfahrer und frage, ob sie denn einen anderen Campingplatz oder Vermieter kennen. Ich schmuse die Dame am Telefon ein bisschen an, da kommt sie doch um die Ecke, dass sie jetzt auf einmal eine Hütte für eine Nacht hat. Ich bedanke mich und sage, dass ich in einer Stunde auf ihrem Platz stehe.
Wie ich grad so vom Festland abbiegen Richtung Hammerfest und zum Meer fahre merke ich auf einmal einen sehr intensiven „Meergeruch“ … salzig, frisch, nach frischen Fisch … also genau so, wie früher in der Fa Seifenwerbung. Ich sehe links im Fjord riesige runde Fischbecken. O-Ton Lachsfarm Hammerfest :
In unserer Fischfarm in Hammerfest wird Norwegischer Lachs in großen offenen Käfigen im Meer gezüchtet. Jeder Käfig besteht aus etwa 97,5 % Wasser und 2,5 % Fisch. So haben die Lachse viel Platz, um nach Belieben herumzuschwimmen und natürlich zu wachsen.
Mmmmmh, Lecka Lachs. Ich glaube das nächste mal im Supermarkt kaufe ich einen.
Hammerfest ist auch Hurtigrouten und Kreuzfahrtschiff Haltestelle. Viele große Schiffe liegen hier am Kai.
Am Weg muss ich noch einkaufen, kleine Zwiebel, kleine Knoblauch Knolle, Scampis, Coleslaw Salat, Salatdressing, Dose Bier und zum knabbern Pistazien. Der Abend ist gerettet.
Die Hütte ist ein nettes Gartenhäusl, sogar mit Fenster und Heizung. Ich habe mich mit der Camping Platz Besitzerin angeregt unterhalten, wir hatten einen netten Plausch. Mit Englisch läuft es Supa hier.
Ich habe mich mal wieder selber übertroffen mit den wenigen Zutaten ein sehr schmackhaftes Essen zu zaubern. Will nicht doch jemand bei mir mitfahren ? Mit Zwiebeln und Knoblauch wird alles fein.
Beim abspülen habe ich mit einem älteren Herren aus Passau ein Ratscherl gehabt. Er ist mit seiner Frau jetzt 4,5 Wochen unterwegs, langsam von Passau hoch und dann die norwegische Küste hier hoch und er hatte 4 sonnige Tage. Na, Prost Mahlzeit, ich bin gespannt wie es bei mir weiter geht.
Zurück vom abspülen, gehe ich an der blauen Elise vorbei und sage: Na, du bist aber schon ein dreckiges Luder geworden.
Einen Kaffee zur Nachspeise und um mich innerlich von der Fahrt bei 7 Grad aufzuwärmen, schau ich einem Wohnmobil beim einparken zu.
Am Abend gibt es noch eine Soko Wien aus der ZDF Mediathek, die ich mir schon vorab gestreamt hatte und ich habe mit Elke eine Stunde telefoniert.
Wieso eigentlich Abend … Es ist jetzt 23:51 und genauso hell wie tagsüber.
Morgen soll es nicht mehr regnen, da mache ich eine Runde durch Hammerfest.
Schlaft schön 🤩
Gegendarstellung : Das mit den Beinen rasieren war gelogen, ich habe nur mal wieder die Haare aus dem Gesicht gekratzt.Læs mere
Tag 11 Hammerfest Richtung Alta
4. juli 2024, Norge ⋅ ☁️ 12 °C
Irgendwie war ich heute ein bisschen verdattert und bin nicht so schnell aufgesprungen wie sonst. Wahrscheinlich weil ich in einem Bett geschlafen habe und nicht auf der Luftmatratze. Ich hab mir heute nur gedacht, bitte keine Fotos und kein Interview. Es gab wieder mein lecker Müsli vom Müller Drogeriemarkt, dann ins Waschhaus. Hab alles zusammen geräumt und wie ich die Elise packen mag, sehe ich, dass neben meinem Gartenhäuschen ein Rentier ist und ein bisschen von dem Moos frisst. Die Viecherl lassen sich ja von nichts aus der Ruhe bringen. Foto machen. Ich hatte noch einen kleinen Schwatz mit dem Campingplatz Besitzer. Ich dachte ich muss die Zeit überbrücken, vielleicht hört es dann das leichte nieseln auf. Ich habe ihn alle möglichen Geschichten aufs Auge gedrückt. Immer noch nieseln, wir sind gestartet mit einer kleine Besichtigungrunde durch Hammerfest. Danach hat Elise wieder das nölen angefangen, sie möchte gerne auch etwas haben und etwas ansehen. Wir sind dann in einen ATV und Skidoo Shop gegangen. Elise hat sich die sechsradgetriebenen Quats angeschaut und dann noch 350ml feinstes 10w40 Öl bekommen und ich einen Kaffee aufs Haus. Raus aus der Stadt hab ich wieder peinlich genau darauf geachtet, dass ich die Geschwindigkeit einhalte. Gestern im Hotel haben mir die anderen Motorradfahrer Stories erzählt, dass sie 300 € gezahlt haben für 9 Stundenkilometer drüber.
Weiter geht es, aber zuerst wurde ich ausgebremst durch eine Baustelle. Sie war ampelgesteuert und das Rot war sehr sehr lange. Es wurde heller am Himmel und ich hoffte, dass es bald zum regnen aufhört. Wir haben 8°. Ich bin aber schon sowas von gut gelaunt und fahr gemütlich über die Straßen. Über die tolle große Brücke, die das Festland mit der Insel verbindet. Hab ich euch schon gesagt, dass Hammerfest die nördlichste Stadt ist. Noch nördlicher wie Sibirien und Alaska. Und ich war dort. Wieder zurück am Festland und auf dem Weg nach Alta, reißt es auf und es wird richtig schön. Sonne und Wolken im Mix. Die Straße endlos gerade und man könnte eigentlich aufzudrehen, aber irgendwie denke ich an die Geschichten und die Strafe, die es für ein bisschen Spaß haben gibt. Ich komm nach Alta rein und freu mich schon, weil ich gelesen habe, dass man bei der norwegischen Tankstellenkette Circle K einen Flatrate Becher kaufen kann. Der erlaubt einen dann ein ganzes Jahr lang so oft und so viel Kaffee zu nehmen, wie man will und wie man kann. Da ich noch ein paar Tage in Norwegen bin, wird es sich sicherlich lohnen und zu Hause in Deutschland verkaufe ich ihn einfach über eBay. Vielleicht fährt ja noch jemand nach Norwegen und kann ihn gebrauchen. Bin ich ein Fuchs. Ich habe an der Tankstelle noch eine Polnische gekauft, das ist so ein großer Hotdog ummantelt mit Speck. Richtig lecka. Auf einmal meine ich mir fliegen die Ohren weg, zieht doch ein Flugzeug drüber. Gleich in der Nähe ist der Flugplatz. Habe mich gleich wie zuhause im Haimhausen gefühlt. Während ich so meine polnische verdrücke Google ich ein bisschen nach Campingplätzen und schau, wo ich heute Nacht unterkommenLæs mere
Tag 11 von Alta zum ArcticFjordCamp
4. juli 2024, Norge ⋅ ☁️ 13 °C
Ich hab mich durch Alta durchgeschlängelt, da ist mir eingefallen : Mensch ich brauche für heute Abend noch ein Bier ! Ab in den Kiwi Supermarkt rein, eine Dose gekühltes Bier gesucht. Ein Fatøl, also das richtige Männerbier und an der Kasse hat der Kassierer die Dose angesehen und dann mich. Ich fragte ihn, ob er meine ID sehen will, er schüttelte den Kopf. Danach hab ich gesagt, die ist nicht für gleich trinken, sondern für heute Abend am Campingplatz zum Essen. Er hat gelacht und war dann zufrieden.
Eins muss ich sagen, die Norweger können Tunnel bauen und auch Brücken. Ich bin über ganz viele Brücken und durch Tunnel gefahren. an Fjorden entlang in denen wieder die Lachsfarmen zu sehen waren. Memo an mich: Ich muss unbedingt das nächste Mal eine Lachs kaufen. Ich hab den ersten Campingplatz angefahren, aber er hat mir nicht so richtig zugesagt. Er war direkt neben der Straße und ich kenne ja das noch von dem Mücken Campingplatz. Straße ist nicht gut, wenn immer ein LKW durchs Zelt fährt. Aber die Aussicht wäre toll gewesen. Der zweite Campingplatz war das Arctic Fjord Camp am 70. Breitengrad, ungefähr 800 m von der Hauptstraße entfernt. Und da habe ich wirklich ein glückliches Händchen gehabt.
Die Zeltwiese ist menschenleer. Sie ist riesengroß. Ich such mir wieder einen Platz, direkt neben dem Tisch und den Stühlen. Stell die Elise ab und baut das Zelt auf. Beim einchecken habe ich einen Umgebungplan gesehen, dass hier ein ganz spezieller Gletscher ist, dessen Gletscherzunge direkt ins Meer endet. Ich hab noch mal aufgesattelt und bin hin gefahren. Er war nur 12 km entfernt, am Ende ein Parkplatz von dem aus ein Wanderweg zu einem Aussichtspunkt geht. Ich bin dann los gestapft und es war ziemlich steil und ich muss euch sagen, in der Motorradkleidung und den Stiefeln bei 22 Grad läuft es sich nicht gut. Ich bin dann wieder umgekehrt und mir hat das Bild von unten gelangt. Es ist der Øksfjordjøkelen Gletscher. Wieder zurück am Campingplatz habe ich meine Küche aufgebaut. Ich hab von gestern noch Zwiebel und Knoblauch übrig gehabt und hab mir gedacht, das haue ich mir auf mein Steak, dazu Nudeln thailändischer Art und ein Fatøl ( Männerbier). Ich sage euch, das hat geschmeckt, besser wie Würstlbude, McDonald oder Restaurant. Und bei der Aussicht, grandios. Abspülen, alles wieder in die Koffer verpacken und eine kleine Runde über den Campingplatz gedreht. Duschen war noch angesagt. Am Abend, ich sag immer noch Abend, obwohl es hell ist. Die Sonne ist hinter den Bergen verschwunden, aber nur Grad so, dass sie noch auf der gegenüberliegenden Seite vom Tal immer noch zu sehen war. Es ist schon was ganz besonderes. Es ist jetzt 23:45 Uhr und wenn ich raus schau, sehe ich Sonne ☀️. Ich freu mich wieder auf die Nacht im Zelt. Elise hat immer noch ein kleines Problem und ich bekomme meinen Werkzeugkoffer nicht auf. Da ist Batz oder Dreck am oder im Verschluss und ich muss an meine 13er Schlüssel rankommen. Irgendwann habe ich es mit gut zureden und fluchen geschafft und die Werkzeugbox aufbekommen und meinen Kupplungszug loser eingestellt. Bei dem Skidoo Händler in Hammerfest, hat er neben Öl nachfüllen auch schon den Kupplungszug gelockert. Nur ist er während der Fahrt hier runter wieder fest geworden. Entweder hat der Mechaniker nicht richtig festgeschraubt oder ich habe ein größeres Problem. Gut, jetzt hat Papa mal entstellt und den Testride gibt es dann morgen früh. Der Zug und somit der Hebel hatte keine Spiel mehr und der Schleifpunkt war weg. Schon a bissi doof mit hoppeln oder abwürgen. Riechen konnte man auch etwas.
Ich bin ja nicht doof, zusätzlich zu meiner Aktion habe ich den nächstgelegenen BunkaBiker angefunkt, der hat über Facebook die nächste Werkstatt für Skidoos angefunkt und ich hatte Kontakt zu einem Mechaniker, falls ich es nicht selber schaffe. Nur war der Mechaniker 100km südlicher, also zumindest bis dahin muss ich kommen. Wenn es etwas größeres ist, hätte ich einen Schlafplätze bei Louise von BunkaBiker. Motorradwerkstatt gibt es hier oben nicht. Da muss jeder alles können. Fortsetzung folgt.Læs mere
Tag 12 ArcticFjordCamping nach Tromsø
5. juli 2024, Norge ⋅ ☁️ 16 °C
Ich bin aufgewacht und es war warm im Zelt, das Licht war sowieso die ganze Nacht an. Reißverschluss auf, einen Blick riskieren, Sonne da. Auf den Knoblauch von gestern habe ich ein bisschen geschwitzt in der Nacht und eine Dusche wäre angebracht. Also duschen, rasieren, Zähne putzen, zusammen packen, Abflug.
Das war ja noch das Problem mit der Kupplung. Mechaniker anrufen, dass ich komme. Und mal vorsichtig angetestet …. Wo ist der Druckpunkt -> da. Kann man schleifen lassen -> ja. Die Fahrt nach Storslett verläuft reibungslos. Es scheint, ich habe das gut gemacht. Bevor ich zum Mechaniker bin, einen Flatrate Kaffee und eine Rosinensemmel an der Tanke. Dann das Gespräch unter uns Technikern, ich habe ihm alles erklärt, angeguckt und er hat es für gut befunden. Wenn ich will oder Angst habe weiter zu fahren, kann er mir eine neue Kupplung einbauen, die Teile würden aber 3-5 Tage benötigen. Ich war für weiterfahren. Gesagt getan, wenn immer ich konnte, habe ich die Tunnel umfahren und bin die alte Landstraße gefahren. Wunderschön kurvig über die Buckel und nicht durch die Tunnel. Dann meine erste Inland Fähre. Ach war ich aufgeregt. Ich habe einen Norweger 10 Minuten zugetextet beim warten, bis es ihm zu viel wurde und er sich ins Auto gesetzt hat. Dann ab nach vorne in der Warteschlange, Motorräder dürfen als erstes drauf. Fährfart war 25 Minuten, wieder runter, 30 Minuten über die Insel fahren, nächste Fähre. Die zweite war eine Größere mit Aufenthaltsraum und Wurstbude. Die Zeit genützt und nach einen Campingplatz in Tromsø gesucht. Die restlichen 80 Kilometer gemütlich mit 80 km/h gefahren, will ja kein Ticket riskieren. Kupplung funktioniert, alles gut.
Zeltwiese am Campingplatz (23€) ist überschaubar, es sind hauptsächlich Wohnmobile da, aus N , S und D. Es ist halt ein Stadtcampingplatz. Aufbauen und ab nach Tromsø.Læs mere
Tag 12 Tromsø
5. juli 2024, Norge ⋅ ☁️ 17 °C
Tromsø the Gateway to the Arctic. Frech wie ich bin, bin ich mit dem Motorrad bis ins Stadtzentrum gefahren und siehe da, dort gibt es kostenfreie Motorradparkplätze . Ich schlendere dort durch die Innenstadt und den Hafenbereich. Die Fußgängerzone ist große Baustelle, die bekommen jetzt Wege mit Fußbodenheizung. Ja geht es noch ? Die Eismeerkathedrale und Tromsøkathedrale sind die zwei nördlichsten Kathedrale.
Kreuzfahrtschiff, Hurtigroutenschiff, Segelschiff alles da was man braucht. Jede Menge gut gefüllte Restaurants mit Fleisch und Fischgerichten. Nur kann ich mir die nicht leisten oder eher will ich mir nicht leisten.
Viele Holzhäuschen, Bars, Livemusik, Frisör … und ein Arctic Souvenir Geschäft nach dem anderen mit Ramsch Made in Tschina.
Mein Schrittzähler sagt 5000 Schritte mit Motorradstiefel. Es langt langsam. Der Saft steht auch schon in der Hose, außerdem bekomme ich Hunger. Im Eurospar Supermarkt gibt es gerade Tomahawk Steak im Angebot. Nur habe ich leider nur die klein Pfanne dabei. Ich nehm mir ein kleines 320g Entrecote, eine Zwiebel, kleine Karotten, in Öl eingelegte Fetakäse und Cocktail Tomaten. Und weil ich übermütig bin, zwei Dosen einheimisches Bier. Das Isbjørn ist von der nördlichsten Brauerei. Ich habe zum warm werden nur eine 0,33l Dose. Und eine große Dose Arctic, das erste Bier, was den Landweg zum Nordpol geschafft hat. Also quasi das Bier was am Nord Nördlichsten war. Vom einkaufen zurück, habe ich gesehen, dass ich meine Wasserflasche nicht richtig verschlossen habe und 0,7l Wasser haben sich in meinen Topcase breit gemacht. Eine Sauerei, die Taschentücher und die Rolle Toilettenpapier habe ich verloren. 😢 Die Landkarten habe ich mit den anderen nassen Sachen auf der Wäscheleine getrocknet.
Heute habe ich am Campingplatz keinen Tisch, nur mein kleines Stühlchen. Ein älteres norwegischen Pärchen unter der Markise ihres 250.000€ Wohnmobils sitzend, schauen mir zu wie ich mein Mahl am Boden zubereitete. Tisch und Stuhl haben sie mir nicht angeboten.
Es gab Karottengemüse angebraten mit einer halben Zwiebel, halbierte Cocktail Tomaten rein und den Fetakäse zum Schluss, sonst zerläuft er. Das Öl vom Fetakäse habe ich zum anbraten von den Karotten und Zwiebeln verwendet. Das gibt einen guten Geschmack. Ich bin ein Fuchs. Die zweite Hälfte der Zwiebel habe ich mit dem Fleisch zusammen gebraten. Das gibt Geschmack. Will jemand mal mit mir mit fahren ?
Ich habe nur einen Brenner, also muss ich jonglieren mit dem Fleisch und Gemüse. Aber alles fein hinbekommen. Thommy hat mich währenddessen via WhatsApp auf dem laufenden gehalten, wie es beim EM Fußballdpiel so geht. Verloren. Weiß nicht, wann ich heute auf die Luftmatratze verschwinde.Læs mere
Tag 13 Tromsö - Lapphaugen Turiststasjon
6. juli 2024, Norge ⋅ ☀️ 10 °C
Heute bin ich extra ein paar Minuten früher aufgestanden, der Stadt Campingplatz von Tromsö hat nur fünf duschen und sieben Toiletten. Man geht einfach davon aus, dass die Leute ihr Bad im Wohnmobil oder im Wohnwagen benutzen. Zu normalen Zeiten ist Schlange stehen und Nummern ziehen angesagt. Die Dusche hat einen Timer und läuft 4 Minuten, dann ist es aus und der nächste darf rein. Man hat eine Chipkarte bekommen und einmal 4 Minuten duschen ist im Tagespreis inbegriffen. Wer öfters duscht muss nachzahlen. Ich bin schon richtig zackig im zusammenpacken. Hier dürfte aber die Elise nicht neben mir schlafen, sondern muss auf einen gesonderten Parkplatz vor der Schranke stehen. Ich habe alle Koffer gepackt und musste sie dann zum Parkplatz tragen. Irgendwie hab ich Probleme alles in die Koffer zu bekommen. Eigentlich habe ich nichts dazu gekauft, aber trotzdem wird es immer schwieriger sie zuschließen. Nur mit Nachdruck, gehen die Deckel zu. Ich bin aus Tromsø raus Richtung Senja.. Da komme ich doch glatt an einer Circle K Tankstelle vorbei werft den Blinker an und zieh mir noch schnell einen Flatratekaffee rein. Die Straße windet sich zu einem Hochplateau, wo ein mächtiger Gegenwind herrscht. Nicht nur Gegenwind, sondern auch Seitenwind. Ich tanze von einer Fahrbahnseite zu andern. 1-2-3 4-5-6 im Walzertakt. Ich fahr doch viele Fjorde, kurvenreiche Strecken und kommt schließlich am Fähranleger an. In 30 Minuten soll die Fähre abgehen. Ich sehe die Schlange schon und weiß aber, dass sich Motorradfahrer nicht anstellen brauchen, sondern bis ganz vorne hinfahren müssen. In den meisten Fällen werden sie als erstes verladen. Älteren deutschen Wohnmobil Fahrer schauen dann immer grimmig. Es war wieder eine größere Fähre mit einem Passagierbereich und einen Kiosk wo es auch ein Hotdog gegeben hat. Aus der Tiefe meines Herzens gebe ich dem Hotdog eine 3- … Eigentlich wär mangelhaft gewesen. Wie ich dieses komische Teil verdrücke, schau ich mal aus dem Fenster. Danach gehe ich auf das Aussichtdeck und sehe eine tiefschwarze Front. Einen der Matrosen frage ich, ob das die Richtung ist, in der wir dann fahren. Und er sagt mir, dass ich mit meinem Motorrad wohl ein wenig nass werden werde, ich hab ihm erzählt, dass ich eigentlich auf Senja bleiben wollte und er sagte es ist bei den momentanen Bedingungen keine gute Idee. Wie ich von der Fähre runter fahre, hat es schlagartig das regnen angefangen. Ich hatte natürlich nicht den Strampelanzug an, bin dann zu einer kleinen Hütte gefahren und hab mich dann als Glühwürmchen verkleidet. Mit den grünen Spülhandschuhen und den Überzieher für die Stiefel habe ich mich auf dem Weg gemacht und bin circa 2 Stunden Richtung Süden weitergefahren. Das war ein ziemlich heftiger Regensturm und Blitze. Zwischendurch habe ich mir gedacht, wo denn mein faradayscher Käfig ist. Also war es nicht so gut mit dem Motorrad bei Gewitter zu fahren. Weiter südlicher war die Welt wieder in Ordnung. Es sieht alles aus wie im Allgäu. An einem kleinen See hab ich angehalten. Dort war ein netter Rastplatz. Dort habe ich mir dann die Rentierwürstchen einverleibt. Sie sind ziemlich fettig und schmecken so ähnlich wie Landjäger oder eine Kaminwurz. Die müssen gut schmecken zu einem Bier oder zu einem Glas Rotwein. Es ist dann noch ein norwegisches junges Pärchen auf den Parkplatz gekommen. Sie haben sich dann ausgezogen und ihre Badebekleidung angezogen und sind in das eiskalte Wasser gegangen. Noch besser, sie hatten ihr Duschshampoo dabei und haben quasi in der großen Badewanne gebadet. Ich hatte mit Elke einen Videochat und hab ihr die Gegend live gezeigt. Danach haben wir noch eine halbe Stunde telefoniert. Ich hab nur noch mehr 50 km bis zum Campingplatz, auf kurvigen Straßen und Hügel rauf und Hügel runter, fast so wie im Allgäu. Der Campingplatz hat eigentlich keine ausgewiesene Zeltwiese. Er hat nur Stellplätze für Wohnmobile und Gartenhütten, die man mieten kann. Aber die Campingplatz Inhaberin hat mir gesagt ich soll mir einfach irgendwo dazwischen eine Wiese suchen und soll dann mein Zelt dort aufbauen. Für 17 € ist es auch in Ordnung. Unterwegs hab ich zweimal anhalten müssen einmal weil ich mir das Abendessen gekauft hab und das zweite Mal weil ich mein Bier vergessen hatte. Ich hab mein Zelt aufgebaut, hab mein Essen gepackt und bin in die Gemeinschaftsküche gegangen dann brauche ich wenigstens meine Küche aus dem Koffer nicht rausholen und hinterher wiederTetris spielen und versuchen, alles wieder hinein zu schlichten. Mit einer grandiosen aussieht und einer Dose Bier in der Hand habe ich mein Abendessen genossen.Læs mere
Tag 14 Lapphaugen Turiststasjon - Bodø
7. juli 2024, Norge ⋅ ☁️ 12 °C
Heute Nacht habe ich super geschlafen, weiß nicht warum. Vielleicht weil ich schon um 23:30 Uhr ins Bett gegangen bin. Ich wurde von einem hustenden Holländer um 6:00 Uhr geweckte. Gestern Abend hat es noch verdächtig nach Gras gerochen, also das gute holländisches Gras. Er ist mit einer Harley Davidson mit einem kleinen Anhänger unterwegs. Ein uriger Typ.
Ich hatte mich gestern noch am Campingplatz mit einer Schweizerin unterhalten, die mit dem Fahrrad zum Nordkap unterwegs ist. Ihr Mann holt sie dort ab, hopefully. Sie hat noch stolze 650 Kilometer durch die Kälte vor sich, die Umleitungen noch nicht eingerechnet. Viele Tunnel sind für Fahrradfahrer gesperrt und sie müssen die alte Landstraße fahren. Diese führt dann über den Buckel durch dass das Tunnel gebuddelt wurde. Also meistens die Straße hoch und hinten wieder runter. Das habe ich mit dem Motorrad auch teilweise gemacht, aber halt mit Motorkraft. Wir haben uns zum Frühstück gesehen und noch ein paar Worte gewechselt. Ich: Gute sichere Fahrt nach Norden Sie: Gute sichere Fahrt nach Süden, oder.
Die Fähre von Skarberget nach Bognes fährt um 9:20 Uhr. Ich fahr um 7:30 Uhr vom Campingplatz los und die Fahrzeit beträgt 1 Stunden 50 Minuten. Anspruchsvolle Herausforderung. Um das sicher zu schaffen müsste ich immer ein paar Kilometer über dem Geschwindigkeitslimit sein. Das schafft man, wenn man sich hinter einen gut fahrenden Norweger klemmt, der seinen Radarwarner in Betrieb hat. Es war wieder eine einschöne Strecke und ich erwische sogar Sonntagmorgen einen Norweger, der das Pacecar macht.
Just in time komme ich am Schiffsanleger an. Das Schiff wird entladen und wir (Elise und ich) dürfen als Erstes wieder drauf fahren. Stehen sogar alleine am Oberdeck. Gang eingelegt und gesichert, kann die 30 Minuten Reise los gehen. Wieder runter, geht es schon wieder durch eine malerische Gegend. Super Wasserspiegelungen aufgenommen. Elise hat Durst. An der Tankstelle ein Zettel den ich dank Google Translation übersetzen konnte: Benzinpumpe kaputt, geht nur Diesel. Elise mag kein Diesel. Gut, ich fahre ja nicht auf dem letzten Tropfen und mit der Reserve komme ich ja noch 100 Km.
Es wird warm und die Füße dampfen. Ich habe meine dicken Schurwollsocken an. Kleiner Bachlauf rechts, ich werfe den Blinker an und fahre auf ein kleinen Parkplatz. Packe ein kleines Handtuch ein und gehe die Böschung runter zum Wasser. Stiefel aus und rein ins Wasser. Am Parkplatz stand ein Schild, dass man ein Permit für Lachsangeln benötigt.
Glaube mir, wenn einer vorbei gekommen wäre, hätte ich ihn mit blosen Händen gefangen.
Es war nicht mehr weit nach Saltstraumen, hier strömt das Wasser mit bis zu 20 Knoten, getrieben von Ebbe und Flut, in dass Fjord rein und raus. Man kann auf die Autobrücke gehen und sich das Spektakel von oben ansehen. Man kann dann auch runterspucken 😄. Ein Telefonat in die Heimat war nicht so prickelnd. War dann frustige und grantig drauf. Ich habe Hunger und bin wie gesagt ein bisschen grantig …. dieser Zustand treibt mich nach Bodo zur Tankstelle. Einen Kaffee, 3 Rosinensemmeln und ein Kakao später, geht es besser. Ich check mal nach einem Campingplatz weil 400 Km langen auch für heute.Læs mere
Tag 14 Bodø - Kjellingstraumen Fjordcamp
7. juli 2024, Norge ⋅ ☁️ 11 °C
Von Bodø aus geht es dir FV17 Richtung Süden, eine Traumstrasse. https://de.m.wikipedia.org/wiki/Küstenstra…
O-Ton Wiki: Zahlreiche Tunnel und sechs Fähren werden benötigt, um die 650 km zu überwinden. Der Polarkreis wird dabei auf der Fähre Kilboghamn–Jektvik überquert. Der Fv17 ist eine Alternative zur Europastraße 6 (E6) auf der Fahrt nach Norden nach Lofoten oder dem Nordkap wegen der landschaftlichen Schönheit.
50 Kilometer südlich vom Bodø finde ich einen total urigen Campingplatz. Inklusive total abgedrehten Besitzer. Er hat den ganzen Platz zum Abendessen eingeladen. Naja, er hat vielleicht 10 Stellplätze. Er hat einen Whitesalmon gefangen und mit Reis und Salat serviert. Kostenfrei. Das nenne ich mal einen feinen Zug. Ich habe noch eine Dose Bier bekommen. Auch kostenfrei. Die Übernachtung hat 18€ gekostet … ein Schnäppchen.
Er erzählte, dass gestern ein paar junge Leute da waren und mit ihm gefeiert haben. Dabei hat er Gras geraucht. Er meinte es wäre eine Selbstgedrehte Zigarette, da er nur Filter raucht. Man hat ihm gesagt, dass er gegen 2:00 Uhr in der Früh nackert in die Sauna gegangen ist und dann am Platz rumgelaufen ist. Und er hatte Kopfweh heute den ganzen Tag. Er hat sich heute von Campern aufklären lassen, was „Gras“ ist. Er hat jedem die Story aufs Auge gedrückt. Ich schau mir an wie die Sonne untergehen möchte, sie es aber nicht tut. Ein Spektakel das ich schon immer mal sehen wollte. Leider schieben sich dann doch noch Wolken kurz vor Mitternacht davor. Aber alles okay für mich. Um halb eins in der Nacht ist noch ein kleiner Schein durch die Wolken zu erkennen.Læs mere
Tag 15 Kjellingstraumen Fjordcamp - Nesn
8. juli 2024, Norge ⋅ ☁️ 10 °C
Ich werde durch den Mövenwecker um 6:00 Uhr wach. Sie schreit mir höllisch laut ins Ohr. Schade, dass man Möwen nicht essen kann oder hat einer von euch schon mal eine gegessen ? Ich schau nach oben und sehe am Zelt Himmel Regentropfen. Ich entscheide, ich lasse das aufstehen sein und lege mich nochmal hin. Gegen 7:30 Uhr muss ich doch raus zum Plumsklo. Ich versuche danach das Zelt ein bisschen trocken zu reiben und irgendwie in den Transport Sack zu stopfen. Der Rest wird auch gepackt und Elise beladen, Abflug. Es nieselt leicht und ich fahr die FV17 nach Süden. Habe ich schon Gewalt wie schon es hier ist. Zum Sonnen kommt man hier nicht her, sondern für die Aussicht, die Natur, die Luft und alles drumherum. Diese 650Km lange Küstenstraße alleine ist schon ein Erlebnis. Zwei Fähren liegen am Weg, bei der Ersten stehe ich in Poleposition neben 3 Holländer mit 12xx GSen , die reden nicht mit anderen Motorradfahrern. Dem am freundlichsten aussehenden drücke ich ein Gespräch rein. Das hat er jetzt davon. Er versucht sich diesem zu entziehen, aber ich folge ihm. Schließlich sucht er Schutz bei seinen Kollegen und kann nur noch holländisch reden. Selber schuld. Fähre dauert doch länger, Abfahrt verschiebt sich. Die Zeit habe ich mit Pommes überbrückt. Nicht so wie vom Mäckes , aber heiß und fettig. Zweite Fähre fährt von Jektvik nach Kilboghavn, hier überquert man den Polarkreis, die Weltkugel am Ufer zeigt es an. Natürlich wurde eine Durchsage gemacht und alle rumpeln auf die Backbord Seite. Das Schiff bekommt Schräglage und nun weiß ich auch warum Elise angegurtet wurde. Es gibt an Bord einen großen Aufenthaltsraum und einen ganz Kleinen. Ich denke der ist für VIPs oder 1. Klasse, nee für Hundebesitzer mit ihren Fellnasen. Ich bin kurz am überlegen ob ich als Hundling auch da rein muss. Zwischendurch Schaukel ich ein bisschen und gehe dann Lego spielen. Nein ich habe keinen Joint geraucht. Es ist für Kinder Unterhaltung gesorgt. Ich unterhalte mich mit Dänen und Norweger, Deutsche wollen nicht mit mir reden. Vielleicht liegt es an meinem Geruch, die Dusche ist schon ein paar Tage her.
Ich fahre an einem Rastplatz vorbei der eine stylischer Toilette hat und ein Denkmal für ein gesunkenes Norwegisches U-Boot , dass auf eine deutsche Seemine gelaufen - I feel sorry.
Am zweitgrößten Gletscher von Norwegen vorbei. Er ist 370 Quadratkilometer groß.
Ich checke mal Google und finde den Campingplatz Topcamp Havblikk - Helgeland in ungefähr 50 Km. Gutes Timing, kauf noch was im Supermarkt und dann ab zum Platz.
Aufbauen, Essen machen vielleicht duschen, aber auf jeden Fall Wäsche waschen.
Hier gibt es wieder laute Rockmusik auf der der Toilette, damit man die Geräusche vom Nachbarn nicht so mitbekommen. Das habe ich schon auf einigen Campingplätzen erlebt, gut nicht bei dem mit den Plumpsklo. Ich bin hier alleine auf der Toilette und kann so laut sein wie ich will ….
Ich habe in der Gemeinschaft Küche noch einen netten Plausch mit einem älteren Schweizer Ehepaar, die seit 3 Monaten unterwegs sind. Sie wollen von Zürich zum Nordkap. Mit dem Fahrrad ! Daumen hoch ! 👍Læs mere
Tag 16 Nesna - Namsos
9. juli 2024, Norge ⋅ ☁️ 13 °C
Eigentlich habe ich supa geschlafen, es sind nur ein paar Jugendliche (was für ein Schimpfwort) gegen 3:00 Uhr heim auf dem Zeltplatz gekommen und dachte, dass sie alleine wären. Irgendwo muss es scheinbar free Alkohol gegeben haben, die waren gut voll. Ich denke mir immer, nach dem Aufstehen Wäsche nicht vergessen. Ich habe gestern gewaschen und diese im Trockenraum aufgehängt. Vor ein paar Tagen habe ich mein Handtuch auf einem Campingplatz zurück gelassen. Snief. Es geht mir wieder besser, die letzten Tage war ich nicht sooooo Supa drauf. Ich glaube ich muss mehr Bier trinken oder mehr Kurven fahren. Oder liegt es an den Sonnestunden die abgehen. O oder meine Sonnenblumen 🌻 gehen mir. Mal sehen wie das Wetter im weiteren Verlauf ist.
Erste Fähre ist gleich 5 Minuten vom Campingplatz entfernt. Ich habe mich dort mit einem Schweden unterhalten der jetzt in Norwegen lebt und die Fahrbahnmarkierungen macht. Nur die normalen dünnen Striche darf er machen, hat er mir gesagt. Sie finden, dass es einfach viel zu viele Wohnmobile sind die die Gegend überfluten. Vorallem Deutsche, Italiener und Spanier neben den Norwegen und Schweden.
Natürlich haben sich auch Österreicher, Franzosen, Dänen und Schweizer hierher verirren, auch ein Engländer, Slowenen und Tscheche kommen hier her. Die Lofoten sind ganz schlimm zur Zeit. Das stellen sich die Wohnmobilfahrer (auch ein Schimpfwort) in Einfahrten und auf privaten Grund. Selbst auf der Straße parken sie, dass er keine Striche mehr malen kann. Es gibt Problem mit der Versorgung und dem dagelassenen Müll. Gut, dass ich die Lofoten ausgelassen habe. Die Regierung überlegt, wie man das reglementieren kann. Also ein Geheimtipp an alle Wohnifahrer, ihr könnt jetzt noch die Gegend überfallen und alles zumüllen.
Die Fähre ist fast eine Stunde gefahren, ich konnte dabei den letzten Pinguintag machen. Also zwischen Aussicht gucken und Handy gucken und tippen.
Ich habe die 3 Holländer wieder getroffen, dieses Mal haben sie mit mir geredet. Also, so schlimm sind die 12xx GS Fahrer gar nicht.
Es gab zwischendurch wieder einen Kaffee und Rosinensemmel bei Circle K mit den obligatorischen Flatratekaffee und natürlich ein bisschen (viel) Regen. Dank Strampelanzug bin ich trocken und leuchte wie ein Glühwürmchen. Da kann man nicht so viele Fotos machen. Das bleibt alles in meinem Gedächtnis, ich Hasenhirn. Die Sonne ist dann doch noch rausgekommen und ich wedel durch ein Tal, Elise freut sich sackrisch. Man könnte an jeder Ecke anhalten und Fotos machen. Jeder Meter sieht einfach fantastisch aus auf der FV17. Ich mache Inselnhopping und fahr wieder mit der Fähre weiter. Bei der letzten Fähre habe ich den Schlagbaum noch runtergehen sehen, aber ich war zu spät dran. Man kann halt beim Motorradfahren die Abfahrzeiten nicht checken um ggf. noch einen dahintritschelnden Norweger überholen.
Es war nur 40 Minuten Wartezeit bis zur nächsten Fähre. Es ist fast wie Busfahrten in München. Auf der Fähre musste man wieder das Motorrad festgurten. So alte ranzlige und verrostete Gurtschlösser habe ich noch nie gesehen, wie hier. Memo an mich : das nächste mal eigenen Gurte mitnehmen. Wieder runter in der Pole, und Abflug durch den nächste Fjord, talrauf , talrunter, Tunneln rein, Tunnel raus …. Ich gase … so muss sich Surfen auf der perfekten Wellen anfühlen. Ich mache eine Pause und checke Campingplätze, dabei esse ich genüsslich eine lange Wurst. Ja ich weiß mit Essen spielt man nicht.
Ich habe einen gefunden in Namsos direkt neben dem Flughafen. Ich fühle mich heimisch, weil Haimhausen ja auch Flugzeuge hat.
Nach dem Aufbau düse ich nochmal weg in den Supermarkt. Entrecote, Champions, eine Gemüse Zwiebel, Bulgursalat und ich kann es fast nicht sagen ….. zwei Dosen Bier. Zu meiner Entschuldigung, heute Abend ist Fußball Halbfinale.
Lecker gekocht, abgewaschen, zweiten Satz Merinounterwäsche gewaschen, spazieren gegangen, mit Elke telefoniert, Motorradkette gepflegt, Motoröl nachgesehen, Fußball angucken, Bierdose trinken, Pistazien essen. Ich habe fertig.Læs mere
Tag 17 Namsos - Trondheim
10. juli 2024, Norge ⋅ ☁️ 14 °C
Nach dem Fußballspielgucken wollte ich eigentlich früher ins Bett gehen, doch nachdem die Kinder ihr Kettcar abgeben mussten, weil die Rezeption um 23:00 Uhr schließt, sind sie lautstark über die Zeltwiese gelaufen und haben gespielt. Deutsche Kinder sitzen eher am Handy und zocken, die norwegischen und schwedischen Kinder spielen draußen mit Steinen und Stöcken. Bemerkenswert. Der Nachteil war halt, dass mein Zelt mitten in ihrer Spielfläche war, so dass ich dann noch eine Runde über den Campingplatz gegangen bin und hab mir auch noch den angrenzenden kleinen See angesehen. Um 23:15 Uhr hat man noch die Sonne gesehen hier südlich vom Polarkreis geht sie nun wieder unter und wir haben etwa dreieinhalb Stunden „Nacht“. Da wird es aber auch nicht richtig dunkel.
5:30 Uhr in der Früh hat mich doch wieder eine Drecksmöwe geweckt. Schreit mir doch direkt ins Ohr und ich bin wach. Wenn ich schon mal wach bin, bin ich mit Unterhose und T-Shirt zum Waschhaus auf die Toilette und hab mich nochmal hingelegt und ein bisschen schluferratzi gemacht.
Aufstehen, Frühstück im Gemeinschaftsraum gemacht, zusammen gepackt, Zähne putzen und noch eine kleine Runde über den Platz.
Abflug zur Tanke, Elise bekommt auch was zum Frühstück, feinstes bleifrei und ich einen Flatratekaffee. Ich hab nicht ganz aufgepasst, dann hat mich mein Navi doch einen anderen Weg gelotst, den ich eigentlich nicht fahren wollte. Es war die E6 sowas ähnliches wie eine gut ausgebaute Bundesstraße. Eigentlich wollte ich westlicher eine kleinere Straße lang fahren. Ich hab das Missgeschick aber zu spät gemerkt und war dann schon eine Weile unterwegs, so dass es sich nicht mehr gelohnt hat umzukehren. So bin ich auf der E6 weitergefahren zwischen ganz vielen Wohnmobilen und LKWs. Ich hab mir gedacht, bis Trondheim schaff ich das schon und es muss auch mal wieder eine langweilige Strecke geben, wo man nur geradeaus fahren muss. Kurven sind besser und die kommen auch wieder.
Es ist schon sehr interessant, ich sehe immer wieder Hundebesitzer, die mit ihrem Hund direkt an der Landstraße spazieren gehen. Auch schiebt die eine oder andere Mutti den Kinderwagen an der Landstraße entlang. In meinen Augen ist es schon ein bisschen gefährlich. Aber vielleicht liegt es daran, dass die norwegischen Autofahrer sehr, sehr langsam und sehr sehr vorsichtig unterwegs sind. Sie haben zum Beispiel die Angewohnheit, wenn sie überholt werden, dass sie dann bremsen damit der Überholer schneller vorbeikommt. In Deutschland nicht vorstellbar, da tritt jeder BMW oder Mercedes Fahrer erst mal aufs Gas und sagt : Du überholst mich jetzt nicht !
Die Landschaft ringsrum sieht wieder aus wie im Allgäu. Es ist richtig schön hügelig und es ist richtig schön grün. Ein See links, ein See rechts. Ich glaub, die Norweger wissen gar nicht wie schön sie es hier haben und wie viel Bäume und wie viel Grün sie haben.
Kurz vor Trondheim sehe ich das Schild zum Campingplatz Ich fahre ab von der E6 und folge der Beschilderung zum Campingplatz Storsand Gård Camping. Dort angekommen frage ich, ob sie denn einen Spot für mich übrig haben für ein Zelt. An der Rezeption lachen Sie und sie sagen, sie haben viele Plätze für mich frei. (27€)
Es ist irgendwie kurz nach zwei, und es wird schon ganz ganz dunkel. Ich baue das Zelt auf und es tröpfelt schon. Ich schwinge mich ganz schnell auf die Elise und fahr zum nächsten Supermarkt, um mir mein Abendessen und etwas für Frühstück zu besorgen. Im Regen fahr ich wieder vom Supermarkt nach Hause und lade gleich alles in der Gemeinschaftsküche ab. Fast alle Campingplätze hier in Nordik haben Gemeinschaftsküchen und Gemeinschaftsaufenthaltsräume. Dort treffen sich die Norweger und Schweden und brutzeln ihr Essen oder spielen am Abend Karten und unterhalten sich. Das mag wahrscheinlich daran liegen, dass draußen die Mücken nach frischem Blut unterwegs sind oder die Temperaturen sind so, dass man nicht unbedingt draußen vor dem Zelt sitzen möchte.
Ich habe mir heute ein besonderes Soulfood gemacht, zumindestens nenne ich es so. Es gab wieder mal ein Entricote, Scampi dazu, also Surf and Turf, Wokgemüse aufgepeppt mit Erdnüssen und eingelegtem Feta Käse. Dazu gab es natürlich eine Dose Bier. Ich muss ja nicht mehr fahren heute. Es ist 16:00 Uhr und es regnet fürchterlich draußen. Ich bleib noch 2 Stunden in der Gemeinschaftsküche sitzen. Ich habe mir in der ZDFmediathek einige SOKO Krimis runtergeladen und ich schau mir einen Film an, während ich dem Regen durch das leicht geöffnete Fenster zusehen kann.
Abgespült und den Film fertig angeguckt, packe ich alles zusammen und geh durch den Regen zurück zum Zelt. Schnell husche ich in das Zelt hinein und richte mein Schlafabteil her. Den ganzen Rest werfe ich quasi in meinem Wohnzimmer und Abstellraum und lass es gut sein. Für heute Abend gibt es noch ein bisschen Office time und einen Krimi aus der Mediathek.
Mir geht es gut und ich freu mich, dass ich am Leben bin.Læs mere
Tag 18 Trondheim - Magnillen Camping
11. juli 2024, Norge ⋅ ⛅ 15 °C
Supa … endlich wieder fahren, das rumlaufen in den Stiefeln in Trondheim ist schon schwer gewesen. Ich fahre aus der Stadt raus und komme, weil ich dem Navi gesagt habe - Abenteuer Tour - über kleine kurvige Straßen, Hügel rauf, Hügel runter an einen kleinen See mit Hafen vorbei. Pause mache, Banane verdrücken. Habe festgestellt, ich trinke wieder viel zu wenig. Ich bin nur am gasen. Gut, dass ich noch eine Dose Bier in TopCase habe von gestern. Gibt es dann zum Abendessen.
Halt …. Apropos Abendessen, ich brauche noch etwas zum Essen für heute Abend und meine 1 kg Müsli Packung vom Müller Markt ist heute auch in Trondheim zu Ende gegangen.
So wie bei Tankstellen, muss man auch wegen dem Supermarkt aufpassen. Die sind außerhalb größerer Orte dünn gesägt. Weiß gar nicht, wie es die Norweger machen mit einkaufen. Entweder angeln sie sich das Essen oder sie schießen es. Ich habe ein Müsli, Hafermilch und Schweinelende gekauft. Von gestern ist noch ein bisschen Wokgemüse übrig und die Erdnüsse mit Jalapeno Geschmack. Da zauber ich wieder was. Mit dem Motorrad kann man nicht so viel mitnehmen und mit Kühlung geht gleich gar nix. Also alles just in time. Kaufen - zubereiten - essen/trinken.
Es ist wieder Fähre angesagt. Ui, siehe da, ein Münchener. Eine dick und vollgepackte BMW 1200 GS. Expedition Koffer, Expedition Topcase, obendrauf noch satt Taschen. Ich halt am Fähranleger an und sage „Servus“. Fast so wie Bully im Schuh des Manitu. Ja, genau … 1200 GS … die beiden gucken mich an, als ob sie noch nie einen Nordkapbezwinger gesehen hätten und drehen sich wortlos um.
Das lasse ich ja nicht auf mich sitzen und quatsche den Biker auf der Fähre nochmal an. Ich parke an Bord direkt hinter ihnen, da kommt raus dass er aus Ungarn ist und nur in München arbeitet und das Bike ausgeliehen hat für die Fahrt mit seiner Freundin hier hoch. Wir fachsimpeln 50% auf deutsch, 40% auf englisch und 10% ungarisch. Weil ich ja so gut Ungarisch spreche … Ich kenne grad Paprika Chips ungarische Art und den Film „I ch denke oft an Piroschka“. Wir reden noch ein bisschen über die Reifen, das zelten und natürlich das Wetter. Runter von der Fähre sehe ich ein Schild Gokartbane … hier in the middle of nowhere eine Gocartbahn? Über 100 Kilometer weg von Trondheim. Habe das mal gegoogelt, richtig eine Bahn zum Kurven drehen. Irgendwann geht es rechts weg, eine sehr schmale Straße lang. Wenn ich ehrlich bin, möchte ich mit meinem Wohnwagen nicht zu dem Campingplatz fahren. 10 Km durch ein Geschlängel von Kurven, hin und wieder mal eine Ausweichstelle. Selbst für zwei Motorradfahrer mit Koffer die sich begegnen ist die Straße zu schmal.
Da ist er ja, der Campingplatz. An der Rezeption ist keiner, aber eine Handy Nummer die man anbimmeln sein. Das geheime Wifi Passwort hängt auch an der Tür. Ich rufe an, die nette Dame am Telefon sagt : help yourself …. we see us later.
Ich suche mir ein Platz am Wasser und bin glücklich. Ich sehe genau auf den kleinen Hafen. Ich liege in meinem Vorzeltbereich und mache mein Office und guck aufs Wasser und knabbere ein wenig an dem scharfen Erdnüssen.
Ein kleinen Spaziergang später bekomme ich hunger. Eine Bank und Tisch ist in der Nähe und ich bau meine Küche auf. Der kleine Campingplatz ist voll mit Fischern, oder sagt man Angela, keine Ahnung. Auf jeden Fall schauen mir die Männer zu, wie ich mein Abendessen zubereiten.
Ich übertreffe mich wieder selber mit dem Abendessen. Zumindest einmal am Tag haue ich rein, wenn ich schon den ganzen Tag das Essen und Trinken vergesse vor lauter Gegend ansehen und gasen.
Heute Abend gibt es noch einen Krimi aus der ZDF Mediathek und den Rest vom Bier.
Ich glaube ich werde wieder supa in meinem Zelt schlafen.
Ach …. Ganz wichtig …. es hat heute nicht geregnet.Læs mere
Tag 19 Magnillen Camp - Atlantikstrasse
12. juli 2024, Norge ⋅ ☀️ 14 °C
Jeden Morgen das gleiche, was soll ich euch sagen. Zusammen räumen und packen, frühstücken, aufsatteln, Abfahrt. Ich bin wieder klitzekleine Straßen lang gefahren, gerade so breit, dass ich gut durchkomme. Die Straße hat ungefähr alle 50 m eine Ausweichstelle die mit einem blauen Schild markiert ist, so dass man wenn man eine entgegenkommendes Auto sieht, weiß wo man ausweichen kann. Am späten Vormittag bekomme ich wieder Hunger und an einer Tankstelle bekomme ich wieder ein Hot Dog. An der Tankstelle sehe ich auch die Rasenmähergang von der Gemeinde, die gerade eine Pause macht. Ich hab beim Kiwi Supermarkt noch ein paar Kleinigkeiten für Mittagessen eingekauft. Alles just Time, kaufen, essen, fertig. An dem letzten Campingplatz hat mir einer der Gäste ein Gespräch aufgedrückt, er wollte zeigen, dass er Skandinavienkenner ist und hat mir alles von der Gegend erzählt. Nachdem wir uns einig waren, dass die Lofoten von Wohnmobilen überlaufen ist, sagt er mir, dass die Atlantikstraße dann auch eine Enttäuschung für mich sein wird.
Ich war also auf alles gefasst, wie ich die letzte Kurve genommen habe und zu diesen 8 km langen Stück unterwegs war. Hier werden die kleinen Inseln von kleineren und größeren Brücken zusammengehalten, wie Perlen auf einer Schnur. Es war die Strecke so wie ich es schon gelesen hatte und mir in etwa der Camper erzählt hat. An jeder freien Stelle, auch wenn die Leitplanke nur 3 - 4 m unterbrochen war, stehen Camper kreuz und quer teilweise mit ausgepackten Tischen an der Straße. So viel Wohnmobile auf einem Haufen habe ich nur gesehen, wenn beim Freistaat Glück in Sulzemoos im Herbst Hausmesse ist. Ehrlich gesagt, es war nicht mehr schön anzusehen. Ich bin trotzdem die Straße einmal auf und einmal abgefahren, ich dachte mir, wenn ich schon mal da bin, muss ich mich auch in den Stau stellen und diese besondere Küstenstraße ansehen. Ich halte an und mach eine kleine Pause. Es gibt Nudelsalat und ich habe mir eine Coca-Cola gegönnt und danach ein Doppelriegel Mars zur Nachspeise.. Dabei studiere ich die Landkarte. Ich sehe, das eine klitzekleine Straße von Insel zu Insel windet und diese bin ich dann gefahren. Ganz alleine unterwegs auf der Straße, komme ich durch kleine Fischerdörfer und kleine Ferienhaussiedlungen. Ich bin fast bis ganz ans Ende gefahren. Die letzten 50 m sind ein Privatweg und nicht befahrbar. Es war ganz lustig ganz am Schluss von der Straße ist ein Spielplatz gewesen und Elise wollte eigentlich ein bisschen schaukeln gehen. Ich hab gesagt, dass sie zu schwer ist für die Schaukel. Sie war dann beleidigt und hat sich schmollend in einem Bushäusle verzogen. Ihr Hinterteil hat aber noch aus dem Bushäuschen raus gesehen. Nach der Pause habe ich mich dann auf dem Weg nach Kristiansund gemacht.Læs mere
Tag 19 Atlantikstrasse - Kristiansund
12. juli 2024, Norge ⋅ ☀️ 14 °C
Von der Atlantikstraße und der kleinen Inselstraße bin ich nun auf dem Weg nach Kristiansund. Ich fahr an ein paar VW Käfern vorbei und musste sofort umdrehen, um mir diese anzusehen. Es ist eine Vermietstationen. Hier kann man Vintage Fahrzeug mieten und mit ihnen durch die Gegend fahren. Es waren hauptsächlich Fahrzeuge von VW, also Käfer und alte Busse.
Wie ich so auf die Stadt zu fahren, sehe ich auf einmal, dass die Verbindung zwischen diesen beiden Inseln keine Brücke, sondern wieder ein Tunnel ist. Der Atlanterhavstunnel ist ein einröhriger Straßentunnel zwischen Kristiansund und Averøy in der Provinz (fylke) Møre og Romsdal. Er hat im Verlauf des Fylkesvei 64 eine Länge von 5779 Metern. Der tiefste Punkt liegt rund 250 Meter unter der Meeresoberfläche. Die Fertigstellung des Tunnels verzögerte sich durch einen Verbruch am 29. Februar 2008 (ungefähr am tiefsten Punkt) um ein Jahr.
Ich such mein Hotel, finde es und kann Elise in der Tiefgarage unterhalb der Polizeistation abstellen. Das Hotel gehört zur gleichen Kette, in dem ich auch am Nordkap war und ich habe einen 30 € Discount Gutschein bekommen, den ich hier eingelöst habe. Es ist ein vier Sterne Hotel , bin mir jetzt nicht genau sicher, für was die vier Sterne sind. Die Klimaanlage besteht aus einem Ventilator. Aber das Zimmer hat ein schönes Bad mit einer Badewanne. Hier kann ich mich endlich wieder mal herrichten und mir meine Beine rasieren ;-) Auch Wäschewaschen ist im Waschbecken dran. Ich starte zu einer kleinen Besichtigung Runde und laufe durch Kristiansund und schau mir die wenigen Sehenswürdigkeiten an. Es ist die Oper, die Kirche aus dem Jahr 1964, also mein Jahrgang und ein Aussichtsturm. Von diesem Aussichtsturm aus hat man einen wunderbaren Überblick über die Stadt und zur Stabkirche am anderen Ufer. Ich sehe einen pinkfarbenen Bus für die Stadtrundfahrt, Kletter hinein, aber merke dass heute am Freitag doch keine Stadtrundfahrt ist. Ich schlendere wieder abwärts den Hügel hinunter bis zum Hafen und sehe gerade wie das Schiff der Hurtigruten ausläuft. Und es kommt die alte kleine Oldtimerfähre, die zwischen den beiden Uferseiten pendelt. Flux noch in den Supermarkt gehüpft und aus der warmen Theke mir etwas zum Abendessen mitgenommen, was ich dann im Zimmer zu einem kleinen Bierchen gegessen habe. Noch ein bisschen Office Zeit, noch mal eine Dusche und dann das Bett genießen. Luftmatratze gibt es wieder die nächsten Tage.Læs mere
Tag 20 Kristiansund - Valldal
13. juli 2024, Norge ⋅ ☀️ 17 °C
Frühstücken, ich fresse eine Schneise ins Buffet. Das Management möchte gerne wissen wer das war. Mit dick gefüllten Backen halte ich mich ruhig. Frühstücksbuffet war klasse, das Zimmer auch. Es war ein 4* Hotel, und die Air Condition war ein Ventilator den ich im Schrank gefunden habe. Ich hole die Elise aus der Tiefgarage und fahre sie vor den Eingang und packe alles. Abflug. Über einige Megabrücken geht es raus aus der Stadt. Es ist früh und neblig, aber der Tag verspricht Sonnenschein. Zumindestens sagt es Wetteronline.de. Wieder ein sehr langes Tunnel unter dem Meer durch. Oft ist vor oder nach dem Tunnel ein Blitzer. Bloß nicht zu schnell sein, aber dieser blitzt nur von vorne. In Molde einen Flatratekaffee bei Circle K und Elise bekommt ein wenig Luft in ihre Schuhe. Gerade richtig rolle ich auf die Fähre und der Schlagbaum geht runter. Die Fähre geht von Molde nach Vestnes, 35 Minuten mit Italienern und Spaniern …. eine lustige Truppe. An Bord im Aufenthaltsraum sind Hunde und Fußballschuhe nicht erlaubt. Alle Touristen sind auf den Weg zum Geirangerfjord, das wird ja wieder lustig werden. Ich ziehe meine Fleecejacke aus und stopfe sie in den Packsack. Es wird warm heute, aber morgen verspricht das Wetter wieder Regenschauer.Læs mere
Tag 20 Valldal - Trollstigen - Valldal
13. juli 2024, Norge ⋅ ☀️ 18 °C
Leider ist der komplette Trollstigen wegen Erdrutsch gesperrt. Die ganze schöne kurvige Strecke mit den Serpentinen und Haarnadelkurven ist nicht befahrbar. Eigentlich hatte ich eine andere Route geplant nach Geiranger. Aber man kann von Valldal bis zum Touristeninformationszentrum Trollstigen fahren. Macht nichts, wenn ich schon mal da bin, mache ich wenigstens den Abstecher hoch auf den Pass. Das langt auch um da gewesen zu sein. Gesagt getan, ich tanke Elise und mich nochmal voll und pese die 35 km auf den Pass hoch. Es macht richtig Spaß die kurvige Straße ohne einem Auto vor einen zu fahren. Links und rechts immer wieder ein kleiner Wasserfall oder ein Bachlauf. Und es geht höher und höher. Die Berge hier sind schon imposant, die komplette Umgebung imposant. Ich komm oben am Besucherzentrum an, man sieht schon die Schranke, die die Weiterfahrt verhindert. Es sind jede Menge Busse und Besucher da, die durch das Informationszentrum geschleust werden. Ich mache ein paar Fotos und freue mich, dass ich doch zum Trollstegen hoch gefahren bin, auch wenn ich nicht die Serpentinen hinten wieder runterfahren konnte. Nach einem kurzen Stopp und einer kleinen Trinkpause geht es wieder talwärts. Wieder ist keiner vor mir und ich kann über die kurvige Straße gleiten, wie auf den Wellen einer Surferbrandung. Die perfekte Welle. Kurz bevor ich die 35 km vom Rückweg hinter mir habe, komme ich an riesengroße Erdbeerplantagen vorbei. Man glaubt kaum, dass bei dem kurzen Sommer hier so viel Obst und Gemüse wächst. Ich fahr nun zurück zu meiner geplanten Route und die Fähre Richtung Geiranger wartet schon auf mich. Es sind einige Motorräder auf der Fähre und zwei Jungs fragen mich, wo ich herkomme und wo ich hin will. Ich sage Ihnen, dass ich am Nordkap war und jetzt langsam wieder nach Hause fahr. Der Kleinere von den beiden sagte: Boah Nordkap, da will ich mit dem Motorrad auch mal hin.
Ich schmunzelte innerlich.Læs mere
















































































































































































































































































































































































































































































Rejsende
Nicht schlecht diese Kabine.Viel Spaß noch.