Auf ins Unbekannte
26. heinäkuuta 2024, Saksa ⋅ ☁️ 20 °C
Eine letzte Umarmung und ein letzter Blick zurück. In diesem Moment hatte ich Angst, war aufgeregt und freute mich auf das Unbekannte. Vor mir liegen zweieinhalb Monate voller Ungewissheit. Ich weiß nicht was mich erwarten wird und dazu kommt noch, dass ich diesmal komplett alleine reise. Nur mein Hund begleitet mich auf diesem Weg. Als ich mich dann gegen 17 Uhr von meinen Eltern verabschiedet hatte fuhr ich los. Mein erstes Ziel ist Bratislava in der Slowakei. Nach ungefähr einer halben Stunde war ich aus Kiel raus und fuhr auf die B404 in Richtung der A21. Die Fahrt lief gut bis dann auf der A21 auf der Höhe von Bad Oldesloe das erste und zum Glück auch das einzige mal Stau kam. Dieser dauerte zum Glück nur rund 10 Minuten, weil das Reißverschlusssystem perfekt funktionierte. Nach einer kurzen Weile setzte dann enormer Starkregen ein und man sah kaum noch die Fahrbahn vor seinen Augen. Den anderen Autos und mir blieb nichts anderes übrig, als mit 30km/h weiter zu fahren. Gegen 20 Uhr hielt ich dann auf einem Rastplatz, ging mit Ilvy spazieren und gab ihr Futter. So langsam fing der Tag auch an sich dem Ende zu zuneigen und somit schaute ich, während Ilvy fraß, bei Park4Night nach einem geeignetem Schlafplatz. Ich wurde schnell fündig und nach gut 47 Minuten stand ich an einem viel zu schrägem Platz, dort hätten nicht mal Keile geholfen. Also schaute ich schnell nochmal bei Park4Night und fand einen 5 Minuten entfernten Platz an genau dem gleichen See. Nach einem holprigen Waldweg, entlang an einem Lost Place mit einem ziemlich verdächtigen, sehr stark zugeklebten Karton im Gebüsch war ixh endlich an einem geeignetem Schlafplatz angekommen. Ich musste ich nur kurz meine Künste beim Rückwärtsfahren beweisen und zack stand ich, wenn auch leicht schief, unter Bäumen direkt mit Blick auf den See. Ilvy hat sogar noch einen anderen Hund kennengelernt, welcher zu einem T4 Camper gehörte. Weil es dann auch schnell dunkel wurde und ich ja bekanntlich ein Schisser bin, machte ich dann auch schnell alle Fenster und Türen dicht, machte mir zwei Brote und ging ins Bett. Ich bin gespannt, wie die erste Nacht alleine wird.Lue lisää
Über Grenzen hinweg
27. heinäkuuta 2024, Slovakia ⋅ ☀️ 29 °C
So schön wie ich mir die Nacht erhofft hatte war sie dann doch nicht. Ich habe ziemlich unruhig geschlafen und bin immer wieder aufgewacht. Eigentlich wollte ich um 6 Uhr aufstehen und ähm ja das hat nicht so gut geklappt. Aufgewacht bin ich dann letzten Endes gegen halb acht. Das Frühstück viel daher für mich aus und ich ging mit Ilvy dafür eine schöne große Runde. Das gruselige Haus, welches ich gestern Abend gesehen hatte wirkte auch nicht mehr so gruselig und mit dieser Erkenntnis stiegen Ilvy und ich ins Auto und fuhren los. Mitten auf der Autobahn bemerkte ich dann einen blinden Passagier, eine kleine Schnecke hatte sich an mein Fenster hochgekämpft und kämpfte nun damit, nicht abzufallen. Irgendwann flog sie leider davon, diesen Kampf konnte sie nicht gewinnen. Da die Autofahrt und auch der Mangel an Schlaf mich echt müde gemacht haben, entschied ich mich dazu einen Rastplatz an zu fahren. Dort ging ich mit Ilvy spazieren, holte mir über Vintrica eine Vignette für Tschechien und legte mich nochmal für eine Stunde schlafen. Ilvy bekam danach noch schnell ihr Futter und dann ging es schnell weiter. Die Weiterfahrt war ohne spannende Vorkomnisse, nur einmal flog ein Flugzeug direkt über der Straße entlang und landete dann kurze Zeit später, was mir außerdem auffiel waren die vielen Pannenfahrzeuge auf meinem Weg, die Leute taten mir wirklich leid und ich hoffe stark, dass ich nicht auch irgenwo am Straßenrand so ende. Kurz vor dem Grenzübergang zur Slowakei fuhr ich nochmals auf einen Rastplatz, um die Vignette für die Slowakei zu buchen und um einen Schlafplatz zu finden. Kurz hinter der Grenze in der Nähe von Bratislava wurde ich fündig. Der Weg zu meinem Schlafplatz ging an riesigen Villen mit enorm hohen Zeunen vorbei. Die Wachhunde konnte man nur durch das bellen erahnen aber anlegen würde ich mich nicht mit denen. Ich kam pünktlich zu einem wunderschönen Sonnenuntergang an meinem Schlafplatz an. Dieser ist ein See mit einer großen etwas sandigen Fläche davor, welche mit Gras bewachsen ist. Meine Hoffnung ist, dass ich von hier morgen ohne Probleme wieder weg komme. Ich ging noch eine schöne Runde mit Ilvy, die sich total darüber freute. Später machte ich mir noch ein einfaches Abendessen und so schnell war Tag zwei auch schon wieder vorbei.Lue lisää
Von Burgruine bis Steinbruch
28. heinäkuuta 2024, Slovakia ⋅ ☀️ 26 °C
Auch heute startete der Tag um halb acht. Als ich von der Hunderunde mit Ilvy wiederkam winkte mir mein Nachbar ( ein Mann Mitte 50 aus dem Camper neben mir) freundlich zu. Wir beide waren die Einzigen, die um diese Uhrzeit wach waren. Während Ilvy ihr Frühstück fraß schaute ich nach überwachten Parkplätzen in Bratislava. Leider wurde ich nicht fündig und die Rezensionen der anderen Parkplätze machten mir eher Angst. Ich entschied mich dafür nicht nach Bratislava zu fahren, da mir das Risiko, danach kein Auto mehr zu haben oder dieses aufgebrochen vorzufinden, einfach zu groß war. Ich schaute erneut in meinen Reiseführer und fand eine Burgruine ganz in der Nähe. Da diese erst um 10 Uhr öffnen sollte ließ ich mir Zeit und ging in einen slowakischen Einkaufsladen. Dieser war riesig aber da ich Hunger hatte und ich nicht zu viel Zeit verplämpern wollte, suchte ich nur schnell die Backabteilung und fuhr weiter. Da ich ja wie schon geschrieben noch etwas Zeit hatte entschied ich mich dafür, Mautstraßen und Autobahnen zu meiden und mir so die Dörfer der Slowakei anzuschauen. Somit hatte ich dann doch eine Stadtrundfahrt durch Bratislava und ich kam sogar an fast allen Sehenswürdigkeiten vorbei. Bekanntlich sollte man jedoch aus seinen Fehlern lernen, ich tat es nicht und somit vertraute ich Google Maps und landete kurz vor der Burgruine auf einem Fahrradweg. Ich wunderte mich schon, warum die Straße so eng war und warum die Leute lachten, die im Restaurant neben der Ruine saßen, bis ich das Verbotsschild für Autos und Motorräder sah. Vielen Dank für garnichts Google Maps. Ich suchte mir schnell einen Parkplatz, machte Ilvy ihr Geschirr um und ging hoch zur Burg. Dort durfte man leider keine Hunde mit rein nehmen, deswegen ging ich eine schöne Runde mit ihr an der Donau entlang und ließ sie baden. Ein Chinese machte noch ein Bild von Ilvy und sagte zu mir, dass ich einen tollen Hund habe. Danach verfrachtete ich sie ins Womo und machte alle Fenster für sie auf. Während sie ein bisschen schlief ging ich mir die Burg anschauen. Der Eintritt kostete 8 Euro und diese haben sich auch wirklich gelohnt. Man konnte nicht nur schöne Ausblicke auf den Zusammenfluss von Donau und March sehen, sondern auch die Burg Hrad Devin war ein echter Hingucker. Ich konnte sogar eine grüne Eidechse sehen. Ein netter Junge in meinem Alter fragte mich dann, ob er ein Bild von mir machen solle und da sagte ich natürlich nicht nein. Der Wind gab mir auf den Bildern auch die schönste Sturmfrisur. Nachdem ich mir alles angeschaut hatte ging es wieder zu Ilvy zurück. Mein nächstes Ziel war eine Kirche in einem Nachbarort von Bratislava. Dort angekommen fuhr ich ausversehen erstmal komplett an der Kirche vorbei und landete in einer verdammt engen Straße mitten auf einem Berg. Ich fand zum Glück eine Möglichkeit zum umdrehen aber bei meinem Glück kamen mir natürlich an der engsten Stelle des Weges Autos entgegen. Als auch das vorbei war fuhr ich natürlich auch noch mal an ein paar freien Parklücken vorbei, musste nochmal drehen und stand dann endlich quer über drei Parkplätze auf dem Parkplatz vor der Kirche. Zu meiner Verteidigung, ich musste drei Parkplätze einnehmen, weil mein Auto sonst halb auf der Straße gestanden hätte. Als ich dann die Stufen zu der Kirche hochgekrackselt bin, musste ich feststellen, dass die Kirche verschlossen war. Trotzdem machte ich noch ein Foto von außen und stiefelte die Stufen wieder runter. Enttäuscht suchte ich über Park4Night einen Schlafplatz, da auch mein nächstes Ziel vorübergehend geschlossen war. Nach 27 Minuten kam ich dann an dem Schlafplatz an, dieser war aber extrem voll und es lag sehr viel Müll überall herum. Da ich ja sonst nichts zu tun hatte fuhr ich einen einstündig entfernten Schlafplatz an und somit sah ich dann Bratislava auch nochmal von einer anderen Seite aus. Mein auserkorener Platz war ein Steinbruch in einem Wald. Auch der Weg dorthin war wieder ein Abenteuer. Die Straße hatte sehr tiefe Schlaglöcher und es kamen mir keine Autos sondern nur Fahrradfahrer entgegen, was mich schon wieder glauben ließ, ich sei auf einem Fahrradweg gelandet, dies war zum Glück nicht der Fall. Am Wegrand waren mehrere verlassene Häuser wo das Interriör komplett zerstört war. Hierbei muss man bedenken, dass ich schon im tiefsten Wald war. Dennoch ließ ich mich nicht beirren und fuhr weiter. Nach einer gefühlten Ewigkeit war ich dann endlich bei dem Steinbruch angekommen. Hier stehe ich nun komplett alleine. Nur auf der anderen Hälfte des Steinbruchs steht ein weiterer Camper, diesen kann man aber kaum sehen. Die Temperatur ist hier auch wirklich erträglich. Ich laß noch meinen Reiseführer für Ungarn weiter, telefonierte mit meinen Eltern und aß dann später Abendbrot. Heute bekam ich das erste mal ein beklemmendes Gefühl. Was ist wenn doch nicht alles so läuft, wie ich es mir vorgestellt habe? Was ist wenn ich überfallen werde? Ist es überhaupt das Richtige was ich hier tue? Aber egal wie ich mich jetzt fühle ich weiß, dass ich diese Reise durchziehen werde und wenn es mir doch irgendwann zu viel werden würde, dann könnte ich einfach die Notbremse ziehen und nach Hause fahren. Mal schauen, was der morgige Tag so bringt.Lue lisää
Donauebene und Waagtal
29. heinäkuuta 2024, Slovakia ⋅ 🌙 16 °C
Der Tag startet wirklich schön. Die Temperaturen waren noch angenehm kühl und somit entschied ich mich dazu, mit Ilvy eine ausgiebige Runde durch den anliegenden Wald spazieren zu gehen. Um diese Uhrzeit waren noch keine Wanderer unterwegs und somit waren wir komplett alleine. Der Wald war so ruhig, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören. Es war kein Autolärm und keine Stimmen von Menschen. Heute wollte ich den Tag mal entspannter starten und somit räumte ich erstmal das Womo auf und aß Müsli mit Blick auf den Steinbruch. Später gab ich dann mein nächstes Ziel bei Google ein und siehe da, das Schloss in das ich wollte hatte zu. Ich fuhr trotzdem dorthin und spazierte mit Ilvy durch den Schlossgarten bishin zum Schloss. Auf dem Weg dorthin bemerkte ich eine Drohne, welche das Schloss filmte. Kurze Zeit später hörte ich zwei Schüsse aus Richtung Schloss und die Drohne war nicht mehr zu hören. Ob die Drohne abgeschossen wurde weiß ich nicht aber es wäre jedenfalls denkbar. Auf dem Rückweg zum Auto telefonierte ich noch mit meiner Mutter, die gerade Feierabend hatte. Es tut so gut wenn man vertraute Stimmen hört. Auf dem Weg zu meinem zweiten Ziel, Namens Lavendula, kam ich an einer schönen Kirche vorbei und an einem Storchennest, außerdem entdeckte ich noch einen Lidl und da musste ich natürlich einmal stöbern gehen. In der Tat fand ich sogar ein paar Sachen, ein Päckchen Reibekäse, Saft und eine Melone für nur 45 Cent. Darüber freute ich mich sehr, doch diese Freude wurde mir wieder genommen, als ich bei Lavendula angekommen war. Denn die Lavendelfelder, welche ich mir erhofft hatte, hatten keine Blüten mehr und auch der Shop war geschlossen. Also suchte ich einen Schlafplatz für die Nacht und durch einen Zufall kam ich dann noch ein drittes mal durch Bratislava und kam dann endlich in der nächsten Etappe meiner Reise an. Nämlich die Region der Donauebene und des Waagtals. Mein Schlafplatz lag genau an der Waag und dann ließ ich mir ein erfrischendes Bad natürlich nicht entgehen. Auch Ilvy freute sich sehr darüber baden zu dürfen. Der Crafter hatte einen schönen schattigen Platz. Doch trotz der schönen Gegend ließ mein komisches Bauchgefühl nicht nach. Auf dem Boden lag ein verbranntes Handy und auch im Wasser fand ich ein weiteres Handy. Diese komischen Dinge verdrängte ich aber ein bisschen und versuchte, den Platz trotzdem zu genießen. Ich saß auf meiner Trittstufe und Ilvy lag draußen auf ihrer Decke und plötzlich fährt ein Mann im Auto ganz langsam an mir vorbei und starrt mich mit einem unheimlichen Gesichtsausdruck an. Mir wurde schlagartig schlecht, doch der Mann fuhr weiter und ich dachte er wolle vielleicht nur angeln. Auf einmal bemerkte ich, dass er auf dem Weg vor meinem Auto langsam langfuhr und direkt auf meiner Höhe anhielt und den Wagen abschaltete. Er beobachtete mich durch die Büsche hindurch und da schrillten meine Alarmglocken, ich packte Ilvy ins Auto und suchte mir sofort einen neuen Schlafplatz. Der Mann folgte mir zum Glück nicht und ja vielleicht habe ich auch ein bisschen überreagiert aber mir ist in dem Moment bewusst geworden, dass ich in einer brenzligen Situation nichts hätte machen können. Nach zwei Stunden Fahrt bin ich nun endlich an meinem neuen Schlafplatz angekommen, ich fühle mich noch immer unsicher aber jetzt stelle ich mich diesem Gefühl und hoffe das ich hier sicherer bin. Auf Abendbrot verzichte ich heute und hoffe, dass diese Nacht schnell vorbei geht, denn als ich ankam war schon alles dunkel und ich sehe nicht genau was um mich rum ist. Doch Ilvy liegt mit mir im Bett und bewacht mich, das nimmt mir einen Teil meiner Angst. Nicht das ich hier noch die nächsten Tage auf einem Campingplatz verbringen muss. Achso und bevor ich das noch vergesse, einer meiner Schränke ist heute kaputt gegangen, der Kleber hat nicht gehalten und somit gehen die Türen nicht mehr richtig zu, wir danken den slowakischen Straßenverhältnissen. Denn hier hören die Straßen winfach mittendrin auf und es beginnt ohne Vorwahnung eine Baustelle mit riesigen Schlaglöchern, wo noch kein richtiger Teer drauf ist. Mal sehen, was uns morgen erwarten wird.Lue lisää
Der Blutgräfin auf der Spur
30. heinäkuuta 2024, Slovakia ⋅ ☀️ 21 °C
Als ich heute morgen aufwachte, war ich schon ganz gespannt, wo ich denn gelandet war. Gestern Abend hatte ich ja nicht mehr wirklich gesehen, wo ich stehe. Ich habe auch ziemlich schlecht geschlafen. Das lag aber eher daran, dass sich Ilvy in meinem Bett so breit gemacht hat aber auch die Unsicherheit, ob ich an diesem Platz sicher bin war groß. Als ich meine Tür dann nun öffnete war ich überwältigt, ich hatte einen wunderschönen Ausblick auf die Berge und auf das unten liegende Tal. Auch beim Spaziergang mit Ilvy bot sich mir ein toller Panoramablick. Mein erstes Ziel war heute Trenčin. Die Stadt fand ich aber nicht wirklich schön, weswegen ich nur mit dem Auto rumfuhr. Trotzdem entdeckte ich eine Moschee und eine Burg. Mein nächstes Ziel war da schon etwas spannender, es ging zur Blutgräfin. Diese folterte und tötete früher Jungfrauen und badetet in deren Blut. In die Burgruine durfte ich sogar Ilvy mitnehmen. Diese war auch ganz interessiert und schnüffelte wild auf dem Boden.
Man konnte sogar einige Foltergeräte sehen, die die Blutgräfin damals verwendet hatte.
Als wir mit der Besichtigung der Ruine fertig waren, ging es weiter zum Mausoleum von Milan R. Štefánik. Dieser war mit einem anderen Herren zusammen einer der Gründerväter der ersten Tschechoslowakischen Republik. Sein Mausoleum sah auch dementsprechend aus, es war riesig und stand auf einem über 500 Meter hohen Berg. Somit konnte man von dem Mausoleum aus bis zum Horizont gucken. Es war ein wunderschöner Ausblick und ein klein wenig habe ich mir gewünscht, dass ich genau dort mit meinem Camper stehen könnte aber das war leider nicht möglich. Also ging es weiter zum nächsten Punkt auf meiner Liste. Die Kirche aus dem 11. Jahrhundert konnte man schon von weitem sehen, denn sie steht ganz alleine, wie eine Burg, auf einem Berg. Ich wollte dort eigentlich mal die Drohne steigen lassen aber es waren zu viele Leute dort und deswegen musste die Drohne in meinem Rucksack bleiben. Die Kirche war aber super niedlich, sie war sehr klein und aus den einfachsten Materialien. Leider konnte man nicht ins Innere gehen. Für die kommende Nacht entschied ich mich auf einen Campingplatz zu fahren, ich brauche einfach mal ein Gefühl der Sicherheit. Ich folgte also wieder meinem Navi, doch ziemlich schnell bemerkte ich, dass der Weg definitiv nicht richtig sein kann. Doch da war es schon zu spät. Ich war einen steilen Berg mit Schotter hochgefahren. Links von mir ging es weiter steil bergauf und rechts von mir war der Abgrund und nur ein Maschendrahtzaun. Nach vorne ging nichts mehr, also musste ich rückwärts. Aus irgendeinem Grund habe ich aber nicht richtig rückwärts gelenkt und mein Wagen drehte sich, sodass der hintere Teil meines Autos auf dem steilen Berg nach oben war und der vordere Teil des Wagens gleich hinterher kam. Somit fing der Crafter an bedrohlich zur Seite zu kippen. Mit Vollgas fuhr ich nun Rückwärts diese steile Bergwand hoch und betete, dass das Auto nicht samt Insassen zur Seite kippt. Meine Schutzengel hatten mich erhört und somit hatte ich es irgendwie geschafft, zu drehen. Es ist ein Wunder, dass mein Auto heil geblieben ist, von den Büschen am Hang kann man das jedenfalls nicht mehr behaupten. Durch diese Aktion zitterte ich am ganzen Körper und wieder fingen die Gedanken an, ob das alles so das richtige ist. Ich fühlte mich unheimlich alleine und einsam und das ist wirklich kein schönes Gefühl. Auf dem Weg zum Campingplatz ließ mich dieses Gefühl nicht mehr los und ich kämpfte mehr denn jeh mit dem Gedanken, dass ganze hier abzubrechen. Um mir einen Rat zu holen, fing ich an mit meinen Eltern zu telefonieren und währenddessen war ich auch am Campingplatz angekommen. Dieser sah eher aus wie ein Streichelzoo, überall laufen Tiere frei rum oder sind in Gehege eingesperrt. Von Truthähnen bis hin zu Kühen gibt es hier alles. Auch wenn das Gefühl der Einsamkeit mich bis jetzt nicht losließ so fühle ich mich dennoch sicher und das ist wirklich schön. Ich hoffe, dass ich heute Nacht zur Ruhe kommen kann und wenn es so sein sollte, fahre ich halt den Rest der Reise abends immer auf Campingplätze. Aber für heute fahre ich erstmal runter.Lue lisää
Große Klappe nichts dahinter
31. heinäkuuta 2024, Slovakia ⋅ ☀️ 31 °C
Heute morgen wurde ich von einem lauten kikerikie geweckt. Als ich mit Ilvy Gassi ging wurde ich von jedem freundlich gegrüßt, der mir entgegen kam. Auf dem Rückweg von unserer Runde guckte ich nicht schlecht, uns kam eine große Gruppe von Menschen entgegen und an einer Leine kein Hund sondern ein Schaf. Selbst Ilvy war verdaddert und schaute dem Schaf an der Leine hinterher. Ich unterhielt mich auch noch kurz mit der Campingplatzbetreiberin und dann fing ich an das Womo abfahrbereit zu machen. Kurz vor 11 Uhr checkte ich dann aus. Meine anfängliche Angst, den Berg vom Campingplatz nicht hoch zu schaffen war unbegründet, der Crafter meisterte das mit links. Mein Ziel war heute Komárno. Dies ist eine kleine Stadt, mit einem Platz, wo verschiedene Häuser aus den Ländern der EU stehen. Außerdem gab es einen schönen Brunnen. Ilvy beschnupperte noch zwei kleine Hunde, die nicht auf ihr Herrchen hören wollten und deswegen bei mir standen. Da mein nächstes Ziel über zwei Stunden entfernt war, entschloss ich mich dazu, einen Campingplatz für die Nacht anzufahren. Ich telefonierte kurz mit dem Betreiber und reservierte einen Stellplatz. Das hat auch alles gut geklappt, ich danke meiner Englischlehrerin für meine vorhandenen Englischkentnisse. Der Platz kostet mich für eine Nacht plus Hund und ohne Strom 14 Euro. Er ist sehr sauber und zum ersten Mal seit ein paar Tagen sehe ich wieder grünes Gras. Hier in der Slowakei ist das wirklich eine Seltenheit, da das meiste Gras total vertrocknet und braun ist. Ilvy habe ich am Auto festgemacht und ihr eine Decke hingelegt. Diese wollte sie nicht also lag ich später darauf, während ich meinen Reiseführer für Ungarn weiterlas. Gegen 19 Uhr wurde Ilvy ein wenig unruhig und somit ging ich eine Gassirunde mit ihr. Als ich an ein paar Häusern vorbeiging hörte ich schon starkes Hundegebell. Dennoch ging ich weiter und als ich mich gerade nach Ilvy umsah, sah ich wie ein Hund angeschossen kam, unter dem Zaun durch huschte und abrupt stehen blieb, als er Ilvy sah. Vor uns stand ein Hund, genauso groß wie eine Katze und plötzlich ganz klein mit Hut. Ilvy freute sich über den unerwarteten Besucher und sie beschnupperten sich. Wie sagt man so schön: ,, Große Klappe nichts dahinter". Dennoch amüsierte mich diese Situation sehr und als ich weiterging fing der Hund tatsächlich wieder an uns total anzubellen. Auf meinem weiteren Spaziergang sah ich noch einen kleinen Maulwurf, den Ilvy elegant mit einem Hechtsprung zurück ins Erdreich trieb. Was mir auffiel und schon die ganze Zeit auffällt, sind die Obstbäume, welche überall in Massen am Straßenrand stehen. Ich habe von einem Pflaumenbaum eine Pflaume probiert aber diese war noch nicht besonders lecker. Zwischen ein paar Reebpflanzen entdeckte ich sogar einen dicken Kürbis. Wieder am Womo angekommen aß ich dann noch die Nudeln von gestern Abend weiter und dann schloss ich für heute meine Türen. Ich hoffe, dass ich morgen mal eine Schneekugel für meine Sammlung bekomme aber bis dahin erstmal eine gute Nacht.Lue lisää
Tief unter der Erde
1. elokuuta 2024, Slovakia ⋅ ☁️ 28 °C
Es ist etwas schreckliches passiert. Die Dieselpreise waren heute wirklich bei 1.49, dass ist der höchste Preis, den ich bisher in der Slowakei gesehen habe. Ich habe mich schon fast so gefühlt als wäre ich wieder in Deutschland. Aber Spaß beiseite. Wie jeden Morgen ging ich auch heute wieder mit Ilvy Gassi. Wir schauten uns das Dorf an und ich kann nicht sagen, ob in den Häusern noch Menschen lebten oder nicht. Bei wenigen sah man, dass sie bewohnt waren aber bei den meisten hätte man denken können, dass sie aus einer Horrorfilmkulisse stammen. Ilvy und ich entdeckten auf unserem Spaziergang sogar einen Panzer. Dieser war auf das Landesinnere der Slowakei gerichtet. Gegen 10 Uhr verließ ich den Campingplatz und machte wieder die Straßen unsicher. Obwohl bei den ganzen Schlaglöchern machen mich wohl eher die Straßen unsicher. Ich kam an einem wunderschönen Sonnenblumenfeld vorbei und musste da einfach kurz anhalten, um ein Foto zu machen. Danach ging es dann zum Mittelpunkt Europas und wenn ihr euch jetzt denkt, boah ich wusste garnicht, dass der in der Slowakei liegt, ich wusste es auch nicht. Dort angekommen musste ich auch erstmal wirklich lachen. Mitten in nirgendwo, zwischen Kühen und einer Kirche Stand ein Stein, mit einer Tafel. Auf dieser stand ,, stred europy" auf deutsch ,, das Zentrum Europas". In der Tat hatte ich mir die Mitte Europas ein bisschen schöner vorgestellt aber dieser Stein mit seiner Tafel auf einem kaputten Steinkreis hatte auch irgendwie etwas und einen tollen Ausblick gab es auch noch dazu. Weiter ging es dann zu einer Höhle namens Harmanecká. Auf dem Parkplatz angekommen kam mir schon einer Frau entgegen sie wollte Geld für den Parkplatz haben und natürlich dann auch noch Bargeld, da ich aber absolut kein Bargeld hatte sagte ich ihr das ich wieder fahren müsste, da ich halt wie gesagt kein Bargeld dabei habe. Die Frau winkte ab und gab mir zu verstehen, dass ich auch ohne zu bezahlen hier stehen dürfte. Ich habe mich total gefreut, gab Ilvy Futter und stiefelte zu der Höhle. Was ich jedoch nicht wusste war, dass die Höhle wirklich auf der Spitze eines Berges lag und der Parkplatz ganz unten war und natürlich hatte ich kein Trinken und keine Wanderausrüstung dabei. Während mich andere, gut ausgerüstete Wanderer, auf ihrem Rückweg nach unten freudig grüßten, gab ich nur wie eine klapprige, in die Jahre gekommene Dampfmaschiene ein gekeuchtes und gequältes Dobrý deň zurück. Denn der Weg war natürlich auch nicht ein ganz normaler Wanderweg wie auf jedem anderen Berg in der Slowakei, nein es war ein Weg über Wurzeln und einem Anstieg von etwa 40 Prozent. Als ich mich dann endlich nach oben gekämpft hatte, wollte ich mir eine Flasche Wasser kaufen doch bei meinem Glück konnte man erst ab einem Wert von 5 Euro mit Karte zahlen, also war ich danach um einen Energy Drink, eine große Wasserflasche und einen Magneten reicher. Das alles durfte somit auch einmal die Höhle von innen sehen, da ich natürlich auch keinen Rucksack dabei hatte. Die Höhlentour selber war der Wahnsinn. Was mir jedoch auffiel, war das niemand sein Handy rausholte um Fotos zu machen und die Tour war natürlich auf slowakisch womit ich auch kein Wort verstand. Irritiert von den Leuten machte ich nur heimlich Fotos und dann fing eine Gruppe von vier männlichen Slowaken auch an heimlich Fotos zu machen. Da wurde mich klar, dass es entweder verboten war Fotos zu machen oder man sollte dafür zahlen. Wie ich später rausfand war es zweiteres. Man sollte doch tatsächlich nochmal 7 Euro dafür zahlen, um ein paar Fotos schießen zu dürfen. Naja jedenfalls machten die vier Männer und ich uns einen Spaß daraus Fotos zu machen und dann sprinteten wir ganz schnell hinter der Führerin hinterher, damit diese nicht bemerkte das ihre Truppe nur noch aus einer Familie bestand. Sie hat nicht einen von uns erwischt. Ich sah sogar eine Fledermaus und zeigte sie der Mutter mit ihren zwei Kindern, die sich super dolle darüber freuten und sich tausend mal bei mir dafür bedankten. Kurz vor dem Ende der Führung standen wir nochmal in einem riesigen Raum und da ich ja nichts verstand war ich wohl die Einzige, die sich kurz erschrocken hatte als wir mitten in der Dunkelheit standen. Die Führerin hatte alle Lichter ausgestellt und man sah wirklich gar nichts mehr. Das war eine interessante Erfahrung. Wieder oben angekommen, musste ich mich erstmal wieder aufwärmen aber das tat ich dann beim Abstieg. Unten war mein Körper dann wieder auf normaler Betriebstemperatur wenn nicht sogar ein bisschen darüber. Weil der Tag sich langsam schon wieder dem Ende zuneigte suchte ich einen geeigneten Campingplatz. Auch hier rief ich vorher einmal dort an und fragte nach einem freien Platz. Das gestaltete sich aber etwas schwierig, weil die beiden Herren kaum Englisch sprachen. Irgendwie hatte ich dann aber die Informationen ,, ja noch ein Platz frei und nein keine Kartenzahlung nur Bargeld" noch bekommen. Somit folgte das, was schon längst überfällig war. Ich suchte einen Geldautomaten und holte mir genügend Bargeld. Das hat auch erstaunlich gut geklappt. Die beiden Herren von der Rezeption sind in echt aber wirklich nett, sie waren am Telefon nur ein bisschen überfordert. Wir unterhielten uns noch kurz und der eine der beiden zeigte mir auf einer Karte noch den Campingplatz. Da der Tag für mich noch nicht enden sollte entschied ich mich dazu, noch ein bisschen mit Ilvy wandern zu gehen. Wir kamen an dem Fluss vorbei, der auch direkt am Campingplatz vorbeifließt und Ilvy ging da ein bisschen Pfoten baden, denn tiefer als bis zu ihren Pfoten ist der Fluss auch nicht. Dennoch war er Glas klar. Viele schöne Aussichten hatten wir auf der Wanderung aber leider nicht. Aber wir sahen ein paar andere interessante Dinge, wie zum Beispiel ein Geschütz. Schießende Gerätschaften scheinen die Slowaken echt zu lieben. Danach telefonierte ich noch mit meiner Mutter und ich versuchte nebenbei mich an der Uni einzuschreiben, da heute die Portale dafür geöffnet werden sollten. Irgendwie hat das aber nicht so gut funktioniert, weswegen ich morgen nochmal mit der Studienberatung telefonieren muss. Um den Abend wirklich ausklingen zu lassen laß ich noch meinen Reiseführer für Ungarn weiter und Schnitt endlich meine Melone auf, die fast seit einer Woche mit mir durchs Land fährt. Die haben sich Ilvy und ich richtig schmecken lassen.Lue lisää
Hallo Polen
2. elokuuta 2024, Slovakia ⋅ ☁️ 21 °C
Der Tag startete heute für mich mit etwas Musik. Danach war ich duschen und musste mich echt zusammenreißen mich nicht zu übergeben. An sich waren die Duschen in Ordnung aber überall lagen Haare und wer mich kennt weiß, dass ich das garnicht abkann. Also Augen zu und durch. Heute ließ ich mir wirklich lange Zeit bei der Abreise und offiziell bin ich seit heute auch eine Woche unterwegs, hurra! Ich schaute mir verschiedene Ziele an aber bei jedem hat irgendetwas nicht gepasst, seien es die Öffnungszeiten oder die Entfernung. Ich entschied mich dazu in ein Bergdorf mit einem wunderschönen Panorama zu fahren, doch auf dem Weg dorthin telefonierte ich mit meiner Mutter und wir redeten über die Gondolier Fahrt, die ich wegen Ilvy nicht machen wollte, um sie nicht so lange alleine zu lassen. Meine Mutter meinte aber, dass ich diese Fahrt auf jeden Fall machen sollte, da heute auch nicht das beste Wetter war. Also änderte ich mitten auf der Autobahn meine Route und fuhr zu dem Fluss mit den Gondolieren. Vorher musste ich aber noch dringend tanken, denn meine Tankanzeige stand schon kurz vor rot. Ich suchte bei Google Maps nach einer geeigneten Tankstelle entlang der Route. Ich wurde auch relativ schnell fündig, dass einzige Problem, als ich dort ankam war, dass anstatt einer Tankstelle dort ein Wohnviertel mit einem Storchennest war. Also ging es weiter, in der Hoffnung, dass ich noch irgendwo eine Tankstelle finde und das tat ich zum Glück auch. Ich tankte sogar für 1,49€. Als ich dann endlich bei meinem eigentlichen Ziel angekommen bin, ging ich mit Ilvy eine Gassirunde und gab ihr danach Futter, ihr ging es den ganzen Tag schon nicht besonders gut und deswegen wollte sie auch ihr Futter nicht so richtig fressen. Ich holte mir dann mein Ticket für die Fahrt. Als ich auf den Start der Tour wartete gesellte sich einer der Gondoliere zu mir. Erst sprachen wir auf Englisch und er fragte mich wo ich herkommen würde und warum ich alleine reise. Ich erzählte ihm, dass keiner meiner Freunde wirklich Zeit und Lust hatte. Ich sagte ihm aber auch, dass ich nicht ganz alleine sei, sondern meinen Hund dabei habe, der im Auto wartet. Er verließ mich danach und sprach mit anderen Gondolieren und der Kassiererin, danach kam er wieder und fragte wie groß denn mein Hund wäre. Ich zeigte es ihm und er forderte mich auf Ilvy zu holen. Tatsächlich durfte sie als einziger Hund mitfahren. Damit war Ilvy das Fotomotiv Nummer eins, sowohl von anderen Flößen als auch vom Ufer aus. Ilvy benahm sich super, ich glaube sie genoss die Fahrt richtig. Wir sahen sogar ein paar richtig große Fische während der Fshrt. Und dann klingelte plötzlich mein Handy mit der Nachricht ,, Willkommen in Polen". Wir waren tatsächlich mit dem Floß von der Slowakei aus nach Polen gefahren. Die Flöße waren übrigens vier ganz dünne und lange Bötchen aus Holz, nur mit ein paar Seilen, die vorne und hinten befestigt waren wurden sie zusammengehalten. Aber die beiden Gondoliere hatten es echt drauf, gelant haben sie uns um jeden Stein im Wasser herum manövriert. Das war bestimmt nicht so einfach, denn stellenweise war der Fluss nur ein paar cm tief. Auf polnischer Seite hatte die Tour dann nach ungefähr drei Stunden ein Ende und es folgte ein zwei Kilometer langer Fußweg zu den Bussen, die uns zurück in die Slowakei brachten. Die Busse waren eher so eine Art T4 Bus. Die Fahrerin hatte wirklich extrem Angst vor Ilvy, weswegen wir eine ganze Sitzreihe für uns bekamen. Ilvy durfte sich sogar auf die Sitze legen. In der Tat muss ich hier aber mal eine Selbstnotitz an mich schreiben ,, Jenny, steig Gott verdammt noch mal nie wieder in ein Auto von einem Slowaken" den Rat möchte ich euch natürlich auch geben. Mir ist ja schon aufgefallen, dass die Slowaken ihre Tempolimits nicht so richtig wertschätzen aber mit 110 km/h und ohne vorher gebremst zu haben um eine scharfe Kurve zu donnern und dann auch noch auf der Seite des Abhangs zu fahren, war selbst mir zuviel. Mir war danach wirklich richtig schlecht und selbst Ilvy hat sich während der Fahrt abgestützt. Eine Achterbahnfahrt im Hansa Park ist wirklich nichts gegen eine Taxifahrt mit einem Slowaken. Wieder am Womo angekommen fing es heftig an zu regnen und Internet hatte ich dort auch nicht, weswegen ich mir keinen Schlafplatz suchen konnte. Ich fuhr also einfach drauf los und hoffte auf besseres Internet und da sah ich im Augenwinkel ein Schild für einen Campingplatz. Also hin da. Der Platz ist ganz in Ordnung und jetzt stehe ich direkt an dem Fluss auf dem ich heute unterwegs war und genau auf der anderen Seite des Flusses ist Polen. Zum Abendessen gab es bei mir mal wieder Nudeln und noch die restliche Melone. Ilvy bekommt erst einmal Reis, bis es ihr wieder bessergeht, was morgen hoffentlich schon der Fall sein wird.Lue lisää
Ein harter Anstieg
3. elokuuta 2024, Slovakia ⋅ ☁️ 17 °C
Auch heute morgen hatte der Regen noch nicht nachgelassen. Ich ging eine Runde mit Ilvy und klitsch nass kamen wir dann wieder am Auto an. Ich kochte mir zum ersten Mal einen Kaffee und er war sogar erträglich. Gegen zwölf Uhr fuhr ich dann los nach Levoča, dort sollte eine Kirche mit einem 18,5 Meter hohen Altar stehen. Dort angekommen zog ich mir ein Parkticket und wollte in die Kirche. Um diese aber besichtigen zu können musste man eine Führung buchen und diese hätte erst eine Stunde später begonnen. Da mein Parkticket aber nur eine Stunde gültig war entschied ich mich dazu, die Stadt ein bisschen zu besichtigen. Sie hatte viele schöne Häuser und auch die Kirche war von außen nett anzusehen. Während meiner Erkundungstour sah ich zwischen den Häusern weit oben auf einem Berg eine weitere Kirche und da wollte ich unbedingt hin. Eine Minute bevor mein Parkticket ablief fuhr ich also los zu der Kirche auf dem Berg. Dort angekommen schnappte ich mir Ilvy und wir gingen um die Kirche herum und genossen den wundervollen Ausblick. Auf dem Rückweg entdeckte ich einen asiatischen Marienkäfer, ich freute mich sehr über den Fund, bis Ilvy raufgetreten ist. Zum Glück lief der Kleine danach, wenn auch mit einem abgecknickten Flügel, weiter. Noch auf dem Parkplatz der Kirche gab ich mein nächstes Ziel ein. Dies würde das absolute Highlight der Slowakei Reise sein. Es ging zu einem Campingplatz im Slowakischen Paradies. Das ist ein Gebirgszug in der Mitte der Slowakei und hier gibt es eine ganze tolle Sache, für alle Adrenalinjunkies. Es gibt dort nämlich verschiedene Trails, die man bezwingen kann. Das besondere an diesen Trails ist, dass man auf schmalen und steilen Leitern oder Holzbrettern über tiefe Schluchten läuft oder so wie ich an einem Wasserfall hochklettert. Das beste aber zugleich auch gefährlichste daran ist, man hat keine Sicherungen oder Seile, an denen man befestigt ist. Man muss sich bei diesen Trails auf seinen eigenen Körper gut verlassen können. Ich habe mir einen dreistündigen Trail ausgesucht und dachte, dass dieser harmlos sei. Das ich da falsch lag habe ich gemerkt, als ich an der ersten steilen Treppe stand. Diese war ungefähr 35 bis 40 Meter hoch und ging direkt an einem Wasserfall entlang. Die Sprossen der Leiter waren etwas rutschig und die Leiter selber schwankte und wackelte, weil unten eine Schraube fehlte. Verrückte wie mich hält das aber nicht ab, also nichts wie hoch da. Mein Adrenalin schoss mir durch den Körper und bei jeder neuen Treppe zitterte ich oben vor Aufregung noch mehr. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht. Auf dem Weg traf ich ein slowakisches Pärchen. Die beiden konnten etwas Englisch und so gingen wir ein Stück zusammen. Am Ende des Trails trennten sich jedoch unsere Wege, weil die beiden in eine andere Richtung mussten. Nach dem Trail war ich ordentlich fertig aber ich war sehr glücklich. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon 10 km zurückgelegt und dabei ging es wirklich immer bergauf, dass heißt ich hatte schon ein gutes Workout hinter mir. Oben am Berg angekommen wurde mir aber klar, dass ich diese 10 km auch wieder zurück musste und es war schon 19 Uhr. Da hier die Sonne eine Stunde früher untergeht als in Deutschland saß mir ordentlich die Zeit im Nacken. Auf einem relativ normalen Wanderweg musste ich also diese 10 km vor Sonnenuntergang bewältigen. Habe ich übrigens erwähnt, dass ich mich in einem absoluten Bärengebiet befinde? Was ich dagegen gemacht habe? Ich habe mir einen Stock genommen und laut Musik angemacht, in der Hoffnung, dass kein Bär meinen Weg kreuzt aber 10 km durch einen mit Bären bewohnten Wald zu laufen war trotzdem nicht sehr beruhigend. Kilometer für Kilometer ging ich weiter, immer an einem steilen Abgrund entlang, während die Sonne schon hinter den Bergen verschwand. Ab dem Zeitpunkt, ungefähr noch 4 Kilometer vom Campingplatz entfernt, fing ich an zu rennen. Mir tat wirklich alles weh aber ich wollte so schnell wie möglich an einen sicheren Ort. Noch zwei Kilometer, noch ein Kilometer, 500 Meter, 200 Meter und endlich stand ich, fix und fertig, vor der Rezeption des Campingplatzes. Ich war unheimlich glücklich und stolz auf mich. Ich habe diesen Trail gemeistert, habe insgesamt 20 Kilometer zurückgelegt, 10 davon mit einem harten Anstieg und 4 mit joggen. 409 Meter ging es über Leitern, Stege und Eisenstangen und insgesamt habe ich heute 30355 Schritte gemacht. Nach der ganzen Aufregung ging ich noch schnell mit Ilvy und machte mir zum Abendessen Rouladen. Für morgen bleibe ich auch noch hier auf dem Campingplatz denn es gibt noch weitere Trails die erkundet werden wollen.Lue lisää
Der Restaurantbesuch
4. elokuuta 2024, Slovakia ⋅ 🌙 12 °C
Heute gab es mal Entspannung pur. Ich habe endlich meinen Reiseführer für Ungarn fertig gelesen und ein weiteres Buch angefangen, dann habe ich viel mit Ilvy gekuschelt und bin eine schöne lange Runde mit ihr gelaufen. Dabei haben wir einen anderen Hund hinter einem Zaun gesehen, der dort Schafe bewachen sollte. Ilvy freute sich total über den anderen Hund und schubste mit ihrer Pfote ihren Ball an den Zaun. Der Hund war aber total aggressiv und bellte die arme Ilvy total an, was sie total verschreckte. Auf dem Rückweg wollte Ilvy nicht mehr an dem Hund vorbeigehen und legte sich in den Wald zwischen viele Büsche. Irgendwann sind wir dann doch an dem Hund vorbeigelaufen und dieser blieb zum Glück diesmal völlig ruhig. Wieder zu Hause angekommen machte ich mir zum ersten Mal in diesem Urlaub Brötchen und kochte mir Eier für die nächsten Tage. Dann laß ich wieder und kurz vor 19 Uhr bin ich dann mit Ilvy in ein Restaurant gegangen. Ich entschied mich für eins mit vielen guten Bewertungen und hoffte, dass ich noch was zu Essen bekomme würde, da das Restaurant um 20 Uhr schließen sollte. Im Restaurant angekommen mussten wir eine Treppe hoch, ein Mann stand am anderen Ende und ließ uns vor. Er fragte nach der Rasse des Hundes und war total entzückt von Ilvy. Ein weiterer Mann öffnete uns dann die Tür und streichelte Ilvy. Ich suchte mir dennoch einen Platz an der frischen Luft. Der Kellner brachte mir die Karte und fragte gleich, ob Ilvy etwas zu trinken wollen würde. Natürlich sagte ich ja. Nach ungefähr 1 Minute brachte der Kellner mein Bier, stellte den Wassernapf für Ilvy auf den Boden und sagte ,, and here is the beer for the dog" das war super süß. Kurze Zeit später kam auch schon mein Essen. Ich hatte mir ein traditionell slovakisches Gericht ausgesucht. Gebratenen Käse, paniert und mit Pommes und Remoulade als Beilage serviert. Die Portion war riesig und ich schaffte sie kaum. Am Nachbartisch saß eine sehr große Gruppe von Slovaken und auch hier war wieder einer der Männer total interessiert an Ilvy. Er streichelte sie die ganze Zeit und zeigte mir sogar Fotos und Videos von seinen Hunden. Ich verstand mal wieder kein Wort aber ich freute mich trotzdem sehr über seine Aufgeschlossenheit. Weil Ilvy beim Essen so lieb war bekam sie natürlich auch ein paar Pommes. Da diese gesalzen waren leckte ich sie einmal von allen Seiten ab und gab sie dann Ilvy und wenn ihr jetzt gerade angeekelt das Gesicht verzieht schämt euch, als würde ich so etwas machen Herrgott. 😂 Obwohl wahrscheinlich finden sich auch hierfür ein paar Kandidaten aber ich gehöre definitiv nicht dazu. Als ich bezahlen wollte lief wundervolle Architektur an mir vorbei und Mädels, ich hoffe ihr wisst was ich damit meine. 😍 Für mein ganzes Essen also 500ml Bier und das Essen habe ich 12,30€ bezahlt. Als ich gerade gehen wollte sprach mich nochmal eine Frau an aber auch wieder auf slowakisch. Da ich sie natürlich nicht verstand zog sie eine Kellnerin hinzu, die übersetzten sollte. Sie fragte wie mein Hund hieß und woher ich kommen würde und als sie dann Deutschland hörten freuten sich alle total und jubelten sogar. Warum weiß ich selbst nicht genau aber ich freute mich mit Ihnen. Auf dem Rückweg nach Hause kamen wir noch an ein paar Pferden vorbei und sahen sogar noch ein Reh. Im weiteren Verlauf des Abends war ich leider TikTok verfallen und schrieb meinen Blog. Morgen geht es dann endlich wieder zurück auf die Straßen und wer weiß wo ich morgen wieder lande.Lue lisää
Eine Begegnung der anderen Art
5. elokuuta 2024, Slovakia ⋅ ☁️ 19 °C
Auf dem Spaziergang heute morgen trafen Ilvy und ich einen Hund. Ehe Frauchen und Herrchen bemerkt hatten, dass ihr Hund bei uns stand, haben sich Ilvy und er schon lange beschnuppert und intensiv begrüßt. Gegen 10:26 uhr fuhr ich auf die Auffahrt zur Autobahn. Während der Fahrt entdeckte ich eine große Burg. Diese war sehr hübsch anzusehen aber ich hatte für heute ein anderes Ziel. Es ging nach Košice. Ich fand einen Parkplatz nahe des Zentrums, machte Ilvy fertig und ging in die Innenstadt. Die Stadt hatte viele hübsche Häuser. Das Higlight war jedoch definitiv der tanzende Springbrunnen, der zu einer eingespielten Musik im Rhythmus in die Höhe schoss. Ich nahm mir etwas Zeit, um das Wasserspiel auf mich wirken zu lassen. Danach fand ich einen Souvenirshop und endlich eine Schneekugel. Da freute ich mich riesig drüber, weil ich ja aus jedem Land wo ich im Urlaub war, immer eine Schneekugel mitnehme.
Danach ging die Erkundungstour weiter. Wir kamen an einen Wasserspender für Menschen und gleich darunter war eine Einwölbung wo das Wasser für die Hunde aufgefangen wurde. Ilvy war davon ganz begeistert und trank das Wasser gleich erstmal leer. Nachdem ich mit meiner Stadtbesichtigung fertig war, bezahlte ich mein Parkticket und weiter ging es zu einem Geysir. Dort angekommen hatte ich aber kein Glück. Ich fand nur ein paar schöne Holzschitzereien vor. Weiter ging es dann zu Lidl, da ich ein bisschen Nervennahrung brauchte. Auch bei Tesco schaute ich nochmal kurz vorbei. Als ich aus dem Laden wieder rauskam hatte es heftig angefangen zu regnen. Also beschloss ich mein nächstes Ziel zu streichen und einen Campingplatz anzufahren. Das war auch die beste Idee denn durch die schlechten Straßen sammelte sich das Wasser auf den Straßen zu einem See und es fing immer heftiger an zu regnen und sogar zu blitzen. Der erste Campingplatz, den ich angefahren hatte, war nicht besetzt und somit fuhr ich weiter. Nach einer Stunde kam ich dann bei einem anderen Campingplatz an und bezahlte für eine Nacht. In der Rezeption saß ein Graupapagei, der zur Begrüßung anfing zu bellen.
Der Campingplatz besaß auch noch viele andere Tiere wie Hunde, Pfauen, Ziegen, Hühner und Hasen. Für Ilvy und mich ein Paradies. Die festen Unterkünfte auf dem Campingplatz waren Baumhäuser mit Lichterketten beleuchtet. Das sah unglaublich schön aus. Auch der heutige Sonnenuntergang war wunderschön. Auf der Abendrunde mit Ilvy sah ich noch zwei Katzenbabys und einen Hund auf einer hohen Mauer und ja, der war echt. Sogar einen Bernersennenhund habe ich gesehen. Danach machte ich mir mein Abendbrot und schrieb mich an der Uni für mein Studium ein. Morgen geht es dann nach Ungarn.Lue lisää
Neues Land neue Eindrücke
6. elokuuta 2024, Unkari ⋅ ⛅ 24 °C
So gut wie heute habe ich lange nicht mehr geschlafen. Auf diesem Campingplatz fühlte ich mich bisher am wohlsten und am willkommensten. Dies wurde noch einmal bestätigt, als ich heute morgen aus dem Womo kam und direkt erstmal mit einem fröhlichen ,,Good morning" von dem Campingplatzbetreiber gegrüßt wurde. Ich ging mit Ilvy wieder einmal eine schöne Gassirunde, wo sie ersteinmal ihre Leine zerstörte, weil sie eine Katze sah und natürlich hinterher wollte. Wie auch immer sie das geschafft hatte, riss auf einmal der eine Metallring der Leine und ich stand nur noch mit einem losen Ende da. Das merkte Ilvy zum Glück nicht und somit blieb sie brav bei mir, gezwungenermaßen. Auf dem Rückweg sah ich die Besitzer des Berner Sennenhundes in ihrem Garten arbeiten. Sie freuten sich total darüber, dass Ilvy fast genauso aussah wie ihr Hund und sie fanden ihr Halsband total schön. Wieder auf dem Campingplatz angekommen ließ ich Ilvy im Auto frühstücken, während ich duschen ging. Der Sanitärbereich war unglaublich sauber und gepflegt, nicht eine einzige Spinnenwebe konnte ich entdeckten und das in einem über 100 Jahre altem Gebäude. Frisch und glücklich ging es dann wieder auf die slowakischen Straßen zurück und ungefähr 10 Minuten später war ich plötzlich schon in Ungarn. Beinahe hätte ich das Landesschild übersehen, welches direkt hinter einer Brücke stand. Vor mir ragten riesige Berge in die Höhe und zwischen ihnen war eine extrem lange Brücke gespannt. Dort ging ich aber nicht hoch, weil ich noch zwei Stunden Fahrt vor mir hatte. Auf meinem Weg kam ich immer wieder an riesigen Feldern voll mit Fliederbeerbäumen entlang und auch die mir schon bekannten Sonnenblumenfelder lagen immer wieder entlang meines Weges. Auch ein Patriarchenkreuz kam mir hier zum erstmal in mein Blickfeld. Zwischendurch fand ich tatsächlich noch einen Penny und kaufte dort etwas zu trinken, da mein Vorrat aufgebraucht war. Die Preise sind hier zwar noch immer sehr billig aber sie sind auf jeden Fall teurer als in der Slowakei, zumindest was die Spritpreise angeht. Ungarn ist auch das erste Land, in dem ich gesehen habe das Diesel teurer ist als Benzin. Gegen 15 Uhr kam ich dann an meinem heutigen Ziel an. Das Problem war nur, dass die Höhle, die ich mir ansehen wollte, um 15 Uhr ihre letzte Führung gestartet hatte. Ich überlegte kurz wie mein weiterer Tagesverlauf jetzt sein sollte. Da ich die Höhle wirklich gerne sehen möchte und ich eh knapp 5 Wochen in Ungarn bin habe ich mich dazu entschlossen, direkt auf dem Campingplatz an der Höhle zu schlafen und dann morgen früh direkt die erste Tour mitzumachen. Ich band Ilvy am Auto fest und laß mein Buch zu Ende und ja danach fing ich gleich das nächste Buch an. Kleiner Funfact in dem neuen Buch was ich lese geht es um eine Frau, die alleine mit ihrem Bulli durch Europa reist und ihre große Liebe findet. Den Teil mit der großen Liebe lasse ich gerne weg aber der Rest stimmt voll mit mir überein. Bei einer Erkundungstour entdeckte ich dann an einem Berg ein paar Kletterer. Man hätte denen echt mal sagen sollen, dass es auch normale Treppen rauf zum Berg gab aber die sind wohl eher für faule Menschen wie mich gemacht. Oben angekommen genossen Ilvy und ich einen wundervollen Ausblick auf die umliegenden Berge und Felder. Auf vielen der Felder waren Landwirte fleißig am arbeiten und in mir machte sich ein gewisses Gefühl der Vorfreude auf mein Agrarstudium breit. Auf diesem Berg da oben vergaß ich kurz alle Sorgen und Probleme und für einen kurzen Moment fühlte ich mich komplett frei. Das war ein wundervolles Gefühl. Ilvy hat heute das Treppensteigen oder das Runtergehen auf Treppen super gemeistert. Wieder unten angekommen traf ich dann auch zum ersten Mal meinen Campingnachbarn, der mit seinem Zelt ein paar Meter von mir entfernt stand. Er war super freundlich und wir unterhielten uns eine ganze Weile. Er ist selber aus Ungarn und ich würde ihn so auf Mitte 50 schätzen. In seinem Urlaub fährt er nun mit seinem Fahrrad einmal durch ganz Ungarn. Damit hat er meinen vollen Respekt.
Später las ich dann mein Buch weiter und er saß an einem der Tische, die hier so rumstehen und beschwerte sich lauthals über die Mücken, die ihn anscheinend gerade auffraßen. Ich musste erst ein wenig schmunzeln aber dann stimmte ich mit in seine Beschwerden ein. Ich weiß nichtmal seinen Namen aber aufjedenfall suchte er dann irgendwann Schutz in seinem Zelt und auch ich zog mich langsam in mein Auto zurück und aß Abendbrot. Hoffentlich klappt die Höhlentour morgen.Lue lisää
Der Beginn einer Freundschaft?
7. elokuuta 2024, Unkari ⋅ ⛅ 25 °C
Man was war das für ein Tag? Heute morgen stand ich gegen halb neun auf, machte mich fertig und telefonierte dann mit dem Studierendenservice. Danach ging ich mit Ilvy Gassi und kaufte mir gleich eine Karte für die Höhlentour. Währenddessen bewunderten schon viele Leute Ilvy und sagten mir, was ich doch für einen hübschen Hund hätte. Und was bitte ist mit mir? 😅Als ich Ilvy dann wieder im Auto verstaut hatte ging ich zum Eingang der Höhle. Plötzlich kam ein älterer Mann auf mich zu und fing an mit mir auf Englisch über Ilvy zu reden. Irgendwann fragte er mich, woher ich denn kommen würde und als er Deutschland hörte fing er plötzlich an mit mir auf deutsch zu sprechen. Er fragte mich mehrfach, ob ich wirklich alleine Reisen würde und er war total begeistert davon, konnte es aber kaum glauben. Irgendwann fragte ich ihn, warum er so gut deutsch sprechen konnte. ,,Das kommt daher, weil meine Frau ursprünglich aus Osnabrück kommt", sagte er. Nachdem wir uns die ganze Tour über unterhalten hatten, erfuhr ich dass er ein Reisebüro in den Niederlanden hat und da erklärte sich mir auch, warum er zwei Australier im Schlepptau hatte. Die beiden waren auch super lieb. Die Höhlentour an sich war auch sehr beeindruckend und wunderschön, wir konnten sogar zwei kleine "Batmans" sehen, so wie der Australier die Fledermäuse genannt hatte. In einer der unterirdischen Hallen werden sogar Konzerte gegeben und uns wurde sogar eine Hörprobe über die Lautsprecher gegeben. Das war ein unglaublicher Gänsehautmoment, denn die Akustik und das Panorama während der Musik waren der Hammer. Nach dem ersten Lied sagte mir mein neuer Bekannter, dass er bei diesem Lied vor 15 Jahren genau in dieser Höhle eines der Instrumente bei einem großen Konzert gespielt hat. Die Australier und ich wollten das nicht glauben und fingen an zu lachen, aber er hatte wirklich Bilder wo er vorne mit auf der Bühne stand und gespielt hat. Davor hatte ich großen Respekt. So schön es auch war mich mit den Dreien zu unterhalten, so hatte die Tour auch nach ca. 1 Stunde ein Ende und unsere Wege trennten sich. Wir wünschten uns gegenseitig alles Gute und dann ging jeder wieder seiner Wege. Für mich ging es weiter zu einer Burg. Dort angekommen merkte ich aber schnell, dass die Burg geschlossen war, da Renovierungsarbeiten im vollen Gange waren. Ich ging trotzdem einmal um die Burg herum und Ilvy bekam somit gleich ihre Mittagsrunde. Da ich, wie gestern schon geschrieben 5 Wochen hier sein werde entschied ich mich dazu, nun auf einen Campingplatz zu fahren und somit die Ziele nicht alle an einem Tag abzuarbeiten. Ich muss auch mal lernen zu entschleunigen und zu entspannen. Die Kommunikation zwischen der Campingplatzbesitzerin und mir gestaltete sich aber als ziemlich schwierig, da sie weder Englisch noch Deutsch sprach. Der Googleübersetzter half uns aber gut weiter und somit stand ich irgendwann auf einem schönen Plätzchen direkt neben einer Grillhütte. Ich verbrachte wieder viel Zeit damit ein Buch zu lesen, während in der Grillhütte ein junges Pärchen ein paar dicke Klumpen Fleisch grillte. Später ging ich dann mit Ilvy wieder eine schöne Runde und siehe da, wir entdeckten mitten im Wald eine Höhle. Die ließen Ilvy und ich uns natürlich nicht entgehen. Vor der Höhle stand ein kleines Infoschild. Vor ungefähr 50 Jahren wurde hier bei Ausgrabungen eine alte Steinzeitaxt und ein 12000 Jahre altes Skellet von einem Kind gefunden. Das war super spannend aber leider gab es in der Höhle nicht wirklich viel zu erkunden, da sie nicht so tief ins Gestein reinging. Wieder auf dem Campingplatz angekommen fing ich an den Herd warmlaufen zu lassen und setzte später meine Pommes darauf. Währenddessen saß ich vor meinem Camper und las weiter mein Buch. Nach einer Weile kam die Frau vom Grillplatz rüber und sagte, dass sie noch ein kleines bisschen Fleisch überhätten und ob Ilvy das haben dürfte, da sie es nicht wegschmeißen wollten. Ich war sehr überrascht von dieser Herzlichkeit und nahm das Angebot dankend an. Ilyv freute sich sehr darüber und der Teller war danach sauberer als jeh zuvor. Ich widmete mich wieder meinen Pommes auf dem Herd, als sie nocheinmal zu mir kam. Diesmal fragte sie mich, ob ich mich nicht zu ihnen setzten will und Marschmallows mit ihnen machen möchte. Ich zögerte kurz aber warum eigentlich nicht. Ich nahm Ilvy mit rüber und wir fingen an Marschmallows über dem Feuer zu grillen. Wir unterhielten uns sehr sehr lange und ich erfuhr das sie 26 war und er 30. Beide haben Biologie studiert und sind nun ein paar Tage auf Reisen, um ihre Verlobung zu feiern. Ich freute mich sehr für die Beiden und wir unterhielten uns wirklich gut. Sie erzählten viel über Ungarn und ich über Deutschland und da bot mir, ich habe beide Namen leider wieder vergessen, die Frau an, dass ich ihr einfach schreiben solle, wenn ich in Budapest ankomme und dann bekomme ich eine private Stadtführung und danach kochen wir nach traditionellen ungarischen Rezepten etwas zusammen, da beide in Budapest leben. Ich war unfassbar glücklich darüber und wir tauschten unsere Facebook Kontakte aus. Irgendwann war das Feuer ausgegangen, wir machten alles sauber und kamen unter dem Grillhäußchendach hervor. Als wir nach oben schauten stockte uns allen der Atem. Dadurch das wir mitten in den Bergen waren und keine Lichtquellen um uns rum waren hatten wir einen unbeschreiblich schönen Sternenhimmel. Vom Himmels W bis zur Milchstraße konnte man jeden noch so kleinen Stern erblicken. Es ist kaum in Worte zu fassen. Ich habe versucht eine Aufnahme davon zu machen, aber diese ist echt lila geworden aber trotzdem beschreibt sie ansatzweise, wie schön der Himmel zu diesem Zeitpunkt aussah. Nach einer gefühlten Ewigkeit, die wir alle gebannt nach oben geschaut hatten verabschiedeten wir uns für heute und wünschten uns eine gute Nacht. Ist das vielleicht der Anfang einer neuen Freundschaft? Ich aß noch schnell meine Pommes, die natürlich schon lange kalt waren und dann begann die Vorfreude auf den morgigen Tag.Lue lisää
Bitte lächeln
8. elokuuta 2024, Unkari ⋅ ☁️ 27 °C
Gegen 10 Uhr traf ich Brandl und Bodnár noch einmal. Ilvy wurde nochmal ordentlich von den beiden durchgekuschelt und wir verabschiedeten uns voneinander und versprachen uns, uns in Budapest wiederzusehen. Kurze Zeit später ging es auch für mich los, nachdem ich wieder mit ein paar Sprachverständnissen beim bezahlen des Campingplatzes zu kämpfen hatte. Der Mann an der Rezeption war aber super süß und versuchte sogar zum Abschied auf deutsch tschüss zu sagen. Der Platz war bisher auch der absolut günstigste von allen. Auf dem Weg zu meinem nächsten Ziel viel mir auf einmal etwas auf. Am Straßenrand stand eine Figur aus Holz, sie sah aus wie eine Polizistin, ihr Gesicht war hinter etwas versteckt und beim genaueren Hinsehen, sah ich das in diese Holzfrau ein Blitzer eingearbeitet worden war. Echt unfassbar. Da guckt man bei dem Foto dann auch noch direkt in die Kamera, nach dem Motto einmal lächeln bitte. Ich fuhr zum Glück aber vorschriftsmäßig. In einem weiteren Ort wiederholte sich das noch einmal und ich schoss ein Foto. Kurz vor meinem Ziel, einem der Nationalparks, stand ich vor einer Schranke. Auf einem großen Schild wurde ich darüber informiert, dass ich gleich auf eine Privatstraße fahren würde und die einzelnen Preise wurden auch gleich gezeigt. Das Problem war nur, dass es zwei unterschiedliche Automaten zum bezahlen gab, einen für den Parkplatz und einen um die Straße danach passieren zu dürfen. Ehe ich das verstanden hatte war ich schon mehrfach verzweifelt und stand schon ein mal vor der Schranke und versuchte vergebens mein Ticket in den Rachen des Automaten zu schieben. Am Ende hat es dann aber irgendwann geklappt und ich durfte auf die Straße fahren. Dort war ich dann so ziemlich das einzige Auto zwischen vielen Menschen. Nach einer Weile kam ich auf einen Parkplatz und stellte das Auto dort ab. Ilvy zog ihr Wandergeschirr an und ich schulterte meinen Rucksack. Dann ging es los. Knapp drei Stunden sind wir durch einen schönen Wald gelaufen, haben in Flüssen gestanden und haben uns Wasserfälle angeschaut. Der Wasserfall im Berg, mit einem kleinen See davor hatte mir am besten gefallen. In einem Gehege war dann noch Damwild zu sehen und Ilvy konnte auch mal aus sicherer Entfernung gucken. Auf unserem Weg entdeckten wir noch eine alte Wassermühle und einen süßen Unterschlupf für Wanderer, in Form eines Steinhäuschens. Einen Höhleneingang entdeckten wir auch aber dieser war total abgeriegelt, schade eigentlich. Wieder beim Auto angekommen gab ich schonmal einen Campingplatz ein, der direkt an meinem morgigen Ziel liegt, vorher jedoch wollte ich noch etwas anderes machen. Da ich fast 8 Euro bezahlt hatte, um die Straße passieren zu dürfen konnte ich mir ein paar Serpentinen bis ganz nach oben auf einen der Berge natürlich nicht entgehen lassen. Die Straße war extrem eng und da es an der linken Seite der Straße gleich mehrere hundert Meter in die Tiefe ging und auf der rechten Seite mich die Felsen beschränkten hoffte ich wirklich sehr, dass mir kein Auto entgegen kommt. Das war Gott sei dank auch nicht der Fall. Der Parkplatz oben auf dem Berg war aber auch direkt an der steilen Seite und als mein Wagen nach dem Stillstand noch ein paar Zentimeter weiter rollte, zog ich hektisch die Handbremse nochmal so weit hoch wie ich konnte. Ilvy ließ ich diesmal im Auto denn mein Ziel war der Millenium Aussichtsturm. Dieser bietet mit nur 20 Metern Höhe direkt auf der Spitze eines Berges eine Aussicht der Extraklasse. Auch hier ist die Aussicht unbeschreiblich schön und man konnte bis zur Tatra, ganz hinten am Horizont gucken. Ich versuchte die Bilder in meinem Kopf abzuspeichern, um diese Erinnerung niemals wieder zu vergessen. Beim Abstieg war ich schon fast ein bisschen traurig, dass dieses Erlebnis nur so kurz andauerte aber das war definitiv ein Erlebnis für die Ewigkeit. Was würde ich geben, um dort ein Haus zu haben, mit dieser grandiosen Aussicht. Wieder unten angekommen sah ich noch eine kleine Eidechse. Sie schaute direkt in die Kamera, als ich ein Foto von ihr machte, nur das mit dem Lächeln muss sie noch üben. Nachdem ich noch kurz in einem Lidl war, um Remoulade zu kaufen, ging es weiter zum Campingplatz. Aber bevor ich über den Campingplatz schreibe, eine sehr wichtige Info. Es gibt hier doch tatsächlich Tiramisuschokolade, die musste ich einfach mitnehmen. Und eine wichtig Info noch für die Männer, der Lidl hatte sogar eine komplette Abteilung von Bosch für all das Werkzeug was ein Mann braucht. Es wunderte mich auch nicht, dass in dieser Abteilung nur Männer standen, während die Frauen im ganzen Laden verteilt waren. Aber jetzt zum Campingplatz. Ich kam dort gegen 17 Uhr an und als ich in die Rezeption ging, saß da ein jüngerer Mann mit langen Haaren, der sich mit zusemmengefalteten Händen erst in seinem Drehstuhl zu mir drehte als ich reinkam. Das war ungefähr so eine Situation, als wenn der Chef eine ernste Nachricht an einen Mitarbeiter zu verkünden hat. Der Mann war auch irgendwie ein bisschen eigenartig. Er redete ganz langsam und betonte seine Wörter auf eine mystische Art und Weise. Komisch war auch wie er mich nach meiner Frage nach einem freien Platz anstarrte und musterte. Ich hoffe der verhext mich heute Nacht nicht. Ich suchte mir einen Platz aus und wie ihr es euch vielleicht schon denken könnt, fing ich an zu lesen. Ilvy schlummerte derweilen seelenruhig auf ihrer Decke, die lange Wanderung hatte sie müde gemacht. In diesem Moment, da auf ihrer Decke, sah sie so klein und unschuldig aus. Doch als ich reinging, um nach meinem Essen zu sehen, war sie wieder hellwach, saß vor der Tür und schaute mich mit erwartungsvollen Augen an. Morgen werde ich auch noch hier auf dem Platz stehen, da ich hier viele Ziele in der Stadt habe, die ich mir anschauen möchte, unter anderem einen Markt. Mal sehen, wie gut ich im handeln bin.Lue lisää
So eine schöne Stadt
9. elokuuta 2024, Unkari ⋅ ⛅ 25 °C
Oh man, heute morgen habe ich wirklich lange geschlafen, also schnell aufstehen und mit Ilvy gehen. Danach gab es ein leckeres Frühstück mit frischen Brötchen und dem was mein Kühlschrank so hergab. Ilvy hatte heute mal einen Ruhetag, weswegen ich alleine die Stadt Eger erkundete. Zuerst brauchte ich aber einen Geldautomaten. Da der erste den ich angesteuert hatte komplett von Junkies und Obdachlosen umzingelt war, ging ich lieber zu einem anderen. Als ich das Bargeld sicher verstaut hatte ging es zum Bauernmarkt. Er war kleiner als ich erwartet hatte aber überall roch es nach frischem Obst und Gemüse. Ich kaufte eine Honigmelone, Blaubeeren und Himbeeren. Leider bemerkte ich erst später, dass ich dafür über 11 Euro bezahlt hatte. Naja ich hätte einfach besser aufpassen müssen. Danach fing ich an meine Ziele für diesen Tag abzuarbeiten. Darunter waren drei Kirchen und natürlich die Stadt selbst. Ich stöberte in Souvinirläden aber kaufte nichts, bis ich plötzlich vor einem Weingeschäft stand. Dort kaufte ich einen lieblich, traditionell ungarischen Weißwein. Glücklich und in Vorfreude auf ein leckeres Glas Wein, schaute ich mir weiter die Stadt an. Irgendwann schaute ich auf die Uhr und bemerkte, dass ich schon vier Stunden unterwegs war. Da auch meine Ziele abgearbeitet waren und ich die Stadt bis auf den letzten Pflasterstein erkundet hatte, ging es für mich zurück zum Wohnmobil. Ilvy freute sich riesig darüber, dass ich wieder da war. Wir machten es uns vor dem Womo gemütlich und ich plante meine Route für den nächsten Tag. Außerdem musste ich natürlich meine Ausbeute vom Markt probieren. Das Obst schmeckte noch besser wie es roch und ich konnte kaum genug davon bekommen. Gegen 19 Uhr ging ich mit Ilvy dann mal einen neuen Weg und so kamen wir an unendlich vielen Weinkellern vorbei. In dieser Straße reihte sich wirklich Gewölbe an Gewölbe. Manche Restaurants boten Essen an und andere nur den Wein. Aus einigen Restaurants hörte man klassische Musik spielen und das Ambiente war einfach unglaublich. Wieder beim Campingplatz angekommen stand meine Entscheidung fest, heute Abend gehe ich essen. Ich packte Ilvy ins Auto und ging los, vorher unterhielt ich mich noch kurz mit meinen ostfriesischen Nachbarn, einem älteren aber wundervollen Ehepaar. Im Restaurant angekommen wurde ich gleich an einen Platz gebracht und ich bestellte einen Wein und kurze Zeit später dann auch mein Essen. Ich entschied mich für einen Gulscheintopf mit selbstgemachten Eiklöschen in Miniaturformat. Das Essen kam nach ungefähr 10 Minuten und es war eine riesige Portion. Nix mit Miniatur. Der ganze Teller war ausgefüllt und oben drauf noch mit einem Berg. Das Essen genoss ich dann bei schöner Livemusik von 5 ungarischen Musikern und natürlich bei meinem vorzüglich schmeckenden Wein. Als ich fertig war mit meinem Essen gingen auch die Musiker, perfektes Timing. Für das Essen und den Wein bezahlte ich gerade mal 14,39€. Ein wirklich guter Preis. Als ich gerade an dem Wohnmobil der Ostfriesen vorbeiging fragten sie mich, ob ich nicht zu ihnen rüberkommen wollen würde und natürlich sagte ich ja. Ich schnappte mir meinen Stuhl und ging rüber. Ich bekam gleich ein Bier und den Abend über unterhielten wir uns wirklich über alles mögliche. Die beiden heißen Jutta und Jörg und waren drei Monate in der Türkei unterwegs. Sie haben so viele tolle Storys erzählt und mir viele Bilder und Videos gezeigt, da konnte man echt nur neidisch werden. Falls ihr Beiden das irgendwann mal lesen solltet, vielen vielen Dank für den wundervollen Abend. Wir saßen bis kurz nach 0 Uhr zusammen und haben geschnackt, außerdem tauschten wir unsere Facebook Kontakte aus und morgen bekomme ich noch ein paar Tipps für Ungarn. worauf ich mich jetzt schon freue.Lue lisää
Ab in die Puszta
10. elokuuta 2024, Unkari ⋅ ☀️ 31 °C
Der Tag fing heute schön an. Das Wetter war traumhaft und die Runde mit Ilvy war auch sehr entspannt. Danach ging ich duschen und was habe ich vergessen? Richtig, mein Handtuch. Und dann war da auch wieder diese Sache mit den Haaren in der Dusche, wo ich mich mal wieder echt zusammenreißen musste. Auf den ersten Blick war die Dusche sauber aber genauer durfte man echt nicht hingucken. Abgetrocknet habe ich mich dann mit meinen Klamotten. Die trockneten bei der Hitze auch wirklich schnell. Ich gab noch schnell mein nächstes Ziel ein und dann verabschiedete ich mich von meinen wundervollen Nachbarn auf Zeit. Wir umarmten uns zum Abschied und dann ging es vorne zur Rezeption und wieder ab auf die Straße. Mein erstes Ziel heute war der höchste Berg Ungarns. Der Kékes ist 1014 Meter hoch und liegt im Mátra- Gebirge. Die Fahrt nach oben hat wirklich viel Spaß gebracht und das nicht nur wegen den Serpentinen, sondern auch wegen der schönen Ausblicke, die sich einem zwischendurch boten. So richtig konnte man diese aber garnicht genießen, weil dann immer schon gleich die nächste scharfe Kurve kam. Auf dieser Strecke waren auch unglaublich viele Motorradfahrer, die die kurvige Straße ordentlich ausnutzten. Oben angekommen bekam ich den letzten Parkplatz im Schatten. Ilvy ließ ich noch einmal kurz laufen und dann ging es für mich auf die Spitze des Berges. Von oben hatte man wieder einmal einen wundervollen Ausblick und das nutzte ich uns ließ endlich mal meine Drohne steigen. Da dies ja eigentlich verboten ist, musste ich mir ein geschütztes Plätzchen suchen und ließ sie dann dort schnell nach oben steigen. Danach ging es zurück zum Auto. Und was gibt es besseres als eine Serpentinenstraße hochzufahren? Richtig, sie wieder runterzufahren. Auch wenn es neben mir mehrere hundert Meter runterging blieb ich trotzdem gelassen und donnerte den Berg wieder runter. Das hat wirklich Spaß gemacht. Mein nächstes Ziel lag nicht weit von dem höchsten Berg Ungarns entfernt. Es war ein Luxushotel und natürlich brauche ich kein Hotel, da ich mein eigenes immer dabei habe aber dieses Hotel war wirklich hübsch anzusehen. Leider konnte man es nur durch einen Zaun fotografieren. Die ungarische Puszta oder auch der wilde Westen Ungarns war mein nächstes Ziel. Die Puszta ist eine baumarme Steppe mit einem starken kontinentalen Klima. Sie nimmt den größten Teil Ungarns ein. Außerdem leben die Csikós Pferdehirten noch hier. Sie sind ein altes Volk, was heutzutage gerade durch die Pferdeshows bekannt ist. Davon habe ich aber noch keine gesehen. Hier habe ich mir erstmal die Neunbogenbrücke angeschaut, von der hatte ich mir aber wirklich mehr erhofft. Da wir zu der Zeit schon die 34 Grad geknackt hatten entschied ich mich dazu auf einen Campingplatz zu fahren. Dort angekommen zeigte mir ein freundlicher Mann, Anfang dreißig, das Gelände. Er sprach sogar deutsch, wenn auch nicht wirklich gut. Trotzdem war er super nett und witzig in seiner Art wie er alles erklärte. Als er mir zum Beispiel sagen wollte, dass ich die Hinterlassenschaften meines Hundes aufheben muss sagte er: ,, Haustiere sind willkommen aber du musst aufheben pupu von Hund". Da musste ich wirklich ein bisschen anfangen zu lachen. Als ich dann alle Formalitäten erledigt hatte, wurde mir erstmal ein Wilkommensschnaps gegeben. Dies war selbstgebrannter Pfirsichschnaps. Ich weiß wirklich nicht wie viel Prozent der hatte aber dadurch, dass ich nicht viel gegessen hatte und es natürlich auch noch extrem warm war stieg mir der Shot sofort zu Kopf und das spürte ich wirklich ordentlich. Nachdem ich dann meine Blaubeeren gegessen hatte, ging es mir auch wieder besser. Aber trotzdem Respekt an diesen Schnaps, damit haben sie alles richtig gemacht. Während ich mein Abendessen abkühlen ließ ging ich mit Ilvy am See entlang. Die Sonne war gerade dabei unterzugehen und aus einem Garten hörte man wieder einmal ungarische Musik, es war wirklich zum dahinschmelzen. Die Musik kommt einfach immer in den richtigen Momenten. Ilvy entdeckte noch eine riesige Muschel, die größer war als meine Hand aber ich ließ sie dort liegen. Eigentlich wollte ich den Abend draußen ausklingen lassen, aber die Mücken haben mich dazu gezwungen reinzugehen. Nun schaue ich noch etwas Netflix und morgen geht es weiter durch die Puszta.Lue lisää
Vom Aussterben bedroht
11. elokuuta 2024, Unkari ⋅ ☀️ 34 °C
Heute Nacht habe ich wirklich schlecht geschlafen. Erstens war meine Batterie alle und ich hatte keinen Strom mehr im Auto und dann wachte ich mitten in der Nacht auf, weil es extrem heiß im Auto war. Der Grund dafür war, dass Ilvy anscheinend bei dem Versuch in mein Bett zu springen, den Knopf für die Heizung gedrückt hatte. Das hieß nun also, dass meine Heizung im Sommer auf voller Pulle lief. Kein Wunder das es so heiß war. Nachdem die Heizung dann aus war konnte ich endlich schlafen. Am Morgen wusch ich ab, ging mit Ilvy und gab mein Ziel ins Navi ein. Dann verabschiedete ich mich von den Campingplatzbetreibern und alle winkten mir zum Abschied. Der Weg war eigentlich unspektakulär bis ich etwas zwischen den Bäumen entlang an der Straße entdeckte. Auf einem Feld neben der Straße war eine Herde von ungarischen Steppenrindern. Ich freute mich total darüber, denn diese Tiere sind vom Aussterben bedroht. Die Tiere gelten als halb wilde Tiere, da sie größtenteils alleine durch die Landschaft ziehen, aber trotzdem jemandem gehören. Diese Tiere hier wurden aber mit einem Zaun von der Straße abgegrenzt. Da ich zu den Steppenrindern über einen Sandweg fahren musste und bemerkte wie viel Spaß es macht darüber zu brettern, entschloss ich mich dazu in einen anderen Sandweg rein zu fahren. Und ab dem Zeitpunkt wo ich mit allen Reifen auf dem Sand stand ließ ich die Sau raus. Ich zog eine riesige Staubwolke hinter mir her aber genau das war der Spaß daran. Die Kulisse und meine Fahraktion hielt ich mit meiner Drohne fest. Mein Auto ist garnicht mal so dreckig. Nur wenn ich die Türen hinten schließe, fällt der ganze Sand aus den Spalten. Nachdem ich mich ordentlich ausgetobt hatte ging es weiter in die Stadt Kecskemét. Da wir aber schon die 40 Grad Marke geknackt hatten entschied ich mich dazu, Ilvy und mir einen Gefallen zu tun und eine Rundfahrt im Auto zu machen anstatt die Stadt zu Fuß zu erkunden. Die Stadt gefiel mir überhaupt nicht, es gab unglaublich viele Obdachlose, die einfach überall waren und leider gab es auch nicht so viele schöne Gebäude. Nach dieser Enttäuschung fuhr ich noch kurz zu Tesco und holte mir ein paar Sachen für einen Salat. Dann ging es diesmal nicht zu einem Campingplatz, sondern zu einem Bauernhof, der eine große Wiese für Camper zur Verfügung gestellt hat. Ich kam mit einer anderen deutschen Familie dort an und zu meiner Verwunderung konnte der Hofbesitzer perfekt deutsch. Ich erfuhr, dass er ursprünglich aus Uelzen kommt und vor sechs Jahren nach Ungarn ausgewandert ist. Sein Grundstück ist 20000m² groß und er besitzt Hühner, einen Kater und einen Hund. Das Grundstück ist wunderschön mit einem eigenen Teich zum Baden, einem Pool und einem Aufenthaltsraum, den auch die Camper nutzen können. Der Betreiber und seine Freundin sind unglaublich freundliche Menschen. Wir kamen sofort ins Gespräch und später waren wir drei auch gemeinsam schwimmen. Sie meinten falls ich was brauchen sollte oder ich Gesellschaft haben möchte, sollte ich einfach zu ihnen kommen. Ilvy hat sich sofort mit dem Rüden angefreundet und die beiden haben fast die ganze Zeit miteinander gespielt. Am späten Nachmittag traf ich dann auch zum ersten Mal auf den Kater und dieser hat sich gleich an mich gekuschelt und sich auf meinen Schoß gelegt. Die Hühner laufen hier einfach frei herum und ich hoffe das Ilvy keins von denen killt. Als ich gerade vom Ufer des Sees zurück auf den Steg wollte, trat ich mir einen schönen Splitter ein und natürlich hatte ich keine Pinzette dabei. Aber da ich ja erfinderisch bin habe ich einfach eine Zange aus meinem Werkzeugkasten genommen und zackt war der Splitter wieder raus. Nach dem Abendessen sitze ich jetzt noch draußen und warte auf den Sternenhimmel, denn wir haben keine Wolken und kilometerweit befindet sich kein anderes Haus hier in der Nähe. Und heute Nacht ist Perseidenschauer also die Nacht mit den meisten Sternschnuppen im Jshr. Es heißt jetzt also nur noch die Natur und ich. Vielleicht höre ich noch ein paar Schakale.
Noch ein kurzer Nachtrag, ich habe gerade eine extrem lange Sternschnuppe gesehen. Schade das man diese Momente nie einfängt.Lue lisää
Erstmal entspannen
12. elokuuta 2024, Unkari ⋅ ☀️ 24 °C
Da es mir auf dem Bauernhof so gut gefiel, entschloss ich mich dazu noch einen Tag hier zu bleiben. Die Nacht gestern war noch wirklich schön und ich konnte viele tolle Fotos vom Sternenhimmel machen und habe sogar ein paar Sternschnuppen erwischt. Den Tag über lag ich dann viel am See und las mein Buch weiter, schaute Netflix und redete mit den Besitzern und Hamburgern, die ich hier kennengelernt habe. Trotzdem wollte mich der Tag heute auf die Probe stellen, ich habe noch immer ein Stück vom Splitter im Fuß, ich bin oft irgendwo gegen gestoßen und auf spitze Gegenstände getreten. Bei der Abendrunde wollte mir Ilvy dann noch mein Genick brechen, als sie aus dem Nichts losschoss, um einen Hasen zu verfolgen. Ich habe jeden meiner Halswirbel einzeln knacken gehört. Außerdem wurde ich auch noch von einer Mini Raupe gebissen und ich habe mich direkt in ein Ameisennest gesetzt, als ich mit dem Kater kuscheln wollte. Erst als es anfing wie verrückt zu kribbeln und danach auch schnell zu brennen erhob ich mich wieder. Außerdem habe ich noch ein unidentifiezierbaren Gegenstand im Sand gefunden, der sehr fragwürdig aussah. Vielleicht weiß ja von euch einer was das ist. Naja auf jeden Fall habe ich mir zum Abend hin einen Salat gemacht, den ich jetzt mit einem Wein zusammen genieße um die Katastrophen des heutigen Tages zu verdauen.Lue lisää
Cooler Hund
13. elokuuta 2024, Unkari ⋅ ☀️ 35 °C
Die Hitze weckte mich und ich ging meine Runde mit Ilvy. Heute sahen wir bei der Runde sogar ein paar echt interessante Tiere. Als ich dann meinen Platz bezahlen wollte, nahm ich Ilvy noch ein letztes mal mit, damit sie sich von ihrem geliebten Andrè verabschieden konnte. Als gerade alles erledigt war sah Ilvy den Kater leider jedoch vor mir. Ilvy rannte dem armen Tier hinterher und mir blieb nichts anderes übrig als die Leine loszulassen um nicht selber zu Schaden zu kommen. Ich hoffte nur noch das der Karter schneller ist als Ilvy. Diese Situation war mir so peinlich und Kobi, der Hund des Besitzers, fing dann auch noch an die Katze mit Ilvy zusammen zu jagen. Andrè nahm das Ganze aber zum Glück total locker. Auf dem Sandweg ging es dann zurück auf die asphaltierten Straßen Ungarns. Dori habe ich leider nicht mehr gesehen. Zu meinem nächsten Ziel, der Stadt Szeged, brauchte ich nur ungefähr eine Stunde und somit fuhr ich auf den nächsten Campingplatz und wusste garnicht so richtig was ich jetzt machen sollte. Mein Ziel für den Tag war wirklich nur Szeged aber bei einer Temperatur von 38 Grad macht eine Stadterkundungstour auch nicht wirklich Spaß. Also schlug ich ein bisschen Zeit tot, indem ich etwas gelesen habe, an einem Stock schnitzte und meinen Salat genoss. Gegen 17 Uhr kühlte es sich dann endlich ein bisschen ab und ich konnte mit Ilvy zusammen in die Stadt gehen. Aus Spaß setzte ich ihr meine Sonnenbrille auf und Ilvy fand das garnichtmal so schlecht. Sie ließ die Brille die ganze Zeit auf und dadurch wurde sie ein Fotohighlight für die anderen Menschen. Ich fand es schön, wie viele Menschen ich dadurch zum lachen oder schmunzeln bekommen habe. Ilvy ein echt cooler Hund. Die Stadt selber war auch wirklich schön, nur das die Gebäude, in die ich wollte, immer aus verschiedensten Gründen geschlossen waren war schade. Auf dem Rückweg kamen wir noch an einem Brunnen vorbei und ich ließ Ilvy machen und zack sprang sie erstmal aus dem Stand ein paar Meter hoch, weil plötzlich ihr Pöpes ganz nass wurde. Auch beim nächsten Mal wurde sie nicht schlauer, sondern erschrak sich wieder total als der Wasserstrahl kam. Zurück auf dem Campingplatz lag etwas komisches vor meinem Auto. Ich ging näher darauf zu und da sah ich es. Ein richtig kleiner Igel hatte sich vor meinem Auto zusammengekauert. Mein Tierherz sprang sofort auf 180. Er blieb noch eine ganze Weile bei mir in der Nähe und ich wollte ihn fast schon adoptieren. Dennoch blieb ich vernünftig und irgendwann kroch er unter mein Auto und ich bereitete mein Abendbrot zu. Es gab Würstchen mit Grillkäse. Während ich aß dachte ich über meine Reise nach. Am Anfang wollte ich alles abbrechen und jetzt nach über zwei Wochen will ich gar nicht mehr zurück. Ich bin sogar etwas froh, dass ich das alles hier ganz alleine genießen kann und mich nur um mich kümmern muss.Lue lisää
Mhhh lecker
14. elokuuta 2024, Unkari ⋅ ☀️ 36 °C
Nachdem Ilvy heute morgen gefühlt die ganze Theiss (größter Seitenarm der Donau) ausgetrunken hat, gingen wir eine schöne Runde über den Campingplatz. Hier gibt es ein ehemaliges Schwimmbecken, wo jetzt Seerosen drauf wachsen. Außerdem war das Wasser echt extrem dreckig. Und dann entdeckte ich eine wirklich tolle Sache. Hier gibt es Mülleimer in Form eines Fisches und da hinein kann man seine Plastikflaschen werfen. Das eingenommene Geld wird dann an eine Umweltschutzorganisation gespendet, echt eine tolle Idee. Nach der Runde ging ich duschen und als ich fertig war unterhielt ich mich noch eine ganze Weile mit einem Schweizer, der gestern neben mir sein Zelt aufgeschlagen hatte. Wir tranken zusammen einen Kaffee und dann verabschiedeten wir uns. Als ich meinen Wassertank auffüllen wollte bemerkte ich, dass mein Schlauch definitiv zu groß für diesen Wasserhahn war. Also schraubte ich meine Dichtung vom Schlauch, klemmte den Schlauch an und startete einen Springbrunnen. Denn dadurch, dass beides nicht gepasst hat, schoss vieles vom Wasser direkt in die Höhe anstatt in meinen Tank. Nach einer guten Stunde war mein zuerst halbvoller Tank dann endlich wieder ganz voll. Da auch mein Getränkevorrat aufgebraucht war fuhr ich noch kurz bei einem Lidl ran. Dann endlich konnte es richtig losgehen. Nach gut einer Stunde war ich dann in der Bugacpusztaháza angekommen. Als ich mir eine Karte für eine der berühmten Pferdeshows holen wollte sagte mir die nette Dame an der Kasse, dass erst wieder am Freitag Shows stattfinden würden, da sich das in der Woche nicht lohnen würde. Zum Glück ist direkt nebenan ein Stellplatz. Nun schlafe ich einfach zwei Nächte hier denn diese Show will ich auf keinen Fall verpassen. Hier kann man noch das alte, typische Ungarn erleben. Ich habe dann wieder viel gelesen, bald brauche ich wirklich neue Bücher. Als es dann Abends wieder abkühlte ging ich mit Ilvy auf einen Spaziergang und legte mich ersteinmal mit ihr an, weil sie nicht von den Pferdehaufen ablassen konnte. Für sie sind die Dinger unwiderstehlich lecker. Nachdem Frauchen dann mal tacheless gesprochen hat ließ sie es sein, sich die Pferdehäufchen einzuverleiben. Auf dem weiteren Weg sahen wir wieder einen der typischen Brunnen der Puszta und streiften durch dieses wunderschöne Fleckchen Erde. Hier gab es kaum eine Menschenseele weit und breit. Nur ein Bauer trieb seine Kühe über die Steppe und in der Ferne lagen ein paar idyllische Bauernhöfe. Einen wunderschönen Sonnenuntergang gab es dann noch gratis dazu. Auf dem Rückweg entdeckte ich sogar noch einen Ameisenlöwen, der später mal zu einer Ameisenjungfer wird. Morgen werde ich dennoch nicht gammeln, ich habe mir schon ein interessantes Ziel rausgesucht.Lue lisää
Von Rakete bis Kampfjet
15. elokuuta 2024, Unkari ⋅ ☀️ 35 °C
Ilvy hatte heute morgen echt keinen Bock zu laufen, es war einfach zu warm. Aber nach dem Motto ,,Augen zu und durch" gingen wir dann doch eine schöne Runde. Danach packten wir schnell alles zusammen und los ging es. Unser erstes Ziel war eine Zoohandlung. Dort gab es Mäuse, Fische, Hasen und sogar einen Papagei. So einer würde sich bestimmt auch gut im Womo machen 😏🤔. Ilvy bekam auch noch ein paar Kleinigkeiten und das sogar für einen richtig guten Preis. Nach einer guten Stunde kamen wir dann bei unserem zweiten Ziel an. Es ging in den Pintér Művek Haditechnikai Park. Dort konnte man von alten Militärfahrzeugen bis hin zu Kampfjets alles sehen. Insgesamt konnte ich mir 840 Exponate anschauen und Ilvy durfte sogar mit. Nach gut zwei Stunden waren wir durch. Zurück beim Eingang kam direkt die nette Dame vom Empfang auf mich zu und meinte ich solle kurz warten. Als sie wiederkam hatte sie einen gefüllten Wassernapf für Ilvy dabei. Ich unterhielt mich noch mit ihr, wenn auch nur über den Google Übersetzter, da sie nur ein paar Wörter Deutsch konnte. Sie arbeitet im monatlichen Wechsel in Österreich und Ungarn, damit sie ein bisschen mehr Geld bekommt. Ihr Kollege erzählte mir, dass er einen Cousin hat der in Rostock lebt. Die beiden waren wirklich sehr lieb und sie wünschten mir alles Gute für meine Reise. Weiter ging es erstmal in eine Apotheke, da ich eine Pinzette und eine Bepanthen Salbe brauchte. Die Salbe bekam ich ziemlich schnell nur bei der Pinzette gab es Probleme, da der Übersetzer anscheinend etwas falsches übersetzt hat. Nach längerem hin und her und ein paar Lachanfällen später zeigte ich der Apothekerin einfach ein Foto und schon hatte ich meine Pinzette. Auf meinem weiteren Weg ging es noch kurz zu Aldi und plötzlich entdeckte ich eine Windmühle, welche ich mir anschaute. Am Straßenrand sah ich dann noch einen Obstverkäufer und kaufte vier Pflaumen und eine Honigmelone. Umgerechnet habe ich für die Sachen gerade mal 2,50€ bezahlt. Als ich gerade auf dem Weg zu meinem gestrigen Stellplatz war, stand ich plötzlich im Stau. Auch auf der Gegenfahrbahn ging nichts mehr und während ich mit meinem Koof zur Musik wippte hielt plötzlich ein Busfahrer neben mir, zeigte einen Daumen hoch und fing an mit mir im gleichen Takt zu wippen. Wir freuten uns beide total über unsere kurze Tanzeinlage und als es dann auf seiner Spur weiter voran ging winkte er mir zum Abschied. Die Ungarn sind wirklich ein freundliches Volk. Während der Fahrt sah ich noch einen brennenden Mast, bevor ich kurze Zeit später wieder auf meinem Stellplatz ankam. Heute war er komplett leer und ich stellte mich wieder auf mein schattiges Plätzchen. Während ich mein Buch las sah ich ein Eichhörnchen, welches gerade dabei war einen Baum hochzuklettern. Also bin ich wohl doch nicht so ganz allein. Kurz vor Sonnenuntergang schnappte ich mir Ilvy und meine Drohne und ab ging es in die Steppe. Als ich gerade los wollte, schlängelte sich plötzlich eine Ringelnatter an mir vorbei und verschwand unter meinem Auto. Der Sonnenuntergang heute war wieder wunderschön und auch der Viehtreiber von gestern war gerade wieder dabei, seine Kühe vor sich her zu scheuchen. Ein paar schöne Aufnahmen und eine Gassirunde später machte ich mir dann mein Abendessen und morgen sehe ich dann endlich die Pferdeshow.Lue lisää
Wie Adam und Eva
16. elokuuta 2024, Unkari ⋅ ☁️ 35 °C
Nach dem Aufstehen ging ich eine entspannte Runde mit Ilvy. Kurz vor 10 Uhr machte ich mich dann auf den Weg zur Kasse, um mein Ticket für die Kutschfahrt, das Museum und die Pferdeshow zu kaufen. Da ich noch meinen Schülerausweis habe, brauchte ich für die drei Sachen nur 9€ bezahlen. Wirklich ein super Preis und für das ganze fast schon zu wenig. Als ich das Ticket hatte schaute ich nochmal kurz bei Ilvy vorbei und um 10:30 Uhr durften wir dann auf die Kutschen. Als ich hörte, dass man auch neben dem Fahrer sitzen konnte ging ich nach vorne und als ich gerade fragen wollte, setzte sich eine andere Deutsche einfach da hin. Ich ärgerte mich schon ein bisschen, aber nicht darüber, dass ich den Platz nicht bekommen hatte, sondern darüber das dieses Verhalten der Dame wieder einmal so typisch Deutsch war, ohne Rücksicht auf andere. Es war übrigens ein ganzer Reisebus voll mit Deutschen und Ungarn angekommen und ich muss mich wirklich hier kurz über meine Landsleute aufregen. Sie waren laut, haben sich total daneben benommen, sei es das sie einfach gerülps haben oder sich über jede Kleinigkeit aufgeregt haben. Am meisten darüber, dass die Fahrt in der Kutsche ja so unbequem sei und das der Kutscher ja wohl nicht ans Handy gehen sollte, weil das ja das ganze Flair zerstören würde. Einfach unglaublich. Kann man nicht einfach nur genießen anstatt alles zu kritisieren und schlecht zu machen? Ich möchte hier trotzdem nicht alle über einen Kamm scheren, mit dem Reiseführer der Gruppe, der eigentlich ein Ungare war, verstand ich mich sehr sehr gut. Wir unterhielten uns während der ganzen Tour. Der erste Stopp auf der Tour war das Museum, in dem alte Werkzeuge und Tiere der Gegend gezeigt wurden. Danach schauten wir uns den Hof an. Dieser war sehr gepflegt und ordentlich und alle Tiere wurden gut gehalten. Nur einer der Hunde tat mir wirklich leid, da er in einem Käfig gehalten wurde und alle plötzlich in diesen Käfig reinschauten. Für den Hund musste das unheimlich angsteinflößend gewesen sein. Neben dem Hund gab es noch Pferde, Hühner, Graurinder, Zackelschafe und eine traditionell ungarische Schweinerasse. Nach der Hofbesichtigung warteten wir auf den Start der Show. Gegen 12 Uhr startete diese dann. Sie war unglaublich interessant und zu jedem Kunststück wurde etwas erklärt. Man lernte viel über die damaligen Einheimischen und ihre Bräuche. Zum Beispiel müssen die heutigen Pferdehirten, bevor sie zu den Shows dürfen, mehrere Monate mit ihren Pferden alleine trainiert haben, um eine einzigartige Verbindung zwischen Mensch und Pferd herzustellen. Und genau diese Verbindung konnte man bei der Show spüren. Das Pferd vertraute dem Mensch und der Mensch vertraute dem Pferd. Später in der Show wurde dann jemand mit Mut gesucht und weil sie es witzig fanden, zeigten ein paar der deutschen Männer auf mich. Und weil man nicht alle Tage die Chance bekommt, selber an so einer Show teilzunehmen sagte ich natürlich ja. Meine Aufgabe bestand nun darin, mich auspeitschen zu lassen, diese Art von Kunststück nennen die Pferdewirte ,, Schwiegermutters Schlinge", da angeblich jeder sich gerne seine Schwiegermutter dabei vorstellt. Und obwohl die Peitsche ordentlich knallte und der Wirt, meiner Meinung nach auch extra stark ausholte taten die Treffer nicht weh. Als dann alles vorbei war, bekam ich sogar noch die Chance bei dem Kutscher vorne zu sitzen. Es kommt halt doch alles so wie es kommen soll. Wieder bei meinem Camper angekommen war ich etwas traurig, dass meine Zeit in der Puszta nun vorbei war. Die Leute waren toll und auch die Landschaft war unglaublich schön. Dieser heutige Hof ist genau das Leben, welches ich mir wünschen würde und diesen Traum zu verlassen brach mir ein kleines bisschen das Herz. Da ich noch nicht nach Budapest wollte, entschied ich mich dazu einen Bauernhof in der Nähe von Budapest anzufahren. Dort angekommen bemerkte ich aber schnell, dass es keinen Ansprechpartner gab und das auch die Pension geschlossen war. Also suchte ich nach einem anderen Platz und wurde relativ schnell fündig. Der Platz sollte direkt an einem See liegen und geräumige Stellplätze bieten. Also nichts wie hin da. Auf dem Weg wunderte ich mich ein bisschen, als die Straße plötzlich in einer Schotterstraße endetete, dennoch fuhr ich weiter. Vor der Schranke zum Platz hielt ich an und bezahlte für eine Nacht. Bisher konnte ich nur den See sehen und nichts weiter. Als ich dann bezahlt hatte, wurde mir jedoch ein bisschen schlecht, als mir der Platzwart erklärte, dass ich mich auf einem FKK Campingplatz befinden würde und das es hier strengstens verboten sei Kleidung zu tragen. Ich glaube in diesem Moment entgleiste mein Gesicht komplett. In keiner der Bewertungen, die ich gelesen hatte stand, dass es sich bei dem Campingplatz um einen verdammten FKK Platz handelte. Der Platzwart lachte nur und fragte mich sogar noch allen ernstes, ob ich nicht noch eine zweite Nacht hier bleiben wolle, da es morgen eine Tanzparty geben würde. Immernoch dabei die erste Information zu verarbeiten, lehnte ich dankend ab, und ging stocksteif zurück zum Auto. Die Schranke ging hoch und als ich ein paar Meter um die Ecke fuhr hätte ich am liebsten ein Gerät gehabt, um alle meine Eindrücke zu löschen. Vor mir eröffnete sich ein Panorama von nackten Menschen jeglichen Alters, die seelenruhig ihren Aktivitäten nachgingen. Ich meine würde da ein super sportlicher Typ in meinem Alter oder Mitte der Zwanziger langlaufen immer her damit aber nein natürlich waren die meisten Menschen hier schon im Rentenalter. Ich wollte in die Kultur der Menschen eintauchen und jetzt habe ich den Salat. Also Klamotten aus und ab ins Freie. Eine große Hürde für mich war dann nochmal der Spaziergang mit Ilvy, da ich bisher in meiner Parzelle durch die hohen Hecken geschützt war. Plötzlich kamen mehrere Männer zu mir und fragten mich wie viel mein Hund wiegen würde oder wie sie heißen würde und ich habe auch wirklich tolle Gespräche geführt aber trotzdem war es mir unangenehm. Aber auch wenn ich mich bei der ganzen Sache hier unwohl fühle, finde ich es trotzdem gut auch mal so eine Erfahrung zu machen. Die Menschen hier sind wirklich glücklich bei dem was sie tun. Und ich kann jetzt mit gutem Gewissen sagen, FKK ist nicht so meins. Es ist doch interessant, was für Erfahrungen mir diese Reise bietet.Lue lisää
Die Haupstadt hautnah
17. elokuuta 2024, Unkari ⋅ 🌩️ 30 °C
Man was war das für ein aufregender Tag. Heute morgen war ich wirklich froh, als ich den Campingplatz verlassen konnte und wieder meine schützdene Kleidung trug. Mein Ziel war ein Campingplatz, welcher mir von einem deutschen Ehepaar, während der Reise, empfohlen wurde. Der Platz liegt im grünen Gürtel von Budapest in einem Viertel, wo auch einfach mal ein schöner Bentley vor der Tür steht. Der Platz an sich ist wirklich idyllisch und ruhig gelegen, der Betreiber und seine Mutter sind super liebe Menschen. Ich wurde sofort am Eingang begrüßt und sie stellten sich gleich vor. Danach redete ich mit Marta über die besten Tipps, wie ich in das Centrum der Stadt komme und welche Route die Beste ist, damit ich wirklich alle Sehenswürdigkeiten sehen kann. Ich bekam sogar einen Stadtplan. Sie empfahl mir auch die App ,,BudapestGo". Dort kann man ganz einfach Bustickets buchen. Ich kaufte mir übrigens ein 24 Stunden Ticket. Dieses gilt sowohl für alle Bahnen als auch für alle Busse in ganz Budapest und kostete mich gerade mal 6 Euro. Als ich nun auf meine Platzzuweisung wartete kam plötzlich ein Mann zu mir und fragte mich, ob ich letztens in Eger auf dem Campingplatz stand. Verwundert bejahte ich die Frage und er erzählte mir, dass er und seine Frau mich dort gesehen haben. Obwohl wir uns nicht unterhalten hatten, war ich ihnen doch in Erinnerung geblieben. Durch Ilvy bekam ich den Platz mit dem meisten Schatten. Ich machte ihr schnell alle Fenster auf, die Ventilatoren an und dann ging es für mich zur Bushaltestelle. An dieser angekommen stand ein Mann dort, der zuvor gerade im Müll gewühlt hatte. ,,Na super" dachte ich mir und stellte mich extra an das andere Ende der Station. Seine Reaktion daraufhin war, sich hinter mich zu stellen und als ich dann meinen Kopf so drehte, dass ich ihn beobachten konnte stellte er sich wirklich mit ein paar Zentimetern Abstand neben mich. Ich gab ihm einen wirklich bösen Blick, und nach ein paar Minuten ging er wieder zurück zum Mülleimer. Was auch immer das sollte, ich lasse mich von so etwas nicht mehr einschüchtern. Irgendwann kam dann auch endlich der Bus. Nach ungefähr 10 Minuten Fahrt war ich unterhalb der Donau angekommen und es fing an zu regnen. Doch wer lässt sich schon von Regen aufhalten? Also spazierte ich ganz entspannt durch die Gassen der Stadt, als hätten wir schönstes Wetter. Nach ein paar Kirchen war die Fischerbastei mein erstes Ziel. Von dort hatte man einen tollen Blick auf die Stadt und es war sogar ein Festival im laufenden Gange. Überall gab es Stände und nicht nur aus dem Land Ungarn gab es Verkäufer sondern auch welche aus der Türkei, Japan, Polen und Botswana. Ich probierte dann an einem der Stände das ungarische Gericht Lángos. Das kann ich wirklich jedem empfehlen, es war super lecker. Die meisten Händler trugen ihre traditionelle Kleidung und verkauften handgefertigte Sachen, die direkt vor den Augen der Besucher angefertigt wurden. Ich kam auch an der Kirche vorbei, in der Sisi und Franz damals gekrönt wurden. Zu dem Zeitpunkt war darin aber gerade eine Hochzeit, weswegen man die Kirche leider nicht von innen sehen konnte. Weiter ging es dann zum Burgpalast, der einen wunderschönen Brunnen beinhaltete. Dabei konnte ich sogar ein paar traditionelle Wächter entdecken. Wieder ein Stück zurück ging es dann für mich zu einem Panoramaausblick. Doch auf einmal ertönte laute Musik und alle Menschen strömten plötzlich in eine Richtung. Ich lief mit und konnte so den Wachwechsel vor dem Palast des ungarischen Präsidenten miterleben. Neben seinem Palast fuhr die historische Standseilbahn, doch ich nahm lieber die Treppen. Weiter ging es dann über eine der berühmtesten Brücken der Welt, die Kettenbrücke. Diese wird von jeder Seite von zwei Löwen bewacht. Hinter der Kettenbrücke suchte ich mir erst einmal einen stilleren Ort, um mein weiteres Vorgehen zu planen. Plötzlich sah ich einen jungen Mann auf mich zukommen und er meinte, dass das jetzt bestimmt komisch rüberkommen würde, aber das er mich gesehen hat und mich wirklich hübsch fand. Wir fingen an uns zu unterhalten. Dabei gingen wir ein bisschen spazieren. Er heißt Tyler ist 26 und kommt aus Neuseeland. Und auch er reist alleine. Er hat jedoch ein AirBnb in Budapest. Wir tauschten Nummern aus und gingen dann getrennte Wege. Für mich ging es nun weiter zur Szent István Bazilika. Diese schaute ich mir jedoch nur von außen an, da Marta mir den Tipp gegeben hatte das der überteuerte Eintrittspreis sich nicht lohnen würde. Ich besuchte noch die Oper, wo ich sogar ein kleines Konzert hören konnte, ging durch die Fashion Street und besuchte eine Kirche. Ich ärgerte mich darüber, dass sowohl das New York Cafe als auch das Zoo Café über Wochen hinweg ausgebucht sind. Ich kam an einem Springbrunnen vorbei und 22371 Schritte später mietete ich mir dann ein Stadtrad, da ich keine 15 Kilometer wieder zurücklaufen wollte. Mit dem Fahrrad ging es meinen Füßen dann gleich viel besser und somit machte ich noch einen kleinen Stopp beim Parlament. Ich parkte mein Fahrrad und ging die letzten Meter zu Fuß zur Bushaltestelle. Nur leider stand ich an der falschen und als ich das bemerkte kam mein Bus. Ich legte einen Sprint hin doch die Türen waren schon geschlossen. Zum Glück sind wir nicht in Deutschland, wo der Busfahrer einfach losfährt, obwohl er dich gesehen hat. In Ungarn wird man mit einem ,, gut gemacht" begrüßt. Zufrieden setzte ich mich auf einen der freien Plätze und schlurfte dann kurze Zeit später den Berg zum Campingplatz hoch. Ilvy bekam noch eine schöne Runde und wir ließen den Abend beide entspannt ausklingen. Morgen geht es dann in Cityrunde Nummer zwei.Lue lisää
Budapests andere Seite
18. elokuuta 2024, Unkari ⋅ ☀️ 31 °C
Auch heute ging es wieder nach Budapest rein. Ich stand etwas früher auf, um mehr Zeit zu haben. Bevor ich losging sprang ich nochmal kurz unter die Dusche und dann stieg ich voller Vorfreude in den Bus. Mein erster Stopp für heute war die Margareteninsel. Hier habe ich mir den tanzenden Springbrunnen angeguckt und lief noch eine ganze Weile einfach über die Insel. Vom anderen Ende der Insel fuhr ich dann mit einem Bus wieder zurück an den Anfang. Ich lieh mir ein Fahrrad und fuhr damit vorbei am Parlament zu den Schuhen am Donauufer. Diese stehen seit 2005 dort und sollen dem Gedenken an die Massenerschießung der Juden am Donauufer erinnern. Weiter ging es dann quer durch die Stadt zum Botanischen Garten von Budapest und was soll ich sagen, dieser lag in einer ziemlich schlimmen Gegend. Man sah keinerlei Touristen mehr und an jeder Ecke standen irgendwelche Gangs und beobachteten die Leute. Die Häuser sahen genauso schlimm aus, wie die total verdreckten Straßen. Wirklich kein Ort, wo man als Mädchen landen möchte. Aber auch diese Seite gehört zu jeder Stadt dazu und es war trotzdem interessant die andere Seite von Budapest kennenzulernen. Schnellen Schrittes ging ich dann jedoch zum Eingang des Gartens und holte mein Ticket. Der Botanische Garten ist riesig und von Rosen über Bambus bis Palmen gab es alles. Mein Lieblingsgewächshaus war natürlich das Kakteenhaus. Kakteen machen mich immer glücklich. Auch die fleischfressenden Pflanzen waren super interessant. Hier verbrachte ich bestimmt zwei Stunden bevor es Zeit wurde wieder zurück zum Camper zu fahren. Also schnappte ich mir wieder ein Fahrrad, fuhr zum Bus und verpasste diesen. Ein weiterer ließ aber nicht lange auf sich warten und so war ich gegen 15 Uhr bei Ilvy angekommen. Nach einer Gassirunde und Nittag für Ilvy hing es gegen 16 Uhr dann wieder für mich zum Bus und zurück in die Stadt. Diesmal ging ich zu Fuß und eigentlich wollte ich mir zuerst den Stadtgarten angucken, aber ich laß, dass man bei dem Restaurant, in das ich wollte, reservieren muss,. Ich rief also dort an aber niemand ging ran. Ich entschloss mich dazu erstmal zu dem Restaurant zu gehen. Als ich jedoch dort ankam sah ich schon eine lange Schlange. Ich stellte mich trotzdem an und ungefähr 30 Minuten später saß ich an einem der Tische. Erst jetzt bemerkte ich, dass ich den ganzen Tag noch nichts gegessen hatte. Das erklärte wahrscheinlich auch meine durchgehend starken Kopfschmerzen. Das Restaurant war brechend voll und auch wirklich hübsch eingerichtet. Ich bestellte Magyaros szűzérmék also traditionell ungarisch gebratenes und zubereitetes Schweinefleisch mit Letcho und hauchdünn geschnittenen und gerösteten Kartoffelscheiben. Dazu nahm ich eine hausgemachte Limonade und als Nachtisch Somlói galuska eine traditionsreiche ungarische Süßspeise aus Buskuit mit Vanillepudding, Rum- Rosinen und Schokoladensauce. Alles schmeckte fantastisch und ich konnte verstehen, warum dieses Restaurant so voll war. Ich hatte wirklich Glück, weil die meisten Gäste nach mir weggeschickt wurden. Nach einem Verdauungsspaziergang durch den Stadtpark, kletterte ich auf das begehbare, begrünte Dach eines Museums. Da meine Füße extrem brannten, lieh ich mir wieder ein Fahrrad und fuhr damit zur Bushaltestelle. Beim warten auf den Bus wurde mir immer wieder extrem schwindelig und mir wurde klar, dass ich heute nicht nur nichts gegessen hatte sondern ich hatte auch bisher kaum was getrunken. Erst als ich wieder beim Camper und von der Runde mit Ilvy zurück war, fing es an mir besser zu gehen. Ich sprach noch mit dem Platzwart und er meinte ich könnte auch noch morgen und übermorgen auf meinem Platz stehen bleiben. Aber für heute muss ich mich erstmal ausruhen.Lue lisää
Eine Stadt an der Donau
19. elokuuta 2024, Unkari ⋅ ☁️ 31 °C
Heute ging es in die Stadt Szentendre. Diese liegt nur eine halbe Stunde von Budapest entfernt und schmiegt sich sanft an die Donau. Trotz der vielen Menschen hatte man das Gefühl, dass die Zeit dort stehenbleibt. Überall sind enge Gassen und es reiht sich Laden an Laden und es kommt ein Café nach dem anderen. Die Stadt ist sehr bunt und das kommt nicht nur durch die Häuser sondern auch durch die Regenschirme und Lampenschrime, die überall über den Köpfen der Menschen schweben. Szentendre besitzt insgesamt vier Kirchen aber leider hatte keine von ihnen heute auf. Doch auch wenn ich nur durch die engen Gassen geschlendert bin ist die Zeit viel zu schnell vergangen. Gegen späten Nachmittag kam ich wieder auf dem Campingplatz in Budapest an und der Betreiber begrüßte mich schon freudig. Meinen Platz hatte er mir freigehalten. Den Rest des Tages verbrachte ich mit lesen und mit einer schönen Gassirunde mit Ilvy. Diesmal gingen wir eine steile Straße hinauf und in eine Gegend wo plötzlich fotografieren verboten war und überall Kameras hingen. Als ich die Häuser sah war mir alles klar. Vor mir standen mehrstöckige Villen, mit einem unglaublichen Blick auf ganz Budapest. Durch ein paar Häuser hindurch konnte auch ich diesen schönen Blick erhaschen. Hier müssen wirklich die Reichen der Reichen wohnen. Häuser kann man das schon garnicht mehr nennen, es waren eher kleine Paläste. Bei jedem neuen Gebäude stockte mir aufs neue der Atem. Als es dunkel war saß ich immer noch vor dem Camper. Alles war ruhig, nur in der Ferne bellte ein Hund begleitet von dem gezirpe der Grillen. Was für ein wundervoller Abend, was für ein wundervolles Land.Lue lisää























































































































































































































































































