Argentina
Departamento de Lago Argentino

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128 travelers at this place:

  • Day14

    FitzRoy und die Einsamkeit

    March 17 in Argentina

    Heute war einer dieser komischen Tage mit schönem Ausgang.
    Ich bin in ElChalten, ein Bergsteigerdorf in Patagonien. Es wimmelt hier von backpackenden Bergsteigern, Kletterern und...Paaren!! Also GENAU mein Klientel.😂
    Wlan gibt es nur über Satellit, kein Handyempfang.
    Aber gut. 3 Tage...
    Gestern war Ankunftstag und ich bin gleich losgestiefelt, den Weg zurück aus dem Dorf raus, denn das Panorama bei der Einfahrt mit dem Bus war sooo toll. Bin 4 km gelaufen, hab auf den Sonnenuntergang gewartet und bin dann in den Ort zurück getrampt.
    Hat super geklappt. Dann war ich Essen und habe 2 sehr nette Belgier beim Essen am Nebentisch kennen gelernt.
    Heute hab ich ausgeschlafen und bin zum Wanderweg zum Monte Fitz Roy gegangen. Ich konnte mir fast denken, dass wenn ich um halb 12 los laufe, ich die 10 km zur Lagune und zurück nicht schaffe. Die ersten 2 km hatten einen sehr sehr guten Anstieg und nach 6 km bin ich dann umgedreht und über den See zurück gelaufen.
    Heute war einer der Tage, voller Selbstzweifel, Einsamkeit, Langeweile...und so hatte ich auch von vorn herein keine Motivation 20 km alleine zu laufen und zu klettern. Mir fehlte der zweite Antrieb, ein Gespräch, jmd der an der Ecke auf mich wartet.
    Trotz dessen habe ich 12 km geschafft und wurde auch so mit einer tollen Aussicht belohnt.
    Am Abend im Restaurant kam ich mir alleine auch voll blöd vor. überall nur Gruppen und Paare.
    egal, Durchgezogen.
    Der Tag nahm im Hostal eine unerwartete Wendung, als ich mit Isabel und Sabrina (Mutter und Tochter aus Chemnitz) ins Gespräch kam, wir Bier teilten und einen sehr netten Abend verbrachten.
    Wer immer nur geile Bilder von mir zu sehen bekommt, der sollte doch auch von den Entbehrungen des allein reisens wissen! Manchmal ist es eben auch schwer.
    Gute N8!
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  • Day16

    ...doch noch was geschafft...

    March 19 in Argentina

    Tag 3 in El Chaltén.
    Tag 2 kann man getrost auslassen...denn das Wetter war ekelig. Sehr windig und Regen. Ich bin von Cafe zu Restaurant, zu Eisdiele, zum Bett "gewandert".
    Tag 3 war dann umso schöner und umso anstrengender.

    Fröhlich, mit reichlich Proviant im Rucksack sollte es zur Laguna Torre gehen.
    Ich wollte mir eigentlich noch podcast folgen für die Wanderung runterladen, aber das Internet hatte auch nen sehr schlechten Tag.

    Statt zur Laguna de los tres waren es hier nur 9 statt 10 km Weg (one way) und das Ende hat weniger Steigung.
    Ich persönlich fand jetzt den Einstieg in diese Wanderung auch recht anstrengend!! Meine Beine waren noch nicht warm gelaufen...
    Auf dem Weg traf ich auch noch 2 alte Bekannte aus Chile wieder. Sie fragten, ob ich mit Ihnen wandern will 😂😂😂 was die wandern nennen, nenne ich Joggen!!!!
    ich brauche mein eigenes Schneckentempo.
    Die Wanderung ist wunderschön. Viele flache Stücke.
    Frustrierenderweise fehlte das 8 km Schild und ich fragte mich echt, wie lange sind bitte km 7 und 8...ich war schon ewig unterwegs...
    Schwupp, da kam der letzte Anstieg zur Lagune Torre.
    Die ist leider grau und nicht so blau wie die Los Tres (die ich ja am 1 tag nicht erreicht habe) aber ich war trotzdem sehr glücklich und stolz auf meine Leistung.
    Ich hatte sogar das Glück und habe ein Huemul gesehen! Eine bedrohte Hirschart. Nicht jeder hat so ein Glück!!
    Ja gut, zurück musste ich auch noch...ich hab mit den letzten 3 Kilometern gut gekämpft. Ausserdem wurde es eisig kalt.
    Zum letzten Sonnenstrahl traf ich im Restaurant ein, wo ich prompt wieder sehr nette Tischnachbarn hatte, Joe und Linda aus Palm Beach, Florida. Weitgereiste und weltoffene Amerikaner. Der Abend endete mit dem ein oder anderen Trump Witz.
    Morgen fährt mein Bus nach Calafate um 8.
    Hier endet also erstmal meine Bergsteigerkarriere!!! 😂
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  • Day10

    El Calafate Teil 1

    March 13 in Argentina

    Ich bin in Patagonien!!! Was für ein Gefühl..
    am Ende der Welt... ok fast.
    ich hab mir im Flugzeug mal wieder ne geile Erkältung aufgesackt. Mittlerweile ist es aber wieder etwas besser geworden. Muss auch, denn ich fahre heute 5 std noch nach Chile rüber um dann morgen einen Tagesausflug in den Torres del Paine Nationalpark zu machen.

    Meine Unterkunft hier in Calafate ist ganz gut. etwas laut, denn die wände sind aus Holz und die Autos auf der Strasse sehr laut. Von Buenos Aires bin ich aber ja mittlerweile alles gewohnt.
    Aber das Frühstück ist gut, die Dusche warm und das Bett hart! 😂
    El Calafate ist direkt am Nationalpark de los Glaciares. es gibt hier mehrere Gletscher zu besuchen, von denen der Perito Moreno der am einfachsten zugängliche und bekannteste ist.
    Ich bin also noch am Abend der Ankunft ins Reisebüro um meinen Trip zu buchen.
    Erstaunlicherweise ist hier alles mega lange geöffnet, wie auch in BA, wo meine Eisdiele am eck nachts um 2 noch auf hatte. absolutes Neuseeland Kontrast programm, wo auf dem dorf alles um 16 Uhr schliesst.

    komplett Calafate war in aufruhr, da einen tag zuvor der gletscher, der sich bis zur Halbinsel geschoben hatte, gebrochen war durch den wasserdruck. so entsteht eine Brücke. dieses Phänomen passiert nur alle 2 bis 4 jahre.
    Wow, ich bin so ein glücklicher Pilz!!!!

    mit dem Geld bin ich mittlerweile auch Profi. habe 3 Währungen in der Tasche. bin auf alles vorbereitet.😂
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  • Day64

    Windstärke 8-9

    March 5 in Argentina

    Das Verkehrszeichen mit dem windgepeitschten Baum kennt Ihr schon vom gestrigen Footprint, aber nun geht es mit dem patagonischen Dauerwind erst so richtig los. Vor allem auf dem heutigen, etwa 100 km langen Schotterstück (Bild 2: kurze Pause in the middle of nowhere) bläst es gewaltig, laut Wettervorhersage haben die Böen eine Beaufort-Stärke von 8-9 (Bild 4: kleine Infotafal dazu, denn Reisen soll ja auch bilden, und Entsprechendes gilt für Reiseblogs).

    Natürlich wäre es langweilig, wenn ich ständig über das Motorradfahren schreiben würde, aber angesichts dieser neuen Komponente "Wind" muss ich einen kurzen Exkurs für meine Motorradkumpels einschieben. Also: Im Grunde ist es auf den Schotterpisten hier so, dass man meistens ein oder zwei von Reifen festgefahrene Spuren findet, denen man folgt. Sie sind etwa 30-40 cm breit und können unter normalen Umständen mit circa 80 km/h befahren werden. Schließlich möchte man erstens vorankommen und zweitens nicht in jedes Loch tief hineinfahren, sondern lieber darüber hinweg. Und wie immer: Wenn man ordentlich auf den Horizont guckt, trifft man die Spuren recht gut und alles ist stabil, außer vielleicht dem Hinterrad, das gelegentlich etwas hin und her zappelt (wie es im Englischen so schön heißt: "the bike is fishtailing").

    Einige Zusatzkomponenten sorgen allerdings in gewissen Abständen dafür, dass man die Spur in Richtung tieferem Gravel oder festgebackenem Matsch verlässt, was wiederum sofort zu schlagartig erhöhtem Puls führt. Erstens: Man fühlt sich sicher und denkt an etwas anderes als "Spur halten". Zweitens: Die Spur ist plötzlich keine mehr, sondern plötzlich wechselt die Bodenbeschaffenheit. Und (neu!) drittens: Es packt einen eine Windböe und schiebt das Motorrad mitsamt Fahrer neben die Spur. Ich würde für heute mal so sagen: Wir hatten alle viel Puls, und das vor allem wegen des Windes.

    Da aus der Frauenriege schon mehrmals angemahnt wurde, ich würde keine südamerikanischen Männerbilder bloggen, was mangels Interesse meinerseits sicherlich auch stimmt, gibt es heute wenigstens einmal einen stolzen Tankwart im Gaucho-Outfit. Ich möchte ergänzen: Der junge Mann (und seine gesamte Familie) hat mit seiner Tankstelle inklusive Kiosk wirtschaftlich alles richtig gemacht, denn die nächste Tanke ist 200 km entfernt und die Stickersammlung beweist: Hier fährt keiner vorbei, ohne die Treibstoff-, Zucker- und Koffeinvorräte wieder aufgefüllt zu haben.

    Kurz vor unserem Zielort El Calafate öffnet sich die Landschaft und gibt erste Blicke auf Patagoniens berühmte Gletscherwelt frei - wer auf dem vorletzten Bild genau hinsieht, entdeckt den bizarren Monte Fitz Roy (3.400 m). Doch ich hoffe, morgen noch ein paar schönere Bilder machen zu können, denn es steht die Tour zum Gletscher Perito Moreno an.
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  • Day65

    Der Gletscher kalbt

    March 6 in Argentina

    Und zwar ziemlich laut. Und ziemlich oft. Ich würde sagen, so etwa zehnmal während der Minitrekking-Tour, die uns heute auf den Perito Moreno Gletscher führt, etwa 70 km von El Calafate. Das Kalben bzw. Abbrechen von Eisnadeln in den Lago Argentino ist lauter als erwartet, manchmal fast explosionsartig, manchmal eher wie eine Lawinensprengung. Natürlich mit anschließender tsunamiartiger Welle. In Summe ein ganz großartiges Naturschauspiel.

    Wir starten die Bikes in der Morgendämmerung um 7 Uhr bei überraschend warmen 18 Grad. Auch die Annäherung an den Gletscher verspricht Spitzenwetter. Um 9 Uhr fährt uns ein Motorboot - als erste Gruppe - 20 Minuten über den See bis an die Gletscherzunge heran. Die Temperatur steigt sogar nochmals, auf über 20 Grad. Doch das ist alles trügerisch.

    Denn just in dem Moment, wo wir die Steigeisen angelegt bekommen (im Bild: Will und Bernd), um im Gänsemarsch ein Stück auf den Gletscher zu steigen, ändert sich das Wetter schlagartig. Es gießt in Strömen. Meine kapuzenlose Motorradjacke erweist sich dementsprechend als suboptimales Bekleidungsstück. Aber all das ist egal, denn die Eisskulpturen, die überraschend tiefen Blautöne und die gewaltigen Eismassen ziehen uns alle in ihren Bann. Pinguin Bonpland darf natürlich auch einmal auf das Eis. Er sieht mittlerweile etwas gerupft aus, dass es in meinen linken Seitenkoffer leicht hineinregnet, da ist der Dauerregen auf dem Gletscher dann aber auch egal.

    Schöner Abschlussgag der Tour: Es gibt Whiskey on glacier ice (habe leider nicht mitbekommen, wie alt das ist, aber sicherlich sehr, sehr alt). Wenigstens bei ein paar anderen Fakten habe ich unserem Führer aufmerksam gelauscht. Hier sind sie: Der Perito Moreno ist 30 km lang, aber nur einer (und bei weitem nicht der größte) von 300 Gletschern in diesem südlichen Eisfeld. Jeden Tag schiebt er sich zwischen 1,5 und 3 Meter voran und nimmt - anders als die Alpengletscher - eher an Masse zu als ab. Die Eisnadeln, die man z.B. auf Bild 3 sieht, sind 50 m hoch (weitere 130 m sind unter Wasser). Und das ganze Phänomen ist darauf zurückzuführen, dass an seinem Ursprung auf ca. 2.500 bis 3.000 m Höhe (eigentlich nicht sehr hoch ...) im Jahr etwa 30-40 m Schnee fallen. Wow!
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  • Day117

    El Chaltén - Fitz Roy Massiv

    February 16 in Argentina

    Nach einem interessanten Grenzübergang von Chile Chico (Chile) nach Los Antiguos (Argentinien), ging es mit dem Nachtbus nach El Chaltén. So langsam kommen wir immer tiefer in Patagonien an und die europäischen Touristen nehmen stark zu!

    Passend zum Sonnenaufgang und bei bestem Wetter sind wir in El Chaltén angekommen und konnten den Sonnenaufgang am Fitz Roy genießen.

    Das super Wetter haben wir direkt genutzt und sind los auf eine Tageswanderung zum Cerro Torre. Eigentlich wollten wir nicht so weit laufen, aber der Anreiz, bis zum Fuß des Gletschers vorzustoßen, war zu groß. Nach diesem traumhaften Tag, war es auch nicht schlimm, den nächsten Tag bei Dauerregen und Sturm vorwiegend im Städtchen und unserer Unterkunft zu verbringen.Read more

  • Day62

    Bye Patagonia! 1

    February 26 in Argentina

    Wir nutzen unseren letzten Tag in Patagonien für einen Roadtrip und flitzen Richtung El Chaltén, ein kleines Städtchen in den argentinischen Anden am Fuße des Granitbergs Fitz Roy (3406 m). El Chaltén gilt als Dorado für Extrembergsteiger und ist damit wie für uns geschaffen! Wir entscheiden uns dann aber doch lieber für einen gemütlichen Spaziergang und einen Kaffee in einem niedlichen Lokal und sammeln auf dem Rückweg die echten Bergsteiger ein. Nächster und vermutlich letzter Halt: Buenos Aires.Read more

  • Day12

    Welcome to El Calafate, bienvenido a El Calafate! Will Smith singt dies zwar für Miami, aber das interessiert hier grad niemanden. Unsere Reise zieht uns gen Norden (ist ja auch logisch, vom Ende der Welt gibt es nicht mehr viele Richtungen in die man gehen kann und Antarktis sparen wir uns für den 40. Hochzeitstag, wie das unsere Jury-Mitglieder Ruth und Peter gerade machen), ins schöne und beschauliche El Calafate. Ein Skigebiet mit 400m Pisten. Für Schweizer Verhältnisse wie gesagt eher beschaulich. Es erinnert uns ein wenig an Zermatt. Einfach mit Autos. Und ohne Schnee. Also wie Zermatt im Sommer mit vielen lauten Autos. Ungefähr.

    Ohne den atemberaubenden Anblick des Perito Moreno Gletschers können wir hier natürlich nicht weg. Details: schau Fotos. Und da die arme Familie Taeschler trotz rosa Koffer und rosa Säule in der Ankunftshalle im sonst tollen Südafrika doch keine Flamingos gefunden haben, spazierten wir kurzerhand noch zur Laguna Nimez, nur knapp 1 Kilometer vom Zentrum entfernt (auf dem Weg haben wir dann auch noch das passende Heim für die Taeschlers gesehen und versucht einen Verkauf zu verhandeln, erfolglos, keine Wunder dass wir arbeitslos sind). Ein kleines Paradies für eine Vielzahl von Vogelarten. Hätte uns nicht gewundert, wenn wir den vergesslichen Bob noch beim Beeren sammeln erwischt hätten. Haben wir aber nicht. Und so teilen wir gerne ein paar Bilder von wunderbar pinken und in Patagonien ansässigen Flamingos. Ich dachte zwar die mögen es etwas wärmer, aber die fühlen sich hier sichtlich wohl. Nicht wie die schöne Sue, der ist meistens zu kalt bzw zu windig.

    Auch sonst gibt es unzählige Vogelarten zu beobachten. Klinge jetzt grad wie ein schnulziger Vogelkundler, aber ja, die Lagune hat wirklich etwas einzigartiges. Oft sieht man die Tierchen zu zweit und meistens im peinlichen Partnerlook. So werden wir denn auch Zeugen eines etwas eigenwilligen Paarungsrituals oder was auch immer das war. Während der eine blauschnablige Enterich unermüdlich versuchte seine kleine Chicca abzuschirmen, versucht der andere Blauschnabel - nennen wir ihn mal Ramon - sich durch geschickte Tauchmanöver kurz hinter die Kleine zu buxieren, um sie dann wohl mit einem Satz von hinten zu ... naja, ihr wisst schon. Das scheint über Stunden so zu gehen. Ramon, der kleine Schmutzfink, gibt zwar nicht auf und quietscht lauthals vor sich hin, schafft es aber in den beobachteten 10 Minuten doch nie zum Schuss. Pfeife. Hauptsache grosse Klappe und so. So werden die nächsten blauschnäbligen Babys wohl nicht von Ramon abstammen. Wahrscheinlich auch gut so.

    Den Wind habe ich ja schon kurz erwähnt. Der ist hier überall, immer. Immer immer. Und zwar ungestüm und böig. Für ein paar Tage ist das ja ok, aber auf lange Zeit daran gewöhnen ist aus unsere Sicht kaum möglich. Und im Winter soll es noch heftiger sein. Generell wechselt das Wetter hier schneller als meine Stimmung bei schlechtem Essen oder warmem Wein (oder Sue’s Stimmung ohne Essen), eine unaufhörliche Textil-Ambivalenz zwischen T-Shirt und Ski-Anzug. Ziemlich Borderline alles. Trotzdem schön hier.

    Im weiteren Verlauf dieser Patagonien-Expedition führt uns der Weg nun zuerst nach El Chalten auf einen Campingplatz namens Bonanza (ich weiss, lustig, "sag gute Nacht John Boy" und so), etwas ausserhalb vom Zentrum (Budget schonen, Hawaii kommt ja dann irgendwann auch noch), bevor wir dann mit Bussen und 2 Nächten in Los Antiguos nach Bariloche weiterreisen. Dann schauen wir dann weiter. Nächstes grösseres Ziel ist Santiago de Chile, für wo wir heute noch die freundliche Bestätigung von Lisa (wir hatten sie an einer Hochzeit in Moldawien kennengelernt, sie handelt mit Wein und lebt in China) erhalten haben, dass wir ihr Penthouse in der Stadt nutzen dürfen. Yeah Baby! Uuhh lieb! Darauf freuen wir uns also schon jetzt.
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  • Day15

    Camping mit Alex. Und Robin.

    January 31 in Argentina

    Wir nehmen also den Bus nach El Chalten, eine Stadt die erst 1985 ihren Anfang nahm und sich seither zu einem der Trekking-Mekkas Patagoniens entwickelt hat. Wie könnte es anders sein? Nach 5 Minuten Fahrt muss schon das erste Frauenzimmer aufs Klo, wobei „Wohnung“ es schon eher trifft. Das tut hier aber wirklich nichts zur Sache und darf durchaus als unnötig diffamierend verurteilt werden. Kurze Zeit später hat es bereits eine Schlange vor dem Kabäuschen (aka Scheisshäuschen). Und noch ein wenig später muss dann auch Sue. Tss, was ist nur mit diesen Mädels los. Doch dann, auf einmal und ohne Vorwarnung, kommt dieses untrügliche Gefühl in mir auf. Ich muss auch. So eine Scheisse. Also nicht ganz, aber nahe dran. Ich lasse mir nichts anmerken und bleibe sitzen.

    Und dann wäre da noch der Fahrer. Schon kurz nach Beginn der Fahrt meint Sue noch, dass sie gar nicht gern auf Plätzen sitzt, von denen man den Fahrer sieht (wir sehen zwar nur seinen rechten Arm, aber das scheint zu reichen). Als eben dieser rechte Arm unaufhörlich zu gestikulieren und rumzufuchteln anfängt, anstelle sicher das Lenkrad zu umklammern, weiss ich was sie meint. Wir sind uns nicht sicher, ob Ramon ewig am Telefon hängt oder wie Bob schon zu viele Beeren gefuttert und darum einen an der Waffel hat. Keine der Optionen gefällt uns. Nicht zuletzt weil das Busfahren, wie schon der Landeanflug, aufgrund der starken und böigen Winde in dieser Region, ständiges Intervenieren des Fahrers benötigt, um nicht neben der Strasse oder im Gegenverkehr zu landen. Ich schliesse die Augen, verschränke die Arme, massiere leicht die verbliebene und hartnäckige Speckrolle und konzentriere mich auf das einzige was zählt im Leben, den Moment. Solange er noch ist.

    Und wieder haben alle überlebt und niemand ist ernsthaft zu schaden gekommen. Ramon scheint seine Defizite ja auch schon vorher gehabt zu haben und trotzdem hat er es geschafft, uns sicher nach El Chalten zu chauffieren. Der Wind bläst, die Frisur sitzt. Meine zumindest. Handy-Empfang in dieser Gemeinde? Fehlanzeige. So werden wir die nächsten Tage also ohne direkte und konstante Verbindung zu Freunden, Familie und dem belanglosen Restlärm des Internets auskommen müssen. Vielleicht mal reden miteinander. Oder mehr schlafen. Hoffentlich wird das Internet uns auch vermissen.

    Nun zum Campingplatz, der war sehr einfach. Einfach sehr einfach. So auch die zur Verfügung gestellten Refugios (eine Art Küche bzw Kochhütte, schau Foto). Licht und Duschen gibts nur zwischen 7 und 10 abends. Mehr braucht es aber auch nicht. Wlan? Genau. Wir hatten uns bereits im Vorfeld für die günstige Variante eines Doms entschieden, eine einfach Plastikhülle in der ein durchaus vernünftiges Bett steht. Das ganze auf Pfeilern über einem kleinen Teich bzw Sumpf gebaut. So gesehen ganz idyllisch. Als kleiner Bonus streifen die umliegenden Büsche schon bei minimalem Wind mit ihren Ästen an der vergilbten Hülle, was aus dem Inneren betrachtet an kleine Kinderhände und einige Szenen aus Blair Witch Project erinnert. Gemütliches Camping eben, insbesondere wenn es stürmt und trotz undichtem Eingang wie aus Eimern schüttet. Last but not least, eisig kalt war es auch, also frieren wir uns trotz zusätzlicher Decke den eingeschüchterten Arsch ab. Wie ich mich auf unser Penthouse freue. Aber hey, am nächsten Morgen soll es dann mit Hiking los gehen. Raus in die Natur und so. 

    Und siehe da, geweckt von Sonnenstrahlen (ja der Dom hatte auch ein vergilbtes Fenster) und Vogelgezwitscher, raus aus dem Skianzug und ab ins T-Shirt, warmer Wind bläst und die Sonne scheint. Ziel ist die Laguna de Los Tres, am Fusse des Mount Fitz Roy mit atemberaubender Aussicht. Näher kommt man dem Matterhorn Patagoniens ohne Kletterausrüstung nicht, doch der letzte Aufstieg hat es in sich (scheisse war das steil). Kaum auf der Strasse auf dem Weg zum 3km entfernten Anfang des Hiking Trails, hält auch schon das erste Auto von sich aus und fragt, ob es uns denn mitnehmen könne. Claro Amigo! Patagonien kann also auch anders.

    So waren, um es vornweg zu nehmen, die folgenden Tage auf dem Camping dank vielen herzlichen und interessanten Menschen ein richtiges Highlight. Besonders erwähnenswert ist Alex, ein Argentinier in seinen mid-Vierzigern der ganz vernünftig Englisch spricht und öfters mit uns abhängt. Er teilt sein Zelt mit seinem etwa 10-jährigen Sohn und freut sich schon, bis Frau und Tochter in ein paar Tagen dazu stossen. Da er mit seinem Pick-up unterwegs ist, können wir ihn mehrmals als Mitfahrgelegenheit nutzen. Irgendwie erinnert mich Alex an meinen alten Freund Thorsten. Das einzige Problem mit ihm ist sein Sohn. Der knuffige Junge ist anständig, süss, vital und ganz offensichtlich ein tolles Kind. Und sein Name? Ramon. Ach du Scheisse. Echt jetzt? Wieso?! Der arme Junge. Ich kann das nicht und gehe dem Kind wann immer möglich aus dem Weg. Und wenn er mich denn doch mal erwischt und anlächelt, so nenne ich ihn innerlich einfach Robin, was es einigermassen erträglich macht. Einigermassen.

    Aber zurück zur eigentlichen Geschichte. Nach der erst-abendlichen Schlotterpartie (aufgrund der Temperatur und der um Hilfe flehenden Kinderhände) wurde am Morgen nach dem Zwiebelprinzip eingekleidet, man weiss ja nie welche Wetterkapriolen (oder Kinder fressende Hexen) einen noch erwarten in diesem verrückten Patagonien. Doch schon nach 10 Minuten verschwanden dank brennender Morgensonne die meisten Schichten im Rucksack und nach etwa 30 Minuten waren wir beide schon leicht durchgeschwitzt beim untersten Long-Sleeve angekommen. Und für einen Moment steht die Erde still. Unglaublich aber wahr, wir hätten kein identischeres Outfit aus unseren Rucksäcken zaubern können. Man könnte denken (nein, man muss bei dem Anblick davon ausgehen, schau Foto), dass wir uns bewusst so gekleidet haben oder zumindest beim Anziehen den Umstand billigend in Kauf genommen haben. Dem war aber aus bereits bekannter und tief verankerter intrinsischer Abneigung gewiss nicht so. Nachdem ich den unvermittelt einsetzenden Brechreiz durch dem Hyperventilieren ähnliche Atemübungen überwunden hatte, blieb lediglich dieses leicht beklemmende Gefühl der Scham. Und da sich die schöne Sue nervte, dass es mich nervte, hatten wir schon zwei Dinge gemeinsam an diesem sonst so wunderschönen Tag.

    Zur Landschaft will ich wirklich nichts schreiben, Sue‘s Fotos erzählen das viel besser. Wobei man wohl nie in Fotos festhalten kann, wie unglaublich eindrücklich die Welt hier ist. So trage ich denn auch unsere kleine Drohne immer tapfer mit, man weiss ja nie wann und wo sich eine passende Gelegenheit bietet. Allerdings scheinen die unstetigen und ungestümen Winde hier den Einsatz sehr bewusst zu verhindern. Wohl aus Angst die Bilder würden noch mehr Touristen anlocken. Und dann sind da noch die Drohnen-Verbotsschilder, die hängen auch bei jedem Nationalpark-Eingang. Wir lassen unsere Spark die Tage also als zusätzliches Trainingsgewicht im Rucksack. Aus Respekt vor dem Wind. 

    Als nächstes „Highlight“ wartet nun der Nachtbus auf uns, 11h nach Los Antiguos. So sparen wir auch gleich eine Übernachtung, was wir ziemlich sicher mit entsprechend viel Rotwein belohnen werden. Melatonin und Ohrenstöpsel liegen für die Fahrt bereit und wir hoffen insgeheim, dass Crazy-Ramon heute frei hat. Meinem Rucksack-Odor nach zu urteilen, wäre ein Waschtag in Los Antiguos angebracht. Yay, und schon wieder eine Aufgabe, Mission accepted!
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  • Day17

    El Chaltén

    February 21, 2017 in Argentina

    Drei Stunden Flug und einen unfreundlichen Taxifahrer (wirklich der Abschaum der Menschheit) später kommen wir in El Calafate an. Hier ist nur ein kurzer Stop geplant, da wir am nächsten Morgen in das Trekking-Paradies Argentiniens möchten: El Chaltén.
    So verbringen wir den Nachmittag mit Proviant einkaufen und Fotos sortieren. Beim Check unserer Kreditkartenabrechnung stellen wir fest, dass sich seit einer Woche jemand in Rio de Janeiro auf Marcel's Kreditkarte den Bauch bei Domino's Pizza vollschlägt!!! WAS??? Na toll! Also Karte sperren, das Hostel bitten die Abrechnung und ein Reklamationsformular auszudrucken, dieses ausgefüllt, eingescannt und per Mail nach Hause geschickt. Dort dann von der Sekretärin im Home Office zur Bank faxen lassen. Was ein Aufwand! Gut das Martin uns besuchen kommt, der hat mittlerweile bestimmt schon Übergepäck beantragt: Speicherkarte, Medikamente, neue Kreditkarte, Sonnencreme...

    Nach dem Schock geht's am nächsten Morgen also nach El Chaltén. Einer der jüngsten Orte Argentiniens, welcher 1985 gegründet wurde. Damals nur angesiedelt um bei den Grenzstreitigkeiten mit Chile einen Schritt voraus zu sein. Heute ist es ein Touri-Örtchen mit allem was das Trekker Herz begehrt. Den Besuchermassen entsprechend hoch ist auch das Preisniveau und wir schlafen zum ersten Mal in einem Dorm (Schlafsaal).
    Es gibt hier 2 berühmte Wanderungen: einmal zum Fitz Roy Massiv und eine zum Cerro Torre.

    Wir starten nach einer erholsamen Nacht zu unserer ersten Wanderung zum Fitz Roy. Das Wetter ist typisch für Patagonien: windig, regnerisch und ungemütlich. Was man an der Nordsee als steife Brise bezeichnet ist hier eher ein laues Lüftchen. Der Wind peitscht einem ins Gesicht und wechselt so schnell die Richtung, dass wir uns fragen ob das wirklich Wasser in unseren Flaschen ist, so stark schwanken wir teilweise auf dem dünnen Pfad immer weiter den Berg hinauf. Beim ersten Blick in Richtung Fitz Roy sehen wir allerdings nur eine Wolkenwand. Da sich das Wetter hier jedoch bekanntlich schnell ändert lassen wir uns nicht entmutigen und marschieren munter weiter. Es ändert sich tatsächlich. Es wird noch schlechter. Nun peitscht uns auch der Regen ins Gesicht. So gibt es über die 16 km lange Wanderung nicht viel mehr zu berichten. Nass und zerzaust kommen wir im Hostel an und genehmigen uns erstmal die 1 l Bierflasche. Morgen soll es dann wirklich windig werden... Prost!

    Frohen Mutes brechen wir zur 18 km Wanderung zum Cerro Torre auf. Eine 3128 m hohe Granitnadel, die zu den am schwersten zu besteigenden Gipfeln der Welt zählt.
    Die Sonne scheint und am Himmel haben sich bisher nur ein paar Wolken festgehangen.
    Wir kämpfen uns ohne Wind den Berg hoch und legen sogar die Jacken ab. Obwohl uns die Sonne nicht im Stich lässt, ist der Wolkenvorhang stärker und verhüllt uns die Sicht auf den Torre. Mit der Laguna Torre und dem Glacier Grande hat die Wanderung dennoch ein schönes Ziel.

    Später erfahren wir von einem Guide das dieses Jahr der Fitz Roy 1/3 komplett, 1/3 teilweise und 1/3 gar nicht zu sehen ist. Den Cerro Torre hat er seit Oktober gar nicht mehr gesehen! Wir sind also nicht die einzigen...
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