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Weltreise die Zweite

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  • Fast verloren am Tokyo Hauptbahnhof

    April 8, 2025 in Japan ⋅ ⛅ 15 °C

    Nachdem wir am Hauptbahnhof in Tokyo aus dem Shinkansen aussteigen, versuchen wir uns zunächst einmal zu orientieren.

    Das ist allerdings leichter gesagt, als getan, denn der Hauptbahnhof ist gigantisch. Mal eben den Bahnsteig wechseln ist nicht so einfach, da man erstmal die alte Fahrkarte einlösen muss, bevor man eine neue für die nächste Linie kaufen kann.

    Den passenden Schalter zu finden, ist beinahe wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen und hat man ihn dann endlich gefunden, steht dort oft alles nur auf Japanisch. Das macht es zusätzlich schwierig für ausländische Reisende, aber zum Glück gibt es ja Übersetzungsapps.

    Das Bahnnetz selbst ist eine Wissenschaft für sich. Es ist mit den unzähligen einzelnen Linien und unterschiedlichen Betreiber riesig. Bei der Größe der Metropole auch kein Wunder.
    Tokyo ist über die letzten Jahrzehnte immer mehr mit seinen Vororten verwachsen, was zur Folge hatte, dass sich die gesamte Infrastrukur in ein wirres Labyrinth vergrößert hat.
    Das Resultat ist ein kompliziertes Bahnnetz, mit dem man aber nahezu jeden Winkel Tokyos ohne Probleme erreichen kann.

    Wir müssen aber wohl sehr verloren ausgesehen haben, denn als wir mit Fragezeichen in den Augen vor einer Karte stehen, kommt uns eine junge Japanerin zu Hilfe.

    Nach einer Weile haben wir eine Idee, mit welcher Bahn wir weiterfahren müssen und wo wir das Zugticket kaufen können, denn unsere Unterkunft liegt mit etwa anderthalb Stunden etwas außerhalb von Tokyo in Saitama.

    Erleichtert seufzen wir auf, als wir dann endlich in der richtigen Bahn stehen. Sitzen ist nämlich gerade nicht möglich, da es mit beginnender Rushhour immer voller wird.

    Am Bahnhof in Saitama angekommen, steigen wir auch schon in ein kleines würfelförmiges Auto (japanische Fahrzeuge sehen meist sehr merkwürdig aus) um und werden von den Gastgebern zur Unterkunft gefahren. Das gehört hier einfach mit zum Service dazu.

    Wir sind froh, als wir endlich unsere Rucksäcke in unserem Zimmer abstellen können.
    Wir werden die nächsten Tage in einem traditionell japanischen Haus verbringen, was unter anderem bedeutet, dass wir auf dem Boden auf zwei japanischen Futons (Klappmatratzen) schlafen werden.

    Insgesamt gibt es 5 Zimmer in diesem Haus, welche alle vermietet sind. Die Wände sind sehr dünn und nicht schallisoliert. Man hört alles!
    Die Zimmer liegen direkt nebeneinander und sind vereinzelt mit einer Schiebetür verbunden, die aber mit Riegeln verschlossen sind. Das ist auch besser so. Es gibt eine einzige Dusche und eine separate Toilette für alle Gäste. In den kommenden Tagen werden wir wohl kaum Privatsphäre haben.
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  • Reizüberflutung pur: Tōkyō

    April 10, 2025 in Japan ⋅ ☁️ 19 °C

    Die nächsten paar Tage werden quirlig und schrill, denn es geht nach Tōkyō hinein.

    Da der Kaiserpalast als Residenz der kaiserlichen Familie dient und selbst nicht besichtigt werden kann, schauen wir uns nur ein wenig auf dem Außengelände um. Für eine überfüllte Tour in die kaiserlichen Gärten fehlt uns heute die richtige Motivation.
    Stattdessen machen wir uns auf den Weg nach Akihabara, einem der schrillen bunten Viertel Tōkyōs.
    Dort gibt es alles, was das Herz der Anime-Fans höher schlagen lässt. Gerade in solchen Vierteln jagt ein Extrem das Nächste. Überall blinkt es um uns herum und die Werbetafeln versuchen die Kunden nur so anzulocken. Teilweise ist der Bürgersteig brechend voll mit Menschen verschiedenster Nationen.
    Das ist Reizüberflutung pur und wir sind mittendrin.

    Eine Möglichkeit sich dem Gewusel zu entziehen, gibt es kaum. Wir besuchen zwischendurch zwar den Sensō-ji Shrine, den ältesten Schrein Tōkyōs, aber auch dieser ist gut besucht. Dennoch ist der Anblick des alten Bauwerks wunderschön und wir versuchen für 100Yen unser Glück und ziehen eine Glückskarte aus einem der vielen Ständer - bei Japanern sehr beliebt. Wir erfahren, wie viel Glück wir in nächster Zukunft haben werden. Wenn einem das Ergebnis nicht gefällt, kann man es vor Ort an einer spezielle. Schnur aufhängen und es erneut versuchen.

    Auch dem Meiji Tempel statten wir einen Besuch ab. Dieser Tempel liegt mitten in einem schönen Park, umrandet von uralten Bäumen. Japanische Tempel unterscheiden sich sehr von denen in anderen asiatischen Ländern. Sie sind weniger bunt und wirken dadurch sehr edel. Gesänge von Mönchen gibt es nicht.

    Die volle Dröhnung an Reizüberflutung bekommen wir an der Shibuya Scramble Crossing. Das ist die belebteste Kreuzung der Welt. Der Verkehr wird in alle Richtungen gestoppt und bis zu 3.000 Menschen überqueren innerhalb der zweiminütigen Grünphase kreuz und quer die Straße - und zwar auch diagonal. Man glaubt es erst, wenn man es mit eigenen Augen gesehen hat.

    Lara probiert nun auch endlich zum ersten Mal echtes Sushi, so richtig mit rohem Fisch 🐟. Es wird wohl nicht das letzte Mal gewesen sein.

    Abends sind wir einfach nur noch platt von den ganzen Reizen und freuen uns auf eine Mütze voll Schlaf. Leider will es in keiner einzelnen Nacht so recht funktionieren, was aber nicht an den japanischen Futons liegt.
    Vielmehr rauben uns die anderen Gäste den Schlaf. Bis spät in die Nacht wird telefoniert, Schiebetüren werden laut hin und her bewegt, Türen geknallt oder weit nach Mitternacht Geschirr in der Gemeinschaftsküche abgewaschen. Aron geht sichtlich genervt mehrfach nach unten und bittet sie leise zu sein. Auch Lara versucht ihr Glück. Leider vergebens.
    Der Höhepunkt allen Übels ist, als mehrere halbstarke Koreaner mitten in der Nacht total betrunken grölend zurückkommen und einer von ihnen über der Toilettenschüssel hängend wirklich alles gibt. Das muss wohl anstrengend gewesen sein, denn er schlief glatt dort ein und wurde durch das Hämmern seines Kumpels an der Tür geweckt. Es muss wohl eine schöne Schweinerei gewesen sein, denn am nächsten Morgen konnten wir die Schmierereien der groben Reinigung noch gut erkennen und putzten dann nochmal nach, damit man die (einzige) Toilette überhaupt benutzen kann.

    Das war wirklich zu viel. Da wir uns täglich bei den Gastgebern beschwert hatten, waren sie wirklich kulant und haben uns am letzten Morgen fast den gesamten Betrag unseres Aufenthaltes zurückerstattet.

    Kurz bevor wir Auschecken und zum Flughafen fahren wollen, bekommen wir eine Nachricht unserer Fluggesellschaft Westjet, dass unser Flug nicht stattfinden wird. Das ist genau das, was man ein paar Stunden vor Abflug absolut nicht bekommen möchte. Ein neuer Flugplan würde dann vielleicht in den nächsten 2 Stunden kommen.

    Da wir nicht auf heißen Kohlen sitzen wollen, und definitiv noch heute einen Ersatzflug wollen, wenden wir uns direkt an die Hotline. Dort erreichen wir zum Glück auch jemanden und wir bekommen einen Flug mit der Partnerairline Japan Airlines angeboten. Dies ist zwar kein Direktflug, aber er bringt uns zumindest mit nur 4 Stunden Verspätung an unser Ziel. Wir fahren also zum Flughafen….
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  • Stress am Flughafen / Flug nach Calgary

    April 12, 2025 in Japan ⋅ ⛅ 12 °C

    Den Flughafen Narita erreichen wir innerhalb 1,5 Stunden mit der Bahn, wir müssen insgesamt 3x umsteigen. Am Flughafen schauen wir, dass wir direkt zu einem Schalter von Japan Airlines kommen.

    Trotz der neuen Tickets, die wir von Westjet bekommen haben, kennt man uns dort aber nicht.

    Es wurden keinerlei Informationen von Westjet an Japan Airlines übermittelt. Die Angestellten von Japan Airlines sind aber sehr hilfreich. Wir bekommen zwischendurch sogar ein Telefon von ihnen, um uns nochmals mit der Hotline von Westjet in Verbindung zu setzen.

    Es folgen mehrere Gespräche, jedes frustrierender und widersprüchlicher als das vorherige und schließlich immer noch keine Lösung.

    Wir bekommen mittlerweile zwei Stühle von Japan Airlines direkt am Check-In Schalter hingestellt und sind sicherlich das Tagesgespräch der anderen Passagiere.

    Es läuft alles darauf hinaus, das Westjet sich, trotz des stornierten Fluges, aus der Verantwortung ziehen will und es dort keinen interessiert, dass offenbar etwas mit den neuen Flugtickets über Japan Airlines nicht geklappt hat. Die Damen der Hotline bei Westjet haben übrigens alle einen sehr starken indischen Akzent und sind für uns kaum zu verstehen. Das Gespräch wird unsererseits mit der Zeit immer lauter. Westjet ist es egal, wenn wir die Nacht am Flughafen verbringen… Man schiebt die Verantwortung sogar zwischenzeitlich auf Booking.com, über die wir den Flug ursprünglich gebucht hatten - bekloppter geht es nicht mehr.

    Nach fast 3 Stunden schließlich die Erlösung. Nachdem wir mittlerweile mehrere (immer super freundliche) Mitarbeiter von Japan Airlines involviert haben, schafft es jemand von denen, einen kompetenten Mitarbeiter bei Westjet zu finden, der uns endlich neue Tickets ausstellt. Und es klappt 🙏!!

    Last Minute sozusagen kommen wir doch noch heute in ein Flugzeug und sind einfach nur froh, dass dieser Stress vorbei ist.

    Westjet ist bei uns jedenfalls Geschichte, mit denen fliegen wir besser nicht mehr!
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  • Kurzer Zwischenstopp Vancouver

    April 12, 2025 in Canada ⋅ 🌙 9 °C

    Zwischenlandung in Vancouver.
    Hier müssen wir durch die fast vollautomatische Immigration und bekommen 3 Monate Aufenthaltsrecht in Kanada 🇨🇦. Danach geht es zum nächsten Gate, wo wir nun tatsächlich in eine Maschine von Westjet einsteigen. Gegenüber Japan Airlines wirkt hier alles gestresst, es gibt im Flieger nicht einmal genug Gepäckfächer. Irgendwie wirkt jeder aggressiv. Ob die wohl alle dasselbe wie wir hinter sich haben? Egal - die sollen uns nur sicher nach Calgary bringen…Read more

  • Ankunft in Calgary 🇨🇦

    April 12, 2025 in Canada ⋅ ☁️ 1 °C

    Endlich kommen wir in Calgary an. Da wir die Immigration bereits in Vancouver erledigt haben, können wir direkt zu unserem Gepäck und weiterziehen.

    Wir haben bei dem langen Flug über den Pazifik übrigens die Datumsgrenze überschritten. Witzigerweise haben wir trotz des langen Fluges eine kleine Zeitreise gemacht und sind technisch gesehen vor unserer Abflugzeit gelandet. Die Zeitverschiebung beträgt 15 Stunden, aber nach hinten 😜. Der 12.April wird für uns ein 39 Stunden Tag und es graust uns vor dem kommenden Jetlag!!

    Dazu kommen Temperaturen um den Gefrierpunkt und pünktlich als wir das Flughafenterminal verlassen, fängt es selbstverständlich an zu schneien ☃️
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  • Vorbereitungen und Leihwagen abholen

    April 14, 2025 in Canada ⋅ ☀️ 11 °C

    Wir streifen zunächst zu Fuß und mit Bus & Bahn durch Calgary. Uns gefällt die Stadt auf den ersten Blick aber nicht besonders. Es wirkt alles sehr kühl (es ist ja auch kalt) und nicht sehr einladend. Überall sind große Zäune oder Gitter an den Häusern, alles ist etwas besser abgesichert. Es gibt viele Obdachlose und leider auch die Drogenszene mit Fentanyl und Meth.

    Es gibt aber zumindest eine tolle Uferpromenade mit schönen Brücken, sowie ein paar schöne alte Gebäude.

    Unsere Unterkunft liegt aber in einer eigentlich recht guten Gegend und das Haus ist gepflegt. Allan, unser Gastgeber passt auch gut auf uns auf 😅 Für den anstehenden Roadtrip leiht er uns z.B. eine Dose Bärenspray, in der Hoffnung, dass wir sie nicht brauchen werden.

    Wir müssen noch ein paar Dinge besorgen. Zunächst bei Decathlon günstige Wanderschuhe, nebst dicken Socken und lange Unterwäsche. Es verspricht schließlich kalt zu werden in den Rocky Mountains. Dazu einen kleinen Gaskocher.

    Am nächsten Tag können wir dann unseren Leihwagen abholen. Einen Toyota 4Runner, mit Allradantrieb und reichlich Platz im Heck um darin zu schlafen.

    Nachdem das Heck vermessen ist, kaufen wir im Walmart eine Luftmatratze, einen wärmedämmenden Topper und gleich mehrere Decken. Das sollte reichen um bei Minusgraden durch die Nacht zu kommen.

    Eine kleine Kühltruhe und 2 Campingstühle waren beim Auto mit dabei. Nun nur noch Lebensmittel einkaufen und es kann losgehen durch die Wildnis Kanadas 🍁
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  • Ab in die Wildnis Kanadas

    April 15, 2025 in Canada ⋅ ☁️ 8 °C

    Der 4Runner 🚙 ist gepackt, die Kühlbox gefüllt. - es kann losgehen! Wir fahren westlich aus Calgary raus, immer den Trans Canada Highway entlang, der sich horizontal durch das gesamte Land schlängelt. Man könnte meinen, es gibt nur diese eine Straße.

    Bereits kurz hinter der Stadtgrenze tauchen die majestätischen Rocky Mountains vor uns auf. Die Bergspitzen schneebedeckt. Es ist nur knapp über 0 Grad.

    Wir fahren heute die 150km bis in den Banff Nationalpark hinein, dort haben wir uns für die ersten beiden Nächte einen Platz auf dem einzigen, zur Zeit geöffneten Campingplatz reserviert. Es ist Vor-Saison, deshalb ist vieles wegen dem winterlichen Wetter noch geschlossen oder schlichtweg nicht passierbar.

    Wir machen an verschiedenen Lookouts halt und genießen die Aussicht auf die eisigen Berge und Täler. Am Parkeingang angekommen, kaufen wir uns einen Explorer-Pass, der uns unbegrenzten Eintritt in alle kanadischen Nationalparks gewährt. Inzwischen sind wir auf über 1.100 Höhenmeter.

    Am Lake Minnewanka, der komplett zugefroren ist, unternehmen wir eine kurze Wanderung zu einer Brücke über einem Zulaufffluss aus den Bergen. Das Wasser ist unglaublich klar und wäre es nicht so eisig kalt, würden wir gern hineinspringen. Überall finden sich nun bereits Warnschilder wegen Bären und Wölfen.

    Unser Campingplatz liegt auf einen kleinen Plateau mit Aussicht auf das Tal, unweit des Städtchens Banff. Noch am Abend bekommen wir Besuch von einem Erdhörnchen, Big Horn Sheeps und mehreren kleinen Hirschen, sowie Elks, wie man hier die großen Wapiti-Hirsche nennt. Die eigentlichen Elche gibt es
    hier natürlich auch. Die Braunbären, bzw. Grizzlys kommen nun langsam aus dem Winterschlaf. Es gehört aber viel Glück dazu, überhaupt welche zu sehen.

    Vor dem Schlafengehen pumpen wir die Luftmatratze auf und richten unser Bett im Auto her. Für die Fenster haben wir uns im Secondhand-Geschäft noch schwarzen Stoff besorgt, welcher auf einer Schnur ringsum im Heck aufgehängt, für Sichtschutz sorgt. Alles nur improvisiert - reicht aber um zu schlafen.

    Das Abendessen wird auf unserem kleinen Primus Kocher zubereitet. Wir müssen uns nun etwas umgewöhnen. Hatten wir in Australien zwei Kochplatten und eine gut ausgestattete Küche in der alles seinen festen Platz hatte, so müssen wir nun mit nur einer Platte auskommen und der spärliche Rest unseres Equipments lagert in Plastiktüten 😅. Die nächsten 3 Wochen, so lange haben wir hier das Auto, werden also ein bisschen chaotisch.
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  • Banff - Johnston Canyon

    April 16, 2025 in Canada ⋅ ☁️ -1 °C

    In der ersten Nacht fällt etwas Neuschnee, was uns überrascht. Hätten wir es gewusst, hätten wir das Beifahrerfenster sicherlich nicht einen Spalt offen gelassen 😅 Der warme Kaffe am Morgen schmeckt dafür umso besser.

    Wir machen uns von Campingplatz auf einer erste Wanderung durch die nähere Umgebung. An den vielen Schnee und die Glätte müssen wir uns erst noch gewöhnen. Aron legt sich direkt mal lang.

    Im Städtchen Banff schauen wir uns etwas um. Uns ist es aber viel zu touristisch. Ein Foto mit dem Schriftzug der Stadt muss aber dennoch sein.

    Von einem Aussichtspunkt hoch oben im Skigebiet genießen wir noch einen tollen Panoramablick hinunter in die Stadt.

    Für heute reicht es uns - der Jetlag hängt uns noch ganz schön in den Knochen und wir haben schlecht geschlafen. Also geht es zurück ins Camp und ab ins warme Bett.

    Nach einer schneefreien Nacht geht es in den Johnston Canyon. Die Wanderung zu den unteren und oberen Wasserfällen misst ungefähr 5km hin & zurück. Dabei geht es auf einem Metallsteg in teils einiger Höhe durch den Canyon, der mit extrem klaren und rauschenden Wasser gefüllt ist.

    Alles ist komplett vereist und so müssen wir uns immer wieder am Geländer entlanghangeln um nicht auszurutschen. Auch die Wasserfälle gleichen einem Eisschloß - ein toller Anblick. Zi dieser Jahreszeit ist es hier auch nicht so voll und wie immer scheuen viele Besucher des Nationalparks die, wenn auch kurzen, Wanderungen.
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  • Lake Louise mit 2 Grizzly-Bären 🐻

    April 18, 2025 in Canada ⋅ ☁️ 7 °C

    Auf dem Weg durch den Nationalpark halten wir an der Morant‘s Curve. An dieser Stelle schlängelt sich die Bahnlinie durch das Tal am Fluss entlang. Wir warten geduldig auf einen Zug und werden belohnt.

    Da man in den kanadischen Nationalparks verständlicherweise nicht wild campen darf, fahren wir zum nächsten Campingplatz bei Lake Louise. Auch hier werden wir 2 Nächte bleiben.

    Es ist schon spät am Nachmittag, deshalb gehen wir heute nur noch zu der Touristeninfo des kleinen Ortes und versorgen uns dort mit den notwendigen Informationen zu den Wanderwegen in der Gegend.

    Ein Jogger erzählt uns auf dem Rückweg zum Camp von einem Braunbären, einem
    Grizzly, den er einen Kilometer weiter gesehen haben will. Tatsächlich kreuzt kurz darauf auch ein Ranger-Fahrzeug auf und fährt die Straßen um den Campingplatz auf und ab - verschwindet kurz darauf aber wieder.

    Da wir uns noch ein wenig die Beine vertreten wollen, gehen wir auch noch eine kleine Runde.
    Das Bärenspray ist natürlich immer mit dabei - man weiß ja nie. Der Campingplatz liegt nur einen Kilometer außerhalb der Ortschaft und ist dicht umgeben von Nadelbäumen.

    Tatsächlich stolpern wir fast über den Grizzly, den Lara etwa 20m abseits der Straße unter einem Baum liegend entdeckt. Eigentlich wären wir vorbeigegangen, hätten wir nicht gezielt - und nervös- in alle Richtungen nach Bären Ausschau gehalten.

    Eine Begegnung mit einem Bären ist absolut zu vermeiden! Gerade jetzt im Frühling kommen sie eben erst aus dem Winterschlaf und sind entsprechend hungrig. Grizzlys sind gegenüber Schwarzbären deutlich größer und gelten auch als viel angriffslustiger. Bei Wanderungen soll man bewusst Lärm machen oder zumindest eine Bärenglocke mit sich führen, die unentwegt Geräusche macht - damit es gar nicht erst zu einer Begegnung kommt.

    Der Bär entdeckt uns sofort und hebt den Kopf. Er wird uns schon lange vorher bemerkt haben. Wir versuchen uns entsprechend zu verhalten, entfernen uns langsam rückwärts von ihm weg. Er bleibt zum Glück ganz ruhig. Würde er angreifen, hätten wir keine Chance. Notfalls käme das Bärenspray zum Einsatz - ein starkes Pfefferspray mit knapp 15m Reichweite, aber auch das ist keine Garantie, dass der Bär von einem ablässt.

    Wir sind mit 20m Entfernung wirklich viel zu dicht an dem Bären dran. Aber es geht alles gut. Der Bär bleibt wo er ist und wir gehen zurück zum Campingplatz und drehen uns mehr als nur einmal nach hinten um.

    Wir freuen uns nun erstmal mal wieder sehr aufs Bett - der Jetlag ist wirklich anstrengend. In Japan ist es 15 Stunden später als in Kanada, was wirklich alles an unserem Schlafrythmus durcheinander bringt.

    Am nächsten Morgen schnüren wir die Wanderschuhe und machen uns bei knackigen minus 5 Grad auf den Weg zum Lake Louise. Man könnte die 6km auch hinfahren, wir gehen aber lieber. Der Weg führt uns zunächst bergauf der Straße entlang, dann über eine alte Bahnlinie, die heute für den Wintersport genutzt wird - mitten durch die kanadischen Wälder. Wir versinken immer wieder etwas im Schnee, was das Gehen schwierig macht. Die Landschaft ist einfach herrlich. Die Bear-Bell 🐻 🔔 ist natürlich immer dabei und klingelt fleißig bei jedem Schritt mit.

    Der Lake Louise, eigentlich ein Postkartenmotiv mit kristallklaren blauen Wasser, ist zu dieser Jahreszeit noch zugefroren. Viele Besucher tummeln sich auf dem See, die Eisschicht ist über einen Meter dick.

    Wir gehen noch etwas weiter und wagen uns auf den Viewpoint, der eineinhalb Kilometer weiter auf halber Höhe am Bergkamm liegt. Für die 100 Höhenmeter brauchen wir etwas länger, denn der steile Weg durch den Wald ist teilweise komplett vereist und so stapfen wir immer wieder abseits des Weges durch den tieferen Schnee um nicht auszurutschen.

    Am Ausguck angekommen erwartet uns ein tolles Panorama mit Blick auf den See. Um uns herum schwirren einige Gray-Jays, kleine Vögel, die sehr interessiert an unseren Erdnussbutter-Sandwiches sind. Auch einen bläulichen Specht entdecken wir im Ast und von uns gänzlich unbeeindruckt schreit ein grauer Vogel nach Artgenossen, nur einen halben Meter vor uns. Wer weiß wie diese Vögel heißen?

    Am Abend, wieder am Camp, geht Aron trotz Bärenbegegnung eine Runde laufen. (Laufen ist so ziemlich das Letzte was man machen sollte, wenn hungrige Bären unterwegs sind) Er läuft aber zumindest nicht um den Campingplatz und durch den Wald, sondern in Richtung Stadt.

    Als er später grad vom Duschen zurück zum Auto kommt, steht, wie könnte es anders sein, nur 20m vor unserem Platz ein Grizzly. Uns geht in dem Moment der Arsxx ganz schön auf Grundeis… Der Bär ist diesmal in voller Größe zu sehen und ist einfach nur riesig. Kein Zaun dazwischen. Das ist wirklich viel zu dicht. Zum Glück kommt in dem Moment ein Wohnmobil an der Straße entlang, was dem Bären wohl zu viel wird und er entschwindet in den Wald…

    Später schauen wir uns noch die Spuren an, die er im Schnee hinterlassen hat 👣
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  • Icefields Parkway

    April 19, 2025 in Canada ⋅ ⛅ -3 °C

    Wir fahren den über 200km langen Icefields Parkway, der den Banff Nationalpark mit dem Jasper Nationalpark verbindet. Hier wird auch nochmals unser Nationalparkpass kontrolliert.

    Die Strecke führt malerisch schön durch tiefe Wälder und zwischen Bergketten entlang, die zu dieser Jahreszeit nicht nur komplett zugeschneit sind, sondern auch einige Gletscher beherbergen. Auf dem gesamten Weg gibt es keinen Handyempfang.

    Wir halten an verschiedenen Viewpoints an und vor allem bei dem Athabasca-Gletscher. Der Gletscher ist aufgrund seiner Lage unmittelbar an einer Straße einer der meistbesuchten Gletscher Nordamerikas. Links und Rechts wird er von 3.500m hohen Bergen flankiert.
    Aufgrund der globalen Erwärmung hat sich der Gletscher in den letzten 125 Jahren bereits um knapp die Hälfte verkleinert!
    Bei unserem Besuch ist es enorm windig und eisig kalt. Wir tragen alles, was wir an Kleidung haben. Wir können zu Fuß bis zum Fuße des Gletschers gehen.

    Heute besuchen wir außerdem noch die gleichnamigen Athabasca-Wasserfälle und auch die Sunwapta Falls.
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  • Jasper

    April 19, 2025 in Canada ⋅ ⛅ 5 °C

    Am Ende des Icefield Parkways haben wir den Eingang des Jasper Nationalparks passiert und beenden unsere Fahrt in dem gleichnamigen Ort. Nach einem Stadtrundgang über die Hauptstraße und den nötigsten Besorgungen beim Supermarkt und der Tankstelle, beziehen wir für die Nacht den Wapiti-Campingplatz kurz vor der Stadtgrenze.

    In 2024 hat hier und noch Kilometer um Jasper herum, alles gebrannt. Die Wälder, die Berghänge und auch der Campingplatz gleichen einem Aschehaufen. Waren es einst schöne Campingparzellen, so sieht man heute nur noch Baumstümpfe zwischen den Plätzen und schaut seinem Nachbarn direkt ins Wohnzimmer. Die sanitären Einrichtungen wurden zum Glück wieder aufgebaut.

    Noch späten Nachmittag fahren wir die 50km zum Maligne Lake und wandern dort in der schmalen Loipe zwischen dem Tiefschnee zum Moose Lake. Hier ist der Wald vom Feuer verschont geblieben. Die Wanderung ist sehr schön, aber die Kälte wandert uns langsam tief unter die Haut.

    Wir freuen uns aufs Camp und das dort bereitgestellte Feuerholz, wovon wir reichlich Gebrauch machen und uns aufwärmen.
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  • Campen am Abhang

    April 20, 2025 in Canada ⋅ ⛅ 5 °C

    Die klirrend kalte Nacht in Jasper hängt uns heute ganz schön in den Knochen. Das Frühstück wird deshalb in Form von Tortilla-Wraps direkt auf dem Lagerfeuer zubereitet. Schon geht es uns besser. Der starke Kaffee hat natürlich auch geholfen.

    Heute wird ein Reisetag.
    Kurz hinter Jasper verlassen wir den Nationalpark und finden uns kurz darauf im Bundesstaat „British Columbia“ wieder. Die Zeitverschiebung zu Deutschland beträgt nun -9 Stunden.

    Über den Yellowhead Pass und dem gleichnamigen Highway, benannt nach einem „blonden“ Pelzhändler, geht es bis ins 300km entfernte Clearwater. Wir haben uns auf dem Weg noch ein schönes Camp an einem See herausgesucht, was aber leider auf dem letzten Meter durch einen umgestürzten Baum blockiert ist. Nutzt nichts - weitersuchen!

    Kurz vor Clearwater finden wir schließlich ein kostenloses „Recreation Camp“. Hier darf man offiziell campen und wir bleiben die Nacht.

    Das Camp liegt direkt an einem atemberaubenden Abhang an dessen Grund sich ein wild-wütender Rafting-Fluss schlängelt.
    Noch in der windigen Höhe hört man den Fluss rauschen.

    Da wir nach der langen Fahrt noch etwas Bewegung brauchen (immer mindestens 13.000 Schritte am Tag) suchen wir uns noch einen Geocache heraus. Er ist nur 300m entfernt, allerdings Höhenmeter. Der nur als kurz geplante Spaziergang artet in einem immerhin 6km Marsch bergauf aus. Schweißgebadet tragen wir uns schließlich ins Logbuch ein 📖

    Nach den Bärenbegegungen in den Nationalparks ist uns beim freien Campen heute irgendwie etwas mulmig. In der Dämmerung sind wir tatsächlich nervös und schauen lieber zweimal hin, ob sich da nicht doch etwas großes braunes bewegt hat. Aber es ist alles gut. Wir lassen natürlich auch nichts unbeaufsichtigt draußen stehen und sehen zu, dass wir wenig Düfte um unser Camp hinterlassen, denn all das lockt Bären an.

    Da heute Ostersonntag ist, köpfen wir auch endlich unseren Reeses-Osterhasen. Das ist ein 1 Pfund Schokohase, der komplett mit Erdnussbutter gefüllt ist 😬 🐰
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  • 4 Wasserfälle bei Clearwater

    April 21, 2025 in Canada ⋅ ⛅ 5 °C

    Von Clearwater aus manchen wir einen Ausflug nördlich in den Wells Grey Provincial Park.
    Hier warten gleich 4 Wasserfälle auf uns, die wir von Nord nach Süd abfahren.

    Ganz im Norden die Helmcken Falls mit 141m Höhe sehr spektakulär. Leider schlägt hier das Wetter um und es fängt an zu schneien und sogar leicht zu hageln. Wir halten uns nur kurz auf.

    Die Dawson Falls sind mit 18m nicht sehr tief, aber gehen über die gesamte Breite des Flusses in mehreren Stufen hinunter.

    Während die anderen Wasserfälle alle fast vom Parkplatz aus zu erreichen sind, muss man, um zu den Moul Falls zu gelangen, eine 7,5km Wanderung auf sich nehmen. Entsprechend wenig Besucher waren dort 😅 Das Wetter hat sich inzwischen zum Glück wieder beruhigt.
    Die Moul Falls haben uns am besten gefallen, schließlich kann man auf einem schmalen Pfad hinter das fallende Wasser gehen. Einmalig!

    Die Spahat Falls mit 73m sind leider zur Zeit gesperrt, also mussten wir unverrichteter Dinge weiterfahren. Wir haben inzwischen aber auch genug Wasser für heute gesehen.

    Bei allen Wasserfällen haben wir auch Geocaches mitgenommen,
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  • Dunn Lake

    April 21, 2025 in Canada ⋅ ☀️ 6 °C

    Von den Wasserfällen geht es wieder durch Clearwater hindurch, aber wir überqueren den Highway an dieser Stelle bloß um auf eine abgelegene Gravel Road zu fahren.

    Es fängt an zu regnen, aber wir haben ja einen 4x4 mit allen drum und dran. Nach etwa 20km kommen wir am Dunn Lake an, wieder einer Recreational Site auf der wir kostenlos campen dürfen. Es gibt wie immer nur Droptoilets.

    Wir sind hier ganz alleine, es gibt keinen Handyempfang und der Highway ist weit genug weg. Absolute Stille.
    Später kommt noch eine kanadischen Familie, die nur auf der Durchreise hält. Wir unterhalten uns mit ihnen und erfahren, dass es hier nur Schwarzbären gibt, keine Grizzlys.

    Wir machen ein Feuer und genießen die Abgeschiedenheit am See - so haben wir uns Kanada vorgestellt :)
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  • Kamloops

    April 22, 2025 in Canada ⋅ ☁️ 10 °C

    Die Nacht war kurz - nicht weil wir zu spät ins Bett gegangen sind oder zu früh aufgestanden, sondern weil unsere Luftmatratze in der Nacht komplett die Luft verloren hat. Prima 🙄

    Vom Dunn Lake fahren wir die Holperpiste ein paar Meter weiter um weiter südlich zum Highway zurückzukehren. Der North Thompson River trennt uns vom Asphalt.

    An dieser Stelle können wir auf eine kleine Zugseil-Fähre nach Little Fort übersetzen. Das kleine Wassergefährt ist grad auf der anderen Seite. Schilder verraten uns, dass wir mit hupen auf uns aufmerksam machen sollen. Gelesen - getan, winkt uns der Kapitän zu und setzt zu uns über. Wir sind die einzigen Fahrtgäste. Das Auto sollen wir direkt in die Mitte der Fähre fahren.

    Am anderen Ufer wird uns noch eine gute Fahrt gewünscht und auf unsere Rückfrage mitgeteilt, das diese Fahrt umsonst war, da es Teil des Highways von British-Columbia ist 😅.

    Wir fahren den Highway nach Kamloops weiter und bekommen an der örtlichen Trucker-Tankstelle eine kostenlose Dusche 🚿 Herrlich - wurde nach 2 Tagen auch Zeit. Den kostenlosen Kaffee lehnen wir dankend ab und möchten stattdessen gern etwas ins Trinkgeld-Glas werfen, aber es gibt keines - die Duschen sind hier einfach umsonst.

    Im Walmart kaufen wir ein und tauschen erfolgreich die kaputte Luftmatratze. Unsere Servicemitarbeiterin kommt von den Mauritius-Inseln und ich ihr Bruder studiert in Trier. So klein ist die Welt 🌍
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  • Im Indianerreservat

    April 22, 2025 in Canada ⋅ ☁️ 5 °C

    Der Sky to Sea Highway 99 bringt uns wieder hoch in die Berge. Wir durchqueren zwischendurch traumhafte Täler und Schluchten. Unser Ziel ist heute der Lake Kwotlenemo (Fountain Lake), auf Höhe Lillooet, der mitten im Indianerreservat der Xaxlip‘s liegt, die auch das dortige Camp verwalten.

    Nach einer holprigen Anfahrt, bei der der 4Runner endlich mal etwas arbeiten darf, stehen wir mitten am Seeufer und freuen uns, dass es heute Nacht endlich mal keine Minusgrade geben soll 🙏
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  • Joffre Lake Trails

    April 23, 2025 in Canada ⋅ ☁️ 6 °C

    Der Highway 99 führt uns auf einem kurvigen Pfad wieder auf über 1000m. Wir hatten in den letzten Tagen noch recht mildes Wetter, aber hier ist nun wieder alles verschneit und gefroren.
    Wir nutzen die Gelegenheit und füllen unsere Kühltruhe mit frischen Schnee und Eis auf.

    Wir wagen uns schließlich an den Joffre Lake Trail. Die 3 Seen liegen auf unterschiedlichen Höhen und sind mit einem schönen Wanderweg miteinander verbunden. Der Weg führt durch den Schnee von etwa 1.200m auf über 1.650m

    Die 8km Wanderung wird sehr rutschig und wir müssen an vielen Stellen richtig aufpassen. Unterwegs treffen wir so einige Leute die aufgeben, weil es ihnen zu heikel wird. Bei der Inderin im Sommerkleid haben wir sogar Verständnis 😅

    Am Ziel, dem Upper Joffre Lake angekommen, werden wir mit völliger Abgeschiedenheit in der Eiswüste belohnt. Um uns herum nur verschneite Berge und Kälte.

    Der Highway 99 bringt uns wieder in tiefere Höhenlagen und weiter nach Whistler, wo wir tanken und eine neue Gaskartusche für den kleinen Kocher kaufen.

    Für die Nacht haben wir uns abends das Camp am Cat Lake herausgesucht. Als wir dort ankommen, haben wir beide aber direkt ein schlechtes Gefühl. Wir können es gar nicht irgendwo dran festmachen, manchmal weiß man einfach, dass man weiterfahren muss.

    Bei dem Klettergebiet Chek Canyon finden wir schließlich einen besseren Platz und freuen uns, nach der anstrengenden Wanderung, auf ein Stück kanadischen Lachs zum Abendessen 🥘
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  • Auf die Fähre

    April 24, 2025 in Canada ⋅ ☁️ 9 °C

    Es geht heute früh los. Um kurz vor 4.00h klingelt bereits der Wecker und nur 10 Minuten später sind wir schon auf dem Highway. Es geht zum Fähranleger der Horseshoe Bay, knapp nördlich vor der Stadtgrenze Vancouvers.

    Im Dunkeln beschreiten wir den letzten Abschnitt des Highway 99, der nun an der Westküste Kanadas entlangführt. Von der Aussicht haben wir natürlich leider nichts.

    Am Fähranleger müssen wir nicht mehr lange warten und dürfen auf die Fähre nach Vancouver Island. Die Überfahrt dauert knapp 1 Stunde und 40 Minuten. Wir bezahlen 180 CAD für die Hin- und Rückfahrt. Die frühen Morgenstunden sind dabei deutlich günstiger, deshalb sind wir auch so früh aufgestanden 😬
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  • Vancouver Island

    April 24, 2025 in Canada ⋅ ☁️ 16 °C

    Wir kommen in der Hafenstadt Nanaimo auf Vancouver Island an. Von der Fähre herunter sind wir fast direkt auf einem mehrspurigen Highway, der sich über mehrere hundert Kilometer über die gesamte Ostseite der großen Insel erstreckt. Damit haben wir nicht gerechnet, wir haben uns die Insel irgendwie etwas kleiner oder auch ursprünglicher vorgestellt. Vom Highway aus gibt es kaum etwas zu sehen und auch bei den kleineren Routen direkt am Meer entlang sieht man kaum unberührte Natur, für die wir eigentlich hier sind.

    Wir entkommen der großen Stadt jedenfalls schnell und fahren bis an die Südseite nach Langford und dann weiter bis Sooke. Hier gibt es Potholes, die sich im rauschenden Fluß durch Wasserkraft gebildet haben. Nach einer Wanderung und Geocachetour fahren wir weiter bis Port Renfrew, um von dort aus den Weg nördlich Richtung Inselinneren einzuschlagen.
    Der Weg wird nun kurviger und führt durch dicht bewachsenen Wald.

    Es geht für uns heute noch hoch bis zum Lake Cowichan, wo wir uns auf einem Campingplatz für 20 kanadische Dollar einmieten. Das Camp liegt mitten im kanadischen Regenwald. Wir sind sehr müde von der kurzen Nacht, haben heute aber trotzdem schon knapp 340km auf der Straße zurückgelegt.
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  • Wasch- und Duschtag

    April 25, 2025 in Canada ⋅ ☁️ 20 °C

    Am Morgen geht Aron eine Runde laufen, in dieser Ecke Vancouver Islands soll es schließlich nur Schwarzbären geben, die, anders als Grizzly-Bären, nicht so angriffslustig sind.

    Nach dem Frühstück fahren wir östlich zurück in die Küstenregion nach Duncan. Im örtlichen Schwimmbad bekommen wir nach 3 Tagen endlich eine Dusche 🚿😅 🪰 Gar nicht so leicht in Kanada…

    Da wir inzwischen auch die letzten sauberen Klamotten am Körper haben, geht es in den Waschsalon um die Ecke.
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  • Big Bay Lake

    April 25, 2025 in Canada ⋅ ☁️ 13 °C

    In sauberen Klamotten und frisch geduscht geht es von Duncan immer nordwärts dem Küstenhighway entlang bis nach Campbell River, dann ins Inland an den Campbell Lake.

    Am Big Bay Campground, tief im Wald, bekommen wir den letzten von nur 4 kostenlosen Plätzen. Trotz, dass es auf Vancouver Island recht milde Temperaturen gibt, bläst der Wind heute sehr kalt und lässt uns frieren. Wir machen ein Feuer an und lassen es uns gut gehen. 🔥Read more

  • Privatstrand an der Elk Bay

    April 26, 2025 in Canada ⋅ ⛅ 15 °C

    Direkt am Morgen, es ist über Nacht nicht wärmer geworden am Big Bay Lake, machen wir wieder das Feuer an. Inzwischen fast traditionell grillen wir uns Tortillas mit Käse und Sour Cream auf dem offenen Feuer 🤓

    Wir erkunden ein wenig die Gegend und finden so einige Geocaches. Leider sind viele schon seit Jahren nicht gepflegt worden und die versteckten Dosen und Container tief unter dem wuchernden Moos verschollen.

    Die Reise geht weiter nach Norden und zur abgelegenen Elk Bay an die Ostküste, welche wir über eine holprige Gravelroad, gut durchgeschüttelt, erreichen.

    An dem offiziellen Campground stehen leider einige „Permanents“, also Leute die sich hier halbwegs häuslich eingerichtet haben. Entsprechend sieht der Platz aus. Zeltbarrikaden verhindern den Zugang und es liegt viel Müll herum. Dazu lassen manche Leute ihre lauten Stromgeneratoren 24-Stunden am Tag laufen. Nicht sehr gemütlich.

    Wir finden aber abseits des Campgrounds einen privaten Platz am Meer, sogar mit kleinem Privatstrand. Hier bleiben wir.

    Das Abendessen kochen wir unten am Strand, windgeschützt durch einen kleinen Wall. Als Tisch und Sitzbank dienen uns große Baumstämme, die hier einst als Treibholz angeschwemmt wurden.

    Im Wasser vor uns tummelt sich ein Seelöwe 🦭, der immer dann den Kopf aus dem Wasser reckt, wenn die Kamera grad nicht zur Hand ist.

    Die Nacht wird ruhig mit Meeresrauschen im Hintergrund.
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  • Ripple Rock Trail

    April 27, 2025 in Canada ⋅ ☁️ 14 °C

    Der Ripple Rock Trail führt uns etwa 4km durch den kanadischen Regenwald an der Küste Vancouver Islands und bringt uns bei tollem Sonnenschein und fast 20 Grad ordentlich zum Schwitzen.

    Auf dem Weg nehmen wir noch ein paar Geocache mit. Am Ziel, der Anhöhe des Wilfred Points genießen wir eine tolle Aussicht über die Bucht und die umliegenden Inseln.

    Sogar ein paar Schlangen können wir heute entdecken.

    Am Nachmittag fahren wir noch die etwa 200km nach Nanaimo zurück. Am nächsten Morgen geht es schließlich schon wieder auf die Fähre zum Festland.

    Wir kaufen noch etwas ein, Aron geht eine schnelle Runde auf dem örtlichen Sportplatz laufen, und wir können anschließend gegen kleine Gebühr im Schwimmbad duschen gehen.

    Die Übernachtung wird heute schwierig, denn in der Nähe des Fähranlegers gibt es keine geöffneten Campingplätze und allzu weit wollen wir am frühen Morgen dann auch nicht fahren müssen. Deshalb werden wir uns abends in der Dunkelheit einfach außerhalb der Ortsgrenze einen kleinen Parkplatz am Waldrand suchen und dort dann „Schwarz“ übernachten.

    Kochen wollen wir vorher in einem kleinen Park - da wird aber nichts draus. Unser kleiner Gaskocher gibt spontan den Geist auf und streikt. Kurzerhand wird das Abendessen also in ein A&W Fastfood-Restaurant verlegt - wollten wir eh mal ausprobieren 🙄 Deren bekanntes „Rootbeer“ schmeckt übrigens grausig 🤢
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  • Fähre zurück zum Festland

    April 28, 2025 in Canada ⋅ 🌬 10 °C

    Die Nacht haben wir am Waldrand verbracht und wir wurden nicht vertrieben. Die Straße ist auch nur wenig befahren und somit kam nur selten ein Auto vorbei.

    Pünktlich um 7.00h fahren wir los und besorgen uns bei Tim Hortens einen Kaffee ☕️ (Unser Kocher ist ja leider kaputt) 😞

    Um 7.30h können wir dann beim Fähranleger einchecken und kurz darauf auch schon auf das Schiff. Es regnet…
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  • Vancouver bis Copper Creek

    April 28, 2025 in Canada ⋅ ☁️ 8 °C

    Um 10h können wir von der Fähre am Horseshoe Bay in Vancouver runterfahren. Es regnet unentwegt. Von der Stadt werden wir deshalb nicht viel sehen. Wir müssen uns als erstes sowieso um unseren defekten Kocher kümmern, also ab zu Decathlon.

    Der Kocher wird bei Decathlon anstandslos getauscht 👍 Eine neue Gaskartusche und Handschuhe für Aron nehmen wir auch noch mit. Da es immer heftiger regnet verbringen wir einfach noch mehr Zeit in der Shopping-Mall, sonst kann man bei dem Wetter auch kaum etwas sinnvolles tun.

    Bei Walmart entdecken wir einen reduzierten Restposten an Reeses-Schoko-Erdnussbutter-Osterhasen. Wir adoptieren ein paar davon, die waren einfach zu lecker 😋 Jetzt haben wir wieder 3 amerikanische Pfund Schokolade an Bord. Was stimmt eigentlich nicht mit uns?

    Als wir später unsere 13.000 Schritte voll haben, fahren wir durch den Regen weiter. Es geht den Trans-kanadischen Highway nach Osten entlang.

    Bei Hope, es ist immer noch fürchterlich am regnen, fahren wir auf einen Rastplatz und kochen am Nachmittag unser Abendessen unter einem Shelter. Gegessen wird im trockenen Auto. Es will einfach nicht aufhören zu regnen.

    Eigentlich wollten wir südlich von Hope in ein schönes Camp im Wald, aber es soll nun sogar noch stürmischer werden. Der Plan wird kurzerhand geändert und wir entfliehen dem Unwetter weiter in Richtung Osten. Wir machen heute einfach ein paar Kilometer mehr, um dann vielleicht an anderer Stelle wieder mehr Zeit bei gutem Wetter zu haben.

    Ab Hope geht es auf den weniger befahrenen Highway 3 durch die Berge. Es wird in der Höhenlage sehr neblig und die kurvige Strecke müssen wir langsamer angehen. Die Landschaft ist wieder unglaublich schön.

    Aron sagt noch „Es wird langsam mal wieder Zeit einen Grizzly zu sehen“, da läuft keine 10 Minuten später einer am Berghand neben uns langsam kauend umher. Wir halten kurz an und freuen uns den Bären aus einiger Entfernung vor die Kamera zu bekommen. Wir sind uns erst nicht ganz sicher, ob es ein Grizzly oder ein Schwarzbär ist. Auf einem der Bilder erkennt man aber die für einen Grizzly typischen Schulterbuckel. Wir lassen uns aber natürlich gern auch eines besseren belehren 😜

    Wir fahren heute noch bis Copper Creek. Es hört endlich auf zu regnen, wir sind der Unwetterfront entkommen. In Copper Creek wartet ein schönes Camp auf uns, direkt am Fluss.
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