• Wanderklebchen
Oct – Dec 2022

Jakobsweg, Part 2

Die zweite Auszeit hat wegen Covid etwas auf sich warten lassen, aber nun traue ich mich noch einmal auf den Camino 🥳 Es geht auf der Via Podiensis ab Cahors durch Frankreich und anschließend auf dem Camino Frances in Spanien weiter. Read more
  • Trip start
    October 27, 2022

    Prolog: Cahors: Get things started

    October 27, 2022 in France ⋅ ⛅ 26 °C

    Endlich gehts wieder los!
    Nach ein paar schönen Tagen bei Lucille, aussichtsreichen Wanderungen und Stadtrundgängen, startet nun meine kleine Pilgerreise in Cahors.

  • 1. Etappe: Gamel (27 km)

    October 28, 2022 in France ⋅ ⛅ 17 °C

    Der Anfang ist gemacht und die erste Etappe geschafft 🥳
    Ich bin entspannt in den Tag gestartet. Die Jugendherberge in Cahors ist sehr neu und zentral gelegen und (das Allerwichtigste) Frühstück gibts bis 9:15! Und so hat es sich zugetragen, dass ich mich erst kurz vor 10 auf den Weg gemacht habe, trotz der relativ langen Etappe für den Camino-Start 🙈
    Abwechslungsreich gings bergauf, bergab, durch Wälder (inkl. Reh-Sichtung), über Felder und so manch hübschen Ort - bei Sonne, Wolken und für die Jahreszeit viel zu heißen Temperaturen.
    Dank Lucilles unermütlichen Einsatz hab ich trotz einem Pferdesport-Event, das gerade in der Gegend stattfindet, eine sehr schöne (wenn auch etwas teurere) Unterkunft für die Nacht. Dafür schlafe ich aber auch in einem kleinen, aber sehr feinen Baumhaus (nur für mich!) mit eigenem Bad irgendwo im nirgendwo (der Sternenhimmel ist phantastisch!).
    Nach einem typisch französchen 3-Gänge-Menü + Käseplatte und Aperitif bei einer tollen Gastgeber-Familie falle ich sehr entspannt in mein großes Baumhausbett und lausche den Gesängen der Reiter, die mir das günstige Mehrbettzimmer weggeschnappt haben 😉
    Morgen starte ich wieder ganz entspannt in den Tag, habe mein Frühstück für 8:30 Uhr geordert 🥳 Mein Gastgeber kann etwas englisch und erzählte mir beim Abendessen, dass die Pilger im Juni schon um 5 frühstücken mussten, um trotz Hitzewelle mit 40 Grad, die das Pilgern am Nachmittag unmöglich gemacht hat, ein paar km zu schaffen - ohje!🥵😓
    Oh wow! Nun wird "Griechischer Wein" auf Französisch gesungen! 😳 Vielleicht sollte ich doch noch mal meine Taschenlampe anknipsen, rüber gehen und die deutsche Version zum Besten geben 🤪
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  • 2. Etappe: Lauzerte (23 km)

    October 29, 2022 in France ⋅ ☁️ 16 °C

    Trotz beinahe Spinnenkontakt (das ist wohl der Nachteil an einem Baumhaus) bin ich entspannt gestartet. Das späte Frühstück war lecker (selbstgemachte Pfirsich-Melonen-Minz-Marmelade 😋) und reichlich und auch sehr nötig - denn heute war es verdammt heiß und sehr sonnig und es gab immerhin knapp 700 Höhenmeter zu bewältigen! Ich hab also mächtig geschwitzt und musste nun schon, am 2. Tag die Waschmaschine in meiner Gite benutzen. Aber dank des schönen Wetters, wird morgen hoffentlich alles trocken sein.
    Heute sind dann auch zum ersten Mal noch weiter Pilgerinnen im Schlafsaal, auch wenn ich unterwegs niemanden getroffen hab, und die Gastgeberin spricht sogar etwas deutsch!
    Zum Reservieren für Dienstagabend, hab ich mir ein bisschen Mut angesüffelt und genieße nun nach erfolgreicher Reservierung noch die Aussicht von meiner heutigen Gite Les Figuiers bevor ich gleich noch ein wenig die auf einem kleinen Hügel gelegene Stadt erkunde und mir was zum Abendessen suche 😊
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  • 2. Etappe: Lauzerte (Nachtrag)

    October 29, 2022 in France ⋅ ☁️ 24 °C

    Mein abendlicher Stadtrundgang war gestern doch etwas umfangreicher als geplant, da die Suche nach einem offenen Restaurant ein wenig mehr Zeit in Anspruch nahm - dafür kenne ich nun fast jeden Winkel der Stadt und die ist wirklich sehr sehens- und teilenswert! Erst recht im Abendlicht 🥰
    Und natürlich bin ich nicht hungrig ins Bett gegangen und hab noch ein sehr nettes Restaurant gefunden 😋
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  • Noch ein Blick zurück auf LauzerteSolche kleinen Verpflegungsstände gab es heut zu Hauf 🥰Sonnenblumensaison ist wohl vorbeiBald da!😄Schlafgemach

    3. Etappe: Moissac (29,5 km)

    October 30, 2022 in France ⋅ ⛅ 12 °C

    Puh! Eigentlich sollten es heut ein paar weniger km sein, aber mein GPS wollte heut nicht wie die Wegbeschreibung und so bin ich den ein oder anderen Weg heut doppelt gelaufen, weil ich mehr meinen GPS als den französischen Pilgern, die mich richtig geschickt hätten, geglaubt habe - ab morgen vertraue ich dann besser wieder den anderen Pilgern!
    Heute bin ich etwas früher gestartet (dank Zeitumstellung fiel mir das aber nicht so schwer) und hab deshalb einige Pilger auf dem Weg getroffen. Jedoch sind anscheinend nur französische Pilger unterwegs, so dass die Konversationen leider sehr kurz waren.
    Viel, viel Sonnenschein gabs auf dem Weg und wenige schattige Wege. Morgen solls regnen, da freu ich mich nach dem heutigen langen schwitzigen Tag tatsächlich auf die Abkühlung! 😅 Und morgen wird die Etappe sehr kurz und einfach ausfallen, versicherte mir mein heutiger Gastgeber. Die Gite Ali'nor liegt direkt in der Altstadt und ich habe ein süßes Zimmer ganz für mich allein.
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  • 4. Etappe: Auvillar (19,5 km)

    October 31, 2022 in France ⋅ ☁️ 24 °C

    Nach nem reichhaltigen Frühstück zusammen mit einigen anderen Wanderern und Radlern, die mit mir in der Gite übernachtet haben, ging es wie erwartet entspannt und flach immer am Kanal entlang. Viel zu früh war ich dann schon am Zielort, aber zum Glück gabs direkt unterhalb der Stadt einen schönen Platz direkt an der Garonne für ein kleines aber feines spätes Picknick 😊 Als es anfing zu tröpfeln, hab ich mich dann an den einzigen Aufstieg des Tages gemacht und hab direkt eingecheckt in mein Einzelzimmer in der gemütlichen, ganz neuen Gite Maison Necty, die Lucille noch für mich gebucht hat 🥰 Heut hab ich ein 2x2m-Bett ganz für mich alleine 🥳
    Den Stadtrundgang heb ich mir dann für morgen früh bei besserem Wetter auf 😉
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  • 5. Etappe: Lectoure (33,9 km)

    November 1, 2022 in France ⋅ ⛅ 20 °C

    Upsi! Um 7 Uhr schellt die Kirche von nebenan - eigentlich wollte ich da schon am Frühstückstisch sitzen. Da hab ich wohl den Wecker auf ne Stunde zu spät gestellt 🙈 Aber zumindest musste niemand auf mich warten, denn ich hatte ein ganzes Apartment für mich und die Gastgeberin hatte mir das Frühstück schon am Abend vorbeigebracht (Pancakes und Honig aus der eigenen Imkerei 😋) und ich durfte so lang bleiben wie ich wollte. Aber ich wusste ja, dass es heute das erste Mal über 30 km geht, und so wollte ich nicht allzu spät starten. Also Frühstück im Schnelldurchlauf und das halbe Baguette, was eigentlich noch fürs Frühstück bestimmt war, für unterwegs eingepackt.
    Ein paar Regenwolken hingen noch am Himmel als ich in der schönen Altstadt startete und es war ein paar Grad kühler. Im Laufe des Tages eroberte sich die Sonne aber den Himmel zurück und ich hab wieder ordentlich geschwitzt und mich dabei gefragt, wie das wohl die Pilger im Hochsommer durchhalten stundenlang zwischen Feldern ohne jeglichen Schatten zu wandern. 🥵 Wirklich dankbar bin ich, dass es so ziemlich in jedem Ort, mag er auch noch so klein sein, gut ausgeschilderte öffentliche Toiletten gibt. So was gibts daheim eher selten.
    Zwischendurch noch schnell ein bisschen Obst, Gemüse und nicht zu vergessen Käääääse geshoppt und entspannt 10 km vorm Ziel picknicken ... ganz ungestört war ich aber nicht 😸😅
    Nach 7 Stunden Gehzeit und über 1.000 Höhenmetern komm ich etwas platt in meiner Unterkunft, der Gite L'Etoile Occitane, an und werde sehr herzlich empfangen. Ohne dass ich überhaupt fragen musste, macht meine heutige Gastgeberin direkt die Unterkunft für die übernächste Nacht für mich klar und obendrein spricht Isabel noch sehr gut Englisch 🥳
    Ein kleiner Stadtspaziergang muss dennoch sein, denn zum Abendbrot versorge ich mich selbst - nur leider ist auch in Frankreich heute Feiertag. Kein Problem, dachte ich, denn ich war heut Mittag ja noch einkaufen ... aber es ist wohl so, dass an Feiertagen die Supermärkte nur vormittags offen haben - ach je! Aber auch dafür hat Isabel eine Lösung: Die Pilger von gestern haben noch ein bisschen Gemüse dagelassen und Pasta ist auch noch übrig, so dass ich mir noch ein gutes Abendessen zaubern kann. Mehr Pilger werden es heute nicht, so dass ich heute ausnahmsweise im etwas helleren 8-Bett-Männerschlafsaal nächtigen darf 😉
    Morgen gehts dann wieder früh weiter - die nächste Ü-30-Tour wartet schon!
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  • 5. Etappe: Lectoure (Nachtrag)

    November 2, 2022 in France ⋅ ⛅ 11 °C

    Noch ein paar Impressionen vom morgendlichen Start in Lectoure muss ich nachreichen, denn die Stadt ist wirklich hübsch und wird offenbar auch von vielen Belgiern und einigen Deutschen sehr geschätzt (vielleicht wegen des Thermalbades?) - zumindest schließe ich das aus den Autokennzeichen im Ort.
    Nach einer erholsamen Nacht hab ich mich morgens etwas mit der Gastgeberin verquatscht. Ihr Hobby ist die Fotogarfie und sie traut sich langsam einige Werke in ihrem Zuhause auszustellen - wunderschöne Detailaufnahmen, die aussehen wie abstrakte Malerei. Die Gite ist also in jedem Fall eine Übernachtung wert, auch wenn ich keine "Beweisfotos" gemacht hab.
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  • Da war wohl nen Hamburger hier! Hände hoch - wer wars? 😉herbstliche WegeStiftskirche in La RomieuHerbst trifft auf Sommer🍃🍁Bald da!Schotterweg mit Pilgerinkopf 😉

    6. Etappe: Condom (32 km)

    November 2, 2022 in France ⋅ ⛅ 14 °C

    Der Herbst ist nun langsam spürbar - besonders morgens: Da starte ich nun mit langen Hosen, zumindest für die erste Stunde bis ich warmgelaufen bin. Und heute war wirklich allerbestes Sonnenwetter 🌞😎 So langsam hab ich auch ne dezente, äußerst partielle, Pilgerbräune erreicht 😅
    Und nach dem Feiertag gestern wars nun deutlich betriebsamer auf den Straßen und Feldern 🚜🚗💨
    Nach gut der Hälfte der Strecke hab ich nen kurzen Picknick-Stopp in La Romieu eingelegt. Zur Besichtigung der Stiftskirche Saint-Pierre (Unesco-Weltkulturerbe) war jedoch keine Zeit. Der Blick von außen war aber schon beeindruckend! Und kurz vorm heutigen Etappenziel - für mich persönlich noch viel beeindruckender - ganz entfernt am Horizont: die Pyrenäen! 😍 Die werde ich aller Voraussicht nach übernächstes Wochenende passieren und dann Frankreich "Adieu" sagen. Das große Zwischenziel ist nun zum Greifen nahe! 😱
    Und noch ein Grund zum Staunen! Es gibt sie wirklich! Andere Pilger auf dem Weg! In meiner Unterkunft, der Gite Le Relais Saint-Jacques, sind noch 4 weitere Pilger untergekommen: 3 Deutsche und eine Französin - verkehrte Welt! 😂 In der Gemeinschaftsküche kocht zwar jeder für sich (denn auf so viel Gesellschaft war keiner von uns eingestellt), aber es werden rege Pilgerfahrungen und Tipps ausgetauscht und gemütlich beisammen ges/gessen. Schade, dass die Hälfte davon morgen schon den Heimweg antritt. Aber vielleicht sehe ich doch den einen oder anderen wieder die nächsten Tage 😊
    Der dem Abendessen vorangegangene Ausflug in den örtlichen Intermarche war übrigens die absolute Reizüberflutung - nach den vielen kleinen Bauernläden der letzten Tage war dieser Supermarkt einfach nur viel zu viel für mich. Aber irgendwie hab ichs dann nach ner halben Ewigkeit doch geschafft mich zu entscheiden und wurde an der Kasse sogar nach ner Kundenkarte gefragt 🤣 Mein Französisch scheint doch besser zu werden! 😉
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  • Ups! Was ist denn da passiert? 😳Pilger und Wein - gehört einfach zusammen! 😉Pilger-Bilder in LamotheDer Weg für die letzten 7 km

    7. Etappe: Eauze (34,7 km)

    November 3, 2022 in France ⋅ ☁️ 13 °C

    Eins sei vorangestellt: Noch nicht einmal die französische Pilgerin in der letzten Herberge war sich sicher, wie man diesen Ort ausspricht!
    Und nicht nur der Name des heutigen Etappenziels hatte es in sich, die Etappe war auch verdammt laaaang! Trotz frühem Start, wie in den letzten Tagen gegen 8:20 Uhr, war ich heut erst kurz nach in der Unterkunft und total platt und musste mich erst mal orientieren. Die Gastgeber sind nämlich noch im Urlaub und haben mir netterweise erlaubt, dennoch bei ihnen zu nächtigen.
    Aber von Beginn an: Nach Verabschiedung der anderen Pilger beim reichhaltigen Frühstücksbuffet, bin ich erst einmal allein gestartet, musste zunächst durch die ganze Stadt und hab mich erst mal verlaufen, trotz der netten Wegbeschreibung vom Gastgeber - oh, man! 🙈
    Der Weg war schnell wieder gefunden und nach der ersten Stunde hab ich dann auch direkt 2 Pilger aus der letzen Gite, Harald und Klaus, wiedergetroffen. Unseren Weg setzten wir dann erst einmal gemeinsam fort und machten zusammen in Montreal-du-Gers ein kleines Mittagspäuschen. Danach gings noch ein Stück gemeinsam weiter durch Regen (endlich! Die Natur dankt es sehr 🌧🌳) und Sonnenschein. Die Füße schmerzten aber schon ordentlich, so dass die beiden noch mal stoppten und ich erst einmal alleine weiterging. Wir wussten aber, dass wir uns in der Gite wiedersehen, denn der Gastgeber war einverstanden, dass auch die beiden dort nächtigen.
    Ich machte noch einen kleinen "Extra-Schlenker" über Lamothe, angeblich ist Santiago von dort aus genau 1.000 und Berlin 1.800 km entfernt. Außerdem gabs ne schöne Open-Air-Ausstellung mit Pilgerportraits zu bewundern.
    Zurück auf dem Weg erblickte ich die beiden dann schon in einiger Entfernung hinter mir und wähnte mich in Sicherheit. Mein Tagesstart hätte mich aber etwas vorsichtiger werden lassen sollen - ich bog falsch ab, merkte es sehr spät und musste zurück, so dass ich auf einmal hinter den beiden war, sie aber nicht mehr sah und ich hatte ihne nicht den Code für die Gite L'Elus Halte gegeben🙈 Ich machte noch ein paar extra Schwenker (u.a. über das örtliche Schwimmbad, das zu dieser Jahreszeit natürlich geschlossen ist), aber zum Glück kauften die beiden direkt auf dem Weg noch fürs Abendbrot ein, so dass ich 10 min vor ihnen in der Unterkunft eintraf - puh!😅
    Nach nem leckeren Abendessen mit frischen Garnelen (die ich eigentlich ja gar nicht so mag, aber dennoch ein paar probierte), reichlich Aioli, Baguette und nem einfachen Salat, Wein, Käse und nem Mousse-au-Chocolate-Dessert, fallen wir nun platt ins Bett.
    Morgen wird die Etappe wieder etwas kleiner 🥳
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  • 8. Etappe: Lanne-Soubiran (29,6 km)

    November 4, 2022 in France ⋅ 🌧 14 °C

    Der Tag startete mit einem kleinen Kaffee-Drama - denn: in der Kaffeedose war kein Kaffee, sondern nur Zucker 😱 Und überhaupt, in allen Küchenbehältnissen, Zucker, überall! Nur nirgends Kaffee 😭 So nahmen wir etwas traurig unser Frühstück ganz ohne Morgen-Käffchen zu uns. Aber schon nach wenigen Camino-Metern, offerierte ein kleiner Kiosk Kaffee für 1€ - da konnte ich nicht widerstehen und dieser trug mich 11 km bis zum nächsten Ort, wo ich meine beiden Mitpilger (die 2 waren morgens vorangegangen) in einem Cafe wiedertraf. Somit war der morgendliche Koffein-Mangel schnell ausgeglichen ☕😋
    Kurz vor Nogaro erwischte uns ein kräftiger Regenschauer, der die Wasserbeständigkeit unserer Ausrüstung auf eine harte Probe stellte. Gut, dass ich meine Regenjacke daheim gleich 2x impregniert hatte - sie hielt weitestgehend durch.
    Nach 2 Bierchen verabschiedeten wir uns im Ort, da ich noch 8 km vor mir hatte und die beiden in Nogaro übernachteten. Klaus pilgert ab morgen dann alleine weiter und ich werde ihn sicher auf dem Weg wiedertreffen.
    Die Gite Maison Labarbe liegt direkt am Weg und mitten im Wald. Ein kleines hübsch eingerichtetes Häuschen neben dem Haus der Gastgeber, das alles hat, was man braucht.
    Und da ich heute schon etwas "vorgelaufen" bin, wird morgen ein entspannter Tag mit spätem Start und es soll auch wieder etwas mehr Sonnenschein geben 🌞
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  • 9. Etappe: Air-sur-l'Adour (19,7 km)

    November 5, 2022 in France ⋅ ⛅ 15 °C

    Frisch wars in der Nacht in meinem kleinen Bauernhäuschen und ich hab zum ersten Mal in Leggins und mit Decke bis zu den Ohren geschlafen. So langsam wird es wohl doch Herbst, gut dass ich auch warme Klamotten eingepackt hab 😅
    Zum Frühstück gab es zum ersten Mal, seit ich in Frankreich unterwegs bin, dunkles Brot und Zucchini-Marmelade. Also das dunkle Brot, nicht die Marmelade! Die habe ich tatsächlich schon 2x zuvor, nämlich bei Lucille und in meiner Gite in Lectoure gegessen - sehr lecker und zusammen mit Limette besonders 😋
    Gut gestärkt gings also los - heute wieder bei strahlendem Sonnenschein und toller Herbststimmung 🍂🌞
    Heute erwartete mich eine sehr entspannte Wanderung, also bis auf ein paar übereifrige freilaufende Wachhunde, die ihr Heim sogar vor den vorbeifahrenden Autos beschützen wollten 🙄 Da war ich dann schnell uninteressant.
    Dank der wenigen Kilometer, konnte ich mir heut ein paar mehr Pausen gönnen: eine kleine in Lelin-Lapujolle direkt an der Kirche, wo ich dem Gottesdienst lauschte und dann ein wenig später an einem Verpflegungsstand für Pilger mit Vertrauenskasse. Pilgerfreunde haben von ihrem Haus bis zu einem Feldweg eine kleine Stromleitung gelegt, so dass man sich Kaffee, Cappucchino oder Tee kochen oder das gekühlte Wasser aus der Kühlbox mit Sirup verfeinern und dazu noch nen Snickers genießen konnte - natürlich sonnengeschützt unter einem bunten Schirm! Wow! Da konnte ich einfach nicht weitergehen 🥰
    Danach gings fast immer schnurgeradeaus entlang einer stillgelegten Bahntrasse, erst durch Barcelonne-du-Gers (wo Anwohner ebenso einen kleinen Pilgergarten angelegt hatten) und schließlich zu meinem heutigen Zielort Aire-sur-l'Adour. Das Städtchen ist sehr belebt und das absolute Kontrastprogramm zu gestern. Da alle offenen Gites schon belegt waren (wahrscheinlich wegen des letzten Herbstferien-Wochenendes), hab ich mich kurzerhand in ein kleines hübsches und günstiges Hotel (L'Ahumat) einquartiert und checke schon 14:30 Uhr ein. Genug Zeit heute also für ein bisschen Wäsche zu waschen (nach den letzten beiden Regentagen verdammt nötig!) und "Wellness". Und es ist so witzig! Der Hotelier kann offenbar ganz gut englisch - zumindest höre ich Dank frühem Check-In wie er allen Gästen auf Englisch ihre Zimmer zeigt. Mit mir hat er nur französisch gesprochen 😅 Aber ich hab alles richtig verstanden, wenn ich den Hotelflur-Gesprächen richtig gelauscht hab - sogar den Preis fürs Frühstück, unglaubliche 6,80€! Mit den Zahlen klappts bei mir zusehens besser: Gestern Abend hab ich direkt meine Unterkunft für morgen in einer Herberge der Gemeinde klar gemacht und ich musste meine Handynummer auf Französisch durchgeben 🙈 Aber irgendwie hab ichs hinbekommen! Na gut, ich weiß natürlich nicht, ob der Herr am anderen Ende der Leitung nun wirklich meine Nummer oder eine komplett willkürliche Zahlenfolge auf dem Zettel hat 😂 Egal! Was zählt ist: Ich habe auch für morgen ein Bett zum Schlafen und ich denke auch Frühstück für Montag 😅
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  • 10. Etappe: Arzacq Arraziguet (34,3 km)

    November 6, 2022 in France ⋅ ☁️ 18 °C

    Gut gestärkt gings bei frostigen 4 Grad 🥶 Da musste sogar die wärmende Regenjacke erst mal anbleiben, aber so nach und nach entledigte ich mich meiner Schichten und am Ende lief ich dann wieder bei Sonnenschein in T-Shirt und kurzer Hose. Erst schön schattig (und etwas frisch) an einem sehr ausgetrocknetem Stausee und dann entlang von Feldern immer auf die Pyrenäen zu - was für ein Panorama! Und es kam immer näher! 😍
    Begleitet wurde ich immer mal wieder von Joggern, die das tolle Wetter für eine schöne Runde nutzten, oder vom knallen der Schüsse der Jäger.
    Zur Halbzeitpause holte ich Klaus in Miramont-Sensacq ein und wir genossen gemeinsam das tolle Bergpanorama. Zu zweit gings dann erst mal weiter und am Straßenrand gabs jede Menge Viehzucht zu sehen. 🐄🐖🐑🐐🐔 In Pimbo gabs dann noch mal ein kleines Päuschen inkl. Softeis und -drink mit ... na klar! Pyrenäen-Blick!
    Die letzten Kilometer waren dann noch mal hart, aber umso toller war es so herzlich in der kommunalen Gite empfangen zu werden, von dem netten Herrn, mit dem ich 2 Tage zuvor telefoniert (Er hat übrigens noch nicht mal meinen Namen richtig verstanden! Er erwartete eine Christina 🙈 Aber zumindest das mit dem Frühstück hat geklappt 😅). Er kann zwar kaum englisch, weiß sich aber mit Google Translate zu behelfen und ist so nett für uns direkt die morgige Unterkunft klar zu machen 🥳 Zur Pizzeria seines Freundes von nebenan hat er uns begleitet und uns sogar noch gezeichnet! Unser heutiger Gastgeber ist also auch Künstler 😍
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  • 11. Etappe: Arthez-de-Béarn (30,1 km)

    November 7, 2022 in France ⋅ ⛅ 21 °C

    Nach einer guten Nacht in herrlich frisch duftenden Bettbezügen und herzlicher Verabschiedung von unserem Gastgeber Eddie gings bei bestem Pilgerwetter los auf die nächste Etappe. Ich brauchte wieder noch etwas Zeit - wie immer morgens - so dass Klaus schon mal startete.
    Begleitet wurde ich, wie schon die letzten Tage, von zahlreichen Rotkehlchen, die immer mal wieder am Wegesrand auftauchten und mich motivierten fleißig weiterzulaufen. Heute schmerzten die Füße doch sehr, so dass ich einige kleine Stopps einlegen musste und es nicht schaffte Klaus einzuholen. Wir traffen uns dann in der heutigen Unterkunft, der Gite de la Boulangerie Broussé, die sich unter dem toll ausgebauten Dach auf einem sehr verwinkelten Bauernhof befindet. Auf der Suche nach dem Gastgeber Bertrand hab ich mich fast verlaufen 😅
    Zum Glück konnten wir spontan noch das Abendessen dazu buchen, denn der Ort ist sehr langgezogen, hat aber leider keine erkennbare Einkaufsmöglichkeit.
    Später kam noch ein weiterer Pilger an, Pierre, der so nett war und uns schon für morgen eine Unterkunft zu buchen! Darauf gibts jetzt erst mal ein Pilgerbierchen! 🥳
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  • Pilgerunterschlupf mitten im WaldNe Horde alter BusseZitadelle in Sauvelade

    12. Etappe: Navarrenx (32,7 km)

    November 8, 2022 in France ⋅ ☁️ 21 °C

    Das Bier gestern Abend war übrigens frisch gezapft und das Essen ein Traum (jedoch nix für Vegetarier): Eintopf, Rehgulasch mit Tortellini und ein Apfel-Mandel-Parfeit zum Abschluss. Morgens gings genauso gut kulinarisch weiter: Es gab Milchreis mit Apfelmus und leckeren Kuchen aus der Bäckerei der Gastgeber 😋
    Nacheinander gingen wir los (ich war natürlich die Letzte, wie immer) und kämpften uns unzählige Kilometer weiter durch die Stadt. Ich stellte fest, Propellereltern gibts auch hier - selbst als Fußgänger kaum ein Durchkommen vor der örtlichen Schule, da überall Elterntaxis parkten, ankamen oder gerade wegfuhren 🙈
    Begleitet von einigen Regenschauer und sehr warmen Fön gings durch die schöne Landschaft, häufig auch mit Bergblick 😍
    Nach dem ersten Drittel holte ich Pierre ein, aber nur weil er gerade Kaffee-Pause machte. Den Rest des Weges gingen wir gemeinsam und ich merkte sehr schnell, dass er sehr schnell unterwegs ist. Ich konnte kaum mithalten. Ich hielt mich aber wacker und wir kehrten gemeinsam für ein Päuschen in einer Bar ein für ein Sandwich und ein Käffchen. Klaus war schon auf und davon, ihn trafen wir dann pünktlich zur Öffnung unserer Gites L'Alchimiste. Die Unterkunft ist sehr liebevoll eingerichtet - entsprechend des Namens hängen überall an den Wänden Zitate aus "Der Alchimist" von Paulo Coelho. Und zum Abendbrot gab es heute ein sehr leckeres vegetarisches Menü! Da muss sich mein Magen erst einmal wieder dran gewöhnen 😅
    Und ich habe etwas weibliche Unterstützung bekommen - 2 Pilgerinnen sind heute ebenso in der Gite und werden uns bist St. Jean, mangels Übernachtungsalternativen, begleiten 😊
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  • Wer aufmerksam schaut, entdeckt einen meiner zahlreichen Begleiter 🥰🥰Da kommt er, der Regenguss! 🙈

    13. Etappe: Aroue (19 km)

    November 9, 2022 in France ⋅ 🌧 14 °C

    Sehr entspannt starteten alle so nach und nach, denn wir wussten, heut müssen wir nicht allzu weit und dem Regen können wir wohl so oder so nicht entkommen.
    Und so wars dann leider auch, es regnete vormittags immer mal wieder, und um die Mittagszeit kam dann ein ordentlicher Regenguss, der bis 14 Uhr anhielt. Zum Glück hielt wenigstens der Regenschutz vom Rucksack durch - ich war aber pitschnass, genauso wie meine Mitpilger und in der heutigen Gite gibts leider kaum Möglichkeiten zum Trocknen. Aber zum Glück soll es morgen nur Sonne geben, dann trocknet der Rest am Körper 😉
    Die heutige Gite Maison Bellevue ist etwas abseits des Weges und liegt sehr idyllisch, so dass das ältere Paar (beide schon jenseits der 80! 😳), das diese betreibt, einen kleinen Supermarkt im Keller hat, in dem wir Pilger zusammen fürs Abendbrot "einkaufen". Gekocht wird gemeinsam - ein typisches Pilgeressen: Spaghetti Bolo und natürlich Rotwein 🍝🍷😋 Und mein Käse, den ich schon seit 3 Tagen im Rucksack mit mir rumtrage, findet auch noch seine Bestimmung in geriebener Form auf der Pasta. Ein französisches Paar, das ebenso in Cahors gestartet ist, gesellt sich noch zu unserer 5er Truppe und es wird ein netter Abend 😊 Aber vorsicht, nicht zu viel Wein trinken, denn ein Hinweisschild auf der Toilette verrät: Zwischen 22 Uhr und 6 Uhr darf man hier nicht mehr spülen 🙈🙊
    Das heißt wohl, ich muss morgen früh so lang aushalten bis ich das erste Mal die Spülung höre, die nächtlichen Hinterlassenschaften meiner Mitpilger mag ich dann doch nicht sehen🙈
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  • #selfieoftheday

    14. Etappe: Larceveau (29,1 km)

    November 10, 2022 in France ⋅ ☀️ 17 °C

    Was war das für ein tolles Wetter heute! Und so trockneten die Sachen wirklich sehr schnell am Körper 🌞😎
    Kurz vor Ostabat trafen heute die 3 französische Jakobwege (Podiensis, Lemovicensis und Turonensis) zusammen, d.h. den Weg der 2. Hälfte kannte ich bereits. Und sofort wurden Erinnerungen wach: denn 2018 war ich, ganz berauscht vom Anblick der Pyrenäen (die sah ich an dem Tag wegen der vernebelten Tage zuvor, zum ersten Mal), ungewollt zu einem Aussichtspunkt hinaufgestiegen und hatte so ein paar extra Kilometer auf der Uhr. Heute gings aber den direkten Weg, jedoch mit deutlich weniger Pilgern als damals. In der heutigen Gite Maison Hego Alde, die wohl erst dieses Jahr eröffnet hat, sind wir wieder in der gestrigen Besetzung nach und nach eingetrudelt. Es gibt ausschließlich 2-Bett-Zimmer, so dass ich wieder für mich alleine bin. Alles sieht auch noch schick und neu aus, nur dass es keine Bettlaken gibt, ist etwas ungewöhnlich - aber der (noch sehr junge) Gastgeber versicherte mir, er wäscht den Matratzenschoner täglich, so dass ich mich beruhigt mit meinem Hüttenschlafsack darauf betten kann.
    Das gemeinsame Abendessen wird heute auch vom Gastgeber zubereitet, so dass wir uns entspannt zurücklehnen können.
    Morgen geht's dann nach St. Jean! 🥳
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  • Hier hätte man auch übernachten können!Angekommen in St. Jean 🥳

    15.Etappe: Saint-Jean-Pied-de-Port

    November 11, 2022 in France ⋅ ☀️ 22 °C

    Der große Meilenstein ist erreicht 🥳
    Und das Wetter hat wieder suuuper mitgespielt (wir hatten ja auch alle aufgegessen, wie soll es anders sein 😅).
    Viel zu früh bin ich da, direkt in der Mittagspause vom Pilgerbüro angekommen und genieße so noch ein wenig die Sonne auf der Zitadelle. Der nette Herr im Pilgerbüro gibt mir allerhand Zettel mit Hinweisen für morgen und die nächsten Tage mit, so dass ich mich direkt wieder sehr wohl fühle. Und zum Schluss wird noch mein Rucksack gewogen - 10 kg 🙈 Jedoch mit Wasser und dem Einkauf aus dem letzten Ort (ca. 2 kg Süßigkeiten und Müsliriegel 😅).
    Auf dem Weg zur öffentlichen Herberge (denn nur noch die ist offen), treffe ich Ingrid und wir checken zusammen ein. Klaus und Pierre kommen an während ich gerade dusche, und da ist auch die deutsche Pilgerin, der wir schon seit ein paar Tagen folgen! Wir haben sie eingeholt, da sie einen Ruhetag eingelegt hat. Wie es aussieht, konnte ich sie mit meiner Schwärmerei vom Camino del Norte überzeugen und sie wird morgen wahrscheinlich ihre Reise Richtung Irun fortsetzen 😊
    Die beiden Jungs und ich schmeißen unsere dreckige Wäsche zusammen und nach einem leckeren baskischen Bier und kleinem Stadtbummel treten wir mit wohl duftender und trockener Wäsche wieder den Weg zur Gite an.
    Nach einem wahrscheinlich letzten gemeinsamen Abendessen (nun nur noch zu viert), schwingen wir uns in unsere Betten im 16-Mann-Frau-Schlafsaal. Die ersten schnarchen schon und die Hälfte unterhält sich noch angeregt in der Gemeinschaftsküche - es verspricht eine interessante Nacht zu werden 😅🙈
    Also Schlafmaske auf und Ohrstöpsel rein - morgen gehts rauf in die Pyrenäen! 🥳
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  • 16. Etappe: Espinal (30,7 km)

    November 12, 2022 in Spain ⋅ ☀️ 23 °C

    So viele Kilometer sollten es heut eigentlich gar nicht werden! 🙈 Aber nachdem ich Klaus und Pierre in Roncesvalles eingeholt hatte, beschlossen wir beim gemeinsamen Bierchen noch ein Stück weiterzugehen - es war erst 14:30 und die beiden hatten mit ihrem Bett direkt an der Schlafraumtür leider nicht so viel Glück gehabt, so dass sie gern einigen Mitreisenden entfliehen wollten.
    Meine Nacht war ganz gut, von den Frühaufstehern bekam ich zwar etwas mit, zog mir aber den Hüttenschlafsack einfach übers Gesicht und schlief weiter 😅 Morgens war dann ordentlich Trubel beim Frühstück - und spätestens jetzt sehnte ich mich nach familiärem Frühstück mit frischem Baguette und selbstgemachter (Zucchini-)Marmelade zurück. Heute gabs nur Toast und noch nicht einmal genug Marmelade für alle Pilger - und das obwohl wir nur so wenige waren 🙁
    Ich verließ als Letzte die Herberge und stellte mich heute auf viel Laufen an der Straße und somit auch viel Verkehr, sowie eine ordentliche Steigung ein - denn: ab November schließt leider die Route de Napoleon, so dass wir die alternative Route nehmen mussten. Dank des Samstags war aber zum Glück nicht viel los auf der Straße und das letzte Drittel bergauf führte sehr schön entlang eines Bachs und durch den Wald, so dass ich positiv überrascht war und die Steigung kaum spürte - auch wenn ich ab und zu etwas wehmütig in Richtung Berge blickte. Aber spätestens am Ipaneta-Pass war ich froh nicht auf eigene Faust über den schöneren Weg gelaufen zu sein. Dort wehte ein ordentlicher Wind, der mir beinah das Kopftuch vom Kopf fegte.
    So kam ich also noch voller Energie in Roncesvalles an und schloss mich meinen beiden Mitpilgern an. Die nächsten 7 km bewältigten wir ruckzuck, da es kaum noch Steigerungen gab. In der heutigen Unterkunft Haizea sind wir ganz allein. Praktisch, dass direkt ein Restaurant im Haus ist und wir abends ein Pilgermenü zum kleinen Preis dazu buchen konnten 😋🥳
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  • Der Camino war heut besonders abwechsungsreich ...Und da werde ich heut schlafen! 😊

    17. Etappe: Arre (31,8 km)

    November 13, 2022 in Spain ⋅ ☀️ 20 °C

    Das erste Mal herzhaftes Frühstück seit 2 Wochen! 🥳 Die Kellnerin guckte mich schon komisch an, weil ich zu meinem Americano noch nen O-Saft, nen Sandwich mit Ei und (ich glaube es war) Chorizo und nen Schoko-Croissant bestellte 😅🙈 Der Pilgerhunger hat mich einfach überkommen!
    Gut gestärkt gings also los über manch tolle Wege. Heute hieß es noch einmal die Sonne genießen, denn ab morgen solls deutlich schlechter werden. Kurz vor Pamplona stoppen wir 3 in der kirchlichen Herberge Trinidad de Arre. Der Gastgeber ist sehr nett und trägt uns sogar die Rucksäcke in den Schlafsaal, den wir heute wohl wieder für uns alleine haben. In dem schönen Klostergarten machen wir beim Käffchen Pläne für morgen und verwöhnen die Herbergskatzen und -Hündin mit allerhand Streicheleinheiten. 🐕🐈🐈‍⬛🥰
    Zum Abendessen gehts noch mal in die Stadt Villava, ein Vorort von Pamplona. Vielleicht das letzte gemeinsame Essen, denn Pierre und ich werden morgens erst einmal den örtlichen Decathlon aufsuchen, um unser Equipment für die anstehenden Regentage startklar zu machen und wissen noch nicht wie viele Camino-Kilometer wir zusätlich schaffen. Also mal gucken, vielleicht starte ich übermorgen in neuer Besetzung 😉
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  • 18. Etappe: Pamplona

    November 14, 2022 in Spain ⋅ ☁️ 15 °C

    Heut gibts für Pierre und mich nur ein Ziel: Der Decathlon von Pamplona! Dank des Gutscheins von meinen lieben ehemaligen KollegInnen ist mein Einkauf ein echter Schnapper 🥳 Nach einer Stunde erfolgreichem Shoppings entscheiden wir uns dazu Klaus nicht auf die nächste Etappe zu folgen, sondern hier zu bleiben und unsere neuen Treter ein bisschen in der Stadt einzulaufen. Zum Glück kann er früh im Hotel und ich in der Pilgerherberge einchecken.
    Kurz nach der Verabschiedung treffe ich dann Elisabeth wieder (sie hat sich in letzter Minute dann doch gegen den Norte entschieden) und Lilli, die ich auch schon in St. Jean getroffen hab. Zusammen checken wir in der sehr gepflegten modernen Albergue Plaza Cathedral ein. Den Rest des Tages wird ein wenig relaxed und die Stadt erkundet - das findet auch Jacquie super! So haben Lucille und ich die kleine Pilgermaus getauft, die mich stets begleitet, auch wenn mal keine anderen Pilger in Sicht sind, und immer schön aufpasst, dass ich auch den richtigen Weg nehme. Lieben Dank, Jan-Philipp! 👍
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  • 19. Etappe: Puente la Reina (24 km)

    November 15, 2022 in Spain ⋅ 🌧 14 °C

    Heute hab ich mir ein tolles Frühstück gegönnt - Müsli mit Joghurt, dunklem Brot und frischgepresstem O-Saft 😋 Was für ein guter Start in den Tag! Und meine neuen Wanderschuhe bekamen dazu direkt noch jede Menge Abwechslung: Erst gings noch ein wenig durch Pamplona, dann über schöne Feldwege, etwas steiniger und auf Schotter und Sand bergauf, manchmal matschig und ab und zu kam auch mal ein Tröpfchen runter. Den ersten Test haben sie soweit erst mal ganz gut überstanden 👍
    Pamplona war noch lange zu sehen bis ich oben an einem Grad angekommen war und direkt ins nächste Tal und auch aufs nächste Ziel schauen konnte - wunderschön!
    Kurz nach diesem schönen Platz so hoch oben machte ich ein kleines Päuschen, auch wenn ich noch gar keinen Hunger hatte. Aber etwas Obst und Tuc gehen immer 😉 Die Kekse teilte ich zumindest mit einem kleinen gefiedertem Pausengast 🥰
    Die kirchliche Albergue heute ist deutlich einfacher als die letzten und dazu belebter. Da ein zweiter spanischer Wege auf unseren traf, gibt es hier jede Menge Pilger! Pierre und mir ist das noch ein wenig zu viel und wir verkrümeln uns fürs Abendessen lieber in ein Restaurant - dabei ist die "Vorspeise", die wir uns zum Glück teilen, größer als der eigentliche Hauptgang. Heut muss es nämlich mal was Frisches, also ein Salat, sein. Davor gibts Pommes in einer Art Carbonara-Soße überbacken mit Käse 😱 So was merkwürdiges haben wir beide noch nie zuvor gegessen und sind erst etwas irritiert - aber es schmeckt 😅
    Ab gehts wieder in die belebte Herberge, so langsam verkrümeln sich alle in ihre Betten, bin schon sehr gepannt auf die Nacht und auf morgen früh, denn alle müssen bis 8:30 raus sein aus der Albergue 🙈
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  • 20. Etappe: Ayegui (23,9 km)

    November 16, 2022 in Spain ⋅ ⛅ 16 °C

    Der Start klappte erstaunlich reibungsloser als gedacht, um 8 saß ich schon zusammen mit Pierre in einer Bar beim Frühstück. Nachdem wir uns verabschiedet hatten, ging es getrennt voneinander los. Ich hatte mich in weiser Vorraussicht ja dazu entschlossen, etwas früher zu stoppen. Nach der Hälfte des Weges war ich auch sehr dankbar, denn nun kamen sie doch: die Blasen😭 Und ich musste auf meine Sneaker wechseln. Mit denen ging es dann ganz gut, aber ich war heut deutlich langsamer unterwegs als die Tage zuvor.
    Heute checke ich zusammen mit Lilli in der öffentlichen Herberge ein. Die Zimmer sind im 1. OG in einem Sportzentrum untergebracht, in dem man sich fast verläuft, denn die Duschen sind im 2. UG und von der Bar aus gucken wir ein wenig den Kiddis beim Kicken in der Sporthalle zu. Ist schon ne spezielle Unterkunft 😅 Eine Küche zum Kochen gibts hier leider nicht, so dass wir nachher noch nach einer offenen Bar Ausschau halten werden. Mittlerweile sind auch noch ein paar andere Pilger eingetroffen, aber nicht mehr so viele wie gestern - einige haben im etwas größeren Ort Estella 2km zuvor gestoppt, andere, wie Elisabeth und Pierre, sind weitergelaufen. Und so ordnen sich die Grüppchen jeden Tag neu 😅
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  • 21. Etappe: Torres del Rio (27 km)

    November 17, 2022 in Spain ⋅ ⛅ 19 °C

    Der Start hätte heut nicht besser sein können: nach 2 km gabs erst mal nen Vino, morgen halb 9 🍷🙈 Die Weinkellerei Bodegas Irache bietet neben einer Wasserquelle tatsächlich auch eine Weinquelle an - das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen! Wasser hab ich aber auch nachgefüllt 😉
    Heut hab ich dann mal ne Variante ausprobiert und den hügligeren Weg durch den Wald genommen - das hat sich wirklich gelohnt, tolle weiche Wege (perfekt für meine Blasen-geplagten Füße) und dazu noch ne tolle Aussicht. Und auch sonst war der Weg toll und es gab viel Sonne - ganz entgegen des Wetterberichts, der gestern noch ganz viel Regen prophezeite. Nur windig wurde es zum Ende, so dass ich ganz froh war als ich mein Ziel erreicht hatte. Ich ging aber noch ein Stück weiter, vorbei an der sehr werbeaffinen Herberge zu einer kleineren in der Stadt und nach und nach treffen auch noch weitere Pilger ein. Heut Abend gibts Paella und ich bin schon sehr gespannt! 😋
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  • Sichere StraßenüberquerungRegen in LogronoJede Menge WandkunstDas ist nur ein kleiner Teil eines verdammt großen und beeindruckenden MuralsBlick zurück auf die GroßstadtBlick voraus auf Navarrete zwischen jeder Menge StraßenVerdammt neugieriges Eichhörnchen

    22. Etappe: Navarrete (34,3 km)

    November 18, 2022 in Spain ⋅ ☁️ 12 °C

    Die Paella gestern war sehr lecker und ganz ohne Meeresgetier, dafür schmetterte uns der Hospitaliero noch ein paar Songs auf seiner Gitarre! Fabelhaft! 🎸🎶 Ein beschwingter Tagesausklang 😊
    Gestartet wurde für mich als Spätaufsteher wieder viiiiiel zu früh! Wieso muss man bloß um 7 Uhr aufstehen, wenn man nur 20 km vor sich hat? Ich werde es wohl nie verstehen 😅 Ich blieb also noch ein bisschen liegen und machte mich fertig als das Bad frei und schon alle auf dem Weg oder beim Käffchen waren und rollte von hinten das Feld auf. Ich musste mich etwas beeilen, denn ich wollte nicht in der Groß- und gleichzeitig Hauptstadt der Rioja-Region Logrono bleiben, wie alle anderen, sondern noch ein wenig weiter. Eine nette spanische Mitpilgerin hatte netterweise für mich vorher in der Albergue El Cantaro in Navarrete angerufen und ein Bett klar gemacht 😊👍
    Zwischen Weinfeldern und Olivenbäumen überholte ich also so nach und nach alle und verabschiedete mich.
    Kurz vor Logrono fings dann leider an zu regnen, so dass ich nicht wirklich viel von der Stadt mitbekam, nur ein wenig bei einem kleinen Umweg zur öffentlichen Toilette, den mir eine nette Dame von der Touristeninfo erklärte. Ohne ihre Hilfe hätte ich die im Leben nicht gefunden! Sie lag gut versteckt unterirdisch und überhaupt nicht ausgeschildert auf einem Platz. Was das betrifft bin ich wirklich sehr verwöhnt von Frankreich. So was wie öffentliche Toiletten gibts hier leider kaum 🙁
    Weiter gings raus aus der Stadt, vorbei an so manch beeindruckendem Wandgemälde, durch einen unendlich großen Park mit allerhand Enten, scheuen Hasen und sehr neugierigem Eichhörnchen. Die letzten Kilometer musste ich mich etwas durchbeißen, denn es ging weniger schön entlang der Autobahn. Mein heutiger Zielort drohnte dann schon fast surreal über den Straßen.
    Heute bin ich 3 Wochen unterwegs und habe schon mehr als die Hälfte meiner Strecke zurückgelegt! Das hatte ich gar nicht so wirklich auf dem Schirm - am Ende des Tages sind es schon über 660 zurückgelegt Kilometer und laut Hinweisschild vor Navarrete aber weniger als 550 km nach Santiago 😳
    In der Herberge werde ich herzlich empfangen, auch wenn der Gastgeber kein Englisch spricht, konnte er mich zumindest verstehen. Er wohnt direkt über der Albergue und zeigt mir alles. Heute genieße ich die Ruhe, auch wenn es komisch ist, an einem riesigen Tisch ganz allein zu Abend zu essen. Ich bin mir aber sicher, dass ich schon morgen wieder in Gesellschaft bin, umso schöner ist mal ein "Ruhetag". 😉
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