• Claude Jubin
  • Claude Jubin

Camino Portugues 2022

Erster gemeinsamer Camino mit Claudia Leer más
  • Inicio del viaje
    30 de mayo de 2022
  • Porto

    30 de mayo de 2022, Portugal ⋅ ☁️ 17 °C

    Noch zwei kurzweiligen Flügen sind wir gut in Porto angekommen. Am Flughafen haben wir uns portugiesische SIM-Karten besorgt und sind mit der Metro in die Stadt gefahren. Unterwegs sind wir einmal in die falsche Richtung gefahren, was wir aber umgehend wieder korrigieren konnten. Nach einem aufwändigeren Check-In Prozess konnten wir schließlich unser schönes Zimmer beziehen. Das Hotel ist sehr zentral gelegen und wir konnten uns nach einer kurzen Erholungspause uns auf den Weg machen um etwas zu essen zu gehen. Wir genehmigten uns einen leichten Weißwein aus dem Dourogebiet und assen dazu eine feine Dorade. Mittlerweile war es Nacht geworden und wir machten uns mit müden Beinen aber zufrieden auf den Heimweg. Unterwegs sahen wir noch viele Portugiesen in den Straßencafés gemütlich essen und trinken. In einem kleinen Supermarkt deckten wir uns noch mit Getränken und sonstigen Kleinigkeiten ein.
    Gemäß Wetterbericht sollte es morgen ziemlich viel regnen, aber wir lassen uns dadurch nicht abschrecken und schauen mal, was auf uns zukommt.
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  • Ganzer Tag in Porto

    31 de mayo de 2022, Portugal ⋅ 🌧 19 °C

    Gemäss Wetterbericht hätte es heute den ganzen Tag wie aus Kübeln regnen sollen. Glücklicherweise wurden wir aber weitgehend vom Regen verschont, so dass wir gemütlich Porto zu Fuß erkunden konnten. Zuerst unternahmen wir einen schönen Altstadtspaziergang, der uns in ein wunderschönes Café führte, ins altehrwürdige Kaffee Majestic, das seit nahezu 200 Jahren existiert. Im Laufe des Nachmittags organisierten wir noch unseren Rucksacktransport, denn morgen geht es ja los mit unserem Camino. Es erwartet uns eine Aufwärmetappe in Form eines rund 10 km langen Marsches nach Matosinhos. Gegen Abend besuchten wir noch ein traditionelles portugiesisches Konzert in einem tollen Kellergewölbe. Fado, ein emotionaler, melancholischer Gesang, begleitet von einer spanischen und einer lissabonner Gitarre, entspringt einer alten portugiesischen Tradition, die vor über hundert Jahren in Lissabon ihren Ursprung nahm.
    Einen kleinen Eindruck erhält man im beigefügten Video.
    Der Abendspaziergang führte uns ans Ufer des Douro, wo wir die Abendstimmung genießen konnten und anschließend in einem schönen kleinen Restaurant auch eine Kleinigkeit assen.
    Last but not least ist Claudia heute um Mitternacht mit Prosecco ins neue Lebensjahr hinübergerutscht! Ganz herzliche Gratulation und alles Liebe und Gute für das neue Lebensjahr! Der Start ins neue Lebensjahr und der Beginn unseres Camino passen wunderbar zusammen.
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  • Claudias Geburtstag Matosinhos

    1 de junio de 2022, Portugal ⋅ 🌧 17 °C

    Wetterprognose: Viel Regen
    Realität: Blauer Himmel 😀
    Ein würdiger Start in Claudias Geburtstag 🙂!
    Die Rucksäcke sind gepackt und stehen in der Lobby zum Abholen bereit. Unsere Tagesrucksäcke sind ebenfalls bereit, und wir sind in den Startlöchern für unsere erste Etappe nach Matosinhos.
    Zuerst geht es jedoch in ein Café um uns zu stärken. Natürlich mit einem feinen Pastéis de nata am Ufer des Douro.
    Ja, mein Geburtstag mit nur! 😘einem meiner Liebsten, das ist wahrlich etwas sehr Spezielles, seit Jahrzehnten nicht Dagewesenes. Aber ich könnte mich daran gewöhnen, so verwöhnt zu werden. Claude hat mir quasi alle Wünsche von den Lippen abgelesen, und zuguterletzt noch zu einem feinen Essen ausgeführt. So viele liebe Wünsche, Geburtstagsständli, auch ein wunderschöner Reisesegen und schöne Bilder sind den ganzen Tag über bei mir eingetroffen. Allerliebsten Dank euch allen dafür, ich habe mich über jede einzelne Botschaft riesig gefreut, welche dazu beigetragen hat, diesen Tag so besonders zu machen.
    Die erste Etappe von Porto aus führte bis zum offenen Atlantik am Douro entlang. Ja klar, auf der rechten Seite war die dicht befahrene Strasse. Mit einem kleinen Trick gelang es mir/uns aber locker diesen Teil etwas auszublenden, sodass wir uns an dem schönen Anblick des Flusses und dem Atlantik am Horizont erfreuen konnten.
    Einzigartig die Wildheit, die hohen Wellen, der Wind und die wunderbaren Felsformarionen.
    Kurz bevor wir unsere Unterkunft bezogen, sind wir am Strand in ein originelles Café eingekehrt um eine Kleinigkeit zu uns zu nehmen, und ja, auch um auf meinen Geburtstag anzustossen. Ein Gläschen wollten wir, aber der Kellner hat uns darauf aufmerksam gemacht, dass eine Flasche gleich teuer sei wie zwei Gläser. Dieser Wein war denn auch sehr gsüffig, sodass wir uns später mit ein wenig Schlagseite wieder auf den Weg machten.
    Hinein in die Stadt Mathosinos mit ca. 140000 Einwohner:innen, welche mehrheitlich mit einer absolut hässlichen Architektur aufwartet. Wie kann man nur?
    Fotos folgen, Internet ist ziemlich schlecht in unserer Unterkunft.
    Trotzdem ein rundum gelungener Geburtstag!
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  • Etappe Matosinhos -Vila do Conde

    2 de junio de 2022, Portugal ⋅ 🌧 17 °C

    Ein unvergesslicher Tag am Atlantik! Für heute hatten wir uns viel vorgenommen: Schließlich liefen wir 24 km mit über 35.000 Schritten der wunderschönen wilden Atlantikküste entlang. Schöne bequeme Holzstege säumen die Küste und ermöglichen ein bequemes Wandern.
    Das schöne Anblick des Atlantiks liess uns die Müdigkeit vergessen. Erst auf den letzten Kilometern spürten wir eine Schwere in den Beinen. Unterwegs ließen wir uns zur Erfrischung und Stàrkung immer mal wieder in einer schönen Strandbar nieder, Auch haben wir Bekanntschaft gemacht mit einer Amerikanerin, wo sich herausstellte, dass wir in der gleichen Pension übernachten. So sind wir eine Zeitlang zusammen gelaufen und haben auch das Abendessen gemeinsam eingenommen. Der Host der heutigen Unterkunft, ein Gastgeber mit Leib und Seele, hat mit uns die weitere Unterkunft gesucht, offenbar ist das übers Weekend nicht ganz so easy. Seine Art hat uns grosszügig darüber hinweg sehen lassen, dass das Bett viiiel zu hart war.
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  • Vila do Conde - Apulia

    3 de junio de 2022, Portugal ⋅ ⛅ 16 °C

    Nach Vila do Conde ging es zuerst eine beträchtliche Strecke dem Strand entlang, wo die Strandbetreiber daran waren, sich auf die kommende Saison vorzubereiten. Dazu stellten sie Holzgerüste bereit, die sie dann nur noch mit den Überzügen versehen müssen, wenn es soweit ist.
    Gegen Mittag drückte die Sonne ziemlich stark und das Wandern war beschwerlich. Später meldete sich das veränderliche atlantische Wetter, und es begann uns auf den Kopf zu regnen. Die dazugehörigen Wolken spendeten uns zusätzlich eine angenehme Kühle. Der ausgeschilderte Pilgerweg führte zeitweise auf Holzplanken durch lange und hohe Hecken, welche die Aussicht einschränkten.
    Es waren sehr wenige Pilger unterwegs zu sehen.
    Später sahen wir auch etliche Golfspieler, die auf einem langgezogenen Kurs ihr Glück eines "Hole in One" versuchten. Gegen Abend verließen wir dann den Pilgerweg und suchten unsere Unterkunft "Home of the Pilgrims in Apulia". Nach dem Einchecken und einer erfrischenden Dusche sowie Wäsche waschen gingen wir schließlich noch abendessen. Das erste empfohlene Restaurant war total überfüllt bzw. reserviert, so dass wir weiterziehen mussten. In einem nahe gelegenen Restaurant bestellten wir uns eine Dorade. Wir stellten dann fest, dass jeder eine eigene ganze Dorade serviert bekam, zusammen ungefähr 1,1 Kilo inklusive Kopf, Gräten etc. Aber er schmeckte uns wunderbar. Kathy, unsere Begleiterin, bestellte eine ganze Krabbe 😬! In unserer Unterkunft gab es noch ein ganz süßes Hundilein, einen äusserst friendly dog, den unser Host von der Straße aufgenommen hatte.
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  • Apulia - Marinhas

    4 de junio de 2022, Portugal ⋅ ⛅ 19 °C

    Am Morgen standen wir gemütlich auf und tranken Kaffee, nachdem wir wie immer zuerst die Rucksäcke gepackt hatten, um sie für den Transport bereit zu legen.
    Die ersten anderthalb Stunden legten wir im Regen zurück. In Fao, einem kleinen Dorf etwa auf halbem Weg, suchten wir Zuflucht in einem Café, wo wir uns der nassen Klamotten entledigten und uns bei Cappuccino und einer feinen Käse-Omelette stärkten. Ständig strömten weitere nasse Pilger ins Café, um sich wieder zu trocknen.
    Nach einer Weile hörte der Regen auf und die Sonne zeigte sich erneut.
    Claudia und Kathy stöberten auf dem benachbarten Markt noch rum und fanden schließlich auch noch zwei Kleidungsstücke, die sie kauften. Nach Fao überquerten wir auf einer größeren Brücke einen recht breiten Fluss, um anschließend links abzubiegen und dem Fluss wieder zu folgen. Schließlich erreichten wir das Dorf Esposende, ein touristisches Städtchen, das sich noch im Vorsaison-Schlummer befindet. In einem kleinen Strandcafe kehrten wir ein und erfrischten uns.
    Anschließend machten wir uns auf den Weg zu unserer nächsten Pension, der Casa d Avo Grande in Marinhas.
    Wir beschlossen am Abend selber ein kleines Nachtessen zuzubereiten und kauften deshalb in einem kleinen Supermercado ein. Recht schwer beladen machten wir uns weiter auf den Weg Richtung Unterkunft. Kathy, unsere amerikanische Lady, war langsam ausgepowert und schleppte sich noch mühsam ins Ziel. Kurz vor dem Etappenziel mussten wir noch in einer Bar mit kühlem Bier die letzten Kräfte mobilisieren, um den letzten Aufstieg noch zu schaffen.
    Bald stand schon ein leckeres Abendessen auf dem Tisch mit Melone, Schinken, Käse, Brot etc. Während des Abendessens stiess schliesslich noch ein deutsches Paar, Steffen und Doro, zu uns, worauf sich noch ein mehrstündiges Gespräch mit interessanten Themen entwickelte.
    Um 0:45 Uhr gingen wir schließlich ins Bett.
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  • Marinhas - Amorosa

    5 de junio de 2022, Portugal ⋅ ⛅ 15 °C

    Als heute Morgen kurz vor 7 Uhr der Wecker wieder läutete, hiess es wie immer Rucksäcke packen. Anschließend begaben wir uns auf den Balkon, wo die Sonne schon wacker schien und uns wärmte.
    Wir tischten das Frühstück auf und genossen es bei einem traumhaften Blick auf das Meer. Katie beschloss das Taxi nach Amorosa zu nehmen, weil sie einen lädierten Zeh zu beklagen hatte.
    Bevor wir uns auf den Weg machten, tranken wir mit ihr noch einen Kaffee in einer nahe gelegenen Bar.
    Anschließend mussten wir ein bisschen in die Höhe steigen, um dort oben dem Pilgerweg wieder zu folgen. Das Navi unterstützte uns sehr dabei, den weiteren Weg zu finden, da zum Teil die Wege nicht mehr so gut angeschrieben waren. Schließlich ging es einen idyllischen Wald hinunter zu einem Bach, den wir auf einer Steinbrücke überquerten. Auf der anderen Seite angekommen liefen wir weiter durch ein kleines Dörfchen, wo uns drei kleinere Hunde mit einem Bellkonzert begrüßten.
    Erfolglos versuchten wir ein Café zu finden. Alle waren leider vermutlich wegen Pfingsten geschlossen. Bald kommen wir am Strand an und folgten einem Dammweg ca. einen Kilometer in das nächste Dorf.
    In den ersten beiden Restaurants herrschte sehr reger Betrieb. Dies führte dazu, dass wir über eine längere Zeit gar nichts bestellen konnten. So zogen wir weiter und fanden schließlich ein schönes Restaurant direkt am Meer. Nach einem längeren kreativen Bestellprozess kriegten wir schließlich eine riesige Platte mit einem falschen Filet drauf mit entsprechend vielen Beilagen und zusätzlichem Salat. Es gelang uns nicht, die riesige Portion aufzuessen. Im Saal gab es viele Familien, die miteinander zusammen an großen Tischen saßen und riesige Pfannen mit Meeresgetier vor sich hatten. Nachdem wir fertig gegessen hatten, liefen wir den Strand entlang bis nach Amorosa. Kathy war schon lange hier, jedoch hatte ihr Taxi-Chauffeur die Gelegenheit beim Schopf gepackt, um einige unnötige Zusatzkilometer einzubauen. Da Claudia und ich uns vorher am Strand ein bisschen hingelegt hatten, kamen wir erst gegen 6 Uhr in unserem Hotel an. Da wir am Nachmittag so opulent gegessen hatten, verspürten ich und Claudia keinen großen Hunger mehr. Dennoch gingen wir mit Kathy in ein nahes Restaurant. Ich ass eine wunderbare Crèpe, Claudia einen Gemüseteller und Kathy einen Oktopus. Satt und zufrieden machten wir uns wieder auf den Heimweg ins Hotel, wo wir für einmal früher als sonst zu Bett gingen.
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  • Amorosa -Viana do Castelo

    6 de junio de 2022, Portugal ⋅ ☁️ 17 °C

    Schon zu Beginn des Tages hat uns unsere amerikanische Lady beim Frühstück zum Staunen (nicht das erste Mal) gebracht. Es ist allgemein bekannt, dass man nicht hungrig einkaufen gehen sollte. Genau das haben wir aber vorgestern für unser Abendessen gemacht. So hatten wir einiges übrig, was Kathy gestern mit dem Taxi ins Hotel mitgebracht hatte. An diesem Morgen packte sie ungeniert diese Sachen am Frühstückstisch aus und bediente sich seelenruhig und mit der grössten Selbstverständlichkeit an den Brötchen, um Sandwiches für unseren Lunch zuzubereiten. Mir war es dabei zunehmend unwohl und ich erklärte somit die Situation der Chefin, sodass sie uns sogar dabei behilflich war! Später unterwegs dachte ich darüber nach, wie es sich so ohne Konventionen wohl leben lässt. Es hat Kathy nämlich in keiner Weise gekümmert, dass auch die andern Gäste etwas verwundert zu uns herüber geschaut hatten. Aber auch da durften wir einmal mehr erleben, wie ausserordentlich gastfreundlich die Portugiesen sind.
    Bereits gestern konnten wir erfahren, wie easy es sich am Strand laufen lässt, und wir gar nicht im Sand einsanken. So beschlossen wir auch heute, direkt am Strand weiter zu gehen, und das war einfach unbeschreiblich schön und absolut meditativ. Der Himmel zeigte sich bedeckt, wir mussten auch jederzeit mit Regen rechnen und genau diese mystische Stimmung war so einzigartig, ja geradezu feierlich. An die drei Stunden, inzwischen regnete es auch ziemlich stark, sind wir am Strand entlang gelustwandelt. Da wir aber gewappnet waren und entsprechend ausgerüstet, hat uns das überhaupt nicht gestört. Im Gegenteil, ich hätte es nie für möglich gehalten, dass das Laufen im Regen so reizvoll sein kann. Dieser Strand war aber auch einzigartig, einfach Strand, soweit das Auge reicht- fantastisch.
    Über eine fast 600 m lange Brücke - gebaut vom Architekten Gustave Eiffel, sind wir schliesslich in Viano do Castelo angelangt, wo wir in einer Jugendherberge abstiegen. Dieser Ort wird als einer der schönsten auf diesem Camino beschrieben. So machten wir uns später zu einer Besichtigungstour und zum Abendessen auf. Für heute stand einmal nicht Fisch, sondern Pasta und Pizza auf unserem Speisezettel, und natürlich durften ein/zwei Gläschen Wein nicht fehlen. Erstaunlich, wie wenig Menschen auf den reizvollen Gassen unterwegs waren.
    Bereits eine ganze Woche sind wir nun unterwegs, und wir haben schon so viel erlebt und gesehen. Auf dem Camino unterwegs zu sein, auch zu zweit, ist einfach schön.
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  • Viana do Castelo - Vila Praia de Ancora

    7 de junio de 2022, Portugal ⋅ ⛅ 20 °C

    Nach dem Frühstück liefen wir dem Strand entlang und begaben uns zur Talstation der Standseilbahn nach der Basilika St Luzia. Nach einer etwa fünf Minuten dauernden rumpeligen und steilen Fahrt erreichten wir die Bergstation. Zum Glück hatten wir strahlend blaues Wetter, so dass wir eine unglaubliche Rundsicht auf Stadt und Meer geniessen konnten. Plötzlich geriet unsere Mitreisende Kathy in Panik. Ganz aufgeregt berichtete sie uns, dass sie ihren Pilgerausweis in der Jugendherberge vergessen hatte. Die längste Zeit versuchte sie den Mann an der Rezeption dazu zu bewegen, ihr den Pilgerausweis mit einem Uber-Taxi vor die Basilika zu bringen. Der Mann schien sich diesem Ansinnen nicht sofort anschliessen zu können und es entwickelte sich eine längere Diskussion, die darin gipfelte, dass Cathy den Mann tatsächlich dazu bringen konnte, ihr den Pilgerausweis an die Talstation der Bergbahn zu bringen. Sie ließ sich von ihm auch noch ein Stück weit mit dem Auto weiterfahren. Claudia und ich hatten ihr jedoch klar gemacht, dass wir unsere Reise fortsetzen möchten und planten schon den Abstieg Richtung Küste. Ihre Stimmung verschlechterte sich sofort, da sie vermutlich der Ansicht war, dass wir einander nicht mehr treffen würden. Nachdem wir ihr die Funktion von Whatsapp mit dem Standort erklärt hatten, liess sie sich ein wenig beruhigen. Claudia und ich nahmen alsdann den Abstieg unter die Füsse. Dieser seitliche Abstieg führte uns durch einen wunderschönen Wald. Unten angelangt suchten wir ein Kaffee auf, da wir eine Erholung brauchten. Darauf machten wir uns auf den Weg zur Küste, wo wir Kathy wieder treffen wollten. Nach einer Weile und einem eher weniger zielführenden Dialog per WhatsApp erblicken wir sie tatsächlich vor uns und holten sie ein. Gemeinsam zogen wir dann weiter der Küste entlang, immer das beruhigende Rauschen des Meeres im Ohr. Nach einer rechten Weile meldete sich bei allen der Hunger, und wir versuchten ein Restaurant an der Küste anzusteuern. Das Restaurant, das wir auf der Karte ausgemacht hatten, war jedoch geschlossen. Vor dem Restaurant treffen wir auch ein Geschwisterpaar aus dem Kanton Bern, mit dem wir uns kurz unterhielten. Das nächstgelegene Café befand sich abseits des Strandes ungefähr einen Kilometer entfernt an der Hauptstrasse. Zu essen gab es nicht mehr viel, da es bereits etwa 3 Uhr nachmittags war und der Koch seinen Kochlöffel schon weggelegt hatte. So reichte es halt nur noch für einen Toast. Leider waren wir am Morgen etwas trölerisch unterwegs, so dass wir schon bald merkten, dass unsere Tagesetappe sich deutlich in die Länge ziehen würde. Das Ziel schien nicht näher kommen zu wollen. Die Beine wurden schwerer und die Muskeln und die Schultern schmerzten immer mehr, aber unverdrossen setzen wir Schritt um Schritt voran. Auch heute genossen wir den Küstenweg sehr, allerdings gestaltete sich diesmal der Marsch viel anstrengender, da der Sand trockener und somit nachgiebiger war. Deshalb beschlossen wir den Strand zu verlassen und uns Richtung Strasse weiter zu bewegen. In der letzten Stunde mussten wir gar unsere Kopfhörer zu Hilfe nehmen, um uns mit Hilfe einer beschwingten Musik noch voranzutreiben. Die letzten zwei Kilometer schienen uns unendlich lang zu sein. Zudem mussten wir die letzten Kilometer der Hauptstrasse entlang laufen, wo die Autos zum Teil mit hoher Geschwindigkeit an uns vorbeirasten. Am Ende der Tagesetappe waren wir ungefähr 27 km gelaufen, was ungefähr 40.000 Schritten entsprach. Mit letzter Kraft bezogen wir unsere Zimmer und wollten im Hause noch etwas essen. Da es mittlerweile schon 10 Uhr abends war, winkte der Beizer ab. So mussten wir uns mit unseren Puddingbeinchen noch ungefähr 500 m der Strandpromenade entlang schleppen, bis wir noch ein Restaurant fanden, das offen war. Dort kriegen wir allerdings noch ein wunderbares Essen, und ich genehmigte mir noch zwei Kugeln Glacé der feinsten Art. Einigermaßen wiederhergestellt begaben wir uns in unsere Zimmer und fielen alsbald in einen tiefen erholsamen Schlaf.Leer más

  • Vila Praia da Ancora - Caminha

    8 de junio de 2022, Portugal ⋅ ⛅ 17 °C

    Da wir am Vorabend völlig entkräftet in in Praia da Angora angekommen waren, beschlossen wir, am nächsten Tag mit dem Zug nach Caminha zu fahren, um unsere Beine zu entlasten. Am Morgen gaben wir wie immer vor 8 Uhr unsere Rucksäcke an der Rezeption ab und begaben uns auf den Hauptplatz des Städtchens, der mit sehr schönen Blumen geschmückt war. In einem anliegenden Café genehmigten wir uns ein Frühstück. Das Wetter war immer noch regnerisch, und wir hatten ungefähr 2 Stunden Zeit, bis unser Zug nach Caminha losfuhr. In dieser Zeit schauten wir uns noch einige Läden an und liefen trotz Regen dem Strand entlang. Um 13:30 Uhr hatten wir wieder im gleichen Kaffee abgemacht, wo wir abermals einen Kaffee tranken. Kurz vor 14:40 Uhr machen wir uns auf den Weg zum nahegelegenen Bahnhof. Nach kurzer Zeit kam der Zug, und wir stiegen ein. Bald kam ein Kondukteur. der uns für die Fahrt nach Caminha 1,60 € pro Person verlangte. Die Fahrt dauerte insgesamt nur ungefähr 10 Minuten. Da wir uns angeregt unterhielten, vergassen wir fast auszusteigen. Unser Hotel war zum Glück ganz in der Nähe. Dort angekommen stand eine recht grosse Schlange vor der Rezeption, was wir uns gar nie gewohnt waren. Deshalb mussten wir recht lange warten, bis wir einchecken konnten. Dann bezogen wir unsere schönen Zimmer und machten einen Stadtbummel, wo wir auch Ausschau nach einem Restaurant für das Abendessen hielten. Auf dem Hauptplatz war nicht viel los. Überhaupt waren die Restaurants recht wenig besucht oder ganz geschlossen. Schließlich blieb uns nur noch ein Restaurant, wo Meeresfrüchte und Fleisch in verschiedenen Variationen angeboten wurden. Jeder fand schliesslich etwas Passendes. Zufrieden und satt verließen wir das Restaurant einige Zeit später wieder, um uns auf den Heimweg zu machen.Leer más

  • Caminha - Vila Nova de Cerveira

    9 de junio de 2022, Portugal ⋅ ⛅ 18 °C

    Unsere Reise startete bei blauem Himmel und angenehm kühlen Temperaturen. Zuerst führte uns der Weg durch die Altstadt von Caminha zu der Stelle, wo die Fähre den Rio Minho in rund 5 min. quert und die Passagiere, die z.B den Küstenweg weitergehen wollen, auf spanischen Boden entlässt. Der neue alternative Camino führt weitgehend dem tiefblauen Rio Minho entlang Richtung Valença an der spanischen Grenze. Zwischendurch trafen wir auf gepflegte Häuschen, aber auch auf heruntergekommene Herrenhäuser, die an bester Lage vor sich hin gammeln. Grundsätzlich fiel uns auf, dass die Menschen in dieser Gegend eher zu den besser Verdienenden zu gehören schienen. Als wir schliesslich am Ende unserer Tagesetappe in Vilanova de Cerveira anlangten, stellten wir fest, dass die Gemeinde über eine moderne, hochwertige Infrastruktur verfügt, angefangen von einem schönen Sportzentrum über einen vielseitigen Kinderspielplatz mit originellen Wasserspielen sowie allerlei Kunstwerke und beeindruckenden Hausmalereien, die über die ganze Stadt verteilt waren.
    In unserer heutigen Unterkunft, der örtlichen Jugendherberge, fand ein Großteil der Pilger zur Übernachtung zusammen.
    An der Rezeption empfahlen sie uns für das Abendessen zwei nahe gelegene Restaurants. Das erste entsprach uns sehr und so setzen wir uns zu Tisch. Wir bestellten unter anderem eine portugiesische Spezialität, den Bacalao-Fisch, der eigentlich ein eingesalzener Kabeljau ist. Der Fisch wird aus Konservierungsgründen in dicke Salzlake eingelegt, so dass er schließlich im Verkauf wie ein hartes weisses Brett daherkommt. Wenn man ihn zubereiten will, muss man ihn vorgängig lange wässern. Satt und zufrieden kehrten wir schliesslich wieder in die Jugendherberge zurück.
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  • Vila Nova de Cerveira - Tui

    10 de junio de 2022, Portugal ⋅ ☀️ 26 °C

    Villa Nova de Cerveira ist eine sehr gepflegte, gehobene Stadt, mit Kultur und Stil. Das haben wir auch bereits in der Einrichtung der Jugendherberge bemerkt, wo wir übernachteten, welche notabene früher ein Primarschulhaus war. Die Dame an der Rezeption erzählte uns, dass sie als kleines Mädchen in dieser Schule war und sich gerne daran erinnere, weil sie einen so tollen Lehrer gehabt habe. Es gibt also ausser den Jubin's etc. auch sonst noch gute Lehrer🥰!
    Täglich nahmen wir uns vor, früher loszuziehen, aber irgendetwas hinderte uns stets daran. Eine mögliche Erklärung dafür zeigte sich uns im Laufe des Tages. An diesem Morgen also war es meine Blase am Fuss, welche sich in den vergangenen Tagen zu einer beachtlichen Grösse von ca. 3 cm entwickelt hatte, sodass ich beschloss, diese fachmännisch oder auch fachfrauisch beurteilen zu lassen. So erklärte mir der Mann an der Rezeption, dazu müsse ich in das Spital. Netterweise hat er dort noch angerufen und die Öffnungszeiten abgecheckt. Nachdem Claude und ich abgemacht hatten, dass er sich zusammen mit Kathy für den Picknick kümmern wolle und sie sich alsdann bereits auf den Weg machen würden. Mit dem Austausch der Whatsapp-Standorte war das ja kein Problem!
    So machte ich mich auf den Weg in das Spital, das aber zu meinem Erstaunen geschlossen war!!! Es lag ziemlich weit auf der Anhöhe! Shit😥😥😥Hätte ich doch auf Claude gehört. Am Abend zuvor sah er nämlich zufällig ein Centro de Salud, wo ich dann schliesslich auch hingegangen bin. Natürlich war ich dort nicht die Einzige, aber ich habe dann ein bisschen geschummelt und gesagt, wir müssten noch fast 20km weit laufen. Immerhin kamen wir auf 18km. Also der langen Rede kurzer Sinn: Meine Blase wurde fachfrauisch behandelt und ich konnte wieder schmerzfrei, sagen wir schmerzarm, weiterlaufen. Nach ca. zwei Stunden holte ich die beiden ein. An einem ruhigen, schönen, schattigen Plätzchen picknickten wir schliesslich.
    Der Weg gestern wie auch heute führte durchwegs am Ufer des Rio Minho entlang. Ein durchaus schöner Weg, mit unverbauten Ufern, und immer wieder schönen Picknickplätzen. Ein Erholungsgebiet für die umliegenden Ortschaften. Der Eindruck, dass wir ebenso gut am Ufer des Rheins oder sonst wo laufen könnten, brachte uns ins Sinnieren, was denn wohl der Unterschied zwischen dem Camino Frances und diesem Camino sei. Haben wir den Camino bereits etwas idealisiert? Oder was macht es aus, dass wir uns hier eher als Wanderer, oder gar Touristen statt als Pilger fühlen? Einerseits hat es bedeutend mehr Menschen, mehr Velofahrer und auch mehr Hiesige, welche unterwegs sind, auf dem gleichen Weg, Die Verbundenheit zur Natur stellt sich nicht einfach so ein, die Ablenkung ist grösser; das alles lässt eine andere Energie entstehen. Klar doch, atmosphärisch liegt es an der Küste - die Küstenwanderungen möchte ich niemals missen- anders als in den oft sehr einsamen Gebieten auf dem Camino Frances. Es scheint mir - und das ist vielleicht der wesentlichste Unterschied - dass man auf dem Frances so unbeschreiblich eingebunden ist mit der Natur, so als ob man/Frau mit unsichtbarer Hand geführt wird. Eingebunden in den Camino, den schon so viele Pilger seit Jahrhunderten gegangen sind. Diese Energie ist einzigartig.
    Hier hingegen müssen wir öfters nach dem Plan schauen, auch weil es unterschiedliche Wege gibt und man sich schneller verlaufen könnte. Zudem sind die Wege oft recht dürftig gekennzeichnet.
    Nach dem sehr schönen historischen Stadtteil von Valença überquerten wir feierlich die Brücke (auch sie inspiriert von Eiffel) und somit die Grenze zwischen Portugal und Spanien. Damit gelangten wir auch in eine andere Zeitzone. Schon komisch: Von einer Minute zur anderen ist es eine Stunde später!!!! So haben wir uns auch zeitlich etwas verrechnet, sodass wir dem Alberguevater Bescheid geben mussten. Dieser war so nett und holte uns mit dem Auto an der Grenze ab. Müde und ziemlich arg verschwitzt kamen wir im Hotel an. Nach einer erlösenden Dusche kamen wir schlussendlich erst um ca. 23 Uhr in der Altstadt von Tui zum Abendessen inkl. einem feinen Glas Wein. Ja nu, was bedeutet schon die Uhrzeit, glücklich, zufrieden und gesättigt sind wir schliesslich müde ins Bett gesunken.
    Ein weiterer Tag auf unser Pilgerreise, wo wir auch zum ersten Mal für die nächsten drei/vier Tag die Etappen und Unterkünfte buchten. Je näher wir Santiago kommen, desto enger könnte es werden mit den Unterkünften. Wir sind nun noch etwa 120km von Santiago entfernt.
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  • Tui - Os Eidos

    11 de junio de 2022, España ⋅ ☀️ 24 °C

    Am Morgen hieß es zuerst noch den Rucksack-Transport zu organisieren, da sich unser Rucksack-Transporteur aus für uns unverständlichen Gründen ausserstand erklärt hatte, unsere Rucksäcke zu transportieren, da an der Zieldestination keine Rezeption vorhanden wäre. Aus diesem Grund besprachen wir die Angelegenheit mit unserem Vermieter, der sich bereit erklärte, das Ganze an die Hand zu nehmen, zum gleichen Preis wie der Rucksack-Transporteur. So gingen wir auf den Deal ein und begaben uns in ein nahe gelegenes Café. um uns für den Tag zu stärken. Für den heutigen Tag hatten wir eine kleinere Etappe von rund 10 km vorgesehen, da wir eine Herberge mit Namen Casa Alternativo, ausgesucht hatten, die in den Führern als besonders originell empfohlen wurde. Unser Pilgerweg führte durch außerordentlich schöne Landschaften. Schließlich gelangten wir nach einem kleineren Aufstieg zu der Casa Alternativo, wo Dries, ein belgischer Aussteiger, sich vor wenigen Jahren eine Lebensgrundlage aufgebaut hatte.
    Kurz vor der Coronakrise hatte er sich das Haus gekauft und wurde durch die Epidemie finanziell in extreme Bedrängnis gebracht. Mit diversen Jobs in umliegenden Fabriken konnte sich einigermaßen über Wasser halten. Umso erfreuter war er, dass er in diesem Frühjahr wieder eröffnen konnte. Seine Pension wird seither rege besucht. Kathy, unsere Reisebegleiterin, war schon eine rechte Weile vor uns in der Herberge eingetroffen und hatte es sich auf ihrem Bett gemütlich gemacht. Sie trug eine Schlafbrille und schien nicht so guter Laune zu sein, denn sie hatte Zoff mit dem Herbergsvater. Dieser hatte uns zugesagt, wir seien zu dritt in einem 4-er-Zimmer, und das würde so bleiben. Offenbar hatte er aber eine Buchung vergessen, und so schleuste er uns noch ein deutsches Mädel ins Zimmer ein. Sein Haus ist ungefähr für neun Personen gedacht. Dafür hat er aber nur eine Nasszelle, was zur Folge hatte, dass alle die Dusche, das WC und ein Lavabo miteinander teilen mussten. Das bedeutete natürlich, dass es eine Zirkelei gab für all die Bedürfnisse zu den verschiedenen (Stoss-)Zeiten.
    Gegen 19 Uhr wurde draussen an einem großen runden Tisch unter einem Sonnenschirm bei untergehender Sonne ein Apéro und anschließend ein italienisches Spaghetti-Gericht mit Peperoni serviert, welches recht gut schmeckte. Zusätzlich wurde auch Wasser und Wein ausgeschenkt.
    Hin und wieder kam der Doggy von Dries bei den einzelnen Pilgern vorbei und versuchte ein Stück Fressi zu erhaschen. was ihm aber leider nicht gewährt wurde. Der Hund ist ein Strassenhund, den Dries vor ungefähr einem Jahr aufgelesen hat. Es ist ein Staffordshire-Terrier, also ein zünftiger Kampfhund, der aber inzwischen lammfromm ist und ständig seinem Herrchen hinterherläuft. Dries musste allerdings ein Jahr intensiv mit ihm arbeiten, bis er ihn auf Kurs hatte. Dries ist ein Selfmade-Man, der eigentlich alles ausser den Mauern und dem Dach selber gezimmert hat. Die Betten sind aus dicken Holzteilen zusammengesetzt, die aus Abfällen einer nahe gelegenen Fabrik stammen. Nachdem die Sonne untergegangen war, sassen wir noch gemütlich im Garten zusammen und genossen die schöne Stimmung. Kurz vor Mitternacht gingen wir ins Bett.
    Just um 7 Uhr in der Früh wurden wir durch einen lautstarken musikalischen Wecker von Dries aufgeweckt. Diese Weckmethode hatte natürlich einen entscheidenden kleinen Nachteil, nämlich, dass alle in etwa zur gleichen Zeit das Bedürfnis hatten die Toilette und die Duschen aufzusuchen. Zum Glück waren die zwei Italiener schon sehr früh aufgebrochen. Das Frühstück in der kühlen Morgenfrische war sehr angenehm und recht vielseitig. Auch die Eier der ansässigen Hühner schmeckten uns sehr, doch dann war es bald wieder Zeit, die Wanderstöcke zu ergreifen und weiter zu wandern. Unser Tagesziel war Saxamonde kurz vor Redondela.
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  • Os Eidos -Saxamonde

    12 de junio de 2022, España ⋅ ☀️ 24 °C

    Am Morgen zogen wir bei kühlen Temperaturen los, da uns eine happige Tagesetappe mit Temperaturen über 30 am Nachmittag erwartete.
    Der erste Teil der Etappe führte nach O Porriño. Der Weg führte zum Teil sehr malerisch einem Bächlein entlang. In O Porriño, das etwa auf halbem Wege lag, machten wir eine Rast in einem Café. Anschließend stiegen die Temperaturen immer mehr an, und es war auch kein Schatten mehr in Sicht. Unterwegs kühlten wir unsere Köpfe an einem Brunnen und Claudia nässte zusätzlich ihr Halstuch und wickelte es sich um den Kopf, um nach Beduinenart weiterzulaufen. Der Weg führte je länger je mehr bergauf, und so mussten wir immer mehr Erholungshalte einschalten. Unterwegs halfen wir einer Pilgerin, die aus dem letzten Loch pfiff, eine Unterkunft zu finden. Als wir die Unterkunft reserviert hatten, merken wir, dass die Unterkunft an einem ganz anderen Ort lag. Die Reservation verpuffte somit im Universum. Nachdem auch wir unsere letzten Kräfte fast aufgebraucht hatten, erblickten wir in der Ferne zum Glück eine Bar, wo wir uns bei einem kühlen Cider wieder aufbauen konnten. Diese Kühlung war jedoch nur von bescheidener Dauer. Schon bald kochten unsere Köpfe wieder und nun waren wir es, die aus dem letzten Loch pfiffen. Glücklicherweise tauchte erneut auf wundersame Weise eine Bar auf, wo wir erneut unsere müden Glieder ausruhen konnten. Nachdem wir uns ein wenig mit einer einheimischen Familie, die einen Ausflug hierher gemacht hatte, unterhalten hatten, nahmen wir den letzten Abschnitt unter die Füsse. Glücklicherweise ging es jetzt bergab. Nach rund einer halben bis dreiviertel Stunde kamen wir endlich in Saxamonde an. Unser Zimmer war sehr schön. Ich und Claudia übernachteten in einem Fünfer-Schlag, den wir alleine benutzen konnten. Nach einer erfrischenden Dusche gingen wir in die einliegende Bar und assen das Nachtessen. Kathy verlangte noch einen Ventilator und wir konnten in unserer luxuriösen Loge ebenfalls ein bereits vorhandenes Air-Condition-Gerät anwerfen.
    So schliefen wir alle sehr gut und stellten den Wecker für den nächsten Tag wieder beizeiten.
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  • Saxamonde - Pontevedra

    13 de junio de 2022, España ⋅ ☀️ 28 °C

    Bevor wir uns auf den Weg machten, nahmen wir in der Bar noch einen Kaffee zu uns.
    In der Morgenfrische zogen wir zügig aus und erreichen schon bald Redondela. Plötzlich traten aus einem Albergue die deutschen Mädels heraus, die wir in der Casa Alternativo kennengelernt hatten. Ein Riesenhallo war die Folge. Auf dem Weg nach Pontevedra galt es zwei Hügel zu überqueren. Von Anfang an beschlossen wir, uns den zweiten zu schenken und von Arcade aus mit dem Zug nach Pontevedra zu fahren. Auf dem Aufstieg zum ersten Hügel begegneten wir in einem Café erneut den deutschen Mädels. Nach einer kurzen Pause ging es weiter bergauf. Kathy war für einmal an der Spitze der Dreiergruppe und zog zügig den Berg hinauf. Ich war wie oft als Letzter unterwegs. Plötzlich streckte eine ältere Frau den Kopf aus einem Haus am Strassenrand und machte mich darauf aufmerksam, dass wir eine Abzweigung verpasst hätten. Sofort rief ich die zwei Frauen zurück und wir korrigierten unseren Weg. So setzten wir unsere Wanderung fest. Am Dorfeingang von Arcade gingen wir noch in einen Supermercado, um uns mit Esswaren einzudecken. Rechtzeitig trafen wir beim Bahnhof ein. Bald fuhr der Zug ein und wir gelangten in rund 10 Minuten nach Pontevedra.
    Von dort aus nahmen wir Kurs auf unsere Hotels. Kathy und wir hatten unsere Hotels im historischen Kern gebucht. Als wir vor unserem Haus standen, sah es von unten ein bisschen heruntergekommen aus, was sich aber als Irrtum herausstellen sollte. Unser Zimmer war sehr schön eingerichtet und geräumig. Es gefiel uns sehr. Nachdem wir geduscht hatten, zogen wir ins Zentrum und trafen Kathy vor einer Eisdiele.
    Während im Anschluss die zwei Frauen shoppen gingen, blieb ich in der Eisdiele. Später machten wir uns auf den Weg in eine Pizzeria, wo wir sehr fein tafelten. Anschließend ging es dann wieder zurück ins Hotel.
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  • Ganzer Tag in Pontevedra

    14 de junio de 2022, España ⋅ ☀️ 25 °C

    Am Morgen liessen wir uns Zeit mit dem Aufstehen und kehrten ins erste Café in der Nähe unseres Hotels ein, wo wir uns mit Gipfel und frischem Orangensaft eindeckten. Anschliessend unternahmen wir einen ausgedehnten Stadtrundgang und kehrten am frühen Nachmittag in ein Strassencafe ein. Da stellten wir fest, dass es an der Zeit war, uns die nächsten Tage bzw. die Übernachtungen bis nach Santiago zu organisieren. Bald stellten wir fest, dass es ziemlich schlecht aussah mit den Unterkünften, besonders in Santiago. Es stellte sich heraus, dass dort just an diesem Wochenende ein Musikfestival stattfindet, wo Leute aus ganz Spanien anreisen und sämtliche Hotelzimmer belegen mit entsprechenden Auswirkungen auf die Zimmerpreise. Da gab es Zimmer in Massenschlägen, die über 100 Franken pro Übernachtung kosteten. In der Zwischenzeit meldete sich Kathy bei uns, die auch schon Panik schob wegen den raren Übernachtungsmöglichkeiten. Sie kam zu uns ins Café und wir berieten gemeinsam, wie es weitergehen sollte. Nach langen Beratungen und Schiebereien konnten wir schließlich eine gute Lösung für alle Tage finden. Das ganze Prozedere nahm schließlich insgesamt ungefähr drei bis vier Stunden in Anspruch 🥴 . Verständlich, dass die Frauen zur Entspannung noch einen kleinen Rundgang durch die Läden der Altstadt unternehmen wollten 😆, während ich mich in einem Park auf eine Bank setzte und es mir dort gemütlich machte. Doch es dauerte nicht lange, da wurde es mir zu kühl und ich beschloss ins Hotel zurückzukehren und mich aufzuwärmen. Rund eine Stunde später kam auch Claudia ins Zimmer, wo wir uns für das Nachtessen bereit machten. Ich hatte in der Zwischenzeit einen Tisch in einem Restaurant in der Altstadt reserviert, der im TripAdvisor empfohlen wurde. Die Portionen waren gut zubereitet/gekocht, jedoch mickrig und dies zu absolut übersetzten Preisen. Wir hatten noch nie so wenig für so viel Knete bekommen. Aus lauter Frust schrieb ich noch am Tisch eine vernichtende Rezension im TripAdvisor. Unter den Bildern ist noch ein Bild der Lasagne für 13 € zu sehen. Die Guacamole-Sauce wurde wenig stilvoll in einer Tube serviert die vor allem mit Luft gefüllt war 🙄. Allerdings hat jede Schattenseite auch eine Sonnenseite: Der Vorteil war, dass wir an diesem Abend nicht mit überfüllten Mägen ins Bett steigen mussten 😄.Leer más

  • Pontevedra - Caldas de Reis

    15 de junio de 2022, España ⋅ ☁️ 23 °C

    Pontevedra nach Caldas de Reis
    19km /28364 Schritte
    Am Morgen, nicht so früh wie gestern, trafen wir uns mit Kathy am Start einer weiteren Etappe in einem Café. Viele Pilger waren bereits unterwegs, entsprechend wurde uns schon die erste Geduldsprobe beim Bestellen des Café con Leche abverlangt. Kathy übernachtete in einem anderen Hotel. Wir verständigten uns seit geraumer Zeit per «Standort» miteinander, damit wir uns immer wieder fanden. So waren wir wohl gemeinsam unterwegs und dennoch unabhängig.
    Gestärkt, aber weniger motiviert als die vergangenen Tage - mir ging es jedenfalls so - zogen wir los. Die vielen Pilger auf dem Weg, der alsbald einer Pilgerautobahn glich, sowie die Biker gingen mir zunehmend auf die Nerven. Was mach ich also mit diesem Ärger, einer Emotion, welche mir eigentlich auf dem Pilgerweg bis anhin noch nie begegnet ist? Das passt doch gar nicht zum Camino! Und ja, schließlich kann ich ja nicht den Camino für mich allein beanspruchen. Aber mir wird bewusst, dass Hektik, Lärm und viel «Geschwätz» überhaupt nicht kompatibel sind mit dem Camino. Interessant auch: Je mehr Menschen, desto anonymer die Begegnungen. Auch wieder verständlich, denn dann müsste man andauernd «Buen camino» rufen. Ich erinnerte mich daran, dass ich eben genauso aus diesem Grunde auf dem Camino Frances jeweils später los bin, sodass die meisten schon lange unterwegs waren. So kam ich wohl abends später an, dafür hatte ich meine Ruhe. Nur geht das nicht immer mit den Temperaturen auf, denn bei 30° tut man gut daran, eben frühmorgens loszugehen, denn ab 15/16h wird es fast unerträglich heiss. Wir haben dann auch unser Tempo gedrosselt und haben da und dort angehalten, wenn eine Bar/ein Café vorhanden war, und auch etwas getrunken. Auch haben wir beschlossen, uns für den letzten Teil ein paar km zu schenken, weil wir keine Lust hatten, einer vielbefahrenen Strasse entlang zu laufen. Claude suchte uns daher eine Busverbindung heraus. Pünktlich waren wir an der entsprechenden Bushaltestelle. Aber ja klar doch, kein Bus kam!!! So entschieden wir uns Autostopp zu machen. Das Glück war uns hold, denn kaum gesagt und getan, fuhr ein Taxi daher, das uns nach Caldas de Reis führte. 6€ hat uns dieser Spass gekostet. 10’ später konnten wir im Hotel einchecken. Abgesehen davon hätte mich schon noch interessiert, ob auch in meinem «hohen» Alter das «Autostopp machen» noch funktioniert hätte!
    Alles in allem dennoch ein schöner Tag mit vielen Eindrücken, lustige Passagen. Wir gaben uns Übernamen, auch Claude hat ausnahmsweise einen bekommen. Er ist Professore Calamari, Kathy Princessa Pulpo und ich last but not least mit Verlaub, Contessa Baccalao.
    Ja es war so, mittlerweile würde uns Kathy wohl fehlen. Das Zusammenlaufen, auch wenn wir bei weitem nicht immer miteinander reden, lässt Beziehung und ein Füreinander entstehen. Ein Phänomen des Caminos, vielleicht? Kathy meint, unsere Begegnung sei schicksalhaft. Überhaupt gibt es immer wieder Begegnungen mit anderen Pilgern, mit welchen wir vor Tagen ein Gespräch hatten, oder sonst einen Kontakt. Immer wieder ist in solchen Momenten die Freude sehr gross.
    Der Camino ist wohl einfach magisch. Übrigens hat sich natürlich mein Ärger im Laufe des Tages gelegt. Eigentlich unmittelbar nachdem ich ihn registrierte.
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  • Caldas de Reis - Pontecesures

    16 de junio de 2022, España ⋅ ☁️ 20 °C

    Da wir und Kathy in unterschiedlichen Hotels wohnten, hatten wir am Vorabend abgemacht. dass wir uns um 8:30 Uhr bei einem Supermercado treffen würden. Vorher wollten wir jedoch noch in eine Bar gehen und einen Kaffee und einen Orangensaft trinken.
    Um 8:30 Uhr war Kathy nirgendwo zu sehen, und wir riefen sie an, um zu prüfen, ob sie sich verirrt hatte. Er stellte sich jedoch heraus, dass sie verschlafen hatte. So begaben wir uns abermals in eine Bar und warteten dort auf sie. Als sie dann angekommen war, gingen wir mit ihr zusammen in den Supermarkt, um uns ein Picknick zusammenzustellen.
    Anschliessend machten wir uns auf den Weg. Unterwegs kamen wir bei einer Kirche vorbei, wo gerade ein Begräbnis im Gange war. Es machte den Anschein, dass das ganze Dorf zusammen gekommen war, um der verstorbenen Frau das letzte Geleit zu geben. Gemäss Anschlag handelte es sich um eine Frau, die 91 Jahre alt geworden war. Bevor der Leichenzug heranfuhr, begab sich ein Mann in den Glockenturm und begann mit den verschiedenen Glocken von Hand eine rituelle Melodie zu spielen. Alsbald setzen wir unseren Weg fort, und nach einer Weile erblickten wir auf der linken Seite eine Schule, wo offenbar die Kinder gerade Pause hatten. Aus einem Zimmer schaute ein Mädchen, das ungefähr zehn Jahre alt war, freundlich heraus und grüsste uns. Dann war plötzlich der Lehrer zu sehen. der auf uns zukam und erklärte, dass eben ein Kind eine Jacke oder etwas Ähnliches auf das Dach geworfen hätte und er nun jemanden anrufen müsse, um das wieder herunter zu holen. Das Dach war sehr hoch; das hätte sicher eine halsbrecherische Aktion abgegeben. Plötzlich begab sich der Lehrer ins Schulzimmer zurück und kam mit einer Schweizer Fahne wieder zurück. Zugleich begann auf dem Pausenplatz ein Kind zu weinen und der Lehrer versuchte das Kind zu trösten.
    Die Schule war offenbar eine Primarschule. Allzu viele Schüler schienen die Schule jedoch nicht zu besuchen.
    Eine Weile später überquerten wir eine große Strasse und setzen unseren Weg fort. Nach ein bis zwei Biegungen erschien auf der rechten Seite ein neueröffnetes Restaurant, wo wir uns etwas zu trinken bestellten und im schönen Garten unsere mitgebrachten Esswaren verspeisten.
    Obwohl am frühen Morgen die Temperaturen noch kühl waren, stiegen die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit im Laufe des Tages erheblich an, sodass wir schließlich froh waren. in Pontecesures anzukommen.
    Unsere Pension hiess "Casa do Horreo". Horreos sind die Kornspeicher, die in Galizien sehr zahlreich zu sehen sind. Da sie eng mit der galizischen Kultur verbunden sind, sind sie geschützt. Nachdem wir im Hotel eingecheckt hatten, gingen wir auf unser Zimmer und nahmen eine Dusche.
    Im Zimmer war es ebenfalls recht warm und insbesondere sehr sehr feucht, was Claudia sehr störte.
    Am Abend liefen wir noch über eine Brücke und gingen in eine Bar, um noch etwas Kleines zu essen. Dort treffen wir noch auf drei deutsche Frauen, die sich recht intensiv über aktuelle und vergangene Show-Größen der deutschen Fernseh-Szene unterhielten. Wir kamen mit ihnen ins Gespräch, und es war noch recht lustig.
    Wir assen einen Thon-Salat und eine Schale mit den weitherum berühmten Pimientos de Padron, die ihre Namensgebung dem Nachbardorf Padron zu verdanken haben.
    Nach dem Nachtessen war es schon deutlich dunkler geworden und wir begaben uns auf den Heimweg in die Pension.
    Auf einem Fenster im Zimmer war eine Schnecke gerade daran das klare Fenster-Glas hochzukriechen, was Claudia nicht gerade in Verzückung geraten liess.
    Nicht viel später begaben wir uns ins Bett.
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  • Pontecesures - Teo

    17 de junio de 2022, España ⋅ ☁️ 24 °C

    Nachdem wir unser Albergue in Pontecesures verlassen hatten, überquerten wir die Brücke Richtung Padron. Linkerhand erblickten wir die Rauchschwaden eines absolut hässlichen Industrie-Konglomerates, welches schon am Vorabend die ganze Gegend zu verqualmen schien.
    Ennet der Brücke fanden wir ein hübsches Café vor, wo wir uns zuerst mal kurz stärkten für den kommenden Tag. Wir hatten mit Kathy, die in Padron übernachtet hatte, abgemacht, dass wir uns bei ihr im Hotel melden und anschliessend gemeinsam frühstücken würden.
    Plötzlich sprang Claudia wie von der Tarantel gestochen auf und rannte mit rudernden Armen unter Freudengeheul auf die Querstrasse zu, da sie die zwei deutschen Conny-Mädels erblickt hatte, die gerade daran waren vorbei zu laufen. Nach einer ausgiebigen Begrüssungszeremonie liefen wir mit Kathie weiter und schauten uns dann das Zentrum des kleinen Städtchens Padron an, welches sehr lebhaft war. Kathie hatte aus ihrem Führer eine Caféempfehlung auf Lager, welches sie unbedingt besuchen wollte. So suchten wir es dann auch auf. Dort trafen wir wieder mal auf zwei Schweizerdeutsch sprechende Schwestern, Daniela und Angela, die aus dem Rheintal stammten. Mit ihnen unterhielten wir uns über unsere jeweiligen Caminos und lustigerweise stellte es sich heraus, dass wir just am gleichen Tag wieder in die Schweiz zurückfliegen und das auch noch mit dem gleichen Flugzeug. Als wir dann wieder durch das Städtchen liefen, begegneten wir auch wieder dem Schweizer Geschwisterpaar Margrit und Manfred, die wir schon relativ früh auf unserem Camino noch in Portugal kennengelernt hatten. Nach einer Weile setzten Claudia und ich unseren Weg alleine fort, da Kathy in Padron eine weitere Nacht gebucht hatte.
    Da wir uns bereits viel Zeit gelassen hatten, um Kathy zu treffen und Padron anzuschauen, wurde uns die Zeit ein bisschen knapp und so beschlossen wir, uns mit einem Taxi ein Stück weit transportieren zu lassen. Wir fuhren bis A Picaraña. Von dort aus blieb nur noch eine Wegstrecke von ungefähr acht bis zehn Kilometern, welche durch wunderschöne Wälder führte. Etwa eine halbe Stunde vor unserem Ziel kehrten wir nochmals in ein Café ein und genehmigten uns etwas Feines. Recht gut erholt trafen wir schließlich in Teo ein, wo wir uns ein schönes Hotelzimmer gebucht hatten. Gleich nach dem Nachtessen machten wir noch einen kurzen Spaziergang durchs Dorf, das jedoch total ausgestorben schien, und wir gingen nicht zu spät ins Bett.
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  • Teo - Ankunft in Santiago de Compostela

    18 de junio de 2022, España ⋅ ☁️ 21 °C

    18 06 2022 Von Teo nach Santiago de Compostela
    16,82 km heisst für Claudia 24'741 Schritte
    Wir verbrachten eine Nacht in einem altehrwürdigen Parada de Francos, mit einem wunderbar grosszügigen Zimmer mit Terrasse unmittelbar am Camino, wo wir auch fürstlich dinierten. Entsprechend war natürlich auch die Rechnung. Aber auch als Pilger/Pilgerin soll man sich hin und wieder etwas Feines gönnen.
    Leider wurde die Freude darüber nach dem Essen rapide getrübt, als wir über einen Billiardfreund von Claude vernommen hatten, dass Hansruedi vermisst wird. Wir konnten es kaum glauben, denn vor knapp einer Woche haben sie beide noch zusammen telefoniert. Diese traurige Nachricht hat uns den ganzen Tag begleitet.
    Zum Frühstück ist Kathy zu uns gestossen . Wir hatten keine Eile, denn so konnten wir auf elegante Weise dem grossen Pilgerstrom etwas ausweichen, auch dank den etwas kühleren Temperaturen. Diese letzte Etappe vor Santiago wollten wir einfach noch voll und ganz geniessen. Je näher wir dem Ziel kamen, desto mehr kamen auch eine gewisse Melancholie und zugleich auch Freude auf. Täglich auf dem Camino unterwegs zu sein hat einfach einen besonderen Esprit. Besonders nach einer Weile, wenn sich Körper, Geist und Seele dem Pilgern angepasst haben, dann, wenn das Gefühl entsteht, immer weiter laufen zu können, ohne Schmerzen und Blasen etc., spätestens dann braucht es einen besonderen Effort, den Camino für den Moment abzuschließen .
    So sind wir gegen den späteren Nachmittag in Santiago angekommen, glücklich und zufrieden, natürlich auch stolz. Immerhin haben wir ca. 280km zurückgelegt. Das Ankommen-Ritual auf dem Platz vor der Kathedrale musste natürlich zelebriert werden, mit Fotos, Selfies, und anderen Ausdrucksweisen der Freude. Es gibt hier nur glückliche Menschen, denn der Camino ermöglicht vielen, sich von belastenden Erfahrungen und schmerzvollen Erinnerungen zu befreien, sie loszulassen. Manche geben dem lautstark Ausdruck, für meine/unsere Begriffe oft etwas übertrieben, sodass, wüsste man es nicht anders, man sich eher in einem Fussballstadium denn auf dem Platz vor der Kathedrale von Santiago wähnen würde. Man verzeihe mir diese Bewertung! Für uns drei war klar, wir zelebrieren unsere Ankunft, indem wir mit unseren Muscheln darauf anstossen. Eine wunderbare Idee von Kathy. So sind wir nach dem Einchecken im Hotel in den wunderschönen Park Alameda gegangen, Claude besorgte eine feine Flasche Wein, und wir freuten uns gemeinsam und erinnerten uns an viele schöne Caminoereignisse. Siehe Fotos.
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  • ganzer Tag in Santiago

    19 de junio de 2022, España ⋅ 🌧 13 °C

    Am Morgen mussten wir uns zeitig bereit machen um zu packen, da wir nur eine Nacht in diesem Hotel bleiben konnten. Da Kathy zwei Nächte blieb, konnten wir unser Gepäck in ihrem Zimmer einstellen.
    Zuerst gönnten wir uns ein feines Frühstück im superschön designten Café Marie Miner in der Hauptgasse von Santiagos Altstadt. Wir bestellten uns feine Croissants, feinen Orangensaft und Kaffee (ich einen legendären Café Bombon - unten gesüsste Kondensmilch und oben Espresso-Kaffee).
    Anschliessend gingen wir gemeinsam die Kathedrale besuchen. Dort stand schon eine riesige Schlange vor der Kirche, die darauf wartete, die Pilgermesse zu besuchen.
    Später holten wir noch unsere Rucksäcke in Kathies Zimmer ab, um sie ins AirB&B zu bringen. Da unsere Rucksäcke sich tonnenschwer anfühlten, gönnten wir uns eine gut 5-minütige Taxifahrt ins AirB&B. Dort begrüssten uns die Hosts Samuel und Montse sehr herzlich.
    Nachdem wir uns eingerichtet und einen feinen Capucchino getrunken hatten, begaben wir uns ins Tattoo-Studio von Dr. Mortiis in Santiago, um dort Kathy zu treffen. Wir waren ein bisschen später dran, so dass Kathy bereits mit ihren Tattoos fertig war. Sie hatte sich eine Muschel auf die Wade und einen gelben Pfeil auf den Fuss tätowieren lassen.
    Dr. Mortiis war ein bäriger Tattoo-Stecher, der mit einem riesigen Bild auf dem Rücken und einer gespaltenen Zunge "geschmückt" war. Er soll schon über 20 Jahre im Geschäft sein.
    Anschliessend begaben wir und wieder in die Altstadt und besuchten die beeindruckende Kathedrale.
    Zum Abendessen gingen wir ins Mercado Galiciana, einem trendigen Restaurant in einer riesigen Markthalle, wo die verschiedenen Küchen bzw. Restaurants am Rande ihre spezifischen Menus zubereiteten.
    Es wurde ein lustiger Abend, bis wir dann schliesslich satt und zufrieden nach Hause gingen.
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  • ganzer Tag in Santiago

    20 de junio de 2022, España ⋅ ☁️ 14 °C

    20. Juni 2022 in Santiago
    Das Wetter war uns nicht allzu wohlgesinnt, es war regnerisch und ordentlich frisch, so um die 15°, ein enormer Unterschied zu den aktuellen Temperaturen in der Schweiz, resp in Zürich (35°) Dennoch freuten Kathy und ich uns auf die heute angesagte Shoppingtour. Genau wie in Pontevedra gibt es hier in Santiago viele kleine, doch recht schick eingerichtete Boutiques, welche wir besuchen wollten. Claude bevorzugte natürlich stattdessen einen weiteren Rundgang durch den sehr schönen Park Alameda. Vorerst galt es aber für Kathy einen Koffer zu besorgen, denn für sie wird die Reise weitergehen, und der Gepäcktransport per Correos ist nicht mehr möglich. So bevorzugte sie einen Rollkoffer anstelle des grossen Rucksackes. Tatsache war auch, dass wir ab diesem Tag keine Pilger/Pilgerinnen mehr waren. Entsprechend feierlich entfernten wir unsere Muschel vom Tagesrucksack. Am späteren Nachmittag plante Kathy mit dem Bus nach Porto zurückkehren, wo sie dann zwei Tage später Reinette und Coleen treffen würde. An diesem Abend also mussten wir Abschied voneinander nehmen. Erstaunlich, wie wir in den vergangenen drei Wochen zusammengewachsen waren. Wir sind uns alle drei einig, dass wir einander ganz bestimmt fehlen werden. Wer hätte das gedacht bei unserer ersten Begegnung!
    Es war geplant, dass wir beide mit dem neu erstandenen Koffer in das Hotel gehen würden zum Packen und Auschecken. Das Gepäck wollten wir dann in unserer Unterkunft deponieren, weil diese sich auf dem Weg zum Busbahnhof befand. Wir hatten mit Claude und den beiden Africangirls, Reinette und Coleen, welche inzwischen auch in Santiago angekommen waren, um 15 Uhr zum Lunch abgemacht.
    Im Restaurant angekommen mussten wir doch eine geraume Zeit warten, bis wir bestellen konnten. Am Tisch nebenan wurde gerade eine köstlich duftende Paella mit schwarzem Reis verspeist. Genau das wollten wir unbedingt auch haben, nachdem uns diese Leute etwas davon zum Probieren gegeben hatten. Gesagt getan aber eben, nach gefühlten 30‘ kam der Kellner an unseren Tisch und verkündete, dass die Küche geschlossen werde und wir lediglich Sandwiches haben könnten!! Das war wirklich ärgerlich.
    Kathy und ich bestellten dann halt als kleines Trösterli Pulpo-Käse-Sandwiches, welche wirklich sehr lecker waren und selbstverständlich das obligate Glas Weisswein dazu. Claude natürlich nicht, denn wie allgemein bekannt sind ihm Meeresfrüchte jeglicher Art ein Gräuel.
    Kurzerhand beschlossen wir dann alle zusammen, Kathy an den Busbahnhof zu begleiten. Ohne Probleme dort angekommen, kam dann doch eine gewisse Hektik auf. Kathy wollte sich noch mit Proviant eindecken, und zu guter Letzt geht so ein Abschied nicht ohne Fotoshooting. Ich stand jedenfalls plötzlich mit Kathys Gepäck alleine vor dem Bus. Nach einer Weile kam Kathy wieder und der Chauffeur erklärte ihr, dass sie kein Essen mit in den Bus nehmen könne, worauf Reinette ihr riet, ihre Sachen einfach in den Bus zu schmuggeln! Fotos machen, Abschied nehmen – es ging doch nicht ohne Tränen, nochmals etwas aus dem grossen Gepäck herausholen, das nicht in den Innenraum des Busses durfte – also die grosse Aufregung war komplett. Dann Gewinke mit Herzchen etc. und der Bus setzte sich in Bewegung und fuhr los. Nach ein paar Sekunden – der Bus war bereits weg – ein Schrei von Reinette: Ihr Handy war verschwunden. Nun breitete sich grosse Panik aus. Zwei von uns gingen zurück zur Toilette, eine rannte die Rolltreppe hinauf, Claude rannte dem Bus hinterher. Inzwischen war Reinette überzeugt, Kathy habe versehentlich ihr Handy eingepackt. Da kam tatsächlich ein Anruf von Kathy an Claude! Vermutlich ein weiterer Schrei im Bus. Aber der Chauffeur hielt tatsächlich ca. 50m weiter vorne an. Er war bereits auf der verkehrsreichen Strasse, stieg selber aus dem Bus und kam Claude mit Reinettes Handy entgegen. Das nenne ich eine vorbildliche Dienstfertigkeit. Alle waren natürlich erleichtert; wenn vorhanden, hätten wir wahrscheinlich alle einen Schnaps verdient auf diese Aufregung hin.
    Zurück in der Innenstadt genehmigten wir vier uns einen Cafe con Leche. Dabei zeigten uns die beiden Ladies – sie sind seit geraumer Zeit verheiratet – auf Fotos ihr Haus direkt an der Costa Blanca, wo sie von Kapstadt ausgewandert waren. Ihre Einladung an uns sei keine leicht dahingeredete „Ferieneinladung“, sondern vielmehr ernst gemeint. Mit Freude würden sie uns in ihrem Hause begrüssen. Ihre Wohnung sieht vielversprechend aus und scheint sehr gross zu sein.
    Der Austausch mit ihnen beiden war sehr schön, und so verabreden wir uns für das Abendessen am nächsten Tag.
    Ein weiterer erlebnisreicher Tag neigte sich seinem Ende zu. Auch an diesem Tag staunten wir wieder über die Intensität der Gespräche und die Offenheit der Menschen, denen wir begegneten. Auch das war eine grosse Bereicherung auf unserer Reise. Dazu kam, dass das Englischsprechen von Tag zu Tag leichter vonstatten ging. Es kam sogar vor, dass Claude und ich zusammen auch englisch sprachen oder wir beide englisch dachten. Ein willkommener Nebeneffekt für uns.
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  • Ausflug Muxia - Finisterre

    21 de junio de 2022, España ⋅ 🌧 17 °C

    Am Morgen standen wir beizeiten auf und assen ein kleines Frühstück in der AirB&B-Wohnung. Anschliessend begaben wir uns zur nahegelegenen Bushaltestelle des Buses, der zum Flughafen führt. Samuel sagte uns, der Bus fahre direkt zum Flughafen, was jedoch nicht der Fall war. Er hielt an jeder Haltestelle an. So dauerte die Fahrt nicht gut eine Viertelstunde, sondern eine Dreiviertelstunde.
    Auf dem Flughafen riefen wir die Autovermietung Leasys an, die uns rund 10 Minuten später bereits abholte. Die Mietformalitäten waren schnell erledigt, wurden allerdings verzögert, da die Angestellte uns mehrmals die Vorzüge einer vollumfassenden Versicherung darlegte. Nachdem ich ihr mehrmals versichert hatte, wie hätten diese Risiken bereits abgedeckt, gab sie dann endlich Ruhe.
    Kurze Zeit später nahmen wir ein süsses ferrarirotes "Tschinggenruckseckli" in Empfang, das erst 2000 km auf dem "Buckel" hatte. Claudia hatte grosse Freude am Glasdach.
    Bei wechselhaftem Wetter fuhren wir in rund einer Stunde nach Muxia, wo wir schnurstracks ein Café aufsuchten. Nachher liefen wir zum Kloster beim Leuchtturm hinaus. Wie immer war das eine sehr eindrückliche Angelegenheit. Die urchige Felsenlandschaft mit abgerundeten riesigen Felsen, die Brandung des Meeres und ein feiner Sprayregen schufen eine beeindruckende Stimmung.
    Claudia kaufte an einem Stand, der von einer Frau aus der Gegend betreut wurde, ein schönes Armbändchen mit einem funkelnden Stein. Alsbald kehrten wir zum Auto zurück und fuhren weiter nach Finisterre. Unterwegs begann es wie aus Kübeln zu regnen. Doch kurz vor Finisterre hörte der Regen glücklicherweise wieder auf, und so konnten wir trocken zum äussersten Felsen am Meer laufen, wo sich schon viele Leute eingefunden hatten. Nachdem wir uns dort auch ausgiebig umgesehen hatten, gingen wir noch in ein Café, das in ein Gebäude vor dem Leuchtturm integriert war.
    Bald war es dann an der Zeit, ans Zurückfahren zu denken, hatten wir doch unsere Ankunft auf 19 Uhr festgesetzt, da wir noch mit den zwei Südafrikanerinnen Coleen und Reinette zum Abendessen im Mercado Galiciana abgemacht hatten.
    Claudia klagte über kalte Füsse, da es doch stark abgekühlt hatte und sie ohne Socken mit Sandalen unterwegs war. So beschloss sie, zuerst ins AirB&B zurückzukehren und ich ging zwischenzeitlich ins Mercado, wo Coleen und Reinette bereits auf uns warteten. Nachdem wir eine Weile geplaudert hatten, stiess Claudia auch noch dazu.
    Mit den beiden verbrachten wir einen lustigen Abend. Zum Abschluss liefen wir noch zur Kathedrale, wo zu nächtlicher Stunde hinter einer Säule die Beleuchtung eine Pilgerfigur als Schatten an die Wand wirft.
    Spät in der Nacht kehrten wir wieder in unser AirB&B zurück.
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