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- Day 74
- Monday, June 26, 2023 at 8:49 PM
- ⛅ 15 °C
- Altitude: 104 m
FinlandSupru69°20’1” N 28°11’44” E
Flucht vor Bremsen und Schnaken

Jaaa, wir sind in Finnland und es hat gaaaaaaanz viele Schnaken und allerhand andere Stechtiere. Pause machen ist daher eher unentspannt.
Heute morgen sind wir bei Nieselregen auf unserer Verkehrsinsel aufgewacht. Obwohl wir direkt neben der einzigen Straße nach Finnland lagen, gab es erstaunlich wenig Autoverkehr. Nachdem der Regen am Morgen langsam nachgelassen hatte, hat Laura sich aus dem Zelt gequält und unter großen Bemühungen Porridge gemacht. Sie wurde stetig von allerhand Mücken attackiert und musste sich in ihre ganzen Regenklamotten einhüllen. Nach dem Frühstück nutzen wir ein paar regenfreie Minuten um das mittlerweile halbtrockene Zelt abzubauen bevor es kurze Zeit später wieder anfängt zu regnen. So begrüßt uns Finnland auch mit viel Feuchtigkeit von oben. Zuerst wussten wir gar nicht ob wir schon in Finnland waren da die Grenze etwas diffus ist und sich über mehrere Kilometer hinweg mit Zollstation und einem unauffälligen Grenzübergang streckt. Lustig ist auch, dass am Anfang von Finnland ein großes Schild steht, dass auf die Rentierzucht im gesamten Lapplandgebiet hinweist: Wahrscheinlich wollten sie sich allerhand Verkehrsschilder sparen und nicht jeden Kilometer einen Warnhinweis für Rentiere aufstellen.(Lappland umfasst als größte Region Finnlands etwa die halbe Landfläche).
Wir machen halt in Näätämö und gehen in einen Supermarkt... endlich gibt es Lebensmittel wieder zu Euro-Preisen :) Vor dem Supermarkt treffen wir noch auf Max, der ebenfalls mit dem Fahrrad unterwegs ist. Da er aber auf den letzten 1000 km in der finnischen Einsamkeit zu viel abgenommen hat bricht er nun seine Reise ab(er hatte sehr sehr sehr viel Gepäck und dazu noch ein schweres E-Bike). Max schenkt uns seinen Reiseführer für den Iron-Curtain-Path den wir in den nächsten Wochen radeln werden.
Lappland ist sehr flach und wirklich überall gibt es Seen und Wälder. Dieses Landschaftsbild wird sich wahrscheinlich in den nächsten drei Wochen nicht ändern. Dazu kommen noch allerhand Mücken, die uns direkt überfallen, wenn wir anhalten. Dementsprechend verbringen wir unsere Mittagspause auch mit Mückennetzen und langen Klamotten. Zum Glück ist es nicht so heiß heute. Nach entspannten 70 km schlagen wir unser Übernachtungslager an einem Sandstrand auf. Da haben wir erstmal richtig ausgiebig gebadet und sind viele Bahnen geschwommen. Herrlich wenn man sich mal wieder richtig sauber fühlt. Das Anziehen gestaltete sich etwas komplizierter, da wir stets vor den Mücken wegrennen mussten... wenn das so weitergeht, dann können wir nach der Reise einen Triathlon absolvieren:)
Gesichtet : BirkhuhnRead more
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- Day 76
- Wednesday, June 28, 2023 at 12:13 AM
- ☀️ 13 °C
- Altitude: 116 m
FinlandInari68°54’6” N 27°3’6” E
Privatstrand am Inari-See

Also unser Tagesrhythmus ist wirklich fragwürdig... Nach 12 h Schlaf sind wir heute morgen um 9 Uhr aufgewacht und haben uns sehr über die Tatsache gefreut, dass wir gerade sooo viel Zeit zum Dösen haben:) Jetzt ist kurz vor 12 und Juli badet noch in der (fast) Mitternachtssonne im Inari-See. Der drittgrößte See Finnlands hat sich heute aber fleißig hinter Bäumen und noch mehr Bäumen versteckt. Tatsächlich gesehen haben wir ihn erst heute Abend an seinem Südufer. Anscheinend ist er 50km breit und 80km lang....
So, heute Morgen haben wir erstmal unser Porridge gegessen. Da es jetzt immer so warm ist und draußen viele Stechtiere lauern, bereiten wir das Frühstück abends mit warmem Wasser vor und lassen die Haferflocken über Nacht ziehen. Sehr praktisch, denn dann muss man morgens nicht den Kocher anwerfen und ewig rumrödeln.
Nach einem hektischen Zeltabbau haben wir uns auf die Fahrräder geflüchtet und haben uns darauf gefreut entspannt vor den Schnaken wegzuradeln. Diese ersehnte Erholung hat gerade mal 2km angehalten, dann kam die Hölle angeflogen. Bremsen! Diese riesigen fetten Pferdebremsen! Überall!
Um genau zu sein haben wir nach den ersten zwei Stopps aufgegeben, sie von uns abzuwehren und tot zu schlagen. Man muss aber sagen, dass wir gute Jäger waren und sogar welche aus der Luft erwischt haben! Ein Hoch auf den Stapel Aquarellpapier:)
Als es aber über 40 Stück wurden, hatten wir keine Chance mehr. Wenn man schneller als 18 km/h fuhr, blieben sie größtenteils hinter einem, setzten sich aber ab und zu auf den Rücken. Ab 25 km/h waren sie nicht mehr zu hören und ab 50km/h waren sie für 2 Sekunden weg. Kurz gesagt, es half nichts! Sie waren einfach nicht abzuhängen und kamen immer wieder. Besonders beim Bergauffahren, also bei langsamem Tempo, haben sie uns völlig kirre gemacht. Ständig schwirrte so ein widerliches Fiech ins Gesicht und setzte sich irgendwo hin. Nach 50 km hatte Juli so sehr Hunger, dass wir Pause machen mussten. Nur wie? Wir wagten einen Versuch, stellten die Räder (welche von den Biester wahrscheinlich für Pferde gehalten werden.....) ab und rannten weg.
Unsere Pause verbrachten wir zum Glück nur mit dem Gebrumm von zwei Bremsen und wurden heute (noch) nicht gestochen. Naja, mal sehen wie es in den nächsten Tagen aussieht!
Als wir in Inari ankamen, waren es zum Glück nicht mehr viele. Der Ort kam uns wie eine Erlösung vor. Hier oben gibt es wirklich nicht viel außer Seen und Wald, viel Gesumme und Gebrumme und ganz viele Vogelstimmen. Im Supermarkt gönnten wir uns Eis (6* Mandelspliter, davon haben wir 2 einem deutschen Ehepaar geschenkt, die sich auch Eis kaufen wollten) und danach noch Chips. Also gesunde Ernährung sieht anders aus 🤭.
Vier Kilometer später schlagen wir unser Zelt an einem Sandstrand auf und machen ein Feuer an. Hier liegt ausreichend sehr sehr trockenes Holz herum und mittlerweile sind wir geübte Lagerfeuer-Zauberer. So können wir über der Glut kochen und gleichzeitig die Mücken fernhalten. Die Sonne scheint fleißig und wird heute Nacht nicht untergehen! Wir baden noch und Juli telefoniert mit David.Read more
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- Day 76
- Wednesday, June 28, 2023 at 9:45 PM
- ⛅ 19 °C
- Altitude: 231 m
FinlandRiestojoki68°6’27” N 27°6’42” E
Müde in Vuotso angekommen

Anstrengender Tag! Finnland macht uns fix und fertig. Heute morgen ging es erstmal um acht ganz schnell ins Wasser um den Körper wieder abzukühlen (unser Zelt hatte gefühlte 35 Grad) und dann ganz schnell wieder ins Zelt um nicht zerstochen zu werden. So ging es los...
Natürlich folgten uns auch heute wieder die Pferdebremsen... ca. 55 waren heute die Spitze, verteilt auf drei Fahrradfahrer (wir haben Flo aus Konstanz kennengelernt). Naja und dann natürlich überall Schnaken und diese minikleinen beißenden Biester. Es ist soooo anstrengend! Wir können keine Pausen machen ohne von Bremsen attackiert zu werden und abends kann man sich nicht richtig waschen und kochen, weil man von Schnaken aufgefressen wird. Nach 112km heute kann man da nur noch den Kopf schütteln.
Landschaftlich war es heute ganz angenehm und wir hatten viele schöne Blicke auf Seen und Rentierherden. Letztere sehen alle etwas verstrubbelt aus, vielleicht wechseln sie gerade ihr Fell.
Ansonsten gab es heute Mittag wieder eine 6er Packung Eis nach 40km und nach 70km Baked Beans :) Jetzt haben wir noch einen riesigen Pott Reis mit Gemüse gegessen und Juli schläft schon neben mir. Mal sehen, wie wir weiter radeln. Ich habe gerade gänzlich wenig Lust auf dieses aktuell sehr unentspannte Land!
Ach ja, heute Mittag hatten wir das erste Sommergewitter und ich bin durch heißen Asphalt gerollt (so ein geflickter Riss in der Straße) und habe jetzt Bitumen am Mantel, in dem sich ständig Steine verfangen. Also klackt es bei jeder Umdrehung....nerv🫣Read more

TravelerGute, erholsame Nacht wünsch ich euch - und morgen eine Möglichkeit, trotz der vielen stechenden Viecher voranzukommen.

TravelerDanke! Jetzt sind wir in ein Café geflüchtet:) kaum zu glauben, aber wir hatten soeben einen Schwarm von über 200 Bremsen um uns herum. 150 haben wir geklatscht, der Rest flog weiter hinter uns her

Das ist ja einfach nur schrecklich. Neben dem heißen Malleurlaub habe ich traumatische Erinnerungen an einen Urlaub in Schottland. Ich habe irgendwann geweint und wollte nur noch nach Hause. An der Küste hatten wir dann wieder Ruhe vor den Viechern. Und es hilft ja rein gar nichts [Heike]
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- Day 77
- Thursday, June 29, 2023 at 10:29 PM
- ⛅ 16 °C
- Altitude: 178 m
FinlandOrajärvi67°20’42” N 26°50’40” E
Ein weiterer Bremse-Hilfeeeeee-Tag

Kurzer Nachtrag zu gestern. Nach einer etwas unruhigen Nacht (die Dorfbewohner heizen hier gerne bis tief in die Polartag-Nacht mit ihren Quads über die Feldwege) ging der Tag mit leckerem Porridge im Zelt los. So könnte jeder Tag starten:) Wir düsten ohne Flo los, da wir noch Wasser besorgen mussten und er sowieso schneller unterwegs ist als wir.
An der nächsten Tankstelle durften wir für 10 Cent pro Liter unsere Flaschen auffüllen und Juli hat uns eine neue Sonnencreme gekauft. Teuer teuer diese Hautkrebsvorsorge!!! Naja, wir rollten los und sammelten mal wieder die ersten Bremsen ein. Nach 10km legten wir einen Stopp ein, da es einfach zu viele wurden. Auf den Bildern ist vielleicht ein bisschen zu erkennen, was das für Ausmaße angenommen hat.... Massenmord mit Aquarellpapierkarten (mein gutes Malpapier 😪) ca. 150 tote Bremsen habe ich danach auf dem Boden gezählt und es surrte immernoch wie wild. Wir hatten längst nicht alle erwischt und es kamen ständig neue dazu. Völlig frustriert ging es weiter.
Irgendwann habe ich bei 30 Grad beschlossen all meine Regenklamotten zum Stech-und Nervenschutz anzuziehen, was auch etwas geholfen hat. Leider hat dennoch eine durch die Regenjacke gestochen und es fühlte sich an, als müsste ich einen Marathon im Dampfbad laufen. So seeeemi angenehm.
Als Erholung gab es einen Pfannkuchen mit Molkebeeren (Cloudberries) und Vanilleeis:)
Nach 56km waren wir an einem Moorlehrpfad, an dem wir im Schatten Pause machen konnten. Die Regenklamotten wurden umgestülpt und konnten von innen trocknen und wir verspeisten Zimtschnecken. Während Juli einer Schafstelze und einem Bruchwasserläufer auf dem Moorpfad nachjagte, lag ich voll eingekleidet auf dem Boden und versuchte trotz unerbärmlichem Bremsengesurre etwas zu schlafen.
Der Weg führte uns flach durch Wälder und noch mehr Wälder und irgendwann kamen wir in Sodankylä an. Hier gag es einen Lidl und der Einkauf hat sich wie daheim angefühlt. Ach wie sehr vermisse ich gerade Deutschland. Es ist tatsächlich das erste Mal auf dieser Reise, dass ich so richtig Heimweh verspüre und alle lieben Leute in Hannover vermisse.
Mit Radler und Cashewnüssen in den Radtaschen setzten wir unsere Reise fort. Der Bremsenschwarm schwoll nach der Stadt zum Glück nicht mehr an und blieb bei maximal 6 Individuen. So dünsten wir zur goldenen Stunde durch die Gegend und bestaunten die volle Blumenpracht am Straßenrand. Unser Nachtlager schlugen wir zwischen drei Hütchen auf, die wir zufällig entdeckt haben. Im hintersten ist ein sauberes Plumpsklo, in der Mitte zwei Umkleidekabinen (war ideal nach dem Bad im See bei ordentlich Wind) und ganz vorne ist eine Lagerfeuerstelle. Das Knistern des Feuers ohne viele Mücken und das kühle Radler in der Hand haben den gesamten Tag wieder gut gemacht. Müde fielen uns um halb eins die Augen zu.Read more

TravelerAbsolut! Wir haben uns gleich selbst ein Glas Cloudberrys gekauft. Leider etwas teuer, aber schon etwas besonderes mit der guten Mischung aus süß, kernig und sauer
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- Day 78
- Friday, June 30, 2023 at 10:33 PM
- ⛅ 13 °C
- Altitude: 177 m
FinlandSavukoski67°17’40” N 28°9’21” E
Pfandsammeln an geraden Straßen

Unser gestriger Tag hat dank kühler Temperaturen ohne Bremsen begonnen. Da wir durch trockenes Waldgebiet fuhren, wurden es auch im Rest des Tages nicht mehr als 4 oder 5 Bremsen, was sehr angenehm war.
Leider war die Landschaft sehr sehr eintönig. Die Straßen führten uns kerzengerade durchs Niemannsland und wir mussten uns eine alternative Beschäftigung ausdenken um nicht noch sturrer auf die Kilometeranzeige am Tacho zu starren. So wurden wir zu Pfandsammlern und hielten alle paar Meter an, um einmal in den Straßengraben zu laufen. (Das Reisetempo litt enorm, aber wir hatten unseren Spaß!!!) So freuten wir uns über jede Pfanddose, die wir fanden, und waren gespannt, wie viele es am Ende werden würden. Als wir gegen 19 Uhr die Dosen in den Pfandautomat in Savukoski steckten, staunten wir nicht schlecht. Wir hatten 7,20 € aus dem Graben gesammelt.
Na ja, aber wie man auf den Bildern sieht ging es eben eigentlich nur kerzengeradeaus und noch weiter geradeaus. Keine Ahnung wer hier leben möchte, hier ist wirklich gar nichts außer Wald. Unser Zelt bauten wir auf einem Campingplatz auf, der aber leider geschlossen ist.Read more
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- Day 79
- Saturday, July 1, 2023 at 10:14 PM
- ☁️ 9 °C
- Altitude: 266 m
FinlandSalla66°44’32” N 28°49’5” E
Lavuu bei Sallatunturi im Feriendorf

Ein Hoch auf Schlafmasken. So langsam freuen wir uns den Polarkreis wieder gegen Süden zu überschreiten und den dunklen Nächten entgegen zu radeln. An die Helligkeit in der Nacht haben wir uns immer noch nicht komplett gewöhnt. Heute morgen verspeist mir die restlichen Nudeln des Abendessens und eine kleine Portion Porridge und machten uns dann auf den Weg Richtung Salla.
Kurz nach dem Start sahen wir von einem Vogelwärterturm zwei Seidenschwänze und einige Rohrammern. Kurze Zeit später entdeckte Juli noch einen Buntspecht und erblickte dann auf seinem Handy die fröhliche Nachricht, dass er jetzt offiziell Bachelor of Science ist und sein Zeugnis ausgestellt bekommt. Grins.👏
Die kerzengeraden Straßen führen (wer hätte es gedacht) durch Wälder und Sumpfgebiete. Dabei wechseln sich Kiefernwälder in moringen und in sandigem Untergrund mit Birkenwäldern in sandigem und morigem Untergrund ab. 🤪 Zur Abwechslung haben sich heute auch noch zwei Haselnusssträuche am Straßenrand erblicken lassen😉
Unsere Mittagspause machen wir an einem Fluss mit Bank und freuen uns über das saubere Plumpsklo mit Holzstreu. Zum Glück haben wir immer eine Rolle Klopapier dabei, das ist nämlich eigentlich immer leer in derartigen Hüttchen. Naja egal, die Pause war sehr schön und dabk Off!! (dem neuen Insektenspray) auch sehr Insekten-arm. Heute gab es sogar mal wieder richtigen Gouda und Frischkäse mit Gurke! Gestärkt machten wir uns nach 60km auf den Weg.
Unterwegs kammen wir dort vorbei, wo der älteste Ski der Menschheit gefunden wurde (ca. 5000 Jahre alt und jetzt in Helsinki im Museum). Am Wegesrand stößt man immer wieder auf Gedenktafeln für die Gefallen Soldaten im Winterkrieg gegen die Sowjetunion bzw. auf Steinbarrikaden gegen Panzer oder Schutzhäuschen. Der Ort Salla mit (heute) 4000 Einwohnern wurde damals 1939 komplett durch sowjetische Panzer platt gemacht und bis 1953 wieder aufgebaut. Man sieht dem Ort an, dass er eine schwere Geschichte hatte.
Besonders heute hatten wir das Gefühl, Geschichte hautnah zu erleben. Vielleicht auch deswegen, weil wir 3 km von der Grenze nach Russland entfernt waren und stets russische Hügel sehen konnten. Ist es für die Bewohner des Ortes auch so absurd, dass in Sichtweite ein Land liegt, dass Krieg führt? Alles ganz schön komisch!
Aber der Supermarkt hat uns sehr gut gefallen:) Denn dort haben wir eine finnische Spezialität kaufen können: Leipäjuusto mit Cloudberrys, suuuper leckerer und ganz milder Käse, der sich etwa wie Halloumi nur weniger quitschend verhält.
Danke an Melissa für das schöne Telefonat bei knisterndem Feuer:)
Ach ja, wir waren natürlich noch im See baden (wenn auch nur ganz kurz) und haben zu Ed Sheeran West Coast Swing getanzt. Liss, wann tanzt du mal wieder mit mir? 😇Read more
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- Day 80
- Sunday, July 2, 2023 at 11:02 PM
- ☁️ 7 °C
- Altitude: 255 m
FinlandNilojärvi65°57’31” N 29°8’59” E
Raus aus dem Polarkreis, es wird dunkel

Ja, heute haben wir den Polarkreis verlassen und mit Freude auf der Wetterprognosenseite festgestellt, dass die Sonne tatsächlich wieder unter geht. Es ist jetzt (23 Uhr) zwar noch komplett hell, aber es scheint immerhin nicht mehr die Sonne auf's Zelt. Generell sind die Temperaturen gerade wieder sehr frisch, sodass wir heute bei 9 Grad mal wieder in langer Montur geradelt sind. So braucht man immerhin keine Sonnencreme und klebt nicht so fürchterlich🤭
Am Arctic Circle war ein kleines Museum, das sich thematisch um den Oulanka-Nationalpark gedreht hat. Hier leben Bären (daher zelten wir heute stadtnah), die aber anscheinend sehr sehr scheu sind und Menschen eher meiden. Dennoch wollen wir nichts riskieren und bleiben einfach auf der großen Bundesstraße. Ab und zu grasen Rentiere mit ihren Kälbern am Wegesrand und nachmittags erreichen wir den relativ bekannten Wintersportort Ruka. Dort befindet sich eines der südlichsten Fjells (Berg oberhalb der Baumgrenze, der in der letzten Eiszeit glatt geschmirgelt wurde) und schon von Weitem waren die Lifte und die Skisprungschanze zu erkennen.
Endlich erreichen wir Kuusamo, eine Stadt mit 10.000 Einwohnern und allerhand Läden. Morgen kaufen wir ein und können hoffentlich ein zweites Ladekabel kaufen (das eine ist evtl. im Wohnmobil geblieben...).
Zum Abendessen grillen wir Spitzpaprika und schlagen dann unser Zelt neben der öffentlichen Feuerstelle auf. Hier ist alles voller Heidelbeerpflanzen und es hängen sogar schon Beeren dran. Ich freue mich soooo auf das Ernten (in den Läden werden hier überall diese Beerenkörbe verkauft, die in Deutschland aus (logischen) Naturschutz-Gründen verboten sind. Da es hier aber so irre viele Pflanzen hat, werde ich mir hier vielleicht auch in ein paar Wochen ein derartiges Ding zulegen 🙈Read more
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- Day 81
- Monday, July 3, 2023 at 10:57 PM
- ☁️ 11 °C
- Altitude: 210 m
FinlandHossa65°26’35” N 29°33’0” E
Camping mit finnischer Sauna

Kein Bock zu radeln heute :) Irgendwie ist die Motivation weg:/ Jeden Tag durch die gleiche langweilige Landschaft, über Schotter einen nach dem anderen Hügel hoch und wieder runter. Heute haben wir uns mit einem Hörbuch unterhalten.
In Hossa ruft die finnische Sauna auf dem genialsten Campingplatz unserer Reise. Soooo schön, danach in den See zu rennen :)Read more
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- Day 82
- Tuesday, July 4, 2023 at 9:49 PM
- ☁️ 12 °C
- Altitude: 172 m
FinlandVuokkijärvi64°46’8” N 29°20’44” E
Schlafen im Meer aus Heidelbeerpflanzen

Gestern waren wir beide am bisherigen Tiefpunkt unserer Motivation der Reise. Kalt, Regen, klamme Klamotten und immernoch mitten im Niergendwo. Ist es hier homogen, langweilig, eintönig oder doch schön, nur wir können die Schönheit nicht mehr sehen, weil sie uns seit 2 Wochen umgibt? Kurz gesagt, alleine der Gedanke wieder 100km über kerzengerade Straßen mit Gegenwind zu radeln erzeugte schon einen gefühlten Brechreiz. Wir hatten einfach keinen Bock mehr! So strampeln wir uns stumm, jeder in seinen Gedanken, weiter gen Süden. Wenn der Kopf erstmal so tief hängt, dass man nur noch die Straße sieht, dann wird es drum herum logischerweise auch nicht abwechslungsreich.
Den ersten Freudenmoment hatten wir nach 30km, als unerwartet ein Supermarkt auftauchte. Mit 500g Joghurt im Bauch (jeder) und etwas Bauchgrummeln ging es dann weiter. Wir suchten nach Themen, die wir nicht schon zehn Mal durchgekaut hatten um uns über etwas zu unterhalten, aber irgendwie fanden wir nichts spannendes. Lediglich die Kriegsthematik des Winterkrieges begleitete uns den ganzen Tag.
Abends kamen wir an einem riesigen Steinfeld an, das ebenfalls an die schreckliche Zeit im Winter 1939/40 erinnerte. Jeder Stein der 20.000 steht für einen gefallenen Soldaten in den Schlachten bei Raate. In der Mitte des Feldes steht ein Monument, das 105 Glocken für jeden Tag des Krieges hat, die leise im Wind klingen. Die Geräusche sollen die Seelen der Soldaten erklingen lassen. Auf weiteren Bildern kann man sich Szenen aus dem Krieg anschauen....schaurig! Die Finnen hatten immerhin Rentierkleidung und Skier aber die (unter anderem) ukrainischen Soldaten (mussten für die Sovjetunionen kämpfen) erfroren bei den minus 40 Grad oder verhungerten.
Vielleicht ist das nicht die ideale Thematik um die Stimmung aufzuheitern, aber wir sind nun mal auf dem Eisernen-Vorhang-Radweg unterwegs. Das ukrainische Denkmal mir zwei im Wind wehenden Papierkranichen in blau und gelb war so gegenwärtig, wie es wahrscheinlich nie mehr hätte sein sollen.
Völlig fertig nach zig Regenschauer schlugen wir unser Zelt mitten am Hang zwischen wadenhohen Heidelbeerpflanzen auf. Laura badete noch kurz im tiefroten Wasser des Sees und kochte dann im Regen Nudeln. Immerhin ging der Kocher dieses Mal schnell an.Read more
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- Day 84
- Thursday, July 6, 2023 at 11:36 AM
- ☁️ 17 °C
- Altitude: 174 m
FinlandHarakkasaari64°6’54” N 29°35’30” E
Camping Kalevala

Nachtrag zu gestern :) Wir haben unsere Strategie geändert und machen jetzt langsam. Die "Wir-fahren-jeden-Tag-100km-Taktik" um schnell aus dem Land der Seen mit viel zu viel Wald raus zu kommen, hat uns völlig zermürbt. Der erhoffte Fortschritt ist nur sehr langsam eingetreten und wir hatten überhaupt keinen Spaß am Radeln. Daher haben wir gestern mal was ganz anderes gemacht :)
Nach 45km gab es erstmal Burger :) Die ganze Situation war etwas amüsant , denn als wir an das Restaurant kamen, war es geschlossen. Also machten wir uns erstmal auf den Weg zum Campingplatz um dann dort den Koch anzutreffen. Er versicherte uns, dass das Restaurant offen ist, und als wir ankam machte er uns die Tür auf. Also saßen wir zu zweit in einem riesigen Restaurant und bekamen Burger gekocht. Diese waren tatsächlich sehr sehr lecker und stimmten uns beide irre zufrieden.
Im Anschluss mieteten wir uns noch ein Kanu, bekamen Sicherheitswesten und machten uns dann auf den Weg zum Wasser. Vom Boot aus sahen wir eine Prachttaucherfamilie mit Küken und konnten an einem Sandstrand anlegen. Nach einer Runde Boul mit Kiefernzapfen ging es auch schon wieder zurück, denn die finnische Sauna rief. Wirklich genial, dass hier bei jedem Campingplatz eine kostenlose Sauna mit dabei ist. So genossen wir die nächsten zwei Stunden bis wir uns anschließend nach einer ausreichend heißen Dusche mit Keksen und Brot ins Zelt verkrochen. Das schöne Telefonat mit Annina behalte ich in guter Erinnerung:)Read more

TravelerJaja, da lohnt sich das Zahnpasta-Runterschluxken im Zelt... Igitt, das mag ich wirklich gar nicht
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- Day 85
- Friday, July 7, 2023 at 9:53 PM
- ☁️ 14 °C
- Altitude: 151 m
FinlandPielisen Karjala63°43’14” N 29°56’33” E
Wir treffen auf Finnen

Nach einer angenehmen Nacht wachen wir von stimmengewehr auf dem Campingplatz auf. Während die anderen Camper sich langsam in Schale werfen und sich mit Mountainbikes oder Laufschuhen auf den Weg zum nächsten Wettkampf machen, rödeln wir entspannt an unserem Zelt rum. Porridge gab es mit aufgebrühtem Kaffee in der Campers kitchen und der Wasserkocher hat uns mal wieder eine große Freude bereitet. Genial, wer das erfunden hat.
Laura putzt in( mal wieder) ihre Fahrradkette und Julian bekämpft den Achter in seinem Hinterrad. Das hat tatsächlich erstaunlich gut funktioniert und jetzt kann alles wieder gerade weiter rollen.
Nach wenigen Kilometern kamen wir in der Stadt Kumo an, die gegen alle Erwartungen relativ langweilig war. Aber es gab immerhin einen großen Supermarkt, indem wir ein weiteres nationales Gebäck probieren konnten. Es gab salzige Teigtaschen die mit Milchreis gefüllt sind. Echte Sattmacher. Sobald wir aus der Stadt rausgerollt sind, fing es an zu regnen. Bis wir nach 60 km an unserem Unterstand ankamen, wollte es auch nicht mehr aufhören. Ein klassischer Vorteil von starkem Regen ist, dass sich ganz viel Wasser im Poncho sammelt und man stehts die Trinkflaschen wieder auffüllen kann:)
Als wir ankamen haben wir erstmal Feuer gemacht. Hier in Finnland gibt es an den meisten Lavuus unfassbar viel Holz. So war auch an diesem Abend ein ganzer Holzschuppen mit sehr trockenem Birkenholz vor Ort und das Anfeuern ging ganz einfach. So kochten wir auf dem Feuer und bekamen ziemlich schnell Gesellschaft von drei Finnen. Als sie mit Bierdosen und komplett durchweichen Klamotten zu uns reinkam, waren wir erst etwas verwirrt. Da sie nicht so gut Englisch konnten, kamen wir auch leider relativ schwergängig ins Gespräch. Nach einem weiteren hin und her stellte sich im Nachhinein heraus, dass in Finnland folgende Regel gilt: "wer zuerst kommt, der darf bleiben... der Rest sieht weiter"
So ein Quatsch, denn die Hütte war groß genug, um für alle Unterschlupf zu bieten. Also überzeugt mir sie davon doch bei uns zu bleiben. Am Ende bekamen wir sogar ein Pfannkuchen mit Marmelade und Sahne. Lediglich die Schwalben, die über unseren Köpfen brüteten, waren nicht so begeistert vom Feuer und dem Lärm.
Da wir das Zelt nicht aufbauten, waren wir nicht vor Schnaken geschützt.... Also versuchten wir mit Spray und Mückenhüten einzuschlafen, was sich als etwas unbequem herausstellte. Sagen wir so, es juckt jetzt einfach überall 🤣Read more
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- Day 86
- Saturday, July 8, 2023 at 10:23 PM
- ☁️ 12 °C
- Altitude: 83 m
FinlandTopronsaari62°56’55” N 30°5’45” E
Wenn die Regenzeiten mal passen :)

Nach einer mehr oder weniger unruhigen Nacht stehen wir morgens um 8:30 Uhr auf und es gibt den Reis vom Vortag zum Frühstück. Dazu gibt es auch noch einen leckeren Kaffee. Wir packen unsere Sachen so langsam zusammen und machen uns um kurz nach 10 Uhr auf den Weg. Die finden bleiben weiter in der Hütte zurück und genießen das knisternde Feuer. Einer der drei hatte sogar in einer Hängematte unter einem Tarp geschlafen. Sowas geht auch wirklich nur als Einheimischer.
Kurz nachdem wir losfahren beginnt es auch schon zu regnen. Der Regen begleitet uns mit voller Wucht die ersten 30 km und nach 50 km etwa erreichen wir im Trockenen Lieksa am Pilinensee. Unsere Mittagspause machen wir im Eingangsbereich eine Supermarktes, da dort eine Bank stand.
Da wir leider nichts zur ominösen Fährverbindung auf die andere Seite finden, machen wir uns entlang der Straße 73 auf den Weg Richtung Joensuu. Über die weniger befahrenen Straßen direkt am See (abwechslungsreich!!) gelangen wir mit viel Rückenwind nach 113 km an unser Ziel: eine Badestelle mit Umkleidekabine, Trockenklo und einem Spielplatz direkt am See. Auf dem Weg haben wir noch Walderdbeeren gefunden. Lecker! Der vermeintliche Bärlauch entpuppte sich allerdings als Maiglöckchen und wir ließen die Finger davon.
Tatsächlich sind wir entgegen aller Wettervorhersagen trocken an unserem Ziel angekommen und wir bauen direkt unser Zelt auf, bevor wir noch einmal (dann bei leichtem Nieselregen) in den See hüpfen. Socken anziehen ohne Sand an den Füßen ist manchmal gar nicht so einfach... Zum Abendessen gibt es mal wieder Fertignudeln mit Pesto, aber als Krönung des Tages noch eine heiße Milch mit HonigRead more

TravelerNein! Keine Maiglöckchen! Die Bärlauchzeit müsste auch im hohen Norden - und ihr seid schon südlicher - vorbei sein. dann lieber mehr von den leckeren Walderdbeeren! da oben sind die ohne Abgase! Ja die Einheimischen (ich habe einen Freund in Schweden) benutzen diese Tarps und Hängematten auch im Winter, die Hängematten dann mit einer Isolierung und Duunenschlafsack.
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- Day 87
- Sunday, July 9, 2023 at 12:24 AM
- ☁️ 13 °C
- Altitude: 76 m
FinlandLammassaari62°21’19” N 29°49’38” E
Angekommen auf der Südfinnlandkarte

Nach einem Blaubeer-Walderdbeer-Porridge (Laura hat 40 Minuten gesammelt, während Juli langsam aber sicher im Tag angekommen ist :)) haben wir erstmal Wäsche im See gewaschen. Angenehm, wenn nicht alles vom Regen nass ist oder nass wird. So sind heute doch die Sachen trocken geworden!
Am Wegesrand blinken überall rote Walderdbeeren, da würde ich am liebsten direkt anhalten und naschen, leider kämen wir dann gar nicht mehr voran....
Der Weg führt uns über eine relativ stark befahrene Straße Richtung Joensuu. Die letzten 10 Kilometer in die Stadt rein fahren wir an einer von Bäumen umrahmten Straße auf einem Fahrradweg. Entspannt! So kann man sich mal die "Landschafts-Unterschiede" im Vergleich zu Lappland anschauen :) Ja, es hat sich tatsächlich etwas in der Landschaft geändert. Die Bäume sind dicker, der Boden stärker bewachsen und die Straßenränder sind voller Blumen. Hier wird sicherlich Blumenwiesensaargut gestreut, sonst würde keine derartige Vielfalt entstehen.
Nach 50 km machen wir um 16 Uhr Mittagspause im Stadtpark von Joensuu. Hier gibt es E-Scooter und ganz viel fragwürdige Mode! Der Sonntag ist hier eher wie ein deutscher Samstag. Alle düsen mit Freunden umher, gehen shoppen oder machen sonst etwas, was man eben in der Stadt macht. Das rege treiben tut gerade mal wieder richtig gut! Und dazu saßen wir auch noch auf einer genüsslich schaukelnden Hängeschaukel mit Blick auf einen Fluss.
Die Motivation weiter zu fahren tauchte erst nach 2h wieder auf. Also ging es um 18 Uhr weiter und wir hatten noch knapp 40 km vor uns. So dünsten wir durch die Abendsonne, lauschten dem Wind in den Blättern und bestaunen die weiten Felder neben der Straße. Hier gibt es sogar Erdbeerfelder! (leider sehr teuer)
Abends wurde mal wieder gebadet und über dem Feuer gekocht. Das können wir mittlerweile erstaunlich gut und es macht einfach jedes Mal Spaß.
Danke Isa für das schöne Gespräch!Read more
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- Day 88
- Monday, July 10, 2023 at 9:30 PM
- ☀️ 14 °C
- Altitude: 62 m
FinlandNaukusaari62°9’5” N 29°59’7” E
Pausentag am Seestrand

Der Tag heute hat erstmal wie so ein richtiger Montagmorgen begonnen... Laura wollte die Schlafsäcke zusammenpacken, ist abgerutscht und hat dann mit der Schlafsackhüllen-Schnalle erstmal ein Loch in die Isomatte gemacht. Zum Glück ist in der Isomattenhülle ein Kleber und Flickzeug, so konnte das Loch (hoffentlich) geklebt werden. Nach einem Vormittags-Powernap auf der Isomatte (doppelt gefaltet sehr bequem) ging es dann um halb eins auch endlich los.
Da Julis Knie muckte und wir beide nach drei Streckenmäßig langen Tagen keine Lust auf Strecke hatten, beschlossen wir nach einem kurzen Telefonat mit Amelie den 23 km entfernten Lavuu aufzusuchen. Es erwartete uns ein genialer Sandstrand am See mit Klo ( sehr sauber und sogar mit Vogelposter), ganz viel Feuerholz und ein Lavuu mit großer Feuerstelle in der Mitte. Hier liegen wir nun, gebadet, über Kaffee gebildet und lauschen dem knisternden Feuer. Ja, so fühlt sich Freiheit an:)
Ach ja, an diesem See bzw. In diesem See leben die einzigen Ringelrobben der Welt. Es gibt ca. 400 Individuen und die "haben es vor 8000 Jahren nicht wie dir anderen Robben ins Meer geschafft, sondern sind durch die abtauenden Gletscher hier gelandet".Read more
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- Day 89
- Tuesday, July 11, 2023 at 11:15 PM
- 🌙 14 °C
- Altitude: 70 m
FinlandParikkala61°32’38” N 29°30’42” E
Südkarelien im Sommer, Parikkala

Wie den Bildern zu entnehmen ist hatten wir in der vergangenen Nacht keine Lust unser Zelt aufzubauen und haben einfach in der Holzhütte geschlafen. Für Laura war es dank der gefalteten Isomatte sehr bequem, aber der Julian ist ein richtiger Kerl und hat auf der blanken Holzbank geschlafen. 🤪🤣 Mal schauen ob er heute Nacht besser schläft. Er ist ohne Folgeschäden aufgestanden und hat sich nicht beschwert... Er hat sogar einen über dem Feuer warm gemachten Kaffee an den Schlafplatz gebracht bekommen und wurde dann mit Reis vom Vorabend gefüttert.
Als endlich alle Geschmacksknospen und Sinne wach waren, konnten wir gegen 10 Uhr unser Lager verlassen. Die ersten 30 km gingen heute über eine relativ stark befahrene Straße. Man merkt langsam, dass wir im Süden angekommen sind und hier deutlich mehr Menschen wohnen. Landschaftlich ist es hier auch wirklich wunderschön und man versteht, warum sich hier die Menschheit niederlässt. Zwischen all den Birken Wäldern, gemähten Wiesen und kunterbunten Blume am Straßenrand knacken wir am Vormittag unsere 6000 km. Als Belohnung kaufen wir uns im Ort Käsaläthi (?) eine Wassermelone und ein kleines süßes Teilchen. Mit unseren Plastiklöffeln, die zum Teil immer noch nach Reis schmecken, war das Geräusch zwar nicht ganz so genial wie mit einem Edelstahllöffel, aber geschmeckt hat die Melone trotzdem wunderbar. Da wir dabei auch noch im Gras saßen und um uns die Bienen herum gesummt haben, hat es sich wirklich wie Hochsommer angefühlt. Einfach schön.
Nach der Pause fahren wir weiter Richtung Süden und nähern uns immer mehr der russischen Grenze. An der Kirche in Käsaläthi bestaunen wir noch ein Kunstwerk, das ist das Kreuz mit dem Metallzaun davor. Auch dieses Konstrukt erinnert wieder an den Winterkrieg zwischen Sowjetunion und Finnland und der gebeulte Zaun soll symbolisieren, dass die Finnen damals starken Widerstand geleistet haben bzw. dass deren Verteidigung nie komplett gefallen ist... Das wäre jetzt auch was für eine Geschichtsklausur oder Kunstklausur. Nebenan war noch ein hoher Turm (UNESCO Weltkulturerbe) , der mit Holzschindeln verkleidet war, diese wurden in Handarbeit restauriert. Auf Englisch heißen Holzschindeln übrigens Shingels.
Während wir über Schotterwege entlang der Grenze stetig Hügel hoch und auf der anderen Seite wieder runterfahren lachen wir über das kleinste Hochhaus der Welt (Newby-Mc Mahon, einfach mal nachlesen...) , das irgendwo in Texas steht und freuen uns über den Anblick einer Uferschwalbenkolonie.
Nach 104km kaufen wir uns 2L Joghurt und machen uns auf den Weg zum Badesee in Parikkala. Das Wasser ist komplett klar und es gibt einen 5m - Turm! Da gehen wir heute ausnahmsweise mal richtig baden (nicht nur schnell waschen).
Und dann gab es das leckerste Müsli seit jeher:) Morgen gibt es ein Bild von den Blaubeer-Pflanzen hier am See. Ich bin im siebten Himmel! Alles voller großer blauer Perlen.Read more
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- Day 90
- Wednesday, July 12, 2023 at 9:05 PM
- ☁️ 19 °C
- Altitude: 80 m
FinlandKotaluoto61°10’52” N 28°40’15” E
Saima-See nach Imatra

Morgens am See aufgewacht und erstmal im Sonnenschein Heidelbeerwn gesammelt, so fühlt sich Freiheit an:) Gestärkt radelten wir in den warmen Sommertag, machten noch ein paar verzweifelte Aufschwungversuche an einer Reckstange im Wald und fuhren dann wieder auf die E6 auf. Die Straße ist relativ stark befahren und wir waren froh, als wir endlich abbiegen konnten. Die angekündigte Museumsstraße war zwar historisch bedeutend, wurde aber wenig befahren. Dafür schlengelte sie sich dicht an der Grenze entlang, sodass wir direkt am Straßenrand die "Hier kein Zutritt" - Bänder an den Bäumen sahen. Landschaftlich war es wunderschön! Zwischen sanften Hügeln lagen horizontweite hüfthohe Blumenwiesen, überall standen vereinzelte schnucklige finnische Sommerhäuser und Bauernhöfe herum und ab und zu tauchte einer der markanten Birkenwälder mit Zebra-Optik auf. Beim nächsten machen wir mal einen Stopp und versuchen mit der Drohne durch zu fliegen.
Zwischenzeitlich landen wir an einem Parkplatz, an dem eine Kunstausstellung ist. Gezeigt wird das Lebenswerk eines Künstlers, der 500 Selbstporträts aus Zementmasse geformt hat. Darunter sind allerhand Yogaposen, aber auch Kängurus, allerhand Berufe und Zauberer... Kunst eben:) Die Figuren hatten echte Zähne... Der Garten war auf jeden Fall ein Pflanzenmeer und bleibt in eindrucksvoller Erinnerung.
Abends gönnten wir uns noch "ein" Eis. Juli verputzte 3/4 der Packung... 🤣 Lecker wars!
Unser Zelt bauten wir am Sauma-See auf und hatten Gesellschaft von einem Pärchen mit zwei Katzen und der Dorfjugend auf Mopeds und Motorrädern:) Schöner Sonnenuntergang!Read more
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- Day 91
- Thursday, July 13, 2023 at 8:43 PM
- ☁️ 21 °C
- Altitude: 46 m
FinlandSäämälä60°52’7” N 28°7’53” E
Mal wieder irgend ein See im Süden :)

Gestern waren wir in Lappenranta, die Hauptstadt von Südkarelien. Schon beim Einfahren hat man gemerkt, dass diese Stadt (wohl gemerkt die elftgrößte Finnlands mit über 70.000 Einwohnern) etwas zu bieten hat. Der Radweg verlief kerzengerade zwischen Autobahn und Bahntrasse und sowohl links als auch rechts wurde Zeug durch die Welt gekarrt. Egal wie gut du fährst, Züge fahren Güter🤪 und hier vor allem Holz in gigantischen Mengen!
Nach mehrmaligen "Hä? Wo ist der Radweg hin?" und "mein Handy ist fast leer, wir dürfen uns nicht mehr verfahren" haben wir auch endlich das Zentrum erreicht. Hier gibt es einiges zu bestaunen und kulturell wird vieles geboten. Im Hafen wurde auf einer Bühne finnische Musik gespielt und die Omas und Opas, die nicht im Rollstuhl staunend daneben standen, schwungen (? Komisches Wort...) ihre Tanzbeine, dazu wurden Baumstriezel und Eis verkauft. Selbstverständlich darf der Erdbeer/ und Buscherbsenstand nicht fehlen. Letztere gibt es seit zwei Tagen überall!
Hungrig fallen wir bei Tacobell ein und bestellen uns alles mögliche. Praktischerweise gab es Steckdosen um das Handy und die Powerbank zu laden. Am Ende haben wir wahrscheinlich 2L Cola getrunken, weil man den Becher kostenlos wieder auffüllen durfte. Das lassen wir uns nicht zweimal sagen :)
Am Hafen bestaunen wir dann noch eine gigantische Märchensandburg und fuhren anschließend über die Festung zurück. Die Stadt ist sehr grün gestaltet mit wunderschönen Parks und Blumenbeeten. Überall flanieren Menschen in Sommedkleidern und Eis über die Wege und gehen in eines der vielen super süßen Cafés oder in einen Pub. Ja, hier gefällt es uns. Ab und zu ist Zivilisation einfach herrlich und wir sind uns einig, dass unser nächster Sommerurlaub mal zur Abwechslung in den Süden geht. Da hat man derartiges schön früher im Jahr.
Gegen 19 Uhr radeln wir dann doch noch aus der Stadt und düsen Richtung Süden. Die Sonne ist schon recht weit unten und eine angenehme Frische liegt in der Luft. Links und rechts ziehen gemähte, duftende Wiesen an uns vorbei. Mal wieder lassen wir uns an einem der vielen klaren Seen mit Badestrand nieder, düsen Ins Wasser um die Sonnencreme los zu werden und flüchten danach vor den Schnaken ins Zelt. Während draußen die Seeschwalben rufen und die Sonne untergeht, essen wir noch Brot mit Tomaten und googeln Teller und Besteck. Man braucht wirklich viel Zeug für einen Haushalt, obwohl es unterwegs doch auch mit so wenig geht....
Ach ja, morgens waren wir noch baden und haben die Einsamkeit am Strand in der Sonne genossen. Der Samisa-See ist riesig und über ein Kanalsystem an die Ostsee angeschlossen. Der Kanal verläuft aber durch Russland, sodass Finnland diesen Abschnitt pachten muss. Der Vertrag wurde 2010 für weitere 50 Jahre verlängert.Read more
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- Day 92
- Friday, July 14, 2023 at 11:28 PM
- ☁️ 17 °C
- Altitude: 7 m
FinlandRakinvuori60°30’56” N 27°17’5” E
Endlich Ostsee

Wir sind an der Ostsee angekommen. Mehr weiß ich gerade nicht mehr weiter von dem Tag 🤣
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- Day 93
- Saturday, July 15, 2023 at 11:28 PM
- 🌙 17 °C
- Altitude: 25 m
FinlandHaukkakallio60°29’49” N 26°22’43” E
Am Ende der Straße steht ein Zelt am See

Heute Morgen wurden wir von Sonnenschein geweckt, der das Zelt auf gefühlte 40 Grad aufheizte. Auch Julians Fahrradtacho konnte die Meinung widerspiegeln und zeigte zwischenzeitlich 48,8 Grad an. Da hat man sogar beim Kaffeekochen im Sitzen geschwitzt. Gut, so warm war es wahrscheinlich nicht...
Nachdem wir mit Reis gestärkt waren sind wir den holprigen Weg durch Gestrüpp und über Steinplateaus, Sandwege und Blaubeerbüsche wieder zurück zur Straße gefahren. Relativ schnell sahen wir auch schon die besagte größte Flagge von Finnland. An deren Fuß machten wir auch erstmal wieder Pause und genossen den Sonnenschein. Hier gab es auch eine Steckdose, an der man mal eben schnell ein Handy aufladen konnte. Wir bestimmen noch kurz die gezeigten Flaggen der EU-Länder und dann geht es auch schon weiter zur Festung der Fächerstadt Hamina.
In der Mitte steht das Rathaus und gleich gegenüber eine rote orthodoxe Kirche. Ein Stück weiter besichten wir noch die Bastille mit einem gigantischen Sonnensegel und staunen über ein komisches Baseballfeld, auf dem im knalligen Sonnenschein trainiert wird.
Um den Sommer richtig zu genießen fahren wir bei Lidl vorbei, kaufen uns einen Liter Schokoladeneis und begeben uns damit an den Strand. Vor lauter Wind ist uns das Ostseewasser aber zu kalt und wir genießen in der Sonne unser Eis. Klassischer Radfahrer Moment: der Essensbeutel hat sich selbstständig gemacht und es ist was ausgelaufen.... Dieses Mal war es zu unserer großen Überraschung nicht das Pesto sondern die Butter. Man merke, Butter wird flüssig bei derartigen Temperaturen 🙈🤣.
Nach gefühlter dreistündiger Pause machen wir uns nun auf den Weg in Richtung Helsinki. Den kleinen Schlenker über Kotka lassen wir aus und somit haben wir uns schon wieder 30 km auf dem Weg nach Helsinki gespart. Ruckzuck fahren wir durch die Landschaft, vorbei an schönen Gärten mit roten Sommerhäusern und überqueren den ein oder anderen Fluss. Wir sehen tatsächlich einen Tunnel, werde geglaubt dass es das in Finnland gibt. Unser Nachtlager schlagen wir recht spät an einem See auf. Die Finnen scheinen die Abendstunden sehr zu genießen und gehen gerne abends um 10 Uhr noch mal im Nachbarort am See schwimmen. So können wir während wir endlich mal richtig grillen immer wieder Kinder im Wasser planschen sehen. Super leckeres Abendessen. Ach ja, die Heidelbeeren sind hier gigantisch und Laura sammelt noch eine ganze Tasse für das Frühstück voll. Gute NachtRead more
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- Day 94
- Sunday, July 16, 2023 at 9:23 PM
- ☁️ 21 °C
- Altitude: 21 m
FinlandSipoo60°22’42” N 25°15’56” E
Gastfreundschaft einer syrischen Familie

Dieser Reisetag begann mit eine Runde Frühschwimmen im erfrischenden klaren See. Kurz nachdem wir unser Zeltum 7:30 Uhr abgebaut hatten kamen auch schon die ersten Frühschwimmer, die den Sonntagmorgen am See genossen haben. Da wir so früh aufgestanden waren, hatten wir sehr viel Zeit fürs Frühstück und genossen ein großes Porridge mit Banane und ganz vielen Blaubeeren.
Der Weg führt uns durch immer dichter besiedeltes Gebiet Richtung Loviisa. Die kleine Stadt, eher ein Ort, hatte einen wunderschönen Hafen, in dem es ganz viele rote Holzhäuschen gab. Dort waren wir in einer Kunstgalerie und haben schöne Ölgemälde mit Erdbeeren, Vögeln und Weingläsern bewundert. Ich hab wieder soooo Lust zu malen!
Der Fernradweg führt uns weiter an der Küste entlang und mitten rein in ein Kiefernwald, der plötzlich schlagartig steil den Berg hoch geht. Oben auf der Spitze ist ein kleiner aber süßer Aussichtsturm mit immerhin 47 m über Normalnull. Für die Mittagspause wollten wir uns eigentlich eine Melone kaufen, aber wir sind aus Versehen am Supermarkt vorbeigefahren. Deswegen gab es einige Kilometer später im Schatten von ein paar Linden auf einem Autoparkplatz unsere Essensreste. Erstaunlicherweise kam doch noch einiges zusammen und wir haben tatsächlich das Couscous Tabouleh gegessen, das eine bereits sehr große Distanz zurückgelegt hat. Nachdem es in Freiburg gekauft wurde, hat es mit der Post den Weg nach Hannover geschickt. Dort wurde es mit dem Zug nach Celle gebracht und bei Stephan ins Wohnmobil gepackt. Er hat es ans Nordkap gefahren und dort an uns übergeben. Jetzt ist es weitere 2000 km durch Finnland geradelt um kurz vor Helsinki gegessen zu werden.... 🤣Ein Hoch auf die Globalisierung oder so...
Gestärkt konnten wir noch etwas Spanngurt Frisbee spielen und ich habe aus Versehen auf Julis Kopf gezielt. Das war nicht ganz so schlau, aber es ist zum Glück nichts schlimmes passiert. Erstaunlich wie weit diese Dinger fliegen können. In der Hitze des Nachmittags radeln wir immer näher an die Hauptstadt heran. Da wir aber erst am nächsten Tag einradeln wollen, begeben wir uns auf die Suche nach einem Schlafplatz und einem See zum Baden. In Sudankylä (?) werden wir fündig und gehen noch in einen Supermarkt. Dort gab es für schlappe 2,50 € 5 Packungen Brötchen, die alle kurz vor dem Verfallsdatum und deswegen stark reduziert waren. Während wir am See am Ufer saßen und uns überwinden mussten baden zu gehen wurden wir von hinten angesprochen. Ein netter Herr bot uns mit Google Übersetzer an, dass wir bei ihm zu Hause übernachten können. Er war mit seiner gesamten syrischen Familie und Freunden am See baden. Wir hatten schon lange keine Einladung mehr bekommen und freuten uns sehr, so ging es noch mal mit dem Fahrrad 10 km weiter. Ja, was soll man sagen. Wir hatten einen sehr eindrucksvollen Abend mit einer riesigen Menge an Menschen, die fast alle kein Englisch konnten und wir nur mit Google Übersetzer redeten. Wir erfuhren einiges über die Ankunft der Familie in Finnland, die Aufnahme und das Leben als Syrer in Finnland, über die ursprünglich florierende Landwirtschaft in Syrien und deren Kultur. Zum Abendessen wurde auf dem Teppich im Wohnzimmer eine Plane ausgebreitet um die wir uns alle herumsetzen. Es gab Mandi, das aus bunt eingefärbten Reis und Hühnchen besteht. Zum Nachtisch gab es noch den traditionell gesüßten Tee. Völlig müde vom Fahrradfahren und Erlernen einer anderen Kultur fielen wir um 0:30 Uhr müde ins Bett. Die Gastfreundschaft wird hier so groß geschrieben, dass wir das Zimmer der Eltern bekam, die sich einfach im Wohnzimmer auf den Boden legten. Aber dagegen konnten wir gar nichts machen, anscheinend macht man das so, wenn man Gäste hat... Danke an die tolle FamilieRead more
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- Day 95
- Monday, July 17, 2023 at 9:16 PM
- ☀️ 19 °C
- Altitude: 31 m
FinlandVallila60°11’37” N 24°57’23” E
Letzte Etappe in Finnland.... Helsinki

Wow, nach diesem Katapult in eine andere Religion, Tradition und Gesellschaft mussten wir heute morgen erstmal unser Hirn sortieren. Das war definitiv eine irre schöne und sehr beeindruckende Unterkunft für eine Nacht! Und mal ehrlich, ein syrische Frühstück ist wirklich etwas unfassbar leckeres! Es gab syrische Fladen, die man in selbstgemachtes Joghurt oder Olivenöl und dann gemahlenen Thymian Suppen konnte. Dazu saftiges Rührei und Oliven. Irre! Obwohl wir uns nur mit Google Übersetzer unterhalten konnten, haben wir sehr viel gelernt und gestaunt.
Der Weg nach Helsinki verging am Anfang recht schnell. Viele Felder, duftende Lindenbäume und Sonne. Leider wurde der Wind immer stärker und im Bereich der Stadt kamen wir fast gar nicht mehr vom Fleck. Wenn man dann plötzlich wieder feststellen muss, wie nervig Ampeln sind, dann ist man wieder in der Sicht besiedelten Gesellschaft angekommen. Hallo Hauptstadt, Ziel unserer dritten Etappe:)
Nachdem wir uns im Hostel eingenistet haben und uns sehr über die heiße Dusche und unser großes Zimmer gefreut haben ging es nochmal in die Stadt. Der Abendspaziergang darf doch nicht fehlen:) Und sagen wir so, der Vorgeschmack der Stadt auf morgen hat uns sehr gefallen! Gespannt, was uns da morgen erwartet!Read more
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- Day 96
- Tuesday, July 18, 2023 at 9:16 PM
- ⛅ 18 °C
- Altitude: 31 m
FinlandVallila60°11’37” N 24°57’23” E
Helsinki erkundet

Heute war ein wunderschöner Helsinki-Stadt-Tag :) Morgens gab es leckeres Frühstück mit der (aus Schottland geliebten) Lotuskekscreme und dann ging es mit unserem Tagesticket für alle Öffis in das Herz der alten prunkvollen Gebäude. Es ist doch mal ganz entspannt das Fahrrad stehen zu lassen!
So waren wir auf einer vorgelagerten Insel auf der Festung und haben Möwen verscheucht, die unseren Hüttenkäse klauen wollten. Zum Glück waren sie nicht so erfolgreich wie bei einem Mädchen in der Stadt, das sein ganzes Eis ungewollt abgeben musste...
Unter der Festung sind allerhand düstere Gänge, die öffentlich zugänglich sind. Das Erlebnis haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Wohlgemerkt hing überall Kalk von der Decke und Juli musste stets den Kopf einziehen um nicht hängen zu bleiben.
Die Kathedrale war natürlich auch sehr schön, obwohl sie uns von außen deutlich besser gefallen hat als von innen. Sie ist sehr schlicht gehalten und wirkt trotz des hohen Raumes relativ klein.
Besonders beeindruckend war noch die central Bibliothek, die einen krummen Boden, Nähmaschinen, 3D-Drucker, Musikzimmer und Schachtische zu bieten hat. Selten eine so kreatives Gebäude gesehen!
Ansonsten sind wir viel geschlendert und haben das Gewusel genossen😊Read more
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- Day 97
- Wednesday, July 19, 2023 at 9:31 PM
- ⛅ 16 °C
- Altitude: 21 m
EstoniaUus Maailm59°25’31” N 24°44’1” E
Hallo Baltikum, wir sind in Tallinn

Alsoooo, wie unschwer zu erkennen ist, sind wir jetzt im Baltikum! Und das, obwohl wir immernoch keine finnische Flagge besitzen... Alle, die uns sehen, denken, dass wir aus Norwegen sind, da wir dort eine Flagge gefunden haben. Naja, mal sehen ob wir hier fündig werden.
Juli hat ausgeschlafen und ich war syrische Gewürze, Naan, Baklava und Datteln in einem arabischen Supermarkt kaufen:)
Der Vormittag war geprägt von sehr warmen Temperaturen und vielen Fragezeichen im Kopf. Warum klackt der Reifen so? Oh, da ist ja eine Reisszwecke drinnen..... Nur warum ist noch Luft drinnen? 10 Minuten später hieß es dann: Oh, da ist ja keine Luft mehr drinnen.... Also haben wir uns am Straßenrand niedergelassen, Loch geflickt, Bremsbeläge geflickt (wieder leicht Panik bekommen, weil sich ewig und drei Tage kein Druck aufgebaut hat bei Juli, irgendwann ging es dann aber doch) und den Reifen wieder aufgepumpt. Tja, dieser Mantel wollte einfach nicht in die richtige Position ploppen und jetzt eiert alles furchtbar. Hoffentlich bekommsn wir das mit etwas Spüli flutschig geschmiert und dann gerade "geploppt".
Die Fähre um 15:15 Uhr war online zwar nicht mehr buchbar, aber nachdem wir im Zickzack durch Tallinn geradelt sind, haben sie uns noch zwei Tickets am Schalter verkauft. Es ist schon komisch in ein neues Land einzureisen ohne überhaupt eine Grenze zu sehen...
(Ach ja, Juli musste noch über mich lachen, weil ich mit Navigieren überfordert war und Google Maps zusammengeschumpfen habe. Wohl gemerkt, wir konnten nur Fußgänger, Auto, Öffis oder Bolt auswählen. Wo ist das Fahrrad bitte?????
Sooo, Tallinn begrüßt uns mit Sonne! Wir buchen uns für zwei Nächte in einer Garten-Camping-Unterkunft mitten in einem Wohngebiet ein (super schnuffiger Garten, alles sehr liebevoll und idyllisch) und gehen dann nochmal in dir Stadt. Die Blicke von oben herunter gefallen uns am besten. Eine bis jetzt wunderschöne Stadt mit einem herrlichen Altstadtkern. Als Erinnerung habe ich mir Ohrringe aus Bernstein gekauft in Glückskäferform :)
Wir gehen Noch Essen und gönnen uns seit 4 Wochen endlich mal eine bezahlbare Flasche Wein. Sagen wir es so, wir genießen das Leben gerade 😊🥰Read more
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- Day 98
- Thursday, July 20, 2023 at 11:32 PM
- 🌙 14 °C
- Altitude: 21 m
EstoniaUus Maailm59°25’31” N 24°44’1” E
Ein Tag zum Träumen und Genießen

Heute war ein wunderschöner Tag. Juli hat ganz gemütlich in unserem bequemen Bett ausgeschlafen und ich konnte endlich meinen Mantel richtig auf der Felge montieren. Mit ausreichend Spüli und genug Luftdruck ist der Mantel endlich in die richtige Position gerutscht. Mal sehen, wie er sich morgen fahren lässt...
Ansonsten sind wir heute wirr durch die Stadt geirrt, waren in einem riesigen Schlossgarten und waren in allerhand Second Hand-Läden. Jetzt habe ich zwei Sommerkleider und bin suuuper happy, nicht immer wie der letzte Radler durch die Stadt laufen zu müssen:)
Zwischenzeitlich waren wir plötzlich am Meer und haben gestrandet, auch sehr schön! Ansonsten waren wir im Dänischen Bettenlager und haben über Tische und Teppiche diskutiert, waren bei Rimi und haben Karums und Buffetsachen gekauft.
Ein weiteres Highlight war ein Café mit wirklich guten Kaffee! Nicht zu sauer, nicht zu bitter, einfach schön vollmundig und cremig. Der Chai Latte war natürlich mit Kadermom auch wieder ein Träumchen:)
Tja, und jetzt karren wir eine getöpferte Tasse mit Unterteller noch 2900km nach Hannover... Sie war so schön, da könnten wir einfach nicht widerstehen! Tallinn ist wirklich eine wunderschöne Stadt!Read more
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- Day 99
- Friday, July 21, 2023 at 11:52 PM
- 🌙 16 °C
- Altitude: Sea level
EstoniaPakre59°22’25” N 24°7’13” E
Ostseerauschen und Dunkelheit draußen

Guten Abend, schön hier und wir genießen es sehr, dass man hier im Baltikum einfach radeln kann, ohne sich zu langweilen :)
Heute Morgen gab es erstmal Frühstück auf dem Grundstück des City Garden Camping mitten in Tallinn. Die Sonne war zwischenzeitlich schon ordentlich am ballern und es war drückend heiß. Sogar so sehr, dass es um 11 Uhr vormittags ein gewaltiges Sommergewitter mit dem ein oder anderen intensiven Guss gab. Wir flüchteten uns einfach wieder ins Bett🤣🙈.
So, irgendwann rollten wir dann doch durch die Stadt, verfuhren uns mal wieder, fluchten etwas rum und schafften es dann doch aus dem Stadtzentrum:)
Dann war erstmal Lauras Hinterrad platt und wir bauten mal wieder (wahrscheinlich zum 6. Mal in 2 Tagen) das Rad aus. Tatsächlich war das Ventil nicht richtig zu und wir konnten das Rad einfach wieder einbauen 🤣. Die Arbeit hätten wir uns zwar ersparen können, aber lieber so als anders herum!
Ruck zuck waren wir am Meer. Immer wieder kann man im Laufe des Tages einen Blick auf die Ostsee werfen, was uns sehr gefällt!
Soo und nach 20km war dann auch schon Pause angesagt! Was gehört zu einem perfekten Sommermoment außer Sonne und der Geruch von Sonnencreme? Wassermelone und Erdbeeren🥰🥰. Wie schwelgen uns 4kg lang im süßen Saft und lagen dann kugelrund gegessen auf den gepflasterten Steinen eines Spielplatzes:)
Wir passieren den höchsten Wasserfall Estlandals mit gigantischen 6m....und einer Francis-Turbine.
Zwiachenstopp bei einem Volleyballtunier am Strand, eingekauft und dann an einer RMK-Grillstelle das Feuer angeworfen. Grillen ist einfach soooo lecker! Es gab sogar Bananenschoki und einen SonnenuntergangRead more