Tag 0 – Der Urlaub kann kommen
31 Jul–1 Agu, Jerman ⋅ ☁️ 32 °C
Der Urlaub begann für uns noch ganz unspektakulär – erst einmal stand ein halber Arbeitstag auf dem Programm. Mittags ging es dann nach Hause, die letzten Sachen wurden in die Koffer gepackt und schließlich das Auto beladen.
Am Nachmittag machten wir uns auf den Weg nach Dreieich bei Frankfurt. Um am nächsten Morgen entspannt zum Flughafen zu starten, verbrachten wir die Nacht im Hotel l'Escala.
Ein schöner Auftakt unserer Reise war das gemeinsame Abendessen mit Sara und Christian im Zur Blauen Blume. Natürlich durfte dabei auch ein gemeinsamer „Vodka-Eisberg“ nicht fehlen – ein passender erster Gruß in Richtung Neufundland und ein gelungener Start in unser Kanada-Abenteuer.
Gegen 23 Uhr war dann Schluss für heute. Die Lichter gingen aus, denn am nächsten Morgen sollte es endlich losgehen.Baca selengkapnya
Tag 1 – Hallo Kanada!
1–4 Agu, Kanada ⋅ ☀️ 28 °C
Um 6 Uhr klingelte der Wecker. Die letzten Sachen wurden in die Koffer gepackt, ein schnelles Frühstück im Hotel und dann ging es endlich Richtung Frankfurter Flughafen. Die Aufregung war wohl doch etwas größer als gedacht – wir übersahen tatsächlich die Beschilderung für Ankunft und Abflug und drehten erst einmal eine kleine Ehrenrunde über die Autobahn. Zum Glück blieb trotzdem genügend Zeit, um das Auto beim Parkservice abzugeben.
Beim Check-in wartete der erste kleine Schreck: Die Kofferwaage zeigte über 35 kg an. Zum Glück war es nur das Gesamtgewicht von zwei Gepäckstücken. Danach führte uns der Weg gefühlt ans andere Ende des Flughafens zum Gate – Kanada liegt schließlich weit weg. Sogar die Holzvögel aus dem Erzgebirge im Handgepäck weckten das Interesse der Sicherheitskontrolle und wurden genauer angeschaut.
Nach einem ruhigen achtstündigen Flug mit etwas Schlaf, Filmen, Musik und einer Runde Angry Birds landeten wir in Toronto. Die Anreise in die Stadt verlief zunächst etwas chaotisch – U-Bahn finden, Tickets kaufen oder doch ein Taxi? Am Ende entschieden wir uns für das Taxi und waren schnell im Hotel.
Nach einem kurzen Stopp bei Tim Hortons ging es zu Fuß durch das Finanzviertel bis zum Ontariosee. Den CN Tower hoben wir uns für später auf, denn die Warteschlange war einfach zu lang. Über das Eaton Centre, wo wir noch zu Abend aßen, ging es schließlich zurück ins Hotel.
Um 20 Uhr Ortszeit – beziehungsweise 2 Uhr nachts in Deutschland – war Schluss für heute. Nach rund 20 Stunden auf den Beinen und mehr als 24.000 Schritten fiel das Einschlafen nicht besonders schwer.Baca selengkapnya
Tag 2 – Toronto von oben und unten
2 Agustus, Kanada ⋅ 🌧 21 °C
Der Jetlag hatte uns noch fest im Griff. Bereits mitten in der Nacht meinte unser innerer Wecker, ausgeschlafen zu sein. Also starteten wir den Tag mit einem Frühstück bei Tim Hortons. Überraschenderweise hielt das deutlich länger satt, als wir erwartet hatten.
Unser erster Stopp war die Graffiti Alley. Die etwas düstere Hintergasse wirkte zunächst ziemlich gruselig, doch die vielen beeindruckenden Graffitis machten den Besuch absolut lohnenswert. Leider meinte es das Wetter nicht gut mit uns und wir wurden schon auf dem Hinweg ordentlich nass. Zum Glück sind wir nicht aus Zucker.
Nach einem kurzen Zwischenstopp im Hotel, um trockene Kleidung anzuziehen, ging es zum CN Tower. Mit der Aussichtsplattform in 346 Metern Höhe bot sich trotz der Wolken ein toller Blick über Toronto. Die Warteschlange war überraschend kurz und natürlich durfte auch ein Blick durch den Glasboden nicht fehlen. Ich bin mir allerdings sicher, mein Pipi war schneller wieder unten als ich. 😉
Direkt nebenan besuchten wir das Ripley's Aquarium of Canada. Besonders beeindruckt hat uns der lange Unterwassertunnel mit dem Laufband – so konnte man Haie, Rochen und viele andere Meeresbewohner ganz entspannt beobachten.
Am Nachmittag ging es zu Fuß weiter ins Eaton Centre. Erst etwas essen, dann shoppen. Bei 60 % Rabatt auf die aktuellen Trikots der deutschen Nationalmannschaft bei Adidas konnten wir einfach nicht vorbeigehen.
Ein weiteres Highlight war Little Canada. Die liebevoll gestalteten Miniaturwelten machten richtig Lust auf das, was uns in den nächsten Wochen noch in Neufundland erwartet.
Eigentlich wollten wir den Tag mit einem Blick auf die Skyline vom Ontariosee aus ausklingen lassen. Doch die Wolken zogen wieder tief herunter, sodass wir uns gegen die Hafenrundfahrt entschieden. Stattdessen ging es mit einem kurzen Stopp für Essen und Wasser zurück ins Hotel.
Am Ende standen über 28.000 Schritte, rund 23 Kilometer und zwei ziemlich müde Beine auf dem Tageskonto. Mehr als geschafft – aber genauso glücklich.Baca selengkapnya
Tag 3 – Ein Traum wird wahr: Die Niagarafälle
3 Agustus, Kanada ⋅ ☀️ 25 °C
Heute klingelte der Wecker bereits um 6 Uhr, denn ein lang ersehntes Highlight stand auf dem Programm: die Niagarafälle. Der Weg dorthin begann allerdings etwas chaotisch. Nach einem Fußmarsch und der Fahrt mit der Metro suchten wir vergeblich den Bahnsteig unseres Zuges. Erst dann erfuhren wir, dass wegen eines Feiertags keine Züge fuhren und stattdessen Busse eingesetzt wurden. Zum Glück fanden wir die Busstation schnell und dank eines hilfsbereiten Busfahrers erwischten wir sogar noch den Expressbus. So erreichten wir die Niagarafälle nach rund 2:45 Stunden.
Ohne lange zu überlegen ging es direkt auf das Ausflugsboot. Die etwa 15-minütige Fahrt war jeden Cent wert. Die gewaltigen Wassermassen, die tosenden Fälle und die aufsteigende Gischt waren einfach beeindruckend. Fotos zu machen war bei so viel Wasser gar nicht so einfach – aber genau das machte das Erlebnis unvergesslich.
Anschließend schlenderten wir über den Clifton Hill. Während viele Eltern dort vermutlich ein kleines Vermögen an Spielautomaten loswurden, gab es für unsere Kinder "nur" ein Eis. Man muss schließlich Prioritäten setzen. 😉
Von der Kante der Horseshoe Falls aus konnten wir die Kraft des Wassers noch einmal aus nächster Nähe bestaunen. Ein unglaublicher Anblick.
Eigentlich wollten wir anschließend noch Journey Behind the Falls und Niagara Parks FlyOver erleben. Doch die Warteschlangen von rund drei Stunden waren uns dann doch zu lang. Also entschieden wir uns kurzerhand dagegen – und betrachteten es einfach als Ersparnis von rund 250 kanadischen Dollar. Man muss schließlich nicht alles an einem Tag schaffen.
Zurück in Toronto wollten wir uns endlich noch die Skyline vom Wasser aus ansehen. Die Hinfahrt mit der regulären Fähre verlief ganz entspannt und bot bereits tolle Ausblicke auf die Stadt. Als wir später zurückfahren wollten, erwartete uns allerdings eine riesige Warteschlange. Darauf hatten wir nach diesem langen Tag keine Lust mehr. Also entschieden wir uns kurzerhand für das Wassertaxi. Zwar war die Rückfahrt deutlich teurer, dafür sparten wir uns eine lange Wartezeit und konnten die Skyline von Toronto noch einmal bei bestem Wetter genießen.
Da das Eaton Centre inzwischen geschlossen hatte, landeten wir zum Abendessen erneut bei Tim Hortons. Dort gönnte ich mir auch mein erstes kanadisches Bier.
Zurück im Hotel wurden schon einmal die Koffer für den nächsten Reisetag vorbereitet. Morgen heißt es Abschied von Toronto – das nächste Ziel wartet bereits: Neufundland.
Feierabend war gegen 22:30 Uhr. Auf der Uhr standen heute noch einmal über 22.000 Schritte – und wieder jede Menge unvergessliche Eindrücke.Baca selengkapnya
Tag 4 – Willkommen in Neufundland
4 Agustus, Kanada ⋅ ☁️ 18 °C
Heute ging es endlich weiter – unser Ziel: Neufundland.
Mit dem Ausschlafen hat es irgendwie wieder nicht geklappt. Eigentlich wollten wir erst um 7 Uhr aufstehen, doch bereits um 6 Uhr waren wir alle wach. Also wurden die restlichen Sachen gepackt, die Koffer noch einmal gewogen und alle elektronischen Geräte sicher verstaut.
Zum Frühstück zog es uns natürlich wieder zu unserem mittlerweile lieb gewonnenen Tim Hortons um die Ecke. Wir probierten erneut ein paar leckere Sachen und waren uns schnell einig: So einen Tim Hortons könnten wir in Deutschland auch gut gebrauchen.
Für den Weg zum Flughafen gönnten wir uns diesmal ein großes Taxi. Eine gute Entscheidung, denn so mussten wir unsere Koffer nicht bis zur Union Station schleppen. Außerdem sah Toronto aus dem Auto noch einmal ganz anders aus – vor allem die vielen Baustellen fielen uns auf. Mit dem UP Express ging es anschließend ganz entspannt weiter zum Flughafen.
Am Flughafen hieß es zunächst warten. Die Gepäckaufgabe zog sich gefühlt ewig hin, doch irgendwann verschwanden unsere Koffer im Bauch des Flughafens und wir konnten entspannt zur Sicherheitskontrolle und weiter zum Gate. Dort hatte das Boarding bereits begonnen.
Der Flug nach St. John's verlief angenehm – nur die Temperatur im Flugzeug ließ etwas zu wünschen übrig. Wie manche Passagiere bei dieser Klimaanlage in kurzer Hose und T-Shirt sitzen konnten, bleibt wohl ihr Geheimnis. Zum Glück hatten wir unsere frisch gekauften Hoodies dabei.
In St. John's angekommen, wartete schon unser Mietwagen auf uns. Sieben Sitze, jede Menge Platz für unser Gepäck und genau das Richtige für die kommenden Wochen. Nur das Navigationssystem wollte partout nicht auf Deutsch umgestellt werden.
Der wohl schönste Moment des Tages folgte kurz darauf: Endlich lernten wir Emmas Gastmutter persönlich kennen. Wir wurden unglaublich herzlich empfangen und fühlten uns vom ersten Moment an willkommen. Trotz kleiner Sprachbarrieren klappte die Verständigung erstaunlich gut.
Der Rest des Tages gehörte ganz dem Ankommen. Wir saßen zusammen, unterhielten uns so gut es ging und ließen den ersten Abend in Neufundland ganz entspannt ausklingen.
Genau so hatten wir uns den Start auf der Insel vorgestellt.Baca selengkapnya
Tag 5 – Die ersten Eindrücke von Neufundland
6 Agustus, Kanada ⋅ 🌬 13 °C
Heute ließen wir den Tag etwas entspannter angehen und schliefen erst einmal aus. Langsam gewöhnen wir uns an den Tagesablauf bei Emmas Gastmutter Heather. Nach einem Kaffee von Tim Hortons sowie Toast und Marmelade starteten wir gemütlich in den Tag.
Kurz darauf kamen Heathers Tochter mit ihren Kindern zu Besuch. Besonders Paul verstand sich auf Anhieb mit den Jungs. Die Sprachbarriere war erstaunlich schnell vergessen und es wurde gemeinsam gespielt. Schade, dass die gemeinsame Zeit nur kurz war – aber ein weiteres Treffen steht ja noch bevor.
Anschließend machten wir uns auf den Weg zu den ersten Highlights der Insel. Unser erster Stopp war Cape Spear, der östlichste Punkt Nordamerikas. Der Wind war unglaublich stark – und laut Wetter-App sollte es noch nicht einmal windig sein. Da sind wir gespannt, was hier noch auf uns zukommt. Es ist auf jeden Fall ein Ort, an dem man stundenlang sitzen und einfach nur aufs Meer schauen könnte.
Weiter ging es über die hügeligen Straßen zurück nach St. John's zum Signal Hill. Von dort oben hat man einen fantastischen Blick über die Stadt und die Hafeneinfahrt. Die vielen Wanderwege, die von dort bis ans Wasser führen, haben uns sofort neugierig gemacht. Hierher werden wir auf jeden Fall noch einmal zurückkehren.
Am Nachmittag besuchten wir die Royal St. John's Regatta am Quidi Vidi Lake. Was für uns zunächst wie ein Volksfest aussah, entpuppte sich als eine ganz besondere Veranstaltung. Statt großer Fahrgeschäfte gab es viele kleine Stände von privaten Anbietern und Vereinen sowie die Möglichkeit, auf die Rennen zu wetten. Leider hatten wir kaum Bargeld dabei und kurz darauf setzte auch noch Regen ein. Deshalb machten wir uns früher als geplant auf den Heimweg. Trotzdem war es spannend zu erleben, wie hier in Neufundland gefeiert wird.
Vor der Rückkehr kauften wir noch etwas zu essen und Wasser ein. Dabei stellten wir fest, dass wir im Urlaub definitiv zu wenig trinken. Wendy's konnte uns übrigens nicht wirklich überzeugen, und ein Bier fand ich im Walmart auf die Schnelle auch nicht. Alkohol scheint hier etwas anders verkauft zu werden als bei uns.
Emma verbrachte den Abend mit Freunden aus ihrer Schulzeit – genau so soll es sein. Wir blieben derweil bei Heather und Fred. Trotz unseres noch ausbaufähigen Englischs entstanden tolle Gespräche und wir erfuhren viel über das Leben in Neufundland und Heathers Erfahrungen als Gastmutter. Unser Englisch ist zwar noch nicht perfekt, aber wir sind sicher: In zehn Tagen wird es schon deutlich besser sein. 😉
Um 22:30 Uhr war schließlich Feierabend. Eines haben wir heute schon gelernt: Autofahren entschleunigt hier ungemein. Teilweise fühlt sich selbst Tempo 30 schon fast schnell an.Baca selengkapnya
Tag 6 – Unterwegs "Around the Bay"
7 Agustus, Kanada ⋅ ⛅ 16 °C
Heute begann der Tag ganz entspannt. Nach dem Aufstehen gegen 8 Uhr und einem kleinen Frühstück hieß es: "Around the Bay". So nennen die Einheimischen hier eine Rundfahrt entlang der Küste. Schnell merkten wir, dass Autofahren in Neufundland entschleunigt. Man fährt gemütlich, genießt die Landschaft und darf an manchen Orten keine riesigen Sehenswürdigkeiten erwarten – genau das macht aber oft den Reiz aus.
Der Nebel war heute unser ständiger Begleiter. Teilweise konnten wir vom Auto aus gerade einmal 200 Meter weit sehen. Trotzdem hatte die Landschaft ihren ganz eigenen Charme und die vielen kleinen und großen Häuser entlang der Strecke waren schön anzusehen.
Unser erster Halt war Flatrock. Der kleine Küstenort ist vor allem durch den Besuch von Papst Johannes Paul II. im Jahr 1984 bekannt. Direkt an den Klippen erinnert heute ein Denkmal daran. Die Aussicht war wegen des Nebels zwar eingeschränkt, trotzdem hatte dieser Ort eine ganz besondere Atmosphäre.
Weiter ging es nach Pouch Cove, wo wir sogar von einem Einheimischen angesprochen und zunächst für Locals gehalten wurden. Besonders beeindruckend war hier der Atlantik, der schon deutlich mehr Kraft zeigte als an den Tagen zuvor.
In Torbay führte uns ein kurzer Weg hinunter zum steinigen Strand bei The Battery. Paul hatte seinen Spaß daran, Steine ins Meer zu werfen, während wir einfach die Wellen beobachteten und die Ruhe genossen.
Am Middle Cove Beach zeigte sich der Wind dann von seiner stärksten Seite. Fotos zu machen war gar nicht so einfach, denn teilweise musste man sich regelrecht gegen den Wind stemmen.
Zur Mittagszeit zog es uns zurück nach Downtown St. John's. Im Restaurant Jungle Jim's stärkten wir uns erst einmal. Das Essen war richtig lecker und mit rund 80 kanadischen Dollar für vier Essen und vier Getränke absolut fair. Nur eines haben wir gelernt: Beim nächsten Mal reichen vermutlich drei Portionen für uns vier.
Anschließend fuhren wir zum Fort Amherst, das am Eingang des Hafens von St. John's liegt. Der historische Leuchtturm und die alten Befestigungsanlagen bewachten früher die Hafeneinfahrt. Von hier hatten wir einen tollen Blick hinüber zum Signal Hill, der immer wieder im Nebel verschwand.
Zum Abschluss des Ausflugs ging es noch nach Petty Harbour. Dort gönnten wir uns ein richtig leckeres Eis. Zum Glück hatten wir nur zwei Portionen bestellt, denn die Kugeln waren riesig und dazu noch erstaunlich günstig.
Am Abend besuchten wir noch Emmas Gastbruder und konnten sein neues Haus besichtigen. Ein schöner Abschluss eines abwechslungsreichen Tages. Diese typisch nordamerikanische Bauweise gefällt uns immer besser.
Durch Regen und dichten Nebel ging es schließlich zurück nach Hause. Nach einem gemütlichen Abend mit vielen Gesprächen fielen gegen 23:30 Uhr die Augen zu. Feierabend.Baca selengkapnya
Tag 7 – Signal Hill von einer ganz anderen Seite
7 Agustus, Kanada ⋅ ☁️ 15 °C
Heute durften wir etwas länger schlafen und starteten erst gegen 9 Uhr in den Tag. Nach einem gemütlichen Frühstück – heute wurden Bagels ausprobiert – ging es los. Mit dabei war eine ehemalige Klassenkameradin von Emma, die uns unterwegs einige interessante Dinge über die Gegend und das Leben hier erzählen konnte.
Unser erster Stopp war der Bowring Park mitten in St. John's. Der über 100 Jahre alte Park gehört zu den größten und bekanntesten Grünanlagen der Stadt und bietet neben vielen Spazierwegen auch Teiche, Bäche und jede Menge Natur. Kaum zu glauben, dass man sich eigentlich mitten in St. John's befindet und der Highway direkt in der Nähe verläuft. Zwar hört man diesen stellenweise, aber trotzdem ist der Park eine richtige grüne Oase mitten in der Stadt.
Danach ging es zum Lester's Farm Market, einem familiengeführten Bauernhof und Markt, auf dem viele Produkte direkt vor Ort angebaut werden. Besonders beliebt ist das Selbstpflücken, bei dem je nach Jahreszeit unter anderem Erdbeeren und anderes Obst und Gemüse geerntet werden können. Heute waren für uns die Erdbeeren dran – allerdings mit klaren Regeln: Nicht die Reihe verlassen und nicht naschen! Der gut gelaunte Traktorfahrer brachte uns gemütlich mit gefühlten 10 km/h zu den Feldern. Natürlich durfte anschließend ein Eis nicht fehlen und Paul suchte im Hofladen noch eine kleine Pflanze für Heather aus – als Dankeschön für die tolle Zeit bei ihr.
Danach wollten wir noch einmal auf den Signal Hill, denn vom Meer zog langsam dichter Nebel herein. Der Berg gehört zu den bekanntesten Orten von St. John's und spielte durch seine Lage oberhalb der Hafeneinfahrt über Jahrhunderte eine wichtige Rolle für die Verteidigung und Kommunikation. Berühmt wurde Signal Hill außerdem, weil Guglielmo Marconi hier 1901 das erste transatlantische Funksignal empfing.
Oben angekommen hatten wir Glück und ergatterten noch einen Parkplatz. Nach kurzer Beratung entschieden wir uns, hinunter auf das Plateau unterhalb des Signal Hill zu steigen.
Und das war genau die richtige Entscheidung.
Mit jedem Schritt nach unten veränderte sich der Blick auf den Atlantik und die gewaltige Felslandschaft. Einfach fantastisch, was die Natur hier geschaffen hat. Der Nebel zog langsam herein, verschwand wieder und schwebte teilweise wie eine Wand über dem Meer.
Statt denselben Weg zurückzugehen, entschieden wir uns für den Trail weiter in Richtung Hafen. Teilweise war der schmale Weg ganz schön abenteuerlich und direkt neben uns ging es ordentlich in die Tiefe. Dafür wurde man immer wieder mit neuen Ausblicken belohnt – auch auf Fort Amherst, das wir gestern noch von der anderen Seite gesehen hatten.
Am Ende musste natürlich jemand wieder hoch zum Auto. Also hieß es für mich: laufen! Und ich kann bestätigen, dass 800 Meter bergauf verdammt lang werden können. Oben angekommen wollte ich noch einmal auf das Plateau schauen – aber das war inzwischen komplett im Nebel verschwunden.
Zurück zu Hause wartete unser erstes richtiges „Supper“, wie man hier zum Abendessen sagt. Fred hatte Chicken vom Grill gemacht und dazu gab es unter anderem Kartoffeln mit Butter – simpel, aber richtig lecker und definitiv etwas, das wir zu Hause noch einmal machen werden.
Zum Abschluss gab es ein Coors Light und wieder viele schöne Gespräche mit Heather und Fred.
Um 23:30 Uhr gingen schließlich die Lichter aus. Ein weiterer Tag, an dem wir Neufundland wieder ein kleines Stück besser kennengelernt haben.Baca selengkapnya
Tag 8 – Endlich Dildo! 😁
8 Agustus, Kanada ⋅ ☁️ 22 °C
Heute hieß es um 7:30 Uhr aufstehen, denn es ging zu einem Ort, an den ich unbedingt wollte: Dildo. Ja, der Ort heißt wirklich so!
Zusammen mit Emmas ehemaliger Klassenkameradin ging es auf den Highway. Auffahrt genutzt, Reisegeschwindigkeit von 100 km/h erreicht und dann erst einmal gemütlich Richtung Dildo. An die Geschwindigkeiten hier haben wir uns inzwischen gewöhnt – und bei Strafen von bis zu 1.500 Dollar in Baustellen hält man sich sowieso lieber an die Schilder. Unterwegs konnten wir wieder diese beeindruckende Landschaft genießen, von der wir auf unserer Fahrt Richtung Norden sicherlich noch viel mehr sehen werden. Nur eines sucht man hier vergeblich: Raststätten und Parkplätze wie an deutschen Autobahnen.
Und dann waren wir endlich in Dildo. Der kleine Ort liegt an der Trinity Bay und sein ungewöhnlicher Name ist bereits seit mindestens dem frühen 18. Jahrhundert auf Karten zu finden. Woher der Name tatsächlich stammt, weiß heute niemand mehr so genau – verschiedene Geschichten gibt es genug. Spätestens seit US-Talkmaster Jimmy Kimmel 2019 zum ehrenamtlichen Bürgermeister ernannt wurde, ist Dildo weit über Neufundland hinaus bekannt.
Natürlich führte unser erster Weg zur Dildo Brewing Company. Die kleine Craftbeer-Brauerei liegt direkt am Wasser und ist inzwischen selbst zu einem beliebten Ausflugsziel geworden. Neben verschiedenen eigenen Bieren gibt es dort lokales Essen und – gefährlich für mich – einen ziemlich gut ausgestatteten Merchandise-Shop.
Zurückhalten konnte ich mich natürlich nicht und so wurde gleich etwas Geld auf den Kopf gehauen. Egal – Dildo ist einfach cool!
Zum Mittagessen blieben wir direkt in der Brauerei. Fish Tacos und Fish & Chips – verdammt lecker! Nach einem kleinen Verdauungsspaziergang am Wasser ging es wieder ins Auto.
Unser nächstes Ziel war Brigus und das dort stattfindende Blueberry Festival. Brigus ist ein historischer Küstenort an der Conception Bay mit alten Häusern, kleinen Straßen und einer langen Verbindung zur Seefahrt. Einmal im Jahr dreht sich hier beim Blueberry Festival mehrere Tage lang fast alles um die heimischen Blaubeeren – mit Musik, Essen, Wettbewerben und vielen kleinen Aktionen.
Für uns fühlte es sich wie ein richtig schönes Dorffest an, nur mit erstaunlich vielen Besuchern. Wir schauten beim Blaubeerkuchen-Wettessen zu, entdeckten verschiedene Spiele und probierten natürlich eine leckere Blueberry-Limonade. Dazu gab es viele kleine Stände mit selbstgemachten Sachen, bei denen auch das eine oder andere mitgenommen wurde. Gerade weil es nicht wie ein riesiges kommerzielles Fest wirkte, hat es uns richtig gut gefallen.
Danach hieß es wieder: ab auf den Highway und zurück nach Hause. Den Abend ließen wir gemütlich ausklingen und bereits gegen 22 Uhr war heute Feierabend.
Ein schöner Roadtrip mit zwei völlig unterschiedlichen Stopps – und ich kann jetzt endlich sagen: Ich war in Dildo! 😁Baca selengkapnya
Tag 9 – Inselhopping nach Bell Island
9 Agustus, Kanada ⋅ ⛅ 17 °C
Kurz vor 10 Uhr ging es heute wieder los. Unser Ziel war Bell Island – also machten wir heute einfach mal Inselhopping. Bei 13 Grad und bewölktem Himmel ging es mit dem Auto zur Fähre nach Portugal Cove.
Bell Island liegt mitten in der Conception Bay und ist nur etwa 9 Kilometer lang. Bekannt wurde die Insel vor allem durch ihre riesigen Eisenerzvorkommen: Ab 1896 wurde hier über Jahrzehnte Erz abgebaut, teilweise in Stollen weit unter dem Meeresboden. Heute leben nur noch rund 2.000 Menschen auf der Insel.
Unser Auto verschwand im Bauch der kleinen Fähre und wir machten es uns oben beziehungsweise in der Lounge bequem. Die Überfahrt war ruhig und entspannt. Beim Aussteigen mussten wir allerdings etwas Geduld haben – die Autos standen so eng, dass ich zunächst überhaupt nicht einsteigen konnte.
Wir hatten uns vorgenommen, einmal mit dem Auto um die Insel zu fahren und dabei einfach ein paar interessante Stopps anzusteuern. Los ging es im Nordosten am Bell Island Lighthouse. Hier bekamen wir einen ersten Eindruck von den beeindruckenden Klippen der Insel. Auf einem vorgelagerten Felsen saßen unzählige Möwen und für einen Moment hieß es einfach nur: stehen bleiben, die Ruhe genießen und zuschauen.
Gerade einmal acht Minuten später waren wir schon am nächsten Küstenabschnitt. Hier lagen überall ungewöhnlich gerade und geschichtete Steine herum, die teilweise aussahen, als wären sie von Menschenhand zugeschnitten worden. Tatsächlich besteht Bell Island aus verschiedenen Sedimentgesteinen, deren deutlich sichtbare Schichten der Küste dieses besondere Aussehen geben. Paul interessierte die Geologie allerdings weniger – Hauptsache, endlich wieder Steine ins Wasser werfen.
Der nächste Abstecher führte uns über eine ziemlich abenteuerliche Piste zu einer alten Minenhalde. Viel zu sehen gab es dort nicht, dafür waren die spitzen Steine auf dem Weg eine echte Herausforderung für unsere Reifen. Beim Wenden durfte dann sogar die Notbremsfunktion unseres Autos zeigen, was sie kann – wegen etwas Gras! Funktioniert also. 😉
Das nächste Ziel war Grebe's Nest. Die Küste hier ist bekannt für ihre hohen Klippen, Felsformationen, Höhlen und vorgelagerten Felsen. Besonders interessant: Der Tunnel hinunter zum zweiten Strand wurde in den 1960er-Jahren von ehemaligen Bergleuten angelegt, die nach dem Bergbau als Fischer arbeiteten.
Natürlich parkten wir wieder viel zu weit weg und machten daraus kurzerhand einen kleinen Walk. Es ging steil bergab bis zum Meer und dann tatsächlich durch diesen Tunnel zu einem Strandabschnitt, der auf drei Seiten von gewaltigen Felswänden eingeschlossen ist. Hier konnte man die einzelnen Gesteinsschichten unglaublich gut erkennen. Sehr, sehr beeindruckend! Ein kleiner Steinschlag aus dem Nichts erinnerte uns allerdings daran, dass die Natur hier das Sagen hat.
Und dann kam endlich die Sonne raus!
Bei Freshwater machten wir noch einen kurzen Halt. Außer viel Gras, Bäumen und Landschaft gab es für uns dort allerdings nicht allzu viel zu entdecken – also weiter.
Den Besuch der alten Mine ließen wir heute aus. Außerdem hatte der Chef mittlerweile Hunger. 😁 Also ging es durch den Hauptort Wabana zurück Richtung Hafen. Bei Dicks Fish & Chips gab es für uns richtig gute Fish & Chips und für mich einen Fishburger. Nach der Dildo Brewery definitiv eines unserer bisher besten Fischessen – und die Portion Pommes sorgte dafür, dass wirklich niemand hungrig blieb.
Nach einem kleinen Spaziergang am Wasser stellte ich das Auto schon einmal in die Warteschlange für die Fähre. Drittes Auto – perfekt! Das bedeutete allerdings nicht, dass wir später auch als Drittes wieder herunterfahren würden.
Jetzt hieß es erst einmal warten. Rund eine Stunde später kam unsere kleine Fähre endlich zurück. Deutsche Bahn lässt grüßen – vielleicht war der Kapitän früher mal Lokführer bei der DB. 😉
Zurück auf der anderen Seite ging es mit dem Auto nach Hause. Dort machten wir noch einen kleinen Spaziergang rund um die Wohnung und natürlich durfte ein kurzer Abstecher zu Tim Hortons nicht fehlen.
Danach ließen wir den Abend gemütlich ausklingen. Gegen 23 Uhr hieß es: Licht aus und Kräfte sammeln für den nächsten Tag.Baca selengkapnya
Tag 10 – Bunte Häuser & eine glühende Kreditkarte
10 Agustus, Kanada ⋅ ⛅ 16 °C
Heute war erst einmal Ausschlafen angesagt. Nach einem gemütlichen Frühstück hieß es Abschied nehmen von Anthony und Jorden, die sich etwas verspätet auf den Weg in ihren Urlaub machten. Aber wir konnten ihnen gleich versprechen: Wir kommen wieder!
Für uns ging es anschließend nach Downtown St. John's. Die Innenstadt gehört zu den ältesten Stadtgebieten Nordamerikas und liegt direkt zwischen dem Hafen und den steilen Hügeln dahinter. Entsprechend geht es hier ständig ordentlich bergauf und wieder bergab. Dazwischen findet man kleine Geschäfte, Restaurants, Pubs und natürlich überall die für St. John's typischen bunten Holzhäuser. Viele Gebäude stammen aus der Zeit nach dem großen Stadtbrand von 1892 und geben Downtown heute seinen ganz besonderen Charakter.
Unsere beiden Reiseführer Emma und ihre ehemalige Klassenkameradin scheuchten uns fleißig die Straßen hoch und runter. Dabei ging es natürlich auch zur berühmten Jellybean Row. Eigentlich bezeichnet der Name gar keine einzelne Straße, sondern die vielen farbenfrohen Häuser, die überall in St. John's verteilt stehen. Mit ihren kräftigen Farben sind sie längst zu einem der Wahrzeichen der Stadt geworden – und definitiv etwas, das man hier gesehen haben muss.
Zwischendurch brauchten wir erst einmal eine kleine Stärkung. Für mich gab es statt Eis eine gefrorene Banane mit Schokoladenüberzug. Danach schlenderten wir durch die Einkaufsstraße und von einem Souvenirshop zum nächsten. Dabei wechselten natürlich auch einige kanadische Dollar den Besitzer. Besonders die Hoodies hatten es uns angetan. Umgerechnet teilweise nur rund 30 Euro – da muss man sich schon daran erinnern, dass vier Personen nicht jeweils zehn Hoodies brauchen. Auch am Candy Store kamen wir natürlich nicht vorbei.
Danach ging es erst einmal zurück nach Hause zum Supper.
Wer allerdings dachte, damit sei der Shoppingtag beendet, lag völlig falsch. Am Abend ging es noch in die Avalon Mall, das größte Einkaufszentrum Neufundlands. Schon beim ersten Stopp begann die Kreditkarte zu glühen. Für den Heimflug wurden unter anderem noch Nerds eingepackt – natürlich im Angebot – und anschließend ging es durch einige Klamottenläden weiter.
Irgendwann beschlossen wir dann freiwillig den Rückzug. Es war kurz vor 21 Uhr und die Kreditkarte brauchte dringend eine Abkühlpause. 😁 Die Mall läuft uns schließlich nicht weg – wir kommen einfach noch einmal wieder.
Zurück bei Heather und Fred ließen wir den Abend gemütlich ausklingen. Gegen 22:15 Uhr war Feierabend, denn für die beiden klingelt morgen früh wieder der Wecker zur Arbeit.Baca selengkapnya
Tag 11 – Einmal rund um die Irish Loop
11 Agustus, Kanada ⋅ ☀️ 17 °C
Heute hieß es um 9:30 Uhr: Abfahrt Richtung Westen. Wir hatten uns vorgenommen, einen großen Teil der Irish Loop zu fahren. Die rund 300 Kilometer lange Rundstrecke führt über die Routes 10 und 90 entlang der südlichen Avalon-Halbinsel. Ihren Namen verdankt die Region den vielen irischen Einwanderern, deren Einfluss man hier bis heute an Ortsnamen, Kultur und Sprache erkennen kann.
Unsere Route führte uns über St. Mary's, St. Vincent's Beach und Trepassey bis nach Ferryland. Heute war allerdings eindeutig der Weg das Ziel. Nebel, tiefhängende Wolken und teilweise Regen machten größere Unternehmungen wenig sinnvoll. Vielleicht schon ein kleiner Vorgeschmack darauf, was uns erwartet, wenn unsere Reise bald weiter Richtung Norden geht.
Wie wenig Verkehr hier unterwegs ist, wollten wir irgendwann genauer wissen und zählten einfach 15 Minuten lang die entgegenkommenden Autos: ganze 13 Stück! Mal sehen, ob wir diese Zahl im Norden noch unterbieten können.
Heute kamen auch endlich Drohne und GoPro zum Einsatz. Mit der GoPro sollte ein schöner Zeitraffer unserer Fahrt entstehen – Betonung auf „sollte“, denn irgendwann war die Speicherkarte voll. Eine Drohnenaufnahme gelang dafür bei einem kurzen nebelfreien Moment richtig gut. Ich glaube, da werden in den nächsten Tagen noch einige schöne Aufnahmen dazukommen.
Zwischendurch meldete sich der Hunger. Ein kurzer Blick auf die Navigation sorgte zunächst für einen kleinen Schreck: Nächstes Restaurant 58 Kilometer! Zum Glück suchten wir noch einmal genauer und fanden nur zwei Kilometer entfernt doch noch eines. Dort gab es wieder frischen Fisch und leckere Chicken Burger.
Auf dem Rückweg beschlossen wir spontan, noch einmal die Avalon Mall zu besuchen. Die Kreditkarte war schließlich wieder ausreichend abgekühlt und durfte noch einmal etwas glühen. 😁 Das Abendessen erledigten wir bei der Gelegenheit gleich mit.
Zurück zu Hause wurden erst einmal die Aufnahmen des Tages gesichtet und sicher auf der Festplatte gespeichert. Nach einem netten Gespräch am Abend war gegen 23:30 Uhr Schluss.Baca selengkapnya
Tag 12 – Ein Tag voller Geschichte
12 Agustus, Kanada ⋅ ☁️ 18 °C
Heute ließen wir es wieder gemütlich angehen. Gegen 9 Uhr aufstehen, in Ruhe frühstücken und dann stand ein Ort auf dem Programm, den man in St. John’s unbedingt besuchen sollte: The Rooms.
The Rooms ist das größte öffentliche Kulturzentrum von Newfoundland & Labrador und vereint unter einem Dach das Provinzmuseum, die Kunstgalerie und das Provinzarchiv. Die Ausstellungen erzählen von der Geschichte der Menschen, der Natur und dem Leben in dieser teilweise rauen Umgebung. Fischerei, indigene Geschichte, Kunst und die Entwicklung Neufundlands spielen dabei eine große Rolle. Auch die Beteiligung Neufundlands an den Weltkriegen wird ausführlich dargestellt. Und ganz nebenbei hat man von dem hoch über St. John’s gelegenen Gebäude einen fantastischen Blick über die Stadt und den Hafen. (The Rooms)
Gerade die Ausstellung über den Ersten und Zweiten Weltkrieg hat mich beeindruckt. Es wird sehr deutlich, welchen Stellenwert die Soldaten hier bis heute haben. Besonders bewegend fand ich die persönlichen Zitate von Eltern, Geschwistern und Nachkommen der Männer, die damals in den Krieg zogen. Das macht Geschichte plötzlich sehr persönlich. (The Rooms)
Aber auch die Tierwelt war fantastisch dargestellt. Dazu kamen viele Informationen über die Bedeutung des Fischfangs und darüber, wie die Menschen gelernt haben, mit dem rauen Klima Neufundlands zu leben. Wir erfuhren außerdem einiges über die Kommunikation über den Atlantik und sogar darüber, wie Pepsi-Cola seinen Weg nach Neufundland fand. Man hätte hier wahrscheinlich noch deutlich länger bleiben können.
Nach so viel Geschichte meldete sich der Hunger. Dieses Mal wurde es mexikanisch: Quesadillas, Burritos und Tacos. Wieder verdammt lecker – und wir haben inzwischen gelernt: Drei Essen reichen für uns vier völlig aus.
Danach wartete gleich die nächste Portion Geschichte auf uns. An der alten Lokomotive des Railway Coastal Museum waren wir schon mehrfach vorbeigefahren – heute wollten wir endlich wissen, was dahintersteckt.
Die Eisenbahn erreichte Ende des 19. Jahrhunderts immer größere Teile der Insel; 1898 war die Strecke quer durch Neufundland bis Port aux Basques fertiggestellt. Wegen der schwierigen Landschaft, des Wetters und der ungewöhnlichen Schmalspur war der Betrieb aufwendig. Der reguläre Personenverkehr quer über die Insel endete 1969, Güterzüge fuhren noch bis 1988, dann wurde die Newfoundland Railway endgültig stillgelegt.
Besonders spannend fand ich die Reisezeiten: Für die Fahrt quer über die Insel brauchte man früher teilweise mehr als einen ganzen Tag. Später war der Bus deutlich schneller – da stellt sich natürlich irgendwann die Frage: Warum noch mit der Bahn fahren?
Für uns bekam das Ganze noch eine persönliche Verbindung, denn Heather erzählte uns, dass ihr Großvater als Ingenieur bei der Eisenbahn gearbeitet hatte. Leider wusste sie nicht mehr viele Einzelheiten darüber. Trotzdem war es spannend, die Geschichte der Eisenbahn und gleichzeitig die Bedeutung des Schiffsverkehrs für die Insel zu sehen. Der Besuch hat sich definitiv gelohnt.
Danach war die Kreditkarte wieder ausreichend abgekühlt. 😁 Da wir einen Teil der Geschäfte in der Avalon Mall noch gar nicht gesehen hatten, ging es noch einmal dorthin. Dieses Mal blieb es tatsächlich bei ein paar Kleinigkeiten.
Emma verabschiedete sich derweil zu einer Freundin, die extra für sie eine kleine Party organisiert hatte.
Um 17:30 Uhr waren wir wieder zurück zum Supper. Heather hatte extra für uns gekocht und es war wieder richtig lecker. Danach ließen wir den Abend bei schönen Gesprächen mit Heather und Fred ausklingen – für mich begleitet von einem Bier aus der Dildo Brewery.
Gegen 23 Uhr gingen heute die Lichter aus. Feierabend!Baca selengkapnya
Tag 13 – Sonne, Küste und ganz viel Neufundland
13 Agustus, Kanada ⋅ ⛅ 16 °C
Heute hieß es wieder früh raus aus den Federn, denn eine längere Tour stand auf dem Programm. Um 7:30 Uhr ging es los – und Neufundland meinte es richtig gut mit uns: viel Sonne, wenige Wolken, dafür ordentlich Wind. Perfektes Wetter für einen Roadtrip.
Noch schnell unseren persönlichen Reisebegleiter – eine Freundin von Emma – eingesammelt und dann ging es auf den Trans-Canada Highway 1. Der Highway führt einmal quer über Neufundland von St. John's bis nach Port aux Basques im Westen und ist die wichtigste Straßenverbindung der Insel. Ein Teil davon wird uns später noch auf unserem Weg Richtung Norden begleiten.
Nach rund 130 Kilometern erreichten wir Carbonear, für neufundländische Verhältnisse schon eine etwas größere Stadt – sogar mit Krankenhaus. Wir schauten uns den Hafen an, besuchten natürlich einen Souvenirshop und die Mädels holten sich erst einmal einen Kaffee.
Danach ging es zu einem Ort, den ich unbedingt sehen wollte: Heart's Content. Hier kam 1866 das erste dauerhaft erfolgreiche Transatlantik-Telegraphenkabel aus Valentia in Irland an. Nachrichten zwischen Europa und Nordamerika, die vorher mit dem Schiff viele Tage unterwegs waren, konnten plötzlich innerhalb kürzester Zeit übertragen werden. Wenn man die damalige Technik in der alten Kabelstation sieht, ist es beeindruckend, wie revolutionär das gewesen sein muss.
Zum Mittagessen fanden wir einen Platz mit herrlichem Blick auf das teilweise türkis schimmernde Wasser. Frisch gestärkt ging es anschließend noch zum Lighthouse. Die Drohne durfte kurz raus – und genauso schnell wieder rein. Einfach zu viel Wind!
Winterton stellte sich für uns als kleiner, verschlafener Ort heraus, deshalb ging es direkt weiter zum Hant's Harbour Lighthouse. Dieser versteckt sich auf einem kleinen Hügel und ist nicht direkt mit dem Auto erreichbar. Also Wanderschuhe für gefühlt unglaubliche 60 Meter geschnürt. 😁 Oben angekommen war aber sofort klar: Was für ein Ort! Hier könnte ich einfach sitzen bleiben und stundenlang aufs Meer schauen.
Beim nächsten Blick auf die Karte entdeckten wir Grates Cove. Also natürlich hin! Auch hier musste der Weg zum Lighthouse wieder zu Fuß zurückgelegt werden. Aber genau diese kleinen Orte und Aussichtspunkte machen unsere Touren inzwischen aus.
Am Ende der Halbinsel erreichten wir schließlich Bay de Verde. Der kleine Ort liegt exponiert auf einer schmalen Landzunge zwischen Conception Bay und Trinity Bay und ist seit Jahrhunderten eng mit der Fischerei verbunden. Auch nach dem Ende der großen Kabeljaufischerei 1992 blieb die Fischverarbeitung wichtig – heute vor allem mit Schneekrabben und Garnelen.
Eigentlich sollte es jetzt zurück nach Mount Pearl gehen. Aber da war ja noch Harbour Grace – also noch ein letzter Zwischenstopp.
Und der hatte einiges zu bieten. Im Hafen liegt seit 1967 die SS Kyle, die während eines Sturms von ihren Liegeplätzen losgerissen wurde und seitdem dort auf Grund sitzt. Besonders spannend: Unser persönlicher Reiseführerin erzählte uns, dass ihr Großvater damals selbst an Bord gewesen sein soll.
Harbour Grace hat außerdem eine beeindruckende Luftfahrtgeschichte. Von hier startete Amelia Earhart 1932 zu ihrem berühmten Solo-Flug über den Atlantik. In der Vergangenheit wurde eine Statue der Amelia Earhart dort zeitweise gestohlen bzw. beschädigt und später wieder ersetzt. Heute erinnert unter anderem die ausgestellte DC-3 Spirit of Harbour Grace an diese Zeit und die Bedeutung des Ortes für die frühe transatlantische Luftfahrt.
Jetzt aber wirklich nach Hause! Noch einmal 130 Kilometer vor uns – und wieder kein einziger Elch. Dafür gab es einige Straßenabschnitte, auf denen wir uns nicht so ganz sicher waren, wie schnell man eigentlich fahren darf.
Gegen 20 Uhr zurück in Mount Pearl wurden die Kinder samt zwei Freundinnen von Emma erst einmal bei einer Eisdiele abgesetzt. Für uns ging es zusammen mit Heather und Fred in eine Brauerei.
Und dort lernte ich: Bier muss man hier nicht unbedingt einzeln im Glas bestellen. Man kann auch einfach einen großen Krug auf den Tisch stellen. Bei den vielen Gesprächen war der erstaunlich schnell leer – also musste Nachschub her. Fred bekam von mir natürlich noch ein Bier tschechischer Machart spendiert.
Für den nächsten Besuch steht der Plan jedenfalls schon: einmal die linke Seite und einmal die rechte Seite der Bierkarte durchprobieren. 😁
Gegen 23 Uhr waren wir endlich wieder zu Hause. Aber wie so oft gab es noch so viele Gespräche und Themen, dass erst gegen Mitternacht wirklich Schluss war.
Was für ein langer – aber richtig schöner – Tag.Baca selengkapnya
Tag 14 – Abschied von Mount Pearl
14 Agustus, Kanada ⋅ ☀️ 23 °C
Heute hieß es erst einmal wieder ausschlafen und ganz in Ruhe frühstücken. Danach fuhren wir gemeinsam mit Heather zu Costco – und allein der Besuch war schon ein Erlebnis. Einkaufen kann man hier nur mit einer Mitgliedschaft und dafür bekommt man gefühlt alles in XXL: Lebensmittel, Kleidung, Elektronik und Haushaltswaren – und natürlich Packungsgrößen, bei denen man sich als Deutscher erst einmal fragt, wer das alles essen soll.
Wir erfuhren aber auch, warum solche Mengen hier durchaus Sinn ergeben. Viele Menschen wohnen deutlich weiter von den großen Einkaufsmöglichkeiten entfernt und kaufen deshalb nur alle paar Wochen richtig groß ein. Trotzdem: Die Dimensionen sind einfach beeindruckend! Natürlich landete auch bei uns das eine oder andere im Einkaufswagen – immer mit dem Gedanken im Hinterkopf: Das Zeug muss irgendwann auch wieder nach Deutschland!
Nach einem kleinen Mittagessen in der Mall ging es zurück nach Hause. Jetzt wurde es ernst: Koffer packen für Teil zwei unserer Reise. Zum Glück müssen wir im Auto nicht auf jedes Kilo achten. Dabei stellten wir allerdings fest, dass wir in den vergangenen Tagen doch schon einiges gekauft haben. Ein Rucksack besteht inzwischen gefühlt nur noch aus Nerds. 😁
Am Abend wollten wir uns bei Heather und Fred für die gemeinsame Zeit bedanken und luden die beiden zum Essen bei Montana's BBQ & Bar ein. Die Portionen waren – wie sollte es anders sein – riesig, aber vor allem richtig lecker. Noch wichtiger waren die vielen Gespräche und das gemeinsame Lachen. Es war ein richtig schöner Abschluss unserer Zeit hier.
Obwohl es inzwischen dunkel war, musste anschließend noch ein Spaziergang sein. Emma wollte uns unbedingt eine ihrer üblichen Runden zeigen, die sie während ihrer Zeit hier oft gelaufen war. Noch einmal gemeinsam durch die Straßen zu gehen und die Umgebung zu sehen, die für sie so lange Alltag gewesen war, hatte etwas ganz Besonderes.
Danach hieß es langsam Abschied nehmen. Fred musste am nächsten Morgen wieder arbeiten und so war heute Abend bereits unser Abschied von ihm gekommen.
Und genau da merkte man, dass diese Tage in Mount Pearl eben nicht einfach nur ein Teil unseres Urlaubs waren.
Wir sind hier angekommen und kannten Heather und Fred eigentlich nur aus Erzählungen. Jetzt fahren wir weiter und haben das Gefühl, Menschen kennengelernt zu haben, die wir wirklich sehr mögen und die uns ebenfalls ins Herz geschlossen haben. Aus einem Besuch ist in diesen Tagen irgendwie viel mehr geworden.
Deshalb konnte ich Fred auch eines mit Sicherheit versprechen:
Wir kommen wieder.
Gegen 22:30 Uhr gingen die Lichter aus. Morgen beginnt mit unserem Roadtrip Richtung Norden ein ganz neuer Teil unserer Reise – aber ein kleines Stück von uns bleibt definitiv hier in Mount Pearl.Baca selengkapnya
Tag 15 – Jetzt beginnt unser Roadtrip
15 Agustus, Kanada ⋅ 🌧 16 °C
Heute hieß es gegen 7:30 Uhr aufstehen, die letzten Sachen zusammenpacken und dann sollte endlich der zweite Teil unserer Reise beginnen: unser Roadtrip Richtung Norden.
Ganz so schnell kamen wir allerdings noch nicht los. Zuerst fuhren wir noch einmal bei Heather auf der Arbeit vorbei, um den Schlüssel abzugeben und uns endgültig zu verabschieden. Wie dieser Abschied ablief, könnt ihr euch wahrscheinlich vorstellen. Nach den vergangenen Tagen fiel das nicht gerade leicht. Aber eines steht fest:
Wir kommen wieder!
Danach ging es noch kurz bei Emmas Freundin vorbei. Auch hier hieß es Tschüss sagen – natürlich verbunden mit der Einladung, uns irgendwann in Deutschland zu besuchen.
Jetzt aber: Tank voll und ab auf den Trans-Canada Highway 1. Bei gemütlichen 100 km/h ging es Richtung Norden. Unser erster richtiger Abstecher führte uns noch einmal nach Brigus. Ein Souvenir musste natürlich noch mit – und endlich habe ich mein eigenes Newfoundland-Nummernschild. 😁 Jetzt fehlt auf unserer weiteren Reise eigentlich nur noch der Elch am Straßenrand.
In Whitbourne legten wir den nächsten kurzen Stopp ein. Besonders auffällig ist dort die alte Eisenbahnlokomotive mit ihrem riesigen Schneepflug – eine Erinnerung an die Zeit der Newfoundland Railway. Gerade dieser massive Pflug lässt erahnen, was Winter, Schnee und Wind für den damaligen Eisenbahnbetrieb auf der Insel bedeutet haben müssen.
Weiter ging es nach Arnold's Cove, einem kleinen Küstenort an der Placentia Bay. Der Ort ist eng mit Fischerei und Industrie verbunden und für uns vor allem ein schöner kurzer Zwischenstopp auf dem Weg Richtung Trinity.
In Clarenville meldete sich dann der Hunger. Große Besichtigung gab es diesmal nicht – stattdessen folgten wir einer Restaurantempfehlung von ChatGPT. Man muss schließlich Prioritäten setzen. 😁
Gegen 18:30 Uhr erreichten wir schließlich Port Rexton bei Trinity und bezogen unsere Unterkunft für die nächsten zwei Nächte. Port Rexton ist ein kleiner Küstenort auf der Bonavista-Halbinsel mit nur wenigen hundert Einwohnern. Bekannt ist der Ort vor allem als Ausgangspunkt für den Skerwink Trail, einen der bekanntesten Küstenwanderwege Neufundlands mit spektakulären Klippen und Felsformationen. Außerdem befindet sich hier mit der Port Rexton Brewing Company eine der bekannten kleinen Craftbeer-Brauereien der Insel.
Natürlich musste trotz Wind und Nieselregen noch ein Spaziergang durch den Ort sein. Das Wetter war nicht gerade einladend, aber davon lassen wir uns inzwischen nicht mehr wirklich beeindrucken. Im Ort fand eigentlich gerade ein kleines Fest statt, doch vermutlich wetterbedingt war bereits fast alles abgebaut.
Damit war für heute Schluss. Nach den vielen Tagen rund um St. John's fühlt es sich jetzt tatsächlich so an, als hätte ein ganz neuer Abschnitt unserer Reise begonnen.
Gegen 22 Uhr gingen die Lichter aus, denn morgen wartet schon das nächste Ziel auf uns:
Bonavista!Baca selengkapnya
Tag 16 – Endlich Puffins! 🐧
16 Agustus, Kanada ⋅ ☁️ 16 °C
Heute hieß es gegen 8 Uhr aufstehen, fertig machen und erst einmal etwas zum Frühstücken finden. Gar nicht so einfach hier in der Gegend, aber irgendwann wurden wir fündig und konnten gestärkt zu einem der Highlights unseres Roadtrips starten: Puffins!
Unser Ziel war Elliston bei Bonavista. Unterwegs mussten wir natürlich immer wieder anhalten, um die Landschaft zu genießen. An einem kleinen Parkplatz entdeckten wir sogar eine Brücke, die vielversprechend in den Wald führte – nur einen Weg dahinter gab es irgendwie nicht. 😁
Dann waren wir endlich in Elliston angekommen. Der Ort bezeichnet sich selbst als „Root Cellar Capital of the World“, bekannt ist er aber auch als einer der besten Orte Neufundlands, um Papageitaucher vom Land aus zu beobachten. Am Puffin Viewing Site brüten Tausende Atlantische Papageitaucher auf einer vorgelagerten Felseninsel. Mit etwas Glück kommen einzelne Tiere sogar sehr nah an die Besucher heran.
Und wir hatten Glück!
Schon in der Nähe unseres Parkplatzes entdeckten wir die ersten Puffins auf den Klippen. Natürlich wurden sofort die Kameras ausgepackt und fleißig fotografiert. Anschließend gingen wir weiter zum Aussichtsfelsen, von dem aus man einen fantastischen Blick auf die gegenüberliegenden Brutkolonien hat.
Hier hätten wir wirklich ewig bleiben können. Diese kleinen putzigen Vögel beim Starten, Landen und Herumwatscheln zu beobachten, machte einfach Spaß. Bestimmt eine Stunde verbrachten wir dort – und es fühlte sich deutlich kürzer an.
Danach ging es weiter nach Bonavista. Der Ort wird überall als eines der großen Ziele auf der Halbinsel angepriesen, hat uns persönlich aber nicht völlig umgehauen. Also weiter zum Cape Bonavista Lighthouse. Und siehe da: Auch hier gab es noch einmal Puffins zu sehen. Allerdings waren deutlich mehr Menschen unterwegs, sogar Reisebusse standen dort. Da waren wir uns schnell einig: Unser erster Stopp in Elliston hatte uns wesentlich besser gefallen.
Anschließend folgten wir weiter der Küste. Die ganz großen Highlights blieben zwar aus, aber die Landschaft war trotzdem wunderschön und natürlich durfte zwischendurch auch die Drohne wieder in die Luft.
Irgendwann meldete sich der Hunger. In unserer direkten Umgebung war allerdings nichts Passendes zu finden, also fuhren wir zurück Richtung Port Rexton. Dort machte uns ausgerechnet ein Reisebus einen Strich durch die Rechnung – das Restaurant war komplett voll. Also wieder ins Auto. Schließlich fanden wir am Highway doch noch ein Restaurant und konnten endlich gemütlich zu Abend essen.
Danach wollten wir noch zum Lighthouse bei Port Rexton. Die rund acht Kilometer lange Zufahrt stellte sich allerdings als ziemlich holpriges Abenteuer heraus. Die Straße war teilweise wirklich schlecht, aber wir kämpften uns durch. Auf dem Rückweg durfte die Drohne noch einmal steigen und lieferte uns einen tollen Blick über die Landschaft rund um unseren Urlaubsort.
Zurück in der Unterkunft war der Tag aber noch nicht vorbei. In Port Rexton fand gerade ein Festival statt und für den Abend war ein Feuerwerk angekündigt. Also wieder raus und warten.
Und warten.
Nach ungefähr einer Stunde hatten wir langsam das Gefühl, dass die Feuerwehrleute vielleicht noch nach einem Feuerzeug suchten. 😁 Dann ging es endlich los – und wir wurden mit rund zwölf Minuten Feuerwerk belohnt. Das Warten hatte sich tatsächlich gelohnt.
Zurück in der Unterkunft wurde noch schnell der nächste Tag geplant und gegen 23 Uhr gingen die Lichter aus.
Morgen heißt es wieder: Koffer packen und weiter auf unserem Roadtrip durch Neufundland.Baca selengkapnya
Tag 17 – Weiter nach Twillingate
17 Agustus, Kanada ⋅ ⛅ 14 °C
Heute hieß es gegen 7:15 Uhr aufstehen, die letzten Sachen einpacken und das Auto beladen. Nach einer kleinen Schrecksekunde wegen eines elektrischen Gerätes war schließlich alles verstaut und wir konnten starten. Erstes Ziel: Frühstück! Das sollte allerdings schwieriger werden als gedacht.
Unser erster Versuch führte uns zu einem Campingplatz. Kaffee gab es zwar, aber die süßen Teilchen überzeugten uns nicht wirklich. Also weiter Richtung Highway – der nächste Tim Hortons wird schon kommen.
Tja… kam er nicht. 😁
Also fuhren wir tatsächlich bis Gander ohne richtiges Frühstück. Ein paar Cookies aus unseren Vorräten mussten unterwegs als Notration herhalten. Dafür zeigte sich Neufundland heute teilweise bei strahlend blauem Himmel. Wir hielten immer wieder an kleinen Aussichtspunkten und genossen die Landschaft. Selbst die 100 km/h auf dem Highway fühlen sich inzwischen richtig entspannt an. Überholt wird hier übrigens auch mal ganz selbstverständlich über die Gegenfahrbahn – für uns immer noch etwas gewöhnungsbedürftig.
Nach rund 150 Kilometern erreichten wir endlich Gander und damit natürlich zuerst: Tim Hortons!
Anschließend besuchten wir das North Atlantic Aviation Museum. Besonders beeindruckend ist dort die Ausstellung „Safe Haven“ über den 11. September 2001. Nachdem der US-Luftraum infolge der Terroranschläge geschlossen worden war, wurden mehr als 200 Flugzeuge nach Kanada umgeleitet – 42 davon landeten allein in Gander. Plötzlich mussten die kleine Stadt und die umliegenden Gemeinden Tausende gestrandete Passagiere versorgen und unterbringen. Das Museum erzählt nicht nur von den Flugzeugen, sondern vor allem von der unglaublichen Hilfsbereitschaft der Menschen in dieser außergewöhnlichen Woche. (Naam Museum Gander)
Noch schnell Wasser gekauft und dann ging es wieder auf den Highway – diesmal Richtung Twillingate. Unterwegs legten wir noch einen kleinen Zwischenstopp ein und wanderten einen kurzen Trail rund um einen See. Genau solche spontanen Stopps gefallen uns inzwischen richtig gut.
Kurz vor unserer Unterkunft hielten wir noch bei einem Anbieter für Wal- und Bootstouren. Wir hatten ihm bereits eine E-Mail geschickt und wollten einfach einmal persönlich nachfragen, ob sie angekommen war. War sie – er würde sich melden. Na dann sind wir mal gespannt!
In Twillingate angekommen, bezogen wir zunächst unsere Unterkunft. Und siehe da: Die Kinder haben ihr eigenes Zimmer und die Eltern auch. Luxus! 😁
Da wir zeitlich noch gut unterwegs waren, fuhren wir gleich weiter zum Long Point Lighthouse bei Crow Head. Der Leuchtturm wurde bereits 1876 erbaut und steht hoch über der Notre Dame Bay. Von hier hat man einen fantastischen Blick über den Atlantik und mit etwas Glück lassen sich sogar Wale und Eisberge beobachten. Rund um den Leuchtturm beginnen außerdem mehrere Wanderwege entlang der rauen Küste – davon wollen wir in den nächsten Tagen definitiv noch den einen oder anderen ausprobieren. (Newfoundland und Labrador)
Danach meldete sich der Hunger und es gab wieder richtig frischen Fisch – und für den Vater der Familie natürlich ein Bier. 🍺 Dabei stellten wir fest, dass Twillingate doch etwas größer ist, als wir zunächst gedacht hatten. Restaurants sollten wir hier in den nächsten Tagen also problemlos finden.
Zurück in der Unterkunft trafen wir uns noch einmal im Kinderzimmer zur kleinen Familien-Reiseplanung. Die kommenden zwei Tage wurden besprochen und für den Gros-Morne-Nationalpark haben wir bereits eine Bootstour gebucht. Jetzt fehlt nur noch unsere Wal- und Eisbergtour hier in Twillingate. Sollte morgen keine Antwort kommen, suchen wir uns einen anderen Anbieter.
Gegen 22:30 Uhr gingen schließlich die Lichter aus.
Twillingate – wir sind gespannt, was du uns in den nächsten zwei Tagen zeigst!Baca selengkapnya
Tag 18 – Wandern rund um Twillingate
18 Agustus, Kanada ⋅ ☁️ 18 °C
Heute ließen wir es etwas ruhiger angehen. Erst gegen 9 Uhr hieß es aufstehen und anschließend gemütlich frühstücken – mit Blick auf die Hafenzufahrt von Twillingate. So kann ein Tag beginnen.
Das heutige Programm war einfach: wandern, wandern, wandern! Bei Wolken, ordentlich Wind und hin und wieder etwas Sonne suchten wir uns natürlich gleich eine etwas anspruchsvollere Tour heraus. Laut Internet allerdings nur „moderat“. 😁
Los ging es wieder am Long Point Lighthouse. Von dort führte uns der Trail hinunter auf das felsige Plateau vor dem Leuchtturm. Die Wanderwege rund um Twillingate sind erstaunlich gut ausgebaut und führen immer wieder direkt an der spektakulären Küste entlang.
Allerdings sollte das Schuhwerk schon etwas aushalten können – sonst kommen schnell Kommentare wie: „Meine Füße sind nass!“ oder „Meine Hose wird dreckig!“ Leute, wir sind wandern! 😁
Dafür wurden wir mit fantastischen Ausblicken auf den Atlantik belohnt. Wale konnten wir leider keine entdecken, aber dafür genossen wir die Stille – wenn man den ziemlich lauten Wind einmal ausblendet. Immerhin begegneten uns ein Hase und sogar ein Mini-Hase. Der ersehnte Elch blieb weiterhin verschwunden. Rund um die felsigen Klippen des Leuchtturms war die Chance darauf allerdings auch eher überschaubar.
Beim nächsten geplanten Stopp begann es zu regnen. Also fuhren wir erst einmal etwas durch Twillingate und entschieden uns anschließend für eine Runde um einen kleinen See. Der Weg wurde speziell als gut zugänglicher Spazier- und Erholungsweg in der Nähe des Krankenhauses angelegt – eine deutlich gemütlichere Runde als unsere erste Wanderung.
Aber zwei Trails waren uns natürlich noch nicht genug.
Für Nummer drei ging es etwas weiter Richtung Süden. Anfangs waren wir uns nicht ganz sicher, ob wir überhaupt richtig waren, fanden den Weg dann aber doch. Wieder führte uns der Rundweg am Wasser entlang – diesmal entdeckten wir sogar Muscheln. Eine richtig schöne, ruhige Runde. Eines steht inzwischen fest: Rund um Twillingate gibt es noch einige Trails, die wir gerne ausprobieren würden.
Mittlerweile war es gegen 16 Uhr und uns fiel auf: Mittagessen hatten wir irgendwie vergessen. Entsprechend groß war der Hunger. Also Navi an, Restaurant mehr oder weniger nach dem Namen ausgesucht – und Volltreffer! Das Essen war wieder einmal, wie man hier so schön sagt, delicious. So gut, dass wir beschlossen haben, morgen direkt wiederzukommen. Und wenn man schon einmal da ist, kann man natürlich auch gleich noch den Souvenirshop etwas plündern.
Danach folgte noch ein kurzer Besuch im Liquor Store. In Neufundland bekommt man stärkeren Alkohol nicht einfach im normalen Supermarkt, sondern überwiegend in speziell lizenzierten Geschäften. Auch in manchen Lokalen gelten besondere Regeln für Minderjährige, sobald der Schwerpunkt am Abend stärker auf dem Alkoholausschank liegt. Unsere Kinder mussten bei unserem Einkauf jedenfalls draußen bleiben – wäre doch auch mal ein interessantes Konzept für Deutschland. 😉
Zurück in unserer Unterkunft hieß es dann ganz bewusst: nichts mehr müssen. Jeder konnte machen, worauf er Lust hatte. Nach mittlerweile 18 Tagen unterwegs war das wahrscheinlich genau die richtige Entscheidung.
Ein paar Postkarten wurden noch geschrieben – mal schauen, ob die irgendwann tatsächlich in Deutschland ankommen – und die Planung für morgen erledigten wir auch noch.
Gegen 22 Uhr war Feierabend.
Vielleicht klappt es morgen ja endlich mit unserem großen noch fehlenden Newfoundland-Highlight:
Ein Elch? 🫎Baca selengkapnya

PelancongDas stimmt, aber es soll hier welche geben und wenn man lange genug in den Wald schaut sieht man auch einen, so kommt es mir bald vor 🫣
Tag 19 – Auf der Suche nach Trails und Elchen 🫎
19 Agustus, Kanada ⋅ 🌧 17 °C
Heute hieß es gegen 8:30 Uhr aufstehen. Unser Plan: etwas ins Landesinnere fahren und ein oder zwei Trails laufen. Frühstück gab es wieder im Hotel – es war gestern einfach zu lecker. Und so viel sei schon verraten: Morgen gehen wir wieder hin. 😁
Danach ab ins Auto und rund 95 Kilometer Richtung Landesinnere. Unser Chrysler-Navi hatte allerdings andere Pläne und führte uns erst einmal an einen Ort, an dem natürlich kein Trail startete. Also Google befragt und weiter zu einem Provincial Park. Dort angekommen stellte sich heraus: hauptsächlich Campingplatz. Der junge Student am Eingang hätte uns zwar einfach durchfahren lassen, aber nur kurz am Wasser stehen und schauen war uns die Zeit nicht wert.
Also kam AllTrails zum Einsatz. Wir fanden einen rund 4,6 Kilometer langen Rundweg um einen kleinen See. Auch dort gab es einen Campingplatz und wir stellten das Auto etwas kreativ ab – später fanden wir natürlich heraus, dass es auch einfacher gegangen wäre.
Die Runde um den See war schön und entspannt. Ein kleiner Aussichtsturm lag ebenfalls am Weg – die Aussicht war jetzt nicht gerade weltbewegend, aber wenn er schon da steht, geht man natürlich hoch. 😁 Ein Teil des Trails war außerdem gesperrt und so lernten wir heute ein wichtiges Wort: DETOUR. Nach der Umleitung standen am Ende über fünf Kilometer auf der Uhr.
Jetzt hatten wir uns Tim Hortons verdient.
Und wieder zeigte sich: Die Welt ist ein Dorf. Dort trafen wir tatsächlich den jungen Mann wieder, den wir bereits in Twillingate kennengelernt hatten und der mit seiner Familie fünf Monate durch Nordamerika reist. Er war ebenfalls rund eine Stunde für Tim Hortons gefahren. Verständlich – ist einfach lecker!
Auf dem Rückweg wollten wir noch einen Abstecher zum Dildo Run Provincial Park machen. Aber auch hier: Campingplatz und keine für uns erkennbare Möglichkeit, einfach irgendwo zu parken und ans Wasser zu laufen. Also weiter Richtung Twillingate.
Dort besuchten wir das Durrell Museum. Das kleine Heimatmuseum befindet sich in einem ehemaligen Schulgebäude und erzählt mit vielen Alltagsgegenständen, Werkzeugen und Erinnerungsstücken vom früheren Leben rund um Twillingate. Bekanntestes Ausstellungsstück ist ein Eisbär, der 2000 auf einer Eisscholle bis in die Gegend von Twillingate gelangte.
Und weil wir gestern noch nicht genug gewandert waren, suchten wir uns anschließend noch einen kurzen Trail aus dem Rockcut Twillingate Trails-Netzwerk. Rund um Twillingate verbinden diese Wege zahlreiche Küstenabschnitte, Aussichtspunkte und alte Pfade miteinander. Viele davon führen direkt über die felsige Landschaft oberhalb des Atlantiks – und genau deshalb sind die Ausblicke teilweise unglaublich.
Unsere Runde war nur etwa 2,6 Kilometer lang, aber was sollen wir sagen: gigantisch! Fantastische Aussichten und dazu deutlich weniger anstrengend als unsere Tour gestern. Genau unser Ding.
Danach ging es zum Abendessen wieder in dasselbe Restaurant wie gestern. Und wieder war es einfach nur delicious. Ein kleines Drama gab es trotzdem: Der angeschlossene Shop schloss bereits um 18:30 Uhr und Paul konnte seinen ausgesuchten Hoodie nicht mehr kaufen. Aber keine Sorge – vor unserer Abreise wird das noch erledigt!
Zurück im Hotel wurde kurz der nächste Tag geplant und zwei Anbieter für Wal- und Bootstouren angeschrieben. Danach wollten wir den Tag noch oben am Long Point Lighthouse beim Sonnenuntergang ausklingen lassen.
Unser Platz war perfekt, das Meer spiegelglatt – nur die Wolken spielten nicht mit. Trotzdem war es wunderschön, dort oben zu sitzen und einfach aufs Wasser zu schauen. Jetzt hätte eigentlich nur noch ein Wal auftauchen müssen…
Aber vielleicht hebt sich Neufundland dieses Highlight ja für unsere Bootstour auf. 🐋
Zurück im Hotel wurden schon ein paar Sachen gepackt und gegen 22:30 Uhr gingen die Lichter aus.Baca selengkapnya
Tag 20 – Richtung Gros Morne und ein Geburtstag am
20 Agustus, Kanada ⋅ ☁️ 17 °C
Heute hieß es um 7:30 Uhr aufstehen, die letzten Sachen packen und natürlich zum dritten Mal in Folge das leckere Frühstück im Hotel genießen. Danach wurde das Auto beladen, noch schnell bei der Post angehalten – einige Postkarten sind schon unterwegs, weitere kamen heute dazu – und natürlich musste Paul noch seinen Hoodie bekommen, den er gestern nicht mehr kaufen konnte.
Jetzt aber los! Wobei … zuerst natürlich Tim Hortons. Schließlich brauchten wir unsere Lemonade with Strawberry Mojito und die Mädels ihren Eiskaffee. Dann lagen erst einmal rund 208 Kilometer auf dem Trans-Canada Highway 1 vor uns. Der Highway 1 ist die wichtigste Ost-West-Verbindung Neufundlands und führt auf rund 900 Kilometern von St. John’s bis zur Fähre in Port aux Basques. Über weite Strecken geht es durch fast unbewohnte Landschaft – Wald, Seen und jede Menge Natur. Mit gemütlichen 100 km/h lässt es sich hier inzwischen wunderbar entspannt fahren.
Und natürlich hielten wir auch heute wieder fleißig Ausschau nach unserem inzwischen heiß ersehnten Elch. Kilometer um Kilometer Wald, Warnschilder vor Elchen – aber was sehen wir? Keinen einzigen Elch! Langsam fragen wir uns wirklich, ob die sich alle vor uns verstecken. 🫎
Dafür gab es eine Begegnung mit der Tierwelt, auf die wir gerne verzichtet hätten. Während der Fahrt flog plötzlich ein Vogel vor unser Auto. Wir schauten uns noch an und sagten: „Ich glaube, der Vogel hat es nicht geschafft.“ Beim nächsten Halt dann die traurige Gewissheit: Er klebte tatsächlich vorne im Kühlergrill. Und nein – er machte natürlich keinen Mucks mehr. 😬
Unser geplanter Zwischenstopp war Grand Falls-Windsor. Die Stadt liegt ziemlich zentral auf der Insel und ist stark durch den Exploits River geprägt. Besonders bekannt ist hier das Salmonid Interpretation Centre, an dem man Atlantische Lachse auf ihrer Wanderung flussaufwärts beobachten kann. Über eine Fischtreppe überwinden sie das Hindernis bei den Wasserfällen und setzen ihren Weg zu ihren Laichgebieten fort.
Und genau das konnten wir beobachten. Es war beeindruckend, mit welcher Kraft die Lachse gegen die Strömung kämpften und die einzelnen Stufen überwanden. Danach gab es für uns zwar keinen Lachs, aber erst einmal ein Eis. 😁
Weiter ging es Richtung Deer Lake. Bevor wir dort vom Highway abbogen, musste natürlich noch einmal Tim Hortons herhalten. Limonade und Eiskaffee waren schließlich längst leer. Vorräte aufgefüllt und weiter Richtung Norden.
Nach etwa 50 Kilometern fuhren wir in den Gros-Morne-Nationalpark – und die Landschaft änderte sich schlagartig. Die Straße führt mitten durch den Nationalpark und schon die ersten Kilometer machten deutlich, warum Gros Morne zu den bekanntesten Landschaften Neufundlands gehört. Hohe Berge, riesige Waldflächen und eine unglaubliche Weite – ein gewaltiger Unterschied zum Süden der Insel.
Natürlich hielten wir an mehreren Lookouts. Einfach aussteigen, schauen und versuchen, diese Dimensionen irgendwie auf Fotos festzuhalten.
Schließlich erreichten wir den Sankt-Lorenz-Golf und folgten der Küste die letzten Kilometer bis Cow Head. Unsere Vorstellung von dieser Küste war vorher zwar etwas anders gewesen, beeindruckend war die Strecke trotzdem: auf der einen Seite das Meer, auf der anderen die hohen Berge von Gros Morne.
In Cow Head angekommen, wartete dann eine richtig schöne Überraschung. Unsere beiden Zimmer lagen direkt am Meer. Tür auf – und ungefähr fünf Meter weiter begann schon der Strand. Besser geht es eigentlich kaum.
Zum Abendessen blieben wir direkt im Hotelrestaurant. Auf den letzten rund 30 Kilometern hatten wir sowieso kein anderes Restaurant mehr gesehen – und die Entscheidung war goldrichtig. Das Essen war wieder einmal delicious.
Und heute gab es schließlich noch etwas zu feiern: Wir hatten ein Geburtstagskind dabei! Ein kleiner Hinweis an die Bedienung genügte und plötzlich sang das gesamte Restaurant „Happy Birthday“. Damit hatte das Geburtstagskind wohl nicht gerechnet. 😁 Danke für diesen schönen Moment!
Wenn das Meer schon direkt vor der Zimmertür liegt, muss man natürlich auch hinein. Also Badehose an und ab in den Sankt-Lorenz-Golf. Stefan und Paul trauten sich tatsächlich ins Wasser. Sooo kalt fühlte es sich zunächst gar nicht an – zumindest bis man wieder herauskam. Danach ging es ziemlich schnell unter die warme Dusche. Zum Glück waren es vom Strand bis ins Badezimmer nur wenige Meter.
Den Geburtstag ließen wir anschließend noch gemütlich mit einem Iceberg Vodka und einem Iceberg Beer ausklingen – passender geht es in Neufundland wahrscheinlich kaum.
Noch kurz den nächsten Tag geplant und gegen 22:30 Uhr war Schicht im Schacht.
Gute Nacht aus Cow Head – direkt vom Meer. 🌊Baca selengkapnya
Tag 21 – Endlich Elche! Oder doch nicht? 😁
21 Agustus, Kanada ⋅ ☁️ 20 °C
Heute begann der Tag gegen 8 Uhr. Nach einem ausgiebigen Frühstück hieß es Koffer und Auto packen und dann ab auf den Highway. Rund 310 Kilometer Richtung Norden lagen vor uns – eigentlich sollte heute also nicht allzu viel passieren.
Auch das Wetter hatte endlich ein Einsehen mit uns. Die Sonne strahlte so kräftig, dass wir irgendwann sogar das Schiebedach abdunkelten. Heute also kein „Himmelblick“ während der Fahrt.
Unser erster Halt war der Arches Provincial Park. Direkt an der Küste hat das Meer hier über Jahrtausende mehrere große Bögen aus dem Kalkstein herausgearbeitet. Bei Ebbe kann man bis an die Felsformationen heranlaufen und teilweise direkt unter den gewaltigen Bögen stehen. Schon verrückt, was Wasser und Zeit aus einem Felsen machen können. Und als kleiner Fun Fact: Hier wurden heute sogar ein paar Frösche verteilt. 😁
Danach ging es weiter auf der Küstenstraße – mal durch ziemlich karge Landschaft, dann wieder durch dichte Waldabschnitte.
Unser nächster größerer Stopp war Point Riche Lighthouse bei Port au Choix. Der Leuchtturm steht auf einer weitgehend offenen Landzunge am Sankt-Lorenz-Golf und ist schon wegen seiner ungewöhnlichen achteckigen Form ein Hingucker. Die Gegend um Port au Choix ist außerdem archäologisch besonders bedeutend: Hier lebten über Tausende Jahre verschiedene indigene Kulturen, deren Spuren bis heute erhalten sind.
Und dann passierte es!
ELCHE! 🫎
Endlich! Da liefen tatsächlich mehrere Tiere ganz gemütlich in der Nähe des Leuchtturms herum. Kameras raus und natürlich jede Menge Fotos.
Nur… irgendwie sahen unsere Elche etwas anders aus.
Es waren Karibus. 😂 Karibus gehören zwar wie Elche zur Familie der Hirsche, sind aber deutlich kleiner und schlanker. Besonders ist, dass bei Karibus sowohl die Männchen als auch die Weibchen ein Geweih tragen können.
Und wir hatten richtig Glück: Die Tiere ließen sich überhaupt nicht von uns beeindrucken und liefen teilweise nur etwa drei Meter an uns vorbei. Ein fantastisches Erlebnis – auch wenn unsere Elch-Statistik damit weiterhin bei null bleibt.
Nach ungefähr einer halben Stunde ging es weiter Richtung Norden. Einen Stopp wollte ich unbedingt noch machen: St. Barbe, von wo die Fähre nach Labrador übersetzt. Die Überfahrt über die Strait of Belle Isle dauert ungefähr 1¾ Stunden – Labrador liegt also plötzlich erstaunlich nah.
Mein Vorschlag, morgen einfach mal rüberzufahren, wurde allerdings erstaunlich schnell abgelehnt. 😁
Wir hatten perfektes Timing, denn gerade als wir dort waren, kam die Fähre aus Labrador an. Natürlich mussten wir warten und fotografieren. Bevor sich vorne das große „Maul“ öffnete und sämtliche Autos herauskamen, machten wir uns lieber wieder auf den Weg. Wir wollten schließlich nicht hinter der kompletten Fährenladung herfahren.
Danach wurde es auf der Straße wieder richtig ruhig. Also starteten wir unsere inzwischen traditionelle Verkehrszählung:
15 Minuten: 19 Autos.
30 Minuten: 38 Autos.
45 Minuten: 67 Autos.
Dann mussten wir leider abbiegen. Wissenschaftliche Studie beendet. 😁
Nach einigen Baustellen und insgesamt rund 310 Kilometern erreichten wir gegen 16:30 Uhr unsere Unterkunft im Norden. Unsere Cabin hatte gleich drei Schlafzimmer – also erst einmal Zimmerverteilung.
Beim Einchecken folgte allerdings die schlechte Nachricht: Das Restaurant blieb wegen eines fehlenden Kochs geschlossen. Kein Abendessen – und morgen auch kein Frühstück.
Also Navi an.
Nächstes Restaurant: 25 Kilometer entfernt.
Perfekt. Wir waren heute schließlich noch nicht genug Auto gefahren. 😂 Also alles ausgeladen und wieder rein ins Auto Richtung St. Anthony. Dort entschieden wir uns für Pizza und anschließend ging es noch in den Supermarkt, damit wenigstens das Frühstück für morgen gesichert war.
Währenddessen durfte in unserer Cabin die Waschmaschine arbeiten. Vier Wochen Neufundland funktionieren schließlich doch nicht ganz ohne Waschtag.
Am Abend wurde mit den Kindern noch Skyjo gespielt, während draußen die GoPro den Sonnenuntergang aufnahm. Danach wurde sie gleich für den Sternenhimmel umgebaut. Mal schauen, was dabei herauskommt.
Gegen 22:45 Uhr war endlich auch der letzte Trockner fertig und wir konnten ins Bett.
Morgen wartet schließlich ein weiteres großes Highlight: Eine kleine, privat geführte Bootstour soll uns hoffentlich zu Walen bringen. 🐋
Von den Eisbergen haben wir uns inzwischen fast verabschiedet. Selbst über die offiziellen Seiten sind aktuell kaum brauchbare Sichtungen zu finden.
Aber wer weiß – Neufundland hat uns inzwischen oft genug überrascht.Baca selengkapnya
Tag 22 – Keine Wale, dafür plötzlich Fischer 🎣🐋
22 Agustus, Kanada ⋅ ☀️ 19 °C
Heute hieß es gemütlich gegen 8:30 Uhr aufstehen. Und tatsächlich gab es heute eine Premiere auf unserer Reise: Zum ersten Mal frühstückten wir direkt in unserer Unterkunft. Danach ging es nach St. Anthony, denn heute stand etwas auf dem Programm, auf das wir uns schon richtig gefreut hatten – unsere Bootstour mit Iceberg Alley Boat Tours.
Im Office wurden wir herzlich begrüßt und plauderten erst einmal eine Weile, bis unser Kapitän Keith eintraf. Noch einmal schnell zur Toilette und dann runter zum Hafen. Ein weiterer Gast gesellte sich zu uns und auch die Chefin stieg – mit einer Tablette gegen Seekrankheit intus – mit ins Boot. 😁 Vorher war klar abgesprochen: Sollte das Meer auf den ersten Kilometern zu unruhig werden, drehen wir wieder um.
Aber das Meer meinte es zunächst gut mit uns und so konnte es losgehen.
Unser erster Stopp führte uns zu einer Höhle, zu der Keith eine unglaubliche Geschichte erzählte. Vor Jahrzehnten soll dort ein Mann namens Billy mit seinem Ruderboot gekentert sein und sieben Tage in dieser Höhle ausgeharrt haben, bevor er gerettet wurde. Seine Hilferufe wurden von vorbeifahrenden Booten offenbar lange nur für ein Echo gehalten. Allein mit unserem kleinen Boot vor dieser Höhle zu liegen und sich das vorzustellen, war schon ziemlich beeindruckend.
Dann ging es hinaus aufs offene Meer.
Ab jetzt hieß es: Horizont beobachten! Irgendwo musste doch eine Fontäne auftauchen. Denn wo Wasser in die Luft schießt, könnte unser ersehnter Wal sein. 🐋
Wir schauten, warteten – und froren. Aber keine Fontäne.
Keith entschied deshalb, die Stelle zu wechseln und mit uns in ein Gebiet zu fahren, in dem sich momentan mehr Fisch aufhalten sollte. Schließlich folgen auch die Wale ihrer Nahrung. Doch auch dort blieb der Horizont trotz angestrengter Beobachtung verdächtig ruhig.
Also änderte unser Kapitän kurzerhand das Programm: Dann gehen wir eben angeln!
Keith zeigte uns, wie es funktioniert – und keine zwei Minuten später hing der erste Fisch an der Angel. Nach zwei oder drei Demonstrationen durften wir selbst ran. Paul legte gleich ordentlich vor und zog eines der größten Exemplare aus dem Wasser. Besonders die Oberfläche und Zeichnung der Fische fand er faszinierend.
Dann war ich dran. Meine Aufgabe schien allerdings eher die Nachwuchsabteilung zu sein: Ich war für die kleinen Fische zuständig. 😂 Aber auch die wurden natürlich verwertet.
Bei unseren Fischen handelte es sich sehr wahrscheinlich um Atlantischen Kabeljau – Atlantic Cod. Die gesprenkelte Färbung, der kräftige Körper und die deutlich erkennbare helle Seitenlinie sind typisch für diese Art. Kabeljau ist für Neufundland weit mehr als einfach nur ein Fisch: Über Jahrhunderte prägte die Fischerei Wirtschaft, Küstenorte und das Leben der Menschen auf der gesamten Insel.
Nach ungefähr 15 bis 20 Fischen war unsere kleine Fangaktion beendet und Keith machte sich mit uns auf den Rückweg.
Jetzt zeigte der Atlantik allerdings etwas mehr von sich. Die Wellen waren teilweise ungefähr einen Meter hoch und unser kleines Boot bewegte sich deutlich stärker als auf der Hinfahrt. Auch das Spritzwasser nahm ordentlich zu und eine Sitzbank wurde kurzerhand geräumt, weil dort regelmäßig eine ordentliche Portion Meerwasser ankam.
Nach einer beherzten und schnellen Hafeneinfahrt endete unser Abenteuer nach etwa 27 Kilometern und zweieinhalb Stunden auf dem Wasser wieder in St. Anthony.
Wale haben wir leider keine gesehen. Dabei gilt gerade die Region rund um St. Anthony an der Great Northern Peninsula als ein guter Ausgangspunkt für Walbeobachtungen im Norden Neufundlands. In den Gewässern vor der Küste und Richtung Strait of Belle Isle können unter anderem Buckelwale, Zwergwale und andere Walarten vorbeiziehen – besonders wenn sich genügend Fische in der Gegend aufhalten. Aber Natur bleibt eben Natur: Eine Garantie gibt es nicht, und heute wollten sich die Wale vor St. Anthony einfach nicht zeigen. 🐋
Wir hätten unsere frisch gefangenen Fische sogar filetiert mitnehmen und später in unserer Cabin zubereiten können. Dafür hätten wir allerdings noch einiges an Zutaten kaufen müssen und der Aufwand war uns dann doch etwas zu groß.
Und trotzdem waren wir uns alle einig: Die Tour war richtig klasse! Keine Wale, keine Eisberge – dafür eine kleine persönliche Bootstour, Geschichten von Keith, Angeln mitten auf dem Atlantik und eine Erfahrung, die wir so schnell nicht vergessen werden. Beim nächsten Besuch auf Neufundland würden wir das definitiv wieder machen.
Danach brauchten wir erst einmal etwas Festes unter den Füßen – und natürlich Tim Hortons. Eine Kleinigkeit essen, etwas trinken und den Magen wieder vollständig davon überzeugen, dass sich der Boden jetzt nicht mehr bewegt. 😁
Anschließend wartete noch ein echtes Stück Weltgeschichte auf uns: L’Anse aux Meadows National Historic Site.
Hier an der äußersten Nordspitze Neufundlands wurden 1960 die Überreste einer etwa 1.000 Jahre alten nordischen Siedlung entdeckt. Sie gilt als frühester gesicherter Nachweis europäischer Anwesenheit in Nordamerika und als einzige eindeutig belegte Wikingersiedlung auf dem Kontinent. Die Nordmänner errichteten hier Gebäude aus Holz und Torf und verarbeiteten sogar Eisen. Seit 1978 gehört L’Anse aux Meadows zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Natürlich konnten wir einen solchen Ort nicht einfach nur anschauen – eine Wanderung musste auch noch sein. Nach rund 3,4 Kilometern waren wir wieder zurück. Und zum Glück hatte sich inzwischen auch der Magen nach unserer Bootstour wieder vollständig beruhigt.
Auf dem Rückweg ging es noch in ein Restaurant zum Essen und danach direkt zurück in unsere Cabin. Warum auch immer – plötzlich waren wir alle ziemlich müde. Zweieinhalb Stunden auf dem Atlantik scheinen doch mehr Energie zu kosten, als man denkt.
Ich schaute noch einmal nach, ob wir irgendwie auf die gegenüberliegende Insel kommen könnten, um von dort den Sonnenuntergang besser zu sehen. Das stellte sich allerdings als nicht wirklich machbar heraus.
Also blieb es bei drei Runden Kartenspielen und einem gemütlichen Abschluss unseres Tages.
Gegen 22:30 Uhr war dann endgültig Feierabend.
Morgen heißt es wieder Sachen packen und ab ins Auto. Denn jetzt wartet unser letztes großes Highlight dieser Reise:
der Gros-Morne-Nationalpark. ⛰️Baca selengkapnya
Tag 23 – Zurück in den Gros-Morne-Nationalpark ⛰️
23 Agustus, Kanada ⋅ ☀️ 18 °C
Heute hieß es gegen 8:30 Uhr aufstehen und erst einmal gemütlich in unserer Cabin frühstücken. Anschließend wurden die letzten Sachen gepackt und wieder im Auto verstaut. Unsere Reise konnte weitergehen – heute warteten rund 380 Kilometer bis zu unserer nächsten Unterkunft in Norris Point auf uns.
Und heute waren auch endlich wieder alle Akkus der Drohne voll. Auf den letzten Etappen unserer Reise wollte ich unbedingt noch ein paar schöne Aufnahmen von Neufundland aus der Luft bekommen – und das sollte heute tatsächlich klappen.
Unser Ziel war Norris Point im Gros-Morne-Nationalpark. Gros Morne gehört seit 1987 zum UNESCO-Weltnaturerbe und ist mit rund 1.800 Quadratkilometern einer der beeindruckendsten Nationalparks Kanadas. Besonders außergewöhnlich ist seine Geologie: Hier findet man Gestein, das ursprünglich tief aus dem Erdmantel stammt und durch die Bewegung der Erdplatten an die Oberfläche gelangte. Dazu kommen Fjorde, hohe Berge, Wälder und eine Küstenlandschaft, die sich immer wieder komplett verändert.
Über unsere heutige Fahrt gibt es ansonsten eigentlich gar nicht so viel zu erzählen. Tempomat auf ungefähr 90 km/h und immer schön die Augen auf die Straße: Schlaglöcher und Bremsspuren der anderen Autos waren inzwischen ein ziemlich zuverlässiges Warnsystem für die teilweise heftigen Bodenwellen.
Es ging wieder lange an der Küste entlang und durch teilweise extrem windige Gebiete. Und natürlich hielten wir weiterhin Ausschau nach einem Elch.
Ergebnis: wieder keiner! 🫎
Aber wenn man bedenkt, was wir inzwischen alles über Zusammenstöße mit Elchen gehört haben, ist es vielleicht gar nicht so schlecht. Dann lieber keinen Elch am Straßenrand und dafür den Mietwagen am Ende unserer Reise wieder heil zurückgeben.
Dafür bekam heute die Drohne ihren großen Auftritt. Insgesamt gab es drei Drohnenstopps. Einmal an der für diese Strecke so typischen Küste, wo sie dank wenig Wind wunderbar fliegen konnte. Dann an einem breiten Fluss mit fantastischem Blick auf das Hinterland. Mein persönliches Highlight war aber ein kleiner Fluss, den ich ganz alleine und ohne störende Zuschauer entlangfliegen konnte. Genau auf solche Aufnahmen hatte ich gehofft.
Und heute geschah tatsächlich etwas Überraschendes: Wir waren richtig pünktlich an unserer Unterkunft!
Nur wollte uns niemand reinlassen. 😁
Das Office war nicht besetzt, sämtliche Türen standen aber offen und selbst auf den Computer im Büro konnte ich einen Blick werfen. Mein Name stand dort – wir waren also definitiv richtig. Und wir wussten jetzt auch: Unsere Cabin kostet 250 kanadische Dollar pro Nacht.
Da niemand auftauchte, machten wir eben das, was wir inzwischen ziemlich gut können: wandern gehen.
Also ab zum Lobster Cove Head Lighthouse bei Rocky Harbour. Rund um den historischen Leuchtturm gibt es einen kleinen Wanderweg entlang der Küste, den wir natürlich direkt absolvierten. Dort trafen wir einen Mitarbeiter von Parks Canada, der uns gleich zwei Tipps für unsere nächsten Tage gab: unbedingt die Tablelands anschauen und außerdem Green Point besuchen. Beides wurde natürlich sofort auf unserer Liste notiert.
Danach meldete sich der Hunger. Zum Glück gibt es hier wieder deutlich mehr Restaurants zur Auswahl und wir wurden schnell fündig. Für mich gab es heute etwas ganz Besonderes, das ich so definitiv noch nie gegessen hatte: einen Burger mit Bärenfleisch und Salat. Der Bärenburger war wirklich lecker und geschmacklich eine interessante Erfahrung. Nur die Menge war etwas überschaubar – nach mittlerweile mehr als drei Wochen in Kanada sind wir wohl einfach größere Portionen gewohnt. 😁
Jetzt hieß es noch einmal zurück zu unserer Unterkunft und dieses Mal klappte es auch mit dem Einchecken. Wir konnten endlich unsere Cabin beziehen und erst einmal alles verstauen.
Die Kinder wurden dort anschließend „abgegeben“, denn Mama und Papa wollten noch einmal alleine los. Direkt gegenüber lockte ein kleiner Berg mit einem Wanderweg. Also Schuhe wieder an und noch einmal rund 2,4 Kilometer wandern. Eine richtig schöne kleine Runde und vor allem ein gemütlicher Abschluss nach dem langen Tag im Auto.
Zurück in der Cabin wurde noch die endgültige Planung für morgen gemacht. Schließlich wollen wir unsere letzten Tage im Gros-Morne-Nationalpark noch einmal richtig ausnutzen.
Nach der Tagesschau hieß es gegen 23 Uhr:
Licht aus und gute Nacht aus Norris Point. ⛰️Baca selengkapnya
Tag 24 – Wenn der Wind andere Pläne hat 🌬️
24 Agustus, Kanada ⋅ ☁️ 19 °C
Heute hieß es gegen 8 Uhr aufstehen, damit wir um 9 Uhr ganz gemütlich im Café frühstücken konnten. Für heute stand nämlich eines der Highlights im Gros-Morne-Nationalpark auf unserem Plan: die Western Brook Pond Boat Tour.
Western Brook Pond ist ein rund 16 Kilometer langer ehemaliger Fjord, der nach der letzten Eiszeit vom Meer abgeschnitten wurde und heute mit Süßwasser gefüllt ist. Gewaltige, teilweise mehrere hundert Meter hohe Felswände ragen direkt aus dem Wasser – genau diese Landschaft wollten wir vom Boot aus erleben. Allerdings kommt man nicht einfach mit dem Auto zum Anleger: Vom Parkplatz sind es erst einmal rund 3 Kilometer zu Fuß.
Unsere Tour war für 12:30 Uhr gebucht. Mit etwa 30 Minuten Fahrt von unserer Cabin und der anschließenden Wanderung passte unser Zeitplan eigentlich perfekt.
Also ab ins Auto und wieder ein Stück in die Richtung, aus der wir gestern erst gekommen waren. Am Parkplatz angekommen wunderten wir uns schon: Erstaunlich wenig los hier. Aber gut, vielleicht waren wir einfach früh dran.
Noch einmal schnell aufs stille Örtchen, Jacken und Hoodies angezogen – 18 Grad sind für uns Europäer mittlerweile schließlich schon fast Winter 😁 – und dann konnte es losgehen.
Zumindest für ungefähr 50 Meter.
Da kam uns ein Pärchen entgegen und erzählte, dass ein Stück weiter ein Schild steht: Alle Bootstouren für heute abgesagt!
Wie jetzt?
Es regnete nicht, die Sonne versuchte sogar herauszukommen. Der Grund war aber offenbar der Wind – und gerade auf dem Western Brook Pond können die Bedingungen zwischen den hohen Felswänden ganz anders aussehen als am Parkplatz.
Was nun?
Wir entschieden uns, die drei Kilometer trotzdem bis zum Bootsanleger zu wandern. Wenn wir schon einmal hier waren, wollten wir Western Brook Pond wenigstens aus der Nähe sehen und ein paar Fotos machen.
Während der Wanderung begann natürlich gleichzeitig unsere große Buchungsaktion. Gibt es innerhalb unserer verbleibenden anderthalb Tage noch irgendeinen freien Platz?
Mittwoch, 14 Uhr.
Das würde mit unserer anschließenden Fahrt nach Deer Lake verdammt knapp werden. Also erst einmal: Nein, lassen wir es.
Ein paar Minuten später: „Wollen wir nicht doch?“
Noch einmal nachgeschaut.
Weg! Ausgebucht! 😂
Okay. Dann soll es wohl einfach nicht sein.
Also genossen wir wenigstens die Wanderung und den Blick auf Western Brook Pond. Irgendwann waren wir wieder zurück am Auto und unser improvisierter Tagesplan konnte weitergehen.
Nächster Halt: Green Point.
Green Point liegt direkt an der Küste des Sankt-Lorenz-Golfs und ist vor allem wegen seiner außergewöhnlichen Geologie bekannt. In den steilen Klippen liegen deutlich sichtbar verschiedene Gesteinsschichten übereinander, die Hunderte Millionen Jahre Erdgeschichte dokumentieren. Der Ort ist für Geologen sogar international von Bedeutung und einer der Gründe, warum Gros Morne zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört.
Lange blieben wir allerdings nicht und fuhren weiter nach Rocky Harbour. Dort war ein bisschen Souvenir-Shopping angesagt. Die Geschäfte lagen allerdings so weit auseinander, dass wir sie nicht erliefen, sondern ganz bequem erfuhren. Wir sind schließlich im Urlaub. 😁
Danach ging es zurück in die Cabin. Erst einmal nichts machen, etwas planen und jeder durfte einfach das tun, worauf er Lust hatte. Nach mittlerweile 23 Tagen unterwegs merkt man langsam, dass die vielen Kilometer, Wanderungen und Eindrücke doch ein bisschen Kraft gekostet haben.
Zum Abendessen ging es in ein Restaurant direkt am Hafen. Nachdem ich gestern schon Bärenfleisch probiert hatte, musste heute natürlich die nächste neufundländische Erfahrung her:
Elchburger! 🫎
Wenn sich die Elche schon während unserer gesamten Reise erfolgreich vor uns verstecken, dann wenigstens so. 😁 Der Burger war auf jeden Fall richtig lecker.
Danach sollte es eigentlich wieder zurück in die Cabin und Feierabend heißen.
Aber irgendwie ließ uns Western Brook Pond noch nicht ganz los.
Also noch einmal nach freien Plätzen für eine Bootstour geschaut.
Und tatsächlich: Morgen um 16 Uhr waren plötzlich wieder Plätze verfügbar!
Gebucht!
Jetzt sind wir natürlich gespannt, ob es beim zweiten Versuch wirklich klappt oder ob der Wind morgen wieder andere Pläne mit uns hat. Unsere Reise hat uns inzwischen jedenfalls gelehrt: Manchmal muss man einfach noch einmal nachschauen.
Den Abend ließen wir bei einer Runde Kartenspielen gemütlich ausklingen und gegen 22:30 Uhr war das Licht aus.
Western Brook Pond – morgen bekommst du eine zweite Chance! 😁🚢Baca selengkapnya




















































































































































































































































































































































































































































































