Es geht los
February 5 in Germany ⋅ ☁️ 3 °C
"Noch nie sind wir so schlecht vorbereitet irgendwohin gereist. Schuld an der Misere war mein Infekt. Covid, Grippe oder was auch immer mich außer Gefecht gesetzt hatte, ließ nicht nur meinen Körper fiebern. Bis zum letzten Moment war nicht klar, ob auch Alfred gesund bleibt und wir fliegen können. Problematisch war ebenfalls das Packen an sich. An 'alles' zu denken, fiel mir doch ganz schön schwer..." Alle dem zufolge hatten wir unsere Unterkunft erst beim Einsteigen ins Flugzeug gebucht. Prinzipiell sollte das kein allzu großes Problem darstellen. Trotzdem macht es die Reise um so spannender...Read more
COLOMBO
February 6 in Sri Lanka ⋅ ⛅ 24 °C
Nachdem mir in Doha gerade noch rechtzeitig aufgefallen ist, dass ich meinen Rucksack in der Wartezone liegen gelassen hatte, sind wir ohne weitere Vorkommnisse mitten in der Nacht in Colombo gelandet. Der Flughafen erscheint uns recht überschaubar.
Circa zwei Stunden benötigten wir, um die existenzielle Basis für die nächsten vier Wochen zu schaffen. Mit den Besorgungen von Visum, SIM-Karte, etwas Bargeld und der "Pick Me"-App, die hierzulande Uber abgelöst hat, waren wir für die Insel ausgestattet und durften einreisen.
Als wir das Flughafengebäude verließen, war ich positiv überrascht. Ich hatte einen ähnlichen Trubel wie in Vietnam erwartet, doch es war deutlich ruhiger. Kaum draußen, rief uns unser Tuk-Tuk-Fahrer. Perfekt! Die App und unser Internet funktionierten ebenfalls einwandfrei.
Das meiste wird hier mit Bargeld bezahlt. Davon brauchten wir genug, um die nächsten Tage reisen zu können. Am günstigsten kommt man an den Automaten der Nationalbank an Bargeld. Dafür mussten wir in die Stadt. Nachdem wir fast den ganzen Tag geschlafen hatten, rafften wir uns also auf und fuhren mit dem Tuk-Tuk in das kommerzielle Zentrum der Einheimischen. Wir fuhren an der Bahnstrecke und an einem schicken Viertel vorbei. Die Sonne ging unter und viele Menschen genossen den Moment einfach nur am Strand sitzend.
Kurz vor der Main Street fuhren wir an einem Tempel vorbei. Offensichtlich schlafen hier nachts einige Leute. Jetzt laufen dort Katzen herum und grasen Ratten!
Trotz der paar Ratten bin ich von der Sauberkeit der Stadt überrascht. Es liegt erstaunlich wenig Müll an den Straßen.Read more
Galle
February 7 in Sri Lanka ⋅ 🌧 29 °C
Wie erwartet, fordert die Luftverschmutzung ihren Tribut. Für Menschen mit Lungenerkrankungen macht sie sich beinahe sofort nach der Landung in Colombo bemerkbar. Wir haben Glück, dass der Wind nicht aus Indien kommt. So bleibt die " Luft noch einigermaßen rein;)
Mit einem Fernbus verlassen wir trotzdem rasch Colombo Richtung Süden. Das Reisen durch das Land mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist günstig, komfortabel und einfach. Bei der Fortbewegung innerhalb der Stadt ist ein Tuk-Tuk die beste Wahl, wobei es am günstigsten über die Pick Me App ist.
Nach Galle geht es über die Autobahn, vorbei an üppigen Palmen und dem saftigen Grün der Felder. Die Insel ist wunderschön. Mit moderaten Temperaturen erinnert sie mich an Costa Rica, nur dass die Menschen hier viel netter sind. Oder an Malaysia, wobei es hier irgendwie sicherer ist.
Gedankenverloren kommen wir nach circa einer Stunde in Galle an. Galle, im Südwesten Sri Lankas gelegen, ist eine historische Hafenstadt, bekannt für das UNESCO-Weltkulturerbe Galle Fort. Die im 16. Jahrhundert von Portugiesen gegründete und von Niederländern ausgebaute Festung bietet eine einzigartige Mischung aus kolonialer Architektur, Boutiquen und Cafés.
Der Urlaub hat begonnen! Wir schlendern durch das historische Fort, dessen Architektur stark englisch geprägt ist und genießen einfach die Ruhe.Read more
Ein ganz normaler Tag
February 8 in Sri Lanka ⋅ ☁️ 25 °C
Ein ganz normaler Tag am Meer
Heute haben wir den Menschen hier bei einem ihrer ganz normalen Tage zugeschaut. Als wir am Ufer ankamen, zogen zahlreiche Helfer gemeinsam die Netze aus dem Meer.
Nach etwa einer Stunde war es dann soweit: Die Netze und mit ihnen der Fang des Tages waren an Land. Kurzerhand wurden die frisch gefangenen Fische verkauft.
Ein wenig weiter, an den Strandbuden, wurde weiterer Fang des Tages angeboten. Hier waren die Fische größer. Ich wurde animiert, etwas zu kaufen. Mit der Begründung, im Urlaub nicht kochen zu können, lehnte ich dankend ab. „Das sei kein Problem“, erklärte mir schnell der Verkäufer. „Auf der gegenüberliegenden Straßenseite liegt ein kleines Restaurant. Da kann man sich den soeben erworbenen Fisch zubereiten lassen.“
Das Leben kann eben so einfach sein!Read more
Mirissa
February 10 in Sri Lanka ⋅ ☁️ 28 °C
Die Straße nach Mirissa schlängelt sich eng am Meer entlang. Zwischen dem Strand und der schmalen Fahrbahn gibt es kaum Platz, und doch säumen Häuser, Hotels und Läden die Strecke. Dass wir verschiedene Ortschaften passieren, bemerken wir kaum. Überall sind Menschen tüchtig bei ihrem Tagesgeschäft, Tuk-Tuks verpesten fröhlich mit Unmengen an CO2 die Luft, und Touristen kurbeln die Wirtschaft an. Trotz der Wirtschaftskrise seit 2022 ist es ein beliebtes Reiseziel. Tourismus ist neben der Textilindustrie und dem Teeanbau ein wichtiger Wirtschaftszweig. Das Land durchlebt derzeit eine hohe Inflation. Andererseits ist es eine Top-Destination, besonders für Russen. Gefühlt stellen sie 90 % der Touristen dar. Meiner Meinung nach sind die hohen Preise nicht nur der Wirtschaftskrise, sondern auch dem Touristenboom geschuldet.
In Mirissa angekommen, war uns klar, dass wir hier nicht lange bleiben würden. Das ehemalige Fischerdorf ist zu einer Hochburg der Surfer geworden, und die Strände sind ziemlich voll.
Eine Ruheoase fanden wir bei unserer Gastfamilie. Wir wohnen abseits der belebten Straße – ein kleines Paradies. Zur Begrüßung gab es anstelle der Frage nach Geld ein Erfrischungsgetränk. Heute Morgen wurden wir einfach so mit Obst verwöhnt.
So oder ähnlich erleben wir die Menschen fast überall hier. Sie sind friedlich, zuvorkommend, respektvoll und lieb.
Ehemals als Ceylon bekannt, erlangte der Inselstaat 1948 die Unabhängigkeit von Großbritannien. Die Nation hat ca. 21 Millionen Einwohner, mit einer singhalesischen Mehrheit und Tamilen als größte Minderheit. Nach einem langen Bürgerkrieg, der 2009 endete, hat sich das Land stabilisiert, kämpft jedoch weiterhin mit den Nachwirkungen ethnischer Konflikte – so Wikipedia. Als Touristen bekommen wir nicht viel davon mit. Ganz im Gegenteil, es fällt uns auf, wie friedlich die Menschen verschiedener Konfessionen miteinander leben. Ganz besonders am letzten Sonntag, wo in Fort Galle buddhistische Mönche neben voll vermummten muslimischen Frauen liefen und ein Hindu-Pärchen neben uns auf einer Bank sitzend den Sonnenuntergang bewunderte.Read more
Tangalle
February 12 in Sri Lanka ⋅ ☁️ 30 °C
Für umgerechnet ganze 1,09 € fahren wir (beide) heute ca. 40 km weiter Richtung Süden nach Tangalle. Kaum haben wir Mirissa verlassen, wird es ruhiger und ländlicher. Da weiß ich: Wir sind auf dem richtigen Weg.
Aber zurück zur Busfahrt – ein Erlebnis für sich! Der Tuk-Tuk-Fahrer brachte uns zum Busbahnhof und zeigte uns den richtigen Bus. Die bunten Busse sind hier allgegenwärtig, doch selbst gefahren sind wir damit noch nicht. Ein wahres Abenteuer! Nachdem unsere Koffer verstaut waren, mussten wir warten, bis der Bus voll war. In der Regel fährt der Bus alle 20 bis 30 Minuten. Die Musik drinnen war im Preis mit inbegriffen und lief nonstop. Unterwegs stiegen Passagiere aus und neue kamen hinzu, vor allem Kinder, die offenbar Schulschluss hatten. Viele der Bilder entstanden während der Fahrt.
Ganz ehrlich, ich war mir bis zum Schluss nicht sicher, ob wir unseren Koffer noch einmal wiedersehen würden. Aber in Tangalle angekommen, stieg unser Busbegleiter (dessen Aufgabe es eigentlich ist, während der Fahrt das Geld zu kassieren) brav mit mir aus dem Bus, um mir den Koffer aus dem Kofferraum auszuhändigen. Anfangs dachten wir, dass wir als Touristen (die einzigen im Bus) teurer bezahlen müssten, denn die Mitreisenden hatten nur die Hälfte des Preises bezahlt. Zum Schluss wurde uns allerdings klar, dass wir als Einzigen so weit gefahren waren. Also wurden wir auch hier sehr fair behandelt.
Der Busbahnhof in Tangalle ist wie alle anderen hier: ein riesiges, buntes Durcheinander voller Geräusche und Abgase.
Wir laufen ca. 600 m weiter Richtung "Ruhiger" und tatsächlich sieht hier die Welt ganz anders aus! Das geräumige Häuschen, das wir gebucht hatten, hat eine Terrasse mit Meerblick. Rechts liegt der Hafen, links weitere Strände. Sie scheinen nicht gerade überlaufen zu sein.
Wie immer gilt es, auf die Einheimischen zu hören. So wird sich auch unsere Weiterreise nach den Gesprächen mit ihnen richten. Bleibt also spannend, wie es weitergeht!Read more
Tangalle Tag 2
February 12 in Sri Lanka ⋅ 🌧 25 °C
Tangalle ist definitiv ein Ort zum Entspannen. Die Strände sind weitläufig und sauber, besonders im Vergleich zu den örtlichen Verhältnissen. Es gibt relativ wenige Touristen, alles ist recht ruhig, aber keineswegs langweilig. Das Internet funktioniert einwandfrei. Trotzdem geht es für uns morgen weiter.....Read more
Udawalawe
February 13 in Sri Lanka ⋅ ☁️ 24 °C
Im Reisen mit den bunten Bussen sind wir mittlerweile Profis. Obwohl die Bahnhöfe sehr unübersichtlich wirken, haben wir mit Hilfe der anderen Passagiere ohne Probleme den richtigen Bus gefunden. Beim Umsteigen gab es nicht einmal Wartezeit. In Sri Lanka lässt es sich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln wirklich sehr günstig und gut reisen.
Nach ca. 2 Stunden Fahrt haben wir unser Ziel erreicht. Udawalawe liegt im Inneren der Insel am Rande eines Nationalparks. Je weiter wir uns von der Küste entfernten, umso grüner wurde es um uns herum. Die Palmen, die üppige Vegetation und die Reisfelder, an denen wir vorbeigefahren waren, all das lässt erahnen, wie schön die Insel wirklich ist. Hier im Landesinneren wirkt sie irgendwie weniger verdreckt und vermüllt. Das Herz von Udawalawe liegt an der Kreuzung von zwei Hauptstraßen. Zu unserer Unterkunft ging es dann erstmal mit dem Tuk-Tuk und einem sehr gespannten Gefühl weiter. Für ganze 10 $ pro Übernachtung mit Frühstück in einer Anlage mit Pool suchte ich immer noch nach dem Haken. Zu meiner großen Überraschung gab es keinen. Die Familie vermittelte uns im Voraus detaillierte Infos über eine mögliche Safari, wo es morgen hingehen wird. Hinter der Anlage geht es an einem Reisfeld entlang zum Fluss. Zum ersten Mal sehe ich Reispflanzen aus nächster Nähe. Sie ähneln unserem Getreide.
Heute Abend besuchen wir ein Refugium für verwaiste Elefanten. Die jungen Tiere kommen von der ganzen Insel hierher. Häufig hatten sie aus verschiedenen Gründen ihre Mutter verloren oder wurden von ihr getrennt. In freier Wildbahn würden sie nicht überleben. Hier werden sie mit Milch und Futter versorgt, bis sie nach 5 bis 8 Jahren wieder ausgewildert werden. Sie werden dann weiterhin dank GPS begleitet.
In Sri Lanka müssen die Tiere immer mehr Lebensraum mit Menschen teilen. Sie werden vom Bauern vertrieben und getötet oder fallen dem Bahn- und Straßenverkehr zum Opfer.
Hinten im Gehege treffen wir auf ein Tier mit Behinderung. Es kann dank einer Beinprothese stehen und laufen. Schon erstaunlich...
Mittlerweile ist es dunkel geworden. Wir laufen die Strecke zum Hotel an vielen kleinen Imbissbuden zu Fuß zurück. Immer wieder frage ich neugierig, was sie da gerade kochen. Auf Sri Lanka wird generell sehr scharf gegessen. Die Menschen sind ehrlich und sagen mir im Voraus, dass das Essen scharf ist. Und damit ist auch SCHARF gemeint ! Deshalb kann ich das meiste leider nicht probieren.Read more
Auf zum Safari
February 14 in Sri Lanka ⋅ ☁️ 24 °C
Bin aufgeregt wie ein kleines Kind. Noch nie war ich auf einer Safari. Wie sich das für Deutsche schickt, waren wir überpünktlich an unserem Treffpunkt. Aber vielleicht liegt es einfach nur an meinem Alter oder meiner Zwanghaft....
Wer weiß das schon. Ist auch nicht wichtig, denn dank dem Rest der Gruppe sind wir sowieso später gestartet als gedacht.
Aus der Stadt raus, fuhren wir an einem Stausee vorbei. Dann passierten wir eine ziemlich lange 50/50 Zone. Hier grenzten die Haushalte der Menschen an dem ( elektro) Zaun des Nationalpark. Beim verlassen der Zone wurden die Autos der Anheimischen kontrolliert. Wonach gesucht wurde, weiß ich nicht, dennoch konnte man die Kontrollen klar sehen. Im Park selbst wurde auch geangelt. Irgendwie hatte ich mir Wildnis anderes vorgestellt....
Es geht aber erstmal weiter an einem Tempel bis zum Büro wo die Tickets gekauft wurden. Dann passierten wir eine weitere Kontrolle um das Gelände des Parks zu erkunden.
Beim Fahren Kreuz und quer über den Nationalpark haben wir tatsächlich unzählige Elementen, Krokodile, Wasserbüffel und jede Menge Vogel gesehen. Ich möchte sogar behaupten, dass ich aus großer Entfernung einen Leoparden gesehen habe. Die Population der Leoparde die hier in Udawalawe leben ist deutlich kleiner als die in Yala Nationalpark. Die Tiere sind scheu, leben in Busch- und Grasland. Also theoretisch könnte ich wirklich Glück gehabt haben.
Unser Guide war recht schweigsam. Unter Umständen lag es an seinen Englischkenntnissen. Dennoch, die Natur kann man auch im stillen genießen....
Ich bin aufgeregt wie ein kleines Kind, denn ich war noch nie auf einer Safari. Wie es sich für Deutsche gehört, waren wir überpünktlich an unserem Treffpunkt. Aber vielleicht liegt es einfach an meinem Alter oder meiner Zwanghaftigkeit – wer weiß das schon. Das ist auch nicht wichtig, denn dank des Rests der Gruppe sind wir sowieso später gestartet als gedacht.
Aus der Stadt raus fuhren wir an einem Stausee vorbei. Dann passierten wir eine ziemlich lange 50/50-Zone. Hier grenzten die Häuser der Menschen an den (Elektro-)Zaun des Nationalparks. Beim Verlassen der Zone wurden die Autos der Einheimischen kontrolliert. Wonach gesucht wurde, weiß ich nicht, dennoch konnte man die Kontrollen klar sehen. Im Park selbst wurde auch geangelt. Irgendwie hatte ich mir Wildnis anders vorgestellt ...
Es ging aber erstmal weiter an einem Tempel vorbei bis zum Büro, wo die Tickets gekauft wurden. Dann passierten wir eine weitere Kontrolle, um das Gelände des Parks zu erkunden.
Beim Kreuz-und-quer-Fahren über den Nationalpark haben wir tatsächlich unzählige Elefanten, Krokodile, Wasserbüffel und jede Menge Vögel gesehen. Ich möchte sogar behaupten, dass ich aus großer Entfernung einen Leoparden gesehen habe. Die Population der Leoparden, die hier im Udawalawe-Nationalpark leben, ist deutlich kleiner als die im Yala-Nationalpark. Die Tiere sind scheu, leben in Busch- und Grasland. Also theoretisch könnte ich wirklich Glück gehabt haben.
Unser Guide war recht schweigsam. Unter Umständen lag es an seinen Englischkenntnissen. Dennoch kann man die Natur auch in Stille genießen ...Read more

TravelerJa ja so ist es verschieden Länder verschiedene Seiten . Wir haben in Südafrika 3 mal Safari gemacht und waren immer sehr begeistert . Aber ich glaube vor allem in Südafrika sie die Ranger einfach Profies 👍
Ella
February 15 in Sri Lanka ⋅ ☁️ 19 °C
Ella ist ein malerisches Bergdorf im Hochland von Sri Lanka (ca. 1000 m Höhe), bekannt für atemberaubende Ausblicke, üppige Teeplantagen und Wanderwege wie den Little Adam's Peak. Die Kleinstadt ist ein beliebter Touristen-Hotspot mit entspannter Atmosphäre, bekannt für die berühmte Eisenbahnbrücke Nine Arch Bridge und das angenehm kühle Klima – so viel findet man auf Wikipedia, wenn man sich nach unserer nächsten Destination erkundigt.
Deshalb haben wir uns auf den Weg nach Ella gemacht. Am allermeisten freute sich unser Tuk-Tuk-Fahrer über die Entscheidung. Er hatte uns schon einmal gefahren. Diesmal war jedoch die Distanz und somit sein Verdienst deutlich größer. Um keine Gebühren zu bezahlen, bat er uns, die Fahrt "schwarz" zu fahren. Da es für uns den gleichen Preis bedeutete, hatten wir dem zugestimmt. Gerüstet mit genügend Trinkwasser und Sprit sind wir also losgedüst und… direkt in einen Stau geraten, verursacht durch freilaufende Kühe. Lustig, hätte auch in Österreich passieren können!
Weiter mussten wir noch zweimal den Bus wechseln. Die letzte Etappe führte nur noch über steile Serpentinen. Doch bei dem Fahrstil des Busfahrers war mir eher nach Beten als nach Bewundern der bergigen Landschaft zumute.
Ella ist tatsächlich malerisch in Bergen eingebettet. Doch als wir den Bus verlassen hatten, bestand die Luft nur noch aus Abgasen. Die unzähligen Tuk-Tuks schafften kaum die Berge hinaufzufahren und spuckten noch mehr Dreck aus, als wir es bisher kannten. Für die Busse und Autos galt dasselbe. Entlang der Straßen gibt es tatsächlich unzählige Restaurants und Bars, eine süßer als die andere. "Wenn es nur diesen Lärm und Dreck von der Straße nicht gäbe", dachte ich und lief weiter die Straße hoch. Denn keines der Tuk-Tuks wollte uns mitnehmen. Offensichtlich war der Preis der Pick Me App zu gering. Trotz der Wanderung war uns nicht zu warm. 1000 m Höhe machen sich deutlich bemerkbar. Gott sei Dank haben wir unsere warme Kleidung dabei.
In der Unterkunft wurden wir erstmal mit Tee und Keksen begrüßt. Äußerst aufmerksam ❤️. Unsere Gastgeberin nahm sich Zeit, um mit uns zu quatschen. Ihre Informationen erwiesen sich für unsere Planung des morgigen Tages als sehr hilfreich. Sie bestand auch nicht auf die sofortige Zahlung, sondern war eher daran interessiert, wann wir morgens frühstücken möchten.
Auch wenn die Vorstellung vom Hygienestandard hierzulande doch sehr abweichend von den deutschen ist, sind die zwischenmenschlichen Umgangsformen ebenfalls sehr abweichend zu den in Deutschland geltenden – dies aber im positiven Sinne :)
Was nun besser oder schlechter ist, bleibt jedem selbst überlassen.
Nächsten Tag wandern wir tatsächlich zur der Nine Arch Bridge. Die über 100 Jahre alte Brücke. Wenn man der Geschichte glauben schenken möchte stand sie aus Stein und Beton aufgrund der Metallmangel während des ersten Weltkriegs. Initial waren die Architekten skeptisch, doch bis heute wird sie nicht nur von Zügen befahren, sondern zieht auch Mengen an Touristen an.
Weiter am Nachmittag laufen wir zu dem Little Adam's Peak.
Der Little Adam’s Peak in Ella ist absolut sehenswert und gilt als eine der besten, leicht zugänglichen Wanderungen in Sri Lanka. In nur 30 bis 60 Minuten bietet er spektakuläre 360-Grad-Panoramablicke auf die umliegenden Teeplantagen, Täler und den berühmten Ella Rock. Der Aufstieg ist einfach bis moderat.
Meine Erfahrung: Trotz der Ganzkörpermassage nach der Wanderung hatte ich zwei Tage später Muskelkater.Read more
Zufahrt durch Sri Lanka
February 17 in Sri Lanka ⋅ 🌧 18 °C
Es regnete, aber das war kein Hindernis für unser heutiges Abenteuer: eine Zugfahrt durch die Berge Sri Lankas. Ursprünglich stand die etwa 260 km lange Strecke, die als eine der schönsten in Sri Lanka gilt, auf unserer Reiseliste. Aufgrund der starken Regenfälle der letzten Monate ist jedoch ein Großteil davon nicht passierbar. So bereisten wir heute nur 50 km bis Ambewela und zurück.
Tatsächlich ist die Bahnfahrt an sich, ähnlich wie das Busfahren, ein einzigartiges Erlebnis. Mit Ausnahme der ersten Klasse, deren Tickets im Voraus gebucht werden können, reisen die Passagiere der zweiten und dritten Klasse bei offenen Türen und Fenstern. Die Tickets für diese Klassen müssen eine Stunde vor Abfahrt am Bahnhof erworben werden.
Der Zug fährt etwa 20 km pro Stunde. Für die 50 km benötigten wir etwa drei Stunden reine Reisezeit. Bei dieser Geschwindigkeit ist es nicht wirklich gefährlich, sich aus dem fahrenden Zug zu lehnen – ganz im Gegenteil, es macht richtig Spaß!
Die sagenhaften Aussichten lassen sich wegen des Nebels und der Wolken dagegen meist nur erahnen. Die Kamera des Handys schafft es nicht einmal ansatzweise, das Gesehene wiederzugeben. Vom Zug aus lassen sich Teeplantagen und andere landwirtschaftliche Flächen sehen. Die einzelnen Gemüsefelder werden durch Hortensienhecken getrennt, deren Blüte gerade beginnt. Rhododendren gibt es hier als große Bäume, momentan jedoch ohne Blüten. Zu fotografieren gelang mir leider nur ein Weihnachtssternbaum.
Im Zug (selbst in der dritten Klasse) werden Erdnüsse, Kaffee, Snacks etc. angeboten, wobei ein Kaffee fast das Gleiche kostet wie ein One-Way-Ticket. 90 % der Fahrgäste sind Touristen. Wahrscheinlich ist es nur eine Frage der Zeit, wann auch hier Ausländer andere Preise zahlen werden.
Lohnt sich dieser Ausflug?
Die Fakten:
Kosten für 2 Personen:
1. Klasse: 5000 Rupien (ca. 16 € mit Sitzplatzreservierung)
2. und 3. Klasse: 1000 Rupien (3,30 € ohne Sitzplatzreservierung, dafür aber spaßiger)
Gesamter Zeitaufwand: 8,5 Stunden.
Um die Tickets kaufen zu können, muss man eine Stunde früher am Bahnhof sein. Bei der Rückfahrt mussten wir fast zwei Stunden warten, zuerst um die Tickets zu kaufen und dann im Zug, um für die dreistündige Fahrt einen Sitzplatz zu bekommen.
Spaß und Unterhaltung:
Schöne Aussichten genießen (wenn der Nebel es zulässt)
Aus dem offenen Zug lehnen
Nähe zu den Einheimischen erleben
Kennenlernen des authentischen Lebens
Für einen verregneten Tag wie heute war dies mit Sicherheit eine gute Alternative. Hat man jedoch wenig Zeit, um Sri Lanka zu bereisen, oder ist man mit Kindern unterwegs, ist diese Aktivität nicht empfehlenswert.Read more
Good- bye Ella
February 18 in Sri Lanka ⋅ ☁️ 24 °C
Inzwischen finde ich es richtig schade, Ella verlassen zu müssen. Abseits der lauten Hauptstraßen gibt es noch so viele Wanderwege, Wasserfälle und Tempel zu erkunden. Doch wir müssen weiter... Auch unsere Gastgeberin ist mir ans Herz gewachsen. Nachdem sie uns die Weiterreise organisiert hat, erklärt sie mir noch ihren paradiesischen Garten. Wir alle kennen eigentlich Gewürze wie Pfeffer, Kardamom, Zimt, Ingwer oder Obst wie Mangos, Papayas und Jackfrüchte. Aber die Pflanzen mit ihren Blüten bekommen wir nur selten zu Gesicht.
Pünktlich auf die Minute kommt Yoga – unser Fahrer für heute. Das neue Abenteuer beginnt.
Über 180 km und 5 Stunden bringt uns der 36-Jährige über abgerissene und überflutete Straßen sicher nach Sigiriya.
Zunächst geht es über sehr kurvige, schmale Straßen aus der Stadt. Yoga berichtet, dass es momentan überhaupt nicht die Regenzeit wäre. Doch aufgrund des Klimawandels gab es letzten Monat heftige Regenfälle. Straßen wurden zerstört, Berge rutschten ab und rissen Häuser mit Menschen in den Tod. Bahnstrecken wurden ebenfalls zerstört.
Immer wieder kommen wir an Bergrutschen vorbei. Im Stillen denke ich, wie viel Glück wir doch haben, dass wir überhaupt durchkommen, geschweige denn, dass wir von solchen Naturkatastrophen verschont geblieben sind.
Die Landschaften sind atemberaubend. Unterhalb der grünen Berge hängen weiße Wolken. Spektakuläre Panoramablicke. Leider nichts für meine Handykamera.
Yoga erzählt ein wenig über sich, das Leben und die Leute. Die Regierung tue zu wenig für die Menschen nach dem Unwetter...
Dafür bestätigt mir Yoga mein Empfinden, dass hier Hindus, Muslime und Buddhisten friedlich zusammenleben. Dies spiegelt sich auch in der Flagge von Sri Lanka wider, auch „Löwenflagge“ genannt. Sie symbolisiert die Einheit der verschiedenen ethnischen Gruppen und den Buddhismus. Ein goldener Löwe mit Schwert auf weinrotem Grund repräsentiert die singhalesische Mehrheit und deren Tapferkeit. Safrangelbe und grüne Streifen stehen für die Minderheiten der Tamilen und Muslime.
Je weiter ins Landesinnere wir kommen, desto schöner und sauberer wird es. Kein Plastik am Straßenrand. Kaum Verkehr, keine Touristen. Auf den meisten Straßenschildern ist kein Englisch mehr zu lesen. Dennoch fallen uns zwei unterschiedliche Schreibweisen auf.
Es gibt also Schulen mit der Mehrheit der tamilischen Bevölkerung. Dort wird Tamilisch und Englisch unterrichtet. Dann gibt es noch Schulen, an denen Singhalesisch und Englisch unterrichtet wird. Die weißen Schuluniformen für die Kinder sind genormt. Selbst die Frisur der Mädchen: Sie sollen die Haare zu zwei Zöpfen geflochten tragen, die Kleider knielang.
Was uns als Europäer verblüfft, sind die eigenartigen Kopfbewegungen der Menschen hier. Sie wackeln in flüssigen Seitenbewegungen mit dem Kopf, die uns völlig fremd sind. Wir erfahren, dass dies eine Art Zustimmung bedeutet.
Je weiter wir kommen, desto zerstörter werden die Straßen. Kurz vor Sigiriya tritt der See über die Ufer und überflutet die Straße. Unser Auto ist so klein, dass Yoga sich nicht traut, über das Wasser zu fahren. Der Fußweg liegt ca. 2 Meter höher. Den nehmen die kleinen Tuk-Tuks und Scooter. Vorsichtig steuert Yoga das Auto über den ca. 1,20 m breiten Gehweg. Wir passen tatsächlich da durch!!! Unglaublich, für mich ist er ein Held. Doch das war erst der Vorgeschmack des Abenteuers für heute!
Wir haben fast Sigiriya erreicht. Der Tag ist noch lange nicht zu Ende ;)Read more
Mitten in Dschungel
February 18 in Sri Lanka ⋅ ☁️ 23 °C
Nach der Aufregung der letzten Reisekilometer sind wir fast an der Unterkunft angekommen – zumindest laut Navi. Je näher wir unserem Ziel kommen, desto größer wird meine Skepsis. Denn wir entfernen uns immer weiter von bewohnten Gegenden.
Es regnet. Wir sind da. Steigen aus dem Auto in die rote, aufgeweichte Matscherde. Yoga verabschiedet sich und macht sich aus dem Staub. Wir sind am Ende der Welt gelandet!
Sudamte, der Haushälter- unser Gastgeber, begrüßt uns und zeigt uns das Zimmer. Gäbe es die Wolken nicht, hätten wir einen spektakulären Blick auf die zwei berühmten, riesigen Felsen – die Sehenswürdigkeiten, wegen derer wir hierhergekommen sind. Sie sind fußläufig erreichbar, dachten wir. Deshalb hatten wir uns für Sudamtes Apartment entschieden. Momentan gibt es jedoch keinen Strom, kein WLAN, und die Toilettenspülung funktioniert nicht. Hier draußen gibt es auch kein Netz für mobile Daten.
Sudamte ist sehr lieb. Er bietet uns an, seine Fahrräder zu nutzen, um in die Stadt zu fahren. Allerdings sollten wir vor Einbruch der Dunkelheit zurück sein. Kürzlich hatte es einen Zwischenfall gegeben, erzählt Sudamte. Auf meine Nachfrage hin berichtete er weiter: Vor zwei Tagen hatte ein Elefant einen 67 jährigen ungarischen Touristen zu Tode getrampelt. Wir sind eben mitten im Dschungel. Morgens und tagsüber sei das kein Problem, aber abends ist es hier gefährlich, so Sudamte. Inzwischen bin ich mir nicht sicher, ob wir wirklich so viel Natur und Ruhe wollten!
Mir ist nach Weinen zumute!
Wir können nicht einmal Tuk-Tuks bestellen, um uns etwas zu essen zu besorgen. Unser Gastgeber organisiert uns einen Fahrer, der allerdings kein Englisch spricht. Mittlerweile ist es 15 Uhr. Die Zeit bis zum Einbruch der Dunkelheit rückt näher. Nach langem Hin und Her fährt uns unser Gastgeber selbst in die Stadt – oder besser gesagt, in die bewohnte Umgebung.
Es ist nicht so, als hätten wir uns nicht über die Gegend erkundigt. Heute Morgen hatte ich mich mit Touristen unterhalten, die gestern noch hier waren. Laut ihnen kann man hier ohne Probleme herumlaufen.
Wir gehen etwas essen und machen unser Ding wie immer: Wir unterhalten uns ausgiebig mit den Einheimischen. Der Barbesitzer erzählt, wie das hier mit den Touristen läuft. Sie kommen, leihen Tuk-Tuks, fahren und laufen herum, ohne sich der Gefahr bewusst zu sein. Auf die Ratschläge der Einheimischen möchten sie nicht hören. Erst gestern habe er ein Pärchen getroffen, das mit dem Tuk-Tuk auf einen Elefanten in der Stadt traf.
Wir erklären unsere Sichtweise: Natürlich wird kein Besitzer schreiben, dass seine Unterkunft in einer gefährlichen Umgebung liegt. Stattdessen schreibt man etwas von Ruhe und Natur. Der Barbesitzer rüstet uns mit vielen wertvollen Tipps aus. Die Elefanten kommen auch in die Stadt, genau wie alle anderen Tiere. Er gibt uns ebenfalls Tipps, wo wir unsere Vorräte kaufen können.
Sudamte holt uns nach zwei Stunden ab. Er gibt sich alle Mühe und zeigt uns dann noch die Gegend. Er klärt uns auf und zeigt, wo die Grenze zum Dschungel am gefährlichsten ist. Zurück in der Unterkunft gibt es tatsächlich wieder Strom, WLAN und warmes Wasser.
Abends ist es stockdunkel draußen. Dafür gibt es die einzigartigsten Geräusche, die man sich nur vorstellen kann!
Was für ein Tag!Read more
Zeitreise nach Polonnaruwa
February 19 in Sri Lanka ⋅ 🌧 23 °C
Heute machen wir eine Zeitreise zum imposanten archäologischen Park. Mit dem Tuk-Tuk lassen wir uns über 140 km in das 11. bis 13. Jahrhundert nach Polonnaruwa versetzen.
Die ehemalige Hauptstadt des singhalesischen Reiches – heute finden wir in Polonnaruwa den schönsten archäologischen Park von ganz Sri Lanka. Bereits 1982 wurde Polonnaruwa von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, und ein Besuch im Park versetzt uns in längst vergangene, ruhmreiche Zeiten. Die Reste des alten Königspalastes faszinieren gemeinsam mit Stupas, Tempeln sowie herrlichen Park- und Palastanlagen.
Die Blütezeit erlebte die Stadt Polonnaruwa während der Regentschaft von Prakrama Bahu I. In dieser Zeit wurden die Bewässerungssysteme ausgebaut, und die Bewohner konnten auch in der Trockenzeit den Reisanbau vorantreiben. Darüber hinaus stammen fast alle historischen Gebäude, die in Polonnaruwa zu sehen sind, aus dieser Periode, die von 1153 bis 1183 dauerte. Außerdem besaß dieser Herrscher den heiligen Zahn Buddhas und bewahrte diesen in Polonnaruwa auf.
Heute ist diese Reliquie im berühmten Zahntempel von Kandy ausgestellt. Nach dieser Blütezeit kam es jedoch zu mehreren Invasionen in Polonnaruwa, sodass die Hauptstadt im 13. Jahrhundert ebenfalls aufgegeben wurde. Rund 500 Jahre lang war Polonnaruwa vom Dschungel überwuchert.
Die einzelnen Gebäude, die Stupas und die Buddha-Statuen von Polonnaruwa sind in einem guten Zustand. Im Felsentempel Gal Vihara sind die vier riesigen Buddha-Statuen, die mit einer Größe von etwa 14 Metern einen imposanten Anblick darstellen. Sie wurden aus dem Granit geschlagen und zählen zu den schönsten ihrer Art auf der Insel.
Aus Respekt darf man sich nicht mit den Buddhas fotografieren lassen. Während der Fotoaufnahmen sollte man den Statuen nicht den Rücken zukehren. Natürlich sind die Tempel ausschließlich barfuß und mit entsprechender Kleidung zu betreten.
Am meisten gefällt mir jedoch, wie authentisch die Menschen hier ihren Glauben und ihre Kultur leben. Unterwegs hielten wir mehrmals für ein paar Minuten an kleinen Hindutempeln an, damit unser Fahrer beten gehen konnte. Der respektvolle Umgang gegenüber der Kultur, dem Glauben und den Menschen spiegelt sich eben in kleinen Dingen wider.Read more
Dambulla Tempel
February 19 in Sri Lanka ⋅ 🌧 23 °C
Wegen der Wolken lohnt es sich nicht, die Felsen zu besteigen. Die Sicht reicht kaum über die eigene Nasenspitze hinaus. Dann setzen wir unseren "Kulturtrip" fort und besuchen die Sehenswürdigkeiten. Zehn Kilometer von Sigiriya entfernt befindet sich der angesehenste und meistbesuchte Tempel in Zentral-Sri Lanka.
Der Höhlentempel von Dambulla wurde 1991 als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt, hauptsächlich wegen seiner gut erhaltenen Wandmalereien. Zugegeben, um die Schönheit des Tempels bewundern zu dürfen, mussten wir zuerst etwa 160 Meter über 250 Stufen hinaufsteigen. Am Ende wurden wir jedoch mit einem wunderschönen Anblick auf die Buddhas belohnt.
Die Entstehung des Tempels geht auf das 1. Jahrhundert v. Chr. zurück. In der Höhle neigte sich ein perfekt geformter Felsbrocken nach vorne und bildete eine riesige Höhle mit einer Länge von über 100 Metern, einer Breite von 25 Metern und einer Höhe von 7 Metern. Zunächst wurde eine Tropfleitung geschnitzt, um die Innenräume und die buddhistischen Mönche vor Regenwasser zu schützen. Die Haupteingänge waren mit Giebeln und Bogenkolonnaden versehen. Dies verleiht dem Tempel ein einzigartiges, heiliges und spirituelles Äußeres.
Der Tempel besteht hauptsächlich aus fünf separaten Höhlenstrukturen. Alle Höhlen konzentrieren sich darauf, die Lebensgeschichten Buddhas und die Ethik des Buddhismus zu erzählen. Meine Bewunderung für die Schönheit nimmt kein Ende, dennoch müssen wir zurück. Die Zeit drängt. Wir sollten vor Einbruch der Dunkelheit zurück sein, wegen der Gefahr.
Unser Fahrer wartet auf uns auf der anderen Seite des Komplexes. Beim Abstieg laufen wir an der imposanten Statue des Goldenen Buddha vorbei.Read more
Endlich gutes Wetter
February 20 in Sri Lanka ⋅ 🌧 24 °C
Am dritten Tag, nachdem wir in Sigiriya angekommen waren, konnten wir die Felsen endlich gut von unserem Zimmer aus sehen. Zwei riesige Felsen, die fantastische Aussichten bieten. Wir beschlossen, hochzulaufen.
Beim Lion Rock handelt es sich um eine Stätte von historischer und archäologischer Bedeutung. Laut der alten sri-lankischen Chronik war dieses Gebiet einst ein ausgedehnter Wald. Nach Stürmen und Erdrutschen wurde es zu einem Hügel geformt – dem heutigen Lion Rock. König Kashyapa (477–495 n. Chr.) wählte ihn zu seiner neuen Hauptstadt. Er errichtete seinen Palast auf diesem Felsen und schmückte dessen Wände mit farbenprächtigen Fresken, auf denen allerdings nur Frauen abgebildet sind. Glaubt man gewissen Quellen, dann war ein Teil des Palastes ein Vergnügungsort. Auf einem kleinen Plateau, etwa auf halber Höhe des Felsens, ließ er ein Tor in Form eines riesigen Löwen errichten. Der Name des Ortes leitet sich von diesem Bauwerk ab: Sinhagiri, der Löwenfelsen. Die Hauptstadt und der Königspalast wurden nach dem Tod des Königs verlassen. Bis ins 14. Jahrhundert diente der Ort als buddhistisches Kloster. Sigiriya ist heute UNESCO-Weltkulturerbe und eines der am besten erhaltenen Beispiele antiker Stadtplanung.
Unterhalb des Felsens erstreckt sich eine gepflegte Gartenanlage, deren Betreten kostenfrei ist. Das Besteigen der 180 Meter hohen Granitsäule kostet rund 30 $. Nicht gerade wenig. Dennoch werden überall Restaurierungsarbeiten vorgenommen, was vermuten lässt, dass die Gebühren gut investiert werden. Der Weg zur Plattform führt über Treppen und ist einfach. Unmengen an Menschen tummeln sich an der schmalen Metalltreppe. Dicht an der langsamen Schlange derer, die nach oben möchten, pressen sich die, die nach unten wollen. Es riecht nach Schweiß. Dafür wird man mit einer atemberaubenden, schönen Aussicht belohnt.
Wir verweilen hier fast zwei Stunden, genießen die Aussicht und unterhalten uns mit Patricia und ihre Freundin. Die beiden Deutschen sind für drei Wochen hier. Es macht Spaß, sich mit ihnen auszutauschen.
Leider werden wir auch Zeugen, wie respektlos Touristen gegenüber der Natur sind. Eine ungarische Touristin reicht einem Affen ihre Hand. Das Tier klettert ihr auf den Kopf. Um es dann irgendwie loszuwerden, wird dem Tier ein Stück Plastik gereicht, was vom Affen natürlich als Futter definiert wird. Polnische Touristen verdrängen fast eine stillende Affenmutter von einem Ast mit der Kamera, um Bilder zu machen. Das Tier weicht aus. Die Tiere verlieren die gesunde Distanz zu den Menschen. Sie werden frech. Ich beobachte, wie ein Affe einem Deutschen einen Schokoriegel aus dem Rucksack klaut. Ich spreche den Touristen an. Er findet das nicht schlimm, weil der Riegel für ihn nichts wert ist. Der Affe verspeist den Riegel samt Verpackung. Daran, dass es für die Tiere schädlich ist, denkt der Tourist nicht. Ein Tag zuvor versucht ein Affe mir den Eis, den ich gerade esse zu klauen und kommt frontal auf mich zu. Dank einer Warnung kann ich dem Tier noch rechtzeitig Ausweichen. Nach dem heutigen Abstieg hatte ein Affe versucht den Orangen Saft mir aus der Hand zu entreißen.
Beim Absteigen sehen wir uns noch die Fresken an. Eigentlich ist es verboten, sie zu fotografieren. Dennoch mache ich ein paar Fotos. Dann geht es runter und mit dem Fahrrad zum nächsten Felsen.
Der Pidurangala Felsen liegt circa 1 km vom Lion Rock entfernt und ist circa 190 Meter hohen.
In den Höhlen befindet sich der Tempel Sigiri Pidurangala Raja Maha Viharaya, der vermutlich im 5. Jahrhundert von König Kashyapa erbaut wurde, sowie eine monumentale Ziegelstatue eines liegenden Buddha. Die Grabstätte von König Kashyapa liegt in der Nähe des Klostereingangs, und auf dem Felsvorsprung befinden sich die Überreste einer weiteren Stupa.
Der Eintritt kostet umgerechnet 3 $. Für viele Touristen ist das der Grund für den Aufstieg. Hier gibt es keine Treppen. Unten ist der Weg noch sehr moderat, etwas undeutlich gekennzeichnet. Ich verlaufe mich noch ziemlich am Anfang und stoße auf eine offensichtlich immer noch genutzte Lagerstätte eines Mönches.
Weiter oben laufe ich an dem liegenden Buddha vorbei. Auf der halben Strecke schnüre ich meine Wanderschuhe bis nach oben fest zu. Gut, dass ich die angezogen hatte. Es sind viele Touristen unterwegs. Die Hälfte läuft in Flip-Flops...
Die letzten Meter des Aufstiegs lassen den Weg kaum erkennen. Wir spekulieren mit mehreren, wie wir das Klettern am besten bewältigen. Eine Familie hat vier kleine Kinder dabei. Am Ende schafften wir mit gegenseitiger Unterstützung alle bis nach oben. Es kommt allerdings öfter vor, dass auf den letzten Metern die Wanderung abgebrochen wird. Manchmal ist weniger eben mehr...Read more
Tschüss Sigieriya
February 21 in Sri Lanka ⋅ 🌧 28 °C
Es ist wahrscheinlich, dass die Gegend um Sigiriya seit prähistorischer Zeit besiedelt war. Es gibt eindeutige Beweise dafür, dass die vielen Felsunterstände und Höhlen in der Umgebung bereits ab dem 3. Jahrhundert v. Chr. von buddhistischen Mönchen und Asketen bewohnt wurden.
Heute muss man sich Sigiriya als eine Ansammlung vieler kleiner Dörfer vorstellen; es gibt kein großes Zentrum.
Wir sind mit Fahrrädern unterwegs, die uns Sudamte kostenlos zur Verfügung gestellt hatte. Nach nur wenigen Minuten des Radelns durch den Dschungel erreichen wir den Eingang der Felsen. Unterwegs werden wir mehrmals vor der bestehenden Gefahr durch Elefanten gewarnt. Die Angst und Sorge der Einheimischen ist allgegenwärtig. Als es gestern nach unserem "Mammut-Tag" spät wurde, rief uns Sudamte besorgt an, ob bei uns alles in Ordnung sei. Die Tuk-Tuk-Fahrer weigerten sich nach Einbruch der Dunkelheit, den kurzen, aber gefährlichen Weg zu nehmen. Der Preis für die Fahrt in das Dschungelgebiet steigt am Abend um das Dreifache. Heute haben wir versprochen, um 18 Uhr zurück zu sein. Unterwegs erfahre ich, dass die Elefantenattacke um 17 Uhr gewesen war – da war es noch hell!
Wir liegen gut in der Zeit. Machen schnell einen Abstecher auf ein Bierchen und treffen ein paar Touristen, die meinen, dass mit der Angst nur Geld gemacht wird. Die Ignoranz der Menschen kennt keine Grenzen.
Es ist 17:30 Uhr, als wir kurz vor unserer Unterkunft von einem Kind angesprochen werden. Wir sollen doch bitte vorsichtig sein, die Elefanten kommen. Nachdem ich mich bedankt hatte, bitte ich das Mädchen noch um ein Foto. Sie stimmt zu. An der nächsten Ecke werden wir wieder auf die Gefahr angesprochen. Der Tuk-Tuk-Fahrer sieht unsere Fahrräder, er möchte nicht an uns verdienen. Er warnt uns einfach nur.
Punkt 18 Uhr sind wir da und Sudamte ist glücklich, uns zu sehen.
Morgen verlassen wir Sigiriya. Nach dem recht schlechten Start hier in der Unterkunft am Rande der Dschungel, fällt es uns nun wirklich schwer, wieder abzureisen.Read more
Sri Lankas früher Hauptstadt
February 21 in Sri Lanka ⋅ 🌧 25 °C
Nach Anuradhapura sind wir wegen der vielen buddhistischen Tempel gekommen. Unsere Gastgeberin hatte uns eine Tuk-Tuk-Tour angeboten. Da es heute den ganzen Tag regnet, ist sie "ins Wasser gefallen".
Wir gehen also ein wenig spazieren und landen in einem Tempel. Heute ist hier ein Feiertag. Touristen sehen wir hier fast keine, nur Menschen, die ihren Glauben leben und praktizieren. Vor dem Tempel werden Blumen angeboten, die im Tempel geopfert werden.
Wir ziehen die Schuhe aus, ich schlüpfe in meinen langen Rock und wir gehen hinein.
Die Jaya Sri Maha Bodhi in Anuradhapura, Sri Lanka, ist ein heiliger Feigenbaum (Ficus religiosa) und gilt als der älteste von Menschenhand gepflanzte Baum der Welt mit bekanntem Pflanzdatum (ca. 288 v. Chr.). Sie ist ein direkter Ableger des ursprünglichen Bodhi-Baums aus Indien, unter dem Buddha die Erleuchtung erlangte.
All das wussten wir nicht, als wir die heilige Stadt heute betreten haben. Wir sahen nur die betenden Menschen, die ich aus Respekt nicht fotografiert habe, und spürten die spirituelle Kraft. Gleichzeitig wunderte es uns, warum die Menschen einen Kran anbeten. Nein, deren Gebet galt dem Baum!
Wir verlassen den heiligen Ort und laufen weiter auf die weiße, über die Bäume ragende Kugel zu.
Der Ruwanweli Maha Seya, auch Maha Thupa genannt, ist ein Stupa in Anuradhapura. Die Reliquien Buddhas sind in diesem Stupa aufbewahrt, was ihn zur größten Sammlung seiner Reliquien überhaupt macht. Erbaut wurde er um 140 v. Chr. Die restlichen Fakten kann man bei der KI nachlesen.
Viel wichtiger ist für uns, was wir hier sehen und erleben. Die meisten Menschen sind weiß gekleidet. Die Köpfe sind meist mit einer Art Tuch bedeckt. Sie bringen ihre Gaben und sind vertieft in ihre Gebete. Mich erinnert das an die Gebete aus der Kindheit, an die Pilgerreisen nach Annaberg oder Częstochowa. Auch wenn ich nicht viel über den Buddhismus weiß, fühlt sich das Verhalten der Menschen vertraut an.Read more
Buddhistische Tempeln
February 22 in Sri Lanka ⋅ ☁️ 29 °C
Das Hotel sollte am Rande der Stadt, aber sehr nahe an den Tempeln sein. Als Ruheoase hatten wir es gebucht. Tatsächlich war das auch eine Ruheoase, bis gestern Abend um 22:00 Uhr. Dann kam gefühlt ein Bus mit einheimischen Gästen. Offensichtlich ist der Begriff Nachtruhe hierzulande ein Fremdwort. Nach Mitternacht habe ich freundlich gebeten, ob sie etwas leiser sein könnten, weil wir müde sind. Außer "Sorry" kam kaum eine Reaktion. Um 5:30 Uhr ging der Lärm wieder los. Da waren sie aufgewacht! Und ich mit ihnen.
Beim Frühstück habe ich unserem Gastgeber mitgeteilt, dass wir wegen des Lärms vielleicht schon heute auschecken würden. Aus Kulanz (und weil wir natürlich mit der angedachten Tour eine gute Geldquelle sind) haben wir ein Zimmer in einem anderen Gebäude bekommen.
Nach dem Frühstück ging es dann los zu den Tempeln. Anfangs wollte ich zu jedem Tempel Notizen machen. Am Ende habe ich kapituliert.
Wir hatten heute so viele buddhistische Tempel gesehen, dass meine Neugier an derartigen Bauten bis zum Lebensende gesättigt ist – ha ha ha.
Resümee zu den buddhistischen Tempeln:
Der Eintritt kostet 30 $ pro Person. Da sich die Tempel sehr ähneln, sollte man überlegen, ob man das Ticket kauft. Im Nachhinein würde ich sagen, dass es sich nicht gelohnt hat, denn viele der Tempel kann man kostenlos betreten.
Der Thuparamaya in Anuradhapura gilt als der erste buddhistische Tempel und Stupa in Sri Lanka. Er wurde im 3. Jahrhundert v. Chr. erbaut. Die ursprüngliche Form glich einem Reishaufen, wurde jedoch im Laufe der Zeit restauriert und hat heute eine glockenförmige Statue. Es handelt sich um eine bedeutende archäologische Stätte.
Alle anderen Tempel ähneln diesem Prototyp. In ihnen befinden sich Reliquien von Buddha, draußen gibt es viele Gläubige, die beten und Opfergaben bringen.
Um sie zu betreten, bedarf es angemessener Kleidung; die Schuhe bleiben draußen.
Ganz nebenbei, während der Tour überlegte ich, wann ich nach dem Urlaub an Fußpilz erkranken werde? 😉
Vier Stunden später gönnte uns unser Guide eine Pause, die nach der kurzen Nacht sehr guttat.
Wegen der begrenzten Anzahl an Bildern, die sich hier laden lässt, gibt es von dem Nachmittag einen separaten Bericht.Read more
Die nachmittags Tour
February 22 in Sri Lanka ⋅ ⛅ 24 °C
Am Nachmittag ging zur einer benachbarten Stadt. Tatsächlich hatten wir dank unseres Gastgeber viele interessante Orte gesehen, an die wir ohne einen Insider nie gekommen wären.
Eine davon waren der antike Krankenhauskomplex von Mihintale. Eine archäologische Stätte, errichtet von König Sena II. zwischen 853 und 887 n. Chr., gilt er als eine der ältesten Krankenhausruinen der Welt und als die älteste erhaltene Krankenhausruine in Sri Lanka.
Genauso abenteuerlicher war die Heimreise mit dem Tuk-Tuk die kaum Beleuchtung hatte und bei Regen der Scheibenwischer nicht funktionierte.
Am Abend haben wir noch Paar interessante Touristen aus Mexiko kennengelernt.
War doch ein ganz gelungen TagRead more
Es geht nach Trincomalee
February 23 in Sri Lanka ⋅ ⛅ 31 °C
Wir genießen noch des letzte Frühstück. Pittu hatte ich für heute bestellt. Ist eine Art 🍚 Reis/Kokos Rolle. Dazu herzhafte sausen auf Basis von Kokosmilch. Lecker 😋
Die Körpersprache der Singhalesen ist sehr unterschiedlich zu der europäischen. Unsere Gastgeber sprechen kaum Englisch. Oft ist es verwirrend. Wir warten seit fast zwei Stunden auf die Rechnung. Mittlerweile drängt die Zeit. Auf keinen Fall möchten wir den Direktbus nach Trincomalee verpassen.
Genaue Informationen zur Abfahrtszeit konnten wir nicht herausfinden. Je nachdem, wen wir fragen, gibt es ein wenig andere Uhrzeiten. Google findet die Verbindung erst gar nicht. Wir müssen uns also wie so oft auf die Menschen hier verlassen.
Am Ende sitzen wir doch noch rechtzeitig im Bus. Wir warten sogar 30 Minuten, bis es losgeht. Unser Gastgeber (dessen Namen ich mir nicht merken konnte) hilft und platziert den Koffer direkt neben dem Fahrer. Niemanden stört das.
Keine übertriebenen Sicherheitsregeln. Alles ganz einfach.
100 km liegen vor uns. Wir sind die einzigen Weißen, ich glaube, die einzigen, die den ganzen Weg mitfahren. Umgerechnet zahlen wir circa 2,80 € für uns beide.
Auf längeren Strecken trinke ich recht wenig. Trotzdem muss ich zur Toilette. Nach reichlich Überlegungen frage ich den Mann, der das Geld im Bus kassiert und eine Art Reisebegleiter ist, ob ich in der nächsten etwas größeren Stadt für 5 Minuten zur Toilette darf, aber auf jeden Fall weiterfahren möchte. Alfred bleibt im Bus. Falls ich doch hier gelassen werde, machen wir vorsichtshalber einen Treffpunkt aus.
Normalerweise macht der Bus keine Pausen. Er hält kurz an Bushaltestellen und fährt dann wieder.
Irgendwann bekomme ich ein Zeichen, dass ich raus soll. Vor dem Bus werde ich bereits von einem Mann erwartet. In Deutschland hätte ich den Mann, der auf mich wartet, für einen Obdachlosen oder Verbrecher gehalten. Da sind sie wieder, die Vorurteile, für die ich mich schon so oft vor mir selbst schämen musste.
Kurz begleite ich diesen Mann. Wir gehen zu einem Restaurant. Ich soll nach hinten gehen, hindurch bis nach draußen. Da wäre die Toilette. So laufe ich erstmal durch das Restaurant, dann durch die Küche, die Lagerräume und noch durch irgendwelche Behausungen. Ich treffe auf freundliche Frauen, die an offenem Feuer kochen, und bereue, dass ich keine Zeit für Bilder habe. Denn alles hier ist so anders. Für den Toilettengang bin ich um Jahrzehnte in die Vergangenheit versetzt.
In ein paar Minuten bin ich zurück. Der Bus samt allen Passagieren wartet auf mich. Alfred meinte, dass ein Mann ebenfalls kurz rausgegangen ist.
Die Passagiere kommen und gehen. Der Platz neben mir wechselt oft den Benutzer. Eine sehr betagte buddhistische Nonne setzt sich neben mich. Faszinierend, wie sie kaum stehen kann und trotzdem auf Reisen geht. Ich kann nicht widerstehen sie zu fotografieren. Aber erstmal wenn sie den Bus verlassen hatte und man ihn Gesicht nicht sehen kann. Ich möchte ihr gegenüber nicht respektlos sein.
Für die Kinder sind wir eine Attraktion. Selbst in Anuradhapura, wo es noch vergleichsweise viele Touristen gab, schauten uns die Kinder neugierig an. Im Bus hatten die Kleinen Angst, sich aus Platzmangel auf meinem Schoß zu setzen. Wir sind weiß und damit so anders.
Nach circa 4 Stunden fragte uns der Busfahrer, wo wir aussteigen möchten.
Na ja, eigentlich müssen wir noch weiter mit dem Tuk-Tuk fahren. Unsere Unterkunft befindet sich circa 10 km vom Stadtzentrum entfernt. Sie liegt in einem Fischerdorf.
"Dann wären wir hier richtig", ist seine Antwort.
Kaum aus dem Bus ausgestiegen, sitzen wir im Tuk-Tuk. Inzwischen habe ich natürlich den Preis gecheckt. Die Preise müssen immer im Vorfeld abgemacht werden!
Die Menschen sind unfassbar freundlich und hilfsbereit. Trotzdem gibt es hier und da auch mal "schwarze Schafe", die an den Touristen Geld verdienen wollen.
So hatte uns vor ein paar Tagen jemand völlig falsche Auskunft über die Busverbindung gegeben. Er bot uns gleichzeitig seine Fahrdienste an. Woanders hatten wir die gebuchte Unterkunft nach kurzer Rücksprache mit dem Vermieter storniert und sind gegangen. Wir sind nicht sehr anspruchsvoll, dennoch paar Dinge müssen übereinstimmen.
Im Prinzip gelten hier dieselben Regeln wie überall.
Drei Dinge müssen übereinstimmen: Kopf-, Bauch- und Herzgefühl.
Stimmt eines davon nicht, geht man. So einfach ist das!
Diesmal sind wir weit weg von der Stadt. Selbst das Fischerdörfchen ist circa 1 km entfernt. Am Straßenrand können wir uns mit Gemüse und Obst eindecken. Die Straßen selbst werden eher von Kühen und Ziegen dominiert als von den Tuk-Tuks und Autos. Nach den anstrengenden 3 Wochen ist das genau das Richtige für mich.
Unsere Unterkunft erweist sich diesmal wirklich als ein Ruheparadies. Die Anlage ist neu. Noch hat die Saison hier im Norden nicht begonnen.
Wir sind momentan die einzigen Gäste, haben damit den ganzen Pool nur für uns. Hinter der Anlage im See leben Krokodile. Die Tage werden wir also auf Krokodil-Safari gehen :)Read more
Langweilig können wir nicht;)
February 25 in Sri Lanka ⋅ 🌙 26 °C
Zu Alfreds 60 - ten Geburtstag unternehmen wir eine Hindu-Tempel-Tour, die wir mit einer spannenden Krokodilfütterung abschließen.
Details unserer Tour:
In Trincomalee ist der Hinduismus die dominierende Religion, gefolgt von einer bedeutenden muslimischen Bevölkerung. Die tamilisch geprägte Stadt ist besonders für ihre hinduistischen Tempel bekannt, darunter der historische Koneswaram-Tempel. Die Region ist religiös vielfältig, mit etwa 48 % Hindus, 21 % Buddhisten und 14 % Muslimen.
Wir haben den Eindruck, dass unsere Fischerdörfer, in deren Randgebieten wir wohnen, eher von Muslimen besiedelt sind. Buddhistische Tempel findet man zwar vereinzelt, sie sind jedoch kleiner und seltener als in anderen Regionen der Insel.
Der Hinduismus ist die drittgrößte Weltreligion und gilt als eine der ältesten. Seine Geschichte beginnt nicht mit einem heiligen Buch oder einer einzelnen Person, sondern mit der Induskultur, einer der ältesten bekannten Zivilisationen der Welt. Sie blühte vor mehr als 4000 Jahren im Gebiet des heutigen Pakistan und Nordwestindiens. Der Hinduismus ist eine Sammlung verschiedener Traditionen, die als "ewige Ordnung" bezeichnet wird.
Unser Tuk-Tuk-Fahrer, der gleichzeitig der Restaurantbesitzer ist, bei dem wir neulich gegessen hatten, holt uns pünktlich ab. Er ist ortskundig und bringt uns zuerst zum Fort Frederick.
Die 1624 von den Portugiesen erbaute Festung wurde 1665 von den Niederlanden abgerissen, wieder aufgebaut und trägt seitdem ihren heutigen Namen. Sie ist für Besucher frei zugänglich und wird von der Regierung Sri Lankas kontrolliert; Tickets sind nicht erforderlich.
Anschließend fahren wir zu einem der großen Hindu-Tempel in Trincomalee. Die letzten 100 Meter legen wir zu Fuß zurück. Unterwegs werden Obstschalen für Opfergaben angeboten, gefüllt mit Bananen, Zitronen, Orangen und Kokosnüssen.
Ich folge den Menschen, die Gaben der Göttin bringen. Der große Raum ist erfüllt vom Geruch der Bananen und Kokosnüsse, deren Überreste in einer Nische des Tempels aufbewahrt werden, vom Geruch des Rauchs. Der kommt mir aus den Massage Salons sehr bekannt vor.
Am Hauptschrein der Göttin Kamadchi ist der Priester mit zwei Gehilfen damit beschäftigt, die Opfergaben entgegenzunehmen. Die meiste Aufmerksamkeit widmet er der Kokosnuss, die als wichtigste Gabe gilt.
Wir sind pünktlich zu einer Art "Gebet" anwesend. Filmen und Fotografieren ist nicht erwünscht, was schade, aber verständlich ist.
Im Inneren des Tempels entzünden drei in gelbe Gewänder gekleidete Priester Weihrauch und segnen damit einen mit Blumen geschmückten Gegenstand. Dann zerschneidet eine Priesterin eine Kokosnuss.
Die Kokosnuss wird als „Frucht Gottes“ bezeichnet und steht mitunter selbst für Gott, wird also zum Objekt der Anbetung. Doch sie repräsentiert auch den Menschen: Die harte Schale ist der grobstoffliche Körper, das Innere steht für die Wünsche, Hoffnungen und Innerlichkeiten des Menschen – auch für seine Sünden und Vergehen, für sein Anhaften an der illusorischen Wirklichkeit. Die drei Keimlöcher der Kokosnuss werden als Augen verstanden, wobei das dritte Auge ein „Auge der Weisheit“ ist – auch der Gott Shiva hat in der Überlieferung drei Augen.
Bei der Opferung wird die Kokosnuss zerschlagen; die Priesterin vollzieht damit symbolisch den Akt der Aufbrechung des Körpers, die Zerbrechung des Egos. Die Kokosmilch ergießt sich zu Füßen der Gottheit und symbolisiert das Verschmelzen des individuellen Selbst mit dem unendlichen Selbst. Das Ritual wird von Trommel- und Trompetenmusik begleitet.
Einer der drei Priester holt eine Art pinkfarbenen Schirm. Ein anderer trägt den geschmückten Gegenstand und tritt darunter. Sie verlassen den Altar und veranstalten eine Prozession im Inneren des Tempels – ein faszinierendes Erlebnis!
Nach dem Tempelbesuch treffen wir draußen auf viele der "heiligen Hirsche" von Trincomalee. Die freilebenden Axishirsche sind besonders im Bereich des Fort Frederick heimisch. Sie gelten als geschützt und bewegen sich frei zwischen Besuchern, Tempelanlagen und Bäumen im Festungsbereich. Für umgerechnet 1 € erwerben wir einen Teller mit Gemüse und Blättern und haben für ein paar Minuten Spaß an der Fütterung.
Auf dem Rückweg kommen wir an weiteren Sehenswürdigkeiten vorbei. Der Geruch der Fischmarkthalle hält uns von einem Besuch ab. Dafür machen wir einen kurzen Halt an den Ständen mit getrockneten Fischen.
Als wir am nächsten Tempel ankommen, wird dort gerade gekocht. Traditionelle vegetarische Speisen als Opfergaben (Prasadam) werden zubereitet. Diese Speisen, die oft Reis, Linsen, Currys und Früchte umfassen, werden nach den Zeremonien an Gläubige verteilt, um Segen zu empfangen.
Hier bleiben wir nicht zum Essen, da unsere Zeit begrenzt ist. Ich kenne den Brauch aber aus den Tempelbesuch im Hamm. Demnächst werde ihn in Deutschland bestimmt das Essen nachholen;)
Unweit der offenen Kochstelle werden wieder Kokosnüsse zerschlagen – nächste Bedeutung des Zerschlagen- Zeichen für ein soeben abgelegtes Gelübde.
Auf dem Rückweg zeigt uns der Fahrer, wo wir in einem Alkohol-Shop Bier zum singhalesischen Preis kaufen können. Normalerweise wird die Ware (das Alkohol) über ein Fenster im Gitter verkauft. Als " Weiße " werden wir immer rein gebeten. Das fühlt sich seltsam an, vor allem, wenn an den Verkaufsfenstern Schlangen von Menschen stehen und warten, bedient zu werden.
Später geht es auf die Hühnerfarm des jüngsten Bruder unseres Guides. Wir kaufen einen großen Eimer mit Hühnereingeweiden, um heute Abend die Krokodile füttern zu können. Eigentlich übernimmt unser Fahrer das Ganze, wofür ich ihm dankbar bin. Er nimmt auch die stinkende Masse mit sich, damit wir sie nicht mit ins Hotel schleppen müssen. Nachdem seine Frau am Nachmittag für uns gekocht hat, fährt er uns samt Krokodilfutter zum See. Unterwegs kommen wir an vielen Gemüsefeldern vorbei. Zum ersten Mal sehe ich Okra-Gemüse!
Am See angekommen, liegen zwei Krokodile am Land. Sie flüchteten allerdings vor dem Tuk-Tuk ins Wasser. Überhaupt erweisen sie sich als recht scheu. Stehen wir zu dicht am Ufer, trauen sie sich nicht an das Futter. Am Ende kommen sie doch noch. Spektakulär, die Tiere aus der Nähe beim Essen zu beobachten.Read more
Die Suche nach dem Wasser
February 27 in Sri Lanka ⋅ 🌙 26 °C
Wir brauchen noch Wasser! Kein Problem. Freitag ist ein ganz normaler Tag. Hier sind selbst am Sonntag alle Läden offen.
Wir machen uns auf den Weg, um uns ein Urteil über den Strand von Nilaveli zu bilden. Es gibt nämlich unterschiedliche Meinungen: von "sehr schön" bis "völlig vermüllt".
Der Strand von Nilaveli fängt etwa 6 Kilometer nördlich des Dorfes. Bevor wir das Tuk-Tuk bestellten, mussten wir Wasser kaufen. Nicht nur zum Trinken, sondern auch zum Zähneputzen kaufen wir hier das Wasser in Flaschen – sicher ist sicher. Im Dorf angekommen, stellten wir fest, dass alles wie ausgestorben war. Die von Muslimen geführten Läden hatten noch nicht geöffnet. Mit dem Tuk-Tuk unterwegs sahen wir zwar viele offene Geschäfte, doch am Strandeingang war wieder alles geschlossen! Bei gefühlten 40 °C und dem Mangel an Schatten war das eine echte Herausforderung.
So verbrachten wir die nächsten paar Stunden über die Strände wandernt und suchten nach Wasser. Apropos Strände: Dazu lasse ich unten die Bilder für sich sprechen.
Schließlich erreichten wir einen belebteren Teil des Ortes. Hier war die Atmosphäre ganz anders. Wir wussten nicht, wer hier was feierte, aber der Kleidung nach zu urteilen, war es der hinduistische Teil der Bevölkerung. Wir fanden ein offenes Restaurant und sammelten dort erst einmal wieder Kräfte.
Später liefen wir an Menschenmengen vorbei, die gerade das fantastische Wasser des Indischen Ozeans genossen. Ältere Menschen wurden von Jüngeren begleitet und gehalten, damit sie in den Strömungen stehen konnten. Gewöhnlich gehen hinduistische Frauen bekleidet ins Wasser. Da wir hier die einzigen Touristen waren, wollte ich nicht im Bikini ins Meer, um die Gefühle der Leute nicht zu verletzen. Ein paar hundert Meter weiter badeten kaum bekleidete weiße Touristen. Dort schien es in Ordnung nur in Stoff- fetzen bekleidet zu sein. Hier respektierten sich eben alle.
Am Ende des Tages hatten wir sowohl Wasser aus auch eigene Meinung über die Strände bekommen.
Wir schlenderten den Strand entlang in Richtung unseres Hotels. Einige Abschnitte waren recht sauber, andere glichen einer Plastikmüllkippe. Wie schade, denn die Strände an sich sind wunderschön.
Das letzte Stück zum Hotel gingen wir durch unser kleines Dorf von dem ich ebenfalls versuchte ein paar Fotos zu machen.Read more
Sri Lankas Geschichte
February 28 in Sri Lanka ⋅ ☀️ 28 °C
Die Veddas sind die ältesten bekannten, indigenen Einwohner Sri Lankas, deren Wurzeln bis in die Steinzeit zurückreichen. Sie gelten als vom Aussterben bedroht, mit einer Population von schätzungsweise 2.000 bis 2.500 Menschen. Traditionell Jäger und Sammler, leben sie heute hauptsächlich im Landesinneren (Bintenne-Region) und sind zunehmend in die singhalesische Gesellschaft assimiliert.
Heutige Situation: Durch Umsiedlungsprogramme und den Verlust traditioneller Jagdgebiete (z. B. durch den Maduru Oya Nationalpark) ist ihre Kultur bedroht. Viele Veddas sind heute wirtschaftlich und politisch marginalisiert. Begegnungen sind in der Nähe von Dambana (Mahiyangana) möglich, wo einige Familien ihre Traditionen als lebendige Kultur präsentieren. Leider haben wir über die Möglichkeit sie zu besuchen zur spät erfahren und deshalb nicht besucht :(
Die Geschichte Sri Lankas erzählt von Vijaya (Sieger), einem verstoßenen Königssohn aus Nordindien, Enkel eines Löwen, der im Jahr 480 v. Chr. in einer Vollmondnacht mit seinem Heer von 700 Mann die Ureinwohner der Insel besiegte, die in der Legende als Dämonen verteufelt wurden. In derselben Nacht ging auch Sidharta Gautama, der historische Buddha ins Nirwana ein. Vijaya wurde somit der erste König von Sri Lanka und somit leiten die Singhalesen (Söhne des Löwen) von dieser Begebenheit ihre Herkunft und Stammesnamen ab.
Der Löwe wurde zum Nationalsymbol.
Etwa 247 v. Chr. brachten der buddhistische Mönch Mahinda und seine Schwester den Buddhismus nach Sri Lanka. Sie pflanzen ein Ableger von Baum ein, an dem Buddha die Erleuchtung hatte. Der Baum gilt bis heute als einer der heiligen Stätte der Insel.
50 Jahre später wurde dieser zur Staatsreligion.
vom 6. Jahrhundert v. Chr. bis ins 11. Jahrhundert n. Chr. war Anuradhapura die Hauptstadt des singhalesischen Königreichs.
Hinzu kamen weitere Königreiche, die unter dem Druck des benachbarten Südindien standen. Aber auch mit China gab es Konflikte.
In mehreren kriegerischen Auseinandersetzungen wurde Anuradhapura im Goldenen Dreieck aber 1017 von den südindischen Chola-Königen eingenommen. Polonnaruwa wurde die neue Hauptstadt des nun hinduistischen Reiches.
Die ehemaligen buddhistischen Herrscher waren zum Exil gezwungen, die Bevölkerung wurde größtenteils ausgebeutet, sodass im Jahr 1255 vom ehemals mächtigen Reich nur noch ein Scherbenhaufen übrig geblieben war.
Vom 13. bis zum 15. Jahrhundert etablierten sich auf Sri Lanka mehrere kleine Fürstentümer. Im Hochland waren diese buddhistisch geprägt. In den Küstenstädten war durch die arabischen Händler, die sich hier niederließen, der Islam vorherrschend. Im Norden erstarkte rund um Jaffna das Reich der hinduistischen Tamilen.
Im 16. Jahrhundert wurde Sri Lanka mehrfach von den Europäern erobert. Die ersten waren die Portugiesen 1518, Niederländer und Briten folgten – 1815 wurde Sri Lanka zur Kolonie Britisch-Ceylon. Diese Herrschaft währte bis 1947; dann durfte sich die Kolonie selbst verwalten. Ein Jahr später wurde sie innerhalb des britischen Commonwealths unabhängig, und ab 1972 wurde aus Ceylon die Republik Sri Lanka.
Von 1983 bis 2009 kämpften tamilische Separatisten, die aus Südindien stammen, um die Unabhängigkeit von Sri Lanka. Nach 25 Jahren endete der bewaffnete Konflikt mit einem Sieg der sri-lankischen Truppen. Friedlicher war das Jahr 2004: Zu diesem Zeitpunkt kandidierten zum ersten Mal buddhistische Mönche bei den Parlamentswahlen – sie gewannen neun Sitze. Seit dem Ende des Bürgerkrieges kam es im Land nicht mehr zu Terroranschlägen. Und in den letzten Jahren haben immer mehr Reisende das Land mit seinen kulturellen Schätzen und der vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt besucht.
So viel zu historischen Fakten und Legenden.
Wie wir persönlich Sri Lanka erlaubt hatten folgt. 😉Read more
Wir sind gestrandet
March 2 in Sri Lanka ⋅ ⛅ 28 °C
SONNTAG
01.03.2026
Im Hinterkopf hatten wir natürlich immer schon, dass so etwas passieren kann. Nun ist die Gefahr, irgendwo sitzen geblieben zu sein, zu unserer Wirklichkeit geworden.
Nachts schrieb mir eine Freundin. Sie fragte, wo wir sind, und ob wir schon die Neuigkeiten mitbekommen hätten. Ja, am Nachmittag hatte Iran ein Hotel in Dubai bombardiert. Laut unseren Airline-Infos hatten noch an dem Tag Flugzeuge den arabischen Luftraum verlassen. Cristina meinte, aus Italien seien alle Flüge nach Dubai, Katar, Oman etc. gestrichen.
Da waren wir noch recht naiv. Ich beruhigte sie und wollte nur noch schlafen. Dennoch gelang mir das eher schlecht. Morgens waren wir auf dem Weg zum Flughafen.
180 km quer über Land. Zum ersten Mal sah ich, wie Reis getrocknet wurde. Wie alles andere geht auch das Trocknen der Reisernte einfach. Ein Teil der einer Straßenseite wird blockiert. Man zerstreut die Reiskörner und sie trocknen an der Sonne. Alle Fahrzeuge umfahren die "Trockenstellen".
Sri Lanka inland ist wunderschön und sauber! Üppige Vegetation, Photovoltaikanlagen. Uns fallen die immer länger werdenden Schlangen vor den Tankstellen auf. Wie früher in Polen... Die Fahrt dauert, währenddessen suchen wir im Internet nach Informationen. Später werden wir feststellen müssen, dass alles, was wir fanden, veraltet war. In solchen Situationen werden drei Stunden alte Infos Geschichte. Die Qatar Airways App lässt sich nicht laden, ist aber der Schlüssel zur Umbuchung.
Wir möchten niemanden beunruhigen. Deshalb halten wir uns mit Mitteilungen bedeckt. Nur meine Freundin Magda muss dran glauben. Irgendwo musste ich mit meinen Gefühlen hin. Dafür werde ich ihr für immer dankbar sein ❤️
Unterwegs entschieden wir, direkt den Flughafen anzusteuern. Wir haben alle unsere Sachen dabei. Wir könnten den morgigen Flug sausen lassen und sofort fliegen. Wenn das nicht klappt, werden wir zu dem unterwegs gebuchten Hotel fahren.
Am Nachmittag erreichen wir den Flughafen. Viele Menschen warten vor dem recht kleinen, etwas in die Jahre gekommenen Gebäude.
Die meisten hatten übrigens Reisebüros ihren Urlaub gebucht. Haben jetzt keinen Ansprechpartner, fühlen sich alleine gelassen, haben keine Ahnung was sie tun sollen. Die Anmeldung beim Auswertiegm Amt und vergleichbaren Ämten andere Länder bringt nicht viel. Ich mache das, was ich am besten kann: quatschen mit Leuten. So quatsche ich mich durch und wir werden sogar in den Flughafen reingelassen. So banal das auch klingen mag, ist das jetzt und hier ein Privileg, keine Selbstverständlichkeit. Später treffen wir Leute, denen der Zugang in das Flughafengebäude verwehrt gewesen war, obwohl sie an dem Tag hätten fliegen sollen!
Ein beklemmendes Gefühl. Am liebsten würde ich heulen. Bin aufgeregt. Wir treffen auf einen netten Mitarbeiter unserer Fluggesellschaft. Er ist sehr darauf bedacht, uns zu helfen. Über 30 Minuten installieren wir die Qatar Airways App zusammen. Als es dann klappt, stellt sich allerdings heraus, dass sie momentan nichts taugt. Wir bekommen dazu mehrere Telefonnummern, die wir anrufen können, um die Flüge umzubuchen. Klasse! Mit unseren Handys können wir hier nur WhatsApp-Anrufe tätigen. Die Telefonnummern sind aus Indien, Katar und noch irgendeinem Land, was uns nicht weiterhilft. Inzwischen werden wir von Expedia angemailt. Wir können stornieren oder anrufen. Die angegebenen Telefonnummern funktionieren nicht!
Am Schalter der SriLankan Airlines könnten wir versuchen, einen direkten Flug nach Frankfurt zu bekommen- so der Ratschlag den wir bekommen von dem netten Mann.
Hoffnungsvoll und offen für die ganze Welt erfahren wir am Schalter Folgendes:
Nach Afrika gibt es keine direkte Verbindung.
Nach Singapur könnten wir in ein paar Tagen fliegen. Bringt uns aber nicht weiter, da die Anschlussflüge nach Europa nicht buchbar sind.
Nach Frankfurt direkt ist bis zum 13.03. alles ausgebucht.
Wir könnten nach Indien, was uns nichts bringt.
Wir könnten nach Thailand, da ist aber die Situation am Flughafen wohl noch schlimmer und Anschlussflüge sind ebenfalls fraglich.
Wir können nicht über Aserbaidschan, Usbekistan und so weiter fliegen wegen dem Krieg in der Ukraine.
In Sri Lanka sind wir über die vier Wochen ein wenig "heimisch" geworden. Sicher ist es hier auch. Wir bleiben.
Das Internet ist so schwach, dass wir nicht viel erreichen können. Wir entscheiden uns doch, Marco zu kontaktieren. Bevor wir im Hotel angekommen sind, hat er auch schon eine Alternative gefunden. Wir können in einer Woche über Hongkong nach Frankfurt fliegen. Die Chinesen können über Russland fliegen. Wir kaufen diesen Flug. Somit haben wir wenigstens die Option, in einer Woche nach Hause aufzubrechen.
Ich versuchte noch, meine Chefin zu kontaktieren, um mitzuteilen dass ich bestimmt nicht rechtzeitig aus dem Urlaub zurückkomme. Doch am Sonntag sie zu stören ist auch nicht schön. Trotzdem schreibe ich ihr eine E-Mail.
Inzwischen ist tiefste Nacht hier. In unserer Unterkunft gibt es wegen technischer Probleme kein Wasser. Bin erledigt.
MONTAG
02.03.2026
Am nächsten Morgen treffen wir unsere Hotelnachbarin. Gestern beim Check-in hatten wir uns getroffen. Die sympathische 40-Jährige kommt aus Manchester. Sie hat es gerade geschafft, ihren Flug über die Airlines-App umzubuchen.
Nach zehn Minuten gelingt es mir, unsere Flüge ebenfalls neu zu buchen, allerdings über den Luftraum, der momentan noch geschlossen ist. Absichtlich habe ich erst den 6. März gewählt. Da gab es mehrere Möglichkeiten der Buchung, und bis dahin hat sich die Lage vielleicht entspannt, so meine Hoffnung. Eilen reist alleine. Wir quatschen noch eine Weile und sind froh, sich austauschen zu können.
Gerüstet mit bereits zwei eventuellen Möglichkeiten, in ein paar Tagen zurück nach Hause zu kommen, erreichen wir gegen Mittag unser Hotel am Meer.
Volltreffer! Hier lässt es sich aushalten! Das Hotel ist direkt am Meer. Eine Yogahalle und ein Pool laden zum Verweilen ein. Alfred hat jemanden, mit wem er deutsch reden kann.
Wir treffen nämlich auf ein paar sehr nette Deutsche, die ebenfalls gestrandet sind: Wiwi, Cäcilia und Helmut. Deren Lage ist weit schlimmer als unsere. Sie durften gestern die Flughafenhalle nicht betreten, obwohl sie eigentlich einen Flug gehabt hätten. Die Airlines-Applikation konnten sie nicht laden. Einen Flug nach Deutschland haben sie auch noch nicht.
Inzwischen haben sich meine Chefin und mein direkter Vorgesetzter gemeldet. Ich soll mir wegen der Arbeit keine Sorgen machen. Das beruhigt. Die lieben Worte der Familie und Freunde tun ebenfalls gut.
DIENSTAG
03.03.2026
Wir können uns glücklich schätzen! Wir sind gestrandet, aber sicher. Haben das Meer vor der Nase und zwei Optionen. Davon ist die erste Option, am 6. März 2026 nach Hause zu fliegen, sehr unwahrscheinlich. Beim 9. März 2026 bin ich recht zuversichtlich.
Unsere Freunde aus Trier haben immer noch keinen Rückflug finden können. Die Flüge über Hongkong, die wir noch am Sonntag gebucht hatten, sind mittlerweile fünfmal teurer. Der Preis liegt aktuell über 5000 € pro Person! Ein Bekannter war zum Zeitpunkt, als die Bomben fielen, in Dubai.
In Ruhe besprechen wir mit Alfred unsere weitere Vorgehensweise. Es bleiben noch ein paar Dinge zu erledigen: Visum verlängern, Telefonkarte aufladen etc. Für den Flug über China müssen wir noch unsere Daten ergänzen. Jetzt wird mir klar, dass der Fall eintritt, wegen dem ich nie nach China wollte. Unsere Handys werden da "gefilzt". Teilweise kennen wir das aus Vietnam. Wir haben keine Wahl. :/ All das sind Nichtigkeiten im Vergleich mit Problemen, die andere Menschen haben.Read more














































































































































































































































































































































































































































Traveler👍trotzdem alles richtig gemacht.😘😘