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Weltreise 2017

93-päiväinen seikkaillu — LongJourneyShort Lue lisää
  • Chris und die Delfine

    19. marraskuuta 2017, Uusi Seelanti ⋅ 🌙 11 °C

    Es war soweit! Heute ging es bereits früh los, da wir 8:30 Uhr einen Termin zum Delfinschwimmen haben. Dabei fährt man auf das offene Meer hinaus und hat die Möglichkeit - soweit die Delfine auch Bock dazu haben - gemeinsam mit den Delfinen zu schwimmen. Uns war wichtig, dass hier keine Delfine in engen Becken gehalten werden und dazu gezwungen werden, mit Menschen zu interagieren. Bei dieser Tour werden die wild lebenden Delfine auch nicht angelockt, sondern sind von Natur aus neugierig und generell an dem Boot und den darauf befindlichen Menschen interessiert. Hierfür muss man den Delfinen aber eine Show bieten und mit Schnorchel im Mund interessant Geräusche machen und selbst ein paar Kunststücke im Wasser machen. Es geht dabei nicht darum, dass der Delfin uns unterhält, sondern wir den Delfin. Andererseits verlieren sie das Interesse und verschwinden. Wir waren natürlich pünktlich am Treffpunkt und bekamen unseren Tauchanzug an. Anschließend ging es auf das Boot und bereits nach wenigen Minuten sah man die ersten Delfine fröhlich umherhüpfen, Albatrosse Fische fangen und Seehunde, die sich an der Sonne wärmen. Nach ca. 15 Minuten ging es zum ersten Schwarm Delfine, die sich für uns interessierten. Also ab ins Wasser und versuchen die Aufmerksamkeit zu bekommen. Hierfür wurde gesummt, gesungen und Tiergeräusche imitiert, was sich mit dem Schnorchel im Mund als schwierig erwies. Aber tatsächlich fanden die Delfine uns interessant genug und sie umkreisten uns neugierig. Nach 5 Minuten verloren sie aber das Interesse und nur einzelne zeigten sich noch neugierig. Also ging es weiter mit dem Boot und der nächste Schwarm fuhr total auf uns ab. Es war wirklich atemberaubend. Zwar musste Steffi wegen ihrer Seekrankheit recht schnell aus dem Wasser, aber Chris schwamm tatsächlich mit den Delfinen um die Wette. Bis zu fünf Delfine folgten ihm auf jeden Meter. Die Umstellung von Singen auf Walgeräusche (ein Funken Walisch konnten die Delfine sicher) war das Erfolgsgeheimnis. Nach dem Schwimmen folgten uns die Delfine auch weiterhin und schwammen mit dem Boot um die Wette. Nachdem wir wieder an Land gegangen sind, mussten wir ein paar Kilometer gut machen, denn wir müssen einen größeren Umweg nach Picton, wo am Dienstag die Fähre fahren soll, nehmen. Hintergrund ist auch hier, dass die Strecke nach dem Erdbeben letztes Jahr noch nicht wieder freigegeben ist. Der Weg verlängert sich daher von 150 Km auf knapp 500 Km und führt noch einmal komplett über die Berge, was wir dann dankenswerter Weise auch annahmen. Das Problem ist jedoch, dass die Landschaft so schön ist, dass man am liebsten an jedem Aussichtspunkt halten möchte. Wir machten daher unterwegs an verschiedenen Punkten halt und machten eine längere Pause in Hemner Falls, was für seine Hot Springs bekannt ist und ein beliebter neuseeländischer Erholungsort ist. Ort ist aber auch hier leicht übertrieben, da die Städte die auf den Karten eingezeichnet sind, selten über 1000 Einwohner haben und demzufolge hauptsächlich aus einer Hauptstraße bestehen. In Hemner Falls setzten wir uns mit etwas zu Essen ins Grüne und schauten uns einmal ein altes Krankenhaus an und machten uns auf dem Weg zu einem dortigen Wasserfall. Am Ende drückte jedoch die Zeit und wir fuhren weiter. Nach ein paar weiteren Stops an Aussichtsplattformen ging es dann zu einem der vielen Abstellmöglichkeiten für Campervans an denen wir die Nacht verbrachten. Dieser befand sich genau neben einem Wasserfall und man hörte überall Vogelgeräusche. Am Abend stellten wir dann erschrocken fest, dass wir leider noch nicht so viel geschafft haben, wie wir wollten. Wir gingen jedoch zufrieden ins Bett.Lue lisää

  • Badetag in den Bergen

    20. marraskuuta 2017, Uusi Seelanti ⋅ ☀️ 12 °C

    Wir wachten auf von Vogelgezwitscher und der Sonne. In naher Entfernung war auch der Wasserfall zu hören, an dem wir frühstückten wollten. Um unseren Campervan liefen aufgeregte Kiwis hin und her (der Vogel und nicht die Frucht oder die Menschen), die nach Futter suchten. Dabei interessierten sie sich vor allem für Chris Turnschuhe, die er morgens neben dem Campervan rausstellte. Die Sonne schien bereits warm auf uns herab und wir hatten gut geschlafen. Wie sich herausstellte aber zu gut, da es bereits nach neun Uhr war. Wir besprachen noch die kuriosen Dinge, die wir in der Nacht gesehen haben - neben dem wunderbaren Sternenhimmel, der auch hier schien (da muss Bolivien sich nächsten Monat echt anstrengen, dass zu toppen). In der Nacht hielten weitere Autos an dem kleinen Parkplatz. Der eine bestand aus jungen Leuten, die wohl einen Roadtrip machten und vor der Toilette eine kleine Party feierten. Wir vermuten, dass sie die Toilette als solche gefeiert haben. Die zweite Sache war jedoch richtig kurios. Da wir gerade eine Serie über die ersten Profiler des FBI schauen, sind wir gerade besonders vorsichtig. Und so verbrachte Steffi die ersten Minuten mit der Beobachtung der anderen 4-5 Campervans. Nach ein paar Minuten hielt noch ein anderer Camper, der scheinbar direkt vom Zirkus gekommen sein muss. Gegen Mitternacht war nämlich das Erste, was er machte, seinen Wohnwagen umzuräumen. Und dabei kam ein grosse Einrad, ein Fahrrad aus dem vorletzten Jahrhundert und allerlei kurioses Zeug zum Vorschein. Am nächsten Morgen war er aber bereits schon wieder verschwunden. Nach einem kurzen Spaziergang zum Wasserfall ging es dann auch weiter. Der erste Stopp sollte eine Brücke sein, bei der man auch im Fluss Baden kann, was wir - aufgrund der Campingsituation mit fehlenden Duschen - auch gerne machen wollten. Leider war der Weg zum Wasser ein wenig verwachsen, sodass wir nicht bis zum Wasser durchkommen konnten. Also ging es weiter nach Murchinson, wo wir Vorräte aufstockten und einen traditionellen Pie zum Frühstück aßen, der ausgezeichnet war. Nach einer weiteren Fahrt an weiten Weideflächen mit Rindern und Schaafen wollten wir eine der kurzen Wanderwege entlanglaufen und entschieden uns für einen alten Railway Track, auf dem früher eine Eisenbahn fuhr, die Nelson mit dem Landesinneren verband. Nachdem wir den Weg fanden und die kurze Wanderung entlang und durch den Tunnel des Berges machten, fanden wir einen kleinen Fluss mit glasklaren Wasser, wo wir dann auch unser erstes Bad des Tages unternommen. Während es draußen bereits warm war, bestand der Fluss aus kühlen Wasser von den Bergen. Wir stiegen in das Wasser und erfrischten uns hier ein wenig. Die meisten Seen und Flüsse in Neuseeland können hierzu genutzt werden. Diejenigen, wo es giftige Algen oder andere Schadstoffe gibt, sind stets mit einer Warnung versehen. Meist ist das Wasser auch trinkbar, aber es wird stets empfohlen es zumindest einmal abzukochen. Nachdem wir uns hier entspannten, galt es mal wieder ein paar Kilometer zu machen und so hielten wir erst wieder am Lake Rotoiti, der in einem Tal zwischen den Bergen liegt. Hier warfen wir den Herd an und aßen mit den Enten, die aufgeregt um uns herumliefen und schnattern vor der Kulisse des Berges Mittag. Nach einer kleinen Pause zogen wir dann wieder die Badesachen an und stiegen ins eiskalte Wasser. Da auf der Höhe von ca. 20 Metern eine Plattform im Wasser ist, hatten wir uns zum Ziel gesetzt, dem eiskalten Wasser zu trotzen. Steffi war es leider zu kalt, während Chris es dann tatsächlich geschafft hat. Die Plattform gehörte uns. Und es war ein Erfolgsgefühl dort alleine auf der Plattform zu stehen. Wir bestaunten den See und die darumlegenden Berge noch eine Weile. Irgendwann wurde ein Alarmhorn aktiviert und wir und die umliegenden Badesee Besucher, wovon es nicht viele gab, wussten damit nichts anzufangen. Im Ergebnis ist aber nichts passiert, wobei wir daher von einer Übung oder Wartung ausgehen (es war auch nur einmal laut). Wir mussten jedoch weiter, da wir morgen die Fähre nach Wellington nehmen. Ansonsten wäre hier eine Nacht drin gewesen. Und weiter ging die Fahrt. Der nächste Halt war ein alter Fluss, der ebenfalls an einem wunderschönen Campingplatz lag, wo auch kein Mensch war. Wir schauten uns den Fluss an, der aber mittlerweile beinahe ausgetrocknet ist. Da wir Trödelliesen aber wieder hinter dem Zeitplan lagen, haben wir nur noch einmal kurz vor Picton gestoppt, um uns ein Eis zu kaufen. Da das Wetter aber hier sehr kühl war, wurde aus Eis dann Pizza. In Picton übernachteten wir dann wieder in einem Campingsite mit Strom und Duschen. Letzteres genossen wir dann sehr. Abends planten wir dann ein wenig die Nordinsel und gingen zu Bett. Morgen sollten wir dann wieder früh aufstehen und die Fähre entlang der Küste von Picton nach Wellington nehmen.Lue lisää

  • Eine Fährfahrt, die ist lustig...

    21. marraskuuta 2017, Uusi Seelanti ⋅ ☀️ 16 °C

    Auf nach Wellington. Vom Campingsite zum Hafen von Picton dauerte es nur 5 Minuten. Check-in war bereits eine Stunde vor Abfahrt, sodass wir früh aufstehen mussten. Nach einem kurzen Security Check, ob wir Angeln dabei haben und unsere Wanderschuhe sauber sind, ging es dann auf die Fähre. Wir fuhren an kleinen grün bewachsenen Bergen entlang auf das kleine Stück offenes Meer zwischen der Nord- und der Südinsel. Auch hier galt wieder Natur pur. Die Fahrt selbst dauerte knapp 3 Stunden und wir kamen gesund und munter in Wellington an. Während Steffi die meiste Zeit mit schlafen verbrachte, war Chris hellwach und genoss die Aussicht aus dem Fenster oder dem Aussichtsdeck. Auch das Anlegen in Wellington wollten wir hautnah miterleben und schauten es uns gemeinsam von der Aussichtsplattform an. Da wir in Neuseeland nicht für die Städte sind, sondern wir uns vor allem die Natur ansehen möchten, verbrachten wir auch nicht viel Zeit in Wellington, sondern fuhren weiter Richtung Norden. Wir hatten uns für heute Abend einen kleinen abgeschiedenen Campingplatz zwischen Wellington und Mordor gesucht (Chris nennt den Nationalpark so, da dort für Herr der Ringe die Mordor-Szenen gedreht wurden). Der Unterschied zwischen Nord- und Südinsel war recht augenfällig und so bemerkte man schnell, dass auf der kleineren Nordinsel gut 3/4 der neuseeländischen Bevölkerung leben. Während man im Süden gut unter sich bleiben konnte und kilometerweit keine menschlichen Spuren erkannte, war im Norden mehr los. Auch die Städte bestanden wieder aus mehr als einer Hauptstrasse. Nach europäischen Masstäben waren es aber wohl noch immer keine Städte im klassischen Sinne. Unser erster Stopp sollte eine Wanderung sein, bei der es galt einen kleinen Berg zu erklimmen, der eine tolle Aussicht bieten soll. Am Startpunkt angekommen, führte der Weg gleich stark bergauf durch einen tropisch anmutenden Wald. Der Weg war sehr steil und der Wanderwegs selbst wirkte sehr naturbelassen (anders als in anderen Ländern, wo es eigentlich immer befestigte Wege sind). Oben angekommen, bot sich ein Blick auf Kapiti Island und entfernt am Horizont auf die Südinsel. Auch die Stadt mit dem wunderschönen Namen Paraparaumu konnte man von dort überblicken. Da wir von dort auch den Strand sahen und hungrig wurden, fuhren wir nach Paraparaumu Beach und sahen einen der schönsten Strände der bisherigen Reise mit kilometerlangen Sandstränden, angenehm warmen Wasser und kaum Menschen. Auch von dort stach Kapiti Island, die nicht allzu weit entfernt ist ins Auge. Wir gingen am Strand spazieren und danach etwas Essen. Zum Nachtisch gab es dann ein (sehr leckeres) Fruchteis von einem esoterisch anmutenden Eisverkäufer, der uns für Südamerika Drogen empfahl, von denen man „live changing experiences“ bekommt und neben seinem (wirklich guten Fruchteisladen) auch Tantra-Kurse anbietet. Der Mann lebt für die Liebe. Auch das Eis nahmen wir am Strand zu uns und fuhren dann weiter. An den Strand konnten wir uns dabei wirklich nicht sattsehen. Da wir bereits viel Zeit bei der Wanderung und am Strand verbrachten, ging es schnurstracks zu einem Fluss, an dem wir in geruhsamer Einsamkeit unseren Campingvan aufstellten. Den umliegenden Wald erkundeten wir dann ebenfalls, solange es noch hell war. Dann hieß es ab ins Wägelchen.Lue lisää

  • Schafe, Scheisse und mein Schatz

    22. marraskuuta 2017, Tasman Sea ⋅ ⛅ 17 °C

    Auch für heute hatten wir uns wieder ein Endziel gesetzt und wollten in der Nähe des Tongariro Nationalparks schlafen, da wir dort am morgigen Tage eine Wanderung machen. Hierzu aber morgen mehr. Auf dem Weg dahin wollten wir verschiedene Aussichtspunkte ansehen, eine Wanderung zu den Whiteboulders unternehmen und - sofern wir es schaffen - noch eine kleine Wanderung in dem Tongariro Nationalpark machen (dieser bietet Wanderstrecken zwischen 20 Minuten und mehreren Tagen). Wir wachten morgens am Fluss auf und die Sonne schien uns bereits fast auf das Auto, wenn nicht der schützende Baum davor gewesen wäre. Das Plätschern des Flusses begleitete uns schon durch die Nacht, aber am Morgen war es noch schöner. Da die Strecken auf der Nordinsel wesentlich kürzer sind, hatten wir nunmehr auch wesentlich mehr Zeit und wir warfen daher den Gasherd an und machten uns French Toast und Bohnen mit Tomatensoße. Chris war bereits seit 7 Uhr auf den Beinen und machte bereits eine kleine Wanderung durch den angrenzenden Wald. Bereits Nachts zuvor stahl er sich aus dem Van, um den Sternenhimmel anzuschauen und ein paar Fotos davon zu schießen. Nachdem wir dann aufgegessen haben und noch ein wenig chillten, ging es los zum ersten Ziel. Der Teil der Nordinsel sieht aus, als ob ein Teil Irlands geklont wurde. Überall sattgrüne Wiesen und Hügel. Typisch für ein Land, was mehr Schafe als Einwohner haben soll, finden sich darauf selbstverständlich Schaafe. Nachdem wir ein wenig gefahren sind und an einem Aussichtspunkt dieses Bild besonders bestaunen konnten, beobachten wir auch einen Agrarflieger bei der Arbeit, der hier noch einmal alles aus seinem Flieger herausholte. Und es ging weiter. Steffi hatte die Whiteboulder gewählt, da die Wanderung besonders empfohlen wurde. Wir wurden jedoch bereits gewarnt, dass der Weg dorthin durchaus herausfordernd sein kann. Und so kam es auch. Nachdem wir den Highway verließen, ging es erst einmal einen kurvenreichen Hügel hinauf und anschließend auf eine Schotterpiste. Diese zog sich mindestens 7 Km und führte weitere Hügel hinauf. Irgendwann kamen wir an ein Tor, das uns mitteilte, dass es gerne geöffnet und wieder geschlossen werden soll, der Parkplatz sich aber 600m dahinter befindet. Steffi öffnete das Tor und wir fuhren die steile Klippe entlang, bis wir an das nächste Tor gerieten. Nachdem wir dann noch eine Kuh von der Klippe verjagen mussten, sahen wir den Parkplatz und fuhren darauf zu. Ein wenig Mut war jedoch bei der Fahrt dabei und Steffi war der danach auch ein wenig fertig. Um zu den Whiteboulders zu gelangen, mussten wir an zwei Farmen vorbei und einer Horde von Kühen und der einen oder anderen Schafherde. Der Weg vorbei an den Kühen und Schafen, die uns mit Interesse beobachteten, erinnerte uns irgendwie an... China! Und zwar, wie wir auch dort von Blicken manchmal verfolgt wurden. Nach gut zwei Kilometern und einen netten Gespräch mit dem Farmer, der auf seinem Quad zusammen mit drei Hunden Schaafe umhertrieb (die Hunde sahen verdammt zufrieden aus). Nach den grünen Hügeln folgte dann ein kleiner Wald am Fluss, wo sich die Whiteboulder befinden. Dabei handelt es sich um Gesteinsformationen, die über Ablagerungen in Fluss entstanden sind und natürliches Zement darstellen. Da sie auch vom Fluss weitergetragen werden, sind die bis zu einen Meter großen Steine, kreisrund. Im Wald sind sie zudem mit Moos überwuchert und teilweise durch das Wurzelwerk der Bäume geteilt. Der Blick wirkt ein wenig surreal und es ist erstaunlich, wie das Wurzelwerk die Steine teilen konnte. Nach ein wenig Zeit dort und am Fluss mussten wir dann auch zurück und Chris fiel nichts besseres ein und trat in einen Kuhfladen... die Schuhe mussten wir dann reinigen und am Campervan angekommen, waren wir auch schon ein wenig nervös, was den Rückweg anbelangte. Da der steile Weg auch nur einspurig ist, lief Steffi schon einmal vor, um vor anfahrenden Autos zu warnen (auch wenn höchstens 1-2 hier am Tag lang kommen). Glücklicherweise kam niemand und Chris meisterte die Fahrt entsprechend und konnte es auch vermeiden stecken zu bleiben, was hier auch öfter vorkommen soll. Nach der Wanderung schlief Steffi am Beifahrersitz ein und Chris fuhr weiter bis nach Ohakune, wo wir einkaufen gingen, etwas aßen und tankten. Dabei kamen wie auch an der größten Mohrrübe und dem grössten Gummistiefel der Welt vorbei (nach eigenen Angaben). Die Landschaft hier Unterschied sich ebenfalls einmal mehr und wirkte wie ein Dichter Fichtenwald, der sich so in Nordamerika findet. Die Wälder waren groß und dicht bewachsen. Dies sollte sich auch nicht ändern, so weiter wir Richtung Tongariro Nationalpark kamen. Einen kleinen Stopp machten wir noch an einer alten Eisenbahnbrücke. Kurz darauf war dann auch der Mount Ngauruhoe am Horizont zu erkennen und die schneebedeckten Gipfel der Ruapehu, der beliebt bei Ski-Fahrern ist. Wir fuhren erstmal nach Whakapapa Village, um uns für die morgen anstehende Wanderung mit Material, Wettervorhersagen etc. einzudecken. Auf dem Weg zum Campingsite hielten wir dann noch an einem Wasserfall, der Fans von der Herr der Ringe bekannt sein sollte. Denn hier wurde das Zwiegespräch von Gollum mit seinem Alter Ego Smirgul gedreht. Die Wanderung war zudem die kürzeste in der Nähe und wir wollten zudem für morgen fit sein. Apropos Herr der Ringe, der Mount Ngauruhoe ist zudem auch bekannt als der Schicksalsberg. Und überhaupt wurde hier viel für Mordor gedreht. Und so mussten wir uns nicht lange überlegen, welche Wanderung es dann morgen sein soll: einmal Mordor und zurück.Lue lisää

  • We did simply walk into Mordor (and out)

    23. marraskuuta 2017, Uusi Seelanti ⋅ ☀️ 26 °C

    Heute war eine Ganztageswanderung nach Mordor und wieder heraus geplant (ok, es ist nicht Mordor, aber Chris war so leichter zu motivieren; einen Ring in den Mount Ngauruhoe zu werfen, konnte Steffi ihn gerade noch ausreden). Die Wanderung hat eine Grundstrecke von 19,4 Kilometern und man befindet sich an der höchsten Stelle auf fast 1.700 Metern. Vorgesehen sind dafür zwischen 6,5 und 8 Stunden. Wir hatten uns vorgenommen die Strecke gemütlich anzugehen und genügend Zeit für Pausen und Fotos einzulegen. Da es sich nicht um einen Round Walk handelt, sondern es nur in eine Richtung geht (ab der Hälfte kann man sowieso praktisch nicht mehr zurückkehren), parkten wir unser Auto am Endpunkt und nahmen ein Shuttle zum Anfang. Die meisten machen es jedoch umgekehrt. Wir wollten jedoch flexibel sein und nicht unter Zeitdruck geraten und einen festen Bus nehmen zu müssen (die Shuttles sind alle private Anbieter, die man größtenteils im Vornherein buchen muss. Wir packten unsere Sachen, ausreichend Wasser und Proviant und so waren wir 7:30 Uhr am Endpunkt und nahmen unser Shuttle. Gegen 8:00 Uhr ging dann die Wanderung auch tatsächlich los. Wir waren schon ein wenig aufgeregt (Steffi, ob sie es schafft und Chris wegen Mordor). Die Landschaft am Anfang war von Vulkanlandschaft geprägt. Alles Abseits der vorgegeben Wege wirkt sehr unberührt und so verwundert es kaum, dass die Gegend zum Weltnaturerbe gehört und auch für die Maori heilig ist. Es fanden sich auf diesem Abschnitt nur wenige Buschgewächse und es führte ein kleiner Pfad durch kleinere Schluchten. Der Mount Ngauruhoe ist der wohl aktivste Vulkan des 20. Jahrhundert gewesen und die Gegend ist noch immer vulkanisch aktiv. Und so waren - auch aufgrund des mal wieder ausgezeichneten Wetters - diverse Schwefelquellen zu sehen. Der erste Abschnitt war noch recht einfach und führte einen nur näher an den Mount Ngauruhoe heran. Dabei machten wir noch einen kleinen Abstecher zu einem nahen Wasserfall, der hier ein wenig grün in die Vulkanlandschaft bringt. Dann kam der erste Anstieg, der uns dann auch auf 1100 Höhenmeter bringen sollte. Die Aussicht auf die umliegenden Täler und die Landschaft war enorm und das Wetter war so gut, dass man die Möglichkeiten hatte bis zur Küste zu schauen, was höchst selten vorkommen soll. Zwar wurde es dann ein wenig kühler, aber selbst an der höchsten Stelle sollten es heute zumindest 15 Grad sein (die Tage vorher waren teilweise um die 0 Grad, sodass auch noch immer vereinzelt Schnee lag). Nach diesem zweiten Abschnitt waren knapp 2 Stunden vergangen und wir mussten den Energiespeicher füllen. Nach unseren Karten war auch schon der schwerste Passus überstanden. Danach ging es weiter durch den South Crater und vorbei an Mount Ngauruhoe. Dieser lässt sich zwar ebenfalls besteigen, aber dies benötigte von hier ca. 3 weitere Stunden, die wir nicht hatten (und uns auch zu anstrengend wären). Nach dem South Crater erwartete uns dann auch der nächste Anstieg, der uns dann auf 1350 Meter bringen sollte. Die Aussicht wurde immer besser und die Luft immer kühler. Der Anhang war teilweise sehr steil, sodass man sich hier an Ketten hinaufziehen musste. Glücklicherweise war es verhältnismässig windstill und so mussten wir nicht noch dagegen ankämpfen. Ehrlicherweise war dies aber im Vergleich mit dem Tafelberg noch recht einfach. Immer weiter hieß es die Felsen und das Gestein emporzuklettern bis wir am unteren Ende vom Red Crater standen. Nun hieß es auch die letzten gut 300-350 Meter zu erklimmen, was aber recht einfach und schnell ging. Der Red Crater... es bleibt der Fantasie des Lesers überlassen, was er damit als erstes assoziiert. Jedenfalls war die Aussicht auf diesen und den Mount Ngauruhoe sehr schön. Man kann sich dabei durchaus vorstellen, wie die Lava hier durch den Fels gebrochen ist und sich verteilt hat. An der höchsten Stelle angekommen, ging es dann auch sehr steil bergab. Der Point of No Return war längst überschritten, aber spätestens hier gab es nur eine Richtung: bergab. Der Boden war steinig und vor allem sandig, sodass wir uns langsam heruntergleiten ließen und dabei ein paar mal hinfielen. So ging es aber fast allen. So weiter es bergab ging, umso näher kamen die Emerald Lakes und die Luft roch nach verdorbenen Eiern von dem Schwefel, der überall aus der Erde emporstieg. Die Emerald Lakes selbst glänzten azurblau und giftig grün zwischen der kargen Felslandschaft hervor. Sie sahen friedlich und unberührt aus. Ein betreten und anfassen der Bergseen ist nicht erlaubt, da diese ein wichtiger Bestandteil der Maori Kultur sind. Wir blieben hier wirklich lange, da die Seen mit den Schwefeldämpfen uns wirklich sehr beeindruckten. Wir machten hier unsere zweite Pause und uns von dort dann auf dem Weg zum nächsten Bergsee. Dabei kamen wir noch an Schneehügeln vorbei, die jedoch bereits am Einschmelzen waren. Wir könnten uns dabei wirklich vorstellen, dass die Wanderung bei anderem Wetter und Bedingungen wirklich schwierig sein kann. Sie war aber bis dato noch ziemlich einfach (was sich im Prinzip auch nicht ändern sollte). Der nächste Bergsee war ein vielfaches größer als die Emerald Lakes und tiefblau. Einige setzten sich über die Verbote hinweg und gingen dort ins Wasser, was uns aber ziemlich respektlos gegenüber den Maori vorgekommen ist. Von dort mussten wir an den Klippen entlang wieder langsam bergab. Der Bergpfad hierfür war wunderschön und bot eine tolle Aussicht auf den Lake Rotariri und Lake Taupo, der sich hinter den Bergen zeigte. Es ging wieder vorbei an Schwefelfeldern und an mit Büschen bewachsenen Hügeln zum Ketetahi Shelter, der Toiletten bot und im Falle eines Erdbebens oder Ausbruchs als Rückzugsort dient. Von dort ging es dann 2 Stunden den Berg weiter hinab, entlang von Flüssen (sofern man hier Wasser von oben hören sollte, sollte man sich hier sehr beeilen), in einen immer dichteren Wald. So mehr wir wieder nach unten kamen, so dichter war die Bewachsung. Wir waren sicher aus Mordor entkommen und kamen dann nach über 19,4 Km (der Parkplatz war fast noch 2 Km vom Ende entfernt) am Campervan an. Wir bemerkten erst hier, wieviel Staub wir in den Klamotten, Schuhen und auf den Sonnebrillen hatten. Daher dachten wir uns, dass wir uns einen Campingground an einem See suchen, was wir dann auch schnell machten. Nach gut 30 Minuten waren wir dann dort angekommen und wuschen uns im angenehm warmen Lake Taupo. wirLue lisää

  • Warum nicht einfach hier bleiben?

    24. marraskuuta 2017, Uusi Seelanti ⋅ ⛅ 14 °C

    Aufwachen am Lake Taupo, um gleich morgens ein Bad im warmen Wasser zu nehmen. Der Lake Taupo ist Neuseelands größter See und einer der größten Kraterseen der Welt. Es finden sich am See und um den See herum viele Warmwasserquellen mit 45 Grad warmen Wasser. Zwar hatten wir eine solche Quelle nicht gleich am See, aber das Wasser war trotzdem sehr angenehm. Die Sonne schien und wir schauten auf den See und aßen unser Müsli. Wir hatten heute nicht viel geplant und wollten den Tag ein wenig auf uns zukommen lassen, da die nächsten Tage viel Programm erwarten ließen. Nach einer Weile trieb es uns doch hoch und wir fuhren nach Turangi, um ein wenig einzukaufen. Da wir einen Riesenhunger hatten (der Körper wollte scheinbar nach der Wanderung wieder Energiereserven haben), kauften wir uns ein gebackenes Hähnchen und machten es uns in einem Park gemütlich. Von dort wollten wir dann weiter bis nach Taupo (die Stadt) fahren, wo es verschiedene dieser Quellen geben soll. Unterwegs hielten wir jedoch immer einfach da an, wo es uns gefällt und entspannten uns in dem Campervan mit dem Blick auf den riesigen See. In Taupo angekommen, gingen wir zu dem Strand, da hier solche Quellen sein sollen und man sich in dem Sand entsprechende kleine Heisswasserpools bauen kann. Und so war es dann auch so, dass einige Stellen im Wasser deutlich wärmer waren als andere. Da uns dies aber noch nicht genügte, fuhren wir weiter zu dem Thermal Spa. Dies ist ein Ort in Taupo, der neben einer grossen Parkanlage auch für seine Thermalquellen im Fluss bekannt ist. Taupo ist die größte Stadt im Umkreis von mehreren Autostunden und hier finden regelmäßig größere Sportevents statt (z. B. der neuseeländische Triathlon). Auch am heutigen Tage fand hier ein großes Radrennen um den See statt und es war dementsprechend ziemlich voll. Wir hatten uns auch schon auf der Strecke gewundert, warum so viele Radfahrer unterwegs waren. Nun wussten wir es besser. Nach einem kleinen Fußmarsch im Thermal Spa kamen wir dann an eine Brücke, wo sich schon einige Menschen im Wasser fanden. Wir gingen dort auch ins Wasser und gingen zunächst in einen der natürlich geformten Pools, die sehr heiss waren. Das Wasser dampfte und war mindestens 40 Grad heiß. Danach kletterten wir die Felsen hinab in das Wasser, wo sich der kalte Fluss mit der Warmwasserquelle vermischt und genossen ein wenig das natürliche Spa. Das Tolle war: Es ist absolut umsonst. In Neuseeland sind beinahe alle Parks und viele Naturwunder öffentlich für jedermann zugänglich und man verlangt nur, dass die Plätze sauber hinterlassen werden und keine Souvenirs mitgenommen werden („take nothing but pictures and leave nothing but footprints“). Das gilt ebenso für die vielen freien Camping- und Zeltplätze, die jedenfalls eine Grundausstattung haben. Wer aber ein wenig mehr Luxus möchte und Zugang zu Duschen, Küchen oder fließenden Wasser haben möchte, muss für einen privaten Campingground auch etwas zahlen. Wir machen eine Mischung aus beiden, da zwar im See oder Fluss waschen nett ist, aber ab und zu eine Dusche her muss. Zudem haben wir für Neuseeland ein sehr üppiges Budget eingeplant. Auf den freien Campinggrounds, die auch für Zelte zugelassen sind, sieht man vor allem sehr viele junge Leute (viele aus Deutschland), die mit Kleinwagen und Zelten unterwegs sind. Und so kam es dann auch heute bei uns, dass wir einen Campingground ansteuerten, der für alle offen ist (Campingvans und Zelte) und wirklich sehr gut besucht war (bislang waren nie mehr als 4-5 andere Campingvans auf den großen freien Flächen). Hintergrund war aber auch, dass aufgrund des Radrennens zwei Plätze an der Marina der Stadt geschlossen waren, die nur für Campingvans zugelassen sind. Heute war es ziemlich entspannt und wir gingen zufrieden ins Bett. Ab morgen ist wieder Wandern, noch mehr Thermalquellen und eine weitere wunderschöne Landschaft angesagt.Lue lisää

  • Der Dampf aus dem Boden

    25. marraskuuta 2017, Uusi Seelanti ⋅ ☀️ 17 °C

    Am heutigen Tage sollte es nur um Dampf aus dem Boden gehen. Das lässt sich wohl bei einer der geothermisch aktivsten Gegenden der Welt nur schwer vermeiden. Der gestrige Tage mit dem Besuch der Therme sollte nur der Anfang sein. Heute stand der Tag im Zeichen von heißen Dampf, Hitze und anderen Elementen, die der Boden so hervorbringt. Wir starteten unseren Tag bereits früh am Morgen auf dem vollen Campingground, wo über Nacht noch Dutzende weitere Vans hinzukamen und Zelte aufgebaut wurden. Da Chris bereits früh wach war und Steffi nicht mehr schlafen ließ, entschieden wir uns aber woanders zu frühstücken und fuhren nach einigem Hin und Her zum Strand von Taupo, wo wir uns Reisbrei mit Obst und Eier mit Würstchen zum Frühstück machten. Das Wetter war heute bewölkt, aber doch noch sehr angenehm. In Taupo und der Gegend drumherum waren diverse Radsportrennen im Gange, von Mountainbike bis Rennrad. Dies war auch der Grund, warum unser Plan daher ein wenig abgeändert werden musste. Ursprünglich wollten wir auf den Taupo Wochenmarkt, der uns wärmstens empfohlen wurde. Dieser fiel jedoch wegen der Radsport-Wochenende aus, sodass wir stattdessen einen kleinen Spaziergang durch die Stadt machten. War auch nett. Anschließend fuhren wir zu den Huka Falls. Dabei handelt es sich um eine Stromschnelle mit einem 9 Meter tiefen Fall bei denen pro Minute ca. 200.000 Liter Wasser hinunterfallen. Durch die enorme Geschwindigkeit, die der Fluss dabei aufnimmt, sind bereits einige Menschen, die ihn bezwingen wollten, grandios gescheitert. Ein toller Effekt ist dabei, dass aufgrund der Geschwindigkeit und der hohen Vermischung von Wasser und Luft eine tolle blaue Farbe. Da uns die 9 Meter ein bisschen Respekt einflossen, dachten wir mit ein wenig Anspannung an die nächsten Tage, wo uns ein Fall aus 7 Metern erwarten wird (dazu dann zu gegebener Zeit). Da wir keine wirkliche Lust hatten, nochmal die gestrige Strecke abzulaufen, haben wir hier auch auf die Wanderung verzichtet. Der nächste Stopp waren die Moon Craters, die sich nur wenige Autominuten von den Huka Falls befinden. Hier trifft sich ein seltenes Bild, da man hierfür knapp 8 Dollar Eintritt bezahlen muss. Hintergrund ist hierfür, dass es in den 1990er Jahren viele Einbrüche gegeben hat und der Parkplatz daher bewacht wird. Das geht von daher in Ordnung. Die Moon Crater sind eine Thermallandschaft, bei denen rund um die Uhr Dampf aus dem Erdinneren Austritt. Dabei handelt es sich um Wasser aus unterirdischen Flüssen, die durch die vulkanische Aktivität zum Kochen gebracht werden und mit knapp 140 Grad aus dem Boden austreten. Durch die damit verursachte Lockerung des Bodens kam es dann zu Einstürzen und damit zur Bildung der Krater. Bei einigen Kratern kann man das Wasser im Erdinneren auch tatsächlich kochen hören. In den Kratern hat sich durch die heißen Dämpfe eine eigene Flora gebildet, die aus Farnen und anderen Pflanzen besteht, die in Neuseeland selten und einmalig sind. Der Ort wirkt durch den Dampf ein wenig gespenstisch und das Gefühl, dass unter den Füßen Wasser durch die aktive vulkanische Aktivität zum Kochen gebracht wird, ist ebenfalls respekteinflössend. Wir gingen die Moon Crater ab und Chris ging noch ein Stück weiter auf eine Aussichtsplattform. Der Gang dauerte knapp 60 Minuten und dann fuhren wir auch weiter. Nach einem weiteren Picknick im Freien - als Zwischenstopp - fuhren wir dann zu Wai-O-Tapu, auch bekannt als Thermal Wonderland. Da Steffi dies organisierte, dachte Chris erst es handele sich um ein Spa, worauf er keine Lust hatte. Aber es ist ein kleiner Naturpark (ebenfalls mit Eintritt), der verschiedene natürliche Thermalquellen zeigt, die in verschiedenen Farben - je nach Zusammensetzung der chemischen Elemente drumherum - erstrahlt. Das Dampfen der Quellen war schon von weitem zu sehen und erleichterte uns die Wegfindung ungemein. Die 25 - natürlich entstandenen - Attraktionen hatten Namen wie des Teufels Tintenfass, des Teufels Pool und der Champagner Pool. Insbesondere Letzterer ist das Aushängeschild von Wai-O-Tapu. Aufgrund der unterschiedlichen Zusammensetzung im Boden und der starken geothermischen Aktivität hier konnte man anhand der Farbe deuten, welche Elemente hier für die verschiedenen Farben sorgen. Daneben gab es auch Erdlöcher zu Bestaunen und listige Vögel, die die geothermische Energie des Bodens für das Ausbrüten der Eier verwenden. Der Rundgang dauerte knapp 2 Stunden und wir waren wirklich schwer beeindruckt. Zwar konnten wir danach den Geruch von Schwefel und anderen Elementen aus den Dämpfen nicht mehr riechen (des Teufels Tintenfass haben wir kurzerhand in die Erbsensuppe der Hölle umgetauft), aber das Naturschauspiel hatte es in sich. Insbesondere der Champagner Pool, unter dem Wasser bei 300 Grad kocht und zusammen mit den schweren Elementen das charakteristische Perlen (wie Champus halt) hervorruft, war wirklich toll zu sehen. Auch der Pool des Teufels war mit seinen giftgrünen Wasser ein lautes „Wow“ unsererseits wert. Nach einer kleinen Kaffeepause ging es dann zu unserem heutigen Campingground. Dieser hat die Besonderheit, dass er auch an einer Heisswasserquelle liegt und daher auch ein Thermalbad angeschlossen hat. Als Camper darf man diese auch inkludiert mitbenutzen, was uns ebenfalls empfohlen wurde. Und so fanden sich dort auch verschiedene Pools mir unterschiedlich warmen Wasser. Steffi bekam so doch noch ein Spa und Chris freute sich auf die Entspannung. Die Quelle - die ebenfalls stark dampfte - konnten wir uns auch anschauen. Das Wasser dort war kochend heiße 75-90 Grad heiß. Nach einem Bad am Nachmittag und noch einem am späten Abend schliefen wir in unserem Campervan, umgeben von Dampfquellen (die nächste war vielleicht 4-5 Meter vom Van weg), ein.Lue lisää

  • Steffi, Peanut und Kriegstänze

    26. marraskuuta 2017, Uusi Seelanti ⋅ ☀️ 18 °C

    Das wir an einem Campingplatz mit einer angeschlossenen Warmwasserquelle aufwachten, mussten wir dies natürlich noch einmal nutzen. Und so wachten wir morgens auf, bestaunten die Dampfwolken um uns herum, frühstückten und gingen dann auch wieder ins Wasser. Am späten Vormittag machten wir uns dann auf den Weg nach Rotorua, wo es dann zunächst zu einem kleinen Geheimtipp geben sollte, der uns 16 Dollar ersparte. Hier gibt es einen Geysir, der jede Stunde ausbricht, da man jedoch auch von einer Position außerhalb des Parks eine gute Sicht hat, schauten wir uns den Ausbruch dann auch von etwas Entfernung vom Parkplatz aus an. Es reichte uns dann auch mit geothermalen Wundern, sodass für heute andere Ziele auf dem Programm standen. Unser erster Termin war um 13 Uhr, sodass wir noch ein wenig Zeit hatten. Also fuhren wir in die Redwoods und gingen auf dem Treewalk, d. h. verschiedenen Plattformen mit Brücken, die an den Bäumen befestigt sind, spazieren. Die Redwoods in Neuseeland werden seit 1901 angepflanzt und aus Kalifornien eingeführt, wo die größten Exemplare bis zu 115 Meter hoch und über 2.000 Jahre alt sein können. Da Chris diese bereits aus Kalifornien kannte, fiel ihm vor allem der Grössenunterschied und auch der Unterschied im Durchmesser auf. Daneben unterscheiden sich die Bäume hier auch dadurch, dass das Holz härter ist und in der Holzindustrie daher gerne genutzt wird. Die Holzindustrie in Neuseeland ist ein wichtiger Wirtschaftszweig und für den Export von enormer Bedeutung. Der Treewalk selbst war schön und die Entspannung im Wald war ebenfalls toll. Abends ist der Treewalk auch beleuchtet und soll eine großartige Atmosphäre bieten. Neben den Redwoods gab es vor allem einheimische Farnengewächse und viel Ruhe. Der Wald bietet für Mountainbikes auch viele interessante Strecken und ist wirklich toll. Nach unserem Treewalk mit allerlei Informationen zu den Bäumen und dem Wald fuhren wir dann zu einem Reitstall an einem See. Steffi hatte hier einen Reitausflug gebucht, der sie durch den dicht bewachsenen Busch, eine Farm und entlang des Sees führen sollte. Da Chris Pferden nicht wirklich etwas abgewinnen kann, entschied er sich ein wenig am See zu entspannen und Steffi dann später abzuholen. Steffis Pferd hieß Peanut und war ein brauner Hengst. Er zeichnete sich die ersten paar Minuten dadurch aus, dass er erstmal nicht auf die Befehle reagieren wollte und sein eigenes Ding machte und während sich die anderen Reiter für den Ausritt aufstellten, entschied Peanut, den anderen Pferden den Rücken zuzuwenden. Im Laufe des Ausritts wurde Peanut jedoch weniger störrisch und Steffi wurde von der Begleitung für ihre Reitfähigkeiten gelobt. Nur konnte es Peanut nicht ab immer hinter den anderen Pferden zu sein und wollte ständig überholen (das Verhalten kennen wir manchmal auch von Steffi). Steffi hatte sehr viel Spass und fand den Ritt durch den Busch, mit seinen steilen Anstieg besonders spannend. Auch die Aussicht von der Farm und unterwegs war wirklich schön. Chris war froh nicht auf so einem Tier zu sitzen und hatte ebenfalls eine tolle Entspannungszeit. Von dem Austritt ging es dann auch wirklich nach Rotoura, wo wir unseren Campingvan bereits am Nachmittag im Campingground abstellten und die 800 Meter bis zum Zentrum liefen. Leider war jedoch Sonntag und hier war alles geschlossen (wir waren ja mittlerweile daran gewöhnt, dass Sonntags überall immer alles geöffnet hat). Und daher entschieden wir uns erstmal etwas zu Essen und fanden dann auch einen sehr coolen Laden. Von dort gingen wir dann auch zum Campingground und wurden unterwegs von einem freundlichen Dealer angesprochen, der uns erst Gras verkaufen wollte und uns dann beim Weg geholfen hat. Abends wurden wir dann von unserem Campingplatz abgeholt, um in das Tamaki Maori Village zu fahren. Dort erwartete uns dann eine „Culturale Experience“. In der Handzettel, den wir bekamen, standen die Etiketten drauf, die es einzuhalten galt. So durften z. B. Frauen nicht in der ersten Reihe sitzen und man durfte bei der Begrüssungszeromonie nicht lachen. Außerdem musste unsere Gruppe einen Häuptling bestimmen (vielmehr hat es der Busfahrer übernommen), diesem sollten wir immer Folgen. Nach unserer Ankunft vor dem Dorf fand dann auch die Begrüssungszeromonie (der Powhiri) statt, bei der aufgeregte Krieger Dinge auf Maori brüllten, ihre Zungen herausstreckten und mit ihren Waffen protzten. Unser Häuptling (Sam aus Perth) musste dann einen Farn aufheben, was einer Friedensgeste entspricht. Anschliessend musste unser Häuptling mit den Gast-Häuptling den Nasenkuss (Hongi) machen. Anschließend durften wir dann auch das Dorf betreten. Im Dorf selbst gab es dann verschiedene Stationen, bei denen die „Bewohner“ dann über bestimmte Aspekte des ursprünglichen kulturellen Lebens erzählten (die Maori selbst sind Polynesier und erst im 13 Jhd. nach Neuseeland gekommen, also nur 300 Jahre vor den Europäern). Dabei zeigten sie uns den berühmten Kriegstanz, der auch von der neuseeländischen Rugby Nationalmannschaft aufgeführt wird: Der Haka. Auch die Männer unseres „Stammes“ mussten sich hier einmal beweisen. Auch Chris musste sich in diesem Kriegstanz üben und tanzte mit den anderen den furchteinflössenden Tanz, was ihm aber nur bedingt gelang und daher auf seine eigene Art und Weise furchteinflössend war. Auch erzählten die Maori uns von dem Ursprung und der Bedeutung der Tattoos (die wie Lebensläufe funktionieren). Übrigens ist das Maori-Wort hierfür Tautu und bezieht sich auf die Geräusche, die bei Stechen erzeugt werden (viele Maori-Worte lassen sich auf Geräusche zurückführen). James Cook hat auf dem Rückweg nach England dann einfach daraus das heute geläufige Wort Tattoo gemacht (er konnte sich vermutlich aufgrund der langen Seefahrt wahrscheinlich nicht mehr genau erinnern). Auch zeigten uns die Maori die Bedeutung der Tänze und das mit den Kugeln, die an einer Schnur befestigt sind, jede Geschichte erzählt werden kann. Als letzte Station durften wir dann Maori Spiele spielen. Hier durfte wiederum Chris ran und ein Stöckchenspiel spielen. Hier wurden vier Leute ausgewählt und ihnen ein ca. 150 cm länger Stock gegeben, der vertikal auf dem Boden platziert wurde. Sobald dann ein Kommando erfolgt, die Maori Wörter für rechts oder links, musste der Stock losgelassen werden und in die entsprechende Richtung gelaufen werden. Wenn der Stock auf den Boden fällt, hat derjenige verloren, der an der Reihe war. Chris hat sich gut geschlagen und wurde hier am Ende auch Zweiter. Anschliessend wurde uns gezeigt wie die Maori unser Abendessen zubereiten. Hierfür wird im Boden ein Loch ausgehoben und es werden Steine erhitzt bis sie weiß werden. Dann wird das Essen in Körben in das Loch gepackt und dann mit feuchten Leinentüchern und Erde bedeckt. Nachdem wir hier auch dies vorgeführt bekamen, wurden uns noch verschiedene Tänze sowie ein echter Haka vorgeführt. Dabei erklärten die Maori uns auch die traditionellen Waffen, die Speeren ähnlich waren jedoch nicht geworfen wurden. Die Waffe hat einen Hieb- und einen Stichteil und man konnte damit den Schädel spalten oder ins Herz stechen. Die Maori waren ein recht kriegerisches Volk (was sie dann auch ins Rugby mit übernahmen) und so war eine gute Kampfausbildung von enormer Bedeutung. Die kriegerischen Techniken und die Waffen machten dabei auch erforderlich, dass die Oberschenkelmuskulatur trainiert wird. Auch hierfür zeigten uns die Maori die entsprechende Übung, die eine Mischung aus Tanz und Sport ist. Danach ging es dann zum gemütlichen Teil und wir aßen dann die im Erdloch zubereiteten Speisen (u. a. neuseeländische Süsskartoffel und den in Australien und Neuseeland traditionellen Pavlova Kuchen). Anschliessend ging es dann mit Dennis, unseren echt witzigen Busfahrer, zurück nach Rotorua. Dabei fuhren wir auch mal drei Runden im Kreisverkehr und sangen irgendwelche Lieder. Die Stimmung war ausgezeichnet. Recht spät ging es dann ins Bett, denn morgen sollten drei Programmpunkte anstehen.Lue lisää

  • Zorben, 7-Meter und keine Sterne

    27. marraskuuta 2017, Uusi Seelanti ⋅ ☀️ 19 °C

    Heute sollten drei Punkte auf dem Programm stehen. Zunächst ging es nach einem guten Schlaf dann Zorben. Falls sich darunter niemand etwas vorstellen kann, gibt’s nachfolgend ne kurze Erklärung. Beim Zorbing wird man in eine Kugel gesteckt, die mit Wasser gefüllt wird. Anschliessend geht es alleine, zu zweit oder zu dritt einen Abhang runter. Es gibt verschiedene Strecken die man ausprobieren kann. Wir entschieden uns dann zuerst für ein gemeinsames runterrollen der Kugel. Hierfür mussten wir unsere Badeklamotten anziehen (da es morgens war auch noch das Surfshirt) und warteten auf den Fahrer, der uns den Berg hochbringt. Glücklicherweise war es nicht sonderlich voll und wir kamen schnell dran. Der Fahrer und Zorb-Schubser (d. h. derjenige, der der Kugel den nötigen Stoß gibt) war ein freundlicher US-Amerikaner, der mit seiner deutschen Frau seit zwei Jahren reist und vorher noch nicht einmal einen Reisepass hatte. Oben hieß es dann mit dem Kopf voran in die Kugel. Erst Chris, dann Steffi. Und damit war es mit unserer Mitwirkung auch schon getan. Wir rutschten in der Kugel den Abhang runter und Steffi kam aus dem Schreien auch gar nicht mehr raus. Es hatte uns dann soviel Spaß gemacht, dass wir uns dann noch für zwei einzelne Fahrten entschieden haben. Während wir uns dann unten im Whirlpool aufwärmen konnten, sahen wir dann die weiteren Kugeln den Berg hinabrollen. Nachdem wir wieder abgeholt wurden, entschied sich Steffi für die schnellste Strecke und Chris sich für die, bei der man am meisten durchgeschüttelt wird. Während Steffi die ganze Zeit schrie und sich über die Geschwindigkeit und die kurzen Höcker auf der Strecke freute, fühlte Chris sich wie in dem inneren einer Waschmaschine. Wir hatten dabei aber echt eine Menge Spaß. Nachdem wir uns dann wieder im Whirlpool aufgewärmt hatten, zogen wir uns an und es sollte dann weitergehen. Wir hatten ein paar Stunden später einen Termin für Wildwasserrafting und noch ein bisschen Zeit, sodass wir nach Rotorua gefahren sind (was auf Maori soviel wie der zweite See heisst, da man ihn als zweites entdeckt hat). Dort aßen wir zu Mittag, Steffi kaufte sich einen Badeanzug und dann ging es auch schon weiter. Beim Wildwasserrafting hatten wir dann auch noch ein wenig Zeit uns einzustimmen und auszuruhen. Nach einem kurzen Briefing von Manu zur Ausrüstung und zur Strecke, welche den größten kommerziell für Rafting genutzten Wasserfall der Welt beinhaltet (7 Meter), zogen wir uns die Schwimmwesten, Taucherschuhe und Helme an und es ging los. Wir hatten schon ein wenig Respekt vor dem 7 Meter-Fall und wohl auch zu Recht, da es drei Möglichkeiten gibt, die vorkommen können. Nummer 1: Das Boot taucht ab und alle sind drin, Nummer 2: Das Boot taucht ab und einer/einige fehlen und Nummer 3: Das Boot taucht ab und dreht sich und keiner sitzt mehr drin. Demzufolge war immer gutes Festhalten angesagt. Am Fluss angekommen, wurde noch ein Maori Gebet gesprochen und dann durften wir den Fluss offiziell betreten. Da wir nur zu zweit waren, wurden wir mit zwei Italienerinnen, die aufgrund des Gewichts hinten saßen, einer Finnin, die mit Steffi in der Mitte saß und einer Amerikanerin, die mit Chris vorne sass, zusammengestellt. Unser Guide war Batman (kein Witz), der extrem witzig und einen Hang zum übertreiben hatte. Zwischendurch haben wir und dann immer wieder gegenseitig angefeuert und uns Mut gemacht. Und dann ging es auch los. Die ersten Fälle von 1-3 Metern liefen bereits problemlos ab. Und wir hatten wirklich eine Menge Spaß. Dann nach 30 Minuten kam dann das Monster. 7 Meter sollte es in die Tiefe gehen. Wir waren das letzte Boot. Bereits vor uns haben sich zwei aus einem Boot ins Wasser gelegt (wie sich herausstellte zwei Deutsche), die danach meinten, dass es auch viel zu gefährlich wäre und es in Europa wohl nicht zulässig wäre (was wir aber für leicht übertrieben gehalten haben). Unser Boot machte einen guten Job und wie blieben alle drin, auf den nachfolgenden Fotos, die wir uns anschauten, stach Chris aus der Menge heraus, da er sich als einziger auch gar nicht duckte und mutig den Sturz ins Auge schaute. Nachdem wir es wirklich gut machten und weder Besatzung noch Paddel verloren, wurde Batman auch mutiger und zeigte uns ein paar Tricks. So surften wir auf einer Welle, zwei Besatzungsmitglieder setzten sich beim nächsten Fall nach vorne über das Boot hinaus und Steffi hatte die Ehre bei einer Surfaktion ganz vorne zu sitzen und richtig nass zu werden. Wir kamen aus dem Lachen gar nicht mehr raus und dann hatten wir auch schon das Rafting nach knapp 2 Stunden überstanden, hätten aber auch gerne noch weitermachen können. Am späten Nachmittag kamen wir dann auch wieder am Campervan an und hatten dann Abends auch noch einen Termin für Stargazing in einem Sternenobservatorium in Rotorua. Glücklicherweise hatte sich das Wetter zwischendurch auch schon ein wenig gebessert und es wurde langsam blauer Himmel. In der Zwischenzeit fuhren wir dann nach Rotorua in die Eat Street und aßen dort zum Abendbrot (nach ein paar Tagen hatten wir echt keinen Bock mehr auf Dosenessen). Leider bekamen wir dann auch einen Anruf, dass das Stargazing doch nicht stattfindet und daher machten wir uns nach dem Essen und einem wunderbaren Eis (krass verrückte Sorten) auch auf dem Weg Richtung Waitomo, um auf halben Strecke auf einem freien Campingplatz an einem See zu schlafen. Da wir heute hauptsächlich Videos gemacht haben, müssen wir die extrahierten Fotos mal später nachreichen. Morgen steht dann in Waitomo nur 5 Stunden Blackwater Rafting an, d. h. Abseiling, Höhlenklettern und Höhlenschwimmen mit tausenden von leuchtenden Glühwürmchen, die die Höhle wie den Nachthimmel erstrahlen lassen (so jedenfalls erzählten es alle, mit denen wir sprachen).Lue lisää

  • Von Abseilen und Glühwürmchen

    28. marraskuuta 2017, Uusi Seelanti ⋅ ☀️ 20 °C

    Heute war unser Abenteuer als Höhlenforscher zu überstehen: Blackwater Rafting. Wir wachten gemütlich am See auf und hatten noch genügend Zeit, um den Tag gemütlich zu starten. Und so machten wir es uns am See mit einer Tasse Kaffee und Oatmeal gemütlich. Gegen Mittag fuhren wir dann los in Richtung Waitomo Caves, ohne natürlich den Stop bei den besten Pies Neuseelands auszulassen. Die Dinger waren so köstlich, dass wir uns noch einen für den späten Nachmittag mitnehmen sollten. Gegen 12:40 Uhr waren wir dann schließlich bei Kiwi Black Rafting, die hier das Blackwater Rafting anbieten. Wir entschieden uns für einen kleineren örtlich ansässigen Anbieter, was auch eine unser vorher festgelegten Regeln entspricht, die lokalen Händler und Anbieter auszuwählen (auch beim Essen) und größere Anbieter - soweit möglich - zu vermeiden. Und da standen wir dann in einer kleinen Hütte unweit der Waitomo Caves und warteten auf unseren Guide Tom. Zwischenzeitlich kamen dann auch die restlichen 4 Leute für unsere Gruppe, die aus Schottland kamen. Dann kam auch Tom mit einem Van, der sicherlich schon bessere Tage erlebte, aber irgendwie zu so einem rustikalen Erlebnis passt. Mit Tom ging es dann zum Ausgangslager, wo wir Wetsuits anzogen, Helme und Gummistiefel bekamen und auch unsere Kletterausrüstung. Von dort war es dann nur ein kurzer Weg zum Höhleneingang. Vor dem Abstieg übten wir noch einmal das Abseilen und die dafür notwendige Technik, was im Stehen noch recht einfach war. Dann ging es jedoch an den Ernstfall. Es galt nunmehr sich 27 Meter in die Tiefe abzuseilen. Was in der stehenden Praxis noch einfach war, wurde dann mit der Aussicht in 27 Meter Tiefe jedoch schwieriger. Aber wir meisterten es fast gekonnt und die Aussicht die grün bewachsende Höhle langsam hinunterzugleiten war wirklich toll. Unten angekommen, hatten wir noch genügend Tageslicht, um den Höhleneingang in voller Breite zu bewundern, sahen aber auch schon, was uns am Ende erwarten sollte, 20 Meter aus der Höhle einen recht steilen Abhang auch wieder hinaufklettern. Aber hierzu dann zu gegebener Zeit. Unten angekommen, nahmen wir uns einen Reifen und gingen tiefer in die dunkle Höhle hinein, wobei wir schon einige leuchtende Glühwürmchen erkennen konnten. Unsere Helme hatten glücklicherweise ein Licht, sodass wir uns hier gut orientieren konnten. Bereits nach wenigen Metern waren wir aber klatschnass, was aufgrund der Wetsuits aber nicht störte. Nach einer kurzen Wanderung setzten wir uns und machten das Licht aus. Tom machte dann noch ein wenig Krach und die Glühwürmchen beleuchteten die Höhlendecke wie eine wunderschöne Sternennacht. Hier hatten wir dann auch die Möglichkeit Tom ein paar Fragen zu stellen. Die Glühwürmchen selbst sind nur die Larven, die an der Decke, klebrige Netze spinnen. Das Leuchten dient dazu Beute anzulocken, sodass diese sich in den Netzen verfängt (vor allem Mücken, Motten und Sandfliegen). Wenn die Larven puppen und wieder schlüpfen, legen die Weibchen dann Eier und die Männchen lassen sich von den Larven fressen. Das Leuchten entsteht durch einen Leuchtkörper, der über der Hintern der Larve sitzt (der scheint buchstäblich die Sonne aus dem Arsch). Nachdem wir den „Sternenhimmel“ bestaunen konnten, ging es dann weiter und wir ließen uns durch die dunkle Höhle mit einem Reifen treiben und über uns war nur das Glühen der Larven zu sehen. Danach ging dann weiter mit den Reifen zur Sternenschmiede, wo sich eine irrwitzige Anzahl der Larven versammelte und für ein helles Erleuchten sorgte. Danach hatte man die Möglichkeit einige sehr enge Stellen zu passieren, während Chris bei einer scheiterte (neben 2 anderen), quetschte Steffi sich durch jede Öffnung so klein sie auch sein mochte. Es war dann irgendwann auch die Hälfte der Zeit rum und wir machten eine Teepause, um anschließend den Rückweg durch andere Öffnungen zu suchen und dabei richtig klettern zu müssen. Wir hielten dann noch einmal für einen Ausblick auf die Larven und die erleuchtete Hölle. Dann ging es auch an das Raufklettern. Während Steffi jeden Zentimeter nach etwas Ausschau hielt an das sie sich festhalten konnte und zwischendurch auch einmal eine Pause einlegen musste, war Chris recht fix beim Klettern und rutschte nur am Anfang einmal ein wenig ab. Insgesamt waren wir dann aber sehr glücklich mit unserer Leistung und Tom erzählte, dass er in 2,5 Jahren auch nur zwei Notfälle hatte, einmal weil das Wasser in der Höhle zu schnell Anstieg und einmal, weil eine junge Frau einen Schwächeanfall hatte und nicht selbst aus der Höhle kam. In seiner Zeit gab es auch nur eine Person, die sich das Abseiling nicht getraut hat. Wir hatten einen guten Tag und durften nach einer warmen Dusche und einer Tomatensuppe unsere Fotos anschauen. Danach sind wir dann mit dem Campingvan in Richtung unseres morgigen Ziels gefahren und haben es uns wieder an einem Fluss gemütlich gemacht.Lue lisää

  • Ein Besuch in Hobbiton

    29. marraskuuta 2017, Uusi Seelanti ⋅ ☀️ 23 °C

    Heute stand uns etwas großes bevor, da wir nach Hobbiton wollten und unsere Tickets dafür schon lange im vornherein buchten. Chris war aufgeregt wie ein kleines Kind und kaum ansprechbar. Wir mussten jedoch erst einmal den Tag ruhig starten, da das 5 Stunden Höhlenklettern ziemlich anstrengend war (im Nachhinein). Wir machten uns ein hobbitgerechtes Frühstück mit Bacon, Ei und Toast. Und dann noch einen Kaffee zum Wachwerden. Es war für heute schlechtes Wetter angesagt, was jedoch nicht der Fall war. Die Sonne lachte uns schon jetzt an und es war wirklich warm. Am späten Morgen machten wir uns dann auf den Weg zum Shire‘s Rest, wo wir für die Tour zum Hobbiton Movie Set abgeholt werden sollten und wir uns rechtzeitig Einchecken mussten, da sonst die Tickets wieder freigegeben werden. Wir kamen noch rechtzeitig und checkten ein. Es ist auch die einzige Möglichkeit überhaupt auf das Movie Set zu kommen und Hobbiton zu sehen. Die Buse fahren von dort alle 5 Minuten und fahren eine aufgeregte Meute ca. 10 Minuten von dort nach Hobbiton, welche sich auf einer Schaffarm der Familie Alexander befindet. Peter Jackson und ein paar Locationscouts haben das Areal seiner Zeit für perfekt empfunden, da es kleine Seen und eine hügelige Graslandschaft enthält. Der Bus muss auf dem Weg nach Hobbiton dann auch an den Schaafen der Familie Alexander vorbei. In Hobbiton angekommen, führte uns unser Guide Bethany durch das wirklich liebevoll gestaltete Movie Set und erklärte uns ein paar Besonderheiten und Anekdoten über den Drehort. So finden sich auf dem Set zwei Arten von Hobbithöhlen: Solche mit einer Türhöhe, die 90 % einer normalen Tür entspricht und solche mit einer Tührhöhe von 60 %. Vor der ersten Variante wurden die Hobbits gefilmt und vor der zweiten dann Gandalf, um die Größenverhältnisse darzustellen. Auch hat Peter Jackson Perfektionismus den ein oder anderen Kulissenbauer verrückt gemacht, in dem er einen künstlichen Baum wollte, der mit verschiedenen Zweigen verdrahtet wurde. Das Ergebnis hatte für Jackson jedoch die falsche Farbe, sodass jemand dann mehrere Tausend Blätter noch einmal bemalen musste und noch immer regelmässig muss. Auch die kleinen Seen und Teiche waren nur auf den ersten Blick perfekt, da dort eine unglaublich laute Froschart hauste, die von einem professionellen Froschjäger allesamt gefangen wurden. Leider musste auch dieser mehr als einmal ran, da die Frösche wenige Tage später wieder da waren. Wir gingen vorbei an den kleinen Hobbithöhlen, die aber nicht alle begehbar sind, und den kleinen Gärten, wo teilweise echtes Gemüse gepflanzt wird. Die Kulissen und Höhleneingänge sowie die kleinen Details sind wirklich liebevoll ausgearbeitet und entsprechen wohl so auch Tolkiens Vorstellungen, die er vor fast 100 Jahren hatte. Selbst Steffi war begeistert und bekam Lust darauf sich die Filme anzuschauen. Dazu beigetragen hat auch Bethany, die uns die kleinen netten Geschichten über den Dreh und Hobbiton selbst erzählte. Wir kamen an vielen Höhlen vorbei und durften auch eine betreten. Die größte Höhle war jedoch Bagginsend, in dem Bilbo und Frodo lebten. Von dort hatte man eine gute Sicht auf das gesamte Hobbiton und dem Dragons‘ Inn auf der anderen Seite des Sees. Auch waren hier die meisten Fenster zu finden, was bei den Hobbits aber auch dazu führt, dass sie mehr Steuern zahlen müssen. Wir kamen auch an zwei Pflaumenbäumen vorbei, die in den Büchern in einer bestimmten Szene in die Rückkehr des Königs vorkommen. Das Problem war nur, dass die gepflanzten Pflaumenbäume zu klein waren und so wurden die Früchte eines größeren Baumes entfernt und mit Pflaumen ersetzt. Dieser Aufwand war Bestandteil einer Szene in der Extended Edition der Filme mit einer Laufzeit von knapp zwei Sekunden. Nachdem wir durch Hobbiton wanderten, ging es dann weiter über die bekannte steinerne Brücke und Mühle vorbei zum Dragons‘ Inn, wo wir uns ein Getränk aussuchen konnten (zwei selbstgebraute Biere, ein selbstgemachtes Cider oder ein selbstgemachtes alkoholfreies Ginger Beer). Da Chris ja fahren muss, nahm er das Ginger Beer und Steffi den Cider. Wir nutzten die Möglichkeit auch uns die Requisiten im Dragons‘ Inn anzuschauen und auch Kostüme anzuziehen. Auch hier waren die Details und die Liebe, die in das Set gesteckt wurden überall sichtbar. Von dem kleinen schwarzen Brett für Hobbits bis zu den Krügen, Kaminen und Fenstern konnte man sich wie ein Hobbit fühlen. Danach ging es dann für uns noch weiter zu einem Festzelt, da wir auch Mittagessen gebucht hatten. Hier hatten wir dann eine Stunde Zeit wie ein Hobbit zu speisen (Chris wollte eigentlich die Abendführung mit Hobbitfestmahl buchen, aber es gab schon lange keine Plätze mehr dafür). Danach und nach knapp 3 Stunden in Hobbiton ging es dann zum Shire‘s Rest, wo wir uns noch im Souvenirshop umsahen und noch ein wenig entspannten bis wir ins Auto stiegen und heute mal wieder ein paar Kilometer zu machen. Das nächste Ziel war die Coromandel Halbinsel, die als eine der schönsten Orte in Neuseeland gilt. Nach einer längeren und kurvenreichen Autofahrt durch wunderschöne Täler, die uns ein wenig an Südafrika erinnerten. Auch wurde der Busch wieder dicker und die Vegetation war wieder so dicht wie auf der Südinsel. Wir fuhren bis Whangamata, wo wir einen Stehplatz für die Nacht direkt am Strand bekamen. Wir gingen auch sofort noch einmal ins Wasser, was wunderbar warm war. Die Gegend selbst ist wunderschön und erinnert an die Strände von Kalifornien und die Natur der Westküste der USA. Nur mit wärmeren Wasser. Wir machten es uns dort gemütlich und am Abend machten wir dann auch unser eigenes Stargazing am klaren Sternenhimmel, wenn er nicht gerade von Wolken unterbrochen wurde.Lue lisää

  • Auf durch Coromandel

    30. marraskuuta 2017, Uusi Seelanti ⋅ ☀️ 17 °C

    Wir wachten an einem der schönsten freien Campinggrounds unserer Reise auf. Wir waren unmittelbar am Strand und die Sonne war schon aufgegangen, als wir uns dann auch gleich unsere Badesachen anzogen und ins Wasser gingen. Es ging sehr flach ins Wasser, das Wasser war warm und es gab quasi keine Wellen. So sollte man den Tag starten! Wir plantschten und schwammen ein wenig und dann mussten wir den Campingground, da es fast 9:00 Uhr war (in Coromandel muss man die meisten freien Campinggrounds gegen 9:00 Uhr verlassen). Wir nutzten die weitere Fahrt dann aber erstmal für einen Stop in den Bergen, wo wir uns Pancakes mit Erdbeeren und Whip Creme machten. Unser erstes Ziel am heutigen Tage war jedoch Hot Water Beach. Da die Maori eine sehr zutreffende Und wortwörtliche Sprache hatten, haben es die Europäer im Grundgedanken übernommen. Captain Obvious lässt grüßen! Hot Water Beach ist nämlich nach seinen heißen Quellen benannt, die sich unter dem Sandstrand befinden. Sobald die Ebbe einsetzt, kann man sich eine Schaufel schnappen (die gibt es überall in Hot Water Beach zum Leihen) und sich einen eigenen Thermalpool schaufeln. Aber Vorsicht, denn das Wasser ist sehr heiss. Wir fuhren daher erst einmal dieses Ziel an und waren - glücklicherweise - auch dann zur Ebbe pünktlich dort. Auch wir bauten uns einen Pool. Das erste Konstrukt, welches wir bauten, war ein architektonisches Wunderwerk aus Sand. Wir bauten streng genommen drei Pools: eines mit heißen Wasser aus der Quelle, eines mit kühleren Meerwasser und eines bei denen wir beide Pools zusammenführten. So konnten wir die Temperatur stets regulieren. Nach ca. 1 Stunde setzte jedoch die Flut dann auch langsam wieder ein und die ersten Aussenmauern des Pools wurden weggeschwemmt. Wir bauten dann ein einen neuen Pool weiter hinten am Strand, wo wir noch knapp 1,5 Stunden weiter entspannen konnten. Als wir dann noch ein wenig Baden gingen (bis uns die Wellen auch zu stark wurden) und unsere Sachen ein wenig trocknen ließen, waren dann auch schon die letzten Erdlöcher von den Wellen verschluckt worden und verschwunden. Wir fuhren dann von Hot Water Beach in Richtung der Cathedral Cove, welches eine ausserordentlich schöne Bucht mit wunderschönen Strand sein soll. Da wir jedoch genug Strand hinter uns hatten, wollten wir uns gerne die Bucht anschauen. Da die Bucht jedoch nicht unmittelbar am Strand ist, mussten wir hierfür noch 45 Minuten am malerischen Küstenstreifen wandern. Wir aßen von einer Aussichtsplattform zu Mittag und wollten dann losgehen. Irgendwie hatten wir uns jedoch nicht richtig verstanden und Steffi war aus Chris Sicht verschwunden und umgekehrt. Während Chris dachte, dass Steffi bereits los sei und losging, dachte Steffi, dass er irgendwo an dem Parkplatz und Startpunkt rumläuft und vielleicht Fotos macht. Denkbar ungünstig ging Chris schon vor, während Steffi wartete. Irgendwann haben wir uns jedoch auf dem Weg getroffen und konnten die letzten 15 Minuten noch gemeinsam wandern. Am Cathedral Cove angekommen, zeigte sich eine wirklich schöne Bucht mit einem tollen Sandstrand. Die Höhle, die sich dort über mehrere Jahrhunderte gebildet hatte, verband zwei Strandabschnitte, wobei einer nur bei Ebbe auch wirklich trocken betreten werden kann. Das Wetter war auch hier wieder super (laut Internet ist dies in Cathedral Cove jedoch immer der Fall, ein bisschen die Karibik Neuseelands). Aus der Höhle ging dann auch regelmäßig ein Donner hervor, wenn die Wellen gegen den Stein schlugen. Nachdem wir uns dann auch hier aufhielten und das Schauspiel genossen, ging es dann auch weiter nach Thames, wo wir unser Nachtlager aufschlugen. Wir buchten spontan im Laufe des Tages für den nächsten Tag einen Canyoning Ausflug für den wir morgen fit sein mussten, da ein hoher Fitnesslevel erforderlich ist.Lue lisää

  • Abseiling beim schlafenden Gott

    1. joulukuuta 2017, Uusi Seelanti ⋅ ⛅ 29 °C

    Aufgewacht in Thames und dann auch schon mit Russel und Wayne getroffen, bei denen wir das Canyoning Adventure gebucht haben. Auch hier haben wir uns für den kleineren lokalen Anbieter entschieden, der zwar teurer war, aber auch ein wenig abseits von Kiwi Experience (das ist der Anbieter, der vor allem jungen Leuten Neuseeland nahebringt). Dadurch sind die Gruppen klein und die Touren weitab des Massentourismus. Die Gruppe war so klein, dass sie nur aus Steffi und Chris bestand. Russel und Wayne sind seit über 15 Jahren im Geschäft und nach eigenen Aussagen auch mehr Abenteurer als Geschäftsleute. Man merkt beiden an, dass sie echt Bock darauf haben und sich bewusst für diesen Weg mit den kleinen Gruppen entschieden haben. Wir waren ein wenig aufgeregt, da wir zwar schon Abseiling gemacht haben, aber das Blackwater Rafting ein müder Nachmittagsspaziergang war, verglichen mit dem, was uns hier erwartete. Auf dem Weg von Thames zum Sleeping God Canyon erzählten uns die beiden, dass der Nationalpark für die Öffentlichkeit derzeit gesperrt ist, da ein starker Regenfall Anfang des Jahres viele Straßen und Wege weggespült hat. Der Nationalpark ist wirklich wunderschön. Er ist mit dichtem Busch bewachsen und wirkt sehr unberührt. Russel erzählte uns, dass der Busch und der Wald seit 100 Jahren wieder aufgezüchtet wird, da im 19. Jhdt. beinahe sämtliche Kauri Bäume - wegen des guten Holzes - abgeholzt wurden. Diese Kauri Bäume sind ein native New Zealand Tree und können einen Umfang von bis zu 8-12 Meter erreichen. Der Sleeping God Canyon hat seinen Namen auch von den Maori, da eine Felsformation nach einer schlafenden Person aussieht. Die Maori, die hier lebten, waren besonders kriegerisch und legten die abgetrennten Kiefer ihrer Feinde an die Flussläufe und den natürlichen Eingang des Canyons. Aber zurück zum Thema. Wayne war nur dabei, um ein paar Arbeiten vorzunehmen und Russ sollte uns durch den Tag führen. Nachdem wir dann mal wieder einen Wetsuit bekamen und Canyoning-Schuhe anzogen, ging die Wanderung auf den knapp 500 Meter hohen Berg los. Und wir wanderten durch Flusspfade, durch dichten Busch und steile Anstiege auf den höchsten Punkt. Dort zogen wir uns dann an: Wetsuits, Kletterausrüstung und Helme. Wir bewegten uns nahe am Wasserlauf und kletterten durch das Wasser, an den Felsen entlang bis zur ersten tieferen Stelle. Wir übten hier noch einmal die Abseiling Technik und dann ging es auch schon in den Ernstfall. Das erste Abseiling war 36 Meter und Chris fing an. Es galt dabei den Wasserfall hinunterzukommen, d. h. sich mit den Füssen entlang des Kliffs hinunterzubegeben. Das Führungsseil hatten wir selbst in der Hand während Russ lediglich eine Absicherung vornahm. Am Ende des ersten Abseilings landeten wir dann im Wasser, wo wir uns dann das Seil und die Sicherung abmachten. Es war aufregend wie sonstwas und 36 Meter sind, wenn man sie auf diese Art bewältigen muss, doch echt furchteinflössend. Wir fühlten uns hier auch noch nicht so sicher, was sich noch im Laufe des Tages ändern sollte. Als wir dann alle unten angekommen sind, übten wir dann aus 5 Metern Höhe ein paar Sprünge damit Russ sehen konnte, ob wir die Technik drauf hatten. Wir lernten schnell und Russ war zufrieden. Dann kam unser Slide, d. h. wir rutschten eine Art natürliche Rutsche ins Wasser, was aber auch ein wenig furchteinflössend war. Aber auch dies machte verdammt viel Spaß. Dann kam auch schon die höchste Höhe mit knapp 54 Metern. Hier seilten wir uns dann in zwei Stufen ab, wobei wir uns dann auf einer recht steilen Klippe selbst sicherten und auf Russ warteten. Aber auch dieses Monster war erledigt. In Worte ist dieses Erlebnis wirklich nicht zu fassen. Das Bad danach hatten wir uns dann auch verdient. Dann kam ein Sprung aus knapp 10 Metern, den Chris auch voller Höhe und Steffi aus 9 Metern vornahm. Dann kam auch schon unsere Lunchpause auf einer Höhe zwischen zwei Wssserfällen in malerischer Natur. Die Landschaft war - sofern das Adrenalin nachließ - wirklich total toll. Von den nächsten knapp 28 Metern haben wir uns dann auch alleine abgeseilt, sodass wir gemeinsam hinabsteigen konnten. Auf die Sicherung verzichteten wir hier (wobei streng genommen der Abstieg hier auch nicht allzu vertikal war). Als wir auch das schafften, kam wieder ein steilerer Abstieg und dann ein ziemlich steiles Ziplining, was wir auch aus den ganzen Kletterwäldern noch nicht kannten. Am unteren Ende wartete der sog. Rainbow-Fall, der seinem Namen alle Ehre machte und das fallende Wasser einen wunderschönen Regenbogen zauberte. Von dort waren es nur noch wenige Abseilings nach unten. Es wartete aber auch schon wieder ein Sprung aus 5 Metern auf uns. Danach ging es dann noch ein Abseiling aus 36 Metern runter und eines aus 14 Metern (wir hätten hier auch springen können, aber entschieden uns für das Abseiling). Als letztes ließen wir uns dann noch einmal einen Wasserfall abseilen, bei dem wir dann in einem Cove landeten (dazwischen gab es immer wieder kleinere Sprünge, die aber nur zum Spaß gedacht waren und nicht dem Fortkommen). Nach dem letzten Abseiling machten wir uns dann auf dem Rückweg durch den dichten Busch und dem Flusslauf. Bereits diesen Weg hätten wohl andere Anbieter als eigenständiges „Abenteuer“ verkauft. An der Station angekommen, machte Wayne uns schon ein paar Burger und wir zogen uns um. Nach Speis und Trank und nachdem wir uns auch die Bilder anschauten, die Russel gemacht hat, ging es dann nach ca. 10 Stunden Abenteuer durch den Sleeping God Canyon wieder nach Thames. Von dort fuhren wir dann nur kurz zu einem freien Campingground, der malerisch am Wasser lag. Wir schauten uns unsere Blessuren des Tages an, die wie als Trophäen tragen und schliefen dann auch recht schnell ein. Dieser Tag wird uns noch sehr lange in Erinnerung bleiben. Fotos von Russel reichen wir noch nach.Lue lisää

  • Abschiede sind schwer...

    2. joulukuuta 2017, Uusi Seelanti ⋅ ⛅ 22 °C

    Heute hieß es dann Abschied von Brutus zu nehmen. Die Tränen und Trauer, die wir ertragen mussten, ersparen wir Euch dann. Wir wachten am Morgen auf und packten unsere Sachen. Da wir in der Zeit mit Brutus auch fast alles benutzt hatten, dauerte es entsprechend auch ein wenig länger. Nach dem vorläufig letzten Frühstück an der freien Luft und neuseeländischen Küste fuhren wir dann auch nach Auckland und gaben Brutus zurück. Der Typ von der Autovermietung, der aus Südafrika war, war auch noch so nett und fuhr uns dann zum nächsten Bahnhof (so sind die Leute hier halt). Und so nahmen wir den Zug nach Auckland und kamen dann auch recht schnell in unserem Hostel an, wo wir uns dann mal wieder ein Dorm teilten. Da es erst früher Nachmittag war und die Sonne schien, hielt es uns auch nicht lange drinnen und wir machten einen Spaziergang durch Auckland, aßen Pizza und Steffi ging ein wenig shoppen. Dabei kamen wir auch am Auckland Tower vorbei, wo wir ein paar Leute beim Skyjump beobachteten, was aber nicht so unser Ding ist. Auckland selbst befindet sich derzeit auch ziemlich im Wandel, da man - wie in Sydney - den Innenstadtverkehr begrenzen möchte und daher gerade das öffentliche Nahverkehrsnetz ausbauen möchte. Die Stadt selbst beherbergt ja gut 1/4 der gesamten neuseeländischen Bevölkerung und wirkt auf dem ersten Blick ein wenig wie Sydney. Einige Leute bevölkerten bereits am frühen Nachmittag die Pubs der Stadt, da Abends das Rugby-WM Finale war. Wir überlegten Abends ins Kino zu gehen und dann fiel uns aber ein: Wir sollten doch einmal Wäsche waschen. Gesagt getan, mussten wir auch gleich zwei Waschmaschinen in Beschlag nehmen und waren dann auch gut drei Stunden beschäftigt. Im Prinzip war es das auch mit dem Tag, da wir dann nach dem Packen der Tasche auch recht schnell einschliefen.Lue lisää

  • Doppelter Sonntag

    3. joulukuuta 2017, Brasilia ⋅ ⛅ 21 °C

    Der doppelte Sonntag! Während wir einen Sonntag noch mit Sightseeing in Auckland verbringen konnten, ging der zweite Sonntag dann für das Reisen drauf. Im Ergebnis haben wir dann aber nur knapp 2 Stunden von Auckland nach Rio mit Zwischenstopp in Buenos Aires gebraucht. Fangen wir mit dem ersten Sonntag an: Wir standen bereits früh auf, da wir zum Einen uns nicht länger als nötig im Dorm aufhalten wollten und zum Zweiten auch bereits um 10 Uhr auschecken mussten. Also machten wir uns noch das vom Frühstück, was wir übrig hatten (vor allem Pancakes, Sahne und Erdbeeren) und stellten, was wir nicht mehr essen konnten, dann in die „serve yourself“ Ecke des Hostels. Wir beeilten uns und machten uns pünktlich auf den Weg zum Hafen von Auckland, wo wir eine Free Walking Tour machen wollten. Pünktlich angekommen, erzählte uns der Guide Laura auch einiges, was wir bereits wussten und ein paar neue Sachen (z. B. das der Name Neuseeland auf den niederländischen Seemann Abel Tasman zurückzuführen ist und wie James Cook mit den Maori kommunizierte). Auch gab uns Laura mit, wie sich die Neuseeländer erst langsam wieder den Maori und deren ursprüngliche Kultur und Sprache öffnet. So waren Jahrzehnte lang z. B. die Gesichtstattoos verpönt und mittlerweile finden sich auch wieder viele, die es so tragen und es wird gesellschaftlich anerkannt (z. B. in größeren Firmen und in der Armee). Auch die Diskussion um die neuseeländische Flagge führte uns Laura noch einmal sehr augenscheinlich da. Nachdem wir den von Menschenhand gemachten Hafenbereich (alles, was in Auckland nicht hügelig ist, ist von Menschenhand gemacht) verlassen hatten, zeigte uns Laura auch die ersten Pubs der Stadt und die dazugehörigen Geschichten. Auch schauten wir uns den Skytower und die Universität sowie ein paar Parks an, die ebenfalls einen Kauri Tree hatten. Insgesamt muss man sagen, dass die Neuseeländer eine echte Do It Yourself Kultur haben, es aber gleichzeitig schaffen das Leben wirklich locker zu nehmen (bei den Australiern hatten wir den Eindruck, dass sie gerne so sein wollen, aber es dann doch nicht sind; schwer zu erklären). Jeder ist immer freundlich, offen und hilfsbereit, was beinahe schon japanische Verhältnisse hatte. Nach der Walking Tour gingen wir dann noch im Hafen etwas essen und noch einmal durch die Queen und Fort Street. Dann war es auch schon 16:30 Uhr und wir holten unsere Sachen und fuhren langsam Richtung Flughafen. Dort verbrachten wir noch ein wenig Zeit und sagten dann „Haere Ra Aeotara“. Um 20:15 Uhr des 3. Dezembers 2017 startete unser Flieger nach Buenos Aires. Wir müssen wirklich sagen, dass wir uns in Neuseeland verliebt haben. Der Abschied fällt wirklich schwer und wir wissen, dass wir definitiv noch einmal wiederkommen werden. Denn die wirklich aufregende und menschenleere Südinsel fehlt uns noch (der Franz-Josef-Gletscher erkundigt sich nicht alleine und auch mit dem Kanu durch Fjordland ist noch ein Muss) und auch die Nordinsel ist eine weitere Reise wert. Der Flug nach Buenos Aires war entspannt und auf dem höchsten Standard. Wir schliefen jedoch die meiste Zeit und Chris schaute sich Herr der Ringe - Die Gefährten an. In Buenos Aires landeten wir um 15:20 Uhr des 3. Dezembers 2017. Wir hatten also knapp 5 Stunden gut gemacht und unser nächster Flieger nach Rio sollte um 18:20 Uhr gehen. Das Problem war jedoch, dass wir in Auckland noch nicht einchecken konnten. Also hieß es das komplette Programm mitzumachen: Durch die Migration und Stempel im Pass, Gepäck abholen, durch den Zoll (war zum Glück schneller als in Christchurch) und ab zum nächsten Terminal, um uns und unser Gepäck einzuchecken. Dann wieder durch die Sicherheitskontrolle und den Ausreisestempel abholen. Das kostete alles doch ein wenig Zeit, aber wir waren rechtzeitig am Flieger und konnten uns auch vorher noch einmal kurz waschen. Während Steffi auch auf dem Flug nach Rio größtenteils schlief, schaute Chris sich Filme an. In Rio dann angekommen, fuhren wir mit dem Taxi zum Hostel, was aber nicht mehr existierte. Wir bekamen zum Glück noch zwei Haustüren weiter ein Zimmer in einem anderen Hostel für die nächsten beiden Nächte.Lue lisää

  • Copacobana und the girl in Ipanema

    4. joulukuuta 2017, Brasilia ⋅ ⛅ 27 °C

    Etwas zerknirscht von dem Zeitunterschied von 15 Stunden und der langen Reise wachten wir dann am späten Vormittag auf und machten uns in unserem Hostel fertig. Nach einem kleinen Plausch mit Maria, der Gastgeberin, die uns in der letzten Nacht noch glücklicherweise ein Zimmer anbieten könnte für schlappe 15€ die Nacht wollten wir heute ein wenig ruhiger machen. Wir hatten im Vorfeld über Rio gelesen und wurden auch betreffend der hohen Kriminalität hier gewarnt. Auch Maria gab uns noch ein paar Tipps auf den Weg und meinte, dass Brasilianer immer diesen Schlabberlook tragen, damit sie Dieben und Räubern gar keine Angriffsfläche bieten. Umso weniger, umso besser. Auch die Reiseführer und -portale sind voll mit Warnungen, was uns ein bisschen verunsicherte. Die ersten Schritte auf der Straße gaben uns aber auch schnell Sicherheit. Und sofern man es nicht völlig provoziert, fühlt man sich dann auch sicher. Es galt erstmal Steffi etwas zu Essen zu holen, da sie sonst unruhig und missmutig wird. Nach einem Sandwich und einem Acai Eis mit Granola, von dem wir dachten es sei vielleicht eher eine Art Joghurt (scheinbar wird es aber regelmäßig als Eis gegessen), ging es ihr dann auch gleich besser. Hier zeigte sich aber wieder ein Problem, was wir schon häufig hatten, aber einen dann doch irgendwann leicht nervt: Kommunikationsschwächen. Es gibt auch hier wieder nur wenige Leute, die Englisch überhaupt verstehen können (von Sprechen mal ohnehin abgesehen). Wir kämpften uns mit einem Portugiesisch Schnellkurs aber recht passabel durch (wir hatten uns ein paar Vokabeln eingeprägt), sodass es mit Mühen dann doch reichte. Wir schliefen in Botafogo, was eher als Residential Area gilt und auch als recht sicher einzustufen ist. Von der dortigen U-Bahnstation (U-Bahnen gelten in Rio als ohnehin sicher) ging es dann nach Copacabana. Dies ist ein Stadtteil von Rio, der den langen weißen Sandstrand mit Blick auf den Zuckerhut hat, der für die Bekanntheit Copacabanas verantwortlich ist. Das Wetter wollte aber heute nicht so richtig mitspielen und war daher sehr wolkig, was aber den hohen Temperaturen keinen Abbruch tun sollte. Also ging es dann von der U-Bahnstation in Copacabana an ebendiesen Strand. Das Wasser war angenehm und der Sand fein. Der Strand zieht sich über mehrere Kilometer und die Leute verteilten sich sehr breit, was auch am bewölkten Wetter gelegen haben kann. Wir gingen ins Wasser und blieben ein wenig am Strand liegen, bis es uns wieder zu langweilig wurde. Etwa alle 30 Sekunden kam ein Verkäufer an und wollte uns Handtücher, Selfie-Sticks, Chips oder Caipirinhas verkaufen, die er selbst an einem der vielen Strandbars abholte und weiterverkaufte. Wir gingen den Strand weiter und bis an das Ende, wo sich dann ein paar Graffiti fanden, die der Weltmeisterschaft 2014 gewidmet waren. Nach den Höhen der WM 2014 und Olympia 2016 ist Rio ein wenig abgestürzt, was sich - nach den Leuten hier - an vielen Seiten zeigt. Von dort sind es nur 10 Minuten zu Fuß nach Ipanema. Wir gingen dorthin weiter und auf einen natürlichen Felsvorsprung, der sich zwischen den Stränden befindet, wo wir die Aussicht auf die jeweiligen Strände voll auskosten konnten. Neben den vielen Caipis die überall getrunken werden, wird hier vor allem überall am Strand gekifft, sodass wir dauerhaft den Geruch von Gras in der Nase hatten. Wir kauften uns eine Kokosnuss und gingen die Promenade von Ipanema in Richtung Leblon, welches sich unmittelbar an Ipanema anschließt. Der Strand hier ist nicht so breit wie in Copacabana und es finden sich auch wesentlich weniger Verkäufer auf dem Strand. Wir gingen ein paar Kilometer und ließen uns dann mit einem Caipirinha am Strand nieder, wo wir den Wellen lauschten und uns von dort dann auf dem Weg zu einem Restaurant machten, welches uns Maria empfohlen hatte. Mit unserem Strandoutfit passten wir dort nicht unbedingt rein, aber der Keller meinte es ginge in Ordnung. Wie nicht anders zu erwarten war, sind die Leute hier allgemein sehr locker, freundlich und hilfsbereit und vor allem lebenslustig (nachdem uns diese Attribute auf der Reise wirklich häufig über den Weg gelaufen sind, wird die Umstellung auf Deutschland wohl diesbezüglich wirklich schwer). Wir bestellten traditionelle brasilianische Gerichte, so hatte Steffi ein Steak mit Käss überbacken und Chris Feijoda, das ist ein Eintopf, der mit Maniok, Gemüse, Bohnen und Reis serviert wird und wirklich unglaublich lecker war. Die Portionen hier sind allgemein ziemlich riesig und so fanden wir beide auch unsere Meister bei den bestellten Gerichten. Mit der U-Bahn ging es dann zurück nach Botafogo, wo wir dann auch bald zu Bett gingen, was jedoch nur bis 1 Uhr gehalten hat, ab da hielt uns dann der Jetlag bis fast 6 Uhr morgens wach.Lue lisää

  • Der Erlöser in den Wolken

    5. joulukuuta 2017, Brasilia ⋅ ⛅ 23 °C

    Nach der wirklich kurzen Nacht mit dem Jetlag packten wir unsere Sachen und verabschiedeten uns von Maria und nahmen ein Taxi nach Copacabana, wo sich unsere nächste Unterkunft befindet. Hier treffen wir uns auch am Abend mit unserem Guide und unser Südamerika-Gruppe. Da wir aber noch ein wenig von Rio sehen wollten, blieben wir nicht lange in dem wirklich guten Hotel und nahmen - ziemlich übermüdet - ein Taxi nach Cosmo Velhe, wo wir die Wahl hatten, direkt mit der traditionellen Tram zu Christusstatue zu fahren oder mit einem Kleinbus zu einer Aussichtsplattform und anschließend zur Christusstatue. Aufgrund des wolkigen Wetters entschieden wir uns für den Kleinbus, in der Hoffnung, dass man wenigstens von dort einen guten Ausblick hat. Und so kam es dann auch. Von dort konnten wir immerhin die Stadt Rio und den umliegenden Nationalpark mit seinem Regenwald bewundern, auch wenn sich der Zuckerhut vor uns in den Wolken versteckte. Von dort ging es dann zur Christusstatue bzw. der vorliegenden Ticketstation, von der man mit einem anderen Bus nach oben gefahren wird. Aufgrund des Wetters war nicht wirklich viel los und wir könnten auch Rasch, nachdem wir uns die Ausstellung zum Nationalpark anschauten, auch hochfahren. Oben angekommen, war es aber so wolkig, dass die 30 Meter hohe Statue auf seinen 8 Meter Sockel überhaupt nicht zu sehen war. Auch der Blick nach unten zeigt erstmal gar nichts. Wir hatten die leise Hoffnung, dass es ein wenig klarer wird und so kam es dann auch. Mit ein wenig warten, blitzte die Statue zwischen den Wolken hervor und die ein oder andere Gelegenheit bot sich auch die Stadt zu sehen. Insbesondere der Blick auf die Stadt zwischen den Wolken war so ein bisschen wie im Film, wenn die Götter des Olymp auf die Menschen runterschauen. Nach einer Weile fuhren wir dann auch wieder zurück und ließen uns mit dem Kleinbus bis nach Cosmo Velhe fahren, wo wir dann ein Taxi zu den Escadaria Selaron nahmen, welche sich in Lapa befinden. Lapa ist für seine vielen Bars und Partys bekannt, die auch mal spontan mit Live-Musik auf den Straßen stattfinden. Dementsprechend finden sich auch überall Caipi Stände auf den Straßen, die wir auch zu nutzen wissen. Von anderen hatten wir bereits gehört, dass Lapa teilweise eine einzig große Party ist. So war es jedenfalls noch bis vor ca. einer Woche. Seitdem sind hier Gangs unterwegs und es ist wohl deutlich ruhiger geworden nach Sonnenuntergang. Wir schauten uns die wirklich tollen Escadaria Selaron an, die viele bestimmt noch aus dem Snopp Dogg/Pharrel Williams Song „Beautiful“ kennen. Die Story dahinter ist jedoch ein wenig traurig. Denn der chilenische Künstler hat mit den gekachelten Treppenstufen seiner verstorbenen Liebe gedacht und wurde zunächst für die Idee belächelt. Nachdem er aber auch sehr viel Unterstützung und Kacheln aus allen Teilen der Welt erhielt, schuf er etwas sehr schönes und beeindruckendes. Die Stufen sind wirklich schön und es finden sich Kacheln aus Kasachstan, Israel, Deutschland und vielen anderen Teilen der Welt. Daneben sind auch kleine Geschichten darauf zu finden und er hat sehr viel Geschick und Liebe in diese Arbeit gesteckt. Wir trafen dort auch ein deutsches Diplomaten-Ehepaar, die mittlerweile seit 3 Monaten dort sind und uns ein paar Sachen über die Stadt erzählten. Von dort ging es dann mit der U-Bahn nach Copacabana und ins Hotel, wo sich unsere Gruppe, die aus insgesamt nur sechs Personen besteht Abends für ein Briefing traf. Danach gingen wir dann gemeinsam Essen. Während Steffi den Jetlag bereits überwältigt hatte, konnte Chris jedoch die halbe Nacht nicht schlafen.Lue lisää

  • Entlang der Küste zur Ilha Grande

    6. joulukuuta 2017, Brasilia ⋅ ☀️ 5 °C

    Nach einer weiteren schwierigen Nacht nahmen wir heute die Reise auf die Ilha Grande auf. Dafür wurden wir gegen 11 Uhr vom Hotel in Copacabana abgeholt und sind dann mit einem Bus weitergefahren. Die Straßen in Brasilien kommen aber einer wilden Fahrt auf dem Jahrmarkt gleich, sodass jedes Mal, wenn wir gefühlte zwei Meter in die Luft geworfen wurden, aus unserem kurzen Schlaf aufwachten. Es ging entlang an den Vororten Rios und den großen Regenwäldern, die sich ausserhalb der Stadt finden. Wo uns in Rio noch gesagt wurde, dass die Brasilianer ihren sehr legeren (und vielleicht auch sehr knappen) Kleidungsstil daher haben, dass man nicht zeigen will, was man hat, da sonst die Taschendiebe und Räuber ein potentielles Ziel sehen (Schmuck und Handtaschen tragen auch nur wenige Frauen), änderte sich dies auch außerhalb Rios nicht. Wie wir später von einem unserer Mitreisenden erfuhren, wurde dieser auch am Strand bestohlen, was die Vorgehensweise der Brasilianer noch logischer erschienen ließ. Es war aber sehr interessant auch durch die kleinen Orte zu fahren, wo sich sonst kaum ein Tourist findet und zu sehen, wie die Brasilianer tatsächlich leben. Vieles erinnerte uns an die Rohbauten in China und es fanden sich oftmals kleine öffentliche Kunstwerke, tolle Graffiti und viele öffentliche Fußballplätze, wo die Kinder und Jugendlichen bereits am Vormittag mit dem Ball zauberten (das Thema Fußball ist hier aber hochsensibel und die Brasilianer lieben ihre Fussballclubs; man sollte durchaus vorsichtig sein, dass Thema zu tief anzuschneiden 😉). Nach einem kurzen Stop an der Tankstelle, wo wir uns ein paar Salgados (gefüllte Teigtaschen) holten, kamen wir dann auch an dem kleinen Ort mit der Fähre an, wo wir unsere Vorräte aufstockten und das kleine Schnellboot auf die Ilha Grande nahmen. Dort angekommen, fand sich eine schöne Insel, die mit tropischen Regenwald bedeckt ist und auf der nur knapp 1.000 Menschen leben. Die Insel hat keine bebauten Strassen und hat wirklich eine Menge zu bieten. Neben den wunderschönen Stränden, die nach National Geographic zu den schönsten der Welt gehören, finden sich (bei richtigem Wetter) blaue Lagunen und Korallenriffe, die zum Tauchen, Schnorcheln und Entdecken einladen. Daneben kann man die anderen Inseln bewundern, viele Wanderungen durch den Dschungel und an der Küste machen, die Tierwelt bewundern oder einfach am Strand Caipirinhas genießen. Die Insel wirkte auf uns wie eine recht junge Aussteiger-Community, die vor allem aus Südamerikanern bestand (auch viele Argentinier). Die Stimmung ist gewöhnlich sehr locker und es wird hier viel gefeiert. Wir liefen mit Pili (unsere Guide für den Trip heißt Pilar) nach dem einchecken im süßen Hostel durch das kleine Inseldorf und schauten uns die Möglichkeiten für den nächsten Tag an. Wir entschieden uns für eine Nachtwanderung durch den Dschungel (wie leiden ja auch immer noch unter dem Jetlag) mit einem anschließenden Bootstrip, bei denen wir die Möglichkeit haben uns die anderen Inseln und Strände auch einmal anzuschauen und bei den Riffen zu Schnorcheln. Pili zeigte uns dann noch ein paar Wanderwege und wir konnten auch gleich die ersten Inselbewohner begrüssen, die um uns herum kletterten und uns beobachteten: kleine Affen. Wir gingen dann noch unmittelbar am Strand essen und ließen das Ganze auf uns wirken. Wir gingen früh zu Bett, um wenigstens etwas Schlaf zu bekommen. Um 1:30 Uhr sollten wir uns bereits für die Nachtwanderung treffen.Lue lisää

  • Nachts im Dschungel und Boat Trip

    7. joulukuuta 2017, Brasilia ⋅ ☀️ 5 °C

    Wir brauchten keinen Wecker um 1:00 Uhr aufzustehen, unsere Sachen zu nehmen und zum Treffpunkt zu kommen. Neben uns kamen dann auch nur Pili und Peter (unser irischer Scherzkeks der Gruppe) mit. Unser Guide war Thomas aus Argentinien, der vor 2,5 Jahren auf der Insel Urlaub machte und dann dort blieb. Seitdem macht er die Nachtwanderungen zum Pijo de Papagaio, der höchsten Erhebung der Insel mit knapp 1.000 Metern. Die Erhebung ist ein Felsen auf der Spitze des Berges, der mit ein wenig Fantasie tatsächlich wie ein Papagai aussieht. Der Weg zur Spitze sollte knapp 3 Stunden dauern, 7 Km lang sein und die 1.000 Höhenmeter waren vollständig zu erklimmen. Das Ziel sollte der Sonnenaufgang von dort sein. Wir bekamen einen Wanderstock aus Bambus (oder auch zwei, wenn man wollte), eine Headlamp und dann ging es auch schon los. Die Musik und die Woo-Rufe der Feiernden waren noch laut zu hören, da kamen wir auch schon zu dem Eingang des Dschungels (wenn man es so nennen kann). Thomas erklärte uns ein paar Sachen und versprach uns dann immer prozentual zu sagen, wie weit wir es denn bereits geschafft haben. Der erste Abschnitt der Strecke war bereits sehr steil und wir waren wirklich dankbar für die Bambusstöcke, da sie unsere Beine und Knie sehr entlasteten. Es war stockdunkel um uns herum und es wirkte alles sehr friedlich auf uns. Bis auf die Mücken. Glücklicherweise hatten wir vorgesorgt und wir kamen ohne Mückenstich den Berg hoch. Die Mücken wurden jedoch vor allem von den Headlamp angezogen, sodass sie ständig vor uns herumtanzten. Nach aber knapp 50 Prozent war auch das erledigt, da es für die Mücken mittlerweile zu hoch war. Mit allen 100 Höhenmetern fiel dann auch die Temperatur um jeweils 1 Grad Celsius. Dennoch hatten wir unsere Sachen schnell durchgeschwitzt und waren daher auch dankbar, als es allmählich kühler wurde. Wir hatten Glück und sahen verschiedene Tiere unterwegs, die - wie wir - Nachts ihren Weg durch den Dschungel nahmen. Es gab Armadillos (Gürteltiere), Schlangen, Arachnos (grosse spinnenähnliche Tiere), Stickbugs, Glühwürmchen und andere Lebewesen zu bestaunen. Auch hier zeigte uns Thomas eine Baumart, die an anderen Baumarten zum Licht hochwächst und wie ein Parasit lebt (solche Arten fanden sich auch in Neuseeland). Er sagte dazu treffend, dass hier alles so friedlich wirkt, aber auch hier ein ständiger Kampf um das Überleben stattfindet. Wir machten ca. alle 25 Prozent eine kleine Wasserpause und der Weg war teilweise leicht zu bewältigen und teilweise sehr steil, sodass man durchaus klettern musste. Es ging durch die Bäume, über Felsen und Flüsse bis zum oberen Teil, wo wir unsere Bambusstöcke hinlegen mussten. Ab hier waren beide Hände gefragt, da es so steil wurde, dass wir uns an einem Seil hochziehen mussten und zum Klettern beide Hände brauchten. Oben angekommen, war es noch immer dunkel und wir nutzten dies um uns erstmal trockene Sachen und eine Jacke anzuziehen. Wir genossen die tolle Aussicht, die sich uns bot und langsam ging die Sonne auch auf. Parallel dazu nahmen aber auch die Wolken zu, sodass sich klare Sicht und Wolken abwechselten. Der Blick war aber großartig und es fühlte sich toll an den strapaziösen Aufstieg gemeistert zu haben. Thomas erklärte uns auch, welche Seite des Papagaienfelsens begehbar war und welche nicht (Good Side und Dead Side). Aber auch von der guten Seite ging es steil bergab (definitiv nichts für Leute mit Höhenangst). Nach 1,5 Stunden und dem Sonnenaufgang ging es dann auch wieder bergab. Und der Abstieg - diesmal im hellen - war noch wesentlich herausfordernder als der Abstieg, wofür der feuchte Regenwald sorgte. Wir wurden begleitet von den Schreien der Brüllaffen, die die Sonne mit lauten Schreien begleiteten. Dies war so lauf, dass man dachte, dass ein Haufen Dinosaurier aus dem Jurassic Park ausgebrochen ist. Nach weiteren 3 Stunden Abstieg kamen wir dann pünktlich zum Frühstück im Hotel an. Wir fühlten uns danach eine Dusche zu nehmen und zu schlafen. Stattdessen packten wir aber unsere Badesachen ein und gingen zum Boot. Nun stand unser Inselhooping auf dem Programm. Wir sassen in einem Motorboot, in dem Steffi sich nach ganz vorne neben einigen Argentiniern setzte. Und dann ging es auch schon los. Wir fuhren dann bei der Tour den ersten Strand auf einer anderen Insel an. Es fanden sich hier nur wenige Leute (entweder welche, die ein Taxi-Boot nahmen oder andere Gruppen). Der Strand war wunderschön und vom Dschungel umgeben, dass Wasser war klar und angenehm kühl. Aufgrund der starken Sonne und einem Sonnenbrand aus Hot Water Beach zog Chris sein Schwimmshirt an und schwamm ein wenig. Steffi machte es ihm dann nach und wir schliefen dann am Strand auch kurz ein. Aber es sollte weitergehen. Die nächste Insel ist vor allem bei Brasilianern dafür bekannt, dass die High Society hier riesige Parties veranstaltet hat und ein Klatsch und Tratsch Magazin den Ort mal veröffentlichte (oder so ähnlich). Es fanden sich dementsprechend viele Anlegestellen und eine Villa auf der Insel, deren Strand aber auch nur „ok“ war. Dann ging es an einem Korallenriff Schnorcheln, wo sich neben vielen bunten Fischen und Korallen auch Schildkröten befanden, die - sobald man zu nahe kam - schnell verschwanden. Danach ging es zu einem weiteren schönen Strand auf einer sehr kleinen Insel, die praktisch nur aus Strand bestand. Auch hier wiederholte sich das Spiel (Planschen und Schlafen). Das nächste Ziel war eine blaue Lagune, die jedoch heute grün war (die Sonne sei schuld) bei der es aber weitere farbenfrohe Fische zu bewundern galt. Als letztes hielten wir an der Ilha Grande, wo wir etwas Essen konnten, bevor es dann zum kleinen Dorf zurückging. Abends gingen wir dann noch am Strand in ein Fischrestaurant, wo wir köstlichen lokalen Fisch und einer Shrimp-Bananen-Soße mit Reis und Maniok-Püree aßen und den Wellen am Strand lauschen konnten (interessanterweise ist es auf der Ilha Grande üblich, dass man nicht alleine isst, denn alle Gerichte sind immer für zwei Personen; wenn man alleine Essen möchte, kostet es 60 % des Preises). Zwar wollten wir Abends noch feiern gehen, was auf der Insel wohl legendär sein soll, doch wir waren mittlerweile viel zu müde und schliefen dann auch die erste Nacht hier wirklich durch.Lue lisää

  • Eine Tour durch Paraty

    8. joulukuuta 2017, Brasilia ⋅ 🌙 22 °C

    Wir verließen die Ilha Grande mit dem Schnellboot und fuhren wieder auf das Festland. Dort erwartete uns bereits ein Bus, der uns nach Paraty bringen sollte. Paraty ist eine wichtige Kolonialstadt, die bereits früh wuchs und in deren Nähe sich Gold- und Diamantenvorkommen befanden. Die Architektur ist ein besonderes Zeugnis der Kolonialzeit und die Stadt gilt als womöglich erste in Brasilien vollständig geplante Stadt. Bekannt ist sie auch dafür, dass sie regelmäßig überschwemmt wird und daher die Eingangstüren ein wenig höher gelegen sind. Die Busfahrt nach Paraty verbrachten wir größtenteils mit Schlafen. In Paraty angekommen, wurde wir aber so durchgeschüttelt, dass wir zwangsläufig aufwachen mussten. Denn die Pflastersteine sind so unregelmässig verarbeitet worden, dass man auch beim Gehen sehr aufpassen muss, dass man nicht stolpert. Die Einheimischen witzeln darüber, dass man so sehr auf die Straße achten muss, dass man an allen Geschäften vorbeiläuft. Hierzu aber noch einmal später. Angekommen im Hotel, welches direkt am Strand liegt, gingen wir dann auch gleich in die Altstadt von Paraty, wo uns Pili ein paar Tipps gab. Auch erzählte sie uns, dass die Zahl 33 von entscheidender Bedeutung für die Stadt ist, da sich hier unzählige Freimaurer niedergelassen haben. Nachdem wir uns die örtlichen Möglichkeiten anschauten und die Stadt erkundeten, machten wir dann auch eine Free Walking Tour. Diese ging gleich an der großen Kirche von Paraty los. Unser Guide erzählte uns, dass die Kirchen viele Besonderheiten hat. So mussten alle Kirchen dieser Zeit zwei Türme haben, welches diese aber nicht hat. Hintergrund sei hierfür, dass die Stadt auf Mangroven errichtet wurde und daher schwere Gebäude absacken. So ist es wohl auch hier gewesen, sodass die Glockentürme einstürzten. Des Weiteren erkennt man am Gebäude auch, dass es schief ist und daher tatsächlich einsagte. Eine andere Theorie besagt, dass die Freimaurer den Bau der zwei Türme verhinderten und die Kirche als Loge nutzten. Damit wollten sie der katholischen Kirche eins auswischen, da sie in Europa verfolgt wurden. An der Kirche selbst finden sich auch verschiedene Symbole der Freimaurer (bzw. die zumindest so interpretiert werden). So gibt es drei Eingangstüren und drei Balkone sowie verschiedene Symbole, deren Summe 33 ergibt. Nach dem Guide wird sich noch immer darüber gestritten, ob es Zufall sei oder tatsächlich beabsichtigt war, solche Symbole unterzubringen. Was jedoch in jedem Fall historisch belegt sei, ist, dass es eine Loge der Freimaurer wirklich gab. Von dort ging es dann weiter durch die Stadt und es fanden sich lange Straßenzüge und viele Häuser, die alle weiß gestrichen wurden. Die Anzahl der Stockwerke übertrug nur selten mehr als zwei. Und selbst die zweistöckigen Häusern waren den besonderen Personen der Stadt vorbehalten. Die weißen Häuser und die langgezogenen Straßen mit kleineren Winkeln dienten vor allem der Verteidigung, da damit für Angreifer nicht ersichtlich war, wie lang die Straßen sind und wo sich jemand aufhalten könnte. Die Überschwemmungen der Stadt nutzten die Menschen dazu, dass sie ihre Abfälle und Fäkalien entsorgen konnten. Die Strassen selbst waren zu Kolonialzeiten mir Basaltsteinen aus Portugal ordentlich gepflastert. Zwar gibt es auch in Brasilien Steine, aber die mit Gold und Diamanten beladenen Schiffe nach Portugal sollten nicht leer nach Brasilien zurückkommen. Bevor dann die Stadt als Kulturerbe anerkannt wurde, fanden viele Arbeiten statt (z. B. unterirdische Kabelschächte), bei denen die Pflaster aufgerissen wurden. Man hat sich dann bei dem herstellen des ursprünglichen Zustands wenig Mühe gegeben und die ursprünglichen Basaltsteine „verschwanden“ dann auch einfach. Wir wurden weiter durch die Stadt geführt, die noch weitere Symbole der Freimaurer enthielt, wie die Zahl 33, diverse versteckte Symbole und das Dreieck. Ob dies alles nur so interpretiert wird oder tatsächlich der Fall ist, darüber wird auch heute noch gestritten. Am Ende der Tour machte unser Guide dann noch eine kurze Capoeira Lektion mit uns und erklärte uns die vielen Einflüsse, die die afrikanischen Sklaven nach Brasilien brachten und die daher die heutige brasilianische Kultur begründeten. Am Abend gingen wir nur eine Kleinigkeit essen und dann auch bald zu Bett.Lue lisää

  • Jeep, Wasserfälle und Cachaça

    9. joulukuuta 2017, Brasilia ⋅ ☀️ 28 °C

    Wir buchten eine Jeep-Tour, die uns zu den umliegenden Wasserfällen der Stadt und zwei Cachaça Destillerien führen sollte. Hierfür ging es natürlich bereits früh am Morgen los, da der Trip sieben Stunden in Anspruch nehmen sollte. Wir gingen zum Treffpunkt, kauften noch einmal Wasser und dann ging es auch schon los. Wir fuhren mit einem Jeep aus Paraty heraus und die alte Goldgräberstrasse entlang. Neben uns waren noch zwei brasilianische Familien mit dabei, Ivan der Fahrer und Luiz unser Guide. Nach einer rumpeligen Fahrt mit dem Jeep kamen wir dann auch bereits bei dem ersten Wasserfall an, der neben einer alten Zuckerrohrmühle lag, die außer Betrieb war. Was soll man sagen, es war halt ein Wasserfall umgeben von tropischen Regenwald. Zu dem nächsten Wasserfall waren es nur wenige Meter und hier hatten wir die Möglichkeit auch Baden zu gehen, was Chris auch gemacht hat. Das Wasser war hier vergleichsweise kühl, verglichen mit dem sehr warmen Wasser an dem Strand vor dem Hotel. Luiz war dabei immer sehr besorgt und wir durften nicht frei klettern gehen. Danach ging es dann zu einer Cachaça Destillerie, wo wir eine kurze Führung über das Gelände und der Herstellung der dortigen Cachaça und Liköre erfuhren. Die Gegend um Paraty ist vor allem bekannt für diesen Alkohol, da hier auch sehr viel Zuckerrohr angeboten wird. Von den ehemals 120 Destillerien konnten sich jedoch nur sechs bis heute halten. Den Cachaça kennt man bei uns ja grundsätzlich nur in Form von Pitu, welcher bei Kennern aber für ziemlich schlecht befunden wird und ein industrielles Massenprodukt darstellt. Wir probierten uns durch die vielen Cachaças und Liköre und tatsächlich sind allesamt auch pur - ohne brennen - trinkbar. Die Auswahl war sehr groß. Neben den bekannten hellen Cachaça für Caipirinha oder anderen Cocktails gab es auch solche aus dem Eichenfass, die Whiskey ähnelten. Auch hier spielt die Lagerung eine wichtige Rolle. Die Liköre sind vor allem mit exotischen Früchten (die hier aber nicht so exotisch sind) versetzt. Hier ein kurzer Exkurs zu den Früchten: Diese schmecken anders als in Europa und sind daher wesentlich süßer. Die Auswahl ist wirklich sehr hoch und es finden sich in vielen Speisen auch solche Früchte. Viele Sorten sind sehr reich an Vitamin C und es gibt hier Früchte im Überfluss. Wir kauften uns eine Flasche des Cachaça aus dem Eichenfass und legten dann in einem Restaurant, welches von einem wunderschönen Garten im Urwald umgeben ist, eine Essenspause ein. Das Essen hier hat oftmals 2-3 Sättigungbeilagen und die Portionen sind für eine Person immer viel zu viel (selbst Chris scheitert). Neben Reis finden sich immer rote Bohnen in Soße auf dem Teller und ein Stück Fleisch. Dazu gibt es regelmässig Maniokpüree, frittierte Maniok oder Kartoffeln auf dem Teller. Insgesamt also sehr üppig, was auch daran liegt, dass die Bohnen in einer Suppenschüssel gereicht werden. Nach dem Mahl fuhren wir zum nächsten Wasserfall, wo wir dann auch den steilen Abhang runterrutschen konnten. Dies ließen wir uns nicht zweimal sagen und rutschten hier mehrmals runter. Danach gingen wir noch einmal an anderer Stelle Baden und dann zur nächsten Cachaça Destillerie, wo wir wieder probierten. Anschließend ging es wieder zurück in die Stadt, wo wir noch mehr Wasser kauften und dann ins Hotel gingen. Chris ging es an diesem Abend nicht so gut und blieb daher im Hotel, während Steffi mit den anderen noch etwas Essen ging.Lue lisää

  • Lazy Sunday

    10. joulukuuta 2017, Brasilia ⋅ ☀️ 27 °C

    Chris ging es schon ein bisschen besser. Wir wollten jedoch heute ruhig machen und wir hatten auch kein Programm für heute. Wir schliefen sehr lange, sodass wir auch das Frühstück verpassten. Irgendwann gegen Mittag machten wir uns dann auf den Weg zum Strand, wo wir uns hinlegten. Dann überkam uns der Hunger und wir machten uns auf den Weg in die Stadt. Nachdem wir hier rumliefen und Steffi sich in ein paar Flip-Flops verguckte (Fun-Fact: die Dinger nennt man in Australien „Thongs“, was bereits in China für horrendes Lachen gesorgt hatte), die aber nicht in ihrer Größe da waren, gingen wir auch schon wieder zurück zum Strand und dann Essen. Hier wurde Chris noch von einer Biene gestochen, wobei der Schmerz aber recht schnell verging. Abends hieß es dann Packen. Was für andere wie Urlaub klingt (Strand, Essen, Strand), ist uns mittlerweile (insbesondere Chris) zu langweilig. Bis Abends hatte Chris sich dann auch wieder gut erholt (Tabletten sei Dank).Lue lisää

  • Reisen, Samba und Poolparty

    11. joulukuuta 2017, Brasilia ⋅ ☀️ 19 °C

    Im Prinzip stand heute ein sehr langer Reisetag an und wir mussten uns bereits von Paraty verabschieden. Da wir aber ehrlich gesagt auch genug von Strandurlaub hatten, wollten wir auch gerne weiter, denn es warten noch mindestens zwei Naturweltwunder auf uns. Um 7:30 Uhr holte uns dann auch der Kleinbus ab und fuhr uns mit nur einem kleinen Zwischenstopp, an den Stränden und Regenwald vorbei, nach São Paulo. Zwar platzte noch zwischendurch einer der Reifen, aber die Fahrt konnte fortgesetzt werden. In São Paulo checkten wir ein, gaben unser Gepäck ab und Steffi hatte noch die Chance ihre Flipflops zu kaufen. Der Flug nach Iguazú-City war kurz und schmerzlos. Dort angekommen, ging es auch nur ins Hotel und kurz in den Supermarkt bis wir dann zu einem brasilianischen Grillfest bei einem der Guides eingeladen wurden. Und dort gab es Bier und Caipirinha genauso wie Essen im Überfluss. Zudem gab es auch einen Pool, der dann mit steigenden Caipirinha Input und nachdem das opulente Mahl verspeist war, auch genutzt wurde. Beim Grillen gab es verschiedene Salate (auch ein überaus gelungener Kartoffelsalat). In Prinzip ähnelte das Essen auch den typischen Grillfesten bei uns, nur dass es ein paar andere Gemüsesorten gab (selbstverständlich Bohnen und Maniok) und das Fleisch (in Südamerika wird sehr viel Fleisch gegessen, was uns manchmal ein wenig zu viel wird; es gibt quasi nichts ohne Fleisch) im Ganzen gegrillt wird (ähnlich wie bei einem Asado) und dann aufgeschnitten wird. Es gab auch hier wieder Essen im Überfluss und ein gelungenes Dessert, wie wir es bislang aus Brasilien auch nicht anders kannten. Eine kleine Überraschung waren jedoch die beiden Samba-Tänzerinnen und der Samba-Tänzer, die spontan eine Performance aufführten und wie wir es hier auch schon kennengelernt haben, wird man überall sehr schnell involviert. Besonders an Chris haben die Tänzerinnen einen Narren gefressen und er musste seine Samba-Künste mit den knapp bekleideten Tänzerinnen zum Besten geben. Nach der Show und einer kleinen Party ging es dann in den Pool. Hier planschten wir noch etwas mit Getränken in der Hand bis es dann auch wieder zurück zum Hotel ging. Morgen stand ein großer Tag an, da wir uns die Iguazú-Wasserfälle anschauen sollten. Hierfür müssen wir früh aufstehen, da wir auf die Argentinische Seite müssen.Lue lisää

  • Nass am Naturweltwunder

    12. joulukuuta 2017, Argentiina ⋅ ☀️ 30 °C

    Und da war es auch schon soweit. Ein weiteres Naturweltwunder auf der Liste. Es ging früh los, da wir die Grenze nach Argentinien übertreten mussten und hierfür ein wenig Zeit in Anspruch genommen werden musste. Nachdem wir wieder einen Stempel im Pass bekamen (auf der Reise bereits der zweite in Argentinien), fuhren wir weiter zum Nationalpark. Dort angekommen, war es in Argentinien 8:00 Uhr und wir waren pünktlich zur Öffnung des Parks dort (in Brasilien war es hingegen 9:00 Uhr). Das erste Ziel sollte der Garganta del Diablo („Teufelsschlund“) sein. Dies ist ein U-förmiges Schluchtensystem, die sich innerhalb der knapp 2,7 Km langen Iguazú-Wasserfällen befindet. Alleine der Teufelsschlund ist ca. 700 Meter lang und 150 Meter breit und die Fälle sind zwischen 64 Meter und 82 Meter hoch. Nach einer indianischen Sage haute einst ein Gott aus Wut mit der Faust auf die Erde, da eine ihm geopferte Jungfrau floh. Das Wort Iguazú stammt auch aus einer indianischen Sprache und bedeutet soviel wie „grosse Wasser“. Mit der kleinen Parkbahn ging es dann zu einem Wandersteg, bei denen man noch 1,1 Km über das Wasser laufen musste. Bereits nach wenigen Metern liefen uns dann auch die ersten Nasenbären über den Weg, die sich aber nicht von den umherlaufenden Menschen beirren ließen. Heute schien die Sonne hell vom Himmel und wir waren froh, dass das Wasser uns leicht abkühlte, so näher wir an die Fälle kamen. Der Ausblick war jedoch wirklich atemberaubend und unglaublich nass. Also wir wurden hier komplett nass, ohne dem Wasserfall auch nur allzu nahe zu kommen. Es tat an diesem heissen Tag aber unglaublich gut. Wir genossen die Aussicht von dem Plateau und konnten von hier auch die brasilianische Seite gut sehen. Nach dem Genuss des Teufelsschlunds ging es dann wieder zurück zur Parkbahn, wo wir eine Station zurückfuhren und dann eine Wanderung auf den oberen Ebenen der Fälle machten. Die Aussicht und das Wetter war super und wir konnten das ganze Tal sehen und wie es sich hier erstreckte. Es war grün und dazwischen fanden sich immer wieder größere und kleinere Wasserfälle, wo das Wasser laut runterplätscherte. Die Naturkräfte, die dabei entstanden, nutzten die Geier und anderen Vögel, um sich Auftrieb zu holen und über das Tal zu gleiten. Auch sah man immer wieder Vögel hinter einzelnen Wasserfällen verschwinden, die dahinter wohl nisten. Wir machten nach der kurzen Wanderung dann eine Essenspause, bei der uns die südamerikanischen Nasenbären das Essen klauen wollten. Wir zogen uns unsere Badesachen und UV-Shirts an (aufgrund der Hitze waren die anderen Sachen ohnehin schon trocken) und dann fuhren wir mit einem Jeep durch den Regenwald zu einem Speedboot. Wir bekamen eine Rettungsweste, ein Drybag für unsere Sachen und dann fuhren wir den Fluss aufwärts. Was wir dank Pili wussten, ist, dass die Speedboote auch unter dem Wasserfall entlangfahren und man daher klatschnass wird. Dadurch konnten wir uns entsprechend präparieren. Andere wussten es jedoch nicht und wurden dann auch richtig nass. Man bekam erst ein wenig Panik unter dem tosenden Wassermassen, aber man konnte das kühle Nass auch richtig genießen. Wir hatten eine Menge Spaß und dann war es leider auch schon wieder vorbei. Nachdem wir wieder im Nationalpark angekommen sind, ging es auch schon wieder nach Brasilien und unser zweiter kurzer Argentinienausflug war auch schon wieder vorbei. Am späten Nachmittag waren wir auch wieder im Hotel, wo Chris sich dann schlafen legte (er war immer noch nicht ganz fit) und Steffi mit den anderen auf den örtlichen Weihnachtsmarkt ging und dort die Stände und die Ballettaufführungen sah. Weihnachtsmarkt bei knapp 30 Grad ist halt auch was anderes.Lue lisää

  • 640.000 Ausgeben? Du spinnst doch!!

    13. joulukuuta 2017, Paraguay ⋅ ☀️ 32 °C

    Der Tag startete ein wenig entspannter und beinhaltete ein lockeres Programm. Wir wurden am späten Morgen abgeholt, um dann zum Nationalpark der Iguazúwasserfälle auf der brasilianischen Seite zu fahren, die aber wesentlich kleiner sind als die argentinischen Wasserfälle (der Nationalpark als solcher ist aber größer). Das Panorama ist jedoch atemberaubend, da man von Brasilien aus die kompletten Wasserfälle überblicken kann. Wir genossen die Aussicht und liefen ein wenig den Wanderweg entlang. Am Ende wartete dann das untere Ende der Teufelsschlucht auf uns, die wir gestern noch aus Argentinien bestaunen konnten. Und wir wurden wieder nass. Zwar standen wir ein gutes Ende entfernt von dem Teufelsschlund, aber die aufgewirbelten Wassermassen verteilten sich munter in der Luft. Aber auch heute war es so warm, dass wir es genossen und über jede Abkühlung froh waren. Nachdem wir die Fälle bestaunten, fuhren wir wieder ins Hotel und hatten anschließend Freizeit. Wir entschieden uns für einen Ausflug nach Paraguay, da wir hier am Drei-Länder-Eck sind und dies dann auch einmal nutzen wollten. Außerdem wollten wir uns dann auch gleich den Stempel für den Reisepass abholen. Also fuhren wir mit ein paar anderen Leuten über die Grenze und wurden nicht ein einziges Mal kontrolliert. Pili meinte hierzu, dass nur alle paar Tage eine Passkontrolle stattfindet. Die Brasilianer fahren vor allem zum Einkaufen nach Paraguay, da dort alles deutlich günstiger sein soll. Dementsprechend waren die Straßen auch ziemlich voll. Neben Autos, Transportern und LKW gab es vor allem Motorradtaxis, die einzelne Personen über die Grenze befördern. In Paraguay angekommen, war auch ein deutlicher Unterschied zu Brasilien zu erkennen, den wir so nicht erwartet hätten. Paraguay ist wesentlich ärmer und das sah man auch sofort. In der ganzen Stadt türmten sich Kartons und es waren sehr viele Straßenverkäufer unterwegs, die von Knoblauch bis Chips und Spielsachen alles anboten. Unter der Brücke sammelten Kinder Kartons auf und einige Leute schliefen dort. Die Armut schlug einen förmlich ins Gesicht, wobei die Leute nicht unglücklich schienen (wir meinen mal gesehen zu haben, dass in Paraguay auch die glücklichsten Menschen der Welt leben). Es herrschte ein buntes Treiben, was noch wuseliger war als in Asien. Alleine die Fahrt und die Beobachtung des Treibens auf den Strassenständen, den Motorradtaxis und der Stadt waren die Fahrt nach Paraguay wert. Dort angekommen, sind wir dann jedoch in eine Mall. Die Guides versorgen sich hier regelmäßig mit günstigen Accessoires für Technik usw. Wir hatten zwar auch die Möglichkeit auf die Straße zu gehen, aber nicht genug Zeit und die Guides rieten uns auch davon ab. Daher liefen wir durch die Mall, welche sich ebenfalls sehr von unseren unterscheidet. Im obersten Stock fand sich dann auch ein Importkaufhaus, was - ohne, dass wir es je selbst gesehen haben - wohl wie ein Intershop zu DDR Zeiten sein muss. Gezahlt wird hier in US-Dollar oder der Landeswährung, sodass die hier günstigen Preise auch noch einen Wechselkursbonus für uns darstellten. Chris schlug daher zu und kaufte sich eine Sonnenbrille, die er eigentlich schon seit Australien haben wollte (ihm aber bislang zu teuer war) und bezahlte dafür knapp 640.000 Paraguayische Guaraní (Kurs war heute ca. 1€ = 6.750 PGY). Ein Schnäppchen geschossen! Dann ging die Fahrt zurück nach Brasilien, wobei wir auf der Rückfahrt angehalten und unsere Taschen kontrolliert wurden. Dies haben die brasilianischen Beamten jedoch sehr liebevoll kurz und schmerzlos gemacht und nicht mehr als einen sehr kurzen flüchtigen Blick auf die Rucksäcke geworfen. Im Hotel entspannten wir dann ein wenig am Pool, bis es am Abend mit dem Nachtbus nach Bonito ging.Lue lisää