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Mongolei und China

Zu Fuss im einsamen Westen der Mongolei unterwegs ... und anschliessend Kultur und Natur im Norden Chinas entdecken! Leer más
  • 22c Naadam - Bogenschiessen

    11 de julio, Mongolia ⋅ 🌧 13 °C

    Das Bogenschiessen findet nicht weit vom Zentral Stadion in einer kleineren Anlage statt. Die Teilnehmenden schiessen nicht auf runde Zielscheiben. Stattdessen zielen sie auf kleine, aus Leder geflochtene Körbe (genannt Sur), die auf dem Boden aufgestapelt sind. Die Männer schiessen aus etwa 75 Metern, Frauen aus rund 60 Metern Entfernung. Pro Umgang werden 40 Pfeile abgeschossen. Wer 30 Treffer hat, ist eine Runde weiter. Für uns irritierend stehen die Schiedsrichter dicht neben dem Ziel und geben die Wertung mit verschiedenen rituellen Armbewegungen dem Schützen und dem Publikum bekannt. Zum Glück sind die Pfeile stumpf!😉Leer más

  • 22b Naadam - Mongolisches Ringen

    11 de julio, Mongolia ⋅ ☁️ 15 °C

    Nach dem Mittagessen gehen wir mit Sana ins Stadion zurück, um dem Bökh, dem mongolische Ringen beizuwohnen. Diese jahrhundertealte traditionelle Kampfsportart gehört neben dem Bogenschießen und den Pferderennen zu den drei "männlichen Disziplinen" der Mongolen. Schon der am Naadam omnipräsente Dschingis Khan nutzte das Ringen, um seine Soldaten fit zu halten.

    Das Ringen findet ohne Gewichtsklassen und Zeitlimiten statt! Das Ziel ist es, den Gegner dazu zu bringen, den Boden mit dem Rücken, Knie oder dem Ellbogen zu berühren. Die Ringer tragen eine traditionelle Jacke (Zodog) mit freier Brust und eine spezielle Hose (Shuudag), meist auch traditionelle mongolische Stiefel (Gutal). Einer Geschichte zufolge war die Brust ursprünglich geschlossen. Nachdem aber angeblich eine verkleidete Frau alle männlichen Ringer besiegte, wurde die Tracht modifiziert, um solchen Ereignissen in Zukunft vorzubeugen! Tja, das haben die mongolischen Männer wohl schlecht ertragen!😉 Es kämpfen "wild" durcheinander verschiedenste Paarungen auf der grossen Rasenfläche im Stadion, keine abgesteckten Plätze. Jeder Kampf wird von einem Schiedsrichter verfolgt, der vor allem auf die Fairness achten soll.

    Vor und nach dem Kampf führen die Ringer traditionelle Tänze auf. So führt der Gewinner den traditionellen "Adlertanz" (Dewech) auf. Er imitiert dabei die Bewegungen eines Adlers, um Stärke und Respekt auszudrücken. Der Verlierer muss dagegen am Ende des Kampfes zum Zeichen seiner Unterlegenheit unter den Armen des Siegers hindurchgehen. Ein Zeichen der Ehrerbietung wie das Abwischen des Sägemehls beim Schwingen in der Schweiz. Nur dass hier der Sieger dem Verlierer das Sägemehl vom Rücken putzt.

    Dieses Jahr nehmen 1024 Ringer am Naadam-Festival teil. Der Wettkampf findet im K.O.-System statt, bis nur ein Sieger übrig bleibt (nach 10 Runden). Die Gewinner werden mit grossen Namen wie Löwe, Gigant oder Titan geehrt und sind im ganzen Land hoch verehrt.

    Typ für Interessierte: Unser Guide Sana macht uns auf die Netflix-Sendung Physical:Asia aufmerksam. Da kann man die mongolischen Ringer bestaunen. Der Gewinner des diesjährigen Naadam soll da zu bestaunen sein!

    P.S.: Allenfalls gab es noch längere Kämpfe, jeoch imponierte mir ein Duell über 68 Min. schon!
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  • 22a Naadam-Festival - Rund ums Stadion

    11 de julio, Mongolia ⋅ ☁️ 14 °C

    Das Naadam-Festival zieht viele Besucher und Besucherinnen aus dem ganzen Land und dem Ausland an. So sind wir doch immer wieder auch dem Schweizer- oder Schriftdeutsch begegnet! Parallel zur wichtigsten Sportveranstaltung der Mongolei ist es auch ein riesiges Volksfest, eine grosse "Chilbi". Um das Zentral Stadion ist mächtig was los. Es ist das Fest und der Nationalfeiertag der Mongolen und wir Touris dürfen daran teilhaben. So soll es sein!Leer más

  • 22 Naadam-Festival - Eröffnungszeremonie

    11 de julio, Mongolia ⋅ 🌧 14 °C

    Für uns beginnt heute eine neue Etappe unserer Reise: das zweitägige Naadam-Festival, gleichbedeutend mit dem mongolischen Nationalfeiertag (11.-13. Juli).

    Im Rahmen des traditionellen Naadam-Festivals werden die kriegerischen und nomadischen Wurzeln der Nation geehrt. Im Mittelpunkt stehen die drei traditionellen Sportarten: mongolisches Ringen, Bogenschiessen und Pferderennen. In Ulaanbataar findet das grösste Naadam statt. Kleinere Veranstaltungen werden auch auf dem Lande durchgeführt. Viele einheimische Besucherinnen und Besucher tragen traditionelle Kleidungen.

    Wir werden um halb Zehn von unserem lokalen Guide Sanaa und der Fahrerin Byambaa im Hotel Grand Hill abgeholt. Im Zentral Stadion steht die zweistündige Eröffnungszeremonie des Naadam-Festivals auf dem Programm. Es ist ca. 15 ° C. kalt und regnet stark. Unterwegs passieren wir viele überschwemmte Strassen. "Das sei leider normal in Ulaanbataar" meinte Sana.

    Die Eröffnungszeremonie ähnelt einer grossen Show von anderen grossen Sportveranstaltungen. Zwei Stunden lang werden wir durch ein spektakuläres und abwechslungsreiches Programm bestens unterhalten. Nach dem eher militärischen Eröffnungsritual und der Ansprache des mongolischen Präsidenten präsentieren sich die verschiedenen Regionen und Ethnien der Mongolei in ihrer farbigen Vielfalt. Dynamische Tanzdarbietungen, musikalische Einlagen, typisches Brauchtum und immer wieder die Integration der landestypischen Tiere gefallen uns. Vor allem auch die sehr lebendigen Darbietungen mit den Pferden begeistern. Wow! Es wird uns so richtig bewusst, welche Bedeutung und hohen Stellenwert das Pferd in der Mongolei hat.

    Wir besuchen heute Nachmittag noch das mongolische Ringen und das Bogenschiessen. Morgen Sonntag fahren wir dann zu den Pferderennen ausserhalb der Stadt. --> siehe separate Footprints.

    Am Abend bringen uns Byambaa und Sanaa in ein zentral gelegenes Appartement der Tsolmon Travel Agency, wo wir für die nächsten Tage untergebracht sind.
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  • 21 Wir verabschieden uns von der Gruppe

    10 de julio, Mongolia ⋅ ☁️ 26 °C

    Heute besichtigen wir zusammen mit Tuka nochmals Ulaanbataar. Mit einem Kleinbus fahren wir zum
    Gandan Kloster, wo wir der Gebetszeremonie der buddhistischen Mönche beiwohnen können (siehe spez. FP). Dann steht das von den Russen erbaute Zaisan Memorial auf dem Programm, eine Gedenkstätte für die gefallenen Soldaten der Mongolei und Russland im 2. Weltkrieg. Das Denkmal erreichen wir über 641 Stufen ... und die Aussicht über die Stadt ist von hier aus überwältigend.

    Danach ist noch eine Shoppingtour in einer Kashmir-Manufaktur und einem Einkaufszentrum angesagt. Unterwegs sind gewisse Strassen wegen des Besuchs des südkoreanischen Staatspräsidenten gesperrt ... und wir gehen die letzten Meter zu Fuss. Die Mongolei verbindet eine enge Freundschaft mit Südkorea. Viele Junge studieren oder arbeiten im nahen Südkorea.

    Den Tag beschliessen wir bei einem gediegenen Nachtessen in einem noblen Restaurant (koreanisches Hot Pot) und Heidi bedankt sich im Namen der Gruppe bei Tuka für ihre herzliche und kompetente Reiseleitung. Bayerlaa!

    Im Gegenzug beschenkt uns Tuka noch mit einer letzten Geschichte:
    Es waren einmal ein Elefant, ein Affe, ein Hase und eine Taube. Die wollten von einem hohen Baum eine Frucht pflücken. Doch die hiengen zu hoch. Also beschlossen die vier Tiere, es miteinander zu versuchen. Doch in welcher Reihenfolge sollten sie sich aufeinanderstellen? Sie wollten sich erinnern, wie hoch der Baum denn in ihrer Kindheit gewesen sei. Der Elefant meinte, dass der Baum gleich gross wie er selber gewesen sei. Der Affe konnte nicht mal die untersten Äste erreichen, so hoch war der Stamm. Der Hase schaute auf den jungen Trieb des Baumes runter, während dessen die Taube den Samen für den Baum gebracht hatte. So kletterte der Affe auf den Elefanten, der Hase auf den Affen und die Taube flog zuoberst auf den Hasen. Zusammen gelang es den vier Tieren nun, die Früchte zu pflücken. Das passende Bild zu dieser Geschichte ist im FP zum Kloster Gandan integriert.

    Zurück im Hotel verabschieden wir uns von unseren Reisegspänlis. Hat Spass gemacht die gemeinsame Trekkingtour. Die Gruppe bricht morgen früh um 5.30 Uhr zum Flughafen auf. Da drehen wir uns nochmals im Bett! Für uns geht die Reise weiter. Wir werden morgen dann um halb Zehn von einem Guide zum Naadam-Festival abgeholt. Wir freuen uns darauf!
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  • 21a Besuch im Gandan Kloster

    10 de julio, Mongolia ⋅ 🌧 18 °C

    Wir besuchen das Gandan Kloster, eines der wichtigsten buddhistischen Heiligtümer der Mongolei. Gleich zu Beginn können wir an der alltäglichen Gebetszeremonie der Mönche teilhaben. Zu den rezitierten Gebeten ertönt immer wieder das meditative Mantra "Om mani padme hum". Eindrücklich und berührend!

    Das 1727 gegründete Kloster prägte bis in die 1930er Jahre das ganze Land.Nach dem Einmarsch der Roten Armee wurde 1937 die Klosteranlage durch den stalinistischen Terror schwer zerstört und im Laife der Zeit wieder aufgebaut. Seit der Demokratisierung der Mongolei in den 1990er Jahren sind wieder viele Klöster im ganzen Land errichtet worden. Tuka selber ist dem Buddhismus sehr zugetan, glaubt jedoch an den Schamanismus und Ahnenkult. Das Eine schliesst das Andere nicht aus!

    Tuka erzählt weiter:
    Ungefähr 800 Mönche kommen zum Beten in die Klosteranlage und zur Verrichtung der verschiedenen Arbeiten. Sie werden durch das Kloster unterhalten, welches sich durch Spenden der Gläubigen finanziert. Etliche Mönche gehen nach ihren Gebeten nach Hause, sind verheiratet und haben Kinder, posten Selfies in Zivilkleidung auf Facebook, führen also ein ziviles Leben. Das Mönchsein sei ihr Beruf! Diese Lebensform der Mönche gäbe es im Buddhismus ausschliesslich in der Mongolei. Der Grund liegt hauptsächlich in der brutalen Unterdrückung der Religion und der Verfolgung der Mönche durch die Russen ab 1924. Fast alle Klöster der Mongolei wurden vernichtet und tausende Mönche ermordet. Der Buddhismus zog sich in den Untergrund zurück und überlebte im Versteckten! Wieder was gelernt...
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  • 20 Kulturschock Ulaanbaatar

    9 de julio, Mongolia ⋅ ☀️ 24 °C

    Heute geht es zurück vom Nordwesten der Mongolei in die knapp 1500 km entfernte Hauptstadt Ulaanbaatar.

    Wir werden vom noch jungen Eigentümer herzlich verabschiedet. Er betreibt das Ger-Camp während drei Monaten von Juni bis August. Den Rest der Zeit lebt er mit seiner Familie in Ulaanbaatar und arbeitet in der Kosmetikbranche. Er freut sich im Sommer aus dem Stau und Smog der Hauptstadt rauszukommen, meint er in gutem Englisch.

    Der"gestressten" Michaela sei Dank, starten wir bereits um 10.15 Uhr mit den unverwüstlichen russischen Kleinbussen Richtung Flughafen und hoffen, dass keine Autopannen den Zeitplan durchkreuzen werden!😉 Der Flug ab Ulaangom ist für 16.10 Uhr vorgesehen. Drei Stunden vor Abflug kommen wir dann am Flughafen an!😉 Zeit genug uns wieder bei unserer Familie zurückzumelden, um FP auf die Reise zu schicken oder auch News reinzuziehen! Und Hoppla! Die Schweiz steht an der Fussball-WM im Viertelfinal, seit 1954 das erste Mal wieder! Jetzt gehts gegen das starke Argentinien. Wird schon, wie Tuka zu sagen pflegt. Übrigens, die Teams unserer Reisegspänlis sind bereits ausgeschieden!😉

    Die Fahrt vom Flughafen ins Hotel braucht viel Geduld, dauert mit über zwei Stunden gut doppelt so lang wie normal. Stau in Ulaanbaatar! Ein grosses Problem, nicht nur an den anstehenden Nationalfeiertagen. Irgendwie fühlt sich das wie ein Kulturschock an!
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  • 19 Ein stimmiger Wander-Abschluss

    8 de julio, Mongolia ⋅ ☁️ 18 °C

    Eine letzte Wanderung (knapp 3 Std.) über die Hügel hinter dem Ger-Camp. Nochmals die Erde riechen und ein letztes Mal den Blick über diese endlosen Weiten schweifen lassen ... und die Stille geniessen. Unglaublich schön, eine tiefe Erfahrung.

    Nach dem Mittagessen im Ger-Restaurant lassen wir uns von den aufgehängten Trachten inspirieren. Tuka und die Eigentümer helfen beim Einkleiden! Sieht doch ganz passabel aus?😉 Am Nachmittag chillen wir, lesen und geniessen ein Nickerchen. Beim Knöchelspiel am Abend haben wir Touris wieder keine Chance gegen die einheimischen Profis. Ist ja klar!😉

    Und Tuka erzählt noch eine weitere Geschichte: Dschingis Khan hatte 5 Söhne. Er gab jedem einen Pfeil mit dem Auftrag, diesen zu brechen, was ohne Probleme gelang. Danach machte er ein Bündel aus 5 Pfeilen und forderte seine Söhne auf, es gleich zu tun! Es gelang nicht das Bündel Pfeile zu brechen. So erteilte Dschingis Khan seinen sich streitenden Söhnen eine Lektion. Einen Pfeil kann man zerbrechen, 5 Pfeile zusammen sind unzerbrechlich. Nur zusammen seid ihr stark und unschlagbar, einzeln dagegen schwach und verloren!
    Nach dem Tod Dschingis Khans stritten die Söhne um die Nachfolge, prägten jedoch das Schicksal der Welt.
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  • 18 Kamele ade - Busse ahoi!

    7 de julio, Mongolia ⋅ ⛅ 19 °C

    Heute Morgen brechen wir unsere Zelte das letzte Mal ab - letzter Trekkingtag! Anstatt der Kamele werden die russischen Kleinbusse geladen!😉
    Wir werden von den uns bereits bekannten Fahrern ins 70 km entfernte Ger-Camp auf 1900 m gebracht (Fahrzeit gute 4 Std.). Eine abenteuerliche Schüttelfahrt über einen Pass 2400 m und quer durch die mongolische Weite. Unterwegs stoppen wir in einem typischen kasachischen Dorf. Die Kasachen sind eine kleine Minderheit in der West-Mongolei ... und seien fleissige Menschen, meint Tuka. Vieles sieht hier jedoch sehr ärmlich und trist aus. Unmittelbar daneben wird Kohle abgebaut. Die Luft erinnert mich an die Besuche bei meinen Grosseltern im Ruhrgebiet als ich noch ein Kind war! Ein paar Kilometer weiter dann zum dritten Mal auf unserer Reise eine Autopanne. Eine Schraube der Nockenwelle sei kaputt gegangen, habe ich mir sagen lassen. Fachmännisch wird dies geflickt und 45 Minuten später fahren wir weiter. Cool! Beim Mittagsrast verabschieden wir uns von den Köchinnen Oyunaa und Otgoo, von Barsaa und Dugeree. Wir sind vom guten Essen auf dem Trekking total begeistert. Danke. Danach wandern wir nochmals eine gute Stunde in der Weite der mongolischen Steppe zum Uureg See. Heidi, Leah und ich nehmen ein Bad. Tuka warnt uns, dass die Einheimischen glauben, es lebe ein riesiges Ungetier im See! Auf Facebook gäbe es Bilder davon! Loch Ness lässt grüssen!😉

    Im wunderschön in der Natur eingebetteten Ger-Camp bekommen alle eine eigene Jurte zugeteilt ... und das grosse Rennen um die heisse Dusche geht los!🤣 Tja, lauwarmes Wasser und spärlicher Druck ist auch ganz okay! Sehr stimmig, dass wir von der Wildnis nicht direkt in die Zivilisation zurückgeführt werden, sondern hier in dieser wunderschönen Landschaft noch einen Moment die Seele baumeln lassen dürfen.

    Tuka zeigt uns nach dem Znacht noch ein mongolisches Knöchelspiel, das mit kleinen Knochen von jungen Ziegen gespielt wird. Es geht ums Sammeln von Kamelen, Pferden, Ziegen und Schafen per Fingerschnippen. Cool!
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  • 17 Das Märchen vom Schaf und der Ziege

    6 de julio, Mongolia ⋅ ⛅ 18 °C

    Heute heisst es definitiv Abschied nehmen von den Kameltreibern Sek und Khöshköö und ihren Kamelen. Sie kehren in einem 2-Tagesritt nach Hause zurück. Wir wandern weiter durchs Tal raus und überqueren ein letztes Mal mit den Pferden den Fluss Yamaat. Die 5-stündige Wanderung führt durch die Flusslandschaft, stetig der Zivilisation entgegen, bis wir am Ende des Nationalparks unweit des Berges Baga Yamaat in der Region Tel Mod unseren letzten idyllisch gelegenen Zeltplatz auf 2100 m finden.

    Kaum "eingecheckt" bekommen wir Besuch. Aus einer nahen Jurte kommt die Grossmutter mit zwei Enkel vorbei und bietet selbstgemachte Tierfiguren aus Filz an. Für 80'000 Turgik (ca. Fr. 20) kaufen wir ein Kamel und ein Pferd für unsere beiden jüngsten Enkel!

    Tuka erzählt uns am Abend noch ein mongolisches Märchen.

    Es war einmal ein altes Paar, das hatte ein Schaf und eine Ziege. Eines Tages sprach die Ziege zum Schaf: "Lass uns von hier abhauen. Bevor die beiden Alten sterben, werden sie uns bestimmt schlachten!" Also schlichen sie sich eines Nachts davon. Sie kamen bei einem Wolfskadaver vorbei. Die Ziege forderte das Schaf auf, doch ein paar Knochen des verendeten Wolfs mitzunehmen. Später trafen die Beiden auf ein Rudel Wölfe. Wie es inder Mongolei Sitte ist begrüssten sie sich höflich und berichteten über ihre Reisen. Dann fragten die Wölfe:"Wollen wir etwas essen?" Da meinte die Ziege zum Schaf:"Wir haben doch noch Überreste unseres gestrigen Mahles." Als die Wölfe die Knochen ihrer Artgenossen sahen, bekamen sie es mit der Angst zu tun und nahmen reissaus. Etwas später kam dem Leitwolf das Ganze komisch vor und er meinte:"Das muss ich nochmals checken gehen!" Auf dem Weg zurück trafen sie auf einen Bären, der sie begleiten wollte. Die Ziege hat bereits geahnt, dass die Wölfe zurückkehren würden. Sie befahl dem Schaf, auf den Baum zu klettern. Mühsam stieg das Schaf auf den hohen Baum. Gerade rechtzeitig, bevor die Wölfe mit dem Bär anrückten. Das Schaf zitterte so stark vor Angst, dass es als weisse Kugel dem Bären vor die Füsse fiel. Worauf die Ziege zu Bär und Wölfen sagte:"Immer zuerst die Kleinen, dann die Grossen!" Der Bär erschrak so sehr darüber, dass er sich schnell davon machte. Da dachte der Leitwolf bei sich, die Beiden sind irgendwie speziell Typen und er machte sich mit seinem Rudel davon. Von da an gingen Schaf und Ziege gemeinsam ihre Wege: voraus die clevere Ziege und dahinter das dümmliche und folgsame Schaf.

    Und tatsächlich: in dieser Kombi haben wir viele Herden auf unserem Trekking beobachten können!
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  • 16 Die Seele baumeln lassen...

    5 de julio, Mongolia ⋅ ☁️ 18 °C

    Heute ist offizieller Ruhetag. Heidi geht am Vormittag mit Tuka und einem Teil der Gruppe auf eine kleine Wanderung. Ich bleibe im Camp. Zeit zum Lesen, FP schreiben, Powerbank laden mit Alex' Solarpanel, Schuhe trocknen, Kleider waschen, Baden im Bach ... und die Seele baumeln lassen. 😊

    Am Nachmittag wechselt sich die Sonne mit Regen und starkem Wind ab. Wir spielen im Küchenzelt mongolisches Poker und bereiten die Couverts für die Trinkgelder der Crew vor. Morgen werden die Kamele ein letztes Mal unsere Lasten tragen, bevor sie dann von den Kameltreibern Sek und Khöshköö wieder nach Hause geführt werden.

    Nach einem köstlichen Abendessen werden wir vom Küchenzelt nach Draussen gebeten. Die Männer der Crew haben im trockenen Flussbett Holz für ein Lagerfeuer aufgeschichtet. Endlich brennt das nasse Holz und die mongolische Nationalhymne wird gesungen. Die Couverts mit den Trinkgeldern werden an die Crew übergeben und Degeree bedankt sich bei der Gruppe für die gemeinsame Reise und unseren Besuch in der Mongolei. Abwechslungsweise werden von uns Gästen und den Mongolen Lieder gesungen. So klingt auch der Schweizer Klassiker "Es Buurebüebli" in die mongolische Nacht. Und natürlich wird die eine oder andere Flasche Wodka spendiert und in der atmosphärischen Runde ums glimmende Feuer kredenzt. Prost!
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  • 15 Ein Bach mit Tücken!

    4 de julio, Mongolia ⋅ ☁️ 19 °C

    Nach dem langen gestrigen Tag, steht heute eine kürzere Wanderung auf dem Programm. Gleich am Anfang queren wir in einem angenehmen Anstieg den Ereesen Pass 2934 m und gelangen anschliessend mit vielen Serpentinen ins Tal Yamaat runter. Wir sehen bereits von oben das Ziel unserer heutigen Wanderung bei einem Wald am Yamaat-Fluss. Wiederum müssen Bäche überquert werden, einmal per Pferd und kurz vor dem Camp einmal zu Fuss. Die Anderen ziehen ihre Schuhe aus und ich will von Stein zu Stein "hüpfen". Es klappte nicht ganz nach meinen Vorstellungen.🤣 Das Resultat sind nasse Schuhe und Hosen ... und ein leicht verstauchtes Handgelenk. Tja, shit happens! Kurz darauf erreichen wir nach gut 6 Stunden unser Zeltlager auf 2350 m, wo wir zwei Nächte bleiben werden. Morgen ist Ruhetag, also Zeit um meine Bergschuhe trocken zu kriegen!😉

    Unterwegs erzählt uns Tuka, wie in der Mongolei die Menschen beerdigt werden. Die grosse Mehrheit der Mongolen gehören dem Buddhismus an, glauben also an die Wiedergeburt. Es gibt vier verschiedene Arten von Beerdigungen. Die Erd- und Urnenbestattung, wie wir es auch bei uns kennen. Dann die Mumifizierung: Hochangesehene Mönche sterben scheinbar sitzend beim Meditieren und werden danach von vorbestimmten Schülern mumifiziert und weiter verehrt. Die Vierte ist die Aussetzung. Der nackte Leichnam wird auf einen Berggipfel getragen und der Natur übergeben. Ein Schamane bestimmt, in welche Richtung er hingelegt wird Die Mongolen sagen, je schneller der Leichnam von Tieren gefressen wird, umso reiner sei der Mensch zu Lebzeiten gewesen. Spannend, sich dies bei uns vorzustellen.
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  • 14 Ein langer und intensiver Tag

    3 de julio, Mongolia ⋅ ⛅ 18 °C

    Nach knapp 10 Std. unterwegs erreichen wir müde unser Camp. Das war ein langer und intensiver Tag. Doch der Reihe nach.

    Der Wetteegott meint es gut mit uns: Sonnenschein und blauer Himmel. Vom Zeltlager auf 2680 m führt ein guter Pfad mit Serpentinen knapp 300 Hm steil aufwärts. Ansonsten wandern wir ja hier in der Mongolei über wegloses Gelände. Keine markierten Bergwege wie bei uns!😉 Wir warten auf der Passhöhe auf die Karawane für ein Gruppenfoto. Dann gehts weiter über eine weite Hochebene zwischen den Turgen- und Kharhiraa-Bergketten. Eindrücklich die Schneeberge, vor allem auch der 4037 m hohe Kharhiraa. Auf der Hochebene ist mächtig was los: Herden von Yaks, Pferden, Kamelen, Ziegen und Schafen weiden. Immer wieder ziehen Reiter mit Tieren an uns vorbei, ein kleines Schwätzchen mit unseren Guides inklusive. Zur Mittagszeit um halb Zwei besuchen wir spontan eine Nomadenfamilie in ihrer Jurte. Wiederum ein sehr authentischer Einblick in die Lebensrealität der Nomaden (siehe spez. FP). Mittagspause machen wir dann um 15 Uhr oberhalb eines Sees. Aus dem Nichts erinnert mich Heidi an die aktuell stattfindende Fussball-WM! Ich ertappe mich, dass ich tatsächlich während unseres Trekkings ohne Internetzugang NIE an die WM gedacht habe. Gut so! Trotzdem frage ich mich nun, wie es der Schweiz wohl ergangen ist? Danach gehts nochmals per Pferd über einen Bach und über unendlich lange Hügelzüge und Weiten ins Tal Olon Nuuriin Belchir, der für seine unzähligen Seen bekannt ist. Endlich - einigen ist bereits das Wasser ausgegangen und Gerhard seine Energie - kommt um halb Sieben unser Camp in Sicht, sogar mit einem kleinen, idyllischen Bachlauf. Kurz am Bach erfrischt "stürzen" wir uns alle mit Bärenhunger aufs leckere Abendessen. Danke.Leer más

  • 14a Ein zweiter Besuch in einer Jurte

    3 de julio, Mongolia ⋅ 🌙 13 °C

    Auf unserer Wanderung über die Hochebene von knapp 3000 m kommen wir an Jurten vorbei. Tuka organisiert für die Gruppe einen weiteren spontanen Besuch bei einer mongolischen Familie. Und wieder geniessen wir die mongolische Gastfreundschaft und bekommen Milchtee, getrockneten Quark und zum Schluss vom Hausherr einen Schnaps serviert (kein Wodka). Herrlich, wie der Hausherr seinen Milchtee schlürft. Da habe ich definitiv noch Potential nach oben!😉

    Die Familie hat vier Kinder, drei Buben und ein Mädchen. Ein junger Bursche von einer benachbarten Jurte ist auch noch zu Besuch. Bei vier Kindern bekommen die Mütter in der Mongolei offenbar einen Orden, erklärt uns Tuka. Und dazu können sie noch mit 50ig in Rente gehen, bekommen vom Staat also eine kleine Pension! Das wär doch mal ein Anreiz zur Steigerung der Geburtenrate bei uns!😉
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  • 13 "Es schifft"! Chillen ist angesagt...😉

    2 de julio, Mongolia ⋅ ☁️ 16 °C

    Heute regnet es immer wieder, die Berge sind von Wolken und Nebel umhüllt ... und unsere Schuhe immer noch nass! Wir bleiben beim Frühstück sitzen und spielen Karten mit Tuka und Dugeree. Das mongolische Poker macht Spass, wenn auch meine Glückssträhne vorbei ist!😉 Dank mongolischen Kräutertees und Schwitzkur hat sich auch Barbara wieder erholt.

    Am Nachmittag kommt dann doch noch die Sonne raus ... und lässt unsere Bergschuhe trocknen. Und am Abend werden wieder Teigtaschen geformt für das Nachtessen, mmh!

    Heute habe ich Zeit und Musse für etwas Geschichte!😉
    Dschingis Khan (1162-1227) ist sicherlich die zentrale Figur der mongolischen Geschichte. Es gelang ihm, durch kriegerische und politische Geschicke die vormals zerstrittenen Völker der mongolischen Hochebene zu vereinen. Durch seine Feldzüge weitete er sein Reich bis zum heutigen Iran und nach China aus. Eindrücklich, das Postsystem mit Schnellreitern war bis zur Erfindung der Eisenbahn zweifellos das Schnellste der Welt. Fünf Tage brauchte ein Brief für 1500 km von Khovd nach Ulaanbaatar, während zwischen Berlin und Paris mindestens drei Wochen benötigt wurden.

    Im 17. Jh. übernahm die Mandschu-Dynastie die Herrschaft in China und weitete ihr Staatsgebiet durch Bündnisse mit mongolischen Nachbarstämmen aus. Diese Stämme bekamen eine gewisse Autonomie, wurden mit der Zeit jedoch als Innere Mongolei von China einverleibt (bis heute). Die (äussere) Mongolei kam erst hundert Jahre später unter die Herrschaft Chinas. Diese dauerte bis zum Zusammenbruch der Mandschu-Dynastie in China anfangs 19. Jh. an.

    1921 marschierte die Rote Armee zusammen mit mongolischen Revolutionären in die Mongolei ein. 1924 wurde die Mongolei zur Volksrepublik mit Autonomiestatus erklärt und der Sowjetunion einverleibt. Nach politischen Wirren um die Macht ermordeten 1937 sowjetische Truppen die Abweichler, die mongolische Intelligenz und Mönche. Man geht von 30'000 Ermordeten aus, ungefähr 5% der damaligen Bevölkerung! Auch ein grosser Teil des kulturellen Erbe und die Klöster wurden vernichtet. Danach wurden in der Mongolei nach sowjetischem Beispiel Gesundheits-, Bildungs- und Landreformen durchgeführt, was zu einer Art Blütezeit führte.

    Mitte der 80er Jahre begannen Perestroika und Glasnost auch in die benachbarte Mongolei auszustrahlen. 1990 fanden die ersten freien Wahlen statt. Es begann ein Demokratisierungsprozess. Die neue Freiheit führte jedoch nach dem Zusammenbruch der sowjetischen Verteilungsstrukturen zu einer grossen Wirtschaftskrise ... und viele Mongolen wünschten sich das alte System zurück. Heute streiten sich vor allem zwei Parteien um die Macht: die Demokraten und die MRVP (ehemalige Staatspartei).

    Geografisch liegt die Mongolei eingeklemmt zwischen Russland und China. Die Mongolen sagen: "Von den Chinesen haben wir das Spucken gelernt, von den Russen das Trinken (Wodka)!" Unser Guide Tuka erzählte uns zu Beginn der Reise, dass das Verhältnis der Mongolei zu Russland viel entspannter sei als zu China. Die Russen hätten in der Mongolei grosse Infrastrukturen aufgebaut und es herrscht bis heute ein reger Handel. Vor Chinas zukünftigen Ambitionen, sich die Mongolei einverleiben zu wollen, herrscht allerdings ein sehr grosser Respekt. Daher ist für die Mongolei wichtig, dass Russland als starker Partner auftreten kann.

    P.S.: Die Innere Mongolei, ist bis heute eine Provinz Chinas, wo vier Millionen Mongolen leben, also mehr als in der heutigen Mongolei. Gemäss Tuka gibt es bereits chinesische Landkarten, bei welchen die (äussere) Mongolei zu China gehöre.
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  • 12 Die Rache des Schneeleoparden

    1 de julio, Mongolia ⋅ ☁️ 16 °C

    Heute steht die 6-stündige Wanderung zu den fünf kristallklaren Seen an. Drei Teilnehmerinnen bleiben im Camp (2680 m) und ruhen sich aus. Wir Restlichen starten bei prächtigem Wetter unsere Wanderung, zuerst dem Fluss entlang, über Geröll und Gestein stetig ansteigend bis gut 3000 m Höhe, umgeben von farbenprächtigen Wildblumenwiesen. Und dann gibt es gleich zwei Wow-Effekte zu bestaunen: der eindrückliche Schneelotus und die Bergseen, umgeben von schneebedeckten Bergen. Was für ein Panorama!

    Auf dem Rückweg nach der Mittagspause überrollt uns ein Gewitter mit heftigem Regen und Hagel. Das Wetter weiss den Rest des Tages nicht so recht, was es will ... und bleibt unbeständig. Doch zurück um Camp erwarten uns bereits wieder Kaffee und Guetzli! Bin gespannt, ob unsere nassen Schuhe bis morgen einigermassen trocknen.

    Unterwegs erzählt uns Tuka eine weitere Geschichte:
    Ein Nomade wollte einen Schneeleoparden jagen, verletzte ihn jedoch nur. Aus Angst vor der Rache des Schneeleoparden zog er mit seiner Familie über 100 km weit weg. Eines Tages kam er von seiner Arbeit zu seiner Jurte zurück und sah, dass seine Familie und alle Tiere getötet waren. Niemand hatte
    überlebt! Er wusste sofort, wer dafür verantwortlich war. In seiner Trauer betrank er sich und weil er nichts mehr zu verlieren hatte, legte er sich auf die Lauer. Irgendwie bemerkte er über sich plötzlich einen Schatten und schoss. Er traf den Schneeleoparden direkt ins Herz. Der Nomade überlebte und erzählte von da an seine Geschichte (so geschehen angeblich in den 1960er Jahren).

    Auch nach dem Nachtessen bleibt Tuka bei der Gruppe sitzen und erzählt aus ihrem Leben. Die Familie und der Zusammenhalt scheinen hier in der Mongolei die zentrale Rolle im Leben der Menschen zu spielen. Nicht schlecht gestaunt haben wir, dass vor einer Hochzeit in der Regel medizinische Tests gemacht und gegenseitig offengelegt werden. Entweder akzeptiert man/frau die zu erwartenden "Mängel" oder nicht! "Das sei doch fair so", meinte Tuka. Bei uns zuhause im Westen "kaufen wir die Katze im Sack"!😉
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  • 11 Majestätisch grüssen die Schneeberge

    30 de junio, Mongolia ⋅ ☁️ 14 °C

    Auch heute ist der Fluss unser Begleiter. Wir wandern gute 5 Stunden weiter durchs Tal hinauf, vorbei an schneebedeckten Gipfeln ... und geniessen die Stille der Weite. Unterwegs stossen wir immer wieder auf Tierkadaver, Hörner und verbleichte Knochen. Gleich zweimal überqueren wir wasserreiche Bäche, einmal wieder mit Hilfe unserer Taxireiter, yeah! Barbara hat leider die Grippe erwischt und wir marschieren in gemächlichem Tempo. Nach der Mittagspause wird sie mit dem Pferd zum Zeltlager auf 2680 m geführt. Hier bleiben wir nun für drei Nächte. Heidi und ich sind gesund und munter, schlafen gut in den Zelten ... und geniessen die Tour. " Holz alänge..."

    Am Abend erzählt Tuka eine weitere Geschichte:
    Ein junger, verliebter Mann musste in den Krieg ziehen. Seine Geliebte schenkte ihm beim Abschied ein Pferd. Wenn es dunkel wurde bekam das Tier Flügel, so dass der Soldat jede Nacht seine Geliebte besuchen konnte. Eine andere Frau hatte auch ein Auge auf ihn geworfen! Aus Eifersucht schnitt sie eines Nachts dem Pferd die Flügel ab und der junge Mann konnte seine Geliebte nicht mehr besuchen. Zutiefst traurig formte der junge Mann mit dem Schädel und den Schwanzhaaren des Pferdes ein Instrument, das er mit einem Bogen aus weiteren Schwanzhaaren bespielte. Die zweisaitige mongolische Pferdekopfgeige war geboren!

    Und wieder spielen wir Karten. Langsam wird es unheimlich: 3x gespielt - 3x gewonnen! Ich hätte um ein mongolisches Pferd spielen sollen!🤣
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  • 10 Per Taxireiter über den Fluss

    29 de junio, Mongolia ⋅ ☁️ 14 °C

    In der Nacht zog ein veritables Gewitter über das Camp hinweg! Doch die Zelte haben dem starken Wind und Regen standgehalten, alles blieb trocken! Gut so...

    Der Tag beginnt mit einer Flussdurchquerung hoch zu Ross! Zwei Kameltreiber und Barsaa sind unsere Taxireiter! Das war ein super cooles Erlebnis! Danach wandern wir bergauf Richtung Zagaan Saagiin (3100 m). Michaela ist mit ihrem Husten geschwächt heute. So entscheidet sich die Gruppe für die von Tuka skizzierte Option, um den Hügelzug herum mit weniger Höhenmeter zum Zeltlager nach Dund Khoroo zu wandern und nicht über den steilen Pass. Auch so hat die knapp 6-stündige Wanderung Spass gemacht. Umso mehr, dass wir vom Gewitter verschont blieben und mit einsetzendem Regen im Camp ankamen ... und wie gewohnt im Küchenzelt Kaffee, Tee und Guetzli für uns bereitstanden! Bayarlaa - Danke.

    Am Abend lernen wir mit Tuka noch mongolisches Poker. Macht Spass!😉
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  • 09 Tschüss ... und mongolisches Essen

    28 de junio, Mongolia ⋅ ☁️ 16 °C

    Nach dem Frühstück verabschieden wir leider Stephan und Astis. Sie brechen wegen Stephans Gesundheitszustandes das Trekking ab. Unser Guide Tuka organisierte gestern von einem Hügel aus ein Fahrzeug mit Übersetzerin, welche die Beiden nach Ulaangom in ein Hotel und ins Spital begleiten wird. Alles weitere ist aktuell noch offen. Gute Besserung und gute Heimreise!

    Wir übernachten heute nochmals hier am Fluss und erkunden daher tagsüber die Gegend des Turgen Gebirges. mit farbenprächtigen Blumen, erfreuen uns über die schneebedeckten Berge mit ihren Gletschern und geniessen die Ruhe der Landschaft. Mittagspause machen wir oberhalb eines kleinen eindrücklichen Canyons. Wieder bin ich von den intensiven Farben beeindruckt. Zurück im Camp auf 2340 m, nach knapp 6 Stunden Wanderung (+500m), kriegen wir gerade noch mit, wie ein Schaf fertig geschlachtet wird. Eindrücklich! Und die vielen Milane umkreisen gierig die Szenerie!

    Das Abendessen muss heute verdient werden! Wir dürfen mithelfen mongolische Teigtaschen zu formen. Die werden frittiert und schmecken lecker. Nach dem "Znacht" kommen wir mit Hilfe von Tuka mit dem mongolischen Team ins Gespräch. Bei allen Begegnungen bisher bekommen wir das Gefühl, nicht nur wegen dem Verdienst gern gesehene Gäste zu sein. Die Nomaden zeigen ihre Freude, dass wir ihr Land bereisen und uns für ihr Leben interessieren. Von "Overtourism" kann hier (noch) keine Rede sein!
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  • 08 Die Geschichte vom Kamel

    27 de junio, Suiza ⋅ ☁️ 28 °C

    Unser Guide Tuka verwöhnt uns unterwegs mit einer mongolischen Geschichte!

    Das Kamel war zu früher Zeit ein wunderschönes Tier, mit einem buschigern Schwanz und einem prächtigen Geweih auf dem Kopf. Das selstverliebte Wesen bewunderte jeden Tag sein Spiegelbild im glatten See. Eines Tages kam ein Pferd vorbei und fragte, ob es nicht den buschigen Schwanz für ein Fest ausleihen dürfe? Es würde den Schwanz dann am anderen Tag wieder zurückgeben. Das Kamel war einverstanden. Etwas später kam ein geweihloser Hirsch vorbei und fragte das Kamel um die Ausleihe des Geweihs. Auch damit war das Kamel einverstanden. Soweit so gut. Am anderen Tag wartete das Kamel auf Pferd und Hirsch. Doch beide erschienen nicht ... und ja, das Kamel wartet bis heute noch! Daher schaut das Kamel seither so traurig in die Welt! Und ja, der Hirsch dagegen streift jedes Jahr sein Geweih ab, da es ihm ja eigentlich nicht gehört!

    Und es wird auch noch gewandert heute ... und nicht zu knapp! Wir überqueren gleich zu Beginn des Tages wieder einen Pass, den Gyalash 2453 m. Die knapp 7-stündige Wanderung (+700 m/-500 m) führt uns über coupiertes Gelände bis zu den Ufern des Flusses Turgen, wo wir campieren (2350 m). Die gesamte Wanderung war begleitet von ständigem An- und Ausziehen der Regenmontur! Zwischendurch erfreute uns jedoch immer wieder die warme Sonne.

    Das kalte und erfrischende Bad im Fluss ist der verdiente Lohn heute, inkl. Wäsche waschen. Dabei müssen wir darauf achten, dass das Wasser nicht verschmutzt wird. Die Reinheit des Wassers ist hier in der Mongolei ein wertvolles Gut!
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  • 07 Jetzt gehts so richtig in die Berge

    26 de junio, Mongolia ⋅ ☁️ 15 °C

    Heute geht es mit dem Trekking so richtig los. Wir wandern über den Pass Uliastai (2400 m) mit einmaligen Ausblicken auf weite Täler mit Jurten der Nomaden und kristallklare Seen.
    So haben wir uns die Mongolei vorgestellt. Noch ist es trocken. Doch beim Abstieg heisst es dann den Regenumhang montieren ... bis ca. eine Stunde vor dem Ziel. Das Mittagessen beim Khukh-See fällt dementsprechend kurz aus. Entlang des Sees und über Hügel wandern wir bis zu einem Ort namens Khujirt (2070 m). Nach gut 6-stündiger Wanderung (+700 m / - 600 m) erwartet uns bereits das Zeltlager, ein Begrüssungskaffee mit Guetzli und blauer Himmel mit warmem Sonnenschein. Cool!

    Vor dem Abendessen darf ich die Kameltreiber beim Kartenspiel beobachten, ein Glas Wodka inklusive. Das erste angebotene Glas muss in einem Zug ausgetrunken werden. Danach darf auch genippt werden!🤣

    Wer ist jetzt alles mit uns unterwegs? Wir sind eine Gruppe von 13 Gästen: aus Österreich 7, aus Deutschland 4 und wir 2 Pappenheimer aus der Schweiz. Leah ist mit knapp 27 die Jüngste, Gerhard mit knapp 70 der Älteste. Heidi und ich reihen uns bei den 5 Pensionierten ein! 😉 Stephan ist seit ein paar Tagen stark erkältet und "schleppt" sich die Hänge hoch. Auch Gerhard muss achtsam mit seiner Diabetes umgehen. Die meisten Teilnehmenden sind erfahrene Trekkerinnen und es gibt viele Möglichkeiten für spannende Gespräche.

    Begleitet werden wir von einem 7-köpfigen Team: Tuka ist unser Guide. Zum 4. Mal führt sie eine Reisegruppe über diese Trekkingroute. Der junge Medizinstudent Barsaa hat Semesterferien und hilft ihr als lokaler Guide dabei. Das gesamte Gepäck wird mit 10 Kamelen transportiert und 5 Reitpferde begleiten die Karawane. Der Chef der 3 Kameltreiber ist der 67-jährige Dugeree, der Barsaas Grossvater ist. Wir nennen ihn Opa! Dann sind da noch Sek und Khökshöö. Für die Küche sind zwei Frauen, Oyunaa und Otgoo, verantwortlich.
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  • 6a Zu Besuch in der Jurte

    26 de junio, Mongolia ⋅ ☁️ 25 °C

    Aus der Not entstehen oft spannende Optionen. So auch heute!

    Erst der Schaden an der Kupplung des Kleinbusses ermöglicht den spontanen Besuch bei einer nahe gelegenen Nomadenfamilie. Unser Guide Tuka geht vor und fragt an, ob unsere Gruppe auf eine Stipvisite in die Jurte reinkommen dürfe? Man stelle sich dies bei uns vor, plötzlich möchten 15 Personen in die gute Stube rein! So geschehen hier in der Mongolei. Die Gastfreundschaft wird grossgeschrieben und unkompliziert gelebt. Wir werden mit Milchtee und getrocknetem Quark bedient, letzteres sehr gewöhnungsbedürftig. Tuka ist mit der Nomadin im Gespräch und erfährt, dass ihr Mann vor ein paar Jahren gestorben ist. Seither ist sie für die Frauen- und Männerarbeit zuständig. Sie zieht mit der Familie eines Cousins weiter, dessen Jurte in der Nähe steht. Die schulpflichtigen Kinder sind während der Ferienzeit (3 Monate im Sommer und 1 Monat im Winter) bei der Mutter und helfen mit. Die Schule besuchen sie in einem entfernten Verwaltungszentrum. Alle Kinder zusammen wohnen in einer Jurte nahe der Schule. Dabei schauen die älteren Töchter (13 + 14 J.) zu ihren jüngeren Geschwister und besorgen auch den Haushalt in der Jurte. Alle Achtung!

    Das Nomadenleben scheint hart und EINFACH zu sein. Auf engstem Raum wird in der Jurte gelebt und geschlafen, kein Platz für Privatsphäre. Draussen steht ein Pickup und weit weg erahnen wir die Tiere der Familie (vor allem Ziegen, Schafe und Pferde). Wir sind erstaunt, wie gut und sauber die Menschen angezogen sind. Das haben wir in Brasilien auch anders erlebt. Wir sehen Einfachheit, jedoch keine Armut respektive Elend. Tuka erklärt, dass viele Nomaden wohlhabend sind. Der Reichtum liegt in den Tieren. Werden sie verkauft, fliesst ein schöner "Batzen" auf das Bankkonto. Immer wieder verlieren Nomaden jedoch auch ihre Tiere - und damit ihre Existenz - durch aussergewöhnliche Kälte und Trockenheit. Oft bleibt dann nur noch der Weg in die Stadt ... gleichbedeutend mit dem Ende des Nomadenlebens!
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  • 06 Mongolischer Alltag

    25 de junio, Mongolia ⋅ ☁️ 16 °C

    Ich sitze auf einer Hochebene im Altai-Gebirge mit Blick auf unser Zeltlager ... und habe Musse, den FP von gestern zu schreiben.

    Es war ein abenteuerlicher Tag mit Einblicken in die mongolische Realität! Auf der Rückfahrt nach Ulaangom stand plötzlich einer der drei Kleinbusse still: Kupplungsprobleme, wie sich herausstellte. Ein Fahrerkollege holte in einem Dorf das Ersarzteil und die Fahrer reparierten gekonnt das Fahrzeug. Der glückliche Zufall wollte es, dass wir in der Nähe von zwei Jurten stehen blieben. Tuka organisierte spontan einen Besuch bei der mongolischen Familie (siehe Spezial-FP).

    Zwei Stunden später ging die Reise weiter. In Ulaangom kauften wir noch für die nächsten 14 Tage ein, was unerlässlich ist, z.B. eine Flasche Wodka (zum Teilen!). Kaum losgefahren stand das andere Fahrzeug an einem Kreisel still! Der Abschleppdienst wurde vom Kollegen übernommen und in einer Seitenstrasse flickten die Fahrer dann die defekte Zündung. Und weiter ging es dann ins Tal Tenuu, das inmitten der Altai Sayan Gebirgskette liegt.

    Hier wartete die Kamel-Karawane auf uns. Wow, es sieht für uns total ungewohnt aus, diesen Tieren in den Bergen zu begegnen. Das gesamte "Baggasch" wurde von den Kleinbussen auf die Kamele umgeladen. Es geht nun für die nächsten 12 Tage mit den lokalen Guides Tuka und Barssa, den Kamelführern und dem Küchenteam in die Berge.

    Nach einer kurzen Wanderung erreichten wir noch vor der Karawane unseren Übernachtungsort am Bachufer in Zuun Salaan Belchir (1950 m) Schnell wurden die Zelte aufgestellt und das Küchenteam zauberte um 22 Uhr noch ein schmackhaftes "Znacht" auf den Tisch! Nach einer Runde Wodka legten wir uns dann müde und zufrieden ins Zelt. Das hat das mongolische Team heute toll hingekriegt mit all diesen Pannen und Verspätungen. Wir sind beeindruckt ... oder wie Tuka immer sagt: "Wird schon!"
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  • 05 Sand, Sand und nochmals Sand!

    24 de junio, Mongolia ⋅ ☁️ 20 °C

    Eine Dünenwanderung zur Oase Baganuur steht auf dem Programm heute. Das Wetter soll etwas unbeständig sein, jedoch angenehm kühl zum Wandern. Nach gut drei Stunden erreichen wir den See, inmitten der Dünenlandschaft, wow! Leider fällt die Mittagspause wegen aufkommenden Regens etwas kurz aus. Der Regen lässt dann wieder nach und auf dem Rückweg machen wir ausgiebig Erfahrungen mit dem weichen Sand, anstrengend! "Um die Ecke" warten die Busse und bringen uns wieder ins Zeltlager zurück. Mir reichen die fünf Stunden im Sand!😉 Ein paar Hartgesottene, darunter Heidi, gehen im Regen zu Fuss noch eine Stunde zurück. Ich nehme den Bus und genehmige mir ein erfrischendes Bad im See. "Wenns onde schefft ond obe seicht"!

    Der Tag endet mit einem schmackhaften Znacht ... und mit Hilfe eines deutsch-mongolischen Bilderhefts kommunizieren wir rudimentär mit dem mongolischen Team. Es darf gelacht werden! Ausser Tuka spricht niemand Deutsch oder Englisch.
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  • 04 Eine wilde Fahrt mit Überraschungen am Wege

    23 de junio, Mongolia ⋅ ☀️ 25 °C

    Mein "Bislidrang" war dafür verantwortlich, dass ich heute Morgen einen wunderschönen Sonnenaufgang über dem Uvs Nuur, einem Salzsee, beobachten durfte, wow! Nach einem europäischen Frühstück, die Mongolen bevorzugen Suppen, brechen wir zu einer ersten Wanderung entlang des Seeufers auf, das Vogelforschungsgebiet des WWF und Weltnaturerbe der UNESCO ist. Abwechslungsweise wandern und fahren wir zweimal je eineinhalb Stunden am heutigen Tag durch Wüstenlandschaften. Ich bewundere die Fahrer mit ihren russischen Bussen, wie sie uns versiert über äusserst holprige Pisten pilotieren! Wir halten zweimal spontan auf der Strecke an: Einmal um eine wilde Kamelherde zu beobachten und ein zweites Mal, um dem Schafscheren bei einer mongolischen Familie zuzusehen. So cool!

    Tuka erzählt, dass es noch ungefähr 130'000 Nomadenfamilien gibt. Viele seien in die Hauptstadt migriert in der Hoffnung auf ein besseres, einfacheres Leben. Die Realität ist dann jedoch oft eine Andere! Der Staat fördere zwar die nomadische Lebensform, gleichzeitig seien die Millionen Tiere auch für die Überweidung in gewissen Regionen problematisch und somit für das Verbreiten der Wüste verantwortlich.

    Der Ehemann unseres Guide Tuka stammt aus einer Nomadenfamilie. Aktuell leben sie als Familie in Ulaan-Baatar, wo er als selbständiger Goldschmied arbeitet und zu den Kindern (16 + 8 Jahre) schaut, wenn sie abwesend ist. Letzteres sei in der Mongolei eher unüblich. Wenn seine Mutter sterben sollte, würde er als Jüngster (ist hier offenbar Tradition) der Familie nicht allzu weit von der Hauptstadt entfernt das Nomaden-Erbe antreten. Sie werde dann mit ihrem Mann dorthin ziehen ... jedoch würde sie weniger arbeiten wollen, als frühere Generationen!

    Am späteren Nachmittag erreichen wir den Bayannur-See und das aufgebaute Camp. Ein erfrischendes Bad im See rundet diesen Tag wunderbar ab, mit Abendessen und Übernachtung im Zelt direkt am See (ca. 936 m).
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