• Selina Becker
Oct – Nov 2023

Madagaskar 🇲🇬

A 24-day adventure by Selina Read more
  • Trip start
    October 20, 2023
    Sonnenaufgang 💫🥰
    Unse Schlafgelegenheit Simba für die nächsten 3 WochenEin Fluss in AntananarivoStau 🙃

    Tag 1 und 2 - die Ankunft 💫⛺️

    October 21, 2023 in Madagascar ⋅ ⛅ 27 °C

    Warum eigentlich Madagaskar?
    Gute Frage 🤷🏽‍♀️ Kann ich ehrlich gesagt gar nicht beantworten. Über den YoutubeKanal Best Ever Food Review Show sammelten wir erste Eindrücke und auch der Film Madagaskar weckte unser Interesse einen Urlaub auf der viertgrößten Insel zu unternehmen.
    Wir entschieden uns ziemlich schnell für ein Geländewagen als Fortbewegungsmittel. Über die Agentur Roadtrip Africa buchten wir einen Nissan Double Cab mit Dachzelt, Campingausrüstung und Kühlschrank.

    Das Auto war schnell reserviert und auch die Anzahlung war ebenfalls schnell überwiesen. Nach weiteren Recherchen stellten wir fest, dass das Selbstfahren in Madagaskar eher unüblich war. Information über Routen, Übernachtungsmöglichkeiten oder Vorraussetzungen fand man kaum.

    Route:
    Wir haben 20 Tage auf Madagaskar. Ich bastelte uns aus unterschiedlich geführten Routen eine eigene Route zusammen. Ungefähr 2.500 km werden wir in den nächsten 20 Tagen zurück legen.
    2.500 km/20 Tage = 125 km pro Tag.
    Zu viel? Bei einer kaum ausgebauten Infrastruktur und schlechten Strassenverhältnissen… wir werden sehen 😜

    Übernachtungsmöglichkeiten:
    Campingplätze sind vorhanden. Die Ausstattung der Campingplätze sind aber sehr einfach bis nicht vorhanden 🙃. Nur wenige Zeltplätze verfügen über Toiletten, Wasch- oder Kochgelegenheiten. Wir bevorzugten sowieso das Wildcampen 😜. Für manche unvorstellbar, für uns das perfekte Abenteuer.

    Voraussetzung:
    Das Selbstfahren in Madagaskar wird generell nicht empfohlen. Empfohlen wird ein einheimischer Guide. Der Guide begleitet einen auf der Reise als Fahrer oder Beifahrer, kennt die Strassenverhältnisse, sowie versteckte Orte und kann bei Bedarf auf Wertgegenstände ein Auge werfen.
    Verlockend. Aber nein danke. Wir fahren selbst 🥳🥳
    Das Selbstfahren wird nur bei ausreichenden Off-Road-Kenntnissen empfohlen.
    Haben wir 👍🏽
    Acht Monate durch Australien, der Old Telegraph Treck, die Canning Stock Route sowie zahlreiche Strandfahrten lehrten uns auf eine harte aber abenteuerlustige Weise 😎

    Auf ins Abenteuer🤩
    Am 20. Oktober fuhren wir von Friedrichshafen mit dem FlixBus nach Zürich. Von Zürich machten wir einen Zwischenstopp in Mailand und flogen dann weiter nach Addis Ababa. Von Addis Ababa ging es dann weiter nach Antananarivo, Madagaskar.
    Nach 22h 🥵🥵 kamen wir endlich an unserem Ziel an.

    Die Wartezeit für die Passkontrolle zog sich in die Unendlichkeit. Nach einer Stunde hatten wir es geschafft.
    Jetzt noch Geld abheben, eine SIM Karte kaufen und das Auto abholen.

    Die madagassische Währung heißt Ariary. Die Geldscheine gibt es in 100, 200, 500, 1.000, 5.000, 10.000 und seit 2017 gibt es auch einen 20.000 MGA-Schein.
    Der Wechselkurs (Stand Juni 2023):
    1.000 MGA = 0,20€

    Wir sind in der Hauptstadt Antananarivo gelandet und haben auch dort Geld abgehoben. Im restlichen Land ist es generell nicht üblich mit einer Kreditkarte zahlen zu können und auch ein ATM befindet sich nicht immer in erreichbarer Nähe.

    Der Kauf einer SIM-Karte ging relativ schnell. Einmal für ein Datenpaket entschieden erledigte der SIM-Karten-Verkäufer den Rest.

    Das Auto wurde uns an Flughafen gebracht. Der zuständige Mitarbeiter der Agentur konnte leider kein Englisch. Nur Französisch. Französisch ist in der ehemaligen französischen Kolonie deutlich verbreiteter. Oder eben die traditionelle Hand und Fuß Kommunikation 😜 Die Übergabe des Autos war einfach und unkompliziert. Ein Glück hatten wir schon Erfahrung mit den Begriffen Differenzialsperre und Untersetzung.
    Nun hieß es „Lasset das Abenteuer beginnen“.
    Aber zuerst mussten wir unseren Vorrat im Supermarkt aufstocken. Zusätzlich haben wir noch 50 Liter Trinkwasser besorgt. Die Benutzung von Leitungswasser oder Wasser aus den angrenzenden Flüssen der Hauptstadt wird definitiv nicht empfohlen.

    Mittlerweile ist es nach 18 Uhr, die Sonne ist untergegangen, es hat angefangen zu regnen und wir stehen im Stau von Antananarivo. Es sind noch 20 km bis zu unserem ersten Campspot 🙈🙈

    PS.: Die Kombination der dunklen Straßen in der Umgebung von Antananarivo gepaart mit einem schlechten Licht unseres Autos und dem meist unbeleuchteten Verkehr macht die Fahrt zum Campingplatz zu einem anstrengend ersten Abendteuer 😎😋
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  • Tag 3 - der Geysir von Andranomandraotra

    October 22, 2023 in Madagascar ⋅ 🌧 19 °C

    Die Nacht von gestern auf heute war grauenvoll 😭. Der „Campingplatz“ existierte nicht und unser einzige Übernachtungsmöglichkeit lag an einer vielbefahrenen Straße. Doch nicht nur das 😔 es gewitterte die halbe Nacht.
    Aus Angst, dass unser Dachzelt dem Unwetter nicht standhielt, waren wir also die halbe Nacht wach. Erst als die Morgendämmerung einsetzte hörte das Gewitter auf und wir konnten die restlichen Stunden ein wenig schlafen.

    Im Oktober geht in Madagaskar die Sonne gegen 18 Uhr unter und um kurz nach 5 Uhr wieder auf. Wir entschieden uns die Morgenstunden zu nutzen, um einerseits das Auto und sein Equipment besser kennen zu lernen und anderseits um früh los zukommen.

    Uns ist aufgefallen, dass der Kühlschrank nicht mehr funktioniert 😱😱 Irgendwie ist das Kabel, welches zum Kühlschrank führte, abgerissen.
    Selbst ist die Frau 😎. Kurzerhand abisoliert, beide Kabelenden miteinander verdrillt und mit Panzertape wieder isoliert. Funktioniert wieder 👍🏽 hoffen wir, dass es in den nächsten drei Wochen so einfach bleibt 😅

    Kurz vorab:
    Insgesamt fuhren wir heute 225 km ✅

    Von Antananarivo fuhren wir die N1 weiter Richtung Westen zu unserem ersten Ziel:
    Der Geysir von Andranomandraotra.
    Nach etwa 2,5 Stunden erreichten wir die Abzweigung. Weitere 25 Minuten führten uns über eine relativ gut gepflasterte Straße. Vorbei an Papayaplantagen erreichten wir einen gut besuchten Parkplatz.
    Der Geysir leuchtete in verschiedenen Beigetönen, gleichzeitig spritzt er aus mehreren Öffnungen kalk- und mineralhaltiges Wasser an die Oberfläche.
    Wunderschön und zugleich erschreckend, wie viele Besucher an solch einem wunderschönen Ort verweilen.

    Weiter ging das Abenteuer 🥳
    Wir hatten keine Ahnung, welche Strassenverhältnisse uns heute erwarteten. Es gab ja keine Infos 🤷🏽‍♀️

    Vorbei an unzähligen Hochlanddörfern kauften wir bei einer jungen Straßenverkäuferin eine Ananas für 40ct. Die Straßenverkäuferin schälte die Ananas und servierte uns in Stückchen in einer Schale. Unfassbar lecker 🤩😍

    Madagaskar gehört zu den ärmsten Länder der Welt! Es ist erschreckend welch ein Unwohlsein die Armut der Einheimischen verbreitet. Man hat ständig das Bedürfnis helfen zu wollen. Kinder und Jugendliche verbreiten Freude, Erwachsene hingegen sitzen oft teilnahmslos am Straßenrand. Die Bevölkerung lebt wortwörtlich „von der Hand in den Mund“.

    Und dennoch, die Landschaft ist atemberaubend 😱😍.

    Die Strassenverhältnisse bis zu unserem heutigen Schlafplatz waren sehr gut, Teilabschnitte hatten einige Schlaglöcher aber bisher toi toi toi 😋 faszinierend war jedoch, dass die Straße weniger von Autos sondern eher von Fußgängern oder Fahrradfahrern genutzt wurde. In manchen Dörfern war ein Durchkommen nur in Schrittgeschwindigkeit möglich 😂

    Gegen 16 Uhr fanden wir unseren Schlafplatz auf der ehemaligen geschotterten N43 🥳 gekocht haben wir mithilfe einer Gasflasche Spagetti mit angebratener einheimischer Zucchini, Knoblauch und Wein 😍

    Um uns herum gewittert es. Heute können wir uns aber sicher sein, dass das Dachzelt dem Regen trotz 👍🏽 morgen geht es zu der letzten größeren Stadt bevor wir dann sicherlich 1-1,5 Wochen keinen großen Supermarkt erwarten können 🙃
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  • Frühstück
    Verkehrschaos in Antsirabe30 Liter = 30€ DieselGerüst in Madagaskar 🫣

    Tag 4 - der erste Eindruck

    October 23, 2023 in Madagascar ⋅ ☁️ 24 °C

    Der Wahnsinn! Wir kommen super voran 🥳
    205 km ✅

    Der heutige Tag galt nochmals alle Vorräte aufzufüllen. Am Vormittag erreichten wir die Stadt Antsirabe. Antsirabe liegt rund 170 km südlich von der Hauptstadt und ist ein wichtiger Wirtschaftsstandort. Hier befindet sich die größte Getreidemühle und die größte Brauerei des Landes.

    Obwohl die Menschen in Antsirabe über Strom verfügten, teilweise mehr „Reichtum“ besitzen als die Menschen auf dem Land, reichte der Wohlstand nicht einmal vor die Haustür.
    Der mitleiderregenste Anblick war eine Frau, welche am Straßenrand in einer unter Wasser stehenden Müllsammelstelle saß und nach etwas Verwertbarem suchte. Der Gestank war bestialisch und begleitete uns sicherlich 200 Meter 😭🥺🤢
    Natürlich habe ich mir Gedanken gemacht, was es bedeutet, in eines der ärmsten Länder der Welt zu reisen. Aber man macht sich kein Bild von der Armut und dem Leid mancher Menschen.
    Am meisten Unverständnis habe ich gegenüber den Müttern, welche ihre Kinder betteln schicken anstatt in die Schule. Sollte nicht jedes Kind ein Recht auf Bildung haben?
    Wir möchten das Betteln der Kinder nicht unterstützen, dennoch haben wir Mitleid und uns dafür entschieden morgen eine Bananenstaude mehr zu kaufen und den Kindern Essen statt Geld in die Hand zu drücken.

    In Antsirabe hatten wir etwas Schwierigkeiten uns in dem Getümmel der Fahrrad-Rikschas zurechtzufinden. Hier galten keine Vorfahrtsregeln sondern „der Größere hat Vorfahrt“. Dennoch drückten sich Rikschas, Fußgänger und Rollerfahrer durch jede noch so kleine Lücke. Es dauerte seine Zeit bis wir am ersten Supermarkt ankamen. Nach dem Einkauf mussten wir noch tanken.

    Wir tankten für umgerechnet 1.05€ Diesel pro Liter. Was für uns ein günstiger Preis erschien, ist für den Einwohner von Madagaskar in manchen Fällen sein ganzes Monatsgehalt. Nur sehr selten können sich Madagassen einen Verbrenner leisten. Ein geringer Teil besitzt ein Fahrrad oder geht, wie eigentlich die Meisten, zu Fuß.

    Zur Info:
    Der BIP pro Kopf liegt in Madagaskar bei 1.500 Dollar in Deutschland bei 51.000 Dollar.

    Wir fuhren weiter auf der N34 Richtung Westen. Dieser Teil gehört immer noch zum Hochland von Madagaskar. Der im Hochland früher heimische Wald wurde bereits vor Generationen gerodet und das Holz als Bau- und Feuerholz verwendet. Durch die zeitweilige Holzknappheit lernten die Bewohner die Herstellung von Backsteinziegeln, aus denen seit dem 19. Jahrhundert ein Großteil der Häuser im Hochland erbaut wurden.

    Gegen 16.30 Uhr fanden wir einen Campspot. Nach dem Abendessen kamen zufällig zwei junge Madagassen zu uns. Trotz fehlender Kommunikation blieben die beiden hartnäckig und leisteten uns Gesellschaft. Erst waren wir unsicher, ob wir ihnen was anbieten sollten, am Ende gaben wir ihren was zum Knabbern, spielten europäische Musik und schnell wurden aus zwei, vier 🤷🏽‍♀️🙈
    Nach einiger Zeit verabschiedeten sich alle vier und liefen vermutlich zurück zu ihrem Dorf.
    Mal schauen, was der Tag morgen so bringt 😎
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  • Wohnhütte eines Madagassen
    Bananenverkäuferin 😍Der Fluss in Miandrivazo"Wasserfall" 😂😂Tagesziel erreicht 👍🏽😱Heutiger Campspot 🥰Ausbeute 😎

    Tag 5 - Bootstour in Miandrivazo

    October 24, 2023 in Madagascar ⋅ ⛅ 27 °C

    Was für ein Tag 🔥🔥🔥🔥
    Gegen 7 Uhr fuhren wir los.
    Wie gestern vereinbart kauften wir bei der erstbesten Straßenverkäuferin unsere Bananen 👍🏽😎

    Weiter ging die Fahrt nach Miandrivazo. Miandrivazo liegt direkt an einem Fluss.
    Mein Tagesziel: Haare waschen!!
    In Madagaskar ist Wasser, vor allem am Ende der Trockenzeit (Oktober/November), ein kostbares Gut. Im Supermarkt kosten fünf Liter Trinkwasser zwei Euro. Aber sich mit Trinkwasser die Haare waschen? Fühlte sich die letzten Tage einfach nicht richtig an.
    Mein Ziel war es also in Miandrivazo mindestens 10 Liter Flusswasser aufzufüllen. Fünf Liter um meine Haare nass zu machen und mit Shampoo einzuseifen und weitere fünf Liter um das Shampoo aus meinen Haaren zu entfernen.
    Dort angekommen war meine Enttäuschung erstmal ziemlich groß. Das Wasser war braun 🫣

    Plötzlich sprach uns ein freundlicher Madagasse an. Er sprach erst französisch und dann sogar englisch. Er bot uns eine Bootstour zu einem Wasserfall an. Fasziniert davon, dass Bildung eine so wichtige Rolle in der Touristenbrache spielte, akzeptierten wir sein Angebot.
    Insgesamt 144.000 MGA, umgerechnet 30€, bezahlten wir für die Tour. Im ersten Moment ein super Angebot, etwas mehr darüber nachgedacht, verdient der gute Mann durch uns fast ein Durchschnittsgehalt eines Madagassen.
    Egal, wir akzeptierten 👍🏽

    Gegen 10 Uhr starteten wir die Bootstour und ziemlich schnell bemerkten wir, dass die Temperaturen fast unerträglich wurden 🔥🔥
    Am Zielort angekommen führte uns der Guide Alexander über zahlreiche Steine Richtung Wasserfall.
    Der Weg, kombiniert mit unseren FlipFlop und der fast unerträglichen Hitze, wurde eine echte Herausforderung.
    Dennoch! Selten hatten wir so einen fürsorglichen und aufmerksamen Guide.
    Immer wieder erzählte uns Alexander von Land, Leute und Kultur.
    Da war es auch nicht so schlimm, dass der angebliche Wasserfall eine minimale Enttäuschung war 🤷🏽‍♀️😂

    Auf dem Rückweg wurde es nochmals so unerträglich warm, dass wir uns entschieden in das braune Wasser zu springen.
    Nirgendwo am Ufer lag Müll oder ließ den Anschein aufkommen, dass das Wasser dreckig von menschlichen Einfluss wurde. Auch der Guide erklärte uns, dass das Unwetter der letzten Tage das Wasser braun werden ließ. Wenn es während der Regenzeit vermehrt regnete, sei der Fluss auch „sauber“, gleichzeitig aber auch der Wasserspiegel 10 Meter höher.
    Genug Argumente: Wir sprangen ins Wasser!!

    Zurück im Dorf fragte ich Alexander ob es in Ordnung wäre meine Haare im Fluss zu waschen. Er stimmte zu.
    Endlich!! Meine Haare hatten es dringend nötig 🙈🫣
    Völlig im Glück wusch ich vor sicherlich 20 neugierigen Madagassen meine Haare.
    Gekonnt, wie täglich auf der Baustelle, ignorierte ich die Blicke und erledigte stumpf mein Vorhaben 😂🙃😜
    Ziel erreicht, sauber und glücklich ✅

    Kurz bevor wir Miandrivazo verließen, wollten wir für 2.000 MGA, umgerechnet 40ct, noch Mangos kaufen. Die Straßenverkäuferin gab 10 Mangos 😱 also 4ct für pro Mango.
    Völlig fassungslos nahmen wir die Mangos an und fuhren überwältigt weiter in Richtung Westen.

    Wir diskutierten noch eine Weile über das Thema Armut und Abzocke. Keine 200 Meter voneinander entfernt, verdiente der Englisch sprechende Madagasse 30€ an einem Tag und die Straßenverkäuferin nebenan verkaufte uns 10 Mangos für 40ct. Im Ernst, ich komm damit echt nicht klar 🙈 völlig absurd.

    Nach insgesamt 144 km erreichten wir völlig geplättet unsere heutige Schlafgelegenheit.
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  • Tag 6 - die Baobab-Allee

    October 25, 2023 in Madagascar ⋅ 🌙 27 °C

    Der Wecker klingelte heute erneut um 5:30 Uhr. Schon um 6 Uhr war es so warm, dass sich Schweißperlen auf unserer Stirn bildeten.

    Knapp 200 km warteten heute auf uns 🥵

    Unser Ziel: Morondava, die drittgrößte Hafenstadt auf Madagaskar. Ganz in der Nähe von Morondava befindet sich eines der bekanntesten Wahrzeichen Madagaskars: Die Baobab-Allee

    In Morondava wollten wir nochmal Trinkwasser und unsere Dieselkanister für Notfälle auffüllen. In den nächsten Tagen erwartet uns eine abenteuerliche Route. Bisher fahren nur wenig Reisende in den südlichen Teil von Morondava.
    zu schwierig 📈
    zu einsam 🐾
    zu aufwändig 💪🏽
    Außerdem machen fehlende touristische Einrichtungen den Abstecher an die Westküste zu einem richtigen Abendteuer.

    Doch bevor es morgen los geht, machten wir noch einen Abstecher zur berühmten Baobab-Allee. In vielen Filmen über Madagaskar ist die legendäre Baobab-Allee zu sehen. Majestätisch stehen die Baobabs in Reih und Glied. Ein faszinierendes Fotomotiv, ob bei Tag oder während dem Sonnenuntergang 😍

    Die Baobabs, auch Affenbrotbäume genannt, wachsen nur in Afrika, Australien und Madagaskar.
    Die Affenbrotbäume werden auch als Lebensspendern bezeichnet: Sie speichern Wasser, bieten Holz als Brenn- und Baumaterial und sogar Seile, Papier, Kleidung und Boote werden aus ihnen hergestellt. Im Senegal heißt der Affenbrotbaum "Baobab", was so viel wie "Apothekenbaum" bedeutet.

    Nach Sonnenuntergang fuhren wir zu unserem Campspot, welchen wir uns vor Sonnenuntergang schon rausgesucht hatten
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  • Schlammdurchfahrt
    ausgetrocknetes FlussbettWasserdurchfahrtDörfer fernab jeglicher Zivilisation 😱Differenzialsperre an den VorderrädernSonnenuntergang in Belo sur MerUnser Bett für die Nacht 🥰rießen Hummer für 12€😋

    Tag 7 - Start unseres Offroad-Abenteuers

    October 26, 2023 in Madagascar ⋅ 🌙 26 °C

    Die Nacht unter den Baobab Bäumen war einfach herrlich.
    Gegen 7 Uhr machten wir uns auf den Weg Richtung Süden. Unser heutiges Ziel: Belo sur Mer 💫🥰
    Der Weg abseits der befestigten Straßen führt uns entlang am Parc National Kirindy Mitea.

    Die Straße besteht aus Sand, ist einspurig und relativ gut befahrbar. Durch mehrere Dörfer hindurch, wobei wir bei Zweien Wegezoll bezahlen mussten, führten uns durch Schlamm, weichen Sand, kleine und ausgetrocknete Flussdurchquerungen. Die noch mit Wasser gefüllten Flussdurchquerungen machten uns am meisten Spaß 🥰

    Immer wieder trafen wir spielende Kinder am Wegesrand. Wir gaben ihnen Bananen, Mangos oder frittierte Teigwaren.
    Ein Zusammentreffen der Kinder hätte unterschiedlicher nicht sein können. Es gab Kinder, die rannten zu uns, griffen nach dem Essen, bedankten sich und rannten wieder fort.
    Andere hingegen trauten sich nicht zu uns, hatten fast schon Angst vor uns. Ich entschied, die Früchte auf den Straßenrand und weiter zu fahren.
    Erschrocken, wie unterschiedlich die Kinder sich verhielten, waren wir glücklich, ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubern zu können.

    Bei der ersten schlammigen Durchfahrt, drehten die Hinterräder enorm durch. Seltsam? Aber erstmal dachten wir uns nichts dabei, sollte schon passen 🙃
    Lachend schickte ich einem Freund das Video.
    Wir fuhren weiter.
    Wir entfernten uns immer weiter von jeglicher Zivilisation und die Internetverbindung war fürs Erste verschwunden.

    Kleine Info am Rande:
    Telefon- und Internetempfang hatten wir in den letzten Tagen an den abgeschiedensten Orten. Einfach faszinierend! Eines der ärmsten Länder der Welt hat flächendeckenderes Internet als Deutschland 😂😂😂

    Kurz vor Belo sur Mer hatten wir wieder Internetempfang und ich erhielt Antwort auf mein gesendetes Video. Der Freund meinte, unser Allradantrieb wäre nicht an. Ich lachte nur, lieferte ihm ein paar Argumente und naja… was soll ich sagen 🤷🏽‍♀️ plötzlich steckten wir im tiefen Sand fest.
    Die Hinterräder hatten sich fast komplett eingegraben. Vorne bewegte sich gar nichts 😱 Fuck!

    Ich bin kein Profi.. dennoch eine kurze Erläuterungen 🫣
    Unser Nissan Double Cap kann im Zwei- oder Vierradantrieb gefahren werden. Dabei sorgen im Zweiradantrieb lediglich die Hinterräder für den Antrieb. Mithilfe einem extra Schalthebel im Auto kann man vom Zweiradantrieb auf Vierradantrieb, also Allrand umstellen werden. Gleichzeitig „lockt“ die Differenzialsperre die Vorderrädern (siehe Bild) wodurch sich die Vorderräder nicht mehr unabhängig voneinander drehen können. Im tiefen Sand, sowie eigentlich auf dem Video, sah man, dass die Vorderreifen im Allradantrieb keinen Vortrieb erzeugten.

    Zurück zum Thema 😋
    Wir steckten fest. Es dauerte keine zwei Minuten da standen sicherlich zehn Madagassen parat und wollten uns beim Rausschieben helfen. Problem war nur, ohne den Vorderradantrieb gab es kein zuverlässiges Vorwärtskommen mehr.

    Was tun? 😨
    Erstmal Ruhe bewahren 🫢 Wir steckten in einer Situation, aus der erstmal kein entkommen schien. Wichtig ist, in solch Situationen klaren Kopf zu bewahren und keine unüberlegten Dinge zu probieren.
    Wir kontaktieren Peter, er war unser Notfallkontakt der Agentur.
    Wir schilderten ihm unser Problem und seine Antwort war im ersten Moment eher unbefriedigt. Er erreichte weder einen Mechaniker, noch konnte er uns eine Antwort auf unser Problem geben.

    Nach 1,5 Stunden beschlossen wir das Beste aus der Situation zu machen und liefen an Strand. Schön hier! 🥰🥰
    Glücklicherweise steckten wir ja wenige Meter von unserem Tagesziel fest. Natürlich hätten wir uns die Situation anders gewünscht, aber die Einwohner von Belo sur Mer waren unglaublich hilfsbereit.
    Wir beschlossen einen Bungalow für die Nacht zu mieten, aßen frisch gefangenen Hummer für 12€ und waren gespannt, was der morgige Tag bringen würde.

    Eins war sicher, mit einem defekten Allradantrieb sollten wir die Reise nicht fortsetzen 🤷🏽‍♀️
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  • Tag 8 - ein abenteuerlicher Tag

    October 27, 2023 in Madagascar ⋅ 🌙 28 °C

    Peter hatte uns gestern vor dem Schlafengehen noch geschrieben, dass der Mechaniker gegen 7 Uhr bei uns sein soll. Um 8 Uhr war er dann da.
    Der Buschmechaniker mit seiner Handtasche 👜 voller Werkzeug🛠️ und seinem Übersetzer benötigten zwei Stunden um die Ursache unseres Problems zu finden.

    Die linke Freilaufnabe des Vorderreifens war gebrochen. Der Buschmechaniker entnahm zwei Teile und lockte den Vorderreifen dauerhaft.

    Die nächsten 400 km werden wir während des Allradantriebs mit dauerhaft gelockten linken Vorderreifen fahren, bevor wir in der Stadt Tulear das Ersatzteil bekommen würden.

    Nachdem wir die Rechnung 💸 im Belo Beach Resort gezahlt hatten, fuhren wir gegen 13 Uhr
    weiter.
    Ganz wohl bei dem Gedanke war uns nicht. Glücklicherweise hatte jeder Geländewagen der Agentur ein GPS Tracker verbaut und Peter meinte: “Don't worry we'll find you“.

    Mit einem Grinsen im Gesicht fuhren wir los.
    Schnell merkten wir, dass wir gestern erneut Glück im Unglück hatten. Lediglich die Ebbe ermöglicht einem Zugang zum Dorf Belo sur Mer bzw. die Fahrt zurück. Einige Abschnitte waren heute noch feucht von der Flut und der Sand deutlich tiefer und schlammiger als gestern. Aber mit einem funktionierenden Allradantrieb und einem bisschen mehr Gas 🛻💨, schnurrte der Geländewagen ohne Probleme durch die „Problemstellen“.

    Unsere Strategie📊:
    Mithilfe von Maps.me, einer offline Navigations-App und den meist befahrenen Spuren findet sich zu 90% der richtige Weg. Aber eben nur zu 90% 🤷🏽‍♀️. Heute landeten wir ungewollt in einer sicherlich 200 Meter langen Engstelle. Erneut, vom Glück verfolgt, gelang es uns, im Schneckentempo den Weg zur „Hauptstraße“ zu erreichen. Um ein Haar hätten wir uns im eng zugewachsenen Gebüsch, mit etlichen Hindernissen am Boden verfranzt❌. Aber als eingespieltes Team schafften wir es gemeinsam aus dem Schlamassel.

    Für heute reicht es uns aber mit Abenteuer 😂

    Die einspurige Straße führte uns weiter durch einige Dörfer. Der Untergrund änderte sich von ausgewaschenen Straßen zu steinigem Untergrund. Plötzlich wartete eine sicherlich 500 Meter lange ausgetrocknete Flussdurchfahrt mit weichem Sand auf uns. Kurz nicht nach gedacht und blauäugig ins Abenteuer gesprungen, hatten wir vergessen den Schalthebel für den Allradantrieb in eine niedrige Untersetzung zu schalten.
    Wir fuhren ins Flussbett, die Umdrehungen des Autos stagnierte. Das Auto drohte abzuwürgen. Das Gaspedal war durch gedrückt und die Umdrehungen stiegen einfach nicht an. Mit vollem Risiko schalteten wir noch einmal zurück, um nochmals Vollgas geben zu können. Nach einigen Metern bangen drehte der Motor endlich hoch und ein Durchkommen war gesichert.
    Halloo?? Es reicht mit dem Adrenalin 😂😂

    Die Dörfer, durch die wir fuhren hatten weder Strom noch fließend Wasser. Auch einen Internet- bzw. Telefonempfang suchten wir vergebens. Gegen 17 Uhr und nach ungefähr 70 km beschlossen wir am Straßenrand unser Camp aufzuschlagen.
    Die letzten Tage hatten wir immer irgendwo am Straßenrand oder ein paar Meter weiter im Busch gecampt. Teilweise hatten wir Besuch von Madagassen, welche eigentlich immer was zu Essen oder/und Trinken bekommen hatten. Aber wir hatten nie das Gefühl in Gefahr sein zu können… bis auf heute 🙃
    Ein Pärchen mit seinem Tourguides hielt bei uns an und bat uns in eines der Dörfer zu gehen, um unser Camp aufzuschlagen. Es würde hier bad people/schlechte Menschen geben.
    Mit einem hin- und hergerissenem Gefühl entschieden wir uns dennoch an Ort und Stelle zu bleiben. Ein mulmiges Gefühl bzw. Kopfkino begleitete uns dennoch bis zum Schlafen gehen.
    Wir hatten die letzten Tage aber so positive Erlebnisse gemacht, die Menschen um uns herum hatte eher Angst, als dass sie aufdringlich oder gefährlich wirkten.

    Mal schauen, was die Nacht so bringt 🙈🫣
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  • Wasserbrücke + 10€ Maut
    morgendlicher Besuch 🙃💫Gut ausgebaute N9MEINE erste selbstgefahrene Wasserdurchfahrt 😍

    Tag 9 - Madagassen zum Frühstück

    October 28, 2023 in Madagascar ⋅ ☀️ 30 °C

    Der Internetempfang an der Westküste ist lückenhaft. Telefonieren könnten wir, aber mit Edge gelingt es uns kaum eine WhatsApp rauszuschicken oder Nachrichten zu lesen.

    Das Kopfkino gestern Abend begleitete uns durch die ganze Nacht. Es ist unglaublich, wie einzelne Sätze einen so verrückt machen können.
    Die Nacht war durchwaschen. Einige unüberhörbare Aktivitäten gab es vor „unserer Haustür“ aber keinen Überfall oder bad people/schlechte Menschen.

    Zum Frühstück kamen, wie so oft, Madagassen zu Besuch. Fünf Mädls und eine Frau standen da und beobachteten uns.
    Die Kommunikation war gleich null. Entfernt von jeglicher Zivilisation konnten die Einheimischen weder Französisch noch Englisch. Ganz davon abgesehen, dass wir eh nur gebrochenes Französisch konnten. Beschränkte sich die Kommunikation auf Hand und Fuß.
    Hatten die Madagassen Hunger?
    Ich teilte mit ihnen mein Frühstück.
    Nach geteilten Frühstück standen die sechs Madagassen immer noch da. Teilweise fühlten wir uns wie Tiere im Zoo, umzingelt und angestarrt.
    Sicherlich waren die Einheimischen fasziniert von unserem Hab und Gut und sahen selten Europäer querfeldein Campen. Dennoch fühlten wir uns teilweise etwas beengend, unteranderem weil man nie wusste, aus welcher Richtung ein Madagasse zu uns stoßen könnte. Duschen, Körperpflege, der nächste Toilettengang wurde zur täglichen Mutprobe 😂🙈
    Keine Frage, die Sechs waren super nett, nur manchmal ist zu viel Besuch auch einfach etwas stressig.

    Der Offroad Track führte uns 40 km weiter bis Manja. Einige Wasserdurchfahrten, weicher Sand und viel Geröll erwarteten uns.
    Unfassbar abenteuerlich 🥰😎

    Manja ein Dorf mit ein paar tausend Einwohnern ließ uns erwarten, dass eine Tankstelle nicht weit entfernt sein muss. Wir suchten vergebens. Mit der Hoffnung im nächst größerem Dorf tanken zu können, fuhren wir die gut ausgebaut und asphaltierte N9 Richtung Toliara.
    Immer weiter und weiter und weiter 😂😂🙈

    Die gut ausgebaut N9 wurde von einer einheimischen Wasserbrücke unterbrochen. Wir mussten 10€ Maut 😱😱 bezahlen um über die Brücke zu fahren. Faszinierend und zugleich ein gewinnbringendes Geschäft für die beschäftigten Madagassen.

    Wir haben es verkackt🙈
    Eigentlich wollten wir weiter Offroad fahren, aber durch den Hintergedanken, dass es sinnvoll wäre in den nächsten Kilometern zu tanken, fuhren wir die N9 viiiiiel zu weit 🫣
    Auch der Versuch noch irgendwie durchs Hinterland auf die Offroad Strecke zu kommen scheiterte. Wir mussten mehrere Male umdrehen, da der Weg nicht richtig erschien 🤷🏽‍♀️

    Planänderung 🙃
    Wir Campen heute in der Nähe der N9, fahren morgen weiter zur Tankstelle und nehmen dann den sandigen Offroadtrack nach Salary Bay.
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  • Hinterhaustankstelle
    Vom 20 Literkanister ins AutoDornenwaldSandtrack 💪🏽Salary Bay

    Tag 10 - die Hinterhaustankstelle

    October 29, 2023 in Madagascar ⋅ ☀️ 26 °C

    Hinter uns liegt eine weitere Nacht, welche uns teilweise stundenlang wach hielt 🫠🥱

    Wir campten an einem ziemlich geschützten Ort in der Nähe der N9.
    Im gutem Glauben einer ruhigen Nacht schlugen wir unser Zelt auf und kochten. Gegen 17 Uhr hörten wir von einem sicherlich 500 Meter entfernten Dorf etwas Musik. Wir dachten uns erstmal nichts dabei 🤷🏽‍♀️
    Fürs Erste war es ja auch ganz nett, doch irgendwie klang jedes Lied identisch. Gegen 20 Uhr hörten wir immer noch in Dauerschleife das vermutlich gleiche Lied🙈
    Wir legten uns schlafen, in der Hoffnung dass sich das Lied irgendwann änderte oder aufhörte 🙃
    Doch es hörte nicht auf 😱 Es spielte die ganze Nacht bis um vier Uhr morgens pausenlos durch.
    Am Morgen wurde uns dann klar, dass das keine Lieder waren, sondern das der Stammeskönig das gesamte Ersparnis des Dorfes für ein Keyboard mit Verstärker ausgeben hatte (natürlich nur eine Vermutung😉) Beim Wegfahren hatte wir das Spektakel noch einmal live gesehen. Das halbe Dorf hatte sich um das Keyboard versammelt und lauschte gespannt. Verrückt 😱

    Wir folgten weiter der N9.
    In der Landkarte, welche wir immer wieder verwendeten, war der Ort Ankililoaka mit einem Tankstellensympol gekennzeichnet.
    Wir fuhren sicherlich 3x durch den Ort und sahen nichts, einfach keine Tankstelle ☹️
    Plötzlich fielen uns am Straßenrand gelbe Kanister, verdichtet mit einer Plastikfolie auf. Bei genauerem Hinschauen entdeckten wir eine Hinterhaustankstelle. Wir tanken 20 Liter und waren froh unserer Route weiter Richtung Küste folgen zu können.

    Nächstes Ziel:
    Salary Bay 🌊☀️

    Das Problem, der Weg zur Küste war nicht eindeutig gekennzeichnet. Auch schon gestern mussten wir vermehrt umdrehen, weil der Weg entweder zugewachsen oder unpassierbar wurde.
    Im letzten Versuch fanden wir die Straße nach Manombo, welche uns weiter Richtung Salary Bay führte.
    Der einspurige Sandweg sollte uns laut Beschreibung keine all zu großen Probleme bereiten. Doch schnell merkten wir, dass unser Auto, trotz funktionierendem Allrad, einige Stellen nur in low range schaffte und der Sand um einiges tiefer war als beschrieben.
    Wir hielten die Drehzahl konstant zwischen 2.000-3.000 Umdrehungen und gaben lieber einmal zu viel Gas als zu wenig.
    Nach 60 km tiefem Sand, einigen Geröllabschnitten und einem wunderschönen Ausblick aufs Meer hatten wir Salary Bay erreicht. Traumhaft 😍

    Wir versteckten uns hinter einer Sanddüne und schlugen unser Zelt für die Nacht auf ⛺️

    Wie so oft, dauerte es nicht lange, da kamen neugierige Madagassen zu uns. Diesmal waren es zehn Kinder 😱😱
    Das erste Mal war uns die Situation etwas unangenehm. Zwei der fast ein Duzend Kinder husteten grausam. Nachdem wir Doc Google checkten, wussten wir, dass bis zu 40% der Madagassen mit Tuberkulose infiziert sind. Tuberkulose ist eine Erkrankung der Lunge und besonders im Süden der Insel vertreten. Tuberkulose zeigt sich meistens durch starken Husten, Fieber, Schwäche, Appetitlosigkeit und starkem Gewichtsverlust.
    Bei uns klingelten sofort die Alarmglocken ❌❌
    Wir hatten unendlich großes Mitleid mit diesen Kindern, gleichzeitig mussten wir aber auch an uns denken 😭💔. Tuberkulose wird über Tröpfchen übertragen. Natürlich ist bei einem funktionierten Immunsystem die Wahrscheinlichkeit geringer, aber wir wollten definitiv kein Risiko eingehen 😢
    Wir packten unsere Sachen zusammen und verabschiedet uns kommentarlos von Ihnen. Im ersten Moment liefen die Kinder uns noch hinterher. Aber sehr schnell merkten und akzeptieren sie, dass sie unerwünscht waren.
    Oh Gott!! Unser Herz blutete 💔😭
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  • Vermutlich die beste Pizza des Landes 🥰
    Calpirinha für 2€hausgebrannte Schnäpse 💫😱Der Pool in Chez Alain

    Tag 11 - Vorräte auffüllen

    October 30, 2023 in Madagascar ⋅ 🌬 26 °C

    Die erste ruhige Nacht seit gefühlt Ewigkeiten 😍🙏🏼 wir haben fast durchgeschlafen. Keine unangebrachten Geräusche, keine Störenfriede oder lästige Musik 🥳🥳

    Wir starteten entspannt in den Tag 😴
    Doch die Ruhe und Zweisamkeit blieb nicht lang erhalten. Erneut wurden wir durch eine handvoll Kinder gestört. Diesmal hatten wir aber keine Kraft und brachten es auch nicht übers Herz die Kinder erneut zu verscheuchen 💔😭. Wir packten unsere Sachen und fuhren ohne Frühstück zurück zur Hauptstraße.

    Die sandige Piste bereitete uns erneut sehr viel Freude 🛻💫

    Einige Kilometer später erreichten wir Toliara. Sie ist die Hauptstadt des Südens in Madagaskar und hat Rund 200.000 Einwohner.
    In Toliara wollten wir tanken, erneut Geld abheben und ein paar Lebensmittel einkaufen.

    Da das Auto einen super Job leistete, wir die restlichen Kilometer bis Antananarivo auf asphaltierter Straße zurück legten, entschieden wir gemeinsam mit Peter unser Auto nicht in die Werkstatt zu bringen.

    Da die Supermärkte über Mittag Siesta machten, überbrückten wir die Zeit und besuchten ein europäisch angehauchtes Restaurants.
    5€ für eine Pizza 🍕
    2€ für ein Calpirinha 🍸
    Der Calpi sowie die hausgebrannten Schnäpse waren köstlich und stiegen mir in sekundenschnelle in meinen Kopf 😂😂
    Was für ein Spaß 🙃😂
    Nachdem wir erfolgreich im Supermarkt einkauften, legte sich mein Alkoholrausch und ich war wieder bei vollem Verstand 😜

    Wir entschieden uns für eine Nacht im Chez Alain. Die Nacht kostete hier 4€ pro Person in einem einfachen Bungalow. Es gab wohl nur kaltes Wasser und die Einrichtung war äußerst einfach gehalten, aber für eine erneute erholsame Nacht auf jeden Fall lohnenswert 🙃
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  • Schlaglöcher und weggeschwemmte Straßen
    Ein Hauch von NIXEingang: Isalo National Park

    Tag 12 - Fahren Fahren Fahren

    October 31, 2023 in Madagascar ⋅ ☁️ 24 °C

    Die Nacht in dem Bungalow war herrlich. Etwas unbequem aber pure Entspannung 😍🤩

    Gegen 9 Uhr starteten wir Richtung Isalo National Park. 240km warteten auf uns.
    Das erste Drittel der Strecke war geprägt von hunderten Schlaglöchern. Immer wieder mussten wir runter schalten, um über die Schlaglöcher zu kommen. Ein Umfahren war teilweise unmöglich. An manchen Stellen war es kaum möglich schneller als Schrittgeschwindigkeit zu fahren 😱😱

    Auffällig bei diesem Streckenabschnitt war das Verhalten der bettelten Kinder ☹️.
    In den vergangenen Tagen war der Großteil der am Straßenrand stehenden Kinder freundlich. Sie haben gelächelt, winkten und nachdem wir ihnen eine Banane oder was Süßes gaben, haben sie sich bedankt.
    Aber heute… es war anders 😢
    Anstatt zu winken hielten die Kinder gleich die Hand auf. Sie waren gierig, ein Bonbon war ihnen nicht genug, sie schimpften und rannten uns wütend hinterher.

    Irgendwann besserten sich die Strassenverhältnisse der N7 und wir konnten 80 km/h fahren. Bei dieser Geschwindigkeit übersah man vereinzelnd ein paar Schlaglöcher. Doch wir kamen deutlich besser voran 🥳🥳
    Nach sechs Stunden kamen wir in Ranohira an 🥵🥵

    Für die Besichtigung eines National Parks benötigt man in Madagaskar einen Guide. In Ranohira angekommen wollten wir einen Guide für den nächsten Tag buchen. Durch Internetrecherche hatte ich bereits herausgefunden, dass ein Besuch des Isalo National Parks sehr teuer werden würde.
    ➖ 160.000 MGA (34€) für den Guide
    ➖ 5.000 MGA (1€) pro Person Touristensteuer
    ➖ 65.000 MGA (13,70€) pro Person Eintritt in den National Park
    ➖ 35.000 MGA (ca. 7€) pro Person fürs Mittagessen

    Insgesamt 370.000 MGA (ca. 80€) für einen Besuch des Isalo National Parks 😱
    Wir akzeptierten ✅
    Letztendlich wollen wir ja alle Sehenswürdigkeiten in Madagaskar sehen.

    Morgen für um 7 Uhr startet unsere Wanderung 🙃

    Wir campten auf der Isalo Ranch und zahlten 40.000 MGA, umgerechnet 8€ für eine hoffentlich ruhige und erholsame Nacht, ohne Störenfriede 🥳🥳
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  • Reisfelder im Tal
    Tierische Begegung 🙃Der Weg durch den NationalparkBlue Pool💫Black Pool😍150 Jahre alter "Elefantenfuß"😱😱Aussichtspunkt 🥾🤩Zebus am Straßenrand

    Tag 13 - Isalo Nationalpark

    November 1, 2023 in Madagascar ⋅ ☁️ 24 °C

    Um 5.30 Uhr klingelte der Wecker, gegen 7 Uhr startete unsere Wanderung durch den Isalo Nationalpark.

    Wir wählten den sechs Kilometer langen Namaza Trail, vorbei am Blue und Black Pool sowie zum Wasserfall Cascade de Nymphes.

    Unser Guide für den Tag hieß Bosco. Er führte uns den Weg entlang, zeigte uns eine spannende Flora und Fauna und hatte immer wieder ein paar Informationen über Land und Leute.
    Gegen 9 Uhr kamen wir am Blue bzw Black Pool an. Die beiden Pools waren nur wenige Meter voneinander entfernt. Das Wasser im Black Pool war eiskalt, aber erfrischend 🏊🏼‍♀️
    Nach einer kurzen Pause ging die Wanderung weiter zum Wasserfall. Am Aussichtspunkt angekommen, fragte uns Bosco ob wir den langen oder kurzen Weg zum Wasserfall gehen wollten. Wir entschieden uns für den kurzen Weg. Die Luftfeuchtigkeit kombiniert mit der Temperatur waren jetzt nicht unbedingt die perfekte Wanderbedingungen 🥵
    Nach einem Abstecher zum Wasserfall erreichten wir gegen 11 Uhr das Camp.
    Am Camp gab es unser gebuchtes Mittagessen. Wir bestellten am Vortag Zebu.

    Das Zebu oder auch Buckelrind genannt ist schon fast ein Wahrzeichen von Madagaskar.
    Überall im Land sieht man sie, rund 19 Millionen leben auf dem roten Boden der Insel. Auf Madagaskar symbolisiert das Zebu Kraft, Stärke und vor allem Wohlstand.

    Aktuell existieren nur eine Hand voll Schlachthöfe auf Madagaskar, die meisten Zebus werden daher privat in Hinterhöfen geschlachtet. Metzgereien wie in Europa gibt es auf Madagaskar nicht, und Kühlräume sind kaum bezahlbar. Das Zebufleisch kann daher nirgends abhängen und reifen, wodurch es beim Essen ziemlich zäh wird.

    Zebus sind außerdem die typischen Opfertiere Madagaskars. So werden zu allen größeren Feierlichkeiten Zebus geschlachtet: Zur Hochzeit, zur Beerdigung, zum Neubau eines Hauses, an Neujahr und zu anderen Gelegenheiten.

    Ein Zebu kostet je Farbe, Alter und Geschlecht zwischen 400.000 bis 500.000 Ariary (120 bis 160 €), auf Madagaskar entspricht das mehreren Monatsgehältern der meisten Menschen.

    Das Zebu ist jedoch nicht nur Wertgegenstand, es ist leider auch ein großer Faktor der fortschreitenden Umweltzerstörung Madagaskars. Riesige Flächen Regenwald werden für die Beweidung abgerodet und können bereits nach wenigen Jahren zu nichts mehr genutzt werden. Über 60% der Landfläche Madagaskars sind als Weideland deklariert. Besonders der Süden des Landes, ehemals von dichten Dorn- und Trockenwäldern bedeckt, gleicht heute einer kargen Einöde.

    Genug über Zebus 😜
    Das Fleisch war lecker, aber zäh. 🙃

    Nachdem wir mit der Vorspeise, dem Hauptgang und einem kleinen Nachtisch fertig waren ging es wieder zurück zur Isalo Ranch.
    Wir verbrachten den restlichen Nachmittag am Pool. Am Abend buchten wir uns noch eine Massage bei der örtlichen Massagefrau.
    35.000 MGA, umgerechnet 7€ kostete eine dreiviertelstündige Massage.
    Perfekter konnten wir diesen Tag nicht beenden 😍
    Morgen geht die Fahrt Richtung Antananarivo weiter 💁🏽‍♀️
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  • Wer kehren dem Süden den Rücken zu und der Wohlstand steigt 👍🏽
    Atemberaubende Landschaft 💫

    Tag 14 - Erholung pur 🏊🏼‍♀️

    November 2, 2023 in Madagascar ⋅ 🌙 20 °C

    Heute standen erneut 220km auf dem Plan.
    Bosco, der Guide von gestern, hat uns empfohlen in den privat geführten Anja Park zu gehen.
    Das kleine Dorf schützt ein 9km² großes Waldgebiet. Die Bewohner führen interessierte Besucher für 120.000 MGA (25€) durch den Park. Das investierte Geld geht direkt an die Dorfbewohner und mit etwas Glück kann man verschiedene Lemuren sehen 🤩🤩

    Durch die erneut sehr zähe und langwierige Fahrt, geschuldet der unzähligen Schlaglöcher, entschieden wir uns, den Anja Park morgen zu besuchen.

    Die letzten knapp zwei Wochen waren wir noch voller Euphorie einen Campingplatz irgendwo im nirgendwo zu finden. Doch der ständige Besuch der Madagassen zerrte an unseren Nerven. Jeder Abend und jeder Morgen war geprägt davon, dass uns Madagassen beim Essen zu schauten. Erholung…? Fehlanzeige❌ Wir hatten genug davon, uns wie Tiere im Zoo zu fühlen. Angestarrt und umzingelt ☹️

    Wir entschieden uns die restlichen Tage unser Zelt vorzugsweise in einem Resort, einem Hotel oder auf einem Campingplatz aufzuschlagen.

    Etwas außerhalb fanden wir eine kleine Hotelanlage. Wir durften für 50.000 MGA (10€) auf dem Parkplatz des Hotels unser Camp aufschlagen ⛺️.

    Wir nutzen den restlichen Tag und verbrachten die restliche Zeit des Tages am Pool 🤩🤩
    Mittlerweile war es schon die dritte Unterkunft mit Pool 😎 wenn man will, wird aus Camping ziemlich schnell Glamping 😜
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  • Blick auf den Anja ParkFianarantsoaDie Gassen in der Altstadt FianarantsoaFleischstand am Straßenrand 🤢

    Tag 15 - Anja Park

    November 3, 2023 in Madagascar ⋅ ☁️ 18 °C

    Etwa 9km² misst der Anja Park nahe der Stadt Fianarantsoa. Anders als bei vielen anderen Parks handelt es sich bei diesem Park um ein Naturschutzprojekt, das von der örtlichen Bevölkerung ins Leben gerufen wurde. Ansässige Dorfbewohner setzen sich hier aus eigenem Antrieb für den Erhalt ihrer einzigartigen Landschaft ein.
    Wir zahlten diesmal
    ➖ 20.000 MGA pro Person für den Eintritt
    ➖ 80.000 MGA für den Guide
    Insgesamt 120.000 MGA (25€) kostete uns die zweistündige Führung durch den Wald.

    Wir hatten am Anfang der Wanderung unheimlich viel Glück und sahen gleich eine Gruppe Lemuren. Sicherlich 30 Lemuren tanzten plötzlich um uns herum 😍

    Die meisten kennen die Ringelschwanzlemuren, auch Kattas genannt, aus dem Film Madagaskar.
    King Julien 👑👑 spielt dabei eine prägende Hauptrolle.

    Kattas sind Halbaffen und gehören zur Gruppe der Lemuren. In freier Wildbahn kommen Kattas nur auf der Insel Madagaskar vor. Besonders ihr langer, geringelter Schwanz macht sie unverwechselbar.

    Nach der Wanderung machten wir uns auf den Weg zur naheliegenden Stadt Fianarantsoa.
    Fianarantsoa ist eine Stadt im zentralen Hochland von Madagaskar. Die Altstadt steht auf der Liste der 100 schützenwertesten und bedrohtesten Städte der Welt.
    Die 500 Häuser und 6 Kirchen stammen noch aus dem 19. Jahrhundert. Da die Stadt zu arm ist, um ihre Häuser in Stand zu halten, haben sich Hilfsprojekte zur Unterstützung der Renovierung zusammengeschlossen.

    Die Altstadt gleicht keineswegs den anderen Städten die uns auf dem Weg durch Madagaskar begegnet sind. Die Altstadt war sauber und aus Pflastersteinen erbaut 😨

    Nach einem kleine Rundweg mit Aussicht auf die Stadt fuhren wir weiter Richtung Ranomafana Nationalpark.
    Bei Ankunft in Ranomafana nieselte es und wir entschieden uns für ein Hotel.
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  • Goldener Bambuslemur 🙃Mitten durch den Dschungel 🎋Vorbei an Bananenplantage 🍌Wilde Himberen 🥰Ranomafana versorgt die Einwohner mit Strom aus Wasserkraft

    Tag 16 - Ranomafana Nationalpark

    November 4, 2023 in Madagascar ⋅ 🌫 20 °C

    Es nieselte 🌧️🌧️
    Der Regenwald hält, was er verspricht: Regen 😜

    Nachdem wir gestern in ein Hotel eingecheckt hatten, welches sogar warmes Wasser im Angebot hatte. Entschieden wir uns eine weitere Nacht zu bleiben.
    Die letzten zwei Wochen gab es entweder eine Waschlappen-Dusche oder eben eine kalte Dusche 🥶. Da ist eine warme Dusche eine willkommene Wohltat 🤩🤩

    Für den Ranomafana Nationalpark zahlten wir:
    ➖ 150.000 MGA für den Guide
    ➖ 5.000 MGA pro Person Touristensteuer
    ➖ 55.000 MGA Eintritt in den Nationalpark

    Insgesamt zahlten wir 270.000 MGA (57€) 🤑

    Es ist für uns immer noch kaum nachvollziehbar, wie eines der ärmsten Länder der Welt, solche Preise für einen Nationalpark aufrufen kann 😧

    Absurdes Rechenbeispiel, um nochmals auf die Armut im Land aufmerksam zu machen:
    BIP Deutschland: 51.000 Dollar
    BIP Madagaskar: 1.500 Dollar
    51.000/1.500 = 34
    Die Zahl 34 bedeutet, dass ein durchschnittlicher Deutsche 34x so viel verdient wie ein Madagassen.
    Ein Kilo Bananen kostet in Madagaskar 2.000 MGA (40ct). Um mit der gleichen Kaufkraft in Deutschland Bananen zu kaufen, müssten wir für ein Kilo Bananen (2.000 MGA x 34 = 68.000 MGA) umgerechnet 14€ bezahlen. Kein Wunder also, dass Bananenverkäufer auch einzelne Bananen verkaufen ☹️

    Um 7.30 Uhr, bei Nieselregen, startete das Abenteuer Ranomafana Nationalpark. Im UNESCO-Weltnaturerbe-Nationalpark Ranomafana kann man Wanderungen durch eine hügelige Landschaft voller tropischer Wildnis unternehmen. Und genau das taten wir.
    Wir entschieden uns für eine Wanderung durch Sekundär- und Primärwald, vom Nationalparkeingang zurück zu unserem Hotel.
    Ein Sekundärwald entsteht auf beispielsweise Rodungsflächen des Primärwaldes. Der Primärwald oder auch Urwald genannt, ist von menschlichem Einfluss nahezu unberührt. Ehrlich gesagt konnte ich kaum ein Unterschied erkennen. Lediglich der Touristenverkehr war deutlich geringer 🙃😎. Die meisten Touristen wählten wohl eine kleinere Wanderung durch den Nationalpark 😜.

    Gleich am Anfang unserer Wanderung sahen wir drei verschiedene Lemurenarten. Darunter den fast ausgestorbenen goldenen Bambuslemuren. Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer im Wald und schnell waren Unmengen an schaulustigen Touristen an dem Aufenthaltsorts des Lemurens. Auch wir 😜

    Wir hatten diesmal einen wirklich super engagierten Guide. Er sprach fast fliesend Englisch und wollte immer nur das Beste für uns!
    Die sechsstündige Wanderung erfordert ein relativ gutes Fitnessniveau. Wir „wanderten“ schmale, steinige, matschige, enge und mit Wurzeln zugewachsene Wege entlang. Berg hoch, Berg runter. Erst durch den Sekundärwald, danach durch den Primärwald. Vorbei an Bananenplantagen bis zum Wasserfalle, entlang des Flusses und zurück zum Dorf Ranomafana.
    Der Wasserfall versorgt das Dorf sowie die umliegenden Dörfer mit aus Wasserkraft erzeugten Strom.

    Zurück im Hotel wartete eine warme Dusche auf uns. Es nieselte fast die komplette Wanderung durch, wobei es die hohe Luftfeuchtigkeit erträglich machte und wir es zu keinem Zeitpunkt bereuten, die lange Wanderung gewählt zu haben. 🥳🥳

    Morgen geht es weiter Richtung Antananarivo 🛻
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  • Käsespätzle in Madagaskar
    Das Hochland, gepägt von Backsteinhäusern🥰Wir kauften Unmengen an Vanillestangen für wenig GeldDer Bauchladen für den Vanillekauf😎

    Tag 17 - Käsespätzle 🥰

    November 5, 2023 in Madagascar ⋅ ☁️ 21 °C

    Zurück im Hochland schien die Sonne 🌤️. Die Temperaturen liegen wieder zwischen 20 und 25 Grad. Ganz davon abhängig, ob sich die Sonne hinter den Wolken versteckte oder nicht 🙈

    Wir fuhren heute knapp 160 km bis zur nächst größeren Stadt. Die Straße war kurvig und voller Schlaglöcher 😨☹️ Es raubte einem fast den Verstand. Manche Schlaglöcher konnte man mit reduzierter Geschwindigkeit gut durchfahren, andere hingegen waren mörderisch!!
    Von weitem erkannte man kaum deren Ausmaß
    und auch mit reduzierter Geschwindigkeit gab es jedes Mal einen unheimlichen Schlag 😱
    Nur wenn man es schaffte, die Geschwindigkeit auf Schrittgeschwindigkeit zu reduzieren, war es teilweise möglich ein Schlagloch ohne unangenehme Geräusche zu durchfahren.
    Lotteriespiel 🤷🏽‍♀️

    Ausweichen? Fehlanzeige ❌
    Manchmal war es wohl möglich einzelnen Schlaglöcher auszuweichen.
    Aber wir reden hier von einer anderen Art Schlaglöcher. In Deutschland hätte man wohl schon längst die Straße gesperrt oder zumindest ein Schild aufgestellt, welches die „Unebenheit“ ankündigt 😂😂

    Sechs Stunden benötigten wir zu unserem Campspot 🥵🥵

    Als kleine Wohltat und dafür, dass wir die letzten Tage mehr schlecht als recht gegessen hatten. Machten wir uns heute Käsespätzle 😍😍 so einfach, aber soooo unglaublich lecker 🥳🥳
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  • Die Frauen auf dem Reisfeld😱
    Seilprovisorium für die HeckklappeDiesel Putzaktion 😠😤

    Tag 18 - erstes Fazit

    November 6, 2023 in Madagascar ⋅ ☁️ 16 °C

    Die Umgebung von Antsirabe ist geprägt von Reisfeldern 🤩

    In kaum einem Land hat Reis solch eine immense Bedeutung wie auf Madagaskar. Die Insel hat einen der höchsten pro-Kopf-Verzehre an Reis weltweit: 120 kg Reis isst ein Madagasse im Schnitt pro Jahr.

    Entlang der N7 sahen wir viele Frauen auf den Feldern, die die jungen Reispflanzen mühevoll in Reih und Glied in das vorgesehene Reisfeld einsetzen. Aber auch Männer arbeiteten mit einem schmalen Spaten oder einem Zebu-Pflug auf den Reisfeldern.

    Eine Vielzahl an Problem führt dazu, dass die meisten madagassischen Reisbauern in bitterer Armut leben. Viel zu kleine Reisfelder machen einen großen Ertrag unmöglich, gleichzeitig müssen sich aber immer mehr Menschen von den gleichen Feldern ernähren.
    Ein unerbittlicher Rattenschwanz ☹️

    Nach knapp 170 km erreichten wir ein Hotel.
    Das Wetter war ungemütlich und es regnete. Wir entschieden uns die Nacht in einem Hotel zu schlafen. 40.000 MGA, umgerechnet 8€ kostete uns die Nacht.

    Immer öfters stellten wir uns die Frage, hätten wir das Dachzelt überhaupt gebraucht oder wäre es komfortabler gewesen, einfach immer ein Hotelzimmer zu suchen/buchen 🤷🏽‍♀️
    Das führt mich kurzerhand zu unserem ersten Fazit:

    Am Freitag müssen wir das Auto abgeben.
    Es wird also Zeit für ein erstes Fazit 🙃:
    Schon an Tag 1 mussten wir feststellen, dass sich die Heckklappe des Autos unter Erschütterungen öffnet. Lange haben wir nach einer Lösung gesucht, Panzertape hat nicht geholfen.
    Durch Zufall hatten wir ein 5m langes Seil im Koffer, welches wir eigentlich als Wäscheleine nutzen wollten. Kurzerhand wurde es als Halterung umfunktioniert. Seit dem haben wir keine Probleme mehr mit der Heckklappe 😜

    Kurz vor unserem Abenteuer ins „Outback“ füllten wir beiden bereitgestellten Benzinkanister mit Diesel auf. Wir wussten einfach nicht genau, wann wir an der nächsten Tankstelle vorbei fuhren. Doch schon nach kurzer Zeit mussten wir feststellen, dass einer der beiden Kanister undicht war.
    Geil!! Die Kanister standen also undicht zwischen unserem Essen, einer Autobatterie die unseren Kühlschrank am laufen hielt und unserem Gaskocher. Insgesamt drei Mal machten wir den kompletten „Kofferraum“ sauber, bis wir endlich die Möglichkeit hatten die Kanister in den Tank unseres Autos zu füllen 🤢🤢🤢

    An Tag 7 dann der Supergau. Der Allradantrieb unseres Autos war kaputt… nebenbei bemerkt, seit Tag 1 😡
    Wir blieben im tiefen Sand von Belo Beach stecken. Ein Glück dort und nicht irgendwo fernab jeglicher Zivilisation. Ein Glück mit Internetempfang und hilfsbereiten Menschen. Ohne die Situation jetzt zu dramatisieren, aber wir hatten wirklich Glück im Unglück. 99% der Touristen fahren diesen Streckenabschnitt mit einheimischen Fahrer. Aus dem ganz einfach Grund, weil der Streckenabschnitt äußerst anspruchsvoll ist. Es hätte also auch dramatischer enden können. Ohne Internetempfang, ohne Hilfe 😠😤

    Und zu guter Letzt. An Tag 11 mussten wir feststellen, dass die separate Autobatterie für den Kühlschrank defekt war. Die Leistung der Batterie ließ über Nacht nach und die Temperatur des Kühlschranks stieg auf bis zu 17 Grad an ☹️
    Nebenbei bemerkt, wir zahlten 5€ pro Tag für den Kühlschrank. Sollte man da nicht erwarten, dass das Equipment funktioniert 🫣?
    Ach ab Tag 15 ging der Kühlschrank dann bereits aus, nachdem wir das Auto ausgeschalten hatten.

    Kann ich die Agentur Roadtrip Afrika empfehlen? Naja, ich weiß auch nicht 🤷🏽‍♀️

    Eins ist sicher, wir bevorzugen in erster Linie das Dachzelt 😍 manche Hotelbetten sind zu weich, die Bettwäsche nicht einladend oder der Geruch des Zimmers einwenig eigenartig 😂🤷🏽‍♀️
    Dennoch, Camping ohne das richtige Equipment für schlechtes Wetter, macht einfach keinen Spaß 🥶😭. Deshalb wählten wir, so wie heute, ein Hotelzimmer.

    Auf unsere Rundreise durch Madagaskar haben wir mehrfach ein britisches Pärchen getroffen. Das Pärchen hat sich über eine, für uns unbekannte Agentur, einen Landcruiser Troop Carrier geliehen. Eigentlich ein tolles Auto, mit so einem Troopy fuhren wir damals durch Australien.
    Aber das Pärchen hatte noch etwas mehr Pech als wir. Sie fuhren ebenfalls offroad und hatten innerhalb von 2 Wochen bereits fünf Platte Reifen 😱😱

    Ich kann mir derzeit irgendwie keine wirkliche Meinung bilden. Letztendlich haben wir immer versucht, das Beste aus der jeweiligen Situation zu machen.
    Wie würde mein Arbeitskollege jetzt sagen? „Es gibt keine Probleme, es gibt nur Lösungen“ 😜👍🏽
    Und dennoch!! Wir investierten eine Stange voll Geld und hatten lediglich den Anspruch auf ein funktionierenden Geländewagen 🤷🏽‍♀️
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  • Tag 19 - Wir sind viel zu schnell

    November 7, 2023 in Madagascar ⋅ ☁️ 20 °C

    Unsere geplante Rundreise haben wir mittlerweile beendet.
    Ungefähr 23 Tage sollen Reisende für die große Rundreise einplanen. Wir haben absichtlich den Tsingy de Bemahara Nationalpark ausgelassen, weil wir ja offiziell nur 22 Tage zur Verfügung hatten.
    Blöderweise haben wir jetzt aber nur 19 Tage für die „abgespeckte“ Rundereise benötigt 🙈
    Blöd gelaufen 🤷🏽‍♀️

    In Antananarivo und Umgebung gibt es leider nicht wirklich viel zu sehen. Allgemein sind Sehenswürdigkeiten im Land ziemlich rar. Wir gehen davon aus, dass es für die Menschen in Madagaskar einfach nicht möglich ist, Gebäude oder sehenswerte Objekte zu pflegen oder instand zu halten.

    Wir entschieden uns also weiter Richtung Osten zu fahren und der N2 zu folgen. Am Ende der N2 liegt Toamasina, die Stadt ist mit Abstand die wichtigste Hafenstadt Madagaskars. Neben dem wichtigen Überseehafen befindet sich dort die einzige Erdölraffinerie, die die gesamte Insel mit Treibstoff versorgt.

    Wir machten einen Abstecher zum Lac Mantasoa. Der ca. 2000 ha große Stausee liegt etwa 63 km östlich von Antananarivo.
    Auf der Fahrt zum See begegneten wir unheimlich vielen LKWs die vermutlich von oder nach Toasasina fuhren, um das Land mit Gütern zu versorgen.

    Am See angekommen hatten wir einen traumhaften Platz gefunden.
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  • Braune Maki
    Larvensifaka🤩🤩Die Straße zum Madagascar Exotix Park

    Tag 20 - Madagascar Exotic Park

    November 8, 2023 in Madagascar ⋅ ☁️ 24 °C

    Der Madagascar Exotix Park ist ein kleines Réserve an der N2 und unser östlichstes Ziel bevor wir uns wieder Richtung Hauptstadt machen.

    Der Park kostete uns:
    20.000 MGA Eintritt pro Person
    90.000 MGA für den Guide

    Ingesamt zahlten wir 90.000 MGA, umgerechnet knapp 20€ für einen 2,5 stündigen Rundweg.

    Gleich am Anfang sahen wir eine Gruppe braune Makis. Diese Art von Lemuren sind Baumbewohner, die kaum auf den Boden kommen. Sie sind kathemeral, das heißt, sie können sowohl am Tag als auch in der Nacht aktiv sein. Wir hatten Glück, ein Zusammentreffen der Lemuren ist eher selten🤩.

    Ein bisschen weiter trafen wir einen Mann in Badelatschen, seine Berufung war es Lemuren zu finden, der sogenannten „Lemuren-Spotter“.
    Der „Lemuren-Spotter“ kennt den Wald wie seine Westentasche. Mithilfe verschiedener Geräusche gelang es ihm die Larvensifaka aufzuspüren und zu uns zu treiben.

    Die Larvensifakas sind seit 2018 offiziell vom aussterben bedroht und bekannt für ihren springenden Lauf auf zwei Beinen. Wie bei fast allen Lemuren sind stets Weibchen die Chefs im Ring 😜.

    Zurück am Eingang des Réserve gab es noch ein begehbares Gehege mit Chamäleons.

    Es gibt 150 bis 200 verschiedene Arten von Chamäleons. Etwa 80 Arten aller Chamäleons leben auf Madagaskar. Fünf verschiedene Arten waren beherbergt in dem Gehege des Réserves. Faszinierende Tiere 😍

    Zurück auf der N2 Richtung Antananarivo überholten wir unzählige LKWs. Die meisten von ihnen fuhren in Schrittgeschwindigkeit. Nicht unbedingt, weil die LKWs vollbeladen waren, sondern eher, weil die meisten Modelle vermutlich am Ende ihrer Kräfte waren 😬🫠. Nicht selten sah man gestrandete LKWs oder LKWs die an Ort und Stelle repariert wurden 🙈 einige der Exemplare hatten sicherlich schon + 30 Jahre erreicht 😎😎 und rußten wie eine alte Lokomotive 😱

    Wir hatten heute Schwierigkeiten in der Umgebung von Antananarivo eine Campmöglichkeit zu finden. Unsere letzte Zeltnacht👍🏽 ab morgen ziehen wir in ein Hotel in der Nähe des Flughafens und am Freitag gehen wir das Auto ab.
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  • Der Hauptbahnhof
    Der renovierte Palast der Könige und Königinnen 👸🏼Aussicht 😍Für manche Menschen wohl nicht selbstverständlich 😂Ein Bewohner des Lemur's ParksAntananrivoSouvenirstraßeDekoration aus Palisander

    Tag 21 - Antananarivo

    November 9, 2023 in Madagascar ⋅ ☁️ 22 °C

    Auf der Rückfahrt zu Antananarivo schrieb uns Peter „Please avoid down town/ Bitte meidet die Innenstadt“
    Er hat uns angeboten für die restlichen zwei Tage einen Guide/Fahrer bereitzustellen, wenn wir die Innenstadt von Antananarivo sehen wollen. Wir waren nicht abgeneigt und als Peter noch meinte, dass der Guide/Fahrer im Preis inkludiert ist, nahmen wir das Angebot an.

    In Madagaskar gibt es nur wenige kriminelle Ballungszentren, in denen man sich vor Überfallen in Acht nehmen muss.

    Vor allem die Hauptstadt Antananarivo insbesondere der Bereich des Stadtzentrum um Analakely und die Avenue de l’Indépendance haben durch sehr viel Armut und eine hohe Bevölkerungsdichte mit erhöhter Kriminalität zu kämpfen.

    Wir trafen heute um 9 Uhr Michel.
    Ein sympathischer Mann, dessen Englisch durchschnittlich gut war. Wir übergaben ihm unseren Autoschlüssel 🔑.
    Im ersten Moment fühlte es sich falsch an 🤷🏽‍♀️. Wir fuhren die letzten drei Wochen selbst, über Stock und Stein und durch Städte wo im ersten Moment kein Durchkommen schien.
    Doch schnell erkannten wir die positiven Seiten eines Guides/Fahrers.
    ➖ Verständigung 🗣️
    Michel spricht natürlich madagassisch und konnte „Probleme“ innerhalb von zwei Sätze klären.
    ➖ Ortskundig 🌇
    Ohne Hilfe von Google Maps oder einer Karte fuhr er durch Antananarivo.
    ➖ Sicherheit 🔐
    Wir konnten ohne Bedenken unser Auto abstellen. Michel wartete bei jeder „Sehenswürdigkeit“ am Auto und hatte ein Auge auf unsere Wertsachen.
    ➖ Bequemlichkeit 💤
    Der Verkehr in den Städten ist meist unerträglich. Nicht nur Abgase, sondern auch die Megne an unüberschaubarem Verkehr, macht die Fahrt durch eine Stadt nervenaufreibend.

    Erster Halt:
    Hauptbahnhof 🚂
    Der Bahnhof wurde zwischen den Jahren 1908 und 1910 errichtet und 2009 kernsaniert.
    Doch mittlerweile dient der Bahnhof lediglich zu touristischen Zwecken und ist nicht mehr in Betrieb.

    Nächster Halt:
    Königshügel 🌄
    Der Merina König ließ sich 1610 auf dem höchsten Hügel der heutigen Hauptstadt nieder und errichtete dort einen Palast. Spätere Könige und Königinnen erweiterten das Terrain zu einem regelrechten Palastbezitk mit eigener Kirche und königlichem Friedhof.

    Wir besuchten das Innere des Palastes. Die Aussicht von der obersten Etage war gigantisch 🤩

    Dritter Halt:
    Lemur‘s Park 🐵
    Dieser Park befindet sich nur rund 25 Kilometer von der Hauptstadt entfernt und bietet insgesamt neun verschiedenen Arten ein Zuhause 🏡.
    Die Tiere leben in einem botanischen Park mit einer Größe von rund fünf Hektar. Es gibt keine Zäune oder Gehege, sondern individuelle Reviere, die anscheinend von den anderen Tieren genauso akzeptiert werden, wie von den Menschen. Aber ganz ehrlich…
    Wir hatte leider nicht den Eindruck, dass sich die Lemuren wirklich wohl fühlten 🤷🏽‍♀️ einige der Tiere hatten kahle Stellen bzw. ein stumpfes Fell. Klar, können diese Anzeichen auch andere Ursachen haben. Aber wenn auf lediglich fünf Hektar 9️⃣ unterschiedliche Arten von Lemuren leben, führt das vermutlich nicht immer zu einem friedlichen Zusammenleben 👩🏽‍❤️‍👨🏼. Ganz davon abgesehen, dass den Lemuren in den Nationalparks deutlich mehr Fläche zur Verfügung steht 😎. Die Lemuren stehen im Lemur‘s Park scheinbar unter deutlich größerem Stress. Ist aber nur eine Vermutung 🤷🏽‍♀️
    Mit Sicherheit ist der Abstecher zum Lemur‘s Park kein Unding, vor allem, wenn man nicht die Möglichkeit hatte Lemuren in freier Wildbahn zu sehen 🤩

    Michel hatte Ausdauer und fuhr engagiert weiter zur nächsten Attraktion 🥳😜

    Letzter Halt:
    Souvenirstraße
    Michel warnte uns vor, die Madagassen in ihren kleinen Verkaufshäuschen verlangten horrende Preise. Wir sollten verhandeln, die Hälfte verlangen und bei Ablehnung des Verkäufers einfach gehen. Sie würden uns hinterher laufen und letztendlich unseren Preis akzeptieren. Falls nicht, der Verkaufsstand nebenan verkauft meist das Gleiche 🙈🙈🤷🏽‍♀️🤷🏽‍♀️

    Mein Ziel war es, zwei Holz-Baobabs als Dekoration für unsere Wohnung zu kaufen.
    Doch schnell wurde uns klar, die Baobabs waren aus Palisander 😭☹️

    Zur Erklärung:
    Rosenholz und Palisander sind wertvolle und inzwischen selten gewordene Hölzer, die man auf Madagaskar auch heute noch verhältnismäßig günstig bekommt. Obwohl es seit Jahren offiziell illegal ist, geschlagenes Rosenholz aus Madagaskar zu exportieren, blüht der Handel damit nach wie vor.

    Fast der gesamte Palisander wird nach China verschifft, wo sein rötlich schimmerndes Inneres zu traditionellen Möbeln verarbeitet wird. Ein Bett aus madagassischem Palisander kann einen Wert von bis zu einer Million US-Dollar zu Buche schlagen. Laut der Drogen- und Verbrechensbekämpfung verdienen die Schwarzhändler mit dem Edelholz mehr Geld als mit Elfenbein, Nashorn und Pangolin-Schuppen zusammen. Häufig wird Palisander als „Elfenbein des Waldes“ bezeichnet.

    Die Schwarzhandelsnetzwerke arbeiten so effizient, dass die Staaten sowie internationale und lokale Umweltschutzorganisationen in vielen Fällen erst dann bemerken, dass sie ein Problem mit illegalem Handel haben, wenn die besten Bäume schon nicht mehr da und die Wälder ernsthaft bedroht sind.

    Mich macht es unfassbar traurig 😭😭😭 anfangs war ich enttäuscht darüber auf den Boabab-Kauf zu verzichten. Doch wir wollten definitiv kein illegalen Handel unterstützen und auch wenn die Wahrscheinlichkeit einer Kontrolle am Flughafen gering wäre, möchten wir keine Dekoration, dessen Holz vom Aussterben bedrohten ist 😢

    Die Souvenirstraße umfasst wahrscheinlich keine 500 Meter. Aber fast jedes Verkaufshäuschen bietet irgendwas aus dem kostbaren Palisander an 😫. Die Verkäufer haben teilweise keine Ahnung, welchen Schaden sie mit dem Verkauf ihrem Land anrichten.
    Das Abholzen von Palisanderbäumen verursacht Probleme, die über die Vernichtung seltener Baumarten hinausgehen. In Madagaskar, wo es aufgrund der Biodiversität mehr genetische Information als in jedem anderen Land der Erde gibt, dienen die hohen Bäume als wichtige Lebensräume für endemische Tierarten wie die getrumpften Lemuren.
    Es zerreißt einem das Herz💔

    Souvenirs habe ich trotzdem gekauft 😜 nur eben kein Palisander 🙏🏼

    Wir fuhren weiter zu unserem Hotel für die nächsten zwei Tage 👍🏽
    Über Booking.com recherchierte ich über gut bewertete Übernachtungsmöglichkeiten und fand das Flora Hotel, welches auch nicht weit vom Flughafen entfernt war.
    Wir gingen zur Rezeption und wollten ein Zimmer für zwei Übernachtungen buchen. Der Preis war verhältnismäßig hoch und auch nach einem kurzem Check deutlich über dem Bookingpreis. Unverschämt oder nicht, aber wir stellten den Preis infrage 🙈.
    In der Regel verlangt Booking 15% Provision und wir haben noch nie erlebt, dass ein Hotel vor Ort teurer war, als buchbar über die App.

    Zum Vergleich:
    Die Rezeptionistin verlangte 380.000 MGA, umgerechnet fast 80€ ohne Frühstück.
    Buchbar über Booking wäre ein Zimmer inklusive Frühstück für 70€.
    Uns geht es dabei nicht um die 80€, die haben wir trotzdem bezahlt, sondern darum, dass wir uns das erste Mal verarscht fühlten 🤷🏽‍♀️🙃

    Jaja ich weiß, deutsche Prinzipen und so. Aber es wäre ein Klick gewesen, ich hätte das Zimmer trotzdem bekommen und das Hotel hätte 20€ weniger an uns verdient.
    In einem Land wo der durchschnittlicher Madagasse mit weniger als 2€ am Tag auskommen muss 😤
    Die Rezeptionistin willigte ein. Wir zahlten die 80€ aber INKLUSIVE Frühstück.

    Wir hatten heute einen weiteren ereignisreichen Tag 😱. Morgen werden wir Michel erneut treffen. Wir erhoffen uns einen letzten spannenden Tag auf Madagaskar 🥰
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  • Krokodilfarm 🐊
    Traditionelle Häuser von König und KöniginJacaranda-Bäume auf der PalastanlageAn diese Familie ging der Proviantkorb 😍

    Tag 22 - Letzter Tag

    November 10, 2023 in Madagascar ⋅ ☀️ 25 °C

    Wir starteten gegen 9 Uhr die Sightseeingtour in Runde 2.

    Erster Halt:
    Krokodilfarm 🐊
    In der Nähe der Stadt Antananarivo, in unmittelbarer Nähe des Flughafens Iwato, gibt es eine Krokodilfarm.
    Der Eintritt kostete 25.000 MGA pro Person, umgerechnet 5€.
    Auf der Farm werden mehrere Arten von Krokodilen gezüchtet. Jedes Krokodil kann zum Verzehr in der hauseigenen Küche probiert werden. Die „übriggebliebene“ Haut wird für die Herstellung von Taschen👜, Gürtel und Schuhe 👞 verwendet.

    Neben den Hauptbewohnern der Farm gibt es auch Lemuren, Chamäleons und verschiedene Vogelarten. Alle Tiere haben ihr eigenes Revier, getrennt durch eine Umzäunung.

    Der Rundgang war sehr interessant 👀.
    In der hauseigenen Küche haben wir auf den Verzehr von Krokodil verzichtet.
    Einerseits weil wir bereits in Australien das Vergnügen hatten und anderseits weil wir erst gefrühstückt hatten. Übrigens 🙃 Krokodilfleisch schmeckt wie Hühnchen 😜🐓

    Nächster Halt
    Königshügel von Ambohimanga ⭐️⭐️
    Ambohimanga bedeutet auf Deutsch „blauer Hügel“. Er ist der bedeutendste und höchste der zwölf heiligen Hügel, über die sich Madagaskars Hauptstadt Tana ausbreitet.
    Durch die verwinkelte Palastanlage führte uns ein 19 jähriges Mädchen. Unser erster weibliche Guide 😍 Ihr Englisch war nicht sonderlich gut, auf Fragen konnte Sie nur selten antworten 🤷🏽‍♀️. Doch ihr Traum war es Guide zu werden. Wir unterstützten Sie 🥳

    Auf der Anlage befanden sich unzählige Jacaranda-Bäume die derzeit in voller Pracht blühten. Jacaranda gehört zu den Trompetenbaumgewächsen und stammt ursprünglich aus dem tropischen Mittelamerika. Er wurde in Madagaskar wie an vielen Orten der Welt vor rund 100 Jahren als dekorativer Zierbaum eingeführt. Die Blüten variieren zwischen rosa und violett 🌸🌸.

    Da wir die letzten drei Wochen zu 90% als Selbstversorger unterwegs waren. Hatten wir noch ein bisschen Proviant, welches wir nicht einfach wegschmeißen wollten ❤️
    Die schwierigste Frage: Wer soll unseren Proviantkorb bekommen?
    Wir fanden außerhalb der Stadt Antananarivo ein Hinterhof. Wir beschlossen den Menschen dort eine Freude zu machen 😍. Aber im ersten Moment waren die Menschen mit unserem „Geschenk“ ein wenig überfordert 😢. Erst als Michel die Menschen aufklärte, erkannte man Freude in ihren Gesichtern.

    Die Rückfahrt zum Hotel dauerte gefühlte Stunden 😱. Verantwortlich für die ständigen Staus ist definitiv die chaotische Fahrweise der Madagassen. Die Autos fahren von allen Seiten gleichzeitig auf die Kreuzungen. Vorfahrtsregeln gibt es nicht ❌. Gleichzeitig führen die oft qualmenden Fahrzeuge zu einer hohen Luftverschmutzung.
    Einmal durchatmen.. lieber nicht 🙈 man schmeckt und riecht die Abgase einiger vorausfahrenden Fahrzeuge 🤢🤢

    Und plötzlich hieß es Abschied nehmen 🙋🏽‍♀️😢
    Nachdem wir das Auto vollgetankt hatten und uns Michel zurück zum Hotel fuhr, räumten wir unsere restlichen Sachen aus und überließen Michel das Auto.

    Auf Wiedersehen Auto 🛻🥳
    Morgen um 12:50 Uhr geht unser Flug zurück nach Deutschland. Drei abendteuerliche Wochen liegen hinter uns 🙏🏼
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  • Die Taxis von Antananarivo
    Antananarivo von obenKurz vor Zürich 😎✈️

    Tag 23/24 - Abflug & Fazit

    November 12, 2023 in Switzerland ⋅ 🌧 2 °C

    Wir verbrachten unsere letzte Nacht in Madagaskar. Um 11 Uhr bezahlten wir einen viel zu teuren Preis an der Rezeption für unsere Fahrt an den Flughafen. Eeegal 🤷🏽‍♀️

    In Antananarivo sind die öffentlichen Taxis in der Regel beige und präsentieren sich meist als Renault R4 oder R5 oder als Citroën 2CV – oder als das, was von diesen Wagen noch übrig ist 😜
    Die Fahrt in dem Taxi war definitiv abenteuerlich. Von der Armatur war nur noch das nötigste vorhanden, der Tacho funktioniert nicht und auch die Tankanzeige stand eigentlich fast auf 0.
    Nachdem wir unversehrt am Flughafen ankamen und der Taxifahrer kein weiteres Geld von uns verlangte, passierte es…
    Wir sind auf Trickbetrüger reingefallen 🙈🤷🏽‍♀️
    Gezeigt wurden uns 20€ in Münzen. Wir dachten uns, super Idee, die übrig gebliebenen Scheine aus Madagaskar wollten wir eh noch eintauschen 👍🏽
    Der Wechselkurs stimmte und wir willigten ein. Wir haben insgesamt 65€ „gewechselt“.
    Im ersten Moment waren wir super glücklich, beiden Parteien war geholfen.
    Als ich im Flughafen die Rechnung im Restaurant mit unseren eingetauschten Münzen zahlen wollte, fiel uns auf, dass uns 30€ fehlten und plötzlich machte es KLICK😂🙈
    Wir tauschten insgesamt 3x
    20€, 20€ und 25€. Er zählte die 2€ und 1€ Stücke sowie das Kleingeld auf seiner Hand ab. Von groß nach klein. Danach übergab er mir die Münzen und nahm die madagassischen Scheine an sich. Bei der Übergabe behielt er die 2€ Münzen mit verdeckter Hand. Leichtgläubig wie ich war, zählte ich natürlich nicht nach 🙄.
    Totaaaal dämlich! Wie dumm konnte man nur sein und auf so einen blöden Trick reinfallen. Zu unserer Verteidigung:
    Wir haben über die gesamte Zeit in Madagaskar nur positive Erlebnisse mit den Einheimischen gemacht.

    Um 14:50 Uhr ging unser Heimflug✈️

    It’s time to say goodbye 🙋🏽‍♀️
    Mein letztes Fazit:

    Wir waren drei Wochen mit einem gemieteten Geländewagen in Madagaskar unterwegs. Hier die Antwort auf die wohl wichtigsten Fragen:

    1️⃣ Haben wir uns immer sicher gefühlt?
    Ja

    2️⃣ War es einfach einen Platz für die Nacht zu finden?
    Die ersten zwei Wochen haben wir das Wildcampen bevorzugt. Doch nach einer gewissen Zeit wurde uns die ständige Beobachtung der Madagassen etwas zu viel.
    Teilweise fühlten wir uns wie Tiere im Zoo, umzingelt und angestarrt.
    Sicherlich waren die Einheimischen fasziniert von unserem Hab und Gut und sahen selten Europäer querfeldein Campen. Dennoch fühlten wir uns nach knapp zwei Wochen etwas beengend, unteranderem weil man nie wusste, aus welcher Richtung ein Madagasse zu uns stoßen würde. Duschen, Körperpflege, der nächste Toilettengang wurde zur täglichen Mutprobe 😂🙈
    In der dritten Woche wählten wir vorzugsweise einen umzäunten Campringplatz oder ein Hotelbett 🙃.

    3️⃣ Ist es günstig in Madagaskar zu reisen?
    Kommt drauf an 🙃🤷🏽‍♀️
    In Supermärkten liegen die Preise fast auf europäischem Niveau. Wir zahlten beispielsweise für eine Tafel Schokolade 4€.
    Auf dem Markt oder am Straßenrand bezahlten wir für frisches Obst und Gemüse nur einen Bruchteil.
    Ananas 40ct - 60ct
    Mango 5ct - 10ct
    halbes Kilo Bananen 40ct

    Für eine Unterkunft zahlten wir zwischen 4€-20€ pro Person/Nacht. Die Unterkünfte waren immer sauber, jedoch hatten wir selten warmes Wasser.
    Der Liter Diesel kostete uns knapp 1€.
    Unverschämte Preise verlangten die einzelnen Nationalparks. Hierbei lagen die Preise zwischen 40-80€ für eine rund zweistündige Tour.

    4️⃣ Sprechen die Einwohner auf Madagaskar englisch?
    Jein. Die am weitest verbreitetste Sprache ist französisch. An touristischen Orten wurde aber auch englisch gesprochen.

    5️⃣ Wie war das Wetter?
    In Madagaskar gibt es Trocken- und Regenzeit. Die Trockenzeit liegt zwischen Mai und Oktober. Wir hatten im November jedoch fast immer Glück mit dem Wetter 🌤️

    6️⃣ Gibt es landschaftliche Highlights?
    80 % der Flora und Fauna Madagaskars gibt es nirgendwo anders auf der Welt. Am bekanntesten sind die Baobab-Bäume sowie die Lemuren. Auf Madagaskar gibt es keine großen oder gefährlichen Tiere. Die größten Tiere, die wir entdeckten, waren Zebus. Für die Madagassen war das Zebu mehr als nur ein Hausrind. Das Zebu half auf dem Reisfeld, wurde für den Transport vor die Kutsche gespannt oder für Festlichkeiten geschlachtet.

    7️⃣ Wie ist der Internetempfang?
    Madagaskar hat fast ein flächendeckendes Telefon- und Internetnetz. An den abgelegensten Orten hatten wir noch Internetempfang. Wir kauften uns ganz am Anfang der Reise eine SIM-Karte und bezahlten 4€ für 4GB.

    8️⃣ Wie war die Auswahl an Lebensmittel?
    Wir verzichteten zum Großteil auf tierische Produkte. Durch die kaum vorhandenen Kühlmöglichkeiten im Lande war die Gefahr einer Lebensmittelvergiftung zu groß. Ansonsten waren wir zu 90% Selbstversorger und kochten unser Essen mit der bereitgestellten Campingausrüstung. In der Hauptstadt Antananarivo gab es die beste Auswahl an Essen. Ansonsten waren breitaufgestellte Supermärkte außerhalb der Millionenstadt eher selten.

    9️⃣ Guide oder Selbstfahrer?
    Das Selbstfahren auf Madagaskar ist eher unüblich. Die meisten Touristen sind mit einem Guide unterwegs.
    Dennoch, wir können das Selbstfahren zu 100% empfehlen. Die Offroadabschnitte an der Westküste sind wohl nur etwas für geübte Fahrer. Aber die Besichtigung der Insel entlang der N-Straßen sind auch für Normalsterbliche geeignet. Lediglich die etlichen Schlaglöcher bringen einem fast um den Verstand 😜

    1️⃣0️⃣ Fazit?
    Die Landschaft ist unglaublich vielfältig. Es gibt menschenleere Sandstrände, dichte Regenwälder und karge Landschaften soweit das Auge reicht. Die Bewohner von Madagaskar Leben ein einfaches Leben, von der Hand in den Mund. Sie sind freundlich und für einen kleinen Obolus äußerst hilfsbereit.

    Für uns waren die drei Wochen abenteuerlich und lehrreich zugleich. Wir haben den Aufenthalt in Madagaskar aber völlig unterschätzt. Die Armut in dem Land ist grenzenlos.
    Die Antwort auf die Frage:
    Was bedeutet Armut? Kannten wir davor nur aus den Nachrichten.

    Madagaskar gehört zu den TOP 5 der ärmsten Länder der Welt. Malaria, Tuberkulose und die Pest gehören zu den gefürchtetsten Krankheiten.
    Kinder werden mit dreckigen und zerrissenen Klamotten zum Betteln auf die Straße geschickt und ganze Familien suchen in meterhohen und bestialisch stinkenden Müllbergen nach Verwertbarem.
    90% der Madagassen müssen mit weniger als 7€ pro Tage zurecht kommen, davon haben 50% weniger als 2€ pro Tag zur Verfügung.

    Und dennoch, die meisten Urlauber auf Madagaskar werden keineswegs Erinnerungen wie wir mit nach Hause bringen.
    Ein Highlight unserer Reise war definitiv die Übernachtung neben einem Baobab-Bäume, sowie das Zusammentreffen einiger Lemuren. Aber auch die Offroadtour entlang der Westküste ließ unser Abenteuerherz höher schlagen.

    1️⃣1️⃣ Werden wir in den nächsten 10 Jahren nochmal nach Madagaskar reisen?
    Eher nicht.
    Wir hatten Momente auf unserer Reise die hätte ich gerne gegen eine Packung Gummibärchen getauscht. Es zerreißt einem einfach das Herz💔, wenn man Menschen, vor allem Kinder, leiden sieht 😭😭
    Wir kauften schon immer mehr Bananen, Süßigkeiten oder Knabbersachen, um diese den bettelnden Kindern am Straßenrand zu überlassen. Aber schnell wurde einem klar, man kann damit nicht wirklich helfen 😢.
    Dieser Moment zauberte den Kindern wohl ein Lächeln ins Gesicht, aber letztendlich war diese „gute Tat“ nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
    Des Weiteren stellten wir uns die Frage, wie gut diese „gute Tat“ wirklich war? Es war ein Zwiespalt aus dem kein Entkommen schien, ein teuflischer Rattenschwanz.
    Keine Frage, der Urlaub war lohnenswert, aber erholsam war es eben erst, wenn wir nachmittags in ein Hotel mit Pool eincheckten 😜😎
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    Trip end
    November 12, 2023